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Bulletin 119 Medicus Mundi Schweiz

Netzwerk Gesundheit für alle Réseau Santé pour tous Network Health for All

FEBRUAR 2011 2008

KAMPF GEGEN MANGEL- UND UNTERERNÄHRUNG: SCHLÜSSEL ZUR GESUNDHEIT IN ENTWICKLUNGSLÄNDERN La lutte contre la malnutrition et la sous-alimentation: Facteur clé de la santé dans les pays en développement The fight against malnutrition: The key to health in developing countries Reader zum 9. Symposium der schweizerischen Gesundheitszusammenarbeit


IMPRESSUM

NETZWERK

MEDICUS MUNDI SCHWEIZ Netzwerk Gesundheit für alle Réseau Santé pour tous Network Health for All

Die 43 Mitgliedorganisationen von Medicus Mundi Schweiz:

Bulletin Nr. 119, Februar 2011 Kampf gegen Mangel- und Unterernährung: Schlüssel zur Gesundheit in Entwicklungsländern NETZWERK MEDICUS MUNDI SCHWEIZ Die gemeinsame und verbindende Vision der Mitglieder des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz ist Gesundheit für alle: ein grösstmögliches Mass an Gesundheit für alle Menschen, insbesondere auch für benachteiligte Bevölkerungen. Medicus Mundi Schweiz vernetzt die Organisationen der internationalen Gesundheitszusammenarbeit, fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen, vermittelt ihnen Impulse für die Weiterentwicklung ihrer Tätigkeit und macht ihre Tätigkeit einem weiteren Publikum bekannt. Das Bulletin von Medicus Mundi Schweiz erscheint viermal jährlich. Jede Ausgabe ist einem Schwerpunktthema gewidmet und enthält aktuelle Hinweise und Informationen. Medicus Mundi Schweiz profitiert in seiner Arbeit von der langjährigen Partnerschaft mit der schweizerischen Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA, die auch die Herausgabe des vorliegenden Bulletins mit einem grosszügigen Beitrag unterstützt. GESCHÄFTSSTELLE UND REDAKTIONSSEKRETARIAT: Medicus Mundi Schweiz Netzwerk Gesundheit für alle Murbacherstrasse 34 Postfach, CH-4013 Basel Tel (+41) 061 383 18 10 info@medicusmundi.ch www.medicusmundi.ch REDAKTIONSKOMMISSION: Martin Leschhorn Strebel, Helena Zweifel LAYOUT: VischerVettiger Basel PRODUKTION: Geschäftsstelle Medicus Mundi Schweiz, Martin Leschhorn Strebel DRUCK: Südwestdruck Lörrach AUFLAGE DIESER NUMMER: 1500 Ex. ERSCHEINUNGSWEISE: Vier Nummern im Jahr NÄCHSTE NUMMER: Finanzierung von Gesundheitssystemen REDAKTIONSSCHLUSS: 15. April 2011 TITELBILD: Launch of the Gulazik Sprinkle (©UNICEF/Kyrgyzstan)

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Afro-European Medical and Research Network (AEMRN) Aids und Kind Aids-Hilfe Schweiz Association Solidarité avec les Villages du Bénin Basler Förderverein für medizinische Zusammenarbeit Bündner Partnerschaft HAS Haiti Calcutta Project Christoffel Blindenmission (Schweiz) CO-OPERAID DM – Echange et Mission Enfants du Monde FAIRMED – Gesundheit für die Ärmsten Fondation Sociale Suisse du Nord Cameroun Fondation Suisse pour la Santé Mondiale Förderverein für Otorhinolaryngologie Freunde Behindertenintegration Kamerun Gemeinschaft der St. Anna-Schwestern Graduate Institute of International and Development Studies – Global Health Programme GRUHU Handicap International (Schweiz) IAMANEH Schweiz INTERTEAM Jura-Afrique, Programme Santé Kinderhilfe Bethlehem Lungenliga Schweiz Médecins du Monde-Suisse medico international schweiz mediCuba-Suisse Mission 21 Novartis Stiftung für Nachhaltige Entwicklung Pharmaciens sans Frontières Suisse Schweizerische Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie Schweizer Hilfsverein für das Albert Schweitzer-Spital Lambarene Schweizer Indianerhilfe Schweizerisches Korps für humanitäre Hilfe Schweizerisches Rotes Kreuz Schweizerische Stiftung für die sexuelle und reproduktive Gesundheit PLANeS Schweizerisches Tropen- und PublicHealth Institut (Swiss TPH) Secours Dentaire International Service de médecine internationale et humanitaire (SMIH) SolidarMed Stiftung Terre des Hommes Verein Partnerschaft Kinderspitäler Biel-Haiti

INHALT

INES EGLI Biofortification: A strategy to prevent micronutrient malnutrition

EDITORIAL Martin Leschhorn Strebel

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ERNÄHRUNG UND GESUNDHEIT

ZUSATZNAHRUNG: EINE ERFOLGREICHE STRATEGIE?

KAMPF GEGEN MANGELUND UNTERERNÄHRUNG

JONAS VOLLMER, SIBYLLE MOSER Mangelernährung umfassend bekämpfen

TOBIAS SCHUETH From people’s mandate to national policy

ROSEMARIJN DE JONG Feed the children free from commercial pressure

6 PAMELA CHISANGA Fighting malnutrition – advocacy for the right to food

22 JEAN-PIERRE PAPART Management of moderate acute malnutrition in Guinea

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RUTH HUBER Nutrition – Bio-fortification – Health – what else?

MAYA NATARAJAN, KADIATOU KEITA Über den Tellerrand hinaus geschaut: Ernährungssicherung dank Empowerment

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DEBATTE CHRISTA LUGINBÜHL Tod-schicke und teuer bezahlte Jeans

40 IMMITA CORNAZ Das Recht auf angemessene Ernährung – das am meisten vernachlässigte Menschenrecht

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Das World Food Programm (WFP) geht davon aus, dass im Jahr 2009 nochmals 100 Millionen Menschen dazugekommen sind, die unter Hunger leiden. Doch die Situation hat sich nicht verbessert, die Lebensmittelpreise steigen weiter auf neue Höchststände. Das WFP spricht denn auch davon, dass die Nahrungsmittelkrise von 2007/2008 gar nie zu Ende war, sondern noch immer andauert.

Photo: Launch of the Gulazik Sprinkle (©UNICEF/Kyrgyzstan)

EDITORIAL

Im südlichen Afrika sind rund 1/3 der Kinder Mangel- und Unterernährt – mit fatalen Folgen für ihre gesundheitliche Entwicklung. Diese Kinder drohen früher zu sterben, da sie mit einfachen Infektionskrankheiten weniger gut zu recht kommen. Doch sie haben auch schlechtere wirtschaftliche Perspektiven, da ihre Schulleistungen im Vergleich mit normal entwickelten Kindern oft mangelhaft bleiben. Vor diesem Hintergrund haben im November in Basel rund 70 Fachleute am MMSSymposium von darüber debattiert, was getan werden muss, um diese Situation zu verbessern. Zentral ist, dass mit einer nährstoffreichen Ernährung frühzeitig begonnen wird. Dem Stillen von Babys in den ersten sechs Monaten kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Die niederländische Gesundheitsorganisation wemos kommt aber zum Schluss, dass dem WHO-Kodex über die Vermarktung von künstlicher Babynahrung nur mangelhaft umgesetzt wird. Obwohl der Kodex schon über 20 Jahre alt ist, trifft man nach wie vor in Geburtskliniken auf Werbung für Babymilchnahrung oder setzen Hilfsorganisationen Brustmilchersatz in der irrigen Annahme ein, dass Mütter unter Stress nicht Stillen könnten. Auch Pamela Chisanga von ActionAid International aus Sambia hat in Basel darauf hingewiesen, dass solche Produkte offen verkauft würden und die Einnahmeinstruktionen nur auf Englisch vorlägen. Einig waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dass angereicherte, medizinische Nahrungsmittel im Kampf gegen Mangel- und Unterernährung durchaus sinnvoll sein können. Doch ist auch hier ein verantwortungsvoller Umgang wichtig. Er kann die Menschen in den Entwicklungsländern nicht aus der Verantwortung nehmen, selbst für eine ausgewogene Ernährung zu sorgen. Dafür brauchen sie aber auch die Mittel und die Möglichkeiten, um dieses Grundrecht auch gegenüber multinationalen Unternehmen zu verteidigen. Martin Leschhorn Strebel Mitglied der Geschäftsleitung des Netzwerks Medicus Mundi Schweiz

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Seiten 5–20

Ernährung und Gesundheit

«As the chairperson of the human rights committee of the conference made his presentation on the right to food, noting that “Every person has the right to be free from hunger and to have access to food in adequate quantities, of adequate quality and cultural acceptability” the delegates burst into laughter..» Pamela Chisanga


Fotos Symposium: Christoph Engeli

Mangel- und Unterernährung in Entwicklungsländern

MANGELERNÄHRUNG UMFASSEND BEKÄMPFEN Das vom Netzwerk Medicus Mundi Schweiz organisierte Symposium beleuchtete Unter- und Mangelernährung von verschiedenen Seiten: Es lieferte Lösungsvorschläge, warf aber auch weitere Fragen auf; es hob die Bedeutung internationaler Richtlinien hervor und vermittelte gleichzeitig einen Einblick in die lokale Arbeit mehrerer Nichtregierungsorganisationen. Nicht zuletzt liess es Raum für den persönlichen Erfahrungs- und Meinungsaustausch unter den Teilnehmenden.

Von Jonas Vollmer und Sybille Mooser*

DER ERSTE TEIL des Symposiums ver-

mittelte den Anwesenden einen Überblick über die Ursachen der Mangel- und Unterernährung. Schnell wurde klar, dass Mangelernährung ein multidimensionales Problem ist: Es umfasst nicht nur den generellen Nahrungsmangel, sondern auch das Fehlen von Mikronährstoffen, d.h. Vitaminen und Spurenelementen (vor allem Vitamin A, Zink, Eisen, Iod) aufgrund einseitiger Ernährung. LOKALE PRODUKTION UND HANDEL Zu den genannten Hauptursachen für den allgemeinen Nahrungsmittelmangel und die einseitigen Ernährungsgewohnheiten in Entwicklungsländern gehört zum einen das Fehlen von Infrastruktur und Handel, wodurch in abgelegenen Gebieten oft nur lokale Produkte erhältlich sind. Zugleich können Ernteüberschüsse aufgrund fehlender Konservierungsmethoden nicht genutzt werden und verfaulen. Zum anderen unterliegt die lokale Nahrungsmittelproduktion starken saisonalen Schwankungen bis hin zu völligen Ernteausfällen. Aber auch politische Instabilität und Konflikte können zu Nahrungsmittelmangel führen, wenn grosse Bevölkerungsteile gezwungen sind zu flüchten und ihre Gärten und Äcker zurücklassen.

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Als weitere Ursache für Mangel- und Unterernährung müssen gewisse kulturelle Gepflogenheiten angesehen werden. Von zentraler Bedeutung ist hierbei die Rolle der Muttermilch. Für Säuglinge wäre ausschliessliches Stillen in den ersten sechs Lebensmonaten am besten. Da viele Frauen in Entwicklungsländern unter einer Doppelbelastung leiden und selbst für den Unterhalt der Familie kämpfen müssen, ist es ihnen oft nicht möglich ihre Kinder über mehrere Monate zu stillen. Stattdessen gibt man den Kindern mit Zitronensaft angereichertes Wasser (meist zweifelhafter Qualität). Ferner leiden oftmals bereits die Mütter unter Mangelernährung, was zu einem tiefen Geburtsgewicht und weiteren damit verbundenen gesundheitlichen und sozialen Problemen der Kinder führt. DIE IDEEN: VON KOCHKURSEN UND BIOFORTIFICATION Aufgrund der Komplexität dieser Problematik waren sich die Referierenden einig, dass es keine allgemein gültige Strategie in der Bekämpfung von Mangel- und Unterernährung gibt. So wurden in den Referaten zahlreiche verschiedene Lösungsansätze präsentiert und in der anschliessenden Podiumsdiskussion eingehend diskutiert.

Erste Schwerpunkte wurden beim Einsatz von Zusatznahrung und der Anreicherung von Lebensmitteln gesetzt. Dabei sind die Zusatzstoffe (z.B. oben genannte Mikronährstoffe) entweder schon im Produkt enthalten oder aber sie werden in Form einer Pulvermischung vom Konsumenten selber der Nahrung beigemischt. Eine weitere Methode der Anreicherung ist die Biofortification: Anbaufrüchte werden ohne gentechnische Veränderung mit Zusatzstoffen versetzt. Der Vorteil dieser angeregt diskutierten Bioanreicherung liegt insbesondere in deren Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz. Als weiterer wichtiger Ansatz wurden Ernährungs- und Kochschulungen für Mütter genannt. Diese Kurse zielen darauf ab, aus den lokal zur Verfügung stehenden Produkten möglichst nahrhaftes Essen herzustellen – jedoch stets unter Berücksichtigung der kulturellen Essgewohnheiten. Im zweiten Teil des Symposiums verlagerte sich der Fokus von den Lebensmitteln zu Aspekten wie Entscheidungsmacht, Zugang und Handlungsspielräume unter besonderer Berücksichtigung der gesellschaftlichen Rolle der Frau. Denn auch wenn in unmittelbarer Nähe Gesundheitseinrichtungen vorhanden sind und Kurse über ausgewogene Ernährung stattfinden, fehlt den Frauen oft die Entscheidungs-

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macht darüber, diese Institutionen tatsächlich zu nutzen. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Selbstsicherheit der Frauen durch Empowerment-Programme, wie etwa zur selbständigen Einkommensgenerierung, zu stärken. MUTTERMILCH: EIN WUNDERMITTEL Auf politische Herausforderungen gingen die Referierenden insbesondere bei einer Debatte über Milchersatznahrung ein. Rosemarijn de Jong, selbst Verantwortliche des Ernährungsprojekts der niederländischen Organisation wemos, übte dabei harte Kritik an der Geschäftspraxis bestimmter Hersteller, die beispielsweise im Vietnam entgegen bestehender Gesetze und internationaler Normen sogar in Arztpraxen werben und Provisionen vergeben. Ein anderes Beispiel stellt die Spende von Säuglingsnahrung in Notsituationen dar, die zwar gut gemeint ist, aber nicht selten nachteilige Nebeneffekte mit sich bringt. In einer zweiten Diskussion hoben die Gäste auf dem Podium hervor, welch eine wichtige Bedeutung Medien einnehmen: Mütter sehen zum Beispiel in Kinofilmen, wie Kinder im Norden per Fläschchen gefüttert werden und richten sich danach.

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Experiences of ActionAid International Zambia HAITI: ZUERST DAS ERDBEBEN, DANN EIN TSUNAMI Besonders spannend war ausserdem die Geschichte eines Programms von Médecins du Monde zur Bekämpfung von Unterernährung, das in Haiti bereits vor der Erdbebenkatastrophe präsent war. An diesem Beispiel wurden auch die Auswirkungen der Flutwelle an Hilfsgeldern und -organisationen kritisch reflektiert. Xavier Onrubia von Médecins du Monde erläuterte, wie während der ersten zwei Wochen nach der Katastrophe zunächst gar nichts geschah, das betreffende Gebiet aber danach von einem regelrechten «humanitären Tsunami» überrollt wurde: Plötzlich waren über 30 Nichtregierungsorganisationen aktiv. Médecins du Monde kam dabei eine zentrale Rolle bei der Koordination zu. Mit Kenntnissen über die lokalen Gegebenheiten konnten sie den anderen Organisationen wertvolle Unterstützung liefern. Die meisten dieser Organisationen haben das Land nach wenigen Wochen jedoch wieder verlassen. Die Probleme aber, darunter auch jenes der zunehmenden Unterernährung, sind bis heute noch nicht gelöst. KRITISCHE KOMMENTARE AUS DEM PUBLIKUM Während des gesamten Programms meldeten sich Teilnehmende mit kritischen Rückmeldungen zu Wort und sorgten damit für spannende Diskussionen. Zum Beispiel merkte ein Teilnehmer an, dass durch Bioanreicherung veränderte Lebensmittel teils gesellschaftlich schlecht akzeptiert werden: So musste durch Bioanreicherung gelb gewordener Mais letztlich als Futtermittel für Tiere verwendet werden. Um solche Probleme zu vermeiden, so wird betont, sei es notwenig, stets mit lokalen Organisationen und Bauern zusammenzuarbeiten. Auf diese Weise habe zum Beispiel die Bevölkerung in Mosambik die Einführung von angereicherten Süsskartoffeln akzeptiert.

* JONAS VOLLMER ist Präsident der Fachkommission und Mitglied der Geschäftsleitung beim Calcutta Project Basel. Kontakt: jonas.vollmer@gmail.com SYBILLE MOOSER ist Projektkoordinatorin des Konika-Programms (Konika Night Shelter und Kindergarten) und Mitglied der Geschäftsleitung beim Calcutta Project Basel. Kontakt: sybille_cp@hotmail.com

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Ein Teilnehmer machte darauf aufmerksam, dass Stillen die HIV-Ansteckungsgefahr für das Kind auf 20 Prozent erhöhen könne. De Jong hielt dagegen, dass Mangelernährung mit zahlreichen Komplikationen wie Durchfallerkrankungen verbunden und deshalb weitaus gefährlicher sei als eine HIV-Infektion. Zudem sei oft nicht bekannt, ob die Mutter tatsächlich HIV-positiv ist. Die Fragerunde schloss mit einem einfachen und gleichzeitig spannenden Gedanken, der mehrere Ideen unter einen Hut brachte: «Mit der jetzigen Nahrungsproduktion kann man das Zwei- bis Dreifache der Weltbevölkerung ernähren. Ist es nicht naheliegend, die Lebensmittel besser zu verteilen?»

FIGHTING MALNUTRITION – ADVOCACY FOR THE RIGHT TO FOOD Watching the Zambian elite at work on the country’s national constitution making process has made many people fearful for Zambia’s future. This half-hearted exercise has cost over £18m and has been marked not just by nepotism, but more by the removal of basic rights which threaten the country’s ability to reach the Millennium Development Goals. These rights include basic rights such as the right to portable drinking water, effective sanitation and the right to food.

By Pamela Chisanga*

THE GOVERNMENT paid lip-service

to the principle of including ordinary people in the constitution making process, particularly at the most critical stages. The draft document was “presented” to the people of Zambia: a 900 page technical document, in English rather than any of the nine local languages, and uploaded to the web, which most people can’t access. The delegates at the National Constitution Conference, a group leading the process of developing the country’s constitution, is composed of ex-politicians, business people and academics, all close to the current government. This is contrary to popular demands by civil society to have a Constituent Assembly spearhead this process. Perhaps the most tragic part of this is not the fact that delegates to this constitution conference would faithfully turn up in the morning, sign in and trickle out of the conference hall leaving it nearly empty until late afternoon when they had to be present to sign out and thus guarantee their GBP 135 daily attendance allowance in a country where most people live below GBP 1.25 a day, but rather that this group laughed at the idea of a nation being able to guarantee basic rights for its citi-

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zens. As the chairperson of the human rights committee of the conference made his presentation on the right to food, noting that “Every person has the right to be free from hunger and to have access to food in adequate quantities, of adequate quality and cultural acceptability” the delegates burst into laughter and dismissed this out rightly, in spite of pleas by a few to perhaps amend the wording of the provisions. THE RIGHT TO FOOD IN ZAMBIA It is this callous dismissal of such fundamental rights that prompted ActionAid International Zambia (AAIZ) to mobilise other civil society organisations to challenge such decisions. Incidentally, civil society has distanced itself from the process as it is not ‘right’ – but AAIZ realising the danger that lies in just keeping quiet because we do not agree with the process, decided at this point to engage and challenge government both on the process and content and to highlight the flaws. The current constitution of the country was last amended in 1991. The amendment was piecemeal even though many had hoped for a complete review of the constitution. Since then, Zambia has seen various processes to re-

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“ Many of the multi national companies that are engaged in massive land acquisitions, leading to displacements in many instances and undertake activities in developing countries that undermine food sovereignty of these countries are Northern based companies.

view and amend the republican constitution. The current constitution making process started with a constitution review commission broadly consulting citizens (at great cost) to input into the development of the constitution. The commission then produced a draft constitution that is now reviewed by the highly criticised national constitution conference that seems to have changed most of the provisions that were seen as important by many people in the country. It is this 2005 draft constitution that provided for the right to food, water and sanitation under the Bill of Right, a clause, as noted, that the national constitution conference laughed at and completely rejected as unrealistic and untenable for government. The current constitution in force under the Bill of Rights mostly provides for Civil and Political Rights and some Cultur-

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al Rights. Other Economic and Social Rights are not found in the Bill of Rights but are found under the Directive Principles of State Policy. These rights are therefore not legally enforceable and as such it is difficult to hold government to account for non implementation of these rights. ZAMBIA BASIC DATA ActionAid has made a decision to focus specifically on the right to food as this is a fundamental area of our work and also mainly due to the nature of poverty in the country. Latest statistics indicate that Zambia’s population currently stands at 11 million people. Poverty levels stand at 67%, with poverty incidences being higher in rural areas at about 80%. The health demographic survey carried out by

the Central Statistical Office in Zambia in 2007 puts stunting in growth at 45% for children under the age of 5. The survey also indicated that 15% of children under 5 are under weight while 10% of the mothers had low body mass index (BMI). This illustrates the extent of nutritional challenges that the country faces. These challenges have been attributed to the rising levels of poverty in the country. Other factors include rising food and commodity prices, and the over reliance on production of few crop/food varieties, mainly carbohydrates such as maize, sorghum, cassava, millet and others. Poor preservation and utilization of food crops has also been noted as a challenge. The high cost of agriculture inputs, coupled with challenges in the management of the government supported fertilize and input support programme, make agricultural production difficult for many rural communities. Another major problem relates to challenges of access to, ownership and control of land, especially by women, who are the major producers of food in Zambia and in many other parts in Africa. This problem has been worsened by increasing land acquisition by foreign investors for mining, commercial agriculture predominantly for export, and for bio fuels – leading to displacement of communities and disruption of livelihoods. The result is that many families in Zambia live on one meal a day. ACTIONAID ZAMBIA’S PRACTICAL EXPERIENCE IN FOOD SECURITY AND NUTRITION ActionAid has thus worked to demonstrate how nutritional challenges can be addressed through its EU supported Project on the Reduction of Nutritional Vulnerability (PRUVEN) that focuses on improving the nutrition status of vulnerable groups in Zambia, particularly women and children and those affected by HIV and AIDS. The project aims to support households diversify food production; explore alternative ways of food storage and preservation to preserve nutritional value of foods. Assessments conducted prior to implementation of the PRUVEN in the target districts revealed that many households lived on one meal a day, usually consisting of Nshima (thick porridge made from maize, cassava, millet or sorghum and vegetables – normally dry and only eaten fresh when in season). Families usually grew only 1–3 types of food crops, and

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were very dependent on seasonal foods. Many did also not have any form of livestock, even small livestock common in rural communities such as goats, chickens and pigs and as such had very limited sources of protein. Evaluation of the PRUVEN project after two years of implementation recorded phenomenal successes. Number and variety of meals improved significantly in the target areas, with many households growing up to 5 different food crops. The support provided by the project enabled beneficiaries to improve both farming and preservation practices. Communities were also taught different ways of preparing their regular food in a much more nutritious manner. BRINGING PRACTICE AND POLICY TO BEAR ■ AAIZ has used experiences from implementing PRUVEN to feed into various policy discourses. ■ AAIZ provided input in the development of the Food and Nutrition Policy and also development of agriculture chapter in the country’s Sixth National Development Plan 2011–2015. AAIZ supported Civil Society Organisation’s initiative to regularly monitor and assess proceedings of NCC, especially focusing on Economic and Social Rights. ■ AAIZ continues to support and facilitate initiatives for Civil Society Organisation to critique the national constitution making process. To this end, AAIZ successfully organized a National Forum for CSOs country wide to review the draft constitution and make submissions on various clauses in the Constitution, but more importantly, push for consideration of the economic and social rights in the Bill of Rights, key among these the right to food, water and effective sanitation. ■ There is currently an ongoing campaign to petition government on the right to food and AAIZ continues to support CSOs working on this. Various media communications have been undertaken to highlight flaws in the draft constitution and the constitution making process itself. AAIZ is also initiating efforts to draw international attention to the constitution making process realizing that this is not a challenge for Zambia alone, but for other countries in similar situations.

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Perspectives of SDC

NUTRITION – BIO-FORTIFICATION – HEALTH – WHAT ELSE? The Swiss Development Cooperation (SDC) is according to its mandate as a cooperation agency primarily concerned with the nutritional and health problems of low income countries, where climate change, political and economic instability, and local livelihood changes take the highest toll.

By Ruth Huber* ■

AAIZ is also linking this work to work around women and land rights that aim to strengthen women’s access to and control over land in order to increase agricultural productivity. Advocating for the enactment/ review of comprehensive land administration policies, around large scale acquisition by international investors particularly for bio fuel production and mining activities is another way in which AAIZ is pushing for the right to food agenda.

*Pamela Chisanga currently works has Country Representative for ActionAid International in Zambia. With over 15 years experience in the development Sector, Pamela is a child rights activist and water, sanitation and hygiene specialist and has worked for several local and international organizations in Zambia Such as Plan International, WaterAid and the Children in Need Network. She has also served in various capacities on various national, regional and international boards. Contact: Pamela.Chisanga@actionaid.org

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WHAT CAN THE INTERNATIONAL COMMUNITY DO TO HELP? There is definitely a role for countries in the North, particularly NGOs, to support countries like Zambia addressing the fundamental issue of the right to food. Many of the multi national companies that are engaged in massive land acquisitions, leading to displacements in many instances and undertake activities in developing countries that undermine food sovereignty of these countries are Northern based companies. NGOs and others can therefore play a critical role in holding these companies accountable for their actions in developing countries and pushing their governments to put in place legislation that protects developing countries from these powerful corporate. Countries in the north can also support and build capacity for more local research into health, social and cultural aspects of food and nutrition in order to find local solutions that are culturally appropriate, sustainable and take into account economic and social realities of the country. For example, in many high maize consumption countries, the idea of ‘yellow’ maize meal is simply not acceptable – and so before a lot of money is invested in re-introducing this to countries, research into its acceptable and ways of building such acceptability needs to be undertaken.

I WOULD LIKE

to thank the organisers for their kind invitation; I welcome the opportunity to speak today at the Symposium of Medicus Mundi Switzerland gives me the opportunity to contribute some considerations from the point of view of the Swiss Development Agency, SDC. We welcome that this annual event has become an important opportunity for exchanging perspectives and operational experiences in international health cooperation among Swiss practitioners. Thinking of the situation at home, in our Swiss context, speaking of nutrition and health will probably evoke a variety of images among all of us, which reflect certainly to some extent the public perception of the topic: for example, we may see the growing number of obese people and think of the cardiovascular disease epidemic; we may critically observe the marketing campaigns of so called functional foods, which is food claimed to have a health-promoting or disease-preventing property; such as vitamin-enriched or pro-biotic products. We may consider “healthy food” as a mere cultural and lifestyle issue. And we may think about the “Swiss cervelat crisis” which received more attention in the TV news than the El Niño induced droughts and famines in large parts of the world.

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When we change the perspective from Europe to other parts of the world where most of our co-operation is taking place, our images change: the obese person is accompanied by images of hunger and malnutrition. These pictures have the potential to raise pity and perhaps solidarity in most of us. But this is not enough to address the complexity of health and nutrition in developing countries. For those of you who have been exposed to the media reports about Biafra and Ethiopia more than two decades ago the topic of the day will probably evoke a déjà vue. It may remind us that dealing with hunger is always to someone’s benefit: “do they know it’s business” was the cynical parody of a British pop singer who commented on the mega event ‘live aid’ in the 1980s where money for relief food was collected and the music industry boasted itself. Ten years later Alex de Waal published his book ‘famine crimes’ eliciting the politics of hunger in the war zones of Northern Africa. Twenty years later, after the millennium turn, Roger Moore toured in southern Africa to convince governments to accept genetically modified food imports as food aid, pointing inadvertently at the global dimension of every local food crisis.

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What do I want to point out with these anecdotes? Hunger is never a purely local phenomenon. National and international trade, agricultural policies, political interests and global economic trends affect food supply chains and consumer prices as much as the pricing and availability of agricultural inputs. A lack of food, or a dwindling dietary diversity are usually a consequence of global and local crisis, with deteriorating effects on the health of millions of people. As SDC we are according to our mandate as a cooperation agency primarily concerned with the nutritional and health problems of low income countries, where climate change, political and economic instability, and local livelihood changes take the highest toll. Just recently the 2010 World Hunger Report has been released. While some countries, such as Brazil, have achieved considerable progress in addressing nutritional deficiencies, the report shows that undernourishment has increased in other parts of the world. Especially children are affected by nutritional deficiencies, and the health consequences for children of not having enough food, or of not having a balanced diet, have remained a pressing problem of many low income countries. The Swiss Agency for Development and Cooperation, SDC, has for a long time been committed to addressing inequalities in health. Last year, Switzerland spent 2,499 million CHF on Official Development Assistance, targeting many important underlying factors of impaired health: Themes such as food security, agriculture and rural development, climate change and environment, education, gender, governance, or conflict prevention as well as humanitarian aid, to mention some of them. All encompass aspects that relate to undernourishment and its health consequences. For example, climate change in Sub-Saharan Africa restricts access to arable land and water in many regions, increasing food insecurity; or, conflicts and refugee crisis can destroy local systems of production for a long time. SDC is active in many bilateral and multilateral cooperation projects, as well as in humanitarian aid, through support of organisations such as ICRC, MSF, WFP, and others. In sum, SDC looks at the problem of malnutrition from a comprehensive perspective.

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It is though important to mention that undernourishment is no longer the only public health concern in low income countries. Changing dietary pattern has led towards a raise in micronutrient deficiencies and over nutrition in these regions, too. A transition towards energy dense foods with low micronutrient content can be observed in urban as well as rural areas where poverty and low health literacy are widespread. Consequently, diet and lifestyle related chronic ads to the burden of disease also in low income countries. Following today’s theme, however, I will focus on problems of undernourishment. UNDERNOURISHMENT AND HEALTH It might be no news for you that undernourishment, meaning not having enough and usually also not having the right food to eat, is the most important risk factor for the disease in low income countries. Especially children are susceptible to food shortages and to a lack of diversity of foods. Undernourished children are more likely to have impaired immune systems, poorer cognitive development, and show higher chronic and acute illness counts and behaviour problems. Sometimes, children are malnourished even if they obtain sufficient amounts of energy through food. But if their diet is not adequately balanced, they might suffer from micronutrient deficiencies. For example, zinc deficiency places children at increased risk of illness and death from common infectious diseases such as diarrhoea. Overall, according to WHO, it is estimated that 35% of all child deaths worldwide are associated with malnutrition (WHO 2003). But of course, also adult persons can suffer from health problems caused by an inadequate diet. This is especially true for chronically ill persons – such as persons living with HIV or AIDS. But also infectious diseases can be more severe if a person’s immune system is compromised by a lack of essential micronutrients, such as iron, zinc, or different vitamins. Malnutrition often leads into a vicious cycle. Maternal undernourishment raises the risk for having a low birth weight baby. Low birth weight in turn can lead to chronic health problems later in life, such as high blood pressure and coronary heart disease, restricting productivity in adulthood and thus perpetuating poverty. Moreover, if a woman who was born with a low birth weight herself gives birth, her chil-

“ Nutrition-focused agriculture, such as the PABRA project, combines technical innovation with improved nutritional awareness of the producers, as well as providing skills to achieve better and more sustainable livelihoods.

dren are at an increased risk of having a low birth weight, too. It is therefore necessary to address the access to sufficient food, as well as to an adequate variety of food if we are to address undernourishment from a public health perspective. FOOD SECURITY Why are some populations lacking access to adequate food, why are they food insecure? Before 1970 food security was mostly considered in terms of national and global food supplies, influenced by environmental hazards and put into relation with population growth. For example, supply shortfalls in Africa were

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seen as created by production failures caused by drought and desert encroachment. Now, latest since the Universal Declaration of Human Rights in 1948, where the right to food was explicitly mentioned, joint efforts of national governments and international organizations were made to address food shortages. Attempts to increase agricultural production and productivity by means of green revolution (hybrid, drought resistant monoculture crops) and irrigation were initiated. While such technical solutions may lead to an increased food production, they cannot solve problems of access to food and to natural resources such as land.

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During the 1970s the public perception of famines shifted from a mere problem of production to a problem of differential entitlements to food within a region or population, maybe triggered by political crises. It became acknowledged that even a sufficient food production did not automatically mean food security for everyone, but that social and political processes often discriminate particular parts of the population, and not only in conditions of war. This problem has not lost its actuality. The increasing volume of large-scale land acquisitions in developing countries – often referred to as “land grab” – intensifies the problem of food insecurity and of marginalization of smallholder producers in many – especially African – countries. SDC therefore focuses on different aspects: on improving food production on the local level with local means, on income-generating activities and on governance issues. Regarding the problematic of large scale acquisitions of agricultural land by foreign governments or private companies, we support the development and implementation of voluntary guidelines which contribute to secure land tenure and land governance. At last, culturally perceived concepts of health also play a role for the occurrence of malnutrition. Food preferences, culturally prescribed food taboos for particular groups in the population, often women and children (many food taboos are linked to reproduction), may constrain their dietary diversity during some periods of their lives. Patterns of food production, too, may follow culturally shaped preferences, and especially female producers might not be in a position to decide about how their produce is used. Addressing these socio-cultural dimensions of malnutrition, SDC is committed to improve gender equity and equal opportunities to basic education. SDC STRATEGY: FORTIFIED FOODS, INTERSECTORAL APPROACHES In addition to these activities broadly relating to nutrition and health, SDC also supports specific interventions aimed at addressing malnutrition. We are supporting interventions which embrace the whole cycle from production to consumption, which are locally integrated and sustainable, gender sensitive, and may reach also the weakest members in a population. One example of such an approach is the Pan-Afri-

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ca Bean Research Alliance PABRA, a project introducing fortified beans in rural communities. PABRA, founded in 1996 is a consortium of African-owned regional bean networks, consisting of National Agricultural Research Systems (NARS) in a total of 18 countries in subSaharan Africa, an international research organisation (CIAT) and a number of donor organisations, one of them being the SDC. PABRA: A PROMISING APPROACH Beans are a major source of energy, proteins, and micronutrients such as iron and zinc for low income rural and urban communities who have limited access to animal protein, fruits and vegetables. PABRA has developed improved bean varieties with enhanced levels of iron and zinc through a process known as bio-fortification. These are high yielding varieties which are tolerant to multiple constraints: drought, pest and diseases. The introduction of these beans in particularly vulnerable communities has several effects: its consumption leads to improved nutritional status while it also allows better incomes and more secure livelihoods. People – and especially women – not only eat better, they can also increase their income through the production of these beans. Once integrated in local agricultural cycles, innovation through micronutrient enhanced beans can make a valuable contribution to both nutrition and food security. Nonetheless it needs to be considered that despite all the beneficial aspects of the micronutrient enhanced beans there are some limitations to this approach. It must be guaranteed that women will be the ones benefiting from the production, which is not evident in settings where men control all intra-household resources, including women’s income. This may especially pose a problem when beans become a cash crop. At last, access to the necessary inputs (such as seeds or water) must be sustainable for the project to succeed.

a locally adapted way to improve the nutritional status of vulnerable people. But nonetheless, solving the hunger problem of the world is not a quick fix. We need to make sure that Richard Horton’s prediction doesn’t become reality. Being editor in chief of the Lancet he stated that «Seeking a technological food fix for world hunger may be the ... most commercially malevolent wild goose chase of the new century.» Fighting hunger needs coordinated efforts of actors like you, and it needs our willingness to engage in multisectoral approaches involving stakeholders at every level in the affected regions. I can only confirm that the interface between nutrition and health will remain for SDC a very important focus in addressing poverty. Our countries knowledge and expertise in this respect provides comparative advantages, which need to be brought into practice and policy. This symposium is a unique opportunity for us to learn from each other. I wish you fruitful discussions.

* RUTH HUBER studied International Relations at the University of St. Gall. Thereafter she worked as Delegate of The International Committee of the Red Cross (ICRC) in South Africa, Bosnia and Peru. In October 2008, following the internal reorganisation of SDC, she took on the position of Deputy Head of the Global Cooperation Department. Ruth Huber was appointed Head of the Global Cooperation Department (ad interim) in October 2010.

CONCLUSIONS Nutrition-focused agriculture, such as the PABRA project, combines technical innovation with improved nutritional awareness of the producers, as well as providing skills to achieve better and more sustainable livelihoods. In addition, it does not introduce a new dependency on imported fortified food products but it offers

Ernährung und Gesundheit

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Fighting micronutrient malnutrition

BIOFORTIFICATION: A STRATEGY TO PREVENT MICRONUTRIENT MALNUTRITION The lack of micronutrient is one of the causes of malnutrition affecting many people in the developing world. There are many methods to increase the micronutrient quality of food. One of them is biofortification – a method to increase the nutritional value of crops. By Ines Egli*

THE CONTROL

of micronutrient (vitamin and mineral) malnutrition is an essential part of the overall effort to fight malnutrition. It is estimated that circa on third of the world's population are affected by deficiencies of one or several micronutrients. The most prevalent deficiencies are: anemia and iron deficiency affecting 1.6 billion people; iodine deficiency with 1.9 billion people at risk; and vitamin A deficiency affecting 190 million children under 5 years of age (WHO 2004; WHO 2008; WHO 2009). Deficiencies of zinc, folate, and B-vitamins are also prevalent but the extent is less well known. Low intakes and/or low bioavailability of micronutrients from monotonous plant based diets lead to micronutrient deficiencies often in the most vulnerable population groups such as women and young children. Micronutrient malnutrition causes reduced physical and cognitive development of children and increased morbidity and mortality in children and adults.

CONTROL AND PREVENTION STRATEGIES Strategies to prevent and control micronutrient malnutrition aim at increasing the micronutrient intake by dietary diversification, supplementation, fortification and biofortification. These approaches should be regarded as com-

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plementary with their relative importance depending on local conditions and specific requirements. Dietary diversification aims at adding micronutrient dense foods, such as animal source foods, fruits and vegetables to diets based on staple food crops. The major constraints to dietary diversification are the availability and accessibility of micronutrient dense foods, especially in poorer settings as well as the need for behavior change and education. Supplementation is the provision of relative large doses of micronutrients in form of pills or syrup to treat or prevent deficiencies. The most common supplementation programs include the provision of iron and folate to pregnant women and vitamin A for young children. Expensive supply and poor compliance are the major limitations of this strategy. Fortification of foods with micronutrients is a preventive strategy which has been successfully used in many countries including well known programs such as salt fortification with iodine and wheat flour fortification with iron and folate. Guidelines to plan and implement efficient programs are available (WHO and FAO 2006). A major drawback of food fortification is that rural populations with limited access to processed foods can

“ A major drawback of food fortification is that rural populations with limited access to processed foods can often not be reached. For these populations living predominantly on staple food crops biofortification is a promising approach.

often not be reached. For these populations living predominantly on staple food crops biofortification is a promising approach. Biofortification is the process of increasing the level and/or bioavailability of essential nutrients in edible parts of crops by conventional plant breeding or transgenic techniques. Conventional breeding has been the primary approach to enhance staple food crops with iron, zinc and provitamin A carotenoids. Rice, wheat, maize, pearl millet, the common bean, sweet potato and cassava are the main targeted crops of HarvestPlus, the CGIAR's (Consultative Group on International Agricultural Research) Biofortification Challenge program (Pfeiffer and McClafferty 2007; Bouis and Welch 2010). Three prerequisites have been identified to make biofortification successful: i) a biofortified crop must be high yielding and profitable to the farmer; ii) the biofortified crop must be shown to be ef-

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ficacious and effective reducing micronutrient malnutrition in target populations, and iii) the biofortified crop must be acceptable to farmers and consumers in target regions (Hotz and McClafferty 2007). For biofortified crops to be efficacious and effective, not only the enhanced concentration of the micronutrients in the edible part of the crop is important, but also the bioavailability of the micronutrients. In addition, the effect of food processing and preparation on micronutrient concentration and bioavailability needs to be considered. HarvestPlus has set target levels for iron, zinc and provitamin A carotenoids in crops taking processing and bioavailability aspects into account. The target levels would be expected to provide 25-50% of the Estimated Average Requirement (EAR) of the specific micronutrients (Hotz and McClafferty 2007; Bouis and Welch 2010).

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EFFICACY TRIALS WITH BIOFORTIFIED FOOD Several studies evaluating the efficacy of biofortified crops have been completed or are currently being conducted. Iron biofortified rice was shown to marginally improve the iron status of non-anemic women in the Philippines (Haas, Beard et al. 2005). The intervention group received high iron rice, the control group regular rice over a period of 9 months. There was no significant increase in iron status parameters in the intervention group, except in a sub group of non-anemic women iron stores increased. These results raise the question of the usefulness of rice as a vehicle for iron biofortification when using conventional breeding. Using genetic engineering, the iron content in rice endosperm was increased circa 6-fold, reaching nutritionally relevant levels (Wirth, Poletti et al. 2009). The acceptance of such crops however would be expected to be more difficult to achieve in the population. Beans have a far higher iron content than rice which can be doubled by traditional plant breeding (Beebe, Gonzalez et al. 2000). The major drawback of beans is the low iron bioavailability due to the relatively high content of the inhibitors phytic acid and polyphenols. Iron absorption around 2% has been reported from single meal isotope studies (Donangelo, Woodhouse et al. 2003; Beiseigel, Hunt et al. 2007) and it has been shown that both, phytic acid and polyphenols contribute to the reduced absorption (Petry, Egli et al. 2010). Thus, to achieve high amounts of iron absorbed from biofortified beans, breeding should also focus on reducing phytic acid and polyphenol content. Efficacy trials with biofortified beans are ongoing; one has just been completed in school children in Mexico, one in reproductive age women is to be started in Rwanda (personal communication). A recent forecast estimates that biofortification is more cost-effective than supplementation or fortification in reducing the burden of micronutrient malnutrition, especially in Asia (Meenakshi, Johnson et al. 2010).

Photo: Launch of the Gulazik Sprinkle (©UNICEF/Kyrgyzstan)

* INES EGLI is a senior scientist and lecturer at the Institute of Food, Nutrition and Health, ETH Zurich. Contact: ines.egli@ilw.agrl.ethz.ch

Seiten 21–38

Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

«Village Health Committees are involved in education efforts for Sprinkles and in promoting compliance. Thus, the initial prioritization of anemia by communities has come full circle, as Village Health Committees are now participating in promoting an effective intervention against it.» Tobias Schueth Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

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Introducing Sprinkles in Kyrgyzstan

FROM PEOPLE’S MANDATE TO NATIONAL POLICY

Photo: ©SRK

Starting in 2001, participatory assessments of people’s health priorities, within the context of a community capacity building program, revealed anemia as one of the top health concerns of people. Dietary iron deficiency was the likely cause as other possible causes were ruled out. However, a previous program that had provided iron supplementation with tablets and syrup in one region had shown no effect. In this context, in 2003, Swiss Red Cross came to know about Sprinkles as an alternative form of iron supplementation.

By Tobias Schueth*

IN 2001, we started a program for com-

munity capacity building around health issues in one rayon (district) of Kyrgyzstan. It was called Community Action for Health and would evolve over the years to become a countrywide partnership between Village Health Committees and the governmental health system. In each region to which the program was extended, an extensive, qualitative, participatory assessment of people’s health priorities was conducted in order to develop interventions for health issues identified as priorities by the people. While extending the program throughout the country, we found that people identified anemia everywhere as one of their most important health issues. This led us down the path of searching for an intervention to fight anemia. This essay describes the evolution from this mandate by the people to find a strategy against anemia to choosing micronutrient home fortification as a key strategy for the prevention and control of anemia in Kyrgyz children.

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ANEMIA IN KYRGYZSTAN Studying the available epidemiological data confirmed that anemia and other micronutrient deficiencies are highly prevalent among young children in Kyrgyzstan. In the 1997 Demographic and Health Survey, the prevalence of anemia was 50% in children 6–36 months of age. (Research Institute of Obstetrics and Pediatrics 1998) Non-nationally representative surveys undertaken since 1997 suggest that the prevalence of anemia has not declined. (Schueth et al 2007, Lundeen et al, Serdula et al 2009) Studies measuring ferritin had not yet been conducted, but it was assumed that dietary iron deficiency was the cause of the high prevalence of anemia among young children. As the prevalence of anemia among children under 3 years of age was higher than 40%, it could be inferred that all children in that age group have some degree of iron deficiency. (UNICEF/UNU/WHO 2001) There was evidence of other micronutrient deficiencies as well. In 2003, a serological study of 504 children <5 years of age detected vitamin A deficiency (< 20μg/dl or 0.7 μmol/l) in 33% of children. (Evaluation/assessment of Vitamin A deficiency 2003) Growth stunting in

children under 5 years is also a serious public health problem in Kyrgyzstan, with a national prevalence of 13.7%, while wasting, on the other hand, is almost at normal levels at 3.5%. (MICS, UNICEF. 2006) High levels of stunting, in the absence of wasting, was also suggestive of micronutrient deficiencies. PREVIOUS EXPERIENCE AND PRELIMINARY INVESTIGATIONS The World Health Organization recommends universal iron supplementation for children 6–36 months of age when the prevalence of anemia is greater than 40%. (UNICEF/UNU/ WHO 2001) The Ministry of Health (MoH) with support from UNICEF, therefore, implemented an iron supplementation program from 1998 to 2000, in one region of the country. They distributed iron tablets for pregnant women and iron syrup for children. Unfortunately, instead of showing a reduction in anemia, the prevalence of anaemia actually worsened over the course of the program period of two years. (Haemoglobin level research 2001) Reasons for the disappointing outcome were thought to be poor distribution, communication and training, and to a lesser extent, side effects of tab-

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lets, which resulted in low compliance. (Anaemia prevention and control assessment 2001) But this failure led some in the health system to suspect that iron deficiency was not the chief cause of the high prevalence of anemia. As mentioned, no studies had been conducted measuring ferritin, and at the time, ferritin measurement was not possible in Kyrgyzstan. Years later studies including ferritin measurements did confirm iron deficiency (Assessment of Nutritional Status 2008), but at the time, we could only indirectly establish dietary iron deficiency as the cause of the anemia. Malaria could be excluded as a cause because it exists only in defined pockets of the country and the incidence is very low. Existing studies on intestinal parasites, as well as a study we initiated, did not find any existence of hookworm infection. (Ministry of Health and DFID, 2004/ Prevalence of Helminth Infection 2006) We also investigated a small number of women and men in the same communities and found that while women had a high level (44–62% prevalence) of anemia, 90% of the men were not anemic, which made causes other than iron deficiency very unlikely. (Small Cross-Sectional Sample 2007) Lastly, several investigations of

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Photo: ©SRK

nutrition patterns had shown that a large part of the population consumes food low in micronutrients and especially iron. (Nutrition patterns in Jumgal rayon, 2003/Nutritional patterns in Talas and Naryn oblasts, 2004) Furthermore tea, which is high in tannin content (a known inhibitor of dietary iron), is widely consumed in large quantities, especially at meals. Mothers start to give their babies tea at a very early age, and by the age of 1 year virtually all children drink tea. In 2001, UNICEF and Asian Development Bank began to promote flour fortification with iron in Kyrgyzstan. We therefore investigated the consumption of flour by people in villages (where roughly two-thirds of the population live) and found that the majority grow their own wheat and have it milled in small local

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mills. (Use of wheat and flour in Naryn oblast, 2004) A study by UNICEF found an average of 1.5 flour mills per village and a low consumption of fortified flour. (UNICEF, 2004) As fortification in small mills is not feasible and convincing people to buy fortified flour would involve major changes in food consumption patterns for a majority of households, we concluded that for the short- and medium-term, supplementation was the only feasible strategy to provide children and pregnant women with the necessary iron. However, due to the failure of the previous program, supplementation with iron tablets and syrup was discredited in Kyrgyzstan. Also, a review of literature found that iron supplementation in large prorgrams has proven to be ineffective and difficult to implement. (Zlotkin, 2005)

STUDIES WITH SPRINKLES It was in this context, in 2003, that we first learned about Sprinkles as an alternative method of iron supplementation, and began to explore this option. Meanwhile, we also initiated other interventions that aimed at improving nutrition. Village Health Committees were trained to help people grow vegetables and to promote a balanced diet, exclusive breastfeeding in the first 6 months, and proper complementary feeding. Iron supplementation with Sprinkles has been developed by the Sprinkles Global Health Initiative at the Hospital for Sick Children in Toronto, Canada. Sprinkles are a mixture of iron and various other micronutrients in powder form. The micronutrients are packaged in single dose sachets and contain microencapsulated iron, zinc, vitamins A and C, and folic acid. This powder is sprinkled over semi-solid food right before it is consumed. Sprinkles have considerable advantages over traditional iron-containing drops and tablets in terms of compliance, convenience, acceptability, cost, incorporation of other micronutrients, and reduced side effects. (Zlotkin et al, 2001/Tondeur et al, 2004/Zlotkin et al, 2004) Lipid encapsulation of the iron prevents it from interacting with food, and thus there are minimal changes to the color, taste, and texture of the food to which Sprinkles are added. The use of Sprinkles does not require mothers to alter their feeding practices, as they can easily be mixed with any home-made food. The efficacy, safety, and acceptability of Sprinkles for infants and young children has been tested through several community-based studies in developing countries in Asia, Africa, and Latin America. (Zlotkin, 2005) Sprinkles have proven to be as effective as the standard iron drops in treating and preventing anemia in young children, with cure rates ranging from 55–90%. (Zlotkin, 2005) We initiated a partnership with the Sprinkles Global Health Initiative, and in 2005, we conducted a study on the effectiveness of Sprinkles given to children 6–36 months of age and pregnant women in one region of the counry. As the efficacy of Sprinkles had been proven through studies in several other countries, we opted for an effectiveness study with cross-sectional samples taken pre- and post-intervention. A recent efficacy study in Bangladesh had

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shown that 2 months of weekly administration of Sprinkles in children was almost as effective as daily administration for 2 months. (Ziauddin, 2007) These results encouraged us to try a weekly regimen in the hope that, if proven effective, it would lower the costs of a national program and therefore increase the likelihood that Kyrgyzstan would adopt this strategy. To compensate for the lower compliance that could be expected in an intervention study, as compared to the efficacy study in Bangladesh, we prolonged the duration of the intervention to six months. The Sprinkles sachets for children contained 30 mg of iron as ferrous fumarate, and for women they contained 60 mg. Unfortunately, the results of this study were disappointing for both children and pregnant women. There were differences in the results between intervention and control groups, but the effect was by far not sufficient to justify a strategy based on this dosing regimen. (Schueth et al, 2007) There was a dose-response effect among the children, based on compliance, but even in the highest compliance group, the effect was markedly lower than what had been reported in Bangladesh among the weekly administration group. This was true despite the fact that the high compliance group in Kyrgyzstan received a cumulative dose of iron almost four times higher than the weekly group in the Bangladesh study. On the positive side, we learned that Sprinkles were accepted by mothers, compliance was generally good, and there were few side effects. In reviewing these results, we noted that Sprinkles had never before been tested in a context where black tea consumption was ubiquitous in small children and suspected that this may explain our results. We therefore decided to conduct an efficacy study that would answer the question of whether Sprinkles could in principle be effective under the prevailing nutritional patterns in Kyrgyzstan. This second Sprinkles study was conducted in 2007, among children 6–36 months of age and pregnant women. It was a cluster-ransomized trail among 2193 children and 228 pregnant women. The intervention consisted of two months of daily Sprinkles administration (12.5 mg iron as ferrous fumerate for children, 60 mg iron as ferrous fumerate for pregnant women). In this study, Sprinkles were found to be effective in preventing and treating anemia in children,

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with a 28% relative reduction in the prevalence of anemia among children in the intervention group (from 71.9% to 52.0%) vs. an increase in anemia among the control group. Among pregnant women the Sprinkles intervention did not reduce the prevalence of anemia, nor increase the mean hemoglobin. However, when we compared the pre- and post-intervention results between the intervention and control groups, it was clear that Sprinkles did have some impact on hemoglobin, anemia prevalence, and iron stores. This effect, however, was not large not enough to counter the physiological effects of pregnancy that lead to anemia. (Lundeen et al) ADVOCACY We concluded that, despite tea consumption, daily administration of Sprinkles could be an effective tool in the fight against anemia in Kyrgyz children. A number of influential people in the health system had been involved in planning the study and became advocates of Sprinkles when the second study showed their effectiveness. Together with them we began to lobby for the inclusion of the Sprinkles intervention becoming a part of the strategy to prevent and control anemia in Kyrgyzstan. For pregnant women, we recommended that the government wait for additional evidence on Sprinkles and multiple micronutrient tablets before determining which one to choose for supplementation. The skeptics that remained, despite our positive study results among children, were gradually convinced using lobbying measures that included a trip to a successful Sprinkles program in Mongolia (World Vision Mongolia, 2005), a national conference on international evidence for Sprinkles with experts from CDC Atlanta, their inclusion in the working group on development of an anemia prevention and control strategy, and countless individual talks. By 2009, these efforts over time led to the MoH itself becoming the main driving force behind Sprinkles becoming a key intervention against anemia in Kyrgyzstan. Meanwhile, a coalition of partners (MoH, UNICEF, Swiss Red Cross, Centers for Disease Control and Prevention) initiated in mid-2009 a pilot Sprinkles program for children 6–24 months in one region, while an extension to another region is in preparation for 2010. Sprinkles were locally

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branded for Kyrgyzstan as “Gulazyk” (a Kyrgyz word refering to an old tradition of drying meat for long journeys). Village Health Committees are involved in education efforts for Sprinkles and in promoting compliance. Thus, the initial prioritization of anemia by communities has come full circle, as Village Health Committees are now participating in promoting an effective intervention against it. Proposals to a variety of donors are in preparation for financing the nationwide extension.

* DR. TOBIAS SCHUETH from Germany is a public health physician who has worked for the last 15 years for community development and health in rural areas of South Asia and Central Asia. Since 2001 he is the country representative of the Swiss Red Cross in Kyrgyzstan and has developed there the countrywide Community Action for Health program that has become a part of the national health reform. Ressources Research Institute of Obstetrics and Pediatrics (Kyrgyz Republic) and Macro International Inc. (1998). Kyrgyz Republic Demographic and Health Survey, 1997. Calverton, Maryland. Pgs. 128 and 132. Schueth, T. Hyder Z, Tondeur M. Report on a Study with Weekly Dosage of Sprinkles for 6 Months in Kyrgyzstan. Technical Report. Kyrgyz-Swiss-Swedish Health Project. 2007. Lundeen, E, Schueth T, Toktobaev N, Hyder Z, Houser R, Zlotkin S. Daily Home Fortification for 2 Months with Micronutrient Sprinkles Reduces Anemia among 6-36 Months old Children in the Kyrgyz Republic: A ClusterRendomized Trial. In preparation for publication. Serdula, M. Assessment of Nutritional Status of Children 6-24 Months, Their Mothers, and the Role of Village Health Committees in Health Education. Bishkek, Kyrgyzstan. UNICEF, Kyrgyz Ministry of Health, Center for Disease Control and Prevention. 2009. Pg. 39. UNICEF/UNU/WHO. Iron Deficiency Anaemia Assessment, Prevention and Control: A Guide for Program Managers (publication No. WHO/NHD/01.3). Geneva, Switzerland. 2001. Pg. 28. Retrieved April 5, 2009 from www. who.int/reproductive-health/docs/anaemia.pdf Evaluation/assessment of Vitamin A deficiency prevalence in the Kyrgyz Republic. UNICEF office in CARK, Kazakh Academy of Nutrition, Kyrgyz Research Institute of Obstetrics and Pediatrics. 2003. Multiple Indicator Cluster Survey (MICS), UNICEF. 2006. Haemoglobin level research in women of reproductive age and children under three years of age in Naryn oblast. Centre of Public Opinion Studies and Forecast on behalf of UNICEF. 2001. Anaemia prevention and control assessment. UNICEF. 2001. Assessment of Nutritional Status of 6-24 Months of Age Children, Their Mothers and the Role of Village Health Committees in Health Education. Talas Oblast, Kyrgyz Republic. Ministry of Health of the Kyrgyz Republic, UNICEF, Centers for Disease Control and Prevention (CDC)/USA. 2008. Personal communication from Rural Sanitation and Hygiene Project based on around 1000 stool examinations of children in 2003. Ministry of Health and DFID. 2004. Prevalence of Helminth Infection among 2-12 year old children in At-bashy Rayon, Naryn Oblast. Report of an investigation by the Sanitary Epidemiological Service (SES) of the Ministry of Health of the Kyrgyz Republic. 2006.

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Monitoring report of ambulatory healthcare facilities in Guinea supported by Terre des hommes

Community screening

Referral J CS

Screening in CS

MANAGEMENT OF MODERATE ACUTE MALNUTRITION Terre des hommes (Tdh) supports several medical centres in Guinea in the management of malnutrition. The monitoring report of the different interventions shows, that contrary to severe wasting which needs “medical treatment, moderate malnutrition could be managed with local food cooked respecting local cultural habits. *Par Jean-Pierre Papart

Transfer J CNT

c SAM SAM

< 5 years

AM Suspected

AM Referred

s SAM

agement (CM) of acute malnutrition (AM) in Guinea comprises three types of facility for the provision of health services: therapeutic nutrition centres (CNT) for treating patients with phase 1 of complicated severe acute malnutrition (cSAM) with complications, ambulatory nutrition centres (CNA) for treating patients suffering from simple severe acute malnutrition (sSAM) without complications and phase II of cSAM, and supplementary nutrition centres (CNS) for treating patients with moderate acute malnutrition (MAM). All these facilities, together with the strategy for managing acute malnutrition, are the subject of a decision of the Ministry of Public Health (MSPH). This strategy is presented in an administrative protocol published in May 2008. With the aid of Terre des hommes (Tdh), the two communal medical centres (CMC) of the commune of Ratoma (Ratoma and Flamboyant) and the healthcare centre of St Gabriel in the adjoining commune of Matoto introduced the new procedure for the management of sSAM in October 2007. In December 2008, two other healthcare centres (CS) of Lambandji and Wanindara were selected to accommodate CNA in the commune of Ratoma. Unlike the communal medical centres mentioned above, these two new CNA cannot yet provide monitoring data. The private centre of St. Gabriel has had a monitoring system in oper-

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ation since January 2009, although the database has not yet been placed at our disposal for analysis. However, it is known that this particular healthcare centre is frequently confronted with the problem of discontinuation of therapy. The main reason for this is that, unlike the four other CNA supported by Tdh, the centre at St. Gabriel has a reputation which extends far beyond the commune of Ratoma and even the city of Conakry. Many of the people arriving at this centre have travelled great distances to find relief for their ailments. They are attracted by the very reasonable charges (a flat rate which includes not only the consultation but also the laboratory and medicines). As a rule, parents do not recognise signs of malnutrition in their children and they come to the healthcare centre expecting treatment for illnesses rather than for malnutrition. The staff at the healthcare centre always identify cases of malnutrition, but when a child is diagnosed as suffering from acute malnutrition and the parents are told that therapy is necessary that will involve several weekly checkups (between 5 and 10), many of them fail to return to the centre after one or two follow-up visits, due to the distance they have to travel each time (up to 200 km). In the commune of Ratoma, Tdh supports all the public health facilities, i.e. 2 communal medical centres (CMC) and 14 healthcare centres (CS). In the adjoining commune of Matoto, Tdh supports one private centre run by a re-

c SAM Stabilised

Transfer J CNA

s SAM Treated

s SAM Recovery s SAM CM in CNA

Referral J CNS

MAM Treated

MAM CM

THE PRESENT system for the case man-

c SAM Treated

Transfer J CNA

MAM

MAM Recovery

c SAM CM in CNT

Activity

Chid

Fig. 1: Model of intervention for the management of acute malnutrition.

ligious organisation (St. Gabriel). Of these facilities, 5 have a CAN and 16 have a CNS (5 facilities have both a CAN and a CNS). In 6 of the 20 quarters of Ratoma, Tdh has also recruited and trained 32 community health workers (CHW), whom it also pays. In the context of nutrition, the CHW participate in the active screening of children for acute malnutrition (See Fig. 2), follow up cases where therapy has been discontinued and engage in the promotion of healthy nutrition (by means of culinary demonstrations). The health facilities check the nutritional status of the children referred to them by the CHW, as well as engaging in the “passive screening” of all the other children. The nutritional activities of all the facilities supported by Tdh are shown below (Table 1).

2008 2009

Children monitored

MAM

SAM

87,739 101,197

9,316 (10.6%) 9,371 (9.3%)

1,953 (2.2%) 2,259 (2.2%)

Table 1: Nutritional activities of the health facilities of Ratoma (+ St. Gabriel)

Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

The case management protocol for sSAM foresees weekly checkups until the child has attained and maintained the target weight (which corresponds to 85% of the median to the “weight-for-height” index) at two consecutive weekly checkups (option 1), as well as prescribing ready-to-use therapeutic alimentation. Another possibility is that the child simply attains the target weight of 85% of the median according to the “weight-for-height” index without the follow-up control one week later (option 2). Tdh has adopted the new approach for the management of sSAM using ready-to-use therapeutic alimentation since December 2007. Since 2005, Tdh has been supporting similar health measures for the management of moderate acute malnutrition (MAM). These consist likewise of a weekly anthropometric check-up until the child attains 85% of the median according to the “weight-for-height” index; at the same time, the mothers and children concerned attend culinary demonstrations (2–3 times a week). Afterwards the children receive mashed food (but never RUTF). Every day, a large quantity of nutritious mashed food is prepared and distributed to all the children who

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Active community screening Poor general condition

< 6 months Breastfeeding problems

Testing for bilateral oedemas

MUAC child > 65 cm

11.0 cm 12.5 cm

≥ 1 sign of serious condition

Poor suckling ability

Bilateral oedemas

MUAC < 12.5 cm

Referral J CS

Cases referred J CS (passive screening)

Cases screened in CS (active screening)

MUAC Testing for bilateral oedema Weight for Height (WH)

12.5 cm > MUAC > 11.0 cm or 80% (-2 ET) > WH > 70% (-3ET) and No bilateral oedema

MUAV < 11.0 cm or WH < 70% (-3ET) or Bilateral oedema

Testing for complications

Referrall J CS

Referrall J CNA

Referrall J CNT

Fig. 2: Communal screening/screening by the health services

have come to the centre for a consultation, as well as any children who have come specially to receive this food. Depending on availability, there is also a weekly distribution of premixes (CSB, sugar, oil, salt) on the day of the check-up for children with MAM. For the monitoring period covered by this report (Jan-

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uary 2008–December 2009) and the two CMC of Ratoma and Flamboyant, the inputs for the premixes were provided by the World Food Programme (WFP) from September 2008 until March 2009. As far as concerns the duration of therapy for sSAM, both the current options can also be applied to MAM – namely: option 1 (monitoring up to the second check-up after the child has attained 85% of the median according to the “weight-for-height” index) or option 2 (attainment of 85%). Although option 2 is less reliable, this is normally the preferred option in the facilities which we support. A first training workshop was recently organised under the auspices of the WHO on the subject of the new nutrition curves. Yet, still today, the anthropometric instrument frequently used to admit children to therapy for acute malnutrition is an NCHS unisex curve which is applied according to height, taking the mean of the indexes for boys and girls. This unisex curve is still used in many West African countries. Given that, for each height, the male weight median is higher than the female weight median, this unisex curve is thus more sensitive and less specific for girls than for boys. In other words, it tends to admit girls to therapy who are less seriously affected than the boys.

“ Limiting the use of RUTF has the advantage of persuading the mothers of children suffering from MAM that it is in their power to safeguard their child’s nutritional condition and that not everything depends on a “medical” product.

DATA USED FOR THE MONITORING REPORT Between 1 January 2008 and 31 December 2009 (24 months) the two CMC of the commune of Ratoma (Ratoma and Flamboyant), which are supported by Tdh under the mother-and-child health/nutrition programmes, treated a total of 4,406 children under five suffering from acute malnutrition. Of these, 1,479 (33.6%) had SAM and 2,927 (66.4%) had MAM. The weight-forheight index (WHO standards) scores for all children admitted for therapy for SAM and MAM are shown below (Graph 1). The present report only concerns children with MAM (the subject of the second meeting of WHO experts, 23–26 February 2009). This sample represents about one-sixth of the cases treated in 2008 and 2009 in the 16 public health facilities of Ratoma and the centre of St. Gabriel in the commune of Matoto (Table 1).

local weight-for-height index (NCHS unisex curve), the average weight deficiency is 23% (i.e. the percentage of the median at admission is 77%) without differentiating between the sexes (p=0.602). However, if we apply the NCHS bi-sex weight-for-height index using the same data, we arrive at the average z score of -2.7 for boys and -2.3 for girls, which is a very significant difference (p<0.001). The same applies if we use the new WHO curves: -3.3 for boys and -2.8 for girls (p<0.001). By using the new WHO curves we would have had 4.8% without acute malnutrition, 50.7% with MAM and 44.4% with SAM. With the NCHS bi-sex curves we would have had 12.6% without acute malnutrition, 70.5% with MAM and 16.9% with SAM. In about 20% of the cases (no matter which anthropometric instrument is used), MAM is associated with stunting.

MONITORING REPORT What is the anthropometric profile of the children treated for MAM? Based on the anthropometric instrument of a

How reliable is the diagnosis of acute malnutrition? The criterion for identification of MAM is less than 80% of the median of the weight-

Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

for-height index. Of the 2,927 cases treated as MAM at these two centres during the same period, 32 (1.1%) were false positive diagnoses (+) and two (0.1%) should have been treated as SAM. What is the performance record of MAM case management? The national case management protocol of malnutrition stipulates that children should not be discharged before they have attained 85% of the median of the weight-for-height index (see “option 2” above).

Status at discharge (according to protocol)

2008 2009

Discontinuation

Recovery (85%)

Total

7.6% (106) 4.4% (65) 5.9% (171)

92.4% (1,297) 95.6% (1,425) 94.1% (2,722)

1,403 1,490 2,893

Table 2: Annual rates of recovery/discontinuation of therapy for MAM

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Status at discharge (according to protocol)

Without distribution of premixes With distribution of premixes

Discontinuation

Recovery (85%)

Total

5.4% (96)

94.6% (1,698)

100% (1,794)

6.8% (75) 5.9% (171)

93.2% (1,023) 94.1% (2,721)

100 % (1,098) 100% (2,892)

Table 3: Rates of recovery/discontinuation of therapy according to the distribution or non-distribution of premixes

According to this criterion, 5.9% discontinue the therapy and 94.1% attain the anthropometric criterion for recovery. The rate of discontinuation of therapy varies little between Ratoma and Flamboyant (p = 0.867). On the other hand, the overall performance again improved in 2009, compared to 2008 (p < 0.001) (Table 2). The mean time needed for a child before it attains 85% of the median is 3 weeks. However, this is only a mean time frame, since some children need longer than others (Graph 2a). This average time frame did not change from 2008 to 2009. In 2009, the average time needed to attain 85% of the median was similar for both CMC (2.8 weeks at Ratoma and 3.2 weeks at

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WHAT IS THE IMPACT ON THE DISTRIBUTION OF FOOD? Today there are good arguments for distributing food to children suffering from MAM in situations where food supplies are unreliable (food insecurity). The political problems that have arisen in Guinea over the past few years, as well as the rising prices of basic foods, have prompted the World Food Programme (WFP) to provide food aid. This support made it possible to distribute premixes (CSB, oil, sugar, salt) to children suffering from MAM between August 2008 and March 2009. We investigated the impact of combining an educational approach with the distribution of premixes where food supplies are unreliable – firstly, on the success rate, and secondly, on the time needed for a child to attain the target weight. In children with MAM who benefited not only from therapy but also from the distribution of premixes (between August 2008 and March 2009) there was no significant difference in the rate of recovery or the rate of discontinuation of therapy (p = 0.102) (Table 3). The time needed to attain the target weight was, however, slightly shorter (p < 0.001) in children who had received premixes – namely, 2.9 weeks as against 3.1 weeks in those who had not received any premixes.

* JEAN-PIERRE PAPART (MD-MPH), medical officer – Foundation Terre des hommes. Contact : jeanpierre. papart@tdh.ch LOCAL TEAM: Mamadi Kaba (MD), Mariama Ba, Sonia Panzani (delegate), Marie-Jeannne Haubois (former delegate)

Taux de récupération

therapy, and the monitoring of children suffering from MAM has led to positive results (higher rate of recovery and low rate of discontinuation of therapy). The mean weight gain during therapy (6g/kg/day) is satisfactory. The regular (weekly) distribution of premixes to the mothers of children suffering from MAM is only really necessary in cases of food insecurity. Limiting the use of RUTF to sSAM– and not offering it for MAM – has the advantage of persuading the mothers of children suffering from MAM that it is in their power to safeguard their child’s nutritional condition and that not everything depends on a “medical” product.

poids-taille (semaines) Graph 2a: Time needed to attain target weight

Taux de récupération

Graph 1: WHO weight-for-height index scores for children admitted for therapy for MAM and SAM.

Flamboyant). However, this was not the case in 2008 (2.6 weeks at Ratoma and 4.2 weeks at Flamboyant) (Graph 2b). Children suffering from MAM who attain 85% of the median of the weight-for-height index put on an average of 8.6g/kg/day. There may be considerable fluctuations, depending on the communal medical centre and the year in question. The average duration of therapy is about 6 days longer than the time needed for the child to attain its target weight. Unfortunately, this time shrank from 4½ weeks in 2008 to 3½ weeks in 2009 (i.e. option 2 is more often chosen than option 1). The duration of therapy remains longer at Flamboyant than at Ratoma. Seen over the entire therapy period, the average weight gain was 6.3g/kg/day.

Temps pour atteindre 85% de l’indice poids-taille (semaines) Graph 2b: Time needed to attain target weight (per year and CMC)

CONCLUSIONS The good coordination between the main health facilities and the communal health assistants in the field of screening, nutritional and medical

Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

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IAMANEH-Ernährungsprojekt in Kangabe/Mali

ÜBER DEN TELLERRAND HINAUS GESCHAUT: ERNÄHRUNGSSICHERUNG DANK EMPOWERMENT IAMANEH Schweiz engagiert sich in Mali zusammen mit der Organisation GAD für eine längerfristige Verbesserung der Ernährungssituation. Dank eines integrierten Ansatzes und den kohärenten Einbezug der Mütter konnten Mangelernährungserscheinungen bei Kindern erfolgreich zurückgedrängt werden. Von Maya Natarajan und Kadiatou Keita*

WIR MÖCHTEN Sie mit diesem Pro-

jektbeispiel nach Mali entführen. Nicht in die Hungergebiete im Norden Malis, sondern in die relativ fruchtbare Region Kangaba, die an der Grenze zu Guinea liegt. Hier in den Dörfern ist die chronische Mangelernährung eine unsichtbare Katastrophe. Sie hat gravierende Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der Menschen und trägt wesentlich zur hohen Kinder- und Müttersterblichkeit bei. Welchen Beitrag kann eine NGO wie IAMANEH Schweiz gemeinsam mit ihren lokalen Partnerorganisationen im Süden im Kampf gegen die Mangelernährung leisten? Was ist ihr spezifischer Mehrwert und wie ergänzen NGOs an der Basis die Bemühungen auf nationaler Ebene? Welche Strategien im Kampf gegen die Mangelernährung sind erfolgreich? TRADITIONELL VERANKERTE ERNÄHRUNGSGEWOHNHEITEN Seit über 8 Jahren setzt sich IAMANEH Schweiz gemeinsam mit der Organisation Groupe Action Développement (GAD) in der Region Kangaba für eine längerfristige Verbesserung der Ernährungssituation ein. Während dieser Zeit hat das Projekt mehr als 36 Dörfer

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im Programm aufgenommen und die Zusammenarbeit mit vier Gesundheitszentren kontinuierlich ausgebaut. Das Programm deckt heute eine Region von 43 000 Einwohnern ab. Im Jahr 2000 wurde im Rahmen einer Studie eine gravierende Mangelernährung bei Kindern festgestellt, diese betraf 24% der untersuchten Kinder. Damals wurde auch ein schwerer Jodmangel festgestellt. Zudem litt jede siebte Frau an Anämie, die während einer Geburt fatale Folgen haben kann. Die Ursachen, so wurde damals festgehalten, waren multikausal. Soziokulturelle Faktoren wie Ernährungstabus, traditionell verankerte Ernährungsgewohnheiten, häufige kurz aufeinanderfolgende Schwangerschaften, mangelnde Hygiene, sowie saisonal bedingte Nahrungsmittelknappheit tragen zur Fehl- und Mangelernährung bei. Mangel- und Fehlernährung schwächen das Immunsystem, dadurch fallen vor allem Kinder auch einfachen Krankheiten leicht zum Opfer. Die Aktivitäten des Projektes stehen in einem direkten Zusammenhang mit der Verbesserung der Frauen- und Kindergesundheit generell und spezifischen Fragen von Zugängen zu ausreichender Nahrung, zu Wissen und Einkommen.

« Ein zentraler Aspekt ist auch, die behandelten Kleinkinder im Rahmen der Grossfamilie weiter zu betreuen und die Mütter dahingehend zu unterstützen, damit diese nicht in den Teufelskreis der Mangelernährung zurückfallen.

»

UMFASSENDER ANSATZ Das Programm hat drei Standbeine: Informationsarbeit, um den Zugangs zu Wissen über Krankheitsursachen und Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Prävention zu sichern. Die Vielfalt der angewandten Kommunikationskanäle und Instrumentenmix macht die Information für die Bevölkerung besser zugänglich. Neben Kochdemonstrationen, Radiosendungen, Theateraufführungen zu Ernährungsfragen sind Gesprächsrunden rund um die Themen Ernährung, Gesundheit, Hygiene, Schwangerschaft und Kinderpflege auch wichtige Austauschforen. Das Interesse der Frauen, die in der Mehrheit weder lesen noch schreiben können, an ernährungsrelevanten Informationen war stets gross, vor allem auch im Zusammenhang mit der Ernährung der Kinder. Früherkennung von Mangel- und Fehlernährung durch Gewichts- und Wachstumskontrollen und Zugang zur Behandlung. Von grosser Bedeutung ist es, diese Kontrollen auf Dorfebene durchzuführen und damit möglichst alle Kinder zu erfassen, auch solche, die eben nie ins Gesundheitszentrum gehen und darum oft nicht als unterernährt identifiziert werden. Kleinkinder mit Symptomen schwerer Un-

Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

ter- und Mangelernährung werden im Gesundheitszentrum behandelt. Ein zentraler Aspekt ist auch, die behandelten Kleinkinder im Rahmen der Grossfamilie weiter zu betreuen und die Mütter dahingehend zu unterstützen und zu beraten, damit diese nicht in den Teufelskreis der Mangelernährung zurückfallen, was erfahrungsgemäss ein grosses Risiko darstellt. Empowerment-Aktivitäten, die den Frauen erlauben ein Einkommen zu generieren, ihr Wissen anzuwenden und umsetzen zu können. Dazu gehört auch der Zugang zu Landparzellen, um Hausgärten anzulegen, die sie kollektiv und/oder individuell bebauen, die vertragliche Veinbarung mit den Dorfbehörden, damit ihnen das Land nicht mehr weggenommen werden kann, sowie die Möglichkeit Kleinkredite aufzunehmen und Alphabetisierungskurse zu besuchen. GEMÜSEANBAU UND UNABHÄNGIGKEIT Langsam und dennoch deutlich haben sich in den letzten Jahren Ernährungsgewohnheiten verändert. In der Projektregion bauen die Frauen nun verschiedenes Gemüse an, das sie zum Teil selbst konsumieren und auf dem Markt verkaufen. So verbessern sie die Ernährung der

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Familien und erwirtschaften einen kleinen Zugewinn. Wichtig ist dabei, dass sie damit eigenes Geld haben und weniger abhängig vom Ehemann sind für Ausgaben, die sie als wichtig erachten. Die externe Evaluation des Projekts, die alle drei Jahre nach einem standardisierten Verfahren durchgeführt wird und mit einem vorher-nachher Vergleich gekoppelt ist, zeigt eine Verbesserung der Ernährungssituation auf. Die Mangelernährung ist bei Kleinkindern zwischen 0 und 5 Jahren deutlich gesunken. Die Nachtblindheit, welche auf einen Vitamin AMangel zurückzuführen ist, fiel von 6,3% auf 3,6%. Jodmangel konnte in den betroffenen Dörfern mit der Einführung, dem Verkauf und Konsum von jodiertem Salz massgeblich auf 3,6% gesenkt werden. Einige Tabus bezüglich des Stillens oder der Ernährung von Schwangeren sind heute keine mehr. So kommt heute beispielsweise ein Grossteil der Neugeborenen in den Genuss des Kolostrums, das reich an Mineralstoffen und Spurenelementen ist, und das Abwehrsystem des Neugeborenen stärkt. Im Rückblick also: Welches sind Erfolgsfaktoren im Projekt für eine verbesserte Ernährung? ■ Die Initiative für das Projekt ging von der Bevölkerung aus und wurde an die lokale NGO herangetragen. ■ Die NGO ist gut vernetzt mit anderen Akteuren in der Region und arbeitet eng mit den Gesundheitszentren zusammen, und in Ergänzung mit ihnen. ■ Die Stärkung der Frau ist ein Kernelement des Programmes und trägt dazu bei, dass sich der Handlungsspielraum der Frauen vergrössert.

* MAYA NATARAJAN ist seit 2005 Geschäftsleiterin bei IAMANEH Schweiz, davor war sie seit 1997 als Programmverantwortliche für Westafrika (Mali, Burkina Faso, Senegal und Togo) bei IAMANEH Schweiz tätig. Vor ihrem Engagement in der Entwicklungszusammenarbeit studierte sie Ethnologie und Geschichte in Basel. Kontakt: mnatarajan@iamaneh.ch

Für einen angereicherten, vitaminreichen Babybrei zu sorgen und zu wissen wie dieser zusammengesetzt sein sollte, genügt also alleine nicht. Die Mütter müssen Entscheidungsmacht und Handlungsspielräume haben. Nur so können sie ihr Wissen umsetzen und damit auch im Interesse ihrer Kinder handeln.

* KADIATOU KEITA ist seit 1999 regionale Koordinatorin Westafrika für IAMANEH Schweiz. Nach ihrem Medizinstudium, das sie in Bamako/Mali und St. Petersburg/Russland absolvierte, hat sie einige Jahre an einem Gesundheitszentrum in Bamako gearbeitet.

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Zusatznahrung: Eine erfolgreiche Strategie?

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Das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz bedankt sich für die Unterstützung des Symposiums:

Seiten 39–46

Kampf gegen Mangel- und Unterernährung

«Hunger, Mangelernährung und Fehlernährung sind «man made», sie werden von der Gesellschaft verursacht und könnten vermieden werden.» Immita Cornaz

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Kampf gegen Mangel- und Unterernährung

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Promotion and protection of breastfeeding: a key approach in the fight against malnutrition

FEED THE CHILDREN FREE FROM COMMERCIAL PRESSURE Malnutrition is responsible for 3.5 million child deaths per year, according to the WHO. Suboptimal breastfeeding is estimated to be responsible for 1.4 million child deaths. Therefore, proper breastfeeding practices are one of the most important aspects in reducing child deaths and disease burden. By Rosemarijn de Jong*

“ In countries where laws around THE WHO

strongly recommends exclusive breastfeeding for the first six months of life. At six months, other foods should complement breastfeeding for up to two years or more. Promotion and protection are two sides of improving breastfeeding practices, and both require equal attention for success. Protection includes among others the regulation of marketing of breast-milk substitutes (infant formula). To this use, the World Health Assembly adopted the International Code of Marketing of Breast-Milk Substitutes (BMS Code) in 1981. It stipulates that there should be absolutely no promotion of breast-milk substitutes, bottles and teats to the general public; that neither health facilities nor health professionals should have a role in promoting breastmilk substitutes; and that free samples should not be provided to pregnant women, new mothers or families. PROOFED VIOLATIONS OF THE BMS CODE In countries where laws around the BMS Code are weak, and surveillance is absent, manufacturers of infant formula often aggresively encourage mothers to stop breastfeeding their babies. Recently, local and international newspapers published proof of violations from various European/US manufacturers in Vietnam, among which the Dutch FrieslandCampina. An example was a women’s clinic where doc-

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tors were compensated for selling and promoting their products to pregnant women or new mothers. Also in emergency situations, violations of the BMS Code are common. There are still numerous cases of relief agencies that donate infant formula on the assumption that mothers are not able to continue to breastfeed due to the stress. Besides violating the BMS Code, it has been proved to be detrimental to the health of children. RIGHT TO CHOOSE Wemos thinks that mothers have the right to choose how they feed their children, free from commercial pressure and fully informed about the health benefits of breastfeeding. Wemos is concerned that 30 years after the adoption of the International Code of Marketing of BreastMilk Substitutes, manufacturers of infant formula still violate the BMS code so blatantly, despite ongoing efforts from organisations like IBFAN. Both the EU and the Netherlands (here) and developing countries (there) must take responsibility for complying with the BMS Code. Responsibility there: policy, legislation and law enforcement in developing countries should be strenghtened. Responsibility here: the European Union, the Dutch government and by European manufacturers of infant formula should comply with international agreements.

the BMS Code are weak, and surveillance is absent, manufacturers of infant formula often aggresively encourage mothers to stop breastfeeding their babies.

* ROSEMARIJN DE JONG was until January 2011 working for the dutch based Wemos Foundation as a project officer Nutrition. She has graduated in 2000 as a nutritionist from Wageningen University (The Netherlands). Since then she has gained broad experience in various sectors such as health education, communication and research. She has worked in Cameroon, Zambia and Vietnam. During her three years in Cameroon she worked in a local ngo on nutrition and health education to pregnant women and mothers of small children.

Kampf gegen Mangel- und Unterernährung

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Mangel- und Unterernährung – Überlegungen zum MMS Symposium

DAS RECHT AUF ANGEMESSENE ERNÄHRUNG – DAS AM MEISTEN VERNACHLÄSSIGTE MENSCHENRECHT Ohne Ernährung gibt es kein Leben und die Ernährung ist ausschlaggebend für Gesundheit und Krankheit. Diese Binsenwahrheit gilt für alle, und sie betrifft ganz besonders die Ärmsten, die Schutz- und Wehrlosen. Sie ist allgemein bekannt – und doch werden die Konsequenzen dieser fundamentalen Tatsache nicht wirklich anerkannt. Überlegungen zu einem fortwährenden Skandal. Von Immita Cornaz*

EIN GRUNDLEGENDES ABER MASSIV VERLETZTES MENSCHENRECHT: DAS RECHT AUF ANGEMESSENE ERNÄHRUNG Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948) und der UNO-Sozial-Pakt (1966) anerkennen das Recht auf Nahrung, beziehungsweise das Recht vor Hunger geschützt zu sein, und zwar als Teil des Rechtes auf einen angemessenen Lebensstandard. In den beiden Abkommen geht es aber „nur“ um den Hunger und nicht darum, dass die Ernährung auch angemessen sein muss. Liegt das daran, dass diejenigen, die diese Rechte formulierten und ratifizierten, weder die volle Härte des Hungers und der Mangelernährung aus eigener Erfahrung kannten, noch genügend wussten von den Lebensumständen der Menschen, die daran litten? Ist das heute anders? Über eine Milliarde Menschen weltweit hungern und mehr als 24 000 sterben pro Tag an Hunger. Die Anzahl der hungernden Menschen wächst weltweit, auch wenn in verschiedenen (nicht in allen!) Ländern deren relative Zahl abgenommen hat. Auch die Anzahl der Menschen, die an Mangelernährung leiden, nimmt zu. Das Recht auf Nahrung ist wohl eines der über viele Jahrzehnte hinweg am mas-

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sivsten verletzten Menschenrechte. Eine weitere unausweichliche Tatsache: Hunger ist ein hartes Schicksal, das aber in den meisten Fällen nicht «in der Natur der Sache» liegt. Hunger, Mangelernährung und Fehlernährung sind «man made», sie werden von der Gesellschaft verursacht und könnten vermieden werden. Es wird genügend Nahrung produziert, um alle Menschen zu ernähren. Zu den Hauptursachen für Hunger und Mangelernährung gehören Armut und die damit einhergehende Machtlosigkeit und der mangelnde Zugang zu Ressourcen, vorherrschende Besitzund Machtstrukturen und ungleiche Anerkennung der Rechte der Einzelnen. Hunger und Mangelernährung sind ein Skandal. Dieser Skandal muss überwunden werden. HUNGER, UNTERNÄHRUNG, MANGELERNÄHRUNG, FEHLERNÄHRUNG Chronischer Hunger oder Unterernährung können zu schweren Mangelerscheinungen, zu Unterentwicklung, zu Resistenzschwäche und zum Tod führen. Die Ursachen von Unterernährung sind mannigfaltig. Zu den wichtigsten gehören Armut, mangelnder Zugang zu Ressourcen für Eigenproduktion als Nahrungs-

und Einkommensquelle, schwierige Vermarktung für eigene Kleinproduktion, fehlender Klein-Grundbesitz und vorherrschende Machtstrukturen im Grundbesitz, keine Möglichkeit für Eigenanbau im urbanen Bereich, Erschwerung der Eigenversorgung oder Verlust einer Einkommensquelle wegen Plantagebau oder wegen industriellem Fischfang und daher auch erschwerter Zugang zu traditionellen Agrarprodukten oder zu Fisch. Wichtige Ursachen sind auch tiefer Lohn, Ausbeutung, Arbeitslosigkeit, kein oder nur erschwerter Zugang zur Rechtsprechung. Und dazu kommen auch Umstände, die das ganze Land betreffen, wie hohe Preise für Grundnahrungsmittel, grosse Verluste bei der Lagerung von Getreide, Machtstrukturen in der Vermarktung, schwache oder unangepasste Landwirtschaftspolitik, ungenügende Nahrungssicherheit. Und diese Aufzählung ist nicht etwa erschöpfend. Mangelernährung kann umschrieben werden als die Folge des Mangels an gewissen wichtigen Vitaminen oder an Spurenelementen oder des Fehlens einer oder mehrerer dieser Stoffe, oder aber als Folge der ernährungsphysiologisch ungünstigen Qualität eines Nährstoffes, oder der ungünstigen Zusammenstellung der Nahrungsmittel, die zu mangelhafter Aufnahme von einzelnen Stoffen führt. Diese Mängel können zu erheblichen Behinderungen führen oder zu gesundheitlichen Schwächen, die ihrerseits wieder schwere Folgen haben können. Mangelernährung tritt meist im Zusammenhang mit Unterernährung auf. und die Ursachen sind oft dieselben. Hinzu kommen aber auch vermehrt kulturelle Faktoren, wie die Essgewohnheiten oder die traditionelle Zusammensetzung der Mahlzeiten mit eindeutigem Vorherrschen gewisser Nahrungsmittel oder gewisse Zubereitungsarten. Auch die Rangordnung beim Essen kann einen Einfluss haben, vor allem bei der ärmeren Bevölkerung mit karger Ernährung: Vielerorts werden der Vater und die männlichen Erwachsenen zuerst bedient, wenn die gesättigt sind, kommen die Kinder an die Reihe und was übrig bleibt, ist für die Mutter. Und fast überall hat es Tabus verschiedenster Art, z.B. keine Eier für Kinder, oft auch nicht für (schwangere) Frauen, oder kein Fisch. Auffallend ist, dass es sich bei diesen Tabus immer um wertvolle Nahrungsmittel handelt und dass sie kaum je den Männern vorenthalten werden.

Kampf gegen Mangel- und Unterernährung

Fehlernährung entsteht infolge gesundheitlich ungünstiger Zusammensetzung der Nahrung, (z.B. viel Fett mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren, oder ein Übermass an Zucker), was auf die Dauer zu erheblichen Gesundheitsschäden führen kann (z.B. Übergewicht, Herzkrankheiten). Fehlernährung nimmt fast überall zu. Das hat möglicherweise besonders gravierende Folgen in ärmeren Ländern und für die ärmeren Bevölkerungsschichten in Schwellenländern. Armut ist jedoch nicht unbedingt die Ursache. Westliche Essgewohnheiten oder vermeintlich modernes Verhalten spielen eine Rolle: Vielerorts hat z.B. Weissbrot den Markt erobert und traditionelle, oft wertvolle Produkte verdrängt, oder geschälter Reis wird dem als minderwertig verschrienen Rohreis vorgezogen. „Junk-food“ macht sich in vielen Städten breit, oft auch das teure aber nicht unbedingt wertvolle „fast-food“ und andere Fertigprodukte, die mit viel Geschick propagiert werden. In Brasilien vermarktet Nestlé bei der ärmeren Bevölkerung gezielt stark gesüssten Jogurt und andere süsse Milchprodukte (Interview mit dem Direktor von Nestlé Brasilien in: Das Magazin, 28.8.2010). WIR SIND ALLE ANGESPROCHEN – WIR ALLE TRAGEN MITVERANTWORTUNG In aller ersten Linie sind die Menschen verantwortlich für ihre eigene Ernährung, die Ernährung ihrer Familie. Oder sollte es sein. Armut z.B. erschwert es vielen, diese Aufgabe zu erfüllen. Die Gesellschaft - die Zivilgesellschaft, die sozialen Institutionen, insbesondere auch die Wirtschaft und die Politik – hat die Pflicht, den Missständen in Sachen Ernährung vorzubeugen und deren Ursachen zu bekämpfen. Oft, sehr oft, wird diese Pflicht jedoch vernachlässigt oder kaum wahrgenommen. Auch in der Entwicklungszusammenarbeit sollte die Problematik der Ernährung einen viel grösseren Platz einnehmen, und zwar nicht allein in der Förderung der Landwirtschaft und der Milchwirtschaft oder bei der Biofortifikation. Und nicht zuletzt kommt den Gesundheitsbehörden und den im Gesundheitsbereich tätigen Menschen und Institutionen die Verantwortung zu, den Ernährungsproblemen zu begegnen, präventiv und kurativ. Internationale Organisationen haben ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen, ihre Wirksamkeit ist jedoch abhängig vom Willen der

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© Anna Jefferys/IRIN

en und Mütter mit eigenen Erfahrungen und eigenem Urteil, einem Urteil, das wichtig ist und auch ernst genommen werden muss. Die betroffene Bevölkerung, und zwar in erster Linie die Frauen, sollte daher bei der Planung von Aktionen in Sachen Ernährung das volle Mitspracherecht haben. Diese elementare Forderung wird leider allzu oft – fast immer – missachtet. Bei lokalen Projekten soll die Bevölkerung nach Möglichkeit auch die Hauptverantwortung für die Durchführung tragen können.

Saatgut vor dem Setzen in Gbarnga-ta, Liberia

Regierungen, die Beschlüsse und Absichten auch umzusetzen. Und dieser Wille ist oft ungenügend. Die Bekämfphung von Hunger und Mangelernährung ist Sache der gesamten Gesellschaft. Und unumgänglich ist dabei, dass die verschiedenen Akteure aller Sparten gut zusammenspielen. ES GEHT UM MENSCHEN – UND DIE FRAUEN SIND AM MEISTEN BETROFFEN Es sind Menschen, Frauen, Kinder, Männer, die hungern, die wegen Mangel an angemessener Ernährung erkranken, sterben. Armut und andere Umstände machen es ihnen oft schwer oder unmöglich, ihre Familie angemessen zu ernähren. Eine Aufgabe aller Aktionen im Ernährungsbereich sollte es sein, sie (wieder) zu befähigen, diese Verantwortung wahrzunehmen.

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Die Frauen sind ganz besonders von der Ernährung betroffen. In vielen Ländern des Südens müssen sie allein für alle Nahrungsmittel aufkommen; Eigenproduktion auf dem ihr verbliebenen Landstück sowie Federvieh- und Kleintierhaltung sind da lebensnotwendig, denn der Ertrag der vom Manne bewirtschafteten Felder (oft mit verbesserten Methoden und mehr Bewässerung dank Entwicklungszusammenarbeit) wird meist für andere Beschaffungen eingesetzt. Für den Kauf von Nahrungsmitteln ist die Mutter in ärmeren Schichten auf ihr Einkommen aus Heimarbeit oder aus Lohnarbeit angewiesen; das gilt auch für muslimische Länder, wo der Einkauf auf dem Markt dem Manne obliegt. Die Frauen werden vielerorts stark benachteiligt. Die Frauen ärmerer Bevölkerungsschichten, im Süden wie im Norden, sind jedoch nicht nur Wesen mit Mangelerscheinungen sondern mündige, bewusst handelnde Frau-

DIE BEDÜRFNISSE DER MÜTTER, SÄUGLINGE UND KLEINKINDER BESONDERS BEACHTEN Werdende und stillende Mütter, Säuglinge und Kleinkinder sind am meisten betroffen von den Risiken unangemessener Ernährung. Einerseits weil sie verletzlicher, ihre Bedürfnisse aber gross sind, andererseits auch weil sie in Sachen Ernährung oft benachteiligt sind. Vielerorts ist jedoch weder der Bevölkerung, noch den Gesundheitsbehörden, ja nicht einmal allen Ärzten die Tragweite der Gefährdung der Müttergesundheit bewusst. Bei Aktionen im Bereich der Ernährung muss daher immer auch auf die besonderen Bedürfnisse der Mütter, Säuglinge und Kleinkinder geachtet werden. Wobei unbedingt auf die Ursachen der Mängel eingegangen werden muss. Was nicht immer einfach ist: In Bangladesh, eines der ärmsten Länder, ist die Mütter- und Kleinkindersterblichkeit hoch, wie auch die Rate der Säuglinge mit niedrigem Geburtsgewicht. Bei den ärmeren Bevölkerungsschichten sind die meisten Frauen kleinwüchsig. Schwanger fürchten sie die Geburt eines grossen Babys und essen deshalb bewusst wenig – auch wenn sie um die Risiken wissen. Ein wahrhaftiger Teufelskreis. Die Muttermilch ist die einzige natürliche und nachweislich die beste Säuglings-Nahrung und sie deckt im Normalfall alle Bedürfnisse des Säuglings in den ersten 4 bis 6 Monaten. Der Einsatz von Muttermilchersatzprodukten führt auch heute noch vor allem in ärmeren Ländern nicht selten zu gesundheitsschädlichen oder gar lebensgefährliche Folgen. In allen Ländern ist es deshalb wichtig, den Müttern das Stillen zu ermöglichen und zu erleichtern. Hilfreich sind die Regeln der „Children Friendly Hospitals und Massnahmen wie Information und Unterstützung für werdende und

Kampf gegen Mangel- und Unterernährung

stillende Mütter, ein genügend langer Mutterschaftsurlaub, Stillpausen im Betrieb, Stillräume in Restaurants. DIREKT AUF DIE NAHRUNG AUSGERICHTETE AKTIONEN Unter-, und Mangelernährung gehören sozial, kulturell und wirtschaftlich zusammen, sie können nicht isoliert verstanden und bekämpft werden. Es muss immer nach den spezifischen Ursachen in der gegebenen Situation gesucht werden, und zwar interdisziplinär. Anderenfalls kommen ernährungsspezifische Aktionen, auch im Gesundheitsbereich, einer Symptombehandlung gleich. Es braucht daher die Fragestellung und die Überlegungen des Mediziners, des Biologen, des Landwirten, des Ökonomen, des Soziologen, …. In allererster Linie sollen aber die betroffenen Menschen selber zu Wort kommen mit ihrer Sicht, ihren Kenntnissen, ihren Wünschen und ihren Erfahrungen. Ernährungsberatung kann viel erreichen, aber nur dann, wenn die Sprache oder die Bilder und Schemata wirklich verständlich sind und wenn nur das empfohlen wird, was die Mütter mit den vorhandenen Mitteln auch verwirklichen können. Wichtig ist es auch, auf kulturelle Ursachen, z.B. Tabus, einzugehen. Sinnvoll sind komplementäre Aktionen, wie z.B. das Anpflanzen einer Schlingpflanze, deren Blätter reich an Vitamin A und als Gemüse schmackhaft sind, oder ein Kleinkredit für Hühnerzucht. Hilfreich sind auch die Gesundheitszentren, die Mütter zur Ernährung der Kleinkinder beraten und unterstützen und stark unterernährte Kinder aufnehmen. Eine segensreiche Rolle spielt die ORS, oder Oral Rehydration Solution, eine Salz-Zucker-Lösung zur Bekämpfung von Deshydratation im Falle von Diarrhöe. Es handelt es sich also um zwei Nahrungsmittel, die, zusammen und genau dosiert, heilend, oft lebensrettend wirken und zudem die Unterernährung infolge von Durchfall bekämpfen. Die Anreicherung von Nahrungsmittel kann von grossem Nutzen sein, z.B. die Anreicherung von Salz mit Jod zur Bekämpfung von Kretinismus (meist hat Jodmangel nur eine Ursache und betrifft die gesamte Bevölkerung). Die industrielle Anreicherung von Nahrungsmittel mit einem oder mehreren Vitaminen oder mit einem Spurenelement ist allerdings

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fragwürdig: Die Alicamente sind meist teuer und sie dienen weder der Bekämpfung der Unterernährung noch dem allgemeinen Schutz der Gesundheit. Die Verteilung von Pillen mit wichtigen Vitaminen oder Spurenelementen, z.B. Vitamin A oder Zink, ist nicht unproblematisch: Eine solche Verteilung hat etwas Entwürdigendes und die Dosierung und der Zeitabstand für die Einnahme dieser Medikamente ist unsicher (bei den Vitamin A Kapseln kann eine Überdosierung toxische Wirkung haben). Der Verkauf zu billigem Preis von Resistenz stärkender Zusatz-Nahrung birgt kaum Risiken, der Unterton von «Allein schafft ihr es nicht» aber bleibt. Die Forschung zur Biofortifikation öffnet interessante Möglichkeiten. Genau unter die Lupe genommen soll aber auch das ganze Umfeld, in dem die ‚verbesserte’ Pflanze angebaut und konsumiert werden soll. Bringt z.B. der Anbau auch Nachteile oder Schwierigkeiten mit sich (wie geringere Dürrenresistenz, oder grössere Düngerabhängigkeit)? Was bedeutet für die Bevölkerung die Aufgabe einer traditionellen Sorte und schmeckt den Menschen die neue Sorte überhaupt? Und heisst das nun, dass die Bevölkerung diese neue Sorte in grossen Mengen konsumieren soll und dass eine Anreicherungen des Speiseplans durch andere ‚konkurrenzierende’ Nahrungsmittel den relativen Nutzen der neuen Sorte vermindern würde und deshalb eher vermieden werden sollte? Die allererste Frage aber sollte sein, was die Gründe für den Mangel am spezifischen Spurenelement oder am bestimmten Vitamin sind, ob die Biofortifikation diese Ursachen beheben kann und ob nicht andere Verbesserungsmöglichkeiten näher liegen. Es ist auch fraglich, ob die Biofortifikation wirklich einen Beitrag zur Armutsbekämpfung darstellt, wie Befürworter das behaupten.

Für die Nahrungsmittelverteilung, z.B. bei Katastrophen, gilt die Grundregel, dass die lokale Produktion und der lokale Markt nicht konkurrenziert werden und die lokale Essgewohnheiten respektiert werden und dass nicht indirekt für neue, moderne, ‚bessere’ Produkte anstelle der lokalen, traditionellen Nahrungsmittel geworben wird. HUNGER UND MANGELERNÄHRUNG SIND EIN SKANDAL – UND DAS GEHT UNS ALLE AN Chronischer Hunger und Mangelernährung sind weit verbreitet und nehmen zu. Das darf nicht sein. Armut und der damit verbundene mangelnde Zugang zu den Ressourcen und zu Macht, sowie die Stärke der vorherrschenden sozialen und politischen Machtstrukturen gehören zu den wichtigsten Ursachen. Aktionen, die diese Ursachen nicht angehen, sind langfristig kaum sinnvoll. Hunger und Mangelernährung sind ein Skandal. Und das geht uns alle an. Wir sind alle angesprochen, wir sind alle mitverantwortlich dafür, dass das grundlegende Menschenrecht auf angemessene Ernährung für alle Menschen Wirklichkeit wird. Wir müssen uns dieser Aufgabe stellen, jeder und jede auf seinem und ihrem Gebiet. Niemand, keine Institution darf sich hinter Nichtwissen verschanzen.

DEBATTE

Clean Cloth Campaign fordert den Stopp sandgestrahlter Jeans

TOD-SCHICKE UND TEUER BEZAHLTE JEANS Es ist ein Modetrend, der wahre Fashion Victims fordert: Vintage-Jeans werden mit der Sandstrahltechnik auf alt getrimmt – mit tödlichen Nebenwirkungen: Junge Sandstrahler erkranken zu Tausenden an akuter Silikose. Die Clean Clothes Campaign fordert den sofortigen Stopp dieser tödlichen Technik, schreibt CHRISTA LUGINBÜHL*, Verantwortliche der Kampagne.

Jedes Jahr werden weltweit rund 5 Milliarden Jeans produziert; der Verkauf der Trendhose boomt. Seit Ende der 1990er geben Sandstrahler neuen Jeans mittels Sandstrahltechnik den modischen Vintage-Look und bezahlen dafür häufig mit dem Leben. Innerhalb von teilweise nur 6 bis 24 Monaten entwickeln sie eine akute Form von Silikose. Diese unheilbare Lungenkrankheit entsteht beim Einatmen von quarzhaltigem Staub und hat einen progressiven Verlauf, selbst wenn kein krankmachender Staub mehr eingeatmet wird. Silikose ist eine der ältesten, vor allem aus dem Bergbau bekannte Berufskrankheit. Wenn die Arbeiter dem Staub stark (hohen Dosen und/oder lange Zeiten) ausgesetzt sind, erkranken sie deutlich schneller und schwerer. Silikose führt zu Lungenfibrose und Emphysema (Lungenaufblähung). Im Krankheitsverlauf verschlechtert sich der Zustand bis zur Invalidität und häufig bis zum Tod. Die Arbeiter sterben, weil sie nicht mehr richtig atmen können. Bis auf eine Lungentransplantation ist bisher kein Heilmittel bekannt. Traditionell wird die Sandstrahltechnik bei Metall- und Keramikverarbeitung eingesetzt. Seit die Vintage-Jeans Furore machten, wird sie aber auch weit verbreitet in der Jeansindustrie angewandt. «Zuerst arbeitete ich für Leke Jeans in einer andern Abteilung und hatte nur meinen Schlafplatz in der Sandstrahlabteilung. Doch nach einiger Zeit sagten sie mir, ich müsse als Sandstrahler arbeiten, wenn ich meinen Schlafplatz behalten wolle», so Adulhalim Demir, ein ehemaligen Sandstrahler aus der Türkei. «Ich arbeitete also dort für zwei Monate. Von 1998-1999 war ich dann Sandstrahlmeister in einer Fabrik, die für Tommy Hilfiger produzierte. Ich arbeitete und schlief dort, und wurde krank.» EIN ZWEITAUSENDSEELENDORF MIT 300 ERKRANKTEN Die Geschichte von Adulhalim Demir gleicht derjenige von tausenden von Textilarbeitern weltweit. Im EU-Raum ist Sandstrahlen mit quarzhaltigem Sand von mehr als 1% Silikagehalt seit mehr als 50 Jahren verboten. Gemäss Angaben der türkischen Solidaritätskomitees der Sandstrahler wurde in der Türkei Sand mit bis zu 80% Silikagehalt verwendet, um die Jeans zu behandeln. Die Erkrankungsrate der

* IMMITA CORNAZ, Dr ès sc. soc., Dr. h.c., 1967–1996 als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der DEZA tätig, mit Aufenthalten in Afrika und Asien, u.a. zuständig für soziale Entwicklung (und Leiterin der Arbeitsgruppe Gesundheit) und Vertreterin bei WHO und UNICEF. Kontakt: icornaz@bluewin.ch

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Debatte

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Sandstrahler liegt laut Schätzungen des Solidaritätskomitees bei rund 50%, das macht alleine für die Türkei 4000-5000 Krankheitsfälle, 46 Todesfälle sind bereits bekannt. Der Kontakt zu den ehemaligen Sandstrahlern gestaltet sich als aufwändig, denn sie haben meist illegal in nicht registrierten Betrieben gearbeitet. Viele haben einen Migrationshintergrund, kamen aus Rumänien, Moldawien, Aserbaidschan, Georgien oder aus abgelegenen Gebieten der Türkei. Als sie erkrankten, gingen sie zurück in ihre Dörfer, und sind dort oft von der dringend benötigten medizinischen Hilfe abgeschnitten. Adulhalim Demir fand während dem Militärdienst heraus, dass etwas nicht stimmte. Beim Rennen blieb ihm die Luft weg, die Ärzte waren aber zunächst ratlos. Erst als bei einem Verwandten Silikose diagnostiziert wurde, hat man auch bei Adulhalim Demir genauer hingeschaut und die Krankheit entdeckt. Von den 157 Männern, die zusammen mit Adulhalim Demir untersucht wurden, fand man bei 145 Silikose. Im Heimatdorf von Demir, einem 2000-Seelen-Ort im Osten der Türkei, gibt es jetzt mehr als 300 erkrankte Menschen. Bis März 2009 war Sandstrahlen in der Türkei erlaubt. In garageähnlichen Kleinbetrieben arbeiteten rund 10`000 meist junge Männer, die ohne Schutzausrüstung mit Hochdruck Sand auf die Jeans gestrahlt und stundenlang den gefährlichen Staub eingeatmet haben. Im Unterschied zu andern Methoden, etwa der chemischen Behandlung von Jeans oder dem Stonewashing, lässt sich mit dem Sandstrahlen die vorgegebene Design-Texturen genauer herstellen. Sandstrahlen ist zudem die billigste Methode, also attraktiv für die Industrie.

Aus der Modeindustrie kommen zwar erste ermutigende Zeichen. So haben verschiedene Firmen mittlerweile den Stopp der Sandstrahltechnik bei der Eigenproduktion verkündet, darunter H&M, Levis, C&A oder die Migros. Manor will in der zweiten Jahreshälfte 2011 nachziehen, Lee, Wrangler, Benetton per Ende 2011, weitere Firmen überlegen sich ebenfalls den Ausstieg. Doch bisher hat noch keine Modefirma für bereits erkrankte Arbeiter Verantwortung übernommen und es bleibt unklar, wie diese medizinisch versorgt und der Verlust der Arbeitsfähigkeit entschädigt wird. Und es gibt auch immer noch viele Firmen, die diese tödliche Technik nicht explizit verbieten, darunter Luxusmarken wie Armani, Roberto Cavalli oder Dolce & Gabbana. Diese Luxuslabels verkaufen also in der Tat todschicke und sehr teuer bezahlte Jeans.

* CHRISTA LUGINBÜHL arbeitet seit 2008 bei der Erklärung von Bern (EvB) und koordiniert die Clean Clothes Campaign (CCC) in der Schweiz. Die CCC setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Kleiderfabriken ein und unterhält ein globales Netzwerk mit nationalen Kampagnen in 15 Ländern und weltweit rund 250 Partnerorganisationen. Kontakt: ccc@evb.ch. Website: www.evb.ch/sandblasting

VERWECHSLUNG VON SILIKOSE MIT TUBERKULOSE Als Sandstrahlen im April 2009 in der Türkei verboten wurde, verlagerte sich die Produktion in andere Gebiete, nach Ägypten, Jordanien oder Syrien. Sandstrahlen kommt aber auch in der Jeansproduktion in China, Indien, Bangladesch, Argentinien oder Mexiko vor. Insbesondere in Bangladesch boomt die Jeansindustrie und es gibt eine deutliche Häufung von Tuberkulosefällen bei den TextilarbeiterInnen. Erhebungen aus der Türkei zeigen, dass Silikose vielfach mit Tuberkulose verwechselt wird. Die weltweite Dunkelziffer der Silikoseerkrankten dürfte also sehr hoch sein Adulhalim Demir erfuhr erst von seinen Rechten als Arbeiter als er bereits erkrankt war. Was für ihn zu spät kommt, will er jetzt durch seine Sensibilisierungsarbeit erkämpfen und damit verhindern, dass weiterhin junge Männer ihr Leben riskieren. Die Silikose ist bei Demir zu 46 Prozent in seiner Lunge fortgeschritten. Körperliche Arbeit oder Sport sind unmöglich für ihn, eine Erkältung führt zu gefährlicher, permanenter Kurzatmigkeit. Der dreifache Vater zeigt sich dennoch kämpferisch: «Ich versuche, positiv zu denken und hoffe, dass die Krankheit nicht weiter fortschreitet.» WELTWEITER PRODUKTIONSSTOPP GEFORDERT Jeans werden meist in Ländern produziert, wo grundlegende Massnahmen zur Arbeitsplatzsicherheit nicht respektiert werden. Modefirmen können die Einhaltung der hohen Sicherheitsvorschriften, die für risikoarmes Sandstrahlen nötig wären, nicht garantieren. Bei einer Konferenz im November 2010 in Istanbul mit mehr als 100 Organisationen aus über 40 Ländern verabschiedeten die Clean Clothes Campaign (CCC) und ihre Partner daher ein Manifest. Von den Modefirmen fordern sie einen sofortigen weltweiten Produktionsstopp sandgestrahlter Jeans.

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MAGAZIN MEDICUS MUNDI INTERNATIONAL: NETWORK STRATEGY 2011–2015

“WE WILL MAKE THE MMI NETWORK A REAL COMMUNITY OF CHANGE FOR STRENGTHENING HEALTH SYSTEMS” By Thomas Schwarz*

Rooted in the history and in an analysis wants to play. However, and even with the netof the current environment of Medicus work policy adopted, the concept still needed to be translated into concrete programs and tools. Mundi International (MMI), the “Network The “Network Strategy 2011–2015” adopted by Strategy 2011–2015” provides a frame- the MMI Assembly in May 2010 now provides guidance about how to do it, setting a coherent work which explains how this interna- framework for the operational planning and the tional Network to which Medicus Mundi development of related programs and structures of the Network. The document contains four straSwitzerland belongs shall pursue its tegic directions for the coming five years: vision and carry out its operational mis- 1. We will focus joint ventures on issues related to health systems strengthening. sion during the coming five years. 2. We will develop new spaces and tools for sharing know-how When Medicus Mundi Switzerland took over, in 3. We will focus joint international advocacy on 2008, the secretariat of Medicus Mundi Internathe WHO. tional, the related agreement between the two 4. We will develop new partnerships between parties defined “support for organisational deNGOs and research institutions velopment and strengthening of the MMI Network” as a main task for the new secretariat. As Let me introduce them a bit more in detail. a first step, MMI sharpened its identity and profile “We will develop new spaces and tools for sharas a NGO network, introducing and consequent- ing know-how.” Coming together to share, to ly using the name “Medicus Mundi Internation- learn and to cooperate is the key element of any al Network”, subscribing to “sharing knowhow formal network and the core of the MMI Network and joining forces towards Health for All”. Policy adopted in 2009. With the existing Network “Sharing knowhow and joining forces to- members – its key resource – and with its good wards Health for All” is not only an inspiring slo- links to partners outside the Network, MMI is well gan. It also indicates the change agenda of the positioned to play the role of a living community. international network and the particular role it Since 2008, the Network has invested in the fur-

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ther development of tools for networking such as thematic working groups, an electronic platform (www.medicusmundi.org) with the profiles and contributions of the Network members and providing access to documents and thematic guides; a monthly electronic newsletter, ad hoc “network flashes” for urgent calls, and the use of “web2” platforms such as Twitter and Facebook.

ing” as the common denominator of joint enterprises, without getting yet more concrete. Within this broad framework the development of a set of concrete programs will be demand driven, initiated and lead by network members, in an dialogue about shared key issues and developments and opportunities in the Network’s environment. A MMI workshop on health systems strengthening in November 2011 was a good starting point for this process.

THE COMMUNITIES OF CHANGE CONCEPT The idea of the MMI Network as a living community strongly corresponds with the inspiring STRENGTHENING THE WHO “communities of change” concept introduced to “We will focus joint international advocacy on the MMI Network by its member Cordaid who the WHO”. Joint advocacy of the MMI Network states, in a key document: “We believe that de- aims at influencing the international policy landvelopment is essentially about change in human scape in which their activities takes place. The and in power relations. To meet the challenges Network intends play a role in passing its memwe are faced with, new international relation- bers key advocacy messages to the international ships are needed. And we need to change the ex- level. On the other hand, the Network aims at enisting ones. The idea of creating Global Commu- couraging and facilitating its members’ and their nities of Change puts the emphasis on coopera- partners’ advocacy activities on a national level in tion rather on development, building alliances, the countries they are based or engaged in. MMI joining forces in the pursuance of an overlapping is in official relations with the World Health Orchange agenda. It is basically about people (cit- ganization. The network will continue to particizens, individuals) and organisations (all types) ipate and intervene in the World Health Assemworking together in the pursuance of a social bly and other global and regional WHO (and WHO change agenda. It is about agenda sharing, true lead) structures, programs, events and consuljoint decision-making, and joint designing of tations. At the same time, it wants to contribute goals and results.” to monitor the development of the World Health “We will focus joint ventures on issues relat- Organization and to strengthen the WHO as the ed to health systems strengthening.” In addition international coordinating body for issues relatto enhancing communication and cooperation ed to people's health, establishing coalitions and between its members, the MMI Network aims at joint programs with other civil society organisafostering the development of common policies tions or networks pursuing the same tasks. and practices and at undertaking joint advocacy “We will develop new partnerships between and sensitization. This is not possible without se- NGOs and research institutions”. To accomlecting joint key topics. The Network strategy de- plish their mission in the field of international fines “contributing to health system strengthen- health cooperation in a more rational – and finally more sustainable – way, the NGOs which are members and partners of the MMI Network are in dire need of reliable evidence on “what works and what does not”. On the other hand, * THOMAS SCHWARZ, Former Director of Medicus research must be linked to the problems and isMundi Switzerland, since 2008 Executive Secretary sues non-governmental organisations and their of Medicus Mundi International. The key documents partners are dealing with, to their need to find related to can be found on www.medicusmundi.org out ways to overcome technical and organisa(section “The Network”). Contact: tschwarz@meditional constraints that impede local health care cusmundi.org systems to deliver high coverage, equitable and quality health interventions, particularly at com-

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munity and district level. The MMI research policy adopted in 2009 defines the Network’s approach and mandate in a field which is not yet covered by other NGO networks and where MMI can strongly benefit from its traditionally good relations with a series of research institutions in order to become a leading actor. Strategic planning means selecting, choosing one way among various valid options and then, for a specific period, following it, developing and vigorously pursuing programs that support the logic of the chosen strategy. So even if strategy development, by definition, is a creative act, our strategic choices for the next five years presented in the “MMI Network Strategy 2011–15” are based on a broad agreement of the members of the Medicus Mundi International Network that they are promising ones. Nevertheless, the success of the strategy will depend on the Network’s institutions’ and members’ commitment to contribute actively to its implementation. Also Medicus Mundi Switzerland and its members are therefore “kindly invited” to get involved! Institutional development is not a key element of the strategy. MMI considers institutional growth in terms of members, budget and capacities an indicator of the success of its work, and not as an objective itself. I am myself convinced that, by the end of 2015, the MMI Network will have extended its programs and activities in a way that a considerable number of new members have been attracted and that the Network’s structures are strengthened.

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MAGAZIN AIDSFOCUS.CH

FACHTAGUNG VON AIDSFOCUS.CH, 7. APRIL 2011

HIV, SEXUALITÄT UND JUGENDLICHE Von Helena Zweifel*

aidsfocus.ch führt zur Notwendigkeit, HIVPrävention und –Behandlung mit reproduktiver und sexueller Gesundheit und Rechten zu verknüpfen, am 7. April 2011 in Bern eine Fachtagung durch. Die Verknüpfung von HIV Programmen mit sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten (SRGR) ist ein Schlüssel zu umfassender Gesundheit für alle. Diese Feststellung wird von internationalen Organisationen wie UNAIDS, UNFPA, IPPF, WHO und selbst dem Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und TB seit einiger Zeit wiederholt geäussert. (Siehe dazu den Beitrag von Susanne Rohner «Kombinierte Strategie im Kampf gegen HIV und der Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte», im Bulletin von Medicus Mundi Schweiz Nr. 116) Denn, so die Argumentation, die Aidsepidemie ist engstens verknüpft mit der Frage der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Die meisten HIV-Infektionen werden beim Sex übertragen oder im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt und Stillen. Dieselben Ursachen treiben die Aidsepidemie als auch sexuelle und reproduktive Gesundheitsprobleme an, nämlich Armut, Ungleichheiten insbesondere zwischen Frau und Mann, gesellschaftliche Normen und Tabus, Diskriminierung und soziale Ausgrenzung von vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Von der Integration von HIV-Prävention, Behandlung und Pflege in Dienstleistungen zur Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte (SRGR) verspricht sich die International Planned Parenthood Federation

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(IPPF) zahlreiche Vorteile. Es optimiert z.B. die Nutzung bestehender SRGR-Infrastruktur, was in wirtschaftlich benachteiligten Regionen besonders wichtig ist. Wird alles «unter einem Dach» angeboten, ist es für Frauen und Männern mit gesundheitlichen Problemen eher möglich, diese Angebote zu nutzen. Umfassende Dienstleistungsangebote, die nicht das Schild «Aids» tragen, erleichtert Menschen mit HIV die Nutzung von auf sie zugeschnittenen Dienstleistungen und trägt zur Verminderung von Stigmatisierung und Diskriminierung in Zusammenhang mit Aids bei. Marginalisierte Bevölkerungsgruppen wie Drogensüchtige, SexarbeiterInnen oder Männern, die Sex mit Männern haben, könnten mit integrierten Angeboten eher versorgt werden. Hinzu kommt der doppelte Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Infektionen, besonders wichtig für Jugendliche. UMFASSENDE GESUNDHEITSVERSORGUNG Die Verknüpfung von HIV mit sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechten ist vor allem ein Muss aus der Überzeugung heraus, dass alle Menschen ein Recht auf Gesundheit und umfassende Gesundheitsversorgung haben. Dazu gehört das Recht, selbst bestimmen zu können, wann und mit wem jemand Sex haben, heiraten und Kinder haben will oder nicht. Die Missachtung dieser Rechte ist eine der Grundursachen für die Verbreitung von HIV und sexueller und reproduktiver Krankheiten und eine Hindernis auf dem Weg zum Ziel: Gesundheit für alle. Junge Frauen oder Mädchen, die sich sowohl vor einer Schwangerschaft als auch einer Infektion schützen wollen, brauchen Information und

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Foto: © Nancy Palus/IRIN

Toukouli, Tschad

ein minimales Gesundheitspaket, welches Familienplanung, Schutz vor und Umgang mit sexuell übertragbaren Krankheiten, HIV-Prävention und freiwillige Testung und Beratung zu HIV mit einschliesst. Eine zunehmende Zahl von HIV-positiven Teenagern, die bei der Geburt infiziert wurden, oder junge verheiratete Frauen benötigen eine auf sie zugeschnittene Beratung zu reproduktiver Gesundheit, zum Schutz vor Infektionskrankheiten und zu Möglichkeiten der Verhütung bzw. der Verhinderung der Übertragung des Virus aufs Kind. TROTZ INTERNATIONALER ABKOMMEN ... Die Krux scheint in der Umsetzung zu liegen. Es gibt verschiedene Modelle zur vermehrten Integration von SRGR und HIV, doch viele Fragen für die Praxis bleiben offen. Zahlreiche Studien zeigen, dass Dienstleistungsangebote mit HIV-Be-

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ratung und freiwilligen HIV-Tests und Beratung die Bedürfnisse ihrer KlientInnen nach Verhütung aussen vor lassen. In Tansania zum Beispiel haben fast alle Anbieter Kondome diskutiert, aber nur zwei Drittel Schwangerschaftsverhütung oder den Wunsch nach Kindern. Auf die Bedürfnisse jugendlicher KlientInnen eingehend hat das AIDS Information Centre (AIC) in Uganda, welches freiwillige HIV-Tests und Beratung anbietet, ein neues Angebot entwickelt: Sog. «Jugendecken» in separaten, aber nahen Gebäuden, wo Jugendliche hingehen können, ohne in Gefahr zu laufen, von Bekannten oder Verwandten erkannt zu werden. Hier wird auch Empfängnisverhütung und Tests für Syphilis und TB angeboten. Ein anderes Beispiel ist das Jungendprogramm Geração Biz («busy generation») in Mozambique. Durch jungendfreundliche Angebote in

Gesundheitszentren und Spitälern soll das Wissen Jugendlicher zu sexueller und reproduktiver Gesundheit, Verhütung ungewollter Schwangerschaft und Abtreibung verbessert werden. Zum Programm gehört ein Peer Education Projekt von und für Jugendliche, die sich gegenseitig informieren, beraten und unterstützen, in und ausserhalb der Schule. An eine besonders verletzliche Gruppe Jugendlicher richtet sich die Organisation AMMIE (Appui Moral, Matériel et Intellectuel à l’Enfant) in Burkina Faso, eine Partnerorganisation von IAMANEH: an junge, ledige Mütter, die vom Vater des Kindes verlassen und von ihrer Familien verstossen wurden. AMMIE informiert und berät die jungen Frauen zu Verhütung, Prävention von HIV und sexuell übertragbarer Krankheiten, Ernährung und Kinderbetreuung. Zudem vergibt AMMIE Kleinkredite zur Förderung der wirtschaftlichen Selbstständigkeit und sucht mit den Familien zu vermitteln, um die jungen Mütter mit ihren Kindern wieder ins familiäre soziale Sicherungssystem zu integrieren. CHANCEN UND HERAUSFORDERUNGEN DER INTEGRATION Welche Modelle der Integration von HIV und sexueller und reproduktiver Gesundheit sind am wirksamsten für welche Bevölkerungsgruppen? Wie können Dienstleistungen besser an die Bedürfnisse Jugendlicher angepasst werden? Wohin wenden sich junge Mädchen und Burschen, SchülerInnen und SchulabgängerInnen, die in einer Familienplanungsklinik nichts zu suchen haben? Von den Debatten auf dem internationalen Parkett ausgehend und gewürzt mit Erfahrungen von Partnerorganisationen im Süden und Osten werden die TeilnehmerInnen der Fachtagung von aidsfocus.ch am 7. April 2011 Chancen und Herausforderungen einer vermehrten Verknüpfung von sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte mit HIV und Aids diskutieren. Inhalt und Programm der Fachtagung von aidsfocus. ch wird unter Mitwirkung von IAMANEH, dem Schweizerischen Roten Kreuz und PLANeS entwickelt.

Ein Blick auf die Statistiken bezeugt die Notwendigkeit eines vermehren Engagements in Sachen reproduktiver Gesundheit und Rechte und HIV: ■

Länder mit einer hohen HIV-Prävalenz bei jungen Frauen haben gleichzeitig eine hohe Rate von Teenage-Schwangerschaften. Jährlich gebären ca. 16 Millionen 15-19 jährige Frauen oder Mädchen ein Kind, die meisten von ihnen im südlichen Afrika. Etwa 1,5 Millionen schwangere Frauen leben mit HIV in Ländern mit einem tiefen oder mittleren Einkommen und weniger als die Hälfte erhielt die für die Verhinderung der HIV-Übertragung aufs Kind notwendige Behandlung. Mindestens 20% der Todesfälle von Müttern sind auf Komplikationen in Zusammenhang mit HIV zurückzuführen.

* HELENA ZWEIFEL ist Geschäftsführerin von Medicus Mundi Schweiz, dem Netzwerk Gesundheit für alle, und Koordinatorin der Fachplattform aidsfocus.ch. hzweifel@medicusmundi.ch

Weitere Informationen und Anmeldung: www.aidsfocus.ch

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MAGAZIN WWW.MEDICUSMUNDI.CH

NETZWERKAGENDA 2011 NETZWERKTHEMEN 2011 In Workshops oder im Bulletin, an Symposien oder Round Tables: Medicus Mundi Schweiz lädt zu Debatten und zum Austausch mit engagierten Menschen der internationalen Gesundheitszusammenarbeit. Auch dieses Jahr spüren wir zentralen Themen nach, welche die eigene Arbeit bestimmen und das politische Umfeld prägen. . LINKING HIV AND REPRODUCTIVE AND SEXUAL HEALTH AND RIGHTS Fachtagung von aidsfocus.ch 7. April 2011 in Bern Bulletin Nr. 121, Fachtagung Reader, August 2011

FINANZIERUNG VON GESUNDHEITSSYSTEMEN Bulletin Nr. 120, Mai 2011

GESUNDHEITSPOSITIONSPAPIER DES NETZWERKS MMS Das Netzwerk MMS entwickelt ein gemeinsames Positionspapier, das Antworten auf künftige Herausforderungen der globalen Gesundheit gibt. Zwei Veranstaltungen sind dazu vorgesehen.

GESUNDHEIT ALS MENSCHENRECHT – GESUNDHEIT UND MENSCHENRECHTE Symposium der schweizerischen Gesundheitszusammenarbeit, 8. November 2011 in Basel Bulletin Nr. 123, Februar 2012 Reader zum Symposium

MMS Round Table: Diskussion des Grundlagenpapiers des Swiss TPH, 14. April 2011 in Bern Workshop: Entwicklung einer gemeinsamen Position als Netzwerk MMS, 24. Mai 2011 in Biel (vor der Jahresversammlung) NETZWERK GESUNDHEIT FÜR ALLE RÉSEAU SANTÉ POUR TOUS Jahresversammlung von Medicus Mundi Schweiz/Assemblée générale de Medicus Mundi Suisse, 24. Mai 2011 in Biel

GESUNDHEITSVERSORGUNG IN FRAGILEN STAATEN Bulletin Nr. 122, November 2011

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The fight against malnutrition: The key to health in developing countries