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Wir alle sind anders Persönlichkeit meine Gefühle meine Gedanken meine Meinung


Vorwort

Unsere Klasse ist etwas anders, weil wir alle Aus­ länder sind. Am Angang der Schulstunde sind alle noch müde und sind nicht motiviert am Un­ terricht teilzunehmen. Die Mitschüler sind alle freundlich, davon gibt es auch manche dabei die schüchtern sind. In unserer Klasse sind alle an­ ders und alle haben ein andere Charakter. Jeder von uns hat ein andere Religion und andere Kul­ tur bzw. die Traditionen sind auch anders. An uns sind auch unsere Gedanken, Träume und Ge­ fühle anders die unsere Persönlichkeit machen. Die Mitschüler in unsere Klasse sind immer leise und reden zu wenig, deswegen haben wir diese Fotoprojekt gemacht. Diese Projekt hilft uns da­ bei, dass wir miteinander mehr Kontakt aufbauen und uns näher kennenlernen. Dieses Projekt hat uns viel Spaß gemacht und wir haben viele in­ teressante Sachen gelernt. In dem Projekt geht es um Fotos, unsere Heimat, Träume, Interesse, Gefühle und Persönlichkeit. Gekürzt alles über uns und weil wir alle anders sind, haben wir dem Projekt „Wir alle sind anders“ genannt. Aysen


personnalité mes sentiments mes pensées mon avis

kişilik benim duygularımı benim düşüncelerimi benim düşüncem osobowość moje uczucia moje myśli moja opinia

‫ةيصخش‬ ‫رعاشم يل‬ ‫يراكفأ‬ ‫ييأر‬ Persönlichkeit meine Gefühle meine Gedanken meine Meinung

личност чувствата ми мислите ми моето мнение personība manas jūtas manas domas mans viedoklis

‫تیصخش‬ ‫تاساسحا یریم‬ ‫تالایخ ےریم‬ ‫ےئار یریم‬ ‫تیصخش‬ ‫نم تاساسحا‬ ‫نم راکفا‬ ‫نم رظن هب‬


Wir alle sind anders Für das Projekt „Medienwerkstatt“ war es freigestellt, mit welchen neuen Medien die Jugendlichen kreativ tätig werden. Im Fokus stand jedoch, dass sie dies selbst­ verantwortlich und mit Freude tun. So der Auftrag. Schnell stellte sich heraus, dass das ­Arbeiten mit der Fotokamera zu einer­ seits schnellen, andererseits guten und ausdrucksstarken Ergebnissen führt. Mit Bildern zu arbeiten bot die Möglichkeit, eventuelle Sprachbarrieren und Unsicher­ heiten zu überwinden und sich auch ohne Sprache auszudrücken. So experimentierten wir mit der digitalen Fotografie, mit Bildbearbeitsprogram­ men, mit Fotocollagen, besuchten ein professionelles Fotostudio und sprachen dabei viel über die Jugendlichen und ­deren Herkunft, Wünsche und Träume. Alle Fotoarbeiten, die in diesem Heft zu sehen sind, haben die Jugendlichen selbst hergestellt. Hierfür gab es teilweise enge und teilweise weite Aufgabenstel­ lungen. Bestandteil aller Aufgaben war es, sich Zeit für die Arbeit zu nehmen, sich selbst, seinen Ideen und seiner Kre­

ativität zu vertrauen und – mit Hilfe des Mediums Fotografie – einen individuellen und authentischen Ausdruck zu finden. Obwohl die Jugendlichen zuvor weder mit professionellen Kameras, noch mit Bildbearbeitungsprogrammen Erfahrung gemacht hatten, sind sie durch ihren in­ tensiven Einsatz zu sehr guten Ergeb­ nissen – auf deren Niveau sie stolz sein ­können – gekommen. Das Thema des Projekts – die Jugendli­ chen selbst – habe ich versucht durch verbale, nonverbale und anregende Übungen und Aufgabenstellungen mehr­ dimensional zu bearbeiten. Wenn die Jugendlichen sich einlassen konnten und Lust hatten etwas von sich zu zeigen, hat das sehr gut funktioniert. Die Schulklasse ist etwas sehr besonde­ res. Dies zeigt auch der selbstgewählte Titel des Fotomagazins: „Wir alle sind an­ ders“. Sie stammen aus den unterschied­ lichsten Kulturkreisen und sind aus ver­ schiedensten Gründen nach Deutschland immigriert, die einen mit ihren Eltern und nicht aus eigenem Interesse, die anderen aus Gründen der Sicherheit in ihren Her­ kunftsländern. Sie sind in der Deutsch­

klasse am Weiterbildungskolleg, um sich die Perspektive zu erarbeiten, einen deut­ schen Schulabschluss machen zu können. Viele müssen ihre Träume und Lebenszie­ le auf das Machbare reduzieren. Aus dem Wunsch Bankkauffrau zu werden, wird der Wunsch, eine Ausbildung zur Ein­ zelhandelskauffrau zu machen, weil der Schulabschluss in Afghanistan liegt und in Deutschland erstmal der Hauptschulab­ schluss ansteht. Ich habe großen Respekt davor, was diese Jugendlichen mit 18 oder 19 Jahre bereits erlebt haben. Teilweise aus Kriegsgebieten stammend, sind ihre Erfahrungen und Gefühlswelten nicht mit denen deutscher Jugendlicher in diesem Alter vergleichbar. Die Fotoarbeiten transportieren deshalb komplexe und individuelle Geschichten, die ohne Beschreibung auskommen und dennoch viel erzählen. Ich wünsche den Jugendlichen alles Gute und hoffe, dass sie die Kraft haben, ihren Weg zu gehen.

Ulla Heinrich Projektleitung


Themen

Ich treffe mich

Der Ort an dem ich mich wohl fühle

Mini-Ich

Mein Portemonnaie

Mein zu Hause

Mein  Verhältnis zu Deutschland

Meine Träume


8-13 Ania

87-89 Saheed

14-21 Arya

80-85 Petar

22-31 Aysen

72-79 Patrycja

Index 62-71 Mawiatou

32-39 Azize

58-61 Ivan 54-57 Hira

40-45 Eriks 46-53 Fadi

7


bach

glad chen

MĂśn

Ania aus Polen. Ist vor drei Jahren mit Ihrer Mutter nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland die Partys. Mag an Deutschland nicht die Sprache, den Egoismus und Nazis. WĂźnscht sich von Deutschland mehr Toleranz.

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Polen


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich tr채ume von


Mini-Ich


bach

glad chen

Mön

Arya Ist 19 Jahre alt und stammt aus Afghanistan. Sie ist mit Ihrer Familie vor einem Jahr nach Deutschland gekommen. Möchte in Deutschland eine Ausbildung zur Verkäuferin machen. Sie findet es schade, dass sie nur bis zu ihrem 18. Lebensjahr in die normale deutsche Schule gehen darf N

istan

an Afgh


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


Mini-Ich


mein zu Hause


mein Verh채ltnis zu Deutschland

ich tr채ume von


MĂś

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ngla nche

rien

Bulga

Aysen ist 17 Jahre alt und kommt aus Bulgarien. Ist vor drei Jahren mit Ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland die Kirmes. Typisch an Deutschland ist fĂźr sie Kartoffelsalat und Nudeln. N


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


Mini-Ich


mein Verh채ltnis zu Deutschland


ich tr채ume von


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T端rk

Azize stammt aus der T端rkei und hat die deutsche Staatsb端rgerschaft. Ist vor 17 Jahren mit Ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland die Kirmes. N

Typisch an Deutschland sind Kartoffeln und Nudeln.


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


Mini-Ich


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Lettl

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MĂśn

Eriks aus Lettland. Eriks wird demnächst ein Studium der Informatik beginnen.

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mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


ich tr채ume von


Mรถ

Fadi ist 19 Jahre alt und stammt aus Baghdad, Irak. Ist vor zwei Jahren mit der Familie nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland Autos und Tattoos. N

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Irak


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ich treffe mich


mein Verh채ltnis zu Deutschland


der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich tr채ume von


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glad chen

Mön

Hira ist 16 Jahre alt und stammt aus Pakistan. Ist vor 10 Monaten mit Ihrer Familie nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland die Sicherheit, Schulen und Krankenhäuser. Wünscht sich in Deutschland zu lernen und ein Haus zu besitzen. N

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Pakis


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mein Verh채ltnis zu Deutschland


mein Portemonnaie


Mรถ

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Bulga

Ivan aus Bulgarien. Ist vor drei Jahren mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen.

N


mein Verh채ltnis zu Deutschland

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ich treffe mich


ich tr채ume von

der Ort an dem

ich mich wohl f체hle


bach

glad chen

MĂśn

Mawiatou aus Guinea, Afrika. Seit einem Jahr in Deutschland. Geboren am 26. März 1995 in Guinea. Mag an Deutschland die Freiheit.

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Guin

N


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


Mini-Ich


mein Verh채ltnis zu Deutschland

mein zu Hause


ich tr채ume von


bach

glad chen

Mรถn

Patrycja wurde am 17. Oktober 1992 in Polen geboren. Ist vor zwei Jahren mit ihrem Vater nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland Partys. Mag an Deutschland nicht die Sprache.

N

Polen


mein Portemonnaie

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der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


ich treffe mich


Mini-Ich


mein Verh채ltnis zu Deutschland

mein zu Hause


ich tr채ume von


Mรถ

h

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rien

Bulga

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Petar ist 18 Jahre alt und stammt aus Bulgarien.

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ich treffe mich


der Ort an dem

ich mich wohl f端hle


Mini-Ich


bach

glad chen

MĂśn

Saheed stammt aus Somalia. Ist vor 5 Jahren alleine nach Deutschland gekommen. Mag an Deutschland alles. WĂźnscht sich in Deutschland zu lernen und ein Haus zu besitzen.

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lia

Soma


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mein Verh채ltnis zu Deutschland


ich tr채ume von


Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ­leisten Jugendmigrationsdienste erfolgreiche Integrationsarbeit mit jungen Zu­ wanderern vom 12. bis zum ­­­27. Lebensjahr. Unser Ziel ist es, die Entwicklungs­ perspektiven junger Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern und die sprachliche, schulische, berufliche und soziale Integration in Deutschland zu fördern. Der JMD Mönchengladbach berät und begleitet junge Menschen bei ihrem Integrationsprozess und trägt dazu bei, migrationsbedingte Benachteiligungen ­auszugleichen. Der JMD Mönchengladbach orientiert sich dabei an den persönlichen Stärken der Jugendlichen und eröffnet ihnen Chancen ihre eigene Identität zu finden.

Christin Bruks Jugendmigrationsdienst Mönchengladbach


Impressum

Jugendmigrationsdienst (JMD) Diakonisches Werk Mönchengladbach gGmbH Hauptstr. 200 | 41236 Mönchengladbach Telefon 02166 / 61 59 42 www.diakonie-mg.de Projektleitung: Ulla Heinrich Konzeption & Gestaltung: Marius Müller | www.mllr.org Druck: WIRmachenDRUCK GmbH, Mühlweg 25/2, 71711 Murr Feedback: KBruks-Weuthen@diakonie-mg.de



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