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Garten

Nr. 1 / 03-2010 Nr

Das Wohn- und Gartenmagazin in fürs Ländle

Ein Festival der Blüten Spürsinn fürs Schöne Pflege von Staudenbeeten Japanische Äpfel mitten in Egg


editorial

Endlich Frühling! Neues Magazin für Gartenliebhaber

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ndlich ist es wieder so weit: Die Zeit der Wunder ist da und wir dürfen staunend zusehen, wie aus winzigen Samenkörnchen wunderschöne Blumen wachsen. Sie läuten mit einer einzigartigen Farbenpracht die Gartensaison ein und locken ins Wohnzimmer des Sommers. Es ist höchste Zeit für einen Flirt mit allen Sinnen. Wir wollen Sie durch das Gartenjahr 2010 begleiten. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer Vorarlberg erscheint nun drei Mal im Jahr das Wohn- und Gartenmagazin „Gartenlust“ in der NEUE am Sonntag. Sie halten nun die Debütausgabe in den Händen, in der Sie zahlreiche Themen und Tipps rund um das grüne Paradies finden. Werfen Sie mit uns einen Blick in die Welt der Blütenwunder. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen

Ihre Marion Hämmerle-Crone

expertenmeinung „Der Start in die neue Gartensaison beginnt mit Pflege- und Umgestaltungsarbeiten. Winterschäden sind auszubessern, Gartenbereiche zu überarbeiten und in die Jahre gekommene Terrassen und Wege zu sanieren. Sorgfältige Planung und die überlegte Vorgehensweise sind ein wesentlicher Schritt zum Erfolg. Vorarlbergs Landschaftsgärtner unterstützen Sie mit dem nötigen Know-how und verwandeln Ihren Grünraum zum Paradies.“

„Erweitern Sie Ihren Wohnraum ins Grüne. Der Freiraum „Garten“ als individueller und intimer Ort sowie als vielseitig nutzbare Freifläche prägt immer mehr das klassische Gartenbild. Entspannen, Grillen, Feiern oder einfach nur die Natur genießen – der Garten übernimmt viele schöne Aufgaben und der Gartengestalter die gekonnte Umsetzung. Gärten sind Lebensräume für Mensch und Tier!“

„Die Natur erwacht und mit ihr unsere Lebensfreude. Frühlingsboten mit erfrischendem Grün und faszinierenden Blüten verbreiten fröhliche Stimmung. Farben, Düfte, Aromen von Blühern und Kräutern bereichern unseren Alltag und wecken die Vorfreude auf die warme Jahreszeit. Holen Sie sich bei Vorarlbergs Gärtnern & Floristen einen kräftigen Hauch Frühling und genießen Sie die knallige Vielfalt. Denn der Winter war lange genug!“

Ing. Anton Moosbrugger Innungsmeister der Vlbg. Gärtner und Floristen in der WK Vorarlberg

Reinhard Brunner Fachgruppensprecher der Garten- und Landschaftsgestalter

Markus Karg Obmann der Vorarlberger Gärtner

Impressum: Medieninhaber: Zeitung- und Verlagsgesellschaft m. b. H. ■ Herausgeber: Mag. Frank Andres ■ Redaktion: Marion Hämmerle- Crone ■ Anschrift des Herausgebers des Medieninhabers und der Redaktion: A-6858 Schwarzach, Gutenbergstraße 1 ■ Texte und Fotos: Marion Hämmerle- Crone, Rita Bertolini, Philipp Steurer, Bernd Hofmeister, Fa. Nägelebau, Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Andreas Uher, Shutterstock ■ Layout: Anja Schutti ■ Anzeigenberatung: Vorarlberger Medienhaus, Gutenbergstraße 1, 6858 Schwarzach, Tel. 05572 501-0, Fax 05572 501-245


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Inhalt ein festival der blüten

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Wenn die Natur erwacht ist das Doping fürs Gemüt

spürsinn fürs schöne

Hildegard Musolf ist die Hüterin eines Apfelparadieses

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Ulrike Ratz aus Hard verrät ihre besten Rezepttipps

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Orange ist die Trendfarbe für Gartenaccessoires

japanische äpfel in egg

aus dem garten kochen

die dahlien-prinzessin

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Nirgends wachsen Blumen schöner als bei Anna Bertolini

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mit hand und herzblut Blanka Fuchs kreiert Mosaikkugeln für den Garten

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Ein Festival der Blüten Den Frühling mit allen Sinnen spüren Wenn im Frühling die Natur erwacht, wirkt der Duft, der überall in der Luft liegt, wie Doping fürs Gemüt. Man kann es daher kaum erwarten, bis die Gartensaison beginnt.

D

ie ersten Sonnenstrahlen kitzeln angenehm in der Nase. Sie locken verheißungsvoll nach draußen und steigern die gute Laune. Und spätestens jetzt kann an schönen warmen Tagen ein eingefleischter Hobbygärtner einfach nicht mehr ruhig auf seiner Gartenbank sitzen. Das Herz beginnt zu schlagen und die Schmetterlinge im Bauch beginnen zu flattern, denn Amors Blütenpfeile sind zielsicher gelandet – mitten in der Seele des sonnenhungrigen Blumenliebhabers. „Gerade im Frühling ist

die Sehnsucht nach knalligen und kräftigen Farben besonders groß“, weiß Stephan Ludescher, dessen Gärtnerei im Flora Blumen-

kurz gesagt „Die Frühlingsboten wachsen im Gefäß weiter. Richtiges Einpflanzen ist wichtig, so sind sie in einem Monat noch schön.“ Stephan Ludescher Gärtnerei Ludescher, Klaus

und Gartenwettbewerb als „Beste Gärtnerei“ Vorarlbergs ausgezeichnet wurde. „Man hat sich am trostlosen Weiß des Winters sattgesehen“, begründet der Experte, „und setzt auf Frisches und Intensives für Wohnung, Terrasse und Garten.“

Bunte kräftige Farben wie beim Mehlprimel stehen im Frühling hoch im Kurs.

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Garten

Ganz vorne in der Beliebtheitsskala stehen daher die klassischen Primeln. Sie blühen in leuchtenden Tönen wie zum Beispiel Rot, Blau, Violett, Gelb, Orange, Rosa, zweifarbig und in sämtlichen Schattierungen dazwischen. Und gerade wegen ihrer bunten Vielfalt


frühlingsgefühle

wirken die fröhlichen Blütenkissen als wahre Stimmungsaufheller. Apropos Kissen: Wegen ihres knuffigen Aussehens nennt man die Frühlingsboten auch Kissenprimeln.

Gott des Windes, verliebte sich in Anemona, was ihr zum Verhängnis wurde. Die eifersüchtige Ehefrau Flora verwandelte sie in eine Blume, die seitdem den Namen Anemone trägt.

Umrahmt werden die lustigen Köpfchen von großen, rundlich geformten und knallgrünen Blättern, wodurch sie liebevoll verspielt wirken. Dabei sind die Polsterprimeln ganz schön hart im Nehmen. „Sie halten blühend bis zu minus fünf Grad aus“, erklärt Ludescher, „was allerdings nur für gute Züchtungen gilt.“ Kissenprimeln stammen von Stengelprimeln ab. Diese gibt es in sechs verschiedenen Farben, nämlich in Gelb, Rosa, Blau, Weiß, Orange und Rot. Sie sind höher und können deswegen gut in Gefäßen arrangiert werden. „Lange war die Stengelprimel in Vergessenheit geraten“, so der Gärtnermeister, „jetzt wurde sie neu entdeckt und erlebt eine kräftige Rennaissance.“ Der großte Vorteil: Die Stengelprimel blüht über Monate.

Ebenfalls zu den beliebten Frühlingsboten gehört die Tiarella, auch Schaumblüte genannt. Sie betört mit ihrem einzigartigen Duft und ist in Blumenkästen topaktuell. Auch der Goldlack gewinnt an Beliebtheit. Er duftet ähnlich wie das Veilchen und wurde bereits von den Römern mit Vorliebe zu Blumenkränzen geflochten. Ein wahres „Powerkraut“ ist das beliebte Gänseblümchen, das ebenfalls in verschiedenen Farben und Blütenformen angeboten wird. Im Volksmund heißt es, wer die ersten drei Gänseblümchen im Frühjahr isst, wird das restliche Jahr von Zahnschmerzen, Augenbeschwerden und Fieber verschont.

Die Liebe und die Blume In der Gärtnerei Ludescher stehen rund 30 verschiedene Frühlingsboten zur Auswahl, unter anderem auch Anemonen, die sich wunderbar mit der Primel kombinieren lassen. Anenome leitet sich vom griechischen Wort Wind ab. Tatsächlich bewegen sich die zarten Blüten schon im leichtesten Windhauch. Darum ist sie bei uns auch als Windröschen bekannt. Auch in der griechischen Mythologie findet sich eine Erklärung für den Ursprung des Namens: Anemona war dort eine Nymphe am Hof der Göttin Flora. Floras Gatte Zephyr, der

Experten-Tipp Stephan Ludescher rät: Beim Gärtner gekaufte Frühlingspflanzen sind gut vorgedüngt. Es gibt die Möglichkeit, die Blumen fachgerecht einpflanzen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass die Höhen der Pflanzen richtig gewählt sind und dass die Anordnung passt, so bekommen alle genügend Licht. Regelmäßig gießen ist wichtig. Man kann sich für das Vorratsdüngen oder fürs Flüssigdüngen entscheiden. Dabei wird dem Wasser regelmäßig Dünger beigegeben. WICHTIG: Blumen nicht im Wasser stehen lassen.

Verknallt in den Frühling Kaum steigen die Temperaturen, pellen wir uns aus unserer dicken Kleidung, zeigen wieder mehr Haut. Und wir geizen keinesfalls mit Reizen.

Schmetterlinge im Bauch

Frühlingsgefühle: Primeln wirken wegen ihrer Farbenvielfalt als Stimmungsaufheller.

Floristin Katharina Halbeisen setzt ihre Frühlingsgefühle kreativ in Szene und verpasst der Schaufensterpuppe kurzerhand blühende Dessous. Schuld an der Flirtlaune sind unsere Hormone. Die reagieren auf Licht, das durch die Augennetzhaut ins Gehirn gelangt. Die Lichtmenge steuert in der Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin – im Frühjahr wird weniger produziert, im Winter mehr. Die kürzeren Nächte im Vorsommer erhöhen also die Aktivität und damit die sexuelle Erregbarkeit, sie sorgen also für die berühmten Schmetterlinge im Bauch.

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töpflegucker

Eine Nummer größer, bitte! Barbara Schallert gibt Umtopf-Tipps Mancher Zimmerpflanze sieht man’s schon an: Sie lässt die Blätter hängen und will nicht mehr richtig wachsen. Das kann u. a. daran liegen, dass ihr der Topf einfach zu klein geworden ist.

W

enn die Tage wieder länger werden und Anfang bis Mitte Februar auch die Sonne wieder mehr scheint, wird es laut Floristin Barbara Schallert Zeit, die Zimmerpflanzen umzutopfen. Umgetopft werden in erster Linie die Pflanzen, deren Wurzelgeflecht schon sehr dicht ist.

Der richtige Zeitpunkt Man kann das leicht festellen, indem man die Pflanze vorsichtig aus dem Topf zieht. Sind mehr Wurzeln als Erde zu sehen, wird es höchste Zeit, die Pflanze neu einzusetzen. Schallert bevorzugt dabei Tontöpfe, weil sie Gießfehler besser ausgleichen. Ist es zu nass, verdunstet das überschüssige Wasser aus dem Tontopf, ist es zu trocken, speichert der Ton ein bisschen Wasser. Nur ein Zentimeter größer Der Vorteil der Plastiktöpfe ist, dass sie nicht so schnell austrocknen, wenn man mit dem Gießen nachlässig ist. Außerdem bleibt er länger schön, weil er nicht verkalkt. Grundsätzlich gilt, dass der neue Topf nur um einen Zentimeter größer sein sollte als der alte. Wenn Pflanzen

Sind mehr Wurzeln als Erde zu sehen, wird es Zeit, die Pflanze neu einzusetzen.

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Barbara Schallert verschließt mit einer Tonscherbe das Loch.

kurz gesagt „Wenn Pflanzen schon sehr alt sind und bereits einen großen Topf haben, braucht es gar keinen neuen Topf.“ Barbara Schallert, Obfrau der Vorarlberger Floristen

schon sehr alt sind und bereits einen großen Topf haben, sollte man laut Schallert gar keinen neuen Topf nehmen. Man nimmt die Pflanze heraus, lockert die Wurzeln, bei Bedarf schneidet man sie mit dem Messer auf und setzt die Pflanze wieder in den Topf. Denn je größer der Topf ist, umso schwieriger wird der Transport, außerdem besteht die Gefahr von Staunässe durch das große Erdvolumen. Bei der Erde nur qualitativ hochwertige Packungserde verwenden. Oft wirkt Erde auf den ersten Blick

Es gilt die Regel, dass der neue Topf nur um einen Zentimeter größer sein sollte.


sehr feinporig und dunkel, allerdings enthalten billigere Produkte oft sehr viel Grünkompost, der ein idealer Nährboden für die Trauermücken ist, was vor allem bei Zimmerpflanzen ein Problem darstellt, weil man sie nur schwer wieder los wird. Nach dem Umtopfen sollte man die Pflanzen ordentlich einwässern, die Tage danach sollte man mit dem Gießen sparsam umgehen. Erst wenn man merkt, dass die Pflanze wieder zu wachsen beginnt, normal weitergießen. Nach drei bis vier Wochen kann man wieder mit dem Düngen beginnen.

Nach dem Umtopfen: Pflanze gießen.

Der Frühling ist auch die Zeit, in der Zimmerpflanzen umgetopft werden sollten.

Für alle, die bauen und renovieren

Traumhafte Terrassendielen für die schönste Zeit des Jahres! Alle Holzarten sind in unserer Ausstellung großflächig präsentiert, viele auch für die Vorarlberger Ökoförderung geeignet.

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Frühling – von Gärtnern schon sehnsüchtig erwartet! Wärme, Sonne, Duft, Farben – ja, jetzt geht’s wieder aufwärts im Gartenjahr und der Frühling siegt unverkennbar über die kalte Jahreszeit.

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s hält uns kaum in den Häusern und die Gärtner und Floristen schon zweimal nicht. Kaum eine Berufssparte lebt so innig im Rhythmus der Natur. Kaum ein Menschenschlag freut sich so intensiv auf den Frühling! Dabei arbeiten die Gärtner mit allen Tricks, sich den Frühling schon frühzeitig ins Haus zu holen. Schauen Sie in die Gewächshäuser,

dann wissen Sie wovon ich hier spreche. Dort blüht und sprießt es schon in allen Farben. Hier kann man sich die wintermüden Akkus sofort mit kräftigen Farben und Düften aufladen. Vorgetriebene, draußen oft erst im April blühende Frühlingsboten gucken aus den Töpfen und entfalten ihre freundlichen Blüten. Bei dieser Auswahl in den Vorarlberger Gärtnereien schlägt das Herz der Pflanzenfreunde höher. Pflanzschalen mit Frühlingsflair verbreiten diese Aufbruchsstimmung auch bei Ihnen zu Hause. Dazu ein Tipp: Je kühler sie aufgestellt werden, desto länger hält die Pracht! Die Knollen können einige Wochen später in den Garten gepflanzt werden, wo sie das nächste Jahr wieder blühen.

Pflanzschale mit Frühlingsflair.

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Foto: IBZ

Nicht nur Primeln, Ranunkeln, Narzissen, Tulpen, Schötterich und Co begeistern den Pflanzenfreund im März. Frühlingszeit herrscht auch in der Küche! Nie ist das Verlangen nach frischen Kräutern so groß wie am Beginn des Gartenjahres. Vitamine, anfangs noch vom Fensterbrett, in wenigen Wochen schon aus dem eigenen Garten, krönen Salate, Aufstriche und Pestos. Die Frische schmeckt man regelrecht! Ein Startpaket an Gewürzkräutern gibt es in allen Gärtnereien


frühlingsflair

und schön arrangiert erfreut es Gaumen und Auge! Auch hier gilt, Topf oder Garten, in wenigen Wochen spielt es keine Rolle wo man die Kräuter vom Fensterbrett hin siedelt. Sie fühlen sich an der Sonne überall wohl! Sonne ist das Stichwort für die Vorarlberger Gemüsegärtner. Je mehr sie davon bekommen, desto besser ist es fürs Wachstum hei-

Ein gut sortierter Kräuterkorb.

Foto: CMA

Frisch geht’s auch im Garten zu. Da herrscht munteres Treiben allerorts. Sträucher sind zu schneiden, Laub wegzurechen, Staudenbeete umzugestalten und Obstgehölze zu pflanzen. Wem die Arbeit beim Frühlingsputz über den Kopf wächst, der kann sich Hilfe bei den Gartenprofis holen. Gartengestalter legen nicht nur Terrassen, Wege, Teiche und Mauern an, sie sind auch Spezialisten für Pflanz- und Pflegearbeiten. Mit Sachverstand wird Ihr Staudenbeet umgestaltet, eine Hecke neu gepflanzt, ein großer Baum gefällt oder das etwas vernachlässigte Garteneck zu einem Sitzplatz umfunktioniert. Gute Ideen gepaart mit kompetenter Umsetzung gibt es nur bei Profis – den Vorarlberger Gärtner & Floristen! Anzeige

mischen Gemüses. Jahreszeitlich bedingt gibt es neben Lagergemüse erst wenig frisches Grün am Markt. Doch das, was schon da ist, ist unübertroffen. Knackiger Nüssli-Salat, erster Kopfsalat, scharfe Kresse und würzige Radischen, saftige Kohlrabi und aromatische Rucola sind frühe Freuden. Die ersten Ernten stammen aus den Gewächshäusern, doch auch im Freiland kommen Setzlinge bei den Vorarlberger Gemüsegärtnern bereits in den Boden. Vliesauflagen schützen vor späten Frösten und so gibt es in wenigen Wochen frischen Salat aus Vorarlberger Anbau.

Die Farben des jungen Frühlings – in Ihrer Gärtnerei!

kurz gesagt „Die bunten Frühlingsboten in den Vorarlberger Gärtnereien vertreiben den strengsten Winter nachhaltig!“ Markus Karg, Obmann der Vorarlberger Gärtner

Forsythie – ein beliebter Frühlingsblüher aus Vorarlbergs Baumschulen.

Jetzt Gehölze pflanzen Wann ist die beste Pflanzzeit – Herbst oder Frühjahr? Diese Frage wird den Vorarlberger Baumschulgärtnern oft gestellt. Eigentlich kann man das ganze Jahr über setzen, gibt es doch fast alle Rosen, Obst-, Beeren- und Ziergehölze auch schon in Töpfen, ausgestattet mit gutem Wurzelwerk. Doch die Frühjahrspflanzung von März bis April bietet einige große Vorteile: Von der Bodenfeuchtigkeit des Winters profitiert das Neugepflanzte und die wärmer werdenden Tage führen zu einem raschen Anwachsen. Selbst Spät-Fröste können den Wurzeln im Boden nichts mehr anhaben und die oberirdischen Teile gehen erst langsam in Saft. So wie der Schnee geschmolzen und der Boden etwas abgetrocknet ist, kann es losgehen. Mit reifer Komposterde oder Pflanzhumus wird der Boden verbessert, ein Pflanzloch ausgehoben und Himbeere, Apfelbaum und Co eingesetzt. Je nach Gehölzgröße ist ein festigender Pflock notwendig und als abschließende Arbeit wird der Gartenneuling noch kräftig eingewässert. Von nun an kann er leicht anwurzlen und benötigt nur bei längeren Trockenperioden Wassergaben. Aber welche Sorte soll man wählen? Hier sind Sie bei den Vorarlberger Gärtner und Baumschulisten genau bei der richtigen Anlaufstelle. Diese kennen die regionalen Verhältnisse und auch die besten Sorten für das Ländle. Denn nicht alles, was im Katalog und am Etikett hübsch aussieht, hält was es verspricht.

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Gießkannen nicht nur zum Gießen

Spürsinn fürs Schöne

Deko-Ideen für Haus und Garten

Farbe ist das richtige Stichwort für die Garten- und Tischdekoration im Frühling. Im Trend liegen neben Aubergine, Lila und Violett, aber auch Gelb.

angesagter denn je. Kerzen in den Trendfarben Flieder oder Lindgrün platziert mit Dekosand sorgen für frische Farbe in einem Windlicht. Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz von Schwimmkerzen in einer mit Wasser gefüllten Schale. Ein Tipp: Voll im Trend liegen Schmetterlinge, beispielsweise aus Holz oder Kunststoff.

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ie ersten bunten Farbtupfer des Frühlings sind meist die Dekoration für das Osterfest. Osterblumen, Schneeglöckchen, Narzissen und Tulpen bringen den Frühling auf den Tisch. Kreativ arrangiert wird der Frühstücksbrunch zur duftenden Augenweide. Ebenso unverzichtbar bei der Oster- bzw. Frühlingsdeko sind Eier und Hasen. Dabei gilt das Motto: Hauptsache sie wirken fröhlich und sind bunt. „Die Trendfarben sind in diesem Jahr im Bereich Accessoires und Tischdekorationen Aubergine, Lila und Violett“, weiß Clemens Märk von mc² – „wohnkultur“ in Hohenems. Aber auch das satte Frühlingsgelb spielt gerade auf dem Esstisch eine große Rolle. Kerzen nicht nur an Weihnachten Nicht nur etwas für die Weihnachtszeit sind Kerzen. Ganz im Gegenteil: Das Wohnaccessoires aus Wachs ist im Frühjahr 2010 10

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Blumendeko nach einer Idee von Floristin Barbara Schallert aus Bludenz.

So eine Gießkanne kann verschiedene Funktionen haben: die Hauptfunktion ist natürlich das Gießen. Insbesondere aber, wenn es sich um eine ältere Gießkanne handelt, die vielleicht schon von Opa oder Oma benutzt wurde, eignet sie sich auch hervorragend für dekorative Zwecke.

Froschkönig Auch moderne Designer haben sich des Wasserspenders angenommen. Das Ergebnis sind originelle Blickfänge für den Garten oder die Wohnung. Die Vielfalt an alten und

modernen Gießkannen macht Lust aufs Sammeln. Vor allem die männlichen Hobbygärtner zieht es von Flohmarkt über Gartencentren bis zu Accessoireläden. Liebevoll bepflanzt werden sie anstelle von Töpfen, Fässern oder Beeten zu blumenreichen Schmuckstücken. Apropos: Wer den Frosch küsst, ist längst noch kein Gartenprinz.


Schnittblumen länger frisch

Strauß voller Freude Wer freut sich nicht über einen herrlichen Strauß frischer Schnittblumen. Doch leider währt die Freude oft nicht lange, die Blumen verwelken schnell. Floristin Barbara Schallert zeigt, wie Schnittblumen richtig angeschnitten ein gutes Frischhaltemittel und gepflegt werden.

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ist wichtig, dass die Blumen sofort nach dem Anschneiden ins Wasser gestellt werden, um Lufteintritt in die Leitungsbahnen zu verhindern. Gründliche Reinigung der Vase ist oberstes Gebot. Mit Bürste, heißem Wasser und Spülmittel rückt man den Bakterien zu Leibe.

eine Temperatur von etwa 35 Grad haben. Die spezielle Nährlösung, die den Schnittblumen begegen, ist ein wahres Lebenselixier. Es hemmt die Bildung von Bakterien und Pilzen und liefert die lebensnotwenige Energie. So bleiben die Blumen deutlich länger frisch.

Kein kaltes Wasser in die Vase Das Vasenwasser darf nicht, wie fälschlich angenommen, sehr kalt sein, sondern sollte

Kommentar „Wie werden die Stiele richtig angeschnitten, sodass die Blumen möglichst viele Nährstoffe bekommen?“ Wichtig ist, dass der Stiel möglichst spitz geschnitten wird, denn so können mehr Nährstoffe aufgenommen werden, als es bei einem geraden Schnitt der Fall ist. Dabei gibt es unterschiedliche Techniken, die sich von Pflanze zu Pflanze unterscheiden und unterschiedlich angewendet werden können. So lohnt es sich, eine bereits angeschnittene Pflanze nach zwei oder drei Tagen mit einem Messer neuerlich schräg anzuschneiden, um eine neue Möglichkeit zur Aufnahme von Wasser zu bieten. Barbara Schallert, Fachgruppensprecherin der Floristen

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Pflege von Staudenbeeten Das 1x1 für Staudenbeete von Elke Kopf Was gibt es Schöneres, als nach einem langen und schneereichen Winter in den Garten auf Entdeckungsreise zu gehen? Sind die Zwiebelpflanzen schon zu sehen? Treiben die Stauden neu aus?

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as Frühjahr beinhaltet nicht nur erste Sonnenstrahlen, sondern auch erste Gartenarbeiten. Zuerst müssen alle abgestorbenen Pflanzenteile zurückgeschnitten werden. Dies betrifft besonders Gräser oder Spätblüher wie beispielsweise die „Fette Henne“ – eine Pflanze, die man gerne wegen ihrer Winterwirkung bis zum Frühjahr stehen lässt.

Die weiße Küchenschelle ist eine sehr anspruchslose Staudenpflanze.

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Zudem müssen Stauden, die erst sehr spät im Herbst gepflanzt wurden, wieder eingegraben werden, damit sie möglichst bald anwachsen. Unkräuter wie unter anderem das Springkraut und der Löwenzahn können jetzt gut entfernt werden, bevor sie sich wieder versamen. Allerdings Vorsicht: Pflanzen, die noch nicht erkennbar sind, könnten auch gewollte Sämlinge sein, wie z. B. der Fingerhut oder der Lein.

Die Bergenie (Bergenia) gedeiht in der Sonne, aber auch im Schatten.

Wahre Schätze im Garten Die ersten Blüten im Garten werden oft als wahre Schätze betrachtet. Da es im März noch nicht die Blütenfülle wie im Sommer gibt, erfreut man sich nach den Grau- und Brauntönen des Winters ganz besonders an den frischen Farben. Faszinierend ist der Blütenaustrieb der Küchenschelle. Die bekannte heimische Staude, auch als Kuhschelle bekannt, blüht violett. Ganz besonders reizvoll ist aber die


blütenpracht

Im Schatten und auch an sonnigen Plätzen, vorausgesetzt der Boden ist nicht zu trocken, entfaltet die Bergenie mit ihren dunkelgrünen Blättern auch im Winter ihre optische Wirkung. Ideale Partner für Stauden sind Zwiebelpflanzen.

Zum Verwildern eignet sich der „Crocus tommasianus“ sowohl in Rasenflächen als auch im Beet. Unter Gehölzen im Halbschatten ist der schon Anfang März blühende Winterling ein toller gelber Farbfleck.

Sie werden im Herbst gesetzt und sind für die spätblühenden Stauden, was bei einem Konzert die Vorband ist. Entfalten sich später die Stauden, haben sich die Zwiebeln längst wieder zurückgezogen. Die vielblütige Narzisse (Geranium) betört durch ihren Duft. Die kleinen gelben Blüten der Winterlinge wagen sich oft schon durch den Schnee.

weiße Sorte, im Fachjargon Pulsatilla vulgaris „Alba“. Zu den ähnlich anspruchslosen Staudenpflanzen gehört aber auch der niedrige Ehrenpreis (Veronica peduncularis). Beide Arten lieben sonnige Standorte. Für schattigere Plätze ist die Platterbse (Lathyrus vernus), ein schöner Frühjahrsblüher. Er besticht durch seine Farbnuancen, die von Weiß bis ins Violett reichen.

Oliver Berti

kurz gesagt „Die frühblühende Tulpe, Early Harvest, ist ein kleines Feuerwerk im Garten.“ Elke Kopf, Staudenexpertin

Der Holzfuchs

Schneeglöckchen gehören zu den bekanntesten Frühlingsblühern.

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Japanische Äpfel mitten in Egg Hildegard Musolf – Plantage mit 120 Bäumen Hildegard Musolf ist die Hüterin eines wahren Apfelparadieses. Auf der Plantage der 88-jährigen Eggerin wachsen über 70 alte und neue Sorten – alles Bio.

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ildegard Musolf bäckt den besten Apfelstrudel. „Ich hab da nämlich einen Trick“, verrät die 88-jährige Eggerin, „ich nehme gleich viel Nüsse wie Brotmehl für die Füllung.“ Das macht die beliebte Mehlspeise besonders saftig. Sicherlich ist das Brotmehl-Nuss-Verhältnis nicht der einzige Grund für den guten Geschmack. Musolf verwendet nämlich die Äpfel von der eigenen Apfelbaumplantage.

Ein Baum mit 22 Apfelsorten Über 70 verschiedene alte und neue Sorten wachsen auf 120 Bäumen. Das 80 Jahre alte Prunkstück vor der Villa hat allein 22 Sorten zu bieten. „Mein Mann Hans hat ihn veredelt“, erzählt sie, „er war ein großer Gärtenliebhaber und sehr experimentierfreudig.“ Besonders stolz ist Hildegard Musolf, dass sie Sorten wie die seltene Goldparmäne oder den Berlepsch in der Plantage hat. Die Goldparmäne ist eine der ältesten Apfelsorten. Sie entstand wahrscheinlich um 1510 in der Normandie. Der Berlepsch wurde 1880 von Diedrich Uhlhorn junior gezüchtet und nach dem damaligen 14

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Düsseldorfer Regierungspräsidenten Hans Hermann Freiherr von Berlepsch benannt. Auch ausländische Apfelsorten wachsen mitten im Bregenzerwald. Der schottische James Grieve, der japanische Muzu oder der Melrose aus Ohio. Trotz ihres hohen Alters ist die rüstige Rentnerin aktiv bei der Apfelernte mit dabei. Unterstützt wird sie von ihrem Neffen Ewald Simma. Im letzten Jahr waren es zwei Tonnen, die gepflückt und handverlesen wurden. Was jedoch das verquanten zu Apfelmus, Apfelkompott, Apfelstrudel und mehr betrifft, macht sie selbst. „Weil ich es gern mache“, erzählt sie.

Stolz zeigt Hildegard Musolf die letztjährige Ernte in ihrem Fotoalbum.

kurz gesagt „Ich bin so gut beinander, weil ich viel tue. Bei der Apfelernte hilft mir aber mein Neffe.“ Hildegard Musolf, Egg im Bregenzerwald Hier wachsen 22 Sorten Äpfel.


Pflanze bestimmt das Maß an Pflege Prachtvoller und pflegeleichter Garten durch ein sich selbst regulierendes System Die Pflanzenauswahl beeinflusst wie viel Pflege im Garten notwendig ist. Stauden sind zu jeder Jahreszeit schön anzuschauen und äußerst pflegeleicht.

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as neue Pflanzkonzept ist ein sich selbst regulierendes System, das sich bestens für sonnige und trockene Standorte eignet. Die Idee dahinter ist einfach: Anspruchslose Pflanzen wurzeln in mageren Böden oder Schotterflächen, auf denen sich Unkräuter nicht wohlfühlen. So verringert sich der Pflegebedarf mit jedem Jahr. Gelegentliches Jäten, wässern nur während der Anwachsperiode oder bei extremen Trockenperioden, sowie der maschinelle Rückschnitt mit Mähbalken oder Heckenschere im Spätwinter sind die wenigen Pflegearbeiten, die erforderlich sind. Das Resultat ist eine Mischpflanzung von Stauden, die beinahe das ganze Jahr ein ansprechendes Bild abgeben. Auch im Winter ist die Pflanzung durch Samenstände und filigrane Gräserhalme ein willkommener Blickfang. Spannungsreiche Optik

Eine bunte, pflegeleichte Pracht im Garten.

Ein genau definierter Anteil an robusten Arten ergibt wegen der unterschiedlichen Blattformen und Wuchshöhen sowie wegen

kurz gesagt „Unter extremen Bedingungen wächst kein Unkraut. So werden das Jäten und aufwendige Pflege unnötig.“ Lukas Pfleger, Gartenbautechniker

des harmonischen Farbenklanges in Blau, Weiß oder Gelb mit silbrigem Laub eine spannungsreiche Optik. Dazwischen wird mineralischer Mulch in einer Körnung von sechs bis acht Millimetern verwendet. Durch die Auswahl von unterschiedlichen Stauden in Verbindung mit genauen Angaben zur Pflege wird eine abwechslungsreiche und ansprechende Pflanzung erzielt. Mehr Infos finden Sie unter www.pfleger-galabau.at Anzeige

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Grüne Fitness

Frische Kräuter machen fit Kräuter bringen Frische und Aroma in die Küche und duften herrlich nach Frühling. Und sie machen Frühjahrs-Fit.

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räuter sind auch jetzt im Frühling noch als Tee gefragt. Sie können aber auch zum Inhalieren, als Badezusatz, als Öl zum Einreiben, als Tinktur oder als Aromaöl angewendet werden. Kräuter stärken auf natürliche Art die Widerstandskraft, helfen also gesund zu bleiben und lindern oder heilen die Beschwerden von Erkrankungen. Kräuter und Gewürze sind die Seele der Kochkunst. In kleinen Menge und gut aufeinander abgestimmt, machen sie jedes Gericht zur Gaumenfreude. Grüner Mann – Gründonnerstag Die Kelten personifizierten das frische Grün in der Gestalt des Grünen Mannes, dem Gefährten der Erdgöttin. Seine Kraft konnte

kurz gesagt „Kräuter sind leistbare Lebensqualität. Ein Beispiel ist der Löwenzahn. Er stärkt unter anderem Leber und Nerven .“ Gebhard Kopf, Gärtnerei Augarten

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man sich holen, indem man grüne Speisen zu sich nahm. So war der Gründonnerstag ursprünglich der Tag, an dem die öffentlich ausgeschlossenen Sünder durch „greinen“ ihre Sünden abzubüßen versuchten. Aus dem Greindonnerstag wurde dann der Gründonnerstag. Dem Brauch nach gibt es dann etwas Grünes zu essen.

Experten-Tipp „Kräuter dürfen zu keiner Jahreszeit fehlen. Sie sind ein wertvolles und wohlschmeckendes Lebenselixier.“ Gebhard Kopf ist der Kräuter-IndoorPapst im Land. Der Gärtnermeister verfügt über ein ausgesprochen großes Wissen. Er bietet auch im Winter und im beginnenden Frühjahr, wenn der Kampf zwischen Sonne und Schnee noch unentschieden endet, eine große Auswahl an Topfkräutern an. Unter den 35 Arten gibt es auch Besonderheiten wie z. B. den Balsamstrauch. Das fruchtige zitrus-minzige Aroma ergibt einen hervorragenden Tee, der entzündungshemmende Wirkung hat. Im Gartenhaus von Kopf gibt es auch das Kraut der Unsterblichkeit. Wie schon der Name sagt, handelt es sich dabei um ein echtes Energietonikum. Die Blätter können roh verspeist werden – als frischer Snack, als Salatbeigabe, zerkleinert als Bestandteil für eine Sekt-Bowle. Und noch ein Insider-Tipp: Das Gewürzkraut Fruchtsalbei verfeinert Speisen und Salate, ergibt aber auch wohlschmeckenden Teeaufguss. Gebhard Kopf, Gärtnerei Augarten, Nenzing-Himmel


wohlfühlen & genießen

Rezept Frühlingskräutersuppe mit Glasnudelnest

Kochen, was im Garten wächst Ulrike Ratz verrät ihre besten Rezepte

Zutaten für ca. 4 Personen 1 EL (Bärlauch-)Zwiebeln oder Frühlingszwiebeln, etwas Butter, großer Bund Frühlingskräuter (z. B. Bärlauchblätter, Brennesseln, Rucola), ca. ½ l Brühe, 200 ml Obers (Kräuter-)Salz, Pfeffer frisch gemahlen Glasnudelnest: Glasnudeln (Reisnudeln), Fett zum Herausbacken, evtl. Gemüsesaft zum Färben, Salz Garnitur: frische, essbare, bunte und unbehandelte Blüte

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ulinarisch genießen mit den Schätzen aus dem Garten. Die Harderin Ulrike Ratz setzt das in ihrer Genusswerkstatt um. Hausgemachte und gartenfrische Produkte werden für einen guten Zweck verkauft. Der Erlös kommt dem Verein der „Tischlein deck dich“ zugute, die Lebensmittel für Bedürftige ausgibt.

Genusswerkstatt In der Genusswerkstatt werden verschiedene hausgemachte Produkte nach altbewährten Rezepten hergestellt. ■ Die Produkte sind: gartenfrisch, hausgemacht, garantiert einheimisch, saisonal hergestellt.

In der Gartenlust präsentiert die Lehrerin für Kochen am Marienberg ihre besten Rezeptideen. Für die erste Ausgabe hat die leidenschaftliche Köchin eine raffinierte Kräutersuppe im Glasnudelnest zubereitet. „Das i-Tüpfelchen für den Gaumen ist oftmals das Kleine und Feine vom Wegesrand“, verrät sie ihr kulinarisches Geheimnis. Mit Wildkräutern, Blumen und Blüten zu kochen, macht besondere Freude. Ratz: „Man wird mit Aromen überrascht, die zum unvergesslichen Geschmackserlebnis führen. Bisher unscheinbare Wildkräuter verleihen Speisen eine einzigartige Note.“ Wer den Zauber der Blüten für sich entdeckt hat, wird begeistert sein. Viel Freude beim Entdecken, Ausprobieren und Genießen!

■ Zum Beispiel: Bärlauch-Öl, Holdersirup, Rhabarber-Erdbeer-Marmelade, Apfelgelee mit Lavendelblüten, Feigen-Chutney, Johannisbeer-Prosecco-Gelee u. v. m. ■ Zu beziehen: Zu bestimmten Ausstellungen bei Blumen Ressmann, Gallusstraße 32 , 6971 Bregenz ■ Auf verschiedenen Märkten: Frauenmarkt Hard (September), Herbstmarkt (Wolfurt), Adventsmarkt (Hard)

Wer mit Wildkräutern kocht, entdeckt unvergleichliche Geschmackserlebnisse.

Zubereitung: Suppe: Zwiebeln klein würfelig schneiden und in Butter anschwitzen, Frühlingskräuter waschen, klein schneiden und zu den Zwiebeln geben, mit Brühe aufgießen und ca. 10 Minuten köcheln lassen (nicht zu lange, sonst verändert sich die Farbe), alles pürieren und mit Obers verfeinern (evtl. kurz vor dem Anrichten nochmals aufpürieren – ergibt einen feinen Schaum) Glasnudelnest: Reisnudeln (roh) in Fett frittieren, auf Küchenpapier abtropfen lassen, mit Blüten ausgarnieren, Suppe und Nest anrichten Tipps: Wer mag, kann geriebenen Käse oder gekochte, klein gehackte Eier unterrühren. Besonders zur Osterzeit können – anstatt der Blüte – auch halbierte, gekochte Wachteleier im Nest angerichtet werden. Die Suppe kann sehr gut vorbereitet werden – sehr angenehm – wenn Gäste kommen.

Garten

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Loungig, stylisch, gemütlich Orange und die Rückkehr der Gartenzwerge Feuriges Orange wird im Sommer 2010 die Trendfarbe für Gartenmöbel. Vor allem Stühle, Kissen, Sitzauflagen und Accessoires setzen auf bunte Leuchtkraft.

finden bereits die ersten gemütlichen Kaffeerunden, Grillabende und Sonnenuntergänge am Gartenteich statt. Dabei zeichnet sich in der kommenden Gartensaison ein eindeutiger Trend ab. Auf der einen Seite wird immer mehr auf solide Klassiker gesetzt, auf der anderen Seite auf Multifunktionalität. Designer-Gartenzwerge

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ommer-Wohnzimmer, Style-Location, Statussymbol: Je mehr sich das Leben im Garten oder auf der Terrasse abspielt, desto mehr Wert wird auf eine hochwertige Ausstattung gelegt. Freiluft-Wohnkultur ist angesagt. Denn schon jetzt, wenn es draußen langsam wärmer wird, lockt der Garten,

Bei EKO Lifestyle in Sulz gibt es eine große Auswahl an Gartenmöbeln.

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Garten

In Sachen Klassiker bekommen die Sonnenschirme wieder Fransen und auch modernisierte Gartenzwerge wurden wieder entdeckt. Allerdings der so genannte Designer-Gartenzwerg, der sein Spießer-Image abgelegt hat. Hollywoodverdächtige Exemplare kommen sogar im Glitzerlook daher und wer es edel liebt, bekommt den Zwerg in Porzellan mit Goldauflage. Klassische braune Gartenmöbel werden in diesem Sommer mit knalligen Accessoires aufgepeppt. Orange ist hier die bestimmende Farbe, aber auch Lila, Rot und Grün brin-

gen Leuchtkraft ins Spiel. Kissen, Vasen, aber auch Stühle in diesen Tönen peppen den Garten sommerlich auf. Alles muss dabei in erster Linie gemütlich sein und dann noch ein wenig Style haben: Purismus war gestern. Die Gartenmöbel selbst muss man am besten nach eigenem Gutdünken verändern können. Zum Beispiel kleine Baukastensystem aus Würfeln, die man so stapeln und drehen kann, wie man gerade möchte, oder Lounge-Möbel, die man mit einem Handgriff zu einem behaglichen Liegeobjekt in Muscheloder Wellenform umfunktionieren kann. Zu den ungewöhnlichen Gartentrends für 2010 zählt jedoch der Outdoor-Teppich.

Wieder im Trend: die Gartenzwerge.


Dahlien-Prinzessin aus Egg Anna Bertolini – Einblick in „Buragarta“ Anna Bertolini ist die Dahlien-Prinzessin. Nirgends wachsen die Sommerblumen schöner, als im „Buragarta“ der 73-jährigen Eggerin. Ein Blick hinter die Gartentüre.

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üd vial arliedig, halt all’s was guat kunt.“ So beschreibt Anna Bertolini ihren „Buragarta“. Dazu muss man wissen, dass die Vegetation im Bregenzerwald gut drei Wochen „hintanoch“ ist. Deshalb gibt Bertolini die Setzlinge erst Mitte Mai in die Erde. Fast alle selbst gezogen wie zum Beispiel die Paprika, deren Samen sie keimen lässt. Die Bohnen stützt die Bregenzerwälderin ganz traditionell mit sogenannten „Stiegala“. Das sind Abfälle aus dem Wald wie weniger entwickelte Fichtenbäume bei den Rinden und Äste entfernt werden.

Anna Bertolini gilt in Egg als Dahlien-Prinzessin. Nirgends blühen die Sommerblumen schöner. Die geschickte Gärtnerin weiß sie aber auch in Szene zu setzen. Ideen wie unter anderem der geflochtene Zaun sammelt sie aus dem Fernsehen. Zum Beispiel als man Prinz Charles’ Garten von Highgrove zeigte. Die Haselnussruten fand Bertolini am Bach.

Ein Flechtwerk aus Haselnussruten wie in Prinz Charles’ Garten von Highgrove.

Buchtipp Gartenlust von Rita Bertolini

kurz gesagt „Mein Garten ist nichts Besonderes. Eben ein Garten, wie er zu einem Haus einfach dazugehört.“ Anna Bertolini, Egg im Bregenzerwald

■ Anhand von rund 400 Farbfotografien führt das Buch erstmalig durch die Vielfalt von 135 Gärten im Land.

Die Bohnen werden traditionell mit sogenannten „Stiegala“ gestützt.

■ Rita Bertolini: Bodengut. Vom Zauber Vorarlberger Gärten. Bertolini Verlag, Bregenz 2009, Softcover, 320 Seiten, ISBN 978-3-200-012820, Einzelpreis EUR 29,90

Garten

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Mit Hand und viel Herzblut Blanka Fuchs schiebt keine ruhige Kugel

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cherben bringen Glück, weiß Blanka Fuchs aus Thüringen ganz genau. Allerdings ist das nicht der Grund, warum sie eifrig mit dem Hammer Fliese um Fliese zerschlägt. Viel mehr steckt da eine ausgesprochene Vorliebe für handwerkliches Schaffen dahinter. Die 60-Jährige hat sich nämlich auf die Herstellung von Mosaikkugeln für den

Garten spezialisiert. „Eine Futzelarbeit“, wie es ihr Mann bezeichnet, die der begabten Künstlerin ausgesprochen viel Spaß macht. „Da kann ich meiner Kreativität freien Lauf lassen“, kommt sie ins Schwärmen, „und das tolle ist, jede Kugel wird anders. Und das fasziniert mich immer wieder aufs Neue.“ Wenn’s in den Fingern juckt

Ausstellung Augarten Heute von 10 bis 17 Uhr ■ Künstler aus Österreich, Deutschland und der Schweiz präsentieren ihre selbstgefertigten Werkstücke. ■ Der Verein WomenCraftLink veranstaltet zum zweiten Mal die Ausstellung „Frühling im Augarten“ in Zusammenarbeit mit Susanne und Gebhard Kopf und ihrem Team. ■ Die Kombination von Blumen und hochwertigen Handwerksstücken ist eine ideale Ergänzung, um den Frühling erwachen zu lassen. ■ Gärtnerei Augarten, Nenzing Heimat (Bundestraße zwischen Frastanz und Nenzing, gegenüber Fabriksverkauf von 11er Nahrungsmittel)

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Garten

Blanka Fuchs gehört zu der Sorte Menschen, die es ständig in den Fingern juckt. Waren es früher die Kinderkleider, die sie selbst nähte, stillte sie später ihren „Juckreiz“, den jeweiligen Trends entsprechend, mit dem Basteln von Clowns, dem Fertigen von Kirschkernkissen oder mit Malen.

Heute ist Blanka Fuchs vielseitiger denn je. Neben den Mosaikkugeln, begeistert sie mit Betonblättern, die als Vogeltränke oder Dekoartikel im Garten eine tollen Effekt erzielen. Auch Schwemmholz nimmt sie für Dekoratives her. Ganz besonders freut sich Blanka Fuchs auf die Austellung „Frühling im Augarten“. „Natürlich bin ich auch ein bisschen nervös“, gibt Blanka Fuchs zu. Doch dran tei l z u neh men , hat sie sich immer gewünscht. Jetzt ist es Wirklichkeit.


4-Sterne-Hotel für Insekten Gerda Herburger aus Rankweil mag es lebendig Der Garten hinter dem Gasthaus Mohren in Rankweil ist ein wahres Kleinod – nicht nur für die Gäste, sondern auch für Insekten und das liebe Federvieh.

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eopold hat im Moment nichts zu melden. Die brütende Berta hat dem stolzen Hahn die Show gestohlen. Denn schon jetzt sorgt der flauschige Nachwuchs neben den kulinarischen Frühlingshighlights

für Gesprächsstoff unter den Gästen. Zu verdanken haben die Gäste das herrliche Kleinod hinterm Haus der Chefin Gerda Herburger, die eine ganz besondere Leidenschaft hat: nämlich das Hühnersammeln. So tummeln sich im Rasen 57 Stück des gluckenden Federviehs, von Brahmas angefangen über Seidenhühner bis hin zu den Paduanern. Neben dem Federvieh gibt es aber auch noch Zwerghasen und Katzen. Und nicht zu vergessen, das Insektenhotel. „Ich mag es, wenn’s lebt“, gesteht die 54-Jährige, „und außerdem sind Insekten Nützlinge für den Garten.“ Die Idee hat die Gastronomiefachfrau von der Bundesgartenausstellung in

Singen mitgebracht. Insektenhotels sind eine künstlich geschaffene Nist- und Überwinterungshilfe und bestehen fast ausschließlich aus Naturmaterialien, unter anderem aus Holz, Baumrinde, Stroh, Heu, Schilfrohr, Bambusstäben, Reisig, Torf und Lehm. Daneben werden lediglich poröse, durchlöcherte Backsteine und Terrakotta-Blumentöpfe zur Befüllung verwendet. Erste Lebewesen sind auch bereits eingezogen. Kein Wunder, denn in unmittelbarer Nähe befindet sich eine Kräutervielfalt, die nicht nur dem Küchenchef Tibor Danka und seinem Küchenteam Freude macht, sondern auch den fliegenden Tierchen.

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Garten

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osterfest

Zeichen für Fruchtbarkeit Der Hase gilt im Frühjahr als Fruchtbarkeitssymbol. So wie das Ei. Das ist auch der Grund, warum der Hase zu Ostern angeblich die Eier bringt. Die Kinder haben ihre Freude daran. Besonders, wenn sie zu Ostern die „Neschtle“ im Garten aufspüren können.

Jeder kennt den Hasen als den Überbringer der Ostereier, nach denen Kinder zum Frohsinn der Erwachsenen so eifrig suchen. Doch nicht immer versteckte der Osterhase die Eier. Noch im vorigen Jahrhundert war der eierlegende Osterhase in einigen Teilen Deutschlands völlig unbekannt. Aber

warum bringt ausgerechnet der Osterhase die Eier? Der Hase kommt im Frühjahr auch vermehrt zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten. Wegen dieser Art, sich in der Nähe von Menschen aufzuhalten, wurde ihm vermutlich das Ablegen der Ostereier angedichtet. Seine Fruchtbarkeit steht symbolhaft für das neue Leben, welches im Garten im Frühjahr entsteht. Ostereierverstecke im Garten Zu Ostern eignet sich – das richtige Wetter vorausgesetzt – der Garten ideal als Versteck für die buntbemalten Eier. Den Kleinen macht es Spass im Freien die „Neschtle“ aufzuspüren. Haufenweise Verstecke im Grünen

Der Hase bringt die Ostereier. Noch im 19. Jahrhundert war dies jedoch noch nicht der Fall.

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Garten

Zwischen Steinen, im Sandkasten vergraben (Tipp: Vorher in Klarsichttüten einpacken), im Blumenkasten oder in Blumentöpfen zwischen den ersten blühenden Frühlingsboten, in einem (verlassenen) Vogelnest (Vogelnester aus dem Vorjahr findet man häufig sogar auf Greifhöhe von Kindern in Hecken, Büschen, Sträuchern etc.), im Vogelhaus oder Nistkasten (Falls nicht schon ein paar gefiederte Bewohner eingezogen sind), in Baumlöchern, im hohen Gras oder zwischen Frühlingsblühern wie Krokussen, Narzissen etc., unterm Moos (Gerade in feuchten Gärten findet man immer wieder Stellen mit dichtem Moos. Dazu Moos einfach wie eine Platte dicht über den Wurzeln abheben und Eier etc. darunter verstecken), im, bzw. unterm Gebüsch.


Wege zum Blumenbeet Mit Gartenwegen raffinierte Effekte erzielen Für die Gestaltung von Gartenwegen und Terrassen eignen sich die unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Kies, Beton- oder Naturstein.

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ege, Treppen und Mauern bilden als strukturelle Gestaltungselemente das Skelett des Gartens. Je nach Farb-, Form- und Materialwahl und durch die Art der Wegführung schafft man seine ganz individuelle Note. Bevor eifrig losgelegt wird ist es wichtig, die Bodenverhältnisse zu

kennen. Je nach Nutzung der Wege, Mauern und Treppen ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Unterbau und Belag. Wege – Grenzen, die verbinden Wege erfüllen im Garten zweierlei Funktionen. Einerseits verbinden sie unterschiedliche Gartenbereiche miteinander, andererseits können sie als Trennlinien angelegt werden. Steine wie Klinker, aus Ton oder Beton bieten Abwechslung. Und wenn Sie auch im Dunkeln den Weg durch Ihren Garten finden wollen: eine Wegbeleuchtung, fachmännisch in das Gesamtensemble des Gartens integriert, fügt stimmungs-

volle Akzente zu und setzt verschiedene Beläge und Materialien punktuell in Szene. Wenn das Gartengrundstück am Hang liegt oder architektonisch künstliche Höhenunterschiede geschaffen werden, können Treppen die einzelnen Ebenen verbinden. Unterschiedlich hoch oder tief gelegene Flächen schaffen Räumlichkeit im Garten und vergrößern ihn optisch. Fast alle Optionen sind mit Holz möglich. Balkone, Terrassen, Stege, Zäune, Pergolen, Lauben, Carports, Sichtschutzwände und – nicht zu vergessen – Gartenmöbel und Spielgeräte. Besonders beliebt im Ländle ist der Einsatz von heimischen Hölzern.

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NEUE am Sonntag - GartenLust