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  IG Windkraft/Wirtschaft/Klimaschutz/Erneuerbare Energie/Ökostrom  

Klimaschutz: Österreich weltweit Schlusslicht bei Windkraftausbau  Neue Einspeisetarife sind Chance für Klima und Wirtschaft    Wien ‐ 10. Dez. 2009: Windkraft wird ein Fünftel der von der EU bis 2020 geforderten Treibhausgas‐ Einsparung liefern, in Österreich wäre sogar ein Viertel möglich. Während die Windkraft weltweit mit   plus 50% auch 2009 einen neuen Ausbaurekord verzeichnet, herrscht in Österreich seit dreieinhalb  Jahren Stillstand. 2009 belegt Österreich den letzten Platz beim Windkraftausbau ‐ und das weltweit.  Nun  ist  ein  Wendepunkt  möglich:  In  Österreich  sind  die  Verhandlungen  über  Einspeisetarife  für  Ökostrom  in  der  Endphase.  Bei  einem  Einspeisetarif  auf  europäischem  Niveau  von  mindestens  9,8ct/kWh  könnte  die  Blockade  endlich  gelöst  werden  und  Österreichs  Windkraftunternehmen  1,3  Mrd. € in den nächsten fünf Jahren investieren, um das Ökostromziel von 700 MW neuer Windkraft  bis  2015  zu  erreichen.  Ein  positives  Ergebnis  in  Kopenhagen  würde  die  Windkraft  weltweit  noch  stärker beflügeln und brächte für die heimische Windkraft‐Zulieferindustrie die Chance, ihr jährliches  Exportvolumen von derzeit 350 Mio. € auf über eine Milliarde Euro zu steigern.     Windkraft wird 20% zu Klimaziel der EU beitragen  Nach  Berechnungen  der  European  Wind  Energy  Association  –EWEA  wird  die  Windkraft  20  %  zum  Klima‐Ziel  der  EU  beitragen.  Bereits heute werden durch die Nutzung der Windkraft in Europa 100 Mio. Tonnen CO2 vermieden. Im Jahr 2020 können durch den Ausbau der Windkraft jährlich ca. 333 Mio. Tonnen CO2 durch die saubere Stromproduktion vermieden werden – also um rund 230 Mio. Tonnen CO2 mehr als heute. Zur Erreichung des EU Klimaschutzzieles (minus 20% der Gesamtemissionen bis 2020 bezogen auf das Niveau von 1990) müssen die Emissionen um 1.100 Millionen Tonnen CO2 gesenkt werden. Der voraussichtliche Ausbau der Windkraft wird somit rund ein Fünftel des Klimaziels der EU erfüllen.

Weltweit neues Rekordwachstum von 50% in den ersten drei Quartalen – Stillstand in Österreich   „Sollten sich die Staats‐ und Regierungschefs in Kopenhagen auf ein ambitioniertes Ergebnis einigen,  wird  dies  den  weltweiten  Boom  der  Windkraft  weiter  beflügeln“,  so  Mag.  Stefan  Hantsch,  Geschäftsführer  der  IG  Windkraft.  Weltweit  verzeichnet  die  Windkraft  schon  jetzt  jährliche  Zuwachsraten  von  20  bis  30%.  Dieser  Trend  ist  auch  angesichts  der  Wirtschaftskrise  ungebrochen,  wie die Zahlen von 2009 beweisen: weltweit wurden in den ersten drei Quartalen 17.814 MW neu  errichtet. Das sind sagenhafte 50,3% mehr als im Vergleichszeitraum 2008, in Europa waren es 5.245  MW, immerhin 24% mehr als 2008. „Österreich ist hier leider weltweit das Schlusslicht: 2009 kann  keine einzige neue Anlage errichtet werden“, bedauert Hantsch. Ende 2009 sind 617 Windräder mit  einer  Gesamtleistung  von  995  Megawatt  (MW)  am  Netz.  Diese  Anlagen  erzeugen  rund  2,1  Mrd.  Kilowattstunden sauberen Strom und tragen bereits 3,9 % zur öffentlichen Stromproduktion bei.    Knackpunkt Einspeisetarif  Entscheidend  für  den  weiteren  Ausbau  der  Windkraft  in  Österreich  ist  der  Einspeisetarif.  „Wir  österreichischen Betreiber haben fix fertige Projekte mit einem Investvolumen von gut 100 Mio. € in  den  Schubladen  und  warten  schon  seit  Jahren  auf  einen  Einspeisetarif,  der  den  wirtschaftlichen  Betrieb  der  Anlagen  ermöglicht“,  so  DI  Fritz  Herzog,  Geschäftsführer  der  Ökoenergie  Wolkersdorf,  die  rund  40  Windkraftanlagen  mittels  Bürgerbeteiligung  betreibt.  Und  weiter:  „Seit  2006  war  der  Tarif einfach nie kostendeckend. Also haben wir im Ausland projektiert. Europaweit liegt der Tarif bei  durchschnittlich  10,3  ct  pro  Kilowattstunde.  Bei  den  österreichischen  Windverhältnissen  brauchen  wir  einen  Tarif  von  zumindest  9,8  ct/kWh,  zuzüglich  der  Netzgebühren,  die  es  für  uns  Erzeuger  eigentlich nur in Österreich gibt.“   Die  Einspeisetarif‐Verhandlungen  sind  in  eine  finale  Phase  eingetreten.  Seit  Wochen  wird  auf  den  Begutachtungsentwurf  des  Wirtschaftsministers  gewartet.  Offensichtlich  wird  aber  versucht,  schon  im  Vorfeld  einen  Konsens  zwischen  Wirtschafts,‐  Umwelt‐  und  Konsumentenschutzministerium 


sowie den  Sozialpartnern  herzustellen.  Die  Ökostromverbände  sind  bei  diesen  Verhandlungen  ausgeschlossen.  „Wenn  man  nicht  wenigstens  jetzt,  wo  die  Ökostromförderkosten  ohnehin  durch  das  Gesetz  klar  begrenzt  sind,  Tarife  verordnet,  die  dem  Europavergleich  standhalten,  dann  laufen  wir  Gefahr,  dass  Österreich  sowohl  bei  der  Windkraft  als  auch  in  den  anderen  Bereichen  erneuerbarer Technlogogien völlig den Anschluss verliert und noch mehr zur Lachnummer wird. Wir  wollen  in  saubere  Stromproduktion  investieren.  Und  das  nicht  nur  im  Ausland!“,  meint  Herzog  abschließend.     Investitionen in Milliardenhöhe für Ökostromziel  Bei  einem  Einspeisetarif  auf  europäischem  Niveau  könnten  Österreichs  Windkraftunternehmen  1,3  Mrd. € investieren, um das Ökostromziel von 700 MW neuer Windkraft bis 2015 zu erreichen. Durch  die Anfangsinvestitionen und den darauffolgenden Betrieb würde bei der Windkraft eine heimische  Wertschöpfung von einer Milliarde € sichergestellt werden. 3.500 Jahresarbeitsplätze beim Bau und  700 Dauerarbeitsplätze würden geschaffen.     Exportvolumen österreichischer Zulieferer kann auf über eine Mrd. € gesteigert werden  Trotz  des  Stillstands  in  Österreich  partizipieren  renommierte  heimische  Unternehmen  als  Windkraftanlagen‐Zulieferer vom Wachstum der Windkraft in aller Welt. DI Martin Krill, Sprecher des  Firmenbeirates der IG Windkraft und Geschäftsführer des Ökostromanlagen‐Planungsbüros PROFES:  „Derzeit  exportieren  österreichische  Unternehmen  Komponenten  und  Dienstleistungen  in  einem  Volumen von jährlich 350 Mio. €, ein positives Ergebnis in Kopenhagen bringt für uns die Chance, die  Exporte auf über eine Milliarde Euro pro Jahr zu steigern.“    Die Windkraft könnte in Österreich ein Viertel der Reduktionsziele bis 2020 bringen   Die  Windkraft  ist  eine  der  billigsten  und  am  schnellsten  zu  bewerkstelligenden  Klimaschutzmaßnahmen.  Durch  Österreichs  617  Windräder  werden  derzeit  1,3  Mio.  Tonnen  CO2‐ Emissionen  jährlich  vermieden.  Die  Windkraft  kann  bis  2020  von  derzeit  995  MW  auf  3.500  Megawatt  (MW)  ausgebaut  werden.  Die  Windkraftanlagen  würden  dann  statt  bisher  rund  2  Milliarden kWh ca. 7,3 Mrd. kWh erzeugen, was 10% des heimischen Stromverbrauchs entspricht.   Somit  könnte  die  jährliche  CO2  Einsparung  durch  die  Produktion  von  Strom  aus  Windkraft  von  derzeit 1,3 Mio. Tonnen CO2 auf über 4,8 Mio. Tonnen erhöht werden. Diese Steigerung um 3,5 Mio.  Tonnen CO2 entspricht etwa 25 % des Reduktionsbedarfes Österreichs von 14 Mio. Tonnen CO2 bis  zum  Jahr  2020.  Durch  Einsatz  modernster  Technik  wäre  für  die  Verdreieinhalbfachung  der  Produktion nur die Steigerung der Anlagenzahl von derzeit 617 auf ca. 1.100 Anlagen notwendig.          Rückfragehinweis  Infomaterial auf www.igwindkraft.at   Mag. Stefan Moidl, IG Windkraft: +43 676/370 78 20,  s.moidl@igwindkraft.at   

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