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report fort in die Tat umsetzte. Und siehe da: Das Interesse war groß, Mailanfragen wuchsen an. „Also beschlossen wir: Wir probieren das mal aus. Und so hat sich das dann ergeben“, erzählt Rainer. Bei einem Freizeit- und Trekkingmarkt in Würzburg und bei einer Handwerkerausstellung in Neuhof vorm Zabelstein sägte Rainer live und stellten beide ihre Produkte aus. Was die Kontakte wiederum steigerte. Um die 40 Einzelstücke, ohne Bauplan in Handarbeit als Dekoration für Individualisten geschaffen, zieren mittlerweile die Garage. Schilder mit Beschriftungen kann Rainer anfertigen, Schildkröten, die wirklich den Berg herunter rollenden Fahrzeuge oder aus Metall witziges wie den „Eisernen“, der ebenfalls den Schweinestell und den Hof bewacht. „Das ist ein Selbstportrait“, spaßt der 37-Jährige mit seinem so markanten Bart. Nun ist es aber so, dass Rainer als Haustechniker bei einem Automobilzulieferer genauso in Haßfurt einen Hauptjob hat wie Freundin Birgit. Die arbeitet in der Kreisstadt als Zahnarzthelferin. „Die ´Ökogarage´ ist ein Feierabendhobby, ein Zeitvertreib, ein Spaß und kein ernsthaftes Gewerbe. Offen, wo es hingeht“, sei die Entwicklung, „dass wir mal davon leben können, das glaube ich nicht.“ „Sonst artet es ja vielleicht auch in Stress aus“, ergänzt die 32-Jährige. Und Rainer denkt: „Wenn man weiß, so ein Marterpfahl muss in einer Stunde geschnitzt sein, dann wird das sicher nichts!“ „Kunst aus Holz und Metall“, so nennt sich das Gewerbe. „Riesenumsätze machen wir damit nicht“, glaubt er. Größere Lagerbestände wollen sich die Garagen-Eigentümer auch gar nicht anlegen. Das, was da ist, kann auf Anfrage besichtet werden. Ansonsten legt Rainer Wert darauf, dass er spezielle Wünsche jederzeit umsetzen kann, es zumindest versucht. „Wenn jemand seinen Hund nachgeschnitzt haben will, dann mache ich

das!“ Tiere, wie auch Eulen oder Adler, würden aber hier wie da Holzkünstler anfertigen. Seine Motorräder aber seien etwas Besonderes, das es nicht überall gibt. Unlängst erst weilten die beiden leidenschaftlichen Motorradfahrer in Maroldsweisach bei der Feier eines Motorradclubs. Bei der Party der „MC Leviathans“ sägte Rainer live und schnitzte einen Chopper. Daraufhin fragte ein anderer Club gleich mal fünf Stück an. „Da wollen wir hin“, sagt er und meint damit den Kundenkreis der Motorrad- und Quadfahrer. Stellt sich die Frage nach den Preisen, die Rainer Schichtar so genau gar nicht beantworten kann, denn die richten sich nach Aufwand der jeweiligen Arbeit. Die vorhandenen Bikes und einen Marterpfahl könne man teils schon für einen unteren dreistelligen Betrag erwerben. Auftragsarbeiten liegen so rund bei 150 Euro, ein Stuhl mit Schnitzerei darunter. „Ich sehe mich als Handwerker“, sagt er, „und nicht angesiedelt bei der hohen Kunst. Mit einem Da Vinci stelle ich mich nicht auf eine Stufe“, lacht Rainer. Übrigens: Das Riesengefährt, das irgendwie an die Feuersteins und Geröllheimers erinnert, wiegt „frisch aus der Produktion“ stolze rund 250 Kilo. Generell haben die Produkte aus Lohr ein schönes Gewicht. „Naturholz wird mit der Zeit aber leichter“, weiß Rainer Schichtar. Seine einzigartigen Schaffensstücke haben aber schon ein längeres Haltbarkeitsdatum, auch wenn sie im Freien natürlich verwittern. Dem könnte man zwar mit einem Imprägnieren vorbeugen. Doch eine echte „Ökogarage“ lässt so etwas natürlich nicht zu. Weitere Infos unter: Internet: E-Mail:

www.oekogarage.de rnb@oekogarage.de

oder ab 19 Uhr telefonisch unter 09535/188088.

MOHR / ANZEIGENSEITE

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Mohr Stadtillu Schweinfurt 08  

Mohr Stadtillu Schweinfurt Juli 2009

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