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DIALOGE FESTIVAL FÜR MUSIK

Konzerte Wissenschaft Museen

22.11.–01.12.2019


FREITAG 22.11

MONTAG 25.11

18.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal ERÖFFNUNGS-DIALOG

11.00 UHR ORTSWECHSEL 4

19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal CHRISTOPH SIETZEN – MULTIPERCUSSION Christoph Sietzen, Maximilian Hornung, Laura Tatulescu, The Wave Quartet, Hannfried Lucke

SAMSTAG 23.11 11.00 UHR ORTSWECHSEL 1 14.00 UHR ORTSWECHSEL 2 15.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM 17.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal ATEMZUG 1 Risonanze Erranti, Peter Tilling 19.30 UHR Museum der Moderne NAMES New Art and Music Ensemble Salzburg

SONNTAG 24.11 11.00 UHR AB 10 UHR BRUNCH Stiftung Mozarteum, Wiener Saal BRUNCH-KONZERT Duo Enßle-Lamprecht, André Hinderlich 14.00 UHR ORTSWECHSEL 3 14.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM 15.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal MUSIK & LITERATUR Afamia Al-Dayaa 18.00 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal THE DISCOVERY OF PASSION Dorothee Oberlinger, Dmitry Sinkovsky, Marco Testori, Luca Pianca, Peter Kofler 21.30 UHR DIALOGE MEDITATION

14.00 UHR ORTSWECHSEL 5 17.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal ATELIERGESPRÄCH „FRAMEWORK“ Univ.-Prof. Dr. Sabine Coelsch-Foisner u. a. 19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal EIN ABEND FÜR FRANK ZAPPA œnm . österreichisches ensemble für neue musik, Blank Manuskript 21.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal LOUNGE 21.30 UHR DIALOGE MEDITATION

DIENSTAG 26.11 14.00 UHR ORTSWECHSEL 6 17.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM 19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal KONZERT UND GEORG TRAKL-PREISVERLEIHUNG Minguet Quartett, Tanja-Ariane Baumgartner, Thorsten Johanns 21.30 UHR DIALOGE MEDITATION


MITTWOCH 27.11

SAMSTAG 30.11

14.00 UHR ORTSWECHSEL 7

11.00 UHR ORTSWECHSEL 10

17.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM

14.00 UHR ORTSWECHSEL 11

19.30 UHR SzEnE Salzburg FRAMEWORK Klever Dance Company 21.30 UHR DIALOGE MEDITATION

DONNERSTAG 28.11 14.00 UHR ORTSWECHSEL 8

15.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM 17.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal ATEMZUG 2 – ÄGYPTISCHE MEDITATIONEN Frank Stadler, Hossam Mahmoud 19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Große Saal DIE GROSSE FAZIL-SAY-NACHT Fazil Say, Camerata Salzburg u. a. 22.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal ORIENTAL LOUNGE

17.00 UHR Mozart-Wohnhaus, Mozart Ton- und Filmsammlung FILM 19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal TROMPETE, TANZ & ORGEL Tamás Pálfalvi, András Gábor Virágh, Julia Gyulai 21.30 UHR DIALOGE MEDITATION

FREITAG 29.11 14.00 UHR ORTSWECHSEL 9

SONNTAG 01.12

15.00 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal MUSIK – DIE HEIMAT IN MIR! Ensemble Mini, Joolz Gale

11.00 UHR Ab 10 UHR brunch Stiftung Mozarteum, Wiener Saal BRUNCH-KONZERT Abad String Quartet

19.30 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal BENJAMIN SCHMID – PORTRÄT-KONZERT Benjamin Schmid, Salzburger Orchestersolisten u. a.

14.00 UHR ORTSWECHSEL 12

21.30 UHR DIALOGE MEDITATION

15.00 UHR Stiftung Mozarteum, Wiener Saal MUSIK UND LITERATUR Edwin Crossley-Mercer, Jason Paul Peterson, Tim Oberließen 16.30 UHR ORTSWECHSEL 13 18.00 UHR Stiftung Mozarteum, Großer Saal MOZART-REQIUEM Constantinos Carydis, Mozarteumorchester Salzburg u. a.


DiAlOGE FESTIVAL FÜR MUSIK 22.11.–01.12.2019

Herr Fladvad-Geier, warum heißen die DIALOGE eigentlich so? Weil ein paar kluge Menschen zum Mozart-Jahr 2006 auf die Idee gekommen sind, für die Stiftung Mozarteum Salzburg ein Festival der zeitgenössischen Musik zu programmieren. Wir vergessen ja immer, dass Mozart als in seinen Tagen zeitgenössischer Komponist ungemein innovativ tätig war und viele Dinge, die uns heute selbstverständlich erscheinen, neu und zum ersten Mal gemacht hat. Ich finde sowohl diesen Gedanken als auch den Titel des Festivals schön und treffend: Dialoge zu führen ist eine wichtige Aufgabe – gerade in unserer Zeit, wo immer mehr zum Problem wird, dass Menschen nicht oder nicht mehr miteinander reden. Und wer spricht da genau miteinander? Die Antwort auf diese Frage ist vielgestaltig: Zum einen sind es natürlich die Künstler, die untereinander und mit den Werken und Komponisten in Dialog treten, aber es sind auch die verschiedenen Werke, die sich aufeinander beziehen. Dann sind es Künstler mit Freunden oder mit speziellen, zum Teil überraschenden Wunschpartnern in ungewöhnlichen Kombinationen. Dass der Multiperkussionist Christoph Sietzen musikalische Dialoge mit dem Cellisten Maximilian Hornung führen wird, dürfte auch unser Publikum genauso überraschen wie das Zusammenwirken des Trompeters Tamás Pálfalvi mit der Tänzerin Julia Gyulai. Dann sind die Dialoge aber ganz zentral auch als Brücke zwischen Künstlern und Publikum zu verstehen – und zwar nicht als nüchterne Erklärung, sondern als Erlebnis, als Ereignis. Es ist selbstverständlich unser höchstes Ziel, die Menschen bei jeder einzelnen Veranstaltung emotional zu erreichen. Dazu muss niemand alles mögen, was da zu hören und zu erleben ist, aber alle sollen auf jeden Fall vom Dargebotenen angesprochen, am besten natürlich mitgerissen werden. Für mich ist es wichtig mitzuhelfen, dass sich keine Seite diesem Dialog verweigert: dass es einerseits den Musikern und auch den Komponisten nicht egal ist, was „die da“ im Saal denken, und dass andererseits auch das Publikum nicht findet, mit so „schrägen Tönen“ nichts zu tun haben zu wollen. Und dann sind es auch noch die Dialoge zwischen den künstlerischen Sparten und zwischen verschiedenen Medien. Für einen erfolgreichen Dialog braucht man eine gemeinsame Sprache. Neue Musik steht im Ruf, schwer verständlich zu sein – wie können und wollen Sie da vermitteln? Das ist unsere allererste Aufgabe: Man kann die Sprache nicht leichter machen, aber man kann sehr wohl Übersetzungshilfen geben. Das ist für mich eine Grundidee: die Möglichkeiten für den Dialog zu schaffen, so dass beide Seiten füreinander offen sind, und gleichzeitig dem Publikum Hilfen an die Hand zu geben, die den Zugang erleichtern. Ich möchte das nicht ein „Erklären“ nennen, denn darum geht es nicht. Es geht um Zugang. Möchten Sie damit der – realen oder als Klischee in den Köpfen vorhandenen – „Unnahbarkeit“ von Künstlern entgegenwirken? Sicher – und auch die Durchmischung verschiedener Publikumssegmente und Altersgruppen finde ich spannend: Wir haben einerseits ein ausdrückliches Jugendkonzert, andererseits einen „Abend für Frank Zappa“, wo das œnm auf die österreichische Progressive-Rock-Band Blank Manuskript treffen wird oder das NAMES Ensemble, das in das Museum der Moderne gehen wird. Sie geben die bisherigen Komponistenschwerpunkte bei den DIALOGEN auf und wollen das nun stärker auffächern – warum? Zwischen Amerika und Fernost, zwischen Südafrika und Nordkap ist die zeitgenössische Musik so vielgestaltig geworden, dass man nicht (mehr) sagen kann, welche Komponistin oder welcher Komponist nun paradigmatisch für eine aktuelle Richtung stehen würde. Ich kann das nur mehr als Kaleidoskop, als breites Spektrum abbilden und anbieten. Weil man ansonsten auch anfängt, Position zu beziehen für einen ganz bestimmten Stil –


und das möchte ich nicht. Ich möchte im Gegenteil Offenheit signalisieren und jene Diversität zeigen, die für die jungen Komponistinnen und Komponisten hier in Europa ja auch eine Schwierigkeit darstellt: alles ist möglich. In der Fülle des Programms fällt ein besonderes Augenmerk auf Tanz und Bewegung auf. Es gibt nicht nur das Stillsitzen im Konzert. Musik wird auf verschiedenen Ebenen wahrgenommen und spielt in verschiedenen Medien eine Rolle, etwa Oper oder Tanz. Sie kann mit bildender Kunst in Dialog treten und an bestimmten Orten sich mit speziellen Raumerlebnissen verbinden – wie im Museum der Moderne. Ich finde, das gehört unbedingt zu einem Festival zeitgenössischer Musik mit dazu. Gibt es im Programm spezielle Projekte, an denen Sie besonders hängen? Nach der Miniaturversion im Vorjahr sind es die ersten vollgültigen DIALOGE für mich, und ich habe sie extra so gebaut, dass, entsprechende Zeit vorausgesetzt, jeder zu allen Veranstaltungen gehen kann – also auch ich selbst! Es gibt viele Festivals, die ihre Fülle in weitgehender Gleichzeitigkeit anbieten. Bei mir steckt aber in jedem Projekt so viel Herzblut mit drin, dass ich lieber auf ein paar Dinge verzichtet habe, um überall auch dabei sein und alles erleben zu können. Davon abgesehen ist mir die Schiene Ortswechsel ein besonderes Anliegen, bei der wir in die Stadt und an ungewöhnliche Orte gehen, zum Beispiel den Bahnhof oder in Cafés, wo die Leute zunächst nicht erwarten, auf 15 bis 20 Minuten zeitgenössische Musik zu treffen. Das ist, finde ich, ein Zeitraum, den viele auch zwischendurch und zufällig investieren und einen erfrischenden neuen Zugang finden können. Geht es da auch um die Suche nach einem neuen Publikum? Sicher – aber ich will das nicht bloß als Werbeveranstaltung verstanden wissen, sondern wirklich als vollgültiges, eigenes Format, das an anderen Orten auch eine andere Wahrnehmung von Musik ermöglicht. Und es soll eine andere Form der Begegnung, des Dialogs zwischen Musikern und Publikum sein, fernab des geschützten Konzertsaals. Aber wenn dann ein paar Leute sagen: ,Toll, dann gehen wir doch wirklich auch mal zu einem großen Konzert bei den DIALOGEN!‘, dann ist mir das natürlich sehr recht. Wie sehen Sie einerseits die viel zitierte Schwellenangst vor dem altehrwürdigen Konzertsaal – und gibt es andererseits auch Werke, die vielleicht gar nicht so gut in den Großen Saal des Mozarteums passen? Genau darauf nehme ich nun besondere Rücksicht: Es soll das richtige Stück auch den richtigen Raum bekommen. Manchmal muss man auf Intimität achten, auf die Möglichkeit zur Konzentration; anderswo wiederum braucht man den großen, hoffentlich ausverkauften Rahmen wie etwa bei Fazıl Say, der zum Konzerterlebnis das Richtige beitragen kann. Oder auch umgekehrt, wenn ein Publikum, das sich auf Blank Manuskript freut, in der Stiftung Mozarteum ein vielleicht überraschendes, überwältigendes Ambiente findet. Der Name Fazıl Say ist gefallen: Der aus der Türkei stammende Komponist und Pianist ist mit seiner Musik ja eine Art Knotenpunkt und Umschlagplatz zwischen Kulturen und Traditionen. Liegt für Sie die Blick- oder besser: Hörrichtung in den Nahen Osten in der Luft? Das kommt einerseits aus der verstärkten Wahrnehmung, da ja mittlerweile viele junge Menschen aus diesen Ländern zu uns kommen um zu studieren und auch gehört werden, andererseits ist es der Reiz, dass da trotz europäischer Beeinflussung doch anders komponiert wird, ein anderer Zugang zur Musik spürbar ist. Der Verzicht auf den einen großen Schwerpunkt macht aber eben solche Thementage möglich, die ihren Teil zur Buntheit der DIALOGE beitragen. Das Interview mit Andreas Fladvad-Geier, künstlerischer Leiter der DIALOGE, führte Walter Weidringer


»Der Hörer muss gepackt und, ob er will oder nicht, in die Flugbahnen der Klänge hineingezogen werden, ohne dass er darum eine spezielle Ausbildung bräuchte. Der sinnliche Schock muss ebenso eindringlich werden wie beim Anhören des Donners oder beim Blick in bodenlosen Abgrund.« YAnnis XenAkis

22.11 FREiTAG


18.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

ERÖFFNUNGS-DIALOG im gespräch mit ROBERT WILSON

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

ERÖFFNUNGSKONZERT

© Stefan Siezen

CHRISTOPH SIETZEN – MULTIPERCUSSION!

CHRISTOPH SIETZEN multipercussion, MAXIMILIAN HORNUNG Violoncello, LAURA TATULESCU soprAn, THE WAVE QUARTET mArimbA bogdAn bAcAnu, christoph sietzen, emiko uchiYAmA, nico gerstmAYer HANNFRIED LUCKE propter homines orgel

DIETER AMMANN „piece for cello (imAginAtion AgAinst numbers)“ ASTOR PIAZZOLLA tAnguediA 1 JOHANN SEBASTIAN BACH fAntAsie und fuge g-moll für orgel bWV 542 JOSEPH SCHWANTNER „Velocities“ (moto perpetuo for solo mArimbA) CHRISTOPH EHRENFELLNER neues Werk für Vier mArimbAs und orgel urAufführung JOHN THROWER „Just one World“ für soprAn und mArimbA MICHAEL FRANKENBERGER neues Werk für Vier mArimbAs urAufführung MAKI ISHII thirteen drums op. 66 ARVO PÄRT „spiegel im spiegel“ GEORG MELCHIOR HOFFMANN/BACH „schlAge doch, geWünschte stunde“ bWV 53 Jahrhunderte hat es gedauert, bis die diversen Schlaginstrumente in Europa ihren uralten, schlechten Leumund als Attribute des Teuflischen loswerden konnten: Erst in der Neuen Musik wurde ihr Rang gleichsam als Orchester im Orchester endlich erkannt und kreativ ausgeschöpft. Darüber hinaus kann sich das Schlagwerk auch alle älteren Werke voll aneignen und ihnen einen speziellen Reiz verleihen. Mulitpercussionist Christoph Sietzen beweist das mit einem faszinierend reichhaltigen Programm, das Brücken schlägt zwischen Zeiten und Stilen – und bei dem gleich mehrere instrumentale und vokale Partnerinnen und Partner außergewöhnliche Dialoge mit ihm führen.


© Andreas Hechenberger nAmes – neW Art And music ensemble sAlzburg

23.11 SAMSTAG


11.00 uhr ORTSWECHSEL 1

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

im Ortswechsel verlassen die Musiker*innen den Konzertsaal und ziehen in die Stadt: an ungewöhnliche Orte, sei es der Bahnhof, Cafés, Hotels, Museen oder öffentliche Plätze – die Stadt wird zum Konzertsaal. Aber Ortswechsel heißt auch Perspektiv-Wechsel und führt zu ungewohnten Hörerlebnissen und Begegnungen auf beiden Seiten. Eine Aufforderung zum Dialog fernab des geschützten Konzertsaals. Das detaillierte Programm erscheint im Herbst.

14.00 uhr ORTSWECHSEL 2

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

15.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

17.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

ATEMZUG 1

KONZERT

RISONANZE ERRANTI, PETER TILLING dirigent HÈCTOR PARRA „un souffle en suspens“ für 15 musiker urAufführung Kompositionsauftrag der Ernst von Siemens Musikstiftung und des ensemble risonanze erranti / Peter Tilling Der Atem: Er gehört zum Leben insgesamt ebenso unabdingbar wie zur Musik im Besonderen. Ohne Atem keine Stimme, dieses erste und intimste aller Musikinstrumente. Einen Atemzug in der Schwebe hält Hèctor Parra in seinem 45-minütigen Ensemblestück „Un souffle en suspens“, das an diesem Abend seine Uraufführung erlebt: eine weit gespannte Klangarchitektur, die zu einem Selbstgespräch in den labyrinthischen Passagen unseres Inneren einlädt. „Ich erzählte Hector von meinem Ensemble, er schlug vor, eine Kammersinfonie zu schreiben auf Basis einer zurückliegenden Oper – ein Plan, der ihm schon länger vorschwebte. Die Stimmen sollten alle ins Ensemble verwoben werden, ein Raunen und Singen ohne Worte...“ (Peter Tilling über Héctor Parra und „Un souffle en suspens“.)

19.30 uhr MUSEUM DER MODERNE

NEW ART AND MUSIC

KONZERT

NAMES – NEW ART AND MUSIC ENSEMBLE SALZBURG Bildende Kunst und neue Musik in überraschenden Dialogen: Bespielt das Ensemble NAMES verschiedene Räume im Museum der Moderne, dann ist das nicht bloß ein herkömmliches Konzert mit Uraufführungen an ungewöhnlichem Ort, sondern sind elektrisierende Wechselwirkungen zwischen den Disziplinen ebenso zu erwarten wie zwischen Raum und Klang. Diese vom Ensemble komponierte, musikalische Collage lädt dazu ein, ausgewählte Stücke der letzten Jahrzehnte in einem ungewöhnlichen Setting neu zu hören.


»Marla hält nach Tieren Ausschau, aber findet nur Menschen, nur Spiegel, meist trübe, und dann schnappt doch ein Mensch, ein Fisch, ein einzelner, nach luft, nach einer Oberfläche schnappt der Fisch und findet ja, vielleicht nur kurz, auch etwas Klares dort.« YArA lee aus

© Aleksandra Pawloff

Als ob man sich auf hoher See befände

»Aktuelle junge Kunst changiert zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion, zwischen genau umschriebener Form und freiem Formexperiment. Assoziationen werden nahegelegt, Feststellungen »In unserer spannenden Zeit

getroffen. Dinge werden in ihrer Entstehung, ihrem Sosein und

erhellt ein Blick in die

ihrer Veränderlichkeit gezeigt. Unbeständiges, Unbestimmtes

Vergangenheit die Perspektiven.

interessiert.«

Mit spitzer Zunge benennt

philipp mAurer

Erasmus von Rotterdam Missstände seiner Zeit. Auch der Mönch von Salzburg widmet den „Klaffern“ manche Liedzeile. Selbstverliebt, gesprächig, voll von verschiedenen Blickwinkeln und offenen Interpretationsmöglichkeiten zeigen sich auch die weiteren Musikstücke.« duo enssle-lAmprecht

24.11 SOnnTAG


11.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL Ab 10 uhr brunch

BRUNCH-KONZERT

VON NARREN UND TOREN. MUSIKALISCHE UND LITERARISCHE MITTEILUNGEN

DUO ENSSLE-LAMPRECHT blockflöten, historische und moderne schlAginstrumente, ANDRÉ HINDERLICH rezitAtion ERASMUS VON ROTTERDAM „lob der torheit“ Auszüge, musik Von GEORGES APERGHIS, MORITZ EGGERT, PETER JAKOBER, LONDON MANUSKRIPT (14. Jh.), MÖNCH VON SALZBURG (14. Jh.)

14.00 uhr ORTSWECHSEL 3

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

14.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

15.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

MUSIK & LITERATUR NEUE TEXTE UND NEUE MUSIK AFAMIA AL-DAYAA klAVier u. A. MINIATUREN – ein porträt der komponistin, piAnistin und Autorin AFAMIA AL-DAYAA

Die in Deutschland geborene Pianistin Afamia Al-Dayaa wurde in Trossingen und Brüssel ausgebildet, hat sich nach frühen Erfolgen bei Jugend musiziert mittlerweile mit einem breiten Repertoire einen Namen gemacht und studiert derzeit in Wien Komposition. Die in Wien lebende Autorin Yara Lee schildert in ihrem ersten Roman „Als ob man sich auf hoher See befände“ die Geschichte der jungen, bedrohten Liebe. Es sei „eines der rar gewordenen Bücher, in denen es nicht darum geht, was erzählt wird, sondern wie: den Rhythmus, das Tempo und den Ton der Sprache“, hieß es in einer Kritik. Ein Dialog zwischen Musik und Literatur? Ja, aber ein besonderer.


Š Johannes Ritter dorothee oberlinger


18.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

THE DISCOVERY OF PASSION

KONZERT

DOROTHEE OBERLINGER blockflöten, DMITRY SINKOVSKY countertenor und Violine, MARCO TESTORI Violoncello, LUCA PIANCA lAute, PETER KOFLER cembAlo JACOB VAN EYCK prAeludium SALOMONE ROSSI sinfoniA 11 „in eco“ DARIO CASTELLO sonAtA primA A doi soprAni LUCIANO BERIO „gesti“ GIOVANNI BATTISTA FONTANA sonAtA secondA per cAnto solo GYÖRGY LIGETI „continuum“ MARCO UCCELLINI „AriA quintA soprA lA bergAmAscA“ CLAUDIO MONTEVERDI „hor che'l ciel e lA terrA“, „sí dolce é’l tormento“ SIMONE FONTANELLI „Je commence pAr déclArer“ MICHELANGELO ROSSI toccAtA settimA TARQUINIO MERULA „folle È ben che si crede“, „lA cAttArinA“ op. 12/10 LUCA PIANCA „circles“ ANTONIO VIVALDI sonAtA d-moll op. 1/12 „lA folliA“ Wer glaubt da noch, Blockflöten wären auf das Barockrepertoire beschränkt? Dieser Abend beweist, welche spannenden Hörperspektiven sich in der Gegenüberstellung von Alter Musik und klassische Moderne ergeben können – etwa mit György Ligetis berühmtem „Continuum“, das aus extrem rasch aufeinander folgenden Einzeltönen des Cembalos die verblüffende Illusion eines belebten Dauerklangs schafft, oder in Luciano Berios Blockflötenstück „Gesti“, in dem sich Finger, Zunge und Atem zu einem geradezu irrwitzigen Spitzentanz vereinen müssen. Und in Simone Fontanellis „Je commence par déclarer“ sind die Blockflötistin Dorothee Oberlinger und der Countertentor und Geiger Dmitry Sinkovsky überhaupt mehrfach gefordert, sie auch als Sängerin, beide als Sprecher: Dialoge der besonderen Art.

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION Die DIALOGE gehen in die Kirche. Zum Abschluss des Tages konzipiert das Festival mit jungen Musiker*innen sechs Abende lang ein geistig-geistliches Programm mit Musik und Texten aus allen Jahrhunderten und setzt sich mit den großen Themen der Menschheit auseinander. 30 Minuten-Reflexionen über uns und die Welt.


25.11 MOnTAG

»if you wind up with a boring, miserable life because you listened to your mom, your dad, your teacher, your priest, or some guy on TV telling you how to do your shit, then YOU DESERVE iT.«

© Sony Pictures Classics

frAnk zAppA


11.00 uhr ORTSWECHSEL 4

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

14.00 uhr ORTSWECHSEL 5

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

17.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

ATELIERGESPRÄCH „FRAMEWORK“ UNIV.-PROF. DR. SABINE COELSCH-FOISTNER, mitWirkende An der produktion und ANDREAS FLADVAD-GEIER Dieses Ateliergespräch nimmt Bezug auf die DIALOGE-Veranstaltung am Mittwoch, 27. November.

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

EIN ABEND FÜR FRANK ZAPPA ŒNM . ÖSTERREICHISCHES ENSEMBLE FÜR NEUE MUSIK, BLANK MANUSKRIPT musik Von FRANK ZAPPA, PIERRE BOULEZ und EDGARD VARÈSE Frank Zappa war einzigartig, weil er die bis dahin akzeptierten Grenzen des Rock auf eine Weise sprengte, die ihn zum Scharnier zwischen kommerzieller und artifizieller Musik machte, zum Brennpunkt der verschiedenen Facetten der Avantgarde. Der „Vater von Punk und Postmoderne in Personalunion“ trifft hier auf seinen Freund Pierre Boulez – und das Moderne-erprobte œnm macht gemeinsame Sache mit dem kompromisslos bizarren Rock von Blank Manuskript.

21.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

LOUNGE mit dJ DOMINIK SCHÖNAUER ALIAS SCHÖNHART & drinks im Anschluss an das Konzert; freier Einlass ab 21.00 Uhr

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION


© Frank Rossbach minguet quArtett

georg trAkl

»Stille in nächtigem zimmer

Reglos nachtet das Meer.

Silbern flackert der leuchter

Stern und schwärzliche Fahrt

Vor dem singenden Odem

Entschwand am Kanal.

Des Einsamen;

Kind, dein kränkliches lächeln

zaubrisches Rosengewölk.

Folgte mir leise im Schlaf.«

Schwärzlicher Fliegenschwarm

aus Gesang des Abgeschiedenen –

Verdunkelt den steinernen Raum

In Venedig

Und es starrt von der Qual Des goldenen Tags das Haupt Des Heimatlosen.

26.11 DiEnSTAG


14.00 uhr ORTSWECHSEL 6

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

17.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

KONZERT UND GEORG TRAKL-PREISVERLEIHUNG des lAndes sAlzburg MINGUET QUARTETT ULRICH ISFORT Violine, ANNETTE REISINGER Violine, AROA SORIN ViolA, MATTHIAS DIENER Violoncello TANJA ARIANE BAUMGARTNER mezzosoprAn THORSTEN JOHANNS klArinette MANFRED TROJAHN quArtett nr. 2 für zWei Violinen, ViolA und Violoncello mit mezzosoprAn und klArinette soWie Weitere Werke Von MANFRED TROJAHN und lesung des PREISTRÄGERS/der PREISTRÄGERIN In Zusammenarbeit mit LAND SALZBURG, Kultur Ein Abend, der im Zeichen der Verleihung des Georg-Trakl-Förderungspreises des Landes Salzburg steht: „Trakl ist ein Dichter, der oberflächlich betrachtet den Weltschmerz junger Jahre ausdrückt. So habe ich ihn in jungen Jahren gelesen und dann gemerkt, dass ich ihn nicht los wurde, weil ich Anderes fand, man kann nicht sagen, Tieferes – aber durchaus solches, was ich erst als Erwachsener begriffen habe“, sagt Manfred Trojahn. Schon lange beschäftigt sich der Komponist immer wieder mit der Lyrik des Salzburger Dichters, der 1914 als vom Weltkriegsgeschehen traumatisierter Sanitätsleutnant den Tod an einer Überdosis Kokain fand: Seelentöne in Wort und Musik werden hier eins.

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION


frAmeWork

27.11 MiTTWOCH


14.00 uhr ORTSWECHSEL 7

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

17.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

19.30 uhr SZENE SALZBURG

„FRAMEWORK“ KLEVER DANCE COMPANY „frAmeWork“ urAufführung KRISTIAN LEVER choreogrAfie, KELLEN UND MARSHALL MCDANIEL musik/ sounddesign, THOMAS MIKA bühnenbild und kostüme, NUNO SALSINHA lichtdesign tänzer CAROLINA MANCUSO, OLIVIER COEFFARD, SADE MAMEDOVA, ÈVE-MARIE DALCOURT, JOEL PAULIN, SARA EZZELL u. A. In Kooperation mit AXIS Danza Udine und in Zusammenarbeit mit SZENE Salzburg „Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig“, hat Albert Einstein einmal gesagt. Der preisgekrönte finnisch-britische Choreograph Kristian Lever setzt genau diesen Gedanken mit seiner je nach Projekt sich neu formierenden Klever Dance Company in aufsehenerregenden Tanztheaterproduktionen um, die in Inhalt und Zielpublikum weit über das Herkömmliche hinausgehen. In „Framework“ wird ein und dieselbe Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt – zunächst aus der Sicht einer Frau, die entführt wurde und sich langsam mit ihren Entführern identifiziert, nach der Pause dann aus der Sicht ihrer Familie ... Wo sind die Grenzen der Selbstbestimmung, wann wird Fürsorge zur Einschränkung? Aktuelle Themen, in aufregender Weise auf die Bühne gebracht – mit Musik der jungen US-amerikanischen Komponisten Kellen und Marshall McDaniel.

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION


© Dominik Odenkirchen tAmás pálfAlVi

28.11 DOnnERSTAG

petr eben

über „Okna“ »Die Festlichkeit von Marc Chagalls großen farbigen Glasflächen erweckte in mir die Vorstellung von einer Orgel – und das Satte wie auch der Schimmer lichtdurchstrahlter Farbenbündel fügte ihr einen schillernden Trompetenklang hinzu.«


14.00 uhr ORTSWECHSEL 8

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

17.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

TROMPETE, TANZ & ORGEL TAMÁS PÁLFALVI trompete, ANDRÁS GÁBOR VIRÁGH propter homines orgel, JULIA GYULAI tänzerin JOHANN SEBASTIAN BACH concerto d-dur nAch einem instrumentAlkonzert Von Antonio ViVAldi bWV 972 GIACINTO SCELSI „quAttro pezzi“ für trompete ANDRÁS GÁBOR VIRÁGH improVisAtionen für orgel ANTOINE TISNÉ „emotion“ für trompete und tAnz GEORGE GERSHWIN prelude nr. 2 cis-moll GEORGE ENESCU „légende“ JOHANN SEBASTIAN BACH präludium und fuge A-moll für orgel bWV 543 PETR EBEN „oknA“ für trompete und orgel (AusWAhl) ROBERT ERICKSON „krYl“. sonAte für trompete solo „Mensch, lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen“, soll schon Augustinus ausgerufen haben: Der großartige junge Trompeter Tamás Pálfalvi und András Gábor Virágh, seines Zeichens Titularorganist an der Stephansbasilika Budapest, bringen an diesem Abend mit Trompete und Orgel nicht nur Irdisches und Himmlisches auf einen Nenner, sondern in einem Werk auch Tanz und Musik. Dazu das lichtdurchflutete, strahlende „Okna“ von Petr Eben, komponiert nach vier von jenen zwölf Glasfenstern, die Marc Chagall für die Synagoge der Hadassah-Universitätsklinik in Jerusalem gestaltet hat.

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION


© Lucas Kromm

»ich muss mich wieder in die Atmosphäre meines Vaterlandes einleben. ich muss wieder richtige Winter erleben und einen Frühling,

ensemble mini

der von einem Augenblick zum anderen ausbricht. ich muss wieder russische laute in meinen Ohren hören und mit leuten von meinem Fleisch und Blut reden, damit sie mir zurückgeben, was mir hier fehlt: ihre und meine lieder.«

© Leo Neumayr

sergeJ prokofJeW

benJAmin schmid

29.11 FREiTAG


14.00 uhr ORTSWECHSEL 9

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

Abschlusspräsentation der KomponierWerkstatt mit Prof. Helmut Schmidinger – Schüler*innen aus Salzburger Schulen komponieren und präsentieren, inspiriert von Mozarts Kanons, etwa dem berühmten „Bona Nox“, eigene Kanons.

15.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

MUSIK – DIE HEIMAT IN MIR! ENSEMBLE MINI, JOOLZ GALE dirigent In Kooperation mit akzente Salzburg – Initiativen für Junge Leute

AZIZA SADIKOVA „eXiled russiAn soul“ AuftrAgsWerk für dAs ensemble mini SERGEJ PROKOFJEW suite Aus „romeo und JuliA“ op. 64 DMITRI SCHOSTAKOWITSCH Allegro Aus der sYmphonie e-moll op. 93 Ein Konzert mit Komponist*innen, die in, mit und durch ihre Musik künstlerische Standpunkte zum Thema Heimat, Exil und Identität hörbar machen. Das ist die Grundlage für mit diesem Konzert verbundene Workshops und Gespräche mit Jugendlichen aus Salzburg.

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

BENJAMIN SCHMID

PORTRÄT-KONZERT

BENJAMIN SCHMID Violine und leitung, SALZBURGER ORCHESTER SOLISTEN JOHANN SEBASTIAN BACH doppelkonzert c-moll für Violine und oboe bWV 1060 HARRISON BIRTWISTLE „bAch meAsures“ JOHANN SEBASTIAN BACH „dAs Alte JAhr VergAngen ist“ bWV 614 ALBAN BERG „dem Andenken eines engels“. konzert für Violine und orchester kAmmermusikfAssung Abends überschreitet dann Meistergeiger Benjamin Schmid die Grenzen zwischen Barock und Gegenwart und zeigt, wie große Komponisten der klassischen sowie der aktuellen Moderne immer wieder Dialoge mit Johann Sebastian Bach führen: Alban Berg zitiert in seinem letzten vollendeten Werk, dem wehmütig-bewegenden Violinkonzert, den Choral „Es ist genug“, und Harrison Birtwistle fächert in seinen „Bach Measures“ die funkelnde Schönheit Bachscher Orgelstücke im Ensembleklang auf.

21.30 uhr STIFTSKIRCHE ST. PETER

DIALOGE MEDITATION


30.11 SAMSTAG

fAzil sAY

»Mein erster Klavierlehrer fragte zu Beginn jeder Unterrichtsstunde: „Was hast du heute erlebt?“ Dann wies er mich an, das in Musik auszudrücken. So lernte ich, Geschichten in Form von Musik wiederzugeben. Und wenn ich heute Mozart oder Beethoven spiele, denke ich darüber nach, welche Geschichten sie wiederum erzählen

© Marco Borggreve

wollten.«

Seit Jahrhunderten sind die musikalischen Tore Europas in Richtung des Nahen Ostens geöffnet: Wie könnte man sich etwa die Musik des Mittelalters bis zum Barock vorstellen ohne die große Familie der Lauteninstrumente, die alle auf al-’ũd zurückgehen, den Oud, die arabische Kurzhalslaute? Der Reiz des Exotischen ist dennoch bis heute geblieben: Frank Stadler und Hossam Mahmoud tauschen sich an Violine und Oud über traditionelle und zeitgenössische Musik aus, bevor dann das Rampenlicht dem Komponisten und Pianisten Fazıl Say und seinen Freunden gilt: Says Musik ist ein kreativer Umschlagplatz zwischen östlichen und westlichen Traditionen und tritt dabei unmissverständlich wider jede Tyrannei auf, sondern für gegenseitige Wertschätzung, Toleranz und Frieden. Ganz in diesem Sinne kann die große Fazıl-Say-Nacht dann mit einer Oriental Lounge stilvoll ausklingen.


11.00 uhr ORTSWECHSEL 10

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

14.00 uhr ORTSWECHSEL 11

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

15.00 uhr MOZART-WOHNHAUS, MOZART TON- UND FILMSAMMLUNG

FILM

17.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

ATEMZUG 2 – ÄGYPTISCHE MEDITATIONEN FRANK STADLER Violine, HOSSAM MAHMOUD oud GOTTFRIED FRANZ KASPAREK rezitAtion HOSSAM MAHMOUD „der Atem der reinheit“ für oud und Violine, trAditionelle ägYptische musik In Kooperation mit WØD West-östlicher Divan Salzburg

19.30 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

DIE GROSSE FAZIL-SAY-NACHT FAZIL SAY klAVier, CAMERATA SALZBURG, NIL VENDITTI dirigentin, VENTUS QUINTETT SALZBURG MORITZ PLASSE flöte, ISABELLA UNTERER oboe, CHRISTOPH HIPPER fAgott, GÁBOR LIELI klArinette, MARKUS HAUSER horn BENJAMIN HERZL Violine, BÜLENT EVCIL ˜ flöte, CAMILLE THOMAS Violoncello, SENEM DEMIRCIOGLU mezzosoprAn FAZIL SAY blAck eArth sonAtA, bläserquintett, ViolinsonAte, klAVierquintett fAssung für kAmmerorchester, cellokonzert österr. eA, flötenkonzert österr. eA, „gezi pArk 3“ In Zusammenarbeit mit „Dialog 2019 – der Salzburger Weg der Integration“

22.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

ORIENTAL LOUNGE mit dJ DOMINIK SCHÖNAUER ALIAS SCHÖNHART & drinks im Anschluss an das Konzert; freier Einlass ab 22.00 Uhr


01.12 SOnnTAG

oscAr Wilde

»But surely unto Thee mine eyes did show Why i am silent, and my lute unstrung; Else it were better we should part, and go, Thou to some lips of sweeter melody, And i to nurse he barren memory Of unkissed kisses, and songs never sung.« Silentium Amoris

Südamerika ist ein weiterer großer Einflussbereich, ohne den die europäische Musiktradition nicht jene hätte werden können als die, wie wir sie kennen. Und ein köstlicher Brunch zum Auftakt aktiviert die Sinne für ein vormittägliches Konzerterlebnis der besonderen Art. Etwas Besonderes war auch Oscar Wilde, dieser Meister der brillanten Gesellschaftskomödie, der romantischen Märchen und der gefühlvollen Lyrik: „Ernst sein ist alles“, „Das Gespenst von Canterville“ oder „Dorian Gray“ faszinieren bis heute Jung und Alt. 1895 wurde er auf dem Höhepunkt seines Ruhms in einem Schauprozess zu zwei Jahren schwerem Zuchthaus mit Zwangsarbeit verurteilt – wegen seiner Homosexualität. Gesellschaftlich geächtet und gesundheitlich ruiniert, starb er bald nach seiner Entlassung mit 46 Jahren verarmt in Paris. Der US-amerikanische Komponist Michael Linton hat eine Reihe von Gedichten Wildes als Liederzyklus vertont; Texte von und über Oscar Wilde geben Einblick in Leben und Schaffen und runden sich zum Porträt dieses sanften, gefühlvollen Hünen. Abends dann, wie immer als Finale, Mozarts Requiem, erstmals interpretiert unter der Leitung des gefeierten und Diskussionen auslösenden, stets aber elektrisierenden Constantinos Carydis, dem Gewinner des ersten Carlos-Kleiber-Preises. Dazu Musik des 1960 geborenen Griechen Periklis Koukos – und Carlo Gesualdos 400 Jahre alte, atemberaubend moderne Todessehnsucht.


11.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL Ab 10 uhr brunch

BRUNCH-KONZERT

KAMMERMUSIK ZUM FRÜHSTÜCK

ABAD STRING QUARTET JUAN PABLO PARRA BEDOYA Violine, ISRAEL GUTIÉRREZ VILDOSOLA Violine, ANDERSON GUTIÉRREZ FLÓREZ ViolA, SANTIAGO BERNAL-MONTAÑA Violoncello

BLAS EMILIO ATEHORTÚA streichquArtett LUIGI BOCCHERINI „lA musicA notturnA delle strAde di mAdrid“ op. 30/6 u. A. In Kooperation mit der HILTI Foundation

14.00 uhr ORTSWECHSEL 12

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

15.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, WIENER SAAL

MUSIK UND LITERATUR EIN NACHMITTAG FÜR OSCAR WILDE EDWIN CROSSLEY-MERCER bAssbAriton, JASON PAUL PETERSON klAVier TIM OBERLIESSEN rezitAtion MICHAEL LINTON Wilde songs

16.30 uhr ORTSWECHSEL 13

ZEITGENÖSSISCHE MUSIK IN DER STADT

URAUFFÜHRUNG der MOZARTGEMEINDE WIEN: WOLFGANG-MICHAEL BAUER komponist LARA KUSZTRICH Violine, THOMAS-MICHAEL AUNER Violoncello, MITRA KOTTE klAVier

18.00 uhr STIFTUNG MOZARTEUM, GROSSER SAAL

MOZART-REQUIEM MOZARTEUMORCHESTER SALZBURG, BACHCHOR SALZBURG, CONSTANTINOS CARYDIS dirigent, DANAE KONTORA soprAn, ANNA STÉPHANY mezzosoprAn, MAURO PETER tenor, MILAN SILJANOV bAss MOZART requiem kV 626 soWie Werke Von PERIKLIS KOUKOS und CARLO GESUALDO


KARTENPREISE EINZELKARTEN FR 22.11 18.00 Eröffnungs-DIALOG 15,–/freie platzwahl 19.30 Eröffnungskonzert i christoph sietzen – multipercussion! 45,–/38,–/30,–/15,–/10,–

SA 23.11 17.00 Atemzug 1 – risonanze erranti, tilling 15,–/freie platzwahl 19.30 New Art and Music – nAmes 25,–/freie platzwahl (eintrittskarte = ticket für mönchsbergaufzug)

SO 24.11 11.00 Brunchkonzert i duo enßle-lamprecht, hinderlich 15,– plus brunch: 5,– (süss) / 10,– (salzig) 15.00 „Musik und Literatur“ i Afamia Al-dayaa 15,–/freie platzwahl 18.00 The Discovery of Passion i oberlinger, sinkovsky u. a. 45,–/38,–/30,–/15,–/10,–

MO 25.11 17.00 Atelier Gespräch freier eintritt 19.30 Ein Abend für Frank Zappa i œnm, blank manuskript 25,–/freie platzwahl

DI 26.11

19.30 Georg Trakl: Konzert und Preisverleihung i minguet quartett, baumgartner, Johanns 25,–/freie platzwahl

MI 27.11

19.30 „Framework“ i klever dance company 30,–/freie platzwahl

DO 28.11 19.30 Trompete, Tanz & Orgel i pálfalvi, Virágh, gyulai 39,–/33,–/25,–/15,–/10,–

FR 29.11 15.00 Musik – die Heimat in mir! i ensemble mini, gale 15,–/8,– 19.30 Benjamin Schmid – Porträt-Konzert 45,–/38,–/30,–/15,–/10,–

SA 30.11 17.00 Atemzug 2 – Ägyptische Meditationen i stadler, mahmoud 15,–/freie platzwahl 19.30 Die große Fazıl-Say-Nacht 45,–/38,–/30,–/15,–/10,–

SO 01.12 11.00 Brunchkonzert i Abad string quartet 15,– plus brunch: 5,– (süss) / 10,– (salzig) 15.00 „Musik und Literatur“ i crossley-mercer, peterson, oberließen 15,–/freie platzwahl 18.00 Mozart-Requiem i carydis, mozarteumorchester, bachchor u. a. 59,–/52,–/40,–/25,–/10,–

ORTSWECHSEL, MEDITATION, LOUNGE, FILM: freier eintritt


ABONNEMENTS UND ANGEBOTE FÜR JUGENDLICHE GENERALPASS

€ 175,– gilt für alle Veranstaltungen

WOCHENENDPASS 1

€ 75,– gilt für:

FR 22.11 18.00 Eröffnungs-DIALOG, 19.30 Eröffnungskonzert i christoph sietzen – multipercussion! SA 23.11 17.00 Atemzug 1 – risonanze erranti, tilling, 19.30 New Art and Music – nAmes SO 24.11 11.00 Brunchkonzert i duo enßle-lamprecht, hinderlich (plus brunch 5,–/10,–) 15.00 „Musik und Literatur“ i Afamia Al-dayaa, 18.00 The Discovery of Passion i oberlinger, sinkovsky u. a.

WOCHENENDPASS 2

€ 90,– gilt für:

FR 29.11 15.00 Musik – die Heimat in mir! i ensemble mini, 19.30 Benjamin Schmid – Porträt-Konzert SA 30.11 17.00 Atemzug 2 – Ägyptische Meditationen i stadler, mahmoud, 19.30 Die große Fazıl-Say-Nacht SO 01.12 11.00 Brunchkonzert i Abad string quartet (plus brunch 5,–/10,–) 15.00 „Musik und Literatur“ i crossley-mercer, peterson, oberließen 18.00 Mozart-Requiem i carydis, mozarteumorchester, bachchor u. a.

DIALOGE-FLATRATE

€ 50,– gilt für alle Veranstaltungen für Jugendliche bis zum 26. lebensjahr

JUGEND-KARTEN

€ 10,– pro Veranstaltung für Jugendliche bis zum 26. lebensjahr

BESTELLUNGEN bitte an Kartenbüro der Stiftung Mozarteum Salzburg, Mozart-Wohnhaus, Theatergasse 2, A 5020 Salzburg Tel. +43-662-87 31 54, Fax +43-662-87 44 54, tickets@mozarteum.at, www.mozarteum.at Geöffnet Montag bis Freitag 10 bis 15 Uhr. Juli, August, Dezember, Jänner: auch Samstag 10 bis 13 Uhr

sowie über TicketGretchen, die App für den mobilen Kartenkauf www.ticketgretchen.com Ö1 Club-Mitglieder erhalten 10% Ermäßigung

auf die Veranstaltungen der „Dialoge“ vorbehaltlich der Kartenverfügbarkeit.

Sn-Card Besitzer erhalten 20% Ermäßigung auf ausgewählte Veranstaltungen vorbehaltlich der Kartenverfügbarkeit.

BESTELLBEDINGUNGEN Vorbestellung und Versand Kartenbestellungen werden persönlich, telefonisch oder schriftlich entgegengenommen. Die Karten können im Kartenbüro bezahlt und abgeholt werden oder sie werden auf Wunsch nach vollständiger Bezahlung gegen eine Gebühr von € 6,– per Einschreiben zugesandt. Rücknahme & Umtausch Eintrittskarten können grundsätzlich nicht zurückgenommen oder umgetauscht werden. Für nicht in Anspruch genommene Karten wird kein Ersatz geleistet. Programmänderungen Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen bleiben vorbehalten und berechtigen nicht zur Rückgabe von Abonnement- oder Einzelkarten.


Präsidium der Stiftung Mozarteum Salzburg: Johannes Honsig-Erlenburg Präsident, Johannes Graf von Moÿ und Christoph Andexlinger Vizepräsidenten, Thomas Bodmer, Ingrid König-Hermann, Reinhart von Gutzeit. Stellvertretend für das Kuratorium: Erich Marx Vorsitzender, Eva Rutmann Stv. Vorsitzende.

Termin-, Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten. Redaktionsschluss: 12. Juni 2019. Impressum Medieninhaber und Verleger: Stiftung Mozarteum Salzburg, Schwarzstraße 26, A 5020 Salzburg, T. +43-662-88 940 Gesamtverantwortung Tobias Debuch, Kaufmännischer Geschäftsführer. Künstlerische Leitung DIALOGE Andreas Fladvad-Geier. Redaktion, Layout Angelika Worseg, lisa Maria Tiefenthaler, Georg Hopfinger. Texte: Walter Weidringer. Sujet: © Stiftung Mozarteum Salzburg. Künstlerfotos wenn nicht anders angegeben: Künstler und Agenturen. Druck: Roser.

www.facebook.com/StiftungMozarteum

www.mozarteum.at


Liebe DIALOGE Besucher,

es ist uns eine Ehre – und auch eine große Freude – nun schon zum fünften Mal das DIALOGE Festival zu unterstützen.

Die Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Musik und deren Förderung ist uns ein wichtiges Anliegen. Aus persönlichen Gründen liegt mir das DIALOGE Festival besonders am Herzen, da es von meinem Vater, Hans Landesmann, ins Leben gerufen wurde.

Die zeitgenössische Musik zu fördern, war ihm stets ein besonderes Anliegen, und ihm diesen Wunsch erfüllen zu dürfen, bedeutet für mich eine große Freude und Genugtuung.

Ich danke allen Festivalbesucherinnen und -besuchern für das Interesse und wünsche Ihnen ein wundervolles Erlebnis.

Mit freundlichen Grüßen,

Prof. (FH) Dr. Marcel Landesmann Partner

Die Stiftung Mozarteum Salzburg dankt

www.gutmann.at

für die Unterstützung der »Dialoge«


Stiftung Mozarteum Salzburg SchwarzstraĂ&#x;e 26, 5020 Salzburg, Austria tickets@mozarteum.at www.mozarteum.at

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Dialoge 2019 – Festival für Musik  

Andreas Fladvad-Geier, künstlerischer Leiter des DIALOGE Festivals der Stiftung Mozarteum Salzburg: "Ein paar kluge Menschen sind zum Mozart...

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