Page 1

Der Fast-Food-Hype unter der Lupe

Foto: Michael Fajardo

S. 16-17

14-15

Titelbild: Clara Maier

S. 4-5

Mirna J ukic hautna h! S.

Foto: Lu kas

Gâ‚ŹLD regiert die Welt

Suk

Obamas spektakulärer Sieg S. 6-7




19. Juni

Ein Charity-Event des LEO Club Krems Danubio

MAGISCHE DAMPFSCHIFFFAHRT Magie im Wachautal! Das Dampfschiff „SCHÖNBRUNN“ legt zu einer exklusiven Dinner-Cruise von Krems ins romantische Wachautal ab. Mit an Bord ist der Club „Die Magische Zehn“, der Sie auf einmalige Weise verzaubern wird. Das exquisite 3-gängige Sommer-Menü rundet den Abend kulinarisch ab.

Menü „Zauber der Wachau“

- Sommersalat mit Babymozzarella und verzauberter Vinaigrette - Schweinsfilet in Cognacsauce mit Kräuterspätzle und feinem Gemüse oder - Gebratenes Zanderfilet auf Rieslingschaumsauce mit mediterranem Gemüse - Erdbeeren mit weißem Schokomousse

ab Krems Facts Fr, 19. Juni 2009, Abf. 20 Uhr Wachaufahrt ab/an Krems € 48,- (Erwachsene) Leistungen - 3-stündige Schifffahrt - Welcome Sekt - 3-gängiges Sommer-Menü - Zauberprogramm mit „Die Magische Zehn“

Information & Buchung: http://krems.leo.at | 0676 963 25 63




EDITORIAL

S. 10-11

Mirna Jukic: „Peking war meine Motivation.“

Barack Obama: jung & engagiert S. 6-7

S. 14-15

INHALT ooo Geld regiert die Welt ooo Barack Obama - Ein junger Präsident ooo Kommentar einer beteiligten Amerikanerin ooo Europäische Musik im Rampenlicht ooo Alltäglich-Interessantes vom Bahnsteig ooo Tulln: Startschuss für „Talk – a(c)tive“ ooo Krems: Wie lebenswert ist unsere Stadt wirklich? ooo St. Pölten: Auf den Bus gekommen ooo Talken mit Suk: Laura Rudas ooo Ozon, die große Unbekannte ooo Das moderne Israel ooo Mirna Jukic im Exklusiv-Interview ooo Die pommesgelbe Welt und ihre Alternativen ooo Klettern - Trendsport in luftiger Höhe ooo Vom jungen Koch für junge Leute ooo Jeans-ABC ooo Rätsel & Co

Seite 4-5 Seite 6-7 Seite 7 Seite 8 Seite 9 Seite 10 Seite 10-11 Seite 11 Seite 12 Seite 13 Seite 13 Seite 14-15 Seite 16-17 Seite 18 Seite 19 Seite 19 Seite 19

Alf Poier und der Songcontest S. 8

IMPRESSUM | MOLTO - Niederösterreichischer Jugendverein Ausgabe 01/08 Offenlegung gemäß §25 Mediengesetz: Medieninhaber: Molto - NÖ Jugendverein, Brandströmstraße 5, 3500 Krems (http://www.molto-magazin. at) Geschäftsführender Herausgeber: Obmann Georg Mantler (georg.mantler@molto-magazin.at) | Produktionsleitung: Geschäftsführerin Anita Quixtner (anita.quixtner@molto-magazin.at)| Chefredaktion: Philipp Maschl (philipp.maschl@molto-magazin.at) | Redaktion: Gernot Erber, Julia Erber, Stefan Klanner, Clara Maier, Georg Mantler, Lisa Pitterle, Anita Quixtner, Lukas Suk, Holly Wenzel, Patrick Winter | Anzeigenverwaltung: Philipp Maschl (philipp.maschl@molto-magazin.at) | Layout & Grafik: Clara Maier (clara.maier@molto-magazin.at) | Erscheinungsweise: 4x jährlich | Erscheinungsort: Krems a.d. Donau | Druck: DVP Druck-Verlags-Produktion Linz Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers wieder. Für den Inhalt von Inseraten haftet ausschließlich der Inserent. Für unaufgefordert zugesandtes Bild- und Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Jegliche Reproduktion nur mit schriftlicher Genehmigung der Medieninhaber.

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Foto: Mani Hausler

molto-Umfrage: Wie lebenswert ist Krems wirklich?

Die Finanzkrise hat nun auch die Medien getroffen! Dazu zählt natürlich auch das neue MOLTO, das sich diese Ausgabe mit dem Thema Krise und Jugend beschäftigt. Unsere Altersgeneration ist sich oft noch nicht bewusst, wie stark sie eigentlich von den täglichen Hiobsbotschaften betroffen ist. Viel zu viele sehen ihre Zukunft durch die rosarote Brille und vertrauen auf das „Hotel Mama“. Vertrauen hatten übrigens 300 Millionen Menschen in Barack Obama, der die Welt in Atem hielt und als der Retter im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gefeiert wird. Einen Kommentar aus den USA und Infos rund um den mächtigsten Mann der Welt gibt es dieses Mal in unserem Politikressort. Ob die Retter der europäischen Musik am 16. Mai in Moskau beim Eurovision Songcontest auf der Bühne stehen, sei wie die Pünktlichkeit von ÖBB-Zügen dahin gestellt. Auf jeden Fall „lohnert“ es sich, darüber zu lesen. Lohnen tut sich auch ein Blick auf zwei Seiten rund um den „Goldfisch“ der Nation: Mirna Jukic – der Star unter den Schwimmern – findet während ihres Studiums scheinbar genügend Zeit, so nebenbei zu den Olympischen Spielen zu fahren und unsere Nation zu vertreten. Im Olympischen Dorf konnte sie sogar zu McDonald‘s gehen, der den Athleten jeden Tag Burger und Co. zur Verfügung stellte. Das ist zwar nicht immer die gesündeste Ernährung für Spitzensportler, aber so ein Big Mac ist ja schnell verdient! Oder? Mehr über dieses Thema und vieles andere, findest du in unserem neuen MOLTO. oooo Philipp Maschl, Chefredakteur




Geld regiert die Welt

e Jess

Jugendarbeitslosigkeit steigt dramatisch | Ein Problem, das wie ein Damoklesschwert über unserem Land schwebt, wird in den folgenden Monaten noch stärker sichtbar werden. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg schon in wirtschaftlich guten Zeiten an und erlebt jetzt beinahe täglich einen traurigen Höchststand. Vor allem die saisonabhängigen Berufe, wie jene in der Tourismusbranche oder im Baugeschäft, bringen junge Erwachsene regelmäßig zu den Stellen des AMS. Viele große Firmen und Handelsketten versuchen, diesem Trend nun entgegenzuwirken, und starten Lehrlingsoffensiven. n Brau

Problembewusstsein? Fehlanzeige! | Jugendliche leben weiterhin ihr gewohntes Leben. Während die ältere Generation immer stärker verunsichert wirkt und den Banken immer weniger Vertrauen schenkt, gibt es bei Jugendlichen oft kein Tabu. Neben dem Kauf von teurer Designermode und kostspieligen Handys, sind es vor allem junge Erwachsene, die am Wochenende in Großraumdiscos und Clubs ihr Geld liegen lassen.

Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit um 23% : Foto

Die Finanzkrise ist täglich in den Medien präsent. Nachrichten über fallende Aktienkurse und Bankenpleiten werden fast schon so häufig publiziert wie Niederlagen des österreichischen Fußballteams. Eine weltweite Rezession droht und stellt viele junge Menschen vor die Frage: „Trifft auch mich diese Krise?“

Wie lange dieser Trend anhält ist schwer zu sagen, denn auch diese Firmen werden die Krise zu spüren bekommen.

„Ich gebe pro Wochenende rund hundert Euro aus.“ Schüler, Krems

In Diskotheken hat die Finanzkrise anscheinend noch nicht zugeschlagen und auch mit Telefonie und deren Kosten wird leichtfertig umgegangen. So konnten sich die Unternehmen im österreichischen Mobilfunksektor 2008 über neun Millionen aktivierte Teilnehmernummern freuen, Tendenz – trotz Finanzkrise – steigend. So gibt der durchschnittliche Österreicher rund 34 Euro pro Monat für Telefonie, SMS und Fun-Packages aus. Besonders von letztgenannten sind fast ausschließlich junge Menschen betroffen. Im Sektor „Fun“ spielt Geld auch in Zeiten des iPod-Booms trotz der Finanzkrise eine wichtige Rolle.

iPod boomt mit 22,7 Millionen Stück areamobile.de

Foto: Lukas Suk

22,7 Millionen Stück des wohl beliebtesten MP3-Players verkaufte der Großunternehmer Apple allein im ersten Quartal des Fiskaljahres 2009, wieder Tendenz steigend. Begonnen hat die Jugend mit ihrem Sparprogramm also anscheinend noch nicht. Doch wie lange kann sie sich das noch leisten?

Viele junge Leute sind sich der Krise nicht bewusst.

Ob ein Interesse daran besteht, neue Mitarbeiter aufzunehmen, wenn die Umsätze in die roten Zahlen stürzen, sei dahingestellt. So stieg zum Beispiel die Zahl der Arbeitslosen im Alter zwischen 25 und 49 Jahren gegenüber dem Vorjahr um 23,2%. Unserem Land fehlen aber nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch Wohnräume für Jugendliche. Auch wenn es zahlreiche Förderungen gibt, ist eine Wohnung für viele junge Menschen nach einer Kündigung kaum noch leistbar. Eine Spirale, die sich weiter dreht und derzeit nicht zu stoppen scheint. Studium als Vorsorge? | In den kommenden Jahren wird vor allem eines am Arbeitsmarkt zählen: Je höher die Ausbildung, desto besser die Chancen. Sprich: ein abgeschlossenes Studium zählt quasi zu den Grundvoraussetzungen, um einen adäquaten Arbeitsplatz finden zu können. Die sinkende Zahl der Studierenden an den Universitäten unterstreicht diesen Trend jedoch nicht. Dies kann aber auch daran liegen, dass die Studienzeit in den letzten Jahren aufgrund der damals noch eingehobenen Studiengebühren möglichst minimiert wurde und somit die Zahl der Immatrikulierten niedriger war. Einen Freibrief haben Studenten am Arbeitsmarkt aber auch noch lange nicht. Viele Akademiker sind auf Jobsuche, nur die engagiertesten werden genommen. Daher ist auch hier die Devise: Ohne Fleiß, kein Preis! Wo sparen Herr und Frau Österreicher? | In den Schlagzeilen sind Meldungen über Preisstürze und Rabatte in den letzten Monaten omnipräsent. Dabei haben aber nicht nur Luxusgüter wie Autos oder Reisen an Wert verloren, sondern auch Lebensmittel und Technik. Die Rekordpreise von 2007 und 2008 sinken wieder, Lebensmittelketten


 und Diskonter locken mit Mengenangeboten oder verweisen auf Vorteilsclubs. Letztere erleben in den vergangenen Monaten einen regelrechten Boom, denn den „Hausverstand“ hat man eben (oder auch nicht), um diese Angebote zu nutzen. Dass der Trend in Richtung Diskonteinkauf geht, unterstreicht auch eine Studie der Universität Wien:

Jugendliche sparen bei Essen und Gewand.

„Konsumenten setzen auf Diskonter.“ 77% der 1800 befragten Konsumenten werden versuchen, in den nächsten Monaten Energie zu sparen und 80% gaben an, bei Lebensmitteleinkäufen mehr auf den Preis zu achten. Diskonter sollen demnach in Zukunft häufiger besucht werden. Auf „gutes Essen“ wird laut Angabe des Studienautors, Claus Ebster, jedoch kaum verzichtet, da man sich „ja noch etwas gönnen müsse“. Allgemein herrscht im Freizeitbereich weniger Sparbereitschaft und auch in die Bildung wird investiert. Sparen mit neuer Bedeutung | Wird vom „Sparen“ gesprochen, wird meistens ein Ersparnis beim Kauf von Gütern gemeint. Der grundsätzliche Begriff „sparen“ ist in den vergangenen Jahrzehnten jedoch aus der Mode gekommen, ein Vergleich der österreichischen Nationalbank macht den Trend sichtbar: Im Jahr 2001 lag die Sparquote in unserem Land noch bei knapp 15%, im Jahr 2003 sank sie dann auf durchschnittlich 8% und ist seitdem weiter im Sinkflug. Im Vergleich dazu, sind US-Amerikaner noch schlimmere Sparmuffel. In den USA liegt die Sparquote bei nur mehr 1%. Junge Leute sind also

Foto: Lukas Suk

Studie der Universität Wien

mit einer neuen Situation konfrontiert, denn nun heißt es (fast) nicht mehr so wie früher: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not.“ Jugend sieht die Probleme nicht | Zusammenfassend wird klar, dass Jugendliche bald vor ernsthaften Problemen stehen könnten. Mit sinkender Beschäftigungszahl und steigender Arbeitslosenrate werden in Zukunft vermehrt Probleme in unserer Gesellschaft auftauchen. Die Politik versucht mit Rettungspaketen zwar die Wirtschaft in Schwung zu bringen, bis dato ist aber nur wenig davon zu merken. Vielleicht auch, weil Firmen in den vergangenen Jahren über ihrem Niveau gelebt haben und nun radikal einsparen. Aber auch die Ausrede „Finanzkrise“ wird gerne hervorgeholt, wenn wieder hunderte Mitarbeiter eine Kündigung erhalten. Jugendliche sind hier leider meistens die ersten, die den Einsparungen zum Opfer fallen. Nicht nur Geldspritzen, sondern auch langfristige Zusicherungen von Unternehmen sind erforderlich, um jungen Erwachsenen eine Chance im Berufsleben zu geben. Dieses Signal müssen die Konzerne setzen, denn gemeinsam mit einer

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Finanzkrise, Kündigungen und rote Zahlen. Drei Begriffe, die man in letzter Zeit schon zu oft liest und hört. Das Einschreiten der Politik zur Rettung der Banken war scheinbar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, denn im Endeffekt waren nicht nur die Geldinstitute vom Fiasko am Finanzmarkt betroffen. Stellen wurden gestrichen und die Arbeitslosenrate steigt kontinuierlich weiter. Da fragen sich vor allem Jugendliche: „Wer kann uns in dieser Situation helfen?“ Eine Antwort suche ich derzeit noch vergeblich, denn außer vielen Worten von Seiten der Politik ist noch nichts passiert. Klar können Politiker auch keine Wunder vollbringen (sie glauben es nur manchmal), dennoch sollte der Weitblick vorhanden sein, um zu sehen, dass leere Floskeln in dieser Phase keinen Wähler von der einen zur anderen Partei bringen. Somit ist ein Umdenken von unserer Gesellschaft gefragt. Die Politik muss weg kommen von den leeren Versprechen und scheinheiligen Worten. Arbeit ist gefragt und da muss die Bevölkerung auch ihren Teil dazu beitragen. Ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft sind wir Jugendliche, die nun in den kommenden Monaten oder sogar Jahren eine schwere Last zu tragen haben. Schulabgänger werden es nicht leicht am Arbeitsmarkt haben, daher ist rasche Hilfe der Unternehmen gefordert. Einzelne Handelsketten machen es vor und stellen mehr Lehrlinge ein. Ob sich dieser Trend fortsetzt ist eine andere Frage, es bleibt nur zu hoffen, dass sich auch andere Firmen dazu entschließen den Jungen eine Chance zu geben. Nur eines darf man nicht vergessen: Wir müssen diese Chance auch nutzen! geschlossenen politischen Linie aller Parteien, ist es möglich diese Krise zu überstehen. Doch auch das Problembewusstsein der jungen Menschen sollte verschärft werden, denn solange man reichlich über Geld verfügt, fällt sparen erheblich leichter als in Zeiten einer Krise. Und sich vor einer Konfrontation mit Geld(problemen) zu drücken, funktioniert irgendwann auch nicht mehr, denn: Geld regiert die Welt. oooo Clara Maier und Philipp Maschl




Barack Obama

Ein junger Präsident, ein paar junge Ideen und ein paar Millionen junge Wähler

„We need a change.“ INFOBOX: Barack Obama Barack Hussein Obama l verheiratet l zwei Töchter (Malia und Sasha) l geboren am 4. August 1961 in Hawaii l Abstammung: Vater aus Kenia, Mutter aus Kansas l sechs Halbbrüder, zwei Halbschwestern l 1967: Umzug mit der Mutter nach Jakarta l 1967-1970: Besuch der multireligiösen Schule „St. Francis of Assisi Elementary School“ l 1971: Rückkehr nach Hawaii zu den Großeltern mütterlicherseits l 1979: Abschluss mit Auszeichnung der „Punahou School“ l

Studium der Politikwissenschaften in Los Angeles und New York l 1985: Umzug nach Chicago, Arbeit für gemeinnützige Organisationen l 1992: Hochzeit mit Michelle Obama l 1992: erste Aktivitäten in der Landespolitik Illinois l überzeugter Linksliberaler und Sozialpolitiker l 2004: Wahl in den US-Senat für die Demokratische Partei l Februar 2007: Kandidatur für das Amt des US-Präsidenten l spektakulärer Wahlkampf l 4. November 2008: Wahl zum 44. US-Präsidenten

Foto: jmtimages / Jack Thielepape

Spitzenpolitiker, Publikumsliebling und Vollblut-Familienmensch. All das verkörpert der designierte US-Präsident wie kein Zweiter seiner Branche. Nach der Wahl dieser einzigartigen Persönlichkeit zum Staatsoberhaupt weht im Weißen Haus jetzt ein frischer Wind. Massen-Mail-Mobilisierung im World Wide Web | Abgesehen von der neuen politischen Linie, legt man in Washington nun besonderen Wert auf Modernität und ein jugendliches Image. Dabei setzt man nicht nur auf die Überzeugungskraft des (verhältnismäßig) jungen „First Couples“ – Barack Obama ist 47 Jahre alt, seine Frau Michelle 45 – sondern vor allem auf die Nutzung des Internets. Dieses ermöglichte Obamas Wahlkampfteam die Knüpfung Millionen neuer Kontakte auf der ganzen Welt; und das unkompliziert und kostengünstig per Mail. Diese Taktik brachte dem charmanten neuen Amtsinhaber nicht nur eine beträchtliche Menge an Spenden ein, sondern auch Sympathiepunkte. Speziell jungen Wählern imponierte diese Art von modernem Wahlkampf und sie revanchierten sich. Fast 70 Prozent der Erstwähler gaben Obama am 4. November ihre Stimme. Aber darauf ließ man es nicht beruhen. Die Umgestaltung der Homepage des Weißen Hauses und die Einrichtung eines eigenen Blogs, der Interessierte ständig (oft mehrmals täglich) über die politischen Aktivitäten des Präsidenten, seiner Frau und seines Teams auf dem Laufenden hält, sind weitere Schritte, um Obama speziell jungen Menschen näherzubringen. Außerdem erscheint wöchentlich eine vom Präsidenten höchstpersönlich aufgenommene Videonachricht im Netz, die Aufschluss über Obamas Einschätzung aktueller

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08




Die „Jugend von heute“ surft lieber den ganzen Tag im Internet als sich mit weltpolitisch wichtigen Themen zu befassen | Das ist natürlich ein Klischee, das von vielen als unzulässige Verallgemeinerung abgetan wird. Aber trotzdem: Es ist ein Vorurteil, das natürlich auch dem einen oder anderen amerikanischen Politiker zu Ohren gekommen sein dürfte. Obama ist es jedoch wie keinem vor ihm gelungen, die logischen Konsequenzen daraus zu ziehen. Billig, simpel und gerade deshalb so ein Geniestreich war die Lösung: Die jungen Wähler dort ansprechen, wo sie in Massen anzutreffen sind. Das Online-Videoportal YouTube etwa, wo täglich ca. 100 Millionen Clips aufgerufen werden, konnte der Präsidentschaftsanwärter im Wahlkampf für sich nutzen. Zahlreiche Videos, die Tausende Fans begleimeisten davon über teten Barack Obama eine Million Mal auf seiner Wahlkampfangesehen, doku- tour quer durch die mentieren Obamas USA. wichtigste Reden, Auftritte und Statements. Der größte Hit ist und war eine Wa h l ka m pf- Re d e vom 18. März 2008 über die Rassenproblematik in den USA. Unter dem Titel „A more perfect union“ erschien der 37-minütige Video-Mitschnitt auf YouTube und schon nach drei Tagen war die Anzahl der Aufrufe auf bemerkenswerte 2,5 Millionen gestiegen. Auch von der Facebook-Website lächelt uns Barack Obama entgegen. Dort erfährt man zum Beispiel, dass Johann Sebastian Bach zu seinen LieblingsMusikern gehört und dass er gerne „Moby Dick“ liest. 5.752.854 Obama-Fans waren kürzlich auf Facebook eingetragen, es waren jedoch um 21 mehr, nachdem ich zum ersten Mal die F5-Taste meines Laptops gedrückt hatte, um die Seite zu aktualisieren. Besagte Taste hat in den darauffolgenden

28 Minuten sehr unter meiner prompt entstandenen Begeisterung gelitten, während die Zahl der bekennenden Obama-Anhänger nach jeder Aktualisierung wieder ein bisschen nach oben geklettert ist. Die „Jugend von heute“ ist faul, fett und Videospiel-süchtig | Zumindest Letzteres war dem demokratischen Wahlkampf-Team offenbar eine Inspiration. Wenn normale Werbetafeln auf normalen Straßen schon eher langweilig anmuten, dann wird es wohl Zeit für eine neue Idee. Und die bestand letzten Herbst in virtuellen Werbetafeln auf virtuellen Straßen. Im Videospiel „Burnout Paradise“ können die Rennfahrer ObamaPlakate bewundern, wenn sie ihre Runden drehen. Weniger virtuell waren vermutlich die Kosten für diese nette Werbeidee. Die „Jugend von heute“ ist ja sooo undankbar | Ob das alles wirklich etwas gebracht hat? Offenbar schon, denn am Wahltag war die „Jugend von heute“ dann gar nicht mehr so undankbar, wie sie immer zu sein scheint. Genau genommen war sie so-

Foto: zVg

Ereignisse gibt. Umfragen dazu zeigen: Die Jungen sind zufrieden, dass man auf sie eingeht, die Älteren, dass man modernisiert. Vorurteile beseitigen war gestern, heute werden sie zur erfolgreichen WahlkampfStrategie umgemodelt. Was MAN so über uns denkt und was ER daraus gemacht hat:

gar ausgesprochen dankbar: Etwa 66% der unter 30-jährigen Wahlberechtigten gaben Obama ihre Stimme. (Der kleine Wehrmutstropfen an dem Riesenerfolg: Die neuen Strategien wären wohl kaum aufgegangen, wenn die Klischees nicht doch einen klitzekleinen wahren Kern enthalten würden.) oooo Lisa Pitterle

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Obama. It’s a name to most and a word conveying hope, freedom, equality, and promise to many others all over the world. The first black President of the United States of America, Barack Hussein Obama, has not come into office at an easy time in history. With wars being waged in the Middle East, unemployment rising, economy crashing, a housing crisis and continuing issues with energy Obama has a full plate of problems in front of him. Not only does President Obama have to start the long recovery for our nation quickly and efficiently, but he is also representing every man and woman who is striving against any prejudice, and every man and woman who has fought to make the United States truly a nation where dreams can come true. With this riding on his shoulders our President‘s every move has to be wisely acted out and every comment carefully and tactfully said. He has made history already as no other President before him has. But not every American is happy and hopeful about the election of President Barack Obama. Many have doubts, believing he is unable to run our country into this new age. Some reasons that Americans are against President Barack Obama are their beliefs that he is either Muslim (a false rumor started before the elections), inexperienced, young or simply because he is black. Of course not all the Americans who are against President Barack Obama can be classified under these terms, some truly appreciate the struggle he and countless other African Americans have gone through and they simply don’t agree with his policies over critical subjects which is perfectly American. It is our choice who we vote for and those who voted against President Barack Obama certainly have the right to. I personally did not vote in this election because I am only seventeen and you must be eighteen to vote in the United States, although nearly all of my family and extended family voted for President Barack Obama. We believe it is time for change and we believe in our President‘s ability to bring that change about. He is full of charisma, courage, strength, and wisdom, all of these vital to the promising future of the United States of America. President Barack Hussein Obama, a change we, and I believe in.


Foto: Mani Hausler



Europäische Musik im Rampenlicht Songcontest: Europäische Veranstaltung und europäischer Gedanke, der leider in den letzten Jahren auch zu Unrecht verleumdet wurde. Europa: Großer Gedanke, große Chance, im Inneren und nicht nur in Österreich! Leider von vielen Politikern als Negativbeispiel zu Eigenzwecken missbraucht.

Foto: zVg

Alf Poier: Der ganz kleine Helge Schneider. Musik: Die ganz große Geliebte! Beruf und Berufung.

Der Contest der Conteste | Wir schreiben das Jahr 1956, als die Europäische Rundfunkunion ein neues Fernsehformat startet – den Eurovision Song Contest. In Lugano (Schweiz) trafen sich zur Premiere sieben Länder, um am Wettbewerb teilzunehmen. Den ersten Song Contest der Geschichte gewann auch gleich das Gastgeberland und es musste bis 1988 warten, ehe Celine Dion wieder für die Eidgenossen den ersten Platz holte. Ewiger Außenseiter | Unser Land hatte es die Jahre hinweg schwer. Einzig Udo Jürgens schaffte es 1966 mit seinem Song „Merci Chérie“ die Europäer zu überzeugen und holte den ersten und bis dato einzigen Titel nach Österreich. Bis dahin war es ein steiniger Weg, denn beim ersten Antreten eines Österreichers gab es gar den letzten Platz für Bob Martin, mit dem Song „Wohin, kleines Pony“. Doch auch Österreich verbesserte sich im Laufe der Zeit und holte sich durch die Teilnahmen von Udo Jürgens Spitzenplätze bis zum Sieg. Weitere Meilensteine der österreichischen Interpreten waren einige Jahre nach dem Sieg von Udo Jürgens der Auftritt von „The Milestones“ und dann das Jahr darauf kamen „Waterloo und Robinson“ mit dem Song „My Little World“ wieder auf den fünften Rang. In den Achtzigern und Neunzigern gab es dann noch

einige Top-Ten-Platzierungen, doch wirklich überragende Platzierungen und Songs, die um den Titel mitsingen konnten, fehlten der Alpenrepublik. Poier – Held der Musiknation | Wir schreiben das Jahr 2003. Österreich steht Kopf, denn der beliebte Kabarettist Alf Poier nimmt mit dem Song „Weil der Mensch zählt“ in Riga für unser Land teil. In der Vorausscheidung konnte sich Poier gegen die Schlagersängerin Petra Frey durchsetzen und ließ schon vor dem Contest die Wogen hochgehen. Zunächst gab es eine Welle der Entrüstung, einerseits, da der Song – laut einigen Experten – nur mehr wenig mit Musik zu tun hatte und andererseits aufgrund der Bühnenshow, die von der EBU (European Broadcast Union) sogar teilweise verboten wurde. Die Hommage an Michael Jackson wurde von Alf Poier kurzerhand etwas anders dargestellt und am Ende gab es den sechsten Rang. Ein Ergebnis, das keiner für möglich gehalten hatte, denn mit einer Spaßnummer schaffte es Alf Poier, über 100 Punkte zu erreichen und ermöglichte Österreich die Teilnahme im folgenden Jahr, wo das Duo „Tie Break“ die Arbeit von Poier in nur drei Minuten zunichte machte und mit einer Schnulze auf den 21. Platz fiel. Song05 im schiefen Licht | Er war wieder zurück! Alf Poier stellte sich erneut der Vorausscheidung im Jahr 2005. Der ORF setzte dieses Jahr aber nicht auf die klassische Methode, die einzelnen eingegangenen Stimmen zusammenzuzählen, sondern schuf ein Punktesystem. Jedes der neun Bundesländer gab sein Voting ganz in

TEILNEHMER Udo Jürgens - Merci Chérie Alf Poier - Weil Der Mensch Zählt Tony Wegas - Zusammen Geh‘n Thomas Forstner - Nur Ein Lied Tie Break - Du Bist Gary Lux - Nur Noch Gefühl Thomas Forstner-Venedig im Regen Bettina Soriat - One Step

Songcontestmanier ab. Da natürlich auch Stimmen per Handy abgegeben wurden, musste sich das öffentlichrechtliche Fernsehen etwas einfallen lassen und nahm das Handy quasi als zehntes Bundesland in die Wertung. Doch genau dieser Modus verhinderte die neuerliche Teilnahme von Alf Poier am Contest. Der Kabarettist hatte am Ende zwar gesamt über 40.000 Stimmen mehr bekommen, landete aber hinter den Global Kryner nur auf Platz zwei.

Wer auf dieser Welt Gerechtigkeit fordert ist ein Idiot!! Wer auf dieser Welt Verständnis fordert ist geistesgestört! Ich danke Euch allen im Namen der Wahrheit! Alf Poier Platz 2 mit 106.000 Stimmen. Global Kryner Platz 1 mit 60.000 Stimmen. Alf Poier

Mit dem Lied „Y Asì“ landeten die Sieger der Vorausscheidung im neu geschaffenen Halbfinale auf dem 21. Platz und verpassten damit die Teilnahme am Contest klar. Austria – Zero Points | Auch heuer wird sich nichts daran ändern, denn wie schon im letzten Jahr gibt es wieder keinen österreichischen Song im Bewerb. Der ORF schickt keinen Vertreter nach Moskau, wo 2009 der Contest stattfindet. Seit dem katastrophalen Ausscheiden von Eric Papilaya im Semifinale vor zwei Jahren hat das öffentlich-rechtliche Fernsehen anscheinend genug von den Gesangskünsten der Österreicherinnen und Österreicher. Da fragt man sich, wofür der ORF „die neuen Österreicher“ in seinen Radios pusht und es nicht schafft, einen Vertreter zum Songcontest zu schicken, wo jedes Jahr das Wettsingen live übertragen und zelebriert wird. oooo Philipp Maschl

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Foto: zVg

WORD RAP

mit Edi Köhldorfer (Teilnehmer des Songcontests 05)




AlltäglichInteressantes vom Bahnsteig Wie funktionieren diese elektronischen Anzeigetafeln in der Haltestelle, die anzeigen wann die nächste Straßenbahn kommen wird? Wer hat sich diese Frage nicht schon – zumindest einmal – während des Wartens auf die Tram gestellt? Ich persönlich habe mir schon öfters Gedanken darüber gemacht, bin aber auf keine wirklich schlüssige Antwort gestoßen. Hinter der einfachen Frage steckt eine etwas kompliziertere Antwort. „Alle Fahrzeuge werden in 20-Sekunden-Abständen über Datenfunk nach ihrem Standort abgefragt. Jedes Fahrzeug sendet dabei seinen aktuellen Wegzählerstand. Zusätzlich wird aufgrund der vom Fahrer in der Haltestelle gegebenen Türfreigabe zum Ein- und Aussteigen erkannt, ob das Fahrzeug in einer Haltestelle steht oder gestanden hat. Aus der Kombination von Wegimpulsen und Türfreigabe ergibt sich die zuverlässige Ortung der Züge“, erklärt Thomas Grieshofer, technischer Referent der Wiener Linien, gegenüber der Tageszeitung Die Presse. Zusätzlich an der Trasse des Zuges aufgestellte Infrarotschnittstellen ermitteln den Standpunkt des Wagens metergenau und senden die Daten an die Leitzentrale. Dort ist es dank Kenntnis der Teilfahrzeiten zwischen den

Warum die Anzeigentafel weiß, wann die nächste Bim kommt...

einzelnen Haltestellen möglich, die Strecke in Minuten umzurechnen und die Ankunftszeit in der nächsten Haltestelle zu prognostizieren. Und ich kann mich darüber freuen, dass meine nächste Bim auch bald kommen wird! Letztendlich denke ich mir, wozu man solch ein aufwendiges Leitsystem benötigt und lasse mich eines Besseren belehren: Denn am alltäglichen Beispiel einer Baustelle lässt sich die Genialität des Systems erklären. Fällt nämlich beispielsweise ein Bus auf Grund von Wartezeiten bei einer Baustelle zurück, wird dies dem Rechenzentrum gemeldet. Das System schickt automatisch an alle vor dem betreffenden Fahrzeug fahrenden Busse diese Information, damit sich diese ebenfalls etwas zurückfallen lassen und die Lücke dazwischen nicht allzu groß wird.

... und wieso in Bregenz und Wien die gleiche Stimme den nächsten Zug ansagt... A l l t ä g lich – aber wie funktioniert‘s? | Gespannt auf meinen Zug wartend stehe ich am Bahnhof in St. Pölten. Nach dem harmonischen „Ding-Dong“-Signal ertönt durch die Lautsprecher am Bahnhof die Stimme einer Ansagerin, die den nächsten Zug ankündigt: „Achtung, Bahnsteig 5. ÖBB Eurocity 566 von Wien Westbahnhof mit der Planabfahrt um 14:22 Uhr fährt ein...“ Die rund einstündige Zugfahrt nach Linz vergeht wie im Flug – pardon Zug. Langsam rollt der Zug am Linzer Hauptbahnhof ein und ich sehe bereits einige Fahrgäste die Stufen hocheilen, die mit meinem Zug weiterfahren möchten. Ich möchte dies nicht und steige aus – und wieder ertönt die gleiche charmante Damenstimme von den Lautsprechern am Bahnsteig „Willkommen in Linz – Europäische Kulturhaupt-

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Sprott Foto: Douglas

HINTERFRAGT

stadt 2009. Sie befinden sich auf Bahnsteig 6AD. Ihre nächsten Anschlüsse sind...“ Aber warum plärrt nicht ein lokaler Fahrdienstleiter sowohl in Nieder- als auch in Oberösterreich über die Lautsprecheranlage die Durchsagen, sondern seit 30 Jahren die von Bühne und Radio bekannte Chris Lohner mit ihrer charmanten Stimme? Corporate Identity – Lohners Stimme Die „Österreichischen Bundesbahnen“ sind die ersten Zugbetreiber in Europa, die für alle Ansagen eine einheitliche Stimme verwenden – eine besondere Art des WiedererkennungsEffektes. Ich frage am Bahnhof in Linz nach und informiere mich, was hinter der Technik steckt und wie es sein kann, dass österreichweit alle Ansagen von Lohner stammen. Die Technik im Wandel der Zeit | Rechtzeitig vor dem Fahrplanwechsel im Dezember wurde mit 3,5 Zoll Disketten im Gepäck, auf denen in Wien Ansagen aufgenommen wurden, eine Österreichrundfahrt gemacht um alle Audiodateien an die Rechenzentren von Spittal am Millstättersee über Mallnitz bis nach St. Pölten und Wien verteilt. Heute verfügen die ÖBB österreichweit über mehr als 200 Recheneinheiten, die ausschließlich für Ansagen zur Verfügung stehen. Durch die Automatische Ansage Einrichtung (AAE) machen heute nur noch die Audiofiles die Runde und das binnen Sekunden. „Jeder Satz muss frisch klingen“ | Ich bin verwundert darüber, dass man 30 Jahre lang intensiv Audiodatein erstellen kann, ohne „müde“ bei diesem Job zu werden. Deswegen recherchiere ich weiter und stoße auf ganz interessante Details. Regelmäßig – meist drei Monate im Herbst – wird wegen des Fahrplanwechsels Mitte Dezember neu aufgenommen. „Länger als zwei Stunden kann ich aber eigentlich nicht aufnehmen, weil jeder Satz ganz frisch klingen muss!“, erklärt Lohner. Hinzu kommt, dass die ausländischen Städtenamen oft teuflisch schwierig auszusprechen sind und die Ansagen seit einiger Zeit auch in Englisch aufgenommen werden: „Da ist sehr viel Konzentration notwendig.“ Für Lohners Verdienst widmete die ÖBB ihr einen der neuen „Talent“-Nahverkehrszüge, der auf „Chris Lohner“ getauft wurde. Unterm Strich freut‘s mich, dass ich auf jedem Bahnhof freundlich von Chris Lohner empfangen werde, denn anderswo, zum Beispiel in der Wiener U-Bahn, weht ein rauerer Wind kurz und knapp durch die Lautsprecher: „Zug fährt ab!“ oooo Georg Mantler


10

Tulln: Startschuss für „Talk-a(c)tive“ In vielen Städten ist die Jugendarbeit auf wenige Personen beschränkt, Tulln ist in dieser Hinsicht anders, denn mit „Talk-a(c)tive“ haben Jugendliche die Chance, aktiv mitzureden und mitzubestimmen, um die Stadtgemeinde für ihre Bedürfnisse lebenswerter zu machen. Dabei sind die Jugendlichen frei in ihren Entscheidungen und erarbeiten in Eigeninitiative Projekte, die von ihnen durchgeführt werden. In einer Workshopreihe werden verschiedene Veränderungswünsche besprochen, die in Zukunft umgesetzt werden sollen. Dass das Projekt auf große Anteilnahme stößt, zeigte sich schon beim ersten Workshop, wo sich mehr als 30 Jugendliche aktiv und engagiert mit der Thematik „Was fehlt den Jugendlichen in Tulln“ befassten. Dabei gab es viele unterschiedliche Meinungen, die vom Moderationsteam gemeinsam mit den jungen Erwachsenen ausgearbeitet wurden. Kernpunkte waren dabei die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsverbindungen, die Möglichkeit zur Nutzung von Sporträumlichkeiten, Sportveranstaltungen für Jugendliche sowie mehr Bürgerbeteilung und Diskussionsveranstaltungen in der Stadt. Jugendstadträtin Susanne Schimek konnte im Dialog mit den anwesenden Jugendlichen auch auf die Wünsche und Anregungen eingehen und gab aktuelle Informationen zu diversen Projekten. Weitere

Krems: Wie lebenswert ist unsere Stadt wirklich? In einer Umfrage der Verlagsgruppe News wurde Krems 2007 zur „lebenswertesten“ Stadt Österreichs gewählt. Dieser Titel wurde gefeiert und publiziert, doch wenige Bürgerinnen und Bürger wissen, dass bereits 2002 der Weg dazu gelegt wurde. Damals gewann Krems den Titel der lebenswertesten Stadt Niederösterreichs. Heute, sieben bzw. zwei Jahre später, startet molto eine Umfrage, um die Lebensqualität sowie die Präferenzen der Jugendlichen in Krems zu erforschen. Durchschnittlich: „Gut“ für Krems | In den Bereichen Sport, Kultur, Einkaufs- und Fortgehmöglichkeiten konnte Krems dem Test standhalten und wurde durchschnittlich mit der Schulnote „Zwei“ bewertet.

Workshops wie dieser werden in Zukunft folgen und die jungen Erwachsenen zeigten sich vor allem an einem Projekt sehr interessiert: Jugendliche werden mit Film- und Fotoaktionen ihre Sichtweise darstellen. Dabei wird eine andere Perspektive von Tulln präsentiert, die Problemfelder beleuchten oder wichtige Plätze zeigen soll. Die beiden treibenden Kräfte hinter „Talk-a(c)tive“ sind Jugendstadträtin Susanne Schimek und Vizebürgermeister Peter Eisenschenk. „Die Jugend ist der Schlüssel für eine zukunftsweisende Entwicklung einer starken Region“, ist Eisenschenk überzeugt. Schimek fügt hinzu: „Wir wollen erreichen, dass die Jugendlichen ein Forum bekommen, wo sie sich einbringen und ihre Projektideen und Verbesserungsvorschläge in den nächsten Jahren auch umsetzen können.“ Ziel ist, dass dieses Projekt die derzeit laufenden Aktivitäten im Jugendbereich nicht ersetzt, sondern daran anknüpft. Damit sollen die Kräfte gebündelt und die Jugendarbeit weiter forciert werden. Als Projektträger fungiert der Regionalverband „noe mitte“, der eine Ausweitung dieses Vorzeigeprojekts auch auf andere Gemeinden anstrebt. Ein gelungener Startschuss ist bereits hingelegt worden, denn Jugendliche haben die Chance, aktiv an der Entwicklung ihrer Stadt teilzuhaben und scheinen dies auch zu nutzen.

„Ich schätze besonders an Krems, dass es eine vielfältige Stadt ist, die immer einen kulturellen Touch hat.“ Vanessa Appenzeller, Traismauer

Musik wurde als einziger Bereich nur mit der Note „Drei“ bewertet. Jugendliche kommentierten dieses Ergebnis mit dem Argument, dass es ihrer Meinung nach zu wenig Angebot im Musikbereich gäbe. Eine 18-Jährige merkte außerdem an, dass es in Krems einfach zu wenig Locations geben würde, die in ihrem Lokal auch jungen unbekannten Bands die Möglichkeit geben, sich zu etablieren. Die Lokale würden sich auf bekannte Gruppen beschränken, um das

oooo Philipp Maschl

80%

73% 64% 50%

41%

14% 0%

Foto: Stadt Tulln

Sport

Musik

Kultur

Einkaufen

Fortgehen

Grafik: molto 2009

40%

Abb.1: Wertschätzung der Lebensbereiche in Krems. Welche Bereiche schätzen die Bürger an Krems? Stimmabgabe in % inkl. Mehrfachnennungen.

Viel Engagement wird besonders in Tulln in die Jugendarbeit gesteckt. MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


11

Publikum und das Geschäft nicht zu verlieren. Doch darüber, ob das der richtige Weg ist um junge Besucher zu gewinnen, lässt sich gemäß der Ergebnisse streiten. Einkaufsmöglichkeiten Top | Am meisten geschätzt werden in Krems jedoch noch immer die Einkaufsmöglichkeiten, dicht gefolgt von den Fortgehmöglichkeiten (Abb.1). Als beliebte Geschäfte wurden vor allem die Großkonzerne Müller, Libro, Spar sowie die zahlreichen Kleidergeschäfte genannt. Außerdem wird der Einkauf gerne mit einem Besuch im Café Raimitz, Hagmann oder im Stadtcafé Ulrich verbunden. XO-Bar beliebteste Location | Zum Fortgehen besuchen die Kremser Jugendlichen

Foto: Travel Aficionado

Besonders beliebt: Cocktails in der Kremser Altstadt.

generell lieber die Altstadt als das moderne Kinocenter im Gewerbepark. Die XO-Bar im Stadtkern hat sich neben den Hauptkonkurrenten Irish Pub und Avalon Exil etablieren können. Die Jugendlichen schätzen hier, laut Angaben zweier Kremser Studentinnen, besonders die Cocktailaktionen am Mittwoch sowie die gemütliche Atmosphäre. oooo Clara Maier XO-Bar

und fährt die beschlossene Route ab. Für eine Fahrt zahlt der Jugendliche zwei Euro und trägt somit auch zur Finanzierung bei. Im Grunde eine faire Lösung, doch gerade auf der oben angesprochenen Route stößt dies scheinbar auf taube Ohren. Von Seiten der JVP wird dieses Projekt gefördert, so meinte Bezirksobmann Krempl: „Dieses Konzept führt zu einer regionalen Mobilität, welche vor allem für Jugendliche wünschenswert und unerlässlich ist.“ Die Junge Generation (SPÖ) sieht das anders, denn Bezirksobmann Neuhold steht kritisch zum Lösungsansatz der JVP. „Die Buslinien dürfen nicht nur einen Abfahrts- und Rückfahrtstermin haben. Eine flächendeckende Lösung wäre im Sinne der Verkehrssicherheit mehr als sinnvoll“, kontert Neuhold. Damit geht die Debatte um mögliche Nachtbuslinien im Bezirk St. Pölten weiter. Beide Seiten sehen Vorteile in ihrer Argumentation, doch am Ende erscheint es besser zumindest eine Nachtbusroute anbieten zu können, als die nächsten Jahre weiter darauf zu warten. Auch der finanzielle Aspekt einer solchen Linienführung darf nicht vernachlässigt werden. Wenn Gemeinden anscheinend schon beim derzeitigen Stand Probleme mit der Finanzierung haben, wie sollen die Busse öfter als einmal fahren? Eine Kostenexplosion, die früher oder später die Jugendlichen trifft, wäre wohl die Folge. Ob dies aber dann die Attraktivität eines Nachtbusses steigert, sei dahingestellt.

73%

Irish Pub

55%

Avaon

3%

Kinocenter

7%

"G"

3%

Amadeus

3%

Sonstiges

18%

Quba

9%

Grafik: molto 2009

14% 9%

0% 0%

30%

Foto: Roger Ferrer Ibáñezn

Q-Stall Jazzkeller

Die Bar

St. Pölten: Auf den Bus gekommen Einsteigen und losfahren – Nachtbusse fahren quer durch Österreich, doch in Niederösterreich gibt es noch viele weiße Flecken auf der Landkarte, wo keine Busverbindung angeboten wird. Der Verein N8BUZZ (Initiative von Landeshauptmann Pröll) ist derzeit vor allem im Raum St. Pölten unterwegs und versucht neue Routen für junge Erwachsene mit Hilfe der Gemeinden anzubieten. Dass der Weg aber ein schwerer ist, zeigt sich im Fall der Route SitzenbergTraismauer-Krems, denn die Lokalpolitik einzelner Gemeinden ist scheinbar nicht an einem Ausbau des Nahverkehrs in den Nachtstunden interessiert. Doch was würde ein solcher Nachtbus für Vorteile bringen? Einerseits wird auch die Umwelt durch verminderte CO2-Emissionen geschont, andererseits sind die Jugendlichen unabhängig von ihren Eltern oder einem eigenen Auto, denn der Nachtbus fährt sie sicher hin und retour. Damit ist die Gefahr eines Unfalls infolge einer Alkoholisierung praktisch ausgeschlossen und Eltern haben ein sicheres Gefühl, wenn ihre Kinder in den Abendund Nachtstunden unterwegs sind. Stellt sich nun die Frage, warum Gemeinden dieses Angebot nicht wahrnehmen wollen. Hier gibt ein Blick in die Finanzen Aufschluss: Beim Projekt N8BUZZ zahlt eine Gemeinde einen Euro pro Einwohner im Jahr für die Finanzierung des Busses. Dieser wird von der Post Bus AG betrieben

60%

Abb.2: Bevorzugte Fortgehlokale der Kremser Jugendlichen in % inkl. Mehrfachnennungen. Nachtbus: Hoffentlich bald Realität und kein Spiegelbild mehr. MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


12

Liebe Frau Rudas! Sie sind stets bemüht, sich für junge Menschen und deren Interessen einzusetzen. Wie sieht Ihrer Meinung nach eine gerechte Politik für gerade diese Zielgruppe aus? Der wichtigste Ansatz ist der, dass Jugendpolitik nicht als isolierter Bereich betrachtet wird. Jugendliche sind Teil unserer Gesellschaft und zum Großteil mit denselben Problemen konfrontiert, die auch andere treffen. Junge Menschen betrifft vor allem Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik, nicht was Jungpolitiker anziehen und wohin sie weggehen. Junge Leute erwarten sich jetzt konkrete Lösungen, um ihnen eine Ausbildung und einen Job gewährleisten zu können. Wenn Jugendliche heute keinen Ausbildungsplatz finden, dann kann und darf man sie nicht ihrem Schicksal überlassen. Selbst wenn sich die Wirtschaft wieder erholt, finden sie mangels Qualifikation auch dann nur schwer einen Job. Heute mehr denn je, entscheidet die Ausbildung und die entsprechende Qualifikation über die Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Es ist unsere Aufgabe, der Jugend die Angst vor dem Morgen zu nehmen. Vieles wird teurer. Glauben Sie, dass sich der Großteil der Jugend, gerade in einer Zeit wie heute, dessen bewusst ist? Warum sollten sich Jugendliche dessen nicht bewusst sein? Jugendliche sind genauso wie der Rest der Gesellschaft von der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Probleme betroffen. Wahrscheinlich sogar noch mehr als andere, da die Einkommenssituation gerade in der Ausbildung und in den ersten Berufsjahren ja eher eine bescheidene ist. Gerade wenn man vielleicht, überlegt eine erste eigene Wohnung zu beziehen oder sich ein erstes Auto zu kaufen, spürt man das besonders. Deshalb ist es ja so wichtig, dass die Regierung entschlossene Schritte zur Ankurbelung der Konjunktur und zum Kampf gegen

die Arbeitslosigkeit, besonders der Jungendarbeitslosigkeit, gesetzt hat. Die Jugendarbeitslosenrate ist aktuell stark angestiegen. Wo sehen Sie Möglichkeiten, um dem entgegenzuwirken? Heute gibt es seit sehr langer Zeit wieder eine junge Generation, die es in Zukunft nicht automatisch besser haben wird, sondern sich denkt, „hoffentlich wird es nicht schlechter“. Genau hier setzen wir an. Wir müssen viel lauter die richtigen Antworten darauf geben, wie etwa faire Bildungschancen, Verbesserungen in der Ausbildung und die bessere Unterstützung von Arbeitssuchenden. Arbeitslosigkeit ist schlimm genug. Arbeitslosigkeit in der Jugend ist jedoch ein Problem, das für den Einzelnen mit Konsequenzen verbunden ist, die ihn unter Umständen sein Leben lang begleiten werden. Zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit unternimmt die Regierung daher alle Anstrengungen, um die Ausbildungsgarantie bis 18 Jahre einzuhalten. Dadurch wird sichergestellt, dass junge Menschen in Schulen, Unternehmen oder in überbetrieblichen Lehrwerkstätten auch in „Die Regelung Krisenzeiten eine solide der StudiengeAusbildung erhalten. Die bühren freut Konjunkturpakete der Bunmich besonders.“ desregierung und die vorgezogene Steuerreform sind weitere konkrete Schritte zur Entlastung der Lebenssituation von Jugendlichen und deren Familien.

Bei der letzen Nationalratswahl 2008 durfte auch erstmals ab 16 Jahren gewählt werden. Hat sich dies aus Ihrer Sicht bewährt? Klar. Wir haben ja gerade skizziert, welche Herausforderungen zukünftig auf die Jugendlichen zukommen. Es wäre ja geradezu absurd, wenn Jugendliche in so einer Situation nicht in die politischen Entscheidungsprozesse eingebunden wären. Was mich echt aufgeregt hat, war wie junge Wählerinnen und Wähler nach der Nationalratswahl im September oft dargestellt wurden, quasi als die „Nackerbatzerln“ der Demokratie. Da wurde unterstellt, dass sie ihre Wahlentscheidung davon abhängig machen würden, welcher Politiker in welche Disko geht oder wie die einzelnen Politiker angezogen sind. Das ist praktisch eine Entmündigung junger Wählerinnen und Wähler und das Spiel, spiel ich nicht mit. Jungund Erstwähler treffen ihre Wahlentscheidungen genauso wie andere auch. Manche jungen Wählerinnen und Wähler waren von der letzten Regierung enttäuscht, andere haben ganz konkrete Sorgen bezüglich Job oder Ausbildung - unsere Aufgabe ist es daher mit lösungsorientierter Politik zu überzeugen. Da werden wir auch in Zukunft unser Hauptaugenmerk darauf richten und klar machen, dass wir die Ärmel aufkrempeln und dafür arbeiten, dass die Folgen der Wirtschaftskrise rasch bewältigt werden, denn wir stehen dort, wo die Menschen unsere Unterstützung brauchen. Foto: SPÖ/ Pertramer

SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Mag. Laura Rudas über Österreichs Jugendpolitik!

mich besonders, da dadurch auch deutlich gemacht wird, dass die SPÖ zu ihrem Wort steht. Durch die breiten Ausnahmebestimmungen ist gewährleistet, dass für die meisten Studierenden keine zusätzlichen Kosten mehr für das Studium entstehen. Die Maßnahme war überfällig und ist ein Beitrag zur fairen Verteilung der Bildungschancen. Allerdings gibt es nicht nur Studentinnen und Studenten in Österreich. Eine Mindestlehrlingsentschädigung ist eine Maßnahme, die wir weiterhin als Ziel formuliert haben. Wir dürfen allerdings nicht den Fehler machen, jetzt den Leuten zusätzliche Vergünstigungen zu versprechen. Erstes Ziel: alle Kräfte zur Bewältigung der Wirtschaftskrise und zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bündeln. Das hilft den Jugendlichen derzeit am meisten.

Die Abschaffung der Studiengebühren ist zum Großteil gelungen. Bildung wird somit frei zugänglich gemacht. Ein angenehmer Nebenaspekt ist der, dass viele Studentinnen und Studenten in den Genuss kommen, sich Geld ersparen zu können. Für welche zusätzIch danke Ihnen für dieses interessante lichen Vergünstigungen treten Sie in naher Gespräch! Zukunft ein? Die Regelung der Studiengebühren freut MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


13

Ozon, die große Unbekannte Ozon ist lebenswichtig, aber auch bedrohlich: Das Ozon schützt die Erde und damit auch ihre Lebewesen mit der Ozonschicht in 15 bis 50 km Höhe (Stratosphäre) vor der „harten“ ultravioletten Strahlung der Sonne, doch in Bodennähe wirkt es als gefährliches Reizgas für Mensch, Tier und Pflanzen. „Der Sturm donnerte und blitzte und die Luft war mit Schwefel angefüllt“, so beschrieb bereits Homer in seinem Epos „Odyssee“ den typischen Ozongeruch, der durch elektrische Ladung bei einem Gewitter oder durch UV-Bestrahlung entsteht. Das bodennahe Ozon – der Smog | Eine gewisse Grundbelastung von Ozon ist immer in der Atmosphäre vorhanden, doch der Mensch hat durch den Ausstoß von Schadstoffen in den letzten Jahrzehnten das atmosphärische Gleichgewicht erheblich beeinflusst, wodurch sich die Grundbelastung verdoppelt hat. Ozon als Atemgift | Für Menschen ist Ozon ein aggressives Reizgas, das besonders bei Kindern und Kranken brennende Augen, Husten, Heiserkeit und Schleimhautentzündungen auslösen oder die Lungenfunktion schwächen kann. Langanhaltende Belastungen, wie sie etwa abseits von Ballungsgebieten auftreten, können zu dauerhaften Gesundheits-

Das moderne Israel Gründungsgeschichte eines jungen Staates

Noch immer haben wir die schrecklichen Bilder der Kriegshandlungen zwischen der Hamas und der israelischen Armee vor Augen. Die meisten wissen deshalb, dass die Geschichte Israels konfliktreich und voller Streit ist, doch nur wenigen ist bekannt, wie dieser Staat eigentlich entstanden ist. Wem gehört das Land? | Den Anspruch auf einen eigenen Staat begründen die Israelis mit der Bibel und der darin enthalten Vergabe

schäden führen. Ozon steht darüber hinaus auch unter Verdacht, krebserregend zu sein. Ozon als Pflanzengift | Noch viel früher als wir Menschen ist die Vegetation gefährdet, denn Ozon beeinträchtigt schon in geringer Konzentration das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen. Davon sind auch viele Kulturpflanzen wie Bohnen, Tabak, Raps, Soja, Kartoffeln und Weizen betroffen. Besonders bei Weizen werden bei langandauernder Ozonbelastung Ertragsverluste von bis zu 50 Prozent befürchtet. Darüber hinaus gilt Ozon als Hauptverursacher des Waldsterbens, da das Zusammenspiel von der Belastung durch Ozon mit anderen Faktoren wie Trockenheit, Hitze, anderen Luftschadstoffen, erhöhter UV-Strahlung unseren Wald krank macht. Ozonschicht – Ozonloch | Im Gegensatz zu dem bodennahen Ozon, ist die Ozonschicht für uns überaus wichtig, denn sie umgibt unseren blauen Planeten und schützt ihn auf diese Weise vor der gefährlichen kosmischen Strahlung. Die durch die Atmosphäre dringende Reststrahlung kann zu Sonnenbrand und bei längerer Einwirkungsdauer zu Hautkrebs führen. Geringe, dauerhafte Abnahmen der Ozonkonzentration genügen, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen erheblich zu vergrößern. Hier sehen wir uns mit dem Problem „Ozonloch“ konfrontiert. Mittlerweile müssen wir uns unweigerlich der Tatsache bewusst werden, dass die Ozonschicht seit den Siebzigern um mehr als 40 Prozent abgenommen hat, über manchen Teilen der Welt sogar schon bis zu mehr als 70 Prozent. Das Ozonloch über weiten Gebieten Australiens und den Polarregionen bewirkt, dass UV-Strah-

dieses Landes an Moses durch Gott. Doch die Araber wiederum verweisen auf ihre 1300jährige Geschichte an diesem Ort. Diese Ansprüche standen sich schon 1922 gegenüber, als das heutige Israel durch den Völkerbund an Großbritannien übergegangen war. Vormals Teil des Osmanischen Reiches, ging das Land jetzt an eine der Siegermächte des Ersten Weltkriegs. Die Briten hatten nun die schwierige Aufgabe, die BalfourDeklaration von 1917 zu erfüllen, die die Schaffung einer jüdischen Nation an diesem Ort vorsah. Die Jahre 1922 bis 1936 prägte eine starke Einwanderungswelle aus Ostund Mitteleuropa und schon damals gab es immer wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Juden und Arabern. UNO-Beschluss mit Folgen | Im Jahre 1947 brachte Großbritannien das Israel-Problem vor die neu gegründete UNO. Im selben Jahr wurde ein komplizierter Teilungsplan, der

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

INFOBOX Maßnahmen gegen Ozon o Verstärkt öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad nutzen o freiwillig Tempo 80 bzw.100 km/h fahren o Kurzstrecken zu Fuß zurücklegen o zur Warmwasseraufbereitung Solaranlagen o Wärmepumpen und Fernwärme nutzen o alte Öfen durch neue tauschen Energie durch Wärmedämmung sparen o Sonnen- und Windenergienutzung o Farben und Klebstoffe nur mit Lösungs mitteln auf Wasserbasis verwenden o nichts im Freien verbrennen o umweltbewusst einkaufen

lung ungehindert auftreten kann und dass bei dauerhafter Aussetzung sämtliche lebende Organismen auf der Erde zerstört werden. Jeder kann einen Beitrag leisten | Die lebenswichtige Ozonschicht – das „gute Ozon“ – nimmt stark ab, während das bodennahe – das „böse Ozon“ – Steigerungsraten aufweist. Die Folgen dieser Entwicklung sind bereits jetzt mehr als besorgniserregend, der Handlungsbedarf ist enorm. Daher müssen wir, jeder einzelne von uns, einen Beitrag leisten, damit die Zukunft der nächsten Generationen gesichert ist. oooo Anita Quixtner

Israel mehr als die Hälfte des britischen Mandatsgebiets sichern sollte, beschlossen. Der Rest sollte ein arabischer Staat werden. Hier lag schon einer der ersten Konfliktpunkte, da die jüdische Bevölkerung damals gerade ein Drittel der Einwohner ausmachte. Dieser Beschluss wurde von den Arabern nie akzeptiert. In Folge des zweiten Weltkriegs wurde mit einem starken Zuzug der Juden aus Europa gerechnet und dies sollte eine Erleichterung der Situation mit sich bringen. Doch das trat nicht ein und Israel blieb weiter ein Pulverfass. Am 14. Mai 1948 verließen die letzten britischen Truppen Israel und am Tag danach wurde der Staat von David Ben-Gurion ausgerufen. Bis heute sind die Probleme allgegenwärtig und es konnte noch niemand den jahrzehntelangen Streit schlichten. Die Zukunft dieses jungen Staates steht deshalb weiter im Ungewissen. oooo Gernot Erber


Foto: Lukas Suk

14

„Peking war meine Motivation“

Mirna Jukic , Österreichs Sportlerin des Jahres 2008 im Molto-Interview über ihre Erfolge, ihr Studium und ihre Zukunft.


15

Im Jahr 2006 bist du ja leider am Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankt und hast dann ein Jahr nicht trainiert. War dabei immer klar, dass du weiter machen wirst bzw. wie hast du dich wieder motivieren können quasi von Neuem zu beginnen? Es war nicht immer klar, dass ich weiter mache und es war auch sehr schwer. Im März 2006 wurde festgestellt, dass ich am Pfeiffer’schen Drüsenfieber erkrankt war. Somit war auch klar, dass ich eine Zeit lang kein Training absolvieren können würde. Ich habe dann sechs Monate Pause gemacht und erst im September wieder begonnen zu trainieren, weil ich mir selbst nicht sicher war, was ich will. Ich konnte mir mein Leben ohne Schwimmen aber nicht vorstellen – und ich wollte unbedingt nach Peking. Ich habe nicht zwölf, dreizehn Jahre lang trainiert, um dann alles aufgrund dieser Krankheit sausen zu lassen. Peking war meine Motivation und dass ich all jenen, die mich schon längst abgeschrieben hatten, zeigen wollte, dass ich noch besser sein konnte, als ich es vorher war. Viel Training, das Glück an meiner Seite und der liebe Gott, der es mir gegönnt hat, führten dazu, dass letztendlich alles so war wie es sein sollte und ich es zurückgeschafft habe. Mirna Jukic, ein Vorbild sowohl sportlich als auch menschlich. Keine Skandale, immer höflich und diszipliniert. Siehst du dich selbst auch als Vorbild für junge Menschen? Es war nie mein Ziel, so zu sein, dass junge Menschen zu mir aufschauen und so sein

wollen wie ich. Ich glaube, jeder ist individuell und soll auch so sein wie er ist. Aber da ich eben so bin wie ich bin – das heißt ich versuche so höflich wie möglich zu sein, so wie mich meine Eltern erzogen haben – finde ich es gut, wenn sich Kinder ein Beispiel an mir nehmen. Dabei finde ich es zwar nicht besonders gut, wenn sie sagen, „ich möchte genau so sein wie Mirna“, aber wenn sie sagen „ich finde es toll, dass Mirna Schule und Sport verbindet, ich will das auch versuchen.“ Das finde ich gut. Das ist etwas, was ich den Kindern mit auf den Weg geben möchte: Jeder sollte für sich entscheiden, was für ihn am besten ist, was er von uns allen lernen kann, was er für sich selbst mitnehmen kann. Dabei möchte ich eine Art Vorbild sein.

„Jeder ist individuell und soll auch so sein, wie er ist.“ Du studierst Publizistikund Kommunikationswissenschaft im dritten Semester. Warum gerade dieses Studium und wie wichtig ist es dir, neben dem Schwimmen zu studieren? Ja, das ist mir sehr wichtig und es wurde mir von Haus aus mitgegeben, dass Schule immer an erster Stelle steht. Schwimmen war ja eigentlich immer nur ein Hobby und ein Spaß – Schwimmen durfte nie die Schule in den Schatten stellen. Das ist auch wichtig, denn ich weiß, dass ich (gottseidank) kein Fußballer bin und von dem Geld, das ich verdiene, nicht leben werden kann. Das möchte ich auch nicht. Es ist schön, dass ich mit dem Schwimmen, das eben mein Hobby ist, ein bisschen etwas verdiene, aber ich möchte in meinem Leben arbeiten, ich möchte ganz normal sein und deswegen unbedingt studieren. Ich habe lange gekämpft, um herauszufinden, was es

ist: Ich war zwei Jahre auf der Wirtschaftsuniversität und dann habe ich ein Jahr komplett Pause von der Uni gemacht und im Wintersemester 2007 habe ich mich dann dazu entschlossen Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (PKW) zu studieren. Ich interessiere mich sehr für die Medien und will sehen, wie die Dinge hinter den Kulissen ablaufen. Ich glaube, es war definitiv eine gute Entscheidung PKW zu studieren. Was sind deine nächsten Pläbzw. Ziele für die Zukunft? Sportlich gesehen ist mein nächstes Ziel die WM in Rom vom 26. Juli bis 2. August. Das heißt, die heurige Saison ist wieder sehr lange und ich werde den kompletten Juni und Juli nicht da sein. Ich werde ständig nur auf Trainingslager sein, weil ich mich für die WM vorbereiten muss. Das wird auch eine Herausforderung für mich sein mit der Uni, aber ich glaub ich kriege das hin. Danach mache ich einmal Urlaub, was ich mir auch verdient habe und dann überlege ich einfach wie es sportlich bei mir weiter geht. Nach Olympia habe ich gesagt, dass ich jetzt nicht mehr in VierJahres-Schritten denke, so wie damals nach Athen, als ich gesagt habe, dass Peking unbedingt mein Ziel ist. Damals hat man gewusst, dass ich vier Jahre schwimmen muss. Ich überlege jetzt einfach step by step. Ich möchte natürlich so schnell es geht die Uni fertig machen und irgendwo anfangen zu arbeiten. Wie jedes Mädchen, jede junge Frau träume auch ich von einer Familie – von Mann, Kindern, Arbeit. Das ist alles in kurzfristiger bis langfristiger Zukunft Planung, fünf, zehn, fünfzehn Jahre, keine Ahnung. Aber das sind so die größten Wünsche, die ich mir noch erfüllen will und da werde ich dran arbeiten. Vielen Dank für das nette Gespräch! oooo Julia Erber ne

Foto: Lukas Suk

Rückblickend auf dein erfolgreiches Jahr 2008: Hast du alle deine Ziele erreicht bzw. wie zufrieden bist du damit? Ich habe in diesem Jahr mehr erreicht, als ich mir gedacht habe. Schon im März – mit der EM – hat es super begonnen, ich habe Gold, Silber und Bronze geholt. Auch bei der WM bin ich gute Zeiten geschwommen, habe aber leider keine Medaille gewonnen. Dieses Ergebnis hatte jedoch keine so große Bedeutung für mich, weil ich mich sowieso mehr auf die Langbahn konzentrieren und auf Olympia vorbereiten wollte. Mit der Medaille bei den Olympischen Spielen ist für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Ich habe schon in Athen gemerkt, dass „Dabeisein“ nicht alles ist. Jeder Sportler, der den Sport wirklich ernst nimmt, gibt sich mit diesem „Dabeisein“ nicht zufrieden. Die Kurzbahn-EM in Rijeka war dann noch eine Draufgabe, weil ich dort auch Bestzeiten geschwommen bin; Silber und Bronze gewonnen habe. Rückblickend kann ich deshalb mehr als zufrieden sein mit dem ganzen vergangenen Jahr.

Mirna Jukic ist während ihres Publizistikstudiums auch auf unser Magazin gestoßen.

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


16

Foto: Jim Kost | Photoplasia

Die pommesgelbe Welt und ihre Alternativen

preis pro Big Mac: Norwegen Schweiz Österreich USA England Australien China Russland

€ 4.48 € 4.34 € 2.99 € 2.74 € 2.62 € 1.75 € 1.42 € 1.35

4. Feb. 2009 | The Economist

zeit, die ein konsument arbeiten muss, um sich einen big mac leisten zu können: Dublin, Zürich Wien Paris Rom Prag Budapest Bratislava Bukarest, Sofia 20. Jän. 2009 | Heute

15 Min. 16 Min. 21 Min. 25 Min. 39 Min. 48 Min. 55 Min. 69 Min.

McHistory – der Beginn eines neuen Lebensstils | Die McDonald’s®-Ära begann 1948 durch die Brüder Richard und Maurice McDonald, die ein neu gestaltetes Schnell-Restaurant in Kalifornien eröffneten. Fünf Jahre später entstanden dazu die berühmten „Golden Arches“, die heute über 30.000 Restaurants weltweit aus den Citys herausstechen lassen, und bald darauf erkaufte sich Ray Kroc das McDonald’s® Konzept. Er eröffnete 1955 das erste McDonald’s® Restaurant in Illinois. Im Laufe der Zeit führte der Konzern diverse Identifizierungs- und Verbesserungsmaßnahmen ein, wie den Big Mac®, den „i’m lovin it®“ -Slogan und das Abfallsystem McRecylce®. McOlympia – Fast-Food unter gesundheitsbewussten Athleten | McDonald’s® ist seit 1976 offizieller Partner der Olympischen Spiele. Schon zu Beginn der Olympischen Spiele der Neuzeit wurde die amerikanische Nationalauswahl für Grenoble von McDonald’s® mit Essen und Trinken versorgt. McDonald’s® ließ Hamburger nach Frankreich einfliegen, nachdem bekannt geworden war, dass die US-Athleten das Fast-Food vermissen würden. Damals begann der sportspezifische Sponsoringbetrieb des Riesenkonzerns und auch letztes Jahr wurden vier neue Restaurants am olympischen Gelände in Peking stationiert, eines davon zur Versorgung der Teilnehmer. So gab es dort jetzt „chinesische, westliche, mediterrane Küche – und McDonald’s®“, wie ein deutscher Athlet das breit gefächerte Angebot beschrieb. Doch die Sportler sind zum Teil doch Der Big Mac-Index wurde von der britischen Wochenzeitschrift „The Economist“ 1986 ins Leben gerufen. Er dient dem Preisvergleich einer bestimmten standardisierten Ware – dem Big Mac – in unterschiedlichen Ländern. Dadurch kann auf die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Landes geschlossen werden. In diesem Artikel wird zusätzlich die unterschiedliche Zeit angeführt, die ein Konsument arbeiten muss, um sich einen Big Mac leisten zu können. So wird die finanzielle Bedeutung des Big Macs für den Normalbürger dargestellt. Während das Fast-Food-Gericht in manchen Ländern als „Luxusgut“ gilt, wird es in anderen stark konsumiert.

skeptisch über den Fast-Food-Betrieb, der die Versorgung dieses großen Sportevents übernimmt. Klassiker wie der Egg McMuffin™ und der Big Mac™ enthalten doch relativ viel Fett und wenig Nährstoffe – ob das die „richtige“ Sportler-Ernährung ist? Der deutsche Hockeyspieler Tibor Weißenborn gibt in diesem Zusammenhang kund, seine Mannschaft habe vereinbart, bis zum Ende des Turniers kein Fast-Food zu essen. Gegenüber dem Tagesspiegel fügte er seiner Aussage dennoch hinzu: „Dafür langen wir danach so richtig zu.“ Die trotz der bestehenden gesundheitlichen Frage recht starke Frequentation der Filiale zeigte sich aber in den morgendlichen Warteschlangen.

„Im Olympischen Dorf konnte ich rund um die Uhr umsonst bei McDonald’s® essen, manchmal sogar mehrere Big Macs an einem Abend.“ Sümeyye Gülec | Olympiateilnehmerin Peking

Dort kamen die Sportler gleich in der Früh zusammen und konnten einander kennen lernen, während sie wegen dem starken Besuch oft eine halbe Stunde auf ihren Kaffee warten mussten. McJamie – Jamie Oliver als gesunde Alternative? | „Viele Kalorien, viel Fett und nährstoffarme Kohlenhydrate“, kritisieren Experten den Fast-Food-Hype, der sich über den Kontinenten ausbreitet. Der englische Koch Jamie Oliver will dieser Lebensweise entgegenwirken und engagiert sich für gesunde Ernährung. Mit der Fernsehsendung „Jamie’s School Dinners“ versuchte er, das Schulbuffet in britischen Schulen durch nahrhafte, gesunde Menüs zu ersetzen. Sein Schulprojekt wurde jedoch von vielen Schülern abgelehnt, die den Burger den gesunden Snacks vorzogen. So wurden in Amerika bereits extra McDonald’s® Filialen neben Schulen positio-

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


17 niert, um die Nachfrage der Schüler während den Pausen zu stillen. In Österreich konzentriert sich die Expansion (laut McDonald‘s® Österreich) im Vergleich dazu (momentan noch) mehr an Verkehrsknotenpunkten wie Autobahnen oder Bahnhöfen. Ebendort geraten Schüler jedoch trotzdem oft in Versuchung, sich einen Burger zu genehmigen. Auf die „ernährungsbewusste“ Marketinglinie sollte man aber nicht blind vertrauen. Immerhin hat das so gesund erscheinende Dessert „Fruit & Yogurt“ satte 110kcal/100g. Im Vergleich dazu kann man ein Joghurt aus dem Kühlregal schon ab rund 45 kcal/100g genießen. Obwohl McDonald‘s® neben der 40 Jahre alten Kalorienbombe, dem Big Mac, auch gesündere Snacks ins Sortiment aufgenommen hat, ist das Statement der Firma „diese Produkte bieten viele Möglichkeiten, sich ausgewogen zu ernähren, ohne dabei auf Genuss verzichten zu müssen“, doch mit Vorsicht betrachtet werden. Mit der Herausgabe diverser Kochbücher versucht der Jung-Koch Jamie Oliver aus diesem und anderen Gründen weiter, die Leute dazu zu überreden, wieder kochen zu lernen. Anlass für seine Bücher war die steigende Adipositas-Rate.

„Erstmals mit über 1,8 Milliarden Menschen weltweit mehr übergewichtige Personen als solche, die unterernährt sind“ Univ.-Prof. Reinhard Mittermair | Univ.-Klinik Innsbruck

In einem Interview aus der Welt Online erzählte Oliver, dass seine Philosophie jedoch nicht immer abgewiesen wird, sondern teilweise zu einer gesunden Küche verleitet. So habe er sogar „Fußballmannschaften, echte Machos“ davon überzeugen können, dass kochen gar nicht so schwer sei und gut schmecke. Und auch Österreich ist kein Paradebeispiel für gesunde Ernährung, denn der eine oder andere Burger wird vom Großteil der Bürger schon öfter verdrückt.

„Jeder fünfte Bub, jedes sechste Mädchen in Österreich zu dick“ Österreichisches Grünes Kreuz

Dieser Lebensstil geht besonders den Kindern an die Kilos, denn die Zehn- bis Zwölfjährigen sind vom Übergewicht am meisten betroffen. Insgesamt bringen 20,2% der Buben und 17,7% der Mädchen zu viele Kilos auf die Waage. Und wer sich in der momentanen Wirtschaftskrise auf Sparmaßnahmen im kulinarischen Bereich ausreden will, kann bei Jamie Oliver nicht punkten, denn er ist überzeugt, dass gesundes Essen keine Frage des Preises

sei. Vielmehr würden die Psyche und die Einstellung eine wichtige Rolle spielen. Auf der links angefügten Statistik ist außerdem ersichtlich, dass Menschen in Sofia bereits 69 Minuten, also über eine Stunde für den Kauf eines Big Macs arbeiten müssen. Doch der Fast-Food-Konsum steigt trotzdem. Während man in Wien bereits in 16 Minuten zu den 495 Kalorien gelangt, arbeiten die Bürger anderer Länder über eine Stunde. Im Vergleich dazu muss man für das sowieso gesündere Brot nur von sieben (Dublin) bis einundreißig (Bukarest) Minuten arbeiten – also halb so lang. Ob es sich da nicht lohnt, sich Jamie Olivers Philosophie zu Gemüte zu führen und auf gesündere Mahlzeiten umzusteigen? McBurger King? – das Duell der Superlative | McDonald’s® und Burger King® – sie sind die ewigen Konkurrenten. Die Geburtsstunde der beiden Franchise-Unternehmen liegt jedoch unweit voneinander entfernt. Während der eine 1953 eröffnet wurde (McDonald’s®), wurde der andere nur ein Jahr darauf gegründet (Burger King®: 1954). Doch zahlenmäßig hat McDonald’s® die Nase vorne, denn mit über 30.000 Filialen kann er den Konkurrenten weit überbieten, Burger King® zählt heute über 11.500 Restaurants. Was die Qualität betrifft, gehen die Meinungen auseinander – und so versuchen beide Unternehmen durch attraktive Angebote wie DoppelCheeseburger Kunden zu gewinnen. McTogether | FastFood-Ketten spielen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft und sind nicht mehr aus unserem modernen Lebensstil wegzudenken. Ob McDonald’s® oder Burger King®, die ungesunde Nahrungszubereitung lässt zwar manchen Ernährungsexperten grübeln, doch der Geschmack spricht für sich. Auch wenn eine gesundheitlich hochwertigere Alltagsernährung à la Jamie Oliver den Hauptanteil unserer Nahrungszunahme ausmachen sollte, darf ab und zu ein Burger auch nicht fehlen.

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08

Wusstest du, dass...? ... täglich 50,5 Millionen Menschen allein bei McDonald’s® Fast Food konsumieren? ... dass am 25. Jänner ein deutscher Bräutigam seine Gäste versorgte, in dem er an der Kassa auf einen Schlag 787 Burger bestellte? ... dass Pop-Ikone Pink einmal bei McDonald‘s® gearbeitet hat bzw. ebendies in ihren Albträumen noch immer tut? ... dass man in Hurghada das McDonald‘s® Fast Food mit einem Roller bis ins Haus geliefert bekommt? ... dass Jamie Oliver durch eine Krankheit seines Chefs seinen Karrierresprung schaffte und mittlerweile 600 Angestellte hat? oooo Clara Maier


Klettern Trendsport in luftiger Höhe Interessante Alternative | Sportklettern entwickelte sich in den letzten Jahren zu einer Trendsportart. Mittlerweile haben auch Manager aus New York das Hallenklettern für sich entdeckt und in unseren Breitengraden erfreut sich das Out- und Indoorklettern schon länger großer Beliebtheit. Jugendliche (die Jüngsten beginnen mit ca. 6 bis 8 Jahren) erlernen in speziell abgestimmten Kursen das professionelle Klettern. Je nach Jahreszeit kann zwischen Halle oder Felsen variiert werden, was den Sport besonders abwechslungsreich macht. Zwischendurch in die Halle | Doch es gibt einige unterschiedliche Arten diesen Sport zu betreiben. Für Leute, die nur wenig Zeit haben, bietet das „Bouldern“ (klettern in Absprunghöhe) einen guten Ausgleich im Alltag. Dazu braucht man nur eine zwei bis drei Meter hohe Kletterwand und einige dicke Matten darunter. Diese Kletterart ist gleichzeitig auch die effektivste Art um Klettertechnik und Ausdauer zu verbessern.

Foto: Jürgen Heinrich

18

Ausblicks-Erlebnisse im Sommer | Kletterer, die mit Leib und Seele diesen Sport ausüben, freuen sich aber jedes Mal auf die Sommersaison und das Klettern im Freien. Schließlich ist das besondere Outdoor-Erlebnis gerade auf den unterschiedlichen Felsstrukturen bei strahlendem Sonnenschein ein idealer Ausgleich zum stressigen Alltagsleben. Dort steht jedoch hauptsächlich das Seilklettern im Vordergrund. Meist zu zweit werden rund 10 bis 30 Meter hohe Felstürme bezwungen. Aber auch das Bouldern im Freien erfreut sich einer immer größer werdenden Beliebtheit, weil hier auf die eintönigen Hallengriffe verzichtet werden kann. Kletterparadies Wachau | Felsen, an denen man klettern kann, sind in der Wachau in großem Ausmaß zu finden. Im UNESCOWeltkulturerbe befinden sich um die 1500 verschiedene Kletterrouten in allen Schwierigkeitsgraden. Aufgrund dieser vielfältigen Möglichkeiten ist die Donauregion nicht nur

bei Einheimischen sondern auch bei internationalen Gästen sehr beliebt. Die landschaftlichen und kulturellen Highlights der Region lassen sich beim Klettern von einer gänzlich neuen Perspektive aus erleben. Das richtige Rüstzeug für Einsteiger und Profis | Um das Sportklettern möglichst sicher zu gestalten gibt es eine große Vielfalt an Ausrüstung. Zum Bouldern braucht man eigentlich nur Kletterschuhe und ein „Chalkbag“ (mit Magnesium). Zum Seilklettern sind zusätzlich noch Klettergurt, Seil und passendes Sicherungsgerät erforderlich. Erfahrungen sammeln | Das Wichtigste beim Seilklettern ist allerdings immer noch das fundierte Erlernen der richtigen Kletterund Sicherungstechnik. Das Therapiekletterzentrum Weinburg gibt regelmäßig Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dabei setzen die Mitarbeiter des Kletterzentrums im Pielachtal vor allem auf therapeutisches Klettern. In der modernsten Kletterhalle Österreichs können die Kletterfreaks auch im Winter echten Outdoorflair genießen, denn die Südfront ist komplett verglast und vermittelt den Eindruck im Freien zu klettern. oooo Stefan Klanner

MOLTO | NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08


19 Wenn du die Buchstaben richtig in das Diagramm einsetzt, ergibt sich ein dreizeiliges Zitat. Die Buchstaben stehen in der richtigen Spalte, sind sonst aber vertauscht. Die orangenen Felder stehen für Leerzeichen. Achtung: Worte können in der nächsten Zeile fort gesetzt werden!

Gebratenes Kalbsfilet unter der Erdäpfel-Trüffel-Kruste mit kleinem Gemüse

CARTOON

Jeans ABC

Antik-denim | Durch mehrmaliges Waschen und Sandstrahlen erhält die Jeans diesen speziellen Look.

Boot-Cut | Am Fußende ist die Jean etwas weiter, damit sie auch über Stiefeln getragen werden kann. CrinkleMOLTO | Mit Stärke werden Knitter-Falten der be| NIEDERÖSTERREICHISCHES JUGENDMAGAZIN 01/08 reits fertig gestellten Jeans im Ofen fixiert und sind nicht mehr ausbügelbar.

Kalbsfilet: Kalbsfilet von Fetträndern befreien und in zirka 5 cm dicke Scheiben schneiden. Dann mit einem Schnitzelhammer vorsichtig und zart unter einer Frischhaltefolie etwas platt klopfen. Anschließend die Stücke in Medaillonform bringen, salzen und pfeffern und kurz auf beiden Seiten anbraten. Die runden Stücke werden seitlich mit Speck umwickelt, sodass dieser oben über das Fleisch ragt. Der Speck wird mit einem Spagat festgebunden, damit er nicht zerfällt. Danach wird das Erdäpfelpürree mit einem Spritzsack schön auf das Fleischstück gespritzt. Abschließend müssen die Filets nur noch bei 195°C sechs Minuten im Rohr backen, sodass das Fleisch innen rosa bleibt. Erdäpfel-Trüffel-Püree: Erdäpfel schälen, vierteln und im Salzwasser kochen, durch eine Kartoffelpresse drücken, durch ein Haarsieb streichen, mit wenig Obers und Butterflocken cremig machen. Mögliche Garnituren: Gemüse, gebratene Austern Einkaufsliste (für 4 Personen): 1 Stück Kalbsfilet, 1 geschnittenen Speck (mager), 1 kg Erdäpfel, 1 Packung Obers Butter, Gemüse nach Belieben


MOLTO #3  

MOLTO - Das Niederösterreichische Jugendmagazin || Ausgabe #3 | Nummer 1 | Jahrgang 2

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you