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Das ist einmalig: In Solothurn gibtʼs alles 11 Mal Text: Robert Schütz

In Solothurn ist ein Phänomen sehr auffällig: Die Zahl 11 ist hier allgegenwertig. Wer sich die Stadt etwas genauer ansieht, entdeckt die Häufung sehr schnell. Selbst Uhren gehen hier anders. Die Stadt Solothurn hat ein ganz besonderes Verhältnis zur Zahl 11, die hier auch oft als heilige Zahl bezeichnet wird. Begeben wir uns also auf die Suche: Zählt man die Kirchen in der Kantonshauptstadt, so kommt man auf 11. Gleiches gilt für die Anzahl der historischen Brunnen und auch die Türme ergeben in der Summe, wie nicht anders zu erwarten exakt 11. Beleuchtet man die Geschichte der Stadt, so scheint die Zahl bereits immer allgegenwärtig gewesen zu sein. Es beginnt damit, dass Solothurn als 11. Stand der Eidgenossenschaft in der Auflistung der Kantone steht. Und: Es waren in der Stadt jeweils 11 Zünfte organisiert, es gab 11 Vogteien, 11 Domherren und insgesamt 11 Kapläne.

© Region Solothurn Tourismus, www.solothurn-city.ch

Dieses Grundprinzip wurde in der Baukunst konsequent vorgeführt. Wer hinaufsteigt zum Wahrzeichen der Stadt Solothurn, der St. Ursenkathedrale, und die Stufen aufmerksam zählt, wird feststellen, jede der drei Treppen zählt 11 Stufen. Und auch im Inneren blieb der Baumeister Gaetano Matteo Pisoni aus Ascona dem 11er-Prinzip treu: Es gibt insgesamt 11 Seitenaltäre. Für den Glockenturm hat er bei seinem Entwurf aus dem Jahre 1762 die Masse 6 x 11 Meter bestimmt und im Turm hängen, wenig überraschend, 11 Glocken. Übrigens, die Bauarbeiten begannen im Jahre 1762 und die Fertigstellung erfolgte 1773. Somit betrug auch die Bauzeit exakt 11 Jahre.

Jetzt schlägt’s 11 Neben all den geheimnisvollen Elfer-Phänomenen, fällt eine ganz paradoxe Umsetzung besonders ins Auge: Die Solothurner Uhr. Dieser sehr originell gestaltete Zeitmesser von rund 3 Metern Höhe gibt auf seinem 11- Uhr-Zifferblatt die ganz spezielle und sicher einmalige «Solothurner Zeit» an. Dazu spielen 11 Glocken das «Solothurner Lied» jeweils um 11.00, 12.00, 17.00 und 18.00 Uhr. Dass es sich hier um eine nicht ganz ernstgemeinte Zeitansage handelt, soll sicher auch der bunte Harlekin symbolisieren, der hier jede volle Stunde schlägt. Diese witzige Metallplastik wurde von dem Solothurner Künstler Paul Gugelmann aus Gretzenbach gestaltet. Wer die eigenartige «Solothurner Uhr» einmal genauer betrachten möchte, fi ndet diese an der West-Fassade der UBS-Filiale am Amthausplatz 1 (Seite Schanzenstrasse).

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Best of Solothurn 7. Ausgabe 2014  
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