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Im Rahmen der Interviewreihe «Persönlich» unterhielt sich veb.ch-Präsident Herbert Mattle mit der Kommunikationsfachfrau Bettina Kriegel und der Grafikerin Barbara Kranz. Die beiden Thunerinnen sorgen dafür, dass sich der Verband sowohl auf sprachlicher wie auch auf optischer Ebene überzeugend präsentiert. Selbstbewusst, einzigartig, direkt, herzlich, schlicht, ergreifend, auffällig: Wer von Ihnen beiden ist das? Barbara Kranz: Bettina Kriegel. Ja, es steht so auf Ihrer Homepage… Kriegel: Ja, einzigartig kam mir bekannt vor. Kranz: Und ich kam durch den Begriff «selbstbewusst» auf dich. Und dann ist auch klar, wer von Ihnen beiden Jahrgang 1967 hat… Kranz: Ja, das bin ich. Mich interessiert Ihr beruflicher Werdegang. Wie kamen Sie, Barbara Kranz, als junge Grafikerin dazu, bei der Wirtschaftsprüferin ATAG Ernst & Young zu arbeiten? Kranz: Ich war drei Monate nach der Lehrabschlussprüfung immer noch arbeitslos. Eines Tages kam ein Anruf, und ich konnte mich kurz darauf bei der ATAG vorstellen. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, stellte aber dann fest, dass es Arbeiten sind, welche auch eine Grafikagentur macht. Deshalb trat ich eine Woche später die Stelle an und blieb dort fünf Jahre lang.

Kranz: Meine Aufgabe ist es, mit meiner Arbeit auch einen Zweck zu erfüllen. Das ist sehr spannend, aber je nach Auftrag auch sehr schwierig. Manchmal gelingt es besser, manchmal weniger. Ziel ist es aber immer, dass der Kunde damit einen Vorteil hat, sprich seine Produkte verkauft. Und was ist Ihnen in Ihrem Beruf ganz besonders wichtig? Kranz: Freiheit. Und Abwechslung. Der Kontakt zu den Menschen. Ich könnte keinen Beruf ausüben, bei welchem ich täglich dieselbe Arbeit verrichten müsste. Was sind denn die neuen Herausforderungen Ihres Berufs? Kranz: Mein Ziel wäre es, weniger zu arbeiten, dafür besser bezahlte und qualitativ hochstehende Aufträge anzunehmen, damit es möglich ist, mehr aus dem Vollen zu schöpfen. Bettina Kriegel, auch Sie haben mehr als 20 Jahre Berufserfahrung. War der Beruf PR-Beraterin immer schon Ihr Traumberuf? Kriegel: Ich wusste als Mädchen gar nicht, dass es diesen Beruf überhaupt gibt. Ich wollte Zahnärztin werden, weil ich als Kind wegen eines schlimmen Unfalls oft beim Zahnarzt war. Dieser Arzt hatte wunderschöne blaue Augen. Er machte mir auch dank seiner Empathie enormen Eindruck. Deshalb wollte ich auch Zahnärztin werden.

Und heute ist es Ihr Traumberuf? Kranz: Ja, immer noch.

Und weshalb wurden Sie dann doch nicht Zahnärztin? Kriegel: Ich habe meinen Eltern zuliebe eine Schnupperlehre bei einer Bank gemacht. Daraufhin schrieb ich eine Bewerbung und erhielt gleich eine Zusage. Da ich in der 8. Klasse bereits einen Lehrvertrag hatte, habe ich dann auch den Lateinunterricht aufgegeben. Ohne so frühe Lehrstelle wäre ich wohl ans Gymnasium gegangen oder wäre Lehrerin geworden. Doch der Kreis schloss sich: Heute unterrichte ich auch als Dozentin in Zürich und Bern.

Was können Sie denn gestalten und beeinflussen?

Sie haben das KV gemacht. Und dann? Kriegel: Ich war zwei Jahre bei einer

War denn der Beruf Grafikerin bereits als Kind Ihr Traumberuf? Kranz: Nein, überhaupt nicht. Ich wollte Tierärztin werden und besuchte deshalb auch den Lateinunterricht. Bis ich in der 8. Klasse einen neuen Zeichnungslehrer bekam, der mein Talent erkannte, mich förderte und mich auf den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule vorbereitete.

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Persönlich

Zwei Thunerinnen im Dienste des veb.ch

rechnungswesen &controlling

Barbara Kranz (links), die heute 46-jährig ist, machte eine Grafikerlehre beim bekannten Grafiker, Maler und Zeichner Kurt Wirth in Bern. Nach der Ausbildung arbeitete sie fünf Jahre bei der ATAG Ernst & Young in Bern als Grafikerin und gründete dann mit zwei Partnern die FOCUS Kommunikationsdesign AG in Bern, wo sie für den Bereich Grafik und Illustration verantwortlich war. 1995 lernte sie ihren heutigen Geschäftspartner, den Zürcher Journalisten Iwan Raschle, kennen, mit dem sie vier Jahre später ein gemeinsames Atelier in Bern gründete. Bei raschle & kranz ist sie seitdem für die Beratung und Konzeption, Gestaltung und Illustration verantwortlich. Barbara Kranz lebt in Thun. www.raschlekranz.ch Bettina Kriegel (rechts), die heute 43-jährig ist, absolvierte erst eine Banklehre in Thun, bevor sie zur «Berner Zeitung» wechselte, wo sie berufsbegleitend die Ausbildung zur Marketingplanerin und zur eidg. dipl. PR-Beraterin absolvierte. Während Jahren war sie in der Unternehmenskommunikation tätig und wechselte dann in eine Werbeagentur in Bern. Heute führt sie unter dem Namen «Kriegel Kommunikation» eine eigene Agentur in Thun. Daneben ist Bettina Kriegel Leiterin des Bildungsgangs der PR-Fachleute SPRI bei der KV Business School in Zürich und Dozentin im Lehrgang der PRPraktiker SPRI. Bettina Kriegel lebt mit ihrer Familie in Thun. www.kriegel-kommunikation.ch

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Rechnungswesen & Controlling 03/13  

Fachzeitschrift des grössten Schweizer Verbandes in Rechnungslegung und Controlling veb.ch

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