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Ausgabe N째1 Herbst 2015

Macherinnen


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Contributors

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Rahel Morgen

Nella Beljan

Jeroen van Rooijen

Jakob Padberg

Rahel Morgen ist Gründerin der Concept Store-Reihe JUNE Basel, die parallel zur Art Basel & Art Basel Miami Beach stattfindet. Als Kuratorin hat sie den modissa Concept

Nella Beljan ist Kulturjournalistin und Copy-Editor mit Veröffentlichungen in Fräulein, Numéro, Freunde von Freunden, hey woman!, Zeit und Spiegel Online. Ihre Kö-

Jakob Padberg ist nach seinem Studium und Job-Stationen in London und Seoul vor ein paar Jahren in seine Heimatstadt Berlin zurückgekehrt und hat das Designstudio

Store DER SALON entwickelt. Ihre grosse Leidenschaft gilt Büchern und Magazinen. Den Ideen, Produkten und Geschichten rund um DER SALON hat sie mit diesem Journal ein Forum gegeben. Rahel pendelt zwischen Basel, Zürich und Berlin.

nigsdisziplin ist das Interview. Sie hat die Portraits zu den Macherinnen beigesteuert. Nebenher hat die Wahlberlinerin 2010 ihre Doppelpromotion mit Dr. phil. & Docteur en Lettres abgeschlossen.

Jeroen van Rooijen, genetisch Holländer und gewohnheitsmässig Schweizer, ist der bekannteste Mode- und Stilkritiker der Schweiz und schreibt regelmässig für die Neue Zürcher Zeitung und die NZZ am Sonntag. Für modissa wird jvr., so sein Kürzel, künftig die Männer genau unter die Lupe nehmen.

WE ARE BLESSED gegründet. Typografie ist seine Leidenschaft. Klarer Fall, dass er für die Gestaltung dieses Magazins die perfekte Besetzung ist. Jakob lernt der Liebe wegen Schweizerdeutsch.

Bilder Beljan Magnus Pettersson Van Rooijen Beni Blaser

Inhaltsverzeichnis 6 DER SALON Eine Plattform für Schönes und Neues

22 STIL Die neue Lässigkeit

30 TERMINE DER SALON - Programm & Events

38 DIE MODISSA SEITE FÜR DEN MANN Unsere Kolumne von Jeroen van Rooijen

12 MACHERINNEN BEI MODISSA Zehn Gründerinnen über ihre Visionen und Leidenschaften

28 Editors’ Picks Die Lieblingsstücke der Redaktion

32 STIL Max Mara - Intemporel et Moderne

38 IMPRESSUM


Letter of the Editor

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Verehrte Leserinnen und Leser, „modissa persönlich“ lautet unser neues Credo. Persönlicher Service und diverse Dienstleistungen, um Sie als unsere anspruchsvolle Kundin beim Einkauf zu unterstützen, haben bei uns Tradition. Mit dem Salon im 5. Stock unseres Hauses rückt diese noch stärker in den Fokus. DER SALON vereint, was modissa bewegt: Er ist ein Concept Store, der höchsten Ansprüchen gerecht wird, mit Interiorund Designobjekten, Schmuck, Accessoires und Beauty-Produkten im sorgfältig kuratierten Sortiment. Darunter sind neue Marken, die Sie als unsere Kundin teilweise sogar als erste in Europa entdecken dürfen – inklusive Sondereditionen, eigens für modissa angefertigt. DER SALON steht nicht nur für exklusive Einkaufserlebnisse und überzeugende ästhetische Anregungen, sondern auch für kulturellen, genussvollen Austausch. So haben Sie etwa mit Vorträgen, Workshops und Styling Soirées, die wöchentlich stattfinden, die Möglichkeit, sich von unseren kreativen Frauen und anderen Expertinnen inspirieren – oder auch mal an die Hand nehmen zu lassen.

Business-Trip nach London, das First Board-Meeting, zum Abendessen oder daheim vorm Kamin, hier finden Sie für jede Gelegenheit die passende Garderobe. Der Herbst steht dabei ganz im Zeichen unserer Macherinnen, die mit ihren Marken in DER SALON vertreten sind. Mit Leidenschaft und grossem Einsatz erzählen in unserem Journal diese zehn von ihrem Traum, das eigene Label zu verwirklichen. Qualität, Handwerk und die Vision, die bestmöglichen Produkte auf allerhöchstem Niveau zu entwickeln und zu produzieren, standen allem voran: Frauen, die sich ganz ihrer Profession verschrieben haben. Diese Begeisterung und das damit verbundene Engagement sind nicht nur bewundernswert, sondern auch ansteckend – ein Geschenk, an dem Sie teilhaben sollen. Wir wünschen Ihnen viel Freude an der Lektüre unserer ersten gedruckten Ausgabe von DER SALON.

Sehr herzlich

DER SALON präsentiert dazu fünf Business-Looks, aus dem gesamten Warensortiment der sechs Stockwerke von modissa und Marken unabhängig zusammengestellt: ob für den

Ihr Jean-Pierre Kuhn


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DER SALON

Eine Plattform für Schönes und Neues DER SALON ist das Herzstück von modissa, Kauferlebnis und Inspiration zugleich. Mit unserem Concept Store wollen wir Ihr ästhetisches Empfinden, aber auch Ihren Intellekt inklusive aller fünf Sinne anregen – und vielleicht sogar neu beleben. Wir wollen Sie neue Marken und Trends entdecken lassen. Hier haben Sie Zeit, um in Ruhe und nach Herzenslust auszuprobieren und zu geniessen.

7 DER SALON ist modern, feminin, klar und zeitlos. Auf der offenen und hellen Verkaufsfläche im 5. Stock von modissa haben wir für Sie ein Sortiment kuratiert. Von Interior- und Designobjekten bis hin zu Schmuck, Accessoires und Wellnessprodukten und einer Papeterie mit Büchern und Magazinen: Hier können Sie junge Marken finden, die es zum Teil weder in Zürich noch im übrigen Europa zu kaufen gibt, darunter auch eigens für modissa angefertigte Sondereditionen. Ausserdem stylen wir auf der Verkaufsfläche von DER SALON im wöchentlichen Wechsel Looks: Marken unabhängige Garderobe für jeden Anlass unserer Kundinnen – erfolgreicher, dynamischer Frauen von heute. Sie finden unsere Themenwelten in wechselnden Editionen, die auch das Gesamtsortiment aller sechs Stockwerke unseres Hauses vereinen. Events, Soirées, Modenschauen, Workshops, Vorträge und Styling-Abende begleiten DER SALON. Hier können Sie mit unseren Expertinnen einen Blick hinter die Kulissen der Mode- und Designwelt werfen. In unserem Atelier können Sie Ihre Kleider ändern lassen und den Näherinnen bei der Arbeit zuschauen.

fallen mit besonders gut. Denn die Scheiben generieren im Wechselspiel mit den Bewegungen im Raum immer wieder neue Bewegungen und Lichtspiele – die Kundinnen nehmen teil an der Gestaltung der Flächen! Solche “Gimmicks” liebe ich.

Rahel Morgen hat das Konzept für DER SALON mit ihrem Team entwickelt. Die gebürtige Schweizerin, die zwischen Basel, Zürich und Berlin pendelt, hat schon einige Magazine erfolgreich lanciert und ist mit grosser Leidenschaft bei der Sache. Wir haben über die Ideen des kreativen Kopfes und Freigeistes gesprochen und in Erfahrung gebracht, was Rahel an den Macherinnen, welche diesen Herbst bei modissa im Zentrum stehen, so fasziniert.

Dieses Journal hat ein ganz besonderes Thema: die Macherinnen. Kannst Du mehr dazu berichten?

Was ist das Hauptanliegen von DER SALON? Wir möchten eine Plattform sein. Marken präsentieren. Inspirationen liefern. Neugierig machen. Informieren. Das Besondere ist sicherlich, dass wir alle zwei Monate ein neues Thema haben und somit auch neue Produkte, also immer wieder ein überraschendes, spannendes Sortiment bieten.

Wer hat Dein Konzept von DER SALON räumlich umgesetzt? Räumlich umgesetzt hat das Konzept das Berliner Designbüro EFE ERENLER. In hellen Farben präsentiert sich die neue Etage feminin und leicht, davon bin ich sehr angetan. Die grossformatigen farbigen Glasscheiben, in der pastelligen Farbigkeit des Stockwerks gehalten, ge-

Zahlreiche Holzkuben, farbige Sofas und Sessel, Beistelltischen und ein grosser Marmortisch in Patchwork Optik gewähren den wunderbaren Kombinationsreichtum der Einrichtung. Diese passen wir jeweils den wechselnden Themenangeboten in DER SALON an. Die Modularität der Möbel, die wir alle auch in DER SALON verkaufen, erweist sich dafür als Riesengewinn.

Diesen Herbst widmen wir uns den Macherinnen: Visionärinnen, die von ihren Träumen berichten, an denen sie konsequent festhielten – zum Glück! Sonst gäbe es viele ihrer wundervollen Produkte in DER SALON nicht. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen Handwerk, Tradition und Innovation – eine neue Generation von Gründerinnen, die in unserem Journal, das Sie just in den Händen halten, zu Wort kommen. Unsere Macherinnen sind gleichzeitig auch Movers & Makers, wie ich sie getauft habe – das charakterisiert sie ganz gut. Sie packen die Dinge an, sind viel auf Reisen und benötigen praktische Accessoires für den Alltag im Büro. Gleichzeitig ist das Zuhause die Komfortzone, die es zu gestalten und geniessen gilt. Dementsprechend sind die Marken im Concept Store DER SALON auf diese Bedürfnisse abgestimmt und sollen Ideen und Anregungen bieten, auch zum eigenen gestalterischen Schaffen.

Was hat Dich an den Macherinnen so fasziniert? Dieser unbedingte Wille, etwas Schönes und Sinnvolles zu kreieren und dabei traditionelle Werte nicht aufzugeben, sondern sie zeitgemäss umzusetzen. Der Drang nach Perfektion, die Akribie bei der Entwicklung und deren Produktion. Was ich besonders verblüffend fand: Keine unserer Macherinnen bereut auch nur eine Sekunde den Schritt in die Selbständigkeit. Das ist schon faszinierend, da sie sich alle vorher ausgiebig Gedanken gemacht hatten, vielleicht sogar dieselben Sorgen teilten, ob sie diesen Schritt wagen könnten. Darin steckt auch eine sehr versöhnliche und aufmunternde Botschaft: Mach das, wofür Du brennst. Schweiss und Tränen, aber auch die Freude am Machen werden belohnt.


Macherinnen bei modissa von Nella Beljan

In zehn persönlichen und warmherzigen Portraits stellen wir unsere Macherinnen und ihre Leidenschaften vor. Wir erzählen auch von ihrer Beharrlichkeit und dem Streben nach Perfektion. Nicht Zeitgeist, sondern wahre Passion und die Liebe zum Aufbruch prägen unsere Visionärinnen. Hier die Geschichten, die hinter den Marken und dem Schritt zur Selbständigkeit stecken. Von Herzblut, Engagement, Nachhaltigkeit und Traditionsbewusstsein – modissa persönlich!

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L’Artea

Tees, die man überall für wenig Geld kriegt, in denen ein paar Blättchen günstiger Tee drin steckt und der Rest besteht aus künstlichen Aromen. Tee sollte aus einer guten Mischung aus Teeblättern, Kräutern, Früchten als Aromageber, natürlichen Aromen und am liebsten als offener Tee frisch aufgegossen werden. Das hat der Tee wie auch man selbst verdient.

Es sind diese kleinen, luxuriösen Auszeiten, die wir brauchen, um Kraft zu tanken. Einmal als Ritual etabliert, schwören Teetrinker auf die wohl leichteste Art und Weise, der Hektik von Beruf und Alltag zu entkommen: Nichts weiter als ein bisschen köstlicher Teeblätter, kochendes Wasser und ein Gefäss, das man gern in den Händen hält – und los geht es mit der bekömmlichen Pause.

Was würde die 16-Jährige Mirjam mit dem Wissen von heute anders machen?

den Chai bin ich irgendwann zu Kräutertees, meinen persönlichen Lieblingen, und weiteren Teesorten gekommen.

Wie viel Tee trinkst Du am Tag? Kein Wunder, dass die passionierte Teetrinkerin Mirjam Neziri nach einem Besuch auf dem Münchner Christkindlmarkt ganz berauscht war von den exotischen Gerüchen der wunderschönen Teestände. Zurück in ihrem Heimatstädtchen in der Zürcher Gemeinde Hinwil, auf der vergeblichen Suche nach einem ansprechenden Online-Tee-Handel, manifestierte sich ihr Wunsch, ebensoeinen selbst ins Leben zu rufen. Feine handverpackte Sorten, in unzähligen ruhevollen Stunden sorgsam ausgewählt, das Drumherum liebevoll gestaltet – L’Artea. Schon in Mirjams Kindheit spielte der Tee eine grosse Rolle, ihr Vater, gebürtiger Mazedonier, trank zu jeder Gelegenheit Chai, was sich ihr als liebgewonnene “Tee-Erinnerung” ins Gedächtnis brannte. In unserem Gespräch hält die Schweizerin ein kleines Plädoyer für die Kreativität und das Vertrauen in sich und die Dinge, die man mag. Wann trat der Tee in Dein Leben? Meine erste bewusste Erinnerung an Tee war in meiner frühen Kindheit. Mein Vater stammt aus Mazedonien, wo es Tradition ist, zu jeder Gelegenheit Chai-Schwarztee (mit einem Zitronenschnitz, Milch und viiiel Zucker) aus kleinen orientalischen Gläschen zu trinken. Egal, ob mit der Familie oder wenn Besuch ins Haus kommt, es wird einem immer Chai angeboten. Meine Mutter ist ebenfalls eine grosse Teetrinkerin. Vor dem Frühstück hatte sie schon immer eine Kanne Tee gemacht, die sie dann im Laufe des Morgens austrank. Als sogar eine Lehrerin mit uns das Teetrinken zelebrierte, hat sich das bei mir als „Tee-Erinnerung“ eingebrannt. Über

Wenn ich zur Arbeit gehen muss, bleibt es bei einer Tasse Schwarztee am Morgen. Bei Home Office mache ich einen Krug von etwa 1,5 Liter Tee, den ich über den Tag verteilt alleine trinke. Wenn Freunde zu Gast sind, gibt es aber nur Tassen, damit alle ihre unterschiedlichen Lieblingssorten geniessen können.

Welche Eigenschaften am Tee verblüffen oder begeistern Sie am meisten? Tee ist für mich ein Getränk, das IMMER funktioniert. Diese Eigenschaft kenne ich sonst nur von Wasser. Daher ist Tee für mich der ideale Begleiter, egal ob im Alltag, als Energielieferant für stressige Zeiten, als Beruhigungs- und Entspannungstasse, zum Essen. Morgens, mittags, abends oder einfach zwischendurch, in netter Gesellschaft oder für sich alleine. Tee ist so vielfältig und dabei auch noch gesund. Was will man mehr?

Welche Teesorte hast Du, Sie im Rahmen Deiner Selbständigkeit für Dich entdeckt? Ich war nie ein grosser Fan von Grüntee. Ich liebte seit jeher Schwarze Tees in allen Varianten, Kräutertees ebenso. Grüntee mochte ich nicht, aber durch mein Projekt L’Artea habe ich Grünen Tee zu lieben gelernt! Auch eine meiner liebsten Entdeckungen seit dem Startschuss von L’Artea sind die kräftigen und wunderbaren Ayurveda Kräuterteemischungen.

Gibt es Teesorten, die Du überhaupt nicht magst oder empfehlen würdest? Ja, die gibt es. Was ich gar nicht mag, sind die vielen fertigen

www.lartea.ch

Wahrscheinlich würde sie früher beginnen, sich im Beruf selbständig zu machen und damit ihr Bedürfnis nach eigenen Projekten stillen. Sie würde früher anfangen, an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben. Und sie würde ihre Versagensangst eher wegstecken und einfach drauflos machen! Ich habe mich aus einem Sicherheitsdenken heraus lange an einer Stelle aufgehalten. Das würde ich heute anders machen. Aber auch dann würde die 31-jährige Mirjam auf die Frage, wie es anders hätte sein sollen, eine Antwort haben. Das liegt wohl in der Natur des Menschen.

Was gibst Du anderen mit auf den Weg? Kurz und bündig: Do it! Pack es an. Werde zur Macherin. Nur wenn man sich in Bewegung setzt, bewegt sich etwas.


Macherinnen

Eddys Flying Club Sobald die Sonne hervorschaut, gibt es für Charlotte D’Argencé kaum etwas Schöneres, als mit einem ihrer Kites an die frische Luft zu gehen. Die Produktdesignerin stellt ihre Drachen, die sie unter Eddys Flying Club verkauft, von Hand her und liebt es, sie fliegen zu lassen – ob im urbanen Raum, an Stränden oder auch mal in metereologisch herausfordernden Gebieten.

Schnell ist Charlotte D’Argencé in die Kite-Szene hineingewachsen und genau so schnell hat sie mit ruhiger Hand und steter Disziplin gelernt, Drachen zu lenken – und herzustellen. Jede Session löst eine kribbelige Vorfreude in der Belgierin aus. Ihre Expeditionen, um ihre Kites zu testen oder einfach aus Spass fliegen zu lassen, führen sie auch in unwegsame Gebiete. “Der Höhepunkt aber ist das Drachensteigen selbst”, so Charlotte. Alle Kites stellt sie in Brüssel aus sorgfältig ausgewählten leichten, robusten wie ansprechenden Materialien her. Wenn es regnet, machen sich die Kites von Eddys Flying Club übrigens auch wunderbar an der Wand – sind sie doch bewusst als wunderschöne, poetisch anmutende Designobjekte entworfen. Jeder Kite ist ein Einzelstück und strahlt eine Ruhe und feine Ästhetik aus – der jedoch jedem Sturm trotzen kann. Die unprätentiöse Belgierin gibt im Gespräch erfrischende Antworten, die so durchdacht und kompakt sind wie ihre eigenen Produkte, die Kites. Wann hat Dich die Kite-Leidenschaft ergriffen? Als ich vor zwei Jahren begann, meinen ersten eigenen Kite zu bauen, wusste ich gar nicht genau, wieso ich das eigentlich mache, es fühlte sich einfach richtig an. Als Kind besass ich nur ganz kurz einen Kite, den ich fast nie fliegen liess. Den Kite hatte ich auch irgendwann vergessen. Ich hegte jedoch schon immer eine grosse Faszination für Flugzeuge und Segelschiffe. Ich glaube, mir geht es nicht nur um die blosse Leidenschaft für ‘das Objekt’ Kite, auch wenn es wunderschön ist. Ich sehnte mich vielmehr unendlich nach der frischen Luft, der freien Natur und dem Wind! Und die bekomme ich mit jeder kleinen und grossen Expedition.

Wie oft lässt Du Deine Drachen steigen? Regelmässig muss ich meine Flugexpeditionen mit Freunden organisieren, um die neuen Modelle meiner Firma, Eddys Flying Club, zu testen. Ich versuche gerade einen Weg zu finden, um Kites auch mitten in der Stadt fliegen zu lassen. Dafür bin ich viel unterwegs, um gute Orte zu sichten. Ich

bei der Ästhetik wollte ich Kompromisse eingehen. Das nimmt oft länger Zeit in Anspruch, als man vielleicht denkt. Aber das macht auch so viel Spass daran.

Was sagt Dein Umfeld zu Deiner sympathisch kindlichen Passion, die Du zum Beruf gemacht hast?

denke, meine Kites fliegen jede Woche. Wenn ich es nicht mache, dann beauftrage ich einen meiner Freunde, einen Kite für mich fliegen zu lassen.

Was war Deine aufregendste oder schönste Expedition? Definitiv als ich das erste Mal den Kite gelenkt habe, den ich mit meinen eigenen Händen gebaut habe. Ich fühlte mich wie ein Flugpionier! Ich befand mich im Brüsseler Umland in einem Weizenfeld, auf dem mir die Halme bis zur Hüfte reichten. Die Sonne brannte. Dazu mein leuchtend roter Kite vor dem knallblauen Himmel, das grün und gelb um uns herum, all die fantastischen Kontraste zu sehen – das war einfach grossartig!

Wie viele Drachen hast Du und wieviele Drachen braucht man als Anfänger? Ich habe mittlerweile eine kleine Sammlung meiner Versuchskaninchen, also der Testdrachen und Prototypen, die ich bislang hergestellt habe, und ich möchte sie gern um Kites aus aller Herren Länder erweitern. Ein Neueinsteiger braucht überhaupt nicht viel. Ein simples gefaltetes A4-Blatt und ein Seil reichen aus, um sich selber einen Kite zu bauen. Und um so richtig viel Spass zu haben!

Wie lange brauchst Du für die Produktion eines Kites? Das kommt darauf an. Ich verbringe viel Zeit damit, weil meine Produktzahl klein ist und ich alles eigenhändig herstelle. Was am meisten Zeit benötigt, ist alles aufeinander abzustimmen: Proportionen, Balance, Ästhetik … Meine Drachen sollen nicht nur am Himmel wunderschön aussehen, sondern gerade, weil sie viel Platz brauchen, sich auch gut an der Wand machen. Weder bei der Funktion noch

www.eddysflyingclub.com

Es ist immer toll, Leute um sich zu haben, die von dem, was sie machen, begeistert sind. Das ist bei den meisten Menschen um mich herum der Fall. Deshalb haben sie mehr als Verständnis für mich – sie freuen sich für mich und nehmen sogar häufig an meinen Kite-Expeditionen teil! Das ist doch das Beste, wenn man seine Freude teilen kann.

Was würde die 16-Jährige Charlotte mit dem Wissen von heute anders machen? Meiner Intuition trauen, niemals mit dem Rauchen anfangen und mehr Sprachen lernen.

Was gibst Du anderen mit auf den Weg? Habt Spass!

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Macherinnen

Und Gretel “Unsere Produkte haben ein ‘Fashion’-Kleid, aber eine reine Seele”, beschreiben die beiden Gründerinnen von Und Gretel, Christina Roth und Stephanie Dettmann, ihre Biokosmetik treffend: Gutaussehende Kosmetik in ansprechendem Packing, aus natürlichen Inhaltsstoffen, mit feinen Texturen und ohne Tierversuche hergestellt und dabei ausgezeichnet haftet.

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Insbesondere das letzte Attribut schien jener Kosmetik vorbehalten, die aus umstrittenen Inhaltsstoffen und synthetischen Konservierungsmitteln zusammengesetzt ist. Christina Roth, die auf eine weltweite Karriere als Make-up Artist zurückblicken kann, wollte das nicht auf sich beruhen lassen. Gemeinsam mit Stephanie Dettmann, einer Marketing-Expertin, entwickelte sie UND GRETEL. Entstanden ist ein bewusst zurückgenommenes und sorgfältig kuratiertes Sortiment für ein komplettes Make-up, das im Profi-Segment wie auch im Beautybereich funktioniert und obendrein auch noch wirklich hübsch anzusehen ist: der Hauch Luxus, über den man sich ohne schlechtes Gewissen und jeden Tag wieder im Bad erfreut. Die beiden Macherinnen der Kosmetiklinie stossen im Interview Fragen zu Nachhaltigkeit und Luxus an. Und erläutern fast nebenbei, was UND GRETEL und sein einprägsamer Name mit Feminismus zu tun hat. Wie habt Ihr beiden Euch kennengelernt? Christina Roth: Stephie war die Nachbarin meines langjährigen Freundes. So haben wir uns von Balkon zu Balkon in Berlin Mitte kennengelernt. An einem schönen Sonntagnachmittag erzählte ich ihr bei einem Glas Aperol von meiner Idee zu UND GRETEL. Stephie war sofort begeistert. Und das Märchen wurde wahr: UND GRETEL kam nach sorgfältiger, jahrelanger Entwicklung auf den Markt.

Wie endstand die Idee für UND GRETEL? Christina: Ich wurde im Laufe meiner langjährigen Arbeit als Make-up Artistin immer wieder mit einem Paradox konfrontiert: Ich sah das Bedürfnis nach Kosmetik mit natürlichen Inhaltsstoffen, das höchsten Ansprüchen gerecht werden sollte. Ich war überzeugt davon, dass sich beide Ansprüche auf Basis natürlicher Inhaltsstoffe vereinen lassen. Als ich dann in Stephanie Dettmann als Marken-Expertin die perfekte Business-Partnerin gefunden habe, war klar, dass wir es schaffen würden. Gemeinsam haben wir in den letzten fünf Jahren stets auf unsere Intuition vertraut und so eine Produktpalette geschaffen, die so essentiell ist wie das „Kleine Schwarze“ im Kleiderschrank – und genau so vielseitig einsetzbar.

Seltsamerweise wollen viele Menschen Bio essen, achten auf ihre Figur und geben gern Geld für Körperpflege aus – schmieren sich aber freiwillig jeden Tag Giftstoffe auf die

verbindet märchenhaftes Abenteuer mit der Durchsetzungskraft des Femininen: die Empfindsamkeit der Natur mit der Energie der Metropole.

Auch die Namen der einzelnen Produkte sind recht klangvoll, sie kommen aus dem Mittelhochdeutschen. Wieso und was bedeuten sie?

Haut. Wie geht das zusammen und warum ist das Bewusstsein für diese Diskrepanz Eurer Meinung nach gestiegen? Unser permanenter Konsum verknappt unsere Ressourcen und zwingt uns, unser Konsumverhalten zu verändern. Für die Menschen ist es natürlich ein Prozess umzudenken. Nach wie vor ist es interessant, wenn wir UND GRETEL Naturkosmetik kommunizieren, dass viele sofort an Pflegeprodukte denken. Dann besinnen sie sich. Und sind erstaunt, wie sehr sie den dekorativen, konventionellen Luxusmarken vertraut haben. Auf der anderen Seite ist diese Haltung nachvollziehbar: Mussten die Kundinnen bisher auch zu viele Einschränkungen bei Bio-Make-up-Produkten hinnehmen, gerade was Konsistenz, Farben und Haftbarkeit auf der Haut betrifft. Auch die Verpackung von Biokosmetik war nicht sehr ansprechend. Alles in allem gab es einfach keine dekorative Naturkosmetik, die den Ansprüchen an ein perfektes Make-up gerecht wurde. Diesen Kompromiss muss man mit UND GRETEL nicht mehr eingehen.

Euer Gretel kommt ohne Hänsel aus – und das in Versalien (Grossbuchstaben), verweist aber gleichzeitig vielleicht auf die Leerstelle, weil jeder sofort an den fehlenden Hänsel denkt. Wie ist der Name entstanden? In der Entstehungphase von UND GRETEL hat Christina viel Zeit auf ihrem Grundstück verbracht, bei dem ein kleiner wild zugewachsener Weg zum nahen Wald führt, der an Grimms Märchen erinnert. Eine befreundete Sprachwissenschaftlerin war zu Besuch. Ihr Hinweis, dass das „Und“ in der Sprachwissenschaft zu Gretel gehöre, hat letztendlich zum Namen UND GRETEL geführt. Märchen zeigen uns alte Werte auf. In diesem Märchen geht es um Intuition und Intellekt, letzteres wird noch immer dem Männlichen zugewiesen. Das intuitive Handeln der Gretel hat jedoch am Ende beide gerettet. Alte Werte werden neu interpretiert: UND GRETEL

www.undgretel.com

Die Namen der Produkte stammen deshalb aus dem Mittelhochdeutschen, da ihre Wurzeln im Angelsächsischen liegen, sodass sie international vertraut klingen. So bedeutet LIEHT Licht, KNUTZEN, unser Lipgloss, Aufeinanderpressen, Küssen und unser Lippenstift TAGAROT – das heisst Sonnenaufgang. Jedes Produkt ist eine kleine Persönlichkeit, die ihren passenden Namen trägt.

Was würden die 16-Jährige Christina und Stephanie mit ihrem Wissen von heute anders machen? Christina: Mit meinem heutigen Wissen und der Erfahrung würde ich wahrscheinlich vieles anders machen. Sonst hätte ich ja nichts gelernt im Leben. Aber heute weiss ich immer noch weniger als in 20 Jahren. Das ist sicher. Stephanie Dettmann: Die Vorstellung, mit 16 Jahren das Wissen einer 43-Jährigen zu haben, finde ich irgendwie beängstigend. Ich bin froh und dankbar, dass ich all die Erfahrungen machen durfte, denn das macht mich heute zu der Frau, die ich bin.

Was gebt Ihr anderen mit auf den Weg? Folge Deiner Intuition, denn nichts ist unmöglich.


Macherinnen

Golden Girls Honey Honig, mit viel Liebe cremig gerührt, duftende Kerzen aus 100% reinem Bio-Honig sowie eine bienenfreundliche Samen- und Saatmischung für Garten, Dachterrasse oder Balkon, das sind die Produkte, welche Golden Girls Honey aus Hamburg anbieten.

“Unser Bestreben ist es, den Erhalt der Bienen zu fördern, einen Beitrag zur Umwelt zu leisten und urbane Lebensräume nachhaltiger zu nutzen”, so Ann und Julia Böning von Golden Girls Honey. Den beiden Frauen gehört eine Postproduktionsfirma, welche Fotos für Mode- und Bautyproduktionen retouchiert. Das Bienensterben hat ihnen jedoch bereits seit geraumer Zeit Kopfzerbrechen bereitet – Bienen gehören zu den wichtigsten Nutztieren der Erde. Stürben die Bienen aus, ginge nur vier Jahre später auch alles Leben auf der Erde zugrunde. “Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.” So haben es sich die beiden Hamburgerinnen zur Aufgabe gemacht, Bienen im urbanen Raum anzusiedeln.

Ihr habt eine Postproduktionsfirma, Fotomaki Retouching, und seid mittlerweile auch ausgebildete Imkerinnen. Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, den Bienen eine Heimat auf Eurem Flachdach zu geben? Unser Garten ist etwas schattiger, auf dem Dach ist es aber besonders schön, daher haben wir den Bienen ganz schnell den Platz oben gegeben. Wir wollten unsere fleissigen Girls auch nicht nach unten stellen, weil pro Bienenvolk knapp 50.000 Bienen zur Hauptsaison leben. Bei uns kommen täglich Kuriere oder Kunden vorbei, unsere Bienen haben oben auf dem Dach mehr Ruhe.

WIe haben Eure Nachbarn auf die Idee reagiert, Bienenvölker anzusiedeln? Die meisten fanden die Idee super. Ein Nachbar hat mittlerweile angeboten, dass wir auch bei ihm einen Bienenplatz bekommen. Wir müssen aber sagen, ein bisschen Bestechung ist im Spiel: Für das Wohlergehen unserer Nachbarn helfen wir mit etwas Honig nach.

Wie oft wurdet Ihr schon von Bienen gestochen? Bis jetzt hält es sich in Grenzen, da wir sehr friedliche Völker haben. Ann hat zwei Bienenstiche abbekommen, Julia drei. Leider hat man zwei Wochen was von einem Bienenstich. Da schaut man dann schon ein wenig ramponiert aus.

Dach haben wir viele Kräuter angepflanzt, die wir sehr lieben – und unsere Bienen sind ebenfalls ganz begeistert von ihnen. Momentan haben wir auch eine Kooperation mit unseren Freunden von Los Angeles Cold Press aus Berlin im Sortiment. Das ist eine Lavendel-Limonade, mit etwas Golden Girls Honey angereichert.

Verändert sich das Bewusstsein für Mode und Schönheit, wenn man sich mit der Herstellung von Lebensmitteln beschäftigt?

nur noch mehr in die Haut eindringt. Am besten ist es, den Stachel wegzuschnippsen. Ansonsten hilft: gut kühlen oder Grossmutters Empfehlung, rohe Zwiebeln auf die Stelle zu drücken. Oder “Bite Away”, das ist ein Stift, der die Bienenstichstelle erhitzt und den Schmerz lindert.

Wir sitzen bei unserem eigentlichen Job, dem Retouch, tagelang an einem Bild. Machen Models schlanker und ‘schöner’ oder bauen Sachen in einen Hintergrund ein. Mit unserem GGH Honig oder den Kerzen haben wir ein unverfälschtes, reines Produkt ohne jegliche Zugaben und Veränderungen. Man denkt dabei über die Begriffe Manipulation und Authentizität nach und freut sich, auch etwas Unverfälschtes im Repertoire zu haben.

Wieviel Honig produziert Ihr im Jahr? Jedes Jahr schwankt der Ertrag. Es gibt zwei Ernten (Frühjahr & Sommerblüte). Bei starken Völkern kann man mit 25kg pro Ernte und pro Volk rechnen. Wir lassen unseren Bienen aber immer etwas Honig über und ernten nicht alles ab.

Was würden die 16-Jährige Ann und Julia mit dem Wissen von heute anders machen?

Ihr sagt, dass Genuss und Verantwortung zusammengehören. Für ein Pfund Honig fliegt eine Biene angeblich drei Mal um die Erde. Kann man dann ohne schlechtes Gewissen ein Glas Honig essen, ohne an die fleissigen Bienchen zu denken?

Was geben Ann und Julia heute anderen mit auf den Weg?

Bei unserem Honig braucht man kein schlechtes Gewissen zu haben. Wir sind stolz darauf, ein so hochwertiges Produkt, das mit viel Fleiss erschaffen wurde, weiter zu geben. Wir pflegen unsere Bienen, sorgen für eine nektarreiche Umgebung, sodass es nicht zu Futterengpässen kommt. Unsere Bienen bestäuben unsere Umgebung und sorgen für 30% mehr Blüten und Früchte. Bei einem Glas Honig aus dem Supermarkt hingegen handelt es sich vermutlich um Bienen, die von Monokultur zu Monokultur gefahren werden und Stress haben. Da sollte das schlechte Gewissen auftreten, zumal dieser Honig die wertvollen Inhaltsstoffe aufgrund der Produktionstechnik gar nicht mehr enthält.

Was hilft gegen Bienenstiche?

Gibt es noch weitere Produkte, die Ihr gern herstellen möchtet?

Bei einem Bienenstich sollte man nicht auf den Stachel, der meist hängen bleibt, drücken, da das Bienengift sonst

Wir entwickeln gerade einen Kräuterschnaps, den wir hoffentlich noch zur Weihnachtszeit herausbringen. Auf dem

www.goldengirlshoney.com

Google- und Twitter-Aktien kaufen und mit dem Geld Gutes tun.

Wir versuchen unser Umfeld für die Themen Bienen, Nachhaltigkeit, gutes Essen, Wein und Design in allen Lebenslagen zu interessieren.

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Macherinnen

Griesbach 2005 gründeten Katka und Zuzka Griesbach ihr Taschen- und Accessoirelabel. Schlicht, modern und mit viel Liebe zum Detail, lassen sie im Tessin produzieren. Neben dem Design stehen Nachhaltigkeit, Fairness bei der Produktion und kleine Stückzahlen bei dem Unternehmen aus Winterthur im Vordergrund.

Viele Einwandererkinder wachsen mit Eltern auf, welche die Werte ihres Heimatlandes grosshalten – und stellen fest, dass die Eltern irgendwann viel schweizerischer wurden als je gedacht. Ging Euch das auch so? Nein, eigentlich nicht. Selbstverständlich war es unseren Eltern wichtig, dass wir unsere slowakischen Wurzeln kennen, aber nicht in einem überehrgeizigen, erdrückenden Sinne, sondern das hat sich ganz normal angefühlt. Von Vorteil war für uns bestimmt, dass die Slowaken ähnlich ticken wie die Schweizer. Sie sind bodenständig, familiär, naturverbunden, grosszügig, einfach nett und hilfsbereit. Die beiden Länder sind ja in etwa gleich gross, haben schöne Berge, Wälder, Landwirtschaft.

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Habt Ihr einen Traum, den Ihr gern verwirklichen möchtet? Die Schwestern können sich noch gut an ihre Flucht aus der Slowakei in die Schweiz erinnern und an die anfänglichen Hürden, in einem neuen Land Fuss zu fassen. Diese Erfahrung hat sie zusammengeschweisst. Nachdem die Eltern auf eine solide Kaufmannsausbildung pochten, entschieden sie jedoch, ihren Traum vom kreativen Beruf in die Tat umzusetzen. Obwohl sie beide sehr unterschiedlich an das Design herangehen, harmonieren ihre Ergebnisse wunderbar – wie nicht zuletzt ihre Taschen und Accessoires unter Beweis stellen. Katka und Zuzka geben im Gespräch einen kleinen, aber berührenden Einblick in ihr Leben und erzählen von ihrem Werdegang und der Verantwortung gegenüber dem Handwerk. Katka und und Zuzka, Ihr beiden seid Schwestern, die gemeinsam ein Unternehmen gegründet haben. Habt Ihr Euch immer schon gut verstanden? Ja. Die Flucht aus der Slowakei in die Schweiz und der absolute Neuanfang in einer unbekannten Umgebung, noch dazu mit einer neuen Sprache, hat uns zusammengeschweisst.

Wie seid ihr zu den Taschen gekommen, Ihr habt zunächst eine kaufmännische Ausbildung gemacht, richtig? Das ist richtig. Unsere Eltern wollten, dass wir eine solide Grundausbildung machen. Aber eigentlich hatten wir beide eher mit einem kreativen und handwerklichem Beruf, wie Mode-, Möbeldesign oder Architektur, geliebäugelt. Nachdem wir unsere Ausbildungen abgeschlossen hatten, wollten wir es jedoch noch einmal wissen – und haben uns fortgebildet, Praktika gemacht, Akademien besucht. Eine wichtige Entscheidung in unser beider Leben!

Ihr produziert in der Schweiz und haltet strenge Kriterien ein, weshalb Ihr Euch zum SWISS LABEL zählen dürft. Ist das ein bewusstes Bekenntnis zur schweizerischen Industrie? Ja, es ist uns sehr wichtig, dass das Lederhandwerk in der Schweiz nicht verloren geht. Wir wählen auch bewusst unsere Zulieferer aus. Die Seile, welche wir in unsere Rucksäcke einarbeiten, stellt etwa die Seilerei Kislig in Winterthur her, von deren Expertise wir nur profitieren. Diese Art der Zusammenarbeit schätzen wir.

Wer hat bei Euch das Design-Regiment in der Hand und welchen Teil übernimmt die andere? Wir entwerfen beide. Zwar stehen wir uns sehr nahe, sind jedoch vom Wesen her ziemlich unterschiedlich – für unsere Kreativarbeit ein Glücksfall. Jede von uns geht anders an ihre Arbeit heran. Mit den Ergebnissen sind wir uns dann aber immer wieder einig.

Ihr habt in einem Interview über Euer Leben als Kinder in der Slowakei und dann nach der Ankunft in der Schweiz einmal gesagt: “Viel haben, aber nichts dürfen. Alles dürfen, aber nichts haben. Wir kennen beide Seiten.” Könnt Ihr Euch noch genau an Eure ersten Eindrücke erinnern? Uns kam alles irgendwie bunter und fröhlicher vor. Wir waren vom grossen Angebot an Lebensmitteln, wie etwa die vielen Sorten an Joghurt, überwältigt. Aus der Slowakei kannten wir nur Natur, Schoggi und Erdbeere. Wir haben aber unsere Freunde, Familie, die vertraute Umgebung, einfach nur Menschen, die unsere Sprache reden, unendlich vermisst. Die ersten Jahre fühlten wir uns dadurch schon sehr einsam in der Schweiz.

www.griesbachweb.com

Zusammen am Meer alt werden. Ich (Zuzka) male und modelliere und koche und backe und Katka schärft Leder, hämmert Kanten flach, schlägt Nieten.

Was würden die 16-jährige Katka und Zuzka mit dem Wissen von heute anders machen? Früher damit anfangen, den Mut zu haben an sich zu glauben.

Was gebt Ihr heute an andere weiter? An seine Wünsche und Träume zu glauben und diese unbedingt leben zu wollen. Unermüdlich die Menschen an seiner Seite damit zu nerven, ihnen zu helfen, diese zu verwirklichen, egal wie verrückt oder unerreichbar sie auch erscheinen mögen.


Macherinnen

Kille Enna Radikal, intuitiv, feinsinnig – so beschreibt sich die dänische Köchin, Fotografin und Autorin Kille Enna. Sie hat vier Aromen entwickelt, die nicht etwa auf die Haut kommen, sondern in ein Glas mit Wasser. “The Taste of a Scent” entfaltet dort sein Potential, zunächst für die Nase und dann zum Trinken.

Wie sie auf die Idee für ihr Aromawasser gekommen sei? “Ewigkeit ist für mich nicht spannend. Flüchtige Momente, die perfekt sind, sind mir viel lieber.” Und so hat sich Kille Enna in den letzten Jahren intensiv mit der Entwicklung der “Fine Botanicals” beschäftigt: Entstanden sind einzigartige Geschmackserlebnisse von tatsächlich flüchtigen Momenten gebannten Glücks. In Dänemark ist Kille die Heldin der naturbelassenen Küche. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit 21 Jahren als Chefköchin in London. In ihrem Aromastudio in Südschweden arbeitet sie daran, die Inhaltsstoffe heranzuziehen. Mitunter begibt sich Kille dafür jedoch auch ans andere Ende der Welt, weil andere Klimazonen und -spannen dabei viel grössere Geschmacksamplituden bieten.

Ich möchte den Menschen die Natur näherbringen und dafür ist Wasser der reinste und vollkommene Vermittler. Wenn Du Wasser zu meinen Extrakten hinzufügst, wird etwas Aufrichtiges aus Deinem Glas emporsteigen. Ein verflüssigter empfindsamer und zarter Geschmack. Sein Duft und seine Aromen sind sehr rein, subtil und klar. Das ist gleichzeitig also auch ein Blick in die Natur und ins Pflanzenreich. Dieses sinnliches Moment veredelt das Wasser sozusagen und macht es nur noch interessanter.

Was würde die 16-Jährige Kille mit ihrem Wissen von heute anders machen? Foto: Columbus Leth

Was macht “echten Geschmack” aus? Ein echtes Geschmackserlebnis ist eine vertraute Naturerfahrung mit purem Pflanzenmaterial. Ich verwende deshalb für meine “Fine Botanicals” nur rohes Pflanzenmaterial, z.B. Wurzeln, Samen, Blumen, Kräuter und Rinden. Keiner war vor mir daran und konnte Teile abspalten oder aussortieren.

Du bist mit nur 21 Jahren die jüngste Chefköchin Londons geworden. In dem Alter fangen viele Menschen gerade erst mit der Selbstfindung an. Wie kommt es, dass Du so früh wusstest, wohin Deine Reise geht? Bereits mit etwa 14 Jahren wusste ich, dass ich Köchin werde. Es war eine ganz natürliche Wahl, die ich mit Freude und Eifer für mein Leben traf und meine Mutter hat mich nicht gestoppt. Ich glaube kaum, dass ich überlegen musste. Das Leben war in dieser Zeit ziemlich einfach. Es ging nur darum, mich weiter zu entwickeln und etwas zu bieten zu haben.

der naturbelassenen Küche: Kannst Du eigentlich noch vorbehaltlos in anderen Gastronomien – oder etwa dem kleinen Imbiss an der Ecke essen? Professionelle Lebensmittel herzustellen oder zu erschaffen und sie zu essen sind zwei sehr unterschiedliche Erlebnisse. Ich mag gutes Street Food, das fertigen die Köche auf Bestellung an. Es ist also frisch, anregend und wird sofort serviert. Oft enthält das Essen mehr Vielfalt und schöne Aromen als in herkömlichen Restaurants. Ich liebe auch gute Würstchen. Keine Extras. Kein Brot. Nur Senf und Ketchup.

Warum sollte man ein aromatisiertes Getränk zu sich nehmen statt ein Glas pures, klares Wasser?

Sensorische Bibliothek nennst Du Dein Aroma-Studio in Südschweden, in dem Du bereits seit Jahren intensiv arbeitest. Was steckt dahinter? Ich wollte ein Universum erschaffen , das mich herausfordert. Eine Atmosphäre, die mich motiviert, das Beste von mir zu geben. Denn alle mir wichtigen Komponenten – wie ein Studio zu haben, einen Garten, die Landschaft, die wilden Tiere, das besondere Licht – machen mich ruhig und zufrieden. Es geht darum, das Privileg zu geniessen, tief in ein Thema einzutauchen, mich zu konzentrieren und etwas Besonderes, das zeitlos ist, zu erschaffen. Ich benötige eine besondere Stimmung um mich herum, sodass ich das Maximum geben und dabei sogar den Moment geniessen kann. Ich bin ein hochempfindlicher Perfektionist. Das ist Segen und Fluch zugleich.

Als Gewürzexpertin und wahre Kennerin und Verfechterin

www.killeenna.com

Ich würde meine Koch-Ausbildung direkt mit der Ausbildung eines Parfümherstellers kombinieren. Und dann noch schnell lernen, wie man Oud Essenz (ein intensiver, sehr kostbarer Duftstoff) herstellt oder sich die Techniken zur Wasserdampf-Destillation, Enfleurage (ein Verfahren zur Gewinnung von Pomaden aus Blüten), CO2 Extraktion und Kaltpressung aneignet. Aber auch hier nur, um “The Taste of a Scent” zu präsentieren. Also zum Trinken.

Was gibt Kille heute anderen mit auf den Weg? Sei originell. Gehe Deinen eigenen Weg. Pflege Deine Persönlichkeit, unabhängig davon, was andere sagen und glauben. Disziplin, Konzentration und viel Mut erfordert es. Spare Dein Geld, und wenn die richtige Gelegenheit kommt, obliegt dir die Freiheit zur Wahl ganz allein. Dann werden Deine Gedanken und Gespräche mit vertrauten Freunden nicht nur schöne Träume, sondern Wirklichkeit sein.

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Macherinnen

SquidLondon Schauen Sie mal bei Regen von oben auf eine der belebten High Streets in London – ein Gewusel in einem Meer schwarzer Schirme. ‘Ein bisschen Farbe könnte nicht schaden.’ So ähnlich dachten Viviane Jaeger und Emma-Jayne Parkes und haben prompt Abhilfe geschaffen.

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Das Design-Duo hat sich beim Studium in der britischen Hauptstadt kennen gelernt und ein Verfahren entwickelt, bei der ihre Regenbekleidung, sobald sie nass wird, seine Weissflächen durch bunte Parts eintauscht. Für das, was so verspielt daherkommt, war wirkliche Ausdauer notwendig: “Ein Unternehmen zu gründen ist kein Sprint, sondern gleicht eher einem Marathon”, wissen die beiden Wahl-Londonerinnen. Qualität, Materialien und Funktionalität sind ihnen nicht erst seit ihrer Arbeit bei grossen Modehäusern wie Chloé, Mulberry und Markus Lupfer wichtig. Mittlerweile beraten die engagierten Frauen auch andere junge Menschen an Schulen und Universitäten, um unternehmerisches Denken zu fördern und halten dabei gezielt dazu an, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Zusammen bildet Ihr SquidLondon. Wie habt Ihr Euch kennengelernt, Viviane und Emma-Jayne? Emma-Jayne und ich haben beide am London College of Fashion studiert. Bei einem gemeinsamen Projekt haben wir zu Smart Materials recherchiert und auch Ansätze selbst entwickelt. In diesem produktiven und innovativen Rahmen kam uns die Idee, Regenbekleidung zu kreieren, die bei Nässe ihre Farbe verändert. Während unseres letzten Jahres an der Fashion Universität haben wir dann auch unser Label SquidLondon ins Leben gerufen.

Viviane, Du bist gebürtig aus Basel, aufgewachsen in Riehen. Konntest Du in London sofort Fuss fassen oder musstest Du erst noch das schnelle Tempo der Stadt mitgehen lernen? London war für eine junge Studentin wie mich eine tolle Stadt, um sich so richtig auszuleben. Man kann sich kleiden wie man möchte und damit seine Persönlichkeit unterstreichen, ohne direkt abgeurteilt zu werden – vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass die Menschen viele unterschiedliche Looks und Kulturen gewöhnt sind und sich ein höfliches Miteinander auf die Fahnen schreiben. In London muss man generell sehr gute soziale Fähigkeiten besitzen und neugierig sein, um die Stadt so richtig kennenzulernen. Ich habe über die Jahre an verschiedenen Orten wie Fulham, Clerkenwell und Shoreditch gewohnt und gearbeitet. Dort habe ich tolle Märkte, Musik-Konzerte, neue angesagte Designer Labels, Speak Easies (die berühmten versteckten Insider-Bars) und Kunstprojekte entdeckt. Das Tempo ist sicherlich enorm schnell, das merke ich vor allem, wenn ich wieder in der Schweiz bin, da muss ich dann wieder einen Gang herunter schalten.

Wie seid ihr auf Eure Idee mit den kunstvollen Schirmen, die

neue Start-up Gründerhilfen, welche die Jungunternehmer beraten – was ich ganz toll finde. Enterpreneure sind in Londons Schulen ebenfalls ein beliebtes Thema.

bei Regen ihre Farbe verändern, gekommen? London hat den Ruf einer sehr verregneten Stadt. Wir wollten mit unseren Schirmen etwas Farbe in den grauen Alltag holen, den Leuten ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Jackson Pollock, ein New Yorker Künstler, welcher Farbe rhythmisch auf eine weisse Leinwand spritzt, war die Inspiration dafür – nur wollten wir für uns, dass der Regen die Farbe auf die Schirme bringt. Wir konnten das umsetzen: dass unser weisses Design tatsächlich bunt wird, wenn es in Kontakt mit Wasser gerät.

Welche Rolle spielt Kunst für Euch oder für Eure Arbeit? Ich würde sagen, wir sind sehr praktisch veranlagt, wir sind Macherinnen. Aber wir suchen stets nach kreativen Lösungen. Als etwa ein Wasserschaden einmal Teile unseres Bestandes beschädigte, haben wir kurzerhand das Material recycelt und daraus eine von Hand bestickte Haute Couture Kollektion kreiert. Für das Photoshoot haben wir unser Model eimerweise mit Wasser übergossen – die Bilder, die dabei entstanden, waren sensationell. Die Regenmäntel wurden danach in einem Museum ausgestellt. Später haben wir auch ein Foto der Stickereien gemacht und auf einen Regenponcho gedruckt – nun eines unserer heissesten Festival-Produkte.

Erst waren die Regenschirme da, dann Duschvorhänge, Regencapes und die Kinderkollektion. Worauf dürfen wir uns als nächstes freuen? Soeben haben wir für Cirque du Soleil eine exklusive Stockschirmkollektion entworfen. Diesen Herbst lancieren wir einen San Francisco Skyline Squidarella mit den Fine Arts Museen von San Francisco. Auch bauen wir die Kinderkollektion stetig aus – mehr darf ich da leider noch nicht verraten.

Seid Ihr mit den Fördermöglichkeiten in der Schweiz zufrieden oder war Euer Projekt nur in London machbar? In London ist das ein Riesentrend und auch wir konnten am Anfang von verschiedenen Programmen profitieren. Zur Zeit nehmen wir an einem ‘Accelerator for Growth Programme’ Teil. So etwas hilft enorm, um die eigene Firma in einem grösseren Zusammenhang zu sehen. Wettbewerbe sind darüber hinaus perfekt für gute Presse. In der Schweiz gibt es einige

www.squidlondon.com

Emma-Jayne und ich setzen uns sogar aktiv dafür ein und geben Workshops an Colleges und Universitäten, wo wir den Studenten praktische Tipps mit auf den Weg geben, wenn es zu unternehmerischem Denken kommt wie zum Beispiel Führungsqualitäten, Projektmanagement, Teamwork, Pitching, lösungsorientierte Ansätze zu finden und über den eigenen Tellerrand zu schauen.

Was würden die 16-Jährige Viviane und Emma-Jayne mit ihrem Wissen von heute anders machen? Ich glaube, es ist wichtig, in diesem Alter Vorbilder zu haben . Nicht unbedingt einen Richard Branson, sondern jemanden, mit dem man sich identifizieren kann. Jemanden, der sagt: ‘Wenn ich es kann, kannst Du es auch.’ Wir haben bestimmt einige Fehler gemacht – aber nie den gleichen zweimal. Wenn uns jemand gesagt hätte, wieviel Zeit und Mühe uns SquidLondon kosten würde, hätten wir uns vielleicht nie an dieses Projekt gewagt. Aber dann wären wir auch um einige wichtige Lebenserfahrungen ärmer.

Was gebt ihr anderen mit auf den Weg? “Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern zu gebären.” (Friedrich Nietzsche)


Macherinnen

The Linen Company “Das unbeschreibliche Gefühl, zum ersten Mal in Leinenbettwäsche zu schlafen”, Monika Gilgens Leidenschaft für die luxuriöse Flachsfaser entbrannte bei einem Urlaub in der Provence. Zurück in der Schweiz entpuppte sich die Suche nach der richtigen Leinenbettwäsche als schwieriges Unterfangen: Das Angebot war klein, teuer oder von minderwertiger Qualität.

Nach einer Reise ins textile Herz Portugals stand Monika Gilgens Entschluss fest, eine eigene Firma mit dem kostbaren Naturprodukt aufzubauen. The Linen Company by Monika Gilgen stellt Bett- und Tischwäsche aus hochwertigem, rein europäischem Leinen her. Alle Produkte zeugen von Monika Gilgens grosser Passion.

Welche Eigenschaften schätzt Du an anderen und an Dir selbst? Ich schätze Ehrlichkeit, Loyalität, eine positive Lebenseinstellung. Ich mag auch Menschen, die über sich selbst lachen können.

Gibt es einen Traum, den Du Dir noch erfüllen möchtest? Warum hat Dich Dein Schlaferlebnis in der Provence so beeindruckt? Hast du früher nicht gut geschlafen?

Momentan bin ich vollauf damit beschäftigt, meinen Herzenswunsch umzusetzen und The Linen Company zum nachhaltigen Erfolg zu führen.

Für mich war dieses Gefühl von anschmiegsamen, atmungsaktiven Leinen eine Offenbarung. Mir war im Laufe der Nacht oft zu warm und ich schlief unruhig. Bis heute begeistert mich diese klimaausgleichende Eigenschaft von Leinen. Natürlich hat das meinen Schlaf enorm verbessert.

Welche Schwierigkeiten stellten sich Dir in den Weg, als Du zurück aus Frankreich Leinenbettwäsche kaufen wolltest? Hochwertige Leinenwäsche ist in der Schweiz schwierig zu finden. So musste ich mir das Gewünschte auf Mass anfertigen lassen oder die Produkte, welche die Geschäfte feilboten, umnähen lassen – das war eine kostspielige Angelegenheit. Also lag es nahe, dass ich mein eigenes Unternehmen gründe, um diese Lücke zu schliessen. Das hat auch den Vorteil, dass ich natürlich bei der Stoff- und Farbauswahl die Zügel in der Hand habe. Die frischen, subtilen Farben meiner Leinenstücke harmonieren immer perfekt miteinander. Ein Stone Wash verleiht unserem Leinen den besonders weichen Griff. Wie Du siehst, gerate ich nach wie vor ins Schwärmen, wenn ich mir die positiven Eigenschaften von diesem tollen Material vor Augen halte.

Was würde die 16-jährige Monika mit dem Wissen von heute anders machen?

grössen. Als kleines Unternehmen kann ich sehr flexibel auf Kundenwünsche reagieren. Aktuell arbeite ich an einer sehr feinen Leinenqualität für nächsten Sommer.

Bist Du immer so entschlossen und voller Eifer, wenn Du etwas haben möchtest? Ja (lacht). Wenn mir etwas wirklich am Herzen liegt, mobilisiere ich meine ganze Energie für die Umsetzung, da ist mir kein Weg zu weit und keine Hürde zu hoch. Anders wäre es auch nicht zu The Linen Company gekommen.

„Ein guter Tag beginnt mit einer guten Nacht“, heisst es auf Deiner Website. Hat sich der Schlaf Deiner Kunden genau so verbessert wie Dein eigener? Ja, davon berichten mir Kunden immer wieder. An einem Freitagmorgen erreichte mich ein Anruf aus der Zentralschweiz. Die Kundin wollte noch am selben Wochenende in Leinen schlafen. Glücklicherweise sind die gängigen Grössen bei mir auf Lager. Nach nur einer Nacht in ihrer neuen Bettwäsche erreichte mich ihr überschwängliches Feedback sowie eine weitere Bestellung für einen Schwung Leinenbettwäsche. Das geht uns häufig so. Einmal in Leinen gebettet, möchte man das nicht mehr missen.

Auf welche Produkte von Dir können wir uns noch freuen? Auf eine Kinderlinie? Im Rahmen meiner Stoffauswahl ist es bereits heute möglich, Sondermasse zu bestellen, dementsprechend auch Kinder-

www.thelinencompany.com

Manche Ideen und Träume brauchen Zeit, um zu reifen, bevor sie für die Umsetzung bereit sind. Das nötige Wissen dafür anzusammeln, stellt nur einen Teil des Ganzen dar. Mir gefällt der Weg, den ich gegangen bin. Prinzipiell bin ich jedoch jemand, dessen Blick nach vorne gerichtet ist.

Was gibst Du anderen mit auf den Weg? Folge Deinem Bauchgefühl – auch wenn die Idee noch so verrückt erscheint. Mach es!

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Macherinnen

Aisso Filigrane Ringe, Armbänder und Halsketten stellt Jenny Nyfeler von Aisso her. Nach ihrem Modedesignstudium an der FHNW in Basel belegte Jenny Goldschmiedekurse, 2013 präsentierte sie ihre erste Schmuckkollektion.

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In ihrem charmanten Atelier bringt Jenny Nyfeler ihre Leidenschaft für schönen, ausgewählten Schmuck zum Ausdruck. Eine entschiedene, und dennoch zurückhaltende Ästhetik prägen Aisso wie auch den dazugehörigen Tumblr voller wunderbarer Bildkompositionen.

denschaft und Kreativität andere Frauen es schaffen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Im Gespräch erläutert die Schmuckdesignerin, wie sie auf den klangvollen Namen ihres Labels kam, wovon sie sich inspirieren lässt, was sie an Trachten fasziniert – und wieso sie lieber in ihrem beschaulichen Basel als in Berlin lebt.

Ich mag Berlin ganz besonders. Die Stadt hat eine unglaubliche Vielfalt an jungen tollen Labels und Shops und ja, viele Freunde von mir leben dort. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, irgendwann wieder eine gewisse Zeit in Berlin zu verbringen. Ich bin gerade jedoch sehr glücklich mit meinem Atelier hier in Basel. Es ermöglicht mir sehr viele Freiheiten, was mein Schaffen betrifft. Ich habe die Möglichkeit, mein eigener “Chef” zu sein und meine Leidenschaft für Schmuck mit der Leidenschaft für andere schöne und spannende Dinge zu kombinieren.

Du hast ein halbes Jahr in Berlin gelebt. Viele Deiner Freunde leben in der Stadt. Kannst Du Dir vorstellen, wieder dorthin zurückzuziehen?

Woher kommt der Name Deines Schmucklabels Aisso? Ich habe das Wort AISSO an den Strassenwänden von Paris entdeckt. Es hat mir sofort gefallen und ging mir nicht mehr aus dem Kopf. Als dann die Frage nach einem geeigneten Namen für mein Label aufkam, habe ich mich relativ schnell und intuitiv für AISSO entschieden. Ich mag das Wort, wie es geschrieben und ausgesprochen wird, also sowohl vom Visuellen her als auch vom Klang. Da machte es mir nichts aus, dass ich bei meinen Recherchen überhaupt keine klare, eindeutige Definition dazu finden konnte. Vielleicht müssen wir ja auch einfach nicht alles wissen – sondern dürfen uns etwas Schönem auch ‘einfach so’ hingeben.

Wie beschreibst Du selbst Deinen Schmuck und seine Träger? Mein Schmuck ist fein, dezent und tragbar, meine Kollektionen verbinden elegante wie auch verspielte Elemente. Sie schaffen damit einen sehr zurückhaltenden wie zeitlosen Look. Ich arbeite viel mit Steinen und Kristallen, so entstehen ganz besondere Unikate. Viele meiner Kunden möchten feine Akzente setzen und sich täglich mit den Stücken meines Labels schmücken. Dabei sollen sie sich nicht verkleidet fühlen, das ist mir sehr wichtig.

Wovon lässt Du Dich inspirieren? Ich liebe es, fremde Städte und Länder zu bereisen und dabei neue Materialien zu entdecken. Folkloristische und ‘ethnische’ Schmuckstücke, die Art des Körperschmucks, wie er in vielen fremden Kulturen vorkommt, beeinflusst mein Arbeiten immer wieder. Das Buch “Trachten” von Robert Klanten taucht nicht in allzu ferne Kulturen, ist aber mein momentaner Lieblingsbildband und zeigt auf, wie wunderschön traditionelle Handwerkskunst sein kann.

Welches Ziel wirst Du nicht müde zu besuchen und wo wolltest Du schon immer mal hin? Paris ist eine Stadt, in der ich schon oft war, viel erlebt habe

und auch immer wieder gerne hinreisen werde. Seit meine Schwester in Paris lebt, sind meine Besuche natürlich noch häufiger geworden. Meine nächsten Reisesziele liegen auf anderen Kontinenten: Ich freue mich auf Acapulco und Portland.

Du hast einen sehr schönen Tumblr – so eine Harmonie in der Bildkomposition aufzubauen ist recht aufwendig und erfordert oft viel Zeit im Netz. Was sind Deine Lieblingstumblr und Blogs? Ich scrolle fast täglich durch Tumblr und da kommen immer wieder neue hinzu, die ich sehr mag. Dies sind einige meiner liebsten: awelltraveledwoman.tumblr.com, intelligent-----clashing.com, viciouslycyd.tumblr.com, falsearms.com, thegorgeousdaily.com.

Liest Du gern Magazine? Ich kaufe mir häufig Magazine, vor allem im Ausland, da die Auswahl viel grösser ist. Zur Zeit gefallen mir besonders “032c”, das ist ein Berliner Magazin, das wunderschöne Editorials, gute Texte und nicht zu viel Werbung enthält. Ausserdem “Apartamento”, ein wichtiges Interior-Heft, sowie “I love you” und “Fräulein”, im weitesten Sinne Mode- und Lifestyle- oder Frauenmagazine. Leider kenne ich jedoch nur ein gutes Schmuckmagazin. Es heisst “Current Obsession”.

Wer sind Deine Vorbilder und wieso? Ich las, Du schätzt die kanadische Schmuckdesignerin Arielle de Pinto sehr, die insbesondere in ihrer Wahlheimat New York sehr bekannt ist für ihre ineinander verknoteten Ketten. Ich habe kein bestimmtes Vorbild, was meine Arbeit angeht. Vielmehr bewundere und verfolge ich sehr gerne die Arbeit von anderen Schmuckdesignern, wie zum Beispiel eben Arielle de Pinto oder Delfina Delettrez. Mir gefällt ihrer beider Arbeit. Ich finde es auch schön zu sehen, mit welcher Lei-

www.aisso.ch

Was würde die 16-Jährige Jenny mit dem Wissen von heute anders machen? Wenn ich nochmals 16 wäre, würde ich direkt nach der Schule eine Lehre als Goldschmiedin machen. Ich weiss mittlerweile, wie wichtig es sein kann, wenn man ein Handwerk von der Pieke auf gelernt hat.

Was gibst Du anderen mit auf den Weg? Versuche trotz Deiner Ängste und Zweifel, Deinen Herzenswunsch zu verwirklichen und das zu machen, was Dir wirklich Freude bereitet.


Macherinnen

The Bread Exchange Malin Elmlid betreibt seit acht Jahren The Bread Exchange. Ihre selbstgemachten Sauerteiglaiber gibt die gebürtige Schwedin her. Im Gegenzug erhält sie etwas, dass der Tauschpartner “mit grosser Hingabe hergestellt” oder “mit guten Absichten gekauft hat”, so unsere sympathische Macherin über ihr Projekt.

Mit abendlichem Brotbacken, um an ein gutes Weizenbrot, ohne Hefe und mit langen Gärzeiten, zu kommen – aber auch, um nach der Arbeit etwas abzuschalten, startete es. Irgendwann begann Malin, die vielen Brotlaiber zu verschenken. Jemand schickte ihr zum Dank ein Ticket für die Philharmonie, der Grundstein für The Bread Exchange war gelegt. Noch immer verkauft die Wahlberlinerin ihre Brote nicht, ihre Tauschbörse ist mittlerweile jedoch international.

wollte. Ich habe bei diesem Projekt wirklich tolle Menschen kennengelernt – mit einer Handvoll von ihnen habe ich das Buch zusammen kreiert. Mein Mann und der Vater meines Sohnes ist mir auch dank The Bread Exchange begegnet.

Was würde die 16-Jährige Malin mit ihrem Wissen von heute anders machen? Schöne Frage (lacht). Ich würde mir weniger Sorgen um die Zukunft machen. Weniger Gedanken darüber, was andere Menschen denken könnten. Ich glaube, ich bin immer meinen Weg gegangen. Und habe meine Grenzen getestet, aber das war nicht immer schmerzlos oder angstfrei. Ich bin jedoch sehr froh, dass ich mich immer getraut habe, das zu machen, was ich wirklich machen wollte.

Zahlreiche Länder hat Malin bereist und in ihnen Brot gebacken und getauscht. Mittlerweile hat sie ihre Rezepte in einem Buch gesammelt, das nächstes Jahr auch auf Deutsch erscheint. Ein Rausch an Bildern und Geschichten ihrer wundersamen Reise in die verschiedensten Winkel dieser Erde hat sie darin veröffentlicht. Im Gespräch erzählt sie uns, weise und herzerfrischend, wieso man nicht versagen kann.

Mal bei über 1400 Broten passiert ist. Das finde ich wiederum wohltuend!

Wohin möchtest Du noch reisen – und ist Dein Sauerteig wirklich immer dabei?

Hast Du jemals daran gedacht, The Bread Exchange in The Bread Shop umzuwandeln?

Mein Sauerteig ist fast immer dabei. Manchmal muss ich aber auch Urlaub vom Backen nehmen, etwa als ich zum Pferdereiten in die Wüste Sinai gereist bin. Am Ende habe ich dennoch dort gebacken: Ich war einfach zu inspiriert von der Umgebung. In Ägypten wurde vor mehr als 6000 Jahren das erste Brot gebacken und die Geschichte, wie das Israelische Volk in der Wüste überlebte, dank des Brotes, das vom Himmel fiel (Manna), gehört auch zu unserer Geschichte. Der Sauerteig, den ich dort einfach ansetzen musste, ist seitdem die Mutter aller meiner Brote. Jeder, der mein Brot isst, kriegt auch ein Stück Sinai mit auf den Weg.

Überall ist es schwer, hochqualitatives Brot ohne industrielle Hefe zu finden. Deshalb habe ich auch überlegt, mein Brot zu verkaufen. Das heisst aber nicht, dass ich aufhören könnte, es zu tauschen (lacht). Denn beim Tauschen bekomme ich etwas anderes als mit Geld. Es bringt mir neue Begegnungen. Zwingt mich aus meiner Komfortzone heraus. Zeigt mir Sachen, die ich sonst nie gesehen hätte. Es bringt mich auf eine höhere Ebene. Geld verwende ich in jedem anderen Tauschkontext. Mit Geld kaufe ich mir das, was ich brauche. Geld macht anonym. Jeder benötigt Geld und ich wollte das nie abschaffen. Ich bin BWLer, es gab nie eine Konsumkritik mit The Bread Exchange. Mittlerweile möchte ich beides miteinander vereinbaren. Mit Geld fair bezahlt zu werden und dann einen Teil meiner Zeit in etwas zu investieren, an das ich glaube.

Sagt das Verhalten beim Brottauschen tatsächlich etwas über den Charakter eines Menschen aus? Die meiste Menschen agieren sehr offen und machen sich Gedanken darüber, was sie wirklich ausmacht und teilen etwas davon mit mir. Das ist spannend. Einige wenige denken aber: „Ein Brot kostet 2-3,- Euro – also kaufe ich schnell etwas für 3,- Euro und tausche es gegen ein Brot ein.“ Dieser Mensch hat überhaupt nicht die Zeit und Liebe respektiert, die ich in das Brot gesteckt habe. Wahrscheinlich bin ich in der Nacht aufgestanden und habe den Teig gefaltet. Ich habe meinen ganzen Tag und die ganze Nacht auf die Brotherstellung abgestimmt. Ich verwende nur gute Zutaten, die pro Brotlaib weit über die 3,- Euro hinausgehen. Solche Menschen tun mir leid und ich tausche einfach nie wieder mit ihnen. Das Schöne aber ist, dass so etwas höchstens fünf

Du bist gerade Mutter geworden. Vorletztes Jahr hast Du in einer afghanischen Frauenbäckerei Deinen Sauerteiglaib hergestellt. Kannst Du manchmal fassen, was für überraschende Wendungen das Leben nimmt? Nein. Es ist schon unglaublich. Wenn man mit offenen Augen durchs Leben läuft, kann alles passieren. Dabei ist eine gesunde Dosis an Selbstrespekt sehr wichtig, nicht alle Menschen sind bereit zu geben. The Bread Exchange hätte nicht funktioniert, wenn ich mich nur in meinen eigenen Kreisen bewegt oder die Tauschgeschenke monitär bewertet hätte. Es ist wichtig, sich nicht an Erwartungen festzubeissen. Dass man nicht nachtragend ist. Offen bleibt. Das scheint bis jetzt das Grösste zu sein, was mir The Bread Exchange zeigen

www.thebreadexchange.com

Was gibst Du heute anderen mit auf den Weg? Genau das: Mach nur das was, Du wirklich machen möchtest und sorge Dich nicht um das, was andere darüber denken könnten. Häng nicht an Menschen, die Dich nicht respektieren. Warte nicht auf Anerkennung von den Falschen, das raubt nur Zeit und Energie. Gib gerne und viel – aber erwarte nichts zurück. Nur dann bekommst Du wirklich etwas zurück, wenn auch womöglich von jemand ganz anderem. Du kannst nicht versagen. Wenn sich Sachen nicht so ergeben, wie Du es Dir gewünscht hast, dann ist die grosse Aufgabe, etwas anderes aus der Situation zu lernen oder zu machen. Das möchte ich meinem kleinen Sohn Lode wirklich beibringen.

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Die neue L채ssigkeit

Die neuesten Herbstrends jetzt bei modis Ob Outdoor, zum Business oder abends z unseren Looks sind Sie immer perfekt ge


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MAX MARA DAILY

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Editor’s Picks


MOD LUX

Cocktailkleid 398,-

ESSENTIEL

Pullover 229,- | Jupe 229,-

Fotografin Andrea Diglas Model Ingrid Parewijck @ Metromodels

Creative Direction GUSTAVE Hair & Make-Up Monika Spisak @ Style-Council


Editors’ Picks

Die Lieblingsstücke der Redaktion Der kreative Kopf unserer Redaktion, Rahel Morgen, hat mit ihrem Team eine kleine feine Auswahl an schönen wie bewährten Produkten zusammengestellt. Alle Artikel finden Sie auch in unserem modissa Concept Store in der Bahnhofstrasse 74: in DER SALON im 5. Stock. 1 KAWECO 1883 wurde Kaweco in Heidelberg als Federhalterfabrik gegründet und gehört somit zu den ältesten Marken der Branche. Mit einer maximalen Präzision in Design und Umsetzung halten die Schreibgeräte den schmalen Grat zwischen Tradition und Innovation – und sichern sich damit seit jeher die Gunst derjenigen, die ihre Werte und Wertschätzung nicht nur auf dem Papier ausdrücken.

2 INA BEISSNER “Für mich hat ein Schmuckstück etwas Versicherndes, das wir nah bei uns tragen, das sich mit uns verbindet und uns irgendwie auch schützt”, so die gebürtige Peruanerin Ina Beissner des gleichnamigen Schmucklabels. Spielerisch hat sie ihre aussergewöhnlichen Designs, die von grafischen Formen industrieller Elemente inspiriert sind, neu interpretiert. Ihre Stücke drücken Kreativität und gleichzeitig auch feminine Stärke aus.

3 KILLE ENNA Das in edlen Flakons abgefüllte Aromaessenz-Wasser von Kille Enna erinnert mit dem hochwertigen Design nicht nur von der Verpackung her an ein Parfum. Allerdings werden die mikroskopisch kleinen Aromamoleküle der gebürtigen Dänin nicht auf die Haut, sondern in ein Glas gesprüht und mit Wasser vermischt – bis man den Duft und Geschmack von Blumen, Kräutern und Rinden riechen und trinken kann.

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4 FILINI Das angesagte Schmucklabel der beiden schwedischen Designerinnen Filippa und Nina steht für glamourösen, aber erschwinglichen und hochwertigen Schmuck und Accessoires, die jedes Outfit in einen modischen und besonderen Look verwandeln. Unser Tipp: Eine Statement-Kette zum schlichten weissen T-Shirt kombinieren.

5 SORT OF COAL Die handgefertigten Stäbchen der dänischen Firma Sort of Coal bestehen aus weisser Holzkohle – Kishu Binchotan – die man in eine Karaffe mit herkömmlichem Leitungswasser stellt. Schon nach kurzer Zeit haben sie dem Wasser bis zu 75% aller Verunreinigungen entzogen, gleichzeitig werden von der Kohle wichtige Mineralien an das Wasser abgegeben.

6 LEXON Der edle Lautsprecher von Lexon ist ein echtes Leichtgewicht und dank seiner USB-Ladefunktion genauso mobil wie wir. Seine edle, moderne Ästhetik verlieh ihm die französische Designerin Pauline Deltour, die das kleine Soundwunder komplett in Aluminium verpackt hat. Manchmal zählen neben den inneren Werten eben auch die äusseren.

7 L:A BRUKET Herausgefordert von Schwedens harschem Klima – dem starken Wind und salzigen Wasser – dient die Körperlotion von L:A Bruket als bestes Pflegeprodukt für die kalten Monate. Beruhigende ätherische Öle aus Salbei, Rosmarin und Lavendel machen die Haut geschmeidig. Kokosnussöl, Kakaobutter und Sheabutter schützen bei extremen Klimabedingungen, spenden Feuchtigkeit, sind heilungsfördernd. Balsam für Leib und Seele.

8 FIDEA DESIGN “Weil wir nicht ohne einander können”, sprachen die Kerze und ihr Halter. In der ‘All in One’ sind die zwei nun symbiotisch vereint”, so bewirbt der Hersteller schelmisch sein Produkt. Fidea Design stellt Objekte her, die für einen Schmunzler sorgen. Komplett aus Wachs, brennt die von Hand in der Stiftung Züriwerk gegossene Kerze stundenlang.

9 TOXIC TWINS Das Fusspad “Dream on!” von Toxic Twins unterstützt Sie im Schlaf. Es befreit den Körper von Giftstoffen, während es, über Nacht an Ihre Fusssohlen geklebt, einwirkt. Der dabei eingesetzte Lavendel entfaltet seine Wirkung besonders gut bei innerer Unruhe, Einschlafstörungen und Nervosität, ganz nebenbei schenkt er Energie und Ausgeglichenheit für den nächsten Tag.


Editors’ Pick

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Programm & Events “Macherinnen bei modissa“ geht in die zweite Runde. Die Salon Talks überzeugen weiterhin mit spannenden Themen und interessanten Gästen. Die Moderatorin Monika Schärer begrüsst vier Frauen, die viel zu erzählen haben. Zudem spricht die Inhaberin des Modelabels Mantù über ihr Schaffen. Und mit dem Event DRESS TO WIN zeigen wir auf, wie wichtig das passende Outfit im beruflichen und privaten Alltag ist. Kurz und kompakt, ohne Zeitdruck, informativ und persönlich – DER SALON an der Bahnhofstrasse 74 (5. Stock).

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MANTÙ – MODE GANZ PERSÖNLICH MITTWOCH, 16. SEPTEMBER 18:30 BIS 19:30 UHR

MODISSA SALON TALK EDITION 3 N° 3 MITTWOCH, 23. SEPTEMBER 18:30 BIS 19:30 UHR

MODISSA SALON TALK EDITION 3 N° 4 MITTWOCH, 30. SEPTEMBER 8:30 BIS 19:30 UHR

DRESS TO WIN MIT HUGO BOSS MITTWOCH, 7. OKTOBER 18:00 BIS 20:00 UHR

Die Inhaberin des Modelabels Mantù, Angela Picozzi, steht im Interview Rede und Antwort. Sie spricht über die Verbindung zwischen Mode, Kunst und Handwerk. Zudem bemalt sie mit der Künstlerin/Designerin Caterina Borghi drei Kleidungsstücke vor Ort. Diese können anschliessend ersteigert werden. Der Erlös geht zu Gunsten des Frauenhauses.

Die Gäste von TV- und Kulturfrau Monika Schärer sind an diesem Abend Elif & Sibel Erisik. Die beiden Schwestern führen das Restaurant “Elle’n’Belle“ in Zürich. Die beiden Kebab-Kinder aus Solothurn mischen die Vegan-Szene auf - mit Rock’n’Roll und herzergreifenden Geschichten.

Die Gäste von TV- und Kulturfrau Monika Schärer sind an diesen Abend Sabina Haag (Modedesignerin, Kostümbildnerin, Agogin im Sozialwesen) und Ewa Rotzler (vom Psychologiestudium zum Kinderkleiderladen zur Künstlerkolonie). Die Freundinnen haben beide ein Gespür für Ästhetik, gespickt mit dem Hang „Gutes zu tun“ und Menschen zusammen zu bringen.

Wer kennt sie nicht, Tage wie diese? Vom morgenlichen Bürotermin geht’s zum Mittagessen mit Kunden und anschliessend direkt zum Geburtstagsdinner mit Freunden. Und das immer im passenden Outfit. Wie das geht, verrät uns dieser informative Styling-Vortrag. Die Looks werden zudem anschaulich an Models präsentiert und eine Make-up-Artistin verrät Tipps und Tricks, damit nicht nur das Outfit passt, sondern auch der Gesamteindruck stimmt.

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Kolumne

Die modissa Seite für den Mann mit Stilkritiker Jeroen van Rooijen

Ich las kürzlich in einer seriösen Zeitung ein spannendes Interview mit einem Forscher der Humangenetik. Dieser sagte sinngemäss, dass es in grauer Vorzeit mehrere unterschiedliche Menschengattungen gegeben habe, darunter Zwerge und Riesen, die dann aber – typisch für uns! – von der derzeit dominanten Spezies des Homo sapiens sukzessive ausgerottet wurden. Nur etwa drei Hauptarten hätten überlebt und sich miteinander vermischt, darunter der Neandertaler, dessen Gene sich in vielen modernen Menschen wiederfinden liessen.

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Seit diese Erkenntnis publik geworden sei, häuften sich bei ihm die Anfragen besorgter Ehegattinnen, die von ihm mit einer Gen-Analyse Klarheit wünschten, wie viel Neandertaler genau in ihrem Mann stecke, so der Forscher weiter. Viele Frauen seien ernsthaft davon überzeugt, dass gerade sie mit einem besonders ausgeprägten Exemplar eines Urmenschen zusammenleben und dessen primitive Wesenszüge nach 30000 Jahren wieder besonders prägnant zum Vorschein kommen. Das hat, dachte ich mir zumindest, sicher auch viel mit der Kleidung zu tun. Gerade in der textilen Disziplin scheinen viele Männer noch in der Unschärfe der Urzeit festzuhängen. Sie kleiden sich zwar schon irgendwie, denn nackt kann man in unserer modernen Welt ja auch nicht herumlaufen, aber sie tun es ohne jedes Feingefühl, Begeisterung oder Raffinesse. So wie man sich halt einen Neandertaler vorstellt:

Ugga-ugga. Shorts, Shirt, Schlappen und Schildmütze. Zu mehr als diesem modernen Äquivalent zum Lendenschurz scheinen viele Männer oft nicht fähig. Dabei hat sich der moderne Mann gerade in den letzten Jahren enorm entwickelt. Das Angebot ist so vielseitig wie nie. Zeitgeist- und Modespezialisten sprechen gar von einem neuen “Mode-Zeitalter des Mannes”, das vor etwa 15 Jahren angebrochen ist und den Markt sehr belebt hat. Der neue Mann ist modebewusst, pflegt sich und achtet auf seine Figur. Was einst weibliche Domänen waren, ist heute ganz selbstverständlich auch das Territorium des Mannes. Ausserdem legt er Wert auf Proportionen und eine gute Passform. Diese gab’s früher nur beim Mass-Schneider, doch heute sind sehr gut sitzende Anzüge kein Privileg von Besserbetuchten mehr. Also, werte Herren, gehen Sie auch wieder mal zum Spezialisten. Und finden Sie heraus, wie man sich im besten Lichte präsentiert! Zumindest technisch haben wir heute die Mittel dazu. Man vermutet zwar, dass auch die Neandertaler schon eine einfache Kleidung hatten, aber Spiegel kannten sie nicht. Und mit einer Lebenserwartung von etwa dreissig Jahren war ihnen auch nicht vergönnt, lange vom Glanz eines guten Tuches zu profitieren. Willkommen im zweihundertsten Jahrtausend der Menschheit. Nutzen wir die Vorteile der Evolution doch zu unseren Gunsten!

JVR

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modissa DER SALON Ausgabe N°1 Herbst 2015  

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