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Nr. 19 MI 29.8.2018 / DEUTSCHLAND 3,50 € ÖSTERREICH 3,70 €

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Kraftstoffverbrauch Opel Crossland X innerorts 6,5–6,4 l/100 km, außerorts 4,4 l/100 km, kombiniert 5,2–5,1 l/100 km; CO2 -Emission kombiniert 116–115 g/km (gemäß VO (EG) Nr. 715/2007, VO (EU) Nr. 2017/1153 und VO (EU) Nr. 2017/1151).


EDITORIAL

Aus der Redak tion

»W i e f ä n g t man ein neues Leben an, wenn im alten alles dagegen s p r i c h t ?«

FOTOS DAVID MAUPIL É , PR IVAT ( 3)

Liebe Leserin, lieber Leser, kann man etwas weitergeben, das man selbst nie bekommen hat? Geborgenheit zum Beispiel? Sicherheit? Ist es möglich, eine gute Mutter zu sein, wenn die eigene Persönlichkeit alles andere als stabil ist? Wenn es dazu kein starkes Netz aus Familie und Freunden gibt, sondern allenfalls lose, unzuverlässige Bindungsfäden? Wer die Geschichte von Leia hört, stellt sich Fragen wie diese zwangsläufig. Leias Kindheit war ein Albtraum aus schwacher Mutter, Missbrauch und Heimen. Mit 16 landet sie auf der Straße bei obdachlosen Punks, lebt ein Leben ohne Perspektive und mit der Diagnose Borderline-Störung. Dann wird sie ungewollt schwanger. „Ich will dieses Kind, unbedingt!“, beschließt sie – und versucht, einen neuen Weg einzuschlagen. Einen Weg, der ihr und ihrer Tochter eine gemeinsame Zukunft bietet. Sie selbst sagt: „Familie, kenn ich gar nicht, was ist das eigentlich?“ Doch sie weiß, was

sie für ihre Tochter sein möchte: die starke Mutter, die sie nie hatte. Kann das gelingen? Meine Kollegin Kristina Maroldt hat gemeinsam mit Fotografin Verena Berg Leia und ihren Kampf ums Glück über ein Jahr lang begleitet, Fortschritte wie bittere Rückschläge hautnah miterlebt und in unserem Dossier (ab Seite 81) die Momentaufnahmen eines Auf und Abs festgehalten. Ihre eindrucksvolle Geschichte lässt uns mit gemischten Gefühlen zurück, mit Zweifeln, Hofnungen und vielen Fragen, die wohl erst die Zeit beantworten wird. „Ich weiß, ich schafe das“, sagt Leia. Das wünschen wir ihr und der kleinen Samira von ganzem Herzen!

BR IGIT T E HU BE R

In Vietnam Von der optischen Idee über die Organisation bis zur Umsetzung: Als BeautyProduzentin hat Birgit Potzkai unsere Fotoshootings in Kopf, Herz und Händen. Für diese Ausgabe war sie mit ihrem Team in Hanoi (ab S.64).

Auf der Straße Bei der Recherche für unser Dossier (ab Seite 81), erfuhren Redakteurin Kristina Maroldt (r.) und Fotografin Verena Berg, dass es immer mehr schwangere junge Obdachlose gibt.

Im Zeichenblock Frauen, Männer, Körper, Sex: Die französische Illustratorin Marion Fayolle, 30, findet dafür ganz eigene Bilder und nimmt gern auch mal Klischees auf die Schippe (ab Seite 126).

CHE F RE DA KT E U RI N BRI GI T T E 19/ 2018

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Inhalt

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Heft 19 – 29. August bis 11. September

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Einfach guter Stil So kommen die Trends vom Laufsteg ins wahre Leben. Inspirierend!

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Viel Spaß beim Shoppen! Auf dem Titel

finden Sie die BRIGITTE Shopping Card – und ab Seite 152 alle Infos, alle teilnehmenden Marken und Rabatte. Und alle Angebote gibt‘s natürlich auch im Internet: www.brigitte.de/shoppingdays

MAGA ZIN 12

Trends, Tipps, Termine KO L U M N E N

Fragen der Liebe Oskar Holzberg 18 Meinung Geht das nur mir so? 190 Problemzonen Ildikó von Kürthy 10

alle 14 Tage neu

AKTUELL 16

Das Thema Wer engagiert sich heute noch für Flüchtlinge?

MODE 20

So geht guter Stil In der Mode ist zwar so ziemlich alles möglich, aber was sieht wirklich gut aus?

Silber Wir lassen’s glänzen 46 Shopping Days Von Business Look 40

bis Country Style – jetzt Rabatte sichern 48

Unangepasst er folgreich

Dossier Leia ist ein Teenager, lebt auf der Straße und wird schwanger. Trotz allem will sie ihr Kind behalten. Wir haben Leia ein Jahr lang auf ihrem Weg begleitet

81

Unternehmerin Fränzi Kühne

103

News aus der Mode-Welt P O R T R ÄT S

6

Stunde der Frauen Adeline Fischer schützt Elefanten vor Touristen

56

Eine Frau | Ein Mann Emma Thompson | Dennis Lehane

120

Nino Haratischwili Die Bestsellerautorin und ihr feiner Blick für Details

R E P O R TA G E 50

Agnes und die Algen Wie die Biologin Agnes Mol Mortensen mit Algen globale Probleme lösen will

K U LT U R 58

Kulturmagazin Aktuelle Tipps für Bücher, Filme und Musik


Ab ins Bett! Tipps und Ideen fürs Schlafzimmer

BE AUT Y 64

Anti-Pollution Wie wir die Haut vor

92

Umweltschadstoffen schützen können

Haar-Coach Short Cuts – kurz & gut 74 Zahnpflege Welche Creme soll’s sein? 76 News aus der Beauty-Welt

72

DOSSIER 81

Leias Baby Sie ist 19, obdachlos, schwanger – und will ihr Kind behalten. Wie soll das gehen?

WOHNEN 92

Rund ums Bett Tipps und Ideen

Hoffnung aus dem Meer Biologin Agnes Mol Mortensen und ihre Super-Algen

50

für Ihr Schlafzimmer

AC A DE M Y 103

Endlose We i t e

Unangepasst Fränzi Kühne ist eine Karrierefrau jenseits der Klischees

106

Eine Tour durch Namibia

Ausgezeichnet Unternehmerinnen

108

der Zukunft

REISE

Namibia Wüsten und wilde Tiere 118 Kurztrip Jetzt an den Schaalsee

108

BAL ANCE 126

Sexuelle Revolution Wie die Digitalisierung die Lust verändert

News aus der Balance-Welt 132 Pillen statt Gemüse? Worauf Sie

130

bei Nahrungsergänzung achten sollten

KO C H E N

Portugal Urlaubsküche für zu Hause 147 Schnelle Rezepte bis 30 Minuten 149 Liebling Parmesan-Schnitzel 150 News aus der Genuss-Welt

134

Hilfe für die Haut Wie wir sie vor Umweltschmutz schützen können

64 IMMER IN BRIGITTE 8 102 185 186 187 188

Leserbriefe Post an BRIGITTE Rätsel Preise zu gewinnen Kleine BRIGITTE & Kleine Maus Horoskop vom 29.8. bis 11.9. Peter Gaymann Die Paar Probleme Impressum & Service

Ty p i s c h Po r t u g a l Rezepte aus der Sonne

ALLE UNSERE TITELTHEMEN SIND FARBIG GEKENNZEICHNET

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BRI GI T T E 19/ 2018

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Adeline Fischers Tierliebe begann mit Nagetieren 6

BR I GI TTE 1 9 / 2 0 18

F OT O P I C T U R E A L L I A N C E

Die Stunde der Frauen

Visionen fĂźr eine bessere Welt


Rett en statt rei ten Elefantencamps sind bei Touristen beliebt, doch für die Tiere bedeuten sie oft eine große Quälerei. Dank Adeline Fischer haben viele deutsche Reiseveranstalter solche Angebote nun aus dem Programm genommen

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chon mit sieben Jahren war Adeline Fischer klar: Tiere hinter Gittern können nicht glücklich sein. Zoobesuche boykottierte die Tochter einer Innenarchitektin und eines Oldtimer-Mechanikers. Nach der Schule pflegte sie die Hängebauchschweine und Nagetiere auf dem Gnadenhof bei ihrem Heimatort Lemgo nahe Bielefeld und vergrößerte die Ställe und Gehege mit allen Materialien, die sie finden konnte. Heute, 25 Jahre später, macht Fischer im Grunde dasselbe – aber für weitaus größere Tiere. Als hauptberufliche Aktivistin der Tier-und Naturschutzorganisation Pro Wildlife versucht die 31-Jährige, Elefanten aus einer besonders perfiden Gefangenschaft zu befreien: In vielen Ländern Asiens und Afrikas werden seit einigen Jahren Camps immer beliebter, in denen Touristen gegen Bezahlung Elefanten streicheln, füttern und reiten können. Allein in Thailand ist die Haltung der Tiere zu diesem Zweck in den letzten fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. Die Begegnung mit den Dickhäutern wird dabei als besonders naturnahes Erlebnis und hingebungsvolle Tierhilfe verkauft. Für die Tiere selbst ist es aber pure Quälerei. „Elefanten sind Wildtiere und würden freiwillig niemals den Kontakt zu Menschen suchen“, sagt Adeline Fischer. Die Mitarbeiter der Camps würden die Wildtiere mit brutalen Methoden einfangen und für die Arbeit als Reittier abrichten. Die Bedingungen, unter denen die Elefanten danach in Gefangenschaft lebten, seien in den meisten Fällen katastrophal. Fischer stieß auf das Thema, als sie kurz vor dem Ende ihres Studiums im Fach Wildlife-Management zu Geckos in Thailand forschte und im anschließenden Urlaub dort selbst ein Elefantencamp besuchte. Die Tiere lagen in Ketten und wippten monoton mit ihren Köpfen – sie „webten“, eine typische

Adeline Fischer, 31, lebt in München. Weil sie sich beruflich für den Artenschutz einsetzen und in Leeuwarden „WildlifeManagement“ studieren wollte, lernte sie extra Niederländisch. Für ihr Engagement gegen die Elefantencamps wurde sie Anfang des Jahres mit dem Umweltpreis „Trophée de femmes“ der Fondation Yves Rocher ausgezeichnet.

Verhaltensstörung bei Tieren in Gefangenschaft. Fischer war schockiert. Und der Anblick der Tiere war mit ein Grund, den Tierschutz zu ihrem Beruf zu machen. Für die Abschlussarbeit ihres Studiums im niederländischen Leeuwarden erforschte sie die Brüllafen-Population im Dschungel von Costa Rica. 2014 begann sie, für Pro Wildlife in München zu arbeiten. Inspiriert von ihren Erlebnissen in Thailand nahm sie sich sofort der Elefantencamps an. Auch viele deutsche Reiseveranstalter haben solche Trips im Programm. Fischer trug alle wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen, die sie zu dem Thema finden konnte, und konfrontierte damit mehr als 80 Reiseunternehmen. „Die meisten wussten gar nicht, was sie da anbieten“, sagt sie. „Die Problematik der Camps ist in der Wissenschaft zwar von A bis Z beschrieben. Bis dahin hatte sich aber keine Tierschutzorganisation intensiv damit befasst und das Material massentauglich aufbereitet.“ Ihre Aktion wurde ein Riesenerfolg. 2015 sagten 18 Unternehmen, darunter große Anbieter wie Tui oder Aida, zu, direkt oder mit kurzer Vorlaufzeit auf Elefanten als Attraktion zu verzichten. DER Touristik beschloss sogar, alle Angebote mit Wildtieren bis 2020 einzustellen. Mit dem Deutschen Reiseverband erarbeitete Fischer gemeinsam mit ihren Kolleginnen ein Jahr später zudem einen Kriterienkatalog für elefantenfreundliche Urlaube, der an alle Verbandsmitglieder verschickt wurde. Schließlich versteht Fischer voll und ganz die Faszination der Menschen für die grauen Riesen. „Wir sollten deshalb nicht alle Einrichtungen verbieten, sondern die guten unterstützen“, sagt sie. „Die, in denen man Elefanten beobachten kann und wo sie ein fast normales Leben führen können.“ LISKE JAAX BRI GI T T E 19/ 2018

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Leserbriefe

Post an BRIGITTE

Schreiben Sie uns: Redaktion BRIGITTE, Brieffach 22, 20444 Hamburg, Fax 040/37 03 56 34, E-Mail: leserbriefe@brigitte.de*

REISE

/Städtetrip

LYON, MON AMOUR

Wie echt Die Einhei mischen lieben das riesige Fresko „Mur des Canuts“ im Viertel Croix-Rousse

Das Beste von Florenz, Paris und Stockholm, tolles Essen plus unverschämt gutes Wetter: Hat man alles in Frankreichs drittgrößter Stadt – BRIGITTE-Redakteurin Anja Haegele jedenfalls war vor Begeisterung völlig von den Socken FOTOS JENS SCHWARZ

Wolke aus Stahl Schon das Foyer des Musée des Confluences“ ist eine Schau

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Mit dem Zu g g e h t ‘ s do ch au ch Zum Reisebericht über Lyon in Heft 16/2018

Mit Interesse habe ich Ihren Reisebericht über Lyon gelesen, vielen Dank dafür. Es ist nur etwas schade, dass Sie am Ende des Artikels nur Flugverbindungen erwähnen. Dabei kommt man aus Südwestdeutschland gut mit dem Zug hin: Ein TGV von Frankfurt (über Mannheim und Karlsruhe) fährt bequem und klimafreundlich in sechs Stunden direkt in die Innenstadt von Lyon. CHRISTOPH G.**, PER E-MAIL

In Wien immer v e rg r i ff en

Re l i g i on i s t vi e l l e i cht ni cht s o tre nd y

Zu BRIGITTE allgemein

Zum Dossier „Die Kraft der Zuversicht“ in Heft 16/2018

Es mir ein Anliegen Euch zu schreiben, denn man bekommt oft zu wenig Lob und Anerkennung für seine Werke. Ich bin mehr als begeistert von Eurem Magazin, lese es schon seit einiger Zeit und es ist ein fester Bestandteil. Bei uns in Wien muss man sehr schnell sein, denn es ist sehr rasch vergrifen, daran erkennt man die Qualität von Brigitte. Meine absoluten Favoriten sind die Kolumnen von Oskar Holzberg und das Horoskop von Roswitha Broszath, es ist das einzige was wirklich sehr gut geschrieben ist!!

Vielen Dank für viele Jahre BRIGITTE und dafür, dass manche Dinge sich nicht ändern – so wie die kleine versteckte Maus, die ich heute zum ersten Mal mit meiner kleinen Tochter (zwei Jahre) gesucht habe. Weiterhin viel Erfolg!

Fehlt da nicht etwas? Ich bin christlich-liberal erzogen worden. Dadurch habe ich Achtsamkeit Die Kraft der und ZuversichtZUVERSICHT lichsein von Kindesbeinen an gezeigt bekommen. In Jugend und Studium habe ich mich näher mit dem beschäftigt, was man „Glauben“ nennt. Heute unterrichte ich Evangelische Religion und bilde ReligionslehrerInnen aus. All das, was in dem Dossier und im beiliegenden Booklet zur Achtsamkeit gesagt wird, kann ich gut nachvollziehen: dass es gut ist, vor dem Essen innezuhalten; dass wir mit neuen Augen auf unbeliebte Mitmenschen zugehen; dass wir nicht alleine hofen können usw. Wie gut, dass Ihre Zeitschrift diesen Lebensthemen so viel Raum gibt. Das ist notwendig im Wortsinne. Irgendwie bleibt für mich aber beim Lesen ein eigenartiger Beigeschmack: Fast all das, was hier vorkommt, kommt auch in der jüdischen und der christlichen Glaubenspraxis vor, vielleicht in anderem Gewand, vielleicht nicht so trendy wie die Anleihe an fernöstliche Religionen, vielleicht wegen unguter Kirchengeschichte mit Misstrauen behaftet. Und dennoch: Ein Beitrag, in dem (neben all dem anderen) christliche Spiritualität und die lebenszugewandte Weisheit biblischer Texte als doch eigentlich naheliegende Quellen zu einem achtsamen, hofnungsfrohen Leben beitragen, fehlt hier einfach!

BIRTE BASTKOWSKI, PER E-MAIL

ANNE HÜTTER, GROSSROSSELN

KASSANDRA STEINER, WIEN

D er Zu c c h i n i - Ku c h en : super! Zu den Kuchenrezepten in Heft 16/2018

Endlich möchte ich Euch sagen, wie toll ich die BRIGITTE finde! Seit fast 40 Jahren kaufe und abonniere ich Euer tolles Heft. Außerdem bedanke ich mich für die super Rezepte. Die Kuchenrezepte waren wieder sehr gelungen. Habe gleich den Zucchini-Kuchen mit Kirschen ausprobiert. Super! Zucchini Kirschkuchen

Möhre im Gebäck kennt man nun zieht die Zucchini nach Die schmeckt dezent g bt aber viel Frische und Saftigkeit Unwidersteh iches Finish die Frosting genannte Frischkäsecreme obendrauf

Wen ige r Pe tu n i e n , meh r Lave n d e l! Zu „Ich denke, wir sterben vor den Insekten aus“ in Heft 15/2018

Ich denke, das dauert hofentlich beides – das Aussterben der Menschen und der Insekten – noch lange, bis es tatsächlich passiert. Frau Professor Klein hat einen entscheidenden Hinweis gegeben: Pflanzt weniger Geranien und Petunien! Auch die Balkone in den Städten sind voll dieser aus Insektensicht unnützen Pflanzen. Dafür bitte mehr Kräuter oder Lavendel nehmen. Seitdem die Imker ihre Bienen vom Land in die Stadt bringen, ist dort zu wenig Nahrung für alle Bestäuberinsekten vorhanden. So kann fast jeder die Tiere unterstützen, und wir müssen bei der Bestäubung erst einmal nicht manuell nachhelfen. MARTINA PACHALY, BERLIN

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CHRISTINE HÖFNER, PER E-MAIL

D i e e r s t e kl ei n e M au s Zur „Kleinen BRIGITTE“

Dossier

Psychologie & Gesellschaft

S nd die Aussichten gut oder schlecht? Das ist immer auch eine Frage der Perspektive

Kopf hoch statt Kopf in den Sand: Warum die richtige Dosis Hoffnung uns das Leben leichter macht, und wie man lernen kann, Dinge aus einem günstigen Blickwinkel zu sehen ILLUSTRATIONEN JORGE ROA

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* Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen; ** Name ist der Redaktion bekannt


Lesen, was gesund macht.

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INHALTS-

VERZEICHNIS


/Oskar Holzberg

Kurz gesagt:

Fragen der Liebe

Besser ist es. Wer lebt schon gern in einer Humor befreiten Zone?

Jetzt mal ausführlich: „Es ist die einfachste und ungetrübteste Freude der Welt, jemanden zum Lachen zu bringen, der uns etwas bedeutet“, schreibt der englische Autor Matt Haig. Eine Liebesbeziehung, in der wir miteinander und übereinander lachen können, ist ein Geschenk. Humor ist eine der Fähigkeiten, die uns Menschen auszeichnet. Guter Humor ist kreativ, löst Spannungen, stellt das wirkliche Leben auf den Kopf und befreit uns für Augenblicke von Ängsten, Zweifeln und Verboten. Er verbessert unsere Kommunikation, weshalb jeder halbwegs gute Redner irgendwo eine witzige Bemerkung einflicht. Und wenn wir auch über uns selbst lachen können, ist es ein Zeichen psychischer Reife. Kreativität, Selbstöfnung, Spannungsabbau und verbesserte Kommunikation – was können wir uns mehr für eine Partnerschaft wünschen? Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn sobald die Liebe kriselt, vergeht uns das Lachen. „Wer sich liebt, der neckt sich“ – das bedeutet vor allem, dass wir vertraut und sicher genug miteinander sein müssen, um uns über den Liebsten und seine Macken lustig zu machen. Wenn es so ist, können wir selbst Schwieriges oder Kritisches ausdrücken, ohne dass es verletzend wirkt. Und unser Partner kann es „mit Humor nehmen“, es nur so weit an sich heranlassen, wie es ihn nicht verletzt. Aber was „doch nur Spaß ist“ und wo es ernst wird, trennt nur eine feine Linie. Wenn wir gereizt miteinander umgehen, schafen witzige Bemerkungen keinen liebevollen Wohlfühlraum mehr, sondern nur das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Dementsprechend sind Paare glücklicher, bei denen die Partner in Konflikten auf aggressiven Humor und vermeidenden Humor verzichten: Mit aggressivem Humor ist die sarkastische Kritik am 10

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Braucht Liebe gemeinsamen Humor? Liebe ist die Antwort auf alle Fragen? Nicht ganz. Sie stellt auch ziemlich viele. Psychologe und Paartherapeut Oskar Holzberg beantwortet sie alle

Partner gemeint, mit vermeidendem Humor, dass mit einer witzig gemeinten Bemerkung das Thema gewechselt wird. Wir müssen nicht unbedingt das genau Gleiche lustig finden, haben Untersuchungen gezeigt. Aber die Beziehungszufriedenheit ist größer, wenn uns bei den Witzen, über die sich unsere Liebste ausschüttet, das Lachen nicht vergeht. Nicht jeder findet Joko Winterscheidt komisch. Und wer sein neues Date gleich zu einem Videoabend mit Ottos „7 Zwerge“ einlädt, muss schon mächtig Glück haben, wenn seinem Schneewittchen nicht das Lachen im Hals stecken bleibt. Forscher haben einen gar nicht so komischen Unterschied zwischen den Geschlechtern gefunden: Männer geben gern den Comedian, Frauen das kichernde Publikum. Vermutlich wird niemand ernsthaft annehmen, das läge daran, dass Frauen von Natur aus für Humor unbegabt seien. Eher ließ das Rollenverständnis des „schwachen Geschlechts“ lange Zeit die aggressive Seite des Humors nicht zu. Doch diese Zeit neigt sich dem Ende zu, wie nicht nur Anke Engelke oder Carolin Kebekus zeigen. Eine witzige Frau wird heute nicht mehr nur als Kumpel geschätzt. Frau muss nicht mehr unterwürfig kichern, um sexy zu sein. Gemeinsamer Humor wird also noch wichtiger. Denn in Paaren, die ein schlagfertiges Stand-up-Duo bilden könnten, vermuten wir die zufriedeneren Partner.

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Treffen Sie Oskar Holzberg ... beim großen BRIGITTE-Symposium am 27. September in Essen. Infos auf Seite 105 und unter www.brigitte.de/academy“

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Magazin

A U S S T E L LU N G

Kl ick, ts s s Mit dem „Artist Support Program“ unterstützte Polaroid über Jahrzehnte Künstler mit Kameras und Filmen. „Das Polaroid Project“ in der Berliner C/O Galerie zeigt nun 250

der Werke – etwa von Barbara Crane, Guy Bourdin (Foto) und David Hockney. Noch bis 23. September, www.co-berlin.org

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BR I GI TTE 1 9 / 2 018

REDAKTION JULIA CHRISTIAN

Trends, Tipps, Termine


OUTDOOR

H E Y, S U N S H I N E So frĂśhlich, wie diese Pariser FreiluftmĂśbel aussehen, kann ihnen weder Regen noch vorherbstliche KĂźhle die Laune verprasseln, äh, vermasseln. „Week-End“ von Petit Friture, als Stuhl, Sessel, Bank, Beistell- und Esstisch. Stuhl ab ca. 280 Euro, www.petitefriture.com

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Mit und ohne Diese gestreifte SchĂśnheit funktioniert auf dem Sideboard selbst dann noch als Skulptur, wenn sich ihr grĂźner Zweck längst ins ewige Beet verabschiedet hat. Ăœbertopf „Toppu“ von Oyoy, in zwei )TĂ’ÂťGPCD|'WTQ\$ Ăźber www.littlehipstar.com

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Vo l l d u ft e Wer genug von kĂźnstlichen Duftkreationen wie „Gemähtes Gras trifft Meeresfrische“ hat, sollte bei Girl Smells zugreifen. Die Deos sind ohne Aluminium, Alkohol, Erdund PalmĂśl, Sulfate und Parabene – und wir mĂźssen uns nur noch zwischen Zitrone-Pfefferminz, Grapefruit, Orange-Geranie oder Vanille-Mandarine entscheiden. Ca. 28 Euro, www.girlsmells.com

MUSIK

FOTO S PR

G E B A L LT E F R A U E N P O W E R Sie komponiert, schreibt, singt – und ist immer fĂźr eine Ăœberraschung gut. Auf ihrem neuen Album „Molecules“ verabschiedet sich die Schweizerin Sophie Hunger von Jazz und Folk und heizt ihren Fans mit elektronischen Klängen und starker Meinung ein: Der Song „She Makes President“ entstand kurz vor der amerikanischen Präsidentschaftswahl 2016 und ist damit doppelt hĂśrenswert. BRI GI T T E 19/ 2018

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MAGA ZIN

SCHMUCK

ES GEHT ANDERS Dieses SchmuckstĂźck von Lilian von Trapp ist nicht nur ein Goldbarren, er macht auch alles goldrichtig: Komplett aus recyceltem WeiĂ&#x;- und Gelbgold gefertigt, fĂźhrt er uns vor Augen, dass sich auch hier Ressourcen schonen lassen. Und: 100Â Prozent des ErlĂśses gehen an die Earthbeat Foundation, die ugandische Minenarbeiter unterstĂźtzt. 500 Euro, www.lilianvontrapp.com

REISE

Gehe n S i e da ma l h i n „Big Mamma“ ist ein junges, wildes Kochkollektiv aus Italienern, die derzeit zwar die Pariser Restaurantszene aufmischen, aber genau wissen, wo’s von der Lombardei bis Sizilien gut ist. In „Big Mamma – Wo Italiener essen“ verraten sie ihre 250 Lieblingslokale und was man dort essen sollte. (256 S., 20 Euro, Knesebeck)

KO C H E N

MASSARBEIT

Kein Zuckerschlecken Sie suchen eine TomatensoĂ&#x;e, die zuckerfrei ist, bio und super aromatisch? Bitte sehr: von Ppura, in diversen Sorten, z. B. mit #WDGTIKPGPQFGT2CRTKMC|IEC |'WTQ\$Ă˜DGTYYYITGGPKUVFG

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BR I GI TTE 1 9 / 2 0 18

FOTOS PR

GENUSS

So bekommt man selbst KĂśchinnen mit eingeeischter Pi-mal-DaumenPhilosophie und AnsRezept-halten-Phobie an den Mess becher: Das Steingut-Modell von Kaye Blevgad ist auĂ&#x;en Katze, innen mit „Cup“-Angaben pedantisch genau! Ca. 30 Euro, www.anthropologie.com/de


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RICHTIG ERNÄHREN Und nur essen, was schmeckt

SERIE MOBILITÄT Bewegung mit Begeisterung

ALLEIN WAR GESTERN Ein Wohnmodell bringt Frauen zusammen

SO GUT GING’S MIR NOCH NIE Nach den Wechseljahren beginnt eine glückliche Zeit für uns

LESEN

Gute Aussichten Wussten Sie, dass wir mit den Jahren klüger und zufriedener werden? Wie und weshalb und noch viel mehr: jetzt in BRIGITTE WIR, ab 27.8. am Kiosk.

BEAUTY

S I M P LY T H E BEST Zunächst führte Melanie dal Canton mit MDC Cosmetic „nur“ die best ausgestattete Beauty-Boutique Berlins. Nun gibt es „MDC Cure“, ein bildschönes Spa, das als einziges hierzulande Behandlungen mit Produkten der italienischen Traditionsmarke Santa Maria Novella anbietet. Termine über www.treatwell.de/ort/ mdc-cosmetic/

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EIS MIT STIL So hübsch, dass man sie fast lieber anschauen möchte, als ihnen HaselnussSchokolade oder Pistazie vom Glaskörper zu lecken. Aber nur fast! Die „Gelato Spoons“ von Yali aus den Glaswerkstätten in Murano, ca. 28 Euro pro Stück, www.yaliglass.com

MODE

Ze i c h e n und Wunde r Statt sich einen Dreck zu scheren, sollten wir uns um den Dreck kümmern: Der „Deep End Club“, 2013 aus der „Occupy Wall Street“-Bewegung entstanden, ist eine Gruppe um die britische Drummerin und Aktivistin Tennessee Thomas (hinten rechts), die nach kreativen Lösungen für die Probleme der Welt fahndet. Ihr Motto „Give A Damn“ – zum Flaggezeigen auf Shirts! 40 Euro, www.stories.com BRI GI T T E 19/ 2018

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DA S THEMA

/Ehrenamt

Wer engagiert sich heute noch für Flüchtlinge? TEXT CLAUDIA MINNER

Es sind Menschen wie Franziska Nagy, 37, die ehrenamtlich helfen, seit Angela Merkel vor genau drei Jahren entschied, die Grenzen für Flüchtlinge offen zu halten. Sie ist Vormund eines minderjährigen Jungen. Was konnte sie bewirken? 16

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FOTOS DAV ID L E VE NE / 3 60° E DI TO R IAL /D D P IMAG ES , PAUL A WIN KL ER

Kriege und Not bewegen Menschen zur Flucht. 890 000 kamen 2015 nach Deutschland


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ls Angela Merkel Ende August 2015 ihr berühmtes „Wir schafen das!“ sagt, macht Franziska Nagy mit ihrem Freund und ihrer einjährigen Tochter gerade Urlaub auf Sizilien. Sonne, Strand, gutes Essen – eigentlich ist alles gut. Doch jeden Abend, wenn die Tochter schläft, sehen sie in den Nachrichten die vielen Menschen an den Grenzzäunen, die über die Balkanroute nach Deutschland kommen. Franziska Nagy findet, dass Merkel „die einzig richtige Entscheidung“ getrofen hat. Noch auf Sizilien recherchiert sie, was sie selbst tun kann. Sie möchte nicht nur Kleider spenden, sondern vor allem langfristig helfen, und stößt auf den Verein Akinda e. V., der für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Berlin ehrenamtliche Helfer sucht, die eine Vormundschaft übernehmen – die jungen Geflohenen also rechtlich vertreten, ihnen bei schulischen, beruflichen und gesundheitlichen Fragen helfen und sie im Asylverfahren durch die deutsche Bürokratie steuern. Die Idee gefällt ihr. Im Dezember 2015 trift Nagy in einem Büro des Jugendamts Rami*, einen stillen Jungen aus Pakistan, 16 Jahre alt. Auf Lastwagen und zu Fuß war er durch den Iran und die Türkei gereist, auf einem überfüllten Schnellboot auf die griechische Insel Kos gefahren, dann über Athen nach Berlin gekommen. Rami ist einer von über 40 000 unbegleiteten Minderjährigen, die 2015 in Deutschland ankamen. In München wurde er mit Brezen und Getränken begrüßt, „aber angekommen“, sagt Franziska Nagy, „war er keineswegs“. Erst als sie ihm auf Englisch erzählt, dass sie schon einmal längere Zeit in Indien gewesen ist, leuchten seine Augen. „Wir haben über Bollywood, Cricket und Reisgerichte gesprochen. Es war toll für ihn, dass ich zumindest eine Vorstellung von der Region hatte, aus der er kommt.“ Franziska Nagy möchte Rami Halt geben; sie ist zuversichtlich, dass sie das schaft, obwohl sie als Politologin in einer Stiftung Vollzeit arbeitet. „Mein Freund und ich wollten beide, dass ich die Vormundschaft übernehme, er hat das mitgetragen“, sagt sie. „Aber viele meiner Bekannten haben durchblicken lassen, dass sie finden, dass das für mich auch viel Stress bedeutet. Und ich habe dann selbst schnell festgestellt, dass die Vormundschaft unfassbar viel Zeit und Energie kostet.“ Sie kümmert sich um einen WGPlatz, als Rami aus seiner Wohngruppe fliegt, weil er sich nicht an die Hausregeln hält. Sie macht sich Sorgen, wenn er ein paar Tage nicht ans Handy geht. Hat Angst, dass er in Berlin abtaucht, wie so *Der Name wurde von der Redaktion geändert

viele andere Jugendliche in dieser Zeit. Sie sucht eine neue Schule für ihn, als seine Lehrerin ihn aus der Willkommensklasse schmeißt, weil er morgens oft verschläft. Sie spricht mit seinen Betreuern und dem Jugendamt. Hat Termine beim Gericht; als sein Asylantrag abgelehnt wird, kümmert sich um eine Anwältin, reicht dagegen Klage ein. Und sie organisiert psychologische Hilfe, als klar wird, dass Rami unter Zwangsstörungen leidet – mal steht er stundenlang unter der Dusche, mal kann er nicht aufhören, etwas wegzuradieren.

Franziska Nagy, 37, ist Politikwissenschaftlerin und hat die Stiftung „Lernen durch Engagement“ mitgegründet, die Kinder und Jugendliche für Demokratie begeistern will. Die Stiftung arbeitet mit einem Netzwerk aus Schulen und anderen Partnern. Infos zu privaten Vormundschaften gibt es bei den Jugendämtern, dem Kinderschutzbund e. V. und beim „Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ (b-umf.de).

„Hast du keine Angst?“, fragen manche Leute sie, als Nachrichten über kriminelle jugendliche Flüchtlinge zunehmen. Wenn Nagy nachfragt, wovor, weichen die Leute aus: „Du weißt schon, was man halt so liest ...“ Doch, sagt Nagy, sie habe Angst, aber eher vor den falschen Erwartungen in den Köpfen der Menschen. „Alle fordern, dass sich die Geflüchteten schnell integrieren, Deutsch lernen, eine Ausbildung machen. Doch viele haben Heimweh und sind völlig verunsichert, weil sie nicht wissen, ob sie bleiben dürfen. Sie brauchen nicht nur unsere Hilfe, sondern auch unser Vertrauen.“ Nagy bleibt am Ball; auch, als sie noch einmal Mutter wird. „Ramis Betreuung passte sich gut ein in die Elternteilzeit. Ich hatte mehr Zeit für ihn, für Termine tagsüber, Berufsmessen, gemeinsames Mittagessen.“ All das stabilisiert ihn so weit, dass er einen Sprachabschluss schaft und mittlerweile recht gut Deutsch spricht. Auch einen Schulabschluss, der der 9. Klasse entspricht, hat er inzwischen – sein Zeugnis aus Pakistan, das er über einen Freund besorgen konnte, wurde anerkannt. Seit er volljährig ist, ist Franziska Nagy kein Vormund mehr, doch sie sorgt weiter für ihn. Sie besucht ihn in seiner WG, kauft mit ihm Geschenke für die Eltern und die kleine Schwester in Pakistan, hilft bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, der die Chancen auf eine Duldung erhöhen würde, falls der Asylantrag erneut abgelehnt wird. „Besonders schön sind die Momente, in denen Rami hofnungsvoll ist, nach vorn schaut“, sagt sie. „Es sind nicht allzu viele, daher stechen diese heraus.“ Was sie mit ihrem Engagement bewirkt hat? „Schwer zu sagen“, sagt sie. Ausbildung, richtig Fuß fassen – das geht erst, wenn Rami seine Zwangserkrankung unter Kontrolle hat. „Aber wir konnten die Störung sichtbar machen, und er versucht, sie in einer Therapie in den Grif zu bekommen, das ist schon ein großer Schritt. Und ein Vorschuss für sein späteres Leben.“ BRI GI T T E 19/ 2018

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KO LU M N E

/Geht das nur mir so?

Wadenbeißer Christine Hohwieler weiß, warum sie sich auf den Herbst freut: Dann trägt man wieder Hosen, und all die perfekten Beine sind endlich verhüllt

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machen, auch an Sonn- und Feiertagen. Das ist unrealistisch. Außerdem fehlt mir bei großer Hitze die Kraft für Liegestützsprünge. Und ab dem Herbst interessiert mich das Thema nicht mehr, denn dann tragen alle wieder Hosen.

Dann eben Ausstrahlung Auf dieser Seite sagen BRIGITTERedakteurinnen alle 14 Tage ihre Meinung. Diesmal: Christine Hohwieler, der unlängst eine Tube getönte Bodylotion in die Hände gefallen ist, und die mit Freude feststellen konnte, dass der künstliche Glow auf ihren Beinen für eine ganz neue Gelassenheit sorgt

Lieber beschränke ich mich darauf, neidisch zu sein und mich aus einer bequemen Sitzposition heraus zu fragen, warum ich als erwachsene Frau so wahnsinnig unentspannt auf die sommerliche Schenkel-Parade reagiere. Also: Bevor es losgeht, ziehen wir zunächst mal sämtliche Teenie-Mädchen und ganz junge Frauen ab. In dem Alter sitzt bei sehr vielen noch sehr viel am dafür vorgesehenen Platz – geschenkt. Dann winken wir noch die fröhlich lachenden Frauen durch, die beim genetischen Jackpot in die richtige Trommel gegrifen und einen Satz perfekte Beine herausgezogen haben. Solche, die sich in den Jahren zwischen 17 und 70 quasi nicht verändern – was es alles gibt! Aber die restlichen Frauen mit den aufallend schönen Beinen, die tun was, und ich vermute mal, nicht zu knapp. Weil sie Spaß an der Bewegung haben, klar, aber sicher auch, weil ein schöner Körper längst zum wichtigsten aller Statussymbole geworden ist und eine milliardenschwere Marketingmaschinerie dafür sorgt, dass die Begeisterung für körperliche Perfektion wächst. Von Jahr zu Jahr muss ich mich also mit immer größerem Nachdruck daran erinnern, dass ich eine Frau bin, die sich aus Statussymbolen nichts macht. Das ist anstrengend und man bekommt davon keine Muskeln. Aber wenn es gut läuft, kriegt man eine schöne Ausstrahlung. Und mit der kann man dann im Winterpulli super punkten.

FOTO KE ITH SC H O FI EL D

er Sommer war sehr groß, wirklich richtig toll, aber ich finde, jetzt reicht es. Seit Anfang Mai sind die Straßen bevölkert von nackten Frauenbeinen. Nicht irgendwelche, es sind fast ausschließlich schlanke, dezent muskulöse, leicht gebräunte und dabei zart schimmernde, wunderschöne Beine in Hotpants und kurzen Kleidchen und wippenden Röcken. Ich weiß nicht, wo diese High-EndSchenkel plötzlich alle hergekommen, ich weiß nur, dass es von Jahr zu Jahr mehr werden – und dass meine Beine wirklich grundlegend anders aussehen. Mit viel Wohlwollen würde ich von kräftigen Beinen sprechen. Meine Beine werden auch bei sehr freundlichem Wetter nicht braun, nur blaue Flecken sorgen gelegentlich für etwas Farbe. Mein derzeitiger Lieblingscartoon geht so: Ein Mann und eine Frau sitzen am Bartresen, beide haben ein Cocktailglas vor sich. Er: „Ich such nichts Festes ...“, sie: „Dann werden Ihnen meine Oberschenkel gefallen!“ Den fanden auch meine Freundinnen noch lustig, aber mit fortschreitendem Sommer reagieren sie zunehmend genervt auf das Thema. Wenn ich rufe: „Da, schau, schon wieder eine! Und da auch, und die ist bestimmt schon Ende vierzig, aber Beinchen so knusprig wie frisch gebackene Semmeln …“, – wenn ich also in diesen Tagen auf schöne Beine hinweise und darüber sinniere, wie meilenweit meine eigenen davon entfernt sind, rollen sie mit den Augen und sagen: „Mach halt mehr Sport, wenn deine Beine dich so nerven.“ Als ob es so einfach wäre! Um meine Beine in solche Beine zu verwandeln, müsste ich ein Sabbatical nehmen, die Kinder in Pflege geben und vier Monate lang durchgehend Burpees


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MODE

/ Trends & Styling

Alles ist erlaubt, es gibt keine Regeln mehr …

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LAM E EVIM AS NA KRUS A FOTOS S J N O I T PRODUK

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s a w r e … ab h c u a t h e si ? s u a t u g Marlenehose, Minirock, Hippiekleider: Frühere Generationen wollten optisch provozieren. Heute fällt Extravaganz kaum einem mehr ins Auge. Doch was ist Mode heute? Wir fragen einen Szenekenner, sagen Ihnen, woher die Looks kommen – und zeigen, wie man sie stylt

Die Runways sind voll von eigentlich untragbaren Kreationen. Was soll das? GERD MÜLLER-THOMKINS: In Zeiten multioptionaler Selbstdarstellung und maximaler Freiheiten fühlen sich viele genötigt, noch eine Schippe draufzulegen. Wie in der Politik bekommen derzeit auch in der Mode diejenigen die größte Aufmerksamkeit, die am lautesten schreien, polemisieren und polarisieren. Rebellion auf dem Laufsteg? Im besten Fall war die Mode-Avantgarde immer Provokation. Wir leben in einer Gesellschaft, die gespalten ist in Arm und Reich: Vintage, Used und Destroyed Looks sind Attitüde für Wohlhabende, die ihrer Wohlhabenheit nicht verdächtigt werden wollen – Arbeitskleidung ist vermeintlich authentisch, also cool! Warum kleiden sich eigentlich alle so? Ich denke, viele Frauen haben genug von Chichi. Die Mode spiegelt, dass wir in

tafen Zeiten leben, in denen auch First Ladies lernen müssen, dass man dem Elend nicht in Couture-Kleidern begegnen kann. So etwas wirkt obszön. Es geht darum, wahrhaftig zu erscheinen. Mode ist nonverbale Kommunikation und die Kunst, meinen Mitmenschen visuell etwas über mich mitzuteilen. Viele Designer nutzen Instagram als Bühne. Wie beeinflusst das die Mode? Dass sich hier jeder modisch zu Wort melden kann, führt zu einer enormen Veränderung der Machtverhältnisse im Markt der Mode. Hochglanzmagazine haben ihre alleinige Deutungshoheit verloren. Täglich werden nun individuelle Lieblingsteile zu Bestsellern. Es geht immer weniger um Marken, mehr um Einzelstücke. Und natürlich stimuliert das unser Kleidungsverhalten, je nachdem, welcher Crowd wir angehören. Was zählt, ist also nur noch Spektakel? Gewiss werden wir irgendwann wieder Gegenbewegungen beobachten können, etwa das Revival des Kostüms in all seiner Schlichtheit. Und auch der Hosenanzug behält im Business seine Bedeutung als optisches Understatement. Was ist Mode denn überhaupt noch? Wie in der Kunst: Mode ist das, was gekauft wird. Und das ist nicht immer

Comme des Garçons

Gucci

das, was auf Laufstegen gezeigt wird. Denn Mode ist Veränderung – die Evolution des Ästhetischen, die sich vorgenommen hat, Regeln zu brechen. Und sie ist die hohe Kunst, „unmoralisch“ zu sein und dafür bewundert zu werden. Und was ist keine Mode (mehr)? Das Gleiche zu tragen wie andere; billig und viel zu kaufen. Nachhaltige Verarbeitung, soziale Verantwortung beim Produzieren und fairer Handel sind gefordert. Gibt es eigentlich noch wahren Stil? Je intensiver wir uns in der „Me, Myself and I“-Gesellschaft mit dem Ego auseinandersetzen, umso mehr sollten wir in der Lage sein, unseren eigenen Stil zu tragen. Je authentischer wir damit verfahren, umso größer ist die Möglichkeit, wahren Stil zu repräsentieren.

Gerd Müller-Thomkins

ist Geschäftsführer des Deutschen Mode Instituts in Köln, das sich mit Recherche und Analyse zur Entwicklung der Mode beschäftigt, Trendbücher und Farbkarten publiziert und Kongresse zum Thema veranstaltet. BRI GI T T E 19/ 2018

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MODE

Akzente in Neon bringen Schwung ins Outfit!

t n u b n Kan Neues It-Piece: hippe Socken Am besten dazu: ruhige Töne

Profi-Styling Kaschmirpullover: Iris von Arnim: ca. 480 Euro. Klassische Jeans: Monki, ca. 40 Euro. Ringelsocken: Remember. Loafer: Moreschi

Highlights Cordmantel: Marc O‘Polo, ca. 300 Euro. Strickpullover: Edited, ca. 80 Euro. Tellerrock: Luisa Cerano, ca. 300 Euro. Bunter Schal: Codello


Eine Farbfamilie trumpft auf

? n i e s t zu bun Moschino

Marni Rottöne Mantel: Marc Cain, ca. 750 Euro. Mohairjacke: Summum, ca. 130 Euro. Rollkragenpullover: TSE Cashmere, ca. 450 Euro. Cordhose: Set, ca. 140 Euro. Tasche: Liebeskind Berlin. Socken: Happy Socks. Loafer: Madeleine

Gute-Laune-Sachen Dieser Herbst und Winter werden der Knaller! Denn alle Designer haben ihre Saisonkollektionen mit Stimmungsaufhellern

Prada

bestückt. Von Mailand bis New York sprangen einem die gut gelaunten Kreationen geradezu entgegen. Jeremy Scott, Pop-Künstler unter Amerikas Laufsteg-Kreativen, tunkte seine Models sogar von Kinn bis Knöchel in Farben. Wer sie alltags trägt: Töne aus einer Familie sorgen für Harmonie-Styling. Der Trend entfaltet auch schon in kleinen Dosen volle Wirkung, als Einstieg eignen sich Schal, Tasche oder Socken in Bunt. BRI GI T T E 19/ 2018

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Cognac Blazer: SET, ca. 250 Euro. Pullover: Antik Batik, ca. 250 Euro. Minirock: Ivy & Oak, ca. 100 Euro. Overknees: Marc Cain

Violett Samtblazer: IVI Collection, ca. 500 Euro. Bluse: Gerry Weber, ca. 70 Euro. Hose: Madeleine, ca. 120 Euro. Stiefeletten: Vagabond

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Kariert Mantel: Essentiel Antwerp, ca. 400 Euro. Blazer: Designers Remix, ca. 345 Euro. Rollkragenpullover: Allude, ca. 330 Euro. Hose: Raffaello Rossi, ca. 150 Euro. Socken: Kunert. SchnĂźrschuhe: Neosens


Total-Look

Von Kopf bis Fuß, wirklich? Ulla Johnson

Mehr ist mehr: Hüllen wir uns ein in das, was wir lieben

Allover-Styling

Haider Ackermann

Michael Kors

Von oben bis unten Pink oder sonnengelbe Glanzstoffe oder Karos oder einfach sinnlich-warme Cognactöne … Dank mutiger Designer wie dem Italiener Alessandro Michele (Gucci) oder dem georgischen Shooting-Star Demna Gvasalia (Balenciaga) gibt es kaum noch modische Korsetts. Warum also nicht mal die pure Lebensfreude anziehen? Und zwar von Kopf bis Fuß. Ob wir dabei auf Farbe, Material oder Muster setzen, bleibt ganz Lust und Laune überlassen. Allerdings machen unterschiedliche Farbnuancen (aus einer Familie), Stoffe und Effekte (Matt/Glanz) diesen Look erst so richtig spannend. Alltagstauglich stylen lässt sich Auffallendes mit schlichten Basics.


MODE

Accessoire mit Ausstrahlung

Lässig Oversize-Sweater: Beck to Beck, ca. 90 Euro. Rollkragenpullover: Laurèl, ca. 100 Euro. Lila Paillettenrock: Hallhuber, ca. 80 Euro

Upgrading für den Uralt-Sweater

Chic Pullover: Mes Demoiselles, ca. 300 Euro. Schluppenbluse: Asos, ca. 60 Euro. Hose: Timezone, ca. 70 Euro. Socken: Esprit. Plateauschnürschuhe: Deichmann 26

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m a l G

Shining? Kommt gut an im Job

s a w h c u a z n a l G t s I ? r e b ü s für tag Funkelnd Glitzernde Ohrringe: Konplott, ca. 170 Euro

Sportiv Anzug: Comma, ca. 140 und 90 Euro. Glitzertop: Summum, ca. 70 Euro. Socken: Happy Socks. Loafer: Moreschi

Gefleckt Faltenrock: Madeleine, ca. 190 Euro

Adrett Polohemd mit schimmerndem Kragen und Bündchen: Uterqüe, ca. 70 Euro

Schimmerndes

Geschnallt Glänzende Loafer: AGL, ca. 320 Euro

Pailletten, Glitzer und Glanz waren lange Zeit nur dem Abend vorbehalten. Gegen ein bisschen Glamour am Tag ist ab sofort aber nichts mehr einzuwenden. Erlaubt ist alles, was Strahlkraft hat. Am besten funktioniert der Trend mit schlichten Basics wie einem Sweatshirt oder der sportlichen Joggpants. So können wir auch ältere Kleidungsschätzchen wieder zum Hingucker pimpen. Versuchen Sie es anfangs mit einem glänzenden Lackschuh. Mehr Inspiration dazu finden Sie auch in unserer Modestrecke zum Thema Silber (Seite 40).


Kontrast Spitzenbluse mit Stehkragen: Paul & Joe Sister, ca. 350 Euro. Hochgeschnittene Jeans: Levis, ca. 90 Euro. Socken: Oroblu. Geflochtene Sneaker: Marcel Ostertag x Tamaris

Stilbruch Rustikaler Tweedblazer: Camel Active, ca. 170 Euro. Romantisches Samtkleid mit Volants: Junarose, ca. 60 Euro. Lurexsocken: Happy Socks. Mary Janes: Chie Mihara

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Eleganz Rollkragenpullover: Allude, ca. 350 Euro. Hose: Bash, ca. 230 Euro. Lackslipper mit Goldspange: AGL


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Blazer

Drüberziehen und gut ist?

Weite Schnitte …

Subtil maskulin: Jacketts sind Image-Künstler … betont smart

Statement-Stück

Calvin Klein

Chloé

Marc Jacobs

Die Beliebtheit dieses Kleidungsstücks mit maskuliner Note hat eine lange Geschichte. Schon Film-Diva Marlene Dietrich wollte (trotz massiver Kritik) in den Dreißigern nicht darauf verzichten. Der coolen und starken Attitüde des Klassikers wurde auch bei den Schauen von Marc Jacobs bis Chloé gehuldigt: breite Schultern, übergroße Schnitte, Spiel mit Längen ... Designinspiration lieferten zwar die weiten, langen Business-Blazer der 80er-Jahre, doch die heutigen Jacketts sind vielmehr schicke Allrounder. Ob zum romantischen Kleid, zu Jeans oder Spitzenshirt: Dieser Herbstbegleiter liebt und lebt den Bruch. Setzen Sie also bewusst auf Gegensätze, die ziehen sich bekanntlich stark an!


r e ak

MODE

– k o o L Zu jedem ? d n u r s a läuft d

Fett Karierter Blazer und Hose: Gestuz, ca. 180 und 140 Euro. Hoodie mit Nieten: Timezone, ca. 90 Euro. Socken: Kunert. Sneaker: Reebok

Der Stilbruch sorgt für Spannung

Individuell Leomantel: Tara Jarmon, ca. 500 Euro. Pullover: Adler Mode, ca. 30 Euro. Jeans: Closed, ca. 170 Euro. Socken: Esprit. Sneaker: Deichmann

Ziemlich bequem: dicke Sohlen


Gewagt Marc Cain, ca. 180 Euro

Auffallend Sandro Paris, ca. 200 Euro

Retro Nike/Stylebop, ca. 165 Euro Futuristisch Zara, ca. 50 Euro

Stadtfein Gestreiftes Kleid: Samsøe & Samsøe, ca. 260 Euro. Rollkragenpullover: Summum, ca. 60 Euro. Strumpfhose: Oroblu. Sneaker: Topshop

Ganz geerdet Cool mit Kleid

Pumps oder Stilettos? Kommen im Alltag nur noch den wenigsten Frauen an die Füße. Vom Highheel der Neuzeit wird vor allem Bequemlichkeit verlangt. Dem Coolness-Faktor tut das keinen Abbruch. Dafür sorgen ausgefallene Farben, Formen oder Materialien. Damit sieht selbst das eleganteste Kleid oder der strengste Anzug plötzlich eine Nuance sportlich-individueller aus. Besonders angesagt: Modelle im schluffigen Jungväter-Look, der für die Skepsis gegenüber dem Raffinierten und Perfektem steht. BRI GI T T E 19/ 2018

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High Bordeauxfarbener Pullover: Uniqlo, ca. 80 Euro. Rollkragenpullover: Marc Cain, ca. 200 Euro. High-Waist-Hose: Raffaello Rossi, ca. 150 Euro. Ballerinas mit Nieten: Pretty Ballerinas

Leger Oversize-Steppjacke: Schott NYC, ca. 170 Euro. Karojacke: Closed, ca. 370 Euro. Bluse: Minx, ca. 150 Euro. Rock: Antonia Zander, ca. 500 Euro. Cowboy Boots: AGL

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Locker Oversize-Strickjacke: Mes Demoiselles, ca. 370 Euro. Leichtes Rippshirt: Marc Cain, ca. 200 Euro. Cordhose: Oui, ca. 130 Euro. Stiefelette: Vagabond


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XXL-Trend

Wie groß ist zu groß? Stella McCartney

Hiermit zeigen wir wahre Größe

Oversize

Missoni

Maison Margiela

Schneller, besser, weiter. Aber dabei bitte nicht das Atmen vergessen … Bei all der Hektik, die unsere Tage mit sich bringen, ist es kaum verwunderlich, dass wir uns nach ein wenig Entschleunigung sehnen. Da kommt die neue Gemütlichkeit gerade recht. Ob übergroße Pullover, extraweite Hosen oder viel zu große Outdoor-Jacken wie bei Maison Margiela, sie alle implizieren: Wir wollen auch für den Kleiderschrank das schwedische Lebensgefühl „Lagom“ – Alltagsbalance, die mit innerer Zufriedenheit belohnt und durch liebste Schlabberpullis oder -hosen ausgedrückt wird. Der Mix aus weiten und körperbetonten Stücken macht aus dem Bequem-Look einen trendigen Streetstyle.


MODE

i l l o R

n n e d r e d Macht ? t i m s e l l a

So überwintern selbst zarte Kleider!

Feminin Leokleid: Samsøe & Samsøe, ca. 230 Euro. Rollkragenpullover: Iris von Arnim, ca. 480 Euro. Glitzerstiefel: Stine Goya Locker Graumelierter Rollkragenpullover: Uniqlo, ca. 30 Euro

Leicht Rollkragenpullover aus Kaschmir: Madeleine ca. 240 Euro

Lang Tomatenroter Rollkragenpullover: Arket, ca. 70 Euro

Smart Blazer: Monki, ca. 50 Euro. Gestreiftes Hemd: Reserved, ca. 40 Euro. Rollkragenpullover: Marc Cain, ca. 200 Euro. Hose: Comma, ca. 200 Euro

Ein Freund an kalten Tagen

Retro Pullover: Marc Cain, ca. 280 Euro. Rollkragenpullover: Allude, ca. 350 Euro. Hose: Baum & Pferdgarten, ca. 260 Euro 34

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Der Rollkragenpullover gehört in der kühlen Saison zu den unverzichtbaren Kleidungsstücken. In diesem Herbst wächst er über seine Zurückhaltung in Weiß, Grau, Schwarz hinaus und präsentiert sich in uneingeschränkter Vielfältigkeit: Er trumpft auf in allen Farben der Mode, und er hat sein Einsatzgebiet erweitert – wärmt unterm weiten Lieblingspullover, verlängert die Saison fürs Sommerkleid, ist Upgrade für den Business-Look. Grenzen? Keine.


MODE

k o o L n e g La

u z t h c i n Ist das ? n e t u G s viel de

Drunter und drüber

Richard Quinn

Sacai Stil in Schichten Mantel: Hallhuber, ca. 200 Euro. Blazer: H&M Studio Kollektion, ca. 100 Euro. Kleid: Laurèl, ca. 300 Euro. Rollkragenpullover: Marc Cain, ca. 200 Euro. Hose aus Lammnappa: Hallhuber, ca. 400 Euro. Cowboy Boots: Pinko

Die volle Ladung

Phillip Lim

Krisen und Unsicherheiten können schon mal den großen Wunsch nach mehr als einer schützenden Haut wecken. Mit Rolli, kuscheligem Kaschmirpulli und dicker Daune drüber fühlt man sich doch gleich etwas besser. Je mehr? Desto besser, das ist jetzt Trend. Zur Geltung kommen die unterschiedlichen Lagen vor allem durch das Zusammenspiel verschiedener Styles:

Grobes trifft auf Fließendes, Schlichtes gesellt sich zu Gemustertem, Feminines zu Maskulinem. 36

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AUFKNÖPFEN IN EINEM RUTSCH WAR ANFANGS AUCH

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r a e w n i a R

MODE

h c u a t z t e ist j n o i h s a F Street

Funktional, wasserfest – und stylish Schützende Haut Regenmantel: Arket, ca. 250 Euro

Hingucker Chelsea Boots aus Gummi: Lemon Jelly, ca. 70 Euro

Wir alle geben Gummi …

Alles perlt ab Regenmantel: Stutterheim, ca. 315 Euro. Pullover: Laurèl, ca. 280 Euro. Hose: Closed, ca. 250 Euro. Bauchtasche: Lancaster. Socken: Falke. Gummi-Loafer: Hunter Alle Adressen auf www.brigitte.de/herstellernachweis

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Die Wetterkapriolen verlangen auch unserem Kleidungsstil einiges ab – jedenfalls möchten wir allzeit gerüstet sein. Friesennerz und Gummistiefeln beschert das neue Kompetenzen – die aktuelle Rainwear ist meilenweit entfernt von rein praktischer Kleidung. Sie schützt uns nicht nur vor Wind und Wetter, sie lässt uns dabei auch noch gut aussehen. So gelingt der Spagat zwischen Funktion und Fashion spielend leicht.

TEX T IS ABE L L STR O N CZ E K FOTOS CATWALK PICTUR E S H AAR E & MA KE-U P JEAN NE TTE JO H ANS S O N/ K LAUS STIE GE ME YE R MOD EL TATIAN A C H E C H E TOVA / M 4- M O D E L S

Rotstich Gummistiefel: AGL, ca. 315 Euro


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Glanzstücke

Love in Space Diese Seite Lederbeutel: Madeleine, ca. 280 Euro. Wollmantel: Set, ca. 400 Euro. Ohrringe: Anne Manns. Armkettchen: Thomas Sabo

New Spirit Rechts Parka: Hugo, ca. 500 Euro. Pulli aus Alpakamix: Maiami, ca. 345 Euro. Schurwollhose: Fadenmeister Berlin/ Peter Hahn, ca. 200 Euro. Schmuck: Thomas Sabo. Strümpfe: Oroblu. Leo-Sneakers: Jerome Dreyfuss 40

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e e ist Si l er Glaubt man dem Sprichwort, erwartet uns demnächst jede Menge Geplauder. Der edle Metallic-Ton glänzt von früh bis spät – und längst nicht mehr nur auf Accessoires FOTOS ANTON FEUN PRODUKTION SANDRA KRUTZSCH


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Next Generation Stiefelette aus Kalbsleder mit Doppelschnalle: Clergerie, ca. 595 Euro. WeiĂ&#x;e Jeans mit Galonstreifen: Essentiel Antwerp, ca. 190 Euro. Socken: Falke


Silence is golden Steppweste: Brax, ca. 180 Euro. Schwarzer Rolli aus Baumwollmix: Uniqlo, ca. 15 Euro. Knielanger Rock in A-Linie: Steffen Schraut, ca. 230 Euro. Armband: Thomas Sabo. Ring: Xenia Bous. Strumpfhose: Falke. Stiefeletten aus Veloursleder: Jerome Dreyfuss

So smart wie edel: ein Grau, das schimmert BRI GI T T E 19/ 2018

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Und jetzt lassen wir es krachen! Get started Spitze MetallicStiefeletten: Another A/goertz.de, ca. 100 Euro. Asymmetrisches Jerseykleid mit Raffung: Pinko, ca. 250 Euro. Strumpfhose: Bataillon Belette. Schmuck: Xenia Bous

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Dance away Baumwollblazer mit Metallic-Beschichtung und Hose in 7/8Länge: Zadig & Voltaire/Stylebop.com, ca. 475 Euro und 255 Euro. Pulli: Only/ fashionid.de, ca. 25 Euro. Kette: Thomas Sabo. Stiefeletten: Rani Bageria

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Felsen in der Brandung Die Färöer im Nordatlantik sind eine autonome Region innerhalb Dänemarks

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Superalgen R E P O R TA G E

Die Zukunft ist glitschig

Sie bieten vieles, was die Welt gerade braucht: erzeugen Sauerstoff, verhindern Krankheiten, taugen zum Superfood. Die besten Algen wachsen auf den Färöer Inseln – und die Biologin Agnes Mol Mortensen ist dabei, diesen Schatz zu bergen TEXT ANDREA JESKA FOTOS RODERICK AICHINGER

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Am Tag, als Agnes Mol Mortensen in Tjørnuvík mal wieder „Himanthalia elongata“, sogenannte Meeresspaghetti, ernten will, scheint die Sonne zum ersten Mal im Jahr so warm, dass man auf den Färöer Inseln, Mortensens Heimat, den Beginn des Sommers preist. Die Temperaturen klettern auf 10 Grad. Mitten im Nordatlantik ist das eine Art Hitzewelle.

Agnes Mortensen hat früh am Morgen ihre rotblonden Dreadlocks zu einem festen Zopf gebunden und vier Plastikkisten, eine Schwimmweste und einen Nassanzug mit Gummistiefeln in ihr Auto geladen. Der Wagen ist noch neu, er hat eine Rückbank. Die braucht die 41-Jährige, seit sie im vergangenen Jahr ihren Sohn Palli bekam und nun für ihn und Tochter Jorán zwei Kindersitze mitnehmen muss. Die Rückbank aber geht zu Lasten des Koferraums; deshalb hat Mortensen bisweilen Transportprobleme,

wenn sie im „Ernterausch“ ist und nicht aufhören kann, die schleimigen Pflanzen zu sammeln, die auf den Felsen wachsen, aber das Meer brauchen. Agnes Mortensen ist drahtig und sieht mit ihren kantigen Gesichtszügen, rötlichen Haaren und blauen Augen aus, wie man sich jemanden vorstellt, der von den Wikingern abstammt. Dazu ist sie unerschrocken und ein wenig stur, beides muss sie wohl sein. Nicht nur als Bewohnerin eines nordatlantischen Archipels; auch als jemand, der sich einer BRI GI T T E 19/ 2018

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außergewöhnlichen Leidenschaft verschrieben hat: den Algen. Wo der Laie nur grünes, rotes oder braunes Wasserunkraut sieht, sieht Agnes Mortensen Schönheit und Vollendung. Und wo der Laie nur Fischiges schmeckt, schmeckt sie die Zukunft. Schon immer umschwammen Algen die Färöer Inseln, mehr als 300 Arten gibt es dort, doch niemand interessierte es. Bis Agnes Mortensen 2011 mit einem Doktortitel in Mikroalgentechnologie, Fachgebiet „Alaria esculenta“, Flügeltang, aus den USA zurück auf die Färöer kam und beschloss, diesen fast unerschöpflichen Rohstof zu ernten, zu züchten, immer weiter zu erforschen und zu Produkten zu verarbeiten.

E Es war die richtige Zeit für diesen Plan. Die Welt hatte zu begreifen begonnen, dass Nahrung, Energie und saubere Luft begrenzte Ressourcen sind und man Alternativen zu fast ausgebeuteten Rohstofen braucht. Algen besitzen kraftvolle Eigenschaften: Sie erzeugen Sauerstof, können die Luft reinigen, dem Klimawandel vorbeugen, Biogas und Bio52

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ethanol erzeugen, Krankheiten verhindern, Falten mindern. Und es liegt als Superfood im Trend. Die Japaner mit ihrem „Nori“ – den grünen Blättern, in die Sushi eingerollt wird – hatten es schon lange vorgemacht, dass man die überaus ballaststof- und mineralienhaltigen Pflanzen essen kann. Getrocknet, als Pulver, in Tablettenform. Selbst als Extrakt sind sie noch reich an Jod, Magnesium, Kalzium und an Proteinen. Vorausgesetzt, sie wachsen dort, wo das Wasser sauber und frisch ist. Auf den Färöern zum Beispiel. Von ihrem Heimatort Syðrugøta bis nach Tjørnuvík, ganz im Norden der Hauptinsel Streymoy, einem Dörfchen ohne Laden, aber mit einer Kirche, sind es eineinhalb Stunden Fahrt. Eine lange Strecke für vier Kisten Meeresspaghetti, aber nirgends sonst auf der Insel, sagt Agnes Mortensen, wachsen sie so gut und sauber. Bevor sie mit einer großen Portion heißem Porridge im Magen zur Algenernte aufbricht, bringt sie noch schnell ihre Kinder in den Kindergarten. Beide sind verpackt, als gingen sie auf eine Expedition: Gummistiefel, Mütze und regenfeste Hose. Denn auch wenn die Sonne scheint, auf den Färöern weiß man

Teamwork Die Geschwister Agnes und Morten auf Beutezug Nachwuchs Agnes Mortensen mit ihrer Tochter Jorán

Star-Köche wollen sich mit ihr treffen – Agnes lässt sie abblitzen


R E P O R TA G E

Schatz Für Agnes Mortensen sind Algen pure Schönheit Meerblick Holzhaus am Hang – typisch Färöer

nie. Vielleicht wird es noch stürmen oder regnen, hageln oder schneien. Syðrugøta ist ein Ort mit ein paar Hundert Einwohnern, die in hölzernen Häusern rund um eine der vielen Hundert Buchten des Archipels leben. Auch Agnes Mortensen, ihr Mann Solárn und die Kinder wohnen in solch einem Haus inmitten einer wunderbaren Unordnung aus Büchern, Sammelsurium, Vintage-Möbeln – und etlichen Dosen mit Algenproben, die die Räume nach Meer und Fisch riechen lassen. Aber so riecht es eigentlich überall auf den Färöern, dieser zu Dänemark gehörenden, autonomen Inselgruppe im Atlantik, irgendwo zwischen den Shetlands und Island. 18 mit Moos und Gras bewachsene gebirgige Eilande, 240 Schären, felsige Fleckchen in der See, 50 000 Bewohner, keine Bäume, Fernsehanschluss seit den 90ern. 62 000 Schafe, die auf den Straßen das Tempo vorgeben. Wollen sie nicht weichen, müssen die Autos Schritttempo fahren.

Agnes Mortensens Begeisterung für Algen begann im Teenageralter. Vielleicht, weil sie auf Suðuroy aufwuchs, der südlichsten der Färöer, erreichbar nur per Boot oder Helikopter, noch ferner der Welt als der Rest. Dort, im Ort Sandvik, 55 Einwohner, verbrachte sie eine freundliche Kindheit mit zwei Brüdern. Sandvik wird zwar bereits im ältesten Geschichtsbuch der Färöer erwähnt, weil Wikingerhäuptling Sigmundur Brestisson am Strand von einem Bauern erschlagen wurde und im Mittelalter die Pest alle Bewohner dahinrafte, doch in Agnes Mortensens Kindertagen geschah dort nur wenig. Während ihr zwei Jahre älterer Bruder Morten auf dem Meeresboden nach Wasserpflanzen und Seeigeln tauchte, saß sie auf Felsen und sah zu, wie das Licht durch die Algen schien und die Wellen sie ent- und wieder zusammenfalteten. Schon da wusste sie, dass sie die Leidenschaft ihres Lebens entdeckt hatte. Ihr Zeitfenster für die Ernte der Meeresspaghetti beträgt eine gute Stunde. Nur so lange zieht sich das Wasser in der Bucht von Tjørnuvík zurück und gibt die glitschigen Felsen frei. Mit ihrem Messer, das auch zum Kartofelschälen taugen würde, trennt sie die Algen so ab, dass sie die Wurzel nicht beschädigt. Drei Wochen, und die Pflanzen werden nachgewachsen sein. Dabei bemüht sich Agnes Mortensen, festen Halt auf den Felsen zu finden. Dutzende Male ist ihr das schon misslungen, ist sie mit einem Platsch im Atlantik gelandet. Normalerweise hilft ihr Morten, doch der ist verhindert: Das Boot der beiden hat einen Schaden, und Morten muss es reparieren. Also hievt Agnes die Kisten allein von Felsen zu Felsen, stemmt sie, wenn sie voll sind, auf die Kaikante und schleppt sie schließlich, als ihr das Wasser schon die Knöchel umspült und sie alles abgeerntet hat, was man guten Gewissens ernten kann, in den Wagen. Dann schält sie sich aus dem Nassanzug, den Gummistiefeln, dem dicken Wollpullover, bindet die windverwehten Dreadlocks wieder zusammen und wischt sich die Hände an der Hose ab. „Hier“, sagt sie, und angelt zwei Spaghetti aus den Kisten, „schmeckt gut.“ Sie schlürft eine Nudel in den Mund. Ja, es schmeckt gut. Die Spaghetti knackt erst zwischen den Zähnen, dann wird es schleimig, salzig.

Als Agnes Mortensen nach ihrem Studium in den USA zurückkam, hatte sie erst wenig Hofnung, weiter forschen zu können, plante, als Grundschullehrerin zu arbeiten. Doch dann fand sie einen Job als Wissenschaftlerin in einem Institut für Fischzucht, wo man ihre Kenntnisse brauchte. Dort erforscht sie seither, wie sich Algen für die Fischzüchtung einsetzen lassen. Nebenbei fuhr sie die Buchten ab und suchte nach Algenarten, aus denen sich etwas machen ließe. Was genau, das wusste sie damals noch nicht. „Da sind wir noch nicht“ ist der am häufigsten benutzte Satz, wenn sie über ihre Zukunftspläne spricht. 2016 gründete sie gemeinsam mit Morten eine eigene Firma: Tari, das ist das färöische Wort für Alge. Sie nutzte die Erkenntnisse ihrer Forschung, um mit fünf Algenarten zu experimentieren. Aus den Meeresspaghetti ließen sich, getrocknet, Snacks herstellen, aus dem Extrakt anderer Algen Zusätze für Bier. Gerade hat Agnes Mortensen einen Vertrag mit einer Brauerei in Arizona abgeschlossen und einen mit dem Souvenirshop am Flughafen, der Snacks anbieten will.

D Doch das ist nicht das Ziel. Mortensen will Algen im großen Stil züchten, ganze Plantagen sollen im Meer entstehen. Und sie will die wichtigen Stofe herausfiltern, dazu muss es ihr gelingen, die Moleküle zu extrahieren. Dann ist vieles möglich: „Nahrungszusatzstofe, Tabletten, mit denen man Mangelernährung bekämpft, Biosprit, Öl, Dünger, Futter für eine gesunde Fischindustrie. Aber dafür muss das Rohmaterial beste Qualität sein.“ „Da sind wir noch nicht“ heißt daher: Erst kommt die Forschung, dann der Umsatz. Sie will sich nicht drängen lassen, will auch keine Investoren, keine Großhändler. Ja, nicht einmal die berühmten Köche will sie, jene, die Algen als Zutat für ihre Gerichte nutzen. Einmal rief der Besitzer des Kopenhagener „Noma“ an, eines der bekanntesten Restaurants der Welt, und wollte sich mit ihr trefen. Sie hat abgewunken. „Da sind wir noch nicht. Und da wollen wir auch nicht hin.“ Immerhin, sagt sie, werden ihre Produkte eines Tages nicht nur ihr Aushängeschild sein, sondern auch das der Inseln. BRI GI T T E 19/ 2018

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Am Anfang, als sich herumsprach, dass Agnes Mortensen mit Algen Geld machen will und darin auch die Zukunft der Färöer sieht, haben die Leute geschmunzelt. Die Männer, sagt Agnes Mortensen, fanden es niedlich: diese schmale Frau, die auf den Felsen herumturnte und behauptete, man könne Algen essen. Hauptsache, sie ertrinkt nicht mal bei diesem Unsinn ... Die Frauen runzelten die Stirn, vor allem, als Agnes Kinder bekam und dennoch nicht zu Hause blieb. „Bei uns ist man da noch sehr konservativ“, sagt sie. In die Kirche, wie all die anderen auf diesen hoch christlichen Inseln – Brestisson, der Wikingerhäuptling, war einst viele Meilen gesegelt, um den Färöern das Christentum zu bringen –, geht Agnes auch nicht; wenn man sie fragt, sagt sie, sie sei Atheistin. Inzwischen hat sie sich Anerkennung erworben: als Spezialistin, aber auch als Repräsentantin ihrer Inseln. Die würden gern von Dänemark unabhängig sein, zumindest will das die Hälfte der Färöer, und dafür braucht es eine gute wirtschaftliche Basis. Doch der Fischfang, die Haupteinnahmequelle, befindet sich im Niedergang, der weltweit kritisierte Walfang ist hofentlich eine aussterbende Tradition – und Industrie gibt es so gut wie keine. Die Algen und alles, was man mit ihnen produzieren kann, sind da geradezu ein Lichtblick. Die Meeresspaghetti vertragen keine Sonne, deshalb bringt Agnes Mortensen sie zu einer Fischfabrik. Sie hat für alles Räume an verschiedenen Orten gemietet: für Trocknen und Verpacken, für ihre Büro-, für ihre Laborarbeiten. In der Fischfabrik stinkt es bestialisch nach Tod und Fisch. „Ich nehme das gar nicht mehr wahr“, sagt sie lachend, „ich habe ja den ganzen Tag diesen Geruch an meinen Händen.“ Mit diesen Händen schaufelt sie die Spaghetti auf durchlässige Plastikpaletten, 17 Stück kann sie mit der Ernte des Tages füllen, drei Tage wird es dauern, bis die Algen trocken sind. Danach ist es Zeit, die Kinder aus dem Kindergarten zu holen. Palli so früh wegzugeben fiel Agnes Mortensen schwer, aber zu Hause zu bleiben war keine Option. Schon während sie den Kleinen noch stillte, reiste sie weiterhin zu Kongressen und Konferenzen, um über ihre Forschung zu sprechen. Sie nahm ihre 54

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Was geht? Mortensen mit ihren Forschungsobjekten

Über 400 000 Arten soll es weltweit geben, ein Fünftel davon ist Biologen bekannt. Nur 150 werden wirtschaftlich genutzt. Dabei sind die Einsatzgebiete vielfältig; energiewirtschaftlich etwa ruht eine große Hoffnung auf der Eignung der Pflanzen als Biodiesel. Die weltweite Algenproduktion liegt bei 21 Millionen Tonnen, die nach Schätzungen rund fünf Milliarden Euro wert sind. Ein Großteil kommt aus China, in Europa liegt Frankreich mit rund 90 000 Tonnen pro Jahr an der Spitze. Eine Untergruppe der Algen ist der Seetang.

Mutter mit, die Palli betreute, während sie Vorträge hielt. Die Abende gehören bei den Mortensens der Familie. Ehemann Solárn arbeitet als Verkäufer in einem nahen Baumarkt und kann auch mal früh Feierabend machen. Wenn ein Kunde noch etwas braucht, ruft der ihn eben an, so läuft das hier. Tochter Jorán ist lebhafte vier Jahre alt und hat ständig neue Ideen. Während Solárn, ein hochgewachsener still-freundlicher Mann mit silbergrauem Haar, Palli bei Laune hält und Agnes Fisch zubereitet, rührt Jorán konzentriert in einem Topf alles zusammen, dessen sie habhaft werden kann. Natürlich verfeinert Agnes das meiste mit Algen: getrocknete Meeresspaghetti in kleinen Stücken ins Fischragout, Granulat in den Brownie-Teig. Für sie fällt auch das unter Forschung – „Solárn ist von meinen Experimenten allerdings nicht immer begeistert.“ Am anderen Tag will sie mal wieder nach den Mortensen’schen Zuchtalgen

sehen und Wasserproben nehmen. Im Kaldbaksjord, nicht weit von der Hauptstadt Tórshavn, haben die Geschwister ihre erste Anlage. „Saccharina Latissima“, Zuckertang, und „Alaria esculenta“, Flügeltang, wachsen dort, aber auch „Vertebrata lanosa“, Pinselbüschelalge, aus der sich die teuren Trüfel herstellen lassen, die sie an Feinkostgeschäfte weltweit verkaufen können. Zwei Jahre lang haben sie experimentiert, an welchen Seilen welche Sporen am besten gedeihen. Dann haben sie die Leinen ins Wasser gehängt und an Bojen befestigt. Die erste Ernte im letzten Sommer war gut; wird auch diese gut, wollen sie künftig noch „Palmaria palmata“ anbauen, den rostroten Lappentang.

D Das quietschrote Schnellboot ist zum Glück wieder repariert. Agnes Mortensen lenkt es mit wehendem Zopf durch die Gischt. Dabei redet sie so begeistert über Algen wie andere Leute über ihre Kinder oder Hunde. Welche Bedingungen sie brauchen, um perfekt zu sein. Welche Prozesse es erfordert, die wichtigen Stofe aus der Biomasse zu filtern. Sie könnte schneller vorankommen, klagt sie, wenn sie nicht noch ihren Brotjob im Fischzuchtinstitut hätte. „Ich bräuchte Zeit, so viel mehr Zeit.“ In letzter Zeit hat Agnes Mortensen oft den Wunsch, wieder zurück nach Sandvik auf Suðuroy, zu ziehen. Aus Heimweh, zum einen. Weil ihre Mutter älter wird, zum anderen. Und weil die Mieten dort deutlich günstiger sind. Auch ihr Bruder Morten käme wohl mit, und für die Kinder wäre es ohnehin das Paradies, sagt sie. Nur Solárn, ihr Ehemann, weiß von diesen Plänen nichts, und bevor sie ihm die beichtet, muss sie Tari, ihre Firma, so weit gebracht haben, dass auch er davon leben kann. „Da sind wir noch nicht. Aber ich weiß, in spätestens drei Jahren werden wir da sein.“ Andrea Jeska wusste vor

ihrer Begegnung mit Agnes Mortensen fast nichts über Algen, danach allerdings fast alles. Auch wenn sie kein Fan von Algensnacks geworden ist, geschadet hat ihr der Verzehr nicht.


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PORTRÄ

Jetzt im Gespräch

„Die talentierte Emma“ nennen die Briten ihre Lieblingsschauspielerin. Die wettert gegen Brexit und rechte Populisten

E i ne Frau

Sie beherrscht d i e h o h e Ku n s t de s Denken s Emma Thompson kompensiert ihre Gefühle mit Literatur – und glänzt in Romanverfilmungen

FOTOS JAY L. C L E ND E N IN /LO S AN GE L E S TIME S /CO N TO U R BY GE TTY IMAG ES , DAVE L AUR ID S EN

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s gibt Momente, in denen selbst eine gestandene Frau wie Emma Thompson nicht weiter weiß. Dann macht sie das, was sie auch tut, wenn sie wütend ist oder traurig oder entspannt (im Grunde also immer): Sie greift zu einem Buch. „Bücher sind wie Menschen: Sie treten oft dann in dein Leben, wenn du sie am meisten brauchst“, glaubt die 59-Jährige. So findet sie in der Literatur nicht nur Antworten auf alle Weltfragen, sondern auch die Kraft, diese aktiv mitzugestalten – schließlich bleibt alle Theorie grau, wenn man sie nicht am Leben außerhalb des Lesesessels ausprobiert. Diese Erkenntnis hatte die gebürtige Londonerin schon als 19-Jährige, als sie ihr Literaturstudium in Cambridge aufnahm und dort in der College-Comedytruppe „Footlights“ ihre Lust am Schauspiel und am Schreiben entdeckte (in beiden Disziplinen gewann sie später je einen Oscar, für „Wiedersehen in Howards End“ und ihre Adaption von „Sinn und Sinnlichkeit“). Seitdem macht sie nicht nur in ihrer Kunst den Mund auf; „Emma Talented“, wie die Briten ihren Nationalschatz bewundernd nennen, engagiert sich für Menschenrechte, Frauenrechte, Klimaschutz, sie erhebt ihre Stimme gegen den Brexit und den globalen Rechtsruck (und adoptierte mit ihrem zweiten Ehemann Greg Wise, mit dem sie auch eine leibliche Tochter hat, einen verwaisten Kindersoldaten aus Ruanda). Anders als der laut plärrende, schnell empörte Zeitgeist formuliert sie ihre Beiträge sorgfältig abwägend, wohlinformiert und ohne dabei ihren Humor zu verlieren. Dieser Sinn für Nuancen ist es auch, warum Emma Thompson jedes fiktionale Leben auf der Leinwand so glaubwürdig verkörpern kann, selbst kleinere Rollen wie die betrogene Ehefrau in „Tatsächlich Liebe“ oder Märchenfiguren wie die von ihr selbst erfundene „Nanny McPhee“. In „Kindeswohl“ (s. auch Seite 61) spielt sie nun eine Richterin, die abwägen muss, ob ein junger Zeuge Jehovas zu einer lebensrettenden Bluttransfusion gezwungen werden kann. Der Film basiert auf einem Roman von Ian McEwan – ganz nach Emmas Geschmack. Nichts kann sie besser, als einen Menschen mit all seinen Leiden und Freuden aus dem Papier zu schäANDREA BENDA len, um ihn uns zu zeigen.


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ann ist ein Schriftsteller ein großer Schriftsteller? Ganz einfach: Wenn er Worte für etwas findet, das man oft schon gefühlt hat, aber irgendwie nie benennen konnte. Was wiederum alles andere als einfach ist, aber deshalb gibt es ja auch eher wenige große Schriftsteller. Dennis Lehane ist einer, weil er, nur so zum Beispiel, Trauer so beschreibt: „Eine völlige Taubheit, ein Sieden im Nichts. Eine verätzte Seele.“ Steht in „Der Abgrund in dir“, seinem neuen Buch, das jetzt erscheint. Und dieses Gefühl durchlebt Rachel Childs, eine Bostoner Journalistin, klug, schön, haltlos, panikgestört. Der beste Mensch in ihrem Leben ist Brian, ihr Mann, der sie nimmt, wie sie ist, und sie heil macht. Und der plötzlich Geheimnisse hat und lügt; und da tut er sich auf, dieser Abgrund, von dem im Titel die Rede ist. Dennis Lehane ist ein Spezialist dafür. Seine Eltern sind aus Irland in die USA eingewandert, er ist in Boston groß geworden, nicht in den guten Ecken. Er war ein Arbeiterkind in einer Arbeitergegend, und seine Geschichten erzählen oft genug von entbehrungsreichen Leben und amerikanischen Träumen, die platzen oder sich mit Gewalt genommen werden. 1994 erschien sein erster Krimi, jedes Jahr schrieb er einigermaßen erfolglos einen Band mit den beiden Ermittlern Partick Kenzie und Angela Gennaro. Das mit dem Erfolg änderte sich 1999, als Bill Clinton die Gangway der Air Force One hinabstieg, ein Exemplar von „Regenzauber“ unter dem Arm. Seitdem schreibt Lehane quasi mit präsidialem Segen. Lehane, 53, lebt heute mit seiner Familie in Santa Monica. Hollywood liegt ums Eck, wo es nur die ganz Großen sind, die LehaneRomane verfilmen – Clint Eastwood („Mystic River“), Martin Scorsese („Shutter Island“), Ben Affleck hat gleich drei Viertel seiner Regiearbeiten nach LehaneVorlagen gemacht. „Ich bin“, hat Dennis Lehane einmal gesagt, „ofen für Wunder.“ Eigentlich meint er damit, dass er beim Schreiben keine Angst davor hat, von sich selbst überrascht zu werden. Aber seine Geschichte ist eigentlich auch ein kleines Wunder. Denn dass große Schriftsteller derart erfolgreich sind – das ist dann doch STEPHAN BARTELS eher eine Ausnahme.

Der Autor hat irische Wurzeln, die Eltern waren arm. Heute werden seine Bücher von den besten Regisseuren verfilmt

Ein Mann

Er lä sst sic h be im Sc hre ib e n üb e rra sc he n Dennis Lehane kombiniert gekonnt Spannung mit Tiefgang. In Amerika ist er ein Star. Bei uns auch bald

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Kultur

Bücher, Musik & Filme

Zehn Jahre lang, sagt Juanita Stein, „war die Musik mein Baby, und das habe ich sehr, sehr ernst genommen.“ Die Australierin war seit Anfang des Jahrtausends Sängerin der Indie-Band Howling Bells und als solche leidlich erfolgreich. 2011 wurde sie Mutter, und das hat ihre Prioritäten verschoben. Mit schönem Nebeneffekt: Als ein echtes Baby ihr Leben bestimmte, hatte sie plötzlich deutlich mehr Spaß daran, eigene Songs zu schreiben und zu singen – der Druck war raus, der künstlerische Schaffensprozess organischer und lockerer. Was ihrer zweiten Soloplatte sehr zugutekommt. „Until The Lights Fade“ (Al!ve) changiert zwischen tanzbar, rockig und atmosphärisch dicht. B B B B B

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Mit Schwung zurück im Job: Juanita Stein

F OTOS CH R ISTO PH KÖ ST LI N, JO SH S PE NC E R , PR (4 )

N e u e s B a b y, n e u e r S pa ß


Musik gehört von Stephan Bartels Fr üh l ingsstur m

Das beste aus dem Backstage-Bereich: Clueso

N otiz en von u nterwegs Vor ungefähr 20 Jahren hat Thomas Hübner in Erfurt seine Friseurlehre abgebrochen. Zwei Jahre später bekam er seinen ersten Plattenvertrag, als Clueso ist er seitdem Handlungsreisender in Sachen Musik, bis auf das erste verkauften sich seine sieben Studioalben im sechsstelligen Bereich, seine Touren waren und sind ausverkauft und umjubelt. Der 38-Jährige ist oft unterwegs, und es gibt viel Leerlauf im Nightliner, im Hotel, hinter der Bühne. Momente, in denen er Lieder schrieb, aufnahm und wegsperrte, weil sie anders waren als sein herkömmliches Zeug und nicht so recht auf die Platten passten. Aber sie sind eben auch viel zu schade, um nicht gehört zu werden. Deshalb gibt es jetzt „Handgepäck I“ (Universal), unbehauene, meist sparsam instrumentierte Tournotizen, sanft und schön und gut – auch die Coverversionen, „Wenn ein Mensch lebt“ von den Puhdys oder ein eingedeutschtes Stück von Crowded House, das mich glatt ein Vierteljahrhundert zurückversetzt hat. Manchmal sind neue Platten auch dafür gut, sich an alte zu erinnern. B B B B B

GESANGSTHERAPIE Sein Tourbus ist auseinandergefallen. Er hatte einen Autounfall. Seine ohnehin schon komplizierte Beziehung ist endgültig kaputtgegangen. Mit seinem Bruder, mit dem er lange in einer Band war, hat er sich zerstritten. So richtig rund lief es für Cullen Omori in den vergangenen zwei Jahren nicht – also genau während er an seinem zweiten Soloalbum „The Diet“ (Cargo) gearbeitet hat. „Ist keiner gestorben, alles ist noch dran an mir, aber emotional war das eine harte Zeit“, sagt der 27-Jährige aus Chicago. Aber das ist ja das Tolle an der Kunst: Man kann aus Pleiten, Pech und Pannen etwas Schönes erschaffen. Und das hat Omori, dem schon mit 18 als Sänger der Smith Westerns (genau, die Band mit seinem Bruder) Starpotenzial attestiert wurde, gemacht. Und auch allein glitzert und funkelt es an allen Ecken und Enden, es klingt nach den Beatles, dem Glamrock der 70er und nach gutem alten Westküsten-Garagenpop. Musikalisch wünsche ich mir, dass es für Cullen Omori so weitergeht. Rein persönlich aber: Viel Glück, Junge. B B B B B

Glamrocker mit Potenzial: Cullen Omori

Ihr Vorname Bomsori heißt übersetzt „Der Klang des Frühlings“. Das ist prophetisch und sehr poetisch, aber in die niedliche Ecke sollte man die südkoreanische Geigerin Bomsori Kim nicht stecken, trotz der Vögelchen und Blumen auf dem Cover ihres Debütalbums. Die 29-Jährige hat schon einige renommierte Preise abgeräumt und zeigt in „Bomsori Kim: Wieniawski/Shostakovich“ (Warner Classics), dass sie eine echte Wucht ist. Den Komponisten Henryk Wieniawski kennt hierzulande zwar kein Mensch mehr, aber der Hofvirtuose am Zarenhof schrieb 1862 ein melodiöses romantisches Werk, das Kim hier mit dem ersten expressiven Violinkonzert von Shostakovich aus den Zeiten des Stalinterrors kontrastiert. Da kommt auf jeden Fall frischer Wind in die Klassikszene.

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Auch noch hörenswert … Crowded House: „Woodface“ Siehe Clueso: Der hat mich durch seine Coverversion von „Four Seasons In One Day“ dazu animiert, mal wieder diese unterschätzte Band um den Neuseeländer Neil Finn zu hören. Luluc: „Sculptor“ Bleiben wir doch auf der anderen Seite der Welt – das hier ist ein australisches Songwriterpaar mit extrem viel Tiefgang. Madeleine Peyroux: „Anthem“ Ihre Stimme klingt noch immer wie die von Billie Holiday. Tolle neue Platte der Amerikanerin, mehr Pop als Jazz.

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Filme gesehen von Stefanie Hentschel Auch noch sehenswert … „BLACKkKLANSMAN“ So irre, dass man es sich nicht ausdenken kann: Ein schwarzer Polizist mogelt sich in den 70ern undercover in den Ku-Klux-Klan. Tolles Comeback des Filmemachers Spike Lee, das daran erinnert, dass Rassismus und Hass im heutigen Amerika alles andere als Vergangenheit sind. „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ Nach einem Autounfall im Suff ist der alkoholkranke John Callahan querschnittsgelähmt. Die Tragödie rüttelt ihn auf, seine Sucht zu bekämpfen und bitterböse Cartoons zu zeichnen, die ihn berühmt machen. Der großartige Joaquin Phoenix spielt Callahan voll trotzigem Lebenshunger.

Singles im Stress: Friederike Kempter sucht das Glück

JEDER MIT JEDEM Hätte richtig blöd und platt werden können: Jede Menge unterschiedlicher Großstadt-Singles begegnen sich virtuell, über eine App namens „Safari – Match me if you can“, über die man sich zum Sex verabredet und den Partner hinterher bewertet. Dadurch sieht man die Figuren in immer neuen Paarungen, natürlich alle immer irgendwie schräg, aber oft auch erstaunlich berührend, was nicht zuletzt an den tollen Schauspielern liegt: Juliane Köhler als ehemals alleinerziehende Mutter, die nicht mehr verzichten will. Friederike Kempter in schwäbischer Mundart und anrührend unsicher, und ein wirklich guter Sebastian Bezzel als tapsiger Single-Vater. Rudi Gauls Komödie erfindet das Rad vielleicht nicht neu, ist aber unterhaltsam und amüsant. B B B B B

»Leben ist das Spiegelei, das sich am Rand kräuselt.« Angelika Waldis, Ich komme mit

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Cyra no m i t Hi p- Hop-Texten

F OT O S 2 0 1 8 C O N C O R D E F I L M V E R L E I H G M B H / M A R C R E I M A N N , 2 0 1 8 C O N C O R D E F I L M V E R L E I H G M B H , N A DJ A K L I E R / T O B I S F I L M G M B H

Anke Engelke hat eigentlich nur eine sehr kleine Rolle in diesem Film, und sie ist nicht „Das schönste Mädchen der Welt“ (das wird gespielt von Luna Wedler). Trotzdem habe sie „regelrecht gefleht“ mitmachen zu dürfen, erzählt sie – und zwar als Mutter eines Pubertierenden namens Cyril (Aaron Hilmer). Als solche ist sie den ganzen Film über präsent, auch wenn sie nicht zu sehen ist, denn Cyril hat ihre Nase: einen RiesenLuna Wedler und zinken. Und sie muss einiges richtig Aaron Hilmer gemacht haben, denn Cyril ist ein toller freunden sich an Junge, der sich auch auf der Klassenfahrt nach Berlin (als Lehrerin mit dabei: Heike Makatsch) nicht unterkriegen lässt. Der Film von Aron Lehmann ist eine witzige Mischung aus „Cyrano de Bergerac“ und „Fack ju Göhte“. Statt Gedichten werden Hip-Hop-Texte geschrieben (von Cyril – für einen schlichten Schönling, der „das schönste Mädchen der Welt“ gar nicht verdient hat), und Höhepunkt ist ein Battle mit Maske. Ein Film, der „Pubertierenden“ und betroffenen Angehörigen gleichermaßen gefällt. Und Anke Engelke steuert als Mutter ein paar sehr komische und denkwürdige Erziehungstipps bei. B B B B B

Paarprobleme: Emma Thompson und Stanley Tucci IO Da

DER SCHUH ZUM ZWISCHEN RECHT UND MORAL Der Autor Ian McEwan scheint Geschmack daran gefunden zu haben, seine eigenen Romane für ihre Verfilmungen zu adaptieren. Während das Drehbuch für „Abbitte“ noch von jemand anderem geschrieben wurde, hat er nach dem Skript zu „Am Strand“ (läuft noch in einigen Kinos) auch das zu „Kindeswohl“ selbst verfasst. Das große Glück aller drei Verfilmungen sind die hervorragenden Darstellerinnen der Hauptfiguren: In „Abbitte“ und „Am Strand“ glänzte Saoirse Ronan, „Kindeswohl“ wird getragen von einer wie immer überragenden Emma Thompson (siehe auch Seite 56). Das Kindeswohl ist der Angelpunkt, um den sich das ganze Leben der Familienrichterin Fiona Maye dreht. Immer wieder findet sie sich im Zwiespalt zwischen Recht und Moral, der Film folgt zwei Fällen, die fast zu exemplarisch sind in ihrer Konstellation und in der es keine Gewinner zu geben scheint. Auch privat muss sich Fiona mit der Frage von Gerechtigkeit und Moral befassen, als ihr Mann (Stanley Tucci) ihren Segen für eine Affäre will. Soll sie es ihm versagen, um die Moral einer intakten, wenn auch toten Ehe aufrechtzuerhalten, oder soll sie ihn freigeben, damit er seinen Bedürfnissen nachgehen kann? Dass das alles nicht ins Melodramatische abdriftet, ist vor allem Emma Thompson zu verdanken, die schon immer wirklich alles spielen konnte und trotzdem mit jedem Film besser wird. B B B B

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Bücher gelesen von Angela Wittmann Christian Torkler hat selbst lange in Afrika gelebt

D I E W E LT A U F D E N KO P F G E S T E L LT Berlin, 1978: Josua Brenner wird in eine Trümmerwelt geboren. Es sieht nicht gut aus für seine Zukunft, denn die Erste Welt ist durch Krieg und Korruption längst zur Dritten geworden. Trotzdem erkämpft er sich sein Glück: eine Frau, ein Sohn – „wie die Heilige Familie, nur nicht auf der Flucht“, denkt er. Dann verliert er das Kind und die Frau, und nichts hält ihn mehr: „Der Platz an der Sonne“ ist ein umgekehrter Fluchtroman. Wir machen uns mit Brenner auf nach Afrika, sind dabei, wie er von Menschenhändlern ins Verderben gelockt wird, wie die Weggefährten erfrieren und ertrinken. Christian Torkler, der mit den Fluchtgeschichten seiner ostpreußischen Verwandten aufwuchs, ist ein geniales Debüt gelungen, das unsere Welt glaubhaft auf den Kopf stellt. (592 S., 25 Euro, Tropen) B B B B B

Auch noch lesenswert … Die Schule geht wieder los, und Ellen will dieses Jahr alles besser machen. Aber wie jeden Morgen versinkt sie sofort im Chaos. Bis alle aus dem Haus sind, ist Ellen fertig mit den Nerven. Sie hetzt zur Arbeit, wo ihr die Gnade einer kurzen Auszeit zuteil wird, aber dann ist Schicht, und mit dem Kinderabholen geht der ganze Wahnsinn erst so richtig los. „Mami braucht ‘nen Drink“ war DER Überraschungserfolg in Großbritannien: Gill Sims‘ Debüt wurde zum meistverkauften Hardcover 2017, von der Sunday Times zum „Buch des Jahres“ gewählt und mit „Bridget Jones“ verglichen. Zu Recht: Das „Tagebuch einer erschöpften Mutter“ macht mit Galgenhumor auch die weniger beglückenden Seiten des Familienlebens (samt Geschrei) zum Brüller. (Ü: Ursula C. Sturm, 340 S.,15 Euro, Eisele) B B B B B

Hat Biss: Gill Sims lebt mit Familie in Schottland 62

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Stephen King: „Der Outsider“ Der König des Grauens hat wieder zugeschlagen: Ein elfjähriger Junge wird ermordet, ein Jugendtrainer und Familienvater wird verdächtigt. Aber kann ein Mensch an zwei Orten zugleich sein? Sein neuer Roman soll das „Es“ der Trump-Ära sein – richtig gruselig! (768 S., 26 Euro, Heyne)

Tap fere Hel den Bei der Besprechung von Gill Sims’ Roman (links) habe ich mir bewusst die Formulierung „schwarzer Humor“ verkniffen, denn noch viel dunkler ist der Witz in diesem Buch. Dafür sei „der Ernst ganz hell“, hat Schriftsteller-Kollege Bov Bjerg über die Storys von Kirsten Fuchs geschrieben. „Signalstörung“ ist ein Buch, das zeigt, wie schräg und liebenswert das Leben weitab der Überholspur ist. Zum Beispiel auf dem Arbeitsamt. Oder wenn man der Weisheit einer Kneipen-Reinigungskraft lauscht: „Wir sind mit voller Absicht nichts geworden, und das hat ja auch geklappt. Das muss man karrieremäßig auch erst mal durchziehen in so einer Welt, wo dich alle drängen, was zu werden.“ (220 S., 18 Euro, Rowohlt Berlin) B B B B B

FOTOS MARTI N H UN TE R , ANN E TTE H AUS C H IL D /O STK R E UZ , PR (3 )

Der B r ü l l e r

Linn Ullmann: „Die Unruhigen“ Die Tochter von Ingmar Bergman und Liv Ullmann hat ein Buch über ihre berühmten Eltern geschrieben, die sich trennten, als sie ein Kind war. (416 S., 22 Euro, Luchterhand)


WA H R E V E R B R E C H E N . WA H R E G E S C H I C H T E N . Das True-Crime-Magazin vom stern.

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DICKE LUFT Pollution-Komplex gegen Hautschäden durch Umweltschmutz. Brauchen wir das wirklich?

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Großstadt-Feeling

Das Leben im Gewusel hat viele Vorteile – für die Haut aber bedeutet es Stress. Das belegen zahlreiche Studien

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Angriffsfläche

Einige Partikel sind so klein, dass sie sogar in die Haut eindringen kĂśnnen

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WAS MACHT UMWELTSCHMUTZ MIT UNSERER HAUT? „Unter Wissenschaftlern und Medizinern hat ein Umdenken stattgefunden, wir wissen inzwischen, dass es nicht mehr nur die böse UV-Strahlung ist, die massiv unserer Haut schadet, sondern auch der Feinstaub“, sagt die Hamburger Kosmetikwissenschaftlerin Dr. Meike Streker. Zahlreiche Studien beweisen, welche Folgen Teilchen wie Dieselruß und Industrieabgase für die Haut haben: So lösen sie freie Radikale aus, die sowohl die oberflächlichen als auch tiefer liegenden Zellen attackieren und den Kollagenabbau vorantreiben. Die Folge: mehr Falten und weniger Spannkraft. Außerdem verschiebt sich der pH-Wert der Haut nach oben, was ihre natürliche Schutzschicht zusätzlich schwächt – Schadstofe gelangen leichter hinein, Feuchtigkeit geht verloren. „Gleichzeitig wird durch Umweltschmutz die Sebumproduktion angeregt, was zu Akne führen kann“, sagt Dr. Streker. Und das ist leider noch nicht alles: Eine Studie des Kosmetikunternehmens Beiersdorf (Nivea) mit den Shanghai Institutes for Biological Sciences ergab, dass sich die Haut der Frauen in der chinesischen Mega-City bereits so verändert hat, dass sie sich in dauerhafter Abwehrbereitschaft befindet, also ständig gestresst ist.

WELCHE STOFFE WERDEN DEM TEINT BESONDERS GEFÄHRLICH? Die Liste ist lang und reicht von Ozon über in Dieselabgasen vorkommende Stickstofoxide bis hin zu flüchtigen organischen Verbindungen wie den sogenannten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstofen (PAKs), die auch in Tabakrauch enthalten sind. Die Wirkung dieser PAKs ist besonders gut erforscht: Sie haften sich nicht nur an die Haut, sondern sind so klein, dass sie auch eindringen können. „Diese Jungs sind wirklich hochaktiv und gelangen durch die sehr kleine Partikelgröße in tiefere Schichten der Haut. Dort verursachen sie nachhaltig Schäden und beschleunigen den Abbau von festigendem Kollagen“, sagt Dr. Meike Streker. Ein weiteres Problem: Winzig kleine, giftige Metall-Partikel aus der Luft können sich an die PAKs hängen – und so ebenfalls die sonst sehr abwehrfähige Hautbarriere völlig ungehindert passieren.


Grüne Power

Aloe vera, Hamamelis, Moringa ... Pflanzenkraft macht die Haut fit gegen Schmutz


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WIE KANN ICH MEINE HAUT IN SCHUTZ NEHMEN? STIMMT ES, DASS FEINSTAUB AUCH PIGMENTFLECKEN AUSLÖSEN KANN? Das gilt als sicher. Professor Dr. Jean Krutmann vom Leibniz-Institut für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf wertete mit seinem Arbeitskreis bereits 2010 die Daten einer Langzeitstudie mit 400 Frauen aus. Dabei fiel auf, dass jene aus dem kohlenstaubbelasteten Ruhrgebiet sowohl mehr Falten als auch deutlich mehr Pigmentflecken hatten als Studienteilnehmerinnen aus dem ländlichen Borken.

IST DAS LEBEN AUF DEM LAND BESSER FÜR DIE HAUT? Absolut. Das hat nicht nur die Studie von Jean Krutmann ergeben, auch andere Untersuchungen, etwa die von Beiersdorf, lassen diesen Schluss zu: Die Forscher verglichen dafür die Haut von Frauen aus Schanghai mit der von Bewohnerinnen des deutlich kleineren Taixing. Die gute Nachricht für alle Stadt-Menschen: Es gibt Möglichkeiten sich zu schützen, etwa mit der richtigen Reinigung.

WIE BEKOMME ICH DEN SCHMUTZ

TOP R ABE NS S ALO N E R

VERLÄSSLICH RUNTER? Sich abends zu waschen ist das Wichtigste, was Sie für Ihre Haut tun können. Da einige der Schmutzteilchen öllöslich sind, wird man sie mit Wasser allein aber nicht los. „Auf dem Produkt muss nicht unbedingt ‚Anti-Pollution‘ stehen. Wichtig ist, dass es mild wäscht, um die Hautbarriere nicht zu schädigen, aber gleichzeitig etwas kann. Produkte mit Zuckertensiden haben sich da sehr bewährt“, sagt die Kosmetikwissenschaftlerin Dr. Meike Streker. „Außerdem empfehle ich als Reinigungsextra ein-, zweimal die Woche ein mildes, enzymatisches Peeling. Was ebenfalls sehr gut sauber macht, sind Kosmetikbürsten.“ Auch ganz wichtig: Verwenden Sie nach dem Reinigen einen Toner, der bringt den pH-Wert wieder in den sauren Bereich und stärkt so die Hautbarriere. Statt Alkohol, der austrocknend wirkt, sollte er besser beruhigende und befeuchtende Zutaten wie Aloe vera, Hamamelis oder Panthenol enthalten.

Da gibt es zwei sich wunderbar ergänzende Methoden: 1. Sie benutzen Toner (s. unten links) und Pflegeprodukte mit stärkenden Wirkstofen für die Hautbarriere; sehr gut erforscht ist etwa die Wirkung von Niacinamid und Ectoin. 2. Sie setzen auf Antioxidantien, die freie Radikale an sich binden und deshalb gern auch in sogenannter DetoxPflege stecken; sehr wirksam sind Vitamin C, Vitamin E oder Resveratrol aus Weintrauben, auch der in vielen Produkten integrierte Moringa-Extrakt soll die Haut efektiv schützen. „Niacinamid und Vitamin C haben noch einen Vorteil“, sagt Meike Streker: „Sie helfen gegen Pigmentflecken. Neigen Sie dazu, sollten Sie zusätzlich immer einen Lichtschutz am besten von 50 tragen.“

KANN ICH MEINE HAUT AUCH VON INNEN STÄRKEN? Das ist zusätzlich zur Pflege sogar sehr zu empfehlen. Da die freien Radikale ja nicht nur auf der Hautoberfläche, sondern auch in den tieferen Schichten wüten. Also regelmäßig frisches Obst und Gemüse wie Äpfel, Karotten, Orangen und Tomaten essen oder in flüssiger Form trinken. „Sehr vielversprechend finde ich außerdem die Möglichkeiten, mit Nahrungsergänzung etwas gegen die Schäden von Umweltverschmutzung zu tun, also Falten zu mildern und die Haut zu straffen“, sagt Meike Streker, die an der Universität Hamburg eine Studie über die Wirksamkeit der Trink-Ampullen „Elasten“ mitbetreute. „Denn diese wirken auf den ganzen Körper, während wir uns mit Pflege meist vor allem auf das Gesicht konzentrieren.“ Für die Studie haben 24 Frauen, alle über 45 Jahre alt, zwölf Wochen lang täglich eine Ampulle „Elasten“ mit Kollagen-Peptiden, Vitamin C und E, Zink und Biotin getrunken. Messungen zeigten anschließend, dass die Haut im Gesicht durchschnittlich um fast 50 Prozent elastischer war, am Körper um etwa 40 Prozent.

IST MAKE-UP ODER SHAMPOO MIT ANTI-POLLUTION SINNVOLL? Meist beinhaltet ein Anti-Pollution-Komplex Radikalfänger und andere stärkende Wirkstofe. In Make-up integriert kann das die oberen Hautschichten schützen und ist deshalb sinnvoll. BRI GI T T E 19/ 2018

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Farbe 2.0

Radikalfänger in Makeups sollen die Haut schützen

Detox- oder Anti-Pollution-Shampoos reinigen im Idealfall Haar- und Kopfhaut besonders gründlich, aber sanft von Styling- und Schmutzpartikeln. Für die Kopfhaut gilt laut erster Studien dasselbe wie für das Gesicht: Schmutzpartikel wie PAKs und andere flüchtige organische Verbindungen können die Barriere stören und die Haut irritieren. Folgen sind zum Beispiel Schuppen oder Rötungen.

HILFT SONNENSCHUTZ AUCH GEGEN

Ob etwa mineralische Filter auch Feinstaub-Partikel abhalten können, ist bis jetzt nicht erforscht. Was Studien allerdings gezeigt haben: Lichtschäden können durch Feinstaub verschlimmert werden, Umweltschmutz verstärkt also die Wirkung von UV-Strahlung. Deshalb ist sehr wichtig, sich vor beidem zu schützen, also auf Sonnenschutz und Antioxidantien zu setzen.

KANN MAN EINE ART SCHUTZSCHILD FÜR DIE HAUT ERFINDEN? Da sind Forscher tatsächlich dran. „Wir haben für den amerikanischen Markt einen Puder entwickelt, der eine feine Schicht auf der Haut bildet, an die sich keine Partikel haften können“, erzählt Muriel Pujos, Director of Scientific Coordination der Luxus-Sparte beim Kosmetik-Konzern Coty. Auch mit bestimmten Lipiden soll ein ähnlicher Efekt 70

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erzielt werden. Ein weiterer Ansatz: Den Rezeptor in den Hautzellen mit einem Wirkstof zu blockieren, sodass die schmutzigen Verbindungen dort gar nicht erst nicht andocken können. Und somit keinen Schaden verursachen. Was das Feld für die Forschung so komplex macht: „Mit technischen Entwicklungen kommen oft neue Partikel in der Luft hinzu, und neue Konstellationen entstehen, die wir erforschen müssen“, sagt Coty-Expertin Pujos. Von einem „permanenten Innovationsprozess“ spricht auch MarieHélène Lair, Scientific Communication Director von Clarins. Das französische Unternehmen ist einer der Pioniere der Anti-Pollution-Kosmetik und integrierte bereits 1991 in die Tagespflege und Foundations eine entsprechende Wirkstofkombination, die gerade in der sechsten Generation auf dem Markt ist. Ihr Fokus in Zukunft: Bluelight, ein Teil des Sonnen-, aber auch Bildschirmlichts, das der Haut ebenfalls schaden soll.

HA AR E & MAK E-U P AG NE S H A KO L LI EN MOD EL LU CA AIME E / SE E D S

UMWELTSCHMUTZ?


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SAUBER, STARK, SCHÖN 6

Haut und Haare gegen Schadstoffe wappnen: Das ist der Job dieser Anti-Pollution-Profis

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1 Widerstandskraft durch Bio-Grüntee: „Urban Skin Protect Tagespflege LSF 20“ von Nivea, 50 ml ca. 5 Euro 2 Porentief reinigt Bürste „Mia 2“, ca. 159 Euro mit „Deep Pore“-Aufsatz, ca. 26 Euro. Von Clarisonic 3 Abwehr stärken: „Ultimune Power Infusing Concentrate“ von Shiseido, 30 ml ca. 95 Euro 4 Smartes Make-up „Skin Illusion SPF 15 Foundation“ mit Pollution-Schutz. Von Clarins, 30 ml ca. 40 Euro 5 Schutzschild „Skin Manager Bodyguard“-Tagespflege von Alcina, 50 ml ca. 13 Euro 6 Haar-Detox „Anti-Pollution Detox Micellar Shampoo“ von Yves Rocher, 300 ml ca. 4 Euro 7 Push für Ihre Creme: die „Anti-Pollution Drops“ dazugeben. Von Dr. Barbara Sturm, 30 ml ca. 125 Euro 8 Quelle „Dramatically Different Hydrating Jelly“ von Clinique, 125 ml ca. 48 Euro 9 Antioxidativ mit Algen-Extrakt: „Skin Oxygen Strengthening Concentrate“ von Biotherm, 30 ml ca. 50 Euro 10 Ectoin im Reinigungsschaum stärkt: „Multi Active Mousse“ von Eubos, 100 ml ca. 14 Euro 11 Shot mit Kollagen gegen Hautalterung: Trinkampulle „Elasten“ von Quiris Healthcare, 28 Stück ca. 89 Euro (Apotheke) 12 Moringa in der getönten „Skin Feels Good“-Pflege wirkt antioxidativ. Von Lancôme, 30 ml ca. 34 Euro 13 Reinigt sanft: „Detox Effect Mask“ von Lavera, 50 ml ca. 9 Euro

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Haar-Coach

Diesmal: die besten Tipps für kurz – und gut

B I R G I T P OT Z K A I Unsere Produzentin träumt von langem Haar. Was sie seit Jahren trägt: einen coolen Short Cut. Sie kennt sich also aus

1. DER SCHNITT „Der ist entscheidend, damit kurzes Haar nicht einfach nur ,praktisch’ aussieht. Von ungezählten Vorher-Nachher-Produktionen weiß ich: Was zu wagen, lohnt sich. Es braucht ein, zwei Tage zum Drangewöhnen, aber dann gehört der neue Look zu einem. Und: alle sechs bis acht Wochen nachschneiden lassen – mit jedem Zentimeter Nachwuchs verändert sich der Schnitt und damit manchmal auch ‚die Aussage‘.”

„Von wegen kurz und unkompliziert: Ich brauche immer irgendein StylingProdukt, damit mein Haar Struktur bekommt. Matt-Wachs ist super, außerdem liebe ich Öl und ,Nivea Creme‘ aus der blauen Dose für den Glanz. Stylingschaum bündelt mir die Strähnen zu stark: Bei sehr feinem, sehr kurzem Haar scheint dann unter Umständen die Kopfhaut durch.“

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3 . D I E FA R B E 1 Glanz „Hair Oil Coconut“ von Urtekram,100 ml ca. 9 Euro 2 Extra „Nivea Creme“, 150 ml ca. 2 Euro 3 SOS „Magic Retouch“ von L‘Oréal Paris, 90 ml ca. 7 Euro 4 Struktur „Molding Mud“ von Sebastian, 75 ml ca. 22 Euro

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„Ein Ansatz fällt in kurzem Haar viel schneller auf – der Weg von den Spitzen zur Kopfhaut ist ja nicht so lang ... Ich färbe regelmäßig meist selbst. Vorsicht, Falle Hinterkopf: hier noch mal gucken (lassen), ob Sie alles erwischt haben. Zum Überbrücken gut: getönte Sprays. Weil man sie mit den Fingern verteilt, färben sie auch die Kopfhaut leicht. Das gaukelt Fülle vor – super bei sehr feinem Haar.

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/Zahnpf lege

Immer schön

putzen

Lange waren weiße Zähne und damit Whitening-Pasten das große Ding. Jetzt steht das Zahnfleisch im Fokus. Und seine größte Feindin: die Parodontitis, mitverantwortlich für Herz-KreislaufErkrankungen. Inzwischen leiden nicht mehr nur Menschen über 40 unter dem entzündlichen Zahnfleischschwund, auch junge Erwachsene sind betrofen, Tendenz steigend. Was man dagegen tun kann? Vitalstofe schlucken, möglicherweise: Eine mit der Uni Marburg durchgeführte Studie zeigte, dass eine Kur mit dem orthemolekularen Nahrungsergänzungsmittel „Hypo-A Itis-Protect“ die Entzündungswerte in der Mundhöhle signifikant verbessern konnte. Oder ganz klassisch: zwei Mal täglich wenigstens zwei Minuten lang Zähne putzen, idealerweise mit elektrischen Bürsten, die über eine Andruckkontrolle verfügen, gewebefreundlich mit dem Bürstenkopf zu einem Drittel auf dem Zahnfleisch. Um den Schmelz zu schonen, sollte die Zahncreme nicht zu grobe Abriebpartikel enthalten. Und damit sich der Biofilm aus Bakterien („Plaque“) nicht in den Zwischenräumen festsetzen kann, mit Zahnseide und -zwischenraumbürstchen arbeiten; das vermeidet zudem gereiztes Zahnfleisch – und Parodontitis.

A LT E R N AT IVEN GESUCH T ? Wegen seiner Erfolge in der Behandlung von Parodontitis, steckt das AllroundDesinfektionsmittel Triclosan zu 0,3 Prozent auch in mancher Zahnpasta. Obwohl es in der Kritik steht, weil es hormonähnlich wirken, Gewässer belasten und

... und keine Angst: Die neuen Pasten sind besonders sanft zu Schmelz und Zahnfleisch – und können auch sonst so einiges

die Bildung multiresistenter Keime fördern kann. Viele Verbraucherinnen suchen deshalb nach alternativen Zahncremes: mit Sole etwa, Kräuterextrakten oder auch Aktivkohle. Sole und Natriumkarbonat wirken antibakteriell gegen Plaque. Kräuter wie Salbei, Kamille und Thymian ebenso. Zudem haben sie antientzündliche Eigenschaften und werden auch wegen ihrer zusammenziehenden Eigenschaften geschätzt – je dichter das Fleisch am Zahn anliegt, desto schlechter gelangen Bakterien darunter. Bei Aktivkohle wiederum weiß man, dass sie Schmutz an sich bindet. Ob sie das auch in Zahncreme kann, ist allerdings strittig. Angesichts dürftiger Zahnhygiene (ein Großteil putzt weniger als eine Minute!) genügen solche Alternativen vielen Zahnärzten aber nicht – besonders bei fortgeschrittener Parodontitis, bei Implantaten und Brackets. Wissenschaftlerinnen wie Dr. Marianne Gräfin Schmettow von der Firma Gaba (u. a. „Meridol“) verweisen da jedoch auf stabilisiertes Zinnfluorid, das in großen Studien gleiche entzündungshemmende Erfolge zeigt. Fluoride sind zudem Karies- und Schmerzvermeider; Art und Menge des Fluorids (mindestens 1250 ppm) steht meist auf der Tube.

AUCH SO EMPFINDLICH? Gut 60 Prozent der Deutschen leiden unter sensiblen Zähnen, die etwa auf HeißKalt-Süß-Reize oder auch Putzen mit


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GEWUSST WIE Nach dem PUTZEN Nicht ausspülen, sondern ausspucken. Oder die Pastenreste nur mit ein wenig Wasser leicht verdünnen und den Mix durch die Zähne ziehen – damit die Wirkstoffe nicht gleich im Ausguss landen. Um sie nicht so schnell wieder von den Zähnen zu reiben, für ein Viertelstündchen (besser noch 20 Minuten) nichts knabbern.

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Nach dem ESSEN Den Mund nur ausspülen und Zwischenräume mit Dental-Sticks oder Zahnseide reinigen.

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Schmerz reagieren. Ein erster Schritt in der Schmerzunterbrechung gelang Forschern bereits Ende der 80er-Jahre mit dem Wirkstof Kaliumnitrat (in „Sensodyne“). Der Klassiker wirkt im Mix mit Zinnfluorid wie ein Schutzschild, indem er die Reize transportierenden Dentinkanälchen verschließt. Genau wie die Kombination aus Zinnfluorid und Aminfluorid oder die Aminosäure Arginin. Ganz ähnlich wappnet auch „künstlicher Zahnschmelz“ freiliegende Zahnhälse: Hydroxylapatit kann die Zahnsubstanz langfristig widerstandsfähiger machen – zum Beispiel gegen Säuren, die zucker- und stärkehaltige Lebensmittel verursachen, wenn sie zu lange auf den Zähnen bleiben. Auch auf Whitening-Efekte muss man bei sensiblen Zähnen nicht verzichten. Die Pasten der neuen Generation sind ohnehin Softies, reiben nicht mehr mit aggressiven Schmirgelsubstanzen Nahrungs- und Genussmittel-Farbstofe vom Zahn, sondern bilden einen Schutzfilm („Lotusefekt“), der auch Bakterien abweisen soll. Oder sie enthalten feinste blaue Pigmente – als Komplementärfarbe zu Gelb. Im Laufe des Tages „waschen“ sie sich jedoch wieder ab. Noch ein Wort zum umstrittenen Weißmacher Titandioxid (CI 77891): Die Ergebnisse einer französischen Tierversuchsstudie, die ein Krebsrisiko des Stofes nahelegte, wurde von den Ausführenden als nicht auf den Menschen übertragbar bezeichnet. Ein Risiko in Zahnpasta scheint also bislang nicht gegeben. ANGELA SCHÖNECK

Und ZWISCHENDURCH Zuckerfreie Kaugummis mit Xylit regen den Speichelflusss an, und der remineralisiert den Schmelz.

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1 Schutzfilm „Colgate Max White

Expert Complete”, ca. 10 Euro 2 Fitter dank Aminfluorid: „Meri-

dol Parodont Expert“, ca. 5 Euro 3 Two-in-one „Oral-B Zahnfleisch 10

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und Zahnschmelz Repair“, ca. 4,50 Euro, ab September 4 Zwischendrin „EasyPic“-Dental-Stick von TePe, 36 Stck. ca. 4,50 Euro 5 Aktivkohle „Humble Natural Toothpaste Charcoal“, ca. 4 Euro 6 Stärkung mit Hydroxylapatit: „Dr. Wolff’s Biorepair sensitiv“, ca. 5 Euro 7 Erste Hilfe mit Arginin: „Elmex Sensitive Professional Schmerzlinderungsstift“ + Bürste, ca. 15 Euro 8 Fruchtig „Curaprox BeYou Pure Happiness“ + Bürste, ca. 14 Euro 9 Anti-Schmerz-Profi mit Zinnfluorid: „Sensodyne Sensitivität & Zahnfleisch”, ca. 5 Euro 10 Solo Sole „Weleda Sole-Zahncreme“, ca. 5 Euro 11 Mit Kamille „Lavera Basis sensitiv“, ca. 2 Euro BRI GI T T E 19/ 2018

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beauty news

. . . n a n e g a r F 3 Ohne Ammoniak: „Olia“ von Garnier, ca. 7 Euro

GUIDO MARIA KRETSCHMER Der Modedesigner berät auf Olia.de Userinnen zur perfekten Haarfarbe

MAKE-UP

Kanns te kni cke n Jede noch so kleine Wimper mit einer Bürste erreichen: Das kriegt die innovativ bewegliche „Unlimited Mascara“ hin. So funktioniert’s: erst ganz normal tuschen das verlängert die tuschen, Wimpern maximal, dann den Bürstenhals knicken, um auch feine Härchen im Augenwinkel zu erreichen. Von L’Oréal Paris, ca. 14 Euro

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Wie finde ich die richtige Farbe? „Richtig“ ist nicht nur eine Frage des persönlichen Gustos. Faktoren wie Augen- und Hautfarbe, Haarlänge, Persönlichkeit, etwa wie mutig man generell ist, spielen eine große Rolle. Es geht also um eine Bestandsaufnahme? Genau, und auch der Modestyle ist nicht zu unterschätzen. Wenn man sehr expressiv ist, kann man auch auf dem Kopf Gas geben. Zurückhaltenden Typen rate ich eher zu klassischen Farben. Ihre liebste Haarfarbe 2018? Ein schönes kühles Blond, das wir schon letztes Jahr bei Olia lanciert haben.

... der deutschen Frauen und Männer glauben immer noch, dass ihr Hautbild im Gesicht durch Sonnenstrahlen verbessert wird.

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Quelle IP SO S-STUD IE IM AUF TR AG VO N NIVEA FACE

S H O P- E R Ö F F N U N G

OFFLINE IN BERLIN PFLEGE

M e s s a ge o n th e B o ttle „Be yourself not your selfie“: Die vegane Kosmetikmarke Uareok will jungen Menschen mit Botschaften auf den Produkten ein gesundes Selbstwertgefühl vermitteln. 1 „Body Lotion“, 200 ml ca. 11 Euro 2 „Clean Up“, 150 ml ca. 10 Euro 3 „Face Care“, 50 ml ca. 12 Euro 76

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Im Herzen der Hauptstadt hat Onlinehändler Zalando die erste Beauty-Station eröffnet. Der 160 Quadratmeter große Concept Store führt mehr als 53 Marken und bietet Tutorials, ExpertenBeratung und Service-Stationen für Make-up und Nägel an (Weinmeisterstraße 2, Berlin).

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Dossier

Psychologie & Gesellschaft

Leia im Glück: Als ihr Baby geboren wird, ahnt die 19-Jährige noch nicht, wie mühsam der Weg für sie beide wird

„Mama hat dich soooo lieb!“ Eine junge Frau lebt auf der Straße und wird schwanger. Sie will ihr Kind behalten, unbedingt. Die Geschichte eines Kampfes gegen Vorurteile, Behörden – und gegen sich selbst TEXT KRISTINA MAROLDT

FOTOS VERENA BERG

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DOSSIER

Juli 2017

en Nacht als Mutter packt sie der eicht war alles umsonst. Sie liegt in ihrem Bett im Krankenhaus, die Wunde vom Kaiserschnitt schmerzt noch, in ihren Brüsten drückt die Milch. Doch das Kind, 50 Zentimeter, 3155 Gramm, das große Versprechen, das endlich alles gut wird, ist weg. Vielleicht für immer? Wenn sie daran denkt, wird ihr schlecht vor Angst. Sie ist 19, kräftig und gewohnt, auch im Winter auf der Straße zu schlafen. Ihre Unterarme sind durchs Ritzen gerifelt, über ihren linken Oberarm rankt sich ein Tattoo, auf dem Kopf leuchtet ein Irokesenschnitt in allen Regenbogenfarben. Leia, so will sie in dieser Geschichte heißen, wie Prinzessin Leia aus „Star Wars“, hat den Körper einer Kriegerin. Doch ihr Blick ist weich und verträumt. In ihrer Patientenakte steht, dass sie unter einer Borderline-Störung leidet und während des ersten Schwangerschaftsmonats Drogen nahm. Was nicht dort steht: Dass Leia, sobald sie von dem Baby wusste, ihr Leben radikal geändert hat. Sie hat aufgehört mit den Drogen, hat eine feste Beziehung, eine Wohnung, neue Freunde. Es ist der Versuch einer Drehung um 180 Grad. Kann das gut gehen? Wir haben Leia ein Jahr lang alle paar Wochen getrofen, von zwei Monaten vor der Geburt bis kurz vor dem ersten Geburtstag ihres Kindes. Nicht alles an ihrer Geschichte ist nachprüfbar. Weil die Ämter die Auskunft verweigern. Weil Trefen nur Momentaufnahmen sind. Doch fest steht: Leia kämpft um ein bisschen Glück im Leben. Nach dem Jahr ist dieser Kampf nicht ausgefochten. Leia will ihn trotzdem gewinnen. Sie sagt: „Ich weiß, ich schafe das.“

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Das Beste an ihrer Wohnung ist der Kühlschrank, findet Leia. „Essen aufbewahren ist so ein Megaproblem auf der Straße.“ Sie sitzt auf dem Sofa ihrer Wohnung im Hamburger Osten, ein großes Kind mit Babybauch, das ein bisschen überfordert wirkt angesichts des Tempos, in dem sich das Leben in den letzten Monaten verändert hat. Statt auf die Beine vorbei eilender Passanten blickt Leia jetzt auf Schrankwand, Fernseher und eine Straße mit kleinen Mehrfamilienhäusern. An die Wand hinter dem Sofa hat sie mit Reißzwecken Fotos gepinnt: Sie selbst mit fünf im Kindergarten, beim Kuscheln mit ihrem jüngsten Bruder, im Bus neben ihrem neuen Freund – er soll hier Tom heißen –, der sie küsst. Die Bilder beschwören eine Idylle; in Leias Leben blitzten solche Momente bisher nur schnappschussartig auf. Die Wohnung hat Toms Schwester für sie organisiert, seit April 2017 wohnt Leia hier, zwei Zimmer, Küche, Bad, die Miete zahlt das Amt. Tom half ihr auch, Möbel zu organisieren, Babybett, Wickeltisch, Strampler aus der Kleiderkammer. Tom unterstützt sie beim Ämterkram, hilft ihr im Haushalt, beruhigt sie, wenn sie wieder Albträume hat, um sich tritt und schreit. Auch jetzt sitzen sie nebeneinander: Er, 23, Installateur-Azubi, ruhige Stimme, breite Schultern, lange Haare, der jeden Sonntag seinen Vater besucht und sagt, so sei das nun mal in Großfamilien wie

Straßenkinderalltag: Um ein paar Euros zu schnorren, sitzt Leia oft stundenlang am Hamburger Hauptbahnhof


„Familie, kenn ich nicht, was ist das eigentlich?“ In ihrer Stammkneipe auf dem Kiez findet Leia Geborgenheit

seiner: „Da betüddelt jeder jeden.“ Und sie, das Heimkind und Straßenmädchen, die verlegen grinst, als sie das hört und frotzelt: „Ey, Familie, das kenn ich gar nicht, was ist das eigentlich?“

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Tom ist die bisher größte Chance in Leias Leben. Als sie ihm im Januar 2017 erzählte, dass sie schwanger sei, sagte er sofort: Wir ziehen das durch. Sie waren da seit einem Jahr befreundet, feierten in denselben Kneipen, seit Kurzem hatten sie eine Afäre. Tom wusste, dass er nicht der Vater ist. Doch er hatte sich in Leias Mischung aus Coolness und Verletzlichkeit verliebt, wollte ihr geben, wovon die Fotos über ihrem Sofa erzählen: Geborgenheit, Liebe. Vielleicht weil er sich selbst danach sehnte. Seine Mutter hatte Krebs, im März 2017 starb sie. Als Tom und Leia zusammenkamen, herrschte Chaos in Leias Leben. Im Oktober 2016 war sie aus ihrer betreuten Jugendwohnung geflogen, weil ihr damaliger Freund, ein obdachloser, drogensüchtiger

Punk, dort gesofen hatte. Seitdem hing sie mit den anderen Punks auf der Straße ab; war Geld da, nahm sie Drogen. Manchmal übernachtete sie vor dem Sexshop neben ihrer Stammkneipe auf der Reeperbahn, da gab es ein Dach und Licht. Manchmal fand sich ein Kumpel mit Wohnung, bei dem sie schlafen konnte. Manchmal schlief sie auch mit dem Kumpel. Schwanger wurde sie nie, sie nahm die Pille. Im Dezember 2016 reisten der Freund und sie per Flix-Bus nach Barcelona. Dort, „am Strand mit Wellenrauschen im Ohr“, so hat sie es sich später ausgerechnet, wurde das Baby gezeugt, trotz Pille. Doch die Beziehung war nach der Reise vorbei. „Der hat einfach nichts auf die Reihe gekriegt“, sagt Leia. „Ich wollte nicht auch so enden.“ Vier Wochen später machte sie einen Schwangerschaftstest, weil ihre Periode überfällig war. Er war positiv. „Mein erster Gedanke war: Ich brauch ein Bier“, sagt sie jetzt auf dem Sofa und lacht. Ihr Kugelbauch hüpft dabei, sie umfasst ihn sofort mit beiden Händen, als fürchte sie, er könne herunterkullern. „Mein zweiter Gedanke war: Bloß nicht. Weil: Ich will den Zwerg ja behalten. Ich hab doch kein Recht, ein Leben

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„Mit dem Baby wollte mir das Schicksal was sagen: Krieg mal dein Leben auf die Kette!“

Verliebt: In den ersten Wochen nach der Geburt lässt Leia ihre Tochter nicht aus den Augen

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DOSSIER

zu beenden, das noch nicht angefangen hat. Ich glaube, das Schicksal hat mir damit was sagen wollen: Krieg dein Leben auf die Kette. Also bin ich zum Jugendamt. Steckt mich irgendwohin, hab ich gesagt. In eine betreute Wohnung, ein Mutter-Kind-Heim, egal. Hauptsache, ich kann dieses Kind kriegen. Ich freu mich so darauf, weil: das ist meins!“ In Leias Leben gab es bisher nichts, was ihres war. Wenn sie davon erzählt – und sie tut das so abgeklärt, dass man ahnt, wie oft sie ihre Kindheit schon vor Therapeuten ausbreiten musste – dann hat man den Eindruck: Hier ging schief, was schiefgehen konnte. Irgendwie schafte Leia es trotzdem, auch nach den tiefsten Abstürzen immer auf den Füßen zu landen, den Dreck abzuschütteln, weiterzulaufen. Leia, die Katze. Das hat sie gerettet.

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Sie wuchs in einem Dorf an der Ostsee auf, ihre Mutter hatte sich schon vor der Geburt von ihrem Vater getrennt, zu Leia sagte sie: Du bist das Produkt einer Vergewaltigung, hätte ich dich nur abgetrieben. Die ersten Lebensjahre pendelten die beiden zwischen Wohnung und Mutter-Kind-Heim. Mit sieben riss Leia das erste Mal aus. Mit acht kam sie ins Kinderheim. Nach zwei Wochen begann einer der Erzieher, sie unterm Höschen zu befingern. Es dauerte Monate, bis ihr dämmerte, dass das nicht okay war. Bescheid zu sagen traute sie sich nicht, aus Angst, man würde ihr nicht glauben. Stattdessen spürte sie bald eine riesige Wut, die sie immer öfter aus dem Nichts packte. Dann prügelte sie sich, ritzte sich, hielt einem anderen Kind ein Messer an den Hals, musste in die Psychiatrie, bekam Pillen gegen ADHS, die nichts halfen. Erst mit elf vertraute sie sich einer Freundin an. Die schlug Alarm, Leia kam wieder in die Psychiatrie, dann in ein Heim nach Baden-Württemberg. Der Erzieher wurde wegen des Missbrauchs an ihr zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Vielleicht wäre Leias Leben anders verlaufen, hätte sie von da an eine feste Bezugsperson gehabt, die zu ihr gehalten und ihr gleichzeitig Grenzen gesetzt hätte. Doch eine intensive Betreuung kostet Zeit und Geld; beides ist in der Jugendhilfe knapp. Immer wenn Leia Probleme machte, wurde sie deshalb in ein anderes Heim geschoben, wie ein kaputtes Möbelstück, das keiner mehr will. Irgendwann hielt sie sich selbst für einen hofnungslosen Fall. Schon mit zehn hatten Ärzte bei ihr eine Borderline-Störung vermutet, mit 18 bekam sie die Diagnose. Borderline kann entstehen, wenn Kinder just von denen zurückgestoßen werden, die ihnen Halt geben müssten; auch sexueller Missbrauch kann dazu führen. Wer Borderline hat, kann seine Gefühle

schwer kontrollieren und die anderer schlecht einschätzen, fühlt sich oft wertlos, giert nach Aufmerksamkeit, wird vom kleinsten Konflikt aus der Bahn geworfen. Viele führen trotzdem ein glückliches Leben. Doch Leias ohnehin nicht einfachen Weg macht diese Krankheit oft komplizierter. Mit 16 riss sie wieder aus, ohne Schulabschluss, mitten im Winter. In Freiburg kümmerten sich obdachlose Punks um sie, zum ersten Mal fühlte sich Leia akzeptiert, wie sie war. Doch die Punks schenkten ihr auch Drogen und Alkohol, ihre Wut betäubte sie nun damit. Ein Jahr zog sie durch Deutschland, dann landete sie in Hamburg. „Babykeks“ nannten die anderen Punks sie dort, weil sie noch so jung war. Wer lange auf der Straße lebt, dem fällt die Rückkehr in einen Alltag mit Regeln und Pflichten oft schwer. Doch Leia will beweisen, dass sie es kann. Dass sie jetzt eine Wohnung habe, einen festen Freund und bald eine Tochter, sei für sie auch eine späte Genugtuung, sagt sie. Früher habe sie sich oft ausgemalt, wie sie den Erzieher, der sie im Heim missbraucht hatte, foltern würde, sollten sie sich begegnen. „Heute träume ich davon, ihn einfach anzulächeln und zu fragen: Na, hast du auch so ein schönes Leben? Denn genau das wollte der doch: mein Leben zerstören. Aber ich bin immer noch da.“

August 2017 Sechs Wochen später sitzt Leia auf einer Bank vor dem Krankenhaus, in dem sie vor drei Tagen ihre Tochter entbunden hat. Sie ist blass, ihre Hände zittern. Sie sagt: „Ich will hier weg.“ Die Geburt sei schlimm gewesen. Blasensprung, ewiges Warten auf die Wehen, zwölf Stunden Schmerzen, Kaiserschnitt. Am 27. August dann, kurz vor Mitternacht: Samira, die Tochter, gesund, in ihrem Arm. „Ich dachte, jetzt haben wir’s geschaft.“ Doch dann sagt ihr am nächsten Morgen die Babylotsin des Krankenhauses, dass Samira zur Beobachtung ins Kinderkrankenhaus verlegt werden müsse, der Kinderarzt befürchte Entzugserscheinungen wegen Leias Drogenkonsum in der Frühschwangerschaft. Die Babylotsinnen, die es in vielen Kliniken in Deutschland gibt, sind für Frauen wie Leia eigentlich wie geschafen: Als speziell ausgebildete Sozialpädagoginnen sollen sie Mütter in schwierigen Situationen beraten. Doch Leia fühlt sich überrumpelt, misstrauisch gegenüber Sozialarbeitern ist sie wegen ihrer Heim-Odyssee sowieso. Den Vorschlag der Babylotsin, sich zu Hause von einer Familienhebamme betreuen zu lassen, lehnt sie deshalb brüsk ab. Die Verlegung Samiras interpretiert sie als Versuch, ihr die Tochter ganz wegzunehmen. Als Samira in die Kinderklinik gebracht wird, lässt sie sich entlassen und fährt mit.

In Leias Leben ging schief was schiefgehen konnte. Sie landete trotzdem stets auf den Füßen

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Sehnsucht: Im November gibt Leia Samira zu Pflegeeltern. Und vermisst sie sofort

Ausgelaugt: Leia kann nicht mehr. Doch die versprochene Familienhelferin kommt nicht

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Den Tag dort schildert sie als einzige Demütigung; ob die Dinge sich wirklich so zugetragen haben, lässt sich nicht prüfen, die Klinik will sich nicht dazu äußern. Leia sagt: „Die haben mich als Menschen zweiter Klasse behandelt. Ich hatte Angst, dass sie das auch mit Samira tun.“ Ich will in eine andere Klinik, habe sie gerufen. Sonst hau ich mit der Kleinen ab! Dann müssen wir den Kinder- und Jugendhilfenotdienst einschalten, habe man ihr gesagt. „Da war mir klar: Die würden Samira im Zweifel in eine Pflegefamilie geben.“ Von da an sei sie still gewesen. Am Abend kommen sie dann doch zurück in die alte Klinik. Samira wird zwei Tage auf der Neugeborenenstation überwacht, Leia darf alle vier Stunden zum Stillen zu ihr. Danach 24 Stunden Probezeit auf der Wöchnerinnenstation; die Klinik will sichergehen, dass sie mit Samira klarkommt. Als Leia am vierten Tag nach der Geburt endlich nach Hause darf, mit Samira und einer Liste von Pflichtterminen bei Kinderarzt, Jugendamt und

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psychosozialem Dienst, sind die Fronten für sie glasklar: Ihr Feind, das sind alle, die an ihr zweifeln – die Ärzte, die Sozialarbeiter, die Behörden. Vor denen will sie sich keine Blöße mehr geben. Sie will es schafen. Jetzt erst recht.

September 2017 Wenn man Leia ein Jahr lang begleitet, dann sind die leichten Begegnungen die, bei denen sie selbst das Gefühl hat, alles im Grif zu haben. Sie kann dann charmant sein, zugewandt, empathisch. Doch genauso häufig erlebt man sie in kritischen Phasen, die fast wütend machen. Weil sich Leia durch ihre Impulsivität die größten Steine oft selbst in den Weg legt, die Schuld später aber gern auf andere schiebt. Und weil sie mit ihrer Angst vor Verbindlichkeit meist genau die vor den Kopf stößt, die ihr eigentlich helfen wollen. Leia ganz zu fassen, ist schwer; oft wirkt sie, als spiele sie nur eine Rolle – wie ein Kind, das testet, wie es am meisten Aufmerksamkeit bekommt: als Vernünftige, als Dreiste, als Opfer, als Kämpferin?


Einer der wenigen Momente, in denen sie ganz bei sich zu sein scheint, ist ein Badeausflug an die Elbe. Am Fluss ist es still an diesem Tag, keine Menschen, nur das Wasser, das in der Sonne glitzert. Leia zieht sich aus bis auf die Unterwäsche, läuft ins Wasser, wirft sich hinein. Schon als Kind habe sie das gemocht, wird sie später sagen: die Wellen, die sie wiegen. Die Geborgenheit, die man plötzlich spürt. In den ersten Wochen nach der Geburt läuft mit Samira alles gut. Leia hält sie verliebt in den Armen, stillt sie, schmust mit ihr. Sie bekommen viel Besuch von Freunden und Toms Familie. Auch ihre Mutter, mit der sie seit der Schwangerschaft wieder mehr Kontakt hat, reist kurz von der Ostsee an. Darf ich sie auch mal halten, fragt sie, als sie Samira sieht. Leias Augen leuchten, als sie davon erzählt. Das Leben ihrer Tochter, hat sie sich vorgenommen, soll anders starten als ihres. „Meine Mutter und ich sind ja gleich ins Heim gekommen. Da haben sich 16 Leute um mich gekümmert, wir hatten keine Chance, eine Bindung zueinander aufzubauen.“ Sie lässt Samira deshalb nicht aus den Augen, liest Bücher über Babyentwicklung, trift regelmäßig ihre Nachsorgehebamme. „Meine Zaubermaus“, schreibt sie auf ihrer Instagram-Seite unter einem Foto von sich und Samira. „Mama hat dich soooo lieb!“ Der Stress beginnt, als Samira vier Wochen alt ist. Wegen einer Fehlstellung der Hüfte wird ihr eine Spreizhose verordnet. Wenn sie sie trägt, brüllt sie wie am Spieß. Leias und Toms Nerven liegen blank. Wer Borderline hat, den packen Wut, Angst und Erschöpfung mit solcher Wucht, dass die Anspannung schnell unerträglich wird. Viele versuchen dann, den Druck zu mildern, indem sie sich ritzen, Drogen nehmen. Während ihrer Schwangerschaft hat Leia sich andere Ventile gesucht: sich aufs Bett legen und Musik hören zum Beispiel. Doch mit einem brüllenden Baby ist das schwer. Als sich Samira eines Nachts wieder nicht beruhigen lässt, explodiert in ihr die Wut, die sie von ihrer Zeit im Kinderheim kennt: Sie packt den Teddy, der neben Samira liegt, und würgt ihn. Danach ist sie über sich selbst erschrocken. Sie ruft ihre Nachsorgehebamme an, weint: Ich hab den Teddy gewürgt statt Samira! Ich brauche doch Hilfe! Die Hebamme alarmiert eine Koordinationsstelle für Frühe Hilfen, bittet um Vermittlung einer Familienhebamme. Es eile! Man verweist sie ans Jugendamt: Wenn eine Mutter so etwas tue, müsse man eine Kindeswohlgefährdung melden, nur dann sei schnelle Hilfe möglich. Okay, sagt Leia, ruf da an. Tags darauf besucht sie der Jugendamtsmitarbeiter, der sie schon seit ihrer Obdachlosenzeit betreut. Sie besprechen, wie es weitergeht: Samira darf bei ihr bleiben, das Amt sucht eine Familienhelferin, Leia einen Therapieplatz. Es scheint, als werde alles gut.

Oktober 2017 Doch dann passiert sechs Wochen lang nichts. Leia ruft einige Male im Amt an, stets heißt es: Es dauert noch. Soll ich Druck machen?, fragt die Hebamme. Doch Leia hat Angst, dass man ihr Samira dann wegnimmt. Ihr gehen die Sätze der Frau vom Jugendamt nicht aus dem Kopf, die sie nach der Kindeswohlgefährdungsmeldung angerufen hat: Geht es ihnen nicht gut, geht es dem Kind nicht gut. Wäre eine Pflegefamilie nicht vielleicht besser? Die Vorstellung, Samira weggeben zu müssen, macht Leia verrückt. Doch der Alltag mit ihr auch. Das Gebrüll, der Haushalt, der Ämterkram. Tom, der nicht versteht, warum sie die Wochenenden nicht mit ihm und seinem Vater verbringt, sondern zu einem Kumpel flüchtet, der auf der Reeperbahn wohnt. Weg vom Babystress. Und auch weg von dem Gefühl, Tom und seiner Familie ewig dankbar sein zu müssen. Von der Spreizhose bekommt Samira einen Nabelbruch. Noch mehr Geschrei. Im Oktober haben alle drei Krätze. Der Juckreiz macht sie wahnsinnig. Die Wut ist nun Leias ständiger Begleiter. Wenn Samira nicht tut, was sie will, schreit sie sie an. Wenn Tom meckert, dass sie nicht geputzt hat, explodiert sie. Nachts liest sie Bücher über Borderline. Ich muss das in den Grif kriegen, denkt sie. Seit sie in Hamburg ist, hat sie zwei Therapien abgebrochen, ihr war nicht klar, wieso sie so was brauchte. Jetzt weiß sie es. Doch wo soll Samira hin, wenn sie in der Klinik ist?

November 2017 Die Nacht zum 21. November ist besonders hart. Leia schläft kaum. Zwei Wochen zuvor hat sie die Hebamme gebeten, doch beim Amt nachzufragen. Als sich keiner meldete, ging sie selbst dorthin. Sie werde Hilfe kriegen, hieß es. Nächste Woche. Erst war sie erleichtert. Doch dann kamen die Zweifel: Geht es mir noch so gut, dass ich Samira geben kann, was sie braucht? Gerädert steht sie an diesem Morgen auf, füttert Samira. Die will nicht trinken. Da rastet sie aus: Sie greift sich ein Kissen, schleudert es gegen die Wand. Das hätte Samira sein können, denkt sie, als die Wut abebbt. Und dann: Ich brauche eine Therapie. Sofort. Und Samira muss in eine Pflegefamilie. Alles andere wäre egoistisch. Sie packt Samiras Sachen. Sagt Tom, sie werde ihn an der Berufsschule abholen. Um zehn stehen sie vorm Jugendamt. Ich kann nicht mehr, sagt Leia. Ich möchte Samira in eine Pflegefamilie geben. Auf einmal geht alles ganz schnell. Gegen Mittag kommt eine Pflegemutter. Leia erklärt ihr, wie oft Samira trinkt, wann sie schläft, was sie mag. Dann küsst sie ihre Tochter und zieht Tom aus dem Raum, weg hier, bloß nicht heulen. Erst im Aufzug weinen sie. So sehr, dass es sie schüttelt.

Die Vorstellung Samira weggeben zu müssen macht Leia verrückt. Doch der Alltag mit ihr auch

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sie nicht wild um sich wie im Kinderheim. Diesmal hat sie ein Ziel. Sie will Samira zurück. Und sie weiß: Weil sie sie von sich aus zu Pflegeeltern gegeben hat, kann sie jederzeit die Rückführung beantragen. Damit das Jugendamt zustimmt, muss es aber überzeugt sein, dass es ihr gut bei ihr geht. Sie überlegt: Was brauche ich dafür? Eine Therapie, eine Familienhelferin, ein Leben, das gut ist für Samira. Also los. Sie recherchiert Therapieplätze. Färbt den Regenbogen auf ihrem Kopf zum braven Kastanienbraun. Trift jede Woche Samira und die Pflegemutter. Bloß nicht innehalten, sonst kommt die Sehnsucht nach Samira – und die Angst: Was ist, wenn sie so lange wegbleiben muss, bis es heißt: Eine Rückführung ist nicht mehr gut für sie?

D Hoffnung: Seit Juli lebt Samira wieder bei Leia. Für immer? Leia sagt: „Ich weiß, ich schaffe das“

Winter 2017/2018 Warum zog sich die Suche nach einer Familienhelferin so? Selbst für eine Großstadt wie Hamburg sind acht Wochen lang. Hatte Leias Betreuer zu viele Fälle auf dem Tisch, wie die meisten Mitarbeiter deutscher Jugendämter? Gab es Engpässe bei den freien Trägern, die die Familienhelferinnen stellen? Hatte sich Leia gegenüber dem Jugendamt stärker gegeben, als sie war? All das würde man den Betreuer gern fragen. Doch der lässt über die Pressestelle des Jugendamts ausrichten: Für ein Gespräch stehe er nicht zur Verfügung. Samira ist weg. Und Leia stürzt in ein Loch. Sie schläft kaum noch, ritzt sich wieder, Ende November lässt sie sich für zwei Wochen in die Krisenstation einer psychiatrischen Klinik einweisen. Das Loch ist danach immer noch da. Doch Leia tut jetzt, was sie schon früher tat, wenn ihr Leben so dunkel war, dass sie es kaum aushalten konnte: Sie schaltet um auf Angrif. Diesmal allerdings schlägt

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Das mit der Familienhelferin klappt als Erstes. Ab Januar trift Leia sie zweimal pro Woche, bespricht mit ihr, welche Ämtergänge und Themen anliegen. Im Februar startet die Therapie, zwei Wochen auf Station, zehn Wochen ambulant. Sie lernt, dass sich ihre Wut durch Beinezittern ankündigt. Übt, sie mit Stressknete zu zähmen. Bekommt Antidepressiva, die sie ruhiger machen. Sie wird dadurch kein anderer Mensch. Wenn die Pflegemutter sie versetzt, argwöhnt sie sofort, man wolle ihr Samira vorenthalten. Wenn die Familienhelferin keine Zeit für ein Spontantrefen hat, bricht sie das Telefonat mit ihr empört ab. Doch es scheint, als nehme sie nun ein Gefühl nach dem anderen an die Leine. Und sorge dafür, dass keines unkontrolliert losrennt. Wir müssen heiraten, drängelt Tom währenddessen immer wieder. Samira braucht eine ordentliche Familie, eine wie meine. In so einer Familie werde ich immer fremd sein, denkt Leia. Und geht es mir schlecht, geht es Samira schlecht. Ich bin in der Zwickmühle, verdammt, wie komme ich hier raus?

April 2018 An einem warmen Aprilabend kauert Leia mit frisch gefärbten roten Haaren neben ihrem Reeperbahn-Kumpel auf dem Sofa. Vor dem Fenster seiner Wohnung bauscht sich eine St. Pauli-Flagge, an der Wand baumelt ein Lebkuchenherz: „Chaot und Verrückte“. „Hab ich machen lassen“, sagt Leia und kuschelt sich an den Kumpel. „Für uns.“ Mitte März hat sie mit Tom Schluss gemacht, am Ende einer Woche, in der sich die Ereignisse überschlugen: Gegen den Rat von Leias Betreuer hatten Tom und Leia Samiras sofortige Rückführung verlangt. Der Antrag wurde abgelehnt, doch der Betreuer schlug einen Kompromiss vor: Samira soll im Juli


zurückkommen, bis dahin werden die Trefen mit ihr nach und nach gesteigert. Leia war einverstanden. Tom nicht, noch im Jugendamt wurde er laut. Der macht mir alles kaputt, dachte Leia entsetzt. Wie immer, wenn es mit Tom kriselte, übernachtete sie bei ihrem Kumpel. Verknallt in ihn sei sie schon länger gewesen, kichert sie jetzt auf dem Sofa. Doch diesmal sei eben auch mehr passiert. „Ich hatte schon länger nicht mehr das Gefühl, dass das zwischen Tom und mir Liebe ist“, sagt sie. „Seine Welt, dieses Großfamiliendings, alles heil und super, das bin ich nicht. Wenn ich weiter versuche, mich daran anzupassen, macht mich das kaputt. Ich muss meinen eigenen Weg finden.“ In den nächsten Wochen verwandelt sie ihre Wohnung in ein Leia-Samira-Nest. Das Schlafzimmer wird zum Kinderzimmer, sie selbst zieht ins Wohnzimmer. Sie telefoniert die Kitas im Viertel ab, um einen Platz für Samira zu bekommen: Im Herbst will sie Zeit haben für ein Praktikum als Verkäuferin. Und sie schreibt eine Liste von Freunden, die helfen wollen, wenn sie sich überfordert fühlt. Samira, hat sie sich überlegt, braucht keine Vater-Mutter-Kind-Idylle. Sie braucht eine Mutter, die so stark ist, dass sie ihr auch allein Liebe und Geborgenheit geben kann. Und Leia findet: Sie ist jetzt so weit. „Ich bin viel ruhiger als vor einem Jahr. Und ich weiß, wie ich im Notfall meine Wut runterfahre.“ Ihre Therapie bricht sie deshalb nach sieben Wochen ab. „Was soll ich da noch?“ Psychologen sagen, so gehe es vielen Borderline-Patienten. Die Fortschritte seien anfangs groß. Doch wer seine inneren Monster unter Kontrolle bringen wolle, müsse trainieren, auch mit Alltagsgefühlen klarzukommen. Und vor allem: die Traumata

seiner Kindheit aufarbeiten. Leia weiß das. „Büchse der Pandora“ nennt sie ihre tiefschwarzen Erinnerungen. Aber an die will sie nicht ran, nicht jetzt. „Es würde mich total zurückwerfen. Ich will erst mal leben. Mit Samira.“

Juli 2018 Am 2. Juli 2018, siebeneinhalb Monate, nachdem Leia Samira weggegeben hat, bringt die Pflegemutter sie zu ihr zurück. Aus dem Baby ist ein kleines Mädchen geworden, das krabbelt, Reiswafeln mag und vor Wonne quietscht, wenn Leia es beim Toben durchkitzelt. Dreimal pro Woche sieht nun die Familienhelferin nach dem Rechten. Einmal würde reichen, findet Leia. Sie grinst: „Aber passt schon.“ Sie sagt, dass ihre alten Begleiter alle noch da seien: ihr Misstrauen gegenüber den Ämtern. Die Wut auf alle, die ihr nichts zutrauen. Die Angst zu scheitern. Sie hält sie im Zaum, es kostet sie irrsinnige Kraft. Doch ihr größter Feind lauert nun mal oft in ihr selbst. Das hat sie begrifen. Wie wird es ihr und Samira in zwei Monaten gehen, in zwei Jahren, in fünf? Ins Kinderzimmer hat sie ein Lebkuchenherz gehängt. „Ich liebe dich“ steht darauf.

Samira braucht keine VaterMutterKindIdylle. Sondern eine Mutter die allein stark genug ist

Kurz vor Redaktionsschluss erfuhren Redakteurin Kristina Maroldt (r.) und Fotografin Verena Berg: Samira hat einen Kitaplatz! Jetzt fehlt noch ein Praktikumsplatz für Leia. Welcher Supermarkt hat Interesse? Mail bitte an: maroldt.kristina@brigitte.de

Sie wollen jungen Frauen wie Leia helfen? Etwa ein Drittel der rund 37 000 Straßenjugendlichen in Deutschland sind junge Frauen. Ihr Risiko, schwanger zu werden, ist groß, verhütet wird kaum. Und nur wenige treiben ab, auch weil sie die Schwangerschaft oft zu spät bemerken. Die Stiftung „Off Road Kids“, die sich bundesweit um Straßenkinder kümmert, unterstützt diese werdenden Mütter; auch Leia wurde beraten, zu Ärzten und Ämtern begleitet. Denn was nach der

Geburt passiert, hängt davon ab, in welcher Situation sich die Frau befindet: Ist sie wohnungslos, drogensüchtig oder traut sich das Leben mit Kind nicht zu, wird das Baby zu Pflegeeltern gegeben. Manche Frauen kommen in Mutter-Kind-Häusern unter, andere versuchen wie Leia allein zurechtzukommen. Oft kümmern sich auch Verwandte um das Baby, während die Mutter wieder auf der Straße landet. „Verantwortung für ein

Kind zu übernehmen, kann große Kräfte freisetzen“, glaubt Benthe Müller, Leiterin der Hamburger „Off Road Kids“-Station. Trotzdem sei eine Schwangerschaft eine Herausforderung, die sie keinem Straßenmädchen wünsche. Gesponsert von der Bahn BKK verteilt ihr Team deshalb Kondome, klärt über Verhütung auf, geht mit den Frauen zu Ärzten. Unterstützen können Sie die rein spendenfinanzierte Arbeit hier: www.offroadkids.de

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1 DECK MICH ZU Sie kommt uns ganz nah – und das die ganze Nacht lang: Bei Bettwäsche darf man ruhig wählerisch sein. Ihre wichtigsten Aufgaben: der Haut schmeicheln, Feuchtigkeit aufnehmen sowie Decke, Kissen und Matratze vor Schweiß und Staub schützen. Baumwolle ist geschmeidig und wärmend, Leinen leicht und atmungsaktiv. Wer Glanz und etwas Kühle möchte, liegt mit Satin richtig. Allergien? Auf den glatten, fein gesponnenen Mikrofasern können sich Milben und Staub nicht gut festsetzen.

Für Allergiker Angenehm leichte, fließende Qualität, Set ca. 18 Euro, www.tchibo.de

Vintage-Chic Gewaschenes Leinen mit Knitteroptik, Set ca. 70 Euro, www. hm.com

Streifen-Look „Ritz“, Set ca. 367 Euro, www. schlossberg.ch

*Luftig-leicht Kissenbezug „Chambray“, 40 x 80 cm, ca. 55 Euro, www.casper.com

VORTE IL* All

Wende-Design „Cercosa“, hochwertiges belgisches Leinen, Set ca. 133 Euro, www.urbanara.de

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*Farbverlauf „Lalani“, Set ca. 140 Euro, über www. impressionen.de BRI GI T T E 19/ 2018

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2 STOFFE ZUM TRÄUMEN Kissen, Tagesdecken, bespannte Wände, Teppiche: textile Accessoires sorgen für Gemütlichkeit. Engmaschig gewebte Baumwolle und Leinen schlucken zudem Schall, dicke Vorhänge sperren Kälte und fremde Blicke aus. Halbtransparente Gardinen bieten Sichtschutz und sind zugleich lichtdurchlässig.

Stauraum Nachttisch „Fonteyn“, Eiche, ca. 279 Euro, www. made.com Lesehilfe Wandleuchte „Sax“, ca. 489 Euro, von Le Klint, über www.connox.de

*Wäschesammler „Stuff“, Papier und Kautschuk, ca. 50 Euro, 72 cm hoch, über www.ikarus.de

*Ablage Nachttisch, „Anatole“, Eiche, ca. 299 Euro, über www. found4you.de

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VO RT E I L * All

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ANGENEHME MITBEWOHNER Es sind oft die vermeintlich kleinen Dinge, die über die Atmosphäre eines Raumes entscheiden. Warmes Licht etwa lässt ihn heimelig wirken – wenn Sie gern im Bett lesen, gibt eine ausrichtbare Leuchte genügend Helligkeit. Bei Möbeln und Accessoires

*Spot an! Tischleuchte „Lightworm“, Kunststoff und Metall, ca. 68 Euro, über www. light11.de

sind jetzt helles Holz und Pastell-Rosa angesagt. Wer es dunkler mag: Tiefes Blau und Petrolgrün machen sich sehr gut im Schlafzimmer – sie gelten als beruhigend.

*Bettbank „Nordic XXL“, 121 x 46 x 36 cm, ca. 150 Euro, über www.home24.de

*Warmes Licht Tischleuchte „Blom“, ca. 118 Euro, über shop.schönerwohnen.de


Unterfederung

Um die Wirbelsäule optimal zu entlasten, braucht selbst die beste Matratze das passende Drunter – je härter sie ist, um so weniger flexibel muss der Lattenrost sein. Üblich sind Federholzlattenroste mit elastischen Leisten (Foto oben, „Aos“, www.team7.de). Flexibler, weil punktgenau, sind Rahmen, bei denen die Matratze auf vielen kleinen beweglichen Tellern aufliegt, die bei Belastung unabhängig voneinander reagieren.

Kaltschaum

Modelle mit einem KaltschaumBasiskern sind punktelastisch, in mehreren Härtegraden oder als Mehrzonenmodell erhältlich. Durch die Offenporigkeit des Materials ist die Matratze gut klimatisiert und speichert Körperwärme –

gut also für Menschen, die nachts leicht frieren. Das Modell „Islay 200“ (Foto oben, www.birkenstock.com) sorgt mit einem hohen Anteil an natürlichem Rizinusöl für hohe Luftdurchlässigkeit.

Taschenfederkern

Hier sind Stahlfedern, von 400 bis zu mehreren Tausend, in einzelne Stofftaschen eingenäht, wodurch die Matratze sehr flexibel wird – je mehr Federn, desto punktelastischer und komfortabler. Eine hochelasti-

sche Körperkonturenanpassung mit etwa 1000 Federn bietet das Modell „Bilbao 200“ (Foto oben, www.birkenstock. com). Wenn die Matratze auf einem gefederten Unterbett liegt, spricht man von einem Boxspringbett (siehe S. 98).

FOTOS TI- ME D IA. CO M, TEAM 7 , B IR K EN STO CK , BAUR , F O N TAN AARTE , P R (6 )

Naturlatex

Nur eine Unterlage, für die Kautschuk ohne Zugabe synthetischer Stoffe in Form gegossen wird, darf als Naturlatex-Matratze bezeichnet werden (Foto oben, „Bangkok 220“, www.birkenstock. com). Latex verfügt über eine hohe Festigkeit und Elastizität, richtet sich nach Druck also schnell wieder auf. Zudem bietet der Naturstoff keinen Nährboden für Hausstaubmilben und Pilzbefall und hat eine gute Feuchtigkeitsregulierung – sehr hilfreich, wenn man nachts viel schwitzt.

4 GUTE GRUNDLAGE Das Bett allein macht noch keine gute Nacht: Matratze und Lattenrost

müssen passen. Die Richtigen findet man mit Geduld, Probeliegen – und Basiskenntnissen der verschiedenen Modelle. Naturlatex, Kaltschaum, Taschenfederkern? Wir helfen mit einer kleinen Übersicht. BRI GI T T E 19/ 2018

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Handarbeit Bett „Canberra“, Dickleder und Wollfilz, 180 x 200 cm, ca. 4790 Euro, über www. birkenstock.com

WOHNEN

VOM FUSSBETT ZUM BETT Studien zeigen, dass wir viel zu wenig schlafen. Wie geht Birkenstock dieses Problem an? JOCHEN GUTZY: Wir schlafen nicht nur wenig, wenn wir schlafen, erholen wir uns nicht wirklich. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt: Wie sieht das beste Schlafsystem aus – und den ergonomischen Grundgedanken unseres Kernproduktes, der Sandale, auf Betten übertragen. Kurz gesagt: gesund stehen und gehen und jetzt eben auch gesund liegen. So wie unsere Sandalen und Schuhe für hohen Tragekomfort stehen, bieten unsere Schlafsysteme einen hohen Liegekomfort. Was ist daran besonders? Unsere Schlafsysteme sind auf den menschlichen Körper abgestimmt, alle Elemente sind von vorn bis hinten durchdacht, wie zum Beispiel unser wellenförmiger, flexibler Lattenrost. Auch unsere ergonomischen Matratzen mit integrierter Fersenentlastungszone helfen, gut zu schlafen. Was ist noch wichtig? Auf jeden Fall das Material. Weil wir im Schnitt ein Drittel des Lebens mit Schlafen und damit im Bett verbringen, verarbeiten wir ausschließlich hochwertige Naturprodukte wie Massivholz, Wollfilz, Loden, Echtleder, Naturlatex und Kork. Gibt es die perfekte Matratze? Nein, die Universalmatratze, die für jeden perfekt passt, ist ein Marketing-Gag. Schlaf ist eine sehr individuelle Angelegenheit, da kommen viele Faktoren zusammen: Körperbau, Gewicht, Gewohnheiten, gesundheitliche Vorbelastungen. Gut ist eine Matratze, wenn sie sich dem Körper anpasst. Deshalb besteht die oberste Schicht unserer Matratzen aus einer neu entwickelten Auflage aus Naturlatex und Korkgranulat, die über eine hohe Punktelastizität verfügt. Dieser Topper sorgt für die nötige Feinanpassung an den Körper. Wie wichtig ist dabei das Design des Bettes? Bei allen Birkenstock-Produkten folgt das Design der Funktion. Auch bei den Schlafsystemen ist es deshalb schnörkellos und vor allem funktional. Mehr Infos: www.birkenstock.com 96

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5 A B S C H A LT E N Gutes Raumklima, ergonomisches Design, Naturmaterialien, aufgeweckte Technik: Clevere Helfer fördern erholsamen Schlaf.

VO RT E IL* All

*Seitenschlaf Stützendes Kissen „my7“, entlastet die Wirbelsäule, ca. 100 Euro, über www.galeriakaufhof.de

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Luftreiniger Pflanze Glückstaler, ca. 6 Euro, www.dehner.de

Nachhaltig Bett „Ritello“, 140 x 200 cm, ca. 4834 Euro, über www.team7.de

Naturheilmittel „Gute Nacht“-Set mit Kissen, Öl und Spänen von der Zirbe, beruhigt das Herzkreislaufsystem, ca. 60 Euro, www. fromaustria.com

Atemhilfe Schlafroboter „Somnox“, simuliert Atem bewegung für besseres Ein- und Durchschlafen, ab Ende 2018, über www.auping.de Abgrenzung Boxspringbett „Silence“, mit klappbaren Paneelen, 180 x 200 cm, ca. 6949 Euro, über www. schlaraffia.de

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Jochen Gutzy ist Kommunikationschef bei der Traditionsfirma Birkenstock


6 AUFRÄUMEN Wäsche, Bücher, Schuhe, Staubsauger ... Im Schlafzimmer müssen oft viele Dinge untergebracht werden. Betten mit Schubladen und hohe Einbauschränke schaffen Stauraum und bringen optisch Ruhe ins Zimmer. Auch gut: Regale. Offene Modelle wirken weniger wuchtig, kleine können als Unterbaukonstruktion für ein Podest dienen (Foto rechts, „Kallax“, Ikea). Extra-Tipp: Helle Möbel verhelfen kleinen Räumen zu mehr Größe.

7 AUFTEILEN Ob aufgrund eines offenen Grundrisses oder wenig Platzes: Wenn Sie Bereiche wie Schlafen und Arbeiten räumlich trennen möchten, etwa im Jugendzimmer, helfen Paravents – oder Vorhänge: An der Decke oder am Kopfteil befestigt, lassen sie sich einfach zusammenbinden und werden so zu einer hübschen Raumdeko.


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Hipper Thron Bett mit Kopfteil „Like“, Kollektion „24Seven“, 160 x 200 cm, ca. 5045 Euro, über www.trecainteriors.eu

GRANDIOS GEBETTET

*Traum in Rosa „Cecina“, 180 x 200 cm, ca. 1020 Euro, über www.baur.de

Schön schlicht „Dunvik“, 180 x 200 cm, ca. 998 Euro, www. ikea.com

Klare Linie „Criade“, 180 x 200 cm, ab ca. 3370 Euro, über www.auping.com

VO RTE IL* All

Nachtblau „BS 140“, Kopfteil mit Steppung, 180 x 200 cm, Preis auf Anfrage, www.hulsta.com Lässiger Luxus „Freistil 130“, 160 x 200 cm, ab 3009 Euro, über www.freistilrolfbenz.com 98

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Hoch oder niedrig, zierlich oder massiv, puristisch oder verspielt: Selten gab es bei Boxspringbetten so unterschiedliche Modelle wie aktuell. Der Aufbau aber bleibt bei allen gleich: eine Matratze als Unterfederung, eine Obermatratze mit Taschenfederkern (siehe Seite 95), eine Auflage, auch als Topper bekannt, und ein Kopfteil. Nachteil: Kleine Räume wirken noch kleiner. Vorteil: gute Luftzirkulation und doppelte Abfederung des Körpers.

Pure Eleganz „Victoria“, 180 x 200 cm, ab 6900 Euro, über www.vispring.com

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Handwerker-Kurse für Frauen

Ralf Kirsten ist Vertriebsleiter beim französischen PolsterbettenHersteller Treca Paris

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AUF HOHEM NIVEAU Auf Boxspringbetten thront man ja förmlich. Ist das opulente Design immer noch so beliebt? RALF KIRSTEN: Absolut! Lag man in den 1980ern und 90ern mit dem Futonbett noch fast auf dem Boden, sind seitdem die Betteinstiegshöhen stetig gestiegen, auf heute etwa 60 Zentimeter. Setzt man sich aufs Bett, sinkt man auf etwa 45 Zentimeter, das entspricht der gängigen Stuhlhöhe. Das Kopfteil ist übrigens ebenfalls nach oben gegangen. Insgesamt sind Boxspringbetten heutzutage im Design aber wieder leichter und eleganter geworden. Warum mögen wir es so gern hoch? Ein höheres Bett bietet mehr Komfort. Das Schlafzimmer wandelt sich ja zum Wohnschlafraum: Man hält sich hier nicht mehr nur nachts auf, sondern nutzt es zunehmend auch tagsüber als Rückzugsort zum Lesen, Fernsehen und Entspannen. Und die Kopfteile? Früher waren sie lediglich der dekorative Abschluss eines Bettes. Da das aber wie gesagt mehr und mehr auch tagsüber seinen Einsatz findet, muss ein Kopfteil noch andere Funktionen erfüllen. Entsprechend wichtig ist das Design: Es sollte in der Proportion natürlich zum Bett und zur Einrichtung passen – und eben nicht zu niedrig sein, besonders wenn man sich daran anlehnen möchte. Was ist beim Kauf eines Bettes wichtig? Eine neue Matratze oder sogar ein neues Bett ist alle zehn Jahre fällig. Wegen der Hygiene, aber auch wegen der Körperstatur, Muskulatur und dem Gewicht, das alles verändert sich alle sieben bis zehn Jahre. Achten Sie beim Kauf auf fachkundige Beratung und nehmen Sie sich viel Zeit zum Probeliegen, möglichst vormittags, dann ist der Körper noch wenig vorbelastet. Ziehen Sie dabei Schuhe und Jacke aus und fragen Sie nach einem guten Kopfkissen. Testen Sie Ihre Liegepositionen aus und auch verschiedene Härtegrade. Matratze und Bett sind etwas ganz Persönliches, beide müssen zu Ihnen und zu keinem anderen passen. Eine gute Beratung darf da gute zwei Stunden dauern.

TOUR-TERMINE * 06.09.2018 06.09.2018 07.09.2018 07.09.2018 13.09.2018 14.09.2018 14.09.2018 14.09.2018 15.09.2018 15.09.2018 20.09.2018 21.09.2018 21.09.2018

Frechen Wetzlar Berlin-Pankow Mainz-Mombach Hagen Hanau Mannheim-Mallau Mülheim-Kärlich Lörrach-Haagen Gründau-Lieblos Düsseldorf-Gerresheeim Cottbus Mahlow

* Anmeldung erforderlich. Handwerkliche Arbeiten sind ab sofort kein Problem mehr. Denn die Workshops der Women's Night zeigen, wie Laminat oder Fliesen verlegt werden.

ON TOUR

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Weitere Termine und Informationen finden Sie unter www.bauhaus.info, oder an der Hauptinformation des Fachcentrums.

Mehr Infos: www.treca-paris.eu www.facebook.com/bauhaus www.youtube.com/bauhausinfo


WOHNEN

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Alle Adressen auf www.brigitte.de/herstellernachweis

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Purismus hilft beim Runterkommen. Deshalb (wenn es der Platz erlaubt) raus mit allem, was ablenken könnte: Schreibtisch, Wäscheständer, Elektround Fitnessgeräte ... Beschränken Sie sich aufs Wesentliche: Bett, Nachtkästchen, Schrank, einen Sessel, um die Kleidung abzulegen. Zu schlicht? Knallige Akzente oder verspielte Deko einsetzen – wohldosiert, da sie an- und sogar aufregen können.


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Reifeprüfung

Bankwesen: unausgefüllt

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Hafenstadt in Italien anmutiger Naturgeist

Afrikaner Schülersprache: Schulleiter

Aufzeichnungen nicht ins Streiterei Gewicht fallend

Italien in der Landessprache Erkältungserscheinung

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Meeresjungfrau in Richtung auf

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längliche Vertiefung

Schluss

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Teilen Sie uns die Lösung ganz einfach telefonisch unter 013 78/22 05 05 mit (0,50 Euro pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunk teurer). SMS: Bitte senden Sie eine SMS mit dem Kennwort BRIGITTE sowie dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Adresse an die Kurzwahlnummer 82822 (0,50 Euro/SMS). Mitarbeiter des Verlages Gruner + Jahr und ihre Angehörigen sind von der Teilnahme ausgenommen. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barauszahlung. Einsendeschluss: 11.9.2018. Auflösung in Heft 22/2018. Wer gewinnt, wird schriftlich benachrichtigt. Die Lösung aus Heft 16/2018 finden Sie auf Seite 188.

einsam, entfernt RM209317

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Academy

Beruf, Geld & Karriere

Jung und mächtig: Fränzi Kühne wurde mit 34 in den Aufsichtsrat der Freenet AG gewählt

FOTO KIM K EI BE L

„Männer entschuldigen sich bei mir für ihren Anzug“ Fränzi Kühne ist 35 und eine Ikone für junge Frauen, die Karriere machen wollen: Sie ist eine der unkonventionellsten Aufsichtsrätinnen Deutschlands – und wahrscheinlich die einzige, die Fanpost bekommt

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AC ADEMY

Shorts und Schlappen: Nicht nur an heißen Tagen trägt Agenturchefin Fränzi Kühne im Büro, was ihr gefällt

Seit 2017 gelten Sie als jüngste Aufsichtsrätin Deutschlands. Es gibt noch eine jüngere Kollegin, allerdings in einem nicht-börsennotierten Unternehmen. Kennen Sie sich? FRÄNZI KÜHNE: Nein, ich hatte das auch gar nicht auf dem Schirm. Es freut mich sehr, dass jetzt andere junge Frauen nachkommen und dass sich der Status quo ändert. Mein Ziel bleibt, eine Vorbildfunktion für eine Kehrtwende in Aufsichtsräten einzunehmen. Was muss sich denn ändern? Der Selektionsprozess, wie Aufsichtsräte ernannt werden und vor allem nach welchen Kriterien und Kompetenzen. Es gibt Untersuchungen dazu, dass immer wieder weißhaarige Männer um die 45 mit BWL-Hintergrund für diese Positionen gesucht werden. In Deutschland gibt es auf Vorstandsebene tatsächlich mehr Männer, die Thomas oder Michael heißen, als Frauen insgesamt. Das ist nicht zeitgemäß, denn wir kennen die Studienergebnisse, dass divers aufgestellte Teams erfolgreicher sind. Diesen Kreislauf zu durchbrechen ist wichtiger denn je, und das muss schneller passieren. Sie haben diesen Kreislauf durchbrochen: jung, weiblich, keine BWL-Karriere. Sie haben Jura studiert, dann abgebrochen und über Ihr Start-up auf sich

aufmerksam gemacht. Wie hat der Aufsichtsrat von Freenet auf Sie reagiert? Die Freenet AG hat mich wegen meiner Digitalkompetenz geholt. Inhaltlich konnten wir gleich in die Themen einsteigen. Ich finde es nur ein bisschen komisch, dass ich von Anfang an geduzt wurde, im Gegensatz zu den anderen Aufsichtsräten. Als ich mich den Aktionären letztes Jahr vorgestellt habe, kam einer auf die Bühne und sagte „Ach Fränzi, du bist für uns schon gesetzt.“ Und ich dachte nur „Krass, der ist über 60 – warum duzt der mich gerade, obwohl wir uns noch nie gesprochen haben?“ Ich sehe das aber nicht als Angrif. Ich muss zugeben: Mein Gründungspartner Christoph wird auch oft geduzt. Der trägt immer Flipflops und eigenartige Karohemden und dann heißt es: „Erscheinst du so beim Lufthansa-Vorstand?“ Da ist er auch einfach „der Christoph“. Und Sie tragen Sidecut, Piercings und „Chucks“. Das ist schon selten auf solchen Versammlungen. Ich verstehe nicht, warum das immer noch Thema ist. Auch nach einem Jahr kommt regelmäßig die Frage: „Was ziehen Sie zu den Aufsichtsratssitzungen an?“ Und auf drei Veranstaltungen in den letzten Wochen kamen Männer zu mir und entschuldigten sich dafür, dass sie einen

Fränzi Kühne, 35, leitet mit ihren zwei Mitgründern Christoph Bornschein und Boontham Temaismithi seit 2008 die DigitalBeratungsagentur Torben, Lucie und die gelbe Gefahr, kurz: TLGG Consulting mit 180 Mitarbeitern in Berlin. Für die Gründung schmiss sie ihr Jurastudium. Ihr überhaupt allererstes Vorstellungsgespräch hatte sie mit 34 als Digitalexpertin für den Aufsichtsrat des deutschen Telekommunikationskonzerns Freenet AG, in dem sie seit Juli 2017 unter anderem mit Sabine Christiansen und Helmut Thoma den Vorstand kontrolliert.

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Anzug tragen. Das ist doch verkehrte Welt! Ich sehe nicht aus wie eine 50-Jährige mit Perlenohrringen, die man sich vielleicht vorstellt. Aber ich finde schade, dass ich deswegen im Fokus stehe. Es geht doch um die Inhalte! Dann sagen Sie mal: Womit beschäftigen Sie sich denn als Aufsichtsrätin? Ich berate den Vorstand bei allen Fragen rund ums Digitale. Zum Beispiel, was für oder gegen Zukunftsmärkte wie Sensorik oder das autonome Fahren spricht. Vorher musste ich mich erst mal eine ganze Weile in die Struktur von so einem Konzern einarbeiten. Die klassische Variante ist: Man spricht mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat und ermittelt so die Themen, die das Unternehmen umtreiben. Das hat mir aber nicht gereicht. Deshalb bin ich zu den verschiedenen Firmenstandorten gefahren, habe mir dort die Logistik angeschaut, mich mit der Personalabteilung zusammengesetzt und Workshops mit den Trainees besucht. So war ich ganz nah dran und konnte vor Ort mitbekommen, woran es gerade hakt. Es war total spannend für mich, zu lernen, wie große Unternehmen geleitet und beaufsichtigt werden, und wie ich in diese Position hineinwachsen kann.

FOTOS K IM KE IBE L , H AAR E /M AKE -U P S E L IN A R E IMAN N , AS S ISTEN Z TO M N TI, J OAC HI M GE R N /S PD, DO R OTH E E E L FR IN G , LAI F, PR ( 3 )

INTERVIEW LISKE JAAX


Was war das Schwierigste daran? Als der Anruf kam, ob ich mir vorstellen kann, in den Aufsichtsrat zu gehen, war mir klar: Dafür muss ich meine Komfortzone extrem verlassen. Ich war nie der Typ, der sich wohlgefühlt hat, vor Leuten zu sprechen und an Podiumsdiskussionen teilzunehmen. Aber so ein Angebot kann man einfach nicht ausschlagen. Und ab da habe ich alles angenommen: Interviews, Paneldiskussionen, Vorträge. Meine Lernkurve ging steil nach oben, aber es war auch eine große Herausforderung. Ich habe nie in einem Konzern gearbeitet und wusste weder um die Strukturen, noch was meine Rolle sein würde. Nach einem Jahr Aufsichtsrat bin ich angekommen und kenne mich mit Formalitäten und Gesetzen aus. Mir fällt es allerdings immer noch schwer, nur zu beraten und die Kontrollfunktion auszuüben, statt vor Ort selbst einzugreifen. Sie sind zuvor schon ins kalte Wasser gesprungen: Sie haben das Studium geschmissen und eine Firma gegründet. Sind Sie ein mutiger Mensch? Ich lasse mich gern von meinen Leidenschaften treiben. Mein Jurastudium habe ich angefangen, weil ich die Krimi-Romane von John Grisham liebe und beim „Tatort“-Gucken immer als Erste den Täter erraten habe. Wie man mit Anfang 20 so denkt. Aber genau mit so einem idealistischen Antrieb haben wir 2008 unsere Digitalagentur TLGG gegründet. Wir waren wahnsinnig begeistert von digitalen Themen und dachten uns, vielleicht können wir Geld verdienen, wenn wir Marken den sinnvollen Umgang mit Social Media und Co. erklären. Spielen wir ein bisschen Agentur, dachte ich. Wenn es nichts wird, studiere ich eben weiter Jura. Das alles wäre nicht ohne einen gewissen Grundoptimismus gegangen. Den habe ich von meinen Eltern: Sie haben mich immer machen lassen und an mich geglaubt. Nur das Abi war Pflicht. Sie sind nicht nur Aufsichtsrätin und Gründerin, sondern auch Mutter einer Zweijährigen. Bevor ich schwanger wurde, haben mein Freund und ich abgesprochen, wie wir uns die Verantwortlichkeiten aufteilen und was unsere Prioritäten sind. Mein zweites Baby ist meine Agentur, und da er selbstständig arbeitet, lag in den ersten anderthalb Jahren viel Verantwortung bei

ihm. Zwei Wochen nach der Geburt war ich punktuell wieder im Büro, nach drei Monaten dann in Vollzeit. Manchmal habe ich die Kleine mitgenommen, meistens aber war mein Freund mit ihr zusammen. Wenn ich abends wiederkam, waren seine Projekte dran. Das war wie Schichtarbeit. Nach einer Weile war ihm das zu wenig und wir sind nun in der glücklichen Lage, uns eine Nanny leisten zu können. Ein Privileg, das wissen wir, und vor Alleinerziehenden habe ich enormen Respekt. Bei der Arbeit im Aufsichtsrat denke ich oft an meine Tochter: Ich will nicht, dass sie später die gleichen Probleme in Unternehmen hat, mit denen junge Frauen heutzutage kämpfen. Wann

hören die Leute auf, Mitarbeiterinnen zu diskriminieren und ihnen nichts zuzutrauen? Ich will sie wachrütteln. Sie kommentieren Ihre Arbeit in sozialen Netzwerken wie Instagram und lassen manchmal richtig Dampf ab. Was ist Ihre Botschaft? Manchmal möchte ich nur Anteilnahme, wenn mein Flieger Verspätung hat. Denn allein im Job zu reisen, finde ich furchtbar. Ich hätte allerdings nie damit gerechnet, Fanpost von jungen Frauen zu bekommen, wenn ich was von meiner Arbeit zeige. Das ist total schön, denn ich will zeigen: Man kann Dinge verändern, wenn man jung ist. Und für eine Führungsposition muss man nicht erst 50 werden.

In Kooperation mit

Symposium

Dieser Tag b e fl ü ge l t I hre Ka rri e re Treffen Sie Fränzi Kühne und weitere Frauen in Spitzenpositionen auf dem BRIGITTE-Symposium: Brigitte Huber (Chefredakteurin der BRIGITTE), Dr. Franziska Giffey (Bundesfamilienministerin) und Stephenie Landry (Global Vice President AmazonFresh). Erfahrene Coaches wie Babette Frommeyer, Bettina Stackelberg und Ute Blindert erklären, warum jetzt die perfekte Zeit für Frauen in Führung ist und wie Netzwerke helfen. Wann: Donnerstag, 27. September 2018, 9 Uhr Wo: im Colosseum Theater in Essen Eintritt: 199 Euro für Abonnentinnen, 299 Euro regulär. Mehr Infos und Anmeldung: www.brigitte.de/academy

Brigitte Huber

Dr. Franziska Giffey

Ute Blindert

Babette Frommeyer

Bettina Stackelberg

Stephenie Landry

Mit freundlicher Unterstützung von

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„W ir müs sen eigene Vo r s t e l l u n g e n h a b e n , w i e die Welt aussehen soll“ Sie verkaufen Solaranlagen, Brotbackmischungen, Merinowolle oder Steinmetzschürzen: 18 Gründerinnen und Geschäftsfrauen aus den verschiedensten Branchen nahmen teil an dem Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ – vier von ihnen wurden jetzt ausgezeichnet

Auf dem Podium (v. l.):Jasmin Arabian-Vogel, Tijen Onaran, Moderatorin Veronika Leitermann, Brigitte Zypries, Brigitte Huber, Ralf Kleber

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er ein Unternehmen gründet, hat klare Ziele: mehr Kunden, mehr Bekanntheit, mehr Umsatz. Und kann jede professionelle Unterstützung dabei gut gebrauchen. Deshalb wurde das Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ ins Leben gerufen, von Amazon, dem Verband deutscher Unternehmerinnen, Global Digital Women sowie der BRIGITTE ACADEMY – um die Teilnehmerinnen bei der Digitalisierung ihres Geschäfts zu unterstützen. 160 Unternehmerinnen aus vielen Branchen bewarben sich, 18 Teilnehmerinnen wurden

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Brigitte Zypries, ehemalige Wirtschafts- und Justizministerin

ausgewählt. Sie absolvierten lehrreiche und anspruchsvolle sechs Monate: Mit einem persönlichen Coach krempelten die Frauen ihre Unternehmen um, starteten den Online-Verkauf ihrer Produkte, entwickelten neue Warenwirtschaftssysteme und gewannen internationale Kunden. Eine Jury aus Politik, Medien, Handel und Amazon zeichnete nun in München vier Preisträgerinnen aus. „Wir müssen jungen Mädchen zeigen, dass Digitalisierung nicht nur Programmieren heißt – und dafür brauchen wir neue Vorbilder“, sagt Tijen Onaran,

Gründerin der Global Digital Women, auf der Preisverleihung im Hotel „The Lovelace“ in München. Genau das ist auch die Vision von Brigitte Zypries, ehemalige Wirtschafts- und Justizministerin: „Wir brauchen Frauen in der Digitalisierung, weil wir als Frauen nur so die Gesellschaft mitgestalten können.“ Jasmin Arabian-Vogel, Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), ergänzt: „Wir Frauen müssen eine eigene Vorstellung haben, wie die Welt aussehen soll, und dazu müssen wir Mädchen schon in der Schule befähigen.“ Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de, erklärt seine Sicht als Unternehmer: „Unsere Kunden sind divers. Um alle ihre Bedürfnisse zu erkennen, müssen wir als Unternehmen genauso divers sein.“ Für Unternehmer sei es wichtig, Vielfalt nicht nur auf das Gleichgewicht zwischen Frauen und Männern zu begrenzen, sondern auch soziale oder kulturelle Aspekte zu bedenken. Brigitte Huber, Chefredakteurin der BRIGITTE, schließt mit einer klaren Forderung ab: „Wir brauchen Quoten, weil die Gleichberechtigung sonst noch Ewigkeiten dauert.“ Das Förderprogramm „Unternehmerinnen der Zukunft“ kommt nicht nur den Teilnehmerinnen, sondern auch der Wirtschaft zugute. „Insgesamt wurden von den Frauen in den letzten Monaten 19 neue Voll- und Teilzeitstellen in ihren Unternehmen geschafen“, berichtet Dr. Markus Schöberl, Mitinitiator und Director Händlerservices Amazon.

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TEXT ANISSA BRINKHOFF


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Gründen A C A D E M Y

Das sind die Gewinnerinnen: Ines Spanier von Farmtex ist studierte Agrarwissenschaftlerin und verkauft Planen und Folien für Landwirtschaftsbetriebe. Sie ist Gewinnerin der Kategorie „Von Offline zu Online“: „Ich musste raus aus der Komfortzone: Innerhalb weniger Monate haben wir unsere Unternehmensstruktur und IT digitalisiert und einen Onlineshop aufgebaut – und ich habe drei Mitarbeiter einstellen können.“

Claudia Wendt gründete aus dem Heizungs- und Sanitärbetrieb ihres Vaters ihr eigenes Unternehmen Heizungsdrache. Sie verkauft Ersatzteile für Heizungen oder Solarstromanlagen jetzt online und ist Gewinnerin der Kategorie „Marktplätze“: „Ich habe unsere Produktpalette erweitert und konnte neue Mitarbeiter einstellen.“

Kennst Du männliche Intuition? Wir auch nicht! Und trotzdem kümmert sich in den meisten Haushalten immer noch der Mann ums Geld. Warum eigentlich? Es ist Zeit, dass wir was ändern! Wie, erfährst Du auf: www.finanz-heldinnen.de

www.finanz-heldinnen.de

Katrin ten Eikelder vertreibt über ihr Unternehmen The Knots Vintage-Teppiche, die sie aufbereitet und veredelt. Sie ist Gewinnerin der Kategorie „Markenbildung“: „Ich sehe, dass neue Kunden über meine SocialMedia-Kanäle wie Instagram auf meinen Shop aufmerksam werden, die ihn sonst möglicherweise nie gefunden hätten.“

Julia Ritter gründete desiary.de, einen Onlineshop für Wohnaccessoires und Geschenkideen, und gewann die Kategorie „Export“: „Ich verkaufe durch das Programm nun in fast 20 Länder, zum Beispiel nach Israel, Japan oder in die USA.“


REISE

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Ganz große Düne So sieht Frühsport im Sossusvlei aus. Profis starten vor Sonnenaufgang 108

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AB IN DIE WÜSTE Nirgendwo ist es so spröde schön wie in Namibia – und nirgendwo in Afrika kann man entspannter reisen. BRIGITTE-Redakteurin Nikola Haaks war selten so verstaubt und glücklich FOTOS CHRISTIAN KERBER


REISE Etosha

Okonjima

W

Wir wollten es auf die harte Tour: aus Reihe 37 D direkt in den Busch. Keine sanfte Akklimatisation in der Hauptstadt Windhoek, sondern landen, Mietwagen holen und spätestens zum Sundowner in der Wüste sein. Der Weg in die Kalahari zieht sich allerdings, der Wagen holpert über die unebene Schotterpiste, und Fotograf Christian Kerber und ich haben Mühe, uns zu konzentrieren. War die Idee wirklich gut – nach einem Langstreckenflug direkt losfahren? War sie. Und zwar so was von! Als wir auf der etwas abgelegenen „Camelthorn Lodge“ südlich von Windhoek ankommen ist es fast 16 Uhr und die Sonne färbt alles in dieses unglaubliche afrikanische Nachmittagslicht: die Impala-Antilopen und Strauße, die träge über das Gelände schlendern, die rötliche Sanddüne, die sich rechter Hand erhebt, und unsere Bungalows, deren Ockergelb auf dem dunklen Kalahari-Sand nicht besser zur Geltung kommen könnte. Ein Licht zwischen Honig und Karamell. Seth, ein Mitarbeiter, begrüßt uns fröhlich in der ofenen Lobby, und wenig später sitzen wir mit einem „Rock Shanty“ – Ginger Ale, Sprite, Angostura – am Pool, kneifen uns ein paar Mal und sehen diesem erfüllten Tag beim Abendwerden zu. Gegessen wird dann im Kerzenschein auf der hölzernen Terrasse: Kudu-Steak, Antilope, selbst geschossen. Wir haben uns ohne Übergang vom Alltag ins Paradies katapultiert. Die urige „Camelthorn Lodge“ ist der Beginn unserer Rundtour durch Namibia. Marlies und Volker, zwei junge NamibiaDeutsche, betreiben diese, zudem die etwas größere Nachbar-Lodge „Zebra“

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Verkehr? Ein seltener Anblick auf Namibias Straßen

Start/Ende: Windhoek Swakopmund

Sossusvlei

Kalahari

Gastgeber Marlies und Volker von der „Camelthorn Lodge“ und ein Zeltcamp. 5000 Tiere befinden sich auf dem Gelände, darunter Oryx-Antilopen, Zebras, Strauße, Gnus und Giraffen. Während die edlen Oryx genau wie die Impalas gern mal unter den Akazien am Pool vorbeischlendern, sieht man die anderen Tiere nur auf einer Safari, zu der Field Guide Bertus die Gäste am nächsten Tag mitnimmt. Er ist ein waschechter Herero, sehr groß, sehr schlank – und sehr lustig! Sein Onkel, ein Buschmann, hat 1980 in der Kino-Klamotte „Die Götter müssen verrückt sein“ die Hauptrolle gespielt. Das Darsteller-Gen liegt also in der Familie. Bertus weiß viel und erzählt viel, während wir im ofenen Landrover die Natur bestaunen. Zum Sundowner braucht es indes keine weitere Animation: Die Getränke werden auf der Motorhaube des Wagens aufgebaut, und wir schwelgen im Licht der untergehenden Sonne mit einem Gin Tonic in der Hand. Schweren Herzens, aber bestens angekommen, verlassen wir die Lodge nach zwei Tagen wieder. Wir wollen Richtung Westen. Unser Ziel: das Sossusvlei, die legendäre von Dünen umschlossene SalzTon-Pfanne. Die Landschaft dort ist der Wahnsinn: scharf kantige Dünenkämme, je nach

Sundowner Bertus baut die Busch-Bar auf


Idylle Auf der „Camelthorn Lodge“ fängt ein neuer Tag an


Offenbarung Swakopmund liegt am Atlantik â&#x20AC;&#x201C; mehr Meer geht nicht


REISE

Schmusekatze Leopardenbaby im OkonjimaReservat

Essen auf Rädern Irene und ihr Food truck in Swakop

Ist das Kunst? Abgestorbene Bäume im Deadvlei

Licht ockergelb oder knallrot, Sand in sanften Wellen, so weit das Auge reicht. Ab und zu eine Oryx, die sich mit ihren langen Hörnern wie ein teuer gebuchter Statist ins Bild schiebt. Im sogenannten Deadvlei stehen uralte Akazien-Gerippe, die jedes noch so extravagante Kunstprojekt in den Schatten stellen. Hier bei den abgestorbenen Bäumen streiten wir uns das erste Mal ein bisschen. Man muss richtig früh aufstehen, um zum Sonnenaufgang im Park zu sein – sonst wird es zu hell und zu heiß –, aber dann ist es ein unglaubliches Erlebnis, das jeden Fotografen in einen Wahnsinnigen verwandelt. Christian kann nicht aufhören zu knipsen. Allerdings liegen noch mindestens sechs Stunden Fahrt vor uns. Auf Sandpisten, die teilweise tiefe Spurrillen haben. Ich drängele, er knipst, ich nörgele. Wir verlassen schließlich schweigend das Vlei. Aber spätestens auf der Mitte der gerölligen

Ich fahre mir den Kopf mehr als frei Namib-Wüste haben wir uns wieder vertragen. Hier im großen Nichts sollte man auch besser nicht grollen. Also grinsen wir bald gemeinsam über den deutschen Sender, der im Autoradio dudelt und wie aus einer anderen Zeit klingt. Hier werden leere MayonnaiseGläser verschenkt, Mitfahrgelegenheiten angeboten oder gebrauchte Stühle zum Kauf. Das hyggelige Sharing-Gefühl, das in Deutschland so gehypt wird: In diesem weiten Land, in dem die Bevölke-

rungsdichte pro Quadratkilometer unter drei Personen liegt, wird es notgedrungen schon lange gelebt. Je unlieblicher eine Landschaft, desto mehr geht mir die Seele auf. In diesen rauen Ausläufern des Namib-NaukluftParks, nahe des unwirtlichen KuisebCanyon bin ich voll in meinem Element. Ich kann mich nicht sattsehen an den weiten Flächen in verschiedensten GreigeTönen, nur manchmal durchbrochen von einsamen Akazien. Sobald man aussteigt, erschlägt einen ein 38 Grad heißes Hitzeschwert. Uns begegnen in fünf Stunden vielleicht zwei Autos, und das obwohl Namibia gerade bereister ist denn je. Als wir im recht tiefen Sand zwei Radfahrer überholen, zweifle ich kurz an meiner geistigen Verfassung. Aber – wir halten an und überzeugen uns – die beiden sind keine Fata Morgana. Wer’s gern extrem mag, plant eben hier seine Radtour ...

N

ach der Wüste kommt das Wasser: Am wilden, tiefblauen atlantischen Ozean liegt die Kleinstadt Swakopmund. Die Natur macht immer alles richtig. Ich erinnere diese Ofenbarung von meinem letzten Namibia-Besuch. Ich fuhr auch damals mit dem Auto den „Golden Circle“ ab, so wie wir jetzt: Windhoek – Kalahari – Sossusvlei – Swakopmund – Etosha – Windhoek. Ich erinnere noch, wie herrlich ich mir auch damals den Kopf frei gefahren habe in dieser spröden beeindruckenden Landschaft, die dann plötzlich nahezu abrupt am tosenden Ozean endet. Seeluft, frischer Wind, kleine Häuser, Strandpromenade. Das Städtchen hat tatsächlich einen ähnlichen Retro-SeebadCharme wie seine Ostsee-Schwestern. Und auch am äußersten Ende der Welt weiß man, was anderswo gerade Trend ist: Auf einem Parkplatz an der Strandstraße steht ein Foodtruck. Irene, 68, brät mit ihrer Tochter Burger und Hotdogs, „Boere Roll“ heißt der hier. Kleiner Nebenverdienst, um die Rente aufzubessern – altern in Namibia ist auch nicht mehr so einfach, sagt Irene. Trotz des fast immer guten Wetters ... BRI GI T T E 19/ 2018

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REISE Badestunde Man trifft sich am Wasserloch in Etosha

Achtung, bitte! Wildwechsel auf Namibia-Art

In Etosha wird großes Tierkino geboten Wer richtig in Swakopmund eintauchen will, geht abends im Klassiker „The Tug“ essen, einem Fisch-Restaurant, das am Anfang der Pier liegt. Aber ohne Reservierung hat man hier keine Chance mehr. Wir weichen in den recht neuen „OceanCellar“ aus, wo man unter anderem zwischen Sushi und Ceviche wählen kann. Für das doch recht bodenständige Namibia ziemlich weit vorn! Aber für uns bleibt Swakop – wie die Namibianer sagen – nur ein kurzer erfrischender Zwischenstopp auf dem Weg in den Busch, zu den wilden Tieren. Einen Tag später, im Etosha-Nationalpark, könnte man denken, wir wären etwas irre geworden. Wir fahren mit relativ hoher Geschwindigkeit eine geschlängelte Sandstraße lang, „schneller“ rufe ich, „wir haben nur noch 15 Minuten!“. Leider sind wir erst recht spät am Nachmittag in den Park hineingefahren und müssen pünktlich zum Sonnenuntergang um 19 Uhr wieder draußen sein. Sonst müssen wir im Auto übernachten. 114

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Von oben herab Giraffen sieht man häufig

Dass wir bei unserer kurzen Schnupperfahrt überhaupt Tiere sehen würden, damit hatten wir gar nicht gerechnet, aber schon am ersten Wasserloch lag ein Leopard tiefenentspannt fast in Reichweite von unserem Auto. Wir konnten uns nicht losreißen und haben jetzt ein kleines Problem. Und dann steht da plötzlich auch noch was auf dem Weg, zu weit weg, um es einzuordnen. Eine gräuliche Silhouette. Braucht jetzt kein Mensch. „Wahrscheinlich ein Löwe“, lache ich, in der Überzeugung einen echt guten Witz gemacht zu haben. „Es ist ein Löwe“, sagt Christian und geht in die Eisen. Und da

schlendert sie langsam nach rechts in den Busch, die Löwin. Nicht ohne uns noch etwas geringschätzig anzugucken. Vor Sonnenuntergang scheint die Stunde der Tiere zu sein. Wahrscheinlich, weil dann nur noch ein paar Verirrte wie wir durch den Park spritzen.

A

m nächsten Tag haben wir mehr Zeit und kriegen richtig großes Kino am Wasserloch geboten: Gazellen gesellen sich zu Antilopen, Zebras und Gnus recken gemeinsam ihre Hälse ins kühle Nass, und aus der Ferne kommt


eine achtköpfige Elefantenfamilie angeschlendert. Ich warte nur noch darauf, dass die Arche Noah anlegt und irgendwo Elton Johns Ballade „Circle of Life“ ertönt, während die kleinen Elefantenbabys anfangen im Wasser zu spielen.

Z

um Abschluss unserer Tour, auf dem Rückweg von Etosha nach Windhoek, gönnen wir uns noch ein besonderes Highlight: das „Okonjima Nature Reserve“ bei Otjiwarongo. 38 Leoparden und sechs Geparden leben zurzeit in dem 20 000 Hektar großen Gelände. Neben zwei Lodges, einer exklusiven Bush Suite und einer Campsite ist hier die „AfriCat Foundation“ zu Hause. Die Stiftung ist eine Art Aufanglager für verletzte oder traumatisierte Leoparden, denn im Gegensatz zu den Löwen, die in Namibia nur in Nationalparks leben, bewegen sich diese Raubkatzen eigentlich

frei. Was zur Folge hat, dass immer mehr Farmer ihre Zäune erhöhen, um ihr Vieh zu schützen, Fallen aufstellen oder die Tiere sogar erschießen. Die Zahl der Leoparden hat sich so in den letzten Jahren stark dezimiert. Die AfriCat Foundation kümmert sich vor allem um die Tiere, die aus den Fallen der Farmer gerettet werden können. Die meisten von ihnen werden erst in einem kleineren Gehege beobachtet und gegebenenfalls behandelt, bevor sie, mit einem Sender ausgestattet, wieder in den Busch des Reservats entlassen werden. Hier kann man sie dann auf von Rangern begleiteten Safaris beobachten. „Okonjima“ ist nicht günstig, aber eine Lodge mit einer Mission. Denn die Gäste tragen dazu bei, AfriCat zu finanzieren. Die Betreiber haben es besonders gut mit uns gemeint und uns für eine Nacht die Bush Suite gegeben. Ein eigenes Haus im Busch, modern, aber komplett im

Kitschig? Nö! Ein normaler Abend in Okonjima


REISE

N i ko l a s Ti p p s f ü r N am i b i a

Nachts weht mir der Geruch der Savanne um die Nase

DIE TOUR Die beschriebene Rundreise ist in etwas längerer Form als Selbstfahrer-Tour mit Mietwagen buchbar über Marco Polo Reisen (13 Tage ab 2659 Euro pro Person im DZ, ohne Flug; Unterkunft in Standard-Lodges, wahlweise gibt es auch Premium-Lodges ab 3839 Euro pro Person im DZ). Wer nicht selber fahren mag, kann eine Tour mit eigenem Fahrer buchen (10 Tage, ab 3759 Euro pro Person im DZ, ohne Flug). Alle Infos über www.marco-polo-reisen.com/individuell H INKOM MEN Direktflüge ab Frankfurt mit Air Namibia ab 930 Euro oder mit Quatar Airways über Doha ab 750 Euro (auch über Marco Polo Reisen buchbar).

afrikanischen Stil gehalten, das vorwiegend von Honeymoon-Paaren gebucht wird, die es mal so richtig krachen lassen wollen. Es würde mich nicht wundern, wenn die Dream-Dates vom nächsten „Bachelor“-Dreh hier stattfinden.

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on der weitläufigen Terrasse guckt man über einen kleinen Pool direkt auf die Savanne und ein beleuchtetes Wasserloch. Zwei Antilopen machen in einiger Entfernung ihren Abendspaziergang, im Hintergrund zeichnet sich die Bergsilhouette ab, als wir nach der Leoparden-Safari unsere Suite betreten. „Ihr könnt alles von Afrika abschütteln, aber nicht den Staub“, grüßt uns Hausdame Selma lachend. Die Sonne geht bald unter, Selma hat das Holz auf der ofenen Feuerstelle angezündet, und wir nehmen in den Campingstühlen Platz. Zur Krönung des Ganzen gesellt sich Craig, unser Ranger, dazu, holt seine Gitarre raus und fängt zu spielen an. Später essen wir, trinken Wein, sitzen lange am Feuer und schauen, schauen, schauen: Antilopen, Springböcke, Warzen- und Stachelschweine – sie alle kommen in der Dunkelheit zum Wasser. Es fällt mir verdammt schwer, ins Bett zu gehen. Aber die Schlafzimmer haben Zeltwände, die man hochrollen kann, und so schlafe ich mit Grillen-Zirpen, dem würzigen Geruch der Savanne und einem leichten Windhauch um die Nase ein. Nachts wache ich ein paar Mal auf und gucke in die weite, dunkle Stille der Savanne. Mehr Afrika geht nicht. 116

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B ESTE REISEZEIT Namibia ist ein Ganzjahresziel, die Hauptsaison der meisten Lodges (hohe Preise!) ungefähr von Mai bis Oktober, also im dortigen Winter. DIE LODGES Intu Africa Camelthorn Kalahari Lodge. Familiengeführt und zauberhaft mit nur wenigen Strohdach-Bungalows – jeder hat eine eigene Terrasse mit Aussicht. Kleiner Pool, Safaris. DZ/HP ab 174 Euro (Kalahari, Tel. 63/24 08 55, www.intu-afrika.com/camelthorn.html). Sossusvlei-Lodge. Sehr große Anlage im Stil eines Club-Hotels. Die Zimmer sind in einzelnen Bungalows, die tolle Restaurantterrasse bietet Weitblick. DZ/HP ab 196 Euro (Namibwüste, Tel. 63 29 36 36, www.sossusvleilodge.com). Swakopmund Sands Hotel. Kleines modernes Stadthotel nah am Wasser. Die Zimmer haben keinen direkten Meerblick, dafür teilweise (kleine) Terrassen. DZ/F ab 120 Euro (Strand Street 3, Swakopmund, Tel. 64 40 50 45, www.swakopmundsandshotel.com).

Open Air Luftiges Plätzchen in der „Toshari Lodge“

Kleines Paradies Die „Camelthorn Lodge“ in der Kalahari-Wüste Damara Mopane Lodge. Neue, bunte Holzhäuschen, modern eingerichtet – für alle, die nicht so auf klassischen Safaristil stehen. Abends brennt im offenen Restaurant ein Feuer – schöne Stimmung. DZ/HP ab 160 Euro (Twyfelfontein, Tel. 61/42 72 00, www.gondwana-collection.com). Toshari Lodge. Modern, schlicht, nicht zu groß, mit nettem Pool-Areal. Man fährt von dort circa 20 Minuten in den Etosha-Nationalpark, ideal für alle, die nicht in den staatlichen Camps im Park wohnen wollen. DZ/F ab 105 Euro (EtoshaPark, Tel. 67/33 34 40, www.toshari.com). Okonjima Lodge. Neben der exklusiven Bush Suite (VP ab 663 Euro p. P.) gibt es das Luxury Bush Camp (DZ/HP ab 460 Euro), das einfachere Plains Camp (DZ/HP ab 300 Euro) und die Campsite (ab 25 Euro p. P.). Von den Lodges oder der Campsite aus kann man kleine Wanderungen unternehmen. Die Leoparden sind in einem extra gesicherten Gebiet, das man nur mit Führung besuchen kann (Otjiwarongo, Tel. 67/31 40 00, www.okonjima.com). Hilltop Guesthouse. Einfaches, aber schönes Gästehaus mit Terrasse und Pool direkt in der Hauptstadt Windhoek. Das Frühstück wird für jeden Gast persönlich auf dem Balkon serviert. Perfekt für den Ankunfts- oder Abfahrttag. Nach Zimmern im ersten Stock fragen! DZ/F ab 70 Euro (Tel. 81/24 52 750, Lessing Street 12, Windhoek, www.hilltop.com.na).

GUT ZU WISSEN Aufgrund der derzeit hohen Nachfrage muss man eine Namibia-Reise rechtzeitig planen – nämlich ungefähr ein Jahr vorher. Besonders die individuelleren kleineren Lodges sind schnell ausgebucht. Die meisten Mietwagen-Verleiher verlangen ein von innen und außen gereinigtes Fahrzeug zurück. Dafür gibt es in Windhoek reichlich Waschanlagen (z. B. an Tankstellen), aber man muss mindestens eine Stunde einplanen. VORWA HL NA MIBIA 002 64


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Fotos: © MSC Cruises S.A.

Termine und Preise 2018/19: (Preise in Euro pro Person)


REISE

/Kurztrip

Da will ich jetzt hin!

W O VÖ G E L U R L A U B M AC H E N Wipfel rauschen, Wasser glitzert ... Einst verlief die innerdeutsche Grenze mitten durch den Schaalsee – heute erholen sich hier Stadtmüde auf Badestegen und an lauschigen Ufern TEXT LISA SCHÖNEMANN

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1 Feriendomizil „Holzhäuschen“ 4 „Schaalseefischerei“

FOTOS AL AMY / M AUR ITIUS IMAGE S (2 ), LUX WAC H E/ AG EN TUR FO C US , THO M AS R O ETTI NG / LO O K PH OTO, GE TTY IM AGE S

Ü BE RN AC HTEN 1 Haasenhaus, Elfenschule, Holzhäuschen ... Ob ehemalige Dorfschule oder Domizil im Gutshaus: Rund eine Stunde von Hamburg entfernt und nur wenige Kilometer östlich vom Schaalsee liegen gemütliche Ferienwohnungen für Natur-Fans, die den besonderen Charme des ehemaligen Grenzsperrgebietes und die Ruhe schätzen. Ab 50 Euro pro Tag für zwei Personen (Tel. 03 88 53/212 23, www.schaalsee-ferienwohnungen.de). 2 Forsthof Kneese. Eine wunderbare Adresse für Großstadtflüchter: Anke Kalbfleisch betreibt im Schaalseedorf Kneese ein entzückendes VeggieHotel, am Wochenende mit Café (auch draußen auf der Streuobstwiese). Köstliches vegan-vegetarisches Frühstücksbuffet! DZ/F ab 95 Euro (Hauptstraße 15, Tel. 03 88 76/313 76, www.forsthof-kneese.de). 3 Der Seehof. Am Nachbarsee in Ratzeburg liegt dieses teilweise auf Pfählen über der Wasserlinie gebaute Hotel mit Sonnenterrasse, eigenem Badesteg (inklusive Strandkorb) und kostenlosem Bootsverleih. Wohlfühlzimmer in schönen Farben! DZ/F ab 134 Euro (Ratzeburg, Lüneburger Damm 1–3, Tel. 045 41/86 01 01, www.der-seehof.de).

G E N IE S S E N 4 Schaalseefischerei. Ein Ausflug zum Schaalsee beginnt mit einem Fischbrötchen an der Anlegestelle von Käpitän Kuntoffs kleinem Elektroschiff „Duffy“ in Zarrentin. Fangfrisch geräuchert, ab 2 Euro (Amtsstraße 41, www.schaalseefischerei.de). 5 Seeblick Lassahn. Nirgendwo ist der Ausblick auf den über 70 Meter tiefen See so grandios wie von der Tribüne am modernen Holzpavillon. Die steht mitten im Kaffeegarten, der schon immer die Schokoladenseite des ehemaligen Dorfkrugs neben der Lassahner Kirche war. Hausgemachter Hefezopf mit Marmelade 3 Euro (Dorfstraße 59, www.seeblick-lassahn.de). 6 Zur Kutscherscheune. Das landwirtschaftliche Gut Groß Zecher ist seit 1681 im Besitz ihrer Familie. Die visionäre Gutsherrin Hannelore von Witzendorff hat es zu einem Ferienidyll am See mit Restaurant und Café umgebaut. Für ihre „Kutschertorte“ (Schmand/ Mandarine) kommen die Gäste von weit her. Gebratenes Edelmaränen-Filet „Nonnenglück“ (16,50 Euro),

9 „De oll Dörpschaul“

und Ferienwohnungen gibt es auch (Lindenallee 15, Tel. 045 45/801, www.kutscherscheune.de). 7 Das Gasthaus zum See. Die Leute in Neuenkirchen nennen sie liebevoll Lindi: Die charismatische Wirtin Sieglinde Schröder kocht frische Hausmannskost mit allem, was ihr Gemüsegarten hergibt. So gut, dass ihr an Sommerwochenenden vor lauter Betrieb leider kaum Zeit bleibt, sich zu ihren Gästen an die blauen Holztische zu setzen. Roulade mit Bratkartoffeln 15,50 Euro. Reservieren! (Alte Dorfstraße 14, Tel. 03 88 53/214 23, www.das-gasthaus-zum-see.de). 8 Kantine im Landtag. In Lassahn liegt dieses erst vergangenes Jahr eröffnete Café und Restaurant mit Eiszauberei, Kunst und Kultur plus eigener Pilzzucht. Bei Adelheid Wendel wird meist bio und regional gekocht, nachhaltig und mit Konzept. Der köstliche Pilz-Burger kostet ca. 8 Euro (Dorfstraße 52, www.landtag-lassahn.de). 9 De oll Dörpschaul. Ein wenig ab vom Schuss in Rosenow, das zu Lützow gehört, wo es aber sogar eine eigene Bahnstation gibt. Und die kurze Anreise lohnt sich definitiv für die liebevoll präsentierten, saisonalen Slow-Food-Leckereien, die Köchin Ute Alm-Linke in der ehemaligen Dorfschule serviert – ob das vegetarische Überraschungsgericht „Iss’ wi es ist“ (13,50 Euro) oder die hausgemachte SauerampferWildblütentorte (Dorfmitte 6, Tel. 03 88 74/229 29, www.restaurant-de-oll-doerpschaul.de).

ERLEBEN

11 Funkelstunde

So viel Zeit muss sein ... um eine Kräuterführung oder den BiosphäreSchaalsee-Markt zu besuchen (www.biosphäre-schaalsee.de). ... für eine Besichtigung des ehemaligen Zister zienserKlosters in Zarrentin (www.kloster-zarrentin.de). ... um am 14. Oktober beim spektakulären Kranichzug im Biosphärenreservat Schaalsee dabei zu sein (www.schaalsee.de).

10 Vogelkunde. Gefiederte Seltenheiten kann man gemeinsam mit Dr. Uwe Westphal lauschen. Der Biologe und Vogelstimmen-Imitator mit hohem Unterhaltungswert lädt zu Spaziergängen auf den Spuren von Pirol und Nachtigall ein. Treffpunkt ist die Galerie der Elfenschule in Neuenkirchen gegenüber der Kirche (www.westphal-naturerleben.de). 11 Funkelstunde. Die farbgewaltige Kulisse der Sonnenuntergänge am See ist einfach spektakulär, und die besten „Funkelplätze“ in der Region mit Angeboten für Candle-Light-Dinner findet man unter www.herzogtum-lauenburg.de/funkelstunde 12 Gläserne Molkerei. Sehen, wo’s herkommt: In Dechow, nördlich des Schaalsees, können Besucher alles Wissenswerte über die Herstellung von Milchprodukten erfahren – und hinterher im Hofladen schön Kaffee und Kuchen bestellen (Meiereiweg 1, Tel. 03 88 73/337 90, www.glaeserne-meierei.de). 13 Bootstour. Sein tiefes Dunkelgrün, die Libellen, die Stille ... Am intensivsten erlebt man den See vom Kanu aus. Das Schaalsee-Camp von Lothar Krebs in Sterley-Pipersee mit Tipi und Planwagen, Kajak-Kursen und Wildnis-Abenteuern ist ein uriger Ausgangspunkt für Touren (Sterleyer Heide 2, Tel. 045 01/412, www.kanu-center.de). 14 Meilensteine. Im Klosterdreieck Rehna-Ratzeburg-Zarrentin wandert man auf alten Pilgerwegen. Eine kleine Etappe des „Nonnenweges“ führt auf verwunschenen Pfaden von Lassahn nach Techin (Badestelle!) und entlang einer alten Feldsteinmauer weiter Richtung Zarrentin. Wanderkarte im Kloster bestellen oder von der Website downloaden (Tel. 033 88 72/527 65, www.kloster-rehna.com).

Mehr Infos finden Sie auf www.schaalsee-info.de


PORTRÄ

Nino Haratischwili

STEILE KARRIERE Nino Haratischwili

wurde 1983 in Tiflis, Georgien geboren, beendete dort ein Filmstudium und studierte danach an der Hamburger Theaterakademie Regie. Seit 2007 ist sie viel beschäftigte und mehrfach ausgezeichnete Regisseurin und Theaterautorin. Ihr erster Roman „Juja“ erschien 2010 und schaffte es auf Anhieb auf die Longlist des Deutschen Buchpreises. Sie lebt mit Mann und Tochter in Hamburg.

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Meisterin des feinen Blicks

F OT O DA N N Y M E R Z / F R A N K F U R T E R V E R L A G S A N S T A LT

Ihr Romanepos „Das achte Leben (Für Brilka)“ war 2014 eine Sensation, er machte die Theaterregisseurin Nino Haratischwili zur Bestsellerautorin. Eine Begegnung mit einer Frau, die sich mit Umbrüchen auskennt

Die braune Schuluniform hing schon im Schrank. Jeden Tag schaute die Sechsjährige hinein, voller Stolz, bald eingeschult zu werden. Doch dann wurden 1989 an Nino Haratischwilis zukünftiger Schule in Tiflis die sowjetischen Uniformen abgeschaft. Ein erstes georgisches Aufbegehren gegen die bröckelnde Übermacht aus Moskau. Aus der Traum vom braunen Kleid mit dem weißen Kragen. „Ich war sehr bedrückt“, sagt die 34-Jährige mit einem überraschend sachlichen Gesichtsausdruck. Eine kleine Geschichte, und doch steht sie für die großen Umwälzungen der Zeit, die das Leben der Menschen

für immer verändern. Ein wiederkehrendes Thema in den Romanen und Theaterstücken der georgisch-deutschen Schriftstellerin, die mit dem Roman „Das achte Leben (Für Brilka)“ vor vier Jahren endgültig in die vorderste Reihe der deutschen Literatur vorrückte. „Brilka“, wie Haratischwili ihren Roman im Gespräch nennt, erzählt die Geschichte der georgischen Familie Jaschi. Es sind 1300 Seiten, auf dünnem Bibelpapier, ein Epos über sechs Generationen vor allem starker Frauen, die von 1900 bis in die Gegenwart im Chaos des 20. Jahrhunderts bestehen müssen oder untergehen. Es sind Geschichten von Aufbegehren oder Resignation, vom Daheimbleiben oder der Flucht, nach Deutschland, nach England, Prag. Die Kritiken waren hymnisch, das Publikum verzückt, trotz oder gerade wegen der enormen Länge und der abseitigen geografischen Lage des Handlungsortes. Vielleicht liegt es einfach daran, dass Haratischwili direkt zupackt, wenn sie schreibt. Sie hat keine Scheu vor stark

definierten Charakteren und waghalsigen Plots, denn sie kommt vom Theater. Und auch nicht vor der deutschen Sprache, die nicht die ihrer Mutter ist. Und so sitzt der neue deutsche Literaturstar in der Mittagssonne vor einem Hamburger Café und analysiert mit einem nur noch homöopathisch wahrnehmbaren Akzent ihr Verhältnis zu der Sprache, die sie als Autorin groß gemacht hat. „Sie ist präziser, und neben dem Russischen eine sehr gute Literatursprache“, sagt Nino Haratischwili. „Georgisch ist viel blumiger. Direkt auf Georgisch zu schreiben kriegt manchmal etwas sehr Kitschiges. Und, um ein bisschen küchenpsychologisch zu werden: Vielleicht ist es hilfreich in einer Fremdsprache zu schreiben, weil es automatisch eine Distanz schaft.“ Überhaupt wirkt sie manchmal etwas distanziert, wenn sie spricht. Das Anekdotische ist ihr fremd, auch der direkte persönliche Bezug. Sie analysiert lieber, ordnet ein. Sie liebt das Klare, auch in Kleidungsfragen. Einfach nur Schwarz. BRI GI T T E 19/ 2018

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P O R T R ÄT

Auch wenn ihre Liebe zum Deutschen bereits früh in der Schule geweckt wurde, Deutschland selbst entpuppte sich als Desillusion, als Nino Haratischwili Mitte der 90er-Jahre von der brodelnden Hauptstadt Georgiens in einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen landete. Ihre Mutter hatte dort Arbeit gefunden, Nino war die einzige Ausländerin in der Schule („das kann man sich hier in Hamburg nicht vorstellen!“), sie war mitten in der Pubertät und fühlte sich am falschen Ort. „Ich habe schon Freunde gefunden, aber die meisten dort wussten einfach, dass sie ihren Kindergartenfreund heiraten und den Bauernhof ihrer Eltern übernehmen würden.“ nd so kehrte sie ohne die Mutter wieder zurück in die krisengeschüttelte Heimat, um dort die Schule zu beenden. „Ich war nicht allein, auch wenn ich es manchmal gern gewesen wäre“, sagt sie. „Familie ist ja in Georgien sehr breit gefächert, ich hatte dort Großeltern, Cousinen, Tanten, Onkel.“ Nach ersten eigenen Inszenierungen und Theaterstücken, die sie für eine Theatergruppe an der Schule schrieb, begann sie ein Filmstudium in Tiflis. „Aber beim Film ist man immer so abhängig: von Geldern, von Technik – man muss Jahre im Voraus planen.“ Nichts für die ungeduldige Nino Haratischwili, die gern und schnell zupackt. Daher bewarb sie sich an deutschen Theaterhochschulen, landete 2003 Hamburg an der Theaterakademie. So begann ihre steile Karriere als Regisseurin an deutschen Bühnen, vom Hamburger Thalia Theater bis Freiburg – und als Autorin ihrer eigenen Stücke. Auf Deutsch. Das erst mal aus pragmatischen Gründen. Denn hätte sie auf Georgisch geschrieben, wer hätte dann übersetzt? „Das hätte ich sowieso machen müssen, also habe ich mir die Arbeit gespart“, sagt sie mit amüsiertem Kräuseln auf den Lippen. Den ersten Roman schrieb Haratischwili, als sie ein Auslandssemester in Moskau machte. Es dauerte drei Jahre, bis sie einen Verlag fand. Denn obwohl ihre Stücke bereits verlegt wurden, fand sich niemand, der „Juja“, ein Vexierspiel um einen Text, der Frauen in den Selbstmord treibt, drucken wollte. Naiv 122

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sei sie damals gewesen, meint sie, „ich wusste auch nicht, dass man einen Agenten brauchte, ich hab einfach die Verlage angeschrieben. Und keine Antwort erhalten.“ Die Ermutigung einer Professorin, die Kontakte zum Berliner Verbrecher Verlag hatte, führte letztendlich dazu, dass das Buch dort erschien, nachdem die Autorin dort ebenfalls „viele Leute genervt hatte“. Es landete 2010 sofort auf der Longlist des Deutschen Buchpreises, und mittlerweile muss sich Haratischwili keine Sorgen mehr machen. Jetzt – kurz vor dem Erscheinen ihres vierten Romans – ist sie Bestsellerautorin. Die Erwartungen an ihr neues Werk „Die Katze und der General“ sind groß. Georgien ist Gastland der Frankfurter Buchmesse, was wäre schöner als ein

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Oligarch Alexander Orlow engagiert in Berlin „Katze“, eine junge georgische Schauspielerin, für einen Video-Dreh. Sie gleicht einem toten tschetschenischen Mädchen, und Orlow möchte noch eine Rechnung begleichen mit den Männern, die mit ihm im Tschetschenienkrieg in

den 90ern eine grauenvolle Schicksalsgemeinschaft bildeten. Nino Haratischwili erzählt in ihrem neuen Roman eine Geschichte von Krieg und Schuld, gleichzeitig ist „Die Katze und der General“ ein atemloser Thriller, der auf ein krachendes Finale hinsteuert. (750 S., 30 Euro, FVA)


1 Buch und Bühne Beides liegt Nino Haratischwili, sie schreibt Romane und Theaterstücke und führt Regie 2 Musik-Drama Eva Mattes (hinten) spielt 2016 in Haratischwilis „Liv Stein“ in Berlin 3 Mit Pferd „Kokoro“ 2012 in Saarbrücken mit deutsch-georgischem Ensemble

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weiterer Erfolgsroman aus der Feder der Lieblingsgeorgierin der Deutschen. „Viele glaubten, ich schreibe jetzt ,Brilka 2‘“, sagt sie, „aber ich musste mich davon vollkommen frei machen.“ Nach unzähligen Lesungen von „Brilka“, nach denen sie ihre eigene Stimme nicht mehr hören mochte, war es dann auch irgendwann einfach gut. Mit dem Thema Familie, und mit Georgien. Es geht in dem neuen Buch um den ersten Krieg in Tschetschenien in den 90ern, um Verbrechen gegen die Menschlichkeit und darum, ob man seine Unschuld bewahren kann, wenn alle Regeln der Zivilisation außer Kraft gesetzt werden. Ein reicher Oligarch im Berlin engagiert eine junge, georgische Schauspielerin für einen ungewöhnlichen Auftrag. Sie sieht einem toten tschetschenischen Mädchen ähnlich, soll ihre Rolle für ein Video spielen, mit dem ein Kreis von Männern dazu gebracht werden soll, sich Jahre nach

dem Krieg noch einmal zu trefen. Denn sie verbindet eine gemeinsame Schuld. Schon in „Brilka“ scheute sich Haratischwili nicht, die Grausamkeiten des Krieges und der totalitären Regime darzustellen. Doch in diesem Roman beleuchtet sie besonders die Täterperspektive. „Ich wollte wissen: Wie lebt man damit weiter? Was macht das mit Menschen, die so etwas begehen, oder begehen müssen?“ Die Trostlosigkeit der russischen Plattenbauten, aus denen die jungen Rekruten dieses Krieges stammten, die emotionale Verkümmerung der Menschen, die nach dem Fall der Sowjetunion keinen Glauben mehr an etwas fanden – all das fließt ihr aus der Feder, als wäre sie, die eigentlich schon Nachgeborene, dort aufgewachsen. „Die Erinnerung setzt ja nicht nur da an, wo die eigenen Geschichten anfangen. Man ist ja gespeist durch die Geschichten der Großeltern, der Eltern, der Gegenstände – die war immer irgendwie sowjetisch.“ Filme im Fernsehen, die Mentalität in den Köpfen, das Geschirr im Schrank der Familie – die Sowjetunion hallt noch immer nach, auch im Leben von Nino Haratischwili. Und sie versteht es meisterhaft, jedes Detail für ihre Geschichten zu nutzen. Sie ist eine Göttin der kleinen Dinge, der Charakterisierung durch auch unerhebliche Ereignisse. In einer Szene des Romans zerschmettert ein frustrierter russischer Junge das jahrelang in der Vitrine aufbewahrte westliche Überraschungsei, schlingt vor Wut die längst bröselig gewordene Schokolade herunter – ein Augenblick, genau so eindrücklich geschildert wie ein Kriegsverbrechen. ür ihre Recherchen fuhr Haratischwili auch nach Grosny, der Hauptstadt von Tschetschenien. „Es ist ein Nachbarland von Georgien, aber absolute Terra Inkognita“, sagt sie. „Der Krieg ist in den Köpfen der Menschen omnipräsent, und doch im öfentlichen Raum nicht zu finden.“ Alles, was daran erinnere, sei getilgt, denn das Regime dort sei russlandnah, und „wie kann Putin der Übervater sein, wenn er noch bis vor Kurzem das Land zerbombt hat“! Die Tschetschenen seien verängstigt, niemand würde ofen sprechen wollen. Und doch hatten alle von einem

»Ich wollte wissen: Wie lebt man als Täter weiter?« Menschen zu erzählen, den ihnen der Krieg genommen hatte. Auch in ihren Berichten über Tschetschenien bleibt Nino Haratischwili eher abstrakt, sie zitiert keine Opfer, schätzt lieber insgesamt ein. Dafür ist ihre Literatur um so direkter, wenn es um das Unaussprechliche geht, die Folterung, die Vergewaltigung, den Tod. Der Roman ist parallel zu einem neuen Leben entstanden. Die eine Hälfte schrieb Nino Haratischwili vor der Geburt ihrer Tochter 2017, die zweite danach. Durch ein Stipendium entstanden weite Teile in Istanbul; während ihr Mann, ein freier Lektor und Übersetzer, sich um das Baby kümmerte, ging Nino ins Nebenzimmer zum Schreiben. „Es ist schon eine große Umstellung mit Kind, weil ich früher immer nachts geschrieben habe. Ich bin in der ersten Tageshälfte eigentlich gar nicht kreativ.“ Sie freue sich, in ein paar Jahren mit ihrer Tochter die Literatur neu entdecken zu können, von ihrer Heldin Pippi Langstrumpf bis zu der illustrierten sowjetischen Ausgabe des Märchenspiels „Der blaue Vogel“ von Maurice Maeterlinck, die sie wie einen Schatz hütet. Darin reisen zwei Kinder unter anderem in das Land der Erinnerung. Sie besitzen einen Zauberstab, der unbeseelte Dinge zum Leben erwecken kann. Es ist Nino Haratischwilis Lieblingsmärchen – wie kann es anders sein?

Meike Schnitzler lernte während ihres Studiums in Russland die georgische Küche schätzen, die dort beliebt ist wie hier die italienische. In ihrer Wohnung bestehen noch Teile der Sowjetunion fort – Videos russischer Komödien, für die sie eigens einen Rekorder aufbewahrt. BRI GI T T E 19/ 2018

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Balance

Psychologie, Fitness & Gesundheit

Internetpornos, Dating-Apps auf Smartphones — wir erleben gerade eine größere sexuelle Revolution als 1968, sagt die Therapeutin Dr. Heike Melzer. Die Folge: immer mehr Männer, die gar nicht können. Und andere, die nicht genug kriegen können

Sexsüchtig oder unberühr t INTERVIEW SONJA NIEMANN

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I L LU S T R A T I O N E N M A R I O N FAY O L L E / A U S D E M B U C H „ L E S C O Q U I N S “, É D I T I O N S M A G N A N I

Als Interviewerin sitzt man in der sexualtherapeutischen Praxis dort, wo sonst Dr. Melzers Klienten Platz nehmen: auf einem Zweisitzer ihr frontal gegenüber. Wer sitzt denn sonst so auf dieser Bank? HEIKE MELZER: Frauen, Männer und Paare, die meine Hilfe suchen. Oft geht es um das Thema Sex- und Pornosucht und deren fatale Folgen. Wo fängt denn Sexsucht an? Bei genau den gleichen Kriterien wie bei anderen Süchten auch: Die Gedanken drehen sich ständig um das Suchtmittel, in diesem Fall also sexuelle Fantasien. Die Dosis muss immer weiter gesteigert werden – das, was am Anfang noch toll war, reicht mit der Zeit nicht mehr aus. Man arbeitet sich also von Genre zu Genre der Pornografie mit immer stärkeren Reizen. Irgendwann möchte man davon auch mal was erleben, man geht zu Dominas oder ins Bordell oder checkt auf dem Großmarkt der Casual-Dating-Szene ein. Am Ende steht der Kontrollverlust: Ungeachtet von beruflichen, privaten, gesundheitlichen Nachteilen macht man immer weiter, denn es geht nicht mehr ohne. Masturbiert mehrmals täglich, hat zahlreiche Afärenpartner gleichzeitig, geht oft ins Bordell – ich habe hier Leute sitzen, die fünfstellige Summen dafür ausgeben. Oder verheiratete, heterosexuelle Männer, die anonymen, ungeschützten Sex mit Männern haben. Das ist wie russisches Roulette. Diese Männer sagen: Es gehört gar nicht zu mir, es passt auch gar nicht zu mir, ich riskiere mein Leben und das meiner Frau, und trotzdem muss ich es immer wieder machen. Es ist wie ein Zwang. Gibt es auch sexsüchtige Frauen? Deutlich weniger. Auf zehn Männer kommt maximal eine Frau, und dann kommt es oft in einem ganz anderen Gewand als bei Männern daher. Die meisten sind amourös verstrickt. Sie wollen den Männern gefallen und fangen ständig neue Liebschaften parallel an oder stellen zwanghaft Fotos und Videos von sich auf Sexportalen ein, um Komplimente zu erhaschen. Sie haben Ihre Praxis seit 15 Jahren und haben gemerkt, dass sich in dieser Zeit die Themen und Probleme Ihrer Patienten sehr verändert haben. Was ist am aufälligsten? Der typische Mann mit erektiler Dysfunktion war früher im Alter ab 50 aufwärts. Jetzt haben immer mehr junge Männer dieses Problem – schon 18-jährige, 20-jährige. Sie kommen ratlos vom Urologen, mit Viagra in der Hand, und sagen: Ich habe doch gerade erst angefangen, das kann es ja

„Früher waren Männer mit Potenzstörungen 50 oder älter. Heute haben schon 18-Jährige dieses Problem“

wohl nicht sein. Diese Männer haben oftmals jahrelang zu Pornos masturbiert, und nun machen sie das erste Mal Erfahrungen mit echten Mädels. Allein die Vorstellung, was sie jetzt alles performen müssen, setzt sie unter Druck. Und dann haben sie über die Jahre so ausgeklügelte Masturbationstechniken entwickelt, das sie beim partnerschaftlichen Sex überfordert sind. Das hat besonders bei jungen Männern sehr zugenommen. Studien sprechen von bis zu 30 Prozent Betrofenen. Das ist eine weltweite Pandemie. Etwas ältere Männer, die nicht mit dem Internet aufgewachsen sind, betrift es nicht? Doch. Früher galt es ja als schlimm, wenn man als Mann zu schnell gekommen ist. Jetzt sagen mir immer mehr Frauen: Er wird nicht mehr fertig, ich weiß nicht, was ich noch machen soll. Oder die Männer haben gar keine Lust mehr auf Sex mit der Langzeitpartnerin und verstecken sich hinter Arbeitsbelastung. Über die tatsächlichen Ursachen wird nicht gesprochen. Weil auch sie zu viele Pornos schauen und es sich lieber allein machen? Ja. Wann hat man denn früher mal andere Leute beim Geschlechtsakt gesehen? Da gab es die „Praline“ oder Pornokinos im Rotlichtviertel. Und selbst vor 15 Jahren noch haben Sie ewig warten müssen, um eine kurze Videosequenz im Internet zu sehen. Heutzutage können Sie sich auf dem Smartphone jederzeit Pornos anschauen. Das schnelle Internet und neue Technologien haben unsere Sexualität mehr verändert, als wir bis jetzt wirklich begrifen haben. Ich sehe auch verstärkt Männer mit Fetischen. Gab es die nicht schon immer? Ja, die gab es schon immer. Aber heute gibt es pornoinduzierte Fetische, und das hat wirklich rasant zugenommen. Männer sind eher optisch orientiert, sie schauen sich – Stichwort Dosissteigerung – immer absurdere Praktiken an, weil alles andere nicht mehr kickt, und auf einmal haben sie diese Verknüpfung hergestellt. Wenn sie in einer laufenden Beziehung einen Fetisch über Pornografie entwickeln – blöd, wenn der Partner den Fetisch dann nicht teilt. Oder sich fragt: Vögelst du eigentlich noch mich oder nur meinen Latexanzug/meine Nylonstrumpfhose/meine Brille mit extradicken Gläsern? Einen Fetisch zu haben ist ja heutzutage auch fast ein bisschen schick. Andererseits ist es eine zwanghafte Fixierung auf einen Trigger und wird dann zum Problem, wenn es ohne gar nicht mehr geht. In der Regel haben Männer den Fetisch, Frauen bedienen ihn. Sie schreiben in Ihrem Buch, dass es eine immer größere Schere zwischen Menschen gibt, die immer Sex haben, und anderen, die nie Sex haben. Und beide leiden. BRI GI T T E 19/ 2018

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P S YC H O LO G I E

Ja. Es gibt immer mehr Sexsüchtige, aber im anderen Extrem auch immer mehr Unberührte, also Leute, die noch nie Sex hatten. Und irgendwann kommen sie dann hierher und sagen: Ich bin jetzt 49 und fliehe immer von der Bettkante. Oder: Es hat mich eigentlich nie so gestört, aber ich will ja auch mal Kinder haben. Auf der anderen Seite gibt es dann diejenigen, die sich durch die Betten tindern und schon mit Mitte 20 eine dreistellige Anzahl an Partnern vorweisen können. Und irgendwann kommt dann der Wunsch nach Bindung – und die Erkenntnis, dass man gar nicht weiß, wie das überhaupt geht. Ist das ein neues Phänomen? Es gab doch schon immer promiske Leute. Und auch Unberührte. Ja. Aber bei den Unberührten war früher der Leidensdruck höher, sofern sie prinzipiell Lust auf Sex hatten. Natürlich konnte man sich immer selbst befriedigen – aber heute können sie das mit den Superreizen des Internets und Hightech-Sex-Toys um ein Vielfaches einfacher. Wenn es nur um die Triebbefriedigung geht, kann man sich heute prima ganz autark versorgen, dazu bedarf es keines Partners mehr ... ... aber das ist doch nicht das Gleiche. Sicher, aber dazu müssen sie ja erst mal den Vergleich haben, wie es sich in einer verbindlichen Beziehung anfühlt. Und wenn sie nur einen Orgasmus haben wollen, ist der Vibrator deutlich ei-

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„Fast jeder Mann, den Frauen heute treffen, ist von Pornografie geprägt“

zienter als ein Partner mit vielleicht nicht ganz kompatiblen Vorlieben zu den eigenen Wünschen. Auf der anderen Seite des Extrems haben die Promisken heute viel mehr Möglichkeiten, ihre wechselnden Partner auf zahlreichen Casual-Dating-Portalen zu finden. Auch das gesellschaftliche Klima hat sich verändert. So etwas wie „Freundschaft plus“ oder Polyamorie hat stark zugenommen. Heute ist alles erlaubt und Verhandlungssache. Was ja nicht unbedingt schlecht ist. Ich möchte es auch nicht werten. Ob Monogamie und das romantische Liebesideal die einzig wahre Form der Partnerschaft sind, ist mehr als fraglich. Casual Dating, käuflicher Sex und One-NightStands sind per se weder gut noch böse, auch Pornos sind es nicht. Viele verrennen sich jedoch bei den vielen Möglichkeiten, heute Sexualität zu leben. Sexualität ist ein Genussmittel mit einem hohen Suchtpotenzial, und es steht jetzt im Übermaß zur Verfügung. Es gibt viele Parallelen zur Ernährung. Einige Leute können zum voll gedeckten Tisch gehen und sagen: Ich nehme den Apfel und die Banane, aber das Tiramisu will ich gerade nicht, das esse ich nur manchmal. Andere können das nicht. Die schlingen die ganzen industriellen Sachen mit viel Glutamat in sich rein, und es schmeckt auch erst mal toll, aber es verklebt die Geschmacksknospen, macht bald keine Freude mehr und man fühlt sich fett und schlecht. Wenn wir Superstimuli aus der Konserve konsumieren und von einem sexuellen Abenteuer zum anderen hetzen, werden wir unsensibel für natürliche Reize. Sie verordnen dann Ihren Klienten eine Fastenzeit? Ja, ein Reboot, wo man auf Pornos, Masturbation, Sex Toys, eine Zeit lang auf jede Form von Sex verzichtet. Als Therapeut muss man auch das Unterbewusstsein ansprechen, deswegen arbeite ich mit einer strukturierten Hypnosetherapie. Dennoch: Ein Alkoholiker, der 20 Jahre trinkt und es dann weglässt, ist immer noch Alkoholiker, wenn auch trocken. Und so ist es bei den Sex- und Pornosüchtigen auch. Das Gehirn hat sich neuroplastisch verändert und eine Suchtstraße ausgebildet. Das heißt, sie müssen immer aufpassen, nicht wieder in alte Muster zu verfallen. Unsere Gesellschaft ist sexualisiert, aber laut Umfragen ist heutzutage gerade für junge Leute sexuelle Treue ein enorm wichtiger Wert. Natürlich. Viele wollen das. Und einigen gelingt das auch prima, denn es gibt Leute, die Nein sagen können. Aber es können nicht alle, und die Alternativangebote sind sehr nah. Sie können aus dem Bett heraus per Smartphone die nächste Afäre kennenlernen. Wie sollen wir damit umgehen als Gesellschaft? Und wie soll man Jugendliche darauf vorbereiten, dass Pornos nicht das wahre Leben sind?


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Bevor Kindern ein Smartphone in die Hand gedrückt wird, muss man über die Chancen und Risiken der digitalen Welt reden, und dazu gehört auch, dass man das Suchtpotenzial von Pornografie nicht unter den Tisch fallen lässt. Aber die meisten reden ja noch nicht mal mit ihrem Partner ofen drüber: Sag mal, schaust du Pornos? – Nein, nein, nein! Wir müssen begreifen, dass das Internet dabei ist, unser Sexleben radikal zu verändern, direkt oder indirekt. Das ist ein Phänomen, das tiefer geht als die alte sexuelle Revolution: dass sich die Sexualität so losgelöst hat von Beziehungen. Und einige Menschen können die Verbindung gar nicht mehr herstellen. Es ging jetzt vor allem um die Männer. Inwiefern sind die Frauen betrofen? Auch Frauen können heute ihre Lust völlig autonom ausleben und unverbindlichen Sex haben. Aber sie sind auch – vielleicht noch stärker – passiv involviert, weil fast jeder Mann, den sie heute trefen, sexuell von Pornografie geprägt ist. Es passiert jungen Frauen, dass sie von ihrem Date gleich beim ersten Mal beispielsweise nach Analsex gefragt werden. Es ist daher für Frauen wichtig, ihr ganz eigenes sexuelles Profil kennenzulernen und nicht alles nur mitzumachen, weil sie denken, es gehört dazu und wird verlangt. Das können übrigens etwas ältere Frauen oft besser als junge, und diese Klarheit hat auch etwas sehr Spannendes. Es ist schon recht auffällig, dass sich viele jüngere Männer gerade für Frauen interessieren, die älter sind als sie selbst.


balance news

A P OT H E K E N -T I P P

GEGEN LIPPENHERPES Die typischen Bläschen, die viele Menschen immer wieder quälen, sind nicht nur schmerzhaft, sondern nagen auch am Selbstbewusstsein: Laut einer Umfrage vermeiden 74 Prozent der betroffenen Frauen es dann, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Gute Neuigkeiten: Inzwischen gibt es die Kombination der Wirkstoffe Aciclovir und Hydrocortison

auch rezeptfrei. Rechtzeitig angewandt sollen Bläschen verhindert und die Heilung beschleunigt werden: Creme Zovirax duo, 2 g ca. 12 Euro, Apotheke.

S M A R T P H O N E & C O.

Bes s er a ls i h r Ruf Viel Zeit am Handy oder vor dem Computer schadet uns? Dass es nicht ganz so einfach ist, zeigen jetzt gleich zwei Studien. Forscher der Glasgow University fanden heraus: Wer oft am Computer oder vor dem Fernseher hockt, aber körperlich sehr fit ist, hat ein halb so hohes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs zu erkranken, wie Menschen, die über eine schlechte Ausdauer- und Kraftleistungsfähigkeit verfügen. Eine schwedische Studie der Universität Uppsala ergab außerdem: Jugendliche Gamer haben nicht weniger Freunde als Gleichaltrige, die wenig oder gar nicht am PC daddeln.

GUT ZU WISSEN SPE Z IAL 4 / 2018

Ausgebrannt – und dann? Das Leben nach dem Burnout

... Kaf fee – bzw. deren Gehalt an Kof fein – schützen Herz und Gefäße, indem Reparaturprozesse der Zellen gefördert werden. Quelle STUD IE DE R H E IN RIC H H E IN E - U N IV E RSITÄT U ND D E S IU F IN DÜ SSE L D ORF

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BR I GI TTE 1 9 / 2 018

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A n d er s v er h ü t en

P S Y C H O LO G I E S P E Z I A L

N EU A M KI O SK Jede Menge Tipps, wie wir besser mit Belastungen umgehen, uns nachhaltig erholen und gelassener werden: im neuen BRIGITTE-Spezial „Mein Leben ohne Stress”, ab 7. September für 5,95 Euro im Handel.

Kupfer wird schon seit Längerem zur Verhütung eingesetzt, z. B. als Kuperspirale oder -kette. Neu ist der nur 15 Milimeter kleine Kupferperlen-Ball, der – im Gegensatz zur Spirale – flexibel und frei beweglich (mit Rückholfäden) in der Gebärmutter liegt und fünf Jahre lang Schwangerschaften ähnlich zuverlässig wie die Pille verhindert. Geeignet auch für jüngere Frauen; die Kugelform entfaltet sich erst nach dem Einsetzen.


FÜR VITALE

MUSKELN* MÜSLI

Ker ni ge s Früh s tüc k Eigentlich stehen wir ja nicht so auf glutenfrei, wenn man es nicht wirklich braucht. Die neues Müslis und Porridges von Seedheart allerdings schmecken so lecker, dass Hafer- oder Dinkelflocken gar nicht fehlen. Dafür gibt’s jede Menge Saaten, Kerne, Superfoods und Beeren – fruchtig, proteinreich und gesund (z. B. „Superfood Porridge Apple & Cinnamon“, 275 g 5,90 Euro, www.seedheart.de).

t g a r f e g h c a N

NEU „EIN ECHTER ENERGIE-BOOSTER“

FOTOS PL AIN PICT UR E, A1PIX-YO UR P HOTO TO DAY, PR ( 3)

Die Achtsamkeitstrainerin Claudia Braun erklärt, warum es so guttut, öfter mal dankbar zu sein Warum ist Dankbarkeit so wichtig? Sie ist ein echter Energie-Booster und ein Schlüssel zu mehr Wohlbefinden. Und: Es ist ganz einfach, unser Gehirn auf mehr Dankbarkeit hin zu trainieren. Wie mache ich das? Nehmen Sie sich zum Beispiel vor, sich jeden Tag beim Aufstehen zu fragen, wofür Sie dankbar sind – oder es sogar aufzuschreiben. Das können aktuelle Dinge sein wie ein guter Schlaf oder der schöne Abend gestern; Menschen, die Ihr Leben bereichern, oder Bedingungen, die Ihnen nur allzu oft als

selbstverständlich erscheinen wie Gesundheit oder die Tatsache, dass Sie immer ausreichend zu essen haben. Ist das nicht nur ein weiterer stressiger Punkt auf meiner To-do-Liste? Zunächst müssen Sie sich sicher aktiv daran erinnern, aber Sie werden schnell feststellen, dass diese Gedanken bereichernder sind als: „Och nö, ich wollte doch noch weiterschlafen“ oder direkt Ihre To-do-Liste für den Tag durchzugehen. Mit der Zeit werden Sie in Ihrem Alltag Ihre Wahrnehmung noch mehr auf die positiven Dinge richten.

Claudia Braun hat zusammen mit dem Neurowissenschaftler Boris Bornemann und anderen Experten die Meditations-App „Balloon“ ent wickelt, die dabei hilft, dankbarer und gelassener durchs Leben zu gehen. Die ersten sieben Einheiten sind gratis (80 Euro/ Jahr, für iOS und ab September auch für Android). Für BRIGITTE-Leserinnen: Mit dem Code BALANCE25 bekommen Sie unter www.balloonapp.de 25 Prozent Rabatt!

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/Gesundheit

» Nimm doch ’ne Kapsel« Vitamine, Mineralstoffe oder Immunkuren mit Pflanzenextrakten: Nahrungsergänzungsmittel werden immer beliebter. Wer sie verwendet, sollte aber ein paar Dinge beachten TEXT TANJA ECKES

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Vitamin A bzw. D, an dritter Stelle Kalziumpräparate. Woher der Trend zum Schlucken kommt, ist klar: Noch nie hatte Gesundheit einen höheren Stellenwert als heute, so das Frankfurter Zukunftsinstitut. Sie gilt nicht mehr nur als Abwesenheit von Krankheit, sondern als etwas, das ständig verbessert werden kann.

Sicherer ist es, die Einnahme mit Arzt oder Ärztin zu besprechen und sich auf eine Unterversorgung hin untersuchen zu lassen. „Deutschland ist kein Vitaminmangelland“, sagt Professor Christian Sina, Direktor des Instituts für Ernährungsmedizin in Lübeck. „Es ist möglich, sich ganzjährig zu akzeptablen Preisen vollwertig zu ernähren und täglich ausreichend frische Lebensmittel zu sich zu nehmen. So erhält man alle erforderlichen Nahrungsstofe.“ Bestimmte

Ernährungsformen oder Lebensumstände machen das Ergänzen einzelner Substanzen allerdings notwendig. In Schwangerschaft und Stillzeit beispielsweise gibt es klare Empfehlungen, dass Folsäure und Jod ergänzt werden sollten. Christian Sina rät trotzdem von Selbstmedikation ab: „Besprechen Sie die Dosierung immer mit dem behandelnden Arzt.“ So könne eine Schilddrüsenerkrankung der Schwangeren eine abweichende JodMenge erfordern. Auch Veganer sollten regelmäßig beim Arzt ihre Blutwerte prüfen und sich zu Ergänzungspräparaten beraten lassen. Das Gleiche gelte für Vitamin D, wenn man sich in den dunklen Wintermonaten weniger als eine halbe Stunde im Tageslicht aufhält.

Nein. „Isolierte, im Labor hergestellte Vitamine und Mineralstofe werden in

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Zum Beispiel Vitamin B12: Vor ein paar Jahren redete noch kaum jemand darüber, heute ist es buchstäblich in aller Munde. Und das nicht nur, weil es immer mehr Veganer gibt, die durch ihre Ernährungsweise fast zwangsläufig in eine Unterversorgung rutschen. Das „Nervenvitamin“ soll für mehr Energie und geistige Leistungsfähigkeit sorgen – und damit für genau das, was in unserer schnelllebigen Zeit immer mehr gefordert ist. Kein Wunder also, dass der Markt für Nahrungsergänzungsmittel wächst: Allein im vergangenen Jahr gingen in Deutschland 172 Millionen Packungen in Drogerien und Apotheken über die Ladentheke – 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. In einer Umfrage der Verbraucherzentralen gab gut ein Drittel der Befragten an, in den letzten sechs Monaten ein oder mehrere dieser Präparate verwendet zu haben. Besonders eifrige Konsumenten waren Erwachsene vor dem 30. Lebensjahr. Am beliebtesten unter den Pillen, Pulvern und Säften ist Magnesium, auf Platz zwei folgen Mittel mit


der Regel nicht so gut aufgenommen wie die Inhaltsstofe in frischen Lebensmitteln“, so Ernährungsmediziner Sina. „Kalzium aus Milch und Käse kann der Körper beispielsweise besser verwerten als Kalzium aus einer Brausetablette, das Knabbern roter Paprika stellt uns mehr Vitamin C zur Verfügung als jede Kapsel. Und: Die meisten Mikronährstofe werden vom Körper eh wieder ausgeschieden, weil er sie in der hochkonzentrierten Menge gar nicht auf einmal komplett aufnehmen kann.

Manche können sogar richtig gefährlich werden. In den 90er-Jahren mussten zwei große Vitamin-Studien in Finnland und den USA abgebrochen werden, da sich zeigte, dass die Einnahme von Beta-Carotin bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs erhöht. Eine US-amerikanische Studie bringt auch eine steigende Zahl von Leberfunktionsstörungen mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln in Verbindung – die Autoren konnten in mehreren pflanzlichen Produkten Verunreinigungen durch Mikroben, Mykotoxine oder Schwermetalle nachweisen. Auch bei der Dosierung sollte man vorsichtig sein: Ein Zuviel schadet möglicherweise. „Vor allem fettlösliche Vitamine wie A und E, die der Körper vor allem in der Leber oder im Fettgewebe speichert, können zu einer Überdosierung und zu erhöhten Leberwerten führen“, so Christian Sina. Und selbst zur Wirkung von hoch dosierten wasserlöslichen Vitaminen oder Mineralstofen gibt es nicht genügend Studien, die mögliche Schäden ausschließen. „Manche Konsumenten bedenken nicht, dass sie schon über die Nahrung und angereicherte Lebensmittel weitere dieser Nährstofe zu sich nehmen. Und in einigen der angebotenen Mittel steckt die fünfzigfache Menge dessen, was wir eigentlich bräuchten“, sagt Angela Clausen, Ökotrophologin von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Als im letzten Jahr die Stiftung Warentest 35 Mittel

untersuchte, wurde die maximale empfohlene Tagesdosis bei 26 überschritten. Besonders hoch dosiert waren dabei Produkte aus dem Internet. Informationen über empfohlene Höchstmengen geben das Bundesinstitut für Risikobewertung oder die Verbraucherzentralen (www. klartext-nahrungsergaenzung.de).

Laut Umfrage der Verbraucherzentralen vertraut jeder zweite auf staatliche Prüfungen zur Sicherheit und Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln. Zu Unrecht: „Sie fallen unter die Lebensmittel, nicht unter Medikamente – auch wenn sie oft so aufgemacht sind. Daher unterliegen sie keiner Prüf- und Zulassungspflicht“, so Ökotrophologin Clausen. Die Produkte werden nur stichprobenartig getestet, nachdem sie bereits auf dem Markt sind. Ob und wie einzelne Zutaten wirken und welche Nebenwirkungen möglich sind, ist also nicht immer bekannt.

Sie sollten bedenken, dass gefährliche Wechselwirkungen auftreten können. „Manche Substanzen verstärken, schwächen oder blockieren Wirkstofe aus Medikamenten“, so Angela Clausen. Goji-Beeren beispielsweise können die Wirksamkeit bestimmter Blutgerinnungshemmer verstärken, sodass die Blutungsneigung erhöht ist. „Auch Inhaltsstofe der Grapefruit bergen die Gefahr, dass manche Medikamente schlechter verstofwechselt werden und länger als erwünscht im Körper bleiben“, ergänzt Christian Sina. Zudem verfälschen manche der Ergänzungspräparate Blut- oder Urinwerte. Deshalb die

Einnahme sämtlicher Pillen und Pulver – gerade auch pflanzliche – besser mit dem Arzt absprechen.

Magnesium und Kalzium sollten im richtigen Verhältnis eingenommen werden, Folsäure nicht mit Zink und Selen nicht mit Vitamin C – oft stehen Mikronährstofe nämlich in sogenannter Resorptionskonkurrenz. „Vereinfacht gesagt blockiert die große Menge eines Stofes den für einen anderen Nährstof ebenfalls nötigen gleichen Transportweg im Körper“, erklärt Angela Clausen. Auch manche Lebensmittel hemmen die Aufnahme, z. B. blockieren Kafee oder Tee Eisenpräparate, Spinat oder Rhabarber Kalziumprodukte. Es gibt aber auch Substanzen, die sich bestens vertragen und bei gleichzeitiger Einnahme in der Wirkung verstärken, etwa Eisen und Vitamin C oder die fettlöslichen Vitamine A, D, K, E und hochwertiges Öl.

Oh ja. „Momentan sind im Massenmarkt hauptsächlich Magnesium und Superfoods gefragt“, sagt Angela Clausen. Kuren mit Darmbakterien haben sich in den vergangenen Jahren ebenfalls etabliert, parallel zur Forschung über die Bedeutung dieser Mikroorganismen. Sie machen aber einen kleinen Marktanteil aus – und belegt ist ihre therapeutische Wirkung bisher nur bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Warum die Vorlieben schwanken, liegt einmal an neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch daran, dass die Anforderungen in Familie und Beruf sich verändert haben. Mit Vitamin B12 für stärkere Nerven sorgen zu wollen, ist deswegen absolut verständlich. Aber eine Kapsel kann eben nicht alles lösen. BRI GI T T E 19/ 2018

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Länderküche

R E H C S I S R U F A D N L I A W G U T R O P Lissabon liegt voll im t d ta ts p au H ie d r nu ht Nic he wird immer üc K he sc si ie g tu or p ie d Trend, auch st el t, un d so nn en ün ek g un er ab , in Fe r. te belieb Fleisch, frisches h, sc Fi er hi en m m ko ch sa tt ar om at is ller – gern veredelt Te ie d f au e ht üc Fr d un Gemüse Inspirationen für he ic tl ös K n. ei w rt Po ss mit einem Schu schmecken er m m So ch na ie d , te p unsere Reze

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Seehecht, Dorade und Kalmare tun sich mit Spitzpaprika und Zucchini zusammen, darüber die knackige Marinade: schmeckt wie Urlaub am Meer

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KO C H E N Maishähnchen eignet sich mit seinem festen Fleisch sehr gut zum Schmoren. Vorher ruht es aber noch ein paar Stunden lang in Gewürzpaste

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Die Fischlein sind in Portugal Superstars und haben in der Soße (u. a. mit Zwiebelmus und karamellisierter Zitronenschale) ihren großen Auftritt REZEPT SEITE 142

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In Portugal streut man über die kalte Suppe aus rohem Gemüse auch gern Schinkenwürfel. Bei uns ist sie vegan – getoppt mit geröstetem Mais

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Die muffinförmigen Pasteten verbergen ihre fluffige Füllung unter Blätterteig und schmecken als Snack, Vor- oder Hauptspeise REZEPT SEITE 144

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Unsere Antwort auf die Puddingtörtchen „Pastéis de Nata“: innen ähnlich weich und cremig und mit den Früchten ein wunderbares Dessert

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Selbst gebackene Kekse, Früchte und sahnige Creme, alles hübsch geschichtet und im Tiefkühler auf Temperatur gebracht: was Feines für Gäste

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Belegtes Brötchen („Sandes“) de luxe: aus Süßkartoffel-Teig und dazwischen scharfe PaprikaWurst, Salat, Tomaten und Knoblauch-Mayo REZEPT SEITE 146


KO C H E N

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5 Fischfilets und Kalmare abspülen und trocken tupfen. Filets in Stücke schneiden, zusammen mit den Kalmaren auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen und mit dem restlichen Öl beträufeln. Mit Salz und Pfeffer würzen und unter dem Grill etwa 10 Minuten grillen. 6 Fisch, Kalmare, Marinade, Gemüse und restliche Kräuter mischen, anrichten und mit den gerösteten Brotstreuseln („Migas“) bestreut servieren.

4 Portionen

3 Knoblauchzehen 8–9 EL Olivenöl 50 ml Zitronensaft je ½ Bund Petersilie und Koriander Salz frisch gemahlener Pfeffer 2 Brötchen vom Vortag 100 ml Fischfond 1 EL geräuchertes Paprikapulver 2 kleine Spitzpaprika 1 Zucchini (150 g) 500 g Seehechtfilets 4 Doradenfilets à 75 g 12 kleine Kalmare (etwa 200 g; küchenfertig geputzt) 1 Den Knoblauch schälen und hacken. Die Hälfte mit 4–5 EL Olivenöl fein zerreiben und den Zitronensaft unterrühren. Die Kräuter abspülen, gut trocken tupfen, die Blätter abzupfen und diese, bis auf einige für den Salat, fein hacken und unter die Marinade rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. 2 Die Brötchen hacken und mit dem Fischfond übergießen. 10 Minuten quellen lassen. 2 EL Olivenöl erhitzen und die Brötchenstücke darin unter ständigem Wenden anrösten. Mit Paprikapulver, restlichem Knoblauch und Salz würzen. Abkühlen lassen. 3 Spitzpaprika und Zucchini putzen, abspülen und auf der Küchenreibe in hauchdünne Scheiben bzw. Ringe hobeln. 4 Backofengrill auf Stufe 2 bzw. 240 Grad vorheizen. 142

BRI GI TTE 1 9 / 2 018

FERTIG IN 1 Stunde PRO PORTION ca. 550 kcal, E 49 g, F 29 g,

KH 24 g

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4 Portionen

1 ganze Knoblauchknolle 1 Maishähnchen (ca. 1,3 kg; am besten Bio) 3 Zwiebeln 1 getrocknete rote Chilischote 1 TL Edelsüß-Paprikapulver 1 TL gemahlene Kurkuma Salz frisch gemahlener Pfeffer 8 EL Olivenöl 1 EL Tomatenmark 400 ml roter Portwein oder Traubensaft 3 Lorbeerblätter 100–150 g schwarze Oliven 600 g Kartoffeln 1 große Süßkartoffel (Batate, etwa 200 g) je 2–3 Zweige Rosmarin evtl. dunkler Soßenbinder Petersilie zum Bestreuen

1 Knoblauchknolle 30 Minuten in Wasser legen, dann einmal quer durchschneiden. Hähnchen abspülen, trocken tupfen und in 6 Teile schneiden. Zwiebeln schälen und in Spalten schneiden. Chili fein hacken und mit Paprikapulver, Kurkuma, Salz, Pfeffer und 2 EL Öl verrühren. Hähnchenteile und Knoblauch in eine Schüssel legen, mit der Gewürzpaste bestreichen und 3 Stunden ziehen lassen. 2 Den Backofen auf 220 Grad, Umluft 200 Grad, Gas Stufe 5 vorheizen. 3 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Hähnchenteile und den Knoblauch darin portionsweise rundherum anbraten und in einen Bräter legen. Dann die Zwiebelspalten in der Pfanne anbraten, Tomatenmark dazugeben und unter Wenden mitrösten. Den Portwein dazugießen und aufkochen lassen. 4 Die Zwiebelmischung aus der Pfanne über die Hähnchenteile gießen. Lorbeerblätter und Oliven dazugeben. Den Bräter ohne Deckel auf den Ofenrost stellen und auf die mittlere Schiene in den heißen Ofen stellen. Hähnchenteile etwa 40–45 Minuten im Ofen schmoren. 5 Kartoffeln und Süßkartoffel gründlich abspülen und in Scheiben oder Würfel schneiden. Rosmarin abspülen, trocken schütteln, die Nadeln von den Stielen zupfen und hacken. Beide Kartoffelsorten, restliches Öl und Rosmarin mischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Mischung auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Sobald das Hähnchen draußen ist, Kartoffeln im Ofen bei 180 Grad, Umluft 160 Grad, Gas Stufe 3 in etwa 25 Minuten backen. 6 Inzwischen die weichen Knoblauchzehen aus den Häutchen in den Hähnchenfond drücken, Fond mit Salz und Pfeffer abschmecken, eventuell aufkochen und mit Soßenbinder binden. Bräter schließen und das Hähnchen eventuell auf dem Herd heiß halten, bis die Kartoffeln gar sind. Alles anrichten und mit frischer Petersilie bestreuen.

OHNE WARTEZEIT FERTIG IN 1 Stunde

40 Minuten

PRO PORTION ca. 960 kcal, E 56 g, F 58 g,

KH 52 g

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4 Portionen

350–400 g lange Nudeln (z. B. Linguine) Salz 1 Bio-Zitrone 3 Zwiebeln 3 Knoblauchzehen 70 ml Olivenöl 1–2 TL Zucker 200 ml weißer Portwein oder Weißwein (oder Brühe mit einem Spritzer Zitronensaft) 2 Dosen Sardinen (ohne Haut und Gräten; à 125 g Füllmenge) 100 g Rauke ½ Bund Estragon 50 g abgetropfte Kapern (aus dem Glas) frisch gemahlener Pfeffer Zitronenspalten zum Anrichten 1 Die Nudeln in reichlich kochendem Salzwasser bissfest kochen, abgießen und warm halten. 2 Inzwischen Zitrone heiß abspülen, trocken tupfen und die Schale fein abreiben, den Saft auspressen. Zwiebeln und Knoblauch schälen. Zwiebeln grob hacken und pürieren. Knoblauch in Scheiben schneiden. 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Knoblauchscheiben darin goldgelb anbraten, dann aus der Pfanne nehmen und nicht weiter verwenden. 3 Zitronenschale und Zucker


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in die Pfanne geben und etwas karamellisieren lassen. Zwiebelmus dazugeben und etwa 5 Minuten köcheln lassen. Portwein dazugießen. Sardinen aus der Dose abtropfen lassen und in nicht zu kleine Stücke zupfen. 4 Rauke und Estragon abspülen, gut trocken tupfen und hacken. Restliches Öl zur Soße in die Pfanne geben und unter Rühren etwas dicklich einkochen lassen. Kapern, Sardinen, Estragon und Rauke unterrühren, kurz erhitzen und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. 5 Mit den Nudeln mischen, sofort mit Zitronenspalten anrichten und servieren. FERTIG IN 35 Minuten PRO PORTION ca. 695 kcal, E 22 g, F 26 g,

KH 79 g

1 Paprika und Gurke mit einem Sparschäler schälen. Paprika, vierteln, entkernen. Avo- cado halbieren, entkernen, Fruchtfleisch auslösen. Bohnen/Erbsen auftauen. Sellerie putzen, abspülen. Knoblauch schälen. Chili entkernen, abspülen, hacken (mit Küchenhandschuhen arbeiten). 2 Alle vorbereiteten Gemüse würfeln und, bis auf ein paar Gurken- und Paprikawürfel zum Bestreuen der Gazpacho, in der Küchenmaschine mit Sauerkraut- und Limettensaft, Knoblauch und Chili fein pürieren. Koriander abspülen, trocken schütteln, hacken und dazugeben. Die Eiswürfel ebenfalls dazugeben und alles nochmals kurz pürieren. 3 Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und sehr gut kühlen. Geröstete Maiskörner hacken. Die Suppe anrichten, mit den restlichen Gemüsewürfeln und dem gehackten Mais bestreuen und servieren. OHNE WARTEZEIT FERTIG IN 30 Minuten PRO PORTION ca. 210 kcal, E 7 g, F 12 g,

KH 15 g

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4 Portionen als Vorspeise oder Snack • vegan

2 grüne Paprikaschoten 1 Salatgurke, 1 Avocado 150 g TK-dicke Bohnenkerne oder Erbsen

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2 Stangen Staudensellerie 2 Knoblauchzehen 1 kleine grüne Chilischote 300 ml Sauerkrautsaft (z. B. von Rabenhorst) 4 EL Limettensaft 1 Bund Koriander 6 Eiswürfel Salz frisch gemahlener Pfeffer 2 EL geröstete Maiskörner („Misir“; türkischer Lebensmittelladen) oder Erdnusskerne 144

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8 Portionen als Vorspeise oder Snack, 4 als Hauptspeise • vegetarisch

TOMATEN je ½ Bund Thymian, Estragon und Rosmarin 2 Knoblauchzehen 50 ml Olivenöl 600 g gemischte Tomaten Salz, frisch gemahlener Pfeffer

1 Rolle Blätterteig (275 g, aus dem Kühlregal) 75 ml Milch 200 g Ziegenfrischkäse 1 EL Butter, ½ EL Mehl 1 Bio-Ei, 2 Bio-Eigelb

Schiene 25–35 Minuten goldgelb backen. Herausnehmen.

Fett für die Muffin-/TimbalenFörmchen

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7 Törtchen vorsichtig aus den Förmchen lösen, zusammen mit den Tomaten servieren. FERTIG IN 1 Stunde 50 Minuten PRO STÜCK ca. 300 kcal, E 7 g, F 22 g,

1 FÜR DIE TOMATEN Kräuter abspülen und gut trocken schütteln. 3 Stängel Thymian beiseitelegen. Restliche Kräuterblätter abzupfen und hacken. Knoblauch schälen und fein würfeln. Kräuter, Knoblauch und Öl mischen. 2 Tomaten abspülen, halbieren und evtl. den Stielansatz herausschneiden. Tomaten und Kräuteröl mischen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech verteilen. Mit Salz und Pfeffer bestreuen. Tomaten im Backofen bei 120 Grad Umluft etwa 1 Stunde trocknen lassen. 3 Blätterteig entrollen und 8 Kreise (Ø etwa 4 cm) ausstechen. Restlichen Teig in 8 Streifen (etwa 6 x 15 cm Größe) schneiden. 8 Mulden einer Muffinform (oder becherförmige Timbalen à 100 ml) fetten und mit den Teigkreisen und -streifen an Rand und Boden auskleiden. Ränder am Boden mit einem Löffelstiel gut zusammendrücken. Den Teig mehrfach mit einer Gabel einstechen. 4 Milch und Ziegenkäse fein pürieren. Butter in einem Topf erhitzen, Mehl hineingeben, kurz andünsten und die Ziegenkäsemischung unterrühren. Den Topf vom Herd nehmen. Restliche Thymianblättchen abzupfen, Thymian, Ei und Eigelb unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 5 Die Käsemischung in die vorbereiteten Teigförmchen füllen (aus Teigresten eventuell Streifen schneiden und als Kreuz auf die Füllung legen). 6 Tomaten aus dem Ofen nehmen. Backofen auf 160 Grad, Umluft 140 Grad, Gas Stufe 2 hochschalten. Törtchen auf der mittleren

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12 Portionen

500 g Kirschen 160 g Zucker 250 ml Portwein 250 g Schlagsahne 3 Bio-Eigelb TEIG 80 g weiche Butter Salz, 70 g Zucker 2 Päckchen Vanillezucker 2 Bio-Eiweiß 100 g Mehl 1 Kirschen abspülen und entsteinen. Zucker und 200 ml Portwein aufkochen und die Kirschen zufügen. Mischung über Nacht abkühlen lassen. 2 Den Backofen auf 180 Grad, Umluft 160 Grad, Gas Stufe 3 vorheizen. 3 FÜR DEN TEIG Butter, Salz, Zucker und Vanillezucker in der Küchenmaschine cremig aufschlagen und das flüssige Eiweiß unterrühren. Das Mehl dazugeben und unterheben. 4 Teig in einen Spritzbeutel mit großer Lochtülle füllen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit


DREI FEINE WEINE ZUR PORTUGIESISCHEN KÜCHE Filipa Pato ist Spross einer traditionsreichen Winzerfamilie aus der Weinbauregion Bairrada nahe des Atlantiks zwischen Lissabon und Porto. Ihr Konzept: Biodynamik, um das Ökosystem zu schonen, lokale Rebsorten, authentische Produkte. Ein Trio zum Probieren im BRIGITTE-Weinpaket

W E I N T I P P M A R IO N S W O BO DA

1 Ja, Schaumwein gibt’s

auch aus Portugal, und der beinahe purpur leuchtende „Espumante 3B Rosé“ mit Noten reifer Erdbeeren ist ein Knaller: trocken, feinperlig und erfrischend. Macht sich gut z. B. als Aperitif und zu den Empadas (Rezept links). Das „3B“? Steht für das Bairrada und seine Rebsorten Baga und Bical.

2 Der mittelkräftige, trockene Rotwein

„FP Baga“ von 2016 wird aus der Rebsorte Baga gemacht, die typisch für das Bairrada ist: ein saftiger Typ mit leichtem Biss und Aromen von roten Früchten wie Kirsche und Johannisbeere. Trinken Sie ihn am besten leicht gekühlt, etwa zum ChorizoBurger (Rezept S. 146).

Small Talk

95 Prozent aller Rot- und Weißweine trinkt man am besten jung – nur wenige werden besser mit der Zeit.

3 Die unkomplizerte, frische WeißweinCuvee „FP Vinhos

Brancos“ (2017) aus den Rebsorten Arinto und Bical beamt einen sofort an die Atlantikküste. Und dann noch ihr Duft nach Äpfeln und weißen Blüten! Toll zu allen Meeresfrüchten wie unserem Fischsalat (Rezept S. 142), aber auch solo.

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Das Weinpaket erhalten Sie zum BRIGITTE-Sonderpreis von 29,90 Euro (statt 34,10 Euro), sechs Flaschen für 59,80 Euro (exkl. Versand) bei „Wein am Limit“: Tel. 040/20 20 17 66, www.wein-am-limit.de/brigitte, office@weinamlimit.de

NEUER! RUSTICALER! KRAFTIGER! DAS D E N N: WIE CROSS ISTrzzhhaafftteerr BrotDeftiger Biss, hheprig wie immer. geschmack, knuser und cross Einfach lock . durch den Alltag

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viel Abstand etwa 8 cm lange Streifen spritzen. In etwa 8 Minuten goldbraun backen. Abkühlen lassen. 5 Kirschen in einem Sieb abtropfen lassen, Portweinsud dabei auffangen. Sahne steif schlagen und kalt stellen. 6 Portweinsud und Eigelb in einer großen Metallschüssel mit rundem Boden (Schlagkessel) verrühren und über einem heißen Wasserbad so lange mit einem Schneebesen kräftig schlagen, bis die Masse hellschaumig und dicklich wird. Schüssel in ein kaltes Wasserbad stellen und schlagen, bis die Creme kalt ist. 7 Schlagsahne unter die kalte Portweincreme rühren. 8 Eine Kastenform (etwa 30 cm Länge) mit Frischhaltefolie auskleiden. Gebackene Kekse mit dem restlichen Portwein beträufeln. Kekse, Kirschen und Portweincreme im Wechsel in die Form schichten, mit Frischhaltefolie abdecken. Für mindestens 6 Stunden in den Tiefkühler stellen. 9 Aus der Form stürzen und in Scheiben schneiden. OHNE WARTEZEIT FERTIG IN 45 Minuten PRO PORTION ca. 300 kcal, E 3 g, F 14 g,

KH 35 g

3 EL Zucker 1 Stängel Minze TEIG 150 g gute Zartbitter-Schokolade (70 %; z. B. von Lindt) 500 ml Milch ½ Vanilleschote 1 EL Butter 1 Prise Salz 100 g Mehl 4 Bio-Eier 200 g Zucker Papiermanschetten für die Muffin-Mulden (siehe Tipps) 1 EL Puderzucker zum Bestäuben evtl. Schlagsahne zum Anrichten 1 APRIKOSEN abspülen, halbieren oder vierteln, dabei entsteinen. Früchte mit Zitronensaft beträufeln. Vanilleschote längs aufschneiden, mit einem spitzen Messer das Mark herauskratzen. Zucker in einer Pfanne karamellisieren, Aprikosen und Vanillemark darin kurz rösten. 50 ml Wasser zugießen und erhitzen. Minze abspülen, trocknen, Blätter abzupfen, hacken und dazugeben. Aprikosenmischung abkühlen lassen.

entsteht. Im vorgeheizten Ofen etwa 17–20 Minuten backen. Herausnehmen und in den Förmchen abkühlen lassen. 7 Törtchen aus den Förmchen lösen und dünn mit Puderzucker bestäuben. Mit den Aprikosen anrichten. Wer mag, richtet die Törtchen in einem Bett aus Schlagsahne an. OHNE WARTEZEIT FERTIG IN 1 Stunde

10 Minuten

PRO PORTION ca. 400 kcal, E 10 g, F 14 g,

KH 58 g

Tipps • Im Standardblech mit 12 Mulden bekommen die Törtchen eine gute Größe; in 2 Chargen backen. • Sie haben einen fast puddingartigen Teig, darum unbedingt in Papiermanschetten backen – sie lösen sich sonst nicht aus den Mulden. • Vanilleschoten sind recht teuer, eine gute Alternative ist Vanillepaste (z. B. von Pickerd). 1–2 TL entsprechen etwa einer Schote.

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4 Mehl, Eier und Zucker verquirlen und in die heiße Milchmischung rühren.

8 Portionen (16 Stück)

APRIKOSEN 600 g Aprikosen 2–3 EL Zitronensaft 1 Vanilleschote 146

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5 Etwa ¹/³ von der Eiermilch abnehmen und vorsichtig mit der geschmolzenen Schokolade verrühren. 6 Die Mulden einer Muffinform mit Papiermanschetten auslegen. Beide Teige im Wechsel in die Förmchen füllen und nur grob mischen, sodass ein Marmormuster

1 FÜR DIE BRÖTCHEN Süßkartoffeln schälen, abspülen, würfeln und in wenig Wasser etwa 20 Minuten gar kochen. Abgießen und ausdampfen lassen, mit dem Stabmixer fein pürieren. Es sollte etwa 350 g Püree ergeben. 2 Kartoffelpüree, Mehl und Salz mischen. Hefe in 75 ml lauwarmem Wasser auflösen und unter die Mehlmischung kneten. Teig etwa 1 Stunde 30 Minuten an einem warmen Ort zugedeckt gehen lassen. 3 Teig kurz mit bemehlten Händen kneten und in 8 Portionen teilen. Jede Portion zu einem Brötchen formen, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech legen. Weitere 30 Minuten gehen lassen. 4 Den Backofen auf 220 Grad, Umluft 200 Grad, Gas Stufe 5 vorheizen. 5 Brötchen mit einem Messer kreuzweise einschneiden, im heißen Ofen auf der mittleren Schiene etwa 15–20 Minuten backen. Abkühlen lassen.

2 Den Backofen auf 220 Grad, Umluft 200 Grad, Gas Stufe 5 vorheizen. 3 FÜR DEN TEIG Schokolade hacken, in eine Metallschüssel geben und in einem warmen Wasserbad schmelzen lassen. Milch auf etwa 90 Grad erhitzen, Vanilleschote längs aufschneiden und das Mark mit einem Messer herauskratzen. Vanillemark, Butter und Salz in die heiße Milch rühren.

½ Kopfsalat, 2–3 Tomaten etwa 350–400 g Chorizo (scharfe Paprikawurst) evtl. Öl zum Braten

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8 Stück

BRÖTCHEN etwa 600 g Süßkartoffeln (Batate) etwa 500 g Mehl 1 EL Salz, 30 g frische Hefe Mehl zum Formen AIOLI 1 Knoblauchzehe 30 ml Milch, 1 Bio-Eigelb 100 ml Sonnenblumenöl 2 EL Zitronensaft, frischer Pfeffer

6 FÜR DIE AIOLI Knoblauch schälen und hacken. Milch, Eigelb, Knoblauch und Öl in einen hohen Mixbecher geben und mit dem Stabmixer zu einer festen Mayonnaise aufschlagen. Zitronensaft dazugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 7 Salat putzen, abspülen, trocken schütteln, Blätter in Stücke zupfen. Tomaten abspülen, Stielansatz entfernen. Tomaten in Scheiben schneiden. Chorizo in dünne Scheiben schneiden, in einer beschichteten Pfanne ohne oder nur in wenig Öl anbraten. 8 Brötchen aufschneiden, beide Hälften mit etwas Aioli bestreichen und mit Tomaten, Salat und Chorizo belegen. Hälften zusammenklappen und servieren. OHNE WARTEZEIT FERTIG IN 1 Stunde PRO STÜCK ca. 580 kcal, E 17 g, F 28 g,

KH 64 g


KO C H E N

REZ EPTE & PR OD U KT IO N N ICO L E R E YM ANN FOTOS TH O MAS NE CKE RM ANN STY LI NG ME IKE GR AF

Die Schnellen

30-MinutenRezepte

Vegetarisch

Suppe

Zucchini-Omelette mit Kräuterquark

Rote-Bete-Spitzkohl-Eintopf mit Schmand

Nudeln Spaghetti mit Auberginen-Bolognese

Drink Limetten-Litschi-Slush-Ice BRI GI T T E 19/ 2018

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KO C H E N

2 Kartoffeln (etwa 230 g) 500 g vorgekochte Rote Bete (aus dem Vakuumpack) 1 Spitzkohl (etwa 700 g) 2 Zwiebeln 3–4 EL Öl 1–2 TL Zucker 500 ml Rote-Bete-Saft (z. B. Bio von Edeka) etwa 700 ml Gemüsebrühe Salz frisch gemahlener Pfeffer 1 Bund gemischte Sommerkräuter (z. B. Koriander, Dill, Petersilie, Estragon, Kerbel) 4–6 EL Schmand

30

Minuten

1 Dose Litschis (geschält, entsteint und leicht gezuckert; 560 g Füllmenge; z. B. bei Rewe „Beste Wahl”) 50 g Zucker 100 ml Limettensaft 3 Stiele Minze ca. 20 Eiswürfel (entspricht etwa 1 kg Eiswürfel) einige Limettenscheiben für die Deko

R OT E BETE-S P ITZ KOHLE I N TO P F MI T SCHM AND 4 Portionen • vegetarisch

1 Kartoffeln schälen und abspülen. Kartoffeln und Rote Bete in etwa 2 cm große Würfel schneiden. Spitzkohl putzen, abspülen, den Strunk entfernen, die Blätter in Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und würfeln. Öl in einem großen Topf erhitzen. Kartoffel-, Rote-Bete- und Zwiebelwürfel darin anbraten, den Zucker darüberstreuen und karamellisieren lassen.

1 Zucchini (etwa 340 g) Salz 100 g Bergkäse 6 Bio-Eier 100 ml Milch frisch gemahlener Pfeffer 1 Bund gemischte Kräuter (z. B. Petersilie, Kerbel, Basilikum, Estragon ...) 500 g Magerquark etwas Olivenöl zum Braten und Beträufeln

2 Rote-Bete-Saft und Brühe dazugießen und aufkochen. Spitzkohl dazugeben und den Eintopf 10 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Kräuter abspülen, trocken schütteln, Blätter abzupfen und fein schneiden. 3 Eintopf anrichten, je einen Klecks Schmand daraufgeben und mit den Kräutern bestreut servieren. PRO PORTION ca. 305 kcal, E 8 g, F 18 g, KH 27 g DAZU geröstetes Baguette

L I ME T T EN- L ITS C HISLUSH -IC E 6 Gläser

1 Litschis mit dem Sud aus der Dose, Zucker und Limettensaft in einen Blender mit starkem Motor oder in eine leistungsstarke Küchenmaschine geben. 2 Minze abspülen, die Hälfte der Blätter abzupfen und zusammen mit den Eiswürfeln dazugeben. Alles fein pürieren und sofort in gut vorgekühlte Gläser geben. 3 Mit den restlichen Minzeblättchen und Limettenscheiben dekorieren und sofort servieren.

30

Minuten

1–2 Auberginen (etwa 500 g) Salz 1 Knoblauchzehe 1 Zwiebel 450 g Tomaten 4 EL Olivenöl 3 EL Tomatenmark 250 ml Gemüsebrühe frisch gemahlener Pfeffer Zucker zum Abschmecken 1 Bund Oregano 400 g Spaghetti

PRO GLAS ca. 110 kcal, E 1 g, F 0 g, KH 24 g INFO Slush-Ice ist ein halbgefrorener Drink aus zerstoßenem Eis und fruchtigen Komponenten; in Spanien und Italien kennt man es als Granita.

10

Minuten

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BR I GI TTE 1 9 / 2 018

30

Minuten

Z U CC H I N I - O M E L E T T E M I T K R ÄU T E R QUA R K 4 Portionen • vegetarisch

1 Die Zucchini putzen, abspülen, grob raspeln. Mit etwas Salz bestreut 5 Minuten ziehen lassen. Käse fein raspeln. Käse, Eier und Milch verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen. Zucchiniraspel kurz abspülen, mit den Händen ausdrücken, unter die Eimasse mischen. 2 Kräuter abspülen, trocken schütteln und die Blättchen abzupfen. Einige Blättchen zum Bestreuen beiseitelegen, den Rest hacken und dann mit Quark, Salz und Pfeffer verrühren und abschmecken.

Nacheinander in wenig Öl in einer beschichteten Pfanne aus dem Zucchiniteig bei mittlerer Hitze mit Deckel 4 Omelettes braten, auf Teller gleiten lassen. Mit Kräuterquark bestreichen und zusammenklappen. Restliche Kräuter darüberstreuen und etwas Öl darüberträufeln. Salzen, pfeffern und servieren. PRO PORTION ca. 450 kcal, E 38 g, F 29 g, KH 9 g

S PAG H E T T I M I T AU B E R G I N E N - B O LO G N E S E 4 Portionen • vegan

1 Auberginen putzen, abspülen, 1 cm groß würfeln, in Salzwasser legen. Knoblauch und Zwiebel abziehen, würfeln. Tomaten abspülen, Stielansatz entfernen, Tomaten entkernen, würfeln. Auberginenwürfel abgießen, gut trocken tupfen. Öl in einer großen Pfanne erhitzen, Auberginen unter Wenden anrösten. 2 Zwiebel- und Knoblauchwürfel dazugeben und mitdünsten. Tomatenmark dazugeben und 3 Minuten rösten. Brühe dazugießen, aufkochen, Tomatenwürfel zufügen. 3 Soße 10 Minuten köcheln lassen, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Oregano abspülen, trocken schütteln, Blätter abzupfen und, bis auf etwas zum Bestreuen, in die Bolognese geben. Spaghetti nach Packungsangabe bissfest garen, abgießen, mit der Soße anrichten. Mit restlichem Oregano bestreuen. PRO PORTION ca. 515 kcal, E 15 g, F 15 g, KH 77 g


KO C H E N

Lieblingsrezept

Diesmal: Parmesan-Schnitzel mit Kartoffel-Dill-Salat

Die BRIGITTE-Kochprofis stellen ihre Favoriten vor. Diesmal: Nicole Reymann

R EZ EPT & PR OD U KTIO N N ICO L E R E Y MAN N F OTOS T HO MAS N E C KE R MAN N ST YL ING ME IK E G R AF

»Der Parmesan in der Kruste gibt dem Fleisch eine schöne und kräftige Würze – und einen Hauch von Italien«

4 Portionen

SALAT 750 g kleine Kartoffeln, Salz 1 Salatgurke, 2 Zwiebeln 60 ml Öl, 100 ml Gemüsebrühe etwa 50 ml Weißweinessig Zucker, frisch gemahlener Pfeffer je ½ Bund Kerbel und Dill SCHNITZEL 100 g Toastbrot 125 g Parmesan-Käse 2 Bio-Eier, 70 g Mehl 4 sehr dünne Kalbsschnitzel à 120 g (am besten Bio) etwa 5 EL Butterschmalz 3 EL Kapern, 1–2 Zitronen

1 FÜR DEN SALAT die Kartoffeln gründlich abspülen, in Salzwasser in etwa 20 Minuten gar kochen. Gurke schälen, vierteln, die Kerne mit einem Teelöffel herauskratzen, das Fruchtfleisch würfeln. 2 Zwiebeln schälen und würfeln. Öl in einem Topf erhitzen, Zwiebelwürfel darin andünsten und mit der Gemüsebrühe und Essig verrühren. Mit Zucker, Salz und Pfeffer abschmecken. Kräuter abspülen, trocken schleudern, die Blättchen abzupfen und fein hacken. Kartoffeln abgießen, noch heiß die Schale abziehen, in Scheiben schneiden und mit dem Dressing mischen. Kräuter unterheben. 3 FÜR DIE SCHNITZEL den Toast entrinden, würfeln und in der Küchenmaschine fein mahlen. Parmesan fein reiben. Die Toastbrösel und den Parmesan auf einem großen flachen Teller mischen, Eier in einem zweiten verquirlen, Mehl auf einen dritten geben.

4 Die Schnitzel trocken tupfen, zwischen Frischhaltefolie sehr flach klopfen und mit Pfeffer würzen. Schnitzel zuerst in Mehl, dann in verquirltem Ei und zuletzt in der Parmesan-Mischung wenden. Die Panade gut andrücken. 5 Etwas Butterschmalz in einer großen Pfanne erhitzen und die Schnitzel in Portionen von jeder Seite etwa 2 Minuten goldbraun braten. Fertig gebratene Schnitzel im Ofen bei etwa 80 Grad warm halten, bis alle fertig gebraten sind. 6 Den Kartoffelsalat nochmals abschmecken. Die Schnitzel mit Salat, Kapern und Zitronenscheiben anrichten. FERTIG IN 1 Stunde 15 Minuten PRO PORTION ca. 740 kcal, E 45 g, F 44 g, KH 41 g

Tipp Die Schnitzel erst kurz vor dem Braten in Mehl, Ei und Bröseln wenden, dann wird die Kruste besonders gut. BRI GI T T E 19/ 2018

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genuss news

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NEWCOMER

SOMMERHELDEN 1 Reber kann nicht nur Mozart-

Kugeln: Die „Fascination“Schokoladen-Medallions

sind mit Tiramisu, Crème Brûlée, Zabaione oder Mousse au Chocolat gefüllt – und ohne Palmfett gemacht, bei Reber schwört man auf Butter und Kakao. 8 Stck. ca. 6 Euro 2 Melitta bringt den Kaffee in die Flasche: „Ffeel“ verbindet

Sieh m a l e i ne r a n! Zwei Standorte, viel zu sehen von Geschichte über Design bis Produktion gibt’s im oberfränkischen Porzellanikon-Museum in Selb und Hohenberg/Eger. Außerdem noch bis 6. Januar die Sonderausstellung „Dick. Dünn. Fett. Mager – Porzellan in drei Jahrhunderten Esskultur“: Hohenberg zeigt Koch- und Backgeschirr aus verschiedenen Epochen und anhand von Servicen, wie sich Haushaltsgrößen und Essgewohnheiten geändert haben; in Selb wird’s international mit einer Porzellan-Tour durch die Metropolen von Berlin bis Peking (Foto). Mehr Infos: www.porzellanikon.org

Cold-Brew-Coffee und Früchte zu „Grapefruit Yuzu“,

„Coconut Mango“ und „Calamansi Tangerine“ – statt zugesetzten Zucker gibt’s einen Fruchtsaftgehalt von 43 bis 55 Prozent. 330 ml ca. 2,30 Euro über www.ffeel.de, sowie in Szene-Bars und -Cafés

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MAXIMAL SIEBEN So viele oder eher so wenige Zutaten braucht die niederländische Clean-EatingExpertin und Bloggerin Rita Serano für ihre veganen Kreationen – Linsen-SteinpilzRagout, Radicchio mit Feigen und Nussbällchen (Foto Mitte), Kürbis, Romanesco und Limabohnen aus dem Ofen (Foto rechts), Carob-Kuchen mit Erdbeeren und schwarzem Pfeffer ... Von Frühstück über Gästeessen und Süßes bis zu Basics wie Hummus ist mit „Simply Seven“ jedenfalls alles drin. (176 Seiten, 26 Euro, Hölker) 150

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... Marktanteil bei BioLebensmitteln im eigenen Vertriebsgebiet: Damit war Aldi Süd 2017 Marktführer. Quelle GES ELLS CHAFT FÜR KONS UMFORS CHUNG (GFK)

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Lassen Sie sich in der vorliegenden BRIGITTE Shopping Days-Ausgabe inspirieren. Auf Brigitte.de/shoppingdays oder in der BRIGITTE App haben Sie die Angebote dann auch unterwegs immer im Blick.

Freuen Sie sich neben BRIGITTE Shopping Days Klassikern auch über tolle Newcomer!

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Brigitte Huber, Chefredakteurin BRIGITTE

Doris Brückner, Chefredakteurin BRIGITTE DIGITAL

Wann wurden Sie zuletzt gelobt? Für irgendetwas belohnt? Passiert nicht so oft? Auch wenn es schade ist: Obwohl wir doch eigentlich ziemlich viel auf die Reihe bringen, fallen Lob und Schulterklopfen meist eher sparsam aus. Die beste Gegenmaßnahme: sich selbst etwas gönnen – weil uns irgendwas gelungen ist, weil der Tag intensiv oder die Woche lang war. Deshalb haben wir die Brigitte Shopping Days erfunden – nun haben Sie 20 Tage Zeit, sich häufiger mal selbst Dankeschön zu sagen und mit etwas Schönem zu belohnen! Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei!

Kennen Sie das? Sie kaufen einen neuen, teuren Rock und vorm Kleiderschrank daheim stellen Sie fest: Nix passt dazu. Mit der BRIGITTE Shopping Days-Aktion passiert das nicht! Denn 1. gibt es tolle Rabatte und 2. coole Inspirationen für die Trendteile unserer Shoppingpartner. Neue Ideen für Sie und Ihren Kleiderschrank finden Sie in unserem BRIGITTE Shopping Days Online-Special auf Brigitte.de/inspiration. Meine Kolleginnen haben dort die coolsten Looks und Styling-Ideen rund um die SchnäppchenAngebote zusammengestellt. Viel Spaß dabei!


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Die BRIGITTE Shopping Days Ausgabe haben Sie bereits vor sich liegen. Super, damit ist der erste Schritt fßr Ihr Shopping-Erlebnis getan! Sie haben nun verschiedene MÜglichkeiten, die Vorteile der BRIGITTE Shopping Days zu nutzen: in der Filiale oder online. Alles ganz einfach. Los geht´s!

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S C H Ü T Z E 23.11.–21.12.

Jede enge, auch noch so glückliche Beziehung braucht nicht nur gemeinsame Räume, sondern auch solche, in denen sich jeder immer wieder mal neu sortieren und – befreit von Außenbeschallung – bei sich ankommen kann. Das ist gerade jetzt dringend nötig, denn unter Chiron-Ceres stellt sich die Frage, wie man an den wunden Punkten des Miteinanders sensibel arbeiten kann, ohne die eigenen Bedürfnisse permanent hintanzustellen.

Kindheitserfahrungen begleiten uns ein Leben lang, sind mal mehr, mal weniger bewusst – und haben immer Einfluss auf unsere Psyche. Aktuell bringt Neptun in Erinnerung, was Sie einst getragen hat, und was Sie vermisst haben. Wichtige Erkenntnisse! Wer sich eher unbehaust fühlt, sollte darüber nicht hinweggehen, sondern akzeptieren, dass es eben so ist. Neptun-Jupiter treiben Sie ohnehin weiter und wecken Ihre Abenteuerlust.

S T I E R 21.4.–20.5.

S T E I N B O C K 22.12.–20.1.

FÜR ALLE ZEICHEN GILT:

Uranus sorgt weiterhin für Wirbel und – in bester Absicht – für Unruhe. Weiterentwicklung ist gut, aber ein bisschen Spaß am Leben und Lieben auch. In dieser Mission sind Jupiter und Venus unterwegs, sodass die Chancen gut stehen, das Miteinander wieder etwas zu befeuern. Was Sie dafür tun sollten: Alle Vorstellungen vom anderen beiseiteschieben, den Blick frei machen – und sich neu beeindrucken zu lassen.

U nter Mars-Lilith können Worte verletzen oder heilen, ja, sogar Brücken schlagen. Was Sie aus dieser kosmischen E nergie machen, welchen Ef fekt Sie anstreben, liegt bei Ihnen. Achtsamkeit ist also ratsam.

Saturn lenkt den Blick auf das, was die Seele auftanken und zu ihrer Harmonie zurückfinden lässt. Innehalten lautet das Gebot der Stunde, denn wer sich nicht auf die Selbstbetrachtung einlässt, sich keine Zeit für seine Visionen und Erinnerungen nimmt, kann physisch und psychisch aus dem Lot geraten. Folgen Sie Saturns Credo „Glück besteht aus vielen Träumen und ein wenig Wirklichkeit“ und lassen Sie Ihre Wünsche Gestalt annehmen.

Z W I L L I N G E 21.5.–21.6.

J U N G F R A U 24.8.–23.9.

W A S S E R M A N N 21.1.–19.2.

Alles scheint relativ ruhig zu laufen, bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass unter PlutoSaturn-Lilith innerer und äußerer Druck das Liebesleben belasten könnte. Gerade in Beziehungen, in denen Konflikte und/oder unterschiedliche Vorstellungen von erfüllter Sexualität totgeschwiegen wurden, kann es gehörig brodeln. Die Dinge behutsam anzusprechen würde helfen, Standpunkte zu klären – und Missverständnisse aufzulösen.

Jungfrauen speichern alles ab, vergessen nichts, was je passiert ist und mit ihnen zu tun hat, das Gedächtnis ist ihr Tagebuch. Unter Merkur könnten Sie nun allerdings mit Erinnerungen geradezu überschwemmt werden, und die sind – Mars und Lilith mischen mit – nicht nur beglückend. Umso wichtiger, sich damit zu beschäftigen und sich zu fragen: Was hat das (noch) mit mir zu tun, was ist abgehakt, was kann ich daraus lernen?

Für Wassermann-Menschen sollten Leben und Liebe nicht zu berechenbar sein, und stete Ausgeglichenheit wünschen Sie sich weder für sich noch bei anderen. Lilith könnte Sie nun aber sehr eng mit ihren wilden Seiten in Kontakt bringen, Sie arg launisch und widerborstig machen – vor allem, wenn Sie in letzter Zeit viel runtergeschluckt haben. Nichts harsch bezähmen, aber auch nicht haltlos werden: Das ist die Herausforderung.

K R E B S 22.6.–22.7.

W A A G E 24.9.–23.10.

F I S C H E 20.2.–20.3.

Selten ballt sich astrologisch so viel in einem Bereich zusammen wie nun in Ihrem Haus der Beziehungsgestaltung. Eine Herausforderung, andererseits aber auch eine Möglichkeit zur Selbstfindung. Das Gute: Sie müssen nicht alles allein machen, sollten Ihr Gegenüber aber auch nicht mit Erwartungen überziehen. Ideen, wie Liebe gelebt werden kann, können aus dem Umfeld kommen – in Gestalt guter und schlechter Beispiele.

Waage-Menschen kümmern sich oft mehr ums Wir als ums Ich, was nicht bedeutet, dass sie die fleischgewordene Selbstlosigkeit sind – vom anderen ständig „wir, wir, wir“ einzufordern kann auch ziemlich vereinnahmend wirken. Selbst wenn es, wie jetzt, mit viel Charme rübergebracht wird. Auch unter diesem Gesichtspunkt wäre es ein gutes Training, wenn Sie der Ceres-Aufforderung „Tu dir selber gut, tu dir selber Gutes“ folgen würden.

Sie neigen nun dazu, den ganz strengen Maßstab an sich zu legen. Da trifft es sich gut, dass Merkur dazwischenfunkt, um Sie aus Ihrer etwas überhöhten Anspruchshaltung und dem „Sei stets edel, hilfreich und verständnisvoll“ zu holen. Wie das gelingt? Indem Sie Menschen begegnen, die mit ihren Wünschen und Ansichten kein Stück hinterm Berg halten – und Ihnen dadurch klar wird, was Sie alles unterm Deckel halten, um nicht anzuecken.

LÖ W E 23.7.–23.8.

S KO R P I O N 24.10.–22.11.

Entwicklungsprofi Mondknoten erinnert daran, dass Glück und Gelingen nicht von anderen abhängig sind, sondern in Ihnen alles vorhanden ist, was Sie dafür brauchen – auch wenn unter Mars-Lilith jemand/etwas an Ihrem Selbstwert kratzt. Aktuell ziehen Sie nämlich Menschen an, die mit sich nicht im Reinen sind, und ihren Frust gern an anderen auslassen. Lassen Sie’s abperlen – gern mit einem schlagfertigen Kommentar.

Verborgene Seiten erforschen Skorpione ja gern. Unter Ceres und Venus geht es vor allem darum, auszuloten, welche Kraft- und Lebenslust-Quellen Sie sich versagen, weil es die – auch unausgesprochenen Gebote – verbieten, mit denen Sie aufgewachsen sind. Dabei könnten Sie guten Input gebrauchen: Gesundheitlich sind Sie etwas instabil, Ihre Energien erschöpft. Gönnen Sie sich Pausen – und etwas mehr Spaß, ohne sich zu verausgaben.

BR I GI TTE 1 9 / 2 018

Roswitha Broszath ist nicht nur eine der besten Astrologinnen Deutschlands, sondern beschäftigt sich auch als Heilpraktikerin, Homöopathin und psychologische Astrologin mit dem, was Menschen aus- und einzigartig macht. Sie lebt und arbeitet in Berlin (www.broszath.de).

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Am 12. September erscheint die neue BRIGITTE A l l e s Ö ko Lässig, cool, business ...: So vielseitig ist „grüne“ Mode

G u t z u Fu ß Ob Korsika, Hessen oder Tirol: Unsere Touren machen Wanderlust

Die neue Woh l f ü h l k ü c h e Gemütlich kochen, gemeinsam essen: So lieben wir den Herbst!

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Wie Kaffeebäuerinnen in Ruanda sich ein neues Leben aufbauen

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und heute? Vor knapp einem Jahr begannen Frauen sexuelle Übergriffe öffentlich zu machen. Die Debatte ist immer noch lebhaft. Aber was hat sie uns gebracht?

W i s s e n , w i e’s l ä u f t Von Filler bis Vampir-Lifting: Was Beauty-Eingriffe können – und worauf Sie achten sollten

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/Ildikó von Kürthy

Problemzonen

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BR I GI TTE 1 9 / 2 018

Der Sitzsack, das süße Gift Der moderne Arbeitsplatz sieht aus wie das schönere Zuhause. Warum nur?

die Organisation aller Unternehmen passte. Dienst nach Vorschrift war lange Zeit ein Lob – heute ist es eine Beleidigung. Menschen möchten sinnvoll und wirkungsvoll sein. Sie leiden unter dem Business-Theater, der WirtschaftsFolklore ihrer Unternehmen, sie leiden unter beschissener, sinnentleerter Arbeit. Da helfen auch keine Leckerli wie Freigetränke oder Schaukelsessel.“ Fiese Zahlen geben ihm leider recht. Es gibt elf Millionen Burn-outPatienten. 70 Prozent der Angestellten haben angeblich innerlich gekündigt. Bore-out nennt sich ein zermürbender Zustand, in dem man sich durch andauernde Unterforderung bei seiner Arbeit fast zu Tode langweilt. „Unternehmen müssen, wenn sie überleben wollen, auf selbst organisierte Strukturen setzen“, sagt Lars Vollmer, „auf Teams ohne Chef, in denen echte Probleme gelöst werden. Fragen Sie beim Bewerbungsgespräch Ihr Gegenüber: ‚Für was muss ich mir hier eine Erlaubnis holen?‘, dann erhalten Sie wertvolle Hinweise, wie selbstbestimmt Sie dort arbeiten können.“ Bin ich froh, dass ich eine selbst organisierte Struktur bin, die mir jetzt die Erlaubnis gibt, nach Hause zu gehen. An meinen Schreibtisch, der viel zu schön ist, um daran zu arbeiten.

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Trreffen Sie Ildikó von Kürthy ... beim g großen BRIGITTESymposiium „Mein Leben, mein Job und ich“ am  5GRVVGODGTKP'UUGP Infos auf Seite 105 und unter www.brigitte.de/academy

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enn ich arbeiten will, dann mache ich es mir ungemütlich. Ich dachte lange, es sei ein wundervolles Privileg, als Freiberufler zu Hause arbeiten zu können. Mein eigener Schreibtisch, mein Lesesessel, alle Bücher grifbereit. Das klingt gut. Ist es nicht. Denn auch zum Schrank mit den Keksen ist es nicht weit, vergilbte Fotoalben laden zum Blättern, die Spülmaschine würde gern geleert, die Wäsche gern aufgehängt, die Bluse gern gebügelt, der Hund gern ausgeführt werden. Mein Zuhause ist ein Bienenstock der Ablenkung, ein Konzentration absorbierender Ort. Hier ist es einfach zu schön, um ungestört zu arbeiten. Deshalb ziehe ich mich seit vielen Jahren in die Bibliothek der Jurastudenten zurück, wenn ich wirklich etwas schafen will. Lange Tische, Steckdosen, Leselampen, schlechtes WLAN und um mich herum nur Leute, die arbeiten oder schlafen. Keiner stört, nichts lenkt ab, essen und reden ist nicht erlaubt. Efektivität durch Reduktion würde ich das mal altklug nennen, und Prof. Dr. Lars Vollmer, Gründer, Unternehmer und Autor des Buches „Wie sich Menschen organisieren, wenn ihnen keiner sagt, was sie tun sollen“ stimmt mir zu. Er ist kein Freund der gemütlichen Büros mit m Tischkicker und Lounge-Ecken. „Suchen Sie sich keinen schönen Arbeitsplatz, sondern einen guten“, räät er energisch. „Ein Sitzsack löst kein Problem. Er dient letztlich der Fluchtverhinderung, ist wie ein süßes Gift, das davon ablenken soll, dass in vielen Unternehmen beharrlich überholte Strukturen angewendet werden. Es wiird viel zu viel Zeit in sinnlosen, frustrierenden Meetings verschwendet. In Mitarbeitergesprächen werden Jahresplän ne gemacht, die sich in zwei Wochen übeerholt haben. Das sind dysfunktionale Routinen, die vor 50 Jahren Sinn hatten, als es noch eine Blaupause gab, die für


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