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Sie waren sogar Präsidentin der Kadettenkommission. Kriegel: Ja, ich habe dieses Amt zehn Jahre lang ausgeübt. Haben Sie auch ein Lebensmotto? Kriegel: Ich lebe im Jetzt und habe keine Angst vor dem, was kommt und hadere nicht mit dem, was war. Können Sie loslassen? Kriegel: Ja, wenn ich einen Schritt zurückmache, dann lasse ich auch los.

und Buchhaltung las, läuteten bei mir schon fast die Alarmglocken, weil das gar nicht meine Welt ist. Aber ich finde die Beziehung und die Kommunikation mit dem veb.ch toll. Dank der guten Zusammenarbeit gelingt es mir auch, die Wünsche des veb.ch gut umzusetzen. Kriegel: Ich freue mich enorm darüber, wie es Barbara Kranz gelungen ist, eine Linie und eine klare Bildsprache in den veb.ch-Auftritt zu bringen. Welches sind Ihre Wünsche an den veb.ch? Kriegel: Ich wünsche dem veb.ch, dass der Verband weiter so erfolgreich ist und den Drive, den Elan und die positive Grundhaltung beibehält. Kranz: Da kann ich mich Bettina Kriegel nur anschliessen.

Und gelingt Ihnen dies auch mit Ihren Kindern? Kriegel: Ja, das werden Ihnen auch meine Kinder bestätigen. Ich bin mir auch dessen bewusst, dass sie nur kurze Zeit bei uns sind und dann ihren eigenen Weg gehen.

Gehen wir noch zu einem andern Thema: Was sagen Sie zu der Entwicklung bei den Medien? Gibt es bald keine Zeitungen mehr? Kriegel: Der Wandel ist eingeleitet. Die Medienlandschaft verändert sich grundlegend. Wir stehen auch im Bereich Kommunikation vor neuen HerausfordeUnd wenn Sie ein Tier sein könnten… rungen, denn die Nutzung der Medien ist Kriegel: Schwierig. Die Katze ist ja beheute anders. Gerade auch der Dialog reits weg. Vielhat an Gewicht «Die Faszination ist, dass es zwar ein leicht wäre ich dazugewonnen Instrumentarium gibt, wie man Kommunieine Raubkatze, und ist für ein kation betreibt, dass aber am Schluss vor die überhaupt Unternehmen oft allem das Bauchgefühl und der gesunde nicht angebunnicht mehr konMenschenverstand zählen.» den ist und noch trollierbar, vor Bettina Kriegel mehr Freiheiten allem wenn eine geniesst. Aber Geschichte eine wahrscheinlich hätte ich alleine draussen Eigendynamik entwickelt und auf den in der Wildnis trotzdem etwas Angst. IrNetzwerken diskutiert wird. Ein aktuelles gendwie sind mir die Katzentüre und das Beispiel ist der Fall der Rega, wo ein rewarme Kissen drinnen doch noch näher. gelrechter Shitstorm losbrach. Hier muss Manchmal möchte ich wohl selber etwas ein Unternehmen mehr Kanäle bedienen mutiger sein, als ich wirklich bin. können und im Griff haben. Welches ist Ihre herausragende Eigenschaft? Kriegel: Ich habe viel Ausdauer und einen grossen Durchhaltewillen. Und Ihre Schwäche? Kriegel: Weil ich auf verschiedenen Hochzeiten tanze, bin ich oft nicht da und höre meinem Gegenüber nicht wirklich zu. Manchmal denke ich einfach zu schnell. Barbara Kranz, wie beurteilen Sie den veb.ch? Kranz: Es ist ein Kunde, von dem ich erst keine Ahnung hatte. Als ich Controlling

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Was bedeutet das für Ihre Tätigkeit? Kriegel: Ich muss mir die entsprechenden Kompetenzen aneignen. Es fällt mir aber enorm schwer, ich bin zum Beispiel immer noch nicht auf Facebook, weil ich den Nutzen nicht sehe. Dann haben Sie keine Freunde? Kriegel (lacht): Ja, ich habe keine virtuellen Freunde. Im Ernst: Ich sehe schon bei meinen Kindern, wie diese miteinander kommunizieren. Sie gehen mit einem ganz anderen Selbstverständnis mit dieser neuen Technologie um. Als Berufsfrau kann ich mich nicht vor den neuen Kom-

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munikationsmitteln verschliessen, aber was ich als Privatperson mache, geht zum Glück nur mich etwas an. Und wie sieht es bei Ihnen aus, Barbara Kranz? Kranz: Mein Beruf verändert sich auch immer mehr in Richtung Elektronik. Als Unternehmen müssen wir heute Dienstleistungen erbringen, die über die Gestaltung und Programmierung von Webseiten hinausgehen. Ich persönlich aber möchte in erster Linie bei der Gestaltung von Printmedien bleiben. Und welche Erfahrungen machen Sie, wenn Sie als Frauen zusammenarbeiten? Kranz: Es ist super! Kriegel: Mir fällt auf, dass mein berufliches Netzwerk immer mehr aus Frauen besteht. Der Grund ist wohl der, dass es den Frauen mehr um die Sache geht, während sich die Männer oft in den Vordergrund drängen. Bei Frauen erlebe ich auch eine grosse Verlässlichkeit und ein anderes Denken. Das heisst aber nicht, dass ich nicht mit Männern zusammenarbeiten kann. Kranz: Ich habe das nie so erlebt. Ich habe sowohl mit Männern als auch mit Frauen zusammengearbeitet und nur gute Erfahrungen gemacht. Meine Abschlussfrage an Sie, Bettina Kriegel: Wenn Sie drei Wünsche frei hätten, welche wären es? Kriegel: Bei mir hat die Gesundheit eine neue Bedeutung bekommen. Sonst fühle ich mich wunschlos glücklich und sehr privilegiert. Und Sie, Barbara Kranz? Kranz: Ebenfalls Gesundheit, weil ich selber vor zehn Jahren ein einschneidendes Erlebnis mit dem Rücken hatte. Dann würde ich einen Wunsch verschenken. Wem? Kranz: Jemandem, der diesen nötig hat. Und mein letzter Wusch wäre, mehr Zeit für spannende Projekte zu haben. Ich wünsche Ihnen beiden, dass sich Ihre Wünsche erfüllen. Barbara Kranz, Bettina Kriegel, vielen Dank für das Gespräch! „„„

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Persönlich

ten würde ich wahrscheinlich schon lange nicht mehr in Thun leben. Und diese Wurzeln pflegen wir immer Ende September am Ausschiesset, einem dreitägigen Fest, dessen Sinn Aussenstehende aber nicht begreifen können.

Rechnungswesen & Controlling 03/13  

Fachzeitschrift des grössten Schweizer Verbandes in Rechnungslegung und Controlling veb.ch

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