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Das Heilige Grab in der Konstanzer Mauritiusrotunde, 13. Jh. 24–26 Ansicht, Schnitt, Grundriss. 27 Die gotische Ädikula im Zentrum der Mauritiusrotunde. 28–29 Lichtöffnungen und schlafende Grabwächter im Inneren. Das Heilige Grab in der Felsenkirche St. Jean, Aubeterre, 12. Jh. 30 Die Heiliggrabnachbildung in der Apsis der Höhlenkirche. 31 Außenbau der fein bearbeiteten monolithischen Heiliggrabädikula. 32–34 Ansicht und Grundrisse der Heilig grabädikula. 35–36 Querschnitt und Grundriss der Felsenkirche.

Eine weitere Gruppe bilden die Heiliggrabkopien, die in das Seitenschiff eines basilikalen Kirchenbaus eingestellt sind. Hier ist vor allem die erstmals im Jahr 1088 erwähnte Heiliggrabädikula im Dom von Aquileia zu nennen, eine zylindrische Kleinarchitektur mit hölzernem Zeltdach, das auf dreizehn kurzen Säulchen ruht. Sie umbaut ein Arkosolgrab, das an die Wand des nördlichen Seitenschiffes angebaut ist, und scheint mit ihrer Rotundenform eher Bezug auf die Jerusalemer Anastasis als auf die Ädikula des Heiligen Grabes zu nehmen (Abb. 37–39).25 Das Heilige Grab in Gernrode dagegen – ein um das Jahr 1080 errichteter rechteckiger Einbau im südlichen Seitenschiff der Stiftskirche St. Cyriakus – reproduziert zumindest in seiner zweiräumigen inneren Organisation das Jerusalemer Vorbild. Die ursprünglich gewölbte Grabkammer, deren rechte Wand von einem Sarkophag eingenommen wurde, wird durch einen vorgelagerten unüberdachten Vorraum erschlossen, der sich einst zum Querschiff der Kirche hin öffnete. Am Außenbau der Heiliggrabnachbildung, die als Ostergrab und Aufführungsort des Osterdramas diente, ist keinerlei Ähnlichkeit mit Jerusalem beabsichtigt. Vielmehr werden die Außenwände als Bildträger genutzt und visualisieren mit ihrem reichen Skulpturenprogramm das Auferstehungswunder (Abb. 40–43).26

25 Zum Heiligen Grab von Aquileia vgl. Dyggve 1953; Zovatto 1956; Dyggve 1962; Piussi 1977 Piussi 1997. 26 Zum Heiligen Grab von Gernrode vgl. Wackenroder 1907; Dalman 1922, S. 65–69; Schulze 1965, S. 112–122; Voigtländer 1980, S. 87–100; Günther 1995.

I. Heilige Gräber 31

Non est hic  

Der Heiliggrabtempietto von San Pancrazio in Florenz – die kleinste und zugleich exquisiteste Bauschöpfung des Renaissancearchitekten Leon B...

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