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VEREINSGESCHICHTE

SV Lockweiler-Krettnich e.V.


Im Jahre 1927 wurde mit Hilfe der katholischen Kirche die „Deutsche Jugendkraft" (DJK) gegründet. Mit ihr begann in Lockweiler und Krettnich der erste geordnete Fußballspielbetrieb. Im Jahr 1933 wurde dann, nach der Machtergreifung Hitlers, zwangsweise die Spielvereinigung Lockweiler/Krettnich gegründet. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges endete dieser erste Abschnitt der Geschichte unseres Vereins. Doch schon bald nach dem Kriegsende rollte der Ball wieder. Bereits im Herbst 1945 hatte sich eine neue Gruppe junger Männer zusammengeschlossen, die gegen Mannschaften aus den umliegenden Ortschaften Spiele austrug. Es machte den Spielern wenig aus, dass sie auf Lastwagen transportiert wurden oder per Fahrrad bzw. zu Fuß benachbarte Sportplätze aufsuchen mussten. Das Improvisieren hatte man ja gelernt, und selbst der Handel mit Zigaretten und Lebensmitteln wurde in den Dienst des Sports gestellt. Wenn der Verein auch noch offiziell gegründet war, so trug man doch schon mehr oder weniger organisiert Meisterschaftsspiele aus. In Lockweiler ordneten die „Sekretäre für den Sport" Albert Schuster und Ludwig Haben den Spielbetrieb. Sie stellten auch am 22.11.1945 bei den Kreiskommandanten den Antrag auf Bezugsscheine (in deutscher und französischer Sprache abgefertigt), für Sporttrikots und Fußballhosen. Am 10.11.1946 beantragte man die Gründung eines Sportvereins. Der Verein wurde vorläufig zugelassen. Den Vorstand bildeten Albert Schuster, Hermann Müller, Hans Birtel und Nikolaus Berwian. Der Verein hatte 65 Mitglieder. Der monatliche Beitrag betrug 0,50 RM. Die endgültige Gründungsversammlung fand am 20.10.1046 im Saale Zöhler statt und war von Hermann Müller, Albert Schuster, Nikolaus Berwian, Hans Birtel und Michael Schirra bei der Verwaltung beantragt worden. Letzterer übernahm auch den Vorsitz. Der Verein erhielt den Namen „Spielvereinigung Lockweiler". Gewiss war es eine gute Idee, sofort einen Trainer zu verpflichten. Als Gegenleistung für seine Arbeit und Auslagen wurde er von Spielern mit Lebensmitteln versorgt. So war den Interessen beider Seiten den Umständen entsprechend Rechnung getragen. Dass diese erste Mannschaft durch die Verpflichtung des Trainers Hanni Bost den anderen Mannschaften überlegen war, zeigte sich schon in der 1. Spielsaison 1946/47, in der sie in der 2. Kreisklasse ohne Niederlage Meister werden konnten. Gespielt wurde in der Pfaffwiese, auf einem Wiesengelände zwischen Prims und dem Fuße des Mühlenbergs. Der Platz war nicht eingezäunt. Er hatte Maße 96 x 48 m. Besonders nachteilig erwies sich die unmittelbare Nähe der Prims, die der führenden Mannschaft genügend Gelegenheit hab, das Spiel zu „verzögern". Bei Hochwasser waren mitunter Zuschauer und Spieler gemeinsam beschäftigt, die abtrei-benden Bälle aus dem Wasser zu fischen. Selbst der lange Anmarschweg zum Sportplatz durch „Gaiasch" Gass, über die Bahn, durch das Wiesengelände über einen schmalen Steg schreckte manchen Zuschauer nicht ab. Nach dem Spiel machten die beiden Parteien gemeinsam den langen Weg zurück, und bis in „Wirts" hatte man sich alles gesagt, was nach einem Spiel zu sagen ist. Die Gemüter hatten sich abgekühlt.Die auswärtigen Spieler wuschen sich im Keller in zwei bereitgestellten Bütten mit kaltem Wasser. Die Einheimischen saßen in ihren Trikots schon beim kühlen Bier. Die ersten Fußballlieder wurden angestimmt, und mancher Spieler vergaß das Heimgehen und saß noch bis spät in die Nacht in seiner Fußballkleidung bei seinen Kameraden. Leider verließ der Trainer nach einjähriger Tätigkeit unseren Verein. Dazu machte die Mannschaft im Jahr der Zugehörigkeit zur 1.Kreisklasse einen Generationswechsel durch, den sie nicht verkraften konnten. Laut Schreiben vom 21.06.1048 verließ die Mannschaft auf eigenen Wunsch hin die höhere Spielklasse. Am 04.07.1048 legte der Vorsitzende Michael Schirra sein Amt nieder. An seiner Stelle übernahm Ludwig Graf die Vereinsführung. In der Saison 1948/49 hatte der Verein einen Tiefpunkt. Nicht immer fanden sich sonntags 11 Spieler bereit, in der 1. Mannschaft zu spielen. Am Ende bekam man keine Mannschaft mehr zusammen. In der außerordentlichen Generalversammlung vom 12.06.1949 entschied sich die Mehrheit der anwesenden Mitglieder, den Verein abzumelden. Daraufhin wanderten einige junge Spieler nach Altland ab. Zu groß war jedoch in Lockweiler der Drang, in einem Verein Fußball zu spielen, so dass diese „vereinslose Zeit" nur ein knappes Jahr dauerte. Karl Guckeisen lud zum 02.04.1950 alle Sportinteressierten ins Lokal Leidinger ein, wo ein neuer Verein, der Sportverein Lockweiler/Krettnich, gegründet wurde. Den Vorstand übernahm Franz Serwe. Schon in der 1. Saison 1950/51 schnitt man in der 2. Kreisklasse, Untergruppe Wadern gut ab. In der darauf folgenden Spielzeit beherrschten die Mannschaften von Wadrill und Lockweiler das Spielgeschehen in dieser Klasse. Da am Ende ein Punktgleichstand erreicht war, musste am 22.06.1952 ein Entscheidungsspiel in Nunkirchen die Meisterschaft entscheiden. Nach einem dramatischen Spiel gab sich Lockweiler 4:3 geschlagen. Der verzicht des Meisters Wadrill brachte trotzdem den Aufstieg in die 1. Kreisklasse. Bestimmt hatte Wadrill die Lage realistischer eingeschätzt. Schon das 1. Heimspiel gegen Merzig ging 8:0 verloren, wobei man dem Torwart in Lockweiler noch eine herausragende Leistung bescheinigte.

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Es folgte ein Jahr mit wenigen Erfolgen aber guter Kameradschaft. Trotz der vielen Niederlagen wurden alle Spiele ausgetragen. Der Abstieg war trotzdem nicht zu vermeiden. Eine entscheidende Wende im sportlichen Geschehen gab es im Jahre 1956. Zunächst übernahm Werner Schuler als Trainer die Verantwortung für die sportlichen Belange des Vereins. Mit großem sportlichen Können und viel persönlicher Ausstrahlungskraft formte er eine Mannschaft, die nicht nur auf dem Spielfeld eng zusammenhielt. Der Trainer wurde unterstützt von Josef Kläser, der sich als Organisator unermüdlich um alle anfallenden Fragen kümmerte. Diesem „Tandem" ist in erster Linie der Aufschwung des Sportvereins in der 2. Hälfte der 50er Jahre zu verdanken. Zunächst belegte man nach der Saison 1956/57 mit 32:16 Punkten und 93:57 Toren den 3. Platz und rückte somit in die neu geschaffene B-Klasse auf. In der darauf folgenden Saison war Weiskirchen vom 1. platz nicht zu verdrängen und wurde ungeschlagen Meister, während Lockweiler einen beachtlichen 4. Platz errang. Die nächste Spielzeit bedeutete wohl einen Höhepunkt in der Vereinsgeschichte, als man in der B-Klasse Hochwald Meister wurde. Ein wichtiger Meilenstein in der Geschichte des Vereins war der Bau eines neuen Sportplatzes in der Mittelbach. Die Einweihung erfolgte am 03.08.1958. Mit einem großen Sportfest wurde der Anlass gebührend gefeiert. Unvergessen für Spieler und Funktionäre sind auch die Vorbereitungen auf die großen Spiele in der A-Klasse gegen Elm, Wallerfangen, Bous u.a., wo man sich schon lange vor dem Spiel auf der Hütte traf, leicht trainierte und mit „Ameisensaft" eingerieben wurde. Im zweiten Jahr der Zugehörigkeit der A-Klasse ereilte den Verein das seltene Unglück eines vermehrten Abstiegs von vier Mannschaften, wobei Lockweiler als drittletzter wieder in die B-Klasse zurückgestuft wurde, in der man bis 1965 blieb. Einen Höhepunkt besonderer Art erlebte der Verein als alle gemeldeten Mannschaften im Spieljahr 1964/65 den Fairnesspreis des Saarländischen Fußballverbandes erhielten, außerdem errang die 2.Mannschaft im gleichen Jahr die Meisterschaft. Im Jahre 1964 wurde in unmittelbarer Nähe des Platzes eine Umkleidehalle erbaut und 1965 dem Verein übergeben. Damit blieb der lange Anmarschweg vom Vereinslokal zum Platz der Spieler erspart. Wegen seiner besonderen Verdienste um den Sportverein Lockweiler/Krettnich wurde in der Generalversammlung 1966 Josef Kläser einstimmig zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme auf Lebenszeit gewählt. Im Spieljahr 1965/66 schwächte der Weggang einiger Stammspieler unsere 1.Mannschaft so sehr, dass sie in der B-Klasse Hochwald lediglich den vorletzten Tabellenplatz belegen konnte. Dies bedeutete den Abstieg in die C-Klasse Wadern. Der Neubeginn in der C-Klasse jetzt unter dem neuen Vorstand mit Edwin Walter als Vorsitzenden, Alfons Gebel als Spielausschussvorsitzenden und Theo Kläser als Schriftführer fiel recht schwer. Die Moral der Mannschaft schien so angeschlagen zu sein, dass auch in dieser Klasse nach anfänglichen Erfolgen ein Absinken bis ins letzte Tabellendrittel nach Abschluss der Saison 1966/67 nicht zu vermeiden war. Nachdem Alfons Gebel 1967 den Vorsitz des Vereins übernahm, entwickelte sich ein neuer Geist, getragen von dem Bestreben nach dem Wiederaufstieg in die B-Klasse Hochwald. Um dieses erklärte Ziel zu erreichen, wurde für die neue Saison 1968/69 ein neuer Trainer –A. Meinsen – verpflichtet. Er verstand es zusammen mit dem Vorstand, eine neue schlagkräftige 1.Mannschaft zu formen. Stützen konnte sich der neue Trainer auch auf die Nachwuchsarbeit, vor allem in der A-Jugend, für die 1966 W. Sauer als Betreuer gewonnen werden konnte. Der sehr gute Start unserer 1.Mannschaft in der Spielsaison 1968/69 ließ alle unsere Fußballfreunde auf ein Erfolgsjahr hoffen. Nach sechs Spieltagen konnte die 1.Mannschaft einen Rekord verzeichnen: sie wies mit 19:2 Toren das beste Torverhältnis aller aktiven saarländischen Fußballmannschaften auf. Selbst nach Abschluss der 13 Spieltage der Vorrunde besaß der „Herbstmeister" Lockweiler, der die Tabellenführung an keinem Sonntag der Vorrunde abgegeben hatte, noch ein hervorragendes Torverhältnis von 51:6 Toren bei 22:8 Punkten. Zwei Niederlagen zu Beginn der Rückrunde ließen dann die Mannschaft auf den 2.Tabellenplatz zurückfallen. Der schärfste Konkurrent des SV Lockweiler/Krettnich beim Kampf um die Meisterschaft war der TuS 09 Wadern. Kopf an Kopf kämpften beide Mannschaften um die Punkte und zum Schluss sogar um denselben Trainer. Da die Sympathien von A. Meinsen, der mittlerweile beide Mannschaften trainierte, nun mehr zu Wadern tendierten, sah sich der Vorstand des SV Lockweiler/Krettnich gezwungen, sich von seinem erfolgreichen Trainer zu trennen und den Spieler Eduard Müller mit dieser Aufgabe zu betrauen. Dieser Trainerwechsel tat jedoch der Begeisterung keinen Abbruch. Der 2.Tabellenplatz wurde bis zum vorletzten Spieltag erfolgreich behauptet. Vier Spieltage vor Abschluss der Pflichtrunde schien das Meisterschaftsduell bereits zugunsten des TuS 09 Wadern entschieden zu sein, denn Wadern führte klar mit 3 Punkten. Doch was die kühnsten Optimisten gehofft hatten, wurde wahr: Wadern verlor in den letzten 4 Pflichtspielen seinen 3-Punktevorsprung. Durch die nun eingetretene Punktgleichheit zwischen beiden Spitzenmannschaften blieb die Frage nach dem Meister selbst nach dem letzten Spieltag offen. Der Schwung dieser Saison reichte noch aus, unter dem Motto: „Jetzt erst recht!"

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as punktgleiche Wadern im notwendig gewordene Entscheidungsspiel, das Pfingstsamstag, dem 25.05.1969 in Weiskirchen vor einer Rekordkulisse von 1500 Zuschauern stattfand, glücklich – das Tor fiel bereits in der 1.Minute – mit 1:0 zu besiegen. Mit dieser Leistung war die Doppelmeisterschaft beim SV Lockweiler/Krettnich perfekt, da zuvor die A-Jugend in ihrer Gruppe ungeschlagen Meister geworden war (64:9 Tore, 30:2 Punkte). Getragen von der Welle der Begeisterung brachte das erste Jahr in der B-Klasse Hochwald unter dem neuen Trainer Fritz Gebel auf Anhieb die Vizemeisterschaft. Nach Abschluss der Spielrunde trennte nur ein Punkt unsere 1.Mannschaft, die in diesem Spieljahr mit 74 Toren die meisten in ihrer Klasse erzielt hatte, vom Meister Büschfeld. Kein Wunder, dass der Amtspokal, der in der Sommerpause 1970 in Lockweiler ausgetragen wurde, mit einem 3:0 Endspielsieg über den VfB Altland an den SV Lockweiler/Krettnich ging. Nachdem nun ein Höhepunkt der 1.Mannschaft erreicht war, beendete sie die nächste Runde(70/71) als Tabellensechster. Für eine Überraschung sorgte jedoch in dieser Spielzeit die 2.Mannschaft, die mit 5 Punkten Vorsprung vor Besseringen Meister wurde. Die folgenden Spielzeiten wurden von der 1.Mannschaft mit wechselndem Erfolg in der B-Klasse abgeschlossen. Als besondere Leistung wäre noch die zweite Erringung des Amtspokals in Noswendel 1973 zu erwähnen. Vereinsintern war in dem geselligen, kameradschaftlichen Bereich die Modernisierung des Umkleidehauses am Sportplatz im Jahre 1975 von großer Bedeutung. Eine bessere Raumgestaltung und eine Verbesserung der sanitären Anlagen war der Zweck der Erweiterung, die 1977 unter dem 1.Vorsitzenden Hanno Gebel mit Mitteln der Gemeinde in Eigenarbeit der Vereinsmitglieder vorgenommen wurde. Aus organisatorischer Sicht ist ein Novum von Bedeutung, das der Verein sich für die Gestaltung eines Sportfestes besonderer Art einfallen ließ: „Unser Dorf spielt Fußball" hieß es in der Sommerpause 1976, und dieses Motto des sog. „Zweiten Weges" im Sport fand großen Anklang in Lockweiler und Krettnich. Mit großer Begeisterung kämpften 28 Mannschaften, darunter 4 Damenmannschaften, um den Titel des besten Dorfteams. Einen weiteren Höhepunkt stellte die Feier des 50.Vereinsjubiläums dar. Während der Festwoche säumten zahlreiche Zuschauer Tag für Tag den Sportplatz oder füllten die Halle. Das herrliche Sommerwetter lud geradezu ein zum „Mitmachen und Miterleben", wie das Motto des Festes vorgeschlagen hatte. Viele ließen sich von der sportlichen Stimmung dieser Tage mitreißen und machten begeistert aktiv mit: bei Völkerball oder Tauziehen, beim Rad- oder Fußwandern. Jeder kam bei diesem abwechslungsreichen Programm auf seine Kosten. Nicht nur die Spiele der „großen Mannschaften" während der Festwoche hatten deutlich werden lassen, dass unser Platz in seinen Abmessungen von 91 x 55 Metern doch recht bescheiden war. Auch die Spieler des SV hatten in den Jahren zuvor schon mehrfach ihre Sorgen an den Vorstand herangetragen, dass die Größe des Platzes kein weiträumiges Spiel gestatten würde. Ferner hatte die Drainage im Laufe der Zeit erheblich gelitten, so dass eine grundlegende Erneuerung und Vergrößerung oder sogar ein Neubau an einer anderen Stelle zur Diskussion standen. Auch eine Flutlichtanlage stand auf der Wunschliste der Fußballmannschaften. Nach längerer Diskussion entschloss man sich in Übereinstimmung mit den Gemeinden und der Stadt, die alte Anlage zu vergrößern, was erhebliche Erdbewegungen notwendig machte. Der Platz wurde wesentlich verbreitert und verlängert. Die Anlage hat jetzt die Maße 110 x 70 Meter (Spielfläche 100 x 66 m), Drainage und Decke wurden erneuert. Eine Flutlichtanlage sowie hohe Ballfangzäune hinter den Toren komplettierten die Sportanlage. Ferner erhielten die Leichtathleten eine Weitsprunggrube und einen Platz zum Kugelstoßen. AM 22.11.78 wurde der neu gestaltete Sportplatz durch die Stadt Wadern an den SV übergeben. Ein neuer Platz musste den Mannschaften Auftrieb geben sollte man meinen. Leider fühlten sich die Gastmannschaften auf dem neuen Platz anscheinend wohler als unsere 1.Mannschaft. Jedenfalls ereilte sich 1979/80 der Abstieg in die C-Klasse. Seltsamerweise konnte im gleichen Spieljahr die 2.Mannschaft ihre Meisterschaft feiern. Doch bald hatte sich die 1.Mannschaft erholt und erreichte mit ihrem Trainer Robert Sieler im Spieljahr 1981/81 die Meisterschaft und den Aufstieg in die B-Klasse. Die 2.Mannschaft wollte da nicht zurückstecken und machte mit ihrem 1.Platz in diesem Jahr die Doppelmeisterschaft perfekt. In den folgenden Jahren kämpften unsere Mannschaften mit wechselndem Erfolg, wehrten sich bravourös gegen den drohenden Abstieg. Doch der Aderlass an Spielern, die zu Nachbarvereinen wechselten, war zu groß. 1986 war der Abstieg in die Kreisliga B nicht mehr abzuwenden. In der Generalversammlung im Februar 1986 wurde Alfons Gebel wegen seiner langjährigen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt. Auch von Seiten des SFV wurden die großen Leistungen einiger Sportkameraden im SV Lockweiler/Krettnich anerkannt. Sie wurden durch besondere Ehrungen ausgezeichnet. Die Verbandsehrennadel erhielten Helmut Schuster und Hans-Josef Ott. Die Verbandsehrennadel in Silber wurde den Kameraden Herbert Lewer und Alfred Kläser überreicht. Am 22.10.1986 wurde unserem Ehrenvorsitzenden Josef Kläser die Verbandsehrennadel in Gold verliehen. Der SFV zeichnete damit einen Mann der ersten Stunde aus, der sich in der langen Geschichte unseres Vereins stets für die Belange des Sports engagiert einsetzte und bis zum heutigen Tag mit Interesse und Tatkraft seinen Mann im Vorstand des Vereins steht.

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Das große Vereinsfest anlässlich des 60. Jubiläums war anscheinend keine große Motivation für die Spieler der ersten Mannschaft, denn sie schnitten in der darauf folgenden Runde in der untersten Spielklasse nur mit einem mageren elften Platz ab. Mit der Verpflichtung des neuen Spielertrainers „Gerdi" Reiter sollte neuer Schwung in die Mannschaft kommen. Das Ziel, das sich Mannschaft und Vorstand gesteckt hatte, hieß eindeutig: Wiederaufstieg in die A-Klasse. Die Trainerverpflichtung erwies sich als Glücksgriff, und nach einer kontinuierlichen Aufbauarbeit und mit viel Trainingsfleiß und Einsatzwillen ging es ständig bergauf: 5.Platz, 4.Platz, Meisterschaft! Dabei sollte es zum Ende dieser Meisterschaftssaison 1990/91 noch zu einem hochdramatischen Schlussspurt kommen: Im 4.Spiel vor Ende der Saison erlitt der SV gegen den direkten Mitkonkurrenten Oppen auf eigenem Platz eine unglückliche 0:2 Niederlage, die den Vorsprung auf nur 2 Zähler schmelzen ließ. Zudem mussten innerhalb von 7 Tagen die restlichen 3 schweren Auswärtsspiele bestritten werden, so dass die Aussichten auf die Meisterschaft nicht rosig waren. Doch die Moral in der Mannschaft war eben „meisterlich", und die Spiele in Rimlingen (6:2) und Bachem (3:0) wurden klar gewonnen. Es kam dann in Rappweiler zum Endspiel, dass man vor einer stattlichen mitgereisten Fangemeinde klar mit 2:0 für sich entscheiden konnte. Über die anschließenden Feierlichkeiten wurde im Mittelbach-Echo 2/91 folgendes berichtet: Erst auf dem offenen Wagen im großen Autokonvoi durch Lockweiler und Krettnich, mit Hupen und Sirenengeheul, entlud sich die Spannung und kam ausgelassene Freude auf. Und am Abend ging die Post ab, die große Sportlergemeinde des SV feierte am Sportlerheim bis tief in die Nacht. Der Trainerwechsel im Jahre 1993 war lange geplant und vom 1. Vorsitzenden Josef Serwe und seiner Mannschaft gut vorbereitet. Mit Arno Wilhelm konnte einem qualifizierten Trainer die Verantwortung für die Mannschaft übertragen werden, der auch schon Erfahrungen in höheren Klassen und sogar in der Saarauswahl gesammelt hatte. Neben einem fundierten Training sorgte er für einen guten Geist in der Mannschaft. Kontinuierlich setzte er die solide Arbeit seines Vorgängers fort. Teamgeist, Motivation und Kameradschaft in der Mannschaft waren so gut, dass sich die sportlichen Erfolge zwangsläufig einstellten: In der A-Klasse ein 8. und ein 4. Platz und die Vizestadtmeisterschaft 1993, wobei man sich erst im Endspiel dem klassenhöheren Gegner aus Noswendel geschlagen geben musste. Im Februar 1994 übergaben Josef Serwe und sein Vorstand nach vielen Jahren erfolgreicher und engagierter Arbeit den Führungsstab in die Hände einer neuen Führungsriege unter Vorsitz von Peter Meyer. Für das Spieljahr 1994/95 hatte man sich besonders viel vorgenommen. Aber im Fußball lässt sich, wie im richtigen Leben, nicht alles planen: Der Trainer und zwei weitere wichtige Spieler verletzten sich schon zu Beginn der Runde und standen nicht mehr zur Verfügung. So wusste man bald, dass die Mannschaft gegen den Abstieg aus der A-Klasse spielen musste, was auch von Spiel zu Spiel immer deutlicher wurde. Im allerletzten Spiel der Runde in Weiskirchen hätte man den Abstieg abwenden können. Die Mannschaft führte auch lange Zeit mit einem Tor, wurde dann aber kurz vor Spielende mit einem glücklichen, aber unhaltbaren Weitschuss eines gegnerischen Spielers (Endstand 1:1) in die B-Klasse geschickt. 1995 erfolgte nach dem Abstieg ein Trainerwechsel. Heino Schmitt erhielt als neuer Coach vom Vorstand den Auftrag, die Mannschaft so schnell wie möglich wieder in die höhere A-Klasse zu führen. Dass dieses Vorhaben schon im folgenden Jahr gelang, zeigt, wie viel Substanz in der Mannschaft steckte. Gleich vom ersten Spieltag an wurde die Tabelle der Kreisliga B vom SV Lockweiler/Krettnich angeführt. Unnötigerweise ließen Niederlagen gegen vermeintlich schwächere Gegner zum Schluss der Rückrunde den zunächst komfortablen Vorsprung mehr und mehr dahin schmelzen, so dass alle Spieler und Fans erleichtert waren, als nach einer überraschenden Niederlage des Mitbewerbers Bachem und einem klaren 3:0 Sieg unsrer Mannschaft in Noswendel die Meisterschaft am vorletzten Spieltag gesichert werden konnte. Durch einen Sieg gegen Michelbach machte die 2. Mannschaft eine Woche später die Doppelmeisterschaft perfekt. Im Jahr des 70. Vereinsjubiläums hatten Trainer und Mannschaft den klaren Auftrag, mit allen Mitteln die neue Klasse zu halten. Mit etwas Glück - der erreichte vorletzte Platz verhinderte bei nur einem Absteiger die Versetzung in die B-Klasse einer deutlichen Steigerung in der Rückrunde sowie einen großartigen Konkurrenten SSV Oppen, konnte sich die Mannschaft in der A-Klasse behaupten. Entscheidend dafür war wohl auch der Trainerwechsel in der Winterpause. Mit Horst Schuh und Joachim Wilhelm nahmen zwei bewährte Spielerpersönlichkeiten das Heft in die Hand, krempelten die Ärmel hoch und impften der Mannschaft neues Selbstbewusstsein ein. Die folgenden 4 Jahre in der A-Klasse Hochwald waren von einem stetigen Kampf gegen den Abstieg geprägt. Teilweise musste bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gezittert werden. Was sich lange abgezeichnet hatte, trat dann in der Spielzeit 2000/2001 ein – als Tabellenletzter musste unsere 1.Mannschaft den bitteren Gang in die Kreisliga B Wadern antreten. Sicherlich haben mehrere Gründe zu der sportlichen Talfahrt beigetragen. 5


So konnte die wichtige Trainerfrage nicht immer befriedigend gelöst werden. Mit Heino Schmitt, dem Tandem H. Schuh und J. Wilhelm, Werner Kiesgen, Marco Loncar, Hans-Josef Birtel und Peter Reddemann wurden insgesamt 7 Übungsleiter in 5 Jahren verschlissen. Ein kontinuierliches Arbeiten mit den Mannschaften, ein wohldosiertes Heranführen junger Spieler und der systematische Aufbau einer schlagkräftigen Truppe war so unmöglich. Sowohl die 1. als auch die 2.Mannschaft konnten den personellen Aderlass, den sie Jahr für Jahr erleiden mussten, nicht verkraften. Zahlreiche Leistungsträger beendeten aus Alters- oder Berufsgründen ihre aktive Laufbahn, zuletzt Torjäger Kurt Konrad, der über 20 Jahre lang für den SVL erfolgreich auf Torejagd gegangen war. Ein entscheidender Punkt liegt aber auch wohl darin, dass zu wenige Spieler aus dem Jugendbereich an die aktiven Mannschaften herangeführt werden – ein Problem, mit dem viele „kleine Vereine" zu kämpfen haben. Ist im F-, Eund D-Jugendbereich die Begeisterung der Kids oft noch groß, lassen Engagement und Enthusiasmus ab der C-Jugend rapide nach. Hier ist es oft nur über Spielergemeinschaften und Gastspielererlaubnisse möglich, den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Dazu kommt, dass talentierte Nachwuchsspieler oft schon mit 14/15 Jahren ihrem Heimatverein den Rücken kehren und zu größeren Vereinen wechseln. Dies bekommt nicht zuletzt die 2. Mannschaft zu spüren, die immer mehr Spieler an die 1. abtreten muss und die nur durch das regelmäßige Aushelfen von AH-Spielern überhaupt noch in der Lage ist, zu Meisterschaftsspielen anzutreten. Es wird auch in den kommenden Jahren nicht leicht für den SVL werden, mit 2 aktiven Mannschaften am Spielbetrieb teilzunehmen. Bleibt zu hoffen, dass es Spielertrainer E. Bambach gelingt, aus den verbleibenden Spielern eine schlagkräftige Mannschaft zu formen, die sich im Kreis der Konkurrenten erfolgreich behaupten kann. Im Januar 1998 wurde Helmut Schuster für besondere Verdienste zum Ehrenmitglied ernannt. In der Ägide von Peter Meyer, der von Januar 1994 bis April 2000 den Verein als 1.Vorsitzender leitete, wurden die dringend notwendigen Renovierungs-, An- und Umbauarbeiten am marode gewordenen Vereinsheim des SV Lockweiler/Krettnich in Angriff genommen. Nach zahllosen Sitzungen und Arbeitstreffen wurde schließlich der von P. Meyer selbst erstellte Entwurf vom damaligen Vorstand angenommen und die Baumaßnahme mit Antrag vom 16.04.1998 offiziell eingeleitet. Die Finanzierung dieses gewaltigen Vorhabens erfolgte durch Zuschüsse der Sportplanungskomission, der Stadt Wadern, des Umweltministeriums sowie des Jugendamtes, wobei die Sportplanungskomission mit einem Zuschuss von 70.000 DM den größten Posten einnahm. Der noch fehlende Betrag wurde aus Eigenmitteln sowie einem Darlehen gedeckt. Über 1.100 Arbeitsstunden wurden in Eigenleistung erbracht. In diesem Zusammenhang sind v.a. 2 Personen zu erwähnen, die das Projekt mit großem persönlichen Engagement und unermüdlicher Einsatzbereitschaft vorangetrieben haben. Peter Meyer und Alfred Haingärtner. Der 1. Vorsitzende hat das Bauvorhaben nicht nur angeregt und ins Rollen gebracht, er zeichnete außerdem verantwortlich für den Entwurf und die Baupläne. Er war es aber auch, der die Anträge stellte und mit den Behörden die Finanzierung der Maßnahme regelte. Alfred Haingärtner, 2.Vorsitzender des Vereins, war vor Ort für die praktische Umsetzung verantwortlich. Er koordinierte die zahllosen Arbeitseinsätze und führte selbst vielfältige Arbeiten mit großem handwerklichem Geschick aus. Ganz besonders diesen beiden, aber auch all den anderen zahlreichen Helfern gilt unser herzlicher Dank. Die Einsegnung des schmucken Vereinsheims erfolgte im Rahmen der Sportwerbewoche am 30.Juli 2000. Am 16.März 2002 wurden Hans Josef Ott und Herbert Lewer für langjährige besondere Verdienste zu Ehren-Mitgliedern ernannt. Ein besonderes Wort des Dankes gebührt am Ende der Vereinschronik aber auch unseren Referees. Zurzeit verfügt der Verein über 5 Schiedsrichter, die Wochenende für Wochenende für den SVL leiten. Eine ganz außergewöhnliche Ehrung wurde Edwin Walter zuteil. Nachdem er bereits am 01.11.1986 für 30 Jahre Schiedsrichtertätigkeit die goldene Schiedsrichterpfeife mit Lorbeerkranz erhalten hatte, wurde er nach 40-jähriger Tätigkeit zum Ehrenschiedsrichter des SFV ernannt, der höchsten Auszeichnung für Referees, auf die sowohl der Geehrte selbst als auch der gesamte Verein stolz sein können. Quelle:

Jubiläumsheft aus dem Jahr 2003 mit besonderem Dank an die Autoren Herbert Lewer, Thomas Gebel, Fritz Gebel, Alfons Gebel, Kurt Hässig.

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Vereinsgeschichte 1927 - 2002