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Die Welt ist im Dezember 2012 nicht untergegangen, die Maya- Untergangspropheten hatten sich geirrt. Insofern rentiert sich ein Blick auf die Neuerungen 2013. Anbei übersenden wir Ihnen einen Überblick der wichtigsten Änderungen 2013, die wir aus verschiedenen Quellen für Sie zusammengestellt haben.

Steuern Grundfreibetrag soll auf 8.130 Euro steigen •

Steuersenkung Der Grundfreibetrag in der Einkommensteuer wird voraussichtlich ab 2013 von bislang 8.004 Euro auf 8.130 Euro angehoben. Das bedeutet, dass alle Einkünfte bis zu diesem Betrag steuerfrei bleiben (gilt nicht für Sozialversicherung). Auch die Steuerprogression wird abgeflacht. Für einen Single mit 2.500 Euro brutto heißt das: Steuer alt: 5.625 Euro, Steuer neu: 5.564 Euro.

Grundsteuer Die meisten Kommunen planen in diesem oder im kommenden Jahr die Erhöhung der Grundsteuer. Auch Mieter sind betroffen: Die Steuer wird über die Mietnebenkosten umgelegt.

Lohnsteuerkarte 2013 kommt die elektronische Lohnsteuerkarte. Eingetragene Freibeträge verlieren ihre Gültigkeit und müssen für 2013 neu beantragt werden.

Bauriester attraktiver Wer mit Riester-Förderung baut oder bauen will, muss seine „Immobilienrente“ genau wie eine normale Riesterrente im Alter versteuern. Zur Berechnung der vom Haus abzuleitenden Rentenhöhe wird von der Bank ein sogenanntes Wohnförderkonto angelegt. Bislang lautet die Rechnung: Einzahlungen plus zwei Prozent Zinsen. Dieser Satz wird voraussichtlich auf ein Prozent abgesenkt. Auch wer alles auf einmal bei Renteneintritt versteuern will, wird besser gestellt.

Steuerfreie Bezüge Freiwillig Wehrdienstleistende, Reservisten und im Freiwilligendienst Tätige können weiterhin Bezüge steuerfrei erhalten. Wer ab 2013 den Dienst antritt, muss ergänzende Bezüge wie Wehrdienstzuschlag oder unentgeltliche Unterkunft und Verpflegung versteuern.

Tabaksteuer Die Packung Zigaretten wird um bis zu zehn Cent teurer. Grund dafür ist die Erhöhung der Tabaksteuer zum Jahreswechsel. An der Steueranhebung allein liegt es jedoch nicht. Die macht lediglich zwischen vier und acht Cent je Zigarettenpackung aus.

Dienstwagen Elektroautos werden als Dienstwagen steuerlich günstiger. Die Kosten des Akkumulators werden zukünftig aus dem Listenpreis herausgerechnet. Das gilt analog auch für die Fahrtenbuchmethode.


Ehrenamt Ehrenamtliche Helfer und Übungsleiter sollen mehr Geld steuerfrei erhalten. Die Übungsleiterpauschale steigt von 2.100 auf 2.400 Euro, die Pauschale fürs Ehrenamt von 500 auf 720 Euro. Obwohl sich die Gesetzgebung noch bis zum Frühjahr hinziehen kann, sollen die Sätze rückwirkend zum 01. Januar gelten.

Minijobs Minijobber dürfen ab 01. Januar mehr verdienen, ohne Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen. Statt wie bislang 400 Euro steigt die Verdienstgrenze auf 450 Euro. Für Beschäftigte in der „Gleitzone“ steigt die Höchstgrenze entsprechend um 50 Euro. Die sogenannte Gleitzone gilt dann im Bereich von über 450 bis 850 Euro, in der die Beiträge zur Sozialversicherung des Arbeitnehmers gleitend von einem ermäßigten auf das reguläre Niveau ansteigen.

Altersvorsorge Die Höchstgrenze für die jährlich geförderten Beiträge zur Altersvorsorge steigt. Konkret betrifft das Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung, zur berufsständischen Versorgung, zur landwirtschaftlichen Alterskasse, zur Knappschaft, für die Rürup-Rente und die Berufsunfähigkeitsversicherung. Jetzt kann man bis zu 24.000 Euro (bislang 20.000 Euro), bei zusammen veranlagten Ehegatten 48.000 Euro steuerlich als Sonderausgabe geltend machen. Auch Riester-Beiträge kann man absetzen, allerdings nur bis zu 2.100 Euro (plus staatliche Zulagen).

Rente & Soziales Mehr Rente, mehr Pflegegeld und Kassen-Prämien •

Lebensleistungsrente Die Renten von Geringverdienern, die 40 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt und zusätzlich privat vorgesorgt haben und dann immer noch unter der Grundsicherung liegen, deren Rente soll soweit aufgestockt werden, dass sie dann über der Grundsicherung liegt.

Beitragssatz Der Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung sinkt auf 18,9 Prozent. Derzeitige Rentner können ab 01. Juli mit ein Prozent (West) bzw. drei Prozent (Ost) Rentenerhöhung rechnen.

Kindererziehung Frauen, die vor 1992 geboren haben, erhalten pro Kind einen Renten-Entgeltpunkt gutgeschrieben. Für nach 1992 geborene Kinder gibt es dagegen drei.

Organspende Alle Krankenkassen müssen ihre Versicherten über die Möglichkeit der Organ- und Gewebespende informieren. Lebendspender werden besser abgesichert. Sie haben Anspruch gegenüber der Kasse des Organempfängers auf Lohnfortzahlung, Vor- und Nachbetreuung und Reha.

Betreuungsgeld


Eltern, die ihr Kleinkind zu Hause betreuen, bekommen ab 01. August 100 Euro/Monat. •

Schwerbehindertenausweis Der Ausweis wird benutzerfreundlicher, es gibt ihn auf Antrag (beim Versorgungsamt) jetzt aus Plastik und Scheckkartenformat. Die großen Ausweise aus Papier behalten aber ihre Gültigkeit.

Praxisgebühr Das „Eintrittsgeld“ beim Arzt von zehn Euro pro Quartal entfällt. Pluspunkt: weniger Bürokratie, mehr Zeit für die Patenten. Die Ausfälle der Kassen werden aus dem Gesundheitsfonds aufgefüllt. Privatpatienten brauchen nach wie vor keine Praxisgebühr zahlen.

Gesundheitskarte Bis Ende des Jahres werden rund 70 % der gesetzlich Versicherten die Kassenkarte mit Foto im Scheckkartenformat haben. Arztbefunde, verordnete Arzneimittel und CT- bzw. Röntgenaufnahmen sind leider noch nicht drauf.

Pflege-Vorsorge Eine staatliche Zulage von 60 Euro im Jahr soll auch Menschen mit geringem Einkommen den Abschluss einer privaten Pflegetagegeldpolice ermöglichen. Risikozuschläge und Leistungsausschlüsse sind hier nicht erlaubt.

Beitragssatz Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird von 1,95 auf 2,05 Prozent (für Kinderlose auf 2,3 Prozent) angehoben. Davon werden höhere Pflegegelder, Pflegesach- und Betreuungsleistungen gezahlt.

Pflegestufen Das Pflegegeld zur ambulanten Versorgung wird angehoben: für Pflegestufe 0 auf 120 Euro, Pflegestufe I auf 305 Euro und Pflegestufe II auf 525 Euro.

Demenz Kranke bekommen zu den max. 200 Euro für Extra-Betreuung erstmals 120 Euro Pflegegeld oder Pflegesachleistungen von bis zu 225 Euro im Monat.

Behandlungsfehler Krankenkassen sollen ihre Versicherten gemäß Patientenrechtegesetz bei der Aufklärung ärztlicher Behandlungsfehler unterstützen.

Geld Anleger sind künftig besser geschützt •

Offene Immobilienfonds Nach der Lehmann-Pleite gerieten viele Immobilienfonds in Schwierigkeiten, weil Großanleger über Nacht ihre Anteile einlösen wollten. Künftig müssen zum Schutz der Kleinanleger Anteile an offenen Immobilienfonds ein Jahr vor Rückgabe gekündigt werden. Wer ab 01. Januar neue Anteile kauft, muss diese mindestens zwei


Jahre in seinem Depot halten, bevor er sie wieder verkaufen kann. Privatanleger können jedoch pro Kalenderhalbjahr bis zu 30.000 Euro ohne vorherige Kündigung oder Mindesthaltefrist entnehmen. •

Riester Anbieter von Riester-Verträgen müssen ein verbindliches Produktinformationsblatt vorlegen. Darauf müssen die wichtigsten Kennzahlen zusammengefasst sein. Vor allem muss daraus hervorgehen, wie hoch die Gebühren und Kosten sind. Die Unterschiede sind beträchtlich und können zwischen fünf und 20 Prozent betragen.

Kontaktlos bezahlen Die Sparkassen wollen kontaktloses Bezahlen mit der Girocard (Girogo) auf die Ballungsräume Hamburg, Rhein-Ruhr und Rhein-Main ausdehnen (bislang nur Großraum Hannover).

Dividendenregen Nach Schätzung der Commerzbank werden die 30 Dax-Konzerne 2013 insgesamt 29,3 Milliarden Euro Dividenden auszahlen. Das sind 1,2 Milliarden Euro mehr als 2008, dem bislang besten Jahr für Aktionäre. 2012 waren es 27,5 Milliarden Euro.

Keine Bundesschatzbriefe Die Bundesfinanzagentur bietet keine Bundesschatzbriefe mehr an. Wegen der niedrigen Zinsen gab es zu wenig Interessenten. Das Geld holt man sich jetzt bei Großanlegern.

Finanzagentur Die Finanzagentur des Bundes stellt ebenfalls ihren bisherigen Service, Bundeswertpapiere kostenlos zu verwahren, ein. Davon sind jedoch bereits bestehende Konten ausgenommen.

Neue Euroscheine Ab Mai wird es neue Motive für Euro-Scheine geben. Zunächst sollen neue FünfEuro-Noten in Umlauf kommen. In den kommenden Jahren werden schrittweise auch die anderen Scheine durch neue ersetzt.

Technik/Internet TV-Mediatheken jetzt auch per Antenne •

Hbb TV über Antenne Auch DVB-T-Zuschauer sollen jetzt in den Genuss von Mediatheken und anderen IPbasierten Programminhalten kommen. Dazu will Sendernetzbetreiber „Media Broadcast“ noch im ersten Quartal in acht Ballungsräumen, darunter Berlin, Braunschweig und Hamburg, ein neues Hbb TV-Portal starten.

Mobiler bezahlen Vodafone will seinen Kunden die Möglichkeit anbieten, in Läden und Restaurants mit dem Smartphone zu bezahlen. Das verbindet sich drahtlos mit der Ladenkasse, gezahlt wird per Kreditkarte, ohne dass der Kunde diese aus der Brieftasche holen muss.


Besser fernsehen Wann in Deutschland auf den neuen DVB-T2-Standard umgerüstet wird, bleibt weiter unklar. Damit könnte der Zuschauer HD-Programme auch über Antenne empfangen. Zwar gibt es erste Pilotprojekte, aber der Startschuss fällt frühestens zur IFA im September.

Digitalradio Im zweiten Anlauf war die Einführung des Digitalradios in Deutschland erfolgreich. Jetzt soll das Sendernetz für das bundesweite DAB+ Bouquet um 18 auf 60 Standorte erweitert werden.

Internet via LTE Laut Bundesnetzagentur soll LTE/4G bis Ende 2013 überall auf dem Land und in über 100 Städten verfügbar sein. In Skandinavien führt Mobilfunkanbieter Ericsson indes das schnellere LTE Advanced/4-5G ein.

Neue Web-Adressen Neben Adress-Endungen wie .com oder .de soll es Ende 2013 unter anderem auch .shop, .berlin, .bayern, .immo geben. Wer will, kann schon jetzt unverbindlich Domains, z. B. www.annamaier.berlin reservieren. Möglich ist das bei Providern wie United Domanins (www.united-domains.de). Die Kosten werden voraussichtlich zwischen 15 und 90 Euro im Jahr liegen.

Benzinpreis-App Der Bundestag hat Ende 2012 eine Preiskontrolle beschlossen. Tankstellen müssen ihre Preisänderungen einer neuen Meldestelle beim Kartellamt mitteilen. Die Preise sollen in Echtzeit im Internet erscheinen und von unterwegs über eine App abrufbar sein. Bis Sommer 2013 müssen sich die Verbraucher wohl noch gedulden. Bis dahin helfen die Apps von Seiten wie clever-tanken.de.

Schnelleres WLAN Der neue Standard 802.11ac ist im Kommen – wegen der höheren Geschwindigkeit auch kurz „Gigabit-WLAN“ genannt. Damit soll erstmals die Übertragungsrate von 1000 Mbit/s übertroffen werden. Erste Geräte sind schon lieferbar, die internationale Ratifizierung der Norm steht noch aus.

Recht •

Elterngeld Ab 2013 wird das Elterngeld vom Bruttoeinkommen (bisher Netto) aus dem Jahr vor der Geburt berechnet. Da im neuen Verfahren aufgerundete Pauschalen für die Sozialversicherungsbeiträge angesetzt werden, wird sich das Elterngeld im Schnitt um einen einstelligen Eurobetrag verkürzen. Der oft lukrative Wechsel in eine günstigere Steuerklasse muss nun sieben (bisher fünf) Monate vor dem Geburtstermin vollzogen werden, sonst gilt für die Berechnung weiterhin die ungünstigere Steuerklasse.

Rundfunkbeitrag Ab 01. Januar sollen die Haushalte einen einheitlichen Rundfunkbeitrag von 17,98 Euro bezahlen, mit dem die Gebühren für alle Haushaltsmitglieder abgegolten sein


sollen. Der ermäßigte Satz von 5,76 Euro für Radio oder internetfähige Computer entfällt. Wichtig: Waren in einem Haushalt bisher mehrere Rundfunkgebührenzahler gemeldet, müssen diese selbst aktiv werden und sich bei der GEZ abmelden. Betroffen sind vor allem unverheiratete Paare, Wohngemeinschaften oder Kinder mit eigenem Einkommen in Familienhaushalten. •

Flensburger Punkte Verstöße werden nicht mehr mit bis zu sieben Punkten geahndet, sondern nur noch mit ein oder zwei. Im Gegenzug wird der Führerschein bereits mit Erreichen von acht Punkten entzogen.

Führerscheine, die nach dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden, verlieren nach 15 Jahren ihre Gültigkeit. (Die Fahrerlaubnis bleibt bestehen.)

Schornsteinfeger Mit Jahresbeginn fällt das Monopol: Hausbesitzer können frei entscheiden, welcher Schornsteinfeger ihnen aufs Dach steigt. Ob der erwartete Wettbewerb in Gang kommt, wird aber bezweifelt, da gegenüber dem Bezirksschornsteinfeger weiter eine Nachweispflicht besteht. Weiterhin bleibt er für die Feuerstättenschau allein zuständig.

Betreuungsplätze Ab August 2013 gibt es einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Ein- bis Dreijährige. Da noch über 200.000 Plätze fehlen, fürchten die Kommunen teure Klagen.

Warteschleifen Am 01. Juni endet die Übergangsfrist: Warteschleifen unter Sonderrufnummern müssen dann kostenlos sein. Mobilfunk- und Ortstarife sind ausgenommen.

Sorgerecht Für gemeinsame Kinder gilt nun auch ein gemeinsames Sorgerecht bei unverheirateten Paaren. Gilt voraussichtlich ab Frühjahr.

Arbeitsförderung Träger von Aktivierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen in Zusammenarbeit mit der Arge müssen sich zertifizieren lassen und Qualitätsstandards erfüllen. Damit sollen schwarze Schafe aussortiert werden.

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