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go sixt relax & discover

GO

Nr. 015 01.01.2010

südafrika n Axel Springer CEO Dr. Mathias Döpfner n cornelia poletto n leonardo-chef oliver kleine n michael polizas antarktis-Bilder

Relax & Discover

südafrika

Wein, wildnis und kicker-wm: das kap findet seine neue mitte.

berlin

demut und leidenschaft: mathias döpfner, ceo der axel ­springer ag, im gespräch.

antarktis

eisberge, tierparadiese und WELTWUNDER: meisterfotograf michael poliza zeigt sie uns.

Nr. 015

01.01.2010

EUR 4,80


GO welcome

Regine Sixt Ich wünsche Ihnen viel Glück, Gesundheit und Erfolg in 2010!

Liebe Freunde der Sixt-Family, was für ein aufregendes Jahr liegt da hinter uns! Für Deutschland war 2009 ein Jubiläumsjahr: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer können wir zu Recht stolz darauf sein, was wir mit vereinten Kräften aus diesem Land gemacht haben. Das Superwahljahr stellte die Weichen neu. Und weltweit arbeiteten Unternehmen an innovativen Lösungen, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, dieser Satz von Friedrich Hölderlin hat sich wieder einmal bewahrheitet. Wir bei Sixt blieben von der Finanzkrise vielleicht gerade deshalb verschont, weil wir als bald 100-jähriges Unternehmen die Fähigkeit erworben haben, mit Herausforderungen beherzt und couragiert umzugehen. Geht nicht – gibt´s nicht bei uns! Jetzt kündigt sich ein neues Jahrzehnt an. Und ich bin sicher: Das letzte Dezennium wird verblassen gegen das, was vor uns liegt. Es wird die große Zeit derjenigen werden, die unsere Zukunft aktiv gestalten. Also von Menschen wie Dr. Mathias Döpfner, der als Vorstandsvorsitzender mit viel Geschick den Kurs der Axel Springer AG bestimmt. Er ist als Schöngeist und geschickter Unternehmenslenker bekannt, der den Konzern konsequent internationalisiert. Der promovierte Musik- und Theaterwissenschaftler beweist eines: Dass man heute Format und Weitblick braucht, um souverän seinen Kurs halten zu können, durch alle Stürme hindurch. Und vermutlich lernte er in Musik und Kultur eines: Spielerisch mit Herausforderungen umzugehen. Denn Musik und Theater werden immer noch gespielt und nicht so sehr abgearbeitet. Wie sagte schon Friedrich Schiller? „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Übrigens haben acht Wirtschaftsnobelpreisträger der letzten Jahre diese höchste Anerkennung für ihre Werke zum Thema Spieltheorie in der Wirtschaft bekommen. In diesem Sinn steht uns Deutschen mit 2010 ein ganz entscheidendes Jahr bevor, in dem wir unseren Spieler- und Teamgeist wieder unter Beweis stellen können. Ich spreche von der Fußball-WM, aber noch von einem anderen Südafrika-Projekt: Mit der Regine Sixt Kinderhilfe e.V. unterstützen wir unter vielen anderen Projekten „Little Lambs“ in Südafrika. Dieser Kindergarten nahe Kapstadt versorgt in erster Linie die Kleinsten mit Nahrungsmitteln. 120 Kinder bis sechs Jahre profitieren täglich davon – gerade auch wegen des großen Herzens, das so viele von Ihnen haben. Der Jahreswechsel ist eine Chance, über unsere Werte und unser Engagement nachzudenken. Was tun wir, um Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein? Davon gibt es nämlich mehr als genug, wo man hinblickt. Die genialen Fotografien von der Antarktis in diesem Heft, aufgenommen von Michael Poliza, zeigen uns, was auf dem Spiel steht, wenn wir gedankenlos mit unserem Klima und unseren Ressourcen umgehen. Aber schauen wir jetzt zum Beginn des neuen Jahrzehnts nicht nur nach außen in die Welt, sondern auch nach innen, in uns selbst. Ich wünsche Ihnen: Nehmen Sie sich Zeit, sich zu besinnen und in sich zu gehen. Sie werden entdecken, was für ein wunderbarer, einzigartiger, kraftvoller Mensch in Ihnen steckt. In diesem Sinne bedankt sich Sixt bei allen Kunden, Partnern und Mitarbeiten für ihre Treue, und dass wir das Jahr 2009 gemeinsam so gut gemeistert haben. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Gesundheit und Erfolg und ermutige Sie, mit einem Lächeln ins neue Jahr zu gehen, Ihre Regine Sixt

2 go sixt Rubrik

editorial go sixt 3


GO welcome

Regine Sixt Ich wünsche Ihnen viel Glück, Gesundheit und Erfolg in 2010!

Liebe Freunde der Sixt-Family, was für ein aufregendes Jahr liegt da hinter uns! Für Deutschland war 2009 ein Jubiläumsjahr: 20 Jahre nach dem Fall der Mauer können wir zu Recht stolz darauf sein, was wir mit vereinten Kräften aus diesem Land gemacht haben. Das Superwahljahr stellte die Weichen neu. Und weltweit arbeiteten Unternehmen an innovativen Lösungen, um die Finanzkrise in den Griff zu bekommen. „Wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“, dieser Satz von Friedrich Hölderlin hat sich wieder einmal bewahrheitet. Wir bei Sixt blieben von der Finanzkrise vielleicht gerade deshalb verschont, weil wir als bald 100-jähriges Unternehmen die Fähigkeit erworben haben, mit Herausforderungen beherzt und couragiert umzugehen. Geht nicht – gibt´s nicht bei uns! Jetzt kündigt sich ein neues Jahrzehnt an. Und ich bin sicher: Das letzte Dezennium wird verblassen gegen das, was vor uns liegt. Es wird die große Zeit derjenigen werden, die unsere Zukunft aktiv gestalten. Also von Menschen wie Dr. Mathias Döpfner, der als Vorstandsvorsitzender mit viel Geschick den Kurs der Axel Springer AG bestimmt. Er ist als Schöngeist und geschickter Unternehmenslenker bekannt, der den Konzern konsequent internationalisiert. Der promovierte Musik- und Theaterwissenschaftler beweist eines: Dass man heute Format und Weitblick braucht, um souverän seinen Kurs halten zu können, durch alle Stürme hindurch. Und vermutlich lernte er in Musik und Kultur eines: Spielerisch mit Herausforderungen umzugehen. Denn Musik und Theater werden immer noch gespielt und nicht so sehr abgearbeitet. Wie sagte schon Friedrich Schiller? „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.“ Übrigens haben acht Wirtschaftsnobelpreisträger der letzten Jahre diese höchste Anerkennung für ihre Werke zum Thema Spieltheorie in der Wirtschaft bekommen. In diesem Sinn steht uns Deutschen mit 2010 ein ganz entscheidendes Jahr bevor, in dem wir unseren Spieler- und Teamgeist wieder unter Beweis stellen können. Ich spreche von der Fußball-WM, aber noch von einem anderen Südafrika-Projekt: Mit der Regine Sixt Kinderhilfe e.V. unterstützen wir unter vielen anderen Projekten „Little Lambs“ in Südafrika. Dieser Kindergarten nahe Kapstadt versorgt in erster Linie die Kleinsten mit Nahrungsmitteln. 120 Kinder bis sechs Jahre profitieren täglich davon – gerade auch wegen des großen Herzens, das so viele von Ihnen haben. Der Jahreswechsel ist eine Chance, über unsere Werte und unser Engagement nachzudenken. Was tun wir, um Teil der Lösung und nicht Teil des Problems zu sein? Davon gibt es nämlich mehr als genug, wo man hinblickt. Die genialen Fotografien von der Antarktis in diesem Heft, aufgenommen von Michael Poliza, zeigen uns, was auf dem Spiel steht, wenn wir gedankenlos mit unserem Klima und unseren Ressourcen umgehen. Aber schauen wir jetzt zum Beginn des neuen Jahrzehnts nicht nur nach außen in die Welt, sondern auch nach innen, in uns selbst. Ich wünsche Ihnen: Nehmen Sie sich Zeit, sich zu besinnen und in sich zu gehen. Sie werden entdecken, was für ein wunderbarer, einzigartiger, kraftvoller Mensch in Ihnen steckt. In diesem Sinne bedankt sich Sixt bei allen Kunden, Partnern und Mitarbeiten für ihre Treue, und dass wir das Jahr 2009 gemeinsam so gut gemeistert haben. Ich wünsche Ihnen viel Glück, Gesundheit und Erfolg und ermutige Sie, mit einem Lächeln ins neue Jahr zu gehen, Ihre Regine Sixt

2 go sixt Rubrik

editorial go sixt 3


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Foto: ASV

Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer AG: „Glück kann immer nur ein kurzer Moment sein. Die Tasse Capuccino morgens auf dem Balkon mit einem Blinzeln in die Sonne ist vielleicht mehr Glück als große Worte.“

In die se m h e ft 03

Herausgeberin Regine Sixt Sixt Marketing, Zugspitzstr. 1, 82049 Pullach Telefon: +49 (0)89 744 44-4247 · Telefax: +49 (0)89 744 44-843 55 · www.sixt.de

08

Verlag Büro Freihafen Verlagsgesellschaft mbH, Zippelhaus 3, 20457 Hamburg Telefon: +49 (0)40 37 50-11 13 · Telefax: +49 0(40) 41 91 95 89 · Mail: timpe@bfhh.de · www.bfhh.de Chefredakteur Wolfgang Timpe · ART Director Friederike Sattler

12

gastkommentar: Seine Durchlauchtigste Hoheit Fürst Albert II von Monaco Mitarbeiter dieser Ausgabe: Carsten Anhalt, Martha Bitter (Schlussred.), Dr. Claudia de Brabandt, Gerda Harda Brandt, Matthias Ehegartner, Sophie Karen-Engel, Daniela Erdmann, Thomas Klose, Detlef Krehahn, Michael Link, Sonja Magnus, Dr. Martin Marianowicz, Cornelia Poletto, Annette Rausch, Colette Richartz, Friederike Sattler, Konstantin Sixt, Andrea Tapper, Astrid Unger, Angelika Zanggl

36

STYLE Mann setzt im Winter auf Schokoladen-Töne: braun, gold, beige – Frau umhüllt sich mit fließendem Strick und rot­warmen Accessoires. Light my fire!

REPRO: 4mat Media · Arvato · Kleine Reichenstraße 1 · 20457 Hamburg · Telefon: +49 (0)40 76 79 36-22 · Telefax: +49 (0)40 76 79 36-28 · E-Mail: eva.claas@4mat-media.de · www.mohnmedia.de © GoSixt erscheint in der Büro Freihafen Verlagsgesellschaft mbH. Verleger & Geschäftsführer: Wolfgang Timpe Zippelhaus 3, 20457 Hamburg. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Einwilligung des Verlags ist nicht zulässig. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und/oder Bilder wird nicht gehaftet. Titelfotos: Sculpies, Christina Körte, Michael Poliza

travel Destination Südafrika. ­Fußball-WM, Winter-Golf, Weinberg-Lodging: ­Kapstadt & Co. empfangen die Besucher mit Charme und Optimismus. My Way Verlagsboss und Journalist: Gespräch mit AxelSpringer-CEO Dr. Mathias Döpfner über Bodenständigkeit, Erfolg und ­zeitgenössische Kunst.

Anzeigen: Soundbay Communications Ltd. · Wittenbergerstr. 17, 04129 Leipzig Telefon: +49 (0)341 33 77-600 · Telefax:+49 (0)341 33 77-112 · www.soundbay.co.uk

Verlags. Alle im Magazin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind rechtlich geschützt. Eine Verbreitung oder Verwertung ohne

LOUNGE Die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti, neue Carrier­Partner, Warsteiner-Kooperation, Rallye Hamburg-Berlin und die Kinderwiesn 2009.

28

FOTOGRAFen: Erol Gurian, München (www.gurian.de); Christina Körte, Hamburg (www.christinakoerte.de) Michael Poliza, Hamburg (www.michaelpoliza.com); Boris Rostami-Rabet, Hamburg

Druck + Versand: Mohn media Mohndruck GmbH · Carl-Bertelsmann-Straße 161M, 33311 Gütersloh

WELCOME Herausgeberin Regine Sixt über positive ­Neuanfänge, unternehmerische Verantwortung und: ein Lächeln!

42

Lifestyle Spitzen-Dekors: Leonardo-Chef Oliver Kleine

setzt auf formvollendeten Stil und einzigartiges Farbdesign. 48

54

LIVING Kaminzauber. Ohne Indoor-Lagerfeuer geht nichts mehr, und Ausstatterin Astrid Unger hält Dekors-Tipps parat. GASTRO Sterneköchin und Fernsehstar Cornelia Poletto hat für GoSixt-Leser ein Weihnachtsmenü komponiert.

62

TECHNICS Vom Öko-Super-TVScreen über Highend-Boxen und Hightech-Rasur: Männerträume.

66

TRAVEL Kreuzfahrt-Boom. GoSixt hat die sieben populärsten Cruise-Vorurteile überprüft. Leinen los lohnt sich.

72

Brand Wertheim Village punktet mit 700-m2-Joop-Store.

74

Fitness Dr. Martin Marianowicz über falsche BandscheibenTherapien und Wellness-Schlaf.

78

travel Meisterfotograf Michael Poliza zeigt, was bedroht ist: die

unberührte Antarktis. Natur pur. 90

Anti-aging Dr. Cleo de Brabandt über Slow-Gymnastik.

94

Art Lichtreisen: Claude Monet, James Turell, Giovanni Giacometti.

96

essay Prof. Werner Weidenfeld über die neue bunte Republik.

98

culture Marshall & Alexander, Berlin-Now-Book, Glücksbox von Dr. Eckart von Hirschhausen

Dr. Mathias Döpfner über Regine Sixt: „Sie ist für mich ein Vorbild an Zielstrebigkeit, Konsequenz und Erfolgsorientierung mit menschlicher Wärme.“


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Foto: ASV

Dr. Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer AG: „Glück kann immer nur ein kurzer Moment sein. Die Tasse Capuccino morgens auf dem Balkon mit einem Blinzeln in die Sonne ist vielleicht mehr Glück als große Worte.“

In die se m h e ft 03

Herausgeberin Regine Sixt Sixt Marketing, Zugspitzstr. 1, 82049 Pullach Telefon: +49 (0)89 744 44-4247 · Telefax: +49 (0)89 744 44-843 55 · www.sixt.de

08

Verlag Büro Freihafen Verlagsgesellschaft mbH, Zippelhaus 3, 20457 Hamburg Telefon: +49 (0)40 37 50-11 13 · Telefax: +49 0(40) 41 91 95 89 · Mail: timpe@bfhh.de · www.bfhh.de Chefredakteur Wolfgang Timpe · ART Director Friederike Sattler

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gastkommentar: Seine Durchlauchtigste Hoheit Fürst Albert II von Monaco Mitarbeiter dieser Ausgabe: Carsten Anhalt, Martha Bitter (Schlussred.), Dr. Claudia de Brabandt, Gerda Harda Brandt, Matthias Ehegartner, Sophie Karen-Engel, Daniela Erdmann, Thomas Klose, Detlef Krehahn, Michael Link, Sonja Magnus, Dr. Martin Marianowicz, Cornelia Poletto, Annette Rausch, Colette Richartz, Friederike Sattler, Konstantin Sixt, Andrea Tapper, Astrid Unger, Angelika Zanggl

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STYLE Mann setzt im Winter auf Schokoladen-Töne: braun, gold, beige – Frau umhüllt sich mit fließendem Strick und rot­warmen Accessoires. Light my fire!

REPRO: 4mat Media · Arvato · Kleine Reichenstraße 1 · 20457 Hamburg · Telefon: +49 (0)40 76 79 36-22 · Telefax: +49 (0)40 76 79 36-28 · E-Mail: eva.claas@4mat-media.de · www.mohnmedia.de © GoSixt erscheint in der Büro Freihafen Verlagsgesellschaft mbH. Verleger & Geschäftsführer: Wolfgang Timpe Zippelhaus 3, 20457 Hamburg. Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Einwilligung des Verlags ist nicht zulässig. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und/oder Bilder wird nicht gehaftet. Titelfotos: Sculpies, Christina Körte, Michael Poliza

travel Destination Südafrika. ­Fußball-WM, Winter-Golf, Weinberg-Lodging: ­Kapstadt & Co. empfangen die Besucher mit Charme und Optimismus. My Way Verlagsboss und Journalist: Gespräch mit AxelSpringer-CEO Dr. Mathias Döpfner über Bodenständigkeit, Erfolg und ­zeitgenössische Kunst.

Anzeigen: Soundbay Communications Ltd. · Wittenbergerstr. 17, 04129 Leipzig Telefon: +49 (0)341 33 77-600 · Telefax:+49 (0)341 33 77-112 · www.soundbay.co.uk

Verlags. Alle im Magazin enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind rechtlich geschützt. Eine Verbreitung oder Verwertung ohne

LOUNGE Die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti, neue Carrier­Partner, Warsteiner-Kooperation, Rallye Hamburg-Berlin und die Kinderwiesn 2009.

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FOTOGRAFen: Erol Gurian, München (www.gurian.de); Christina Körte, Hamburg (www.christinakoerte.de) Michael Poliza, Hamburg (www.michaelpoliza.com); Boris Rostami-Rabet, Hamburg

Druck + Versand: Mohn media Mohndruck GmbH · Carl-Bertelsmann-Straße 161M, 33311 Gütersloh

WELCOME Herausgeberin Regine Sixt über positive ­Neuanfänge, unternehmerische Verantwortung und: ein Lächeln!

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Lifestyle Spitzen-Dekors: Leonardo-Chef Oliver Kleine

setzt auf formvollendeten Stil und einzigartiges Farbdesign. 48

54

LIVING Kaminzauber. Ohne Indoor-Lagerfeuer geht nichts mehr, und Ausstatterin Astrid Unger hält Dekors-Tipps parat. GASTRO Sterneköchin und Fernsehstar Cornelia Poletto hat für GoSixt-Leser ein Weihnachtsmenü komponiert.

62

TECHNICS Vom Öko-Super-TVScreen über Highend-Boxen und Hightech-Rasur: Männerträume.

66

TRAVEL Kreuzfahrt-Boom. GoSixt hat die sieben populärsten Cruise-Vorurteile überprüft. Leinen los lohnt sich.

72

Brand Wertheim Village punktet mit 700-m2-Joop-Store.

74

Fitness Dr. Martin Marianowicz über falsche BandscheibenTherapien und Wellness-Schlaf.

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travel Meisterfotograf Michael Poliza zeigt, was bedroht ist: die

unberührte Antarktis. Natur pur. 90

Anti-aging Dr. Cleo de Brabandt über Slow-Gymnastik.

94

Art Lichtreisen: Claude Monet, James Turell, Giovanni Giacometti.

96

essay Prof. Werner Weidenfeld über die neue bunte Republik.

98

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Dr. Mathias Döpfner über Regine Sixt: „Sie ist für mich ein Vorbild an Zielstrebigkeit, Konsequenz und Erfolgsorientierung mit menschlicher Wärme.“


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Der neue Air-Dolomiti-Star Embraer 195: „Sie ist ein tolles Flugzeug mit ­modernster Technik und ­geringem

news

CO2-Ausstoß. So können wir weiter wachsen und unserer ­ökologischen V ­ erantwortung ­gerecht werden.”

Ohne Angst fliegen Die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti gibt jetzt mit dem Kranich-Carrier einen Ratgeber heraus, der spannende Hintergrundinfos zu Sicherheit und Fliegen bietet. Big Point sind die Schilderungen des Piloten Fabio Cassan, der das Fliegen aus Cockpitsicht schildert. Wem schon mal mulmig beim Fliegen ist oder gar Aviophobie hat, kann sich nach der Lektüre gelassener aufs schöne Airline-Abenteuer einlassen. „Fliegen Sie doch mal … entspannt“ wurde von Flugkapitän Fabio Cassan, einem erfahrenen Fluglehrer von Air Dolomiti, der Psychologin Laura Del Fabro der Agentur Texter sowie mit Unterstützung von Kapitän Raps, Executive Vice President Operations Lufthansa Passage Airlines, geschrieben. „Fliegen Sie doch mal … entspannt“; Hrsg. Air Dolomiti/Lufthansa; Sonderpreis 19,00 Euro (statt 29,00 Euro); zu bestellen im Online Shop von Air Dolomiti: www.spazioitalia.com

neue Airline-Partner von Sixt: Athens Airways

Sixt-kooperation mit Air Dolomiti

Italienischer Stil CEO Michael Andreas Kraus über Marke und Premium-Service

Ü

bertriebene Schwärmerei oder falscher Stolz sind nicht die Sache von Michael Andreas Kraus. Der Präsident und CEO von Air Dolomiti pflegt selbstbewusstes Understatement. Sein Carrier, der gerade 20. Geburtstag feiert, fliegt im Edelbusiness-Segment und hat seine Hauptverbindungen zu Lufthansa- und Star-Alliance-Drehkreuzen. Auf die Frage, wie er seine Airline im Firstclass-Luxus-Business positioniert, antwortet er: „Ich mag den Begriff Firstclass-Luxus nicht. Uns zeichnet besonders aus, dass wir Highend-Premium-Service bieten. Wir wollen einfach die Sympathien unserer Gäste aus Deutschland, Italien und aus aller Welt gewinnen.“ Kein Aufschneiden, aber gesundes Selbstvertrauen. „In Italien haben wir keinen wirklichen Wettbewerber. Unsere Passagiere bekommen an Bord einen komfortablen freundlichen

8 go sixt lounge

Service mit besten Produkten. Wir bieten echten italienischen Stil.“ Zum Jubiläum hat sich Air Dolomiti eine neue Embraer ERJ-195 gegönnt, die 116 Passagiere an Bord nehmen kann, exzellenten Komfort bietet und dafür 2008 den „Travelchannel.de Award“ bekommen hat. Flottenchef Kraus zur E-195: „Sie ist ein tolles Flugzeug mit modernster Technik und geringem CO2Ausstoß. So können wir weiter wachsen und zugleich unserer ökologischen Verantwortung gerecht werden.“ Zurzeit fliegt Air Dolomiti 19 ­Destinationen an, davon 13 in Italien (u. a. Mailand, Rom oder Turin). Außerhalb des Stiefels fliegt man Wien, Frankfurt am Main und München an. Die Kooperation mit Sixt führt für Kraus dazu, dass man „durch das Zusammenwirken der beiden Marken unsere jeweilige Präsenz im Markt“ erhöhen könne. Und: „Sixt ist eine starke und bekannte

Marke rund um den Globus.“ Einmal in Schwung erklärt der 53-Jährige auch noch den Businessbrain: „Es ist eine natürliche Partnerschaft zwischen zwei Unternehmen aus Bayern und Italien, die eine junge und kreative, authentische und lösungsorientierte Mentalität für mobile Traveller von und nach

»Es ist ein schwieriges Jahr, aber im Juli haben wir an Lufthansa-­Drehkreuzen die Passagierzahlen um vier Prozent ­steigern können.« Michael Andreas Kraus, 53 Präsident und CEO Air Dolomiti

Italien vereint.“ Danke, so buchstabiert sich also Markenpflege. Und was ist mit der Krise? Der klare Blick des Airline-Lenkers betont: „Es ist für alle ein schwieriges Jahr, aber unser Segment ist nicht so stark betroffen. Im Gegenteil: Wir haben im Juli an den Lufthansa-Drehkreuzen unsere Passagierzahlen um vier Prozent steigern können.“ Und mit Blick auf seine Flotte. „Die E-195 strahlt Zuversicht aus und hilft mit ihrer Technik die Kosten pro Sitz deutlich zu senken.“ Investition schafft Zukunft und Optimismus. Michael Andreas Kraus, Chef eines erfolgreichen edlen Regionalcarriers und selber mit viel Wachstumslust ausgestattet. Wovon träumt der Air-Dolomiti-Präsident, der seit sechs Jahren den Italo-Carrier führt? Was ist für ihn persönlich Glück? „Zehn neue Embraer 195 für unsere Flotte.“ Furchtbar sympathisch der Mann, immer bei der Arbeit. Ein Unternehmer-Manager.

Sixt freut sich über die Kooperation mit Athens Airways, der neuen regionalen Fluggesellschaft Griechenlands. Athens Airways nahm ihren Flugverkehr am 31. Januar 2009 auf und fliegt von Athen aus alle wichtigen Destinationen in Nordgriechenland und auf den griechischen Inseln an. Die ersten Destinationen sind Thessaloniki, Kavala, Alexandroupolis, Rhodos, Lesvos und Athen. Sixt ist Online-Mobilitätspartner und auf der Athens-Airways-Homepage mit einem Banner präsent, über den Kunden direkt ihre Mietwagen buchen können. Ferner gibt es Onboard-Ansagen in den Flugzeugen über Vorteile unserer Partnerschaft. Zusätzlich profitieren Athens-AirwaysKunden von Sonderraten, wenn sie am Sixtcounter Boardkarte oder Online-Ticket vorlegen. Mitglieder erhalten für jede Anmietung bei Sixt rent a car 500 Meilen und 1 000 Meilen für jeden Transfer mit dem Sixt Limousine Service. Zudem erhalten ­Fidelys-Mit­glieder Rabatte für Sixt rent a car und Sixt holiday rent a car.

Saudi Arabian Airlines Saudi Arabian Airlines ist der zweitgrößte Carrier im Nahen Osten und auch der National Carrier des König-

reichs Saudi Arabien mit Sitz in Jeddah. Der neue Partner Saudi Arabian Airlines fliegt 70 Destinationen im Mittleren Osten, in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika an. Seit 2009 ist Sixt Partner von Saudi Arabian Airlines sowie Partner des Bonusprogramms Alfursan.

Tunisair Tunisair ist die nationale Fluggesellschaft von Tunesien, die im Jahr 1948 gegründet wurde, mit Sitz in TunisCarthage International Airport. Tunisair fliegt Ziele in Europa, Afrika und im Mittleren Osten an. Tunis­air ist Mitglied in der Arab Air Carriers Organization. Seit 1. Juli 2009 ist Sixt Partner von Tunisair und wird auch Onlinesowie Fidelys-Bonusprogramm-Partner werden.

Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines ist die nationale Fluggesellschaft von Äthiopien, die im Jahr 1945 gegründet wurde, mit Sitz in Addis Abeba. Der neue Partner Ethiopian Airlines fliegt 53 internationale Destinationen in Afrika, Asien, Europa und Amerika an. Seit Juli 2009 ist Sixt Partner von Ethiopian Airlines sowie Partner des Bonusprogramms ShebaMiles. lounge go sixt 9


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Der neue Air-Dolomiti-Star Embraer 195: „Sie ist ein tolles Flugzeug mit ­modernster Technik und ­geringem

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CO2-Ausstoß. So können wir weiter wachsen und unserer ­ökologischen V ­ erantwortung ­gerecht werden.”

Ohne Angst fliegen Die Lufthansa-Tochter Air Dolomiti gibt jetzt mit dem Kranich-Carrier einen Ratgeber heraus, der spannende Hintergrundinfos zu Sicherheit und Fliegen bietet. Big Point sind die Schilderungen des Piloten Fabio Cassan, der das Fliegen aus Cockpitsicht schildert. Wem schon mal mulmig beim Fliegen ist oder gar Aviophobie hat, kann sich nach der Lektüre gelassener aufs schöne Airline-Abenteuer einlassen. „Fliegen Sie doch mal … entspannt“ wurde von Flugkapitän Fabio Cassan, einem erfahrenen Fluglehrer von Air Dolomiti, der Psychologin Laura Del Fabro der Agentur Texter sowie mit Unterstützung von Kapitän Raps, Executive Vice President Operations Lufthansa Passage Airlines, geschrieben. „Fliegen Sie doch mal … entspannt“; Hrsg. Air Dolomiti/Lufthansa; Sonderpreis 19,00 Euro (statt 29,00 Euro); zu bestellen im Online Shop von Air Dolomiti: www.spazioitalia.com

neue Airline-Partner von Sixt: Athens Airways

Sixt-kooperation mit Air Dolomiti

Italienischer Stil CEO Michael Andreas Kraus über Marke und Premium-Service

Ü

bertriebene Schwärmerei oder falscher Stolz sind nicht die Sache von Michael Andreas Kraus. Der Präsident und CEO von Air Dolomiti pflegt selbstbewusstes Understatement. Sein Carrier, der gerade 20. Geburtstag feiert, fliegt im Edelbusiness-Segment und hat seine Hauptverbindungen zu Lufthansa- und Star-Alliance-Drehkreuzen. Auf die Frage, wie er seine Airline im Firstclass-Luxus-Business positioniert, antwortet er: „Ich mag den Begriff Firstclass-Luxus nicht. Uns zeichnet besonders aus, dass wir Highend-Premium-Service bieten. Wir wollen einfach die Sympathien unserer Gäste aus Deutschland, Italien und aus aller Welt gewinnen.“ Kein Aufschneiden, aber gesundes Selbstvertrauen. „In Italien haben wir keinen wirklichen Wettbewerber. Unsere Passagiere bekommen an Bord einen komfortablen freundlichen

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Service mit besten Produkten. Wir bieten echten italienischen Stil.“ Zum Jubiläum hat sich Air Dolomiti eine neue Embraer ERJ-195 gegönnt, die 116 Passagiere an Bord nehmen kann, exzellenten Komfort bietet und dafür 2008 den „Travelchannel.de Award“ bekommen hat. Flottenchef Kraus zur E-195: „Sie ist ein tolles Flugzeug mit modernster Technik und geringem CO2Ausstoß. So können wir weiter wachsen und zugleich unserer ökologischen Verantwortung gerecht werden.“ Zurzeit fliegt Air Dolomiti 19 ­Destinationen an, davon 13 in Italien (u. a. Mailand, Rom oder Turin). Außerhalb des Stiefels fliegt man Wien, Frankfurt am Main und München an. Die Kooperation mit Sixt führt für Kraus dazu, dass man „durch das Zusammenwirken der beiden Marken unsere jeweilige Präsenz im Markt“ erhöhen könne. Und: „Sixt ist eine starke und bekannte

Marke rund um den Globus.“ Einmal in Schwung erklärt der 53-Jährige auch noch den Businessbrain: „Es ist eine natürliche Partnerschaft zwischen zwei Unternehmen aus Bayern und Italien, die eine junge und kreative, authentische und lösungsorientierte Mentalität für mobile Traveller von und nach

»Es ist ein schwieriges Jahr, aber im Juli haben wir an Lufthansa-­Drehkreuzen die Passagierzahlen um vier Prozent ­steigern können.« Michael Andreas Kraus, 53 Präsident und CEO Air Dolomiti

Italien vereint.“ Danke, so buchstabiert sich also Markenpflege. Und was ist mit der Krise? Der klare Blick des Airline-Lenkers betont: „Es ist für alle ein schwieriges Jahr, aber unser Segment ist nicht so stark betroffen. Im Gegenteil: Wir haben im Juli an den Lufthansa-Drehkreuzen unsere Passagierzahlen um vier Prozent steigern können.“ Und mit Blick auf seine Flotte. „Die E-195 strahlt Zuversicht aus und hilft mit ihrer Technik die Kosten pro Sitz deutlich zu senken.“ Investition schafft Zukunft und Optimismus. Michael Andreas Kraus, Chef eines erfolgreichen edlen Regionalcarriers und selber mit viel Wachstumslust ausgestattet. Wovon träumt der Air-Dolomiti-Präsident, der seit sechs Jahren den Italo-Carrier führt? Was ist für ihn persönlich Glück? „Zehn neue Embraer 195 für unsere Flotte.“ Furchtbar sympathisch der Mann, immer bei der Arbeit. Ein Unternehmer-Manager.

Sixt freut sich über die Kooperation mit Athens Airways, der neuen regionalen Fluggesellschaft Griechenlands. Athens Airways nahm ihren Flugverkehr am 31. Januar 2009 auf und fliegt von Athen aus alle wichtigen Destinationen in Nordgriechenland und auf den griechischen Inseln an. Die ersten Destinationen sind Thessaloniki, Kavala, Alexandroupolis, Rhodos, Lesvos und Athen. Sixt ist Online-Mobilitätspartner und auf der Athens-Airways-Homepage mit einem Banner präsent, über den Kunden direkt ihre Mietwagen buchen können. Ferner gibt es Onboard-Ansagen in den Flugzeugen über Vorteile unserer Partnerschaft. Zusätzlich profitieren Athens-AirwaysKunden von Sonderraten, wenn sie am Sixtcounter Boardkarte oder Online-Ticket vorlegen. Mitglieder erhalten für jede Anmietung bei Sixt rent a car 500 Meilen und 1 000 Meilen für jeden Transfer mit dem Sixt Limousine Service. Zudem erhalten ­Fidelys-Mit­glieder Rabatte für Sixt rent a car und Sixt holiday rent a car.

Saudi Arabian Airlines Saudi Arabian Airlines ist der zweitgrößte Carrier im Nahen Osten und auch der National Carrier des König-

reichs Saudi Arabien mit Sitz in Jeddah. Der neue Partner Saudi Arabian Airlines fliegt 70 Destinationen im Mittleren Osten, in Afrika, Asien, Europa und Nordamerika an. Seit 2009 ist Sixt Partner von Saudi Arabian Airlines sowie Partner des Bonusprogramms Alfursan.

Tunisair Tunisair ist die nationale Fluggesellschaft von Tunesien, die im Jahr 1948 gegründet wurde, mit Sitz in TunisCarthage International Airport. Tunisair fliegt Ziele in Europa, Afrika und im Mittleren Osten an. Tunis­air ist Mitglied in der Arab Air Carriers Organization. Seit 1. Juli 2009 ist Sixt Partner von Tunisair und wird auch Onlinesowie Fidelys-Bonusprogramm-Partner werden.

Ethiopian Airlines Ethiopian Airlines ist die nationale Fluggesellschaft von Äthiopien, die im Jahr 1945 gegründet wurde, mit Sitz in Addis Abeba. Der neue Partner Ethiopian Airlines fliegt 53 internationale Destinationen in Afrika, Asien, Europa und Amerika an. Seit Juli 2009 ist Sixt Partner von Ethiopian Airlines sowie Partner des Bonusprogramms ShebaMiles. lounge go sixt 9


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news

Warsteiner Premium: ­Alkoholfrei fährt mit Sixt Die Warsteiner Brauerei wirbt in Zusammenarbeit mit Sixt mit Miet-Gutscheinen in Höhe von 25 Euro.

Wer Codes sammelt, die sich im Aktionszeitraum auf jedem 6er-Pack Warsteiner Premium Alkoholfrei be­finden, kann zwei der Codes bis zum 31. Dezember 2009 auf der Homepage von Sixt einlösen. „Wir freuen uns über die Partnerschaft zweier privat geführter Unternehmen aus dem Premium­Segment“, erklärt Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Gruppe. „Sixt steht, genau wie Warsteiner, für einen hohen Qualitätsanspruch“, so Cramer weiter. „Ich freue mich sehr über die Koopera­ tion mit der Warsteiner Brauerei“, sagt Regine Sixt. „Sixt und Warsteiner sind zwei weltweit bekannte und beliebte Marken. Alle Warsteiner Premium Alkoholfrei Kunden können nun zu günstigen Konditionen in den Genuss der hochwertigen Mobilitätsdienstleistungen von Sixt kommen.“

Regine Sixt und Clarissa Käfer luden zur Kinderwiesn 2009 aufs Oktoberfest ein: „Für mich ist ein Kinderlachen das Wertvollste und Schönste, das es auf der Welt gibt.”

9. Kinderwiesn in münchen Regine Sixt Kinderhilfe e. V. Schwer kranke Kinder aus München und Berlin verbrachten auch in diesem Jahr wieder einen aufregenden Tag auf dem größten Volksfest der Welt.

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ür ein paar Stunden konnten die schwer kranken Kinder aus München und Berlin ihr Leid vergessen und sich auf die Sonnenseite des Lebens konzentrieren. Die kleinen Gäste stärkten sich zunächst gemeinsam mit Regine Sixt, Clarissa Käfer und ihrem Team bei einem zünftigen Hendl-Essen. An der neunten Kinderwiesn nahmen Münchner Kinder aus dem Klinikum Großhadern, dem Schwabinger Krankenhaus, der McDonalds Kinderhilfe, dem ICP München, der Mathilde-Eller-Schule, der Otto-Steiner-Schule, der Silvia-Görres-Schule und von den „Helfenden Händen“ teil. Aus Berlin angereist kamen Kinder von der Björn-Schulz-Stiftung, dem Kinderhospiz in Berlin, dessen Bau von der Regine Sixt Kinderhilfe e.V. mitfinanziert wurde. Die Gäste aus der Hauptstadt konnten dank der Unterstützung von Germanwings nach München geflogen werden.

Kinderfest: traurige Gesichter wieder zum Lachen bringen.

Spritztour nach Berlin Die 2. Klassik-Rallye Hamburg-Berlin, veranstaltet von „Autobild“ und gesponsort von Sixt, war ein großer Erfolg. Slow Driving ist das Markenzeichen.

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ie noch junge Klassik-Rallye Hamburg-Berlin brilliert mit ihren wunderschönen Alleen und relaxten Fahrprüfungen in der norddeutschen Tiefebene. Insgesamt 25.517 PS und viele Promis wie Boris Becker oder Katharina Witt fuhren mit. Für Konstantin Sixt, Geschäftsführer der Sixt ­e-ventures GmbH, und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Sinta Weisz, ein Fun-Erlebnis im blauen Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1958: „Wir genießen das Cruisen über wunderbare Alleen in die Hauptstadt.“

„Wir genießen das Cruisen über wunderbare Alleen“: Oldtimer-Rallye-Fans Konstantin Sixt und seine Lebensgefährtin Sinta Weisz im Mercedes-Benz 300 SL Roadster. 10 go sixt lounge

Die 3. Klassik-Rallye Hamburg-Berlin findet vom 29.–31. Juli 2010 statt. Die Nennfrist hat begonnen. www.hamburg-berlin-klassik.de


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news

Warsteiner Premium: ­Alkoholfrei fährt mit Sixt Die Warsteiner Brauerei wirbt in Zusammenarbeit mit Sixt mit Miet-Gutscheinen in Höhe von 25 Euro.

Wer Codes sammelt, die sich im Aktionszeitraum auf jedem 6er-Pack Warsteiner Premium Alkoholfrei be­finden, kann zwei der Codes bis zum 31. Dezember 2009 auf der Homepage von Sixt einlösen. „Wir freuen uns über die Partnerschaft zweier privat geführter Unternehmen aus dem Premium­Segment“, erklärt Catharina Cramer, geschäftsführende Gesellschafterin der Warsteiner Gruppe. „Sixt steht, genau wie Warsteiner, für einen hohen Qualitätsanspruch“, so Cramer weiter. „Ich freue mich sehr über die Koopera­ tion mit der Warsteiner Brauerei“, sagt Regine Sixt. „Sixt und Warsteiner sind zwei weltweit bekannte und beliebte Marken. Alle Warsteiner Premium Alkoholfrei Kunden können nun zu günstigen Konditionen in den Genuss der hochwertigen Mobilitätsdienstleistungen von Sixt kommen.“

Regine Sixt und Clarissa Käfer luden zur Kinderwiesn 2009 aufs Oktoberfest ein: „Für mich ist ein Kinderlachen das Wertvollste und Schönste, das es auf der Welt gibt.”

9. Kinderwiesn in münchen Regine Sixt Kinderhilfe e. V. Schwer kranke Kinder aus München und Berlin verbrachten auch in diesem Jahr wieder einen aufregenden Tag auf dem größten Volksfest der Welt.

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ür ein paar Stunden konnten die schwer kranken Kinder aus München und Berlin ihr Leid vergessen und sich auf die Sonnenseite des Lebens konzentrieren. Die kleinen Gäste stärkten sich zunächst gemeinsam mit Regine Sixt, Clarissa Käfer und ihrem Team bei einem zünftigen Hendl-Essen. An der neunten Kinderwiesn nahmen Münchner Kinder aus dem Klinikum Großhadern, dem Schwabinger Krankenhaus, der McDonalds Kinderhilfe, dem ICP München, der Mathilde-Eller-Schule, der Otto-Steiner-Schule, der Silvia-Görres-Schule und von den „Helfenden Händen“ teil. Aus Berlin angereist kamen Kinder von der Björn-Schulz-Stiftung, dem Kinderhospiz in Berlin, dessen Bau von der Regine Sixt Kinderhilfe e.V. mitfinanziert wurde. Die Gäste aus der Hauptstadt konnten dank der Unterstützung von Germanwings nach München geflogen werden.

Kinderfest: traurige Gesichter wieder zum Lachen bringen.

Spritztour nach Berlin Die 2. Klassik-Rallye Hamburg-Berlin, veranstaltet von „Autobild“ und gesponsort von Sixt, war ein großer Erfolg. Slow Driving ist das Markenzeichen.

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ie noch junge Klassik-Rallye Hamburg-Berlin brilliert mit ihren wunderschönen Alleen und relaxten Fahrprüfungen in der norddeutschen Tiefebene. Insgesamt 25.517 PS und viele Promis wie Boris Becker oder Katharina Witt fuhren mit. Für Konstantin Sixt, Geschäftsführer der Sixt ­e-ventures GmbH, und seine Lebensgefährtin, die Schauspielerin Sinta Weisz, ein Fun-Erlebnis im blauen Mercedes-Benz 300 SL Roadster von 1958: „Wir genießen das Cruisen über wunderbare Alleen in die Hauptstadt.“

„Wir genießen das Cruisen über wunderbare Alleen“: Oldtimer-Rallye-Fans Konstantin Sixt und seine Lebensgefährtin Sinta Weisz im Mercedes-Benz 300 SL Roadster. 10 go sixt lounge

Die 3. Klassik-Rallye Hamburg-Berlin findet vom 29.–31. Juli 2010 statt. Die Nennfrist hat begonnen. www.hamburg-berlin-klassik.de


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das kap ist

guter Hoffnung vo n a n d r e a t a p p e r

Photo: sculpies/Shutterstock.com

Fluchtpunkt Südafrika. Wenn in Europa der Winter regiert, punktet das Land der kommenden FußballWM mit Sommerfeeling: Luxus-Lodging in der ­Savanne, relaxen auf Weingütern, golfen mit Nilpferden oder shoppen im urbanen Kapstadt. Nelson Mandelas Heimat findet seine neue Mitte.

trend trifft tradition Hafenmetropole Kapstadt am Fuß des Tafelbergs mit Schickimicki-Stadtstrand Camps Bay und den knallbunten ­Ex-Sklavenhütten im Bo-Kaap-Viertel.

12 go sixt südafrika

südafrika go sixt 13


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guter Hoffnung vo n a n d r e a t a p p e r

Photo: sculpies/Shutterstock.com

Fluchtpunkt Südafrika. Wenn in Europa der Winter regiert, punktet das Land der kommenden FußballWM mit Sommerfeeling: Luxus-Lodging in der ­Savanne, relaxen auf Weingütern, golfen mit Nilpferden oder shoppen im urbanen Kapstadt. Nelson Mandelas Heimat findet seine neue Mitte.

trend trifft tradition Hafenmetropole Kapstadt am Fuß des Tafelbergs mit Schickimicki-Stadtstrand Camps Bay und den knallbunten ­Ex-Sklavenhütten im Bo-Kaap-Viertel.

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Addo Elephant Park am Ostkap: Nachdem man jetzt Löwen travel ausgesetzt hat, ist der Safari-Klassiker „Big Five” mit Elefanten, Nashörnern, Büffeln, Leoparden und Löwen der Hit.

Photo: senai aksoy/Shutterstock.com

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„Peace Park”: Der krügernationalpark geht über drei landesgrenzen hinweg. sieben könige und präsidenten haben sich geeinigt. 14 go sixt südafrika

südafrika go sixt 15


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Addo Elephant Park am Ostkap: Nachdem man jetzt Löwen travel ausgesetzt hat, ist der Safari-Klassiker „Big Five” mit Elefanten, Nashörnern, Büffeln, Leoparden und Löwen der Hit.

Photo: senai aksoy/Shutterstock.com

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„Peace Park”: Der krügernationalpark geht über drei landesgrenzen hinweg. sieben könige und präsidenten haben sich geeinigt. 14 go sixt südafrika

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Luxus-Lodge im Singita Private Game Reserve: „Die Fußball-Weltmeisterschaft wird der ganzen Welt unsere guten Seiten zeigen.“

S

üdafrika ist eine nackte Weiße, die sich schmollend auf dem Sofa räkelt,“ sagt Lien, 48. „Südafrika ist eine junge schwarze Hausfrau mit Spaghetti-Top, die strahlend ein Hähnchen aus dem Einkaufskorb zieht,“ sagt ­Lindeka, 40. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und teilen doch eine gemeinsame Passion: Südafrika in Bildern festhalten. Ihre fotografischen ­­Moment­aufnahmen sind der Renner am Kap der guten Hoffnung. Lien Botha, Fotokünstlerin seit 25 Jahren, hat bereits in London, New York und München ausgestellt. Lindeka Qampi, Mutter von vier Kindern aus dem Township Kayalitsha, erhielt ihre erste Kamera erst vor kurzem durch ein Projekt, bei dem Laien digital fotografieren lernen. Immer häufiger wird sie jetzt als Hochzeitsfotografin angeheuert. Lien ist weiß und die jüngste Tochter des letzten Apartheid-Präsidenten Pieter Willem Botha. Lindeka ist schwarz, und steckt ihre Haare gern zu geflochtenen Zöpfchen hoch. Sie leben das neue Südafrika, das auf dem Weg ist, seine eigene Mitte zu finden. Der Abend ist noch jung, aber auf der Shortmarket Street im hippen Zentrum Kapstadts mit seinen viktorianischen Kolonialstilhäusern klirren bereits die Gläser. In Heidi Erdmanns Kunstgalerie ­„Erdmanns Contemporary“ trifft sich die Kultur-­

Wo hört das Schlafzimmer auf, und wo fängt die Wildnis an?

Top Safari-Lodgen

Photo: singita.com

Singita Private Game Reserve Fünf Lodgen der Superklasse im Krüger Park und im Sabi Sand Reserve. Besonders spektakulär: die Design-Lodge Lebombo. www.singita.com

16 go sixt Rubrik

Sabi Sabi Private Game Reserve Vier klassischedle Luxus-Lodgen in privaten Game Reserve innerhalb des Krüger Parks. www.sabisabi.com Shamwari Private Game Reserve Ein malariafreier Park an der

Verlängerung der Garden Route mit mehreren Fünfsterne-Lodgen und Spas. www.shamwari.com Phinda Private Game Reserve Sechs Lodgen im Zululand nahe des St. Lucia Wetland Parks mit Safari plus Strand plus Fluss. www. phinda.com Ant Collection 60 Pferde in zwei privaten, kinderfreundlichen Busch-Lodgen in der Waterberg Region Limpopo (malariafrei). www.waterberg.net südafrika go sixt 17


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Luxus-Lodge im Singita Private Game Reserve: „Die Fußball-Weltmeisterschaft wird der ganzen Welt unsere guten Seiten zeigen.“

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üdafrika ist eine nackte Weiße, die sich schmollend auf dem Sofa räkelt,“ sagt Lien, 48. „Südafrika ist eine junge schwarze Hausfrau mit Spaghetti-Top, die strahlend ein Hähnchen aus dem Einkaufskorb zieht,“ sagt ­Lindeka, 40. Die beiden könnten unterschiedlicher nicht sein und teilen doch eine gemeinsame Passion: Südafrika in Bildern festhalten. Ihre fotografischen ­­Moment­aufnahmen sind der Renner am Kap der guten Hoffnung. Lien Botha, Fotokünstlerin seit 25 Jahren, hat bereits in London, New York und München ausgestellt. Lindeka Qampi, Mutter von vier Kindern aus dem Township Kayalitsha, erhielt ihre erste Kamera erst vor kurzem durch ein Projekt, bei dem Laien digital fotografieren lernen. Immer häufiger wird sie jetzt als Hochzeitsfotografin angeheuert. Lien ist weiß und die jüngste Tochter des letzten Apartheid-Präsidenten Pieter Willem Botha. Lindeka ist schwarz, und steckt ihre Haare gern zu geflochtenen Zöpfchen hoch. Sie leben das neue Südafrika, das auf dem Weg ist, seine eigene Mitte zu finden. Der Abend ist noch jung, aber auf der Shortmarket Street im hippen Zentrum Kapstadts mit seinen viktorianischen Kolonialstilhäusern klirren bereits die Gläser. In Heidi Erdmanns Kunstgalerie ­„Erdmanns Contemporary“ trifft sich die Kultur-­

Wo hört das Schlafzimmer auf, und wo fängt die Wildnis an?

Top Safari-Lodgen

Photo: singita.com

Singita Private Game Reserve Fünf Lodgen der Superklasse im Krüger Park und im Sabi Sand Reserve. Besonders spektakulär: die Design-Lodge Lebombo. www.singita.com

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Sabi Sabi Private Game Reserve Vier klassischedle Luxus-Lodgen in privaten Game Reserve innerhalb des Krüger Parks. www.sabisabi.com Shamwari Private Game Reserve Ein malariafreier Park an der

Verlängerung der Garden Route mit mehreren Fünfsterne-Lodgen und Spas. www.shamwari.com Phinda Private Game Reserve Sechs Lodgen im Zululand nahe des St. Lucia Wetland Parks mit Safari plus Strand plus Fluss. www. phinda.com Ant Collection 60 Pferde in zwei privaten, kinderfreundlichen Busch-Lodgen in der Waterberg Region Limpopo (malariafrei). www.waterberg.net südafrika go sixt 17


Lodge-Tipps in den Weinbergen 5-Seasons Ein charmantes Boutique-Guesthouse mitten im historischen Stellenbosch, dem ältesten Universitätsstädtchen Südafrikas – mit Pool, unter junger deutscher Leitung, 8 Doppelzimmer und Suiten, zum Teil für 4 Personen, auch für Familien ideal. 90–120 Euro DZ Ü/F. www.5-seasons.de Auberge Rozendal Das Öko-Weingut mit anthroposophischen Anklängen und seinem Hausschwein „Trüffel“ liegt in unberührter Natur im Jonkershoek Valley mit rund fünf Hektar Rebhügeln; 19 Zimmer und Suiten, ab 100 Euro DZ/Ü (z. B. mit Dertour). www.rozendal.co.za Straightway Head Country Hotel Das nach aufwändiger Restaurierung wiedereröffnete ViersterneCountryhotel mit tropischem Garten im Winzerort Somerset West – mit Pool, 19 Cottages; nur 15 Minuten zum Strand von Gordon’s Bay; ab 90 Euro DZ Ü/F.

Rebstöcke im Weingebiet Franschhoek: Hier mischt sich die Lieblichkeit Krankreichs mit der Bäuerlichkeit von Holland und der ursprünglichkeit von Südafrika.

Boheme, gegenüber funkelt die blaue Neonbeleuchtung eines Alternativ-Theaters. „Dies ist die Zeit, um neugierig zu sein in Südafrika“, sagt die Township-Fotografin Lindeka und meint nicht nur die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2010, auf die das ganze Land konzentriert ist. Lindeka: „Es wird eine Superchance für uns.“ Sie trägt einen schwarzen Pulli und kleine goldene Kreolen. Man sieht der attraktiven Schwarzen nicht an, dass sie ihr ganzes Leben als Näherin gearbeitet hat. Sie handelte mit Secondhand-Klamotten im Township, ließ sich scheiden, brachte die vier Kinder durch (die Älteste ist heute 21) – bis sie zum ersten Mal einen Fotoapparat in der Hand hielt: „Das hat mein Leben verändert.“ Lindeka sprüht vor Optimismus. Ist sie in Sachen Fußball-WM blauäugig? Wird alles klappen mit der WM, wo es bis vor kurzem noch hieß, dass die Stadien nicht fertig würden? WM-Chefkoordinator Danny Jordaan, 58, der Franz Becken18 go sixt südafrika

Photo: don bayley/Istockphoto.com

www.straightwayhead.com

Steenberg Hotel Der exquisite FünfsterneKlassiker auf dem ältesten Weingut Constantias mit Gourmet-Restaurant unter deutscher Leitung und Spa; 24 Zimmer und Suiten; 1 Woche Flug/ Unterkunft p. P. ab 1500 Euro (z. B. mit airtours) www.steenberghotel.com

bauer Südafrikas, frühere Anti-Apartheid-Aktivist und Lehrer mit braunem Teint und kurzen, gelockten Haaren ist heute der wichtigste Sportfunktionär des Landes. Er gibt sich schon kraft Amtes siegessicher, aber bekommt auch nun von der FIFA oder Medien wie der Süddeutschen Zeitung die erfolgreichen Fakten bestätigt: „Wir liegen im Zeitplan. Die Weltmeisterschaft wird der ganzen Welt unsere guten Seiten zeigen.“ Denn davon gibt’s genug – trotz kritischer Sicherheitsbedenken (mit fünfzig Gewaltopfern täglich ist Südafrika leider immer noch Spitzenreiter). Und, das zeigen bisherige Weltkicker­ events, Fußball-Weltmeisterschaften sorgen für nachhaltig verbesserte Infrastruktur und so auch für wirtschaftliche Prosperität. So stimmen nicht nur Reiseklischees wie etwa die einmaligen Löwen-Safaris im Krüger-Park, wo man die Größe und Einsamkeit der Wildnis erahnen kann. Auch der Lifestyle zieht immer öfter seine Kunst-, Kultur-, Wellness- und Hotelle-

rie-Kreise am Kap. Man kann an den nordseehaften Stränden den Zeh in die (recht kühle) Brandung stecken, in der Trendsetter-Metropole Kapstadt Austern und Hummer schlemmen, oder in den fünf Weinregionen edle Tropfen und prächtige Fünfsterne-Landhotels genießen. Mit seiner einzigartigen Mischung aus europäischer und afrikanischer Kultur bietet Südafrika, das fast viermal so groß wie Deutschland ist und nur halb so viele Einwohner hat, facettenreiche Traumferien.

S

eit mit Mandelas Entlassung nach 27 Jahren Haft die Regenbogen-Nation geboren wurde, ist auch die Ökoszene in Schwung gekommen. Alternatives und Gesundes wird in vielen kleinen Läden, in Day Spas und auf Straßenmärkten angeboten, besonders in Kapstadts szenigem Stadtteil Tamboerskloof. Die Mutter aller Ökoläden ist das 1996 von Mark und Melissa von Hoogstraten gegründete „Melissa’s Cafè“. Hier vermischt sich Ethnisches mit Schrägem, den berühmten südafrikanischen Rooibos-Tee gibt’s in allen Varianten und freakige Punk-Klamotten. Auch beim Shoppen bietet Südafrika „the best of both worlds“: LuxusBoutiquen in großen Malls wie V&A Waterfront in Kapstadt oder Sandton City in Johannesburg sowie auch verrückte lokale Designer-Entwürfe in Kapstadts Long Street. Doch nicht nur im Süden, auch in „Jozi“, im nördlichen Johannesburg, trifft sich die Szene sonntags in Rosebank, einem der eleganten nördlichen Villen-Vororte. Hier werden auf dem Flohmarkt Zulu-Perlenschmuck und kunstvoll bemalte Straußeneier neben Öko-Kuchen und Natur-Ledertaschen verkauft. Ein Hauch von Hippie-Flair weht durch die Hallen, die Menschen sind freundlich und jeder hat eine Story zu erzählen. Häufig auch eine traurige. Leben heißt in Südafrika für viele auch Überleben: 4,2 Millionen Südafrikaner, ein Zehntel der Bevölkerung, lebt von weniger als einem Dollar pro Tag. Jeder fünfte Erwachsene ist HIV-infiziert, weil in der Euphorie nach der Apartheid die Aids-Gefahr ignoriert wurde. Wegen der vielen Todesfälle beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung im Gastgeberland der nächsten Fußball-WM ganze 51 Jahre. Hier die Gesundheitskatastrophe in den Townships, dort edelste Wellness-Oasen in Hotels: In Südafrika prallen Parrallelwelten aufeinander und sind doch Teil einer südafrikanischen Identität. Und wer außer den Touristen irgendwie kann, genießt südafrikanische Beauty- und Wellness-Anwendungen. Während sich draußen im Spa des brandneuen „One&Only“-Hotels an Kapstadts berühmter Hafenmeile mit Hochhäusern und modernen Penthäusern der Bambus wie ein natürlicher Paravent wiegt, wird der Besucher etwa mit heißen Kauri-Muscheln massiert. Diese sind gefüllt mit einem Extrakt aus „Fynbos“, dem artenreichen Buschgewächs der Kapregion. Das Ambiente bietet globalen Chic, doch die Schönheitsgeheimnisse stammen von regionalen Buschmännern und sind seit Jahrhunderten überliefert. Trend trifft Tradition. Soll’s der Faltenkiller Botox sein oder doch lieber eine Rotwein-Maske, dessen pflanzliche Inhaltsstoffe angeblich die Haut straffen? Wie auch immer. Mit Shopping- und Schönheits-Angeboten zeigen sich Südafrikas Metropolen und Luxus-Lodgen gerüstet: Das Damenprogramm zur WM steht. Männliche Besucher können sich hingegen über das perfekt ausgebaute Straßensystem und auf lässige Bed&BreakfastTouren etwa auf der Golf-Garden-Route von Kapstadt nach Port Elisabeth freuen. Abenteuerliche 4x4-Ausflüge etwa in die Stille der Karoo-Halbwüste lassen Offroader-Herzen höher hüpfen, und Golf-Maniacs kennen immer noch nicht alle Plät-

5-Seasons-Boutique-Guesthouse: Ein junges deutsches Hotelierpaar führt das Weindomizil, das durch seine optische Opulenz und hochwertige Ausstattung besticht.

top-hotels Südafrika ist seit Ende der Apartheid das beliebteste Reiseland auf dem schwarzen Kontinent. Wenn bei uns im Herbst die Tage kürzer werden, beginnt auf der südlichen Welthalbkugel der Frühling. In unserem Winter herrschen in Südafrika sommerliche Temperaturen von angenehmen 25 Grad.

KAPSTADT

JOHANNESBURG

Cape Grace Ein frisch runderneuertes, elegantes Hotel an der V&A Waterfront; einziges Fünfsterne-Haus mit eigener Hotelyacht; 121 Zimmer; DZ Ü/ ab knapp 450 Euro (5000 Rand).

Fritz Hotel Art-Deco-BudgetStadthotel Lieblingsadresse von Journalisten im In-Viertel Gardens; W-Lan gratis; 13 Zimmer; DZ Ü/F ab 40 Euro (450 Rand). www.fritzhotel.co.za

www.capegrace.com

One & Only Cape Town Das Fünfsterne-Resort für Trendsetter. Zur Eröffnung kamen Robert de Niro und Sharon Stone; Top-Spa, 131 Zimmer; 1 Woche Ü/F inkl. Flug ab ca. 2300 Euro p. P. (Dertour Deluxe). www.oneandonlyresorts.com

Peech Hotel Das führende Boutique-Hotel mit CountryCharme in Melrose; 16 Zimmer; DZ Ü/F ab 153 Euro (1700 Rand). www.thepeech.co.za

Melrose Arch Hotel Ein urbanes witziges FünfsterneHotel; 118 Zimmer; ebenfalls im beliebten Stadtteil Melrose; DZ Ü/F ab 167Euro (1858 Rand).

Winchester Mansions Nils Heckscher Sohn des Showmasters Dieter-Thomas Heck leitet den populären ViersterneKlassiker an der Seepromenade in Sea Point. 76 Zimmer und Suiten, DZ Ü/F von 98–440 Euro (1100–4900 Rand).

Lebo Backpackers Preiswertes Hotel in Soweto, mehrfach ausgezeichnet; DZ Ü/F ab 26 Euro (290 Rand). www.sowetoback

www.winchester.co.za

packers.com/about-lebos.html

www.africanpridehotels.com/ melrose-arch-hotel.html

Infos Südafrika Südafrikanisches Fremdenverkehrsamt – Informationen auf deutsch im Internet wie auch unter der kostenlosen HotlineNummer 0800/118 9 118; www.southafrica.net südafrika go sixt 19


Lodge-Tipps in den Weinbergen 5-Seasons Ein charmantes Boutique-Guesthouse mitten im historischen Stellenbosch, dem ältesten Universitätsstädtchen Südafrikas – mit Pool, unter junger deutscher Leitung, 8 Doppelzimmer und Suiten, zum Teil für 4 Personen, auch für Familien ideal. 90–120 Euro DZ Ü/F. www.5-seasons.de Auberge Rozendal Das Öko-Weingut mit anthroposophischen Anklängen und seinem Hausschwein „Trüffel“ liegt in unberührter Natur im Jonkershoek Valley mit rund fünf Hektar Rebhügeln; 19 Zimmer und Suiten, ab 100 Euro DZ/Ü (z. B. mit Dertour). www.rozendal.co.za Straightway Head Country Hotel Das nach aufwändiger Restaurierung wiedereröffnete ViersterneCountryhotel mit tropischem Garten im Winzerort Somerset West – mit Pool, 19 Cottages; nur 15 Minuten zum Strand von Gordon’s Bay; ab 90 Euro DZ Ü/F.

Rebstöcke im Weingebiet Franschhoek: Hier mischt sich die Lieblichkeit Krankreichs mit der Bäuerlichkeit von Holland und der ursprünglichkeit von Südafrika.

Boheme, gegenüber funkelt die blaue Neonbeleuchtung eines Alternativ-Theaters. „Dies ist die Zeit, um neugierig zu sein in Südafrika“, sagt die Township-Fotografin Lindeka und meint nicht nur die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer 2010, auf die das ganze Land konzentriert ist. Lindeka: „Es wird eine Superchance für uns.“ Sie trägt einen schwarzen Pulli und kleine goldene Kreolen. Man sieht der attraktiven Schwarzen nicht an, dass sie ihr ganzes Leben als Näherin gearbeitet hat. Sie handelte mit Secondhand-Klamotten im Township, ließ sich scheiden, brachte die vier Kinder durch (die Älteste ist heute 21) – bis sie zum ersten Mal einen Fotoapparat in der Hand hielt: „Das hat mein Leben verändert.“ Lindeka sprüht vor Optimismus. Ist sie in Sachen Fußball-WM blauäugig? Wird alles klappen mit der WM, wo es bis vor kurzem noch hieß, dass die Stadien nicht fertig würden? WM-Chefkoordinator Danny Jordaan, 58, der Franz Becken18 go sixt südafrika

Photo: don bayley/Istockphoto.com

www.straightwayhead.com

Steenberg Hotel Der exquisite FünfsterneKlassiker auf dem ältesten Weingut Constantias mit Gourmet-Restaurant unter deutscher Leitung und Spa; 24 Zimmer und Suiten; 1 Woche Flug/ Unterkunft p. P. ab 1500 Euro (z. B. mit airtours) www.steenberghotel.com

bauer Südafrikas, frühere Anti-Apartheid-Aktivist und Lehrer mit braunem Teint und kurzen, gelockten Haaren ist heute der wichtigste Sportfunktionär des Landes. Er gibt sich schon kraft Amtes siegessicher, aber bekommt auch nun von der FIFA oder Medien wie der Süddeutschen Zeitung die erfolgreichen Fakten bestätigt: „Wir liegen im Zeitplan. Die Weltmeisterschaft wird der ganzen Welt unsere guten Seiten zeigen.“ Denn davon gibt’s genug – trotz kritischer Sicherheitsbedenken (mit fünfzig Gewaltopfern täglich ist Südafrika leider immer noch Spitzenreiter). Und, das zeigen bisherige Weltkicker­ events, Fußball-Weltmeisterschaften sorgen für nachhaltig verbesserte Infrastruktur und so auch für wirtschaftliche Prosperität. So stimmen nicht nur Reiseklischees wie etwa die einmaligen Löwen-Safaris im Krüger-Park, wo man die Größe und Einsamkeit der Wildnis erahnen kann. Auch der Lifestyle zieht immer öfter seine Kunst-, Kultur-, Wellness- und Hotelle-

rie-Kreise am Kap. Man kann an den nordseehaften Stränden den Zeh in die (recht kühle) Brandung stecken, in der Trendsetter-Metropole Kapstadt Austern und Hummer schlemmen, oder in den fünf Weinregionen edle Tropfen und prächtige Fünfsterne-Landhotels genießen. Mit seiner einzigartigen Mischung aus europäischer und afrikanischer Kultur bietet Südafrika, das fast viermal so groß wie Deutschland ist und nur halb so viele Einwohner hat, facettenreiche Traumferien.

S

eit mit Mandelas Entlassung nach 27 Jahren Haft die Regenbogen-Nation geboren wurde, ist auch die Ökoszene in Schwung gekommen. Alternatives und Gesundes wird in vielen kleinen Läden, in Day Spas und auf Straßenmärkten angeboten, besonders in Kapstadts szenigem Stadtteil Tamboerskloof. Die Mutter aller Ökoläden ist das 1996 von Mark und Melissa von Hoogstraten gegründete „Melissa’s Cafè“. Hier vermischt sich Ethnisches mit Schrägem, den berühmten südafrikanischen Rooibos-Tee gibt’s in allen Varianten und freakige Punk-Klamotten. Auch beim Shoppen bietet Südafrika „the best of both worlds“: LuxusBoutiquen in großen Malls wie V&A Waterfront in Kapstadt oder Sandton City in Johannesburg sowie auch verrückte lokale Designer-Entwürfe in Kapstadts Long Street. Doch nicht nur im Süden, auch in „Jozi“, im nördlichen Johannesburg, trifft sich die Szene sonntags in Rosebank, einem der eleganten nördlichen Villen-Vororte. Hier werden auf dem Flohmarkt Zulu-Perlenschmuck und kunstvoll bemalte Straußeneier neben Öko-Kuchen und Natur-Ledertaschen verkauft. Ein Hauch von Hippie-Flair weht durch die Hallen, die Menschen sind freundlich und jeder hat eine Story zu erzählen. Häufig auch eine traurige. Leben heißt in Südafrika für viele auch Überleben: 4,2 Millionen Südafrikaner, ein Zehntel der Bevölkerung, lebt von weniger als einem Dollar pro Tag. Jeder fünfte Erwachsene ist HIV-infiziert, weil in der Euphorie nach der Apartheid die Aids-Gefahr ignoriert wurde. Wegen der vielen Todesfälle beträgt die durchschnittliche Lebenserwartung im Gastgeberland der nächsten Fußball-WM ganze 51 Jahre. Hier die Gesundheitskatastrophe in den Townships, dort edelste Wellness-Oasen in Hotels: In Südafrika prallen Parrallelwelten aufeinander und sind doch Teil einer südafrikanischen Identität. Und wer außer den Touristen irgendwie kann, genießt südafrikanische Beauty- und Wellness-Anwendungen. Während sich draußen im Spa des brandneuen „One&Only“-Hotels an Kapstadts berühmter Hafenmeile mit Hochhäusern und modernen Penthäusern der Bambus wie ein natürlicher Paravent wiegt, wird der Besucher etwa mit heißen Kauri-Muscheln massiert. Diese sind gefüllt mit einem Extrakt aus „Fynbos“, dem artenreichen Buschgewächs der Kapregion. Das Ambiente bietet globalen Chic, doch die Schönheitsgeheimnisse stammen von regionalen Buschmännern und sind seit Jahrhunderten überliefert. Trend trifft Tradition. Soll’s der Faltenkiller Botox sein oder doch lieber eine Rotwein-Maske, dessen pflanzliche Inhaltsstoffe angeblich die Haut straffen? Wie auch immer. Mit Shopping- und Schönheits-Angeboten zeigen sich Südafrikas Metropolen und Luxus-Lodgen gerüstet: Das Damenprogramm zur WM steht. Männliche Besucher können sich hingegen über das perfekt ausgebaute Straßensystem und auf lässige Bed&BreakfastTouren etwa auf der Golf-Garden-Route von Kapstadt nach Port Elisabeth freuen. Abenteuerliche 4x4-Ausflüge etwa in die Stille der Karoo-Halbwüste lassen Offroader-Herzen höher hüpfen, und Golf-Maniacs kennen immer noch nicht alle Plät-

5-Seasons-Boutique-Guesthouse: Ein junges deutsches Hotelierpaar führt das Weindomizil, das durch seine optische Opulenz und hochwertige Ausstattung besticht.

top-hotels Südafrika ist seit Ende der Apartheid das beliebteste Reiseland auf dem schwarzen Kontinent. Wenn bei uns im Herbst die Tage kürzer werden, beginnt auf der südlichen Welthalbkugel der Frühling. In unserem Winter herrschen in Südafrika sommerliche Temperaturen von angenehmen 25 Grad.

KAPSTADT

JOHANNESBURG

Cape Grace Ein frisch runderneuertes, elegantes Hotel an der V&A Waterfront; einziges Fünfsterne-Haus mit eigener Hotelyacht; 121 Zimmer; DZ Ü/ ab knapp 450 Euro (5000 Rand).

Fritz Hotel Art-Deco-BudgetStadthotel Lieblingsadresse von Journalisten im In-Viertel Gardens; W-Lan gratis; 13 Zimmer; DZ Ü/F ab 40 Euro (450 Rand). www.fritzhotel.co.za

www.capegrace.com

One & Only Cape Town Das Fünfsterne-Resort für Trendsetter. Zur Eröffnung kamen Robert de Niro und Sharon Stone; Top-Spa, 131 Zimmer; 1 Woche Ü/F inkl. Flug ab ca. 2300 Euro p. P. (Dertour Deluxe). www.oneandonlyresorts.com

Peech Hotel Das führende Boutique-Hotel mit CountryCharme in Melrose; 16 Zimmer; DZ Ü/F ab 153 Euro (1700 Rand). www.thepeech.co.za

Melrose Arch Hotel Ein urbanes witziges FünfsterneHotel; 118 Zimmer; ebenfalls im beliebten Stadtteil Melrose; DZ Ü/F ab 167Euro (1858 Rand).

Winchester Mansions Nils Heckscher Sohn des Showmasters Dieter-Thomas Heck leitet den populären ViersterneKlassiker an der Seepromenade in Sea Point. 76 Zimmer und Suiten, DZ Ü/F von 98–440 Euro (1100–4900 Rand).

Lebo Backpackers Preiswertes Hotel in Soweto, mehrfach ausgezeichnet; DZ Ü/F ab 26 Euro (290 Rand). www.sowetoback

www.winchester.co.za

packers.com/about-lebos.html

www.africanpridehotels.com/ melrose-arch-hotel.html

Infos Südafrika Südafrikanisches Fremdenverkehrsamt – Informationen auf deutsch im Internet wie auch unter der kostenlosen HotlineNummer 0800/118 9 118; www.southafrica.net südafrika go sixt 19


tête à tête am ende der welt Mit Glück sichtet man Strauße, Paviane oder Antilopen am Ende Afrikas. 133 Steinstufen steigt man auf, wo Atlantik und Indischer Ozean sich gischtreich vereinigen.

ze am Kap, selbst wenn sie in einem Jahr täglich den Platz wechseln würden (Infos siehe S. 22). Und preiswert ist Golfen auch noch: Die Nebenkosten sind etwa um die Hälfte niedriger als bei uns. Greenfees fangen bei umgerechnet sieben Euro an – Antifalten-Botox-Spritze bei vier. Südafrika fasziniert, irritiert und verändert sich rasant. Johannesburgs Soweto, die Wiege des Apartheid-Widerstands, entwickelt sich vom Township zur Vorstadt, wo neue schwarze Oligarchen wie in MTV-Videos ihre BMWs und Mercedes’ ausführen – für Lindeka und Lien übereinstimmend eins der größten Übel im neuen Südafrika. In Johannesburg ist heute die gesamte Innenstadt videoüberwacht: agile Viertel wie Newtown mit seiner Warehouse-Industriearchitektur, dem Market Theatre, der neuen Nelson-Mandela-Brücke und dem ApartheidMuseum nähren zaghaft Hoffnung auf urbane Erneuerung. So genannte dritte und erste Welt ringen miteinander, eklatanter Wohnungsmangel regiert neben überbordendem Reichtum. Das ist das schwere Erbe Südafrikas, das sich seit dem Ende der Apartheid und den ersten freien Wahlen 1994 in einem atemberaubenden Erneuerungsprozess befindet. Wie fühlt es sich für Lindeka Qampi und Lien Botha an, irgendwie auch Teil des Nach-Apartheidschaos zu sein? Die Fotokünstlerin mit dem blonden Pferdeschwanz, mit einem bekannten Architekten in Kapstadt verheiratet, war 17 Jahre alt, als ihr Vater Präsident wurde. Und anders als er, war sie schon als Jugendliche gegen Apartheid. Sie antwortet mit einem Zitat des polnischen Poeten Czeslaw Milosz: „Unwohl in der Tyran-

Luxus-safaris out of africa

K

ein Südafrika-Urlaub ohne Safari. Der subtropische Krüger Nationalpark ist heute Teil des bis nach Mosambik und Simbabwe grenzüberschreitenden Greater Limpopo Transfrontier Parks und 35.000 Quadratkilometer groß. Neben der Massai Mara in Kenia ist er das bekannteste Tierschutzreservat Afrikas. Zur Eröffnung 2001 wurden alle Wild-

bahnen, die lange zubetoniert oder mit Stacheldraht versperrt waren, frei geräumt. Sieben Könige und Präsidenten aus dem südlichen Afrika hatten sich geeinigt: Politik soll die freie Tiermigration nicht mehr einschränken. Ein weiterer „Peace Park” liegt in der Kalahari-Wüste zwischen Südafrika Botswana. Der Luxus in den 20 Nationalparks, sieben KwaZulu Parks

und privaten Game Reserves Südafrikas, kennt kaum Grenzen: SpringbockSteaks, Champagner, stylishe Straußenei-Lampen, federweiche Himmelbetten unter Moskitonetzen. Die Preise der Lodges liegen zwischen 90 bis 1800 Euro (1000 bis 20.000 Rand) fürs Doppelzimmer – alles inklusive. Die Parks am Ostkap sind malariafrei. Im Addo Elephant Park wurden

jüngst Löwen ausgesetzt, so dass es jetzt auch dort die „Big Five“ gibt: Löwen, Büffel, Elefanten, Nashörner und Leoparden. Safaris sind geführte Touren, im Jeep, zu Fuß, per Boot auf den Flüssen KwaZulu Natals. Und die Pferde-Safari in Ant Collection in der Nähe von Johannesburg (drei Autostunden entfernt) ist Kult.

„Immer bei Rot schaltet unser Auto auf Grün. Papa sagt, das nennt man blue.“

www.sanparks.org www.kznwildlife.com

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Kraftstoffverbrauch (l/100 km) und CO 2 -Emission (g/km): von 5,7 l (kombiniert) und 135 g für den i30 blue 1.4 bis 5,9 l (kombiniert) und 142 g für den i30cw blue 1.6.


tête à tête am ende der welt Mit Glück sichtet man Strauße, Paviane oder Antilopen am Ende Afrikas. 133 Steinstufen steigt man auf, wo Atlantik und Indischer Ozean sich gischtreich vereinigen.

ze am Kap, selbst wenn sie in einem Jahr täglich den Platz wechseln würden (Infos siehe S. 22). Und preiswert ist Golfen auch noch: Die Nebenkosten sind etwa um die Hälfte niedriger als bei uns. Greenfees fangen bei umgerechnet sieben Euro an – Antifalten-Botox-Spritze bei vier. Südafrika fasziniert, irritiert und verändert sich rasant. Johannesburgs Soweto, die Wiege des Apartheid-Widerstands, entwickelt sich vom Township zur Vorstadt, wo neue schwarze Oligarchen wie in MTV-Videos ihre BMWs und Mercedes’ ausführen – für Lindeka und Lien übereinstimmend eins der größten Übel im neuen Südafrika. In Johannesburg ist heute die gesamte Innenstadt videoüberwacht: agile Viertel wie Newtown mit seiner Warehouse-Industriearchitektur, dem Market Theatre, der neuen Nelson-Mandela-Brücke und dem ApartheidMuseum nähren zaghaft Hoffnung auf urbane Erneuerung. So genannte dritte und erste Welt ringen miteinander, eklatanter Wohnungsmangel regiert neben überbordendem Reichtum. Das ist das schwere Erbe Südafrikas, das sich seit dem Ende der Apartheid und den ersten freien Wahlen 1994 in einem atemberaubenden Erneuerungsprozess befindet. Wie fühlt es sich für Lindeka Qampi und Lien Botha an, irgendwie auch Teil des Nach-Apartheidschaos zu sein? Die Fotokünstlerin mit dem blonden Pferdeschwanz, mit einem bekannten Architekten in Kapstadt verheiratet, war 17 Jahre alt, als ihr Vater Präsident wurde. Und anders als er, war sie schon als Jugendliche gegen Apartheid. Sie antwortet mit einem Zitat des polnischen Poeten Czeslaw Milosz: „Unwohl in der Tyran-

Luxus-safaris out of africa

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ein Südafrika-Urlaub ohne Safari. Der subtropische Krüger Nationalpark ist heute Teil des bis nach Mosambik und Simbabwe grenzüberschreitenden Greater Limpopo Transfrontier Parks und 35.000 Quadratkilometer groß. Neben der Massai Mara in Kenia ist er das bekannteste Tierschutzreservat Afrikas. Zur Eröffnung 2001 wurden alle Wild-

bahnen, die lange zubetoniert oder mit Stacheldraht versperrt waren, frei geräumt. Sieben Könige und Präsidenten aus dem südlichen Afrika hatten sich geeinigt: Politik soll die freie Tiermigration nicht mehr einschränken. Ein weiterer „Peace Park” liegt in der Kalahari-Wüste zwischen Südafrika Botswana. Der Luxus in den 20 Nationalparks, sieben KwaZulu Parks

und privaten Game Reserves Südafrikas, kennt kaum Grenzen: SpringbockSteaks, Champagner, stylishe Straußenei-Lampen, federweiche Himmelbetten unter Moskitonetzen. Die Preise der Lodges liegen zwischen 90 bis 1800 Euro (1000 bis 20.000 Rand) fürs Doppelzimmer – alles inklusive. Die Parks am Ostkap sind malariafrei. Im Addo Elephant Park wurden

jüngst Löwen ausgesetzt, so dass es jetzt auch dort die „Big Five“ gibt: Löwen, Büffel, Elefanten, Nashörner und Leoparden. Safaris sind geführte Touren, im Jeep, zu Fuß, per Boot auf den Flüssen KwaZulu Natals. Und die Pferde-Safari in Ant Collection in der Nähe von Johannesburg (drei Autostunden entfernt) ist Kult.

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anerkannt , schwarz , weiss , selbstständig Lindeka Qampi, 40, erfolgreiche Do-it-yourself-HochzeitsFotografin; Lien Botha, 48, anerkannte Fotokünstlerin; Nondumiso Phikase, 42, erste schwarze Winzerin Südafrikas ­(v. o.): „Eine schwarze Frau hatte zur Zeit der Apartheid keine Chance. Heute habe ich eine.”

nei, unwohl in der Republik, in der einen sehnte ich mich nach Freiheit, in der anderen nach dem Ende der Korruption.“ In ihrem Künstlerlebenslauf erwähnt sie ihre Abstammung mit keinem Wort. Bescheidenheit oder Scham? Weiße Wirklichkeit. „Eine schwarze Frau“, sagt Lindeka hingegen, „hatte zur Zeit der Apartheid keine Chance. Heute habe ich eine.“ Schwarze Wirklichkeit. Dass es unabhängig von Rassen und Hautfarben immer noch „die Gierigen sind, die an die Macht kommen“, stört Lindeka auch im neuen Südafrika – und Lien Botha nickt. Die Fotografinnen sitzen im selben Boot: Beide trennt die Vergangenheit, und die Gegenwart eint sie. Nondumiso schenkt noch mal nach. Dies ist die dritte Runde der Weinverkostung auf dem bekannten Weingut Spier. Guter Wein mit fairer Note, politisch korrekt im Abgang. Südafrikas boomende Weinindustrie stellt mit ihrem Milliarden-Business inzwischen 250.000 Arbeitsplätze – und macht gerade eine Revolution durch: 350 Jahre, nachdem Jan van Riebeeck seinen Dreimaster der „Dutch East India Company“ in schwerer See an die Kap-Küste steuerte – im Schiffsbauch eine Ladung Weinsetzlinge aus Frankreich – geht es um schwarze Mitbeteiligung. Die Traditionsbranche dürfe nicht mehr sein wie ein guter Chardonnay, nämlich „rein weiß“, meint das „Western Cape Business Chamber“. Davon profitieren Frauen wie Nondumiso Phikase, 42, die ihr eigenes Weinlabel erfolgreich vermarktet. Im Gespräch ist sie unkompliziert und selbstsicher. BEE lautet das Kürzel, das der ehemaligen Lehrerin und alleinerziehenden Mutter den Einstieg ermöglichte. BEE steht für Black Economic Empowerment, ein Gesetz von 2003, der Motor der schwarzen Quote. Die burschikose Nondumiso, die gerne Männerhüte trägt, verkauft

Afrika

Fernreisen mit 4 bis 12 Personen und individuelle Reisen

G

Golf-Mekka Fancourt-Hotel: lässiges First-Class-Lochen. 22 go sixt Rubrik

– in unterschiedlichsten Landschaften Südafrikas. Manche bieten kostenlose Safari-Abenteuer wie etwa im Leopard Creek Country Club in Mpumalanga an der südlichen Grenze des Krüger-Parks, wo an Wasserstellen durchaus mal Ur-Afrika auftauchen kann: Pitch mit

Nilpferd. Der Platz führt das Ranking 2009 des „Gold Digest South Africa“ an. Und im Gary Player Country Club in Sun City, benannt nach dem bekanntesten Golfprofi und Platzdesigner des Landes, wird alljährlich das teuerste Turnier der Welt ausgetragen. Rund um den Tafelberg locken 20 Plätze. Eine südafrikanische Besonderheit: Nach halber Strecke ist es üblich, auf einen Drink ins Halfway-House einzukehren. Golfen in Südafrika hat eine lange Tradition, aber erst seit Ende der Apartheid boomt der Sport. 1882 legten Engländer in Wynberg am Kap den ersten Platz an. Der Zugang zu den Clubs wird meist lässig gehandhabt, oft wird nicht mal nach dem Handicap gefragt. Die Golfhotels sind so traumhaft wie die Plätze – etwa das populäre Fancourt-Hotel mit vier Plätzen in George. Das

neue Topresort Pezula bei Knysna, eine Luxus-Ranch, wo sich am Privatstrand und in einem der besten Spas edel entspannen lässt. In Kapstadt zählt das Arabella Western Cape Hotel & Golf zu den beliebtesten. Auf dem Steenberg Golfplatz spielt man umrahmt von Weinreben auf den besten Grüns des Kaps (siehe auch Service Wein S. 24), während im Wild Coast Sun Country Club bei Port Edward der Ball durch die Dünen fliegt. Interessanter Newcomer: Das Elements Privat Golf Reserve in der Waterberg Region in Limpopo im äußersten Norden Südafrikas. www.golfdigest.co.za www.suedafrika-golf.de www.leopardcreek.co.za www.garyplayer.com www.fancourt.co.za www.pezularesorthotel.com www.westerncapehotel andspa .co.za www.steenberghotel.com www.elementspgr.co.za

Asien

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Besonderes bewusst erleben Namibia »Sossusvlei« 15 Tage ab EUR 2.299 Tansania »Serengeti« 14 Tage ab EUR 3.199 Costa Rica »Monteverde« 15 Tage ab EUR 2.599 Peru »Machu Picchu« 16 Tage ab EUR 3.399

pitch mit nilfpferd olfers Paradies liegt in Südafrika – und für Europäer im Winter erst recht. Das Kap lockt mit gemäßigtem Klima und moderaten Preisen. Die Greenfees liegen von knapp 7 bis maximal 45 Euro (75 bis 500 Rand). Es gibt über 500 Plätze für Anfänger wie Profis

Amerika

Indien »Taj Mahal« 18 Tage ab EUR 2.699 Vietnam »Sapa« 19 Tage ab EUR 2.799

Südafrika »Garden Route« 14 Tage ab EUR 2.499 Diese Reise führt zu den Höhepunkten entlang der Garden Route. Das wunderschöne Kapstadt wird Sie genauso verzaubern wie die historischen Städte dieses gastfreundlichen Landes. Sie entdecken raue Küsten und malerische Buchten, fruchtbare Täler und trockene Halbwüsten, Berge und riesige Weingüter. Sie können Robben und oft auch große Walpopulationen beobachten. Im Süden des Landes sehen Sie in malariafreien Wildparks die »Big Five« sowie viele andere afrikanische Tiere. Alle Unterkünfte zeichnen sich durch ihr persönliches Flair und ihre einzigartige Lage aus.

Australien »Uluru« 18 Tage ab EUR 2.899 ohne Flug Neuseeland »Queen Charlotte« 22 Tage ab EUR 3.899

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Termine bis April 2011


fauna am pezula-hotel Felsen, die wie Krallen ins Meer reichen. Bläuliche Erika umstreicheln die dramatische Küstenlinie.

ihre kleine Weinlinie „Ses’fikile“ („Wir sind angekommen“) an englische Supermärkte. „Vorher“, sagt sie ganz ehrlich, „hatte ich von Wein keine Ahnung, denn in den Townships gab’s nur Bier und billigen Fusel.“ Sie hat ein Praktikum im badischen ­Weingut am Stein gemacht, und in Südafrika ermöglichen Schulungen und Kooperationsmodelle schwarze Mitbeteiligung. Mit dem Gemeinschaftslabel „Fundi“ („Handwerker“) finanzieren die Wein-Exporteure Südafrikas eine PremiumRotweinlinie, deren Erlös in die Ausbildung von Weinkellnern für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 fließt. Vieles wirkt heute selbstverständlich, doch Nondumiso sieht die historischen Städtchen im Weinland Südafrika anders als Besucher: „Bis vor 15 Jahren wusste ich nicht mal, dass dieses Leben existiert“. Ihr Alltag: Mit der Mutter und drei älteren Geschwistern zuerst in einer Wellblechhütte, später in einem kleinen Steinhaus im Township Guguletu, die Geschwister in einem, die Mutter im zweiten Zimmer, keine 80 km Luftlinie vom Spiers Weingut entfernt, und doch Welten weit weg. Lehrerin wurde sie, „weil es für eine schwarze Frau nur drei Jobs gab: Dienstmädchen, Krankenschwester oder Lehrerin.“ Wer zum ersten Mal durch Südafrikas Rebstöcke flaniert, spürt die

triumpf der guten tropfen

Wein-Pilgerstätten: Vino-Fans besuchen die „Classic Four”, die Weinanbaugebiete von Constantia, Stellenbosch, Paarl und Franschhoek.

S

Photo: Frank van den Bergh/Istockphoto.com

24 go sixt südafrika

Schönheit der Landschaft. Sattgrüne Täler, schroffe Berge, vor denen sich kap-holländische Bauernhäuser mit Butzenscheiben und Reetdach ducken. Und über allem der afrikanische Himmel, wo die Wolken wie Gangster plötzlich aus dem Nichts kommen. Auf der kopfsteingepflasterten Dorp Street von Stellenbosch meint man noch das Rumpeln der Pferdekutschen der ersten Siedler zu hören. Und die gewundene Landstraße ins pittoreske Franschhoek, dem Feimschmecker-­Mekka mit über 20 Top-Restaurants, führt am ­Victor-Vester-Gefängnis vorbei, wo Mandela 1990 in die Freiheit schritt. Vergangenheit und Zukunft liegen immer dicht beieinander. Jede Südafrika-Reise beginnt oder endet häufig in Afrikas schönster Stadt: im lichtdurchfluteten Kapstadt. Zur äußersten Südspitze, dem Ende Afrikas, siebzig Kilometer von Kapstadt entfernt, schlängelt sich eine spektakuläre Serpentinenstraße. Dreihundert Meter fallen die Felsen am Kap der guten Hoffnung ins Wasser. Dutzende von kleinen Städten – mal neureich, mal konservativ, mal alternativ – besiedeln die hügelige ­Küstentopographie zwischen Atlantik und Indischem Ozean. Die False Bay Bucht, zu der eine Eisenbahn direkt am Meer entlang von Kapstadt nach Kalk Bay führt, lebt von Antiquitätenläden und dem einzigartigen Buchladen „Kalk Bay Books“. Der Ort besteht eigentlich nur aus einer Uferstraße mit Altbauten wie in einer deutschen Kleinstadt. „So richtig viel verändert hat sich hier im Alltag seit dem Ende der Apartheid nicht“, sagt die rothaarige Buchhändlerin – außer ihren Angeboten: Freiheitskämpfer-Literatur, die Biographien sämtlicher schwarzer Hel-

üdwestlich von Kapstadt tummeln sich im Umkreis von 200 Kilometern über 500 Weingüter – viele davon mit Vier- und Fünfsterne-Hotels, wo man in himmlischer Ruhe relaxen kann. In der Kap-Region herrscht für den Weinanbau moderates mediterranes Klima. Weinlese ist im April. Pilgerstätten sind die Classic Four, die klassischen vier Weingebiete: Constantia, Stellenbosch, Paarl und das von hugenottischen Einwanderern gegründete Franschhoek. Der Kick in Südafrika: Hier vermischen sich die Lieblichkeit von Frankreich mit der Bäuerlichkeit von Holland und der Ursprünglichkeit von Afrika.

„Die größte Herausforderung ist während eines Urlaub am Kap so viele köstliche Weine wie möglich zu probieren,“ sagt Petra Mayer, frühere deutsche Weinkönigin und Wein-Botschafterin Südafrikas in Deutschland, Der Export nach Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren auf siebzig Millionen Liter jährlich verzehnfacht. Früher produzierte Südafrika hauptsächlich Weißweine, heute halten sich weiße und rote Tropfen fast die Waage, viele davon mit internationalen Preisen ausgezeichnet. Ein Triumph der guten Tropfen. www.suedafrika-wein.de www.wosa.co.za www.weingut-am-stein.de www.sesfikile.co.za

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üdwestlich von Kapstadt tummeln sich im Umkreis von 200 Kilometern über 500 Weingüter – viele davon mit Vier- und Fünfsterne-Hotels, wo man in himmlischer Ruhe relaxen kann. In der Kap-Region herrscht für den Weinanbau moderates mediterranes Klima. Weinlese ist im April. Pilgerstätten sind die Classic Four, die klassischen vier Weingebiete: Constantia, Stellenbosch, Paarl und das von hugenottischen Einwanderern gegründete Franschhoek. Der Kick in Südafrika: Hier vermischen sich die Lieblichkeit von Frankreich mit der Bäuerlichkeit von Holland und der Ursprünglichkeit von Afrika.

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Ein südafrikanisches Wintermärchen: Fans freuen sich auf die Fußball-WM 2010 – fröhlich, friedlich, organisationsfähig.

den sind im Angebot. Ein Örtchen weiter, in Boulders Beach, wackelt ein Sechser-Trüppchen der einzigen afrikanischen Pinguin-Kolonie an Besuchern vorbei zum Strand. Hier dünnt die Besiedelung noch mehr aus, und die wilde Kaplandschaft gewinnt: Felsen, die wie Krallen ins Meer reichen. Safranfarbener Ginster, bläuliche Erika und Tausende anderer „Fynbos“Arten umstreicheln die dramatische Küstenlinie – hin und wieder eine kleine unbewohnte Bucht. An der Kap-Spitze müssen 133 Steinstufen erklommen werden, dann liegt es vor uns: Das Ende Afrikas, wo sich Indischer Ozean und Atlantik gischtreich vereinigen. Zurück in Kapstadt, am Schickimicki-Stadtstrand Camps Bay vor der imposanten Zwölf-Apostel-Bergkette sonnen sich die Reichen und Schönen: Nirgendwo gibt es schönere Sonnenuntergänge, denen man in trendigen Strandkneipen nachhängen kann, während in Kapstadt jede Gasse Geschichte trägt. Das Bo-Kaap-Viertel etwa mit seinen Klöppeldecken und knallbunten Fassaden: eine Hinterlassenschaft asiatischer und afrikanischer Sklaven. Fröhlich-pittoreske Gestern-Folklore. Die Heute-Realität: Alle Zeichen stehen auf Fußball: Hellgrau schimmert der gewaltige Bau des Green Point Stadions, vom Hamburger Büro Gerkan, Mark und Partner entworfen. Eins von zehn Stadien, das rechzeitig fertig werden muss (siehe Info

unten). Dahinter: Kapstadts Wahrzeichen, der Tafelberg. Davor: das Meer und Robben Island, die berüchtigte Gefangeneninsel. Heute kann man das karge Eiland mit dem Boot besuchen. Ehemalige Gefangene führen herum, die letzten Zeugen. „Der Knast war unsere Uni“, sagt Sadik Livi, 60, ein Hüne von einem Mann. „Wir haben gegenseitig voneinander gelernt. Immer wieder mussten sie die Wächter austauschen, wenn die auf unsere Seite wechselten.“ Livi und seine Mitgefangenen verleihen dem Ausflug eine bedrängende Authenzität. Er zeigt uns den Steinbruch, wo er mit Mandela Zwangsarbeit verrichten musste, und verdrückt eine Träne. „Wir werden es schaffen“, sagt Helen Zille, 58, Urgroßnichte des Berliner „Miljö“-Künstlers Heinrich Zille, und meint wie Lindeka nicht nur das Fußballfest. Kapstadt war bankrott, als die 58-jährige Ex-Journalistin 2006 Bürgermeisterin wurde. Inzwischen ist sie Premier der Westkap-Provinz, des einzigen von neun Bundesländern in Südafrika, in dem nicht die Regierungspartei ANC gewann. Ihre Bilanz: „Wohnungsbau verdoppelt, Stromversorgung vervierfacht.“ Und trotzdem reicht es nicht: „400.000 Arme sind immer noch obdachlos im reichen Kapstadt“, weiß Zille. Und das heißt, sie leben in selbst gebastelten Hütten am Rande der Townships. Als couragierte Gegenspielerin des umstrittenen, aber volksnahen Präsidenten Jacob Zuma war die resolute Politikern zunächst gegen die WM, wollte das Geld lieber in Sozialprojekte investieren. Inzwischen denkt sie jedoch positiv über die drei Milliarden-Euro-Investition in die Infrastruktur: „Es werden alle profitieren.“ Südafrika, ein Land will nach oben. Die Fußball-WM 2010 wird zum Lackmustest: Wenn 64 Spiele vorbei sein werden und drei Millionen Zuschauer wieder zu Hause sind, wird Südafrika als Reiseland gewonnen haben und Afrika vielleicht fröhlich, friedlich und organisationsfähig dastehen – oder doch als Kontinent immerwährender Krisen? So schwarz-weiß sehen die Fotografinnen, die weiße Lien und die schwarze Lindeka nicht: „Wir freuen uns einfach und sind jetzt schon ganz aufgeregt.“

kicker-event Fussball-wm 2010

D

ie Fußball-WM wird wohl eher ein Wintermärchen, denn in Südafrika schwanken die Temperaturen im Juni/Juli zwischen feuchten sieben und 17 Grad – manchmal friert’s sogar. Südafrika ist fast viermal so groß wie Deutschland, die Spielstätten sind übers ganze Land verteilt. Der Fifa World Cup 2010 findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 in zehn Stadien an neun Orten Südafrikas statt; Fünf Stadien wurden neu gebaut, fünf bestehende restauriert. Premiere feiert der „Local“Rabatt: Jeder der 20.000 Bauarbeiter soll laut Fifa Tickets zu zwei Spielen erhalten. Alle Südafrikaner zahlen ein Viertel des norma-

26 go sixt südafrika

len Ticketpreises. Spielstätten: Johannesburg, Kapstadt, Pretoria, Durban, Port Elizabeth, Bloemfontein, Nelspruit, Rustenberg, Polokwane. Man wird so genannte „Matchvilles“ kreieren, Unterkünfte die in einer Gegend konzentriert sind. Von dort werden die Gäste zu den Spielen gebracht. Elf neue Vier- und Fünfsterne-Hotels werden eröffnet. Als Highlight wird die „Queen Elisabeth 2“ vor Kapstadt ankern. Fifa-Pakete (Tickets plus Pauschalreise) über die Veranstalter Dertour, Thomas Cook, Passion South Africa. Einwöchige Halbfinale/ Finale-Reise mit Weintour + Safari, ab 5500 Euro: www.dertourfussball.de/186-Fifa_wm_2010.htm http://de.fifa.com/worldcup/ index.html www.southafrica.info/2010

südafrika

Lufthansa Der Kranich-Carrier fliegt täglich mit Direktflügen von Frankfurt am Main aus u. a. nach Kapstadt, Johannesburg, Durban. www.lufthansa.com

south african airways Die Airline fliegt von Frankfurt am Main aus direkt zu großen Internationalen Airports in Südafrika wie Kapstadt oder Johannesburg. www.asksaa.com/de

Sixt ist in Südafrika neben den wichtigen DowntownStationen in Metropolen wie Kapstadt, Durban oder Johannesburg an allen wichtigen Flughäfen am Kap vertreten. Bloemfontein Airport – BFN Durban Airport – DUR East London Airport – ELS George Airport – GRJ Johannesburg Airport – JNB Kapstadt Imternational Airport – CPT Kapstadt Domestic Airport – CPT01 Kimberly Airport – KIM Pietermaritzburg Airport – PZB Port Elizabeth Airport – PLZ Upington Airport – UTN

Hotline für Reservierungen:

T: 0180 - 5 25 25 25* www.sixt.de *0,14 /min. im deutschen Festnetz *0.14 /min. from the german fixed network

Unsere besten Preise zum Schluss – europaweit in allen teilnehmenden Hotels

Bis zu 30% sparen – buchbar unter: www.winter-im-angebot.com


Ein südafrikanisches Wintermärchen: Fans freuen sich auf die Fußball-WM 2010 – fröhlich, friedlich, organisationsfähig.

den sind im Angebot. Ein Örtchen weiter, in Boulders Beach, wackelt ein Sechser-Trüppchen der einzigen afrikanischen Pinguin-Kolonie an Besuchern vorbei zum Strand. Hier dünnt die Besiedelung noch mehr aus, und die wilde Kaplandschaft gewinnt: Felsen, die wie Krallen ins Meer reichen. Safranfarbener Ginster, bläuliche Erika und Tausende anderer „Fynbos“Arten umstreicheln die dramatische Küstenlinie – hin und wieder eine kleine unbewohnte Bucht. An der Kap-Spitze müssen 133 Steinstufen erklommen werden, dann liegt es vor uns: Das Ende Afrikas, wo sich Indischer Ozean und Atlantik gischtreich vereinigen. Zurück in Kapstadt, am Schickimicki-Stadtstrand Camps Bay vor der imposanten Zwölf-Apostel-Bergkette sonnen sich die Reichen und Schönen: Nirgendwo gibt es schönere Sonnenuntergänge, denen man in trendigen Strandkneipen nachhängen kann, während in Kapstadt jede Gasse Geschichte trägt. Das Bo-Kaap-Viertel etwa mit seinen Klöppeldecken und knallbunten Fassaden: eine Hinterlassenschaft asiatischer und afrikanischer Sklaven. Fröhlich-pittoreske Gestern-Folklore. Die Heute-Realität: Alle Zeichen stehen auf Fußball: Hellgrau schimmert der gewaltige Bau des Green Point Stadions, vom Hamburger Büro Gerkan, Mark und Partner entworfen. Eins von zehn Stadien, das rechzeitig fertig werden muss (siehe Info

unten). Dahinter: Kapstadts Wahrzeichen, der Tafelberg. Davor: das Meer und Robben Island, die berüchtigte Gefangeneninsel. Heute kann man das karge Eiland mit dem Boot besuchen. Ehemalige Gefangene führen herum, die letzten Zeugen. „Der Knast war unsere Uni“, sagt Sadik Livi, 60, ein Hüne von einem Mann. „Wir haben gegenseitig voneinander gelernt. Immer wieder mussten sie die Wächter austauschen, wenn die auf unsere Seite wechselten.“ Livi und seine Mitgefangenen verleihen dem Ausflug eine bedrängende Authenzität. Er zeigt uns den Steinbruch, wo er mit Mandela Zwangsarbeit verrichten musste, und verdrückt eine Träne. „Wir werden es schaffen“, sagt Helen Zille, 58, Urgroßnichte des Berliner „Miljö“-Künstlers Heinrich Zille, und meint wie Lindeka nicht nur das Fußballfest. Kapstadt war bankrott, als die 58-jährige Ex-Journalistin 2006 Bürgermeisterin wurde. Inzwischen ist sie Premier der Westkap-Provinz, des einzigen von neun Bundesländern in Südafrika, in dem nicht die Regierungspartei ANC gewann. Ihre Bilanz: „Wohnungsbau verdoppelt, Stromversorgung vervierfacht.“ Und trotzdem reicht es nicht: „400.000 Arme sind immer noch obdachlos im reichen Kapstadt“, weiß Zille. Und das heißt, sie leben in selbst gebastelten Hütten am Rande der Townships. Als couragierte Gegenspielerin des umstrittenen, aber volksnahen Präsidenten Jacob Zuma war die resolute Politikern zunächst gegen die WM, wollte das Geld lieber in Sozialprojekte investieren. Inzwischen denkt sie jedoch positiv über die drei Milliarden-Euro-Investition in die Infrastruktur: „Es werden alle profitieren.“ Südafrika, ein Land will nach oben. Die Fußball-WM 2010 wird zum Lackmustest: Wenn 64 Spiele vorbei sein werden und drei Millionen Zuschauer wieder zu Hause sind, wird Südafrika als Reiseland gewonnen haben und Afrika vielleicht fröhlich, friedlich und organisationsfähig dastehen – oder doch als Kontinent immerwährender Krisen? So schwarz-weiß sehen die Fotografinnen, die weiße Lien und die schwarze Lindeka nicht: „Wir freuen uns einfach und sind jetzt schon ganz aufgeregt.“

kicker-event Fussball-wm 2010

D

ie Fußball-WM wird wohl eher ein Wintermärchen, denn in Südafrika schwanken die Temperaturen im Juni/Juli zwischen feuchten sieben und 17 Grad – manchmal friert’s sogar. Südafrika ist fast viermal so groß wie Deutschland, die Spielstätten sind übers ganze Land verteilt. Der Fifa World Cup 2010 findet vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 in zehn Stadien an neun Orten Südafrikas statt; Fünf Stadien wurden neu gebaut, fünf bestehende restauriert. Premiere feiert der „Local“Rabatt: Jeder der 20.000 Bauarbeiter soll laut Fifa Tickets zu zwei Spielen erhalten. Alle Südafrikaner zahlen ein Viertel des norma-

26 go sixt südafrika

len Ticketpreises. Spielstätten: Johannesburg, Kapstadt, Pretoria, Durban, Port Elizabeth, Bloemfontein, Nelspruit, Rustenberg, Polokwane. Man wird so genannte „Matchvilles“ kreieren, Unterkünfte die in einer Gegend konzentriert sind. Von dort werden die Gäste zu den Spielen gebracht. Elf neue Vier- und Fünfsterne-Hotels werden eröffnet. Als Highlight wird die „Queen Elisabeth 2“ vor Kapstadt ankern. Fifa-Pakete (Tickets plus Pauschalreise) über die Veranstalter Dertour, Thomas Cook, Passion South Africa. Einwöchige Halbfinale/ Finale-Reise mit Weintour + Safari, ab 5500 Euro: www.dertourfussball.de/186-Fifa_wm_2010.htm http://de.fifa.com/worldcup/ index.html www.southafrica.info/2010

südafrika

Lufthansa Der Kranich-Carrier fliegt täglich mit Direktflügen von Frankfurt am Main aus u. a. nach Kapstadt, Johannesburg, Durban. www.lufthansa.com

south african airways Die Airline fliegt von Frankfurt am Main aus direkt zu großen Internationalen Airports in Südafrika wie Kapstadt oder Johannesburg. www.asksaa.com/de

Sixt ist in Südafrika neben den wichtigen DowntownStationen in Metropolen wie Kapstadt, Durban oder Johannesburg an allen wichtigen Flughäfen am Kap vertreten. Bloemfontein Airport – BFN Durban Airport – DUR East London Airport – ELS George Airport – GRJ Johannesburg Airport – JNB Kapstadt Imternational Airport – CPT Kapstadt Domestic Airport – CPT01 Kimberly Airport – KIM Pietermaritzburg Airport – PZB Port Elizabeth Airport – PLZ Upington Airport – UTN

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B

erlin, Axel-Springer-Str. 65, 18. Stock, Vorstandsetage über dem Himmel von Berlin, Freitagabend. Der Mann hat morgens schon 14 Zeitungen gelesen, brachte tagsüber in London und Brüssel die Verlagsdinge voran und biegt jetzt nach einem 12-Stunden-Tag forsch und lässig im hochmodernen Fischgrätanzug mit Haifischkragenhemd und hellblauem Binder um die Ecke. „Guten Abend, Döpfner, womit fangen wir an? Fotos oder Interview.“ Der Mann kommt auf den Punkt – und ist charmant. Dr. Mathias Döpfner, 46, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG und Hüter über 150 Zeitungen und Zeitschriften in über 27 Ländern. Der Verlagsmanager hat seinem Haus in Zeiten der Finanzkrise das beste operative Ergebnis beschert und hat auch noch ein Privatleben. Zusammen mit einem Freund spendierte er sich und der Öffentlichkeit das deutsch-deutsche Museum Villa Schöningen. Ein Mäzen im Verlagsmanagerpelz.

my way

Was bringt den Axel-Springer-CEO dazu, privat mehrere Millionen Euro in die Hand zu nehmen, und mit der Villa Schöningen in Potsdam ein deutsch-deutsches Museum zu finanzieren? Haben Sie zu viel Geld? Dr. Mathias Döpfner: Nein. Man hat immer zehn Prozent zu wenig. Insofern stand bei diesem Projekt von Anfang an nicht Geld im Vordergrund, sondern es ging darum, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Ich habe immer diese Idee gehabt, etwas Gemeinnütziges zu tun, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Ich möchte etwas für andere tun, denn ich habe sehr viel Glück in meinem Leben gehabt. Wie kam es zu dieser Gelegenheit? Ich lebe in Potsdam und habe dieses Haus und seinen ruinösen Zustand seit zehn Jahren beobachtet. Dann ergab sich diese Gelegenheit, es zu erwerben, wobei ich mich dazu mit einem Freund zusammengetan habe. Wir haben gesagt: Das ist die Chance, hier an diesem historischen Ort an der Glienicker Brücke einen offenen und öffentlichen Ort zu schaffen und dieses Haus nicht nur wieder denkmalgerecht zu renovieren, sondern auch seiner Geschichte und der Glienicker Brücke zu gedenken: Die deutsche Teilung während des Kalten Krieges, Agentenaustauschbrücke. Die Brücke ist Symbol für die deutsche Teilung und die deutsche Wiedervereinigung, und deshalb fanden wir es eine wunderbare Idee, an dieser Stelle eine Art Freiheitsmuseum zu schaffen.

»Ich bin ein Mann der Black Music« 28 go sixt Rubrik

Einige Zeit heisst in diesem Fall doch einige Jahre, oder? Es hat rund sieben Jahre gedauert. Sie können hartnäckig sein? Ja, ich bin sehr hartnäckig. In der Villa Schöningen befindet sich im Erdgeschoss die Dauerausstellung „Spione, Mauer, Kinderheim“ zur Geschichte des Hauses und der Glienicker Brücke. Im 1. Stock wird es Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst geben wie zurzeit mit dem Mottothema „1989“. Warum präsentieren Sie jetzt in der 1. Ausstellung zum Beispiel den Leipziger Weltstar Neo Rauch? In der Ausstellung „1989“ setzen sich Künstler in ihren jeweiligen Werken ganz unterschiedlich mit dem Ende des Kalten Krieges auseinander. Und da spielt natürlich Neo Rauch als Ostdeutscher, für den das Thema eine große Anregungskraft in seinem Werk hat, eine zentrale Rolle. Er ist eben einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler, der zu diesem Thema passt. Was gefällt Ihnen an Neo Rauchs Kunst? Ich mag die Uneindeutigkeit und damit die große Assoziationskraft seiner surrealen Bildwelten. Das hat für mich ein hohes Maß an Irritationskraft, und das ist es doch: Wenn einen am Anfang ein Bild irritiert, fragt man sich, was soll das? Und je mehr man sich hineindenkt und hineininterpretiert, desto näher kommt einem das Bild. Dieser Effekt hat bei Neo Rauch sehr viel Substanz. Ausserdem stellt in „1989“ auch die Installationskünstlerin Josephine Meckseper aus, beide Künstler werden vom Galeristen Gerd Harry Lybke, Jahrgang 1961 und seiner Galerie Eigen+Art betreut. Sind Sie Fan der Leipziger Schule? Harry Lybke ist einer der interessantesten deutschen Galeristen und hat mit seiner Leipziger Herkunft auch die Leipziger Schule in seiner Galerie geprägt. Insofern ist es in der Tat kein Zufall, dass Künstler vom ihm zum Thema „1989“ vertreten sind. Ich möchte jedoch betonen, dass die Ausstellung von Gerald Matt, dem Direktor der Wiener Kunsthalle, kuratiert ist und er die Auswahl gemacht hat. Sie haben sich eingemischt? Nein. Wenn man das will, soll man die Ausstellung selbst kuratieren. Ich traue mir das nicht zu und möchte es auch nicht.

Dr. Mathias Döpfner

fotos: christina körte

Ein Mann zeigt Größe – und Format. Dr. Mathias Döpfner, 2,02 Meter und Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, spricht mit Wolfgang Timpe, 1,92 Meter und Chefredakteur von GoSixt, über demütige Boden­ständigkeit, afro-amerikanische Musik und zeitgenössische Kunst.

Aber dass es dieses Projekt wurde, ist ein Zufall, da wahrscheinlich oft daran vorbeigefahren sind? Ich bin jeden Tag immer morgens und abends daran vorbeigefahren, habe mich an diesem ruinösen Zustand gestoßen

und immer gefragt: Warum tut hier keiner was? Dann habe ich Kontakt mit dem Eigentümer gesucht und nach einiger Zeit war er dann auch bereit, es zu verkaufen.

studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Frankfurt und Boston. Als Journalist begann er 1982 seine Laufbahn als Autor in der Feuilleton-Redaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Von 1988 bis 1990 war er Geschäftsführer der PR-Agentur KulturKonzept in München, bis 1992 Korrespondent der FAZ in Brüssel. Anschließend war er für den Gruner+Jahr Verlag in Paris als Assistent des Vorstands International tätig und wurde 1993 Assistent des Vorstandsvorsitzenden Gerd Schulte-Hillen in Hamburg. Von 1994 bis 1996 war Döpfner Chefredakteur der Zeitung „Wochenpost“, von 1996 bis 1998 Chefredakteur des Boulevardblattes „Hamburger Morgenpost“. Seit 1998 ist er für die Axel Springer AG tätig. Zunächst als Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“. Seit 2000 ist der gelernte Journalist und Musikkritiker Mitglied des Vorstandes und seit 2002 Vorstandsvorsitzender und Vorstand Zeitungen. Mathias Döpfner ist u. a. Mitglied im Aufsichtsrat der Time Warner Inc., New York, Mitglied im Aufsichtsrat RHJ International SA, Brüssel und Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur. Er ist u. a. Mitglied der American Academy, des Aspen Institutes, des American Jewish Committees, der Ben Gurion University of the Negev und des EPC-European Publishers Council. porträt go sixt 29


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erlin, Axel-Springer-Str. 65, 18. Stock, Vorstandsetage über dem Himmel von Berlin, Freitagabend. Der Mann hat morgens schon 14 Zeitungen gelesen, brachte tagsüber in London und Brüssel die Verlagsdinge voran und biegt jetzt nach einem 12-Stunden-Tag forsch und lässig im hochmodernen Fischgrätanzug mit Haifischkragenhemd und hellblauem Binder um die Ecke. „Guten Abend, Döpfner, womit fangen wir an? Fotos oder Interview.“ Der Mann kommt auf den Punkt – und ist charmant. Dr. Mathias Döpfner, 46, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG und Hüter über 150 Zeitungen und Zeitschriften in über 27 Ländern. Der Verlagsmanager hat seinem Haus in Zeiten der Finanzkrise das beste operative Ergebnis beschert und hat auch noch ein Privatleben. Zusammen mit einem Freund spendierte er sich und der Öffentlichkeit das deutsch-deutsche Museum Villa Schöningen. Ein Mäzen im Verlagsmanagerpelz.

my way

Was bringt den Axel-Springer-CEO dazu, privat mehrere Millionen Euro in die Hand zu nehmen, und mit der Villa Schöningen in Potsdam ein deutsch-deutsches Museum zu finanzieren? Haben Sie zu viel Geld? Dr. Mathias Döpfner: Nein. Man hat immer zehn Prozent zu wenig. Insofern stand bei diesem Projekt von Anfang an nicht Geld im Vordergrund, sondern es ging darum, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben. Ich habe immer diese Idee gehabt, etwas Gemeinnütziges zu tun, wenn sich eine Gelegenheit dazu bietet. Ich möchte etwas für andere tun, denn ich habe sehr viel Glück in meinem Leben gehabt. Wie kam es zu dieser Gelegenheit? Ich lebe in Potsdam und habe dieses Haus und seinen ruinösen Zustand seit zehn Jahren beobachtet. Dann ergab sich diese Gelegenheit, es zu erwerben, wobei ich mich dazu mit einem Freund zusammengetan habe. Wir haben gesagt: Das ist die Chance, hier an diesem historischen Ort an der Glienicker Brücke einen offenen und öffentlichen Ort zu schaffen und dieses Haus nicht nur wieder denkmalgerecht zu renovieren, sondern auch seiner Geschichte und der Glienicker Brücke zu gedenken: Die deutsche Teilung während des Kalten Krieges, Agentenaustauschbrücke. Die Brücke ist Symbol für die deutsche Teilung und die deutsche Wiedervereinigung, und deshalb fanden wir es eine wunderbare Idee, an dieser Stelle eine Art Freiheitsmuseum zu schaffen.

»Ich bin ein Mann der Black Music« 28 go sixt Rubrik

Einige Zeit heisst in diesem Fall doch einige Jahre, oder? Es hat rund sieben Jahre gedauert. Sie können hartnäckig sein? Ja, ich bin sehr hartnäckig. In der Villa Schöningen befindet sich im Erdgeschoss die Dauerausstellung „Spione, Mauer, Kinderheim“ zur Geschichte des Hauses und der Glienicker Brücke. Im 1. Stock wird es Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst geben wie zurzeit mit dem Mottothema „1989“. Warum präsentieren Sie jetzt in der 1. Ausstellung zum Beispiel den Leipziger Weltstar Neo Rauch? In der Ausstellung „1989“ setzen sich Künstler in ihren jeweiligen Werken ganz unterschiedlich mit dem Ende des Kalten Krieges auseinander. Und da spielt natürlich Neo Rauch als Ostdeutscher, für den das Thema eine große Anregungskraft in seinem Werk hat, eine zentrale Rolle. Er ist eben einer der wichtigsten zeitgenössischen Künstler, der zu diesem Thema passt. Was gefällt Ihnen an Neo Rauchs Kunst? Ich mag die Uneindeutigkeit und damit die große Assoziationskraft seiner surrealen Bildwelten. Das hat für mich ein hohes Maß an Irritationskraft, und das ist es doch: Wenn einen am Anfang ein Bild irritiert, fragt man sich, was soll das? Und je mehr man sich hineindenkt und hineininterpretiert, desto näher kommt einem das Bild. Dieser Effekt hat bei Neo Rauch sehr viel Substanz. Ausserdem stellt in „1989“ auch die Installationskünstlerin Josephine Meckseper aus, beide Künstler werden vom Galeristen Gerd Harry Lybke, Jahrgang 1961 und seiner Galerie Eigen+Art betreut. Sind Sie Fan der Leipziger Schule? Harry Lybke ist einer der interessantesten deutschen Galeristen und hat mit seiner Leipziger Herkunft auch die Leipziger Schule in seiner Galerie geprägt. Insofern ist es in der Tat kein Zufall, dass Künstler vom ihm zum Thema „1989“ vertreten sind. Ich möchte jedoch betonen, dass die Ausstellung von Gerald Matt, dem Direktor der Wiener Kunsthalle, kuratiert ist und er die Auswahl gemacht hat. Sie haben sich eingemischt? Nein. Wenn man das will, soll man die Ausstellung selbst kuratieren. Ich traue mir das nicht zu und möchte es auch nicht.

Dr. Mathias Döpfner

fotos: christina körte

Ein Mann zeigt Größe – und Format. Dr. Mathias Döpfner, 2,02 Meter und Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, spricht mit Wolfgang Timpe, 1,92 Meter und Chefredakteur von GoSixt, über demütige Boden­ständigkeit, afro-amerikanische Musik und zeitgenössische Kunst.

Aber dass es dieses Projekt wurde, ist ein Zufall, da wahrscheinlich oft daran vorbeigefahren sind? Ich bin jeden Tag immer morgens und abends daran vorbeigefahren, habe mich an diesem ruinösen Zustand gestoßen

und immer gefragt: Warum tut hier keiner was? Dann habe ich Kontakt mit dem Eigentümer gesucht und nach einiger Zeit war er dann auch bereit, es zu verkaufen.

studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaften in Frankfurt und Boston. Als Journalist begann er 1982 seine Laufbahn als Autor in der Feuilleton-Redaktion der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). Von 1988 bis 1990 war er Geschäftsführer der PR-Agentur KulturKonzept in München, bis 1992 Korrespondent der FAZ in Brüssel. Anschließend war er für den Gruner+Jahr Verlag in Paris als Assistent des Vorstands International tätig und wurde 1993 Assistent des Vorstandsvorsitzenden Gerd Schulte-Hillen in Hamburg. Von 1994 bis 1996 war Döpfner Chefredakteur der Zeitung „Wochenpost“, von 1996 bis 1998 Chefredakteur des Boulevardblattes „Hamburger Morgenpost“. Seit 1998 ist er für die Axel Springer AG tätig. Zunächst als Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“. Seit 2000 ist der gelernte Journalist und Musikkritiker Mitglied des Vorstandes und seit 2002 Vorstandsvorsitzender und Vorstand Zeitungen. Mathias Döpfner ist u. a. Mitglied im Aufsichtsrat der Time Warner Inc., New York, Mitglied im Aufsichtsrat RHJ International SA, Brüssel und Mitglied im Aufsichtsrat der Deutschen Presse-Agentur. Er ist u. a. Mitglied der American Academy, des Aspen Institutes, des American Jewish Committees, der Ben Gurion University of the Negev und des EPC-European Publishers Council. porträt go sixt 29


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My Way

My Way

„Ich versuche zu spüren, was mir mein gesunder Menschenver­ stand, meine innere Stimme sagt. Offenbar habe ich ganz gute Empfindungen für Dinge, die irgendwann kommen.“

Im Ernst? Der Kunstliebhaber Mathias Döpfner sammelt selbst und kennt sich aus? Ich sammele zwar selbst, aber mit meinem Schwerpunkt weibliche Akte, und das ist ja nun einmal ein vollkommen anderes Thema. Das ist meine rein private Leidenschaft für bildende Kunst – vom Rembrandt-Stich bis zur zeitgenössischen Installation. Aber in der Villa Schöningen geht es um die Themen Kalter Krieg, deutsche Teilung und deutsche Wiedervereinigung, Freiheit und Unfreiheit, Totalitarismus und Antitotalitarismus. Das sollte man den Profis überlassen, die das gelernt und studiert haben. Was ist es zur Sammellust weiblicher Akte gekommen? Die ersten Bilder, die ich mir vom Maler Johannes Grützke kaufte, waren halt nackte Frauen. Ich habe offenbar eine besondere Affinität dazu. Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr interessierte es mich, weil die Darstellung des weiblichen Körpers beziehungsweise das Erotische in der Kunst einer der ganz großen Grundimpulse der Kunstgeschichte ist. Eros und Religion sind eben die beiden zentralen Themen in der Kunstgeschichte, eben das Streben zum Göttlichen und zum ewig Weiblichen. Und da habe ich mich natürlich für das ewig Weibliche entschieden. (lacht)

Und was hat der Kaufmann, was der Journalist nicht hat? Ich wünsche mir, dass der Kaufmann auch einen hohen Respekt vor dem Inhalt hat. Aber er muss natürlich vor allen Dingen ein guter Kaufmann sein. Der Kaufmann, der glaubt, bessere Leitartikel schreiben zu können, aber nicht in der Lage ist, das Anzeigengeschäft positiv zu entwickeln, und der nicht auf die Kosten achtet, wird letztendlich auch dem Journalismus schaden. Im Mediengeschäft sind es wirklich zwei Seiten derselben Medaille. Die Kernkompetenz des einen ist, mit möglichst guter Sprache möglichst gute Geschichten aufzuschreiben. Und die Kernkompetenz des anderen ist, mit möglichst niedrigen Kosten möglichst viel Gewinn zu machen. Vorstandschef Mathias Döpfner: „Ich bin eine Mischung aus Schöngeist und Teppichhändler, und diese beiden Seiten kann ich hier wunderbar

Sie haben gesagt, dass die Villa Schöningen ein „Ort fröhlicher Freiheit“ werden soll. Was meinen Sie damit? An diesem Ort sollen die Schattenseiten der Unfreiheit beleuchtet werden, denn die hat es dort gegeben. Der Ort hat tragische Zeiten erlebt, war von den Kommunisten und den Nazis besetzt, er hat die jüdische Eigentümerfamilie in den Selbstmord getrieben; dann wurden dort im DDR-Kindergarten die Kleinen nach sozialistischen Kriterien indoktriniert, direkt an der Mauer, wo wenige Meter entfernt die Todesschüsse fielen. Das ist das sehr traurige Kapitel der Villa. Trotzdem finde ich, dass dieser Ort mit dieser wunderbaren Architektur von Ludwig Persius besonders schön ist. An diesem Platz, dem Alexander von Humboldt „einen der schönsten Blicke der Welt“ attestiert hat, sollen die Menschen eben auch die schönen Seiten der Freiheit genießen können – in dem Garten sitzen und eine Flasche Wein trinken können. Einfach

„Ich mag die Uneindeutigkeit und damit die grosse Assoziations­ kraft der surrealen Bildwelten von Neo Rauch.“ das Leben genießen! Die Villa Schöningen soll kein düsterer Ort der Belehrung oder eine politische Botschaft mit erhobenem Zeigefinger sein. Wir wollten einerseits informieren und aufklären und andererseits den Menschen auch ein fröhliches schönes Erlebnis bescheren. Apropos Villa. Ist es nicht dekadent gewesen, dass 1843 der preussische Hofarchitekt Ludwig Persius eine italienische Turmvilla aus der Toskana an die Havel zu verpflanzt? Ich weiß nicht, ob es dekadent war, in jedem Fall war es visionär. Friedrich Wilhelm IV. hat einen radikalen Ästhetizismus gepflegt. Er wollte den romantischen Blick, die ideale Kulturlandschaft. Und für ihn war die Idee von Arkadien, diese ita30 go sixt porträt

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Fehlt dem Journalisten als Vorstandschef heute etwas? Stellen Sie sich mir als glücklichen Menschen vor. Ich kann in dieser Aufgabe beide Seiten meiner Persönlichkeit wunderbar miteinander verbinden. Ich bin eine Mischung aus Schöngeist und Teppichhändler, und diese beiden Seiten kann ich hier wunderbar zusammenbringen. Das ist ein großer Glücksfall.

zusammenbringen.“

lienische Kulturlandschaft ein Inbegriff dieser Ästhetik – was ich sehr gut nachempfinden kann. Das Preußentum hat überhaupt eine sehr weltoffene internationale Kultur mit den Holländern, Franzosen, Hugenotten gepflegt. Und da passt doch die italienische Prägung ganz wunderbar. Was ist Kunst eigentlich für Sie? Kunst ist die Spur, die die Menschen im Strom der Sterblichkeit hinterlassen können. Kunst macht in ihrer Zeit verstörende Statements, die, wenn sie wirklich Kraft hat, auch Menschen in ganz anderen Kontexten, ganz anderen Zeiten, Jahrhunderte später, berühren, bewegen und anregen kann. Das ist die Faszination der Kunst. Sie waren, ehe Sie auf die so genannte Seite des Geldes als ceo der Axel Springer AG wechselten, Journalist, unter anderem Chefredakteur der „Hamburger Morgenpost“ und der „Welt“. Was hat der Journalist, was der Kaufmann nicht hat? Das sind ja in unserer nach Schubladen sortierten Welt extrem gegensätzliche Charaktere und Profile. Ich habe das in mir nie als so gegensätzlich empfunden, sondern wie Zeitung und Internet auch als zwei Seiten einer Medaille. Zum einen das inhaltliche Wollen und Arbeiten, und zum anderen das kaufmännische Wollen und wirtschaftliche Gestalten. Ohne gute Inhalte, guten Journalismus, werden Sie keine guten Geschäfte machen. Das ist etwas, was ich immer klarer erkenne.

Mann der Black Music. Mir hat nur das gefallen, was aus der afro-amerikanischen Perspektive entstand: Gospel, Rhythm and Blues, Soul. Das war meine Musik. Und das führt zu dem kuriosen Umstand, dass mir damals die Musik der 20-Jährigen überhaupt nicht gefallen hat, während die Musik, die heute 20-Jährige hören, das ist eigentlich meine Musik. Ich liebe die aktuelle Popmusik. Jedes Mal freue ich mich, wie toll sich das entwickelt hat. Was ich mir vor 20 Jahren gewünscht habe, wird heute in den Radios gespielt. Neben dieser Popmusikseite mag ich auch noch die Oper, die italienische natürlich besonders. Wann hören Sie Musik? Eher selten. Vielleicht am Wochenende oder einmal im Monat im Konzert oder in der Oper. Das hat sich eben sehr geändert gegenüber früher, wo ich von morgens bis abends Musik gehört habe. Ihre ersten zehn Journalistenjahre, unter anderen als PauschaFAZ, waren eher lockere Bohemienzeiten. Und dann haben Sie mit Beginn Ihrer Chefredakteurszeit in nur zwölf Jahren einen Blitz-Aufstieg hingelegt. Woher kam die plötzliche Lust auf Karriere? Ich habe mich das auch oft gefragt. Woher kam dieser plötzliche Struktur-Ehrgeiz? Inhaltlichen Ehrgeiz hat es bei mir immer gegeben. Aber vielleicht habe ich mich als freier Mitarbeiter bei der FAZ, als junger Journalist, doch zu oft über meine Chefs geärgert. Und habe mir dann gedacht, wenn Du es selbst besser machen willst, musst Du halt Chef werden. Dann machst du das alles anders. Man macht natürlich heute auch viele Fehler, über die ich mich früher wahnsinnig geärgert habe, aber ich versuche immer noch, ein wenig die Perspektive von unten nach oben zu haben. Nicht immer nur von oben nach unten. list bei der

Das ist doch Understatement. Sie gehören als Axel-SpringerCEO zu den Top-10 der einflussreichsten Manager und erst recht Publizisten in Deutschland. Wie fühlt man sich als Mächtiger? Man steht nicht jeden Morgen vor dem Spiegel und ist ergriffen von der eigenen Bedeutung, und schreitet Gram gebeugt unter der Last der eigenen Verantwortung vor sich hin. Ich hoffe, ich habe eine gesunde Neigung zur Selbstkritik, eigene Dinge in Frage zu stellen, dann bleibt einem die Voraussetzung für Erfolg erhalten: Bodenständigkeit. Man sagt, wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden. Und wenn man aufgehört hat, etwas zu werden, ist sowieso alles vorbei. Bei mir ist eine ständige Demut und großer Respekt vor der nächsten Herausforderung. Auch durchaus eine Sorge, dass etwas schiefgehen könnte. Das macht einen vorsichtig. Und so geht es einem wie vielen Menschen: Man hat gute und schlechte Tage. Sie haben Ihr Studium als Doktor der Musik abgeschlossen. Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee? Ich wollte immer Journalist werden. Und als ich einen 80-jährigen Freund, der Journalist bei der FAZ war, fragte: „Was muss man denn machen, um guter Journalist zu werden?“, antwortete er: „Es ist vollkommen egal, was Du studierst, nur Publizistik solltest Du nicht studieren. Studier das, was Dir Spaß macht.“ Und Musik war meine große Leidenschaft, und so habe ich dann Musik, Germanistik und Theaterwissenschaft studiert. Haben Sie Klavier schon als kleines Kind gespielt, und war es Lust oder Qual? Mit sechs Jahren habe ich begonnen. Und es war beides. In Ihrer Jugendzeit waren Punk, Rock’n’Roll und Jazz angesagt. Wo gehörten Sie hin? Ich habe 1983 ein Buch über die Neue Deutsche Welle geschrieben, die damals sich entwickelnde deutschsprachige Popmusik. Das hat mir nie gefallen. Ich war immer schon ein

Sie sind ja nach der „Welt“-Chefredaktion im Jahr 1998 in den Springer-Vorstand gewechselt. Liegt da ein wichtiger Schritt? Die Arbeit bei der „Welt“ habe ich geliebt, und alle waren skeptisch. Doch wir haben in sehr kurzer Zeit recht großen Erfolg gehabt, das war einfach eine wunderbare Zeit für mich, und ich wollte eigentlich gar nicht weg in den Vorstand. Hat die Verlegerin Sie gedrängelt? Das mag kokett klingen, aber ein wenig schon. Klar, ich habe schon immer einen gesunden Machtwillen gehabt, aber ich habe erstmal gesagt: „Ich möchte in der „Welt“-Chefredaktion bleiben.“ Ohne Erfolg. Ich sagte dann, wenn, möchte ich Vorstandsvorsitzender werden. Und so kam es dann. Als Springer-CEO und Zeitungsliebhaber glauben Sie, dass die E-Zeitung, die elektronische Zeitung Zukunft hat. Warum? Ich glaube an die Zukunft des Zeitungsjournalismus und die

so genannte

porträt go sixt 31


GO

My Way

My Way

„Ich versuche zu spüren, was mir mein gesunder Menschenver­ stand, meine innere Stimme sagt. Offenbar habe ich ganz gute Empfindungen für Dinge, die irgendwann kommen.“

Im Ernst? Der Kunstliebhaber Mathias Döpfner sammelt selbst und kennt sich aus? Ich sammele zwar selbst, aber mit meinem Schwerpunkt weibliche Akte, und das ist ja nun einmal ein vollkommen anderes Thema. Das ist meine rein private Leidenschaft für bildende Kunst – vom Rembrandt-Stich bis zur zeitgenössischen Installation. Aber in der Villa Schöningen geht es um die Themen Kalter Krieg, deutsche Teilung und deutsche Wiedervereinigung, Freiheit und Unfreiheit, Totalitarismus und Antitotalitarismus. Das sollte man den Profis überlassen, die das gelernt und studiert haben. Was ist es zur Sammellust weiblicher Akte gekommen? Die ersten Bilder, die ich mir vom Maler Johannes Grützke kaufte, waren halt nackte Frauen. Ich habe offenbar eine besondere Affinität dazu. Und je mehr ich mich damit beschäftigte, desto mehr interessierte es mich, weil die Darstellung des weiblichen Körpers beziehungsweise das Erotische in der Kunst einer der ganz großen Grundimpulse der Kunstgeschichte ist. Eros und Religion sind eben die beiden zentralen Themen in der Kunstgeschichte, eben das Streben zum Göttlichen und zum ewig Weiblichen. Und da habe ich mich natürlich für das ewig Weibliche entschieden. (lacht)

Und was hat der Kaufmann, was der Journalist nicht hat? Ich wünsche mir, dass der Kaufmann auch einen hohen Respekt vor dem Inhalt hat. Aber er muss natürlich vor allen Dingen ein guter Kaufmann sein. Der Kaufmann, der glaubt, bessere Leitartikel schreiben zu können, aber nicht in der Lage ist, das Anzeigengeschäft positiv zu entwickeln, und der nicht auf die Kosten achtet, wird letztendlich auch dem Journalismus schaden. Im Mediengeschäft sind es wirklich zwei Seiten derselben Medaille. Die Kernkompetenz des einen ist, mit möglichst guter Sprache möglichst gute Geschichten aufzuschreiben. Und die Kernkompetenz des anderen ist, mit möglichst niedrigen Kosten möglichst viel Gewinn zu machen. Vorstandschef Mathias Döpfner: „Ich bin eine Mischung aus Schöngeist und Teppichhändler, und diese beiden Seiten kann ich hier wunderbar

Sie haben gesagt, dass die Villa Schöningen ein „Ort fröhlicher Freiheit“ werden soll. Was meinen Sie damit? An diesem Ort sollen die Schattenseiten der Unfreiheit beleuchtet werden, denn die hat es dort gegeben. Der Ort hat tragische Zeiten erlebt, war von den Kommunisten und den Nazis besetzt, er hat die jüdische Eigentümerfamilie in den Selbstmord getrieben; dann wurden dort im DDR-Kindergarten die Kleinen nach sozialistischen Kriterien indoktriniert, direkt an der Mauer, wo wenige Meter entfernt die Todesschüsse fielen. Das ist das sehr traurige Kapitel der Villa. Trotzdem finde ich, dass dieser Ort mit dieser wunderbaren Architektur von Ludwig Persius besonders schön ist. An diesem Platz, dem Alexander von Humboldt „einen der schönsten Blicke der Welt“ attestiert hat, sollen die Menschen eben auch die schönen Seiten der Freiheit genießen können – in dem Garten sitzen und eine Flasche Wein trinken können. Einfach

„Ich mag die Uneindeutigkeit und damit die grosse Assoziations­ kraft der surrealen Bildwelten von Neo Rauch.“ das Leben genießen! Die Villa Schöningen soll kein düsterer Ort der Belehrung oder eine politische Botschaft mit erhobenem Zeigefinger sein. Wir wollten einerseits informieren und aufklären und andererseits den Menschen auch ein fröhliches schönes Erlebnis bescheren. Apropos Villa. Ist es nicht dekadent gewesen, dass 1843 der preussische Hofarchitekt Ludwig Persius eine italienische Turmvilla aus der Toskana an die Havel zu verpflanzt? Ich weiß nicht, ob es dekadent war, in jedem Fall war es visionär. Friedrich Wilhelm IV. hat einen radikalen Ästhetizismus gepflegt. Er wollte den romantischen Blick, die ideale Kulturlandschaft. Und für ihn war die Idee von Arkadien, diese ita30 go sixt porträt

GO

Fehlt dem Journalisten als Vorstandschef heute etwas? Stellen Sie sich mir als glücklichen Menschen vor. Ich kann in dieser Aufgabe beide Seiten meiner Persönlichkeit wunderbar miteinander verbinden. Ich bin eine Mischung aus Schöngeist und Teppichhändler, und diese beiden Seiten kann ich hier wunderbar zusammenbringen. Das ist ein großer Glücksfall.

zusammenbringen.“

lienische Kulturlandschaft ein Inbegriff dieser Ästhetik – was ich sehr gut nachempfinden kann. Das Preußentum hat überhaupt eine sehr weltoffene internationale Kultur mit den Holländern, Franzosen, Hugenotten gepflegt. Und da passt doch die italienische Prägung ganz wunderbar. Was ist Kunst eigentlich für Sie? Kunst ist die Spur, die die Menschen im Strom der Sterblichkeit hinterlassen können. Kunst macht in ihrer Zeit verstörende Statements, die, wenn sie wirklich Kraft hat, auch Menschen in ganz anderen Kontexten, ganz anderen Zeiten, Jahrhunderte später, berühren, bewegen und anregen kann. Das ist die Faszination der Kunst. Sie waren, ehe Sie auf die so genannte Seite des Geldes als ceo der Axel Springer AG wechselten, Journalist, unter anderem Chefredakteur der „Hamburger Morgenpost“ und der „Welt“. Was hat der Journalist, was der Kaufmann nicht hat? Das sind ja in unserer nach Schubladen sortierten Welt extrem gegensätzliche Charaktere und Profile. Ich habe das in mir nie als so gegensätzlich empfunden, sondern wie Zeitung und Internet auch als zwei Seiten einer Medaille. Zum einen das inhaltliche Wollen und Arbeiten, und zum anderen das kaufmännische Wollen und wirtschaftliche Gestalten. Ohne gute Inhalte, guten Journalismus, werden Sie keine guten Geschäfte machen. Das ist etwas, was ich immer klarer erkenne.

Mann der Black Music. Mir hat nur das gefallen, was aus der afro-amerikanischen Perspektive entstand: Gospel, Rhythm and Blues, Soul. Das war meine Musik. Und das führt zu dem kuriosen Umstand, dass mir damals die Musik der 20-Jährigen überhaupt nicht gefallen hat, während die Musik, die heute 20-Jährige hören, das ist eigentlich meine Musik. Ich liebe die aktuelle Popmusik. Jedes Mal freue ich mich, wie toll sich das entwickelt hat. Was ich mir vor 20 Jahren gewünscht habe, wird heute in den Radios gespielt. Neben dieser Popmusikseite mag ich auch noch die Oper, die italienische natürlich besonders. Wann hören Sie Musik? Eher selten. Vielleicht am Wochenende oder einmal im Monat im Konzert oder in der Oper. Das hat sich eben sehr geändert gegenüber früher, wo ich von morgens bis abends Musik gehört habe. Ihre ersten zehn Journalistenjahre, unter anderen als PauschaFAZ, waren eher lockere Bohemienzeiten. Und dann haben Sie mit Beginn Ihrer Chefredakteurszeit in nur zwölf Jahren einen Blitz-Aufstieg hingelegt. Woher kam die plötzliche Lust auf Karriere? Ich habe mich das auch oft gefragt. Woher kam dieser plötzliche Struktur-Ehrgeiz? Inhaltlichen Ehrgeiz hat es bei mir immer gegeben. Aber vielleicht habe ich mich als freier Mitarbeiter bei der FAZ, als junger Journalist, doch zu oft über meine Chefs geärgert. Und habe mir dann gedacht, wenn Du es selbst besser machen willst, musst Du halt Chef werden. Dann machst du das alles anders. Man macht natürlich heute auch viele Fehler, über die ich mich früher wahnsinnig geärgert habe, aber ich versuche immer noch, ein wenig die Perspektive von unten nach oben zu haben. Nicht immer nur von oben nach unten. list bei der

Das ist doch Understatement. Sie gehören als Axel-SpringerCEO zu den Top-10 der einflussreichsten Manager und erst recht Publizisten in Deutschland. Wie fühlt man sich als Mächtiger? Man steht nicht jeden Morgen vor dem Spiegel und ist ergriffen von der eigenen Bedeutung, und schreitet Gram gebeugt unter der Last der eigenen Verantwortung vor sich hin. Ich hoffe, ich habe eine gesunde Neigung zur Selbstkritik, eigene Dinge in Frage zu stellen, dann bleibt einem die Voraussetzung für Erfolg erhalten: Bodenständigkeit. Man sagt, wer glaubt, etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu werden. Und wenn man aufgehört hat, etwas zu werden, ist sowieso alles vorbei. Bei mir ist eine ständige Demut und großer Respekt vor der nächsten Herausforderung. Auch durchaus eine Sorge, dass etwas schiefgehen könnte. Das macht einen vorsichtig. Und so geht es einem wie vielen Menschen: Man hat gute und schlechte Tage. Sie haben Ihr Studium als Doktor der Musik abgeschlossen. Wie kamen Sie überhaupt auf die Idee? Ich wollte immer Journalist werden. Und als ich einen 80-jährigen Freund, der Journalist bei der FAZ war, fragte: „Was muss man denn machen, um guter Journalist zu werden?“, antwortete er: „Es ist vollkommen egal, was Du studierst, nur Publizistik solltest Du nicht studieren. Studier das, was Dir Spaß macht.“ Und Musik war meine große Leidenschaft, und so habe ich dann Musik, Germanistik und Theaterwissenschaft studiert. Haben Sie Klavier schon als kleines Kind gespielt, und war es Lust oder Qual? Mit sechs Jahren habe ich begonnen. Und es war beides. In Ihrer Jugendzeit waren Punk, Rock’n’Roll und Jazz angesagt. Wo gehörten Sie hin? Ich habe 1983 ein Buch über die Neue Deutsche Welle geschrieben, die damals sich entwickelnde deutschsprachige Popmusik. Das hat mir nie gefallen. Ich war immer schon ein

Sie sind ja nach der „Welt“-Chefredaktion im Jahr 1998 in den Springer-Vorstand gewechselt. Liegt da ein wichtiger Schritt? Die Arbeit bei der „Welt“ habe ich geliebt, und alle waren skeptisch. Doch wir haben in sehr kurzer Zeit recht großen Erfolg gehabt, das war einfach eine wunderbare Zeit für mich, und ich wollte eigentlich gar nicht weg in den Vorstand. Hat die Verlegerin Sie gedrängelt? Das mag kokett klingen, aber ein wenig schon. Klar, ich habe schon immer einen gesunden Machtwillen gehabt, aber ich habe erstmal gesagt: „Ich möchte in der „Welt“-Chefredaktion bleiben.“ Ohne Erfolg. Ich sagte dann, wenn, möchte ich Vorstandsvorsitzender werden. Und so kam es dann. Als Springer-CEO und Zeitungsliebhaber glauben Sie, dass die E-Zeitung, die elektronische Zeitung Zukunft hat. Warum? Ich glaube an die Zukunft des Zeitungsjournalismus und die

so genannte

porträt go sixt 31


My Way

Idee der Zeitung, dass professionelle Journalisten Informationen so aufbereiten, dass man das gerne lesen will. Aber wie viel davon auf Papier zum Leser kommt, und wie viel auf digitalen Vertriebskanälen, das Laptop oder übers mobile Telefon, das ist doch vollkommen unerheblich. Auf den Inhalt kommt es an. Junge Menschen informieren sich halt lieber in digitalen Vertriebskanälen, weil sie mobiler, flexibler sind. Ich sehe in der Digitalisierung nicht den Untergang des Journalismus. Es ist doch nur ein anderer Weg, Informationen und Gedanken zu den Menschen zu bringen. Ich sehe das positiv. Wir müssen uns darauf konzentrieren, gute Inhalte anzubieten, damit starke Marken zu etablieren, denen die Menschen vertrauen. Und das tun wir auf Papier und im Netz. Das iPhone kann doch die Zeitung der Zukunft sein. Warum nicht?

foto: villa schöningen

GO

Museum Villa Schöningen Die Villa Schöningen liegt im Potsdamer Stadtteil Berliner Vorstadt wenige Meter von der Glienicker Brücke entfernt. Im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. entwarf Ludwig Persius 1843 für Kurd Wolfgang von Schöning (1789−1859), den Hofmarschall des Prinzen Carl von Preußen, ein Haus im italienischen Villenstil. Nach Besitzerwechseln und Verwahrlosung ab 1945

Die Kunden von IFM erwarten auf die Minute genaue Analysen bezüglich

wurde das Gebäude 2007 von Dr. Mathias Döpfner und

des Erfolgs ihrer Sponsoring-Aktivitäten globaler Sportveranstaltungen.

seinem Freund Leonhard Fischer gekauft und denkmalgerecht

Sie haben es immer wieder geschafft, sich erfolgreich gegen den Strom zu stellen. Sie haben unter grossem Protest die Redaktionen von „Berliner Morgenpost“ und „Welt“ zusammengelegt. Sie haben in der Finanzkrise die beste Bilanz vorgelegt. Wie wird man Trend? Es ist in der Tat ein Leitmotiv von mir, dass ich gegen den herrschenden Zeitgeist, gegen Trends etwas tue. Das kann ich mir nur so erklären, dass ich eine stark innen gesteuerte Triebkraft habe. Mir ist Außenwahrnehmung nicht wichtig. Ich versuche zu spüren, was mir mein gesunder Menschenverstand, meine innere Stimme sagt. Offenbar habe ich ganz gute Empfindungen für Dinge, die irgendwann kommen. Ist das Ihr konservativer Charakter? Das können Sie konservativ nennen, gegen den Zeitgeist. Sie können es aber auch enorm progressiv nennen, weil es ein bisschen weiter ist als der Status Quo.

ICH BIN MITTEN IM GESCHEHEN. MEINE SERVER STELLEN SICHER, DASS DIES AUCH SO BLEIBT.

saniert. Es dient jetzt als Museum.

Daher benötigt IFM schnelle, zuverlässige Server zur Verarbeitung der Daten in Echtzeit. Aus diesem Grund sind sie auf leistungsstarke Netzwerklösungen von Dell mit Intel® Technologie angewiesen.

Mit dem alternativen Postdienst PIN haben Sie eine Ihrer Niederlagen erlebt. Was haben Sie daraus mitgenommen? Dass man sich auf das konzentrieren soll, was man kann. Wir sind ein Inhalte-Haus und kein Postvertriebshaus. Es war ein Fehler zu glauben, dass wir es auch in dem Bereich können. Da es aber nicht unsere Kernkompetenz war, haben wir auch die politischen, sich hinter den Kulissen abspielenden Strömungen nicht genug erkannt. millionenschweren

WÄHLEN SIE IHREN EIGENEN WEG ZU CLEVEREM DATEN MANAGEMENT MIT DELL.

WWW.WAEHLEDEINENWEG.DE

2007 haben Sie in New York vom dortigen Leo-Baeck-Institut die Leo-Baeck-Medaille für Verdienste um die deutsch-jüdische Aussöhnung erhalten. Was bedeutet Ihnen die jüdische Kultur?

SATZANFÄNGE Dr. Mathias Döpfner Internet und Zeitungen ... sind zwei Seiten einer Medaille und sollten sich gegenseitig stärken, anstatt sich zu bekämpfen. Das Internet klaut Zeitungen manchmal den Inhalt, ohne dafür zu bezahlen. Das wollen wir ändern. Wenn ein Online-Angebot unter der gleichen Marke wie die Zeitung firmiert, wird sie ihr größter Freund sein und die Auflage und den Erfolg der Zeitung stabilisieren.

gesundes und damit auch mitarbeiterfreundliches soziales Unternehmen.

Zukunft besser gestalten die Feststellung legt, dass Idee des Wettbewerbs kann, sondern heißt auch es nur eines gibt, was sie befördert und dabei Herzensbildung. verlegt, nämlich ihre Brille. auch noch unterhaltend ist. Und deshalb gehören Deutsche Autohersteller Mäzene in der Kunst Entgleisungen auch mal Der Maler Neo Rauch ... sollten ... sollten ... dazu. wird bei uns in der Villa nicht nach dem Staat die Darstellung der Kunst Schöningen ausgestellt rufen. wichtiger nehmen als die Niederlagen sind ... und ist einer der interesSelbstdarstellung, sonst ganz wichtig, um santesten deutschen Wer 2,02 Meter groß ist ... sind sie keine Mäzene, langfristig erfolgreich zu zeitgenössischen Künstler. steht manchmal anderen sondern Selbstdarsteller. bleiben. Wer nach Kosten senken ... Leuten im Weg. Niederlagen wieder ist wichtig als ständiger Wachsen ist ... aufsteht, ist dann stärker Prozess, um in Krisen „Bild“ ist für mich für ein gesundes als vorher. besonders erfolgreich zu persönlich ... Unternehmen die sein und den Mitarbeitern Deutschlands kraftvollste Voraussetzung. Aber Schwarz-Gelb ist ... einen sicheren Arbeitsund erfolgreichste wachsen darf niemals eine riesige Chance platz anzubieten. Zeitungsmarke – vielen oft Selbstzweck sein. für Deutschland, wenn Musik bedeutet ... Freude und Ärgernis. das geliefert wird, Ein Vorstandsvorsitzender Aber es gilt der Satz von für mich mittlerweile nur Wer keine Gewinne was im Wahlkampf muss ... noch Hobby. Früher war Heiner Lauterbach: „Wer macht ... versprochen worden ist. ... Vorbild sein, darf aber es Beruf. sich mit ,Bild’ nicht einmal muss besonders hart Wir brauchen Freiheit auch Mensch mit richtig gestritten hat, hat arbeiten. Wenn es einem und Wettbewerb und Schwächen sein. Rendite für ein Verlagsnicht richtig gelebt.“ schlecht geht, muss man nicht Umverteilung und haus ... mehr tun. Stillstand. Bildung heißt ... ist nicht alles. Aber ohne Einer Verlegerin zu Rendite ist es nichts, denn nicht nur die Kulturgeberichten ... „Deutschland sucht Rachmaninow und schichte und Geschichte kenne ich nicht, weil Gewinn ist immer noch den Superstar“... Mathias Döpfner ... der Menschheit so zu die Grundlage für ein unsere Hauptaktionärin ist ein tolles innovatives verbindet ein Hang zu verstehen, dass man die Friede Springer Wert auf Senderformat, weil es die Melancholie. 32 go sixt Rubrik

Heinz Abel Gründer und Geschäftsführer von IFM, einem der weltweit führenden Beratungsunternehmen für Sport-Marketing.

Intel ® Xeon ® Prozessoren bieten eine hohe Energieeffi zienz bei gleichzeitiger MultitaskingLeistung zur Optimierung Ihrer Virtualisierungsvorhaben. Celeron, Celeron Inside, Centrino, Centrino Inside, Core Inside, Intel, Intel Logo, Intel Atom, Intel Atom Inside, Intel Core, Intel Inside, Intel Inside Logo, Intel Viiv, Intel vPro, Itanium, Itanium Inside, Pentium, Pentium Inside, Viiv Inside, vPro Inside, Xeon, und Xeon Inside sind Marken der Intel Corporation in den USA und anderen Ländern.


My Way

Idee der Zeitung, dass professionelle Journalisten Informationen so aufbereiten, dass man das gerne lesen will. Aber wie viel davon auf Papier zum Leser kommt, und wie viel auf digitalen Vertriebskanälen, das Laptop oder übers mobile Telefon, das ist doch vollkommen unerheblich. Auf den Inhalt kommt es an. Junge Menschen informieren sich halt lieber in digitalen Vertriebskanälen, weil sie mobiler, flexibler sind. Ich sehe in der Digitalisierung nicht den Untergang des Journalismus. Es ist doch nur ein anderer Weg, Informationen und Gedanken zu den Menschen zu bringen. Ich sehe das positiv. Wir müssen uns darauf konzentrieren, gute Inhalte anzubieten, damit starke Marken zu etablieren, denen die Menschen vertrauen. Und das tun wir auf Papier und im Netz. Das iPhone kann doch die Zeitung der Zukunft sein. Warum nicht?

foto: villa schöningen

GO

Museum Villa Schöningen Die Villa Schöningen liegt im Potsdamer Stadtteil Berliner Vorstadt wenige Meter von der Glienicker Brücke entfernt. Im Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. entwarf Ludwig Persius 1843 für Kurd Wolfgang von Schöning (1789−1859), den Hofmarschall des Prinzen Carl von Preußen, ein Haus im italienischen Villenstil. Nach Besitzerwechseln und Verwahrlosung ab 1945

Die Kunden von IFM erwarten auf die Minute genaue Analysen bezüglich

wurde das Gebäude 2007 von Dr. Mathias Döpfner und

des Erfolgs ihrer Sponsoring-Aktivitäten globaler Sportveranstaltungen.

seinem Freund Leonhard Fischer gekauft und denkmalgerecht

Sie haben es immer wieder geschafft, sich erfolgreich gegen den Strom zu stellen. Sie haben unter grossem Protest die Redaktionen von „Berliner Morgenpost“ und „Welt“ zusammengelegt. Sie haben in der Finanzkrise die beste Bilanz vorgelegt. Wie wird man Trend? Es ist in der Tat ein Leitmotiv von mir, dass ich gegen den herrschenden Zeitgeist, gegen Trends etwas tue. Das kann ich mir nur so erklären, dass ich eine stark innen gesteuerte Triebkraft habe. Mir ist Außenwahrnehmung nicht wichtig. Ich versuche zu spüren, was mir mein gesunder Menschenverstand, meine innere Stimme sagt. Offenbar habe ich ganz gute Empfindungen für Dinge, die irgendwann kommen. Ist das Ihr konservativer Charakter? Das können Sie konservativ nennen, gegen den Zeitgeist. Sie können es aber auch enorm progressiv nennen, weil es ein bisschen weiter ist als der Status Quo.

ICH BIN MITTEN IM GESCHEHEN. MEINE SERVER STELLEN SICHER, DASS DIES AUCH SO BLEIBT.

saniert. Es dient jetzt als Museum.

Daher benötigt IFM schnelle, zuverlässige Server zur Verarbeitung der Daten in Echtzeit. Aus diesem Grund sind sie auf leistungsstarke Netzwerklösungen von Dell mit Intel® Technologie angewiesen.

Mit dem alternativen Postdienst PIN haben Sie eine Ihrer Niederlagen erlebt. Was haben Sie daraus mitgenommen? Dass man sich auf das konzentrieren soll, was man kann. Wir sind ein Inhalte-Haus und kein Postvertriebshaus. Es war ein Fehler zu glauben, dass wir es auch in dem Bereich können. Da es aber nicht unsere Kernkompetenz war, haben wir auch die politischen, sich hinter den Kulissen abspielenden Strömungen nicht genug erkannt. millionenschweren

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2007 haben Sie in New York vom dortigen Leo-Baeck-Institut die Leo-Baeck-Medaille für Verdienste um die deutsch-jüdische Aussöhnung erhalten. Was bedeutet Ihnen die jüdische Kultur?

SATZANFÄNGE Dr. Mathias Döpfner Internet und Zeitungen ... sind zwei Seiten einer Medaille und sollten sich gegenseitig stärken, anstatt sich zu bekämpfen. Das Internet klaut Zeitungen manchmal den Inhalt, ohne dafür zu bezahlen. Das wollen wir ändern. Wenn ein Online-Angebot unter der gleichen Marke wie die Zeitung firmiert, wird sie ihr größter Freund sein und die Auflage und den Erfolg der Zeitung stabilisieren.

gesundes und damit auch mitarbeiterfreundliches soziales Unternehmen.

Zukunft besser gestalten die Feststellung legt, dass Idee des Wettbewerbs kann, sondern heißt auch es nur eines gibt, was sie befördert und dabei Herzensbildung. verlegt, nämlich ihre Brille. auch noch unterhaltend ist. Und deshalb gehören Deutsche Autohersteller Mäzene in der Kunst Entgleisungen auch mal Der Maler Neo Rauch ... sollten ... sollten ... dazu. wird bei uns in der Villa nicht nach dem Staat die Darstellung der Kunst Schöningen ausgestellt rufen. wichtiger nehmen als die Niederlagen sind ... und ist einer der interesSelbstdarstellung, sonst ganz wichtig, um santesten deutschen Wer 2,02 Meter groß ist ... sind sie keine Mäzene, langfristig erfolgreich zu zeitgenössischen Künstler. steht manchmal anderen sondern Selbstdarsteller. bleiben. Wer nach Kosten senken ... Leuten im Weg. Niederlagen wieder ist wichtig als ständiger Wachsen ist ... aufsteht, ist dann stärker Prozess, um in Krisen „Bild“ ist für mich für ein gesundes als vorher. besonders erfolgreich zu persönlich ... Unternehmen die sein und den Mitarbeitern Deutschlands kraftvollste Voraussetzung. Aber Schwarz-Gelb ist ... einen sicheren Arbeitsund erfolgreichste wachsen darf niemals eine riesige Chance platz anzubieten. Zeitungsmarke – vielen oft Selbstzweck sein. für Deutschland, wenn Musik bedeutet ... Freude und Ärgernis. das geliefert wird, Ein Vorstandsvorsitzender Aber es gilt der Satz von für mich mittlerweile nur Wer keine Gewinne was im Wahlkampf muss ... noch Hobby. Früher war Heiner Lauterbach: „Wer macht ... versprochen worden ist. ... Vorbild sein, darf aber es Beruf. sich mit ,Bild’ nicht einmal muss besonders hart Wir brauchen Freiheit auch Mensch mit richtig gestritten hat, hat arbeiten. Wenn es einem und Wettbewerb und Schwächen sein. Rendite für ein Verlagsnicht richtig gelebt.“ schlecht geht, muss man nicht Umverteilung und haus ... mehr tun. Stillstand. Bildung heißt ... ist nicht alles. Aber ohne Einer Verlegerin zu Rendite ist es nichts, denn nicht nur die Kulturgeberichten ... „Deutschland sucht Rachmaninow und schichte und Geschichte kenne ich nicht, weil Gewinn ist immer noch den Superstar“... Mathias Döpfner ... der Menschheit so zu die Grundlage für ein unsere Hauptaktionärin ist ein tolles innovatives verbindet ein Hang zu verstehen, dass man die Friede Springer Wert auf Senderformat, weil es die Melancholie. 32 go sixt Rubrik

Heinz Abel Gründer und Geschäftsführer von IFM, einem der weltweit führenden Beratungsunternehmen für Sport-Marketing.

Intel ® Xeon ® Prozessoren bieten eine hohe Energieeffi zienz bei gleichzeitiger MultitaskingLeistung zur Optimierung Ihrer Virtualisierungsvorhaben. Celeron, Celeron Inside, Centrino, Centrino Inside, Core Inside, Intel, Intel Logo, Intel Atom, Intel Atom Inside, Intel Core, Intel Inside, Intel Inside Logo, Intel Viiv, Intel vPro, Itanium, Itanium Inside, Pentium, Pentium Inside, Viiv Inside, vPro Inside, Xeon, und Xeon Inside sind Marken der Intel Corporation in den USA und anderen Ländern.


GO

My Way

Das ist ein Lebensthema von mir. Ich habe 1978 den Film ­„Holocaust“ gesehen und kann bis heute sagen, dass es der Film mit dem prägendsten Einfluss auf mich war. Er hat starke Impulse ausgelöst, ich bin nach Israel gegangen und seit 1981 jedes Jahr einmal in Israel. Die jüdische Kultur hat nirgendwo so hoch geblüht, wie bei uns in Deutschland – wir verdanken unser ganzes Bildungsbürgertum und unseren intellektuellen Status der jüdischen Kultur in Deutschland. Das ausgerechnet dieses Land antisemitischen Völkermord geplant und umgesetzt hat, bleibt für mich ein Trauma des deutschen Volkes. Wir müssen einfach alles tun, dafür zu sorgen, dass so etwas in verwandter Weise nie mehr passieren kann. Und wir haben auch jede Menge eigene Interessen, unsere politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten mit denen Israels zu koordinieren. Wir können von Israel sehr viel lernen. Es gibt für uns Deutsche das geschichtliche Motiv, uns Israel nahe zu fühlen. Aber es gibt auch das Motiv als westlich-demokratische Wertegemeinschaft – als Gegenmodell zu fundamentalistischen, religiösen, radikalen Bewegungen in der Gesellschaft – unsere Kräfte bündeln zu müssen. Deutsch-israelische Freundschaft ist ein Zukunftsprojekt ganz in unserem Interesse. Wahrheit ... muss jeder Journa­list stets suchen, sollte damit aber nicht selbstgerecht umgehen, weil Wahrheit manchmal auch sehr kompliziert ist und verschiedene Seiten haben kann.

modern sein, indem sie mit den Modernismen und den Attitüden des in die Jahre gekommenen Regietheaters brechen und wieder Neues wagen.

Der Friedensnobelpreis für Barack Obama ... Das „Ich weiß, dass war die größte ich nichts weiß“ Gefahr für ihn. Er vom Philosophen hat mit einer Karl Popper ... fulminanten Rede wird nur übertroffen allerdings das Beste durch ein Zitat des daraus gemacht. von mir sehr Das Jahr 2010 ... bewunderten wird besser als das Theaterkritikers Jahr 2009. Georg Hensel, der gesagt hat: „Was, halbgebildet? Was Meinungsfreiheit ... ist die wichtigste für eine Prahlerei. Grundlage für eine Ich weiß nicht mal wirkliche Demokraein Viertel.” tie. In Deutschland Musikkritik kann ... ist die Meinungsfreiheit durch die Leidenschaft und Bücherverbrennung engagierte 1933 symbolträchtig Auseinandersetbeendet worden, zung mit Musik befördern. Aber für und wir wissen, was Musikkritiker gilt wie dann begonnen für alle Kritiker: Man hat. muss kein Kunstschütze sein, um zu Mobilität ist für mich ... sehen, ob jemand ein Ausdruck ins Schwarze persönlicher getroffen hat. Freiheit, weil ich selbst bestimmen Theaterregisseure kann, wann ich wo sollten 2010 ... sein will. Mobilität wirklich mutig und 34 go sixt porträt

hat als Schattenseite auch das Moment der Rastlosigkeit, aber für die ist man dann auch selbst verantwortlich. Heimat ist ... für einen so unbehausten und ständig unterwegs seienden Menschen wie mich schwierig, aber ich finde sie da, wo Menschen sind, die ich liebe. Deswegen kann Heimat auch an ganz vielen Orten auf der Welt sein. Glück kann ... immer nur ein kurzer Moment sein. Nie ein andauerndes oder steuerbares Empfinden. Ich glaube, dass es überhaupt nicht das große Glück gibt, sondern nur das kleine Glück: Die Tasse Capuccino morgens auf dem Balkon mit einem Blinzeln in die Sonne. Das ist vielleicht mehr Glück als große Worte. Die Villa Schöningen ... ist mein Glück.

Wo genau ist Israel Vorbild für Deutschland? Nur ein Aspekt ist zum Beispiel die enorme Rolle, die die Wissenschaft, die Exzellenz von Forschung dort spielt. In Israel ist das Forschungsbudget fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, bei uns nur etwas mehr als zwei Prozent. Und Israel ist im Innovationsranking mehrere Plätze vor Deutschland. Israel ist, obwohl so klein, auf den intellektuellen Gebieten wahnsinnig erfolgreich. Von diesem tiefen Exzellenzstreben und der tiefen Verankerung von Bildung, mehr zu wissen als andere, davon können wir hier viel lernen.

„Mir hat nur das gefallen, was aus der afro-amerikanischen Perspektive entstand: Gospel, Rhythm and Blues, Soul. Das war meine Musik.“ Im Jahr 2012 feiert Sixt sein 100-jähriges Familien- und Firmenjubiläum. Was fällt dem CEO vom Axel Springer Verlag dazu ein? Auf meinem Weg vom Inhaltemenschen zum Unternehmer hat mich die Person Erich Sixt in einer sehr frühen Phase unglaublich beeindruckt und geprägt. Und zwar einerseits durch den objektiven unternehmerischen Erfolg, aber andererseits eben auch durch diese ungeheure Energie, Bodenständigkeit und Geradlinigkeit des Menschen, den ich ein paar Mal in größeren und kleineren Runden erlebt habe. Einmal wurde er in einer Runde von einem dieser McKinsey-artigen Strategieund Beratertypen gefragt: „Herr Sixt, was ist eigentlich Ihre Unternehmensstrategie?“ Und darauf antwortete er: „Die totale Vernichtung der Konkurrenz.“ Dieser erstens humorvolle und zweitens wahnsinnig ehrliche Satz hat mich bis heute beeindruckt.

Schöne Weihnachten www.leonardo.de


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My Way

Das ist ein Lebensthema von mir. Ich habe 1978 den Film ­„Holocaust“ gesehen und kann bis heute sagen, dass es der Film mit dem prägendsten Einfluss auf mich war. Er hat starke Impulse ausgelöst, ich bin nach Israel gegangen und seit 1981 jedes Jahr einmal in Israel. Die jüdische Kultur hat nirgendwo so hoch geblüht, wie bei uns in Deutschland – wir verdanken unser ganzes Bildungsbürgertum und unseren intellektuellen Status der jüdischen Kultur in Deutschland. Das ausgerechnet dieses Land antisemitischen Völkermord geplant und umgesetzt hat, bleibt für mich ein Trauma des deutschen Volkes. Wir müssen einfach alles tun, dafür zu sorgen, dass so etwas in verwandter Weise nie mehr passieren kann. Und wir haben auch jede Menge eigene Interessen, unsere politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und wissenschaftlichen Aktivitäten mit denen Israels zu koordinieren. Wir können von Israel sehr viel lernen. Es gibt für uns Deutsche das geschichtliche Motiv, uns Israel nahe zu fühlen. Aber es gibt auch das Motiv als westlich-demokratische Wertegemeinschaft – als Gegenmodell zu fundamentalistischen, religiösen, radikalen Bewegungen in der Gesellschaft – unsere Kräfte bündeln zu müssen. Deutsch-israelische Freundschaft ist ein Zukunftsprojekt ganz in unserem Interesse. Wahrheit ... muss jeder Journa­list stets suchen, sollte damit aber nicht selbstgerecht umgehen, weil Wahrheit manchmal auch sehr kompliziert ist und verschiedene Seiten haben kann.

modern sein, indem sie mit den Modernismen und den Attitüden des in die Jahre gekommenen Regietheaters brechen und wieder Neues wagen.

Der Friedensnobelpreis für Barack Obama ... Das „Ich weiß, dass war die größte ich nichts weiß“ Gefahr für ihn. Er vom Philosophen hat mit einer Karl Popper ... fulminanten Rede wird nur übertroffen allerdings das Beste durch ein Zitat des daraus gemacht. von mir sehr Das Jahr 2010 ... bewunderten wird besser als das Theaterkritikers Jahr 2009. Georg Hensel, der gesagt hat: „Was, halbgebildet? Was Meinungsfreiheit ... ist die wichtigste für eine Prahlerei. Grundlage für eine Ich weiß nicht mal wirkliche Demokraein Viertel.” tie. In Deutschland Musikkritik kann ... ist die Meinungsfreiheit durch die Leidenschaft und Bücherverbrennung engagierte 1933 symbolträchtig Auseinandersetbeendet worden, zung mit Musik befördern. Aber für und wir wissen, was Musikkritiker gilt wie dann begonnen für alle Kritiker: Man hat. muss kein Kunstschütze sein, um zu Mobilität ist für mich ... sehen, ob jemand ein Ausdruck ins Schwarze persönlicher getroffen hat. Freiheit, weil ich selbst bestimmen Theaterregisseure kann, wann ich wo sollten 2010 ... sein will. Mobilität wirklich mutig und 34 go sixt porträt

hat als Schattenseite auch das Moment der Rastlosigkeit, aber für die ist man dann auch selbst verantwortlich. Heimat ist ... für einen so unbehausten und ständig unterwegs seienden Menschen wie mich schwierig, aber ich finde sie da, wo Menschen sind, die ich liebe. Deswegen kann Heimat auch an ganz vielen Orten auf der Welt sein. Glück kann ... immer nur ein kurzer Moment sein. Nie ein andauerndes oder steuerbares Empfinden. Ich glaube, dass es überhaupt nicht das große Glück gibt, sondern nur das kleine Glück: Die Tasse Capuccino morgens auf dem Balkon mit einem Blinzeln in die Sonne. Das ist vielleicht mehr Glück als große Worte. Die Villa Schöningen ... ist mein Glück.

Wo genau ist Israel Vorbild für Deutschland? Nur ein Aspekt ist zum Beispiel die enorme Rolle, die die Wissenschaft, die Exzellenz von Forschung dort spielt. In Israel ist das Forschungsbudget fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, bei uns nur etwas mehr als zwei Prozent. Und Israel ist im Innovationsranking mehrere Plätze vor Deutschland. Israel ist, obwohl so klein, auf den intellektuellen Gebieten wahnsinnig erfolgreich. Von diesem tiefen Exzellenzstreben und der tiefen Verankerung von Bildung, mehr zu wissen als andere, davon können wir hier viel lernen.

„Mir hat nur das gefallen, was aus der afro-amerikanischen Perspektive entstand: Gospel, Rhythm and Blues, Soul. Das war meine Musik.“ Im Jahr 2012 feiert Sixt sein 100-jähriges Familien- und Firmenjubiläum. Was fällt dem CEO vom Axel Springer Verlag dazu ein? Auf meinem Weg vom Inhaltemenschen zum Unternehmer hat mich die Person Erich Sixt in einer sehr frühen Phase unglaublich beeindruckt und geprägt. Und zwar einerseits durch den objektiven unternehmerischen Erfolg, aber andererseits eben auch durch diese ungeheure Energie, Bodenständigkeit und Geradlinigkeit des Menschen, den ich ein paar Mal in größeren und kleineren Runden erlebt habe. Einmal wurde er in einer Runde von einem dieser McKinsey-artigen Strategieund Beratertypen gefragt: „Herr Sixt, was ist eigentlich Ihre Unternehmensstrategie?“ Und darauf antwortete er: „Die totale Vernichtung der Konkurrenz.“ Dieser erstens humorvolle und zweitens wahnsinnig ehrliche Satz hat mich bis heute beeindruckt.

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GLAS ZAUBER

Smart, souverän, successful. Der Familienunternehmer Oliver Kleine, Inhaber und Geschäftsführer der Lifestyle-Marke Leonardo, ist für l’art pour l’art nicht zu haben. Er steuert Leonardo in neue junge Märkte. v o n W olfgang Timp e ( Te xt ) un d Er o l G ur i a n (F o t o s )

Leonardo-Chef Oliver Kleine im Showroom: „Wir wollen mit Glas inspirieren, zeigen neue Wege.“ lifestyle go sixt 43


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»Die Marke ­muss in individuelle ­Lebenswelten integriert werden.«

BMW M3 Coupé Die Zahlen machen den Sound: Im BMW M3 Coupé dreht ein Vierliter-V8-Motor mit 420 PS auf heiße 8400 Touren und kommt in 4,8 Sekunden auf 100 km/h. Elegant, spritzig und mit extrem direkter Lenkung hat man ein junges Rennpferd mit Overdrive-Wippen im Lenkrad in der Hand. Der BMW M3 ist für Oliver Kleine „einfach ein böseses Biest, Entschuldigung, einfach nur geil“. Formel-1-Hype für die Straße. Sixt-Hotline für Reservierungen:

0180/5 25 25 25* – www.sixt.de *0,14 /min. im deutschen Festnetz

Getuntes BMW-M3-Styling, Dolce&Gabbana-Uhr, Leonardo-Chef Oliver Kleine: „Die Sachen müssen einfach gut sitzen. Mode macht mir Spaß.“

Raumschiff-Cube Leonardo in Bad Driburg: „Wir sind stolz darauf, dass wir uns in 150 Jahren von einem hochwertigen Glasanbieter inzwischen zu einer jungen lebendigen Lifestyle-Marke weiterentwickelt haben.“

D

er Mann verkauft Stil, der Mann hat Stil. Aus dem modisch lässigen, dunkelblauen Drykorn-Anzug lugt das taillierte Prada-Hemd hervor, zu den weißen Puma-Sneakers gesellt sich die Dolce&Gabbana-Uhr mit korrespondierendem weißen Lederarmband. Jung, stylisch, markenbewusst. „Die Sachen müssen einfach gut sitzen. Mode macht mir Spaß“, sagt Oliver Kleine. Ja, kann denn Geschmack Sünde sein? Natürlich nicht. Und wie sich unter dem jungen geschäftsführenden Gesellschafter Oliver Kleine das Leonardo-Imperium vom ­soliden und preiswerten Gläser-, Vasenund Geschenkartikel-Lieferanten für Möbel- und Kaufhäuser zur trendigen Glas-Lifestyle-Erlebniswelt gemausert hat, dokumentiert auch der aktuelle Slogan im 150. Jubiläumsjahr: „Leonardo – Inspiration for Modern Living“ lautet der richtungsweisende Claim. Ein Selbstläufer waren die Visionen von Kleine nicht. Erst als sein Vater merkte, wie er die etwas müde gewordenen Produktlinien erfolgreich auffrischte und auch noch neue Märkte und neue Zielgruppen an das Unternehmen heranführte, ließ 44 go sixt lifestyle

er Sohn Oliver marschieren. Zum Wohl der Marke Leonardo. Die Bekanntheit des blauen Leonardo-Quadrats mit weißer Wolke erreicht weit über achtzig Prozent bei allen Deutschen. Dass Leonardo aber neben seinen Glasprodukten und Inneneinrichtungswelten von Geschirr über Lifestyle-Dekorationsprodukte unter dem so genannten Dach von „Life Interior“ inzwischen auch eine stattliche Schmuckkollektion, die „Jewels“-Produktlinie präsentiert, ist noch jung. An ihrem Beispiel lässt sich die dynamische Entwicklung des Glasimperiums aus Bad Driburg, nahe dem ostwestfälischen Paderborn, aufzeigen – aber auch die Kernkompetenz von Oliver Kleine in Markenführung. Oft genug wollen Unternehmer und angeschlossene Designer ein Produkt jung machen und verraten dabei den Markenkern. Oliver Kleine erläutert: „Leonardo und Schmuck würde unsere Marke zwar erweitern, aber die Menschen würden es nicht verstehen. Aber Leonardo und Glasschmuck stärkt und erweitert unsere Marke. Glas ist unsere Kernkompetenz. Das dürfen wir nie vergessen.“ Aber Glas ist doch nicht automatisch jung? „Nein“, antwortet er gelassen, „aber die frischen Farben unseres Glasschmucks, wie man sie von Venedigs Murano-Glas kennt, geben unseren Kollektionen ein frisches,

innovatives und modernes Image.“ Und so überrascht es auch nicht, dass die aktuelle Glasschmuckserie Regine Sixt by ­Leonardo mit dem knalligen Sixt-Orange aus Glas bestens in das Produktprofil von Leonardo passt. Für Oliver Kleine ist die Zusammenarbeit mit Regine Sixt ein „Glücksfall“. Regine Sixt habe „eine tolle unternehmerische Vision und eine faszinierende helfende Mission“ mit ihrer Regine Sixt Kinderhilfe e. V.. An diese Hilfsorganisation geht mit jedem verkauften Glasschmuck der Serie Regine Sixt by Leonardo ein Euro. Oliver Kleine: „Es ist doch wunderbar mit schönen Dingen kranken Kindern zu helfen und eine Freude zu machen. Es ist ein faszinierendes Projekt.“ Und es passt auch zur Unternehmensphilosophie von Leonardo. „Wir bieten Stil für kleines Geld“, bringt der kreative Unternehmensführer sein Selbstverständnis auf den Punkt. Und es macht ihm nichts aus, dass superteure DesignboutiquenBetreiber Leonardo schon mal als „Philippe-Starck-Design für Arme“ verunglimpfen? „Überhaupt nicht“, lacht er locker, „Leonardo in einem Atemzug mit diesem Kultdesigner zu nennen, ist doch ein Ritterschlag für uns.“ Und als ob das noch notwendig wäre, setzt Oliver Kleine noch einen drauf: „Es passt zu unserer Firmen- wie auch Produktphilosophie, dass

das Gute und Bessere immer nutzbar bleiben muss. Also auch erschwinglich. Wir verkaufen Produkte, die man sich leisten kann. Keine unerfüllbaren Designträume – aber eben mit Geschmack, höchstwertigem Material und einem gesunden Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Uff. Der Mann weiß, was er tut. Und er hat noch einen: „Ein Produkt soll nur so lange besser werden, wie es auch für den Gebrauch oder sein schönes Äußeres sinnvoll ist.“ Tja, für Designakademien ist die ostwestfälische Identität in Bad Driburg eher nicht ausgelegt. Oliver Kleine ist smart, souverän und successful. Mit seinen England- und USA-Erfahrungen schreibt er auch deutschen Dienstleistungsmentalitäten was ins Stammbuch: „In den angelsächsischen Ländern gibt es das schöne ,give an extra mile’, tue immer ein wenig mehr als andere. Wir müsssen noch viel stärker aktiv auf Kunden zugehen.“ Bewegung! Wie in der Finanzkrise. „Deutsche neigen zum Jammern, statt sich kreativ mit Lösungen zu beschäftigen und die Chance für neue, vielleicht vorher undenkbare Geschäftsmodelle zu suchen.“ Inzwischen ist der 37-Jährige schon fünf Jahre in der Topverantwortung fürs Familienunternehmen. Die bodenständigen Kauf­mannsausbildungen, die der Glas-Himmelsstürmer nicht lifestyle go sixt 45


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Oliver Kleine wird am 24. Februar 1972 in Paderborn bei Bad ­Driburg geboren. Der 37-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach dem Gymnasium macht Kleine erst die Ausbildung zum Einzelhandels-, Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach Aufenthalten in England und Amerika steigt er 1996 bei Glaskoch ein, konzipiert die Marke Montana neu und übernimmt 2000 die Geschäftsführung für Produktentwicklung, Werbung, Marketing von ­Leonardo und Montana. Und seit 2005 ist er geschäftsführender Gesellschafter. 2008 beginnt Kleine das Studium ­Innovationsmanagement in St. Gallen.

satzanfänge oliver kleine in england und den usa

...

... gibt es das schöne „give an extra mile“, tue immer ein wenig mehr als andere. In Deutschland müssen wir noch viel stärker aktiv auf Kunden zugehen. form und farbe können den dingen

..

... den letzten Schliff geben, wobei Farbe für mich vor allem Inspiration bedeutet. glas

...

... ist ein traumhaftes Material, aber nie perfekt wie etwa Edelstahl. Glas ist einzigartig. Nur ein Grad Unterschied macht aus einem ­orangefarbenen ein braunes Glas. Der Geschmack bestimmt das Urteil. Glas kann man lieben oder hassen. mitarbeiter müssen

...

... vor allem an die eigenen Produkte glauben. familienunternehmen sind

...

... Erfolgsfaktoren, und Eigentümer sehen eher langfristige Perspektiven als angestellte Manager. 46 go sixt lifestyle

immer sexy fand, haben ihm aber das „handwerkliche Knowhow für den unternehmerischen Erfolg“ gegeben. Und so ist für Kleine auch im immer globaler werdenden Leonardo-Business nicht Umsatz und Größe eine Qualität an sich. „Gesunde ­Größe und Ertrag bestimmen mein Handeln“, sagt der Businessschool Geschulte. Auf diesem Fundament hat er sich dann wei­ter­entwickelt. „Nach meiner kaufmännischen Schulung und Businessausbildung in England und den USA konnte ich mich dann um so stärker auf meine persönlichen Neigungen konzentrieren.“ Und die sind? „Ich habe schnell gemerkt, dass Kreation und Markenaufbau mir sehr viel Spaß machen. Da fühle ich mich zu Hause. Offenbar habe ich das Gefühl für Formen und Ästhetik mit in die Wiege gelegt bekommen.“ Klar, dass er mit seinem noch relativ jungen Erfah-

rungshintergrund stolz darauf ist, „dass wir uns in 150 Jahren von einem hochwertigen Glasanbieter inzwischen zu einer jungen lebendigen Lifestyle-Marke weiterentwickelt haben.“ Und die Erweiterung der Leonardo-Glaswelt hat für ihn ein klares Ziel: „Die Marke Leonardo muss in individuelle Lebenswelten integriert werden.“

S

chließlich muss man erst einmal den Mut aufbringen, im landwirtschaftlich geprägten Bad Driburg, der so genannten Wallachei, das atemberaubende Glas-Cube-Ufo landen zu lassen. „Wir wollen mit Glas inspirieren, neue Wege zeigen.“ Oliver Kleines Visionen haben ihre erfolgreiche Form und den Erfolg im Markt gefunden. Wie ein majestätisches Design-Ausrufezeichen schmiegen sich die weitläufigen Showrooms mit ihren großen Glasfronten, in denen sich alle Himmels- und Wolkenformationen widerspiegeln, in die ostwestfälische hügelige Landschaft zwischen Eggegebirge und Teutoburger Wald ein. Auf zu neuen Ufern, ruft die Architektur – aber immer schön an den Markenkern denken. Motto: bodenständige Erneuerung. Diesen Rhythmus von seinem Cube-Raumschiff nimmt der leidenschaftliche Tennisspieler und Jogger Oliver Kleine gerne immer wieder auf. Leonardo – ein Glas-Zauber.

Unternehmen: Mittelstand

Finanzugang

W be ir b ie i au der ten s de öffe auc m nt h Ko lic Un nj hen ter un s kt För tüt ur de zu pa ru ng ke ng t.

der; <mittelständisch>: Möglichkeit der Finanzierung mit einem verlässlichen Partner; für den flexiblen und innovativen Mittelstand, auch in unsicheren Zeiten.

Die Deutsche Bank für den Mittelstand. Ein leistungsfähiger Mittelstand ist auch in Zukunft von fundamentaler Bedeutung für Deutschland. Dieser reagiert auf die aktuellen Herausforderungen sehr flexibel und mit großer Eigeninitiative. Dabei unterstützt ihn die Deutsche Bank mit den notwendigen innovativen Finanzlösungen und steht diesen mittelständischen Unternehmen als zuverlässiger Partner zur Seite – in Deutschland und weltweit. Die Deutsche Bank spricht die Sprache des Mittelstands seit 140 Jahren. Darum vertrauen uns heute mehr als 930.000 mittelständische Kunden – vom Freiberufler über das Familienunternehmen bis hin zur Aktiengesellschaft. www.mittelstand.db.com


Oliver Kleine wird am 24. Februar 1972 in Paderborn bei Bad ­Driburg geboren. Der 37-Jährige ist verheiratet und hat einen Sohn. Nach dem Gymnasium macht Kleine erst die Ausbildung zum Einzelhandels-, Groß- und Außenhandelskaufmann. Nach Aufenthalten in England und Amerika steigt er 1996 bei Glaskoch ein, konzipiert die Marke Montana neu und übernimmt 2000 die Geschäftsführung für Produktentwicklung, Werbung, Marketing von ­Leonardo und Montana. Und seit 2005 ist er geschäftsführender Gesellschafter. 2008 beginnt Kleine das Studium ­Innovationsmanagement in St. Gallen.

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...

... Erfolgsfaktoren, und Eigentümer sehen eher langfristige Perspektiven als angestellte Manager. 46 go sixt lifestyle

immer sexy fand, haben ihm aber das „handwerkliche Knowhow für den unternehmerischen Erfolg“ gegeben. Und so ist für Kleine auch im immer globaler werdenden Leonardo-Business nicht Umsatz und Größe eine Qualität an sich. „Gesunde ­Größe und Ertrag bestimmen mein Handeln“, sagt der Businessschool Geschulte. Auf diesem Fundament hat er sich dann wei­ter­entwickelt. „Nach meiner kaufmännischen Schulung und Businessausbildung in England und den USA konnte ich mich dann um so stärker auf meine persönlichen Neigungen konzentrieren.“ Und die sind? „Ich habe schnell gemerkt, dass Kreation und Markenaufbau mir sehr viel Spaß machen. Da fühle ich mich zu Hause. Offenbar habe ich das Gefühl für Formen und Ästhetik mit in die Wiege gelegt bekommen.“ Klar, dass er mit seinem noch relativ jungen Erfah-

rungshintergrund stolz darauf ist, „dass wir uns in 150 Jahren von einem hochwertigen Glasanbieter inzwischen zu einer jungen lebendigen Lifestyle-Marke weiterentwickelt haben.“ Und die Erweiterung der Leonardo-Glaswelt hat für ihn ein klares Ziel: „Die Marke Leonardo muss in individuelle Lebenswelten integriert werden.“

S

chließlich muss man erst einmal den Mut aufbringen, im landwirtschaftlich geprägten Bad Driburg, der so genannten Wallachei, das atemberaubende Glas-Cube-Ufo landen zu lassen. „Wir wollen mit Glas inspirieren, neue Wege zeigen.“ Oliver Kleines Visionen haben ihre erfolgreiche Form und den Erfolg im Markt gefunden. Wie ein majestätisches Design-Ausrufezeichen schmiegen sich die weitläufigen Showrooms mit ihren großen Glasfronten, in denen sich alle Himmels- und Wolkenformationen widerspiegeln, in die ostwestfälische hügelige Landschaft zwischen Eggegebirge und Teutoburger Wald ein. Auf zu neuen Ufern, ruft die Architektur – aber immer schön an den Markenkern denken. Motto: bodenständige Erneuerung. Diesen Rhythmus von seinem Cube-Raumschiff nimmt der leidenschaftliche Tennisspieler und Jogger Oliver Kleine gerne immer wieder auf. Leonardo – ein Glas-Zauber.

Unternehmen: Mittelstand

Finanzugang

W be ir b ie i au der ten s de öffe auc m nt h Ko lic Un nj hen ter un s kt För tüt ur de zu pa ru ng ke ng t.

der; <mittelständisch>: Möglichkeit der Finanzierung mit einem verlässlichen Partner; für den flexiblen und innovativen Mittelstand, auch in unsicheren Zeiten.

Die Deutsche Bank für den Mittelstand. Ein leistungsfähiger Mittelstand ist auch in Zukunft von fundamentaler Bedeutung für Deutschland. Dieser reagiert auf die aktuellen Herausforderungen sehr flexibel und mit großer Eigeninitiative. Dabei unterstützt ihn die Deutsche Bank mit den notwendigen innovativen Finanzlösungen und steht diesen mittelständischen Unternehmen als zuverlässiger Partner zur Seite – in Deutschland und weltweit. Die Deutsche Bank spricht die Sprache des Mittelstands seit 140 Jahren. Darum vertrauen uns heute mehr als 930.000 mittelständische Kunden – vom Freiberufler über das Familienunternehmen bis hin zur Aktiengesellschaft. www.mittelstand.db.com


GO living

2009, Odyssee im Livingroom: Schluss mit der Pfadfinder­Romantik am Lagerfeuer. Der Schwebekamin „Focus“ ist mehr Raumschiff als mittelalterliche Brennstelle.

LAGERFEUER

in den eigenen vier WÄnden

Kaminöfen schaffen Wohlfühlatmosphäre und stylen den Wohnraum oder das Loft.

W

as gibt es Schöneres als nach einem ausgie ­ bigen Winterspaziergang in die warme woh ­ lige Wohnung zurückzukehren? Zuerst Schal, Mütze und Handschuhe ablegen sowie aus dem schweren Mantel schlüpfen, um sich bei Kaffee, Tee und Kuchen wieder aufzuwärmen. Unterstützt wird die gemütliche und entspannte Stimmung durch ein Holzfeuer im Wohnzimmer. Das faszinierende Flammenspiel schafft eine behagliche Wohlfühlatmosphäre, die der Kamin wie keine andere Wärmequelle verbreitet. Die Besonderheit des Feuers verführt schon nach wenigen Minuten dazu, die Seele baumeln zu lassen und den Alltagsstress zu vergessen. Für authentische Kaminromantik in den eigenen vier Wän ­ den gibt es unzählige Möglichkeiten. Eins steht fest: Plumpe Lagerfeuerromantik mit Backsteinfeuerstelle ist out, alltags­ praktische Designkamine, die den Livingroom oder das Loft wie eine Skulptur einen individuellen Charakter verleihen, sind in. Kamine sind Körper. Je nach Wunsch bieten einzelne Hersteller vom Serien -Kamin­ ofen bis hin zum hochwertigsten Einzelstück eine große Bandbreite an Modellen an. Ob Edelstahloptik, hochwertige Keramik-, Naturstein-, Kachel- oder Specksteinverkleidung – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Kamindesign sollte einen Einrichtungsstil ergänzen oder einen spannenden Akzent setzen. Viele Öfen bestechen durch zeitloses Design und passen sich damit unterschiedlichsten Einrichtungsstilen 48 go sixt interieur

an. Puristisches und modernes Edelstahldesign harmoniert sowohl mit einem jungem Lebensstil wie auch mit klassischen oder antiquen Wohnwelten. Von eckig bis rund, von integriert bis freischwebend – viele Kaminöfen gelten inzwischen dank ihres Designs als Einrichtungsasset. Zeig’ mir deinen Kamin und ich sage dir, wer du bist. Graue und nasskalte Winterabende – wann gibt’s nördlich der Alpen schon mal Schnee?! – verbringt man am besten in den eigenen vier Wänden: Mit heißem Tee, eingemummelt in die Lieblingswolldecke, mit entspannender Musik und den Blick

Legerer Schwerenöter: Der schwenkbare Edelstahl-Kaminkubus „Conmoto“ versprüht harmonische Dominanz im Heim.


GO living

2009, Odyssee im Livingroom: Schluss mit der Pfadfinder­Romantik am Lagerfeuer. Der Schwebekamin „Focus“ ist mehr Raumschiff als mittelalterliche Brennstelle.

LAGERFEUER

in den eigenen vier WÄnden

Kaminöfen schaffen Wohlfühlatmosphäre und stylen den Wohnraum oder das Loft.

W

as gibt es Schöneres als nach einem ausgie ­ bigen Winterspaziergang in die warme woh ­ lige Wohnung zurückzukehren? Zuerst Schal, Mütze und Handschuhe ablegen sowie aus dem schweren Mantel schlüpfen, um sich bei Kaffee, Tee und Kuchen wieder aufzuwärmen. Unterstützt wird die gemütliche und entspannte Stimmung durch ein Holzfeuer im Wohnzimmer. Das faszinierende Flammenspiel schafft eine behagliche Wohlfühlatmosphäre, die der Kamin wie keine andere Wärmequelle verbreitet. Die Besonderheit des Feuers verführt schon nach wenigen Minuten dazu, die Seele baumeln zu lassen und den Alltagsstress zu vergessen. Für authentische Kaminromantik in den eigenen vier Wän ­ den gibt es unzählige Möglichkeiten. Eins steht fest: Plumpe Lagerfeuerromantik mit Backsteinfeuerstelle ist out, alltags­ praktische Designkamine, die den Livingroom oder das Loft wie eine Skulptur einen individuellen Charakter verleihen, sind in. Kamine sind Körper. Je nach Wunsch bieten einzelne Hersteller vom Serien -Kamin­ ofen bis hin zum hochwertigsten Einzelstück eine große Bandbreite an Modellen an. Ob Edelstahloptik, hochwertige Keramik-, Naturstein-, Kachel- oder Specksteinverkleidung – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Das Kamindesign sollte einen Einrichtungsstil ergänzen oder einen spannenden Akzent setzen. Viele Öfen bestechen durch zeitloses Design und passen sich damit unterschiedlichsten Einrichtungsstilen 48 go sixt interieur

an. Puristisches und modernes Edelstahldesign harmoniert sowohl mit einem jungem Lebensstil wie auch mit klassischen oder antiquen Wohnwelten. Von eckig bis rund, von integriert bis freischwebend – viele Kaminöfen gelten inzwischen dank ihres Designs als Einrichtungsasset. Zeig’ mir deinen Kamin und ich sage dir, wer du bist. Graue und nasskalte Winterabende – wann gibt’s nördlich der Alpen schon mal Schnee?! – verbringt man am besten in den eigenen vier Wänden: Mit heißem Tee, eingemummelt in die Lieblingswolldecke, mit entspannender Musik und den Blick

Legerer Schwerenöter: Der schwenkbare Edelstahl-Kaminkubus „Conmoto“ versprüht harmonische Dominanz im Heim.


GO

Living

Schlanker Dänen-Stil: Nordische ­ Sachlichkeit prägt Wohnküchen-Kamine.

auf das lodernde Kaminfeuer. Sein Flammenspiel entführt die eigenen Gedanken, verzaubert und beruhigt, massiert die See ­ le. Das natürliche Knistern und die strahlende Wärme können süchtig machen. Damit die natürliche Feuerwärme lange anhält, ist etwa bei den Kaminöfen von Storch ein Limonit-Speicherstein inte­ griert, der die Wärme aufnimmt und über Stunden gleichmä ­ ßig an seine Umgebung abgibt. Die Scheibenspülung sorgt „unsichtbar“ dafür, dass die Sicht auf das Feuer vom Ruß un ­ getrübt bleibt. In fünf unterschiedlichen Korpusfarben mit Stahl, Edelstahl, Keramik oder Steinverkleidung ist zum Bei ­ spiel das neue Modell „Hierro“ für sämtliche Gestaltungswün ­ sche gerüstet. Glänzendes Edelstahl setzt in puristisch und modern eingerichteten Wohnzimmern kühle edle Akzente. Ein Kaminofen mit Keramikverkleidung oder Holzanmutung fügt sich in Wohnräume im Landhausstil ein. Dabei erfüllt das neue Modell – wie alle Kaminöfen von Storch – die vorgegebenen, strengen Emissionswerte der DIN -plusNorm 15a, Regensburger, Münchner und Stuttgarter Norm. Ja, nicht Kopfschütteln, Umweltschutz beginnt Zuhause! Eine weitere Besonderheit: Die Tür des Kaminofens ist hochschieb ­ bar. So lässt sich sauber Holz nachlegen. Für das bessere Ver ­ brennen von Holz und Briketts ist der schließbare Rost zu ­ ständig. Eine veredelte Brennkammer und eine eingebaute Drosselkammer sorgen ebenfalls für erhöhten Komfort für den Benutzer – damit man sich ganz und gar auf den schönsten Teil des Abends konzentrieren kann: das wärmende, prasseln ­ annette rausch de Holzfeuer.  www.storch-kamine.de; www.wodtke.com/kamine

edles Parkett macht die musik Ein hochwertiges Parkett steht für stilvolles und natürliches Wohngefühl. Ob Stabparkett oder Landhausdiele – Parkettböden prägen Einrichtungsstile dank einer Vielzahl an Farben, Verlegearten und Sortierungen.

D

er Fußboden macht den Eindruck, verstärkt die Wirkung eines Raums. Die vielfältige Auswahl an unterschiedlichsten Parkettdesigns lässt viele Ge ­ schmacks- und Stilvarianten zu. Das weiß auch Klaus Trautner, Experte beim Internet-Inneneinrichtungs­ portal homesolute.com: „Der Naturstoff Holz ist so wandel ­ bar, dass er sich jedem Einrichtungsstil anpasst oder diesen, falls gewünscht, unterstreicht.“ Nach den dunklen Böden der vergangenen Jahre, zeichne sich jetzt ein Trend in Richtung helle Böden ab. Sie erzeugen für Trautner „ein Gefühl von Leichtigkeit und Transparenz“. Dunkle Holzböden strahlen dagegen Wärme und Behaglichkeit aus und eignen sich über ­ dies als eindrucksvoller Kontrast zu einer in weiß gehaltenen Einrichtung. Für optische Verlängerung oder Verbreiterung eines Raumes sorgt das Verlegemuster des Parketts. Zeigen die Dielen in die Längsrichtung, unterstreicht dies die Länge des Raumes, wo ­ hingegen eine Quer-Verlegung die Breite betont. Neben der Verlegeart spielt die Sortierung des Parketts für die spätere Raumwirkung eine große Rolle. Eine gleichmäßige Maserung der Dielen akzentuiert die Wirkung der Möbelstücke. Wer die Blicke bewusst auf den Boden lenken möchte, wählt eine un ­ regelmäßige, lebhafte Sortierung des Holzes. Dielen werden 50 go sixt interieur

teilweise sogar künstlich gealtert und wirken durch einen na ­ türlichen Astanteil besonders rustikal. „Eiche ist die Holzart, die all diese Trends am breitesten abdeckt.“ Für Trautner ist „Natürlichkeit jetzt Trumpf“. Mit Naturöl behandeltes Parkett strahlt Wärme aus und unterstreicht die Natürlichkeit des Holzes. Parkett sorgt für ein lebendiges, authentisch -natür­ www.homesolute.com liches Wohnambiente. rau

Parkett-Welten: Helle Böden erzeugen Leichtigkeit und Transparenz.


GO

Living

Schlanker Dänen-Stil: Nordische ­ Sachlichkeit prägt Wohnküchen-Kamine.

auf das lodernde Kaminfeuer. Sein Flammenspiel entführt die eigenen Gedanken, verzaubert und beruhigt, massiert die See ­ le. Das natürliche Knistern und die strahlende Wärme können süchtig machen. Damit die natürliche Feuerwärme lange anhält, ist etwa bei den Kaminöfen von Storch ein Limonit-Speicherstein inte­ griert, der die Wärme aufnimmt und über Stunden gleichmä ­ ßig an seine Umgebung abgibt. Die Scheibenspülung sorgt „unsichtbar“ dafür, dass die Sicht auf das Feuer vom Ruß un ­ getrübt bleibt. In fünf unterschiedlichen Korpusfarben mit Stahl, Edelstahl, Keramik oder Steinverkleidung ist zum Bei ­ spiel das neue Modell „Hierro“ für sämtliche Gestaltungswün ­ sche gerüstet. Glänzendes Edelstahl setzt in puristisch und modern eingerichteten Wohnzimmern kühle edle Akzente. Ein Kaminofen mit Keramikverkleidung oder Holzanmutung fügt sich in Wohnräume im Landhausstil ein. Dabei erfüllt das neue Modell – wie alle Kaminöfen von Storch – die vorgegebenen, strengen Emissionswerte der DIN -plusNorm 15a, Regensburger, Münchner und Stuttgarter Norm. Ja, nicht Kopfschütteln, Umweltschutz beginnt Zuhause! Eine weitere Besonderheit: Die Tür des Kaminofens ist hochschieb ­ bar. So lässt sich sauber Holz nachlegen. Für das bessere Ver ­ brennen von Holz und Briketts ist der schließbare Rost zu ­ ständig. Eine veredelte Brennkammer und eine eingebaute Drosselkammer sorgen ebenfalls für erhöhten Komfort für den Benutzer – damit man sich ganz und gar auf den schönsten Teil des Abends konzentrieren kann: das wärmende, prasseln ­ annette rausch de Holzfeuer.  www.storch-kamine.de; www.wodtke.com/kamine

edles Parkett macht die musik Ein hochwertiges Parkett steht für stilvolles und natürliches Wohngefühl. Ob Stabparkett oder Landhausdiele – Parkettböden prägen Einrichtungsstile dank einer Vielzahl an Farben, Verlegearten und Sortierungen.

D

er Fußboden macht den Eindruck, verstärkt die Wirkung eines Raums. Die vielfältige Auswahl an unterschiedlichsten Parkettdesigns lässt viele Ge ­ schmacks- und Stilvarianten zu. Das weiß auch Klaus Trautner, Experte beim Internet-Inneneinrichtungs­ portal homesolute.com: „Der Naturstoff Holz ist so wandel ­ bar, dass er sich jedem Einrichtungsstil anpasst oder diesen, falls gewünscht, unterstreicht.“ Nach den dunklen Böden der vergangenen Jahre, zeichne sich jetzt ein Trend in Richtung helle Böden ab. Sie erzeugen für Trautner „ein Gefühl von Leichtigkeit und Transparenz“. Dunkle Holzböden strahlen dagegen Wärme und Behaglichkeit aus und eignen sich über ­ dies als eindrucksvoller Kontrast zu einer in weiß gehaltenen Einrichtung. Für optische Verlängerung oder Verbreiterung eines Raumes sorgt das Verlegemuster des Parketts. Zeigen die Dielen in die Längsrichtung, unterstreicht dies die Länge des Raumes, wo ­ hingegen eine Quer-Verlegung die Breite betont. Neben der Verlegeart spielt die Sortierung des Parketts für die spätere Raumwirkung eine große Rolle. Eine gleichmäßige Maserung der Dielen akzentuiert die Wirkung der Möbelstücke. Wer die Blicke bewusst auf den Boden lenken möchte, wählt eine un ­ regelmäßige, lebhafte Sortierung des Holzes. Dielen werden 50 go sixt interieur

teilweise sogar künstlich gealtert und wirken durch einen na ­ türlichen Astanteil besonders rustikal. „Eiche ist die Holzart, die all diese Trends am breitesten abdeckt.“ Für Trautner ist „Natürlichkeit jetzt Trumpf“. Mit Naturöl behandeltes Parkett strahlt Wärme aus und unterstreicht die Natürlichkeit des Holzes. Parkett sorgt für ein lebendiges, authentisch -natür­ www.homesolute.com liches Wohnambiente. rau

Parkett-Welten: Helle Böden erzeugen Leichtigkeit und Transparenz.


GO

living

»cocooning kommt« Innenausstatterin Astrid Unger über Trends bei Deko-Materialien.

O

b Flächenvorhang, Faltstore, Rollo, Jalousie, Lamellen, Gardine oder klassischer Vorhang – die Auswahl an Fensterdeko ist nicht nur im Bereich Farbe und Material, sondern auch in ih­ ren Design- und Nutzungsvarianten zahlreich. Mit dem richtigen Sonnen­ schutz kann man das ganze Jahr über ein behagliches Wohlfühlklima schaffen und dabei sogar noch Energie sparen. GoSixt sprach mit Einrichtungsexpertin Astrid Unger. gosixt : frau unger , warum wird fen sterdeko heute immer wichtiger?

Astrid Unger: Weil Fensterdeko ein stili­ stisches Designgestaltungsmerkmal ge­ worden ist. Die Vielfalt bedient heute alle Wohnstile, von elegant oder länd­ lich, über romantisch, kühl und modern bis hin zu minimalistisch und auch plü­ schig. Fensterdeko aus dem Sonnen­ schutzbereich ist auch deshalb so mo­ dern, weil man mit den Produkten heutzutage auch dekorieren kann. Die Zeiten, in denen Sonnenschutz ein rein technisches Produkt war, sind vorbei. Heute sind selbst hochfunktionelle Stoffe, die beispielsweise schimmel- und schmutzabweisend, bakteriostatisch,

Legere Kompositionslust: Harmonische Farb- und Design­abstimmung im Raum mit „Lasercut“-Blenden.

anti-elektrosmog oder schwerentflamm­ bar sind, sehr stoffig, dabei weich anzu­ fassen, und sie können sogar transparent sein. Technik und Design werden immer besser vereint. gibt ’ s

neue

farbtrends

bei

den

Einrichtungsexpertin Astrid Unger setzt auf Faltstores: „Bei Verdunkelungsstoffen die unerwünschten Lichtschlitze vermeiden.“

deko -

stoffen?

Die Farbtrends der aktuellen Saison sind naturgrundige Töne wie beige, hellbraun, creme und hellgrau, die mit einigen we­ nigen starken Farbakzenten wie violett, malve, tiefgrün oder taubenblau kombi­ niert werden. Die Naturfarben bilden den traditionellen Fond, die Akzente ste­ hen für Mut, Lebensfreude und Kombi­ nierfreudigkeit.   kann man mit der richtigen fenster deko wirklich energie sparen?

Eindeutig ja. Sonnenschutzprodukte helfen Energie zu sparen, indem sie die Wärme im Raum halten. Im Winter dient innen- und außenliegender Son­ nenschutz zum Aufbau isolierender Luftpolster, die Kälte bleibt draußen. Im Sommer hingegen werden die Sonnen­ einstrahlung und damit die Hitze durch außen liegenden Schutz stark reduziert. Der doppellagige Duette-Stoff, eine Vari­ ante des herkömmlichen Faltstores, hilft besonders beim Energie sparen: Die Wa­ ben des Stoffes fungieren als Luftkam­ mern, die Wärme speichern. Gerade in der Nähe der Fensterscheiben ver­ schwindet so das Kältegefühl fast voll­ kommen.   welche beschattung eignet sich am besten

für

schrägen ,

schwierige dachfenster

stellen , oder

wie

ausge -

fallene fensterformen?

Ob Decken-, Erker-, Giebel oder Rund­ bogenfenster – der nach wie vor be­ liebteste Sonnenschutz ist der Faltstore. Hier stehen unterschiedlichste Formen zur Auswahl oder lassen sich individuell anfertigen. Aber auch mit Lamellenvor­ hängen und Jalousien lassen sich viele Fensterformen passgenau ausstatten.   was eignet sich für den schlafzim merbereich , wo man es gerne dunkel hat , aber die materialien leicht wirken sollen?

Bei Rollos gibt es beispielsweise die Möglichkeit spezieller Führungsschie­ nen. So deckt das Rollo die gesamte Fen­ sternische ab oder auch nur einen Fen­ sterflügel. Diese Variante eignet sich auch für Dachfenster. Eine besonders elegante Variante bietet ein doppelter Faltstore. Die einzigartige Wabenstruktur bildet am Fenster ein elegantes, gleichmäßiges Bild, denn die symmetrischen Waben, Zugschnüre und Spanndrähte verlaufen innen und sind dadurch verdeckt. Das vermeidet spezi­ ell bei den Verdunkelungsstoffen die oft unerwünschten Lichtschlitze. Die Luft­ polster innen sorgen für einen wohltuen­ den Temperaturausgleich. Duette ist geeignet für alle Fensterformen und für viele Dachfenster. Das Nachtmodell „Lightline“ von Teba etwa bietet eine Ja­ lousie-Lösung für das Schlafzimmer an. Eine größere Anzahl an Lamellen und versetzt angeordnete Stanzlöcher redu­ zieren hier den Lichteinfall erheblich.   woh n k ü c h e n

und

of f e n e

gro s se

räu­me werden immer beliebter. was ist die ideale lösung für solche räume mit oft vielen ­fenstern? Man kann auch in offenen Räumen un­ terschiedliche Produkte miteinander kombinieren, denn die Möbel der einzel­ nen ­Bereiche harmonieren meist zwar miteinander, aber die Abgrenzung bleibt dabei immer erkennbar. So kann ein Raf­ frollo oder ein Faltstore in der Küche mit Flächen- oder Lamellenvorhängen im Wohnzimmer problemlos kombiniert werden. Ein Revival erleben die Raum­ trenner: Sie sind flexibel, falls man bei Gelegenheit doch eine Raumecke ku­ schelig klein haben, einen Arbeitsbereich abtrennen oder eine unaufgeräumte ­Küche kurzzeitig verstecken möchte. Cocooning-Deko kommt.


GO

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»cocooning kommt« Innenausstatterin Astrid Unger über Trends bei Deko-Materialien.

O

b Flächenvorhang, Faltstore, Rollo, Jalousie, Lamellen, Gardine oder klassischer Vorhang – die Auswahl an Fensterdeko ist nicht nur im Bereich Farbe und Material, sondern auch in ih­ ren Design- und Nutzungsvarianten zahlreich. Mit dem richtigen Sonnen­ schutz kann man das ganze Jahr über ein behagliches Wohlfühlklima schaffen und dabei sogar noch Energie sparen. GoSixt sprach mit Einrichtungsexpertin Astrid Unger. gosixt : frau unger , warum wird fen sterdeko heute immer wichtiger?

Astrid Unger: Weil Fensterdeko ein stili­ stisches Designgestaltungsmerkmal ge­ worden ist. Die Vielfalt bedient heute alle Wohnstile, von elegant oder länd­ lich, über romantisch, kühl und modern bis hin zu minimalistisch und auch plü­ schig. Fensterdeko aus dem Sonnen­ schutzbereich ist auch deshalb so mo­ dern, weil man mit den Produkten heutzutage auch dekorieren kann. Die Zeiten, in denen Sonnenschutz ein rein technisches Produkt war, sind vorbei. Heute sind selbst hochfunktionelle Stoffe, die beispielsweise schimmel- und schmutzabweisend, bakteriostatisch,

Legere Kompositionslust: Harmonische Farb- und Design­abstimmung im Raum mit „Lasercut“-Blenden.

anti-elektrosmog oder schwerentflamm­ bar sind, sehr stoffig, dabei weich anzu­ fassen, und sie können sogar transparent sein. Technik und Design werden immer besser vereint. gibt ’ s

neue

farbtrends

bei

den

Einrichtungsexpertin Astrid Unger setzt auf Faltstores: „Bei Verdunkelungsstoffen die unerwünschten Lichtschlitze vermeiden.“

deko -

stoffen?

Die Farbtrends der aktuellen Saison sind naturgrundige Töne wie beige, hellbraun, creme und hellgrau, die mit einigen we­ nigen starken Farbakzenten wie violett, malve, tiefgrün oder taubenblau kombi­ niert werden. Die Naturfarben bilden den traditionellen Fond, die Akzente ste­ hen für Mut, Lebensfreude und Kombi­ nierfreudigkeit.   kann man mit der richtigen fenster deko wirklich energie sparen?

Eindeutig ja. Sonnenschutzprodukte helfen Energie zu sparen, indem sie die Wärme im Raum halten. Im Winter dient innen- und außenliegender Son­ nenschutz zum Aufbau isolierender Luftpolster, die Kälte bleibt draußen. Im Sommer hingegen werden die Sonnen­ einstrahlung und damit die Hitze durch außen liegenden Schutz stark reduziert. Der doppellagige Duette-Stoff, eine Vari­ ante des herkömmlichen Faltstores, hilft besonders beim Energie sparen: Die Wa­ ben des Stoffes fungieren als Luftkam­ mern, die Wärme speichern. Gerade in der Nähe der Fensterscheiben ver­ schwindet so das Kältegefühl fast voll­ kommen.   welche beschattung eignet sich am besten

für

schrägen ,

schwierige dachfenster

stellen , oder

wie

ausge -

fallene fensterformen?

Ob Decken-, Erker-, Giebel oder Rund­ bogenfenster – der nach wie vor be­ liebteste Sonnenschutz ist der Faltstore. Hier stehen unterschiedlichste Formen zur Auswahl oder lassen sich individuell anfertigen. Aber auch mit Lamellenvor­ hängen und Jalousien lassen sich viele Fensterformen passgenau ausstatten.   was eignet sich für den schlafzim merbereich , wo man es gerne dunkel hat , aber die materialien leicht wirken sollen?

Bei Rollos gibt es beispielsweise die Möglichkeit spezieller Führungsschie­ nen. So deckt das Rollo die gesamte Fen­ sternische ab oder auch nur einen Fen­ sterflügel. Diese Variante eignet sich auch für Dachfenster. Eine besonders elegante Variante bietet ein doppelter Faltstore. Die einzigartige Wabenstruktur bildet am Fenster ein elegantes, gleichmäßiges Bild, denn die symmetrischen Waben, Zugschnüre und Spanndrähte verlaufen innen und sind dadurch verdeckt. Das vermeidet spezi­ ell bei den Verdunkelungsstoffen die oft unerwünschten Lichtschlitze. Die Luft­ polster innen sorgen für einen wohltuen­ den Temperaturausgleich. Duette ist geeignet für alle Fensterformen und für viele Dachfenster. Das Nachtmodell „Lightline“ von Teba etwa bietet eine Ja­ lousie-Lösung für das Schlafzimmer an. Eine größere Anzahl an Lamellen und versetzt angeordnete Stanzlöcher redu­ zieren hier den Lichteinfall erheblich.   woh n k ü c h e n

und

of f e n e

gro s se

räu­me werden immer beliebter. was ist die ideale lösung für solche räume mit oft vielen ­fenstern? Man kann auch in offenen Räumen un­ terschiedliche Produkte miteinander kombinieren, denn die Möbel der einzel­ nen ­Bereiche harmonieren meist zwar miteinander, aber die Abgrenzung bleibt dabei immer erkennbar. So kann ein Raf­ frollo oder ein Faltstore in der Küche mit Flächen- oder Lamellenvorhängen im Wohnzimmer problemlos kombiniert werden. Ein Revival erleben die Raum­ trenner: Sie sind flexibel, falls man bei Gelegenheit doch eine Raumecke ku­ schelig klein haben, einen Arbeitsbereich abtrennen oder eine unaufgeräumte ­Küche kurzzeitig verstecken möchte. Cocooning-Deko kommt.


GO My way

»ich mag das leben auf dem land und ­brauche das groSSstadt-dorf eppendorf in hamburg.« Küchenkunst à la Poletto: „Frauen haben einen sehr feinen Geschmack. Wir kochen jedoch nicht besser als Männer, sondern einfach anders.“

alles

poletto

sterneköchin cornelia poletto verrät ihr weihnachtsrezept: sizilianische ente. porträt einer fröhlichen femme cuisine. Von Wolfgang Timpe und Boris rostami-rabet (Fotos)

54 go sixt gastro

L

irum, Larum, Löffelstil. Wer ist die gelassenste Sterneköchin im ganzen Land? Cornelia Poletto. Köchin, wohlgemerkt, denn die Champions-League-Messlatte am Herd bestimmen immer noch fast ausschließlich die Herren der Küchenschürze. Cornelia Poletto also, das blonde Energiebündel aus dem gutbürgerlichen Hamburger Stadtteil Eppendorf, wo sie ihr gleichnamiges Restaurant „Poletto“ familiär und erfolgreich führt. Da sagen sich gerne hanseatische Elbikonen wie die Verlegerdynastie Jahr zur großen Familien-Tafelrunde an; oder es ­filetieren, putzen und dünsten interessierte Amateure neben­an in „Polettos Kochschule“, wie die gleichnamige Dampfdeckelserie im NDR Fernsehen heißt. Die fröhliche Femme Cuisine begeistert nicht nur Millionen von Fernsehzuschauern mit ihren mediterranen Kreationen wie in „Lanz kocht“, sondern sie gibt neben den gestandenen Mannsbildern und Kochdiven Johann Lafer oder Alfons Schuhbeck die muntere und kreative Lady der Herdkunst. Exklusiv verrät sie für GoSixt-Leser das Geheimrezept ihres Lieblingsgerichts zu den Feiertagen: Sizilianische Weihnachts­

ente mit Zwergorangen (siehe S. 56). Ja, nicht gleich abwinken und leise „ist ja ein Klassiker“ vor sich hinbrummeln. Erst das Rezept lesen, dann Feuer und Flamme sein, denn der individuelle abenteuerliche Pfiff von Polettos Sterneküche besteht häufig in der kreativen Beimischung von Gewürzen, Kräutern und Geschmacksrichtungen – und den kochenden Mühen der Ebene. Denn nicht nur asiatische Geschmacksaromen wie Ingwer­ ahornsirup oder der essig-samtige Orangenvincotto verleihen Polettos Ente eine einzigartige Geschmackspersonality, sondern das aufwändige Karamelisieren, Ablöschen, Bepinseln und Anrichten erfordet auch viel Liebe zum Kochobjekt. Und wer denkt, er könnte statt der Poletto-Zwergorangen mit ihrer frischen säuerlichen Note ordinäre Clementinen verwenden, sollte lieber gleich eine Nullachtfuffzehn-Orangenente fabrizieren. Die schmeckt für Poletto nämlich immer nach „nichts und ist nur süß“. Oder?, scheint die spöttelnd nach oben gereckte Kinnpartie mit keckem Augenaufschlag zu fragen. Nein, logo. Volle Zustimmung. Den übertriebenen ImageProduktewahn der Sterneküche jedoch sieht Poletto bei aller gastro go sixt 55


GO My way

»ich mag das leben auf dem land und ­brauche das groSSstadt-dorf eppendorf in hamburg.« Küchenkunst à la Poletto: „Frauen haben einen sehr feinen Geschmack. Wir kochen jedoch nicht besser als Männer, sondern einfach anders.“

alles

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sterneköchin cornelia poletto verrät ihr weihnachtsrezept: sizilianische ente. porträt einer fröhlichen femme cuisine. Von Wolfgang Timpe und Boris rostami-rabet (Fotos)

54 go sixt gastro

L

irum, Larum, Löffelstil. Wer ist die gelassenste Sterneköchin im ganzen Land? Cornelia Poletto. Köchin, wohlgemerkt, denn die Champions-League-Messlatte am Herd bestimmen immer noch fast ausschließlich die Herren der Küchenschürze. Cornelia Poletto also, das blonde Energiebündel aus dem gutbürgerlichen Hamburger Stadtteil Eppendorf, wo sie ihr gleichnamiges Restaurant „Poletto“ familiär und erfolgreich führt. Da sagen sich gerne hanseatische Elbikonen wie die Verlegerdynastie Jahr zur großen Familien-Tafelrunde an; oder es ­filetieren, putzen und dünsten interessierte Amateure neben­an in „Polettos Kochschule“, wie die gleichnamige Dampfdeckelserie im NDR Fernsehen heißt. Die fröhliche Femme Cuisine begeistert nicht nur Millionen von Fernsehzuschauern mit ihren mediterranen Kreationen wie in „Lanz kocht“, sondern sie gibt neben den gestandenen Mannsbildern und Kochdiven Johann Lafer oder Alfons Schuhbeck die muntere und kreative Lady der Herdkunst. Exklusiv verrät sie für GoSixt-Leser das Geheimrezept ihres Lieblingsgerichts zu den Feiertagen: Sizilianische Weihnachts­

ente mit Zwergorangen (siehe S. 56). Ja, nicht gleich abwinken und leise „ist ja ein Klassiker“ vor sich hinbrummeln. Erst das Rezept lesen, dann Feuer und Flamme sein, denn der individuelle abenteuerliche Pfiff von Polettos Sterneküche besteht häufig in der kreativen Beimischung von Gewürzen, Kräutern und Geschmacksrichtungen – und den kochenden Mühen der Ebene. Denn nicht nur asiatische Geschmacksaromen wie Ingwer­ ahornsirup oder der essig-samtige Orangenvincotto verleihen Polettos Ente eine einzigartige Geschmackspersonality, sondern das aufwändige Karamelisieren, Ablöschen, Bepinseln und Anrichten erfordet auch viel Liebe zum Kochobjekt. Und wer denkt, er könnte statt der Poletto-Zwergorangen mit ihrer frischen säuerlichen Note ordinäre Clementinen verwenden, sollte lieber gleich eine Nullachtfuffzehn-Orangenente fabrizieren. Die schmeckt für Poletto nämlich immer nach „nichts und ist nur süß“. Oder?, scheint die spöttelnd nach oben gereckte Kinnpartie mit keckem Augenaufschlag zu fragen. Nein, logo. Volle Zustimmung. Den übertriebenen ImageProduktewahn der Sterneküche jedoch sieht Poletto bei aller gastro go sixt 55


MyWay

Sizilianische Weihnachtsente mit Zwergorangen für 4 Personen die ente • 2 Vierländer Enten, ca. 2 kg • Salz, Pfeffer aus der Mühle • 2 Zwiebeln, grob gewürfelt • 2 Orangen, geachtelt • 1 Stück Ingwerknolle • 1 El Quatre epices • Etwas Beifuss Die Enten ausnehmen, waschen, trocken tupfen. Sichtbares Fett entfernen, Hals und Flügelspitzen abschneiden. Enten von innen und außen salzen und pfeffern. Die Zwiebeln, Orangen, Ingwer und Gewürze mischen. Enten füllen, Öffnung mit Zahnstocher verschließen und mit der Brust nach oben auf ein Rost geben. Im vorgeheizten Ofen bei 210°C ca. 60 Minuten garen, unter den Rost ein tiefes Backblech mit dem Geflügelfond schieben. Zwischendurch die Enten immer wieder übergießen. die glasur • 50 g Orangenblütenhonig • 20 ml Ingwerahornsirup • 20 ml Orangenvincotto • 20 ml Sojasauce • 1 Tl grober Pfeffer Alle Zutaten in einem Topf aufkochen lassen und um die Hälfte einkochen lassen. die zwergorangen-spiesse • 400 g Zwergorangen • 2 El Zucker • 30 g Butter • 150 g brauner Zucker • Orangensaft • 8 Rosmarinzweige 750 ml Wasser mit Zucker aufkochen lassen, Zwergorangen dazugeben und blanchieren. Den braunen Zucker mit Butter karamellisieren lassen, die abgetropften Zwergorangen dazugeben und mit etwas Orangensaft ablöschen. Nochmals aufkochen lassen, leicht auskühlen und auf die Rosmarinzweige stecken. Warm halten. die Entensauce • 20 g Orangenblütenhonig • 20 g Ingwersirup

• 80 ml Orangensaft • 250 ml Entenfond • 20 ml Orangenvincotto • 20 g Butter • Salz, Pfeffer aus der Mühle Den Honig mit Ingwersirup und Orangensaft aufkochen und um die Hälfte einkochen lassen. Mit dem Entenfond aufgießen und nochmals einkochen. Mit kalten Butterwürfeln, Orangenvincotto, Salz und Pfeffer abschmecken, warm halten. die Kartoffelknödel • 100 g Mehl • 1 El Öl • 300 g mehlige Kartoffeln • 1 Eigelb • 1 Tl Creme fraiche • Salz, Muskatnuss • 1 Tl Schalottenwürfel • 1 Tl Apfelwürfel • Leber von den Enten • 1 Tl Thymianblättchen • 2 El Semmelbrösel • Abrieb unbehandelter Orange Die Kartoffeln in Salzwasser garen, ausdämpfen lassen, pellen und lauwarm durch die Kartoffelpresse drücken. Die Kartoffelmasse mit Mehl, Öl, Eigelb, Creme fraiche, Salz und Muskatnuss glatt verrühren. Die Entenleber fein würfeln und mit den Schalotten- und Apfelwürfeln in 1 Tl Butter leicht anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Thymianblättchen abschmecken. Kartoffelmasse in 8 Teile portionieren, zu kleinen Fladen formen und mit der Lebermasse füllen. Danach zu kleinen Knödeln formen. Knödel in siedenden Salzwasser 10-15 garen. Butter aufschäumen, die Brösel dazugeben und goldgelb bräunen lassen. Etwas auskühlen lassen und mit dem Orangenabrieb verrühren. Zur Fertigstellung Die Enten mit der Glasur bepinseln und unter dem heißen Grill ca. 2 Minuten karamellisieren. Danach tranchieren. Die Knödel aus dem Wasser nehmen und mit den Bröseln garnieren. Alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit der heißen Sauce und den Spießen servieren.

Liebe zur Frische und Ökoqualität ihrer Produkte kritisch. „Es muss nicht immer die teuerste Ware sein, um Sterneniveau zu dokumentieren. Ich möchte Klassisches sehr modern kochen und mit Kombinationen überraschen“, sagt sie leger. Spannend wird es für sie, „wenn ich einem traditionellen Gericht durch neue Aromen oder ungewöhnliche Beigaben zu einem neuen Leben verhelfe“. Dabei sieht sie es als ihre Stärke an, „dass ich wunderbar im Kopf kochen kann, um das Gericht dann praktisch zu schleifen und mit meinem Team zu testen“, ehe es dann zur Restaurantreife gebracht wird und auf die Karte kommt. Man kann nur ahnen, welche Disziplin dazu gehören mag, nun schon seit acht Jahren regelmäßig den Michelin-Stern zu bekommen und von den Großkritikern des Gault Millau immer mit 16 bis 20 Punkten bewertet zu werden. Auf die strahlenden Augen fällt ein leichter Schatten, wenn Cornelia Poletto von den Anfängen erzählt, als man sich ohne Stern in der Szene bekannt machen musste – ein Stern, sagt man, verzehnfacht automatisch den Umsatz. Das waren die Zeiten mit ihrem Mann Remigio, von dem sie inzwischen getrennt lebt, als die beiden sechzehn Stunden plus arbeiteten, das Restaurant mühsam über Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgreich machten, aber wohl unter anderem auch über die viele Rundum-die-Uhr-Arbeit gemeinsam die Liebe verloren haben. Heute sind sie beste Freunde, die siebenjährige Tochter Paola kommt mit der Patchworkfamily und dem Restaurant als zweiter Wohnstube offenbar gut zurecht. Und als Remigio jetzt seine „Poletto Winebar“ neu eröffnete, halfen ihm Poletto und ihr Team, und seine Vinoteca flimmert mit auf Polettos Homepage. Familienbande. Polettos warmherziger Familiensinn wie auch ihre Art, Sterneküche bodenständig kreativ zu interpretieren, ist heimlich, still und offen durch die ostwestfälische Provinz geprägt. Aufgewachsen ist die gebürtige Hamburgerin in Hövelhof bei Paderborn, wo sie die Liebe zu Tieren, Pflanzen und Natur genießen konnte und als Praktikantin im örtlichen Sternerestaurant Gasthof Brink Gourmetlust entwickelte Egal, was auf Polettos Speisekarte steht, ob „handgemachte Auberginenravioli“, „Königsmakrele mit geräucherten Kirschtomaten“ oder „handgemachte Tortellini gefüllt mit ParmesanZabaglione und weißen Alba-Trüffel“: der bodenständige

www.fkpidentity.ch

GO

VERFÜHRUNG DER SINNE | Die Inszenierung des Lichts

»ich will auch mal entspannen. von der idee, mir einen zweiten stern zu erkochen, habe ich mich frei gemacht.«

KWC EVE ist voller Anmut, Eleganz, Inspiration und Harmonie. Feine Lichtquellen verwandeln das Wasser in flüssiges Plasma und illuminieren den Traum vom Glück. Form und Funktion haben sich gefunden.

KWC Deutschland GmbH | D-70567 Stuttgart | www.kwc.com

INS_EVE_SIXT_B&W_190x270_D.indd 1

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Sizilianische Weihnachtsente mit Zwergorangen für 4 Personen die ente • 2 Vierländer Enten, ca. 2 kg • Salz, Pfeffer aus der Mühle • 2 Zwiebeln, grob gewürfelt • 2 Orangen, geachtelt • 1 Stück Ingwerknolle • 1 El Quatre epices • Etwas Beifuss Die Enten ausnehmen, waschen, trocken tupfen. Sichtbares Fett entfernen, Hals und Flügelspitzen abschneiden. Enten von innen und außen salzen und pfeffern. Die Zwiebeln, Orangen, Ingwer und Gewürze mischen. Enten füllen, Öffnung mit Zahnstocher verschließen und mit der Brust nach oben auf ein Rost geben. Im vorgeheizten Ofen bei 210°C ca. 60 Minuten garen, unter den Rost ein tiefes Backblech mit dem Geflügelfond schieben. Zwischendurch die Enten immer wieder übergießen. die glasur • 50 g Orangenblütenhonig • 20 ml Ingwerahornsirup • 20 ml Orangenvincotto • 20 ml Sojasauce • 1 Tl grober Pfeffer Alle Zutaten in einem Topf aufkochen lassen und um die Hälfte einkochen lassen. die zwergorangen-spiesse • 400 g Zwergorangen • 2 El Zucker • 30 g Butter • 150 g brauner Zucker • Orangensaft • 8 Rosmarinzweige 750 ml Wasser mit Zucker aufkochen lassen, Zwergorangen dazugeben und blanchieren. Den braunen Zucker mit Butter karamellisieren lassen, die abgetropften Zwergorangen dazugeben und mit etwas Orangensaft ablöschen. Nochmals aufkochen lassen, leicht auskühlen und auf die Rosmarinzweige stecken. Warm halten. die Entensauce • 20 g Orangenblütenhonig • 20 g Ingwersirup

• 80 ml Orangensaft • 250 ml Entenfond • 20 ml Orangenvincotto • 20 g Butter • Salz, Pfeffer aus der Mühle Den Honig mit Ingwersirup und Orangensaft aufkochen und um die Hälfte einkochen lassen. Mit dem Entenfond aufgießen und nochmals einkochen. Mit kalten Butterwürfeln, Orangenvincotto, Salz und Pfeffer abschmecken, warm halten. die Kartoffelknödel • 100 g Mehl • 1 El Öl • 300 g mehlige Kartoffeln • 1 Eigelb • 1 Tl Creme fraiche • Salz, Muskatnuss • 1 Tl Schalottenwürfel • 1 Tl Apfelwürfel • Leber von den Enten • 1 Tl Thymianblättchen • 2 El Semmelbrösel • Abrieb unbehandelter Orange Die Kartoffeln in Salzwasser garen, ausdämpfen lassen, pellen und lauwarm durch die Kartoffelpresse drücken. Die Kartoffelmasse mit Mehl, Öl, Eigelb, Creme fraiche, Salz und Muskatnuss glatt verrühren. Die Entenleber fein würfeln und mit den Schalotten- und Apfelwürfeln in 1 Tl Butter leicht anbraten. Mit Salz, Pfeffer und Thymianblättchen abschmecken. Kartoffelmasse in 8 Teile portionieren, zu kleinen Fladen formen und mit der Lebermasse füllen. Danach zu kleinen Knödeln formen. Knödel in siedenden Salzwasser 10-15 garen. Butter aufschäumen, die Brösel dazugeben und goldgelb bräunen lassen. Etwas auskühlen lassen und mit dem Orangenabrieb verrühren. Zur Fertigstellung Die Enten mit der Glasur bepinseln und unter dem heißen Grill ca. 2 Minuten karamellisieren. Danach tranchieren. Die Knödel aus dem Wasser nehmen und mit den Bröseln garnieren. Alles auf vorgewärmten Tellern anrichten und mit der heißen Sauce und den Spießen servieren.

Liebe zur Frische und Ökoqualität ihrer Produkte kritisch. „Es muss nicht immer die teuerste Ware sein, um Sterneniveau zu dokumentieren. Ich möchte Klassisches sehr modern kochen und mit Kombinationen überraschen“, sagt sie leger. Spannend wird es für sie, „wenn ich einem traditionellen Gericht durch neue Aromen oder ungewöhnliche Beigaben zu einem neuen Leben verhelfe“. Dabei sieht sie es als ihre Stärke an, „dass ich wunderbar im Kopf kochen kann, um das Gericht dann praktisch zu schleifen und mit meinem Team zu testen“, ehe es dann zur Restaurantreife gebracht wird und auf die Karte kommt. Man kann nur ahnen, welche Disziplin dazu gehören mag, nun schon seit acht Jahren regelmäßig den Michelin-Stern zu bekommen und von den Großkritikern des Gault Millau immer mit 16 bis 20 Punkten bewertet zu werden. Auf die strahlenden Augen fällt ein leichter Schatten, wenn Cornelia Poletto von den Anfängen erzählt, als man sich ohne Stern in der Szene bekannt machen musste – ein Stern, sagt man, verzehnfacht automatisch den Umsatz. Das waren die Zeiten mit ihrem Mann Remigio, von dem sie inzwischen getrennt lebt, als die beiden sechzehn Stunden plus arbeiteten, das Restaurant mühsam über Mund-zu-Mund-Propaganda erfolgreich machten, aber wohl unter anderem auch über die viele Rundum-die-Uhr-Arbeit gemeinsam die Liebe verloren haben. Heute sind sie beste Freunde, die siebenjährige Tochter Paola kommt mit der Patchworkfamily und dem Restaurant als zweiter Wohnstube offenbar gut zurecht. Und als Remigio jetzt seine „Poletto Winebar“ neu eröffnete, halfen ihm Poletto und ihr Team, und seine Vinoteca flimmert mit auf Polettos Homepage. Familienbande. Polettos warmherziger Familiensinn wie auch ihre Art, Sterneküche bodenständig kreativ zu interpretieren, ist heimlich, still und offen durch die ostwestfälische Provinz geprägt. Aufgewachsen ist die gebürtige Hamburgerin in Hövelhof bei Paderborn, wo sie die Liebe zu Tieren, Pflanzen und Natur genießen konnte und als Praktikantin im örtlichen Sternerestaurant Gasthof Brink Gourmetlust entwickelte Egal, was auf Polettos Speisekarte steht, ob „handgemachte Auberginenravioli“, „Königsmakrele mit geräucherten Kirschtomaten“ oder „handgemachte Tortellini gefüllt mit ParmesanZabaglione und weißen Alba-Trüffel“: der bodenständige

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»ich will auch mal entspannen. von der idee, mir einen zweiten stern zu erkochen, habe ich mich frei gemacht.«

KWC EVE ist voller Anmut, Eleganz, Inspiration und Harmonie. Feine Lichtquellen verwandeln das Wasser in flüssiges Plasma und illuminieren den Traum vom Glück. Form und Funktion haben sich gefunden.

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My Way

NEHMEN SIE SICH IHRE ZEIT. Sum dolor sis eui tisl etumsan hendion sequat eugiamconse dolor autpat.

Cornelia Poletto (38) wurde als Cornelia Diedrich in Hamburg geboren, Als sich ihre Eltern trennten, Vater ist der Lübecker Medizinprofessor Klaus Diedrich. zog sie mit ihrer Mutter zu den Großeltern ins ostwestfälische Hövelhof bei Paderborn. Hier ging Poletto am Michaeliskloster Paderborn zur Schule, jobbte als Praktikantin im Hövelhofer Sternerestaurant Gasthof Brink und begann zunächst mit einer Hotelfachfrau-Ausbildung. Dann aber doch kochen statt Betten schütteln. Sie ging beim Spitzenkoch Heinz Winkler in die Lehre und wechselte als Sous-Chefin zur Gourmet-Diva Anna Sgroi. Seit 2000 ist Poletto Küchenchefin im Restaurant „Poletto“, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Remigio Poletto eröffnete, von dem sie inzwischen getrennt lebt. Poletto hat seit 2002 selbst einen MichelinStern, ist Dauergast bei „Lanz kocht“ und mit „Polettos Kochschule“ im NDR Fernsehen. Sie hat eine 7-jährige Tochter, Paola.

Touch ist die Sternenote in Polettos wunderbarer Küchenwelt. Ach ja, und die kochende Männergarde? „Wir Frauen haben einen sehr feinen Geschmack. Wir kochen jedoch nicht besser als die Männer, sondern einfach anders.“

A

b 10. Januar widmet sich die sympathisch geerdete Cornelia Poletto wieder ihrer großen Leidenschaft: Den Menschen Lust aufs Kochen und Mut zum Ausprobieren zu machen – in „Polettos Kochschule“ im NDR Fernsehen. Auf dem Stundenplan im neuen Jahr stehen dann die Grundkurse Dorade, Hähnchen II, Schwein und Rind II. Cornelia Poletto – eine Frau hat in der Männerdomäne Sterneküche ihren eigene Mitte gefunden. Und den ewigen Sterne- und Restaurantstress möchte sie kalkulierbar halten. „Jetzt komme ich dran. Ich laufe täglich und bin mit meiner Tochter Paola viel in der Natur, beim Reiten, und der Nachmittag gehört ganz konsequent uns beiden. Da kann mich keiner erreichen. Das tut uns beiden gut.“ Denn Hektik und Nervenbelastung gibt es in ihrem 15-Leute-Team in Küche und Service für 40 Gäste immer ganz von allein. „Ich bin nicht nur Köchin, sondern auch Kummerkasten, GuteLaune-Tante und Gastgeberin. Aber ich bin keine Leibeigene meiner Gäste“, betont die zierliche Poletto energisch. Die glau-

58 go sixt gastro

ben leider viel zu oft mal, dass sie mit ihrem Menü im Sternerestaurant „gleich das ganze Lokal und die Inhaberin gekauft haben“. Wie geht sie denn mit den Erfolgen bei ihren Gästen und beim Millionen-Fernsehpublikum um? „Ich genieße es“, sagt sie spontan, aber sie achte auch bei aller Popularität darauf, „dass mein Restaurant nie vernachlässigt wird. Das wird es nämlich immer geben. Das Fernsehkochen kann morgen schon vorbei sein.“ Während bei den Testosteron-Sterneköchen vor lauter Qualitätsstress, den ersten Stern zu verlieren oder den zweiten Stern haben zu wollen, entweder die Bauchumfänge gewaltig zunehmen oder die Stirnfalten Achterbahn fahren, geht die immer lachende natürliche Cornelia Poletto mit Karrieredruck ganz gelassen um – inzwischen. „Ich möchte definitiv mein Niveau nicht herunterschrauben. Aber ich will und muss auch mal entspannen. Von der Idee, mir einen zweiten Michelin-Stern zu erkochen, habe ich mich frei gemacht.“ Sagt’s, lacht schon wieder, und ruft im Aufspringen: „Ich muss meine Tochter von der Schule abholen. Wir fahren zum Reiten. Da darf ich auf gar keinen Fall zu spät kommen.“ Und weg ist sie, und ihren Mini Clubman Innocenti von 1971 hört man nur noch davonröhren. Eine Down-On-Earth-Frau, eine entspannte Sterneköchin ganz bei sich – und ihrer Familie. Alles Poletto.

MIT DER FREIEN TERMINWAHL BEI MARRIOTT REWARDS. Damit Sie Ihren Urlaub genießen, wann auch immer Sie und Ihre Lieben Zeit haben, gibt es bei den Prämien von Marriott Rewards die freie Terminwahl. So planen Sie Ihren Bonus-Urlaub ganz flexibel – in über 3.000 Hotels der Marriott Gruppe. marriottrewards.de • (069) 9508 6492

© 2009 Marriott International, Inc

Restaurant „Poletto“ in HamburgEppendorf, Weinparade fürs Menü: „Fünfzehn Leute in Küche und Service drehen ein großes Rad für 40 Gäste.“


GO

My Way

NEHMEN SIE SICH IHRE ZEIT. Sum dolor sis eui tisl etumsan hendion sequat eugiamconse dolor autpat.

Cornelia Poletto (38) wurde als Cornelia Diedrich in Hamburg geboren, Als sich ihre Eltern trennten, Vater ist der Lübecker Medizinprofessor Klaus Diedrich. zog sie mit ihrer Mutter zu den Großeltern ins ostwestfälische Hövelhof bei Paderborn. Hier ging Poletto am Michaeliskloster Paderborn zur Schule, jobbte als Praktikantin im Hövelhofer Sternerestaurant Gasthof Brink und begann zunächst mit einer Hotelfachfrau-Ausbildung. Dann aber doch kochen statt Betten schütteln. Sie ging beim Spitzenkoch Heinz Winkler in die Lehre und wechselte als Sous-Chefin zur Gourmet-Diva Anna Sgroi. Seit 2000 ist Poletto Küchenchefin im Restaurant „Poletto“, dass sie gemeinsam mit ihrem Mann Remigio Poletto eröffnete, von dem sie inzwischen getrennt lebt. Poletto hat seit 2002 selbst einen MichelinStern, ist Dauergast bei „Lanz kocht“ und mit „Polettos Kochschule“ im NDR Fernsehen. Sie hat eine 7-jährige Tochter, Paola.

Touch ist die Sternenote in Polettos wunderbarer Küchenwelt. Ach ja, und die kochende Männergarde? „Wir Frauen haben einen sehr feinen Geschmack. Wir kochen jedoch nicht besser als die Männer, sondern einfach anders.“

A

b 10. Januar widmet sich die sympathisch geerdete Cornelia Poletto wieder ihrer großen Leidenschaft: Den Menschen Lust aufs Kochen und Mut zum Ausprobieren zu machen – in „Polettos Kochschule“ im NDR Fernsehen. Auf dem Stundenplan im neuen Jahr stehen dann die Grundkurse Dorade, Hähnchen II, Schwein und Rind II. Cornelia Poletto – eine Frau hat in der Männerdomäne Sterneküche ihren eigene Mitte gefunden. Und den ewigen Sterne- und Restaurantstress möchte sie kalkulierbar halten. „Jetzt komme ich dran. Ich laufe täglich und bin mit meiner Tochter Paola viel in der Natur, beim Reiten, und der Nachmittag gehört ganz konsequent uns beiden. Da kann mich keiner erreichen. Das tut uns beiden gut.“ Denn Hektik und Nervenbelastung gibt es in ihrem 15-Leute-Team in Küche und Service für 40 Gäste immer ganz von allein. „Ich bin nicht nur Köchin, sondern auch Kummerkasten, GuteLaune-Tante und Gastgeberin. Aber ich bin keine Leibeigene meiner Gäste“, betont die zierliche Poletto energisch. Die glau-

58 go sixt gastro

ben leider viel zu oft mal, dass sie mit ihrem Menü im Sternerestaurant „gleich das ganze Lokal und die Inhaberin gekauft haben“. Wie geht sie denn mit den Erfolgen bei ihren Gästen und beim Millionen-Fernsehpublikum um? „Ich genieße es“, sagt sie spontan, aber sie achte auch bei aller Popularität darauf, „dass mein Restaurant nie vernachlässigt wird. Das wird es nämlich immer geben. Das Fernsehkochen kann morgen schon vorbei sein.“ Während bei den Testosteron-Sterneköchen vor lauter Qualitätsstress, den ersten Stern zu verlieren oder den zweiten Stern haben zu wollen, entweder die Bauchumfänge gewaltig zunehmen oder die Stirnfalten Achterbahn fahren, geht die immer lachende natürliche Cornelia Poletto mit Karrieredruck ganz gelassen um – inzwischen. „Ich möchte definitiv mein Niveau nicht herunterschrauben. Aber ich will und muss auch mal entspannen. Von der Idee, mir einen zweiten Michelin-Stern zu erkochen, habe ich mich frei gemacht.“ Sagt’s, lacht schon wieder, und ruft im Aufspringen: „Ich muss meine Tochter von der Schule abholen. Wir fahren zum Reiten. Da darf ich auf gar keinen Fall zu spät kommen.“ Und weg ist sie, und ihren Mini Clubman Innocenti von 1971 hört man nur noch davonröhren. Eine Down-On-Earth-Frau, eine entspannte Sterneköchin ganz bei sich – und ihrer Familie. Alles Poletto.

MIT DER FREIEN TERMINWAHL BEI MARRIOTT REWARDS. Damit Sie Ihren Urlaub genießen, wann auch immer Sie und Ihre Lieben Zeit haben, gibt es bei den Prämien von Marriott Rewards die freie Terminwahl. So planen Sie Ihren Bonus-Urlaub ganz flexibel – in über 3.000 Hotels der Marriott Gruppe. marriottrewards.de • (069) 9508 6492

© 2009 Marriott International, Inc

Restaurant „Poletto“ in HamburgEppendorf, Weinparade fürs Menü: „Fünfzehn Leute in Küche und Service drehen ein großes Rad für 40 Gäste.“


GO GASTRO

Florian Gleibs, „Einstein“, München: „Menschen aller Glaubensrichtungen finden koschere Küche hip und trendy”.

Gourmissimo

München, Berlin, Leipzig – ob Florian Gleib im „Einstein”, Chefkoch Vincent Garcia im „Belmondo” oder Service-Maître Oliver Kraft im „Falco”: Bewährte Könner servieren.

N

icht nur die Republik wird bunter, wie GoSixtKolumnist Prof. Dr. Weidenfeld analysiert (s. S. 96), sondern auch die Gourmetszene setzt immer öfter auf extrem individuelle Koch- und Küchenkonzepte. Na klar, je höher bewertet, desto wichtiger das eigene Profil. So schön der frische Zweisterne-Lorbeer für Spitzenkoch Peter Maria Schnurr im Leipziger „Falco“-Tempel auch ist, ausruhen geht nicht, will er nicht. Und so hat der von Gault Millau und Michelin hofierte Göttergourmet jetzt mit seinem neuen Maître d’Hotel Oliver Kraft einen hochdekorierten Restaurantleiter engagiert. Wer wie Kraft den genialen Kochzauberer Johannes King im Söl’ring Hof auf Sylt genossen hat,

kann im „Falco“ neue Akzente setzen. Schnurr über seinen Neuen: „Oliver Kraft ist ein dynamischer wendiger und fachlich hervorragender Restaurantleiter. Er lebt den Anspruch der souveränen Dienstleistung am Gast.“ Dass perfekter, freundlicher und kompetenter Service mit Phantasie in der Küche wunderbar zu kombinieren ist, zeigen das koschere Restaurant „Einstein“ in München wie auch die Brasserie „Belmondo“ in Berlin-Charlottenburg. Unter der ­kreativen Führung von Chefkoch Vincent Garcia blüht SavoirVivre im „Belmondo“ neu auf. Und Florian Gleibs im ­Münchner „Einstein“ freut sich, „dass Menschen aller Glaubensrichtungen unsere koschere Küche hip und trendy finden“. TIM

Vincent Garcia, „Belmondo”, Berlin: „Jean-Paul Belmondo verkörpert par excellence das französische Savoir-Vivre.”

Maître d’Hotel Oliver Kraft, Patron Peter Maria Schnurr (v. l.), „Falco“, Leipzig: „Der dynamische Restaurant­leiter lebt den Anspruch s­ ouveräner Dienstleistung am Gast.”

60 go sixt lifestyle


GO GASTRO

Florian Gleibs, „Einstein“, München: „Menschen aller Glaubensrichtungen finden koschere Küche hip und trendy”.

Gourmissimo

München, Berlin, Leipzig – ob Florian Gleib im „Einstein”, Chefkoch Vincent Garcia im „Belmondo” oder Service-Maître Oliver Kraft im „Falco”: Bewährte Könner servieren.

N

icht nur die Republik wird bunter, wie GoSixtKolumnist Prof. Dr. Weidenfeld analysiert (s. S. 96), sondern auch die Gourmetszene setzt immer öfter auf extrem individuelle Koch- und Küchenkonzepte. Na klar, je höher bewertet, desto wichtiger das eigene Profil. So schön der frische Zweisterne-Lorbeer für Spitzenkoch Peter Maria Schnurr im Leipziger „Falco“-Tempel auch ist, ausruhen geht nicht, will er nicht. Und so hat der von Gault Millau und Michelin hofierte Göttergourmet jetzt mit seinem neuen Maître d’Hotel Oliver Kraft einen hochdekorierten Restaurantleiter engagiert. Wer wie Kraft den genialen Kochzauberer Johannes King im Söl’ring Hof auf Sylt genossen hat,

kann im „Falco“ neue Akzente setzen. Schnurr über seinen Neuen: „Oliver Kraft ist ein dynamischer wendiger und fachlich hervorragender Restaurantleiter. Er lebt den Anspruch der souveränen Dienstleistung am Gast.“ Dass perfekter, freundlicher und kompetenter Service mit Phantasie in der Küche wunderbar zu kombinieren ist, zeigen das koschere Restaurant „Einstein“ in München wie auch die Brasserie „Belmondo“ in Berlin-Charlottenburg. Unter der ­kreativen Führung von Chefkoch Vincent Garcia blüht SavoirVivre im „Belmondo“ neu auf. Und Florian Gleibs im ­Münchner „Einstein“ freut sich, „dass Menschen aller Glaubensrichtungen unsere koschere Küche hip und trendy finden“. TIM

Vincent Garcia, „Belmondo”, Berlin: „Jean-Paul Belmondo verkörpert par excellence das französische Savoir-Vivre.”

Maître d’Hotel Oliver Kraft, Patron Peter Maria Schnurr (v. l.), „Falco“, Leipzig: „Der dynamische Restaurant­leiter lebt den Anspruch s­ ouveräner Dienstleistung am Gast.”

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GO technics

grüne Brillanz

Fernsehen macht noch keine ­Klima­konferenz, aber viele kleine Schritte bewirken einen großen Schritt für unsere Natur. LED-Fernseher verbrauchen 40 Prozent weniger S­ trom, und ­naturschonende Materialien machen sie zur grünen Samsung-Serie.

Das Gute-Gewissen-TV: „Öko? Logisch!“, texten die Samsung-Marketingexperten. Na und, wenn LED-TV eben grün leuchtet? TV-Fortschritt.

A

uf Spitzentechnologie setzen und gleichzeitig etwas für sein grünes Gewissen tun – Samsung bietet dafür Hightech-Lösungen an: LED-Fernseher. Brillanter, schärfer, knalliger. Der Hersteller von Unterhaltungselektronik hat umweltfreundliche Fernseher entwickelt, mit denen anspruchsvolle Filmfans auf nichts verzichten müssen. Die neue Spezies LEDTV holt das Kino-Feeling mit kontrastreichen Bildern ins Wohnzimmer und setzt dank ihrer schlanken Bauart ästhetische Design-Akzente. Zudem überzeugt LED-TV als Kommunikationsprofi. Doch trotz dieser großzügigen Ausstattung üben sich die LEDs mit ihrem Energieverbrauch in Bescheidenheit: Im Auftrag von Samsung verglich das unabhängige VDE-Institut den Stromverbrauch der aktuellen LED-TV-Geräte mit dem ihrer Vorjahresmodelle und belegt: Die neue Spezies LED TV benötigt aufgrund der LED-Hintergrundbeleuchtung 40 Prozent weniger Energie. Bei der täglichen durchschnittlichen Fernsehdauer von 4,2 Stunden sparen Zuschauer mit einem LED-TV somit im Jahr bis zu 22 Euro ein. Sogar im Stand-by verbrauchen die Geräte weniger als 0,1 Watt. https://stromsparen.samsung.de 

Schärfer, als es die Natur erlaubt: LED-TV der neuesten Generation wie der Samsung LED TV B7090 schaffen ihre eigene brillante Realität.

62 go sixt LED-TV


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grüne Brillanz

Fernsehen macht noch keine ­Klima­konferenz, aber viele kleine Schritte bewirken einen großen Schritt für unsere Natur. LED-Fernseher verbrauchen 40 Prozent weniger S­ trom, und ­naturschonende Materialien machen sie zur grünen Samsung-Serie.

Das Gute-Gewissen-TV: „Öko? Logisch!“, texten die Samsung-Marketingexperten. Na und, wenn LED-TV eben grün leuchtet? TV-Fortschritt.

A

uf Spitzentechnologie setzen und gleichzeitig etwas für sein grünes Gewissen tun – Samsung bietet dafür Hightech-Lösungen an: LED-Fernseher. Brillanter, schärfer, knalliger. Der Hersteller von Unterhaltungselektronik hat umweltfreundliche Fernseher entwickelt, mit denen anspruchsvolle Filmfans auf nichts verzichten müssen. Die neue Spezies LEDTV holt das Kino-Feeling mit kontrastreichen Bildern ins Wohnzimmer und setzt dank ihrer schlanken Bauart ästhetische Design-Akzente. Zudem überzeugt LED-TV als Kommunikationsprofi. Doch trotz dieser großzügigen Ausstattung üben sich die LEDs mit ihrem Energieverbrauch in Bescheidenheit: Im Auftrag von Samsung verglich das unabhängige VDE-Institut den Stromverbrauch der aktuellen LED-TV-Geräte mit dem ihrer Vorjahresmodelle und belegt: Die neue Spezies LED TV benötigt aufgrund der LED-Hintergrundbeleuchtung 40 Prozent weniger Energie. Bei der täglichen durchschnittlichen Fernsehdauer von 4,2 Stunden sparen Zuschauer mit einem LED-TV somit im Jahr bis zu 22 Euro ein. Sogar im Stand-by verbrauchen die Geräte weniger als 0,1 Watt. https://stromsparen.samsung.de 

Schärfer, als es die Natur erlaubt: LED-TV der neuesten Generation wie der Samsung LED TV B7090 schaffen ihre eigene brillante Realität.

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technics

m e ta l o v e r beethoven Auch Legenden müssen sich erneuern. Chuck Berrys Welthit „Roll Over Beethoven”, bei dem sich nicht mal die Beatles zu fein waren, ihn zu covern, bringt den Sound der „nuVero 4”-Kompaktboxen zum Rocken. Was der matt im Mokka-Gold-Look glänzende Metallic-Lack hochwertig verhüllt, zeigen die handgearbeiteten Elektronikteile beim Einsatz. Dynamischer Hightech-Sound. Hinhören und Wegsein. Wummern für Handarbeit. Metal Over Beethoven eben. www.nubert.de

ta l k m a s t e r Frauen können es am besten: Multitasking. Mit ihnen nimmt es der Voice Tracer 888 von Philips auf. Der silberne digitale Edelwinzling zum Sprachaufzeichnen mit Docking­station und Onetouch-recording ist ein Highwayrenner – dank Hochgeschwindigkeitsübertragung via USB-Kabel an den PC. Nett: Er kann MP3-Player, Radio spielen und überzeugt mit StereoSteckmikrofon. Halt ein Talkmaster, ein VIP-, ein Voice-In-Philips-Könner. www.philips.com

digitop Niemand kann aus seiner Haut. Eine Digicam ist eine Digicam. Der Charakter, das Innenleben entscheidet, ob nur gucken oder anfassen angesagt ist. Die smarte Finepix F70EXR von Fujifilm zeigt mit ihrem edlen Lackfinish, Superzoom und ihren 10 Megapixeln feinste Lichtempfindlichkeit. Finepix F70EXR? Ein Digitop! www.finepix.de

brüller Tuning ist nicht gleich Tuning. Der gestylte E 63 AMG E-Klasse-Benz genügt den Ansprüchen der Hightech-Schmiede Carlsson aus dem saarländischen Merzig nicht. Die nehmen sich den V8-Motor zur Brust und kitzeln aus dem schon getunten AMG­Motor noch mal locker 585 statt 525 PS heraus – und das Drehmoment springt von 630 auf feinste 695 Newtonmeter. Ein echter 4,5-Sekunden-Brüller auf 100 km/h. www.carlsson.de

64 go sixt style

softcut Professional Mencare for you. Der metrosexuelle Großstadtcowboy ist ebenso angesprochen wie das machogeprägte Landei. Der Profi-Haarschneider MC 9540 und das Profi-Multihaarschneideset MT 6741 von Grundig machen bella figura. Auch Männer brauchen Multi­ tasking: Gesichts-, Bart- und Haarpflege. Ein echter Softcut – dieser Nass- und Trockenkönner. www.grundig.de


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Kreuzfahrten boomen. Aber machen sie auch glücklich? GoSixt ­prüft jetzt sieben populäre Cruise-Vorurteile.

Leinen

los?

Edel-Viermastbark „Sea Cloud II“: Wer Meer pur und individuellen First-Class-Luxus erleben will, ist auf einer Segelyacht bestens aufgehoben.

W

TUI-Luxusliner „Mein Schiff“: Plötzlich gibt’s junge Familien, Yoga und Pilates sowie Rockröhre Udo Lindenberg oder Sternekoch Alfons Schubeck an Bord. 66 go sixt kreuzfahrten

ährend andere Tourismuszweige schwächeln, schaukeln sich die Trips auf Ozeanlinern mit zweistelligen Wachstumsraten hoch. Plus 18 Prozent Zuwachs verzeichnete die Kreuzfahrtbranche in 2008 bei uns; 900.000 Landratten gingen an Bord. Für Richard Vogel, den Chef von TUI Cruises und der zuvor für AIDA das ClubschiffKonzept mitentwickelt hat, kein Schlusspunkt: „Es gibt noch viel mehr Potential. In Deutschland ist gerade mal ein Prozent der Bevölkerung dabei, in England gibt es doppelt und in den USA sogar viermal so viele Kreuzfahrt-Fans.“ Lange galt Kreuz fahren als überalterte Senioren-Kaffeefahrt – aber immer mit mondänem Touch. 1996 bevölkerte die junge AIDA-ClubschiffFlotte die Meere und dieses Jahr folgte TUI Cruises mit „Mein Schiff“. Plötzlich gibt’s junge Familien, Yoga und Pilates sowie Rockröhre Udo Lindenberg oder Fernsehkoch Alfons Schubeck

an Bord: Gelten denn noch die klassischen Vorurteile wie: zu alt, zu eng, zu teuer? GoSixt hat jetzt mal die populärsten sieben Vorurteile auf hoher See überprüft.

I. man fühlt sich eingeschlossen auf dem schiff, die Kabinen sind viel zu eng. Heute Palma de Mallorca und Barcelona, morgen Marseille, übermorgen Nizza – nur einige der Stationen einer Mttelmeer-Cruisetour von „Mein Schiff“. An Bord gefangen? Eher das Gegenteil: Land gang-Stress! Kann man es sich leisten, nicht Barcelona anzuse hen (Regen!) und stattdessen die Meerblick-Sauna mit 54 Plät zen fast allein zu genießen? Ja, man kann und sollte – immer wieder mal Luft holen. Wer alles mitmacht, verpasst das We sentliche: das Meer-Gefühl. Wenn das Wasser zwanzig Meter unterhalb meiner Kabine lebt: mal grau, mal petrolblau; mal still wie ein Teich, mal mit tanzenden Schaumkronen. Ach ja, kreuzfahrten go sixt 67


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TUI-Luxusliner „Mein Schiff“: Plötzlich gibt’s junge Familien, Yoga und Pilates sowie Rockröhre Udo Lindenberg oder Sternekoch Alfons Schubeck an Bord. 66 go sixt kreuzfahrten

ährend andere Tourismuszweige schwächeln, schaukeln sich die Trips auf Ozeanlinern mit zweistelligen Wachstumsraten hoch. Plus 18 Prozent Zuwachs verzeichnete die Kreuzfahrtbranche in 2008 bei uns; 900.000 Landratten gingen an Bord. Für Richard Vogel, den Chef von TUI Cruises und der zuvor für AIDA das ClubschiffKonzept mitentwickelt hat, kein Schlusspunkt: „Es gibt noch viel mehr Potential. In Deutschland ist gerade mal ein Prozent der Bevölkerung dabei, in England gibt es doppelt und in den USA sogar viermal so viele Kreuzfahrt-Fans.“ Lange galt Kreuz fahren als überalterte Senioren-Kaffeefahrt – aber immer mit mondänem Touch. 1996 bevölkerte die junge AIDA-ClubschiffFlotte die Meere und dieses Jahr folgte TUI Cruises mit „Mein Schiff“. Plötzlich gibt’s junge Familien, Yoga und Pilates sowie Rockröhre Udo Lindenberg oder Fernsehkoch Alfons Schubeck

an Bord: Gelten denn noch die klassischen Vorurteile wie: zu alt, zu eng, zu teuer? GoSixt hat jetzt mal die populärsten sieben Vorurteile auf hoher See überprüft.

I. man fühlt sich eingeschlossen auf dem schiff, die Kabinen sind viel zu eng. Heute Palma de Mallorca und Barcelona, morgen Marseille, übermorgen Nizza – nur einige der Stationen einer Mttelmeer-Cruisetour von „Mein Schiff“. An Bord gefangen? Eher das Gegenteil: Land gang-Stress! Kann man es sich leisten, nicht Barcelona anzuse hen (Regen!) und stattdessen die Meerblick-Sauna mit 54 Plät zen fast allein zu genießen? Ja, man kann und sollte – immer wieder mal Luft holen. Wer alles mitmacht, verpasst das We sentliche: das Meer-Gefühl. Wenn das Wasser zwanzig Meter unterhalb meiner Kabine lebt: mal grau, mal petrolblau; mal still wie ein Teich, mal mit tanzenden Schaumkronen. Ach ja, kreuzfahrten go sixt 67


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RUBRIK Karibik-Cruiser „AIDAaura“: Auch Kreuzfahrer leben vom Unterschied. Faustregel: Karibik ist jünger als das Mittelmeer und das Mittelmeer ist jünger als die Nordland-Touren.

Immer wieder mal Luft holen. Wer alles mitmacht, verpasst das Wesentliche: das Meer-Gefühl. nur Wasser und kein Entkommen? Nein. 90 Prozent aller Kreuzfahrten sind in beständiger Küstennähe. Und, Klaustrophobie an Bord? Auf den schwimmenden Kleinstädten – „Mein Schiff“ etwa ist rund 260 Meter lang, 30 Meter breit und hat 14 Decks – ist eher Weitläufigkeit als Platzangst das Problem. „24 Stunden braucht man etwa zur Orientierung“, hatte mir ein Seebär verraten. Zu recht. Klar, die Kabinengröße – ein Gang rund ums Bett, plus ein kleines Sofa – wird man je nach Stimmungslage als romantische Rückzugszone oder als Kajüten-Trauma erleben. Kleines Gegengift gegen die Kabinenenge: Ein Außenbalkon bietet Wind, Freiheit und Abenteuer.

II. bei heftigerem seegang wird mir immer schlecht. Das passiert im übrigen nicht nur Gästen, sondern auch einigen aus der Crew. Vor vielen Jahren reiste ich mal in bewegter See auf einer Fähre nach Norwegen. Supergau. Nach fünf Minuten waren alle an Bord seekrank. Die neuen Schiffe laufen dank kräftiger Stabilisatoren sehr ruhig. Trotzdem spürt man auf dem Crosstrainer oder im Bett die Vibrationen und Schiffsbewegungen in der Kabine. Zulassen, entspannen, genießen. Es ist eine Schiffsfahrt! Und wer zur Übelkeit neigt, sollte frühzeitig mit Pillen oder Kaugummis vorbeugen. Ozean-Kreuzer „MS Amsterdam“: Mit der 33-tägigen Kreuzfahrt von Buenos Aires nach Mumbai genießen Ozeanfans satte 19 Seetage.

Alternativ: Akupressur-Bändchen fürs Handgelenk, Ingwerbonbons. Bei rauer See ist der beste Platz mittschiffs unten, mit Blick auf den Horizont. Schöne Aussichten.

III. Es gibt zu viel animation und zu viele Menschen an Bord. Immer größer, immer höher: Das Ende des Masts ist in der Schifffahrt noch nicht erreicht. Eben ging das größte Kreuzfahrtschiff aller Zeiten, der 900-Millionen-Euro-Dampfer „Oasis of the Sea“, mit Platz für 6 296 Passagiere auf Jungfernfahrt. Mit 3D-Kletterwand, Park, Amphitheater und Minigolfplatz. Zu viel Gigantomanie? Wahr ist auch: Ohne Abwechslung droht vielen der Bordkoller. Wer Meer pur und individuellen First-Class-Luxus erleben will, ist auf einer Segelyacht bestens aufgehoben; auf einem Großsegler wie der „Sea Cloud II“ oder auf dem klassischen Fünfsterne-Plus-Liner „MS Europa“ mit nur 480 Passagieren. Doch drumherum reden gilt nicht: das Gewusel am Kreuzfahrt-Büfett oder Animation auf dem Sonnendeck samt metergroßen LED-Bildschirmen verlangen definitiv gesteigerte, innere Abschalt-Qualitäten.

IV. senioren-rhythmus bestimmt die atmosphäre und Langeweile regiert. Immer öfter versuchen Kreuzfahrtkonzepte die Balance zwischen tote Hose und Trubel total zu finden. Das junge Familienklima auf TUI’s „Mein Schiff“ etwa und die heißen Partyliner-Schiffe von AIDA, der frankophile Exklusivstil der Sea-Cloud-Cruiser oder die Weltmmertouren der MS Amsterdam mit unendlich vielen Seetagen (Routentipps S. 70): Der gefühlte Altersdurchschnitt weicht je nach Route und Anlass vom propagierten ­Schiffsimage ab. Faustregeln: Die Karibik ist jünger als das Mittelmeer, das Mittelmeer jünger als das Nordland und am ruhigsten geht’s auf Fluss-Schifffahrten zu. Also: Das passende Schiffs-Milieu für den ganz persönlichen Kreuzfahrt-Geschmack finden.

V. Kreuzfahrten züchten hüftgold. Wie im AllInclusive-Hotel trennt sich an Bord von Anfang an die wählerische von der All-you-can-eat-Fraktion. Unzählige Restaurants 68 go sixt kreuzfahrten


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RUBRIK Karibik-Cruiser „AIDAaura“: Auch Kreuzfahrer leben vom Unterschied. Faustregel: Karibik ist jünger als das Mittelmeer und das Mittelmeer ist jünger als die Nordland-Touren.

Immer wieder mal Luft holen. Wer alles mitmacht, verpasst das Wesentliche: das Meer-Gefühl. nur Wasser und kein Entkommen? Nein. 90 Prozent aller Kreuzfahrten sind in beständiger Küstennähe. Und, Klaustrophobie an Bord? Auf den schwimmenden Kleinstädten – „Mein Schiff“ etwa ist rund 260 Meter lang, 30 Meter breit und hat 14 Decks – ist eher Weitläufigkeit als Platzangst das Problem. „24 Stunden braucht man etwa zur Orientierung“, hatte mir ein Seebär verraten. Zu recht. Klar, die Kabinengröße – ein Gang rund ums Bett, plus ein kleines Sofa – wird man je nach Stimmungslage als romantische Rückzugszone oder als Kajüten-Trauma erleben. Kleines Gegengift gegen die Kabinenenge: Ein Außenbalkon bietet Wind, Freiheit und Abenteuer.

II. bei heftigerem seegang wird mir immer schlecht. Das passiert im übrigen nicht nur Gästen, sondern auch einigen aus der Crew. Vor vielen Jahren reiste ich mal in bewegter See auf einer Fähre nach Norwegen. Supergau. Nach fünf Minuten waren alle an Bord seekrank. Die neuen Schiffe laufen dank kräftiger Stabilisatoren sehr ruhig. Trotzdem spürt man auf dem Crosstrainer oder im Bett die Vibrationen und Schiffsbewegungen in der Kabine. Zulassen, entspannen, genießen. Es ist eine Schiffsfahrt! Und wer zur Übelkeit neigt, sollte frühzeitig mit Pillen oder Kaugummis vorbeugen. Ozean-Kreuzer „MS Amsterdam“: Mit der 33-tägigen Kreuzfahrt von Buenos Aires nach Mumbai genießen Ozeanfans satte 19 Seetage.

Alternativ: Akupressur-Bändchen fürs Handgelenk, Ingwerbonbons. Bei rauer See ist der beste Platz mittschiffs unten, mit Blick auf den Horizont. Schöne Aussichten.

III. Es gibt zu viel animation und zu viele Menschen an Bord. Immer größer, immer höher: Das Ende des Masts ist in der Schifffahrt noch nicht erreicht. Eben ging das größte Kreuzfahrtschiff aller Zeiten, der 900-Millionen-Euro-Dampfer „Oasis of the Sea“, mit Platz für 6 296 Passagiere auf Jungfernfahrt. Mit 3D-Kletterwand, Park, Amphitheater und Minigolfplatz. Zu viel Gigantomanie? Wahr ist auch: Ohne Abwechslung droht vielen der Bordkoller. Wer Meer pur und individuellen First-Class-Luxus erleben will, ist auf einer Segelyacht bestens aufgehoben; auf einem Großsegler wie der „Sea Cloud II“ oder auf dem klassischen Fünfsterne-Plus-Liner „MS Europa“ mit nur 480 Passagieren. Doch drumherum reden gilt nicht: das Gewusel am Kreuzfahrt-Büfett oder Animation auf dem Sonnendeck samt metergroßen LED-Bildschirmen verlangen definitiv gesteigerte, innere Abschalt-Qualitäten.

IV. senioren-rhythmus bestimmt die atmosphäre und Langeweile regiert. Immer öfter versuchen Kreuzfahrtkonzepte die Balance zwischen tote Hose und Trubel total zu finden. Das junge Familienklima auf TUI’s „Mein Schiff“ etwa und die heißen Partyliner-Schiffe von AIDA, der frankophile Exklusivstil der Sea-Cloud-Cruiser oder die Weltmmertouren der MS Amsterdam mit unendlich vielen Seetagen (Routentipps S. 70): Der gefühlte Altersdurchschnitt weicht je nach Route und Anlass vom propagierten ­Schiffsimage ab. Faustregeln: Die Karibik ist jünger als das Mittelmeer, das Mittelmeer jünger als das Nordland und am ruhigsten geht’s auf Fluss-Schifffahrten zu. Also: Das passende Schiffs-Milieu für den ganz persönlichen Kreuzfahrt-Geschmack finden.

V. Kreuzfahrten züchten hüftgold. Wie im AllInclusive-Hotel trennt sich an Bord von Anfang an die wählerische von der All-you-can-eat-Fraktion. Unzählige Restaurants 68 go sixt kreuzfahrten


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DESIGN

Weiße Träume Route navigieren, Segel setzen, Windjammer-Geschichte einatmen, Kreuzfahrt-Segelyachtgesellschaft schnuppern: Der journalistische Bildband „Sea Cloud – Legende unter weißen Segeln“ bietet überraschende An- und Einsichten zur luxuriösen Viermastbark von 1931. Wo andere Segelfolianten nur auf elegische Fotos setzen, überzeugt der Bildband„Sea Cloud“ mit hintergründig-spannenden Informationen. Wussten Sie, dass nicht nur Katzen, sondern auch die „Sea Cloud“ sieben Leben hat? Lesen! Journalist Kurt Grobecker und Fotograf Peter Neumann machen die „Sea Cloud“ zum majestätischen Segeltörn – vom häuslichen Loungechair aus. Weiße Träume segeln beim Schmökern von alleine. Stolze Windjammer-Lektüre. Maritime Klasse: Karibik-Segeltörn mit der Sea Cloud II.

KREUZFAHRT-TIPPS

A

n den so genannten Seetagen scheiden sich die Geister. Wer auf maritime Ozean-Meditation setzt, bekommt etwa mit der MS Amsterdam von Buenos Aires nach Mumbai 19 davon geboten. Und wer klassische First-ClassSegel-Stopover sucht, sollte die exklusiven Karibik-Touren von Sea Cloud Cruise prüfen. Es gilt: Das SchiffsKonzept prägt den Törn.

1

Segel-Kreuzfahrt für Individualisten – Sea Cloud II; Sea Cloud Cruises. Rundtour: BarbadosDominica-Guadeloupe--St. Lucia-Bequia-Grenadinen-Barbados; Kleine Antillenrundfahrt, 8 Tage (nur 1 Seetag); Starttermine: 22.-29.01. + 29.-05.02.2010; Preis: ab 2.555,00 Euro p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/Bridgetown ab 1.150,00 Euro) www. seacloud.de

2

Transatlantik-Kreuzfahrt für Karibik-Fans – AIDAaura; AIDA Cruises.

DomRep-St Lucia--GrenadaBarbados-Madeira-Spanien/ Cadiz-Mallorca/Palma; 15 Tage (9 Seetage); Starttermin: 27.03.-11.04.2010; Preis: ab 1.995 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor, Hinflug, Frankfurt/Santo Domingo ab 510,76 Euro) www.aida.de 70 go sixt kreuzfahrten

3

Luxus-Kreuzfahrt mit Edel-Entertainement – Mein Schiff, TUI Cruises.

Ladies-Fitness-Wochen mit „Venice Beach” (tägl. Fitnessprogramm), Venice-Beach-Trainer, Workshops Ernährung + Stilberatung, Individuelle Termine Personaltraining + persönliche Stilberatung (Extra-Kosten), Venice-Beach-Modenschau) Nördliche Antillen DomRepMartinique-Dominica-St. Maarten-Guadeloupe-DomRep; 7 Tage (2 Seetage); 29.01-05.02.2010; ab 847 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/Santo Domingo ab 1.019,26 Euro) Südliche Antillen DomRepGrenada-Barbados-St. LuciaAntigua-DomRep; 05.-12.02.2010; ab 847 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/ Santo Domingo ab 1.019,26 Euro) www.tuicruises.com

4

Drei-Kontinente-Kreuzfahrt für Abenteurer – MS Amsterdam; Holland America Line. Buenos Aires/

Argentinien-Montevideo/ Uruguay-Walfischbay/NamibiaLüderitz/Namibia-Kapstadt/ Südafrika-Port Elizabeth/ Südafrika-Durban/Südafrika-Île de la Possession/Frankreich-Port Louis/Mauritius-Seychellen-Mumbai/Indien; 33 Tage (19 Seetage); 08.02-12.03.2010; Preis auf Anfrage. www.kreuzfahrten.de

„Sea Cloud – Legende unter weißen Segeln“; Kurt Grobecker, Peter Neumann; Ifova-Verlag, München 2009; gebunden; ISBN: 978-3-929213-02-7176 S.; 38,50 Euro.

und Bistros, etliche Bars und Lounges: Häufig braucht man die Hälfte des Trips, bis man weiß, was man wann, wo und zu welchem Tarif essen und trinken kann. Die meisten Schiffe bieten Büfett und gesetzte Dinner. „Mein Schiff“ durchbricht das Regelwerk mit einem wunderbar altmodischen Restaurant auf zwei Etagen mit Freischwinger-Treppe à la Grace Kelly, wo zur Lunch- und Dinner-Zeit Mehrgänge-Menüs mit erfreulich moderaten Portionen serviert werden. Der Kulturaufstand gegen das große All-Inclusive-Mästen findet Anklang. Immer öfter!

VI. Kreuzfahrt-Cruisen ist nix für Individualisten. Wer immer wieder mal für sich sein möchte, kann wirksame Tricks anwenden: 1. Immer antizyklisch bewegen: eine halbe Stunde vor Dinner-Ende erst kommen. Schöne Leere. 2. Statt zu lunchen lieber auf das verwaiste Sonnendeck pilgern. Schöne Stille. 3. Solo-Landgänge statt geführte Ausflugstouren, denn im Zweifel wollen Sie in der Sonne sitzen und einen Wein trinken können, wenn Sie Lust haben und nicht, wenn’s die Tour erlaubt. Relaxte Besinnung.

VII. am Ende der Tour wird‘s teuer. Stimmt. Aber eine Kreuzfahrt ist keine Dumpingtour. Rund 200 Euro pro Tag und Person sollte man bei Viersterne-Schiffen einplanen. Nebenkosten: nach oben offene Richterskala. Spa-Fans sind etwa bei zweistündiger Gesichtbehandlung an Bord schon mal mit rund 200 Euro dabei und ein Personal Trainer kann mit zirka 50 Euro Stundensatz Gesundheits-, Ernährungs- und Fitnesstipps ( „sechs Schiffsrunden Joggen“) geben. Landausflüge beginnen häufig bei 30 und enden schnell bei 250 Euro und mehr (zum Beispiel Helikopter-Ausflüge). Fazit: Wer zwischen 50 und 100 Euro Nebenkosten pro Tag und Person einkalkuliert, erlebt keine Überraschungen. Ja, kann denn Kreuzfahrt Sünde sein? Nein. Falls Sie cruisen, beginnt der Luxus schon damit, nur einmal auszupacken und andrea tapper doch jeden Tag woanders zu sein. Leinen los.


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Weiße Träume Route navigieren, Segel setzen, Windjammer-Geschichte einatmen, Kreuzfahrt-Segelyachtgesellschaft schnuppern: Der journalistische Bildband „Sea Cloud – Legende unter weißen Segeln“ bietet überraschende An- und Einsichten zur luxuriösen Viermastbark von 1931. Wo andere Segelfolianten nur auf elegische Fotos setzen, überzeugt der Bildband„Sea Cloud“ mit hintergründig-spannenden Informationen. Wussten Sie, dass nicht nur Katzen, sondern auch die „Sea Cloud“ sieben Leben hat? Lesen! Journalist Kurt Grobecker und Fotograf Peter Neumann machen die „Sea Cloud“ zum majestätischen Segeltörn – vom häuslichen Loungechair aus. Weiße Träume segeln beim Schmökern von alleine. Stolze Windjammer-Lektüre. Maritime Klasse: Karibik-Segeltörn mit der Sea Cloud II.

KREUZFAHRT-TIPPS

A

n den so genannten Seetagen scheiden sich die Geister. Wer auf maritime Ozean-Meditation setzt, bekommt etwa mit der MS Amsterdam von Buenos Aires nach Mumbai 19 davon geboten. Und wer klassische First-ClassSegel-Stopover sucht, sollte die exklusiven Karibik-Touren von Sea Cloud Cruise prüfen. Es gilt: Das SchiffsKonzept prägt den Törn.

1

Segel-Kreuzfahrt für Individualisten – Sea Cloud II; Sea Cloud Cruises. Rundtour: BarbadosDominica-Guadeloupe--St. Lucia-Bequia-Grenadinen-Barbados; Kleine Antillenrundfahrt, 8 Tage (nur 1 Seetag); Starttermine: 22.-29.01. + 29.-05.02.2010; Preis: ab 2.555,00 Euro p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/Bridgetown ab 1.150,00 Euro) www. seacloud.de

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Transatlantik-Kreuzfahrt für Karibik-Fans – AIDAaura; AIDA Cruises.

DomRep-St Lucia--GrenadaBarbados-Madeira-Spanien/ Cadiz-Mallorca/Palma; 15 Tage (9 Seetage); Starttermin: 27.03.-11.04.2010; Preis: ab 1.995 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor, Hinflug, Frankfurt/Santo Domingo ab 510,76 Euro) www.aida.de 70 go sixt kreuzfahrten

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Luxus-Kreuzfahrt mit Edel-Entertainement – Mein Schiff, TUI Cruises.

Ladies-Fitness-Wochen mit „Venice Beach” (tägl. Fitnessprogramm), Venice-Beach-Trainer, Workshops Ernährung + Stilberatung, Individuelle Termine Personaltraining + persönliche Stilberatung (Extra-Kosten), Venice-Beach-Modenschau) Nördliche Antillen DomRepMartinique-Dominica-St. Maarten-Guadeloupe-DomRep; 7 Tage (2 Seetage); 29.01-05.02.2010; ab 847 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/Santo Domingo ab 1.019,26 Euro) Südliche Antillen DomRepGrenada-Barbados-St. LuciaAntigua-DomRep; 05.-12.02.2010; ab 847 EUR p. P. + Flug (z. B. Condor hin/zurück Frankfurt/ Santo Domingo ab 1.019,26 Euro) www.tuicruises.com

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Drei-Kontinente-Kreuzfahrt für Abenteurer – MS Amsterdam; Holland America Line. Buenos Aires/

Argentinien-Montevideo/ Uruguay-Walfischbay/NamibiaLüderitz/Namibia-Kapstadt/ Südafrika-Port Elizabeth/ Südafrika-Durban/Südafrika-Île de la Possession/Frankreich-Port Louis/Mauritius-Seychellen-Mumbai/Indien; 33 Tage (19 Seetage); 08.02-12.03.2010; Preis auf Anfrage. www.kreuzfahrten.de

„Sea Cloud – Legende unter weißen Segeln“; Kurt Grobecker, Peter Neumann; Ifova-Verlag, München 2009; gebunden; ISBN: 978-3-929213-02-7176 S.; 38,50 Euro.

und Bistros, etliche Bars und Lounges: Häufig braucht man die Hälfte des Trips, bis man weiß, was man wann, wo und zu welchem Tarif essen und trinken kann. Die meisten Schiffe bieten Büfett und gesetzte Dinner. „Mein Schiff“ durchbricht das Regelwerk mit einem wunderbar altmodischen Restaurant auf zwei Etagen mit Freischwinger-Treppe à la Grace Kelly, wo zur Lunch- und Dinner-Zeit Mehrgänge-Menüs mit erfreulich moderaten Portionen serviert werden. Der Kulturaufstand gegen das große All-Inclusive-Mästen findet Anklang. Immer öfter!

VI. Kreuzfahrt-Cruisen ist nix für Individualisten. Wer immer wieder mal für sich sein möchte, kann wirksame Tricks anwenden: 1. Immer antizyklisch bewegen: eine halbe Stunde vor Dinner-Ende erst kommen. Schöne Leere. 2. Statt zu lunchen lieber auf das verwaiste Sonnendeck pilgern. Schöne Stille. 3. Solo-Landgänge statt geführte Ausflugstouren, denn im Zweifel wollen Sie in der Sonne sitzen und einen Wein trinken können, wenn Sie Lust haben und nicht, wenn’s die Tour erlaubt. Relaxte Besinnung.

VII. am Ende der Tour wird‘s teuer. Stimmt. Aber eine Kreuzfahrt ist keine Dumpingtour. Rund 200 Euro pro Tag und Person sollte man bei Viersterne-Schiffen einplanen. Nebenkosten: nach oben offene Richterskala. Spa-Fans sind etwa bei zweistündiger Gesichtbehandlung an Bord schon mal mit rund 200 Euro dabei und ein Personal Trainer kann mit zirka 50 Euro Stundensatz Gesundheits-, Ernährungs- und Fitnesstipps ( „sechs Schiffsrunden Joggen“) geben. Landausflüge beginnen häufig bei 30 und enden schnell bei 250 Euro und mehr (zum Beispiel Helikopter-Ausflüge). Fazit: Wer zwischen 50 und 100 Euro Nebenkosten pro Tag und Person einkalkuliert, erlebt keine Überraschungen. Ja, kann denn Kreuzfahrt Sünde sein? Nein. Falls Sie cruisen, beginnt der Luxus schon damit, nur einmal auszupacken und andrea tapper doch jeden Tag woanders zu sein. Leinen los.


GO BRAND

PREMIUM-MIX

Seit Herbst 2009 präsentiert sich die deutsche Traditionsmarke JOOP! mit seiner modernen ­Herrenkollektion im Outlet-Village bei Frankfurt.

K

larheit, Sachlichkeit und Strenge sind die Markenzeichen des Labels JOOP!. Der moderne, frische Look der Trendkollektion des ­Chef­designers Dirk Schönberger symbolisiert Selbstbewusstsein, Souveränität und Leidenschaft. Wertheim Village bei Frankfurt am Main: Seit September 2009 wird in dem Store in Wertheim Village ein umfangreiches Warensortiment auf geräumigen 700 Quadratmetern angeboten. Die Besucher erwartet die gesamte Produktpalette von Anzügen und Hemden sowie Casual-Ware und Denim. Des Weiteren sind Accessoires wie Schuhe, Taschen oder auch Krawatten und Gürtel erhältlich. Die Kollektion zeichnet sich durch extravagante Schnitte und modern interpretierte Klassiker wie doppelreihige Jacketts oder Bundfaltenhosen in edlen dunklen Farbtönen aus.

Der frische Look der Trendkollektion des Chefdesigners Dirk Schönberger trägt Selbstbewusstsein und Leidenschaft. Ein Ausflug in das Wertheim Village lohnt sich jederzeit: Über 100 Geschäfte bieten internationale und nationale Mode- und Lifestylemarken ganzjährig bis zu 60 Prozent reduziert gegenüber der ehemaligen unverbindlichen Preisempfehlung. Vor kurzem eröffneten ebenfalls Triumph und Furla ihre Stores, dann folgte noch Napapijri. Wertheim Village vereint diese 72 go sixt outlet shopping

und andere Marken in einem einzigartigen Mix aus Premiummode, Accessoires und Sportanbietern: so zum Beispiel ein Abendkleid von Strenesse und etwa passender Schmuck von Charlotte Ehinger Schwarz 1876, coole Sneakers und Business­ schuhe von Converse und Bally; oder klas- Souveräner Auftritt: Trendkollektion sische Mode wie bei auf 700 Quadratmetern. Baldessarini und Bogner. Sportfans begeistern sich für Nike, Puma oder Reebok, während die Trendbewussten bei Sand, Lacoste und Gant gut aufgehoben sind. In der jüngst veröffentlichten ersten europäischen Grundlagenstudie von CB Richard Ellis über Factory Outlet Center (FOC) belegt Wertheim Platz sieben im Ranking von 58 bewerteten Outlets. Die Studie bezieht sich neben dem Einzugsgebiet sowie dem Marken- und Branchenmix vor allem auf die Konkurrenzsituation und die Architektur des Centers. www.WertheimVillage.com


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Seit Herbst 2009 präsentiert sich die deutsche Traditionsmarke JOOP! mit seiner modernen ­Herrenkollektion im Outlet-Village bei Frankfurt.

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larheit, Sachlichkeit und Strenge sind die Markenzeichen des Labels JOOP!. Der moderne, frische Look der Trendkollektion des ­Chef­designers Dirk Schönberger symbolisiert Selbstbewusstsein, Souveränität und Leidenschaft. Wertheim Village bei Frankfurt am Main: Seit September 2009 wird in dem Store in Wertheim Village ein umfangreiches Warensortiment auf geräumigen 700 Quadratmetern angeboten. Die Besucher erwartet die gesamte Produktpalette von Anzügen und Hemden sowie Casual-Ware und Denim. Des Weiteren sind Accessoires wie Schuhe, Taschen oder auch Krawatten und Gürtel erhältlich. Die Kollektion zeichnet sich durch extravagante Schnitte und modern interpretierte Klassiker wie doppelreihige Jacketts oder Bundfaltenhosen in edlen dunklen Farbtönen aus.

Der frische Look der Trendkollektion des Chefdesigners Dirk Schönberger trägt Selbstbewusstsein und Leidenschaft. Ein Ausflug in das Wertheim Village lohnt sich jederzeit: Über 100 Geschäfte bieten internationale und nationale Mode- und Lifestylemarken ganzjährig bis zu 60 Prozent reduziert gegenüber der ehemaligen unverbindlichen Preisempfehlung. Vor kurzem eröffneten ebenfalls Triumph und Furla ihre Stores, dann folgte noch Napapijri. Wertheim Village vereint diese 72 go sixt outlet shopping

und andere Marken in einem einzigartigen Mix aus Premiummode, Accessoires und Sportanbietern: so zum Beispiel ein Abendkleid von Strenesse und etwa passender Schmuck von Charlotte Ehinger Schwarz 1876, coole Sneakers und Business­ schuhe von Converse und Bally; oder klas- Souveräner Auftritt: Trendkollektion sische Mode wie bei auf 700 Quadratmetern. Baldessarini und Bogner. Sportfans begeistern sich für Nike, Puma oder Reebok, während die Trendbewussten bei Sand, Lacoste und Gant gut aufgehoben sind. In der jüngst veröffentlichten ersten europäischen Grundlagenstudie von CB Richard Ellis über Factory Outlet Center (FOC) belegt Wertheim Platz sieben im Ranking von 58 bewerteten Outlets. Die Studie bezieht sich neben dem Einzugsgebiet sowie dem Marken- und Branchenmix vor allem auf die Konkurrenzsituation und die Architektur des Centers. www.WertheimVillage.com


GO FITNESS

KLUGER Körper

DIE SERIE (4/8)

Keine Angst vor der Bandscheibe: GoSixt-Experte Dr. Marianowicz setzt bei der Volkskrankheit auf Geduld und Schmerztherapie statt auf Operation. Smarte Medizin hört auf die eigenen Knochen.

L

ange Autofahrten, stundenlanges Sitzen vorm Bildschirm, ruckartige Bewegungen beim Tennis oder Golf: Eigentlich ist unsere Wirbelsäule relativ gutmütig und macht einiges mit. Doch auch sie verschleißt. Die Bandscheiben können dann mürbe und rissig werden. Sie sind die Puffer zwischen den Wirbelkörpern des Rückgrats und sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung in der ganzen Wirbelsäule. 23 von ihnen halten uns zusammen mit Muskeln, Bändern, Gelenken und Sehnen vom Hals bis zum Kreuzbein beweglich und elastisch. Eine Bandscheibe besteht aus einem weichen, wasserhaltigen Gallertkern, der von einem festen, relativ elastischen Faserring umgeben ist. Im Laufe der Zeit kann dieser äußere Ring brüchig werden, die Bandscheibe verformt sich, zähe Gallertmasse kann austreten. Die Bandscheibe an sich schmerzt nicht, denn sie besitzt kaum Nerven. Wenn sie allerdings gegen das Rückenmark oder gegen die Nerven im Wirbelkanal drückt, kann das höllisch wehtun.

80 Prozent aller BandscheibenOperationen sind überflüssig.

Das Kreuz mit dem Kreuz: 25 Millionen Schmerzgeplagte warten

Foto: Sebastian Kaulitzki/istockphoto.com

auf die erlösende Therapie.

85 Prozent aller Deutschen kennen das Kreuz mit dem Kreuz. 25 Millionen Schmerzgeplagte sind jeden Tag auf der Suche nach der erlösenden Therapie. Und die landen leider häufig viel zu schnell auf dem OP-Tisch. Fast 100.000 Bandscheiben werden pro Jahr in Deutschland operiert. Manchmal sogar präventiv, obwohl der Patient nur wenig Schmerzen hat. Die meisten Patienten sind zwischen 40 und 60 Jahre alt, immer häufiger sogar jünger als 30. Achtzig Prozent dieser Eingriffe sind überflüssig und führen im schlimmsten Fall sogar zu Dauerschmerzen. Auf längere Sicht haben konservativ, also ohne Operation behandelte Bandscheiben sogar die deutliche bessere Prognose. Man muss dem Körper einfach Zeit geben, sich selbst zu regenerieren. Natürlich kann man den Patienten nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Er braucht einige Wochen Geduld – und einen Arzt, der sein akutes Leid mit einer guten Schmerztherapie lindert. Wir helfen dem Patienten dabei, zum Manager seines Schmerzes zu werden. Röntgen- oder Kernspinbilder sagen wenig darüber aus, wie es einem Patienten wirklich geht. Bei 50 Prozent aller „Rückengesunden“ sieht man auf dem Bild degenerative Veränderungen, dennoch leben sie völlig schmerzfrei. Andere Menschen haben Schmerzen an Stellen, wo auf der Kernspinaufnahme gar nichts zu sehen ist. Das Bild der Erkrankung passt also oft nicht zu den Schmerzen und umgekehrt. Das ist bei rund 50

Prozent der Patienten der Fall. Der Schmerz sollte also dort behandelt werden, wo er wahrgenommen wird und nicht, wo er laut Bild liegen müsste. Heilung bedeutet deshalb, den Schmerz zu lindern oder ganz auszuschalten und nicht, die alten Zustände im Körper wiederherzustellen. Denn alleine die Schmerzfreiheit entscheidet über die Lebensqualität.

Der Mensch sollte Manager seines Schmerzes werden. Schmerzfrei werden, das funktioniert in mehreren Stufen. Am Anfang und bei leichteren Fällen kommen dabei Schmerzmittel, Entzündungshemmer und muskel- entspannende Medikamente zum Einsatz, kombiniert mit Physiotherapie, Entspannungsmethoden und Akupunktur. Auf der nächsten Stufe stehen Injektionen mit entzündungshemmenden, durchblutungsfördernden Medikamenten direkt an die gereizte Nervenwurzel, sorgfältig überwacht am Bildschirm. Bewährt hat sich auch ein Schmerzkatheter. Dabei wird in Lokalanästhesie und unter Röntgenkontrolle ein Katheter, also ein dünner, flexibler Schlauch, in den Wirbelkanal eingeführt und direkt am entzündeten Nerv platziert. Über diesen Katheter können jetzt über zwei oder drei Tage entzündungshemmende, schmerzstillende und narbenlösende Substanzen direkt an den Ort des Schmerzes gebracht werden. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden, der Patient kann sich trotz Katheter relativ normal bewegen. Wenn auch das nicht erfolgreich sein sollte, kommt die moderne Mikrotherapie zum Einsatz, bei der die deformierten Bandscheiben mit Laser, Thermosonden, Wärme oder starkem Wasserdruck in örtlicher Betäubung zum Schrumpfen gebracht werden, damit sie nicht mehr auf den Nerv drücken können. Was der Patient danach braucht, sind einige Wochen Geduld. Und das Vertrauen und die Gewissheit, dass der eigene Körper ein ziemlich cleverer Arzt ist. Dr. med. Martin Marianowicz Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin und Schmerztherapie* Marianowicz-Zentrum für Moderne Orthopädie Augustenstr. 115, 80798 München T. +49 (0)700 71 01 71 01 www.marianowicz-zentrum.de *Präsident der Deutschen Gesellschaft für WirbelsäulenEndoskopie und Interventionelle Schmerztherapie

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GO FITNESS

KLUGER Körper

DIE SERIE (4/8)

Keine Angst vor der Bandscheibe: GoSixt-Experte Dr. Marianowicz setzt bei der Volkskrankheit auf Geduld und Schmerztherapie statt auf Operation. Smarte Medizin hört auf die eigenen Knochen.

L

ange Autofahrten, stundenlanges Sitzen vorm Bildschirm, ruckartige Bewegungen beim Tennis oder Golf: Eigentlich ist unsere Wirbelsäule relativ gutmütig und macht einiges mit. Doch auch sie verschleißt. Die Bandscheiben können dann mürbe und rissig werden. Sie sind die Puffer zwischen den Wirbelkörpern des Rückgrats und sorgen für eine gleichmäßige Druckverteilung in der ganzen Wirbelsäule. 23 von ihnen halten uns zusammen mit Muskeln, Bändern, Gelenken und Sehnen vom Hals bis zum Kreuzbein beweglich und elastisch. Eine Bandscheibe besteht aus einem weichen, wasserhaltigen Gallertkern, der von einem festen, relativ elastischen Faserring umgeben ist. Im Laufe der Zeit kann dieser äußere Ring brüchig werden, die Bandscheibe verformt sich, zähe Gallertmasse kann austreten. Die Bandscheibe an sich schmerzt nicht, denn sie besitzt kaum Nerven. Wenn sie allerdings gegen das Rückenmark oder gegen die Nerven im Wirbelkanal drückt, kann das höllisch wehtun.

80 Prozent aller BandscheibenOperationen sind überflüssig.

Das Kreuz mit dem Kreuz: 25 Millionen Schmerzgeplagte warten

Foto: Sebastian Kaulitzki/istockphoto.com

auf die erlösende Therapie.

85 Prozent aller Deutschen kennen das Kreuz mit dem Kreuz. 25 Millionen Schmerzgeplagte sind jeden Tag auf der Suche nach der erlösenden Therapie. Und die landen leider häufig viel zu schnell auf dem OP-Tisch. Fast 100.000 Bandscheiben werden pro Jahr in Deutschland operiert. Manchmal sogar präventiv, obwohl der Patient nur wenig Schmerzen hat. Die meisten Patienten sind zwischen 40 und 60 Jahre alt, immer häufiger sogar jünger als 30. Achtzig Prozent dieser Eingriffe sind überflüssig und führen im schlimmsten Fall sogar zu Dauerschmerzen. Auf längere Sicht haben konservativ, also ohne Operation behandelte Bandscheiben sogar die deutliche bessere Prognose. Man muss dem Körper einfach Zeit geben, sich selbst zu regenerieren. Natürlich kann man den Patienten nicht einfach seinem Schicksal überlassen. Er braucht einige Wochen Geduld – und einen Arzt, der sein akutes Leid mit einer guten Schmerztherapie lindert. Wir helfen dem Patienten dabei, zum Manager seines Schmerzes zu werden. Röntgen- oder Kernspinbilder sagen wenig darüber aus, wie es einem Patienten wirklich geht. Bei 50 Prozent aller „Rückengesunden“ sieht man auf dem Bild degenerative Veränderungen, dennoch leben sie völlig schmerzfrei. Andere Menschen haben Schmerzen an Stellen, wo auf der Kernspinaufnahme gar nichts zu sehen ist. Das Bild der Erkrankung passt also oft nicht zu den Schmerzen und umgekehrt. Das ist bei rund 50

Prozent der Patienten der Fall. Der Schmerz sollte also dort behandelt werden, wo er wahrgenommen wird und nicht, wo er laut Bild liegen müsste. Heilung bedeutet deshalb, den Schmerz zu lindern oder ganz auszuschalten und nicht, die alten Zustände im Körper wiederherzustellen. Denn alleine die Schmerzfreiheit entscheidet über die Lebensqualität.

Der Mensch sollte Manager seines Schmerzes werden. Schmerzfrei werden, das funktioniert in mehreren Stufen. Am Anfang und bei leichteren Fällen kommen dabei Schmerzmittel, Entzündungshemmer und muskel- entspannende Medikamente zum Einsatz, kombiniert mit Physiotherapie, Entspannungsmethoden und Akupunktur. Auf der nächsten Stufe stehen Injektionen mit entzündungshemmenden, durchblutungsfördernden Medikamenten direkt an die gereizte Nervenwurzel, sorgfältig überwacht am Bildschirm. Bewährt hat sich auch ein Schmerzkatheter. Dabei wird in Lokalanästhesie und unter Röntgenkontrolle ein Katheter, also ein dünner, flexibler Schlauch, in den Wirbelkanal eingeführt und direkt am entzündeten Nerv platziert. Über diesen Katheter können jetzt über zwei oder drei Tage entzündungshemmende, schmerzstillende und narbenlösende Substanzen direkt an den Ort des Schmerzes gebracht werden. Die Behandlung kann ambulant durchgeführt werden, der Patient kann sich trotz Katheter relativ normal bewegen. Wenn auch das nicht erfolgreich sein sollte, kommt die moderne Mikrotherapie zum Einsatz, bei der die deformierten Bandscheiben mit Laser, Thermosonden, Wärme oder starkem Wasserdruck in örtlicher Betäubung zum Schrumpfen gebracht werden, damit sie nicht mehr auf den Nerv drücken können. Was der Patient danach braucht, sind einige Wochen Geduld. Und das Vertrauen und die Gewissheit, dass der eigene Körper ein ziemlich cleverer Arzt ist. Dr. med. Martin Marianowicz Facharzt für Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin und Schmerztherapie* Marianowicz-Zentrum für Moderne Orthopädie Augustenstr. 115, 80798 München T. +49 (0)700 71 01 71 01 www.marianowicz-zentrum.de *Präsident der Deutschen Gesellschaft für WirbelsäulenEndoskopie und Interventionelle Schmerztherapie

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Guten Morgen,

Akku richtig aufladen. GoSixt-Experte Dr. Marianowicz gibt medizinische Wellnesstipps für den gesunden Schlaf.

R

und ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Leider viel zu oft auf alten Matratzen, ungeeigneten Kissen oder zu wenig Platz. Das gefällt der Wirbelsäule gar nicht. Sie rächt sich mit Verspannungen und Schmerzen. Während wir schlummern, läuft im Körper ein fantastisches Erneuerungsprogramm ab. Zellen werden repariert, die Psyche verarbeitet Erlebnisse des Tages, und auch die Wirbelsäule bekommt endlich eine wohlverdiente Auszeit. Die Bandscheiben regenerieren sich von den Strapazen des Tages, nehmen Flüssigkeit und Nährstoffe auf. Prall gefüllt, können sie so am nächsten Morgen die Last des Körpers wieder leichter tragen und den Rücken stabil und beweglich halten.

„Eine Matratze ist keine Anschaffung fürs Leben, nach zehn Jahren sollte sie erneuert werden. Ein Futon ist schon nach fünf Jahren altersschwach.“

Wie man sich bettet, so erholt man sich. Rund 40 bis 60 Mal ändern wir in der Nacht unsere Schlafposition. Und das ist gut so, weil es die Wirbelsäule entlastet. Eine gute Matratze ist dabei die Basis für einen rückenfreundlichen Schlaf. Sie sollte weder zu hart noch zu weich sein und muss dafür sorgen, dass die Wirbelsäule gerade bleibt, besonders in der Seitenlage, in der wir rund die Hälfte der Nacht verbringen. Ideal sind so genannte punktelastische Matratzen, die nur an den Stellen nachgeben, an denen sie belastet werden und keine tiefen Liegekuhlen bilden. Das Material ist Ansichtssache. Latexmatratzen werden meist aus einer Mischung aus natürlichem Latex – aus der Milch des Gummibaums – und synthetischem Latex hergestellt. Sie haben eine besonders hohe Punktelastizität, fühlen sich sehr anschmiegsam an, sind aber relativ schwer. Taschenfederkernmatratzen sind meist etwas höher

Traumhaft: Ein 80x40-cm-Kopfkissen sorgt für Nacken-Entspannung.

und ermöglichen eine gute Körperanpassung. Durch Auflagen von Latex oder Schaum fühlen sie sich anschmiegsamer an. Sie enthalten allerdings Federn aus Metall; das möchte nicht jeder im Bett haben. Die Basis unter der Matratze ist der Lattenrost. Faustregel für den Kauf: Unter eine Federkernmatratze gehört ein einfacherer, unter Latexmatratzen sowie unter Futons ein hochwertigerer, sprich: flexibler Lattenrost mit verstellbaren Härtezonen. Eine Matratze ist übrigens keine Anschaffung fürs Leben: Spätestens nach zehn Jahren sollte sie erneuert werden, ein Futon ist schon nach fünf Jahren altersschwach. Auf die Größe kommt es an. Ganz entscheidend für einen gesunden und regenerierenden Schlaf ist auch die Größe des Kopfkissens. Die typisch deutsche Größe 80 x 80 Zentimeter ist alles andere als nackenfreundlich und aus orthopädischer Sicht ungünstig. Bei dieser Größe liegen entweder die Schultern mit auf, dann knickt der Nacken nach unten. Wenn es einmal in der Mitte gefaltet wird, ist es meist viel zu dick und der Nacken knickt nach oben. Ideal ist die Größe 40 x 80 Zentimeter oder auch spezielle Nackenstützkissen. Dabei liegen die Schultern auf der Matratze und der Kopf leicht erhöht. So bleibt der Nacken gerade – und man wacht am nächsten Morgen buchstäblich entspannt auf. Guten Morgen Rücken, Du schöner!

TOP 10 Gesund Schlummern

1 2 3

Stehen Sie jeden Tag möglichst zur selben Zeit auf. Gehen Sie nur schlafen, wenn Sie wirklich müde sind. Seien Sie hinsichtlich eines Nickerchens konsequent: Schlafen Sie entweder jeden Nachmittag für maximal 20 Minuten (Power-Nap) oder gar nicht. Bei gelegentlichen Naps hat man im allgemeinen Schwierigkeiten, dann

76 go sixt schlafen

nachts einen guten Schlaf zu finden.

4

Zu den besten Schlaf-Kräutern gehören Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel und Passionsblume, die oft auch kombiniert in pflanzlichen Schlafmitteln enthalten sind.

5

Das gute alte Glas heiße Milch mit Honig hilft wirklich. Denn der darin enthaltene Zucker transportiert den

Eiweißbaustein Tryptophan ins Gehirn und unterstützt so das Einschlafen. Weitere Tryptophan-Lieferanten: Bananen, Vollkornnudeln, Nüsse, Spinat, Fenchel, Milchprodukte, Huhn, Fisch und Feldsalat.

6

Machen Sie am Abend noch einen kleinen Spaziergang. Das hilft besser beim Abschalten als ein spannender Krimi im Fernsehen.

7

Trinken Sie nach 16 Uhr keine aufputschenden Getränke wie Cola, Kaffee oder schwarzen Tee mehr. Lediglich Menschen mit sehr niedrigem Blutdruck und ältere Menschen, die unter Störungen der Hirndurchblutung leiden, können von einer späten Dosis Koffein profitieren.

8

Trinken Sie keinen Alkohol kurz vor dem Zubettgehen, besonders, wenn Sie schon müde sind. Denn dann können

schon geringe Mengen anregend wirken. Alkohol ist ein absoluter Durchschlaf-Killer!

9

Ein warmes Bad mit entspannendem Lavendelöl lockt ebenfalls das Sandmännchen.

10

Sex kann beim Einschlafen helfen. Durch die Hormonausschüttung beim Orgasmus entspannt sich der Körper und man wird meist wohlig müde.

Foto: missing35mm/istockphoto.com

Du Schöner!


Guten Morgen,

Akku richtig aufladen. GoSixt-Experte Dr. Marianowicz gibt medizinische Wellnesstipps für den gesunden Schlaf.

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und ein Drittel unseres Lebens verbringen wir im Bett. Leider viel zu oft auf alten Matratzen, ungeeigneten Kissen oder zu wenig Platz. Das gefällt der Wirbelsäule gar nicht. Sie rächt sich mit Verspannungen und Schmerzen. Während wir schlummern, läuft im Körper ein fantastisches Erneuerungsprogramm ab. Zellen werden repariert, die Psyche verarbeitet Erlebnisse des Tages, und auch die Wirbelsäule bekommt endlich eine wohlverdiente Auszeit. Die Bandscheiben regenerieren sich von den Strapazen des Tages, nehmen Flüssigkeit und Nährstoffe auf. Prall gefüllt, können sie so am nächsten Morgen die Last des Körpers wieder leichter tragen und den Rücken stabil und beweglich halten.

„Eine Matratze ist keine Anschaffung fürs Leben, nach zehn Jahren sollte sie erneuert werden. Ein Futon ist schon nach fünf Jahren altersschwach.“

Wie man sich bettet, so erholt man sich. Rund 40 bis 60 Mal ändern wir in der Nacht unsere Schlafposition. Und das ist gut so, weil es die Wirbelsäule entlastet. Eine gute Matratze ist dabei die Basis für einen rückenfreundlichen Schlaf. Sie sollte weder zu hart noch zu weich sein und muss dafür sorgen, dass die Wirbelsäule gerade bleibt, besonders in der Seitenlage, in der wir rund die Hälfte der Nacht verbringen. Ideal sind so genannte punktelastische Matratzen, die nur an den Stellen nachgeben, an denen sie belastet werden und keine tiefen Liegekuhlen bilden. Das Material ist Ansichtssache. Latexmatratzen werden meist aus einer Mischung aus natürlichem Latex – aus der Milch des Gummibaums – und synthetischem Latex hergestellt. Sie haben eine besonders hohe Punktelastizität, fühlen sich sehr anschmiegsam an, sind aber relativ schwer. Taschenfederkernmatratzen sind meist etwas höher

Traumhaft: Ein 80x40-cm-Kopfkissen sorgt für Nacken-Entspannung.

und ermöglichen eine gute Körperanpassung. Durch Auflagen von Latex oder Schaum fühlen sie sich anschmiegsamer an. Sie enthalten allerdings Federn aus Metall; das möchte nicht jeder im Bett haben. Die Basis unter der Matratze ist der Lattenrost. Faustregel für den Kauf: Unter eine Federkernmatratze gehört ein einfacherer, unter Latexmatratzen sowie unter Futons ein hochwertigerer, sprich: flexibler Lattenrost mit verstellbaren Härtezonen. Eine Matratze ist übrigens keine Anschaffung fürs Leben: Spätestens nach zehn Jahren sollte sie erneuert werden, ein Futon ist schon nach fünf Jahren altersschwach. Auf die Größe kommt es an. Ganz entscheidend für einen gesunden und regenerierenden Schlaf ist auch die Größe des Kopfkissens. Die typisch deutsche Größe 80 x 80 Zentimeter ist alles andere als nackenfreundlich und aus orthopädischer Sicht ungünstig. Bei dieser Größe liegen entweder die Schultern mit auf, dann knickt der Nacken nach unten. Wenn es einmal in der Mitte gefaltet wird, ist es meist viel zu dick und der Nacken knickt nach oben. Ideal ist die Größe 40 x 80 Zentimeter oder auch spezielle Nackenstützkissen. Dabei liegen die Schultern auf der Matratze und der Kopf leicht erhöht. So bleibt der Nacken gerade – und man wacht am nächsten Morgen buchstäblich entspannt auf. Guten Morgen Rücken, Du schöner!

TOP 10 Gesund Schlummern

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Stehen Sie jeden Tag möglichst zur selben Zeit auf. Gehen Sie nur schlafen, wenn Sie wirklich müde sind. Seien Sie hinsichtlich eines Nickerchens konsequent: Schlafen Sie entweder jeden Nachmittag für maximal 20 Minuten (Power-Nap) oder gar nicht. Bei gelegentlichen Naps hat man im allgemeinen Schwierigkeiten, dann

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nachts einen guten Schlaf zu finden.

4

Zu den besten Schlaf-Kräutern gehören Baldrian, Hopfen, Melisse, Lavendel und Passionsblume, die oft auch kombiniert in pflanzlichen Schlafmitteln enthalten sind.

5

Das gute alte Glas heiße Milch mit Honig hilft wirklich. Denn der darin enthaltene Zucker transportiert den

Eiweißbaustein Tryptophan ins Gehirn und unterstützt so das Einschlafen. Weitere Tryptophan-Lieferanten: Bananen, Vollkornnudeln, Nüsse, Spinat, Fenchel, Milchprodukte, Huhn, Fisch und Feldsalat.

6

Machen Sie am Abend noch einen kleinen Spaziergang. Das hilft besser beim Abschalten als ein spannender Krimi im Fernsehen.

7

Trinken Sie nach 16 Uhr keine aufputschenden Getränke wie Cola, Kaffee oder schwarzen Tee mehr. Lediglich Menschen mit sehr niedrigem Blutdruck und ältere Menschen, die unter Störungen der Hirndurchblutung leiden, können von einer späten Dosis Koffein profitieren.

8

Trinken Sie keinen Alkohol kurz vor dem Zubettgehen, besonders, wenn Sie schon müde sind. Denn dann können

schon geringe Mengen anregend wirken. Alkohol ist ein absoluter Durchschlaf-Killer!

9

Ein warmes Bad mit entspannendem Lavendelöl lockt ebenfalls das Sandmännchen.

10

Sex kann beim Einschlafen helfen. Durch die Hormonausschüttung beim Orgasmus entspannt sich der Körper und man wird meist wohlig müde.

Foto: missing35mm/istockphoto.com

Du Schöner!


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wunderwelt Photo © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

von Wolfgang Timpe (Text) und michael poliza (Fotos)

Meisterfotograf Michael Poliza hält mit seinen ­Fotogemälden im Buch „Antarctic“ die anrührende ­Zärtlichkeit der unberührten Wildnis an den Polregionen fest. Pinguine, Polarfüchse und Eisbären: Kreatur und Natur genießen das Klima – noch.

»Sonnentage sind eine Seltenheit in der Antarktis. Vor dem Hintergrund

der Melchior Islands bietet dieser Eisberg einen dramatischen Eye-catcher.« Belichtung: 1/640 s, Blende: f/13, Brennweite: 14 mm, ISO 250 78 go sixt antarctic

antarctic Go SIXT 79


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wunderwelt Photo © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

von Wolfgang Timpe (Text) und michael poliza (Fotos)

Meisterfotograf Michael Poliza hält mit seinen ­Fotogemälden im Buch „Antarctic“ die anrührende ­Zärtlichkeit der unberührten Wildnis an den Polregionen fest. Pinguine, Polarfüchse und Eisbären: Kreatur und Natur genießen das Klima – noch.

»Sonnentage sind eine Seltenheit in der Antarktis. Vor dem Hintergrund

der Melchior Islands bietet dieser Eisberg einen dramatischen Eye-catcher.« Belichtung: 1/640 s, Blende: f/13, Brennweite: 14 mm, ISO 250 78 go sixt antarctic

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Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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»Polarfüchse legen auf Nahrungssuche enorme Entfernungen zurück. Sie folgen in der Regel den Polarbären und verfuttern deren Beutereste.« Belichtung: 1/1000 s, Blende: f/11, Brennweite: 800 mm, ISO 400 Bild links: Ein junger Eselpinguin holt sich sein Futter direkt aus dem Maul der der Eltern; 1/500 s, f/5,6, 420 mm, ISO 1000 80 go sixt antarctic

»Ich möchte mit meinen Bildern berühren. ­­Positive ­Emotionen wecken häufig erst die Verantwortung.« Michael Poliza


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Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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»Polarfüchse legen auf Nahrungssuche enorme Entfernungen zurück. Sie folgen in der Regel den Polarbären und verfuttern deren Beutereste.« Belichtung: 1/1000 s, Blende: f/11, Brennweite: 800 mm, ISO 400 Bild links: Ein junger Eselpinguin holt sich sein Futter direkt aus dem Maul der der Eltern; 1/500 s, f/5,6, 420 mm, ISO 1000 80 go sixt antarctic

»Ich möchte mit meinen Bildern berühren. ­­Positive ­Emotionen wecken häufig erst die Verantwortung.« Michael Poliza


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»Liebe Freunde, all unsere Taten sind eng mit dieser letzten ­unberührten Wildnis verbunden.«

Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

Fürst albert II von Monaco

Grußwort: Der monegassische Regierungschef und das Grimaldi-Oberhaupt Fürst Albert II von Monaco setzt sich für den Umweltschutz ein und würdigt den „Visionär“ Michael Poliza.

B

ei der Erkundung der arktischen Landschaft auf einem Treck zum Nordpol im Jahre 2006 habe ich Demut vor dem atemberaubenden Terrain gespürt. Jedoch hat es mich auch betroffen gemacht, die Auswirkungen der globalen Erwärmung beobachten zu können. Mit diesen Eindrücken im ­Hinter­kopf habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen, die dem ­Umweltschutz gewidmet ist – zweifelsohne die größte Herausforderung, der unsere Generation gegenüber steht. Seitdem hat der Umweltfonds „Fürst Albert II von Monaco” eine 82 go sixt antarctic

große Anzahl von Projekten zur Bewusstseinsbildung und ­Lösungsfindung in Gang gesetzt, mit einem besonderen Fokus auf den Polarregionen. Als Hüter dieses Planeten müssen wir sowohl seine Schönheit als auch seine Artenvielfalt durch umweltbewusstes Handeln schützen. Ich glaube, es sind Visionäre wie Michael Poliza, die uns zum Ergreifen der notwendigen Schritte inspirieren. Wer würde nach dem Lesen von „Antarctic” nicht von dieser Pracht ergriffen sein? Wen würde die Möglichkeit ihres Verlustes nicht beunru-

higen? Durch Herrn Polizas furchtlosen Bildsucher sehen wir ganz deutlich, was auf dem Spiel steht. Mit dem Umweltfonds „Fürst Albert II” von Monaco habe ich versprochen, die Umsetzung innovativer und ethischer Lösungen für den Klimawandel, den Artenreichtum und das Wasser zu unterstützen. Diese äußerst wichtigen Initiativen sind auf das öffentliche Bewusstsein für Förderung und politisches Engagement angewiesen. Polizas Buch ist ein gutes Instrument zur ­Stärkung des öffentliches Interesses und der politischen Tatkraft. Im Januar diesen Jahres trat ich auf Einladung der Internationalen Wissenschaftlichen Gemeinschaft meine zweite Reise ins Polargebiet an – diesmal in die Antarktis. Abermals sind mir die absolute Notwendigkeit der globalen Zusammenarbeit zum

auf einem riesigen Eisberg von ihrer Nahrungssuche.« Belichtung: 1/1600 s, Blende: f/14, Brennweite: 80 mm, ISO 640; Bild oben: Eselpinguine springen senkrecht aus dem Wasser in der Antarktis, Neko Harbour; 1/640 s, f/20, 800 mm, ISO 500

Schutze unseres Naturerbes und die negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf unseren Planeten aufgefallen. Meine Freunde, all unsere Taten sind eng mit dieser letzten unberührten Wildnis verbunden. Unser heutiges Handeln kann Einfluss auf das erstaunliche Erbe unseres Planeten haben. Lassen Sie uns zusammen daran arbeiten, ihn für zukünftige Generationen zu bewahren. Es ist an uns zu gewährleisten, dass die überwältigen Bilder in diesem Buch für immer lebendig bleiben. Photo: dpa

fürst albert II: „Demut vor dem terrain“.

»Zwei Adéliepinguine erholen sich

Seine Durchlauchtigste Hoheit Fürst Albert II von Monaco antarctic go sixt 83


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»Liebe Freunde, all unsere Taten sind eng mit dieser letzten ­unberührten Wildnis verbunden.«

Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

Fürst albert II von Monaco

Grußwort: Der monegassische Regierungschef und das Grimaldi-Oberhaupt Fürst Albert II von Monaco setzt sich für den Umweltschutz ein und würdigt den „Visionär“ Michael Poliza.

B

ei der Erkundung der arktischen Landschaft auf einem Treck zum Nordpol im Jahre 2006 habe ich Demut vor dem atemberaubenden Terrain gespürt. Jedoch hat es mich auch betroffen gemacht, die Auswirkungen der globalen Erwärmung beobachten zu können. Mit diesen Eindrücken im ­Hinter­kopf habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen, die dem ­Umweltschutz gewidmet ist – zweifelsohne die größte Herausforderung, der unsere Generation gegenüber steht. Seitdem hat der Umweltfonds „Fürst Albert II von Monaco” eine 82 go sixt antarctic

große Anzahl von Projekten zur Bewusstseinsbildung und ­Lösungsfindung in Gang gesetzt, mit einem besonderen Fokus auf den Polarregionen. Als Hüter dieses Planeten müssen wir sowohl seine Schönheit als auch seine Artenvielfalt durch umweltbewusstes Handeln schützen. Ich glaube, es sind Visionäre wie Michael Poliza, die uns zum Ergreifen der notwendigen Schritte inspirieren. Wer würde nach dem Lesen von „Antarctic” nicht von dieser Pracht ergriffen sein? Wen würde die Möglichkeit ihres Verlustes nicht beunru-

higen? Durch Herrn Polizas furchtlosen Bildsucher sehen wir ganz deutlich, was auf dem Spiel steht. Mit dem Umweltfonds „Fürst Albert II” von Monaco habe ich versprochen, die Umsetzung innovativer und ethischer Lösungen für den Klimawandel, den Artenreichtum und das Wasser zu unterstützen. Diese äußerst wichtigen Initiativen sind auf das öffentliche Bewusstsein für Förderung und politisches Engagement angewiesen. Polizas Buch ist ein gutes Instrument zur ­Stärkung des öffentliches Interesses und der politischen Tatkraft. Im Januar diesen Jahres trat ich auf Einladung der Internationalen Wissenschaftlichen Gemeinschaft meine zweite Reise ins Polargebiet an – diesmal in die Antarktis. Abermals sind mir die absolute Notwendigkeit der globalen Zusammenarbeit zum

auf einem riesigen Eisberg von ihrer Nahrungssuche.« Belichtung: 1/1600 s, Blende: f/14, Brennweite: 80 mm, ISO 640; Bild oben: Eselpinguine springen senkrecht aus dem Wasser in der Antarktis, Neko Harbour; 1/640 s, f/20, 800 mm, ISO 500

Schutze unseres Naturerbes und die negativen Auswirkungen menschlichen Handelns auf unseren Planeten aufgefallen. Meine Freunde, all unsere Taten sind eng mit dieser letzten unberührten Wildnis verbunden. Unser heutiges Handeln kann Einfluss auf das erstaunliche Erbe unseres Planeten haben. Lassen Sie uns zusammen daran arbeiten, ihn für zukünftige Generationen zu bewahren. Es ist an uns zu gewährleisten, dass die überwältigen Bilder in diesem Buch für immer lebendig bleiben. Photo: dpa

fürst albert II: „Demut vor dem terrain“.

»Zwei Adéliepinguine erholen sich

Seine Durchlauchtigste Hoheit Fürst Albert II von Monaco antarctic go sixt 83


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Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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»Auf den Anblick, den Lärm und den Gestank von 100.000 Königspinguinen kann man sich nicht vorbereiten.« Belichtung: 1/400 s, Blende: f/14, Brennweite: 200 mm, ISO 800

E

insam steht der kleine Polarfuchs auf der unendlichen Eisschollenlandschaft und schaut fragend in Richtung des Betrachters. Eine Symphonie in Weiß im nördlichen Polarmeer. Denkt der Mensch an uns? Stoppt er die zunehmende Erderwärmung und den Klimawandel? Die wunderschöne fragil gewordene Einzigartigkeit von Kreatur und Natur lebt. Arktische Melancholie. – Meterhoch springt der Eselpinguin aus dem Wasser, um bei seinen Kumpels auf der Eisscholle zu landen. Lebenslust, Übermut und Familiensinn im südlichen Polarmeer. ­Antarktische Ausgelassenheit. Wie Genreszenen aus einem ­großen Bildungsbürgerroman schlagen Michael Polizas Fotogemälde den Betrachter in den unterhaltenden und hinterfragenden Bann. Keine seelenlose Naturfotografie, sondern zärtliche Dokumente eines wilden naturgetriebenen Lebensraums. Der 51-jährige Fotograf aus Hamburg hat nach seinem genialen Fotoband „Eyes Over Africa“ nun mit dem opulenten Prachtband „Antarctic“ schon wieder die Championsleague der Natur- und Wildlife-Fotografie gewonnen. Über 60.000 Aufnahmen hat Poliza auf jeweils vier Expeditionen an Nord- und Südpol gemacht. Rund 800 findet er selbst gut, 300 wählt er mit Freunden aus, 200 Best-of-Motive schlägt daraus der Verlag vor, und am Ende der kreativen Auslese zieren 180 Meisterwerke den Prachtband. Wie schafft es der sympathisch-legere Typ mit seinen himmelblauen Augen, der hanseatische Bürgersohn, der als 17-jähriger Austauschstudent in Amerika seine Fotoleidenschaft entdeckt, sich nicht zu wiederholen? Dass Poliza eben keine Abziehbilder ästhetischer Hochglanzfotografie produziert? Weil er sich Zeit lässt, weil sein sensibles Auge sich in grafische Landschaftsstrukturen, gesellschaftliche Lebensräume von Mensch und Tier einlässt. So wie Michael Poliza mit seinen Helikopterauf-

84 go sixt antarctic

nahmen von Afrika Blitzlichtmomente anmutiger sozialer Schönheit eingefangen hat, so gelingt es ihm an Nord- und Südpol, die fragile Zärtlichkeit und Schönheit der so oft unberührt erscheinenden Natur im Zusammenspiel mit den Tieren festzuhalten. Poliza hat sich in den vergangenen Jahren einen fotografischen Markenkern erarbeitet, der jenseits der Folklore-Knipserei atmosphärisch dichte Nahaufnahmen schafft. Mit analytischem Blick erzählt er Geschichten und unterhält. Sein positiver Blickwinkel ist kein Kitsch, denn die grafische Strenge, die er seinem Handwerk abverlangt, wirkt

»Die Eselpinguine haben in der Antarktis ein Netzwerk von sogenannten Pinguin-Highways ­erlaufen, die von den ­Brutkolonien zum Meer führen.« Belichtung: 1/500 s, Blende: f/16, Brennweite: 800 mm, ISO 400


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Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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»Auf den Anblick, den Lärm und den Gestank von 100.000 Königspinguinen kann man sich nicht vorbereiten.« Belichtung: 1/400 s, Blende: f/14, Brennweite: 200 mm, ISO 800

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insam steht der kleine Polarfuchs auf der unendlichen Eisschollenlandschaft und schaut fragend in Richtung des Betrachters. Eine Symphonie in Weiß im nördlichen Polarmeer. Denkt der Mensch an uns? Stoppt er die zunehmende Erderwärmung und den Klimawandel? Die wunderschöne fragil gewordene Einzigartigkeit von Kreatur und Natur lebt. Arktische Melancholie. – Meterhoch springt der Eselpinguin aus dem Wasser, um bei seinen Kumpels auf der Eisscholle zu landen. Lebenslust, Übermut und Familiensinn im südlichen Polarmeer. ­Antarktische Ausgelassenheit. Wie Genreszenen aus einem ­großen Bildungsbürgerroman schlagen Michael Polizas Fotogemälde den Betrachter in den unterhaltenden und hinterfragenden Bann. Keine seelenlose Naturfotografie, sondern zärtliche Dokumente eines wilden naturgetriebenen Lebensraums. Der 51-jährige Fotograf aus Hamburg hat nach seinem genialen Fotoband „Eyes Over Africa“ nun mit dem opulenten Prachtband „Antarctic“ schon wieder die Championsleague der Natur- und Wildlife-Fotografie gewonnen. Über 60.000 Aufnahmen hat Poliza auf jeweils vier Expeditionen an Nord- und Südpol gemacht. Rund 800 findet er selbst gut, 300 wählt er mit Freunden aus, 200 Best-of-Motive schlägt daraus der Verlag vor, und am Ende der kreativen Auslese zieren 180 Meisterwerke den Prachtband. Wie schafft es der sympathisch-legere Typ mit seinen himmelblauen Augen, der hanseatische Bürgersohn, der als 17-jähriger Austauschstudent in Amerika seine Fotoleidenschaft entdeckt, sich nicht zu wiederholen? Dass Poliza eben keine Abziehbilder ästhetischer Hochglanzfotografie produziert? Weil er sich Zeit lässt, weil sein sensibles Auge sich in grafische Landschaftsstrukturen, gesellschaftliche Lebensräume von Mensch und Tier einlässt. So wie Michael Poliza mit seinen Helikopterauf-

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nahmen von Afrika Blitzlichtmomente anmutiger sozialer Schönheit eingefangen hat, so gelingt es ihm an Nord- und Südpol, die fragile Zärtlichkeit und Schönheit der so oft unberührt erscheinenden Natur im Zusammenspiel mit den Tieren festzuhalten. Poliza hat sich in den vergangenen Jahren einen fotografischen Markenkern erarbeitet, der jenseits der Folklore-Knipserei atmosphärisch dichte Nahaufnahmen schafft. Mit analytischem Blick erzählt er Geschichten und unterhält. Sein positiver Blickwinkel ist kein Kitsch, denn die grafische Strenge, die er seinem Handwerk abverlangt, wirkt

»Die Eselpinguine haben in der Antarktis ein Netzwerk von sogenannten Pinguin-Highways ­erlaufen, die von den ­Brutkolonien zum Meer führen.« Belichtung: 1/500 s, Blende: f/16, Brennweite: 800 mm, ISO 400


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Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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Abenteurer und Fotograf Michael Poliza: »Die Weidenröschen blühen im arktischen Sommer, hier an Point Hubbard in der Hudson Bay, nur eine Woche im August.«

»Die 25.000 Polarbären in der Hudson Bay sind vom Klimawandel am stärksten betroffen. Werden sie sich anpassen können?«

vor allem eins: Sie weckt Anteilnahme. „Ich möchte mit meinen Aufnahmen die Betrachter positiv berühren. Emotionen wecken häufig erst Verantwortung. Was ich liebe, verteidige ich, wenn es bedroht ist.“

Belichtung: 1/200 s, Blende: f/5, Brennweite: 90 mm, ISO 320

«Mit 27 Jahren hatte ich nichts mehr: keinen Job, keine Arbeit, keine Kollegen – aber Geld.» Michael Poliza 86 go sixt antarctic

D

ie Klarheit der eigenen Arbeitsgrundlagen bewirkt, dass prominente Umwelt-VIPs wie zum Beispiel Fürst Albert II von Monaco Poliza eine „visionäre Kraft“ zuschreiben. Der monegassische Regierungschef ist nicht nur selbst Polarfan, sondern hat für „Antarctic“ auch ein engagiertes Geleitwort zur Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde geschrieben (siehe S. 82). Und wie kommt es, dass der

populäre Kinder- und Jugendschauspieler Michael Poliza (er mimte als 17-Jähriger den Schriftsteller Walter Kempowski in „Tadellöser & Wolff“, siehe Vita Seite 88) und gelernte IT-Spezialist sich offenbar immer wieder neu motivieren, ja mehr noch, neu erfinden kann? „Wenn ich Lust habe, kann ich Intensität einbringen. Und wenn ich gut bin, habe ich Erfolg, und manchmal kommen dann auch noch Spaß und Geld dazu”, blickt Michael Poliza schelmisch schmunzelnd aus seinen wachen, blau leuchtenden Augen auf sein turbulentes Leben zurück. Der Mann weiß, wovon er redet. Schließlich hat er im Informatikstudium eine IT-Klitsche gegründet, die Firma Polisoft, Poliza & Software. Er tunt unter anderen IBMProgramme für die Hamburger Verlegerfamilie Jahr und hat antarctic go sixt 87


travel

Photos (2) © 2009 Michael Poliza, www.michael poliza.com

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Abenteurer und Fotograf Michael Poliza: »Die Weidenröschen blühen im arktischen Sommer, hier an Point Hubbard in der Hudson Bay, nur eine Woche im August.«

»Die 25.000 Polarbären in der Hudson Bay sind vom Klimawandel am stärksten betroffen. Werden sie sich anpassen können?«

vor allem eins: Sie weckt Anteilnahme. „Ich möchte mit meinen Aufnahmen die Betrachter positiv berühren. Emotionen wecken häufig erst Verantwortung. Was ich liebe, verteidige ich, wenn es bedroht ist.“

Belichtung: 1/200 s, Blende: f/5, Brennweite: 90 mm, ISO 320

«Mit 27 Jahren hatte ich nichts mehr: keinen Job, keine Arbeit, keine Kollegen – aber Geld.» Michael Poliza 86 go sixt antarctic

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ie Klarheit der eigenen Arbeitsgrundlagen bewirkt, dass prominente Umwelt-VIPs wie zum Beispiel Fürst Albert II von Monaco Poliza eine „visionäre Kraft“ zuschreiben. Der monegassische Regierungschef ist nicht nur selbst Polarfan, sondern hat für „Antarctic“ auch ein engagiertes Geleitwort zur Rettung der natürlichen Lebensgrundlagen auf der Erde geschrieben (siehe S. 82). Und wie kommt es, dass der

populäre Kinder- und Jugendschauspieler Michael Poliza (er mimte als 17-Jähriger den Schriftsteller Walter Kempowski in „Tadellöser & Wolff“, siehe Vita Seite 88) und gelernte IT-Spezialist sich offenbar immer wieder neu motivieren, ja mehr noch, neu erfinden kann? „Wenn ich Lust habe, kann ich Intensität einbringen. Und wenn ich gut bin, habe ich Erfolg, und manchmal kommen dann auch noch Spaß und Geld dazu”, blickt Michael Poliza schelmisch schmunzelnd aus seinen wachen, blau leuchtenden Augen auf sein turbulentes Leben zurück. Der Mann weiß, wovon er redet. Schließlich hat er im Informatikstudium eine IT-Klitsche gegründet, die Firma Polisoft, Poliza & Software. Er tunt unter anderen IBMProgramme für die Hamburger Verlegerfamilie Jahr und hat antarctic go sixt 87


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nach kurzer Zeit 130 Mitarbeiter. Nach fünf Jahren und nur noch arbeiten („mein gesamtes Leben spielte sich in der Firma ab“) stellt ihn der schnöde Mammon, das „ohne Ende arbeiten für mehr Umsatz”, nicht mehr zufrieden. „Ich horchte in mich hin­e in und fragte mich: Was will mein Herz?” Aufhören!

sich selbst landet der positiv Getriebene erst, als er sich in Afrika niederlässt und sich in Kapstadt ein Haus kauft und von da an die professionelle Fotoleidenschaft weiterentwickelt. Wie sagte er doch so schön, warum er nach über 70 Kinofilmen und TV-Schauspielereien als 17-Jähriger damit Schluss gemacht hat? „Da musste ich immer zu lange auf o hatte ich quasi mit meine Einsätze warten.“ 27 Jahren meine ­erste Heute gibt Michael da Vinci Midlife-Krise. Ich der Natur- und Wildlife-Fotohatte nichts mehr: grafie selbst den Ton an, engakeinen Job, keine Argiert sich als WWF-Botschafbeit, keine Kollegen – aber ter für den Erhalt natürlicher Geld!” Und so gründet er die Lebensräume und hat im CinemaxX-Kinos mit, legt seiHerbst in Hamburg seine eigene Gelder an und merkt: „Das ne Galerie eröffnet. Michael bin nicht ich.“ Der unruhige PoPoliza kommt immer stärker liza trommelt alte Freunde zubei sich an. Mit „Antarctic“ sammen, gründet eine neue zeigt er zivilisationsmüden Firma (ABC Trading), garan- Neue Rollen: WWF-Botschafter Michael Poliza in Großstadtmenschen, dass sie tiert sich selbst drei Monate seiner neu eröffneten Galerie in Hamburg. eine ganz einfache wunderReisezeit im Jahr und wird schöne Lebensgrundlage haschon wieder erfolgreich. Das ben: Wasser und Eis. Seine Business läuft und er wandert in Papua-Neuguinea, macht für Bilder zeigen diese mit anrührender Zärtlichkeit. Sein intendie Zeitschrift „stern“ als Fotograf die tausend Tage dauernde siven Skulpturenbilder aus Arktis und Antarktis verweisen „Starship Millennium Tour“ rund um die Welt, und reist und auf die Welt als ein Kosmos. Pinguine, Polarfüchse und Eisreist und fotografiert und fotografiert. Michael Poliza kann bären. Hurra, sie leben noch und genießen das harmonische nicht anders: Er macht etwas ganz oder gar nicht. Richtig bei Zusammenspiel mit der Natur – noch. FOTO: UDO BOJAHR

S

v i ta mi cha e l p oliza

D

er 51-jährige Hamburger hat sich schon mehrmals im Leben neu erfunden – nach erfolgreichen Karrieren. Vier Jahre lang ist der Teenager ein gut gebuchter Schauspieler, wirkt in über 70 Kinofilmen, Shows und TV-Serien mit. Höhepunkt ist 1975 seine Rolle als junger Walter Kempowski in „Tadellöser & Wolff”. Als Austauschschüler in den USA entdeckt er seine Liebe zum Fotografieren und zum PC. Während des Informatikstudiums gründet der 22-Jährige seine eigene IT-Firma mit bald 130 Mitarbeitern. Nach nur fünf Jahren, viel Erfolg und nur Arbeiten verkauft er sein Unternehmen. „Ich hatte mit 27 Jahren meine erste Midlife-Crisis”, lacht er. Es folgen Aussteigermonate, die Mitbegründung der CinemaxX-Kinos und ein langer Aufenthalt in Afrika mit Kapstadt als Lebensmittelpunkt. In der Zeit entsteht auch sein Meisterwerk „Eyes Over Africa”, in dem er mit Hubschrauberaufnahmen die Seele des schwarzen Kontinents einfangen kann. Nach seinen Polar-Fotoexpeditionen will er sesshafter sein. Nach seinem „Antarctic”-Buch ist der Natur- und WildlifeFotograf WWF-Botschafter geworden und hat in Hamburg seine eigene Galerie eröffnet.

© ANTARCTIC - A Tribute to Life in the Polar, Regions von Michael Poliza, erschienen bei teNeues, Euro 98 © Eyes Over Africa by Michael Poliza, Okavango Delta, Botswana, erschienen bei teNeues, Euro 98, www.teneues.com

expeditionen in die Arktis & antarktis Der Veranstalter Polar-Kreuzfahrten setzt bei Touren ins nördliche und südliche Polareismeer auf kleine Schiffe und wenige Reisende. Geschäftsführer Frank Fietz: „Aufgrund des geringen Tiefgangs unserer Schiffe können wir andere Routen befahren, als die großen Kreuzfahrtschiffe. Wir bieten ursprüngliche Naturerlebnisse.” Info: Polar-Kreuzfahrten; Fietz GmbH, Neuer Sandberg 11, 31535 Neustadt T. 05036/98 82 10; Mail: info@polar-kreuzfahrten.de, www.polar-kreuzfahrten.de 88 go sixt antarctic


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nach kurzer Zeit 130 Mitarbeiter. Nach fünf Jahren und nur noch arbeiten („mein gesamtes Leben spielte sich in der Firma ab“) stellt ihn der schnöde Mammon, das „ohne Ende arbeiten für mehr Umsatz”, nicht mehr zufrieden. „Ich horchte in mich hin­e in und fragte mich: Was will mein Herz?” Aufhören!

sich selbst landet der positiv Getriebene erst, als er sich in Afrika niederlässt und sich in Kapstadt ein Haus kauft und von da an die professionelle Fotoleidenschaft weiterentwickelt. Wie sagte er doch so schön, warum er nach über 70 Kinofilmen und TV-Schauspielereien als 17-Jähriger damit Schluss gemacht hat? „Da musste ich immer zu lange auf o hatte ich quasi mit meine Einsätze warten.“ 27 Jahren meine ­erste Heute gibt Michael da Vinci Midlife-Krise. Ich der Natur- und Wildlife-Fotohatte nichts mehr: grafie selbst den Ton an, engakeinen Job, keine Argiert sich als WWF-Botschafbeit, keine Kollegen – aber ter für den Erhalt natürlicher Geld!” Und so gründet er die Lebensräume und hat im CinemaxX-Kinos mit, legt seiHerbst in Hamburg seine eigene Gelder an und merkt: „Das ne Galerie eröffnet. Michael bin nicht ich.“ Der unruhige PoPoliza kommt immer stärker liza trommelt alte Freunde zubei sich an. Mit „Antarctic“ sammen, gründet eine neue zeigt er zivilisationsmüden Firma (ABC Trading), garan- Neue Rollen: WWF-Botschafter Michael Poliza in Großstadtmenschen, dass sie tiert sich selbst drei Monate seiner neu eröffneten Galerie in Hamburg. eine ganz einfache wunderReisezeit im Jahr und wird schöne Lebensgrundlage haschon wieder erfolgreich. Das ben: Wasser und Eis. Seine Business läuft und er wandert in Papua-Neuguinea, macht für Bilder zeigen diese mit anrührender Zärtlichkeit. Sein intendie Zeitschrift „stern“ als Fotograf die tausend Tage dauernde siven Skulpturenbilder aus Arktis und Antarktis verweisen „Starship Millennium Tour“ rund um die Welt, und reist und auf die Welt als ein Kosmos. Pinguine, Polarfüchse und Eisreist und fotografiert und fotografiert. Michael Poliza kann bären. Hurra, sie leben noch und genießen das harmonische nicht anders: Er macht etwas ganz oder gar nicht. Richtig bei Zusammenspiel mit der Natur – noch. FOTO: UDO BOJAHR

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v i ta mi cha e l p oliza

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er 51-jährige Hamburger hat sich schon mehrmals im Leben neu erfunden – nach erfolgreichen Karrieren. Vier Jahre lang ist der Teenager ein gut gebuchter Schauspieler, wirkt in über 70 Kinofilmen, Shows und TV-Serien mit. Höhepunkt ist 1975 seine Rolle als junger Walter Kempowski in „Tadellöser & Wolff”. Als Austauschschüler in den USA entdeckt er seine Liebe zum Fotografieren und zum PC. Während des Informatikstudiums gründet der 22-Jährige seine eigene IT-Firma mit bald 130 Mitarbeitern. Nach nur fünf Jahren, viel Erfolg und nur Arbeiten verkauft er sein Unternehmen. „Ich hatte mit 27 Jahren meine erste Midlife-Crisis”, lacht er. Es folgen Aussteigermonate, die Mitbegründung der CinemaxX-Kinos und ein langer Aufenthalt in Afrika mit Kapstadt als Lebensmittelpunkt. In der Zeit entsteht auch sein Meisterwerk „Eyes Over Africa”, in dem er mit Hubschrauberaufnahmen die Seele des schwarzen Kontinents einfangen kann. Nach seinen Polar-Fotoexpeditionen will er sesshafter sein. Nach seinem „Antarctic”-Buch ist der Natur- und WildlifeFotograf WWF-Botschafter geworden und hat in Hamburg seine eigene Galerie eröffnet.

© ANTARCTIC - A Tribute to Life in the Polar, Regions von Michael Poliza, erschienen bei teNeues, Euro 98 © Eyes Over Africa by Michael Poliza, Okavango Delta, Botswana, erschienen bei teNeues, Euro 98, www.teneues.com

expeditionen in die Arktis & antarktis Der Veranstalter Polar-Kreuzfahrten setzt bei Touren ins nördliche und südliche Polareismeer auf kleine Schiffe und wenige Reisende. Geschäftsführer Frank Fietz: „Aufgrund des geringen Tiefgangs unserer Schiffe können wir andere Routen befahren, als die großen Kreuzfahrtschiffe. Wir bieten ursprüngliche Naturerlebnisse.” Info: Polar-Kreuzfahrten; Fietz GmbH, Neuer Sandberg 11, 31535 Neustadt T. 05036/98 82 10; Mail: info@polar-kreuzfahrten.de, www.polar-kreuzfahrten.de 88 go sixt antarctic


GO GO Rubrik

ANTI-AGING

Die Fitness-Arten: Krafttraning fördert die Muskelmasse und die ­Knochenstärke.

L

angsamer Altern mit Bewegung. Irgendwann sind sie da, die ersten tiefen Falten, das erste Knirschen in den Gelenken und die Frage, die sich auf die Lippen von jedem von uns drängt: Ist es so weit? Werde ich alt? Jeder von uns wird alt, aber das ist doch kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass, von jetzt an auf Körper und Geist zu achten und mehr für die eigene Gesundheit zu tun – beispielsweise durch Sport, Fitness und Bewegung, damit jeder von uns den längsten und vielleicht auch schönsten Lebensabschnitt in vollen Zügen genießen kann.

Ausdauertraning optimiert das Herz-Kreislauf-System, den Hormonhaushalt, Stoffwechsel, Knochenbau und das Immunsystem. Bewegungsübungen verbessern die Beweglichkeit der Sehnen und Gelenke. Alle Trainingsarten v ­ erbessern außerdem die Nerv-­MuskelKoordination und die Reaktions­­geschwindigkeit. Wenn einzelne Bewegungen zu schmerzhaft werden, bei ­Arthrose etwa oder nach zu langer Untätigkeit, sollten Sie die Übungen in warmem ­Wasser durchführen. Sehr ­wichtig sind Abwechslung und Spaß beim Trainieren wie das Wechseln von Trainingsprogrammen oder das Trainieren mit Musik oder Video. Achten Sie auch auf richtige Kleidung und rrichtige Schuhe!

Nicht schmunzeln: Wer sich bewegt, hält sich jung. Schon mit täglich 30 Minuten ­Bewegung regt man die Fettverbrennung an und beflügelt die Lebensgeister. Kein Stress: Wenig vornehmen, viel erreichen! 90 go sixt fitness

Fitness-Übung:

1. Aufwärmtraining: 5–10 Minuten leichtes Laufen, sanfte Dehn- und Streckübungen.

Sportler leben länger. Es gibt viele Untersuchungen – insbesondere bei AusdauerAthleten – die belegen, dass die Herz-Kreislauf-Erkrankungen um zwei Drittel (67 Prozent) seltener auftreten als bei der Normalbevölkerung und bei Diabetes gar um drei Viertel (76 prozent). Andere chronische Alterserkrankungen wie Herzinsuffizienz kamen bei ihnen um die Hälfte weniger vor; Blutdruck und Asthma um ein Drittel. Interessant ist, dass innerhalb der anscheinend gleichen Ausdauersportlergruppe am wenigsten davon die so genannten Kraftsportler wie zum Beispiel Eishockeyspieler oder gar Fußballer profitiert haben.

2. Ausdauertraining: 30 Minuten Laufen/Walking oder Radeln mit steigender Belastung von 100 auf 120 bis hin zu 150 Puls-Schlägen pro Minute – drei- bis viermal in der Woche.

Womit fange ich an?

Und für diejenigen, die ausreichend Zeit haben:

Fitness-Übung plus: 1. Krafttraining: 10–15 Minuten steigende G ­ ewichte heben, Banddrücken, Rudern oder 10–30 Liegestütze bzw.30–50 Kniebeugen. 2. After-Dehn: Nach dem Training 5–10 Minuten Dehnungsbzw. Stretching-Übungen wie Arm- und Beingymnastik bzw. TaiChi,Yoga oder Meditation.

Foto: Rafal Zdeb; Istockphoto.com

FIT mit fUN

Mangelnde körperliche Aktivität ist die zweithäufigste Ursache für Krankheiten oder gar vorzeitigen Tod. Beim Sport werden rund 80 Prozent der Energien aus verbrannten Fettsäuren gewonnen. Es genügt nicht, nur Medikamente einzunehmen, sondern man muss den Körper bewegen. Damit spielt ein gesundes und regelmäßiges Training im Anti- Aging- Programm eine zentrale Rolle. Durch körperliche Aktivität werden viele Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Gicht oder ähnliches günstig beeinflusst. Auch Infektionen wird vorgebeugt, da die Bewegung die Immunabwehr anregt. Der Hormonhaushalt kommt ins Lot und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Knochen und Gelenke werden gefestigt. Man fühlt sich einfach besser, wird leistungsfähiger im Beruf und kann psychische und berufliche Stresssituationen besser verkraften. Dabei ist es nicht unbedingt vorteilhaft in Bezug auf Lebenserwartung beziehungsweise Infektanfälligkeit Leistungssport zu betreiben. Es reichen zirka 30 Minuten täglich an sportlichen Aktivitäten bei einer Geschwindigkeit von 4,5 bis 6 km/h (zum Beispiel: Fußmarsch, Treppensteigen etc.) oder 10 bis 20 km Walking pro Woche, um so möglicherweise das individuelle Sterberisiko um etwa 22 Prozent zu reduzieren.

Generell gilt: Jede körperliche Aktivität ist wertvoll, die die Menschen schneller atmen lässt, also eine Belastung für den Körper darstellt. Am besten ist ein Kombinations- oder Crosstraning, bei dem sowohl Ausdauer als auch Kraft und Geschmeidigkeit trainiert werden. Laufen und Radfahren sind für die Ausdauerverbesserung und als Herz-KreislaufTraining hervorragend geeignet, jedoch weniger für den Muskelaufbau. Jeder sollte aber immer mit Laufen oder Radeln beginnen . Sich „jung trainineren“ bedeutet, drei- bis viermal pro Woche ein individuell vorab definiertes Trainingsprogramm zu abslovieren. Dabei können Ihnen ein Fitnesstrainer oder zahlreiche Fitnessbücher viele nützliche Tipps geben. Legen Sie Ihr Sporttempo so an, dass Ihr Puls in den ersten zwei Wochen in 30-minütigem Training nicht über 100 Schlä-

Dr. Claudia De brabanDT ist Gynäkologin und Leiterin des Informationszentrums für AntiAging in Bielefeld. Exklusiv für die Leser von GoSixt berichtet die Expertin in einer Serie von neuesten Anti-Aging-Erfolgen. Johannisstr. 41, 33611 Bielefeld Tel.: +49 521 820 27 cleo_drbrabandt2003@hotmail.com

ge pro Minute ansteigt. Bei einer solchen Auslastung fängt die Fettverbrennung hier gerade erst an. Dann können Sie auf 120 bis zu 150 Schläge pro Minute steigern, und das drei- bis viermal in der Woche. Bereits nach zwölf Wochen können Sie eine Steigerung der Muskelkraft und der Muskelmasse bis zu 50 Prozent erreichen.

Die Ausdauer verbessern. Trainieren Sie mit Geduld, Konsequenz und Beharrlichkeit, dann werden Sie belohnt. Bereits nach drei Monaten Ausdauertraining sind Sie biologisch jünger: Herz und Kreislauf sowie die Sauerstoffversorgung können bis zu 20 Jahre verjüngt werden – ebenso Ihre Muskelkraft. Training zählt zu den wertvollsten Maßnahmen gegen Krankheiten aller Art. Jogging ist sehr beliebt und sehr wirkungsvoll, besser ist jedoch forciertes Laufen,auch Walking genannt. Hierbei wird besonderer Wert auf den Bewegungsablauf, tiefe Atmung und die Intensität des Laufens gelegt. Schwimmen, Radfahren, Tennis oder Hometrainer bieten ebenfalls geeignete Ausdauerübungen an. Kraftübungen wie Gewichte heben, Liegestütze machen oder auch die Koordinationsübungen bei Aerobic,TaiChi oder Yoga runden das persönliche Anti-Aging- Fitness -Programm ab.

Sport und Manager Menschen, die keine Zeit haben bzw. unter Zeitmangel leiden, können statt 30-minütigem Training an einem Stück so genannte Perioden über den Tag verteilen, das heißt zwei bis drei Perioden von jeweils zehn Minuten Dauer pro Tag absolvieren. Sport am Abend ist ebenso wertvoll wie am Morgen,der Zeitpunkt hängt von den beruflichen Pioritäten ab. Überforden Sie sich nicht! Nach einem sehr anstrengenden Arbeitstag müssen Sie nicht die gleichen Übungen ausführen oder die gleiche Distanz laufen. Legen Sie Gehpausen ein, wenn Sie außer Atem kommen. Ab einem Laktatspiegel von rund 8 mmol/l Blut, so weiß man inzwischen, steigt der ß-Endorphin-Spiegel an, der Ihre Lust am Laufen oder Radeln noch verstärkt. Der Zuckerspiegel sinkt, die Fettverbrennung wird intensiviert, die Immunzellen reagieren mit Vermehrung, die Hormonausschüttung wird optimiert. Das Wachstumhormon DHEA sowie Testosterson, Cortison und Östrogen steigen an. Ausdauersport erzeugt aber auch Oxidation, so dass Sie viele Vitamine, Obst und Gemüse, auch als Säfte, zu sich nehmen müssen – auch zum Schutz der Gelenke, die ja dabei strapaziert werden. Genauso wichtig sind Dehnübungen und Stretchingübungen (siehe Anleitungen links). Und: Nach dem Traning viel trinken! fitness go sixt 91


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ANTI-AGING

Die Fitness-Arten: Krafttraning fördert die Muskelmasse und die ­Knochenstärke.

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angsamer Altern mit Bewegung. Irgendwann sind sie da, die ersten tiefen Falten, das erste Knirschen in den Gelenken und die Frage, die sich auf die Lippen von jedem von uns drängt: Ist es so weit? Werde ich alt? Jeder von uns wird alt, aber das ist doch kein Grund zur Panik, sondern ein Anlass, von jetzt an auf Körper und Geist zu achten und mehr für die eigene Gesundheit zu tun – beispielsweise durch Sport, Fitness und Bewegung, damit jeder von uns den längsten und vielleicht auch schönsten Lebensabschnitt in vollen Zügen genießen kann.

Ausdauertraning optimiert das Herz-Kreislauf-System, den Hormonhaushalt, Stoffwechsel, Knochenbau und das Immunsystem. Bewegungsübungen verbessern die Beweglichkeit der Sehnen und Gelenke. Alle Trainingsarten v ­ erbessern außerdem die Nerv-­MuskelKoordination und die Reaktions­­geschwindigkeit. Wenn einzelne Bewegungen zu schmerzhaft werden, bei ­Arthrose etwa oder nach zu langer Untätigkeit, sollten Sie die Übungen in warmem ­Wasser durchführen. Sehr ­wichtig sind Abwechslung und Spaß beim Trainieren wie das Wechseln von Trainingsprogrammen oder das Trainieren mit Musik oder Video. Achten Sie auch auf richtige Kleidung und rrichtige Schuhe!

Nicht schmunzeln: Wer sich bewegt, hält sich jung. Schon mit täglich 30 Minuten ­Bewegung regt man die Fettverbrennung an und beflügelt die Lebensgeister. Kein Stress: Wenig vornehmen, viel erreichen! 90 go sixt fitness

Fitness-Übung:

1. Aufwärmtraining: 5–10 Minuten leichtes Laufen, sanfte Dehn- und Streckübungen.

Sportler leben länger. Es gibt viele Untersuchungen – insbesondere bei AusdauerAthleten – die belegen, dass die Herz-Kreislauf-Erkrankungen um zwei Drittel (67 Prozent) seltener auftreten als bei der Normalbevölkerung und bei Diabetes gar um drei Viertel (76 prozent). Andere chronische Alterserkrankungen wie Herzinsuffizienz kamen bei ihnen um die Hälfte weniger vor; Blutdruck und Asthma um ein Drittel. Interessant ist, dass innerhalb der anscheinend gleichen Ausdauersportlergruppe am wenigsten davon die so genannten Kraftsportler wie zum Beispiel Eishockeyspieler oder gar Fußballer profitiert haben.

2. Ausdauertraining: 30 Minuten Laufen/Walking oder Radeln mit steigender Belastung von 100 auf 120 bis hin zu 150 Puls-Schlägen pro Minute – drei- bis viermal in der Woche.

Womit fange ich an?

Und für diejenigen, die ausreichend Zeit haben:

Fitness-Übung plus: 1. Krafttraining: 10–15 Minuten steigende G ­ ewichte heben, Banddrücken, Rudern oder 10–30 Liegestütze bzw.30–50 Kniebeugen. 2. After-Dehn: Nach dem Training 5–10 Minuten Dehnungsbzw. Stretching-Übungen wie Arm- und Beingymnastik bzw. TaiChi,Yoga oder Meditation.

Foto: Rafal Zdeb; Istockphoto.com

FIT mit fUN

Mangelnde körperliche Aktivität ist die zweithäufigste Ursache für Krankheiten oder gar vorzeitigen Tod. Beim Sport werden rund 80 Prozent der Energien aus verbrannten Fettsäuren gewonnen. Es genügt nicht, nur Medikamente einzunehmen, sondern man muss den Körper bewegen. Damit spielt ein gesundes und regelmäßiges Training im Anti- Aging- Programm eine zentrale Rolle. Durch körperliche Aktivität werden viele Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Gicht oder ähnliches günstig beeinflusst. Auch Infektionen wird vorgebeugt, da die Bewegung die Immunabwehr anregt. Der Hormonhaushalt kommt ins Lot und das Herz-Kreislauf-System wird gestärkt. Knochen und Gelenke werden gefestigt. Man fühlt sich einfach besser, wird leistungsfähiger im Beruf und kann psychische und berufliche Stresssituationen besser verkraften. Dabei ist es nicht unbedingt vorteilhaft in Bezug auf Lebenserwartung beziehungsweise Infektanfälligkeit Leistungssport zu betreiben. Es reichen zirka 30 Minuten täglich an sportlichen Aktivitäten bei einer Geschwindigkeit von 4,5 bis 6 km/h (zum Beispiel: Fußmarsch, Treppensteigen etc.) oder 10 bis 20 km Walking pro Woche, um so möglicherweise das individuelle Sterberisiko um etwa 22 Prozent zu reduzieren.

Generell gilt: Jede körperliche Aktivität ist wertvoll, die die Menschen schneller atmen lässt, also eine Belastung für den Körper darstellt. Am besten ist ein Kombinations- oder Crosstraning, bei dem sowohl Ausdauer als auch Kraft und Geschmeidigkeit trainiert werden. Laufen und Radfahren sind für die Ausdauerverbesserung und als Herz-KreislaufTraining hervorragend geeignet, jedoch weniger für den Muskelaufbau. Jeder sollte aber immer mit Laufen oder Radeln beginnen . Sich „jung trainineren“ bedeutet, drei- bis viermal pro Woche ein individuell vorab definiertes Trainingsprogramm zu abslovieren. Dabei können Ihnen ein Fitnesstrainer oder zahlreiche Fitnessbücher viele nützliche Tipps geben. Legen Sie Ihr Sporttempo so an, dass Ihr Puls in den ersten zwei Wochen in 30-minütigem Training nicht über 100 Schlä-

Dr. Claudia De brabanDT ist Gynäkologin und Leiterin des Informationszentrums für AntiAging in Bielefeld. Exklusiv für die Leser von GoSixt berichtet die Expertin in einer Serie von neuesten Anti-Aging-Erfolgen. Johannisstr. 41, 33611 Bielefeld Tel.: +49 521 820 27 cleo_drbrabandt2003@hotmail.com

ge pro Minute ansteigt. Bei einer solchen Auslastung fängt die Fettverbrennung hier gerade erst an. Dann können Sie auf 120 bis zu 150 Schläge pro Minute steigern, und das drei- bis viermal in der Woche. Bereits nach zwölf Wochen können Sie eine Steigerung der Muskelkraft und der Muskelmasse bis zu 50 Prozent erreichen.

Die Ausdauer verbessern. Trainieren Sie mit Geduld, Konsequenz und Beharrlichkeit, dann werden Sie belohnt. Bereits nach drei Monaten Ausdauertraining sind Sie biologisch jünger: Herz und Kreislauf sowie die Sauerstoffversorgung können bis zu 20 Jahre verjüngt werden – ebenso Ihre Muskelkraft. Training zählt zu den wertvollsten Maßnahmen gegen Krankheiten aller Art. Jogging ist sehr beliebt und sehr wirkungsvoll, besser ist jedoch forciertes Laufen,auch Walking genannt. Hierbei wird besonderer Wert auf den Bewegungsablauf, tiefe Atmung und die Intensität des Laufens gelegt. Schwimmen, Radfahren, Tennis oder Hometrainer bieten ebenfalls geeignete Ausdauerübungen an. Kraftübungen wie Gewichte heben, Liegestütze machen oder auch die Koordinationsübungen bei Aerobic,TaiChi oder Yoga runden das persönliche Anti-Aging- Fitness -Programm ab.

Sport und Manager Menschen, die keine Zeit haben bzw. unter Zeitmangel leiden, können statt 30-minütigem Training an einem Stück so genannte Perioden über den Tag verteilen, das heißt zwei bis drei Perioden von jeweils zehn Minuten Dauer pro Tag absolvieren. Sport am Abend ist ebenso wertvoll wie am Morgen,der Zeitpunkt hängt von den beruflichen Pioritäten ab. Überforden Sie sich nicht! Nach einem sehr anstrengenden Arbeitstag müssen Sie nicht die gleichen Übungen ausführen oder die gleiche Distanz laufen. Legen Sie Gehpausen ein, wenn Sie außer Atem kommen. Ab einem Laktatspiegel von rund 8 mmol/l Blut, so weiß man inzwischen, steigt der ß-Endorphin-Spiegel an, der Ihre Lust am Laufen oder Radeln noch verstärkt. Der Zuckerspiegel sinkt, die Fettverbrennung wird intensiviert, die Immunzellen reagieren mit Vermehrung, die Hormonausschüttung wird optimiert. Das Wachstumhormon DHEA sowie Testosterson, Cortison und Östrogen steigen an. Ausdauersport erzeugt aber auch Oxidation, so dass Sie viele Vitamine, Obst und Gemüse, auch als Säfte, zu sich nehmen müssen – auch zum Schutz der Gelenke, die ja dabei strapaziert werden. Genauso wichtig sind Dehnübungen und Stretchingübungen (siehe Anleitungen links). Und: Nach dem Traning viel trinken! fitness go sixt 91


ANTI-AGING 2

ANTI-AGING 3

Nachwuchs

Haarausfall? Durch Stress oder erblich bedingt? Die AC-Therapie® verspricht jetzt Hilfe bei der weit verbreitetsten Schwäche von starken Männern.

JUNGFUTTER

Ausgewogene Ernährung bremst den Alterungsprozess. GoSixt-Expertin Dr. Claudia de Brabandt setzt auf bewusstes Essen statt auf Diätwahn.

Foto: Ranplett/istockphoto.com

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ie Hälfte der deutschen Kinder und 65 Prozent aller Deutschen leiden an deutlichem Übergewicht. Damit nähern wir uns dem Durchschnitt aller US-Amerikaner mit fast 80 Prozent Übergewicht an. Es besteht kein Zweifel: Wir sind, was wir essen. Wer sich ein Leben lang bewusst ernährt, beugt vielen Altersbeschwerden vor. Eine unausgewogene Überernährung zieht viele Folgen nach sich: schnelleres Altern durch gestörten Stoffwechsel mit der Folge von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zur Krebserkrankung. Eine mit Verstand gewählte Ernährung pflegt den Körper von innen. Sie schützt die Gefäße, macht die Knochen fest und ­stärkt die Abwährkräfte. Gesundes Essen beugt Krebs vor! Jeder Mensch braucht Energie zum Arbeiten (Fette, Kohlenhydrate), Bausteine zur Erhaltung der eigenen Gewebe (Eiweiße) und kleine Mengen von Vitaminen, Spurenelemente und Mineralien, um ein reibungsloses Stoffwechselgeschehen zu  ermöglichen. Heute essen wir bis auf wenige Berufsgruppen (Stahlarbeiter etc.) zu viel.  Unser Leben ist weitgehend automatisiert, daher sollten Schweine- oder Rinderbraten, Knödel oder Fastfood wie auch Softdrinks vom Speiseplan verschwinden. Unsere französischen, griechischen, spanischen und italienischen Nachbarn leben gesünder, und damit haben sie in Europa die höchste Lebenserwartung. Dank der mediterranen Ernährungsart gibt es bis zu  einem Viertel weniger Herzin-

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farkte  als  in nordeuropäischen Ländern. Wer die richtigen Fette und Kohlehydrate wählt, viel Obst und Gemüse isst und ausreichend trinkt, bleibt nicht nur leistungsfähig, sondern beugt auch so mancher Zivilisationskrankheit wie Diabetes Mellitus oder Arteriosklerose vor.

G

ute Durchblutung und Sauerstoffversorgung ist das dynamische Elexier fürs körperliche Wohlfühlen und auch das A und O für Kopfhaut und Haarwurzeln, für eine gesunde Haarpracht. Ist die Kopfhaut verspannt und den Haarwurzeln fehlt so der Sauerstoff, verkümmern die Strähnen des Mannes – fallen aus. Neueste Forschungen zeigen das mit Blut und Sauerstoff aufgefrischte Haarwurzeln wieder für Wachstum sorgen. Infos und Fachkliniken für die AC-Therapie®: www. ac-therapie.de

Gesunde Fette schützen Herz und Kreislauf. Mediterran heißt: viel Olivenöl! In ihm steckt vor allem Ölsäure. Mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren tut sie dem Herzen gut und ist besser verdaulich als lange, gesättigte Fettsäureketten  in Wurst, Käse oder Schokoloade. Ungesättigte Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel im Blut. Und zwar senken sie den Spiegel des Gefäß schädigenden LDL-Cholesterins und erhöhen den Anteil  des Gefäß schützenden HDL-Cholesterins.  Zu den gesündesten Fetten gehören Omega-3-Fettsäuren. Eine der bekanntesten dieser Art ist die Alpha-Linolensäure, die  vor allem im Fischfett und Fischöl (Meeresfisch) anzutreffen ­ist.  Omaga 3 regt zudem die Bildung von Serotonin im Gehirn an, einem Botenstoff, der wichtig für die Psyche und das seelische Gleichgewicht ist. Omega 3 wirkt außerdem  entzündungshemmend bei Arthritis und Rheuma. Daher sollte der Fisch zweimal pro Woche auf Ihrem Speiseplan stehen. Mehr über die Jungbrunnen-Elemente Zink,

Pflege auf dem Kopf: Die AC-Therapie

Selen und Magnesium von Dr. Claudia de

hilft gegen gestresste Kopfhaut (rote

Brabandt in der März-GoSixt 2010.

Zonen), und sauerstoffarme ­­Haarwurzeln.


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Nachwuchs

Haarausfall? Durch Stress oder erblich bedingt? Die AC-Therapie® verspricht jetzt Hilfe bei der weit verbreitetsten Schwäche von starken Männern.

JUNGFUTTER

Ausgewogene Ernährung bremst den Alterungsprozess. GoSixt-Expertin Dr. Claudia de Brabandt setzt auf bewusstes Essen statt auf Diätwahn.

Foto: Ranplett/istockphoto.com

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ie Hälfte der deutschen Kinder und 65 Prozent aller Deutschen leiden an deutlichem Übergewicht. Damit nähern wir uns dem Durchschnitt aller US-Amerikaner mit fast 80 Prozent Übergewicht an. Es besteht kein Zweifel: Wir sind, was wir essen. Wer sich ein Leben lang bewusst ernährt, beugt vielen Altersbeschwerden vor. Eine unausgewogene Überernährung zieht viele Folgen nach sich: schnelleres Altern durch gestörten Stoffwechsel mit der Folge von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen bis hin zur Krebserkrankung. Eine mit Verstand gewählte Ernährung pflegt den Körper von innen. Sie schützt die Gefäße, macht die Knochen fest und ­stärkt die Abwährkräfte. Gesundes Essen beugt Krebs vor! Jeder Mensch braucht Energie zum Arbeiten (Fette, Kohlenhydrate), Bausteine zur Erhaltung der eigenen Gewebe (Eiweiße) und kleine Mengen von Vitaminen, Spurenelemente und Mineralien, um ein reibungsloses Stoffwechselgeschehen zu  ermöglichen. Heute essen wir bis auf wenige Berufsgruppen (Stahlarbeiter etc.) zu viel.  Unser Leben ist weitgehend automatisiert, daher sollten Schweine- oder Rinderbraten, Knödel oder Fastfood wie auch Softdrinks vom Speiseplan verschwinden. Unsere französischen, griechischen, spanischen und italienischen Nachbarn leben gesünder, und damit haben sie in Europa die höchste Lebenserwartung. Dank der mediterranen Ernährungsart gibt es bis zu  einem Viertel weniger Herzin-

92 go sixt fitness

farkte  als  in nordeuropäischen Ländern. Wer die richtigen Fette und Kohlehydrate wählt, viel Obst und Gemüse isst und ausreichend trinkt, bleibt nicht nur leistungsfähig, sondern beugt auch so mancher Zivilisationskrankheit wie Diabetes Mellitus oder Arteriosklerose vor.

G

ute Durchblutung und Sauerstoffversorgung ist das dynamische Elexier fürs körperliche Wohlfühlen und auch das A und O für Kopfhaut und Haarwurzeln, für eine gesunde Haarpracht. Ist die Kopfhaut verspannt und den Haarwurzeln fehlt so der Sauerstoff, verkümmern die Strähnen des Mannes – fallen aus. Neueste Forschungen zeigen das mit Blut und Sauerstoff aufgefrischte Haarwurzeln wieder für Wachstum sorgen. Infos und Fachkliniken für die AC-Therapie®: www. ac-therapie.de

Gesunde Fette schützen Herz und Kreislauf. Mediterran heißt: viel Olivenöl! In ihm steckt vor allem Ölsäure. Mit ihrem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren tut sie dem Herzen gut und ist besser verdaulich als lange, gesättigte Fettsäureketten  in Wurst, Käse oder Schokoloade. Ungesättigte Fettsäuren senken den Cholesterinspiegel im Blut. Und zwar senken sie den Spiegel des Gefäß schädigenden LDL-Cholesterins und erhöhen den Anteil  des Gefäß schützenden HDL-Cholesterins.  Zu den gesündesten Fetten gehören Omega-3-Fettsäuren. Eine der bekanntesten dieser Art ist die Alpha-Linolensäure, die  vor allem im Fischfett und Fischöl (Meeresfisch) anzutreffen ­ist.  Omaga 3 regt zudem die Bildung von Serotonin im Gehirn an, einem Botenstoff, der wichtig für die Psyche und das seelische Gleichgewicht ist. Omega 3 wirkt außerdem  entzündungshemmend bei Arthritis und Rheuma. Daher sollte der Fisch zweimal pro Woche auf Ihrem Speiseplan stehen. Mehr über die Jungbrunnen-Elemente Zink,

Pflege auf dem Kopf: Die AC-Therapie

Selen und Magnesium von Dr. Claudia de

hilft gegen gestresste Kopfhaut (rote

Brabandt in der März-GoSixt 2010.

Zonen), und sauerstoffarme ­­Haarwurzeln.


GO ART

net und Turrell, zwei Künstler und zwei Epochen, die verschiedener in ihrem jeweiligen Zeitgeist wie in ihren künstlerischen Mitteln nicht sein könnten. Und dennoch lassen Korrespondenzen die beiden zu Brüdern im Licht werden. Wo Monet mit Farbe Lebensräume und Lebensleere in den Rahmen hineinmalt, erzählt Turrell mit seinen Farb-Odysseen im Kunstraum von der ewigen Sehnsucht der Menschen nach ordnender Struktur.

W

ie ein Kommentar, ein kräftiger Kontrapunkt wirken dagegen die dramatischen neoimpressionistischen Farbflächen des Schweizer Malers Giovanni Giacometti in „Die Lerche“. Hier lässt der Künstler den Himmel in faszinierenden Farbflächen wie einen Schrei aufreißen. Ein malerischer Schrei nach kosmopolitischer Weite im engen Jura. Ob Giacometti in Bern, Turrell in Wolfsburg oder Monet in Wuppertal: Fahren Sie hin, besuchen Sie die kleinen feinen Pilgerstätten jenseits der Kunst-Metropolen. Lassen Sie in diesen dunklen Wintertagen die Sonne an Herz, Hirn und Glieder fahren. Die Provinz leuchtet. Unternehmen Sie einfach eine Expedition ins Licht. gerda harda brandt

„monet“ – von der heydt-museum wuppertal Bis 28. Februar 2010; Von der Heydt-Museum Turmhof 8, 42103 Wuppertal; T. 0202/563-26 26, F. 0202/563-49 15; Di. + Mi. 11–18, Do. + Fr. 11–20, Sa. + So. 10–18 Uhr; www.monet-ausstellung.de www.von-der-heydt-museum.de

Giovanni Giacometti Die Lerche, 1920, Öl auf Leinwand, 119 x 109 cm, Bündner Kunstmuseum, Chur „giovanni giacometti: Farbe im licht“ – kunstmuseum bern Bis 21. Februar 2010 Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 12, 3000 Bern 7 T. +41 31 328 09 44, F. +41 31 328 09 55 Di. 10–21 + Mi.–So. 10–17 Uhr www.kunstmuseumbern.ch

„the wolfsburg project“ – james turrell Bis 5. April 2010; Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg; T. 05361/26 69-0; F. 05361/26 69-66 Mi.–So., 11–18 + Di., 11–20 Uhr www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Claude Monet Am Strand von Trouville, 1870-71, Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm, © Musee Marmottan, Paris, France/ Giraudon/ The Bridgeman Art Library

Expedition ins Licht Wuppertal, Wolfsburg, Bern. Kunst-Diaspora? Ach was: Claude Monet, James Turrell und Giovanni Giacometti. Impressionismus-Meister, ­Installations-Künstler und Landschafts-Maler. Die Provinz leuchtet!

G

elangweilt dösen die Mädels aus gutem Hause im blauweiß gestreiften Sonntagsstaat „Am Strand von Trouville“ vor sich hin. Männer nicht am Platze, mit sich selber einfallslos. Bürgerliche JungmädchenTristesse vom Impressionismus-Gott Claude Monet detailreich und mit legerem kräftigem Pinselstrich eingefangen. Wie präzise 1870 der hymnische Seerosen-Komponist als Psychologe

94 go sixt culture

das sonntägliche Nichts am Strand des Badeorts einfängt, hat überraschende Klasse. Der Landschaftsmaler Monet zeigt sich als pfiffiger Analytiker großbürgerlichen Lebens. Magnetisch zieht das magische Blau den Betrachter in seine künstlich gestaltete Zentralperspektive. Lichtbahnen lassen vor dem Auge tiefe magnetische Räume wachsen, in denen zwei vereinzelte Menschen wie endlos haltlose We-

sen verloren durchs Universum fliegen. Eine Welt, in der Personen jeden Halt verlieren, und die Magie des Raums zur dominanten Persönlichkeit wird. Der Mensch sucht sich und findet erstmal nur die vom US-Installationskünstler James Turrell gestaltete spirituelle Kraft. Gegenständliches, gar Tröstendes, hat der zeitgenössische Raumerfinder und Lichtpoet in seinem „Ganzfeld Piece“ von 2008 nicht parat. Oder doch? Mo-

James Turrell Ganzfeld Piece (Modell), 2008 begehbare Installation / installation © James Turrell, Foto: Zooey Braun, Stuttgart, 2009 culture go sixt 95


GO ART

net und Turrell, zwei Künstler und zwei Epochen, die verschiedener in ihrem jeweiligen Zeitgeist wie in ihren künstlerischen Mitteln nicht sein könnten. Und dennoch lassen Korrespondenzen die beiden zu Brüdern im Licht werden. Wo Monet mit Farbe Lebensräume und Lebensleere in den Rahmen hineinmalt, erzählt Turrell mit seinen Farb-Odysseen im Kunstraum von der ewigen Sehnsucht der Menschen nach ordnender Struktur.

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ie ein Kommentar, ein kräftiger Kontrapunkt wirken dagegen die dramatischen neoimpressionistischen Farbflächen des Schweizer Malers Giovanni Giacometti in „Die Lerche“. Hier lässt der Künstler den Himmel in faszinierenden Farbflächen wie einen Schrei aufreißen. Ein malerischer Schrei nach kosmopolitischer Weite im engen Jura. Ob Giacometti in Bern, Turrell in Wolfsburg oder Monet in Wuppertal: Fahren Sie hin, besuchen Sie die kleinen feinen Pilgerstätten jenseits der Kunst-Metropolen. Lassen Sie in diesen dunklen Wintertagen die Sonne an Herz, Hirn und Glieder fahren. Die Provinz leuchtet. Unternehmen Sie einfach eine Expedition ins Licht. gerda harda brandt

„monet“ – von der heydt-museum wuppertal Bis 28. Februar 2010; Von der Heydt-Museum Turmhof 8, 42103 Wuppertal; T. 0202/563-26 26, F. 0202/563-49 15; Di. + Mi. 11–18, Do. + Fr. 11–20, Sa. + So. 10–18 Uhr; www.monet-ausstellung.de www.von-der-heydt-museum.de

Giovanni Giacometti Die Lerche, 1920, Öl auf Leinwand, 119 x 109 cm, Bündner Kunstmuseum, Chur „giovanni giacometti: Farbe im licht“ – kunstmuseum bern Bis 21. Februar 2010 Kunstmuseum Bern, Hodlerstr. 12, 3000 Bern 7 T. +41 31 328 09 44, F. +41 31 328 09 55 Di. 10–21 + Mi.–So. 10–17 Uhr www.kunstmuseumbern.ch

„the wolfsburg project“ – james turrell Bis 5. April 2010; Kunstmuseum Wolfsburg, Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg; T. 05361/26 69-0; F. 05361/26 69-66 Mi.–So., 11–18 + Di., 11–20 Uhr www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Claude Monet Am Strand von Trouville, 1870-71, Öl auf Leinwand, 38 x 46 cm, © Musee Marmottan, Paris, France/ Giraudon/ The Bridgeman Art Library

Expedition ins Licht Wuppertal, Wolfsburg, Bern. Kunst-Diaspora? Ach was: Claude Monet, James Turrell und Giovanni Giacometti. Impressionismus-Meister, ­Installations-Künstler und Landschafts-Maler. Die Provinz leuchtet!

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elangweilt dösen die Mädels aus gutem Hause im blauweiß gestreiften Sonntagsstaat „Am Strand von Trouville“ vor sich hin. Männer nicht am Platze, mit sich selber einfallslos. Bürgerliche JungmädchenTristesse vom Impressionismus-Gott Claude Monet detailreich und mit legerem kräftigem Pinselstrich eingefangen. Wie präzise 1870 der hymnische Seerosen-Komponist als Psychologe

94 go sixt culture

das sonntägliche Nichts am Strand des Badeorts einfängt, hat überraschende Klasse. Der Landschaftsmaler Monet zeigt sich als pfiffiger Analytiker großbürgerlichen Lebens. Magnetisch zieht das magische Blau den Betrachter in seine künstlich gestaltete Zentralperspektive. Lichtbahnen lassen vor dem Auge tiefe magnetische Räume wachsen, in denen zwei vereinzelte Menschen wie endlos haltlose We-

sen verloren durchs Universum fliegen. Eine Welt, in der Personen jeden Halt verlieren, und die Magie des Raums zur dominanten Persönlichkeit wird. Der Mensch sucht sich und findet erstmal nur die vom US-Installationskünstler James Turrell gestaltete spirituelle Kraft. Gegenständliches, gar Tröstendes, hat der zeitgenössische Raumerfinder und Lichtpoet in seinem „Ganzfeld Piece“ von 2008 nicht parat. Oder doch? Mo-

James Turrell Ganzfeld Piece (Modell), 2008 begehbare Installation / installation © James Turrell, Foto: Zooey Braun, Stuttgart, 2009 culture go sixt 95


GO

essay

Die bunte Republik

V

on Fehlstart sprechen die einen, von Planlosigkeit die anderen. Nur wenige finden gute Worte für die ersten Wochen schwarz-gelber Bundesregierung. Nicht ganz zu Unrecht. Ein Koalitionsvertrag, der zentrale Zukunftsfragen unbeantwortet lässt und so Streit zwischen den Partnern geradezu herausfordert; das Versäumnis der Koalition, diesem Land eine Vision des Aufbruchs gegeben zu haben; der Streit um die „Causa Steinbach“; der unrühmliche Abgang von Minister Jung: Tatsächlich legte Schwarz-Gelb einen Stotterstart hin. Ungewöhnlich jedoch ist dies keinesfalls. Auch 1998 deutete bereits lange vor der Wahl alles auf eine Zeitenwende und das Ende der Ära Kohl hin. Trotzdem brauchte auch die damalige rot-grüne Wunschkoalition geraume Zeit, um ihren Rhythmus zu finden. Eine neue Koalition bedeutet immer auch, eine neue Hackordnung finden zu müssen. Alle Beteiligten markieren ihr Revier und loten aus, wie weit sie gehen können. Vor Ablauf der ersten 100 Tage einer neuen Regierung Bilanz zu ziehen, ist wenig aussagekräftig. Noch vermeidet die Koalition jede harte Gangart mit Blick auf die im Frühjahr 2010 stattfindenden Landtagswahlen in Nord­ rhein-Westfalen. Die Angst, die Mehrheit im Bundesrat zu verlieren, verbietet unbequeme Entscheidungen. Die Frage jedoch, wie die Koalition anschließend den Schalter umlegt, ohne Wahlversprechen zu brechen, wird zum ersten großen Prüfstein von Schwarz-Gelb. Ein Verlust an Glaubwürdigkeit kann sich in dieser bunten Republik niemand erlauben. Alternative

Programmatische Identität und kommunikative Zuverlässigkeit sind künftig von Parteien gefordert. Koalitionen sind schnell gefunden. Schon immer haben die Länder als Koalitionslabor gedient. Neue Bündnisse werden hier erprobt, bevor sie auch auf Bundesebene denkbar erscheinen. So bunt wie aktuell aber war die Regierungslandschaft in Deutschland selten: Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün, SchwarzRot, Rot-Schwarz, Rot-Grün, Rot-Rot, Rot und – seit neuestem – sogar Schwarz-Gelb-Grün. Die Premiere der Jamaika-Koalition fand im Saarland statt. Es wird nicht die letzte sein. Wer sich Machtoptionen der Zukunft eröffnen will, der muss dieses farbige Spiel mitspielen. Die frühere jahrzehntelange Fixierung der Republik auf zwei Lager (bürgerlich, links) kann für keine Partei ein erfolgsträchtiges Konzept sein. Wer die harte Oppo96 go sixt Politik

sitionsbank vermeiden will, braucht bunte Offenheit, die auch Chance für neue Impulse ist. Zu regieren ist deswegen zwar nicht leichter geworden. Doch kann man auch in einer bunten Republik erfolgreich sein: Programmatische Identität, strategisches Denken und kommunikative Zuverlässigkeit sind von den Parteien viel stärker gefordert. Die Republik ist farbiger geworden. Das jahrzehntelange Kontinuitätsdenken, das im Wesentlichen zwei Koalitionsperspektiven eröffnete, ist beendet. Die Wähler zwingen die Parteien zum Umdenken: Statt wie früher immer und aus Tradition auf die gleiche Kraft zu setzen, treffen die Bürger heute gezielter und von Wahl zu Wahl ihre Entscheidung. Die alten Bindungen erodieren mit der Folge, dass sich die Parteien nicht nur in ihren Positionen, sondern auch in ihrer Stimmenzahl annähern. Die Parteienlandschaft ändert sich gravierend. Alles wird mobiler und flexibler. Die Großen werden immer kleiner, nicht nur im Osten der Republik. Von ihrem Anspruch, Volksparteien sein zu wollen, rücken sie deshalb zwar nicht ab. Die SPD wird aber zunehmend zur 20-plus-X-Partei degradiert. Mit der Linken kämpft sie um ihr sozialdemokratisches Stammklientel. Doch auch für die Union sieht es nur scheinbar besser aus. Ihr Trend nach unten ist gleichfalls dramatisch. Auch das bürgerliche Lager fächert sich zunehmend auf. Freie Wähler gewinnen bei Landtagswahlen an Zuspruch, Alternativen wie die Piratenpartei faszinieren vor allem von den etablierten Parteien enttäuschte Erstwähler. So könnte bald auch schon die Union ihr Waterloo erleben. Platz für eine weitere bürgerliche Partei wäre im deutschen Parteiensystem allemal. Die großen Parteien schwächeln, die kleinen dagegen werden immer größer. Ob Linke, FDP oder Grüne – alle erzielten 2009 das beste Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte. Erstmals sprangen alle im Bundestag vertretenen Parteien über die magische Zehn-Prozent-Latte. Ihr Erfolg ist dem vor­an­schreitenden Individualisierungsprozess der Gesellschaft ebenso geschuldet wie neuen Interessenlagen. Früher konnten Wahlen noch mit der Konzentration auf wenige Themen gewonnen werden. Heute muss eine Partei mit einem Bauchladen über das Land ziehen, der von der Wirtschafts- über die Bildungs- bis hin zur Umweltpolitik keine Wünsche offen lässt. Die Experten für bestimmte Fragen aber werden von den Menschen immer häufiger bei einer der kleinen Parteien vermutet. Wer künftig regieren will, kann sich diesen „großen Kleinen“ deshalb nicht verschließen. Die nächste Bundestagswahl wird auch die Linke im Kreis der umworbenen Parteien sehen. Alle Koalitionen sind denkbar. Dabei nicht das eigene Profil zu verlieren, wird eine Herkulesarbeit für alle Parteien. Bereits 2011 steht das nächste „Superwahljahr“ mit sechs Wahlen zu Landtagen und zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Die Verführung, so weiterzumachen wie bislang, ist groß. Doch hat das bunte Deutschland auch eine kreative Politik verdient. Prof. Dr. Weidenfeld ist Direktor des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Foto: Centrums für angewandte Politikforschung München

Prof. Dr. Werner Weidenfeld über Deutschlands neue Farbenlehre nach der Bundestagswahl. Neue Impulse braucht das Land.


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Die bunte Republik

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on Fehlstart sprechen die einen, von Planlosigkeit die anderen. Nur wenige finden gute Worte für die ersten Wochen schwarz-gelber Bundesregierung. Nicht ganz zu Unrecht. Ein Koalitionsvertrag, der zentrale Zukunftsfragen unbeantwortet lässt und so Streit zwischen den Partnern geradezu herausfordert; das Versäumnis der Koalition, diesem Land eine Vision des Aufbruchs gegeben zu haben; der Streit um die „Causa Steinbach“; der unrühmliche Abgang von Minister Jung: Tatsächlich legte Schwarz-Gelb einen Stotterstart hin. Ungewöhnlich jedoch ist dies keinesfalls. Auch 1998 deutete bereits lange vor der Wahl alles auf eine Zeitenwende und das Ende der Ära Kohl hin. Trotzdem brauchte auch die damalige rot-grüne Wunschkoalition geraume Zeit, um ihren Rhythmus zu finden. Eine neue Koalition bedeutet immer auch, eine neue Hackordnung finden zu müssen. Alle Beteiligten markieren ihr Revier und loten aus, wie weit sie gehen können. Vor Ablauf der ersten 100 Tage einer neuen Regierung Bilanz zu ziehen, ist wenig aussagekräftig. Noch vermeidet die Koalition jede harte Gangart mit Blick auf die im Frühjahr 2010 stattfindenden Landtagswahlen in Nord­ rhein-Westfalen. Die Angst, die Mehrheit im Bundesrat zu verlieren, verbietet unbequeme Entscheidungen. Die Frage jedoch, wie die Koalition anschließend den Schalter umlegt, ohne Wahlversprechen zu brechen, wird zum ersten großen Prüfstein von Schwarz-Gelb. Ein Verlust an Glaubwürdigkeit kann sich in dieser bunten Republik niemand erlauben. Alternative

Programmatische Identität und kommunikative Zuverlässigkeit sind künftig von Parteien gefordert. Koalitionen sind schnell gefunden. Schon immer haben die Länder als Koalitionslabor gedient. Neue Bündnisse werden hier erprobt, bevor sie auch auf Bundesebene denkbar erscheinen. So bunt wie aktuell aber war die Regierungslandschaft in Deutschland selten: Schwarz-Gelb, Schwarz-Grün, SchwarzRot, Rot-Schwarz, Rot-Grün, Rot-Rot, Rot und – seit neuestem – sogar Schwarz-Gelb-Grün. Die Premiere der Jamaika-Koalition fand im Saarland statt. Es wird nicht die letzte sein. Wer sich Machtoptionen der Zukunft eröffnen will, der muss dieses farbige Spiel mitspielen. Die frühere jahrzehntelange Fixierung der Republik auf zwei Lager (bürgerlich, links) kann für keine Partei ein erfolgsträchtiges Konzept sein. Wer die harte Oppo96 go sixt Politik

sitionsbank vermeiden will, braucht bunte Offenheit, die auch Chance für neue Impulse ist. Zu regieren ist deswegen zwar nicht leichter geworden. Doch kann man auch in einer bunten Republik erfolgreich sein: Programmatische Identität, strategisches Denken und kommunikative Zuverlässigkeit sind von den Parteien viel stärker gefordert. Die Republik ist farbiger geworden. Das jahrzehntelange Kontinuitätsdenken, das im Wesentlichen zwei Koalitionsperspektiven eröffnete, ist beendet. Die Wähler zwingen die Parteien zum Umdenken: Statt wie früher immer und aus Tradition auf die gleiche Kraft zu setzen, treffen die Bürger heute gezielter und von Wahl zu Wahl ihre Entscheidung. Die alten Bindungen erodieren mit der Folge, dass sich die Parteien nicht nur in ihren Positionen, sondern auch in ihrer Stimmenzahl annähern. Die Parteienlandschaft ändert sich gravierend. Alles wird mobiler und flexibler. Die Großen werden immer kleiner, nicht nur im Osten der Republik. Von ihrem Anspruch, Volksparteien sein zu wollen, rücken sie deshalb zwar nicht ab. Die SPD wird aber zunehmend zur 20-plus-X-Partei degradiert. Mit der Linken kämpft sie um ihr sozialdemokratisches Stammklientel. Doch auch für die Union sieht es nur scheinbar besser aus. Ihr Trend nach unten ist gleichfalls dramatisch. Auch das bürgerliche Lager fächert sich zunehmend auf. Freie Wähler gewinnen bei Landtagswahlen an Zuspruch, Alternativen wie die Piratenpartei faszinieren vor allem von den etablierten Parteien enttäuschte Erstwähler. So könnte bald auch schon die Union ihr Waterloo erleben. Platz für eine weitere bürgerliche Partei wäre im deutschen Parteiensystem allemal. Die großen Parteien schwächeln, die kleinen dagegen werden immer größer. Ob Linke, FDP oder Grüne – alle erzielten 2009 das beste Bundestagswahlergebnis ihrer Geschichte. Erstmals sprangen alle im Bundestag vertretenen Parteien über die magische Zehn-Prozent-Latte. Ihr Erfolg ist dem vor­an­schreitenden Individualisierungsprozess der Gesellschaft ebenso geschuldet wie neuen Interessenlagen. Früher konnten Wahlen noch mit der Konzentration auf wenige Themen gewonnen werden. Heute muss eine Partei mit einem Bauchladen über das Land ziehen, der von der Wirtschafts- über die Bildungs- bis hin zur Umweltpolitik keine Wünsche offen lässt. Die Experten für bestimmte Fragen aber werden von den Menschen immer häufiger bei einer der kleinen Parteien vermutet. Wer künftig regieren will, kann sich diesen „großen Kleinen“ deshalb nicht verschließen. Die nächste Bundestagswahl wird auch die Linke im Kreis der umworbenen Parteien sehen. Alle Koalitionen sind denkbar. Dabei nicht das eigene Profil zu verlieren, wird eine Herkulesarbeit für alle Parteien. Bereits 2011 steht das nächste „Superwahljahr“ mit sechs Wahlen zu Landtagen und zum Berliner Abgeordnetenhaus an. Die Verführung, so weiterzumachen wie bislang, ist groß. Doch hat das bunte Deutschland auch eine kreative Politik verdient. Prof. Dr. Weidenfeld ist Direktor des Centrums für angewandte Politikforschung (CAP) an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Foto: Centrums für angewandte Politikforschung München

Prof. Dr. Werner Weidenfeld über Deutschlands neue Farbenlehre nach der Bundestagswahl. Neue Impulse braucht das Land.


GO Culture

stimm-welt

„Mit unserem Gesangscoach haben wir die Stimmfarben herausgeholt, die in uns

pop singen M

angelegt sind“: Bariton Marc Marshall und Tenor Jay Alexander (re.).

arc Marshall ist immer noch baff, „dass die Produktion so viel Spaß gemacht hat und der Verkauf der ,Freunde’-Tour prima angelaufen ist.” Mit der neuen deutschsprachigen PopCD „Freunde” hat sich das brillante Stimmenduo Marshall & Alexander („Götterfunken”) wieder einmal erfolgreich neu erfunden. Mit Star-Stimmtrainer Jeff Cascaro („DSDS”) haben Bariton Marshall und Tenor Alexander ihre Stimmen für eine Pop-Charakteristik schulen lassen. Und wenn etwa im Song „Gauben” Gänsehaut aufkommt, dann auch, weil Stimmen und minimawt listischer Gitarrensound an schönste Simon&Garfunkel-Songs erinnern. Stilles Popissimo!

„Freunde“; Marshall & Alexander; Edel Entertainment; CD, 12,97 Euro. oder MP3-Download, 9,95 Euro (z.B. amazon.de).

szene-leben

glück-sache

chauen Sie auf diese Stadt, möchte man mit pathetischer Stimme rufen. Denn mit Dagmar von Taubes feiner Fotoanthologie „Berlin now” fängt der teNeues-Verlag wieder einmal brillant Zeitgeschichte und gesellschaftlichen Catwalk ein. Die Metropole tanzt durch die Zeiten und das Edelbook durch seine Fotografen gleich mit. In Zusammenarbeit mit der Fotogalerie Camera Work ist ein frisches Sittengemälde entstanden, das auch durchs pointierte Design von Grafikpapst Walter Schönauer (Exng „Tempo”) verstärkt wird. Gucken, staunen.

as hat ein alternativer Automechaniker mit Anti-Aging zu tun? Und was ist eine Glücksbox? Zuhören, Mund auf und laut lachen – selbst bei schlechter Laune. Die Glücksbox von Dr. med. Eckart von Hirschhausen beschert an kalten Tagen einen schönen Kamin­abend. Lachen gelingt mit Hirschhausens CD schnell. Und: Man kann Glück auch neu erobern und genießen lernen. Wie? Einfach. Mit hochdosiertem Jugendherbergstee in magischer Teetasse, einem Glückstagebuch und einigen Basteleien entspannen sich Ihre Gesichtszüge von ganz allein. Um jung auszusehen, genügt ein Griff in die Glücksbox. Niveauvoll Genießen. fs

eitel auftreten S

Berlin Now; Dagmar von Taube (Hrsg.); teNeues-Verlag; 264 S., über 300 Fotos; ISBN: 978-3-8327-9353-1; Hardcover; 28,5 x 35 cm; Texte: Deutsch und Englisch; 79,00 Euro

jung aussehen W

„Mein Glück kommt selten allein“, Dr. med. Eckart von Hirschhausen; Rowohlt Verlag, Lardon; HardcoverBuch, 128 S. + Porzellanbecher + Postkartenbuch + CD + Kräutertee „Jugend­herberge“; 15,90 Euro. 98 go sixt Rubrik


GO Culture

stimm-welt

„Mit unserem Gesangscoach haben wir die Stimmfarben herausgeholt, die in uns

pop singen M

angelegt sind“: Bariton Marc Marshall und Tenor Jay Alexander (re.).

arc Marshall ist immer noch baff, „dass die Produktion so viel Spaß gemacht hat und der Verkauf der ,Freunde’-Tour prima angelaufen ist.” Mit der neuen deutschsprachigen PopCD „Freunde” hat sich das brillante Stimmenduo Marshall & Alexander („Götterfunken”) wieder einmal erfolgreich neu erfunden. Mit Star-Stimmtrainer Jeff Cascaro („DSDS”) haben Bariton Marshall und Tenor Alexander ihre Stimmen für eine Pop-Charakteristik schulen lassen. Und wenn etwa im Song „Gauben” Gänsehaut aufkommt, dann auch, weil Stimmen und minimawt listischer Gitarrensound an schönste Simon&Garfunkel-Songs erinnern. Stilles Popissimo!

„Freunde“; Marshall & Alexander; Edel Entertainment; CD, 12,97 Euro. oder MP3-Download, 9,95 Euro (z.B. amazon.de).

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chauen Sie auf diese Stadt, möchte man mit pathetischer Stimme rufen. Denn mit Dagmar von Taubes feiner Fotoanthologie „Berlin now” fängt der teNeues-Verlag wieder einmal brillant Zeitgeschichte und gesellschaftlichen Catwalk ein. Die Metropole tanzt durch die Zeiten und das Edelbook durch seine Fotografen gleich mit. In Zusammenarbeit mit der Fotogalerie Camera Work ist ein frisches Sittengemälde entstanden, das auch durchs pointierte Design von Grafikpapst Walter Schönauer (Exng „Tempo”) verstärkt wird. Gucken, staunen.

as hat ein alternativer Automechaniker mit Anti-Aging zu tun? Und was ist eine Glücksbox? Zuhören, Mund auf und laut lachen – selbst bei schlechter Laune. Die Glücksbox von Dr. med. Eckart von Hirschhausen beschert an kalten Tagen einen schönen Kamin­abend. Lachen gelingt mit Hirschhausens CD schnell. Und: Man kann Glück auch neu erobern und genießen lernen. Wie? Einfach. Mit hochdosiertem Jugendherbergstee in magischer Teetasse, einem Glückstagebuch und einigen Basteleien entspannen sich Ihre Gesichtszüge von ganz allein. Um jung auszusehen, genügt ein Griff in die Glücksbox. Niveauvoll Genießen. fs

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Berlin Now; Dagmar von Taube (Hrsg.); teNeues-Verlag; 264 S., über 300 Fotos; ISBN: 978-3-8327-9353-1; Hardcover; 28,5 x 35 cm; Texte: Deutsch und Englisch; 79,00 Euro

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„Mein Glück kommt selten allein“, Dr. med. Eckart von Hirschhausen; Rowohlt Verlag, Lardon; HardcoverBuch, 128 S. + Porzellanbecher + Postkartenbuch + CD + Kräutertee „Jugend­herberge“; 15,90 Euro. 98 go sixt Rubrik


Männerfreundschaft. Für gute, gewachsene Beziehungen. PROFESSIONAL LINE Wenn es um attraktives Aussehen geht, haben Männer ihren eigenen Kopf. Und denken damit natürlich auch über den Körper nach. Denn anspruchsvolle Haar- und Körperpflege setzt TopTechnologie voraus. Das ideale Duo: MC 9540 Wet & Dry Profi-Haarschneider fürs Kopfhaar und MT 6741 Profi-Multihaarschneideset für den Körper. Zwei echte Innovationen zum wahlweisen Nass- und Trockeneinsatz. Dazu sind beide bestens bestückt: 8 Aufsteckkämme (2-20mm Schnittlänge) und 6 LED-Akku-Anzeige beim MC 9540 sowie 3 wechselbare Styling-Sets (Haar& Bartschneider, Shaver) plus 7 Aufsteckkämme beim MT 6741. So sieht perfekte Pflege aus!


GoSixt 015/2009