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MUSIK von HEUTE

DIALOGE M A G A Z I N

Konzerte Wissenschaft Museen

Dialoge

30.11.–03.12.2017


Musik von heute

2017

Musik und Klänge auf der einen, Natur und Wissenschaft auf der anderen Seite sind wie zwei Pole seiner Auseinandersetzung mit der Welt. Gegen­sätze locken ihn, Widersprüchliches fin­ det er reizvoll. So zielstrebig Miroslav Srnka ist, so verspielt entdeckt er Nebenpfade. Ja­ná­ cˇek, „Star Wars“ oder „Game of Thrones“ faszi­ nieren ihn ebenso wie Pfefferminze, neurobio­ logische Forschungsergebnisse oder Planeten.


Wir wollen über Musik reden, DO 30.11 12

über Miroslav Srnka. FR 01.12 16

Wollen die Künstler der Dialoge 17 SA 02.12 24


vorstellen, Ihnen einen Überblick SO 03.12 28

über das Programm 2017 bieten und Line Up 34

freuen uns, Sie bei den Dialogen begrüßen zu dürfen. Preise Infos 35


Editorial Musik von heute – der junge tschechische Kom­ponist Miroslav Srnka ist Ausgangspunkt und Mittelpunkt der diesjährigen DIALOGE. Srnkas Klangwelt ist inspiriert von seinem Faible für eindrucksvolle Naturphänomene wie raue Gletscher und Eislandschaften, gefrieren­ de Nebel, Frost und Tau­wetter oder Vogelschwärme, deren Forma­ tionen wie durch Zauberhand am Himmel entstehen. Sein facetten­ reicher Kosmos trifft bei den DIALOGEN auf Klassik, zeit­ge­­nössi­sche, moderne elektronische Musik, Film, Installation und Kabarett. Srnkas Musik wird vor allem auch in Bezug zu seinen Landsmän­ nern Leoš Janácˇek und Anto­nín Dvorˇák gesetzt, die für sein Schaffen von gro­ ßer Bedeutung sind. KünstlerInnen und En­sembles aus unter­schiedlichen Berei­ chen sorgen für packende Be­

MAREN HOFMEISTER

gegnungen auf der DIALOGE-­ Bühne, span­nungs­­reiche, oft unkonventio­nelle Pro­gramme übersetzen Na­ tur und Land­ schaf­ ten in Klän­ ge und ver­ knüpf­en genreübergreifend die

Packende Begegnungen auf der DIALOGE-Bühne, spannungsreich, oft unorthodox...

Musik von gestern mit der von heute. Die Stiftung Mozarteum verwandelt sich während der vier Festivaltage in einen entspannten, lockeren Treffpunkt für Miroslav Srnkas Klang­welt mit speziellen Lichtinstallationen, einer Festi­­val­ lounge und einem Punschstand für den Welcome-Drink vor dem Haus. Wir freu­en uns auf ein schönes, vielfältiges Festival mit Ihnen! Ihre Maren Hofmeister


© Tina Brenneisen

MUSIK VON HEUTE


Miroslav

„Ich denke, dass die Klangwelt autonom, inhaltstragend und unerschöpflich ist – wie dies vielleicht auch Mozart gesehen hat. Revisionsbedürftig scheint aber die Konzertform und -institution...“


(Miroslav Srnka)

„Ich gehe heute Abend ins Konzert“, sagte ich einmal zu meiner Tochter. „Was für ein Konzert?“ „Zeitgenössische Musik.“ „Ach so, dieses ra-ta-huu-da-daah-prrr-tatata-ffff“, antwortete sie, begleitet von wilden, absichtlich unkoordinierten Bewegungen.

Srnka

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BIOGRAPHIE

Miroslav Srnka

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Miroslav Srnka wurde 1975 in Prag geboren und stu­ dierte zunächst in seiner Heimatstadt Musikwissen­ schaft sowie Komposition bei Milan Slavický an der Prager Akademie der Darstellenden Künste. Studien­ auf­enthalte führten ihn an die Humboldt-Universität Ber­lin und an das Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Austauschprogramme und Kom­ po­sitionskurse ab­solvierte er u. a. 2002 bei Ivan Fe­ dele und 2004 bei Philippe Manoury. Er wurde 2001 mit dem Gideon Klein Award ausgezeichnet, im glei­ chen Jahr mit dem Generace Award und 2004 mit dem Leoš Janácˇek Anniversary Prize. 2005 wurde seine Kurzoper „Wall“ nach Jonathan Safran Foer an der Staatsoper Berlin uraufgeführt. 2006/07 war er „Kom­ponist für Heidelberg“ des Theaters & Or­ chesters Heidelberg. 2009 er­hielt er den Förderpreis der Ernst von Siemens Musik­stiftung. 2011 wur­den sei­ne Kammeroper „Make No Noise“ an der Bayeri­ schen Staatsoper München sowie „Jakub Flügel­bunt ... und Magdalena Rotenband. Oder: Wie tief ein Vo­ gel singen kann. Comics für drei Sänger und Orches­ ter“ an der Semperoper Dresden uraufgeführt. 2016 erfolgte erneut eine Uraufführung an der Bayeri­ schen Staats­oper München: „South Pole“. Seine Kom­positionen wurden von Interpre­ten wie dem En­ ­semble Modern, Klang­forum Wien, ensemble inter­ contemporain, Qua­tuor Diotima, Münchener Kam­­­mer­ ­orchester, Prague Philharmonia, Deutsche Kammer­philharmonie Bremen, BBC Philharmonic Or­ches­­ tra, RSO Wien u. a. bei den Festivals Klangspuren Schwaz, Prague Spring, Musica Strasbourg, Ultra­ schall Berlin, Wien Modern, Présences Paris, Milano Musica, Printemps des Arts de Monte-­Carlo, Ostra­ va New Music Days oder Contempuls präsentiert. 2016 erfolgte die tschechische Erstaufführung des „Piano concerto“ mit Nicholas Hodges und dem Or­ chester des Tschechischen Rundfunks unter To­máš Netopil in Prag. Im Mai 2017 wurde eine Neu­ inszenierung von „South Pole“ am Staatstheater Darmstadt gezeigt.

1975

23. März in Prag geboren Studium an der Karls-Universität in Prag bei Jarmila Gabrielová 1995/96 Studienaufenthalt an der Humboldt-­Universität in Berlin 1998-2003 Studium Komposition an der Prager Akademie der Darstellen- den Künste bei Milan Slavický 2001 Studienaufenthalt am Conservatoire National Supérieur de Musique, Paris 2004 Leoš-Janácˇek-Jubiläumspreis 2006-2007 „Komponist für Heidelberg“ am Theater Heidelberg seit 2007 Jerwood Opera Writing Programme and Fellowship in Aldeburgh (UK) 2009 Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung 2011 Uraufführung der Kammeroper „Make No Noise“ an der Bayerischen Staatsoper München Uraufführung von „Jakub Flügelbunt ... und Magdalena Rotenband. Oder: Wie tief ein Vogel singen kann“ an der Semperoper Dresden 2013 Uraufführung der kompletten Fassung von „My Life Without Me“ mit dem ensemble intercontemporain und Claron McFadden 2015 Uraufführung von „move 01“ und „move 02“ für großes Orchester bei musica viva mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks und Matthias Pintscher 2016 Uraufführung von „South Pole. Eine Doppeloper in zwei Teilen“ an der Bayerischen Staatsoper München  Produktion von „Make No Noise“ bei den Bregenzer Festspielen Tschechische Erstaufführung „Piano concerto“ CD „Kammermusik“ mit Wilhem Latchoumia, Quatuor Diotima (Naïve) 2017 Uraufführung „move 03“ in Monte-Carlo Neuinszenierung von „South Pole“ am Staatstheater Darmstadt 1993-1999


MIROSLAV SRNKA / SALZBURG


© Tina Brenneisen

ker, was sie daraus gemacht haben. … erlebe ich ein dejà-vu, wenn ich dabei allein bin, und zittert mein rech­ tes Knie ganz leicht, wenn andere dabei sind.

MIROSLAV SRNKA

Eine Frage, die mich gerade bewegt… ... ob ich in der Küche wieder ein Minz-Feld anlege, das ich wegen zu viel Reisen auflösen musste.

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 Eine Frage, die mich gerade bewegt… MS  … wie die neuesten Theorien über mehr­­dimensionale Architektur des menschlichen Hirnes und über die Tat­ sache, dass die Grundideen im Hirn ohne Sprachbindung verarbeitet wer­ den, einen Einfluss auf die Musik ha­ ben können. … passt meinen Kindern ihre Kind heit? … wer als nächster in „Game of Thro­ nes“ stirbt… … wie übernimmt man Verantwortung? … was für eine neue Definition von Wahrheit werden wir finden?

Wobei stören wir Sie gerade? MS  Beim Überlegen, ob ein Komponist über seine Stücke überhaupt noch was sagen soll. Beim Streichquartett.  Ich finde Inspiration in… Beim Staunen, wie es möglich ist, dass MS ... Klang von Häfen, Selbstehrlichkeit, ein einziger Mensch wie Jirˇí BeˇlohláBlicken in die Augen, Physik des Größ­ vek es schaffen kann, eine ganze Musik-­­ ten und des Kleinsten, Zeit, Fliegen, Kör­ kultur so zu repräsentieren, dass nach perlichkeit, Archetypen, dem Digitalen, seinem Abgang hinter jedem weiteren Organik und Physiologie der Bewegun­ Konzert der Philharmonie so etwas wie gen, Zitronen, Gehen, den „Peanuts“. ein leerer Raumstreifen zu hängen zu ... in Augenblicken, die hinter das En­ scheint. de der Sachen gehen, die mit Worten nicht transportierbar sind. Zeitgenössische Musik ist…? MS ... primäre Forschung des Zeitausdrucks  Wenn ich einen Tag mit Mozart ver­ ... ein Versuch, Zeit zu sehen. bringen könnte, würde ich… MS ... wenn es damals wäre, dann einen Mit den DIALOGEn verbinde ich… Tag in seinem pubertären Alter wähMS Diesen Augenblick nach einem regen len, fragen, was er von seinem Vater Austausch, wo plötzlich beide zusam­ denkt. Und sonst vierhändig spielen. men dieselbe Sache simultan sagen. Oder Violine und Klavier und diesel­ Und dann kommt diese kürzeste Pau­ ben Stücke auf beiden Instrumenten se, Stille vor dem Lachen, und die ver­ ab­wechselnd spielen. bindet sie. Mozart = Rockstar?  Wenn ich Musik von Miroslav Srnka MS Rockmilchstrasse. höre, dann… MS ... bin ich mit Miroslav Srnka oft un­  Ein Leben ohne Musik wäre… zufrieden. Und bewundere die Musi­ MS ... nein, danke.


Wenn ich einen Tag mit Mozart verbringen könnte, würde ich…

… einen von diesen Weltallflügen für Touristen gemeinsam unternehmen… Und oben zusammen Ligetis Requiem anhören.


© Will Cornfield

30.11 DONNERSTAG

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18.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

IM DIALOG... CRAZY, MUSIC, LOVE ANNEKATRIN HENTSCHEL MODERATION Menschen in Extremsituationen – extreme Menschen. Zu diesem Thema diskutiert – passend zum Eröffnungsabend der DIALOGE – eine interdisziplinäre Runde. Wie gelangt man in extreme Situatio­ nen, wie geht der Einzelne damit um oder warum begibt man sich sogar freiwillig in selbige? Es moderiert Annekatrin Hentschel, die seit 2013 in das U21-VERNETZT-Studio im Funkhaus des Bay­ erischen Rundfunks Stars und Newcomer aus Klassik und Jazz einlädt; seit 2014 moderiert sie als Chefin von U21 auch das Radiomagazin „U21 – Deine Szene. Deine Musik“. Annekatrin Hentschel gestaltet außerdem Beiträge und Features beim ARD-Musikwettbewerb.

19.30 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

ERÖFFNUNGSKONZERT ŒNM . ÖSTERREICHISCHES ENSEMBLE FÜR NEUE MUSIK JOHANNES KALITZKE DIRIGENT LAURA AIKIN SOPRAN, MARIE-LUISE STOCKINGER REZITATION ARNOLD SCHÖNBERG „ERWARTUNG“. MONODRAM IN 1 AKT (REDUZIERTE FASSUNG FÜR SOPRAN UND KAMMERORCHESTER, BEARBEITUNG: FARADSCH KARAEW)

MIROSLAV SRNKA „MY LIFE WITHOUT ME“ FÜR SOPRAN UND ENSEMBLE Zwei Frauen. Starke Gefühle. Blanke Nerven. Und der Tod. Die eine erwartet im Wald ihren un­ treuen Geliebten – und findet seine Leiche. Hat sie ihn etwa selbst getötet? Die andere weiß ihren eigenen Tod nahe, will in der verbliebenen Zeit das Leben voll ausschöpfen – und auch Mann und Kindern einen Ersatz für sich präsentieren. Extreme Situationen. Extreme Musik.

21.15 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

KINO IM MOZARTEUM

FILMABEND IM WIENER SAAL MIT POPCORN UND BAR

MY LIFE WITHOUT ME Spielfilm von Isabel Coixet (2003). Dauer: 105 Minuten

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 If I could spend a day with Mozart, I would… LA ... certainly be too intimidated to speak with him. But I would enjoy ob­ serving him at work and at play. That would be enough food for thought for me.

© Fabrizia Costa

Mozart = rock star? LA Certainly he would have been if he were alive today. He understood the musical language of the people. I think that caused him some problems. But he was true to himself and therefore his voice has never been forgotten.

LAURA AIKIN  Are we interrupting you at all? LA  I just finished teaching a lesson. Your honest opinion of contemporary music? LA A wonderful challenge which gives me the opportunity to be part of a living, transforming art form.  One question I’m concerned about is... LA ... how do we integrate so many new people to European society and still maintain the strength and individu­ ality of each of the member countries? I am myself an immigrant, so I under­ stand the desire to integrate, but also the deep need to maintain one’s iden­ tity. It breaks my heart to see so many people in need being met with a dis­ trust they don’t deserve.

This music is always on my playlist: LA That which I am currently studying. I choose interpreters that have a similar voice to mine, or who’s technique I find inspiring. Life without music would be… LA ... certainly less joyful. I’ve never lived without music, and I have no intention of ever living without it. I am so fortu­ nate to be able to have sung for so long and still have new adventures and plans in the future. I am sure I will teach until the end of my life. Musicians don’t just stop being musicians. It is who we are. Who I am.

Dank ihres Stimmumfangs von über drei Oktaven beinhaltet das Repertoire der amerikanischen Sopranistin Werke vom Barock bis zur zeitgenössischen Musikliteratur. Ihre Laufbahn begann Laura Aikin als Mitglied des Ensembles der Staatsoper Berlin von 1992 bis 1998 unter der künstlerischen Leitung von Daniel Barenboim. Als regelmäßiger Gast tritt sie an

Are we interrupting you at all?

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I find inspiration in… LA … my children. Also performances which are presented without pretence. I can’t abide pretence. The words Diva or Primadonna are negative to me. I strive to be a competent, professional musician and supportive colleague.

den weltweit führenden Opernhäusern und bei internationalen Festivals auf. Ein besonderes Erlebnis für sie war Beethovens „Missa solemnis“ mit Nikolaus Harnoncourt bei der styriarte und bei den Salzburger Festspielen. 2017/18 ist Laura Aikin u. a. als Donna Anna („Don Giovanni“) in Budapest, beim Edinburgh Festival und beim Mostly Mozart Festival in New York zu erleben.


JOHANNES KALITZKE

Geboren 1959 in Köln, studierte Johannes Kalitzke Kirchenmusik, Klavier, Dirigieren und Komposition. 1991 wurde er künstlerischer Leiter und Dirigent der „Musikfabrik“ des Landesensembles von Nordrhein-Westfalen, dessen Mitbegründer er war. Als Komponist erhielt er Aufträge u. a. für die Donaueschinger Musiktage und die Wittener Tage für Neue Musik. Er schrieb mehrere Musiktheaterstücke; neben seiner Lehrtätigkeit bei internationalen Meisterkursen und Foren hat er seit 2015 eine Professur für Dirigieren an der Universität Mozarteum Salzburg inne.

Wobei stören wir Sie gerade? JK Beim Komponieren einer besonders heik­­len Stelle. [s. Zeichnung re. unten]  al ehrlich: zeitgenössische Musik ist... M JK ... eine der sinnlichsten Möglichkei­ ten, sich mit der Gegenwart auseinan­ derzusetzen. Mit den DIALOGEn verbinde ich... JK ... genau das.

 enn ich Musik von Miroslav Srnka W höre, dann… JK ... möchte ich am liebsten gleich mit den Proben beginnen.

 Wenn ich einen Tag mit Mozart ver­ bringen könnte, würde ich… JK ... einige Flaschen sehr guten Weines mit ihm trinken und ihm dann elek-­ tronische Musik vorführen. Mozart = Rockstar? JK Diese Gleichsetzung taugt allenfalls als Tribut für den kommerziellen Main­ stream.  Diese Musik ist immer auf meiner Play­ list: JK David Bowie: Black Star.  as Leben ohne Musik wäre… D JK ... a black star.

Eine Frage, die mich gerade bewegt: JK Was wird aus den DIALOGEn? Ich finde Inspiration in… JK ... Literatur und Film, wenn sie mich berühren.

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01.12 © George Caleb

FREITAG

11.00 UHR REPUBLIC

INTERAKTIVES KONZERT FÜR SCHÜLER*INNEN VON 16 BIS 18 JAHREN

MEET THE GRANDBROTHERS Neben der Frage „Was ist ein Beat und wie kann man ihn gestalten?“, führen Erol Sarp und Lukas Vogel alias Grandbrothers Schüler*innen vom Reden über Taktarten und Rhythmen zum eigenen Programmieren und Einspielen verschiedener Figuren. Selbstgebaute elektromagnetische Hämmer kommen dabei ebenso zum Einsatz wie Alltagsgeräusche. Auch Live-Sampling wird eine Rolle spielen.

15.00 UHR

MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM SCIENCE FICTION AUS DER VERGANGENHEIT Die Oper „South Pole“ von Miroslav Srnka an der Bayerischen Staatsoper. Dokumentation von Uli Aumüller (2016). Dauer: 60 Minuten 16


15.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

POSTKARTENKONZERT – BRIEFE, LIEDER, ANEKDOTEN EINE MUSIKALISCHE LESUNG MIT MARKUS MEYER DENIZ UZUN SOPRAN, TOBIAS TRUNIGER KLAVIER MIROSLAV SRNKA „DREIZEHN LIEDER“ FÜR MITTLERE STIMME UND KLAVIER NACH POSTKARTEN VON JUREK BECKER AN SEINEN SOHN JONATHAN MOZART LIEDER Vater und Sohn: Erinnerungen an die Kindheit, Träume vom Erwachsensein. Welcher Ton herrscht zwischen den beiden? Hinreißende Blödeleien lassen tief blicken: Sie können manche Schatten wegwischen. Manche auch nicht. Von der Sprache zur Musik ist es da nur ein Schritt.

18.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

IM DIALOG… MIROSLAV SRNKA IM GESPRÄCH MIT CHRISTOPH TAKACS Christoph Takacs ist Journalist und Moderator, seit Jänner 2017 Landesdirektor des ORF Salzburg.

19.30 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

KAMMERKONZERT QUATUOR DIOTIMA, WILHEM LATCHOUMIA KLAVIER MIROSLAV SRNKA „ENGRAMS“ FÜR STREICHQUARTETT LEOŠ JANÁCˇEK STREICHQUARTETT NR. 2 „INTIME BRIEFE“, STREICHQUARTETT NR. 1 „KREUTZERSONATE“ MIROSLAV SRNKA „POUHOU VLNOU / QU‘UNE VAGUE“ FÜR KLAVIER UND STREICHQUARTETT Janácˇek als Muttersprache: klingende Fensterchen zur Seele, Intimität und Emotion. Verwandelte Echos davon in „Engrams“: Polyphonie, gewoben aus den faszinierenden Flugbahnen von Staren­ schwärmen. Dvorˇák als früheste musikalische Erinnerung: Einem Zitat aus „Rusalka“ entspringt das Klavierquintett „Pouhou vlnou“ – Wasser, sanft murmelnd oder mächtig wogend, wird zum Klang.

21.00 UHR REPUBLIC

NIGHT-LIVE GRANDBROTHERS ELECTRONICS & KLAVIER Ihre Soundchecks sind der Schrecken aller Veranstalter. Aus ihrem präparierten Klavier holen die Grandbrothers zwischen kontemporärer Klaviermusik, Perkussion und Electronica das Letzte heraus. 17


GRANDBROTHERS

In ihrem Stil steckt das Paradox eines Minimalismus, der Geschichten erzählt, ohne dafür Worte zu brauchen: Die Grandbrothers gibt es seit 2011, kennengelernt haben sich Erol Sarp und Lukas Vogel während ihres Tonund Bildtechnikstudiums in Düsseldorf. Sie verwandeln Klaviere zu verkabelten Baukästen, denen sie mit elektromagnetischen Hämmerchen Klänge entlocken, die dann durch den Laptop geschickt werden. „Wir wollten herausfinden, wie viele Klänge, wie viel Ungewohntes man aus einem Flügel herausholen und wie weit man von

© Tonje Thilesen

außen in ihn eingreifen kann, um damit Musik zu machen.“

Wobei stören wir Sie gerade? GB  Es ist Donnerstag Morgen, Kaffee ist aufgesetzt, Eier kochen... Mal ehrlich: zeitgenössische Musik ist… GB ... die alte Musik von morgen. Mit den DIALOGEn verbinden wir… GB ... das Zusammenbringen von Künst­ lern aus verschiedenen musikalischen Genres, ein interessiertes Publikum und eine angenehme Zeit in Salzburg. Eine Frage, die uns gerade bewegt: GB … einen oder zwei Löffel Zucker?

 enn wir einen Tag mit Mozart ver­ W bringen könnten, würden wir… GB ... mit ihm an der Salzach sitzen, Eis essen und uns ein paar Geschichten von damals erzählen lassen.

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Mozart = Rockstar? GB Aus heutiger Sicht: ja. Diese Musik ist immer auf unserer Play­ list: GB The Cinematic Orchestra – Ma Fleur, Jon Hopkins – Immunity, Bibio – Am­ bivalence Avenue. Das Leben ohne Musik wäre… GB ... wie ein Frühstück ohne Kaffee.


MARKUS MEYER

Nach seinem Diplom im Studiengang Biochemie entschloss sich Markus Meyer, an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ zu studieren. Gleich nach seinem Abschluss im Jahr 2000 wurde der 1971 in Cloppenburg geborene Schauspieler Mitglied des Berliner Ensembles. Er arbeitete mit Regisseuren wie u. a. Claus Peymann, Philip Tiedemann und Andrea Breth. Seit 2005 ist Markus Meyer Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters.

Wobei stören wir Sie gerade? MM  Sie stören mich nicht. Mal ehrlich: zeitgenössische Musik ist… MM ... manchmal ganz toll und manchmal auch ganz unerträglich. Wenn ich Musik von Miroslav Srnka höre, dann… MM ... sehe ich die Flugbewegung einer Fliege.

Wenn ich Musik von Miroslav Srnka höre, dann… ... sehe ich die Flugbewegung einer Fliege.

Eine Frage, die mich gerade bewegt… MM Wie man in Würde altern kann...? Ich finde Inspiration in… MM ... guten Büchern und Filmen; und am Meer.

Wenn ich einen Tag mit Mozart ver­ bringen könnte, würde ich… MM ... Mozartkugeln mit ihm essen und ihn dann fragen, was er von dieser Süßigkeit hält. Mozart = Rockstar? MM Ich mag den Begriff „Star“ nicht – Sterne fallen vom Himmel... Diese Musik ist immer auf meiner Playlist: MM Schostakowitsch, Ballett- und Jazz-­ Suiten. Das Leben ohne Musik wäre… MM ... trauriger und farbloser; unvorstell­ bar für mich.

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QUATOR DIOTIMA

Das Quatuor Diotima ist geschätzter Partner von Komponisten wie Helmut Lachenmann, Brian Ferneyhough oder Toshio Hosokawa und vergibt zugleich Kompositionsaufträge an Komponisten aller Stilrichtungen wie Tristan Murail, Alberto Posadas, Gérard Pesson, Rebecca Saunders und Enno Poppe. Das Quartett hat sich der zeitgenössischen Musik verschrieben, ohne sich durch diese limitieren zu lassen. In ihren Programmen ermöglichen die Musiker durch die Verschmelzung von klassischen mit zeitgenössischen Stücken einen neuen Blickwinkel

© Jérémie Mazenq

auf die Musikliteratur.

Are we interrupting you at all? QD We don’t want to be rude…

Mozart = rock star? QD Quatuor Diotima = Rockstar ?

Your honest opinion of contemporary music? QD Honestly: Contemporary music will be­ come music.

This music is always on our playlist: QD We are still discussing about that…!

We associate the DIALOGUEs with... QD ... listening. We find inspiration in… QD ... sexy company. If we could spend a day with Mozart, we would… QD ... listen to contemporary music with him.

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Life without music would be… QD No better answer than Nietzsche. When we listen to music from Miros­ lav Srnka, then… QD [siehe Foto unten]


Sie kommt als einzige weibliche Figur in einem platonischen Dialog zu Wort: Diotima, so Sokrates, belehrt ihn Ăźber den Eros.


Wie lange ist ein Zeitabschnitt noch Rhythmus?


Š Tina Brenneisen


11.00 UHR

MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM SUR INCISES – A LESSON BY PIERRE BOULEZ Dokumentation (mit Konzert) von Andy Sommer (2000). Dauer: 90 Minuten

16.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

WERKSTATTKONZERT JOHANNES KALITZKE LEITUNG MITGLIEDER DES ŒNM . ÖSTERREICHISCHES ENSEMBLE FÜR NEUE MUSIK, VERA KLUG ALTFLÖTE, JUTAS JAVORKA VIOLA, MANUEL DE ROO GITARRE, RUPERT STRUBER VIBRAPHON, MICHAEL MITTERLEHNER-ROMM XYLORIMBA, JOHANNES EDER PERKUSSION

NAOKO BABA ALT, KATRIN HELES ALT STUDIERENDE DER DIRIGIERKLASSE BRUNO WEIL / JOHANNES KALITZKE / REINHARD GOEBEL AN DER UNIVERSITÄT MOZARTEUM SALZBURG PIERRE BOULEZ „LE MARTEAU SANS MAÎTRE“ FÜR ALTSTIMME UND SECHS INSTRUMENTALISTEN URAUFFÜHRUNGEN VON KARTIN KLOSE UND KEVIN LANG In Kooperation mit der Universität Mozarteum Salzburg und dem œnm . österreichisches ensemble für neue musik

„Der Hammer ohne Meister“, oder: die Versöhnung zwischen Konstruktion und Sinnlichkeit, zwi­ schen Substanz und Ornament, zwischen westlicher Musik und außereuropäischem Klang. Lyrik, teils gesungen, teils instrumental gedeutet. 1955 uraufgeführt und seither eine Herausforderung für jede neue Generation, ob nun Interpreten oder Komponisten.

02.12 SAMSTAG

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17.30 UHR

MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM BEGEGNUNGEN AM ENDE DER WELT – EINE REISE IN DIE ANTARKTIS Dokumentarfilm von Werner Herzog (2007). Dauer: 100 Minuten

19.30 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

ORCHESTERKONZERT „NATURPHÄNOMENE“ MÜNCHENER KAMMERORCHESTER, CLEMENS SCHULDT DIRIGENT MIROSLAV SRNKA „EIGHTEEN AGENTS“ FÜR 19 STREICHER ˇ ÁK SERENADE E-DUR OP. 22 FÜR STREICHORCHESTER ANTONÍN DVOR FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY „DIE HEBRIDEN“. KONZERT-OUVERTÜRE H-MOLL OP. 26 MIROSLAV SRNKA „NO NIGHT NO LAND NO SKY“ FÜR KAMMERORCHESTER Natur ist Klang. Und Natur wird Klang: das älteste Modell in der Musik. Aber Musik kann noch mehr als bloß abbilden. So bewegen uns die Gefühlswelten, die gemeinsam mit den Landschaftsbildern entstehen – auf der Reise zu den Hebriden vor dem Nordwesten Schottlands, unter dem strahlend blauen Himmel Böhmens. Oder wenn in „Eighteen Agents“ die Schwarmintelligenz von Vögeln zum musikalischen Modell wird und „No Night No Land No Sky“ von Frost und Tauwetter erzählt, von schmelzender und wieder erstarrender Materie.

21.30 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

SCIENCE BUSTERS MEET COOL SCIENCE BUSTERS WISSENSCHAFTSKABARETT MIT MARTIN PUNTIGAM, DR. FLORIAN FREISTETTER UND UNIV.-PROF. DR. HELMUT JUNGWIRTH Science Busters meet cool – Gletscher, Eislandschaften, gefrierende Nebel, kristallklarer Himmel, in der Sonne glitzernde Wellen: Was die Komponisten Miroslav Srnka, Antonín Dvorˇák und Felix Mendelssohn Bartholdy in ihrer Musik aufgegriffen haben, beamtshandeln die Science Busters von naturwissenschaftlicher Seite. Für die DIALOGE begibt sich das Wissenschafts-Trio auf neues Terrain und vermählt Musik mit Naturwissenschaft. Braucht man am Mars Winterreifen? Kann man mit der Erde eine Schneeballschlacht machen? Gibt es Glatteis auch am Stiel?

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CLEMENS SCHULDT

Clemens Schuldt, einer der spannendsten jungen Dirigenten Deutschlands, ist Chefdirigent des Münchener Kammerorchesters. Er gewann 2010 den renommierten Donatella Flick Dirigierwettbewerb in London und gastiert seither mit den großen Orchestern weltweit im Konzert und in szenischen Produktionen. Der gebürtige Bremer studierte zunächst Violine und spielte beim Gürzenich Orchester sowie bei der Deutschen Kammerphil-

© Sammy Hart

harmonie Bremen. Im Anschluss daran absolvierte er ein Dirigierstudium in Wien, Düsseldorf und Weimar.

 Wobei stören wir Sie gerade? CS [siehe Foto unten] Mal ehrlich: zeitgenössische Musik ist… CS … nicht immer gut, aber vielseitiger und spannender als ihr Ruf.

 Wenn ich einen Tag mit Mozart ver­ bringen könnte, würde ich… CS … bestimmt von seinem Genie begeis­ tert, von seiner Persönlichkeit vielleicht enttäuscht sein.

 Mit den DIALOGEn verbinde ich... CS … Grenzen ausloten und ungewöhn‑ liche Verbindungen herstellen, was mir sehr entspricht.  Wenn ich Musik von Miroslav Srnka höre, dann… CS … werd’ ich neugierig auf mehr.  Eine Frage, die mich gerade bewegt… CS Wie lange hält sich Donald Trump noch? Ich finde Inspiration in… CS … Gesprächen und Diskussionen.

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 iese Musik ist immer auf meiner D Playlist: CS Ich höre noch Radio und CDs. Das Leben ohne Musik wäre… CS ... zu still, zu flach und zu einsam.


SCIENCE BUSTERS

Dr. Florian Freistetter (Astronom, Science Blogger), Prof. Dr. Helmut Jungwirth (Molekularbiologe, Professor für Wissenschaftskommunikation an der Karl-Franzens-Universität Graz) und Martin Puntigam (preisgekrönter Kabarettist, Master of Ceremony, Univ.-Lektor an der Universität Graz) beantworten auf hohem wissenschaftlichen und humoristischen Niveau fundamentale Fragen der Menschheit. Nicht zuletzt, um dem Zeitalter von Alternative

© Büro Alba

News und der irrationalen Lust an der Apokalypse Wissenschaft und Aufklärung entgegenzusetzen.

 Wobei stören wir Sie gerade? SB  Bei der Korrekturlektüre unseres neuen Science Busters Buches „Warum lan‑ den Asteroiden immer in Kratern?“ Ein ausgesprochen gelungenes Buch, wenn ich das als extrem unobjektiver Beur­ teiler sagen darf. Ich finde Inspiration in… (Dr. Florian Freistetter)

Mal ehrlich: zeitgenössische Musik ist… SB ... alles, was nicht in der Vergangenheit entstanden ist. Ich kenne ein paar Menschen, die in dem von Ihnen wohl angedeuteten klassischen Kontext kom­ ponieren: das ist zum Teil ziemlich lässiges Zeug, zum Teil aber ausgepro­ chen keine Tanz- oder Chill-out-Musik.

Ich finde Inspiration in… SB ... allen Lebenslagen. Wenn ich dabei schlafe, kann ich mich danach aber oft nicht mehr so gut erinnern.  Wenn ich einen Tag mit Mozart ver­ bringen könnte, würde ich… SB ... gerne all seine Schimpfwörter kennen‑ lernen. Das Leben ohne Musik wäre… SB ... deutlich ruhiger und weniger in No­ ten gesetzt.

(Martin Puntigam für die Science Busters)

 Eine Frage, die mich gerade bewegt… SB Muss man Erbschaftssteuer zahlen, wenn man einen erfolgreichen YouTubeKanal erbt, beziehungsweise kann man Follower auf Twitter verschenken?

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03.12 SONNTAG

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11.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

REZITAL MAHAN ESFAHANI CEMBALO IMPROVISATION ÜBER MIROSLAV SRNKA DIALOG „WHAT DO YOU MISS FROM HOME?“ AUS „SOUTH POLE“ MOZART ZEHN VARIATIONEN G-DUR ÜBER DIE ARIETTE „UNSER DUMMER PÖBEL MEINT“ AUS DEM SINGSPIEL „DIE PILGRIME VON MEKKA“ (CHRISTOPH WILLIBALD GLUCK) KV 455 CORNELIUS CARDEW „TREATISE“ FOR ANY NUMBER OF MUSICIANS WITH ANY INSTRUMENTS (AUSWAHL) JOHANN SEBASTIAN BACH „GOLDBERG-VARIATIONEN“ BWV 988 Improvisation: die Geburt von Musik aus dem Moment heraus. Graphische Notation: Klänge, in Far­ ben und Formen festgehalten, scheinbar frei und desto schwieriger umzusetzen. „Treatise“: 193 Sei­ ten nicht traditioneller Notenschrift, inspiriert von Ludwig Wittgenstein. „Goldberg-Variationen“: angeblich als Einschlafhilfe komponiert, aber fesselnd. Mahan Esfahani, der neue Meister des Cem­balos, führt durch die Jahrhunderte.

15.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

KINO IM MOZARTEUM

FILMNACHMITTAG IM WIENER SAAL MIT POPCORN UND BAR

AMADEUS Filmdrama von Miloš Forman (1984). Dauer: 155 Minuten

18.00 UHR

STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

MOZART-REQUIEM MOZARTEUMORCHESTER SALZBURG, SALZBURGER BACHCHOR, PABLO HERAS-CASADO DIRIGENT, MARI ERIKSMOEN SOPRAN, MICHAELA SELINGER ALT, PETER SONN TENOR, MATTHIAS WINCKHLER BASS, MARCUS POUGET VIOLONCELLO, KATHARINA TEUFEL-LIELI HARFE, MICHAELA AIGNER ORGEL MIROSLAV SRNKA „PROSTÝ PROSTOR /SIMPLE SPACE“ FÜR VIOLONCELLO UND HARMONISCHES INSTRUMENT, „LES ADIEUX“ FÜR ENSEMBLE MOZART REQUIEM D-MOLL FÜR SOLI, CHOR UND ORCHESTER KV 626 Abschiede. Vom Leben. Von lieben Menschen. Vom unvollendeten Werk. „Les Adieux“: eine Hom­ mage an den jung verheirateten Dvorˇák, der drei Kinder verliert – mit Beethoven als Symbolträger. Mozarts Requiem: ein musikalisches Fanal im Angesicht der letzten Dinge. „Simple Space“ als Er­ öffnung – ein fragiler Rahmen. 29


 If I could spend a day with Mozart, I would… ME ... ask him to show me the great coffeehouses in Vienna and then give me a couple of lessons in counterpoint.

© Bernhard Musil / DG

MAHAN ESFAHANI

März 2016, Kölner Philharmonie: „Ich wollte den Zuhörern eine kleine Einführung in Steve Reichs ,Piano Phase’ geben – ich hatte den Leuten erklärt, dass ich das auf Englisch mache. Denn ich spreche zwar ein bisschen Deutsch, aber nicht gut genug. Da hat jemand im Saal gerufen: ,Sprechen Sie gefälligst Deutsch!‘ Ich weiß, dass ich ein Fremder bin, da müssen mich die Zuhörer nicht daran

I find inspiration in… ME ... the efforts of people in non-musical arts and in areas of music in which I haven’t any training or understanding.

 Mozart = rock star? ME That does neither justice to rock music nor to Mozart.

 Are we interrupting you at all? ME  I am coping with a mild case of jet lag as I just returned from Australia, and so I woke up quite early this morning to read (I am in the midst of finishing the first volume of ‘Jane Eyre’) and to raid my tea box for some lovely Jin Jiu Mei tea from the Fujian province of China (tea is one of my hobbies). The weather in Prague is windy and clou­ dy and thus much welcome in August. I’m going to sit in my studio moment­ arily and start tuning and practising – I’ve got both my Edinburgh Festival and Schleswig-Holstein debuts coming up with very different repertoire for each and I’d like to be well-prepared.

This music is always on my playlist: ME A professor of mine at university used to say that one should spend a week at a time with a piece of music that one doesn’t understand or like. So, I am currently listening to a Haitink set of Mahler symphonies... Life without music would be... ME ... grey and boring. 

erinnern. Es hat keine zwei Minuten gedauert, da brach das Chaos aus. Zuhörer fingen an zu buhen, zu zischen, zu schreien, sie sind immer lauter und lauter geworden. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie unerträglich das wurde.“ Als Junge von acht Jahren sah Mahan Esfahani in einem Buch das Bild eines wohlbeleibten Mannes mit Perücke und Gehrock, der ein ungewöhnliches Musik- instrument mit zwei Manualen spiel-

Your honest opinion of contemporary music? ME After J.S. Bach, my reason for living. Honestly, this is a duty of a performer, to engage with the music of one’s time.  I associate the DIALOGUEs with... ME Openness, understanding, empathy, and a willingness to learn.

te. Es war Liebe auf den ersten Blick. „Bach erschien so anders, so exotisch. Ich hatte noch nie ein Cembalo gehört. Mein Vater lachte und sagte, es sei ein totes Instrument. Aber mich hatte es gepackt.“ Zwei Jahrzehnte später ist das Cembalo die Lebensaufgabe dieses iranisch-amerikanischen Jungen – der in Teheran zur Welt kam, in Washington DC aufwuchs und jetzt in London lebt. 30

 One question I’m concerned about is... ME Why do people not read more fic­tion? The more I read of my favorite authors (Tolstoy, Austen, Roth) the more I rea­ l­ize that society’s expectation that there is some sort of virtue in the prosaic and mundane is a very bankrupt approach to living.

When I listen to music

from Miroslav Srnka, I …


© Catherine Pisaroni

PABLO HERAS-CASADO

Der spanische Dirigent Pablo Heras-Casado ist der Stiftung Mozarteum und Salzburg seit mehreren Jahren eng verbunden. Bei der Mozartwoche 2016 feierte er, dank eines „traurigen Glücksfalls“, sein Debüt am Pult der Wiener Philharmoniker: Nikolaus Harnoncourt hatte seine Verpflichtungen storniert, Heras-Casado, der zu ihm eine vertrauensvolle Beziehung besaß, übernahm das Programm, das sich Harnoncourt gewünscht hatte. Er konnte, sagt Pablo Heras-Casado, bisher vieles ausprobieren. „Mit Musik bin ich im Schulchor in Berührung gekommen“, erzählt er. „Mit neun habe ich Klavier gelernt, mit zehn kam ich in einen Chor, wo wir bald Renaissance-Musik gesungen haben – das hat mich gepackt, und das Repertoire des 16. und 17. Jahrhunderts ist bis heute mein Fundament. Ich habe in kleinen Besetzungen gesungen und mit 17 mein erstes eigenes a-cappella-Ensemble gegründet. Nicht um Dirigent zu werden, sondern um meine eigenen Ideen zu dieser Musik umzusetzen und mit Freunden weiterzuarbeiten. Nach einigen Monaten haben wir dann Instrumente hinzugenommen – und seitdem dirigiere ich.“ In enger Partnerschaft dirigiert er das Freiburger Barockorchester ebenso wie das Klangforum Wien sowie große europäische und amerikanische Orchester. Seit 2012/13 ist er Chefdirigent des Orchestra of St. Luke’s in New York, 2014 wurde er zum Ersten Gastdirigenten des Teatro Real in Madrid ernannt. Zu seinen aktuellen Opernprojekten gehören Engagements an der Staatsoper Berlin und am Teatro Real, zudem dirigiert er das Orchestre de Paris beim Festival d’Aix en Provence. Er tritt regelmäßig mit dem Mahler Chamber Orchestra und dem ensemble intercontemporain im Festspielhaus Baden-Baden, bei den Salzburger Festspielen und dem Lucerne Festival auf.

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MARI ERIKSMOEN

Die norwegische Sopranistin Mari Eriksmoen studierte Gesang in Oslo, Paris sowie Kopenhagen und debütierte im Anschluss am Theater an der Wien als Zerbinetta in „Ariadne auf Naxos“. Engagements führten sie danach u. a. ans Opernhaus Zürich, an die Oper Frankfurt, ans Teatro alla Scala in Mailand und an die Komische Oper Berlin sowie zu den Festivals in Glyndebourne und Aix-en-Provence. Als Konzertsängerin tritt sie u. a. mit dem Orchestre de Paris, den Münchner Philharmonikern, dem Oslo Philharmonic und dem Malmö Symfoniorkester auf.

Are we interrupting you at all? LA  Right now I’m with my family in Stord/ Norway: a beautiful place in the west of Norway. Enjoying some holiday with my husband and my kids.

Are we interrupting you at all? ... Stord/Norway.

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I find inspiration in… LA ... so many things. From other artists when I go to a concert or an opera, from art, books, movies or just by spending time alone thinking.  If I could spend a day with Mozart, I would… LA ... ask him so many questions about how he wanted his music to be per­ formed. And I would definitely party with him. I think that would be a lot of fun. Having a drink by the piano... a jam session with Mozart and me. That would be an evening to remember!

Mozart = rock star? LA Definitely! You can call him the first rock star! The genious he was... the wo­ manizer he was and the lifestyle he had. He fulfills all the criteria and he did it before anyone else! He knew how to have fun. He lived hard and fast and then burned out too young… like a rock star. This music is always on my playlist: LA Mozart of course, Billie Holiday, Bob Dylan, Joni Mitchell, Jeff Buckley, Tom Waits and a lot of different lieder cd’s (Wunderlich, Fischer-Dieskau etc).  Life without music would be… LA ... a mistake, of course. ;-)


Mozart = rock star?

Definitely! You can call him the first rock star! The genious he was... He knew how to have fun. He lived hard and fast and then burned out too young‌

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DONNERSTAG 30.11

SAMSTAG 02.12

18.00 UHR

11.00 UHR

Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

Mozart Ton- und Filmsammlung

IM DIALOG...

FILM

Annekatrin Hentschel u. a.

Sur Incises

19.30 UHR

16.00 UHR

Stiftung Mozarteum, Großer Saal

Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

ERÖFFNUNGSKONZERT

WERKSTATTKONZERT

œnm . österreichisches ensemble für neue musik, Johannes Kalitzke, Laura Aikin, Marie-Luise Stockinger

Johannes Kalitzke, Mitglieder des œnm, Naoko Baba, Katrin Heles, Studierende der Universität Mozarteum Salzburg

21.15 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

17.30 UHR

KINO IM MOZARTEUM

Mozart Ton- und Filmsammlung

FILM

My Life Without Me

Begegnungen am Ende der Welt 19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal

ORCHESTERKONZERT „NATURPHÄNOMENE“

Münchener Kammerorchester, Clemens Schuldt

FREITAG 01.12

21.30 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

SCIENCE BUSTERS MEET COOL

11.00 UHR

Science Busters

republic

INTERAKTIVES KONZERT FÜR SCHÜLER*INNEN

Grandbrothers 15.00

SONNTAG 03.12

Mozart Ton- und Filmsammlung

FILM

Science Fiction aus der Vergangenheit 15.00 UHR

11.00 UHR

Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

POSTKARTENKONZERT – BRIEFE, LIEDER, ANEKDOTEN

Mahan Esfahani

REZITAL

Markus Meyer, Deniz Uzun, Tobias Truniger

15.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

18.00 UHR

KINO IM MOZARTEUM

Stiftung Mozarteum, Wiener Saal

Amadeus

IM DIALOG…

18.00 UHR

Miroslav Srnka, Christoph Takacs

Stiftung Mozarteum, Großer Saal

19.30 UHR

MOZART-REQUIEM

Stiftung Mozarteum, Großer Saal

Mozarteumorchester Salzburg, Salzburger Bachchor, Pablo Heras-Casado, Mari Eriksmoen, Michaela Selinger, Peter Sonn, Matthias Winckhler, Marcus Pouget, Katharina Teufel-Lieli, Michaela Aigner

KAMMERKONZERT

Quatuor Diotima, Wilhem Latchoumia 21.00 UHR republic

NIGHT-LIVE

Grandbrothers

2017 LineUp


KARTENBESTELLUNGEN Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart-Wohnhaus, Theatergasse 2, A 5020 Salzburg Tel. +43-662-87 31 54 Fax +43-662-87 44 54, tickets@mozarteum.at, www.mozarteum.at Geöffnet Montag bis Freitag 10 bis 15 Uhr. Juli, August, Dezember, Jänner: auch Samstag 10 bis 13 Uhr.

BESTELLBEDINGUNGEN Nach Bearbeitung Ihrer Bestellung wird Ihnen eine Rechnung zugesandt. Sie können Ihre Karten im Kartenbüro per­ sönlich abholen und bar beziehungsweise mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlen, oder sie gegen eine Ge­­bühr von € 6,– zusenden lassen. Eintrittskarten können grundsätzlich nicht zurückgenommen oder umgetauscht werden. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Stiftung Mozarteum Salzburg, einsehbar unter: www.mozarteum.at/programm-karten/agb

KARTENPREISE Generalpass: € 90,– gilt für alle Veranstaltungen Jugendliche bis zum 26. Lebensjahr: € 10,– pro Veranstaltung DO 30.11 18.00 Im Dialog: Hentschel u. a. freier Eintritt/freie Platzwahl 19.30 Eröffnungskonzert œnm / Kalitzke / Aikin u. a. 35,–/30,–/21,–/14,–

21.15 Kino im Mozarteum 5,–/freie Platzwahl

FR 01.12 11.00 Meet the Grandbrothers Interaktives Konzert für Schüler*innen 5,–/*

15.00 Film freier Eintritt/freie Platzwahl

15.00 Postkartenkonzert Meyer u. a. 15,–/freie Platzwahl

18.00 Im Dialog: Srnka / Takacs freier Eintritt/freie Platzwahl

19.30 Kammerkonzert Quatuor Diotima / Latchoumia 25,–/freie Platzwahl

21.00 Night-Live Grandbrothers 18,–

Besucher des Kammerkonzerts (19.30 Uhr) erhalten 5,– Ermäßigung

SA 02.12 11.00 Film freier Eintritt/freie Platzwahl

16.00 Werkstattkonzert œnm / Kalitzke u. a. 15,–/freie Platzwahl

17.30 Film freier Eintritt/freie Platzwahl

19.30 Orchesterkonzert „Naturphänomene“ Münchener Kammerorchester / Schuldt 35,–/30,–/21,–/14,–

21.30 Science Busters Meet Cool Science Busters 15,–

Besucher des Orchesterkonzerts (19.30 Uhr) erhalten 5,– Ermäßigung

SO 03.12 11.00 Rezital Esfahani 20,–/freie Platzwahl

15.00 Kino im Mozarteum 5,–/freie Platzwahl

18.00 Mozart-Requiem Mozarteumorchester Salzburg/Heras-Casado u. a. 45,–/40,–/31,–/24,–

* dieses Angebot richtet sich an Schüler*innen im Alter von 16 bis 18 Jahren Anmeldung und Info über Antje Blome-Müller, Tel. +43-662-889 40 23, blome-mueller@mozarteum.at

Ö1 Club-Mitglieder erhalten 10% Ermäßigung auf die Veranstaltungen der „Dialoge“ vorbehaltlich der Kartenverfügbarkeit.

SN-Card Besitzer erhalten 20% Ermäßigung auf ausgewählte Veranstaltungen vorbehaltlich der Kartenverfügbarkeit.

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LICHTKONZEPT DER DIALOGE 2017

CHRISTIAN WEISSKIRCHER INSTALLATIONEN BEI DEN DIALOGEN 2017

KATRIN FROSCHAUER, VALENTIN BACKHAUS, CHRISTIAN ZWERSCHINA

Die Stiftung Mozarteum dankt

für die Unterstützung der Dialoge

Mit freundlicher Unterstützung von

Präsidium der Stiftung Mozarteum Salzburg: Johannes Honsig-Erlenburg Präsident, Johannes Graf von Moÿ und Friedrich Urban Vize­präsidenten, Thomas Bodmer, Ingrid König-Hermann, Reinhart von Gutzeit. Stellvertretend für das Kuratorium: Erich Marx Vor­sitzender, Christoph Andexlinger Stv. Vorsitzender.

Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten. Redaktionsschluss: 25. August 2017. Impressum Medieninhaber u. Ver­­leger: Stiftung Mozarteum Salzburg, Schwarzstr. 26, A 5020 Salzburg, T. +43-662-88 940 Gesamtverantwortung Tobias Debuch, Kaufmännischer Geschäftsführer Maren Hofmeister Künstlerische Leiterin der Stiftung Mozarteum Salzburg / Intendantin Mozartwoche Mitarbeit Konzertplanung Elisabeth Rauch. Redaktion Angelika Worseg, Elisabeth Rauch. Filmprogramm Stephanie Krenner. Layout, Grafik Georg Hopfinger, Angelika Worseg. Texte Walter Weidringer. Fotos Miroslav Srnka: Vojtech Havlik. Weitere Fotos, wenn nicht anders angegeben: Agenturen oder Künstler. www.mozarteum.at

www.facebook.com/StiftungMozarteum


Š Aus den Moleskines von Miroslav Srnka


Stiftung Mozarteum Salzburg SchwarzstraĂ&#x;e 26, 5020 Salzburg, Austria tickets@mozarteum.at, www.mozarteum.at

Dialoge 2017 - Magazin  

Musik von Heute ist zentraler Bestandteil des zeitgenössischen Musikfestivals DIALOGE der Stiftung Mozarteum Salzburg. 2017 ist der junge ts...