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Magazin 2014


Editorial Ein Fest vorzubereiten ist immer eine aufregende Sache. Schließlich sollen die Gäste verwöhnt werden, überrascht und im besten Sinn unterhalten; sie sollen unvergessliche Eindrücke mitnehmen und beim nächsten Mal gerne wiederkommen. So wünschen es sich die Gastgeber. Kommen Sie, hören Sie, erleben Sie! Genießen Sie die Begegnungen mit Bekanntem, freuen Sie sich auf Neues, bleiben Sie neugierig.

© Henning Schacht

iebe Musikfreunde, liebe Leserinnen und Leser, mit diesem Magazin möchten wir Sie herzlich einladen zum Mozartfest Würzburg 2014. Im 93. Jahr bietet das Mozartfest eine Fülle von Konzerten und Veranstaltungen. Mit viel Engagement haben wir dieses festliche Ereignis vorbereitet und wünschen uns gemeinsam mit den Künstlern entdeckungsfreudige Besucher und Gäste. Unsere Künstler kommen aus aller Welt und verwandeln Würzburg für fünf Wochen in eine internationale Festivalstadt. 11 Konzertübertragungen im Radio sorgen dafür, dass Hörerinnen und Hörer in aller Welt daran teilhaben können.

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Wir freuen uns auf Sie!  

Ihre Evelyn Meining und das Mozartfest-Team

Intendantin Evelyn Meining bei der Präsentation des Mozartfestes in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin

Interview Christian Gerhaher

Sie hatten in Würzburg Ihr erstes Theaterengagement. Was bedeutet Ihnen die Stadt? Zwei Tage vor dem Antritt in Würzburg hatte ich mein Medizin-Examen absolviert. Dann kam der Sprung in sehr kaltes Wasser. Mit dem Liederabend beim Mozartfest 2014 ergibt sich also eine sehr schöne Verbindung, eine Erinnerung an meine Zeit als junger Sänger. Mein erstes Theaterjahr war eine insgesamt glückliche Fügung. Ich wusste noch wenig vom Sängerberuf. Ein ideales und mir bis heute befreundetes Duo aus Intendant und GMD haben mir damals sehr geholfen. Ich wohnte außerhalb bei Volkach, in einem kleinen Zimmer in der Vogelsburg, einem Nonnenkloster mit Blick auf Escherndorf, wo Goethe seinen Escherndorfer Lump (sonst auch gern Würzburger Stein) bestellt hat. Wenn ich nachts von Proben und Vorstellungen hierher zurückgekommen bin, habe ich heruntergesehen auf den mondbeschienenen Main. Das war schon ganz besonders – ich war sehr glücklich. Ihr Liederabend im Rahmen des Mozartfestes findet kurz nach der Premiere von „Don Giovanni“ in Frankfurt statt, einem Debüt. Ist das die Rolle aller Rollen für einen Bariton? Ich würde sogar sagen, dass es vielleicht die Mozart-Rolle schlechthin ist. Sie fängt einen Archetypus ein, der sich jeder Reflexion verschließt, sonst würde er (als der intelligente Mensch, der 2

er ja ist) mit seiner Brutalität, mit seinem Berserkertum nicht leben können. Dieser Don Giovanni kann also eigentlich nur im Moment leben, er würde sich anders selbst nicht ertragen – er entwickelt dann aber außergewöhnlich intensive, in einem kurzen Moment aufscheinende Bewusstseinsgipfel, die diese Rolle erst zum interessanten Individuum färben. Dieses momentane, zutiefst emotionale Empfinden verbindet sich mit einer epochalen Errungenschaft Mozarts: der operndramatischen Darstellung des Augenblicks. Ansonsten gibt es viele Partien, die man auch als Rolle aller Bariton-Rollen bezeichnen könnte: von Monteverdis Orfeo bis zu Hans Sachs – diese beiden Figuren vielleicht aber eher, weil sie die Besonderheit der Reflexion des Sänger-Seins verkörpern, also eine Eigenheit, die mit dem beschriebenen Mozartschen Gestus eher weniger zu tun hat. Im Mittelpunkt Ihres Würzburger Liederabends steht die Uraufführung von Wolfgang Rihms „Harzreise im Winter“ auf einen Goethe-Text. Wie bereiten Sie sich auf eine solche Aufgabe vor? So wie ich mich auf andere Aufgaben auch vorbereite. Ich versuche, zuerst die Musik zu erarbeiten und dann die sich nach und nach einstellenden Verbindungen von Musik, Text und Subtext zu verstehen. Ich hege jedenfalls eine besondere Bewunderung und Vorliebe für Schuberts „Prometheus“, „Ganymed“ und „An Schwager Kronos“, und Wolfgang Rihm war schnell von dem Gedanken fasziniert, sich zumindest einer der Sturm-und-Drang-Hymnen Goethes, die Schubert nicht vertont hat, zu widmen. Ein paar Wochen nach dem kurzen Gespräch, das in diese Richtung ging, hat er mir schon die fertige „Harzreise im Winter“ geschickt. Darüber bin ich natürlich wahnsinnig glücklich. Die „Harzreise“ ist nämlich wirklich etwas ganz Besonderes: Sie hat einen Sängerbezug durch die Thematik – die „Winterreise“ klingt stark an: das Verlassen von heimischen Gefilden, von Etabliertheit, von der Umgebung, der man sich anverwandelt hat, die man gern hat, zu der man sich selbst in Verbindung setzt und von der man sich im Moment einer solchen Reise selbst distanziert. Das ist ein sehr bedeutendes Thema, das die

© Jim Rakete Sony Classical 1

er Bariton Christian Gerhaher gilt als einer der bedeutendsten Sänger der Gegenwart, insbesondere auf dem Gebiet des Lied- und Konzertgesangs. In seinen Liederabenden und CDEinspielungen widmet er sich vorwiegend dem klassisch-romantischen Lied, von Schubert, Schumann, Mahler, aber auch zeitgenössischen Liedern von Komponisten wie Holliger, Rihm oder Widmann. Zunehmend debütiert er in tragenden Rollen seines Fachs an großen Opernhäusern. Für seine maßstabsetzenden Interpretationen wird er mit Preisen überschüttet und vom Publikum wie der Presse gefeiert. Am 1. Juni 2014 ist Christian Gerhaher gemeinsam mit dem Pianisten Gerold Huber mit einem Liederabend im Kaisersaal der Residenz zu erleben.

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literarische und musikalische Lyrik der Romantik, das Kunstlied, fundamental geprägt hat. Als Ganzes wurde die „Harzreise“ erstaunlicherweise nie vertont. Reichardt hat zwei Strophen daraus in Musik gesetzt und natürlich Brahms drei Strophen in der „Altrhapsodie“, allerdings mit einem ganz anderen, reduzierten Bedeutungshorizont. Die Fragen stellte Evelyn Meining.


Mozart im Spiegel ozart war wohl fasziniert vom Spiegeln – das belegt nicht nur sein Spiel mit der Umkehrung seines Namens: Trazom wurde zu einem eigenen Markenzeichen. Ein anonym überliefertes Spiegelduett, bei dem zwei Violinen dieselbe Musik gleichzeitig vorwärts und rückwärts spielen, mochte man niemand anderem als eben Mozart zutrauen. Den unterschiedlichen Aspekten des Themas „Mozart im Spiegel“ sind Studierende der Musikwissenschaft an der Universität Würzburg in einem Seminar unter der Leitung von Dr. Hansjörg Ewert nachgegangen. Dabei wurden Biographie und Rezeptionsgeschichte Mozarts behandelt, musikalische Werke im Vergleich analysiert sowie Mozart im Spiegel heutiger Wissenschaften diskutiert, wie etwa der berüchtigte MozartEffekt, der vor allem unter der Formulierung „Mozart macht schlau“ die Gemüter erhitzt hat. Vier Bereiche werden im Folgenden vorgestellt.

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Mozart-Bilder

Wir haben viele Bilder von Mozart. Es sind keine korrekten Abbildungen vergangener Realität, sondern doppelte Spiegelungen. Bezeichnend ist, dass das am meisten verbreitete Mozart-Bild, das Portrait auf der bekannten Mozart-Kugel, gar nicht wirklich Mozart darstellt. Durch Portraits, Anekdoten, Briefe schauen wir mit fremden Augen auf Mozart wie durch einen Rückspiegel. Dabei entstehen unterschiedliche und teils widersprüchliche Bilder, die den Blick auf den Komponisten und seine Musik oft verfälschen. Eine besondere Form von Mozartbildern produzieren Kunst, Literatur und Musik. Die bildende Kunst konkretisiert und visualisiert Vorstellungen von Mozart in Gemälden, Plastiken und Farben. Die Spannbreite reicht von klassischen Portraits Mozarts bis zu so abstrakten Auseinandersetzungen wie Otto Herbert Hajeks konstruktivistische „Farbwege“ zu Mozarts Sinfonien und Roland Martins Skulptur „Mozart schiebt die moderne Musik an“ (1985). Letztere stellt eine anonyme Bronzefigur dar, die einen beladenen Wagen schiebt. Keins der üblichen Mozart-Klischees wird hier bedient. Dabei verlagert sich die Suche nach einem vermeintlich echten Abbild auf die Frage, was wir mit Mozart machen wollen. Mozart und Salieri

Mozart in seinen eigenen Zeitgenossen zu spiegeln, liegt auf der Hand. Besonders Mozarts erfolgreicher Konkurrent, der kaiserliche Hofkapellmeister Antonio Salieri, ist als Zerrspiegel missbraucht worden. Einem Gerücht nach soll er Mozart gar aus Neid ermordet haben. Diesen Gedanken hat Alexander Puschkin 1832 in seiner kleinen Tragödie „Mozart und Salieri“ dramatisiert, die das Problem von Genie und Talent durchspielt. Salieri verkörpert dabei den fleißigen, allerdings mittelmäßigen Kunsthandwerker, Mozart das von Gott bevorzugte Genie, dem alles zufliegt. Der Komponist Nikolai Rimsky-Korsakov hat Puschkins Kunstfiguren in seiner Oper „Mozart und Salieri“ aufgegriffen. Mit dem Film „Amadeus“ von Milos Forman, der auf dem gleich-

Autograph von Christof Weiß‘ Auftragskomposition für das Mozartfest.

namigen Schauspiel von Peter Shaffer basiert, wurde die Mordlegende zum Welterfolg. Die Ermordung Mozarts dient als Ausgangspunkt, Wirkung und Nachwirkung des Phänomens Mozart aus der Perspektive Salieris zu erzählen. Die Spekulationen um jenen Mord an Mozart sind wohl aus dem Grund entstanden, das schnelle und tragische Ende Mozarts zu erklären. Da man sich im Zuge der damaligen nationalen Bestrebungen in der Musik von den italienischen Vorbildern lösen wollte, waren Italiener wie Salieri ein beliebtes Ziel für solche Verleumdungen. Die Wissenschaft heute ist sich jedoch einig, dass der Mord eben nur Legende ist und nicht der Wahrheit entspricht. Mozart-Variationen

Was Komponisten mit Mozart gemacht haben, lässt sich an vielen Be- und Verarbeitungen von Mozarts Musik studieren. Warum aber greifen Komponisten bereits bestehende Kompositionen auf? Ist es die Faszination, die von einem konkreten Stück ausgeht oder dient es dem eigenen Image, die eigene Musik in anerkannter Musik zu spiegeln? Gerade Mozarts Musik ist bereits früh von berühmten Komponisten wie Beethoven und Schubert als Modell benutzt worden, von zahllosen Epigonen zu schweigen. Eine Spiegelung aus größerer zeitlicher Distanz stellen die „Variationen und Fuge über ein Thema von Mozart“ für Orchester op. 132 von Max Reger dar, die auf die Klaviersonate KV 331 zurückgreifen. Sie reflektieren aus romantischer Perspektive, wie weit Mozarts Musik inzwischen weg ist. Auch der Würzburger Komponist Hermann Zilcher, der die Residenz als Schauplatz für das Mozartfest entdeckte, hat sich kompositorisch mit Mozart auseinandergesetzt. Je unbekannter oder umstrittener ein Komponist jedoch ist, desto fragwürdiger kann eine solche Benutzung erscheinen: Der gerne geäußerte Vorwurf, sich an einem Meisterwerk vergriffen zu haben, wirft die Frage auf, wer über das Gelingen einer Bearbeitung entscheidet. Vor Plagiat und Fälschung, wie es zu Mozarts Lebzeiten üblich war, ist seine Musik heute jedenfalls ziemlich sicher. Mozart im Spiegel moderner Musik

Auch heute noch suchen Komponisten Mozart als Spiegel ihres eigenen Schaffens. Das geschieht etwa in der Komposition für Besetzungen, die sich bewusst auf Mozart und die mit ihm verbundene Durchsichtigkeit und Klanglichkeit beziehen. Bei zwei neueren Kompositionen, die beim diesjährigen Mozartfest erklingen werden, wird der Mozart-Bezug interessanterweise in der Romantik gespiegelt: Wolfgang Rihms „Fremdes Licht“ blickt durch die Brille eines Gedichts von Clemens Brentano auf Mozart, während Jörg Widmanns „Quintett“ in kurzen Sätzen organisiert ist, die mit Titeln wie etwa von Robert Schumann überschrieben sind. Widmann komponierte sein „Quintett“ für die außergewöhnliche Besetzung von Mozarts „Quintett KV 452“ mit Klavier und Bläsern und damit für die Möglichkeit einer gemeinsamen Aufführung beider Werke in einem Konzert. Ihn beschäftigen dabei vor allem die Fragen, die sich beim Hören von Mozarts Musik ergeben. Diese spiegelt Widmann hier auf unterschiedliche Weise. So reflektiert etwa gleich der Beginn eine besondere Folge von Dissonanzen in Mozarts Quintett. Was zu Mozarts Zeiten als schockierender Regelverstoß gelten musste, ist heute verbraucht. Wenn wir Widmann hören, verstehen wir also Mozart besser und umgekehrt. Judith Raspe, David Rauh, Sina Schenk, Philipp Voepel

Ausgewählte Konzerte Fr /Sa 23./24. Mai 19 Uhr/20 Uhr Residenz, Kaisersaal Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks Jörg Widmann Klarinette Werke von Mozart und Widmann Di 27. Mai 20 Uhr Residenz, Kaisersaal The Knights New York Eric Jacobsen Leitung Werke von Boccherini, Glass, Mozart u.a. Do 29. Mai 20 Uhr Residenz, Kaisersaal Kremerata Baltica Gidon Kremer Violine | Andris Veismanis Leitung Werke von Pärt, Mozart, Raskatov u.a. So 8. Juni 20 Uhr Residenz, Kaisersaal Renaud Capuçon Violine | Edgar Moreau Violoncello | Frank Braley Klavier Werke von Beethoven, Widmann und Mozart So 15. Juni 11 Uhr Residenz, Fürstensaal Tabea Zimmermann Viola Jörg Widmann Klarinette Dénes Várjon Klavier Werke von Schumann, Kurtág, Widmann und Mozart So 15. Juni 20 Uhr Residenz, Kaisersaal Jörg Widmann Klarinette Stefan Schilli Oboe | Marco Postinghel Fagott | Carsten Duffin Horn Dénes Várjon Klavier Werke von Beethoven, Widmann und Mozart Do 19. Juni 20 Uhr Residenz, Kaisersaal Irish Chamber Orchestra Jörg Widmann Klarinette und Leitung Katherine Hunka Violine Werke von Mozart, Weber und Widmann (live auf BR Klassik ab 18.45 Uhr „Thema Musik Live“) Fr/Sa 20./21. Juni 19 Uhr Residenz Mozartnacht Lautten Compagney | Zemlinsky Quartett Peter Hörr Violoncello Henri Sigfridsson Klavier Meike Leluschko Sopran Jenny Ruppik Harfe Werke von Mozart und Bach, Beethoven, Puccini, Debussy u.a.

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Das MozartLabor ist für interessierte Besucher offen: Kosten für 3-Tages-Pass: 20,00 € (Schüler/Studenten: 12,00 €) Kosten für 1-Tages-Pass: 8,00 € (Schüler/Studenten: 5,00 €) Erhältlich Mozartfest Büro, Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg Tel. +49 (0) 9 31/37 23 36 Fax +49 (0) 9 31/37 39 39 *Nicht im MozartLabor-Pass enthalten ist der Eintritt in das Konzert der Stipendiaten des MozartLabors am 4.6.2014 um 19.00 Uhr im Fürstensaal der Residenz. Anfragen per Mail an info@mozartfest.de Ort Himmelspforten, Exerzitienhaus der Diözese Würzburg, Mainaustraße 42, 97082 Würzburg www.himmelspforten.net/haus/anreise/ Wir danken der Ernst von Siemens Musikstiftung, Herrn Dr. h.c. Walter Fink und der Stiftung Sparkasse Mainfranken für die großzügige Unterstützung des MozartLabors 2014.

MozartLabor: 2014 öffnen sich beim Mozartfest Würzburg zum ersten Mal die Tore zu einem MozartLabor, das zum Arbeiten und Experimentieren einlädt. abor – das heißt beim Mozartfest nicht graue Theorie, sondern farbenfrohe Praxis! Das Schöne ist: Dieses Labor arbeitet nicht hinter verschlossenen Türen, sondern öffnet sich für alle, die einen Blick und ein Ohr auf Versuchsanordnungen, Prozesse und Ergebnisse werfen wollen. Jeder darf am Labor des Mozartfests teilhaben, darf beobachten, fragen und seine eigenen Schlüsse ziehen. Weit über Klänge hinaus forscht das MozartLabor in Wahrnehmungswelten aus Bild, Sprache, Digitalen Medien und Musikphilosophie. Stipendiaten aus verschiedenen Disziplinen begegnen prominenten Dozenten aus den Bereichen Komposition, Interpretation, Philosophie und Kulturwissenschaft, Musikwissenschaft und Klangforschung, Radiojournalismus, Mediendidaktik und Videodokumentation. Sie alle schauen sich gegenseitig über die Schulter, treten in einen intensiven Austausch und lassen sich inter-

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disziplinär inspirieren. Dabei geht es nicht nur um neue Stücke und Interpretationen, sondern auch um die Kunst der Klanginstallation, die Komposition von Radio-Features und um das Verhältnis von Klassik und Neuen Medien. Das MozartLabor unterteilt sich in verschiedene Sektionen und Workshops. Podiumsgespräche, Vorträge und Lecture-Konzerte begleiten die tägliche Arbeit. Den Abschluss bildet ein Konzert mit Festvortrag von Jörg Widmann, dem „Artiste étoile“ – im Internet per Video-Livestream übertragen. Treten Sie ein in das MozartLabor! Das notwendige Rüstzeug? Neugier auf Mozart und mehr!

Siegfried Mauser kann Musik erklären! Sein besonderes Anliegen? Die zeitgenössische Musik, für die er sich seit Jahrzehnten einsetzt. Auf der ganzen Welt ist er als Pianist, Kammermusiker und Musikvermittler gefragt. Seine Buchpublikationen umfassen ein breites inhaltliches Spektrum, herausgegeben hat er u.a. das fünfzehnbändige Handbuch der musikalischen Gattungen. Erst kürzlich wurde er zum neuen Rektor der Universität „Mozarteum“ in Salzburg gewählt. Eine Aufnahme aller Klaviersonaten Mozarts mit begleitendem Werkführer ist in Vorbereitung.

Wolfgang Rihm hat mit über 400 musikalischen Werken ein wahres Universum geschaffen und ist ohne Zweifel einer der wichtigsten und einflussreichsten Komponisten der Gegenwart. So umfassend sein Wissen im Bereich der Musik, so brillant seine Kenntnisse in Literatur, Philosophie, Bildender Kunst – die alle für sein Komponieren als Inspirationsquelle dienen. Mit vielen Preisen und Orden dekoriert, ist er nicht zuletzt eines mit besonderer Leidenschaft: Lehrer. Ausgebildet unter anderem von Klaus Huber, Wolfgang Fortner, Humphrey Searle und Karlheinz Stockhausen unterrichtete er bei den Darmstädter Ferienkursen sowie an der Musikhochschule in München. 1985 folgte er dem Ruf als Professor für Komposition an die Musikhochschule Karlsruhe.

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© Eric Marinitsch

© Thorsten Mischke

Peter Sloterdijk ist einer der bedeutendsten Philosophen, Kulturwissenschaftler und Essayisten der Gegenwart. Einem breiten Publikum bekannt als Moderator des „Philosophischen Quartetts“ im ZDF, ist Sloterdijk seit 1992 Professor für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Eines der Hauptwerke des Schriftstellers Sloterdijk erschien 1983, heißt „Kritik der zynischen Vernunft“ und ist eines der meistverkauften philosophischen Bücher des 20. Jahrhunderts. Im Fokus steht bei ihm der Mensch und sein Zusammenleben in Zivilgesellschaften. Für Jörg Widmanns „Babylon“ schrieb er das Libretto.

© Marco Borggreve

© Bringmann Managementservice

Michael Wende und Andreea Varga rücken Musik ins richtige Licht. Gemeinsam konzipieren, drehen und animieren der Regisseur und die Motion-Designerin, die auch als Autorin und Kamerafrau arbeitet, Filme der AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion; darunter Dokumentarfilme wie „60 Minuten Freiheit“ oder „Große Oper – Verdi“ für den Bayerischen Rundfunk, sowie KurzDokus für die Berliner Philharmoniker. Ein Taktstock ist der Protagonist von Wendes international erfolgreichem Filmdebüt, einer humorvoll-experimentellen Dokumentation über die Kunst des Dirigierens.

Jörg Widmann sagt über sein Verhältnis zu Mozart: „Irgendwie ist das doch Liebe, oder?“ Widmann zählt zu den renommierten Komponisten und Klarinettisten seiner Generation. Studiert hat er in seiner Heimatstadt München und in New York. Zu seinen Lehrern und Impulsgebern gehören Heiner Goebbels, Hans Werner Henze, Wilfried Hiller und Wolfgang Rihm. An der Musikhochschule in Freiburg hat er Professuren für Klarinette und Komposition inne.

Katharina Eickhoff spricht am liebsten über Musik. Sie hat zwei Studien absolviert: Gesang in Stuttgart, dann Musikjournalismus (mit Schwerpunkt Radio) in Karlsruhe. Ihre Leidenschaft gilt dem gesprochenen Wort. Seit 1997 ist sie in den ARD-Radioanstalten auf Sendung, arbeitet als Autorin, Moderatorin, Programm-Macherin und Konzertpräsentatorin. Beim Mozartfest begleitet sie moderierend das MozartLabor getreu ihrem Motto und mit Ciceros Rhetorik: informieren, unterhalten, rühren.


© Dirk Nitzschke

Grußwort

9 Uhr Begrüßung mit Andacht Domvikar Dr. Rosenzweig in der Kilians-Kapelle von Himmelspforten 9.30–10.45 Uhr Lecture: „Mozart spiegeln“ Studierende der Musikwissenschaft am Institut für Musikforschung der Universität Würzburg präsentieren Ergebnisse eines Seminars zum Thema „Mozart im Spiegel“ (Leitung Dr. Hansjörg Ewert) 10.45–11.30 Uhr Vorstellung der Projekte durch die Dozenten 11.45–13 Uhr Ensemble-Proben 14.30–16 Uhr Ensemble-Proben 16.30–18 Uhr Podium: Wolfgang Rihm 19.30 Uhr Podium: „Mozart zwischen Praxis und Forschung“ Jörg Widmann und Ulrich Konrad im Gespräch

Dienstag, 3.6.2014 9.30–11.00 Uhr Ensemble-Proben 11.15–12.45 Uhr Roundtable: „Musik und Medien – Trimediales Paradies?“ Michael Wende/Andreea Varga, Elena Ungeheuer, Jürgen Christ/ Johannes Forster, Frank Maier Moderation: Andreas Kolb

14.30–16 Uhr Ensemble-Proben 16.30–18 Uhr Lecture-Konzert: „Instrumentales Theater – Zu Mozarts Klaviersonaten“ Siegfried Mauser 19.30 Uhr Podium: „Gedanken zu Mozarts Musiktheater“ (in der Kilians-Kapelle) Jörg Widmann und Peter Sloterdijk im Gespräch

Mittwoch, 4.6.2014 11–12.30 Uhr Podium: „Musik und Heimat“ Siegfried Mauser und Peter Sloterdijk im Gespräch 19.00 Uhr Festvortrag und Konzert im Fürstensaal der Residenz mit Livestream durch das Zentrum für Mediendidaktik (Ltg. Prof. Dr. Gerhild Nieding) „Dissonanzen, Trugschlüsse und falsche Fährten – Gedanken zu Mozart“ Jörg Widmann Ensembles des MozartLabors spielen: Mozart: Klavierquartett g-Moll KV 478 Widmann: Quintett, Weiß: Trio (Auftragskomposition des Mozartfestes Würzburg) Mozart: Klarinettenquintett A-Dur KV 581 Die Veranstaltung am 3.6. um 19.30 Uhr findet in der Kilians-Kapelle statt, alle anderen öffentlichen Vorträge und Podiumsveranstaltungen im Burkardus-Saal.

Frank Maier begegnet Musik multimedial. Bereits im Studium beschäftigen ihn die Fragen nach Medieneinsatz in der Musikforschung, Intermedialität und Akustik, Musik und Virtualität. Digitale Medien heißt sein Forschungsgebiet am Zentrum für Mediendidaktik der Universität Würzburg. Dort ist er im Bereich Medienpraxis und Mediendidaktik tätig und ist zudem Aufnahmeleiter des Tonstudios. Audio- und Videokunst sind seine bevorzugten künstlerischen Ausdrucksmittel.

Jürgen Christ weiß, wie Musik ihre Hörer erreicht. Musik und Medien sind seine Profession. Als erster Programmdirektor Musik zeichnete er ab 1990 beim neu gegründeten „Klassik Radio“ für das musikalische Konzept und die Programmgestaltung verantwortlich. 1994 gründete Jürgen Christ seine Agentur Musik Medien Management. Er produzierte für den öffentlich rechtlichen Rundfunk große Interviewreihen und führte spezielle Projekte im Kultur- und Medienmanagement durch. Seit 1996 ist er Professor an den Karlsruher Hochschulen für Musik sowie für Technik und Wirtschaft.

hier lässt sich Zukünftiges voraus ahnen . . . Der ideale Rahmen also für die Forscher und Stipendiaten des MozartLabors, um Inspiration und Innovation zu finden. Wir wünschen allen Mitwirkenden und Besuchern anregende Begegnungen und Erkenntnisse. Ihr   Dr. Burkhard Rosenzweig, Rektor und Domvikar

Elena Ungeheuer ist dem Geheimnis des Klangs auf der Spur. Als Professorin für Musik der Gegenwart am Würzburger Institut für Musikforschung betreibt sie vor allem Grundlagenforschung, Werkanalysen und künstlerisch-wissenschaftliche Ko-Projekte im Atelier Klangforschung, das wie das MozartLabor Komponisten, Musiker und Künstler aller Sparten sowie Fachexperten einlädt und in Workshops oder öffentlichen Veranstaltungen zu aktuellen Fragen zusammenführt. Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich ästhetischen Handelns, Musik und Medien, Rezeptionsforschung sowie Musik und Sprache.

Johannes Forster bringt anderen bei, wie Rundfunk geht. Er ist Ingenieur für Medientechnik und Musikjournalist. Warum beides? Weil ihn nicht nur interessiert, was vor, sondern auch, was hinter Mikrofon und Kamera passiert. Als Moderator, Produzent und Redakteur hat er schon während des Studiums die bayerische LokalradioSzene aufgemischt. Jetzt arbeitet er für BR und SWR. Und seit 2012 ist er Redaktionsleiter und stellvertretender Leiter des Instituts LernRadio an der Hochschule für Musik Karlsruhe.

© Stefan Büchner

Montag, 2.6.2014

Wer das Exerzitienhaus Himmelspforten betritt, wird sich seiner besonderen Atmosphäre nicht entziehen können: Das ehemalige Kloster, in dem 750 Jahre durchbetete Räume immer noch zu spüren sind, vereint heute alte und neue Architektur mit moderner bildhafter Kunst. Hier sind Vergangenheit und Gegenwart in Harmonie, hier wird man in die Weite geführt,

© Ingo Degenhart

erzlich willkommen in Himmelspforten! Mit großer Freude empfangen wir das MozartLabor im Exerzitienhaus Himmelspforten und wollen ihm hier eine passende Heimat geben. Denn Himmelspforten ist von jeher ein Ort der Begegnung, ein Ort zum Durchatmen und Frei-Denken, ein Ort, wo Himmel und Erde sich zu berühren scheinen.

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Burkhard Rosenzweig öffnet die Pforten. Der Rektor des Exerzitienhauses Himmelspforten gibt dem MozartLabor eine inspirierende und wahrhaft geistreiche Heimstätte.

Christof Weiß komponiert mit Mozart im Hinterkopf. Dessen berühmtes „Kegelstatt-Trio“ wird zum Ausgangspunkt für ein neues Trio, das der begabte Nachwuchskomponist für das MozartLabor schreibt. Die große Herausforderung sei es, Mozart nicht nachzuahmen, sondern den emotionalen Gehalt seiner Komposition einzufangen, sagt Weiß. Die besten Voraussetzungen dazu bringt er mit: Studiert hat er in Würzburg nicht nur Musik, sondern auch Physik und komponierte schon während des Studiums u. a. ein abendfüllendes Oratorium. Seit 2012 arbeitet er außerdem an einer Promotion über die automatische Klassifikation von Audiodateien, betreut vom „Vater“ des mp3Formats, Prof. Karlheinz Brandenburg.

Andreas Kolb verleiht der Musik die passenden Worte. Als Chefredakteur der „neuen musikzeitung“ und „Jazzzeitung“ sowie als Redakteur bei „politik und kultur“, der Zeitung des Deutschen Kulturrates und der Zeitschrift „Oper & Tanz“ nimmt er das aktuelle Musikleben und die Kulturpolitik unter die Lupe. Auch die Publikationen der ConBrio Verlagsgesellschaft Regensburg liegen in seinen Händen. Mit Sachkenntnis und Bedacht wird er beim MozartLabor moderieren.

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Mozart für alle! ehr geehrte Gäste, haben Sie vielleicht schon öfter daran gedacht, einmal wieder richtig chic auszugehen? Möchten Sie sich etwas Besonderes gönnen, aber Ihren Geldbeutel dabei nicht überstrapazieren? Dann möchte ich Ihnen ein paar Tipps dazu geben, wie Sie unsere Angebote optimal für sich, Ihre Familie und Freunde nutzen können. Vielleicht finden Sie unter diesen Beispielen schon Ihr persönliches „Mozartfest-Highlight“ oder Sie holen sich weitere Anregungen auf unserer Homepage und lassen sich in unserem Kartenbüro noch ausführlicher persönlich beraten. Bei der kleinen Entdecker-Tour durch unsere Angebote wünsche ich Ihnen viel Vergnügen!  Ihre Karin Rawe, Geschäftsführerin Mozartfest

Wählen Sie eines dieser Konzerte für 2 Erwachsene + 2 Kinder und zahlen 40 €*

Familien

© privat

abenteuerlich Die Klarinette und das Buch der Träume am 29. 5.

musikwissenschaftlich Prof. Ulrich Konrad am 27. 5.

© Trondheim Soloists 5

und zahlen 20 €*

© Mat Hennek 1 © Yuval Hen Deutsche Grammophon 5

Wählen Sie eines dieser Konzerte für 2 Personen Kat. IV (oder höher) und zahlen ab 50 €*

Dieses Konzert für 2 Personen Kat. II, 60 €* 4 Studenten/Schüler Kat. III, 40 €*

gesanglich Prof. Gerold Huber am 24. 6.

medizinisch Prof. Klaus V. Toyka am 10. 6.

Sinfonischer Genuss im Kaisersaal Mozart orientalisch Kremerata Baltica am 29. 5.

Wählen Sie eines dieser Konzerte für 2 Personen Kat. IV (oder höher) und zahlen ab 70 €*

theatralisch Don Giovanni am 9. 6.

Vinophile Philosophen

Wählen Sie eines dieser Konzerte für

2 Personen

kriminalistisch Imri und die entführte Zauberflöte am 19. 6.

Mozart irisch Irish Chamber Orchestra am 19. 6.

Mozart norwegisch Trondheim Soloists am 18. 6.

Romantik im Kaisersaal sommerlich-leicht Capuçon, Moreau, Braley am 8. 6.

schwelgerisch-üppig Fauré-Quartett am 11. 6.

Vielsaeitig exotisch Anoushka Shankar am 25. 5.

harmonisch-luftig Widmann, Schilli, Postinghel, Duffin, Várjon am 15. 6.

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© Laterna Musica 4

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Dieses Konzert für

2 Personen Kat. II, 70 €* 4 Studenten/Schüler Kat. III, 50 €*

unterhaltsam Jupiternacht am 29. 6.

* Die Eintrittspreise gelten für die genannte Personenanzahl, zzgl. einer Systemgebühr von 0,50 € pro Ticket und einer Bearbeitungsgebühr von 4,– € bei Kartenversand

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Würzburg

» Zu haben wir unseren theuern Magen mit Kaffee gestärkt, eine schöne

prächtige Stadt «

WOLFGANG AMADÉ MOZART

© Oliver Lang

Fünf Fragen an Dr. Markus Söder rstmals in der fast hundertjährigen Geschichte des Mozartfestes wurde im Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst ab 2014 ein Fördertitel in Höhe von 50 000 Euro jährlich eingerichtet. Bereits seit dem Jahr 2000 gewährt der Freistaat dem Mozartfest Mietfreiheit in den Räumen der Residenz, UNESCO Weltkulturerbe. Finanzminister Dr. Markus Söder, „Hausherr“ der Residenz und „Herr“ über die finanziellen Fördermittel, wird als Ehrengast das Eröffnungskonzert des diesjährigen Mozartfestes am 23. Mai besuchen. Lieben Sie Mozart? Er hat uns großartige Musik hinterlassen. Sie ist zeitlos populär. Sogar ein Rapper wie Falco hat ihm eine Hommage gewidmet. Faszinierend finde ich außerdem Mozarts Leben – vom Wunderkind zum Star, der früh im Alter von 35 Jahren starb. Im Übrigen gefiel ihm Würzburg besonders gut. Denn er schreibt in einem Brief im Jahr 1790: „Zu Würzburg haben wir unseren theuern Magen mit Kaffee gestärkt, eine schöne prächtige Stadt“. Erinnern Sie sich an Ihre erste Begegnung mit Mozarts Musik? Wir haben im Musikunterricht im Gymnasium die Zauberflöte durchgenommen. Ich fand damals Papageno toll. Und die Arie der Königin der Nacht hat mich schon als Schüler fasziniert, obwohl ich damals mehr auf Hard Rock wie KISS stand. Welchen Stellenwert nimmt das Mozartfest Würzburg im Rahmen der bayerischen Festivallandschaft ein? Das Mozartfest ist ein absoluter Höhepunkt unter den bayerischen Musikfestivals. Mozarts Werke gehören zu den Bedeutendsten der klassischen Musik. Künstler von Weltrang sorgen in Würzburg für ein unvergleichliches Erlebnis. Der Freistaat Bayern fördert deshalb gerne das Mozartfest. Seit 14 Jahren überlassen wir den Veranstaltern Räume und Plätze, ohne Miete zu verlangen – das wären immerhin ca. 50 000 Euro pro Jahr. Seit 2014 stocken wir die Förderung noch einmal deutlich auf: Der Freistaat stellt 50 000 Euro aus dem Kunstetat des Wissenschaftsministeriums für das Mozartfest zur Verfügung. Hinzu kommen in diesem Jahr noch 25 000 Euro aus dem Kulturfonds Bayern für das „MozartLabor“. Von Oscar Wilde stammt der schöne Satz: „Geld verdienen erfordert Klugheit, Geld sparen erfordert Weisheit, Geld ausgeben ist eine Kunst!“ Was bedeutet es für Sie als bayerischer Finanzminister in Kunst und Kultur zu investieren? Während andere deutsche Länder gerade bei Kunst und Kultur sparen, investiert Bayern in eine Fülle

von Projekten. Kulturförderung stellt im staatlichen Haushalt einen Schwerpunkt dar und ist uns deutlich über 700 Millionen Euro jährlich wert. Das Geld ist dort gut angelegt. Nicht umsonst beinhaltet die Bayerische Verfassung einen Kulturauftrag. Kultur bereichert das gesellschaftliche Leben. Kultur gehört zur Identifikation mit der Heimat. Kultur stiftet Identität. Bayerns Schlösser und Gärten klingen: Ob Herrenchiemsee, Schloss Neuschwanstein, die Münchner, die Ansbacher oder die Würzburger Residenz, überall wird klassische Musik aufgeführt. Welche Hürden müssen überwunden werden, damit das im internationalen Museumsalltag klappt? Der Genuss, Musik in den prächtigen Repräsentationsräumen der Schlösser und Residenzen erleben zu können, war einst nur wenigen vorbehalten. Dies hat sich geändert. Heute sind die bayerischen Schlösser, Residenzen und Burgen nicht nur Anziehungspunkt für Millionen internationaler Besucher. Wir wollen die Attraktivität dieser historischen Objekte durch außergewöhnliche Veranstaltungen zusätzlich steigern. Prächtige Säle, die tagsüber Teil der Museen sind, verwandeln sich am Abend zu einem beliebten Ort für klassische Konzerte von internationalem Rang. Das Mozartfest in Würzburg mit seiner mehr als 90-jährigen Geschichte steht hierfür beispielhaft. Diese Doppelnutzung aus musealem Tagesgeschäft und abendlichen Konzerten stellt für alle Beteiligten in vielerlei Hinsicht immer wieder eine Herausforderung dar. Im Vordergrund steht dabei, die historischen Säle in Konzerträume für mehrere Hundert Besucher zu verwandeln und dabei den heutigen Anforderungen gerecht zu werden. Neben Sicherheitsaspekten, wie etwa dem Brandschutz, sind stets auch konservatorische Belange zu berücksichtigen. Die Baudenkmäler sollen mit ihrem kunsthistorisch wertvollen Inventar für die Nachwelt erhalten bleiben. Festivals erfordern ein hohes Maß an tagtäglicher Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern der Schlösserverwaltung und den Konzertveranstaltern. Diese bewährte Partnerschaft ist die Grundlage dafür, dass Bayern seinen Besuchern aus aller Welt alljährlich einmalige und vielfältige Kulturerlebnisse bieten kann. Die Fragen stellte Evelyn Meining.

© Soeder 1

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Zur Person Geboren am 5. Januar 1967 in Nürnberg, Evangelisch-lutherisch, verheiratet, vier Kinder 1987–1991: Studium der Rechtswissenschaften in Erlangen, juristisches Staatsexamen, Stipendiat der Konrad-AdenauerStiftung, Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Staats-, Verwaltungs- und Kirchenrecht 1992–1993: Volontariat beim Bayerischen Rundfunk, anschließend Redakteur beim BR 1998: Promotion an der Friedrich-AlexanderUniversität Erlangen/Nürnberg seit 1994: Mitglied des Bayerischen Landtags 2007–2008: Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Bayerischen Staatskanzlei 2008–2011: Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Gesundheit 2011–2013: Bayerischer Staatsminister der Finanzen seit 10. Oktober 2013: Bayerischer Staatsminister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat

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Konzertkalender

Konzerte mit unserem Artiste étoile Jörg Widmann als Interpret und Komponist

Stand Ende April 2014 (Laufende Aktualisierung unter www.mozartfest.de)

verfügbar

Fr

23.5. Residenz, Kaisersaal

Kammerorchester des Bayer. Rundfunks, Jörg Widmann, Radoslaw Szulc

Sa

24.5. Innenstadt

Mozarttag

Sa

24.5. Residenz, Kaisersaal

Kammerorchester des Bayer. Rundfunks, Jörg Widmann, Radoslaw Szulc

So

25.5. Residenz, Fürstensaal

Junge Solisten der Kronberg Academy

So

25.5.

Di

27.5. Vinothek

Allzeit ein Buch: Prof. Ulrich Konrad

Di

27.5. Residenz, Kaisersaal

Mi

Restkarten

ausverkauft

* Eintritt frei

Do

12.6. Residenz, Kaisersaal

Philharmonisches Orchester Würzburg, Khatia Buniatishvili, Enrico Calesso

Fr

13.6. Residenz, Kaisersaal

Bamberger Symphoniker, M. Erdmann, C. Widmann, J. Widmann, H. Soudant

Sa

14.6. Residenz, Kaisersaal

Bamberger Symphoniker, M. Erdmann, C. Widmann, J. Widmann, H. Soudant

Sa

14.6. Käppele

Frank Nebl, Andreas Nebl

So

15.6. Residenz, Fürstensaal

Tabea Zimmermann, Jörg Widmann, Dénes Várjon

The Knights New York, Eric Jacobsen

So

15.6. Residenz, Kaisersaal

J. Widmann, S. Schilli, M. Postinghel, C. Duffin, D. Várjon

28.5. Kiliansdom

Bamberger Symphoniker, Martin Fröst, Jonathan Nott

Mi

18.6. Residenz, Kaisersaal

Trondheim Soloists, Marie-Elisabeth Hecker, Øyvind Gimse

Do

29.5. Residenz, Ovalsaal

Die Klarinette und das Buch der Träume

Do

19.6. Residenz, Ovalsaal

Imri und die entführte Zauberflöte

Do

29.5. Residenz, Kaisersaal

Kremerata Baltica, Gidon Kremer u.a.

Do

19.6. Residenz, Kaisersaal

Irish Chamber Orchestra, Jörg Widmann, Katherine Hunka

Fr

30.5. Residenz, Kaisersaal

Freiburger Barockorchester, Gottfried von der Goltz u.a.

Fr

20.6. Residenz

Mozartnacht: Lautten Compagney u. v. m.

Fr

30.5. Bürgerspital

Saxofourte

Sa

21.6. Residenz

Mozartnacht: Lautten Compagney u. v. m.

Sa

31.5. Bürgerspital

Wildes Holz

Sa

21.6. Kloster Bronnbach

Corinna Harfouch, Hideyo Harada

So

22.6. Residenz, Fürstensaal

Sophie Pacini

So

22.6. Kloster Bronnbach

Imri und die entführte Zauberflöte

Vogel Convention Center

*

Anoushka Shankar

So

1.6. Residenz, Gartensaal

Aris Quartett, Christian Claus

So

1.6. Residenz, Kaisersaal

Christian Gerhaher, Gerold Huber

Mo

2.6. Exerz. Himmelspforten

2.–4.6. MozartLabor

Mi

4.6. Residenz, Fürstensaal

Stipendiaten des MozartLabors

So

22.6. Residenz, Hofgarten

Nachtmusik: Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg, Richard Galliano, Juri Gilbo

Do

4.6. Residenz, Weinkeller

The Classic Buskers

Mo

23.6. Würzburger Hofbräu

Berliner Cellharmoniker

Do

5.6. Residenz, Kaisersaal

Nordic Chamber Orchestra, Gilles Apap, Eric-Ferrand N`Kaoua

Di

24.6.

Do

5.6. Augustinerkirche

The King’s Singers

Di

24.6. Vinothek

Allzeit ein Buch: Prof. Gerold Huber

Fr

6.6. Residenz, Weinkeller

The Classic Buskers

Do

26.6. Residenz, Weinkeller

Diknu Schneeberger Trio

Fr

6.6. Residenz, Kaisersaal

Polnische Kammerphilharmonie, Reinhold Friedrich, Wojciech Rajski

Do

26.6. Residenz, Kaisersaal

Orchestre de Chambre de Paris, François Leleux

Sa

7.6. Residenz, Hofgarten

Nachtmusik: Philh. Orchester Würzburg, John-Edward Kelly, Enrico Calesso

Fr

27.6. Residenz, Weinkeller

Diknu Schneeberger Trio

So

8.6. Residenz, Fürstensaal

Festival der ARD-Preisträger

Fr

27.6. Residenz, Kaisersaal

Orchestre de Chambre de Paris, François Leleux

So

8.6. St. Stephanskirche

Festgottesdienst: Schola und Camerata St. Stephan

Sa

28.6. Weingut Meintzinger

Tom Haydn

So

8.6. Residenz, Kaisersaal

Renaud Capuçon, Edgar Moreau, Frank Braley

Sa

28.6. Residenz, Kaisersaal

Mo

9.6. Residenz, Ovalsaal

Don Giovanni für Kinder

WDR Sinfonieorchester Köln, Alina Pogostkina, Reinhard Goebel

Sa

28.6. Mainfranken Theater

Opernpremiere: The Rake’s Progress

So

29.6. Kiliansdom

Ponitifikalamt: Würzburger Domchor, Mitglieder des Philh. Orchesters Würzburg

So

29.6.

Di

10.6. Vinothek

Allzeit ein Buch: Prof. Klaus V. Toyka

Mi

11.6. Golf Club Würzburg

amarcord

Mi

11.6. Residenz, Kaisersaal

Fauré Quartett

Do

12.6. Residenz, Hofkirche

Hof-Gala mit Diner: amarcord

Kartenverkauf Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg Tel. +49 (0) 9 31 / 37 23 36, Fax +49 (0) 9 31 / 37 39 39 www.mozartfest.de info@mozartfest.de

*

Exerzitienhaus Himmelspforten

Vogel Convention Center

Öffnungszeiten 3. März bis 22. Mai Mo, Di, Do 10–17 Uhr Mi, Fr 10–14 Uhr 23. Mai bis 28. Juni Mo bis Sa 10–14 Uhr

Camerata Royal Concertgebouw Orchestra

Jupiternacht: Philh. Orchester Würzburg, u.a.

Während des Festivals sind außerhalb unserer Öffnungszeiten Karten in der Tourist Information im Falkenhaus (zzgl. Servicegebühr) erhältlich.

Impressum: Herausgeber: Mozartfest Würzburg, Rückermainstraße 2, 97070 Würzburg Intendantin: Evelyn Meining Geschäftsführerin: Karin Rawe Texte: Evelyn Meining, bzw. wie im Text angegeben

Titelfoto: Oliver Lang Copyright: Mozartfest Würzburg Druck: Main-Post GmbH & Co. KG Berner Straße 2, 97084 Würzburg Grafik: Lisa Götz Produktmanagement: Stefan Dietzer Stand: April 2014, Auflage: 141 400

*

Mozartfest Magazin 2014  

Das Magazin zum Mozartfest 2014, erschienen als Beilage in der Main-Post