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2010

Nummer 2

M i li tary

Co u n seli n g

Netwo rk

S OU N D OFF

MCN ist ein Arbeitzweig des Deutschen Mennonitischen Friedenskomitees

Inhalt:

• Sankt Martin von Tours: Der Schutzheiliger der Kriegsdienstverweigerer. – Seite 3

• Krieg und Frieden... –Seite 4

•Neues von Soldaten: ­ Seite 5

• Wie man gibt und wie man bekommt: Kontakt­ und Spendeninformationen des MCN Büros –Seite 6

Seit der letzten Ausgabe...* ...13 neue anfragen. ...1 ehrenhafte entlassung. ...10 vortragstermine. ...neues infomaterial gedruckt. ...MCN webseite neu gestaltet. ...mehr als 30 cm³ Vorschriften des Militärs auf den neuesten Stand gebracht.

Das Angebot an den Mann bringen. Von Daniel Hershberger*

Als sich der junge Mann zum Abendessen hinsetzt, sieht ihn seine Mutter freundlich an, froh ihren Sohn zu sehen. „War heute ein guter Tag?“, will sie wissen. „Ich habe jemanden gefunden, der mir ein Studium bezahlt“, antwortet er ein bisschen ver­ legen, während seine Augen sagen: „Es hört sich zu gut an, um wahr zu sein, es kann doch nicht wahr sein, aber ich muss es einfach glauben.“ „Erzähl weiter“, sagt seine Mutter ein wenig reserviert. Auch sie scheint zu glauben, dass dieses Angebot zu gut ist, um wahr zu sein. Der Sohn, stolz, fast schon erwach­ sen, tut sein Bestes, um seine Mutter zu überzeugen. Er hat sich alles bereits gut angeschaut, versichert er, und er weiß, worauf er sich einlässt. Die Vorzüge dieses Angebots sind einfach zu groß, um darauf zu verzichten. Eine bezahlte Bildung, eine Ausbildung in jedem Beruf, den er anstrebt … Doch der wichtigste aller dieser Vorteile ist etwas Immaterielles: „Außerdem“, sagt er mit wachsendem Selbstbewusstsein, „ist es an der Zeit, dass ich ein Mann werde.“ So weit die Werbung. Sie wird lang­ sam ausgeblendet, und falls sie „funk­ tioniert“, wird der Zuschauer nun glauben, dass der junge Mann eine in­

formierte, verantwortungsbewusste Entscheidung getroffen hat und nun sein Leben in die Hand nimmt. Da dies ein Werbespot für die Armee in Zeiten des Krieges ist, ist es kein Wunder, dass die Wirklichkeit eines Lebens in der Armee und des Krieges selbst unberührt bleiben. Keine Gewehre, kein Blut, kein Trauma. Kein Video über das Herum­ fahren in einem stickig heißen gepan­ zerten Stryker­Fahrzeug, bis plötzlich eine Explosion das Fahrzeug erschüt­ tert und das Leben der Insassen völlig verändert oder sogar beendet. Nichts davon in dieser Werbung! Tatsächlich erscheint erst in den letzten drei Sekunden des Werbespots das Logo der US­Armee, das dem Zuschauer die kleine, aber wichtige Information liefert, dass es hier um sehr viel mehr geht als um eine Ausbildung oder ein­ en Arbeitsplatz. In Zeiten, in denen das Militär aus Freiwilligen besteht, ist es wichtig, dass der Beruf des Soldaten gut verkauft wird. Damit das geschieht, muss er attraktiv erscheinen. Deshalb werden Werbespots und Anzeigen produziert, die die finanziellen, „moralischen“ und persönlichen Vorteile eines Armeebeitritts anpreis­ en. Manche machen sich die Aben­ teuer­ und Risikolust von Menschen zunutze, andere zeigen alltägliche Ge­ spräche beim Abendessen oder im Garten, und dann dreht sich die Unter­ haltung um Studiengebühren und die eigene Zukunft, und spricht dabei einen gewissen Familienstolz, Verant­ wortungsbereitschaft und das Erwach­ senwerden an. Auf jeden Fall ist es dabei wichtig, die wahren Kosten des Krieges zu verschleiern. Die Soldaten, mit denen wir ...Fortsetzung auf Seite 6


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MILITARY COUNSELING NETWORK

I m J ahr 2 009 wurd en Matt Harj u und Ri c h Si ems Gewi s s ens gründ en ehrenhaft aus d em Mi l i tär entl as s en.

aus

44,000$

Laut Pentagon die Kosten, die pro Sunde bezahlt werden müssen, um das beste Kampfflugzeug der USA, den Lockheed Martin F­22, in der Luft zu halten. http://www.washingtonpost.com

1,000,000$

Die Kosten für die Stationnierung eines US­Soldaten in Afghanistan für ein Jahr, laut Todd Harrison, Budgetbeauftragter am Center for Strategic and Budgetary Assesment in Washington. http://www.defensenews.com/story.php?i=4406846


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Sankt Martin von Tours: Der Schutzheilige der Kriegsdienstverweigerer

Eine herzerquickende Geschichte davon, wie sich Glaubensüberzeugungen herausbilden; eine Geschichte über die vorsätzliche Zerstörung von Militäreigentum und einer beinahe verordneten unehrenhaften Entlassung aus dem Militär mit anschließender Haft, die dann aber mit einer Auflösung des Arbeitsver­ hältnisses endete.

By Marius van Hoogstraten*

Als ich klein war, mochte ich den Anfang des Monats November. Nicht nur, weil ich dann bald Ge­ burtstag hatte, sondern auch weil wir im Kindergarten – und in der Vorschule Laternen bastelten und schmückten. Am 11. November tru­ gen wir diese Laternen in einem großen Umzug mit vielen Kindern durch die Dunkelheit, angeführt von einem Mann auf einem Pferd: Martin von Tours oder Sankt Mar­ tin. Nach diesem Umzug gingen wir von Tür zu Tür und sangen ein oder zwei Lieder, wofür man uns mit Süßigkeiten belohnte. Ja, genau: kein faules amerikanisches „Trick or treat“! Wir sangen für unsere Süßigkeiten! In der Schule erklärte man uns dann, wer Sankt Martin war: ein römischer Soldat, der einem Bettler die Hälfte seines Mantels gab. (Mein Vater mochte daran beson­ ders, dass er seinen halben Mantel gab.) Letztens habe ich allerdings etwas mehr über diese Geschichte erfahren. Als Sohn eines römischen Kavallerieoffiziers wurde Martin im Alter von fünfzehn Jahren zum Militär eingezogen. Sein Interesse am Christentum war da schon einige Zeit gewachsen, was damals sehr ungewöhnlich für Leute aus der Oberschicht war. Nachdem er, der Überlieferung zufolge, einem spärlich bekleideten Bettler vor den Toren Amiens seinen halben Mantel gegeben hatte, hatte er nachts eine Vision. Jesus erschien ihm und trug den halben Mantel, den Martin

weggegeben hatte, und sagte: „Hier ist Martin, der römische Soldat … er hat mich gekleidet.“ Am nächsten Morgen fand Martin den Mantel wieder ganz vor. Ich habe gehört, dass es nicht viel bringt, nächtliche Jesusvisionen in Anträgen auf Entlassung aus Gewis­ sensgründen zu zitieren, aber für Martin war dies auf alle Fälle ein Wendepunkt in seinem Glauben. Dennoch dauerte es zwei Jahre, bis er die Entlassung aus dem Militär beantragte, und kurz vor einer Schlacht mit den Galliern weigerte er sich zu kämpfen, wobei er sagte: „Ich bin ein Soldat Christi. Ich kann nicht kämpfen.“ Seine Vorgesetzten fanden diesen Zeitpunkt verdächtig (also die üb­ liche, allgemeine und viel zu oft ben­ utzte Begründung von Vorgesetzten für die Ablehnung eines Antrags auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissensgründen) und bezichtigten ihn der Feigheit. Um diese An­ schuldigung zu widerlegen, bot er an, unbewaffnet den Truppen voran­ zugehen. (Wir glauben, dass dies für diejenigen, die heute aus dem Militär entlassen werden wollen, nicht nötig ist.) Wie für so viele Kriegsdien­ stverweigerer im Laufe der Geschichte hätte dies für Martin mit dem Märtyrertod enden können ­ aber die Gallier boten einen Friedensvertrag an, die Schlacht wurde abgesagt und Martin erhielt seine Entlassung. Martin wurde dann Priester und später Bischof. Er gründete einige Kloster und zog sich schließlich aus der Welt zurück und wurde Eremit.

St. Martin von Tours

Nach seinem Tod wurde er der Schutzheilige Frankreichs und der Soldaten. Die Könige der Franken be­ wahrten Martins Mantel als Reliquie auf und trugen ihn mit sich, besonders in Schlachten. Der Priester, der sich um den Mantel (lateinisch: cappa) kümmerte, wurde „cappellanu“ genannt. Schließlich wurden alle Priester, die im Militär dienten, „cappellani“ genannt, was im Französischen zu „chapelains“, und im Englischen tatsächlich zu „chaplain“ (im Deutschen „Kaplan“ (Anm. d. Ü.) wurde. Die Ironie des Ganzen geht wahrscheinlich über die Köpfe heutiger Militärs und seiner Ka­ planen hinweg, wie dies auch bei den Königen er Franken der Fall war. Quelle. www.wikipedia.com


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Krieg und Frieden, und unsere Bemühungen, dass eine durch das andere zu ersetzen, indem man zuerst das ganze Land mit dem einen füllt und dann weggeht. Natürlich wird das andere dann logischerweise folgen. Konservative mögen das, Liberale akzeptieren das, ich denke, es ist Unfug.

Von Marius van Hoogstraten*

Nachdem er fast ein Jahr lang un­ sere Hoffnung auf Wandel „zusammengeschlagen“, sie „aus­ geraubt“ und dann weinend in einer Gasse hat stehen lassen, hatte Präsident Obamas Rede in Oslo meiner Meinung nach die gleiche Wirkung, wie wenn er ihr „ins Gesicht gespuckt“ und „böse Dinge über ihre Mutter gesagt“ hätte. Natürlich wussten wir immer, dass er kein Pazifist ist. Natürlich wussten wir, dass er den Krieg in Afghanistan für einen „guten Krieg“ hält. Also hätte es uns nicht so sehr überraschen sollen, dass er Gandhi und King zitierte und ihre Gedanken dann als bloße moralis­ che Wahrheiten abtat, als er sagte, dass er als Präsident offensichtlich „nicht nur von ihren Prinzipien geleitet werden könne“; dass er außerdem die Plattheit hinzufügte, eine gewaltfreie Bewegung hätte Hitler nicht aufhalten können, der, wie wir auch erfuhren mit Bin Laden vergleichbar ist. Das hatte ich schon länger nicht mehr ge­ hört. Na gut, in Ordnung, denken wir ­ er ist eben ein Realist. Er ist ein pragmatischer Mann, der in seinem Herzen hohe Ideale herumträgt, aber auch mit „der Welt, wie sie ist“ konfrontiert ist. Er weiß, dass, wenn es hart auf hart kommt, im Schmutz der Schützengräben, weit entfernt von eindeutigen absoluten Wahrheiten, schwierige Entscheidungen getrof­ fen werden müssen. Obama erklärt

uns, dass es im Falle eines Krieges nicht um „gut“ gegen „böse“ geht. So einfach ist es dann doch nicht. Eigent­ lich ziemlich erfrischend. „Täuscht euch nicht: Das Böse existiert tatsächlich in dieser Welt.“ Oh. Ich schrecke gewöhnlich ein wenig zurück, wenn der Mann, der über das mächtigste Militär der Welt befiehlt, anfängt den Feind „das Böse“ zu nennen. http://th03.deviantart.net/fs41/300W/i/2009/ Nicht unbedingt deshalb, weil ich nicht glaube, dass das Böse existiert. 061/1/2/Obama___Luther_King_by_BenHei Auch nicht deshalb, weil ich immer ne.jpg noch nicht ganz sicher bin, wer der Feind in Afghanistan ist, warum sie so menschlicher Unvollkommenheit böse sind und wie die Ausweitung des konfrontiert. Kann der Präsident Militäreinsatzes sie „gut werden“ lässt. wirklich „die Wahrheit“ klar genug Ich denke, mein Zurückschrecken hat erkennen, dass sein Urteil über mit der Unterscheidung zu tun, die ich Leben und Tode in so vielen Fällen zuvor getroffen habe, nämlich zwis­ berechtigt ist? Oder nimmt er es chen klaren absoluten Wahrheiten und nicht doch eher selbst in die Hand Tatsachen auf der einen und dem und verfügt über „die Wahrheit“, in­ Chaos der Welt auf der anderen Seite. dem er sie in einzelne „Wahrheiten“ Ich kann es zwar akzeptieren, wenn aufspaltet, auf die man nach Be­ Menschen sagen, dass die brachiale lieben zurückgreifen kann? Gewalt dieser Welt es unmöglich Ehrlich gesagt würde ich in einer macht, an den hohen Grundsätzen der Position, die über so viele Waffen Moral festzuhalten. Es ist aber etwas befehligt, einen Realisten bevorzu­ anderes, wenn man diese hohen ethis­ gen. „Gut“ und „Böse“ überlässt chen Grundsätze benutzt, um die Ge­ man am besten den Aktivisten, die walt in dieser Welt zu rechtfertigen. diese Kriterien verwenden können, Wenn man auf moralische Wahrheit um die Gleichgültigkeit der Mächte zurückgreift, um eine Machtposition gegenüber menschlichem Leiden zu zu rechtfertigen wie auch den damit kritisieren, ­ aber, um der Liebe verknüpften Gebrauch tötlicher Ge­ Gottes willen, lasst die Mächte walt, heißt das, dass man eine moralis­ diese Begriffe nicht selbst benutzen. che Eindeutigkeit und Klarheit für sich Das ist zynisch. Das ist gefährlich. in Anspruch nimmt, über die wie ich Und deshalb sind US­Präsidenten glaube, kein Mensch verfügt. immer so furchterregend ­ und Neben „Gut und Böse“ und unserer dieser ist offensichtlich keine Aus­ Fähigkeit, diese zu kennen und zu nahme. erkennen, werden wir mit sehr viel


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Neues von Soldaten: Von Daniel Hershberger*

Es kann schon schwer genug sein, wenn man auf et­ was warten muss, für das es einen festen Termin gibt. André Shepherd musste jedoch die Kunst des unbe­ fristeten Wartens lernen. Das einjährige Jubiläum von Andrés Asylantrag in Deutschland ist vorübergegangen, und es gibt immer noch keine klare Information, wann eine Entscheidung gefällt werden wird. Die Entscheidung, diesen Weg zu wählen, war keine leichte, was leicht zu verstehen ist. Eine solche Entscheidung hat vielerlei Konsequenzen und verlangt nach Ant­ worten auf Fragen, über die viele von uns nie nachden­ ken müssen: Werde ich jemals meine Familie wieder sehen? Werde ich mein Heimatland wieder sehen? Werde ich es schaffen, mich an das neue Land, die neue Sprache zu gewöhnen? Aber obwohl die Entscheidung, Asyl zu beantragen und alles hinter sich zu lassen, nicht einfach war, war sie für André jedoch die richtige. Nachdem er das College besucht und dann versucht hatte, eine Arbeitsstelle zu finden, und nachdem er einige Monate in seinem Auto gelebt hatte, wurde An­ dré von einem Anwerber der Armee davon überzeugt, dass Erfüllung und Sinn im Militär gefunden werden könnten. Nach der Grund­ und einer Spezialausbildung wurde André mit seiner Einheit im Irak stationiert, wo er die tödlichen Apache Angriffshubschrauber reparierte und damit gewährleistete, dass diese einsatzfähig und gefährlich blieben. Im Laufe der Zeit begann er auf Grund von Begegnungen mit irakischen Zivilisten auf dem Stützpunkt, die Gewalt und Zerstörung, zu den er einen wesentlichen Teil beitrug, zu hinterfragen: Warum sind wir hier? Wie viele Leben habe ich geholfen aus­ zulöschen? Welches Recht haben wir hier zu sein? Die Antworten, die er auf diese Fragen fand, rechtfertigten die Anwesenheit der USA im Irak nicht. Wie es bei Überzeugungen oft der Fall ist, wuchsen sein Unbehagen und seine Unsicherheit allmählich im­ mer mehr und mündeten schließlich in Ablehnung und dem Gefühl, dass er nicht mehr am Irakkrieg teilneh­ men konnte. Da er nicht der Definition eines Kriegs­ dienstverweigerers aus Sicht des US­Militärs entsprach, die verlangt, dass der Verweigerer gegen jegliche Art von Krieg ist und nicht gegen einen spezifischen Krieg, war André in einer schwierigen Situation: Sollte er die Stimme seines Gewissens ignorieren und weiter dazu beizutragen, dass die Feinde der Vereinigten Staaten aufgespürt und vernichtet werden, was auch den Tod und Leiden von Zivilisten zur Folge hat, oder sollte er auf sein Gewissen hören, auch wenn das eine Haft­

André Shepherd

strafe, Diskriminierung und den Verzicht auf das Leben, wie er es einst kannte, bedeuten könnte. Letztendlich beschloss André, dass das Unterzeichnen eines Vertrags mit dem Militär nicht bedeuten darf, dass er sein Gewissens ignoriert. Aufgrund dieser Überzeugung entfernte sich André 2007 unerlaubt von der Truppe. Im November 2008 stellte André einen Asylantrag an die deutsche Regierung. Es ist schon mehr ein Jahr her, seit André seine Asylsuche in Deutschland begann. Für André war es ein Jahr voller Vortragstermine und der Not­ wendigkeit sich anzupassen. Er hat in Deutschland, in den USA und auf der ganzen Welt viele Unterstützer für sein Anliegen gefunden. Wie es nicht anders zu er­ warten war, steht die Entscheidung seines Falles noch aus. Die Folgen dieser Entscheidung sind bedeutsam. Eine negative Entscheidung stellt die Ernsthaftigkeit der deutschen Kritik am Irakkrieg in Frage. Eine positive Entscheidung könnte andere Soldaten ermuti­ gen, sich von Militärstützpunkten in Deutschland zu entfernen und ihrem Gewissen zu folgen, ein Gewis­ sen, das oft in der „Alles oder Nichts“­Definition der amerikanischen Kriegsdienstverweigerung gefangen ist.


MILITARY COUNSELING NETWORK Kontakt Info

Military Counseling Network Hauptstr. 1 D­69245, Bammental Germany Telefon: +49 (0) 6223­47506 E­mail: mcn@dmfk.de Website: www.mc­network.de Blog: www.mc­ network.blogspot.com

*Ubersetzung aus dem Englischen: Benni Krauss,

Jürgen u. Elisabeth Moser, Jakob Fehr, Heiko Prasse.

Deutschland

Deutsches Mennonitisches Friedenskomitee (DMFK) Hauptstr. 1 69245, Bammental Germany

USA

Mennonite Mission Network Mennonite Mission Network P.O. Box 370 Elkhart, IN 46515 USA

...von Seite 1

arbeiten, erzählen oft, dass ihre Erwar­ tungen bzw. das, was ihnen an­ gekündigt worden war, nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Junge Männer und Frauen, denen man gesagt hatte, dass sie im Militär finden könnten, was sie vom Leben erwarteten, kommen zu uns mit ihren Problemen, ihren Sorgen, ihrer Lebenswirklichkeit. Diese Wirk­ lichkeit besteht oft aus Albträumen, Zerbrochenheit, Einschüchterung und Frustration. Nicht selten sieht die Wirk­ lichkeit so aus, dass die schweren körperlichen und seelischen Probleme eines verwunderten Soldaten von den­ en, die für ihn sorgen sollten und letzt­ lich für sein Leben verantwortlich sind, ignoriert oder gar verspottet werden. Auch wird einigen bewusst, dass sie Teil einer Organisation sind, die An­ wendung von Gewalt und die effektivsten Arten des Tötens zu erkun­ den sucht. Diese Erkenntnis lastet schwer auf ihren Gewissen. Auf den er­ sten Blick wirkt Geld für das Studium, ein Beruf und Abenteuer angeboten ­ doch was ist, wenn man in Wirklichkeit dann Zivilisten sterben sehen muss? Oder wenn man durch eine Autobombe ein Bein verliert?

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Woher hätten diese jungen AmerikanerInnen wissen sollen, was sie tatsächlich erwartet? Das Militär „empfiehlt“ sich, indem es eine Prämie von $10.000 bei der erfol­ greichen Anwerbung eines Soldaten zahlt und Geld für das Studium wie auch einen Arbeitsplatz verspricht. Die Medien berichten recht wenig über das tatsächliche Kriegsgeschehen und die Gesellschaft betont den Wert und die Ehrenhaftigkeit des Militärdienstes. Wie sollen unter diesen Umständen junge Menschen wissen, dass sie nach der Wirklichkeit hinter der Fassade Ausschau halten müssen? Wir hoffen, durch unsere Arbeit und mit Hilfe dieses Mit­ teilungsblatts diejenigen zu in­ formieren, die darüber nachdenken, ob sie ins Militär eintreten sollen. Darüber hinaus wollen wir denen, die genau das getan haben und nun das Militär verlassen wollen, aufzeigen, dass ihnen einige Wege offen stehen – auch wenn sie das bislang nicht wussten.

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