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moustache  |  editorial


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EDITORIAL Diesen Monat war ich wirklich wahnsinnig unter Stress. Ich strecke meinen Zeh mal vorsichtig ins berühmte kalte Wasser und habe das Gefühl, gleich ganz hineinzufallen. Und ich weiss nicht, ob mir das so recht gefallen will. Da sind zum einen die zahlreichen Abschlussprüfungen, der bevorstehende Umzug, Bewerbungsgespräche hier, Aufnahmeprüfungen da. Und da war doch noch was – ach ja richtig, das Magazin produziert sich auch nicht von selber! Alles in allem war der Monat Mai bisher einer der anstrengendsten im Jahr 2010. Deshalb hat die zweite MoustacheAusgabe auch ein klein wenig Verspätung. Aber was lange währt und so weiter, jedenfalls wünschen wir euch ganz viel Spass mit der neuen Ausgabe und bedanken uns für die Glückwünsche und lieben Zustupser, die wir so weit von euch erhalten haben. Auf ein Neues!

Miriam Suter, Chefredakteurin


moustache  |  inhalt

INHALT MODE Dottis Dots 

KULTUR 7

Film

WOW Heisst das Ziel

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Judiths Pflichtfilm-Tipp 23

Polaroid lebt weiter

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No Education

PLAYLUST

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Fotos auf T-Shirts? Logo!

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AUSGANG Agenda

MUSIK 21

SCHNAUZIGES

CD-Rezensionen

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HI-GRIP

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Bonaparte und der Wolf im Schafspelz

Horoskope

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Impressum

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Wettbewerbe

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Zum Brotkorb mit ‌

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Vorschau

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moustache  |  mode

HUNDERT PUNKTE FÜR SECONDHANDKLAMOTTEN! Wer qualitativ gute und zudem auch noch schöne Vintagekleidung sucht, muss lange suchen. Vor allem in der Schweiz – die Brockis sind meistens eher eine Geduldprobe als Goldgrube (und werden zudem, wie das beliebteste Schweizer GratisSchmierblatt « 20Minuten » letztens behauptet hat, von all den jungen Szenis leer gekauft). Dem schafft jemand Abhilfe. Dotti lebt in Zürich und arbeitet als Texterin und Copywriter. So viel verrät uns jedenfalls ihr Blogger-Profil. Klickt man sich durch ihren Blog „Dotti’s Dots“, so taucht man ein in eine Welt aus hauchzarten Stoffen, himmlisch süssen Farbkombinationen, Cupcakes und Hirschgeweihe an den Wänden. Dotti betreibt ausserdem einen Shop auf der Platform etsy.com. Das teuerste Stück kostet hier 170.- Franken und ist eine Vintage Pelzjacke aus den 1940ern. Von Halstüchern über Taschen bis hin zu wunderschönen Kleidern und Schuhen bietet der Shop von Dotti nahezu alles, wonach man in den Brockis meist vergeblich sucht. Wir haben die liebenswerte Dotti nach Geheimtipps und den Grund für ihre Liebe zu Zürich befragt.

Wo findest du die Vintage-Schätze, die du in deinem Etsy-Shop verkaufst? Das, selbstverständlich, bleibt mein Betriebsgeheimnis. Aber im Grunde kann das überall sein – auf dem Flohmarkt, bei einer Freundin oder den Grosseltern, im Netz. Und natürlich in meinem eigenen Fundus. Ich halte stets die Augen offen. Und zugegebenermassen habe ich auch einen Grosshändler an der Hand, der mir ein Gros der Kleidungsstücke liefert.

Woher kam die Idee, einen Online-Shop zu eröffnen?

Ich glaube, dass fast jedes Mädchen gerne was eigenes hätte. Etwas, worin man sich selbst verwirklichen kann. In meinem eigentlichen Job war das nur partiell der Fall – als Werbetexterin arbeitet man nämlich meistens und exklusiv für einen Kunden: den Mülleimer. Zu viele Menschen wollen mitreden – die eigenen Mitarbeiter, Vorgesetzte, Kunden und dann noch die Frauen von Kunden. Bei meinem Shop, der in Bälde eröffnet – Etsy ist nur eine Interimslösung – und nicht unbedingt für immer ein digitaler bleiben muss, ist‘s allein meine Sache was ich tue. Ich muss mich vor niemandem, nur dem Bankkonto, rechtfertigen. Dass ich Vintage verkaufe, ist die logische Konsequenz meines eigenen Kleidungsstils. Und meiner Begeisterung für schöne, einmalige, in die Jahre gekommene Klamotten. Es könnten sonst auch Torten, Blumenbänke, Werkzeuge, Hundefutter oder sonst was sein.


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moustache  |  mode

Was denkst du darüber, wie sich die Schweizer anziehen?

Ehrlicherweise bin ich positiv überrascht. Zumindest, wenn es um die Zürcher (die anderen kenne ich einfach weniger gut – noch!) geht. An einem Samstag in der Innenstadt (nein, definitiv nicht mein Hobby – notwendiges Übel) muss man sich schon sehr anstrengen, schlecht gekleidete Menschen zu entdecken. In einer deutschen Stadt ist es umgekehrt. 

Was gefällt dir an Zürich, was überhaupt nicht?

Bislang finde ich nur Worte des Lobes. Die Berge in Sichtweite, der See, das gute Essen und die Clubs und Lokale überzeugen mich total. Ich kann mir vorstellen, hier lange, lange, lange zu bleiben. Vielleicht sogar für

immer. Einzig das mit den verknappten Ladenöffnungszeiten ist für eine Berlinerin vielleicht ein bisschen suboptimal. Aber wirklich nur ein winzig klitzekleines bisschen.

Warum eigentlich ein Modeblog? Welche anderen (Mode)Blogs liest du selbst regelmässig?

Ich würde gar nicht behaupten wollen, dass Dotti‘s Dots ein ausgemachter Modeblog ist. Eigentlich poste ich alles, was mir gefällt. Schöne Fotos, Leckeres Essen, feine Absteigen, schnuckelige Hotels. Und eben auch das eine oder andere meiner Outfits. Selbst lese ich sehr gerne und im Grunde tagtäglich Blogs, die gute Laune machen, bunt und fröhlich sind. Underbara Clara, Mädchen blogt, I love muffins, Daydate, Pink bow, La lila ... und so viele mehr.

Schaut doch mal in meine Blogroll!

Was sind deine Geheimtipps fürs Vintage-Shoppen?

Geheimtipps habe ich nicht. Wenn ich zufällig etwas entdecke, was ich HABEN MUSS, bezahle ich fast jeden Preis dafür. Aber meistens stöbere ich bei eBay oder etsy nach bestimmten Details, die ich gerne mag. Bubikragen, Kariertem und so weiter. Wenn man sich von tollen Fotos, die meistens in enger Beziehung zum Preis stehen nicht zu sehr verleiten lässt, sondern auch mal die unscheinbareren Angebote durchklickt, kann man wahre Schnäppchen machen. Das gleiche gilt für kleine Macken. Ein nicht versäumter Rock oder ein ungereinigtes Kleid machen beim Preis viel aus. Der Aufwand, das selbst in Ordnung zu bringen, dafür aber relativ gering.


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Dottis Blog: http://dottisdots.blogspot.com/ Dottis Online-Shop: www.etsy.com/shop/kikirikikikiriki Die wundervolle Dotti ist 端brigens am 28. Juni sowie am 16. August zusammen mit Hendrike von Pony H端tchen am Montagsmarkt im Z端rcher Rimini zu finden sein. Vorbeischauen lohnt sich auf jeden Fall!


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WOW

HEISST DAS ZIEL

« There are three responses to a piece of design – yes, no and WOW! Wow is the one to aim for. » Diesen Spruch des International Design Festivals Berlin liest man momentan als Erstes auf der Website von Anita Moser. WOW finden wir auch die Schuhe, die uns Madame diese Saison vor die Nase wirft. Wir haben Anita ein paar Fragen über ihr Schaffen gestellt. (Text: Miriam Suter, Fotos: Flurina Rothenberger)


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Woher hast du deine Ideen für die Kollektionen?

Die Ideen fliegen mir zu. Wichtig sind sowieso die Fragen, die ich mir stelle. Wie kann zum Beispiel eine Schuhsohle an den Fuss gebunden werden? Ganz schlicht und funktional oder opulent und dekorativ geknotet? Aber eigentlich sind das für mich wirklich nur Ausgangspunkte, die für die fertige Kollektion total unwichtig sind. Mich interessiert der Entwicklungsprozess. Meistens entferne ich mich dabei ziemlich weit von der Idee.

Wie hat alles angefangen?

Ich habe eine Ausbildung als Schuhmodelleuerin gemacht und dort das Schnittzeichnen von Schuhen gelernt. Dann habe ich in Zürich und in Basel Modedesign studiert. Dann kam die Selbsständigkeit.

Warum nur Schuhe? Planst du auch noch andere Stücke?

Schuhe sind komplex genug. Vor allem wenn sie nicht nur als Einzelpaare existieren sollen, sondern seriell herge-

stellt werden. Für mich sind Schuhe das spannendste Accessoire. Die Funktion ist ausschlaggebend. Ein Schuh ist eben kein Schuh, wenn man nicht damit rumlaufen kann. Da kann er noch so schön sein!

Das Verfahren, mit dem die Schuhe der aktuellen Kollektion eingefärbt wurden, sieht ja recht abenteuerlich aus. Wie bist du darauf gekommen? Ich habe einen Schuh genommen und ihn in ein Farbbad getunkt und geguckt, ob er nach dem Trocknen noch wie ein Schuh aussieht. Voilà!

Würdest du deine Schuhe selber anziehen?

Was heisst würde...ich machs regelmässig. Manchmal nervt es aber, wenn die Leute fragen ob die Schuhe an meinen Füssen von mir sind.  Ich trage Anita Moser, Michel Vivien, alte Ballys...und französische Espadrilles. Wie’s grad passt.


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Wer soll deine Schuhe anziehen?

Frauen, die sie vergessen können, sobald sie sie angezogen haben. Es reicht wenn die Betrachter schauen. Sie selber brauchen sich nicht in jedem Schaufenster zu bewundern.

Wenn du ein Schuh wärst, was für einer?

Frühmorgens wär ich ein wunderschöner, vom Vorabend etwas staubiger Highheel. Mittags eine simple geflochtene Strohsandale und abends ein sündhaft teurer zugeknöpfter Stiefel.

Trägst du lieber hohe oder flache Schuhe?

Was für eine Frage. Hohe natürlich! Manchmal mag ich aber meinen Gang in flachen Schuhen. Dann werde ich jemand Anderes.

Wen möchtest du gerne mal mit deinen Schuhen an den Füssen sehen? Ich seh jede gern, die sie gut trägt. Sophie Hunger oder Judith Hermann wären nett, Silvie Fleury hat sie bereits.


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POLAROID LEBT WEITER – Bereits in der letzten Ausgabe haben wir euch einen Jungen vorgestellt, der T-Shirts bedruckt. Und ratet mal, so einen gibt es auch in der Schweiz! Wir haben Philippe, Gründer des Nachwuchslabels Gobé, ein paar Fragen gestellt. (Miriam Suter)

Wie bist du auf die Idee gekommen, T-Shirts zu bedrucken? Denkst du nicht,dass der Modemarkt überfüllt ist? Durch die Maturarbeit, die ich letztes Jahr zu schreiben hatte, bin ich mit einer Kollegin darauf gekommen, ein Kochbuch zu erstellen. Da ich mich schon seit längerer Zeit mit Gestaltungsprogrammen wie Photoshop beschäftige und leidenschaftlicher Hobbyphotograph bin, übernahm ich die Gestaltung und Foodphotographie des Kochbuchs. Ich war dort das erste Mal mit realer Kostenrechnung verwickelt: was kostet wie viel?, usw. Da das Kochbuch sehr gut ankam habe ich gemerkt, dass ein künstlerisches Projekt mit viel Elan wirklich realisierbar ist. Weil ich immer schon meinen recht eigenwilligen Kleidergeschmack hatte und mich für Mode interessiere, war die Idee zu den Shirts nicht mehr weit. Es ist schwierig zu sagen ob der Modemarkt allgemein überfüllt ist. Der globalisierte Modemarkt ist  sicher mehr als überfüllt. Ich finde es schade, dass die  Nachfrage nach  globalisierten Modemarken  so viel grösser ist als jene nach regionalen. Denn meiner Meinung nach sind die lokalen Modeläden mindestens so aufregend und qualitativ oft besser. Alleine die dutzende Modegeschäfte im Kreis 4 und 5 in Zürich sind sehenswert.

Was denkst du über Modeblogs? Liest du selber welche?

  Modeblogs sind etwas ganz geiles! Sie sind zugleich Inspirationsquelle als auch Lückenfüller à la Facebook. Zumindest ich ziehe mir parallel zu Facebook oftmals Modeblogs rein. Zum Teil kommt man ins Staunen, oder ins Schwärmen bis hin zum Lachen; Modeblogs sind wirklich etwas Unterhaltsames.  

Ist Modedesigner dein Berufsziel oder etwas anderes?

 Ich liebe Mode und Gestaltung, doch Modedesigner ist definitiv nicht mein Ziel. Ich beginne nächstes Jahr mit dem Wirtschaftsstudium und danach würde ich sehr gerne Richtung Mode. Vielleicht bietet sich irgendwo ein Job als Einkäufer oder ähnliches an. Ich bin mir einfach ziemlich sicher, dass Fashion, mindestens von der Interessenseite her, das Richtige für mich ist.  


AUF T-SHIRTS!

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Wie gefällt dir der Stil der Schweizer?

  Ach, da möchte ich nicht pauschalisieren. In der Schweiz sind wir sehr individuell. Es ist spannend, die verschiedenen Kleiderkulturen aufgrund der stark  unterschiedlichen Kulturen zu beobachten.  Die einen mögen es Klassisch, andere eher Bling-Bling. In der Schweiz gibt es auf jeden Fall sehr viele verschiedene Auffassungen von «Style». 

Was machst du sonst so? Schule? Lehre? Momentan besuche ich noch das Wirtschaftsgymnasium in Winterthur. Im September werde ich aber für drei Monate auf England gehen. Natürlich auch um den schönen englischen Akzent zu lernen.   

Der liebe nette Philippe war dann auch so frei und hat uns glatt ein T-Shirt rübergeschickt, damit ihr euch drum prügeln könnt. Schickt uns einfach eine E-Mail an info@moustache-magazin. ch mit eurer Konfektionsgrösse, Name und Adresse. (T-Shirt, das verlost wird: Shirt mit GOLD-Motiv!)


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« Mein Motto: Lieber ein spezielles, exklusives Stück, als drei  weniger Tolle.  So funktioniert auch GOBÉ. »


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LUST ZU SPIELEN ?

Die Schweizer Bloggerin PLAY tigert schon seit einiger Zeit durch Zürich und den Rest der Welt. Auch dieses Jahr lanciert sie wieder zusammen mit ihren Gspänli von Ron Orp das Zürcher Lookbook. Wir haben ihr vorab ein paar Fragen gestellt (und manchmal nur Schweigen erhalten). (Interview: Miriam Suter)


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Wie ist dein richtiger Name (und warum verrätst du ihn nicht?)?

Was machst du als erstes nach dem Aufstehen?

Warum hast du einen Blog gegründet und wie bist du auf den Namen Playlust gekommen?

Was willst du werden, wenn du gross bist?

Ich ging 2006 mit meinem Foto-Portfolio online und wollte nebenbei mit einem Blog mehr Traffic reinbringen. Da das mit der Fussball WM zusammenfiel, startete Playlust als Fussballblog. Mittlerweile ist Fashion the Passion, und der Blog ist der Hauptgang. Fussballfan bleibe ich trotzdem. Playlust ist ein Wortspiel aus Play und Wanderlust.

Welche Blogs liest du selber (regelmässig)? Welche gefallen dir, welche nicht?

Style Bubble, Business of Fashion, Cathy Horyns Blog auf der New York Times Online, The Cut. Ich bin mehr der Typ News-Junkie. Mode-Blogger, die sich selber in ihren neusten Outfits fotografieren, oft sehr amateurhaft, finde ich extrem öd.

Nach welchen Kriterien wählst du die Themen aus, über die du bloggst? Die Themen müssen now & wow sein.

Emails, Facebook und News-Reader checken.

Klein.

Was macht deiner Meinung nach einen guten Blog/einen guten Blogger aus? Haltung und Humor.

Magst du Schnäuze?

Solange sie nicht versuchen, mich zu küssen, ja.

Welcher ist dein Handy-Klingelton? Marumba aus den iPhone Standard Klingeltonangebot

Fünf Sachen, die du magst:

Das Meer Fondue England Playlust Die Sendung Willkommen Österreich (ORF)

Fünf Sachen, die du nicht ausstehen kannst:

Klugscheisser Mittelmässigkeit Massentierhaltung- und Schlachtung. Die Überpräsenz von C-Promis, insbesonders Ex-Ex-Ex Missen in der Schweiz. What‘s the point?! Skinny Jeans an Männerbeinen Playlust for Ron Ronorp ZURICH LOOK BOOK 2010  Erscheint am 14. Juni via Playlust.net und Ronorp.net Bildcredits: © Play Hunter


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AGENDA! JUNI MUSIK 11.06. Bambi Beast, Yakari Rectangle KiFF Aarau (15.–) 12.06. Copy & Paste Je t’aime Bar Aarau (15.–) 12.06. B-Ekspress: Max Pashm KiFF Aarau (15.–) 19.06. Vive La Fête Stall 6 Zürich (25.–)

KINO

Here & There im Kino Freier Film Aarau Annes Vergangenheit liegt mit dem Hausrat auf der Strasse. Sie lässt alles zurück und unternimmt eine Reise durch Irland. Alleine. Es ist ihr wichtig mit keinem Menschen mehr etwas zu tun zu haben. An einem einsamen Haus am Meer trifft Anne auf Martin, einem älteren Mann. Trotz seiner Gastfreundschaft, ist sie ihm gegenüber abweisend. Am nächsten Tag nimmt sie sein Angebot an, für eine tägliche Mahlzeit Gartenarbeit zu verrichten. Einzige Bedingung: Es dürfen keinerlei Fragen gestellt werden. Wie lange können die beiden der Einsamkeit treu bleiben? Urszula Antoniak zeigt wie zwei Personen, die jeweils eine eigene Mauer der Einsamkeit errichtet haben, beginnen sich schrittweise näher zu kommen. Gepaart mit den beeindruckenden Landschaftsauf-

nahmen aus Connemara in Irland entstand ein berührender Film, der in Locarno u.a. den Preis für den besten Film erhalten hat. Turistas, ab 10. Juni im Kino Freier Film Aarau Carla und Joel sind unterwegs in die Ferien. Die Stadt Santiago haben sie hinter sich gelassen, als aus einem belanglosen Plaudern im Auto plötzlich ein Streit entsteht. Carla hat eine wichtige Entscheidung getroffen, ohne Joel einzubeziehen. Angesichts der bevorstehenden Ferien versuchen die beiden die Situation zwar zu retten, aber dem Zerwürfnis ist mit einigen Worten und einer flüchtigen Umarmung nicht beizukommen. Bei der nächsten Gelegenheit lässt Joel Carla am Wegrand stehen. Als Carla klar wird, dass Joel nicht zurückkommen wird, macht sie sich auf die Rückreise nach Santiago. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Die Regisseurin Scherson entlässt uns in Turistas mit einem heiteren Feriengefühl und der verflixten Ahnung, dass wir auch dann Touristinnen und Touristen sind, wenn wir nicht reisen. Selten wurde im Kino so erfrischend und frei über die Tücken des erwachsenen Seins sinniert.

Frontier Blues, ab 17. Juni im Kino Freier Film Aarau In der Provinz Golestan im Norden Irans leben vier Männer, die nurdarauf warten, dass irgendetwas passiert. Willkommen also im Land von Liebeskummer und Traktoren. Alam ist ein 28-jähriger Turkmene, der bei seinem Vater lebt und auf einer Hühnerfarm arbeitet. Er lernt Englisch im Selbststudium, denn er will ein Mädchen namens Ana heiraten und sie nach Baku holen. Hassan ist ein 28-jähriger Iraner, der bei seinem Onkel lebt. Seine einzigen und ständigen Begleiter sind ein Esel und ein Kassettengerät. Hassans Onkel Kazem besitzt einen Kleiderladen, aber die Kleider, die er verkaufen will, scheinen nie jemandem zu passen. Ein herrlichlakonisches Stück Kino aus der iranisch-turkmenischen Grenzregion. Aki Kaurismäki und Jim Jarmusch lassen grüssen in einem Film voller Stillleben.


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WM-ÜB ER

TR AGUN

GEN

Im KiFF in A Seefeld R arau, Eintritt jew e azzia in Z ürich, Ein ils frei. tritt eben falls frei. Türöffnu ng jeweil s 30 min . vor Spie lbeginn !


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Judiths Pflichtfilmtipp-Archiv

Kennst du den? Den arroganten Schleimscheisser von der Arbeit, der ständig von Filmen spricht und so tut als wüsste nur er was läuft? Oder den süssen Typen, der dich ins Kino eingeladen hat, du aber keine Ahnung hast was er sich mit dir ansehen will? Oder den Kassierer an der Kinokasse, der dich verwirrt und abschätzig zugleich ansieht, während du ihm mit wirren Worten zu erklären versuchst, für welchen Film du ein Ticket möchtest?   Falls dir eine oder mehrere dieser Situationen bekannt vorkommt, oder du dir einfach nur mal wieder einen guten Tipp für den nächsten Filmabend suchst, heisse ich dich herzlich Willkommen in meinem Pflichtfilmtipp-Archiv. Du bist hier goldrichtig!


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DIESMAL: CRY BABY (1989) Wer auf die Musik der 50er Jahre, absolut sinnfreie Geschichten, heisse Frauen in Petticoats, pomadisierte Haare oder Johnny Depp steht, der muss diesen Film einfach gesehen haben.

Wade «Cry Baby» Walker. Bei der Nennung seines Namens schmelzen die Herzen der Frauen, die Hände der Männer werden feucht vor Ärger und klassisch männliches Revierverhalten tritt zutage. Wieso? ER ist der Anführer der rebellischen Jugendgang «Drapes», er besitzt eine brillante Singstimme und unwiderstehlichen Bad-Boy-Charme. Dieser Meinung ist auch die gut behütete Alison welche jedoch mit dem Anführer der gegnerischen, gutbürgerlichen Gang «Squares» liiert ist. Als sie sich in Wades verbotene Welt voller Rockabilly-Musik und schnellen Autos vorwagt und sogar mit diesem anbandelt, sorgt das in ihrer eigenen sorgfältig behüteten Welt für erheblich Aufregung und führt schliesslich zur Verhaftung Wades und einem der heissesten Gefängnis-Besuchergsprä-

chen, mit Telefon hinter Sicherheitsglas, der Geschichte!   Darsteller: Johnny Depp (Wade Walker), Amy Locane (Alison), Iggy Pop (Belvedere), Willem Dafoe (Gefängniswärter ! Info: Das ist der Typ, der den grünen Kobold im ersten Spinner-Man Film gespielt hat !)   Regisseur: John Waters (Haarspray 1988)   Mein Kommentar: Die Musical-Komödie ist – um es kurz zu machen – witzig, auf keinen Fall ernst zu nehmen, unterhaltsam und bringt mit seinen herrlichen Songs den Fuss zum Mitwippen. Die Dialoge sind herrlich übertrieben und der 26-jährige Johnny Depp ist wie zu

erwarten zum anbeissen schön, anbetungswürdig und ich wäre ohne zu zögern hinter ihm auf sein Motorrad gestiegen und hätte seine Träne in einem Einmachglas aufgefangen. Alles in allem: Unvergesslich!   Dazu passt: Eine Cherry-Coke, Popcorn, ein paar Freunde und eine gemütliche Couch. Humor Anspruch Action Erotik Gesamt


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NO EDUCAT ION 60er Jahre? Liebesgeschichte? Coming of Age? Lone Scherfigs «An Education» enttäuscht eher. Aber zum Glück kann man ja einen Blick zurück in die echten 60er werfen! (Text: Vera Ferber)

Jenny ist 16, in ihrer Familie dreht sich alles nur um sie, oder eher: darum, dass sie in Oxford studieren kann nach der Schule. Der Vater trimmt sie darauf, mit einer gewissen Strenge, aber trotzdem ist er ein netter, ziemlich verständnisvoller Kerl. Die Mutter darf ab und an auch mal ihre eigene Meinung sagen. Am Ende wollen beide natürlich sowieso nur das Beste für das Kind. Und das ist nicht der Klassenkamerad Graham, den sie deswegen auch ziemlich kalt abservieren beim Kaffee trinken. Aber Jenny hat ja sowieso den schon etwas älteren David kennen gelernt, oder eher er sie, und da er höflich ist und charmant lässt sie sich von ihm ausführen und verliebt

sich in ihn, und er ist wohl auch in sie verliebt. Sie lässt sich von ihm ziemlich ausstaffieren und von ihm und seinen Freunden für ihre Intelligenz bewundern. Zu ihrem 17. Geburtstag spendiert der werte Herr dann auch glatt noch eine Reise nach Paris. Natürlich kann nicht alles perfekt sein, auch wenn es so scheint, aufgrund der Verlobung schmeisst Jenny die Schule (entgegen dem Rat ihrer Lehrerin und der Rektorin), und dann kommt es natürlich doch zum Eklat. Und das Kindchen kehrt reumütig in den Schoss des Bürgertums zurück und erkennt, was wirklich wichtig ist, nämlich Oxford. Dann bekommt man ein paar weise klingende O-Töne zu den letzten Bildern, und Ende gut, alles gut.

Ja, ohne Zweifel, die Kostüme sind ganz nett, die Schauspieler ebenfalls; Aber: Die Charaktere sind unglaubwürdig und überzogen und überhaupt; was bitteschön will der Film uns eigentlich sagen? Dass es nicht um den «Unmenschen» David geht, ist klar. Jenny ist die Hauptfigur, alles schön und gut. Coming of Age, der Titel, An Education, verspricht uns ja nichts anderes als einen Lernprozess. «DIE CHARAKTERE SIND UNGLAUBWÜRDIG UND ÜBERZOGEN UND ÜBERHAUPT; WAS BITTESCHÖN WILL DER FILM UNS EIGENTLICH SAGEN?» Wenn es denn wenigstens ein Lernprozess wäre. Irgendwann spricht Jenny ein paar kluge Worte: Das man nämlich auch ein Leben brauche, auch Spass - verwirft das dann aber am Ende alles wieder. Und überhaupt. 1961 soll der Film spielen. Damit man als Ausrede sagen kann, «ja damals war es eben so»? Wenn das wenigstens schlüssig im Charakter der Jenny transportiert würde – wird es aber nicht. Denn dafür, dass sie ja doch eher unerfahren ist, und aus behütetem bürgerlichem Elternhaus stammt, dafür geht sie vielleicht doch


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60er Jahre aber! Betrachten wir doch mal die. Denn damals präsentierte man uns weitaus überzeugendere Frauen im Film. Es geht ganz und gar nicht um strahlende Heldinnen, sondern um realistische Werdegänge, Darstellungen, Charaktere. Nehmen wir das Paradebeispiel Holly Golightly. Sie ist sicherlich nicht frei von Fehlern. Und lebt doch in gewissem Masse ein selbstbestimmtes Leben. Dass sie damit nicht immer

«ES GEHT GANZ UND GAR NICHT UM STRAHLENDE HELDINNEN, SONDERN UM REALISTISCHE WERDEGÄNGE, DARSTELLUNGEN, CHARAKTERE.» glücklich ist, sieht man im Film. Aber eben auch eine Art Werdegang, und am Ende – ja am Ende artet alles in überbordenden Kitsch aus, mit Happy End und Küssen im Regen. Aber es ist und bleibt doch irgendwie konsistent, und wir haben Moon River, das sich durch den ganzen Film zieht und am Ende nochmal bombastisch alles kulminiert. Und das Ende ist am Ende vielleicht gar nicht so sehr als ganz und gar realistisch zu sehen, vielmehr visualisiert es die Sehnsucht nach Liebe, nach Geborgenheit und Romantik, die von Paul kurz zuvor, im Taxi, noch als das wahre Ziel eines Menschen klassifiziert wurde. Lieber

Bilder: www.images.net

etwas zu selbstbewusst mit ihrer Sexualität um. Und weiss ab dem Gespräch mit David, nachdem er und sein Freund eine historische Landkarte klauten, dass er ein Blender ist, und wenn sie doch so gewitzt und klug ist, warum wirft sie die «Entdeckung» am Ende (die eigentlich gar keine ist, sondern eher eine weiter Facette im Charakter Davids) so sehr aus der Bahn? Wenn es darum ginge, dass das Mädchen durch die ganze Geschichte mit David geprägt wird, dann würde sie das doch irgendwie in ihren Werdegang integrieren. So gibt es eine halb gare Konfrontation, und dann gibt sich Jenny geläutert und negiert quasi alle Errungenschaften. Sie setzt sich hin und lernt und lernt und am Ende geht es auf nach Oxford. Und die 60er Jahre sind am Ende eben irgendwie nur Kulisse.

also Breakfast at Tiffany’s als dieses pseudo-nostalgische Filmchen ohne Aussage. Oder natürlich, wenn man schon bei Frauendarstellung im Film ist, dann Das Schweigen von Ingmar Bergmann (und es geht hier nicht um eine damals skandalöse Masturbationsszene). Der Schein einer realistischen Darstellung wird hier rein formal schon nicht mehr aufrecht erhalten (alleine die Hotelflurszenen sprechen für sich), es geht um Innenwelten, um Zwischenmenschlichkeit, um Kommunikation oder eher die Abwesenheit einer solchen, um das Schweigen, um das innere Schweigen vor allem. Und der Film generiert seine Narration nicht aus seiner Entstehungszeit, natürlich sieht man es den Kostümen an, aber die Inhalte sind zeitlos, und von einer Relevanz, die den Film auch noch heute sehenswert machen. Von der Ästhetik der Kamera und der Montage, die überragend ist, ganz zu schweigen. 


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BONAPARTE – «My Horse Likes You»
 (VÖ: 04.06.2010)

Nach Bonapartes hochgelobten De- se Likes You» dem Debütalbum im bütalbum «Too Much» kommt nun Nichts nachstehen. also endlich das langersehnte neue Ein besonderer Ohrwurm ist wohl Studio-Album «My Horse Likes You». «Computer In Love», welcher übriDas ganze Album erinnert stark an gens auch als erste Single aus dem einen Zirkus; an einen Ort, der pul- Album gelauncht wurde. siert, wo bunte Kreaturen und kleine dicke Ponys rumrennen, ein Ort wo Fazit: Wer meint, dass das Glück der es laut und lustig zu und her geht, wo Erde auf dem Rücken der Pferde liegt, Feuerspucker mit bärtigen, dicken täuscht sich – das liegt nämlich ab 4. Frauen Bier trinken und wo Millionen Juni im Plattenladen und heisst «My blinkende Lämpchen blinken. Man Horse Likes You». (Okay, das Glück kann sagen dass die Berliner Band der Erde ist die Platte wohl nicht ganz, ihrer Linie mit «My Horse Likes You» aber sie macht ganz schön viel Spass.) absolut treu geblieben ist:  Vanja Kadic Der unverschämt gute Mix aus Indierock, Elektropunk, TrashPop und Für Fans von: zügigen Melodien lässt «My Hor- Pferderennen und Zirkus

Trackliste: 01. Ouverture 02. My Horse Likes You 03. Computer In Love 04. Boycott Everything 05. L‘Etat C‘est Moie 06. Fly A Plane Into Me 07. Rave Rave Rave 08. Intermission To Mexico 09. Technologiya 10. Wir Sind Keine Menschen 11. My Body Is A Battlefield 12. Orangutang (feat. Modeselektor) 13. Adabmal 14. The End


moustache  |  musik

WOLF IM SCHAFSPELZ Moustache Magazin hat ihn gefunden: Der Mann, der die versautesten Texte klingen lässt wie Honigwaffeln schmecken – süss und unschuldig. (Text: Miriam Suter)

«Ich will deine Kuh sein, will dir meine Milch geben und dir zusehen, wie du sie trinkst. Ich will dein Birnbaum sein, will, dass du auf mich rauf kletterst, von meinen Früchten und meinem Samen probierst.» So und ähnlich klingen die Songs von Devendra Banhart. Noch anfangs dieses Jahrzehnts wanderte Devendra als obdachloser Folk-Künstler quer durch Amerika – heute gehört er zweifellos zu den faszinierendsten neuen Musikern. Mit den neuen Musikern muss man nämlich vorsichtig sein. «NOCH ANFANGS DIESES JAHRZEHNTS WANDERTE DEVENDRA ALS OBDACHLOSER FOLK-KÜNSTLER QUER DURCH AMERIKA – HEUTE GEHÖRT ER ZWEIFELLOS ZU DEN FASZINIERENDSTEN NEUEN MUSIKERN.» Die meisten gefallen mir nicht. Beziehungsweise, das was sie machen, gefällt mir nicht. Mir gefallen die alten Sachen, zu denen man sich entweder die Füsse blutig tanzen oder aber zusammen auf einem alten indischen Teppich sitzen und Tee trinken kann (wie The Byrds auf dem Cover von Fitfth Dimension). Und das schaffen die wenigsten «neuen» Musiker. Herr Banhart schafft es leider ebenfalls nicht, mit seiner Musik in die Liga der eben beschriebenen Klängen einzusteigen. Aber er kann etwas anderes, etwas, was mir mindestens genau so gut gefällt: Er schafft es, dirty talk klingen zu lassen wie Martha My Dear von den Beatles. Unschuldig, federleicht und zuckersüss. Dabei hats Devendra faustdick hinter den Ohren wenn er singt «[I want to] love you until you’re sore». Jaja, so einer ist das nämlich. Verzaubert uns

«ER SCHAFFT ES, DIRTY TALK KLINGEN ZU LASSEN WIE MARTHA MY DEAR VON DEN BEATLES.» mit seiner Wuschelmähne und den Bambi-Augen und dann kommt sowas. «Banhart ist Sergeant Pepper», schrieb der «Guardian». Ein Vergleich, dem kaum was beizufügen ist.


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Wer Devendra gerne mal live erleben möchte, der hat jetzt die Möglichkeit dazu: Der gute Mann besucht uns am 13. Juli im Zürcher Kaufleuten. Tickets für das einzige Schweizer Konzert gibt’s bei uns zu gewinnen! Wir verlosen 2x2 Tickets. Zum Mitmachen einfach eine EMail mit dem Betreff «Devendra Tickets» an info@moustachemagazin.ch schicken. Viel Glück!


moustache  |  musik

n r a c n i re HI-GRIP bezeichnen sich selbst als Monster-Rock‘n‘Roll-Band und produzieren (echt tollen) trashigen Sound, der an früher erinnert. Wir haben den Sänger René Wernli ein bisschen ausgefragt. (Sara Suter)


! ? n o i t na

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Die im Sommer 1986 gegründete Band Hi-Grip experimentierte in ihren Anfängen vor allem mit MonsterRock. Daneben mit, sagen wir «interessanten Farben» für ihre erste Mini-Platte. Das gute Stück aus Vinyl kommt in charmantem Giftgrün daher und enthält mit «Bobalina» den kleinsten, grössten und vor allem ersten Hit der Band. Das Album «Rock’n‘Roll Recycling» bildete den Grundstein für den Erfolg von Hi-Grip. Heute, 23 Jahre nach der Gründung, feiert die Band ihre Wiedergeburt mit «Reincarnation», dem neusten Album.

dem schmeckt man die Zigarette vom Morgen am Abend wahrscheinlich immer noch. Andererseits kann es aber auch ein Kunstwerk sein, so ein richtig schöner Schnauz (gekämmt und so) kann sich schon sehen lassen! Aber für mich selbst eher ein Nein für den Schnauz.

Moustache: Hörst du deine eigene Musik?

Hast du Zukunftspläne?

Rene: Ja, ab und zu. Ich mag die CD eigentlich ganz gut. Soeben hab ich mir sie auch angehört.

Hast du denn ein Lieblingslied aus den eigenen Reihen? Und weshalb?

Reincarnation! Das ist einfach ein «Happy-Lied» und ich finde es lustig. Es wäre auch ein gutes Pop-Lied fürs Radio…

Wenn du einen Tag lang ein Tier sein könntest, welches wäre das?

Ganz klar eine Katze. Dann könnte ich den ganzen Tag schlafen und jeder würde mich bedienen. Ich wäre zu nichts verpflichtet und könnte tun und lassen was ich will und wann ich will.

Was war die dümmste Interviewfrage, die dir je gestellt wurde? Wie alt seid ihr?

Was hälst du von Schnäuzen und - noch viel wichtiger - wieso hast du selbst keinen?!

Ich finde es unappetitlich, da hängen nach dem Essen immer noch Reste drin und das wirkt ungepflegt! Ausser-

Wenn du alt bist und auf dein Leben zurückschaust, was willst du sagen können? Je ne regrette rien!

Ich möchte einmal in Südfrankreich in einem kleinen Haus wohnen, an der Côte d‘Azur wär nicht schlecht. Mit Hi-Grip: Nächsten Frühling nehmen wir eine neue CD auf. «Reincarnation» hat zwar Gefallen gefunden, für uns war es aber auch ein Abtasten, wo wir standen und in welche Richtung es nun weitergehen soll. Wir hatten von jeder Richtung ein bisschen. Die neue CD wird nun mehr ein Projekt aus Freude und auch für uns selbst wird sie ein Ergebnis aus Spass an der Sache.

Hört sich toll an! Möchtest du noch was loswerden? Ja, ich wünsche dem Moustache-Team viel Erfolg und finde es super, dass ihr so was macht.

www.hi-grip.ch www.myspace.com/higrip


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Steinbock

Wassermann Beruhigen dich rauschende Gewässer? Vorsicht: auch die können tief sein …

Fische

Du fühlst dich frei wie ein Vogel, aber vernachlässige die Pflege deines Schnauzes nicht!

Widder Du möchtest gerne ein Pferd sein? Wieso nicht. Lass die anderen nur reden und tu was du willst.

Stier

Mies gelaunt? Einen Tag in der Natur verbringen und die Welt sieht schon ganz anders aus!

Zwilling Hab ein bisschen mehr Geduld mit dir und auch deinem Umfeld. Man wird es dir danken.

Krebs

Dreh einfach mal ganz auf und geniesse das Leben. Im Moment kann nichts schiefgehen!

Löwe Guter Tipp gegen Stress: Singen! Probier‘s aus! Muss ja nicht vor Publikum sein …

Jungfrau

Ein Freund braucht deine Hilfe, hör ihm zu und sei für ihn da. Und schenk ihm einen Schnauz!

Waage Du bist unglücklich und siehst nur noch alles grau? Mal dir die Welt doch wie sie dir gefällt.

Skorpion

Du brauchst einen Arsch-Tritt! Raff dich auf und tu endlich, was du schon lange wolltest.

Schütze Schon mal daran gedacht, dir ein Haustier zuzulegen? Jetzt ist der perfekte Zeitpunkt.

Jemand ist in deinen Schnauz verliebt. Da du dranhängst solltest du alles geben, ihm gerecht zu werden.


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IMPRESSUM REDAKTION Chefredakteurin: Miriam Suter Vanja Kadic LAYOUT Sara Suter Corinne Leuthard, Jasmine Varadi

KONTAKT www.moustache-magazin.ch info@moustache-magazin.ch redaktion@moustache-magazin.ch layout@moustache-magazin.ch

FOTOGRAF Oliver Fabel

STANDORT Atelier Bleifrei Buchserstrasse 19
 5000 Aarau

WEBSEITE Oliver Fabel

Ein grosses Dankeschön diesmal an: Julian Stäuble, Judith Erdin, Vera Ferber

© 2010 bei moustache. Für unverlangt eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Bild- und Textmaterialien sind Eigentum von www.moustachemagazin.ch und dürfen nur mit deren Erlaubnis verwendet werden.


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die gewinner stehen fest! Jasmin heisst die glückliche Gewinnerin, die den 1. Platz unseres Schnautz-Wettbewerbs belegte! Sie plus drei Freunde dürfen nun einmal bei Frau Meise in Baden frühstücken. Das Moustache-Team gratuliert ganz herzlich!

Doch damit noch nicht fertig! Die zweite Gewinnerin ist Fiona Dinkelbach, welche uns diese schöne Postkarte zusammenstellte! Sie hat die supertolle Schnauzkette gewonnen. Congratulations!


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! E L L A R Ü F E B R E WE T T B E W


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Ponyhütchen - zuckersüsse Kosmetik, made in Switzerland

Schaumbadzusätze in Cupcake-Form? Nach Sahnekaramell-Bonbons duftende Badeschokolade? Vanillige Pralinen in Herzform, die im warmen Wasser schmelzen und die Haut streichelweich pflegen? Was klingt wie der Badezimmerschrank unserer Schleckmaulträume kann man sich tatsächlich nach Hause bestellen! (Miriam Suter)


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E B R E W E WE T T B

Pony Hütchen wurde 2008 von Hendrike Brosig gegründet und verwirklicht in liebevoller, qualitativ hochwertiger Manufakturproduktion in Zürich zuckersüssen Träume. Auf ihrer Website findet man neben dekorativer Kosmetik wie über 60 verschiedener Lidschattenfarben, Lipbalms, Puder und Blushs die allersüssesten Produkte für Bad & Dusche, die es gibt: Cupcakes, Pralinen, Schokolade, Bonbons und sogar Luxemburgerli zum Baden. Bunt, kitschig und vor allem immer lecker und nie langweilig. Unter dem Motto «Quirky and Delicious» verkauft Hendrike ihre Kreationen online - man kann sich die duftenden Pflegeprodukte also direkt nach Hause liefern lassen! Eigen und köstlich sind die Produkte mit Namen wie «Chocotastic» oder «Rub-A-Dub» allemal.

Nur das Beste aus der Natur

In der Herstellung verwendet das Team hinter Ponyhütchen ausschliesslich edle hautpflegende pflanzliche Öle wie Jojoba-, oder Reiskeimöl sowie hochwertige Basisöle wie Oliven-, und Rapsöl und verzichtet grundsätzlich auf Erdölprodukte sowie Silikone, synthetische Tenside und Weichmacher. Exklusive Zutaten wie feine Kakaobutter, hautpflegende Shea- und Mangobutter, Meersalz, verschiedene Tonerden, Fruchtpulver aus getrockneten

Früchten, frischen Säften, Rohrzucker, pflanzliches Glyzerin, Aloe Vera, Kräuter und Kräuterauszüge wie Lavendel, Korn- und Ringelblume in höchster Qualität machen die handgemachten Produkten zu wahren Pflegewundern.

Wir brauchen kein Tierleiden, um schön zu sein!

Alle Produkte werden selbstverständlich tierversuchsfrei sowie möglichst aus regionalen schweizerischen Produkten und Rohstoffen aus kontrolliert biologischem Anbau hergestellt - und, bis auf Bienenwachs, Milchprodukte wie Bio-Ziegen- und Schafmilch und gepulverte Milch sind keinerlei tierischen Erzeugnisse enthalten. Neben ätherischen Ölen werden bei der Herstellung auch hochwertige Parfümöle verwendet. Speziell für Allergiker, Kleinkinder und alle mit einer sehr empfindlichen Haut werden unparfümierte und mit allergen-freien Düften versetzte Pflegeprodukte angeboten.

Farbe satt

«Ich werde öfters gefragt, was meine Lidschatten, Blushes und Puder von «normalen» - im Drogeriemarkt oder in der Parfümerie gekauften – Produkten unterscheidet.» Sagt die Shop-Inhaberin, «Der erste Unterschied ist zunächst, dass die dekorativen Produkte von Pony Hütchen aus natürlich gewonne-

nen, fein gemahlenen Mineralpigmenten bestehen. Sie sind parfümfrei und beinhalten keine Konservierungsstoffe. Weiterhin wird sowohl in den «günstigen» Lidschatten der Drogeriemärkte als auch in den teureren der Drogerien die teuerste Zutat, nämlich die Pigmente, durch die Zugabe von günstigeren Füllstoffen «gestreckt». In meinen Lidschatten befinden sich keinerlei dieser Streck- und Füllstoffe - sie bestehen nur aus Pigmenten, daraus ergibt sich eine extrem hohe Ergiebigkeit der Farben. So wird viel weniger Produkt benötigt, als bei «regulären» Lidschatten.» Etliche Tips und Tricks zur Anwendung der Minerallidschatten gibt es übrigens auf:

www.dasponyhuetchen.blogspot.com

Für alle, die neugierig geworden sind, haben wir natürlich noch ein Leckerli: Hendrike hat uns eine Auswahl ihrer Produkte zusammengepackt. Das duftende Päckli werden wir nun unter unseren Lesern verlosen. Mach mit per EMail an info@moustache-magazin.ch mit Name und Adresse, Betreff «Ponyhütchen»! Ausserdem kommen unsere Leser in den Genuss von fetten 20% Rabatt – alles, was ihr tun müsst, ist bei der Bestellung im Feld «Bemerkungen» den Rabattcode Moustache einzugeben. Viel Spass beim Schnoiggen und Bestellen!


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Vive la Fête «Es lebe das Fest!» Mit diesem Satz stellen Els Pynoo und Danny Mommens zwei Dinge von vorn herein klar: Erstens, dass auf ihrer Platte statt tiefsinnigen eher Tanz-, Sex- und Alkohol-orientierte Texte vorkommen werden und zweitens, dass sie aus Frankreich kommen (stinkfrech, das stimmt nicht, die beiden sind stolze Belgier)! (Miriam Suter)


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E B R E W E WE T T B

Die Geschichte um ihre Band erzählen Vive La Fête bewusst reisserisch. Schenkt man ihnen Glauben, dreht sich beider Leben ausschließlich um Sex, Champagner, Mode und sich selbst. Als sie also eines Morgens mit Brummschädel im zerwühlten Satin-Bett aufwachten, spielte Danny an seinem Lo-Fi-Synthie herum und Els begann auf Französisch dazu zu singen (obwohl das nicht einmal ihre Muttersprache sei), als Hommage an ihre großen Heldinnen Brigitte Bardot, Jane Birkin, Jacques Dutronc und Serge Gainsbourg. Fertig war der 80er Synthie-Pop mit Elektronica von Vive La Fête, wie wir sie heute kennen. Auch wenn das erste Album «Attaque Surprise» kein Erfolg wurde und die beiden ihre Konzerte in halb leeren Hallen spielen mussten, sind Vive La Fête heute eindeutig ein Garant für Tanzen bis zum Abwinken. Am 19. Juni spielen Els und Danny im Stall 6 in Zürich. Wir verlosen 3x2 Tickets, Teilnahme mit Name und Adresse unter info@moustache-magazin.ch


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KAMPF DEM SCHNAUZHAAR! Natürlich meinen wir das nicht wirklich ernst. Schnäuze sind super. Für alle, die Haare aber irgendwie doch nicht soo gerne unter der Nase tragen, haben wir ein kleines Leckerli. (Miriam Suter)

Die liebe Eva verkauft in ihrem Dawanda-Shop «Zeug und Gold» genau das, was wir suchen. Neben Kleidern für grosse und kleine Menschen findet man auch Kissen mit dem Aufschrift «Faultier» oder Tassen mit Schnauzaufdruck (die eignen sich imfall super als Weihnachts- oder sonstiges Geschenke!), sowie ein herzallerliebstes Set mit Stickern. Keine normalen Sticker natürlich, sondern Schnauz-Sticker. Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, für einen Tag Schnauz zu tragen? Bisher hat dich das lästige Kitzeln und das Hängenbleiben der Suppe in den Kunsthaaren abgeschreckt? Kein Problem! Jetzt hast du die Möglichkeit, ein Set mit Schnauz-Stickern zu gewinnen. Für garantiert haarfreien Schnauzerspass! E-Mail wie immer mit Name und Adresse an info@moustachemagazin.ch, Betreff «Wettbewerb Sticker».


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E B R E W E WE T T B


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Haben Sie die

mit Julian Stäuble

zum Brotkorb

Cumulus-Karte?

Julian Stäuble, Student, arbeitet samstags an der Migros-Kasse und erzählt, was man da so durchmacht.

Ist man eine einsame Rentnerin oder eine dieser pervers profitgeilen Hausfrauen, deren Einkaufswagen vor lauter grellen Klebern und den berühmten grünen Packungen nur so leuchtet, dann wedelt man sowieso schon beim Anstehen euphorisch mit der blauen Karte in der Hand rum. Die verkabelten Energy-Drink-Käufer mit EdHardy-Shirt und bösem Blick, die selbst an der Kasse nicht aus ihrer coolen Rolle fallen wollen, verwirrt man nur mit der Frage nach der Karte und bringt sie aus dem Konzept des wortlosen Einkaufs. Die ungeübten Männer, die mit ängstlichem und unsicheren Gesichtsausdruck umständlich ihren Einkaufswagen mal vor sich schieben und mal hinter sich ziehen, wenn ihre Frauen krank im Bett liegen, wissen nicht, ob sie eine Cumulus-Karte haben, geschweige denn, was das ist, und strecken mir schliesslich stolz die Bibliothekskarte entgegen. Dann gibt es noch diejenigen, die aus Prinzip keine Cumulus-Karte besitzen, weil «wenn Duttweiler wüsste, was aus seinem Laden gemacht wurde...» Es gibt eine grosse Bandbreite an Kundschafts-Typen, aber am spannendsten ist natürlich das jägerische Verhalten der aktiven Sammler. Geht eine Karte mal verloren, ist sie im falschen Portemonnaie oder wurde sie für einen Augenblick verlegt, droht für die Betroffene die Welt unterzugehen. Durchschnittlich ist sie etwa 38 Jahre alt, trägt neonfarbene Crocs, eine Schlabberhose und natürlich ein verwaschenes T-Shirt von einem regionalen Kreis-

turnfest. Diese ländliche, aber keineswegs untypische Hausfrau hat also soeben festgestellt, dass sie ihre Cumuluskarte nicht mehr findet und droht auszurasten. Mit beruhigender Stimme und zuversichtlichen Worten versuche ich, ihr auf die Sprünge zu helfen. Zu spät. Das Adrenalin und die Panik um die verlorenen Punkte schiessen ihr schon mit Hochdruck durch die Adern. Sie zitiert schreiend ihre Kinder zu sich, flucht, verrührt die Hände, fährt sich dann in die Haare und lässt ratlos den Kiefer fallen. Sie hatte sie aufs Band gelegt, das wisse sie noch. Was sie nicht weiss: Karten, die auf dem Band liegen, kommen selten an der Kasse an. Ich knie mich also auf den Boden, wühle in der Auffangschale unter dem Fliessband und siehe da: zwischen Zwiebelschalen, Salatfetzen, Brotkrümeln und Staubflocken liegt sie – die unverkennbare blaue Karte mit den Wolken. Die Erleichterung im Gesicht der systematischen Sammlerin und das Jauchzen und Seufzen wirken etwa so, als wäre ihr Kind - wahrscheinlich ein Kevin - grad über eine vierspurige Autobahn gerannt und heil auf der anderen Seite angekommen. Behutsam und mit einem zufriedenen Lächeln im Gesicht steckt sie die Karte wieder in ihr Portemonnaie - vorzugsweise eines mit Schweizerkreuzoder Edelweissmotiv, schiebt den Wagen energisch ins Parking und kann es kaum erwarten, den Kassenzettel akribisch genau auf Fehler zu untersuchen, um dann die 30 Rp. für die fälschlicherweise getippten Hefe zurückzufordern. «Piep» – «Cumulus erfasst – Vielen Dank»


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IN DER NÄCHSTEN AUSGABE: > > > > >

BETAHAUS BERLIN INTERVIEW LITTLE BARRIE 81 HOURS (MODELABEL) LITTLE BLACK DRESS UND VIELES MEHR!!!

FREUT EUCH AUF ENDE JULI, DENN DANN GIBTS EINE SONDER-SOMMER-SPECIAL-AUSGABE!



Moustache Magazin Nr. 2