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Gärten wie dreidimensionale Bilder Pius Notter ist als Baumgestalter und Bonsaispezialist schon längst weltbekannt. Er gilt auch in Japan als der bedeutendste Pionier dieser fernöstlichen Kunst. Er hat alle wichtigen Preise und Auszeichnungen gewonnen. Der Staat San Marino hat sogar eine Arbeit von Pius Notter auf einer Briefmarke verewigt. Im Jahr 2000 gewann er als erster Nichtasiat den in Japan ausgeschriebenen Bonsai-Weltwettbewerb und ist bis heute der Einzige aus der gesamten westlichen Welt. In den zwölf Jahren als Direktor des Bonsai-Weltverbandes war er viel in Asien eingeladen und die wunderschönen Gartenanlagen faszinierten ihn immer mehr. Er fragte sich immer wieder, warum hier in Europa diese Philosophie nicht auch gelebt wird. Im Vergleich sind viele unsere Gärten langweilig, ohne kreative Gestaltung wird einfach überall, wo Platz ist, etwas gepflanzt. Oft muss schon nach wenigen Jahren wieder ein Teil der Pflanzen entfernt werden, weil sie zu grossgewachsen sind und Probleme mit Schattenwurf oder den Nachbarn verursachen.

Blick in das Lager an der Oberdorfstrasse 14 in 5623 Boswil

In Asien wird ein Garten mit bereits alten, aber schön gestalteten Bäumen und entsprechend schönen Steinen gestaltet. Wie bei einem Puzzle werden diese Elemente zu einem dreidimensionalen Bild zusammen-

gefügt. Der Ursprung dieser Gartengestaltungen liegt im Buddhismus. Solch schöne Gärten dienten schon vor vielen Hundert Jahren den buddhistischen Mönchen als Meditationsobjekt.

Eine der bekanntesten Gestaltungen von Pius Notter. Der Garten um das Parkhotel in Weggis ist weit über die Schweiz hinaus bekannt.

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Best of Aargau 8. Ausgabe 2014/2015  
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