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SEPTEMBER / OKTOBER 2012 • ISSN 1613 - 8988

magazine

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Größen und Farben

50 EDITIONS AGO WE WERE STARTING

DANCE FOR YOU MAGAZINE

THANK YOU FOR BEING ONE OF OUR

READERS

YOU MADE IT POSSIBLE.

Tanzschuhe und Tanzbekleidung für Kinder und Erwachsene zu Top-Preisen

Zahlungsarten:

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Gerne nehmen wir Anfragen von Tanzgeschäften und Tanzschulen entgegen.

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Inhalt Contents

3.

7. 10. 15. 17.

Cover: Aleksandar Antonijevic © Sian Richards

DANCE FOR YOU MAGAZINE feiert die 50. Ausgabe!

PEOPLE Nobel, urkomisch, leidenschaftlich: Egon Madsen zum 70. Geburtstag! Aleksandar Antonijevic My sense of wonder Samir Akika: Neuer Chefchoreograf am Theater Bremen Hans van Manen: Baden-Baden feiert seinen 80. Geburtstag

EVENTS 19.

Das Festival ApuliArte in Barletta übertrifft sich selbst

SPEZIAL

22. Stefan Sixt Spezial

– Von Wiesnbier, Erdöl und Tanzpreisen

31.

SCHOOL SHOWS Ballettschule des Hamburg Ballett: „Erste Schritte“

32. P.A.R.T.S. Graduation Tour 2012 33 Die Matinee der John-Cranko-Schule in Stuttgart 34. Gala der Staatlichen Ballettschule Berlin 35. Ballettschule Otevrel in Augsburg feiert 45-jähriges Bestehen

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dance for you! magazine

WETTBEWERBE

impressum

36. Der World Ballet Competition OPEN in Sibiu, Rumänien

NACHRUFE

ISSN 1613-8988 Herausgeber / Publisher: MIVI Verlag Rotkreuzstr. 58a 85435 Erding, Germany Tel. +49 (0)8122-8471 669 Fax +49 (0)8122-8471 670

38. Legendär. Der Kritiker John Percival ist gestorben (1927-2012)

39. Ein Gigant seiner Kunst. Richard

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Cragun ist tot (1944-2012) Prof. Birgit Keil und Egon Madsen erinnern sich an ihren Kollegen - ein großartiger Mensch

41.

Redaktion / Editor: Mihaela Vieru, Isabell Steinböck redaktion@danceforyou-magazine.com Ständige Korrespondenten, Permanent correspondents: Claudia Brufau, Allessandro Bizzotto, Volkmar Draeger, Julia Davies, Diana Dicker, Dagmar Ellen Fischer, Susanne Frost, Oliver Peter Graber, Ute Fischbach-Kirchgraber, Michael Crabb, Marieluise Jeitschko, Lucia Lacarra, Christine Lehmann, Vesna Mlakar, Diarmaid O´Meara, Jenifer Sarver, Stefan Sixt, Hartmut Regitz, Jane Simpson, Nicolae Vieru, Judith Cruickshank, Hans-Theodor Wohlfahrt

Ein armes Menschenkind. Zum Tod von „Anna“-Star, Silvia Seidel

PERFORMANCES 43. „JJ´S VOICES“ – Das Cullberg Ballett

Anzeigen/Advertising: ads@danceforyou-magazine.com

im PACT Zollverein

44. Goyo Monteros Don Juan in

Leser-Service, Info/ subscription, info Tel. +49 (0)8122-8471 669 Fax +49 (0)8122-8471 670 E-Mail: info@danceforyou-magazine.com

Nürnberg

45. Das Jerome-Robbins-Original:

Abo online ganz einfach unter: www.danceforyou-magazine.com Abo & Service

West Side Story auf Tour in Deutschland

46. Christian Spuck Abschiedsgala in

Erscheinungsweise / frequency: Jahresabonnement: dance for you magazine erscheint alle zwei Monate mit 6 Ausgaben pro Jahr. Das Jahresabo kostet 35,00 Euro (D), 45,00 Euro Europa und 55,00 Euro Welt. Die Kündigung beträgt 6 Wochen zum Ende des Bezugszeitraums, ansonsten verlängert sich das Abonnement um ein Jahr. Subscription: dance for you magazine is issued 6 times a year. One year subscription costs 35,00 Euro (Germany), 45,00 Euro Europe, 55,00 Euro World. The subscription may be cancelled 6 weeks before end of the year.

Stuttgart.

23.

Jobs

24.

Performances - Premieren

27. Buch: „Egon Madsen – Ein Tanzleben“ 28.

News

30.

Tanzschulen-Index

Distribution: UMS Press Limited Verkauf und Abo: MIVI Verlag, Buch- und Zeitschriftenhandel, Hoser & Mende KG in Stuttgart, Leserauskunft GmbH, HARRASSOWITZ GmbH & Co. KG in Wiesbaden. Verbreitung im In-und Ausland. Distributed: national and international

Inserenten-Index Ausgabe 5/2012 Ballett Webshop www.ballett-webshop.de Ballettseminare Stuttgart www.ballettseminare-stuttgart.de DanceEmotion - freiburger akademie für tanz www.danceemotion.de Gärtner Platz Theater www.gaertnerplatztheater.de Roch-Valley Dancewear www.roch-valley.co.uk SANSHA Dancewear and shoes www.sansha.com Staatstheater Ballett Nürnberg www.Staatstheater.Nuernberg.de Tanzbedarf www.tanz-bedarf.de Theaer der Stadt Schweinfurt www.theater-schweinfurt.de Theaterhaus Stutgart Gauthier Dance www.theaterhaus.com

Druckunterlagen und Anzeigenschluss: der 10. des Vormonats vor Erscheinung Printing data and deadline for adverts: the 10th of the previous month Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlages und unter voller Quellenangabe. Für eingesandte Manuskripte und Bildmaterialien, die nicht ausdrücklich angefordert wurden, übernimmt der Verlag keine Haftung. Die mit Namen gekennzeichneten Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Please do not send original photographic material by post. Photos sent by email need to be 300 dpi and should be clearly captioned in File Info. We cannot be held responsible for items which go astray in transit.

Fotos von: Angela Sterling, Cylla von Tiedemann, Stuttgarter Ballett, Jesús Vallinas www.danceforyou-magazine.com

© MIVI Verlag • Alle Rechte vorbehalten.


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september / oktober 2012

In eigener Sache: Ein Blick zurück auf 50 Ausgaben magazine

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Nach 50 Ausgaben von dance for you magazine sei es uns gestattet, NewYork Geteinen t titude L a Blick zurück zu werfen. Als Herausgeberin schaue ich auf die Anfänge unserer Zeitschrift – von der inhaltlichen Entwicklung bis hin zu Layout und Druck.

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MAI / JUNI 2011 • ISSN 1613 - 8988

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MATTHEW RUSHING Der Rehearsal Director

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Die Künstler-Rente? „RE:COMPOSITION“ in Prag

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Die Anfänge Im September 2004, nachdem ich die Pilotzeitschrift „Die Ballettschule – Das Magazin für Tanzpädagogik“ eingestellt hatte, begann ich über eine Fortsetzung nachzudenken, um ein Tanz-Fachmagazin zu etablieren. Damals war diese Idee revolutionär neu: ein Magazin, das Tanzprofis, Schüler sowie Publikum gleichermaßen anspricht und den Künstler mit seinen Erfolgen, Zielen und Idealen in den Mittelpunkt stellt. Vor allem gab es eine Vision: Mit jeder Ausgabe Anregungen zu geben, die dabei helfen, Entscheidungen zu treffen oder künstlerische Ideen und Konzepte zu entwickeln. Eine Web-Präsenz wurde eingerichtet, sobald sich mir die Möglichkeit dafür bot. Und doch war

Redaktion: E-Mail = Arbeitsflut Und die Abonnentenzahlen wuchsen und wuchsen, was mich natürlich freute, aber ohne Zweifel auch mehr Arbeit bedeutete. Die Flut von E-Mails und Adressen wollte verwaltet werden; die anfangs vielen „Rückläufer“ aufgrund ungültiger Adressen ließen mich manchmal verzweifeln. Aber irgendwie klappte es doch immer. Witzigerweise vermuteten irgendwann einige Leser gar eine große Redaktion, was ich erstaunt und lächelnd zur Kenntnis nahm und richtig stellen musste.

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Copyright: 1984-2011 © Sansha

Rückblickend stelle ich fest, dass aus einem kleinen Liebhaberprojekt ein größeres und vor allem qualitatives Magazin geworden ist, das sich nicht nur in der deutschen Tanzlandschaft, sondern auch weltweit etablieren konnte. ´dance for you´ mit seinen deutschen und englischen Texten wird heute in mehr als 37 Ländern mit wachsender Begeisterung gelesen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle auch allen danken, die mir mit ihrer Unterstützung, ihren Beiträgen und ihrem Zuspruch geholfen haben, ´ dance for you´ magazine zu entwickeln und mit der Zeitschrift eine Plattform zu schaffen, der vielleicht noch der alte Geist des wahren Tanzes anhaftet: Jungen Talenten eine Rosa Plattform für ihre Tutto Kreativität zu bieten, die nicht selten einen beruflichen Einstieg bedeutet. So soll es weitergehen und so Tutto Bianco Tutto Nero wird es auch weitergehen. Dessen bin ich mir angesichts der vielen aktuellen LeserInnen und Jazz feel sneaker UnterstützerInnen, denen ichlook auch ein warmes Danke sage, gewiss.

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Photographers: Jaqlin Medlock © 1984 - 2011 Sansha®

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DEUTSCHER TANZPREIS 2012

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Paul Seaquist Kolumne: Ballet, Blackberries and Cognac

Der Kampf der Welttanzsportverbände

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Die RTL-Tanzshow

Summer School

FREEDOM TO DANCE Gözde Özgür & Ivan Liška

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Blick nach vorn

LET´S DANCE

in memoriam Roland Petit Mehmet Balkan´s Schwanensee Premierenvorschau 2011-2012 Schulaufführungen Berlin, München & London 44

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SEPTEMBER / OKTOBER 2011 • ISSN 1613 - 8988

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es schwer, sich über Nacht bekannt zu machen. Kein Theater, keine Pressestelle, keine Schule, Akademie oder Festival kannte uns. Die Werbeeinnahmen ließen auf sich warten – ein Magazin lebt nicht aus der Luft – und viel privates Geld floss in dieses Herzensprojekt ein. Aber: Alle zwei Monate erschien ´dance for you´, und die gemeinsame, fruchtbare, spannende Zusammenarbeit in einem super Team liebenswerter und zugleich kompetenter und bedeutender Tanzkritiker und Journalisten, Grafischer Gestalter und Drucker kam dem inzwischen lesenswerten, beliebten Tanzmagazin zugute.

Dancer: Charlotte Greaves. Photographer: D.Delevaux © 1984-2011 Sansha®

for you! magazine

NOVEMBER / DEZEMBER 2011 • ISSN 1613 - 8988

D € 4,50 • L € 4,50 • A € 4,70 • CH Fr.7,70 • HU 1600 HUF • RO 24 RON

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dance for you! magazine

Im Laufe der 50 Ausgaben sind seit 2004 immer mehr Autoren hinzugekommen; einige von ihnen sind seit dem ersten Jahr dabei, begleiten und unterstützen uns mit ihrer Kompetenz, bringen eigene Ideen und Vorschläge ein. Wir haben sie gefragt, was ihnen spontan einfällt, wenn sie an ihre Arbeit für „dance for you“ denken: magazine

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SNEAKERS

DE CANDIA, PAAR, GOLDIN

Horst Koegler Bibliothek RICHARD ALSTON

Dancer : Michelle Leibrandt

Photographer : Jennelee Strydom

Geschwisterpaare im Ballett

Ballett Festwoche München

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Copyright: 1982-2012 Sansha

MAI / JUNI 2012 • ISSN 1613 - 8988

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25 Jahre BallettAkademie München 48

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JULI / AUGUST 2012 • ISSN 1613 - 8988

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LUDMILA PAGLIERO Ein Star ist geboren! SOHO JB3C, JB1L

PETR ZUSKA Gala X Prague National Ballet

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10 Jahre in Dortmund

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Die Tanzsensation 25 Jahre BallettAkademie München

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NOVEMBER/ DECEMBER 2006 • ISSN 1613 - 8988 4,50 Euro

LIEBESZAUBEREIEN IN DRESDEN SEMPEROPER EVA-MARIA LERCHENBERG-THÖNY

MEHMET BALKAN

LONDONER SPIELZEITBEGINN

STORM & THE ART OF URBAN DANCE

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JULI / AUGUST 2007 • ISSN 1613 - 8988

for you!

HANS VAN MANEN WIRD 75!

THOMASZ KAJDANSKI

INTERVIEW MIT

DIE CHOREOGRAFIN MEI HONG LIN

BALLETT FÜR DAS 21. JAHRHUNDERT KREIEREN

IMPRESARIO PAUL SEAQUIST

IWANSON STIFTUNG 5. MOVIMENTOS TANZFESTIVAL

MÜNCHENER BALLETTWOCHE SAISON VORSCHAU 2007/2008

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magazine

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SEPTEMBER / OKTOBER 2007 • ISSN 1613 - 8988

Europe

INTERVIEW MIT

AURELIE DUPONT

WILLKOMMEN

MR. HENNING PAAR JUNGE TÄNZER: MARIAN WALTER

CASTING FEVER! TANZMANAGEMENT JAN INGER UND DAS CULLBERG BALLET IN LUDWIGSBURG 20

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ines Tages rief mich die Sekretärin des Kölner Stadtanzeigers an: Mihaela Vieru hatte mich als Tanz-Autorin entdeckt; nun war es an mir „dance for you“ kennenzulernen. Ich war sofort begeistert: nicht nur vom ästhetisch-schönen Layout im Hochglanzformat, auch von den Service orientierten Themen und der journalistischen Herangehensweise, in Interviews und Portraits ganz nah am Künstler zu sein. Bei jedem Umzug habe ich „dance for you“ mitgenommen, berichtete bald auch aus Zürich und Berlin, mittlerweile vor allem aus Westfalen, Niedersachsen und dem Ruhrgebiet. Mihaela Vieru wurde mir schnell zur Lieblingskollegin; ihre Kreativität und ihren Elan hat sie sich bis heute bewahrt, sprudelt immer wieder über vor spannenden Ideen, so dass ich von Herzen gern als Redakteurin einstieg.

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Bis heute freue ich mich auf die amüsanten Beiträge und hilfreichen Tipps von Stefan Sixt, auf die vielen, spannenden Kritiken aus Deutschland und der Welt – Termine, die ich selbst niemals alle wahrnehmen könnte. Umso besser, dass versierte Kollegen vor Ort sind. Unvergessen sind die Briefe von Lucia Lacarra, die sich in liebenswerter Weise vor allem an junge, angehende Tänzer richteten. Selten hat man die Gelegenheit, einen Ballett-Star von solch einer unprätentiösen, persönlichen Seite kennenzulernen, von ihrer langjährigen Erfahrung zu profitieren. Bemerkenswert auch die Beiträge von

Professor Jason Beechey, Rektor der Palucca Schule in Dresden, mit seinen praktischen Analysen zum Thema „troubleshooting“ im Ballettsaal. Oder die Artikel von Ute Fischbach-Kirchgraber aus der Welt des Ballroom-Dance – ein fester Bestandteil unserer Zeitschrift. Umso spannender, immer etwas Neues darüber zu erfahren, da mir diese Disziplin gänzlich fremd ist. Haben mich die Kollegen von der Presse anfangs noch fragend angesehen, wenn ich unser Magazin erwähnte, so hat sich „dance for you“ mittlerweile als feste Größe im Journalismus wie auch in den Theatern etabliert; bei Profis und Laien ist das Magazin gleichermaßen anerkannt und beliebt. So blicke ich mit Stolz auf die ersten 50 Ausgaben zurück; mit Freude sehe ich der 100. Ausgabe entgegen und bin glücklich über diese wunderbare, gemeinsame Arbeit! Ihre Isabell Steinböck Redakteurin „Wer in Zeiten wie diesen eine Zeitschrift für klassisches Ballett auf den Markt bringt, der muss wohl verrückt sein….“

S

o oder so ähnlich lautete der Inhalt eines Gespräches, in Folge dessen ich zum ersten Mal auf „dance for you“ aufmerksam wurde. Wenige Tage später war ich bereits mit großer Freude Teil dieses noch sehr jungen Wahnsinns, der mir nach der für mich sehr schmerzlichen Einstellung des „Ballettjournal - Das

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Tanzarchiv“ (Ulrich Steiner Verlag), zu einer neuen fachjournalistischen Heimat wurde. Auf Basis dieser Erfahrung kann ich die eingangs erwähnte und am Rande eines Ballettwettbewerbs aufgeschnappte These nur bestätigen: Ja, man muss verrückt sein, um in Zeiten wie diesen ein Magazin für klassisches Ballett auf den Markt zu bringen und dort auch zu halten – verrückt nach klassischem Tanz und klassischer Musik, verrückt nach der unvergleichlichen Atmosphäre der Bühne und dem betörenden Duft der Ballettluft, die unmittelbar süchtig macht. Süß und herb zugleich – bezaubernd und wohlig verzehrend sendet sie die ihr immanenten Botenstoffe aus, nach jenen, die willens sind, sich nicht von oberflächlichen und rasch vorübergehenden Zeitströmungen beeindrucken zu lassen, sondern in der Tiefe einer Kunstform nach Qualität und Inhalt zu suchen. Komposition und Choreographie – sie wollen nach Konstruktion und Originalität, nach Beherrschung der Gesetze ihres Handwerks und bleibendem Wert für kommende Generationen beurteilt sein und nicht nach Tagespolitik, oberflächlichen Gags bzw. Licht- und Toneffekten. Das ist mühsam und strengt gewaltig an. Klavier, Komposition und Ballett sind heute nicht mehr „in“ – vielleicht auch deshalb, weil es dauert, sie wahrhaft zu beherrschen – täglich aufs Neue und bis an das Ende seiner Tage.


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september / oktober 2012

Für den Leser soll meine Kolumne ein heiteres und informatives Intermezzo sein zwischen all den seriösen Hintergrundberichten und Kritiken, zwischen Ankündigungen und Portraits, zwischen all jenem eben, das ´dance for you´ magazine als liebens- und lesenswerte Fachzeitschrift auszeichnet. Ich war vom ersten Heft an nicht nur Autor, sondern auch begeisterter Leser – und scheinbar nicht nur ich. Innerhalb von fast 10 Jahren hat sich ‚dance for

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Und nun liegt mit diesem Heft schon die 50. Ausgabe von „dance for you!“ vor! Im Schnitt 50 Seiten umfasst jedes Magazin und hat globalisiert die Welt des Tanzes im Blick. Vom kleinen Autorenstamm des Beginns aus haben sich auch in Zahl und Qualität die beteiligten Journalisten internationalisiert: Korrespondenten berichten aus beinah jedem Winkel über das aktuelle Geschehen, und das in grafisch ansprechender Aufmachung. light pink

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MAI / JUNI 2010 • ISSN 1613 - 8988

Dancer: Romel Frometta, BNC © 2006 BNC

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BALLETT UND RELIGION

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Goeckes „Pierrot lunaire“ in Rotterdam Ratmanskys „Don Quixote“ in Amsterdam

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JULI / AUGUST 2010 • ISSN 1613 - 8988

for you! JAN BROECKX

ALEN BOTTAINI

MIKHAILOVSKY BALLET

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IM FOKUS: TANZPREMIEREN BALLET GOES TV DANCE FEST SKOPJE - Celebration of Dance!

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MÄRZ / APRIL 2008 • ISSN 1613 - 8988

magazine

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Shoko Nakamura Unermüdlich:

Grosse Partnerschaften: Nureyev und Fonteyn

Roland Petit Gregor Zöllig

Gilbert Mayer

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magazine

Wer eher auf attraktive Fotos schaut, kommt ebenso auf seine Kosten wie der an Wortinformationen Interessierte. Rezension, Porträt, Nachruf und Kurzinfo als journalistische Genres, Neues zum Tänzerrecht oder zur Gesundheitsprophylaxe informieren auf verständliche Weise rundum über den Tanz; selbst der Gesellschaftstanz hat hier ein Podium. Die Konkurrenz zu anderen Blättern wirkt da eher belebend und hat dem festen Leserstamm von „Dance for you!“ nicht geschadet. Europaweit kann man das Magazin inzwischen beziehen und gewinnt so manche Einsicht. Dass man als Herausgeber indes kein Geld mit einer solchen Zeitschrift gewinnen kann, hauptsächlich weil T P S es nicht genügend Inserenten gibt, ist die andere, den Verlag betreffende Seite. So ist jedes neue Erscheinungsjahr auch ein Kampfjahr um die Weiterexistenz des Blattes, trotz sehr guter Verkaufszahlen.

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for you!

IM FOKUS: COMPETITIONS

SEPTEMBER / OKTOBER 2010 • ISSN 1613 - 8988

I

mmer am 15. ist Redaktionsschluss. Ein Datum, auf das ich mich stets aufs Neue freue. Zum 50. Mal schreibe ich mittlerweile für ´dance for you´ magazine und ich bin froh, dass Mihaela Vieru mir die Möglichkeit gibt, mit meinem „Spezial“ einen kleinen Farbtupfer im Heft zu hinterlassen.

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MÄNNER IM BALLETT

Istanbul Ballet Competition

BALLETT IM OSTEN: VON ST. PETERSBURG BIS LODZ

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magazine

SPECIALISED

ngefangen hat alles mit der Ausgabe Mai/Juni 2003. Was damals im bescheidenen Umfang von 30 Seiten erschien, hieß, noch wenig attraktiv, „Die Ballettschule“ und wollte ein „Magazin für Tanzausbildung“, dies der Untertitel, sein. Den mutigen Schritt gewagt hat Mihaela Vieru, von Haus aus Musikerin, zudem Gattin eines Ballettschulleiters aus Schweinfurt. Mancher mag noch gelächelt haben angesichts dieses Engagements, im festen Glauben, auf dem Zeitschriftenmarkt wäre noch Platz für eine neue Edition. Wie man Tänzer wird und welche Probleme es mit sich bringt, darum ging es in jener Erstausgabe, ergänzt durch Porträts von Ausbildungseinrichtungen in Berlin und Dresden. Sechs Ausgaben pro Jahr gab es, doch nur bis zum Mai/Juni-Heft 2004. Da muss Mihaela Vieru gemerkt haben, dass selbst mit dem Streben nach umfassender Information das Konzept einer Zeitschrift allein für Schulen nicht trägt. „Dance

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Glückwunsch zur 50. Ausgabe!

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Dass Mihaela Vieru, die furchtlose Herausgeberin, Verlagsgründerin, Eigenautorin und Finanzjongleuse, auch weiterhin mit Erfolg „dance for you!“ editieren

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SEPTEMBER / OKTOBER 2008 • ISSN 1613 - 8988

Stefan Sixt

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Dancer: Romel Frometta, BNC © 2006 BNC

Kurzum ein irrsinniges Abenteuer, bei dem ich – mit bestem Dank an unsere Leserinnen und Leser für Ihre Treue – gerne dabei bin und bleibe!

Der auf den ersten Blick etwas sperrige Titel ‚dance for you magazine‘ sagt im Übrigen genau, was Mihaela Vieru als Verlegerin immer vorschwebte: Ein Heft für den Leser. Ein Heft, das der Künstler und der Tanz in den Mittelpunkt stellt. Egal, ob Klassisch oder Modern, Stadttheater, freie Szene oder Tanzstudio um die Ecke. Hauptsache: Tanz! Deswegen bin ich Heft für Heft mit ganzem Herzen dabei. Übrigens: Manchmal fragen mich Leser, ob mir nach so langer Zeit ‚Stefan Sixt Spezial‘ überhaupt noch etwas für die nächste Ausgabe einfiele. Keine Sorge, die Themen türmen sich!

for you!“ hieß, was im Turnus darauf folgte: ein Magazin rund um alle Bereiche des Tanzes, Zeitgenössisches eingeschlossen, wenngleich nicht als Zentrum. Das blieb der klassische Tanz in all seinen Bühnenformen.

Dancer: Patricia González, Photographer: Paul Morgan ©1984-2008 Sansha®

Ich hoffe, dass es unserem Magazin gelingen wird, auch in Zukunft ein bescheidenes, dafür aber umso helleres Leuchtfeuer für unsere geliebte Kunstform in dieser so stürmischen und wohl auch schicksalhaften Epoche zu sein. Dieses beständige Ringen um Qualität schenkt zugleich Kraft, die Unwetter der Schnelllebigkeit wohl zu überstehen und an ruhigere Ufer der von vielen „Rotbarts“ heftig aufgewühlten – und heutzutage selbstverständlich digitalen – Gewässer zu gelangen.

you´ von Null zu einer innovativen Fachzeitschrift für Tanz in Deutschland entwickelt.

Dancers: Aleszja Popova & Vladimir Arhangelski Hungarian National Ballet Photographer: A. Merlo

„dance for you“ hat mit solchem Einsatz die 50. Ausgabe erreicht.


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dance for you! magazine

magazine

D € 4,50 • L € 4,50 • A € 4,70 • CH Fr.7,70 • HU 1600 HUF • RO 24 RON

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ERIC BRUHN

CHOREOGRAPHER AND DANCER

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MARIJN RADEMAKER TROUBLESHOOTINGS PIROUETTES & TURNS

MAI / JUNI 2009 • ISSN 1613 - 8988

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Volkmar Draeger

REID ANDERSON WURDE 60!

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„Jubiläen muss man feiern, wie sie fallen“, sagt der Volksmund.

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JULI / AUGUST 2009 • ISSN 1613 - 8988

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MULTI-MEDIAL: JIRI KYLIÁNS ZUGVÖGEL

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D € 4,50 • L € 4,50 • A € 4,70 • CH Fr.7,70 • HU 1600 HUF • RO 24 RON

MARTIN SCHLÄPFER

SEPTEMBER / OKTOBER 2009 • ISSN 1613 - 8988

for you!

SCHULEN IM RAMPENLICHT

WECHSEL ZUM „BALLETT AM RHEIN“

WORLD BALLET COMPETITION IN ORLANDO

LIN HWAI MIN

STÄNDIG IM BEWEGUNG

BALLETS RUSSES IN HAMBURG UND LONDON

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DIE STORY

NOVEMBER / DEZEMBER 2009 • ISSN 1613 - 8988

for you!

DAWN WELLER

BALLETT STAR CHI CAO LEINWANDDEBÜT IN MAO’S LAST DANCER

INTERVIEW MIT DANIEL GOLDIN

Royal Winnipeg Ballett FEIERT 70. JUBILÄUM

SPEZIAL: MÄNNERTÄNZE REDISCOVER: YOUR OWN DANCE CHRISTMAS

BRANDSTRUP-GOLDBERG PROJECT 33

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JANUAR / FEBRUAR 2010 • ISSN 1613 - 8988

for you! RASTA THOMAS ROCKT DAS BALLETT

DAVID BINTLEY NIELS IEREMIA BLACK GRACE

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danc e

50 JAHRE NEDERLANDS DANS THEATER

Jahre

ASSEMBLÉE INTERNATIONALE IN TORONTO

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for you!

KAREN KAIN GEORGETTE TSINGUIRIDES

MARTIN PUTTKE ENTWICKELT DANAMOS TANGO-ERFAHRUNGEN

„GRAND ÉGARDS” ZUM 40. BESTEHEN DES KONINKLIJK BALLETT VLAANDEREN ANTWERPEN

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MÄRZ / APRIL 2010 • ISSN 1613 - 8988

magazine

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DEUTSCHER TANZPREIS 2010 FÜR

kann, zum Nutzen ihrer vielen Leser, kann man als Autor seit dem Magazin-Debüt ihr und auch sich selbst nur von Herzen wünschen!

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och erst in der Definition des Wortes „feiern“ bekommt ein Jubiläum Sinn. Schließlich ist Feiern nicht nur Jubel und Heiterkeit, sondern vorrangig ein mit Dank verbundener Rückblick, eine Bestandsaufnahme und eine Planung der stets schwer voraussehbaren Zukunft. Als Sie, liebe Frau Vieru, im Juli/August 2004 die erste Ausgabe von „dance for you“ präsentierten, zu einer Zeit, da in Deutschland das populäre Angebot an anspruchsvollen Tanzmagazinen auf den Nullpunkt gesunken war, schlug mein Herz endlich wieder einmal freudig und schneller. Hier liegt sie vor mir, diese 01, und schon das Titelblatt verrät in seiner erstaunlichen wie erfrischenden Farbvielfalt die einzig richtige, praxisbezogene, inhaltliche Zielsetzung: ein Magazin für den Studenten, den Profi, den Ballettomanen und jeden, der sich vom Tanz angezogen fühlt, das aber gleichzeitig mit Vielseitigkeit, Klarheit, bester Druckund Bildqualität die unendliche Vielfalt tanzbezogener Themen vermittelt und dabei selbst vor kritischen, heiklen Perspektiven nicht zurückschreckt. Auf den ersten 38 Seiten kamen neben dem Royal New Zealand Ballet, der Karriere von Hanja Holm oder dem Steptanz und der Londoner Szene ebenso Tanzmedizin, Ernährung, Tanzmessen, die Vorbereitung auf das Deutsche Tanzfest 2005, Kreuzfahrtschiffe als anregende Ballettbühnen und fast ein wenig zu viele Neuigkeiten unter den Titeln „Namen und News“, „News vom Theater“,

„Jobs-Auditions“, „Termine“ und „Schulvorstellungen“ sowie „Festivals“ zu Wort. Zwei Prinzipien wurden bereits in der 01 klar: Jede Vermeidung von tanzwissenschaftlicher Abgehobenheit oder gar Arroganz dem unwissenderen Leser gegenüber sowie und der inzwischen geglückte Versuch, englische und deutsche Texte gleichermaßen zu veröffentlichen, ist Englisch doch die internationale Tanzsprache. Die 01 lieferte bereits alle Ansätze für einen breitgefächerten Erfolg. Lediglich die Tanzindustrie denkt bis heute nur minimal daran, durch Anzeigen den Wert der Zeitschrift für sich selbst zu nutzen und damit zugleich „dance for you“ auf sichere, finanzielle Beine zu stellen. Dies ist eine Schande, bedenkt man, dass die über Jahrzehnte etablierte, englische Zeitschrift „Dancing Times“ bei durchschnittlich 108 Seiten mit rund 50 Seiten Anzeigen aufwartet. Der eher dünn gesäten, professionellen, britischen Tanzszene standen in der Spielzeit 2008/09 in der Bundesrepublik 1272 Berufstänzerinnen- und Tänzer gegenüber. Die überwiegende Mehrzahl tanzte an Häusern, die Anzeigen von Spielplan und Neuinszenierungen durchaus tragen können müssten, was auch für Österreich und die Schweiz gilt. Dasselbe trifft für die so genannte Zubringerindustrie zu: vom Tutu zu Spitzen-, Charakter- und Stepschuhen, von Tanzliteratur über Musik und Partituren, bis hin zu CDs und Videos, nicht zu vergessen die vielen, hochsubventionierten Ausbildungsstätten. Sie alle könnten von Inseraten nur profitieren und damit langfristig die attraktive Tanzzeitschrift unterstützen, die mittlerweile von einer Crème de la Crème profilierter Mitarbeiter profitiert. Ich schätze mich glücklich von der Stunde 01 mit Rat und Tat an

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der Entwicklung mitgewirkt zu haben. Durchblättert man die 49 bisher erschienenen Ausgaben, treten bemerkenswerte Tatsachen zutage, so etwa die immer intensivere Gestaltung von Interviews, seien es die unanfechtbaren Stars der Ballettbühne, mit denen sich der Nachwuchs identifiziert, seien es Portraits und Gespräche mit innovativen Choreografen. Schließlich haben Sie sich davon leiten lassen, die Spreu vom Weizen zu trennen – eine der wichtigsten Aufgaben einer guten Zeitschrift, wozu das Vertrauen in die Mitarbeiter unabdingbar ist. Ihnen muss es freigestellt bleiben, das zu besprechen, was sie als wertvoll erachten, auch wenn nicht immer alles Gut ist, was glänzt. Eine fundierte Kritik ist heute wichtiger denn je. Dank Ihrer rumänischen Herkunft rücken endlich auch einmal die für gewöhnlich vernachlässigten, osteuropäischen Länder in den Vordergrund, denen wir Stars, wie Alina Cojocaru, verdanken. Die Ausgaben 01 - 49 zu würdigen, ist der inhaltlichen Vielfalt wegen nahezu unmöglich. Man verliert sich in Erinnerungen, anstatt zu schreiben, möchte ebenso ausführlich auf „Stefan Sixt spezial“ wie auf die brillanten Beiträge von Lucia Lacarra eingehen und erneut die vielen Gespräche und Interviews lesen, die einem verdeutlichen, wie schnell die Zeit vergeht. Letztlich, möchte ich betonen, wie sehr ich mich über die Entwicklung des Layout und der fotografischen Gestaltung gefreut habe: Tanz, ob auf der Bühne oder in einem Magazin, bleibt vorrangig ein Augenschmaus, eine Kunst, die gesehen werden will, und das ist Ihnen und Ihren Mitarbeitern vorbildlich gelungen. Herzlichen Glückwunsch zur 50 !!! Und viel Glück für die nächsten 50! Immer Ihr Hans-Theodor Wohlfahrt


Egon Madsen Š Regina Broke

september / oktober 2012

NOBEL, URKOMISCH, LEIDENSCHAFTLICH EGON MADSEN ZUM 70. GEBURTSTAG

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„Ich habe alles bekommen, was ich mir wünschte.“ Das klingt nach einem sehr erfüllten Leben, ist aber keineswegs finale Rückschau – höchstens eine Zwischenbilanz. Denn Egon Madsen steht auch im sogenannten Rentenalter weiterhin auf der Bühne. Am 24. August 2012 feierte der Tänzer seinen 70. Geburtstag.

Mauro Bigonzetti, Cantata – Egon Madsen und Gauthier Dance Company © Regina Broke

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er August 2012 war für Egon Madsen ein weitgehend arbeitsfreier Monat. Im Gegensatz zum Juli: Da stand er in zahlreichen Vorstellungen auf der Bühne des Theaterhauses Stuttgart, als dort das fünfjährige Jubiläum von Gauthier Dance begangen wurde; mit dieser Company arbeitet Madsen regelmäßig als Coach, Ballettmeister und Tänzer. Und auch ab September dieses Jahres wird es wieder ereignisreich: Dann leitet er als Interimsdirektor das Ballett der Opéra National du Rhin im französischen Mulhouse, bis der designierte Direktor Ivan Cavallari Ende des Jahres aus Australien zurück kommt und die Position übernimmt.

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2012 ist ohnehin ein besonderes Jahr für Egon Madsen. Nicht nur wegen des runden Geburtstages, sondern weil er in einem Rollendebüt an jenen Ort zurückkehrte, wo er zwanzig Jahre lang als Tänzer unbeschreibliche Erfolge feiern konnte: Zum Stuttgarter Ballett. In Peter Schaufuss‘ Choreografie des Ballettklassikers „La Sylphide“ sorgte er in der Rolle der Hexe Madge im März und April mehrfach für ein ausverkauftes Haus. Fast so wie damals, als er gemeinsam mit John Cranko und seinen drei Kollegen Marcia Haydée, Birgit Keil und Richard Cragun das Deutsche Ballettwunder auslöste. Von 1961, als der damals 19-jährige Däne von Cranko en-


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EGON MADSEN ZUM 70. GEBURTSTAG

zu haben – nur zwei der beim Publikum unvergessenen Rollen, die für ihn kreiert worden waren. Gleichzeitig beispielhaft zwei sehr unterschiedliche Figuren, die das enorme Spektrum zeigen, das dem Tänzer darstellerisch zur Verfügung steht: Nobler Prinz, leidenschaftlicher Liebhaber, verzweifelt Suchender und urkomischer Clown – und unendliche viele Facetten dazwischen.

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Die Fähigkeit zur vollkommenen Verwandlung ermöglichte ihm ab 1999 die dritte Karriere – die zweite als Ballettdirektor und -meister in verschiedenen europäischen Städten fügte sich organisch über 18 Jahre hinweg dazwischen ein – als Tänzer des von Jiří Kylián gegründeten Nederlands Dans Theater

ls Egon Madsen im Frühjahr dieses Jahres wieder durch Stuttgarts Straßen ging, sprachen ihn fremde Menschen an; sie erinnerten sich, ihn als Gremio in Crankos „Der Widerspenstigen Zähmung“ oder als Armand in John Neumeiers „Die Kameliendame“ gesehen

III; ab 2000 übernahm er zusätzlich die Künstlerische Leitung der Company für Tänzer ab 40 Jahren. Nach der Auflösung dieser weltweit einmaligen Truppe startete Karriere Nummer vier: Die intensive Kooperation mit Gauthier Dance, 2007 eingeleitet durch eine Zusammenarbeit mit dem Choreografen Christian Spuck und dem Tänzer Eric Gauthier an „Don Q.“ mit Egon Madsen in der Titelrolle; seit nunmehr fünf Jahren tourt das Werk international äußerst erfolgreich. Wie Teil fünf der Karriere des Egon Madsen aussehen könnte, steht noch in den Sternen… Von Dagmar Ellen Fischer

Mauro Bigonzetti, Cantata – Gruppo Musicale Assurd © Regina Broke

gagiert wurde, bis 1981 prägte Egon Madsen das Gesicht der Stuttgarter Company und zahlreicher Choreografien. Er war Onegin und Lenski, Prinz Hamlet und Prinz Siegfried, Florestan und Pan, Don José und der Ewige, Pierrot und Joker; in Crankos Shakespeare-Adaption von „Romeo und Julia“ verkörperte er im Laufe der Jahre vier unterschiedliche Rollen: Paris, Mercutio, Romeo und den alten Capulet.

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My sense of wonder

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Aleksandar Antonijevic Š Sian Richards


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ALEKSANDAR ANTONIJEVIC From classical princes to abstract figures to dramatic acting characters, Antonijevic has run the spectrum of ballet roles. Now, after celebrating his 20th anniversary with the National Ballet of Canada, the Serbian-born Principal dancer reveals the secret of his success and of the enduring enthusiasm for his profession. Sharing his thoughts on pop culture, bad critics and new roles

Sonia Rodriguez and Aleksandar Antonijevic in ‘Onegin’, Photo by Bruce Zinger

BY ALESSANDRO BIZZOTTO

Aleksandar Antonijevic invites superlatives from all who know him. Ask to anyone about this Principal dancer, who celebrated his 20th anniversary with the National Ballet of Canada in June. They will tell you something like he is “one of the most exciting dancer-actors anywhere” or “a poet in motion”. A few more facts about Aleksandar Antonijevic you should know at the outset. He talks quietly and with conviction. He takes slight pauses be-

fore each answer. His laugh is sudden, a little louder, boyish and controlled at the same time. As he is enjoying a short break before starting to rehearse Christopher Wheeldon’s Alice’s Adventures in Wonderland, which opens the National Ballet of Canada’s season next November, we talk about his tastes, his life and the highlights of his career. “It is not about being a star” he says. “It is about creating something special for a moment”.

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Aleksandar Antonijevic © Sian Richards

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You just celebrated your 20th anniversary with the National Ballet of Canada. How did you feel? Thrilled? If I look back at my twenty years with The National Ballet of Canada, what I admire most about my career is that I kept on dancing at a very high level. My body stayed strong and I always got over injuries quickly. I feel privileged that every visiting choreographer still gives me big roles. It is wonderful to be choreographed on, as it happened with James Kudelka, as an example, but it is also wonderful to be given roles in ballets that choreographers already created too. Wayne McGregor and Christopher Wheeldon come to mind, who choose me for Chroma and Alice’s Adventures in Wonderland. When choreographers come with a ballet they choreographed elsewhere, they usually have strong impressions of the dancers that created those roles in their minds. However they seem to appreciate my maturity and artistry that I bring to these parts. Was any experience better than other ones? I don’t have a single favourite memory. My last new role made me very happy: the blue man in Maurice Béjart’s Songs of a Wayfarer. It is a technically demanding role, but also an artistic dream for a dancer: I am very proud of the feedback I got. I did not watch many videos of previous performances of this masterpiece, as I didn’t want to have any preconceived ideas about it: I

tried to dance it from a very sincere and instinctual place in me. Throughout my career, I learnt to face each new role with a sense of wonder: I think it is the only way to mature as an artist, especially after twenty years with a company. Leaving Europe and moving to Canada. Was it hard? It was not a sacrifice. A person that is not an artist may not fully be able to understand our urges for challenges and artistic freedom… Letting me go was a sacrifice for my family, absolutely. But I was so happy to come to Canada and join the National Ballet. My first time in Toronto was a cultural shock: it is a beautiful city to live in and has a lot of opportunities. I was lucky to find a place where my talent and dedication could be fully appreciated: now Toronto is my home, and I love that feeling. The sense of belonging is extremely important. Which partner have you worked best with? One of the highlights of my career was partnering Evelyn Hart: dancing with her was a dream, a true Prima Ballerina, and one of the most magical artists I have ever seen. I have beautiful memories of working with Sonia Rodriguez and Greta Hodgkinson as well, two of the ballerinas I danced most with over the years. Has ballet world a climate of permanent rivalry?

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Aleksandar Antonijevic in “Alice’s Adventures in Wonderland”l, photo Cylla von Tiedemann

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Relationships at the National Ballet of Canada are very friendly and comfortable. If we feel competition, it is with ourselves mostly: we have to be in good physical shape, to be good enough to tackle all of the demanding roles. And today we are lucky, our health department helps us a lot in recuperating after injuries and keeping strong. Tastes, however, are tremendously personal and subjective… and I know of bigger companies where rivalry can be very harsh. Do you remember the worst critic you had? I don’t… You know, someone who does not like you will never like you. But you must go forward.

Bad reviews or critics don’t affect me, I never lost a role because of a bad review! It is about personal taste, and – again – they are tremendously subjective. Sometimes I wonder how can ballet critics, who never danced, judge dancers and their performances… they do not know the creative process and the intense pressure one feels when performing in front of two thousand people. Maybe it is about what a dancer can give to the audience, that is made of non-dancers as well. Yes, it is absolutely… but it is impossible to be liked by everybody. We can only give the truth to every role we do and hope that it will take the audience on a journey with us.

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dance for you! magazine Aleksandar Antonijevic and Greta Hodgkinson in “Theme and Variations” ,photo Cylla von Tiedemann

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In the era of Lady Gaga, can dancers be pop culture icons?

Your success as a photographer is growing as well.

I think so. The audience often likes to see what we wear, what we think or do outside the theatre… and there are people who encourage dancers to play such icon roles. It is necessary to sell tickets, I guess, competing with other artistic companies, to attract the audience, and I am not here to say if it is good or not.

It started three years ago. I just wanted to give it a try. As a dancer, I am used to being photographed, and one day I picked up a camera. Things went very quickly from there: I have big support from the company and in the meantime I started having solo exhibitions as well. Photographing is much easier than being photographed, I feel! Being in front of the camera and revealing something about yourself is not easy at all! As dancers we are quite self critical about our bodies, but now as a photographer I want to make dancers see how beautiful they really are...

I met colleagues who are always looking for media presence. Sometimes, beneath the search for visibility, lies deep insecurity: it is the way some people try to fill their uncertainty. I don’t feel an icon: I just love what I do and have an appreciation and gratitude for all the riches I’ve been blessed with over the course of my career. I am happy to give my voice to this art form: I am not interested in manipulating my image and persona for the audience. What kind of role do you think suits you the most? I have always liked physical abstract works, such as Forsythe and McGregor ballets. But I think I gave my best in dramatic roles. Onegin was a dream to dance, a role I really wanted to perform: it is simply breathtaking. It was an immense pleasure to approach this character. I think there are similarities between Onegin and myself: I can be quite introverted as well and I have propensity to analyze situations, thinking a lot. And I am romantic too, I love to live such stories on stage.

Do you always take pictures in your spare time? Quite a bit and I find that the way I perceive the environment around me has also changed dramatically. I am always looking for the right angle and the composition of what I am seeing. Even after a whole day of rehearsals? No! In the evenings I try to relax and recharge. I have dinner, I walk with my dogs… Do you watch television? Sometimes. I prefer reading. I am obsessed with Scandinavian crime novels! And what is the one thing you would bring on a deserted island? Probably my camera. And some beautiful music on my iPod...

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Menschen strahlen lassen

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Extended Teenage Era © Till Botterweck

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Samir Akika ist neuer Chefchoreograf am Theater Bremen Ein Portrait von Isabell Steinböck

„Das erste Tanzstück, was ich je sah, war eine Aufzeichnung von Pina Bauschs ,Frühlingsopfer` („Le sacre du printemps“) - ich war sofort verliebt.“ 26 Jahre alt ist er da und hat bereits zwei Karriereanläufe hinter sich. Als begeisterter

Basketball-Spieler hatte der gebürtige Algerier – Ältestes von sieben Kindern – die Banlieue von Paris verlassen, um es seinem großen Vorbild, Michael Jordon, nachzutun. Doch den Traum vom Basketball-Profi muss er bald begraben. Der junge Mann bekommt kein Stipendium, für die teuren Studiengebühren fehlt das Geld, und so geht er zurück nach Paris, studiert, was gerade frei ist: Mathematik und Physik. „Ich war ein großer Dilettant“, erinnert er sich schmunzelnd. „Nach drei Jahren machte ich meinen Eltern klar, dass ich früher oder später versagen würde.“ Er wechselt das Fach, studiert Sport und findet seine Passion im Tanz: „Das habe ich daraus gelernt: Wenn man studiert, was man liebt, ist das Studium ein Vergnügen.“ Nach seinem Schlüsselerlebnis

Samir Akika © Stefan Hinz

“Ich verstehe mich eigentlich nicht als Choreograf. Ein Choreograf zeigt Tänzern Bewegungen, sagt ihnen, was sie tun sollen und wann. Ich habe nie Choreografie studiert ...“, Samir Akika sitzt im Düsseldorfer Tanzhaus NRW und spricht über seine Arbeit. In wenigen Wochen wird er die Tanzsparte in Bremen übernehmen. Für Samir Akika, der sich selbst als „Entdecker“, „Macher“ beschreibt, ist es das erste, feste Engagement am Stadttheater und damit der bisherige Höhepunkt einer Karriere, die spät und auf Umwegen begann, unterstützt von niemand anderem als Pina Bausch.


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mit „Sacre“ setzt der junge Sportler alles daran, Tänzer zu werden. Die Technik fehlt, und so fängt er ganz unten an, steht mit 5-, 6-Jährigen im Ballettsaal und trainiert anschließend die Kids von der Straße im Basketball. Nebenbei sieht der Student so viel Tanztheater, wie möglich. „Als Pina Bausch zwei Wochen lang in Frankreich gastierte“, erinnert sich der Künstler lachend, „bin ich jeden Abend nach dem Training ins Theater gehetzt. Schwitzend saß ich im Zuschauerraum, um wenigstens noch den zweiten Teil zu sehen.“

1999 gründet Samir Akika seine erste Compagnie, „Les Petits Poissons“. Für „Lilja“, eine Liebesgeschichte im Waschsalon, erhält er 2001 den Kurt Joos Preis. Samir Akika orientiert sich an den Individuen, arbeitet mit Ausdrucksformen, die seine Tänzer ihm anbieten, entwickelt sich immer weiter. Das Düsseldorfer „Tanzhaus NRW“ und das „Theater im Pumpenhaus“, M��nster, bieten ihm Produktionsmöglichkeiten und Residenzen. Für das Goethe-Institut realisiert der heute 45-Jährige weltweit soziale Projekte. Dabei arbeitet er mit Kindern, Erwachsenen, Laien und Profis gleichermaßen ernsthaft und intensiv: „Das funktioniert, weil sie spüren, dass ich ihnen etwas zutraue.“ Auf seine Art agiert der ehemalige Basketball-Trainer noch heute als Coach: „Ich glaube, meine Qualität liegt darin, Menschen strahlen zu lassen - sie zu unterstützen, zu erkennen, wo ihre Fähigkeiten und Talente liegen.“

Fotos: Extended Teenage Era © Till Botterweck

Malou Airaudo, das „Opfer“ von „Sacre“, nimmt sich des tanzbegeisterten jungen Mannes an, holt ihn nach Essen, an die Folkwang Hochschule: „Wir waren bald wie Mutter und Sohn, oder wie beste Freunde...“ Nach seinem Abschluss gehört Samir Akika zum Folkwang Tanzstudio, freut sich über jede Rolle bei Pina Bausch und ist glücklich über ihre Zuwendung, die sich nicht nur durch Preise und Stipendien ausdrückt, sondern vor allem auch durch persönliche Gespräche. Doch irgendwann reicht es ihm nicht mehr, auf Rollen zu warten; der junge Tänzer fühlt sich unterfordert,

sucht wieder einmal seinen Weg. Das Medium Film wird zum ästhetischen Stilmittel der Wahl: „Ich erzählte Geschichten und arbeitete instinktiv. “

2009 gründet Samir Akika gemeinsam mit seiner langjährigen Produktionspartnerin Alexandra Morales das Label „Unusual Symptoms“ und erhält bis 2011 die Spitzenförderung Tanz des Landes NRW. Samir Akikas Tanzstücke wirken poppig-schrill, mitunter auch familiär und lebensnah bis ins Extrem. In „Me&my Mum“ tritt Alexandra Morales mit ihrer ganzen Familie auf: den Säugling an der Brust, die Kinder auf dem Sofa lümmelnd oder mittanzend. In „Linie 69“galoppiert der Tanz-Regisseur durch die Zeit, wenn er aus Schillers „Kabale und Liebe“ wie auch aus „Casablanca“ zitieren lässt oder „Barbie“ und „Ken“ zum Leben erweckt. Absurd und improvisiert wirken solche Szenen, unterhaltsam, ohne banal zu sein. „Wenn ich im Theater sitze, möchte ich überrascht werden. Das muss nicht immer lustig sein, es kann auch poetisch wirken oder herzergreifend.“ Langweile soll auch im strukturierten Gefüge des Stadttheaters nicht aufkommen. „Mein neues Thema lautet: Spaß haben. Ich möchte keine depressive Atmosphäre voll Routine, sondern erhalten, was jetzt noch frisch und neu ist – für uns und für das Publikum...“

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DER ZEITGENOSSE ALS KLASSIKER BADEN-BADEN FEIERT DEN 80. GEBURTSTAG VON HANS VAN MANEN

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Symphony In Three Movements © Angela Sterling Photography

ein, er hat nichts dagegen, als “deutsche Entdeckung” gefeiert zu werden; schließlich betraute die Düsseldorfer Rheinoper Hans van Manen 1971 mit seinem ersten Auslandsauftrag. Zeitweilig sah es sogar danach aus, als ob sich der Holländer (der von Haus aus ein halber Deutscher ist) ganz nach Stuttgart orientieren wollte - bevor er sich nach einer Zeit mit dem Nederlands Dans Theater wieder für das Holländische Nationalballett entschied. Hans van Manen hat, ob eine “deutsche Entdeckung” oder nicht, jedenfalls das Ballett in Deutschland nachhaltiger geprägt als viele andere, Cranko vielleicht ausgenommen. Der Deutsche Berufsverband der Tanzpädagogen zögerte denn auch keinen Augenblick, dem Choreografen aus Nieuwer Amstel 1993 den Deutschen Tanzpreis zu verleihen.

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“Federleicht, klar gebaut, schnörkellos sind seine Ballette”, schreibt Martin Schläpfer jüngst zu seinem Achtzigsten, Düsseldorfs Ballettdirektor, den der Jubilar heute zu seinen engsten Freunden zählt – “und doch ‚erdenschwer‘, angefüllt mit menschlicher Erlebenssubstanz. Hans van Manen evoziert in mir Bilder von großen Komponisten. Er trutzt nicht, wie Beethoven es tat – hat aber dessen Energie und Aggressivität. Nicht leicht perfekt und verwöhnt spielerisch wie Mozart ist er. Vielmehr ist van Manen in den letzten Jahren geworden wie Bach, aber sinnlich lachender noch dazu, eben ein Händel/ Bach – aber über Mozart und Beethoven nach ‚hinten gegangen”... So muss man sich das vorstellen – plus Armani tragend –eben tragen könnend. No dandy – no, he is walking class!”


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Große Fuge © Angela Sterling Photography

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Hans van Manen © Angela Sterling Photography

Seinem Vorbild Balanchine huldigend, sagt van Manen von sich: “Ich muss aus der Praxis heraus arbeiten. Die Praxis inspiriert mich am meisten.” Und sie hat letztlich dazu geführt, dass sich seine Choreografien stückweise wie eine unendliche Geschichte lesen. Ein Ballett entwickelt sich aus dem anderen, und deshalb hat er sich in seiner Heimat gelegentlich den Vorwurf gefallen lassen müssen, er wiederhole sich. Hans van Manen wiederholt sich nicht.

Viele davon sind auf der Hans-van-Manen-Gala zu sehen, mit der Het Nationale Ballet den Meister aus Holland schon vorab seinen Achtzigsten in Amsterdam und in Baden-Baden gefeiert hat. Da ist die ”Große Fuge” im Mittelpunkt des dreistündigen Programms, eine nach wie vor provozierende Choreografie, die Sexualität so sublimiert, dass sie selbst in der kleinsten Bewegung spürbar ist. Da sind die ”Symphonieën der Niederlanden”, die 1987 zu Ehren der Kulturhauptstadt Amsterdam entstanden sind: ein Military Tattoo, dem das Ensemble immer wieder menschliche Marschierformationen abgewinnt. In all seinen konzentrierten Kreationen – angefangen bei ”Trois Gnossiennes”, ”Two Pieces for Het” bis hin zu einem blitzschnellen Bach-”Solo” von 2005, das sich drei Solisten teilen – bleibt sich Hans van Manen scheinbar gleich, und doch ist er in jedem Stück auf eine inspirierte, intelligente Weise neu.

Aber nachdem er sich 1963 mit seiner “Symphony In Three Movements” gefunden hat, choreografiert er auf eine Weise, die das Erzählerische früherer Arbeiten gänzlich meidet. Von “Metaforen” über die “Große Fuge”, das “Adagio Hammerklavier” und “Lieder ohne Worte” bis hin zu den ”Variations for Two Couples”, die erst in diesem Jahr zum Fünfzigsten des Nationalballetts entstanden sind, schlägt er einen Bogen, und der “Zeitgenosse als Klassiker” (Jochen Schmidt).

So auch in seinem Alterswerk, den ”Variations for Two Couples”, das abgeklärt ganz unterschiedliche Gefühlswelten einander gegenüberstellt. Am Ende von ”Black Cake” torkeln die Tänzer Tränen treibend über die Bühne, als hätten sie vor lauter Freude zu tief ins Glas geschaut. Schließlich gilt es den Achtzigsten von Hans van Manen zu feiern, und ein so schöner Tag kommt nimmer. Hartmut Regitz

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DAS FESTIVAL APULI ARTE IN BARLETTA ÜBERTRIFFT SICH SELBST

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n Scharen standen sie vor dem großen Tor des Castello Svevo, um Eintrittskarten zu ergattern – die Apulier lieben den Tanz, in all seinen Facetten. Seit nunmehr sieben Jahren veranstaltet der junge, bekannte Choreograf, seit dieser Spielzeit Ballettdirektor des Tanztheaters in Osnabrück, Mauro de Candia, das ApuliArte Tanzfestival, mit dem Wunsch, die Schönheit des Tanzes in all seinen Nuancen zu zeigen.

Die diesjährige Ausgabe des Festivals begeisterte mit Performances von Tänzern und Choreografen aus der Schweiz, Deutschland, Holland, den USA, der Slowakei und besonders aus Italien. Schließlich wird hier das Thema „Tanzsprachen und choreografische Kreativität“ groß geschrieben, neue, interessante internationale Produktionen, Momente voller Poesie und Gefühle finden einen Weg zum Zuschauer.

Astra Balletto, Duende © ApuliArte Festival

Die malerische Umgebung der Burg von Barletta bietet dafür beste Bedingungen, ebenso wie die große OpenAir Bühne sowie beste technische Mög-

lichkeiten und Organisation. Zudem bekommt das Festival unter der Schirmherrschaft der Stadt Barletta auch große Unterstützung von der Molino Casillo Group, speziell von Frau Vanda Casillo.

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DAS FESTIVAL APULI ARTE IN BARLETTA ÜBERTRIFFT SICH SELBST

Den Preis Espoir 2012 erhielt der junge Alessio Scognamiglio, Student an der Académie de Danse Princesse Grace in Monaco. Diese Auszeichnung ist ein weiterer, wichtiger KarriereSchritt für den jungen, vielversprechenden Tänzer, der persönlich von Mauro de Candia unterstützt wird. Dass Mauro de Candia sich auch für die Förderung junger Talente aus der Region einsetzt, ist bekannt, besonders durch sein neuestes Projekt „Emergenze Coreografiche“.

Zerogrammi, INRI © ApuliArte Festival

Evan McKie in Caprice © ApuliArte Festival

Das Festival endet immer mit dem begehrten Premio Internazionale ApuliArte, der von einer Jury internationaler Fachkritiker vergeben wird. In diesem Jahr wurde der Erste Solist Evan McKie aus Stuttgart, ein Künstler von herausragendem Talent, dotiert mit einer Symbiose aus Eleganz und Noblesse, mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Er tanzte an dem Gala-Abend die Choreografie „Caprice“ von Douglas Lee.

Eine große und sehr angenehme Überraschung war die von ihn gegründete junge Kompanie „Giovane Balletto Mediterraneo“ mit einem Ausschnitt aus „Fabula“, ein neues Stück eigens für seine Kompanie choreografiert, die mit großer Begeisterung von Publikum und Tanzkritikern aufgenommen wurde. Eindrucksvoll, wie de Candia junge Tänzer aus der Region zu einer Kompanie zusammengeführt hat. De Candia besitzt eine besondere Tanzsprache, beherrscht eine subtile Art, klassischen Tanz mit zeitgenössischer Dynamik zu

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kombinieren, und hat einen unverfälschten Sinn für Komik. Am Gala-Abend wurden Alessandra Tognoloni (Stuttgarter Ballett), Claudio Cangialosi (Ballett Dresden), Giuseppe Spota (Wiesbaden Ballett) mit den Awards of Merit, als Italiener im Ausland, ausgezeichnet. Der Choreografie-Preis ging in diesem Jahr an Edward Clug (Maribor, Slovenien) für seine neue Version von „Sacre du Printemps“. Der Preis für die beste italienische Tanzproduktion ging an die Kompanie Zerogrammi aus Turin für das Stück „Punto di Fuga“. Einen Abend zuvor zeigte die Kompanie das Stück INRI, Tanztheater von und mit Stefano Mazzotta und Emanuele Sciannamea - beide aus Apulien stammend - nach einer Dramaturgie von Fabio Chiriatti. INRI ist ein Projekt für zwei Schauspieler-Tänzer; das Thema dieser außergewöhnlichen Tanztheater Produktion dreht sich um praktizierten Glauben in der katholischen Religion. Der süditalienische Ursprung ist reich an unerschöpflichen Quellen und Ideen, das Heilige wird leicht vermischt mit dem Profanen, die

Religion riecht förmlich nach Mandarinen und wird durch eine rosarote Brille beschrieben. In ein diffuses Licht getaucht, wird eine Liturgie simuliert: zwei Tänzer, als Frauen schwarz gekleidet, folgen einer heiligen Prozession. Mit gefalteten Händen und geschwollenen Knien murmeln sie auswendig gelernte Gebete in Latein und versuchen sich gegenseitig mit ihrem Geld für die Kollekte zu übertrumpfen. Ihre Bewegungen wirken grotesk und paradox, verlogen. Gesten und Geräusche der religiösen Zeremonie bleiben unvollständig, aus Angst Fehler zu begehen, in einer Theologie, in der man sich vor der Sünde schützen muss oder heimlich hinter Ecken versteckt. Am Ende des Stückes geht ein regelrechter Sturm durch die begeisterten Zuschauer, die Minuten lang applaudieren. Man darf also gespannt sein auf das nächste Festival; das diesjährige war zu Recht ein großer Gewinn, sowohl für die Region wie auch für den internationalen Tanz. Mihaela Vieru

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Giovane Balletto Mediterrano, Fabula, Ch. Mauro de Candia © ApuliArte Festival

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Stefan Sixt Spezial ANZEIGENSCHLUSS FÜR DIE AUSGABE 6/2012 PUBLISHED MIDDLE OF NOVEMBER

15 ADVERTISING DEADLINE FOR OUR 6TH ISSUE/2012 ERSCHEINT MITTE NOVEMBER

OKTOBER ANZEIGENPREISLISTE UND MEDIADATEN (PRINT UND ONLINE) UNTER

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Von Wiesnbier, Erdöl und Tanzpreisen Meine liebe Kollegin Gloria erzählt gerne von dem bösen Brief, den Herr Dr. Wetterich, der Vater eines kleinen Mädchens geschrieben hatte, als sie im Zusammenhang mit der Euro-Umstellung den Preis für‘s Kinderballett geringfügig erhöht hatte. Herr Dr. Wetterich war außer sich vor Zorn, berief sich auf den Bundeskanzler und drohte mit dem Bundesverfassungsgericht. Lange kann das nicht her sein! Und seither kostet das Kinderballett im Studio Gloria 38 Euro. Im Kollegenkreis wird noch heute über Glorias Rechenkunststück gelacht: 70 DM geteilt durch 1,95583 = 38 Euro. Die Münchner denken dabei gerne an Oktoberfestwirte, die ein 100-Liter-Fass anzapfen und dann daraus 130 Mass Bier einschenken. Norddeutsche sind über diesen Betrug empört, die zuständigen Behörden drohen mit Lizenzentzug, nur die echten Münchner lassen den Kunstgriff, den sie seit Jugend an kennen, mit einem „ja mei“ gnädig durchgehen. Ich habe nachgeblättert, liebe Leser. Die Euroumstellung fand 2001/2002 statt. Die Maß Bier auf dem Münchner Oktoberfest kostete im Herbst 2002 nach der Umstellung 6,50 Euro. Dirndl und Lederhosen waren damals noch freiwillig. Jetzt, 10 Jahre später, im Oktober 2012, muss man immerhin 9,50 Euro für den Liter Starkbier mit Musikbegleitung hinlegen. Und es herrscht quasi Dirndlpflicht. Von der Kleiderordnung einmal abgesehen, hat sich der Bierpreis in 10 Jahren um 45 % erhöht. Das sollte sich die Kollegin vom Studio Gloria zu Herzen nehmen und den Preis für Kindertanz ab dem neuen Schuljahr von 38 auf 55 Euro erhöhen. Falls Dr. Wetterich sich wieder empört und behauptet, er als Norddeutscher wisse nicht, dass der Oktoberfest-BierpreisIndex als wichtigster Preisindikator der Eurozone angesehen wird, sollte sie auf die Entwicklung des Ölpreises hinweisen.

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Im Herbst 2002 kostete das Barrel Erdöl gut 30 Dollar, das fand man damals teuer. Aktuell müssen um die 100 Dollar pro Fass bezahlt werden. Überträgt man diese Preisentwicklung prozentual auf den Tanzunterricht, müsste sich Dr. Wetterich ganz einfach damit abfinden, monatlich deutlich über 100 Euro an die Tanzschule zu überweisen. Spaß beiseite, liebe Kollegen! Wir alle müssen heizen. Aber müssen wir Oktoberfestbier trinken? Müssen wir ein Cabrio kaufen? Müssen wir nach Thailand in Urlaub fliegen? Der Preis einer Ware oder einer Dienstleistung macht immer auch den Wert deutlich, den wir damit verbinden. Dieser Artikel beispielsweise kostet Sie bei einem Heftpreis von 4,50 Euro und 48 Seiten etwa 10 Cent. Ob er das auch wert ist? Ja, und was ist nun Tanzunterricht wert? 20, 40, 60 Euro im Monat? Sie, liebe Kollegen, legen diesen Wert fest, wenn Sie über Ihrer neuen Preisliste grübeln. Orientieren Sie sich nicht am Ölpreis, dann wird man Sie vermutlich nicht ernst nehmen. Aber seien Sie auch nicht zu bescheiden. Wenn Sie eine tolle Ausbildung und langjährige Erfahrung haben, wenn Sie großartigen Unterricht anbieten und Ihre Räume und die Ausstattung auf der Höhe der Zeit sind, dann ist der Unterricht auch einiges wert. Schreiben Sie es hin!


september / oktober 2012

Jobs KHARKIV NATIONAL OPERA AND BALLET COMPANY, Ukraine, is looking for male dancers: a soloist with working experience in a professional classical ballet company (Swan Lake’s and Giselle’s leading parts are preferable), 1.80 m or taller; and corp-de-ballet male dancers with good classical ballet technique, 1.80 m, or around. Feel free to contact us via e-mail: khnatob.jobs@gmail.com. ISTD Dance teachers required for an active dance school on the west coast of Norway. All positions initially on a one year contract, but there are possibilities for full time employment. Includes teaching Imperial classical ballet and Modern syllabus as well as choreography for productions. The school also have a small professional dance group due to our connection with the Opera in Kristiansund so there are performance opportunities for applicants who would like to continue dancing. Experience is an advantage and a driving licence is essential. Please email your CV to: catherine@oik.no or call: +47 93216078. The BNS – Ballet Nacional Sodre, Montevideo, Uruguay, under the artistic direction of Julio Bocca, will be holding an international audition on 20 October 2012 for the 2013 Season

for male and female professional dancers. Contracts run from 1 February 2013 - 31 January 2014, For more information and registration: balletnacionaluruguay.blogspot.com Singapore Dance Theatre is accepting applications for an experienced ballet teacher/ rehearsal assistant for pre-professional classes as well as company work. Email to: ad@singaporedancetheatre.com) The Royal New Zealand Ballet - artistic director Ethan Stiefel - is seeking a ballet master. The company is based in Wellington, New Zealand. To request a job description, please contact Kat Sprowell by email: kat@nzballet.org.nz or phone + 64 4 381 9006. West Australian Ballet are currently seeking an experienced stage manager to join the production team on a full-time basis. The position requires close liaison with the technical director, artistic director, visiting choreographers and designers as well as orchestra management, ballet staff, technical staff and dancers. The production stage manager also assists the technical director in the daily running of the production department. Salary is by negotiation, depending on experience and qualifications. To download the job pack please visit: waballet.com.au > about us > vacancies > production or contact info@waballet.com.au to request information by email.

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West Australian Ballet is looking for a new artistic director with creative vision and energy. For more information and to obtain a copy of the job description, please contact Mr Geoff Blades at the executive recruitment company, Lester Blades, on +61 8 9221 0744 or enquiry@ lesterblades.com.au. Confidential applications may be made in Word format to applications@lesterblades.com.au quoting reference LB301403, or mailed to Lester Blades Pty Ltd, Level 21, St Martin’s Tower, 22 St Georges Terrace, Perth, Western Australia 6000. European Ballet is looking for dancers for their Autumn 2012 U.K. and Ireland tour of ‘The Sleeping Beauty’ classical ballet. Please send your C.V. (indicating height and weight) together with a ballet photo (no big files please) by e-mailing it to: europeanballet@gmail.comwww.europeanballet.org Donlon Dance Company/Ballett des Saarländischen Staatstheater – Ballet Director Marguerite Donlon – is looking for one male and one female soloist with working experience in a professional company, classical and contemporary knowledge essential, for replacement. Contract to start immediately until at least mid November 2012. Please send CV, photos and a link to a video clip by e-mail to j.hartnik@ theater-saarbruecken.de Audition by invitation only.

EGO N MA DSE N – Ein Ta nzl eben

ÖFFENTLICHE PROBE

mit: • BUCHPRÄSENTATION SEINER BIOGRAFIE • GAUTHIER DANCE // DANCE COMPANY THEATERHAUS STUTTGART

GALA-ABEND mit: GAUTHIER DANCE // DANCE COMPANY THEATERHAUS STUTTGART mit Choreographien von Eric Gauthier

• STUTTGARTER BALLETT

mit Choreographien von Eric Gauthier

mit Choreographien von John Cranko

• BIRTH-DAY

• BIRTH-DAY

Koproduktion Hebbel Theater Berlin und Nederlands Dans Theater

Koproduktion Hebbel Theater Berlin und Nederlands Dans Theater

Choreographie: Jiří Kylián

Choreographie: Jiří Kylián

Foto: Maurizio Leonardi

Foto: Karl-Heinz Riesch

Foto: Regina Brocke

Anlässlich seines 70. Geburtstags

GEBURTSTAGSKONZERT mit: GRUPPO

MUSICALE ASSURD

Gesänge und Tänze Süditaliens

Do 27. 9. 2012 • 19:30h Sa 29. 9. 2012 • 20 h Fr 28. 9. 2012 • 20 h THEATERHAUS STUTTGART • Siemensstr 11 • 70469 Stuttgart • www.theaterhaus.com • Tel.: 0711 4020720 www.danceforyou-magazine.com


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Premieren Kalender / Performance Diary

ON TOUR

September-Oktober 2012

Deadline für die Ausgabe 6-2012 (November/Dezember): 10. Oktober Alle Informationen bitte an E-Mail: performance@danceforyou-magazine.com senden

Deutschland Bayerisches Staatsballett www.bayerisches.staatsballett.de 21,22,28.09;4,5,13.10 : La Bayadere 19,20,26.10 : Goldberg-Variationen / Gods and Dogs Staatsballett Berlin www.staatsballett-berlin.de 1-4.09 : Dornröschen 21,23.09;9,12,18,27.10 : Onegin 29.09;5.10 : The Open Square 13,14,17.10 : Peer Gynt 29,30.10 : La Bayadere Theater Bielefeld www.theater-bielefeld.de 15,16.09 : Zeitsprung – Wurzelwärts 27.10 : Auch / Effekte / Ein neues Stück Theater Bremen www.theaterbremen.de 20,23,29.09;7.10 : Me&Mymum 22,23.09;21,27.10 : Extended Teenager Era 16-18,26.10 : Der Internationale Strafgerichtshof 26,27.10 : Sacre;Sacre du Printemps Staatstheater Braunschweig www.staatstheater-braunschweig.de 23,25,27,30.10 : Match Stadttheater Bremerhaven www.stadttheaterbremerhaven.de 1, 6,20.10 : Schwanensee Theater Chemnitz www.theater-chemnitz.de Deutsche Oper am Rhein – Ballett am Rhein www.deutsche-oper-am-rhein.de 15,21.09;5,23.10 : b.09 Staatstheater Darmstadt www.staatstheater-darmstadt.de Anhaltisches Theater Dessau www.anhaltisches-theater.de 7,18.10 : Alice in Wunderland Sächsische Staatsoper Dresden www.semperoper.de 27,31.10 : Bella Figura Theater Dortmund www.theaterdo.de 15,16.09 : Intern.Ballettgala XVI Aalto Ballett Theater Essen www.theater-essen.de 16.09;7.10 : Tanzhomage an Queen

19,22.09 : Zeitblicke Landestheater Eisenach www.theater-eisenach.de 20,27.10 : Der Nusknacker The Forsythe Company www.theforsythecompany.de 15,16,19-22.09 : Stellenstellen 21-23.09 : Five Duets 10-12,14-16.10 : I don’t belive in outer Space

www.staatstheater.karlsruhe.de 22.09;5,16,20,31.10 : Momo

Theater im Pfalzbau www.theater-im--pfalzbau.de

ballettKIEL www.theater-kiel.de 28.09;21.10: Der Nussknacker

Theater Pforzheim www.theater-pforzheim.de Theater Regensburg www.theaterregensburg.de

Oper Leipzig www.oper-leipzig.de

Volkstheater Rostock GmbH

Theater Freiburg www.theater.freiburg.de 14.10 : Open Practice / Run/Run 19,21,23.10 : Philia 20,28.10 : Run / Run 26,27.10 : Tremor Gauthier Dance www.theaterhaus.com 4-6.10 : Don Q. Theater & Philharmonie Thüringen Bühnen der Stadt Gera www.tpthueringen.de 20.09 : Ballettküche 28.10 : Zeit:Punkt Staatstheater am Gärtnerplatz www.gaertnerplatztheater.de Stadttheater Gießen www.stadttheatergiessen.de 23,28.09;7,21.10 : Dornröschen 22.09;28.10 : Hausrat Hamburg Ballett www.hamburgballett.de 16,19,20,23.09 : Nijinsky Epilog 26,28,30.09 : Liliom 3,6.10 : Die Kamelien Dame Theater Hagen www.theater-hagen.de 9.10 : Intren. Aids Tanzgala 22,26,30.10 : Shortcuts Opernhaus Halle www.opernhaus-halle.de 29.096,13.10; : Der Tod und das Mädchen / The Show must go on 15.10 : Peter und der Wolf 19,21,28.10 : Die Schneekönigin Ballett der Staatsoper Hannover www.oper-hannover.de 23,27.10 : Madame Bovary Theater und Orchester Heidelberg www.theaterheidelberg.de 2.10 : Corroboration Dancer Badisches Staatstheater Karlsruhe

17.09 : Blue Monday 21.09 : Mörderballaden 6,14,20.10 : Herzbrennen 30.10 : Leipziger Ballett Werkstatt Theater Magdeburg www.theater-magdeburg.de 16,29.09 : Don Quichotte 7,12,31.10 : Carmina Buarana 27.10 : Französische Rhapsodie

www.volkstheater-rostock.de 20.10 : Die Erschaffung der Welt Saarländisches Staatstheater www.theater-saarbrücken.de 14,16.09 : 10 Jahre Donlon Dance Company : eine Retrospektive 6,11,20,27.10 : Trinity

ballettmainz www.staatstheater-mainz.de 6.10 : Schwanensee

Stuttgarter Ballett www.stuttgart-ballet.de 23,25,29.09;1,2,5,7,9.10 : Don Quijote 12,16,19,21,27,28.10 : Onegin

Nationaltheater Mannheim www.nationaltheater-mannheim.de 2.10 : I’m with the band

Schleswig Holsteinische Landestheater www.sh-landestheater.de 20,23.10 : Der Nussknacker

Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin www.theater-schwerin.de 21,23,27.09;11.10 : Coppelia 27.10 : blutrot. schneeweiß. rabenschwarz

Tanzhaus nrw www.tanzhaus-nrw.de 13,14.09 : „nochmal !“ 13-16.09 : Circus Cirkör 28,29.09 : Das Generationenprojekt 4-6.10 : New Creation 9,10.10 : Das mechanische Ballett & Suite 12.10 : Aire Gitano

Theater Nordhausen www.theater-nordhausen.de 22.09 : Ballettgala 12,14,24.10 : Don Quichotte Staatstheater Nürnberg www.staatstheater.nuernberg.de 3,7,21.10 : Don Juan 25,27,29.10 : A sort of…Bolero

Theater Ulm www.theater.ulm.de Theater Vorpomen www.theater-vorpommern.de, 27.10 : Die Schöne und das Biest

Theater Osnabrück www.theater-osnabrueck.de

Tanzspeicher Würzburg www.tanzspeicherwuerzburg.de

Oldenburgische Staatstheater www.staatstheater.de Pfalztheater Kaiserslautern www.pfalztheater.de 23.09 : Engelslieder

Tanztheater Wuppertal www.pina-bausch.de 20-23.09 : Masurca Fogo 6-9.10 : Iphigenie auf Tauris Ab 18.10 : On Tour

fabrik Potsdam Internationales Zentrum für Tanz und Bewegungskunst www.fabrikpotsdam.de 15,16.09 : Flight Cancelled 28.09 : Un / Fame Part. 1: Lungfisch / Konzert

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Österreich Ballett der Wiener Staatsoper und Volksoper www.dasballett.at 14,17,19,21.09;31.10 : Romeo und Julia


:

SPIELZEIT 201225 / 2013 september / oktober 2012 7,9,12,15,26.10 : Der Nussknacker 25,29.10 : Balanchine / Neumeier/ Robbins Tiroler Landestheater und Orchester GmbH Innsbruck www.landestheater.at 7,14,27.10 : Frida Kahlo – Pasion por vida 19.10 : Carmen

Celebration

Landestheater Linz www.landestheater-linz.at 13,19,21,25.10 : Die sieben Todsünde

Estonian National Opera www.opera.ee 14,27.09 : Rosalinde 16,21.09;4,13.10 : Modigliani – The Cursed Artist 23.09 ;6,21.10 : Coppelia 29.09;11,25.10 : Swan Lake 19,27.10 : Manon

PREMIEREN 2012 / 2013:

Finnland

FAUST : URAUFFÜHRUNG

Belgien Brussels Kaaitheater www.kaaitheater.be 26-28.09 : Extreme Tension 12,13.10 : Rain Royal Ballet of Flanders www.koninklijkballetvanvlaanderen.be

Canada

Scottish Ballet www.scottishballet.co.uk On Tour

Estonia

Finnisch National Opera www.operafin.fi 21,26,28.09;2,4,7,11,13,16,18.10 : Le Corsaire 26,31.10 : Manon

Frankreich

Compagnie Marie Chouinard www.mariechouinard.com On Tour

Centre Choréographique National www.preljocaj.org On Tour

National Ballet of Canada www.national.ballet.ca Les Grands Ballet Canadien de Montreal www.grandsballets.com 11-13,18-20,25-27.10 : Kaguyame : The Moon Princess

Dänemark The Royal Danish Theater www.kglteater.dk

England

Maison de la danse www.maisondeladanse.com 13,15,16,18-23,25-27.09 : You gee ti 15,16,18-21.09 : Ce que j’appelle Oubli 19,20.09 : Sfumato 22.09 : Basis 23-25.09 : Beauty remained for… 25-27.09 : Swan Lake 30.09;1,2.10 : Creation 2012 10-19.10 : Lalala Greshwin 24-26.10 : Mirror and Dance Ballet National de Marseille www.ballet-de-marseille.com On Tour

The Royal Ballet www.roh.org.uk 8.10-24.11 : Swan Lake English National Ballet www.ballet.org.uk On Tour Rambert Dance Company www.rambert.org.uk On Tour Birmingham Royal Ballet www.brb.org.uk On Tour Sadler‘s Wells www.sadlerswells.com 13-14.09 : Kassys 28-30.09 : Continu 2-9.10 : DESH 11-13.10 : Mixed Bill 16-20.10 : Featuring Labyrinth of Love 23-27.10 : Oppostes Attract&Autum

Tanzstück von Goyo Montero 08. DEZEMBER 2012, OPERNHAUS

ZWEIHEIT Choreographien von Mauro Bigonzetti und Crystal Pite (Deutsche Premiere) 26. APRIL 2013, OPERNHAUS

EXQUISITE CORPSE II

: URAUFFÜHRUNG

Junge Choreographen des Staatstheater Nürnberg Ballett 29. JUNI 2013, SCHAUSPIELHAUS WIEDERAUFNAHMEN 2012 / 2013:

DON JUAN

Ballet de L´Opera www.opera-de-paris.fr 24,29.09 ;3,9,11,13,25,18.10 : George Balanchine 31.10 : Marie Agnes Gillot / Merce Cunningham

Tanzstück von Goyo Montero

Opera National du Rhin www.opera-national-du-rhin.com On Tour

Choreographien von Mats Ek und Johan Inger

Theatre du Capitole www.theatre-du-capitole.org 24-28.10 : Strawinski et la Danse

25. OKTOBER 2012,

Italien

DER NUSSKNACKER

Teatro alla Scala www.teatroallascala.org 10-18.09 : Onegin 3,5,6,9,11,13.10 : Raymonda

07. FEBRUAR 2013, OPERNHAUS

30. SEPTEMBER 2012, SCHAUSPIELHAUS

A SORT OF ... BOLERO

OPERNHAUS

Ballett von Goyo Montero

Foto: Jesús Vallinas

Leitung: Leitung: Leitung: Leitung: Leitung: Eva Steinbrecher Eva Eva Steinbrecher Ehemals Solistin des Stuttgarter Balletts, Eva EvaSteinbrecher Steinbrecher Steinbrecher Eva Eva Steinbrecher, Steinbrecher, ehemals ehemals Solistin Solistin des des Eva Eva Steinbrecher, Steinbrecher, ehemals ehemals Solistin Solistin des des Diplom-Ballettpädagogin, Stuttgarter Stuttgarter Balletts, Balletts, Diplom-Ballettpädagogin, Diplom-Ballettpädagogin, Stuttgarter Stuttgarter Balletts, Balletts, Diplom-Ballettpädagogin, Diplom-Ballettpädagogin, Waganowa-Akademie, St. Petersburg Waganowa-Akademie, Waganowa-Akademie, St. St. Petersburg Petersburg Waganowa-Akademie, Waganowa-Akademie, St. St. Petersburg Petersburg

BALLETTSEMINARE BALLETTSEMINARE BALLETTSEMINARE BALLETTSEMINARE STUTTGART STUTTGART STUTTGART STUTTGART Fortbildung Fortbildung für für Ballettpädagogen Ballettpädagogen Fortbildung Fortbildung für für Ballettpädagogen Ballettpädagogen nach nach der der Waganowa-Methode Waganowa-Methode nach nach der der Waganowa-Methode Waganowa-Methode

Berufsbegleitendes Angebot Herbst Neues Programm im Herbst 2011: Neues ProgrammPfingsten im Herbstab 2011: 3 Ballettferien Ballettferien Pfingsten 2010 2010 33 3 Ballettferien Ballettferien Pfingsten Pfingsten 2010 2010 2012 Seminarreihe in München: für 4 bis 8 Jahre Seminarreihe Kinderballett Seminarreihe Kinderballett für 4 bis 8 Jahre für für Mädchen 9999bis bis 15 Jahre, für fürMädchen Mädchen Mädchen bis bis15 15 15Jahre, Jahre, Jahre, Kinderballett für 4 bis 8 Jahre Ausbildungskurs zum Ballettpädagogen Ausbildungskurs zum Ballettpädagogen Hospitation Hospitation für Ballettpädagogen Hospitation Hospitationfür für fürBallettpädagogen Ballettpädagogen Ballettpädagogen Ausbildungskurs zum Ballettpädagogen Einzelseminar: Posen und Einzelseminar: Posen und Défilées Défilées Neue Seminarreihe: Methodik, Didaktik 3 zweijährige zweijährige Ausbildung Ausbildung für für Ballett33 3 zweijährige zweijährige Ausbildung Ausbildung für fürBallettBallettBallettNeue Seminarreihe: Modern/Zeitgenössisch Neue Seminarreihe: Modern/Zeitgenössisch und Tänze für die Oberstufe

pädagogen, Berufs begleitend pädagogen, pädagogen, Berufs Berufs begleitend begleitend für Einsteiger ab 11 Jahre fürpädagogen, Einsteiger ab Berufs 11 Jahrebegleitend Nähere Nähere Informationen: Informationen: Nähere Nähere Informationen: Informationen: Fon: Fon: 07 07 11 11 -- -74 74 51 51 064 064 Fon: Fon: 07 07 11 11 -74 74 51 51 064 064 eva-steinbrecher@web.de eva-steinbrecher@web.de eva-steinbrecher@web.de eva-steinbrecher@web.de

www.ballettseminare-stuttgart.de www.ballettseminare-stuttgart.de www.ballettseminare-stuttgart.de www.ballettseminare-stuttgart.de

WWW.STAATSTHEATER.NUERNBERG.DE STAATSINTENDANT: Peter Theiler BALLETTDIREKTOR: Goyo Montero


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Aterballetto www.aterballetto.it On Tour

Niederlande Het Nationale Ballett www.het-ballet.nl 21,22,26,27,29,30.09 ;2,4,5,.10 : A master’s Touch 25,29.09 ; 4,5,10 : Stardurst 18-20,24-31.10 : Carmen,Paquita,Bolero Introdans Ensemble for Youth www.introdans.nl On Tour Theater aan het Vrijthof www.theateraanhetvrijthof.nl 5-7.10 Niederland Tanztagen Scapino Blallet www.scapinoballet.nl On Tour

Polen Teatr Wielki-National Opera www.teatrwielki.pl 21-23.09 : 4-th Days of Dance 4-7.10 : The Sleeping Beauty 13,14.10 : Love and Fear 31.10 : Miroku

Rumänien Opera Nationala Bucuresti www.operanb.ro 21.09 : Don Quijote 23.09 : Nijinski 26.09 : Tango.Radio and Juliet

Russland Mariinsky Ballet www.mariinskiy.com 19.09 : Raymonda 20.09 : Carmen Suite / Le jeune home et la mort/Without 22,23.09 : Shurale 27.09 : Carmen Suite / Divertissemento/ The Young Lady and the Hooligan 7.10 : Firebird 9.10 : Carmen Suite / Divertissemento 10.10 : Romeo and Juliet 11,17,21.10 : Giselle 13.10 : Carmen Suite / Carnaval 14.10 : The Fountain of Bakhchisarai 19,28.10 : Don Quijote 25-27.10 : A midsummer night’s dream 31.10 : La Sylphide Bolshoi Ballet www.bolshoi.ru 15-19.09 : Don Quixote 21-23.09 : Jewels 27-30.09 : La Sylphide 12-14.10 : The Bright Stream 25-28.10 : Swan Lake

Spanien Compania National de Danza www.cndanza.mcu.es On Tour

Schweiz Theater Basel www.theater-basel.ch 28,29.09 : Am Puls der Zeit Kurtheater Baden

A Tribute to Kristin Long Principal Dancer Kristin Long retired this year, following an illustrious 23-year career with San Francisco Ballet. Since joining SF Ballet as an Kristin Long © Erik Tomasson apprentice in 1989, Long has performed numerous lead roles in full-length productions such as Tomasson’s Giselle, Swan Lake, Romeo & Juliet, and The Sleeping Beauty, and Tomasson/Possokhov’s Don Quixote. In addition, she created roles in works by acclaimed choreographers including Julia Adam, David Bintley, Yuri Possokhov, Alexei Ratmansky, and Stanton Welch, among others. Long’s diverse repertory includes ballets by Sir Frederick Ashton, George Balanchine, Val Caniparoli, Agnes de Mille, William Forsythe, James Kudelka, Lar Lubovitch, and Antony Tudor.

www.kurtheater.ch Stadttheater Bern www.stadttheaterbern.ch 13.09 : Ballett und Wein 6,13,16,20,28.10 : Blaubart 26.10 : Herzschläge

25-28.09 ;4.10 : Balanchine / Stravinsky 26,29,30.09 : Black and White 2,3,6,10,11,13.10 : Balanchine & Robbins 5-7.10 : 21st Century 9-12.10 : Martins / Wheeldon / Millepied / Balanchine

Theater St. Gallen www.theatersg.ch

Cedar Lake www.cedarlakedance.com On Tour

Bejart Ballet Lausanne www.bejart.ch On Tour

Pacific Northwest Ballet www.pnb.org 21-30.09 : Cindarella

Compagnie Linga www.linga.ch On Tour Opernhaus www.opernhaus.ch 13,14,18,21,28.10 : Romeo und Julia Theaterhaus Gesnerallee www.gessnerallee.ch 25,26.09 : (M)imiosa

The Georgia Ballet www.georgiaballet.org 22,23.10 : Rhytm and Rhapsody Miami City Ballet www.miamicityballet.org On Tour

Ungarn

Schweden

Nationales Tanztheater Budapest http://www.dancetheatre.hu

The Cullberg Ballet www.cullbergballet.se On Tour

Australien

Göteborg Ballet www.opera.se 13.10-16.11 : Homeland ?

The Australian Ballet www.australianballet.com. 18-29.09 : Swan Lake 9-14.10 : Romeo & Juliet

USA New York City Ballet www.nycballet.com 18-23.09 : Greek Trilogy

Neuseeland Royal New Zealand Ballet www.nzballet.org.nz

DANCE 2012 IN MÜNCHEN Das biennale Festival DANCE, das vom 25.10. bis 4.11. in München stattfindet, ist seit 25 Jahren Aushängeschild der Tanzstadt. Nach dem Rückzug der Kuratorin Bettina Wagner-Bergelt wurde die Position mit einer erfolgversprechenden Doppelspitze besetzt: Ausgewählt wurden Dieter Buroch, ehemals Chef am Mousonturm in Frankfurt, und Nina Hümpel, Begründerin des wichtigsten deutschen Online-Portals für Tanz, tanznetz.de. Kulturreferent HansGeorg Küppers hat auf der Pressekonferenz ein „Festival der Sinne“ angekündigt; Nina Hümpel gab Einblick in das Programm: Obwohl DANCE 2012 einen starken Fokus auf Flandern legt, komme es ihr vor allen Dingen darauf an „qualitativ hochwertigen Tanz zu zeigen“. Das Motto: „zeigen, was wichtig ist“, beziehe nicht nur die Frage ein, was wichtig für die Entwicklung des Festivals oder für die Künstler sei, auch neue Publikumsschichten sollen Zugang zum zeitgenössischen Tanz haben, unterstützt durch eine Tanzwissenschaftlerin: „Rent an Expert heißt dieses Pilotprojekt, es ist für ein Trinkgeld zu buchen und wir sind sehr gespannt, ob es funktioniert.“ Ums Thema Publikum dreht sich auch die Reihe „Männer“, meint Nina Hümpel. „In ausgewählten Produktionen präsentiert DANCE ein breites Spektrum an Männerbildern aus unterschiedlichen Nationen und hofft auf diese Weise, ein junges (nicht nur männliches) Publikum und deren Familien zu begeistern.“ Highlights sind für Nina Hümpel die kürzlich in Avignon in einem Steinbruch uraufgeführte Produktion „Puz/zle“ von Sidi Larbi Chercaoui am Eröffnungsabend, „bODY_rEMIX/gOLDBERG_vARIATIONS“ von Marie Chouinard und „Drumming Live“ von Anne Teresa De Keersmaeker. Stefan Sixt


ag.de

Dagmar Ellen Fischer

EGON MADSEN

Ein Tanz leben

Dagmar Ellen Fischer

ihn „schätzen und lieben gelernt“ für seine natürliche Art der Kombination von Spiel und Tanz.

EGON MADSEN Ein Tanz leben

BIOGRAFIE

HENSCHEL

Dagmar Ellen Fischer: Egon Madsen – Ein Tanzleben. Biografie Henschel Verlag, Leipzig 2012 176 Seiten. 24,90 Euro. ISBN 978-3-89487-729-3 Als Kind entdeckte Dagmar Ellen Fischer den Tanz für sich, trainierte fleißig im Studio und verschlang Tanzbücher. In einem Bildband über das Stuttgarter Ballett, verrät die Autorin, habe ihr Blick immer wieder den einen Tänzer gesucht – Egon Madsen. „Er hatte ein Gesicht, das auffiel, und eine Ausstrahlung, die über das flächige schwarz-weiß Foto hinaus wirkte. Seine Sprünge schienen aus dem Buch heraus zu wollen, er war dreidimensional.“ Später kam es zu vielen persönlichen Begegnungen zwischen dem weltberühmten Dänen und der Hamburger Kulturjournalistin. Nach einem Interview bat er sie, seine Biografie zu schreiben. Pünktlich zum 70. Geburtstag des unverstellt sympathischen, unermüdlichen Tänzers ist das sorgfältig recherchierte, sehr lebendig und mit unaufdringlicher Fachkompetenz geschriebene Buch nun erschienen. Es gibt Einblicke nicht nur in Madsens Karriere und Privatleben, sondern auch in 50 Jahre Geschichte des Stuttgarter Balletts. Denn Madsen wurde bereits als 19-Jähriger von John Cranko engagiert. Schon bald ernannte der Ballettchef ihn zum Solisten, vertraute ihm alle seine großen Rollen an. Marcia Haydée berief ihn später zu ihrem Stellvertreter in der Direktion. Bei der Verleihung des Deutschen Tanzpreises 2011 lobte sie den langjährigen Kollegen und Freund als „eine der größten Bühnenpersönlichkeiten unserer Zeit und Idol für das Publikum“. John Neumeier, der für den Dänen seinen ersten Hamlet und den Armand in der „Kameliendame“ kreierte, hat

Das Buchcover zeigt Madsen in dem Solo „Dear John“– einer Hommage auf John Cranko, die Eric Gauthier 2010 für den 68-Jährigen choreografierte. „Cranko hat mich aufgebaut“, erinnert sich der Tänzer. Er sei „mehr als ein Charaktertänzer“, schreibt Hartmut Regitz im Vorwort zu Fischers Biografie. Schon in seiner zweiten Saison tanzte Madsen einen unerreichten Mercutio in Crankos „Romeo und Julia“, wenig später die männliche Titelrolle mit einer blutjungen Julia, der Schweizerin Lucia Isenring, seiner späteren Ehefrau und Mutter von Sohn Flurin. 1981 nahm das Paar Abschied von Stuttgart als Crankos Onegin und Tatjana – mit 40-Minuten Applaus bedankt. Er sei „vom Publikum in den Arm genommen“ worden, anerkennt Madsen. Stationen als Ballettdirektor in Frankfurt, Stockholm und Florenz folgten. Jiri Kylian engagierte ihn 2000 für die Seniorenformation NDT III des Nederlands Dans Theater, die Madsen bis zu ihrer Auflösung 2005 leitete. Obwohl er seit 2007 mit Lucia in der Nähe von Pesaro lebt, kehrt er immer wieder in die württembergische Wahlheimat zurück – als Coach von Gauthier Dance, in Choreografien von Christian Spuck („Don Q.“) und Eric Gauthier („M.M.“, „Dear John“) im Tanzhaus tanzend und als Hexe Madge in „La Sylphide“, alternierend mit Marcia Haydée im Württembergischen Staatstheater. Ballettintendant Reid Anderson bringt das Phänomen Madsen auf den Punkt: „Ein echtes Bühnentier“. Marieluise Jeitschko

TANZ

2012 | 2013

Ballettdirektor Karl Alfred Schreiner

PETER UND DER WOLF Ein Ballettmärchen für Kinder Musik von Sergej Prokofjew Musikalische Leitung Andreas Kowalewitz Choreografie Emanuele Soavi

ab 21.11.2012 Cuvilliéstheater

DORNRÖSCHEN Musik von Peter Iljitsch Tschaikowsky Musikalische Leitung Marco Comin Choreografie Karl Alfred Schreiner

ab 26.1.2013 Reithalle

MINUTEMADE Die wöchentliche Dancesoap des Gärtnerplatztheaters Choreografie Mauro Astolfi Georg Reischl Cayetano Soto Jo Strømgren 13., 20., 27.4. und 4.5.2013 Alte Börse

memento mori

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Uraufführung Ballett in zwei Teilen von Edward Clug und Karl Alfred Schreiner Musik von Luigi Cherubini und Giovanni Battista Pergolesi ab 6.7.2013 Reithalle

Tel: 0721 / 1320 2428

Staatsintendant Josef E. Köpplinger www.gaertnerplatztheater.de


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news

dance for you! magazine

Eric Gauthier © Maks Richter

Friedemann Vogel in Bolero © Stuttgarter Ballett

FRIEDEMANN VOGEL

wurde mit dem „Positano Premia la Danza – Leonide Massine“ als bester internationaler Tänzer ausgezeichnet. Der Erste Solist des Stuttgarter Balletts nahm den Preis am 8. September 2012, im Rahmen einer festlichen Gala im italienischen Teatro della Spaggia Grande di Positano, persönlich entgegen.

F

ür den Aufbau der international erfolgreichen Theaterhaus-Company Gauthier Dance und sein soziales Engagement mit Gauthier Dance Mobil wird Eric Gauthier mit dem renommierten Hans-Peter-StihlPreis 2012 ausgezeichnet. Nach dem künstlerischen Ritterschlag durch den Deutschen Tanzpreis »Zukunft« 2011 für Choreographie ist dies für den kanadischen Choreographen, Tänzer und Musiker die zweite wichtige Ehrung innerhalb eines Jahres. Die Preisverleihung findet am 26. September in der repräsentativen Carl Benz Arena statt – selbstverständlich unter bewegter Mitwirkung von Gauthier Dance. Auf dem Programm stehen zwei Stücke aus dem breiten Repertoire der Company. Seinen Dank für die Auszeichnung wird der Preisträger nicht nur mündlich, sondern auch tanzend zum Ausdruck bringen. Die Laudatio hält SWR-Moderator Wieland Backes, der Eric Gauthier und seiner Truppe seit langem verbunden ist.

To reflect their modern dance repertoire, The Göteborg Ballet (Photo) has now changed its name to GöteborgsOperans Danskompani. During the coming season will be taking physical and aesthetical risks, challenging genres and getting close to their audiences both in and outside the opera house. The name has been changed to meet the reality of being a contemporary dance company. The Company will create performing arts of our epoch for people of today. Their artistic vision and work is about taking aesthetic and physical risks, as well as breaking down the barriers to the public and those between dance and other art forms, between art and life says Adolphe Binder, Artistic Director Dance at The Göteborg Opera.

GöteborgOperans Danskompani © Tilo Stengel

Die internationale Kritikerjury zeichnete den Ausnahmetänzer Vogel für seine künstlerischen Leistungen mit dem Stuttgarter Ballett und bei seinen zahlreichen internationalen Gastauftritten aus. Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Alfio Agostini (ballet2000), Leonetta Bentivoglio (La Repubblica), Valeria Crippa (Corriere della Sera), Clement Crisp (Financial Times), Anna Kisselgoff (New York Times), Jean-Pierre Pastori (La Tribune de Genève), Roger Salas (El Pais) und René Sirvin (Le Figaro). Für ihr Lebenswerk wurde die weltbekannte Ballerina und

Gründerin des Ballet Nacional de Cuba Alicia Allonso geehrt. Weitere Preisträger sind Uliana Lopatkina (Mariinsky Ballett) als beste internationale Tänzerin, außerdem Rihoko Sato und Julien Favreau als beste zeitgenössische Tänzer, Yolanda Correa (Norwegisches Nationalballett) und Sergio Bernal (Spanisches Nationalballett) als beste aufstrebende Tänzer international und Alessio Rezza (Teatro dell’Opera di Roma) als größte italienische Nachwuchshoffnung. Der diesjährige 40. Positano Premia la Danza unter der künstlerischen Leitung von Daniele Cipriani ist einer seiner Gründerinnen, Renata Orso Ambrosoli, gewidmet. Viele große Tänzerinnen und Tänzer wurden in der vierzigjährigen Geschichte dieser Auszeichnung geehrt, darunter etwa Margot Fonteyn, Rudolf Nurejew, Vladimir Vassiliev, Ekaterina Maximova, Maurice Béjart und zuletzt Natalia Makarova und Roberto Bolle.

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september / oktober 2012

THEATER

2012/2013 46. Spielzeit

der Stadt

SCHWEINFUR

T

Foto: Guy Veale

46 Jahre n Tanz Faszinatio

13

. & 14. April 20

y Edinburgh | 13 Dance Compan David Hughes

2012/2013 46. Spielzeit

e2 Roßbrunnstraß urt 97421 Schweinf infurt.de theater@schwe

THEATER der Stadt T SCHWEINFUR

4955 asse: (09721) 51 Telefon Theaterk 1) 51 0 Markt 1: (0972 Bürgerservice, 51 4956 Telefax: (09721)

www.theater-schweinfurt.de

Substanz des HAMBURG BALLETT bedroht Ballettdirektor und Chefchoreograf John Neumeier feiert in dieser Spielzeit sein 40. Jubiläum am Hamburg Ballett. Aber die Saison beginnt mit schlechten Nachrichten: Drohende finanzielle Einschnitte bedrohen die Kompanie. John Neumeier kann auf eine 40-jährige Erfolgsgeschichte in Hamburg zurückblicken, und das als dienstältester und treuester Ballettdirektor der Welt! Zur Feier des Jubiläums sind in dieser Spielzeit 90 Vorstellungen geplant, die beliebten Ballett-Tage finden drei Wochen lang statt; das HAMBURG BALLETT tourt international nach Australien, Russland und in die USA – ein gewaltiges Programm für die 60-köpfige Kompanie. Auf einer Vollversammlung lobte der Ballettintendant seine Tänzerinnen und Tänzer für ihre Hingabe, ihre Leistung und Leidenschaft und bedankte sich, dieses Jubiläumsprogramm mit ihm an-

zugehen. Aber der geringe Ausgleich der Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst von der Stadt überschattet seinen Elan, denn es droht ein Defizit von etwa 5 Millionen Euro. John Neumeier sieht sein Ballett von »grundlegenden Veränderungen in der Struktur« bedroht. »Mit diesen Plänen sinken wir auf das Niveau eines zweitklassigen Balletts ab. Uns droht ein substantieller Verlust«, so Neumeier, der sich keinen Rat weiß, denn spart man an Vorstellungen, werden auch die Einnahmen verringert. Werden Stellen im Ensemble gestrichen, kann er eine große Reihe von Balletten nicht mehr aufführen. Und verzichtet Neumeier auf Verwaltungspersonal, werden geplante Neuproduktionen, eine umfassende Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder die Ballettschule so nicht mehr möglich sein.

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Cullberg Ballet

welcomes four new dancers and three apprentices for the 2012/13 season. Jac Carlsson, 26, is from Sweden and was an apprentice with the company two years ago. Jac now joins the company as a regular dancer, together with Anand Bolder, 23, from the Netherlands, Eva Mohn, 30, from the USA, and Eszter Czédulás, 24, from Hungary, who was also an apprentice with Cullberg Ballet during the past year. Jac joins us from the Göteborg Opera Ballet, while Anand has recently graduated from ArtEZ in the Dutch city of Arnhem, and Eva has most recently worked at the Staatstheater Kassel in Germany and as a freelancer in New York.

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Tanzschulen

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HOCHSCHULE FUR TANZ

PALUCCA HOCHSCHULE FÜR TANZ DRESDEN Hochschule für Tanz, Basteiplatz 4, 01277 Dresden Tel. +49 (0)351-25906-0, Fax + 49 (0)351-25906-11 einzige eigenständige Hochschule für Tanz in Deutschland mit Studiengängen Bühnentanz, Choreografie und Tanzpädagogik www.palucca.eu

1 Postleitzahlbereich

DanceEmotion - freiburger akademie für tanz Bühnentanz und Tanzpädagogik / BaföG; Humboldtstr. 3; 79098 Freiburg Tel.: 0761/72524 Fax: 0761/7071238 akademie@danceemotion.de; www.danceemotion.de Tanz- und Theaterwerkstatt e.V. Kurse, Projekte, Produktionen, Hindenburg Str. 29; 71638 Ludwigsburg, Tel. 07141-92 05 14, info@tanzundtheaterwerkstatt.de, www.tanzundtheaterwerkstatt.de

8 Postleitzahlbereich IWANSON INTERNATIONAL Ausbildung für Bühnenreife und Tanzpädagogik, Fortbildung, Adi Maislinger Str. 12 – Tel:089-7606085, 81373 München www.iwanson.de/schule@iwanson.de

Staatliche Ballettschule Berlin Erich-Weinert-Straße 103, 10409 Berlin Tel. +49 030-405779-70; Fax +49 030-405779-19 Berufsbildung mit integrierter Schulausbildung Klasse 5 bis Abitur und Studiengang Bühnentanz

BALLETTAKADEMIE ROLEFF-KING · Bühnentanz u. Tanzpädagogik Enhuberstr. 8 · 80333 München · Tel. 089/521207 · Fax 089/3105231 www.ballettschule-roleff-king.de · roleff-king@arcor.de

2 Postleitzahlbereich LOLA ROGGE SCHULE Leitung: Christiane Meyer-Rogge-Turner - Staatlich anerkannte Berufsfachschule f. Tanz und Tänzerische Gymnastik im Lehrberuf. Dauer 3 Jahre; 1jährige berufsbegleitende Weiterbildung T-an-S Tanz an Schulen. D-22087 Hamburg, Landwehr 11-13, Tel.+49-40-444568, Fax 4103341 und Elbchaussee 499, Tel. +49-40-863344, info@lolaroggeschule.de www.lolaroggeschule.de TANZPARTERRE Himmelstr. 10-16, 22299 Hamburg, Tel. +49-40-475865 Leitung: Mona Brandenburg, Prof. Training täglich 11-13 Uhr in Modern und klass. akad. Tanz CDSH-CONTEMPORARY DANCE SCHOOL HAMBURG Staatlich anerkannte Berufsfachschule für zeitgenössischen Tanz, Bafög anerkannt, Stresemannstraße 374; 22761 Hamburg, Tel. +49 40 41924560 info@cdsh.de www.cdsh.de Ballettschule des HAMBURG BALLETT Caspar-Voght-Str. 54; 20535 Hamburg, Tel: +49 40 21118830/31; Fax: +49 40 21118888, E-Mail:Schule@hamburgballett.de; www.hamburgballett.de

3 Postleitzahlbereich BALLETTSCHULE ILONKA THEIS Staatlich anerkannte Berufsfachschule für Bühnentanz und Tanzpädagogik; Georgstraße 20, 30159 Hannover, Tel/Fax+49-511-323032

4 Postleitzahlbereich OFF THEATER NRW Akademie für Tanz, Theater und Kultur Salzstr. 55 41460 Neuss/Düsseldorf Tel.: 02131/83319; www.off-theater.de; info@off-theater.de

6 Postleitzahlbereich Staatliche Hochschule für Musik und Darstellenden Kunst Mannheim Akademie des Tanzes - N7, 18 - 68161 Mannheim, Tel. 0621/292-3515 , Fax 0621/292-2238, adt@muho-mannheim.de; www.akademiedestanzes.de

7 Postleitzahlbereich New York City Dance School Leitzstr. 4, 70469 Stuttgart (Tanzhaus Stuttgart); Tel.: 0711-856316 Fax: 0711-857816; dance@nycds.de www.nycds.de

BALLETTSCHULE CHRISTA MAYER - Ausbildungsschule für Bühnentanz Dr.- August-Einsele-Ring 12, 82418 Murnau · Tel. 08846/717, info@ballettschule-murnau.de · www.ballettschule-murnau.de Ballett und Tanzzentrum Augsburg Morellstr. 33, 86159 Augsburg; Tel.: +49 (0)821 38115, Fax.: +49 (0)821 314186, E-Mail: info@ otevrelschule.de, Webseite: www.otevrelschule.de

9 Postleitzahlbereich BALLETT VIERU Ang. Ausbildungsschule für Bühnentanz Professionelle Ballettausbildung, Modern, Contemporary, Früherziehung Berufsbegleitende Tanzpädagogik-Fortbildungen, Späteinsteiger-Kurse Landwehrstr. 44, 97421 Schweinfurt Tel. 0151 – 230 788 88 E-Mail: vieru@ballettvieru.de ;www.ballettvieru.de BALLETTFÖRDERZENTRUM Nürnberg e.V. Gleißbühlstr. 12; 90402 Nürnberg Tel: 0911/992399 Fax:0911/24655 BallettNuernberg@t-online.de; www.ballettförderzentrum.de AMERICAN ART BY-BUHL SCHOOL OF MODERN CREATIVE DANCE Tanzausbildung und Fortbildung, Kumpfmühler Str. 14, D-93047 Regensburg Seestr. 10, D-92355 Velburg, Tel. +49(0)9182-931981, www.buhldance.de

Schweiz Züricher Hochschule der Künste, Tanz Akademie Zürich Baslerstrasse 30; CH-8048 Zürich; Tel: 0041 (0)43 446 50 30; Fax: 0041 (0)43 446 50 39; E-Mail: info.tanz@zhdk.ch; www.tanzakademie.ch

Österreich BALLETTSCHULE DER WIENER STAATSOPER Mit Internat/Kinder ab 10 Jahren, Gymnasium/ Abitur; Künstlerische Leitung: Manuel Legris. Geschäftsführende Direktorin: Simona Noja; A-1010 Wien, Goethegasse 1; Tel.+43-1-51444-2641, Fax -2631; ballettschule@wienerstaatsoper.at; www.opera-balletschool.com; www.wiener-staatsoper.at EUROPA BALLETTKONSERVATORIUM ST.PÖLTEN und Youth company BALLETT ST.PÖLTEN; Leitung: Michael Fichtenbaum, Tel.+ 43 2742/230000 Fax+20; 3100 A, St. Pölten, Oriongasse 4; st.poelten@ballett.cc, www.ballett.cc Konservatorium Wien Privatuniversität, Johannesgasse 4a, 1010 Wien Abteilung Tanz, Leitung Nikolaus Selimov; www.konservatorium-wien.ac.at Telefon: +43-1-512 77 47 -0; E-Mail: n.selimov@konswien.at

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31 Fotos: Karneval der Tiere Ch. Demis Volpi © Holger Badekow

september / oktober 2012

ZWISCHEN KLASSIKER UND KARNEVAL

„Erste Schritte“ der Ballettschüler des HAMBURG BALLETT Von Dagmar Ellen Fischer

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ie Bühne der Hamburgischen Staatsoper ist für ein Vorschulkind eine kaum zu überschauende riesige Fläche. Und doch schaffen es schon die Allerkleinsten, sich auf ihr sicher zu bewegen. Mehr noch, sie legen komplizierte Raumwege zurück und tanzen in geometrischen Formationen „Erste Schritte“: Alle zwei Jahre zeigt sich die Ballettschule des Hamburg Ballett der Öffentlichkeit. Am 18. Juni 2012, während der diesjährigen 38. Hamburger Ballett-Tage, war es wieder soweit. In seiner kurzen Einführung zu Beginn der abendfüllenden Vorstellung erläuterte Ballettintendant und Chefchoreograf John Neumeier, was ihm in seiner Ballettschule besonders am Herzen liegt: Es geht von Anfang an um Choreografie! Zwar sind zahllose Etüden aller Schwierigkeitsstufen zu bewältigen, aber auch sie sind niemals nur Vorübungen auf dem Weg zu einer tänzerischen Form, sondern schon Tanz! Das bewies gleich das „Willkommen!“ genannte Eröffnungswerk zum Napoleon-Marsch von Johann Strauß, kreiert von Pädagogen der Schule, getanzt von allen Ausbildungsklassen I bis VI. In den beiden folgenden Theaterklassen VII und VIII werden die Absolventen gezielt auf den Tänzerberuf vorbereitet; sie glänzten mit dem „Blumenwalzer“ aus Tschaikowskys Nußknacker, choreografiert von John Neumeier und Kevin Haigen, dem Ersten Ballettmeister. Zur Steigerung stand „Spring and Fall“ auf dem Programm, ein Neumeier-Werk aus dem Repertoire des HAMBURG BALLETT, das die Beteiligten mit Bravour und jugendlichem Übermut bewältigten. Dazwischen strahlten die Kleinsten: 1-2-3-4-5-6-7-8

zählten die Vorschulkinder lautstark die typische Phrase, ohne dabei mit dem Tanzen aufzuhören, während ein Junge das Metrum auf der Handtrommel schlug: „African Drums“. Im zweiten Teil brillierte Yaiza Coll Suppert als Solistin in der „Cachucha“ von Jean Coralli. Und nach „Russischen Matrosen“ jeder Größe, dem Pas de deux „Yin und Yang“ sowie Schüler-Choreografien unter den Titeln „Metamorphose“ und „Promise is… JAKSOKU“ bildete der „Karneval der Tiere“ von Demis Volpi das furiose Finale: Seine Interpretation der berühmten Musik von Camille Saint-Saëns bietet unterschiedlichsten TänzerTemperamenten großartige Möglichkeiten: Von kleinen Küken über den wilden Löwen bis zu „schnellen Tieren“ und der „Persönlichkeit mit langen Ohren“ sind aufregende Charakterrollen zu besetzen, in denen sich Talente im allerbesten Licht zeigen können.

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Zeitung- Fragments © Bart Grietens

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JUNG UND ENTWAFFNEND EHRLICH P.A.R.T.S. Graduation Tour 2012 Von Isabell Steinböck

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in Tänzer geht wiederholt im Kreis, blickt hier verschmitzt ins Publikum, grüßt dort drei junge Männer, die nur darauf zu warten scheinen, dass endlich etwas geschieht. Dann beginnt einer von ihnen unvermittelt sich zu regen, die anderen zieht er nacheinander mit. Wellenförmig wirken die vier aufeinander ein, nehmen Bewegungen auf und entwickeln sie weiter. Dabei gelingt es ihnen, Individuen auf die Bühne zu bringen, die der Jugendkultur ein Gesicht geben, etwa, wenn sie einander manipulieren oder mit coolen Gesten Gruppenzugehörigkeit darstellen. Sechs Absolventen der Performing Arts Research and Training Studios, kurz P.A.R.T.S., machten auf ihrer Graduation Tour 2012 im Essener PACT Zollverein Station. Die 1995 von Anne Teresa De Keersmaeker gegründete Schule zählt zu den wichtigsten Ausbildungszentren für Tanz und Performance in

Europa. PACT Zollverein ist seit zehn Jahren Partner der Brüsseler Schule. Unverkennbar ist die Handschrift von Anne Teresa de Keersmaeker, auch wenn die Kreation von den Schülern, Radouan Mrizga, Youness Khoukhou, José Paulo Dos Santos und Mohamed Toukabri stammt. Mit ihren Bewegungen ziehen sie Linien über die Bühne, stellen sich geometrisch auf und steigern die Dynamik in der Gruppe immer weiter. Dass der Zuschauerraum hell beleuchtet bleibt und erst zum Schluss Musik eingespielt wird, lässt ihre Arbeit mit dem Titel „111-1“ wie eine Studie erscheinen, auch im Hinblick auf sie selbst. Wenn sich die vier nacheinander vor dem Publikum aufbauen, Blicke vermeiden und doch wieder vorsichtig riskieren, wirken sie verletzlich und ausgeliefert. Diese jungen Künstler stehen erst am Anfang; ihre Unsicherheit thematisieren sie mit entwaffnender Ehrlichkeit - ein sehenswertes Stück. www.danceforyou-magazine.com

Dass die P.A.R.T.S-Absolventen auch virtuos tanzen können, beweist die zweite Produktion des Abends, „Zeitung / Fragments“, ein Stück, das Anne Teresa De Keersmaeker 2008 für ihre Kompanie choreografiert hat und das hier in gekürzter Version zu sehen war. Zu Klassikern von Johann Sebastian Bach, Anton Webern und Arnold Schönberg geben sich sechs Tänzer der Bewegung hin, zeigen fließend-schönen, technisch anspruchsvollen Tanz. In temporeich choreografierten, athletischen Duos wie auch in der Gruppe beweisen sie exaktes Timing und Musikalität bis in kleinste Bewegungen. Ihr zeitgenössischer Tanz bildet einen reizvollen Kontrast zur klassischen Musik, macht sie geradezu zeitlos. Unverkennbar ist ihre Freude am Tanz, ebenso wie die Verbundenheit innerhalb der Gruppe. Solche jungen Tänzer sieht man gern wieder.


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33 Schülerinnen und Schüler der John Cranko Schule in Evening Songs (J.Kylián) © John Cranko Schule

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VIELFACH-VERGNÜGEN Die Matinee der John-Cranko-Schule im Opernhaus und als Public Viewing-Event Von Vesna Mlakar

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achwuchsmangel? Fehlanzeige! Das 40. Jahr ihres Bestehens beendete die John-Cranko-Schule sogar mit einem „maskulinen Plus“ von 33 Jungs, davon acht Absolventen. Die Besten – das gilt natürlich auch für die Mädchen – lässt Reid Anserson gar nicht erst ziehen, sondern übernimmt sie direkt in seine Kompanie. Grob überschlagen, sind das mittlerweile die Hälfte aller Ensemblemitglieder, die durch die seit 1999 institutsleitenden Hände von Tadeusz Matacz gingen. Ihren Abschied von der Ausbildungsstätte nahmen am 15. Juli Ruiqi Yang und James Fischer mit dem ausgesprochen fein dargebotenen Pas de deux Concerto von Kenneth MacMillan: Ein schönes Paar, dieser „Prinz in spe“, groß und elegant, der den wiegenden Bewegungen seiner Prinzessin uneingeschränkte Aufmerksamkeit schenkt. Sie, eine

Partnerin, die die ganze Konzentration und Spannung aus dem unaufgeregten Fluss des harmonisch dahingleitenden Vokabulars schöpft. Mit sechs weiteren Finalisten beginnen beide nach der Sommerpause ihre berufliche Karriere beim Stuttgarter Ballett. Dass der Weg dahin keine Selbstverständlichkeit ist und über viele Stufen führt, konnten zahlreiche den Regenschauern trotzende Fans und Neugierige im Park vor dem Opernhaus im zweiten Teil erleben. Unter großem Applaus innen wie draußen klang dieser mit Cernys Etüden aus – einem quirligen „Making-Off“-Opus aller Pädagogen für die gesamte Schule; von den Kleinsten, mit Übungen am Boden, bis zu den Großen, die sich in Adagios, kurzen Variationen, Pirouetten und Sprüngen zu übertrumpfen suchten. www.danceforyou-magazine.com

Zum Auftakt präsentierten fünf junge Mädchen der Klassen 3 bis 5 mit Charme und unbemühter Leichtigkeit Valentina Ziruljiovas Pizzicato-Polka zur Musik von Johann Strauß vom Band. Nur wer den Blick zu den in Spitzenschuhe gewandeten Füßen senkte, bemerkte die noch fehlende Stärke im Spann… Für acht der älteren Elevinnen hatte Hilke Rath mit Bach-Blüten (Musik: J. S. Bach) einen hübschen, wenngleich weniger einprägsamen Beitrag geliefert. Die pfiffigeren Schaustücke – Agnes Su in engem blauem Kleid und Viktor Plotkinovs kurzes Solo Cello (Musik: A. Vivaldi) ausgenommen – fielen den jungen Männern zu. Das Feuerwerk an Kraft und Interpretationslust eröffnete Lorenzo Angelini mit einem kampfsportartigen Solo voller Akrobatik Todos os ais são meus von Catarina Antunes Moreira: intensiv und vereinnahmend präsent. Gustavo Echevarria


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Duk In Seo, Pablo von Sternenfels, Gustavo Echevarria in Ryu (Kinsun Chan) © John Cranko Schule

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(Gewinner des Outstanding European Dancer Award, New York) und Theophilus Vesely (Sieger des Berliner Tanzolymp) hielten in dem Duo Porto que sinto von derselben Choreografin mit schlangenhafter Weichheit bzw. fabulöser Extension ihrer Wirbelsäulen und Glieder dagegen. Alle diese Qualitäten zusammen forderte Enrico Morelli in Se von seinem Interpreten Alessandro Giaquinto. Einfach erstaunlich, was dieser noch knabenhaft zarte, junge Mann bereits an Ausdruck und Intensität aus seinem Körper zu holen vermochte: ein – outstanding – Talent!

In der Bündelung aller Männerklassen geriet die Stuttgarter Erstaufführung von Ryu (Drache) zum fulminanten Highlight dieser Matinee. Kinsun Chan, der 2001 bei den Jungen Choreografen der Noverre-Gesellschaft mitwirkte, hatte das dreiteilige Werk zu traditioneller, japanischer Trommelmusik 2009 für die Tanz Akademie Zürich aus der Taufe gehoben – und damit einen energiegeladenen Hit für über 30 Tänzer.

NDT II kreierte Evening Songs zu Dvořáks Vier Lieder für gemischten Chor. Das intime Linienspiel voll modern weicher Schwünge, raffinierter Armverschränkungen, folkloristischer Bewegungselemente und bedeutungsreicher, gestischer Akzentuierungen bzw. Paar-Raum-Findungen tanzten Mai Aihara, Greta Giorgi und Anna-Maria Maas mit ihren Partnern Fabio Adorisio, Roger Cabrera Cuadrado und Alexander McGowan mit beachtlich reifer Ausstrahlung.

Die eigentliche Sensation jedoch war die Premiere von Kyliáns 1987 für drei Paare des

Vielfalt fürs Auge:

Gala der Staatlichen Ballettschule Berlin T

endierten die Galas der Staatlichen Ballettschule Berlin in den letzten Jahren als Vorbereitung auf den Theateralltag zum abendfüllenden Handlungsballett, stellte sie diesmal vier Werke vor: als Querschnitt durch das Leistungsniveau. Was Marius Petipa Kindern der Kaiserlichen Ballettschule auf den Leib choreografiert hatte, kehrte zu Schülern zurück: die siebenminütige „Kindermazurka“ zu Musik Michail Glinkas, mit acht Paaren der Unterstufe, sauber in Form, Übergang, Pose bis zum energischen Kopfnicken, den Ha-

ckenabschlägen der Jungen, ihren Führungen der Partnerinnen im Kniestand, unter den kecken Federn auf dem Hut fröhlich lächelnd. Auch wenn Michail Fokins „Chopiniana“ zu Walzern und Mazurken von Frédéric Chopin weltweit in zahllosen Redaktionen existiert, bleibt das 20-minütige Divertissement ein Markstein klassischer Schulung bis heute. Gerahmt von Studentinnen des 5. bis 9. Ausbildungsjahres, bewährten sich Mädchen und ein Junge aus der Absolventenklasse in dieser jugendstilhaft bewegten www.danceforyou-magazine.com

Reminiszenz in Gestus und Allüre des romantischen Balletts, in Atem, watteweichen Armposen, beseelter Gestaltung, filigraner Fußarbeit, der Illusion vom Fliegen. Mit kraftstrotzenden Brunstschreien, muskellockernden Übungen, Ertüchtigungsritualen bis zum Kampfspiel trojanischer Krieger brillierten Jungen des 5. bis 9. Ausbildungsjahres in Robert Norths modernem Klassiker „Troy Game“, voll athletischem Furor und funkelnder Ironie auf das Machotum. Als Pendant zum fast reinen Frauenstück der


schools Sylphiden ein Beispiel, wie vielseitig Tanz, wie breit gefächert die Ausbildung an der Berliner Schule ist. Mit der Uraufführung des Abends und gut 90 Studierenden aller Altersstufen wagt jener Hort der Tradition das Neue. Nicht so sehr vom Schrittmaterial her tritt es in „Die Zukunft beginnt jetzt“ zutage, sondern in der Kombination von Idee und Musik. Kennt man Maurice Ravels „Boléro“ aus ungezählten Versionen als Aufziehen einer Gefahr, die sich am Ende explosiv bis tragisch entlädt, so führt Larissa Dobrozhans Choreografie vor, wie sich aus den Grund-

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schritten des Beginns Kinder und Jugendliche zu Tänzern entwickeln. Gregor Seyffert hat das überraschend inszeniert. Da sitzt einsam im Lichtkegel ein Mädchen, bis hinter ihr aus dem Dunkel liegende Kameradinnen auftauchen. Das setzt sich in „Schichten“ fort. Fast unsichtbare Jungen lassen Stangen schweben, an denen das Exercice startet, zunächst auf halber Spitze für die Jüngeren. Der bühnentechnische Trick des „Fortwischens“ zeigt im Zeitraffer, wie aus dem Kleinsten über die

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Mittelstufe der Absolvent mit gediegenem Können wird, in einer mit der Musik und an ihr sich steigernden Choreografie, die tempogeladen, kurzweilig Ausbildungsstadien demonstriert, die Jahrgänge geschickt verflicht. Sie sind auch an den Trikotfarben kenntlich. Das kalkuliert verschachtelte Exercice endet mit dem Zitat des Anfangs als Metapher steten Neuanfangs. Volkmar Draeger

Oscar Córdoba © Ballettschule Otevrel

Generationenwechsel Seit 2010 liegt die Leitung der Ballettschule in den Händen der nächsten Generation: Sohn Daniel Otevrel führt sie unter dem neuen Namen „Otevrel Ballett- und Tanzzentrum Augsburg“. Geboren im Gründungsjahr der Schule, tritt er seither in die Fußstapfen seiner Eltern: Die ersten Erfahrungen sammelte er im heimischen Ballettsaal; anschließend ließ er sich an der Heinz-Bosl Stiftung in München und der Academie de danse classique de Princess Grace in Monte-Carlo ausbilden. Als Solist arbeitete der Preisträger diverser Wettbewerbe unter anderem bei der Twyla Tharp Dance Company, dem American Ballet Theatre in New York und beim Ballett der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Seine aktive Tänzerkarriere beendete er als Solist beim English National Ballet in London, anschließend arbeitete er als Gastlehrer und Ballettmeister für diverse Compagnien, bevor er die heimische Schule, gemeinsam mit seinem Partner Oscar Córdoba, übernahm.

FREUDE AM TANZ D

ie Augsburger Ballettschule Otevrel feiert in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen. Anlass, für einen kurzen Rückblick: 1967 entschloss sich das tschecheslowakische Solotänzer-Ehepaar, Libuse Illeova Otevrel und Bretislav Otevrel, in Augsburg eine Tanzschule zu gründen. Bis dato hatten die beiden zahlreiche Solopartien und Hauptrollen an renommierten Häusern, wie etwa der Semperoper Dresden oder dem

Im Herbst 2011 erhält das separate Ausbildungsprogramm für Schülerinnen und Schüler, die eine Tänzerlaufbahn einschlagen möchten, eine offizielle Anerkennung als Ausbildungsstätte für professionellen Tanz. Bereits vor dieser offiziellen Bestätigung gingen Nachwuchstalente als Profis in die Ballettwelt hinaus. Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg, getanzt. Nach 15 Jahren, die sie sowohl der professionellen wie auch der Laien-Ausbildung widmeten, wurde die Schule durch die Heinz-Bosl Stiftung München ausgezeichnet, als beste pädagogische Arbeit einer privaten Schule in Deutschland. Seit ihrem Bestehen hat die Schule einige Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe herausgebracht, die international Engagements erhielten. www.danceforyou-magazine.com

Mittlerweile besteht eine Kooperation mit dem Theater Augsburg: die jungen Nachwuchstalente können ihre tänzerischen Fähigkeiten dort regelmäßig unter Beweis stellen. Rennomierte, internationale Gastpädagogen unterstützen die Lehrer in ihrer Arbeit mit rund 400 Schülerinnen und Schüler – davon 16 in der Ausbildung zum Profi . Isabell Steinböck


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Der WORLD BALLET COMPETITION OPEN in Sibiu, Rumänien Diana Maria Cristescu, WBC 2012 © WBC

Von Mihaela Vieru

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ei der Fülle an regionalen, nationalen und internationalen Ballett-Wettbewerben verliert man heutzutage fast den Überblick. Um die Spreu vom Weizen zu trennen und Entscheidungen zu treffen, muss man sich schon mal genauer ansehen, welche Wettbewerbe für eine internationale Tanzkarriere dienlich sind und welche nicht. Einer der weltweit bestangesehensten Ballett-Wettbewerbe, der World Ballet Competition (WBC), der jedes Jahr in Orlando, Florida, (USA) stattfindet, startete in diesem Sommer ein neues Auswahl-Format mit der Bezeichnung „WBC Open“. Als erster seiner Art gibt der „WBC Open“ jungen Talente an vielen Standorten weltweit die Chance, am Wettbewerb in Orlando teilzunehmen und eröffnet so den Weg zu einer internationalen Tanzkarriere. Der erste Standort war nun im Sommer dieses Jahres Sibiu (Hermannstadt) in Rumänien. Eine Novität in Rumänien, wenn auch Sibiu als Kulturhauptstadt für die Europäische Union bereits auf internationale Veranstaltungen eingestellt ist. Um die maximale Anzahl an internationalen Teilnehmern zu erreichen, wurden wichtige Wettbewerbsregeln und Vorschriften ausschließlich an den WBC Open angepasst. Im Gegensatz zum Finale in Orlando, dürfen bei dem WBC Open Schüler ab 9 Jahren an den Vorausbildungsklassen sowie Professionals bis 26 Jahren teilnehmen. Nebst Geldpreise erhalten die Gewinner automatisch die Teilnahme zum Finale in Orlando, wobei alle Reisekosten bezahlt werden. Unter allen internationalen TeilnehmerInnen aus Japan, Süd-Korea, China, USA und Rumänien war es erstaunlich, zu beobachten, wie viele junge Talente Rumänien zur Zeit

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Goldmedaille Gewinner Professionals: Reina Yagura (Japan) und Bogdan Plopeanu (Rumänien) ©WBC

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verbirgt. Diese Kinder, die nur ihr Talent und ihren Willen besitzen, verdienen es, gefördert zu werden, denn die finanziellen Möglichkeiten sind für viele Familien nur knapp bemessen. Dabei fiel meine Aufmerksamkeit auf eine junge, talentierte Elevin der Staatlichen Ballettschule Bukarest, die die Silbermedaille in die Kategorie Pre-Professionals und den Popularity Award gewonnen hat. Diana Maria Cristescu ist 15 Jahre alt und begann ihren Ballettunterricht im Alter von sechs Jahren. Neugierig auf ihre Ideale und Träume von einer internationalen Karriere, interviewte ich sie am Abend der Preisverleihung in Sibiu: „Ballett? Es war nur ein Zufall, meine Mutter begleitete damals eine Freundin, deren Tochter mit mir den Kindergarten besucht hatte. Sie nahm mich mit zum Ballettunterricht, wo meine erste Lehrerin, Frau Maria Sävulescu, sofort den Unterschied zu anderen Kindern bemerkte, die dort tanzten. Ab dem Moment, in dem ich die ersten Ballettbewegungen ausführen durfte, war es für mich wie ein Band, das mich nie los lassen wollte.“

Diana hat neben ihrem Talent für Ballett eine bestechende Intelligenz – ihre schulischen Leistungen sind hervorragend - ein gewisses Raffinement in der Bewegung und ein wunderschönes Gesicht. Sie hat lange und viel trainiert, um ihren Weg zu finden, denn ihre Eltern können sich Privatstunden bei berühmten Lehrern nicht leisten. Ihr Großvater bemerkte schnell, wie viel der Tanz seiner Enkelin bedeutet und glaubte immer an sie. Er sponserte alle Wettbewerbe und Meisterschaften, die sie bisher angetreten ist.

die schon viele namhafte Ballerinas unterrichtet hat. Mit ihr habe ich Variationen aus Arlechiniada, Paquita, Schwanensee (Blauer Vogel) und auch die KitriVariation einstudiert. Zuerst habe ich an verschiedenen Masterclasses und an nationalen Wettbewerben teilgenommen, um mir einen Einblick zu verschaffen, wie es bei Wettbewerben zugeht. 2009 und 2010 habe ich bei der nationalen Olympiade, dem ESDU Wettbewerb in Kroatien und EURODANS erste Preise gewonnen.“

„Ich habe großes Glück, so liebe Eltern und Großeltern zu haben, die voll und ganz an mich glauben und mir helfen. Der Tanz ist meine Art, mich auszudrücken; es gibt für mich nichts Schöneres, als für ein Publikum zu tanzen. Die Grazie, die Expressivität einer Ballerina kann durch nichts überspielt werden. Nachdem ich damals aus einer Bewerberzahl von etwa 400 Kindern in die Staatliche Ballettschule aufgenommen worden war, begann ich den Ballettunterricht bei Svetlana Zotina, einer russischen Lehrerin. Seit 2011 bin ich in der Klasse von Frau Prof. Carianopol, einer hervorragenden Pädagogin,

Dianas große blaue Augen leuchten, und man merkt ihre Anspannung. „Jetzt geht es zu internationalen Wettbewerben, YAGP, Berlin und Orlando. Ich weiß, es ist ein schwerer Weg von Schülerin zur Ballerina, aber ich liebe Ballett, ich liebe diese Welt des Tanzes! Was kann größere Emotionen auslösen, als jede Minute im Ballettsaal zu verbringen und neue Choreografien zu lernen, um sie dann dem Publikum zu schenken…“

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Mehr Informationen unter: www.worldballetcompetition.com


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Sie haben uns verlassen -wer sie gekannt hat, weiß, was wir verloren haben.

John Percival (1927-2012) John Percival mit Queen Elizabeth II © quelle privat

lichen Interessen finanzieren helfen. Seit 1965 hauptamtlich Mitarbeiter der ”Times”, ist er der erste, der seine Kritiken namentlich kennzeichnen darf: eine Auszeichnung, insofern mehr als gerechtfertigt, als Percival viele Jahre lang seine Londoner Kritik unmittelbar nach Vorstellungsende pointiert und auf den Punkt genau abliefert.

Seit 1946 hat er John Cranko auf seinem Lebensweg begleitet. Und ganz natürlich ist John Percival in die Rolle seines Biografen hineingewachsen. “Theatre in My Blood” nannte der langjährige Ballettkritiker der Londoner Times im Original das Buch, das die Geschichte eines Stuttgarters aus Südafrika auch jüngeren Zuschauer- Generationen begreifbar macht. “Theatre in My Blood” hätte er gut und gerne auch die eigenen Memoiren nennen können, wenn sie ihm notierenswert gewesen wären. Percival, am 16. März 1927 in Walthamstow geboren, stellte sich lieber in den Dienst der Sache, und das so selbstlos, wie man sich das kaum

vorstellen kann. Kein Wunder, dass Rudolf Nurejew sein Buch “Aspect of a Dancer” über alles schätzte. Und dass Lydia Sokolova “The World of Diaghilev” als das “favourite book about my old company” bezeichnete: ein Lob, das sicher schwerer wiegt als jede noch so positive Rezension. Wie wir aus einem expliziten, nach wie vor lesenswerten Interview mit seiner Frau, Judith Cruickshank wissen, hat sich der erst 16-Jährige unter dem Eindruck einer Openair-Aufführung des Sadler’s Wells Ballet von seinem Berufswunsch nicht mehr abbringen lassen. Das Ziel vor Augen, bewältigt er auch andere Tätigkeiten erfolgreich, weil sie seine eigent-

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Es ist nicht das fixe, dabei fundierte Urteil allein, das Percival lange Zeit zu so etwas wie einer kritischen Instanz macht. Seine Differenziertheit, vor allem aber sein Enthusiasmus, sind legendär gewesen. Sieben Mal in der Woche ist er unterwegs und wird dennoch seiner Leidenschaft niemals überdrüssig. Vielmehr ist er, der Ästhetik und dem Werk eines Frederick Ashton verpflichtet, immer offen für alles Neue und unabhängig im Urteil. Percival reist gern und viel, berichtet regelmäßig aus Kopenhagen, Paris und anderen Hauptstädten des Tanzes. Vor allem in Stuttgart ist er immer Cranko und MacMillan auf der Spur und berichtet darüber nicht nur in der „Times“, sondern auch in der Zeitschrift „Dance and Dancers“ und dem Internet-Magazin „danceviewtimes“. Seiner Verdienste wegen wird Percival 2002 MBE, d. h. Member of the Most Excellent Order of the Britisch Empire. Am 20. Juni ist er, wie Horst Koegler und Clive Barnes zum “großen Jahrgang” zählend, nach längerer Krankheit in London gestorben. Was aus seinem Nachlass wird, ist derzeit ungeklärt. Judith Cruickshank, John Percival in langen Ehejahren aufs Innigste verbunden, will sich darum kümmern. Hartmut Regitz


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Richard Cragun (1944-2012)

Ob Zufall oder Schicksal: Nicht nur die Geschichte des Stuttgarter Balletts müsste anders geschrieben werden, wenn der Sunnyboy seinerzeit der übereilten Verpflichtung nachgekommen wäre. So war er, was er sich selber bei aller Bescheidenheit zugestand, einfach zum ”richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort” – und wuchs, die Gruppe durcheilend, wie von selbst in jene Führungsrolle hinein, die ihm John Cranko insgeheim zugedacht hat. Wie Rudolf Nurejew wollte der Stuttgarter Ballettdirektor den Männer-Tanz aufwerten, und Richard Cragun war dafür ein geradezu idealer Erfüllungsgehilfe, ein einfühlsamer Interpret. Man muss sich nur seinen Roi Ubu in “Présence” vor Augen führen, sich seinen Petrucchio in “Der Widerspenstigen Zähmung” ins Gedächtnis rufen, Mr. Pickwick Esq. in “Brouillards”, die Vision der Schönen im so euphorischen “Poème de l’Extase”, den Gefangenen in Crankos “Spuren”, nicht zuletzt das “R” in seinen “Initialen”, um den immensen Spielraum seiner Männlichkeit zu ermessen. Cragun stand nicht unbedingt für eine animalische Sinnlichkeit, wie sie Rudolf Nurejew verkörperte. Sein Mannsbild war vielschichtiger angelegt, weniger vordergründig virtuos, wenngleich es ihm an Charisma nie mangelte. Es war – denkt man an das Rauhbein Petrucchio, in den er sich vierhundert Mal verwandelte – vor allem eins: menschlicher als das der anderen. “Brutalität ist nicht unbedingt ein Teil, mit dem ich mich identifiziere”, hat er in einem Interview eingeräumt – und die Möglichkeit, als Stanley Kowalski in dem NeumeierBallett “Endstation Sehnsucht” einmal über

Richard Cragun, Marcia Haydée, Birgit Keil und Egon Madsen beim 50-Jahr-Feier des Stuttgarter Balletts © Stuttgarter Ballett

Was wäre geschehen, wenn Richard Cragun sein erstes Engagement angetreten hätte? Eigentlich wollte der 17-Jährige, die Royal Ballet School absolvierend, seine Ausbildung in Russland abschließen. Um sich dafür das notwendige Geld zu verdienen, nahm er ein Angebot aus Bremerhaven an. ”Ich hatte keine Ahnung von Deutschland”, erzählte er einmal. Und dass Stuttgart ein ”reiner Zufall” gewesen sei. ”Meine Head Mistress machte den Vertrag rückgängig; ich war noch nicht volljährig.”

den eigenen Schatten zu springen, als einen Akt der Befreiung empfunden. Offener als je zuvor, konnte er so ambivalente Charaktere wie die in “Dornröschen” oder “ENAS” weitab von jedem Ballettklischee mit Kunst erfüllen. Beide hat ihm Márcia Haydée Ende der Achtziger auf den Leib choreografiert, deren “feine Partnerschaft für den ungestümen Cragun läuternd wurde und die an der Kultivierung seiner Talente sicherlich Anteil hat”. Wie sehr, hat Klaus Geitel 1969 im Ballettjahrbuch nicht ahnen können. Auch nicht, dass die Partnerschaft selbst die private Beziehung überdauern würde: 22 Jahre lang waren die beiden ein Paar, 33 Jahre lang waren sie beruflich verbunden. 1996 trennten sich beider Wege. Der USAmerikaner aus Sacramento kehrte Stuttgart den Rücken und wurde Ballettchef der Deutschen Oper, während die brasilianische Ballerina erst mal Abstand suchte von ihrem bisherigen Beruf. Viel Glück war ihm in Berlin nicht vergönnt, obwohl er als Direktor einiges auf den Weg brachte. Und auch in Rio de Janeiro, wohin er samt seinem Lebensgefährten Roberto de Oliveira 1999 übersiedelte, entwickelten sich die Dinge nicht so, wie es die Politiker versprachen. Dem Ballett des Teatro Municipal, das er von

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2002 bis 2005 leitete, fehlte es immer wieder an Geld, und auch die eigene Kompanie DeAnima musste zeitweilig ums Überleben kämpfen, obwohl das Schul- und Performance-Projekt nicht zuletzt jungen Tanztalenten aus den Favelas auf die Beine half. Entkräftet und von langer Krankheit gezeichnet, ist Richard Cragun am 6. August gestorben – noch nicht 68 Jahre alt, ein “Gigant seiner Kunst” (so Stuttgarts Ballettintendant Reid Anderson in einem Nachruf ) und unvergessen. Hartmut Regitz

An Richard Cragun Frau Prof. Birgit Keil – Ballettdirektorin des Badischen Staatstheaters Karlsruhe Lieber Ricky, genau erinnere ich mich an den Tag, als wir uns zum ersten Mal begegneten. Es war 1963 im Ballettsaal des Staatstheaters Stuttgart. Du, neu engagiert, und ich von meinem einjährigen Studienaufenthalt an der Royal


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Birgit Keil und Richard Cragun in Opus I © Leslie Spatt

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gen Zähmung“ an der Seite von Marcia. John hatte euch mit Petrucchio und Katharina Rollen auf den Leib geschneidert. Ihr ward sensationell. Gemeinsam gelang es, euch international an die Weltspitze des Tanzes zu katapultieren. Und, und, und… Viel kommt mir noch in den Sinn.

Zum Beispiel am Ende des ersten Pas de deux’ stellte er sich vor, dass ich einen großen Kreis renne, wir treffen uns in der Mitte, dann nach oben, wieder nach unten und am Ende ganz nach unten – und dabei möglichst immer drehend. Also los ging’s. Ich rannte meinen Kreis, wir trafen uns in der Mitte, ich setzte zu Pirouetten an (wie Du mich da herumgezwirbelt hast, mir wird heute noch ganz schwindelig!) dann nach oben, alsbald war ich im Split auf Deinen Schultern, Du immer drehend, dann runter auf die Spitze, Promenaden, Pirouetten, dann noch ganz tiefe Promenaden, bis wir schließlich beide auf den Knien endeten. Ja, genau so hatte sich John das vorgestellt. Du solltest den

Lebenszyklus einer Kreatur von Geburt bis Tod darstellen und zu meinem Part sagte John „Du bist Mutter, Geliebte und Göttin in einem“. „Opus 1“ zählt bis heute zu Johns wichtigen abstrakten Balletten. Und als wir beide nach 20 Jahren – Du erinnerst Dich? – wieder in „Opus 1“ auf der Bühne standen, musste ich mir nur vorstellen, wie es sich eben vor 20 Jahren anfühlte. Weißt Du noch, wie Publikum und Presse aus dem Häuschen waren, dass für uns sozusagen die Zeit stehen geblieben war! Sie war nicht stehengeblieben, Du und ich tanzten viele Stücke zusammen. Spontan fallen mir ein: „Konzert für Flöte und Harfe“ und „Die Jahreszeiten“ von John, „Diversions“ von Kenneth, „Giselle“ und unsere erste abendfüllende Kreation „Namouna“, beides von Peter Wright. 1972 „Initialen R.B.M.E.“, ein Geschenk von John an Dich, Marcia Haydée, Egon Madsen und mich. Ein Zeichen seiner und unserer Freundschaft. Er hat uns Verantwortung für unsere „Familie“ übertragen. John verließ uns im folgenden Jahr. Er hat uns zu seinen Lebzeiten zusammengeschweißt. Für Dich und mich folgten die Kreationen „Mein Bruder, meine Schwestern“ von Kenneth, Manon und Des Grieux in „Kameliendame“ von Neumeier (später tanzten wir zusammen auch Marguerite und Armand), „Orpheus“ von Billy, „Richard III.“ von Uwe, „Abschied“ und „Träume“ von Spoerli, „Vergessenes Land“ von Kylián und „Enas“ von Marcia. Wir tanzten zusammen Werke, wie „Le Sacre du Printemps“, „La Sylphide“, „Sarkasmen“ und viele mehr. Deinen Durchbruch hattest Du 1969 in „Der Widerspenstiwww.danceforyou-magazine.com

Marcia Haydée und Richard Cragun in Romeo und Julia © Gundel Kilian

Ballet School aus London wieder zurückgekehrt. Wir standen beide am Anfang unserer Karriere. John hatte so einiges für uns geplant und wir wurden in vielen Partien zusammen besetzt. Unsere Partnerschaft begann heranzureifen. Du warst – übrigens genau wie ich – hungrig nach Aufgaben, Herausforderungen und wir waren nimmer müde, noch stundenlang nach unseren Proben Details auszuarbeiten. Jeder Griff, jede Pirouette, die Übergänge, das Timing, alles musste stimmen, und das am besten schon bei der nächsten Probe. Für uns war es viel mehr als Arbeit, es war ein Abenteuer, in das wir uns mit Energie und wahrer Begeisterung hineinstürzten. An jedem Tag alles geben! Bald schon tanzten wir zusammen Johns „Schwanensee“. Was für ein Vertrauen er in uns hatte, da konnte man ja fast nichts falsch machen. Und dann, noch im selben Jahr, kam „Opus 1“. John kreierte für – und was noch entscheidender war – er kreierte mit uns.

Klar, dass sich die Ballerinen um Dich rissen. Wo fanden sie einen Partner Deines Kalibers, der auch ein toller Tänzer und Künstler war? Deine außergewöhnliche Begabung zu partnern, sensibel und kraftvoll zugleich, jede Bewegung vorausahnend. Nie fühlte ich mich von Dir eingeengt oder umklammert. In Deinen Händen fühlte ich mich bombensicher und in Harmonie. Marcia wusste am besten von allen, dass wir uns so nah wie Geschwister waren und schenkte uns „Enas“. Ja, lieber Ricky, ich habe Dir viel zu verdanken. Wie froh war ich, als ich Dich nach Deinem Weggang aus Stuttgart noch in Deiner Arbeit in Berlin und Rio unterstützen konnte und dass wir, „Die Initialen“, letztes Jahr mit der großen Familie „50 Jahre Stuttgarter Ballett“ feiern konnten. Seit 2005, es war in dem Jahr, als Du todkrank wurdest und wir alle

um Dich bangten, besuchte Dich Vladimir Klos jedes Jahr im Sommer in Rio. Am 31. Juli diesen Jahres habt ihr in Rio zusammen zu Abend gegessen. Du warst so glücklich über seinen Besuch und ich hab mich so gefreut, dass Du von mir wieder als Deiner Schwester gesprochen hast. Am Morgen des 6. Augusts, es ist unfassbar, bist Du von uns gegangen. Lieber Ricky, Du fehlst uns. Ich trauere um Dich, wie um einen Bruder. Deine Birgit


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Ricky war für mich mehr als ein Freund, mehr als ein Kollege, mehr als mein Tanzpartner auf der Bühne, es war so ein selbstverständliches Verstehen zwischen uns.... Er war für mich wie ein Bruder. Wir waren als Tänzer sehr unterschiedlich und eben das hat John inspiriert.... Und uns beide hat eben diese Unterschiedlichkeit künstlerisch geformt und gestärkt; ich denke, gerade dadurch haben wir uns wunderbar ergänzt.Ricky hatte auf der Bühne eine große Ausstrahlung und eine unglaubliche, körperliche Stärke und Schönheit - manchmal fast animalisch...von enormer Intensität. Ich habe ihn immer sehr bewundert, seine Energie, seine Disziplin und seine Leidenschaft....er war einer von den ganz Großen. Und gleichzeitig privat von einer großen Wärme und Freundlichkeit. Nur einige seiner Rollen will ich erwähnen. Es gab einen Petrucchio, das war und wird für mich immer Ricky sein. Es gab zwei Romeos, zwei Mercutios, ich weiß nicht, wie oft wir alterniert haben...es kam vor, dass wir auf der Bühne zeitweise nicht mehr sicher waren...bist du heute Romeo, oder ich? Es gab die Lieder eines fahrenden Gesellen, die doppelte Persönlichkeit, die ineinander verschmolz und eins wurde... Diese Vertrautheit, durch die unglaublich starken und wunderbaren Jahre, verbindet uns für immer. Und für all das danke ich dir von Herzen. Für mich bist du immer nah...denn unsere unvergesslichen Erlebnisse, diese ganz besonderen Momente, leben immer weiter... als wären sie gestern gewesen! Für immer in tiefer Liebe und Bewunderung Dein Egon & Lucia Madsen

Ein armes Menschenkind

Zum Tod von „Anna“-Star, Silvia Seidel Von Edmund Gleede Silvia Seidel © nachrichten.eu

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ie letzten Male sah ich Ricky in Stuttgart, beim 50-jährigen Jubiläum des Stuttgarter Balletts. Dann kam er als große Überraschung zur Verleihung meines Tanzpreises im Februar 2011 nach Essen. Wie habe ich mich gefreut - es war wie früher, so, als wären wir nie getrennt gewesen. Auch alle 4 Initialen wieder vereint. Ohne Worte war dieses starke Gefühl der Zusammengehörigkeit wieder da... So, als hätte John uns noch einmal zusammengeführt.

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on allen Schauspielerinnen, mit denen ich in 40-jähriger Regietätigkeit zusammenarbeiten durfte, war sie mit Abstand die Schönste, die Bezauberndste und die Anrührendste. Die Tatsache, dass sie außerdem noch die Fleißigste und Disziplinierteste war, hätte ihr eine Welt-Karriere bescheren müssen, aber für die EllbogenKämpfe des Showbusiness war sie leider viel zu sensibel. Es war genau diese Verletzbarkeit, die zugleich ihr Betriebskapital als Schauspielerin, aber eben auch ihre Achilles-Ferse war. Als leidenschaftlicher Ballettomane, aber auch als begeisterter Film-Freak, hatte ich Silvia in „Anna“ zum ersten Mal gesehen, einem Film in dem sie als angehende Tänzerin und bezauberndes Teenie-Girl ein Millionen-Publikum entzückte. Auch ich war hingerissen vom kindlichen Charme dieser süßen Nymphe, ihrer natürlichen Spielweise, tänzerischen Brillanz, facettenhaften und schillernden Darstellungskunst, ihrer Mischung aus Unschuld und Erotik. Sie wurde durch diesen Film, ohne es zu wollen, zum Sex-Symbol und zum Objekt der Begierde für die Männerwelt; man sah in ihr eine ReInkarnation der französischen Primaballerina und Film-Schauspielerin Leslie Caron, www.danceforyou-magazine.com

nur noch besser, noch jünger, noch schöner, noch begabter. Der Rummel und Hype um ihre Person nahm beängstigende Formen an. Die Zuneigung der Fans war derart überwältigend und erdrückend, dass Silvia es mit der Angst bekam: Sie wurde misstrauisch, verschlossen, unsicher und abweisend. Hinter jedem neuen Rollen-Angebot witterte sie Verrat und unmoralische Angebote, so dass sie alle Vertrags-Angebote ablehnte und sich, ohne es zu wollen, in die Arbeitslosigkeit hineinmanövrierte. Als ich sie dann anlässlich meiner Münchener Inszenierung des „Frau-Holle“- Musicals persönlich kennenlernte, war sie extrem ängstlich, zurückhaltend, bescheiden und schüchtern. Dabei war sie nach wie vor sehr kindlich, traumhaft schön, charmant und extrem süß: für die Goldmarie nach dem Prinzip des Type-Castings eine absolute LuxusIdeal-Besetzung! Aber unterdessen hatte ihr Misstrauen die Oberhand gewonnen: sie weigerte sich beharrlich, die Goldmarie zu spielen, weil sie mit aller Macht raus wollte aus dem Kind-Klischee, dem Bild von der blonden Nymphe, aus dem Bannkreis der Ballett-Elevin. Also trat sie die Flucht nach vorn an und verlangte, die Pechmarie zu


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Silvia Seidel in Anna © kino.de

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spielen: die böse Schwester der Goldmarie! Sie wollte nicht mehr liebenswert, sondern hassenswert sein, nicht blond, sondern schwarzhaarig. Und statt zu tanzen, sollte sie nur singen. Sie wollte mit brutaler Gewalt gegen ihren Typ anspielen und das Image, das sie in der „Anna“-Rolle selbst aufgebaut hatte, auf Teufel komm´ raus zerstören. Da ich in diesem Aufbegehren dieses – aus meiner Sicht – trotzigen Kindes eine Herausforderung sah, begann ich notgedrungen, die böse Rolle zu einer guten umzubauen. Wir alle konnten und wollten sie uns als faule Giftnudel einfach nicht vorstellen. In meiner Not kitzelte ich aus ihrer liebenswerten Persönlichkeit eine Facette heraus, von der sie gar nicht wusste, dass sie in ihrem Wesen steckte: Komik! Das ging natürlich auf Kosten der Goldmarie, die beim Kinder-Publikum als „saudoof“ rüberkam, derweilen Silvias Pechmarie zur eigentlichen Sympathieträgerin des ganzen Musicals wurde: sie entpuppte sich als schlaues, witziges, freches kleines Biest und brachte schon auf der Probe die Kollegen zum Lachen. Über diesen Erfolg freute sie sich derart diebisch, dass sie in einem unbeobachteten Moment auf der Seitenbühne in der Pause vor lauter Übermut einen improvisierten, fetziges Break Dance auf die Bretter legte, aus dem klar hervorging, dass sie die ungezogene Rotzgöre sehr wohl spielen konnte. Indirekt hatte sie mich überlistet. Resultat ihrer Intelligenz, ihrer Sensibilität und ihres Bühnen-Instinkts. Ich revanchierte mich

ebenfalls mit List und packte sie bei ihrem Ballettprofi-Ehrgeiz: „Du kannst doch tanzen, warum willst du diese Qualität deinen Fans vorenthalten? Wie kann man nur so geizig sein?“. Darauf antwortete sie: „Also gut!- Aber keine Ballett-Klassik! Du weißt, in meinem Vertrag steht extra drin, dass ich nicht tanzen muss!“ Wir trafen uns in der Mitte, und ich choreografierte ihr einen Boogie-Woogie auf Spitze, mit dem sie all-abendlich das Haus zum Toben brachte. Publikum und Presse überschlugen sich vor Begeisterung. Der Wahnsinns-Erfolg ermutigte mich, sie trotz ihrer Widerborstigkeit, in zwei weiteren Inszenierungen zu besetzen: In Woody Allens Parodie auf den „Sommernachtstraum“, „A Midsummer Night´s Sex Comedy“, spielte sie hinreißend und zum Anbeißen die Mia-Farrow-Rolle des blonden Engels und war darin tausendmal besser als die Film-Besetzung. Schließlich konnte ich Silvia noch als junge Geliebte von Pierre Brice in der BoulevardKomödie „Ein 5-Sterne-Mann“ besetzen, wo sie nicht nur den Winnetou-Superstar, sondern auch alle Kollegen an die Wand spielte. Nach diesen gemeinsam geschlagenen drei Schlachten kam es zwischen uns zu einem Grundsatz-Gespräch, denn ich wollte natürlich unsere immens erfolgreiche Zusammenarbeit fortsetzen und hatte große Pläne mit ihr: Lulu, Salome, Lolita, weil ihr eigentliches Betriebskapital nach wie vor das Kindliche, die Kindfrau war, die sie zu diesem Zeitpunkt www.danceforyou-magazine.com

verkörpern konnte wie keine Zweite, zumal sie auch bis zuletzt eine kindliche Stimme hatte. Ich versuchte sie und ihren Vater zu überzeugen, der sich als Manager aufspielte, aber nichts vom Theater verstand und sich darin gefiel, Silvias Geld zu verprassen. Beide lehnten kategorisch ab. Silvia wollte raus aus Annas langen Schatten. Sie wollte lieber elegante, erwachsene Frauen und Salondamen spielen, Vollblutweiber, so wie die junge Iris Berben. Diesen Wunschtraum konnte ihr niemand erfüllen, am wenigsten sie selbst. Zeitlebens stand sie unter dem Pantoffel ihres tyrannischen Vaters, der seiner Tochter kein guter Berater war. Sie hätte ganz dringend ein festes Ensemble gebraucht, und einen väterlichen Intendanten, wie es zum Beispiel der Stuttgarter Intendant Walter Erich Schäfer einer gewesen ist: ein Entdecker und Ermöglicher! Ihr außergewöhnliches Talent und ihr guter Charakter hätten die Geborgenheit eines Staatstheaters verdient, um sich dort zu entfalten. Aber so stolperte sie als freischaffende Schauspielerin von einem Gelegenheits-Engagement ins nächste, von einer wertlosen Zeit-Tot-Schlage-Boulevard-Komödie zur anderen. Die Rollen wurden immer weniger und kleiner, die Depressionen und Abstürze in den Alkohol, die Arbeits- und Geldlosigkeit immer größer. Nach vier Selbstmordversuchen hat nun der fünfte endlich geklappt. Ich weine um eine große Künstlerin und um ein armes Menschenkind. Der Regisseur EDMUND GLEEDE, Schüler von August Everding, Götz Friedrich, Jean-Pierre Ponnelle und Pina Bausch, inszeniert Opern, Operetten, Musicals, Revuen, Ballette, Boulevard-Komödien und Kindertheater-Stücke an den Staatstheatern von Wiesbaden, Kassel, Braunschweig und Meiningen sowie an den Opernhäusern von Kiel, Nürnberg, Essen, Halle, Rostock, Berlin, Wien (Volksoper) und Stockholm. Gleede war Schauspieler in Kassel, Braunschweig, Essen Basel, Kiel und München. Er war Dramaturg an der Deutschen Oper Berlin, Ballettdirektor des Bayerischen Staatsballetts am Münchner Nationaltheater, Operndirektor der Händelstadt Halle, Schauspieldirektor des Münchner Theaters „DIE KLEINE FREIHEIT“ und Gastregisseur an vielen Stadttheatern und Landes-Bühnen in Deutschland, Österreich, Schweden, in der Schweiz und in der Tschechei. Gleede lebt als Regisseur, Autor und Übersetzer in München.


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UNBÄNDIGER TANZ

„JJ´s voices“ – Das Cullberg Ballett im PACT Zollverein

2009 kreierte der kanadische Choreograf Benoît Lachambre das von Sängerin Janis Joplin inspirierte Stück für das schwedische Cullberg Ballett; im Essener „PACT Zollverein“ kam „JJ`s voices“ zur Deutschlandpremiere. Ein Portrait unserer heutigen Gesellschaft

möchte der Choreograf laut Programm auf die Bühne bringen, im Spannungsfeld zwischen „maximaler Anonymität und dem verzweifelten Wunsch nach Selbstverwirklichung“. Tatsächlich gelingt es ihm mit acht Tänzern, den Drang nach Freiheit - das Lebensgefühl der Hippie-Bewegung - zu vermitteln und ins 21. Jahrhundert zu transportieren. Die Tänzer hängen Begriffe, wie „listen inside“, „collapse tongue“ oder „multiple emotions“ als Handlungsanweisungen auf Magnetträger und setzen sie unmissverständlich um. Ein anderes Mal schieben sie sich mit eckigen Bewegungen über den Boden, als seien sie einem Computerspiel entsprungen oder imitieren die Sängerin, bis einer von ihnen, zitternd wie auf Drogenentzug, zu Boden geht. Der Kontrast von Stille und Langsamkeit einerseits und mitreißender Dynamik zu rauen, lauten Songs andererseits, zieht sich bis zum Schluss durch die Produktion und

macht das Thema des verschlossenen, sich allmählich selbst befreienden Individuums umso greifbarer. Die weiten Kapuzenshirts sind mehr als nur Kostüm; sie dienen als eine Art Schutzschild, das den Einzelnen unkenntlich macht, mitunter sogar ganze Körperteile verschwinden lässt. Dagegen wirkt das Individuum beinahe nackt, wenn sich die Tänzer mit festem Blick vor dem Publikum aufbauen und endlich Persönlichkeit zeigen. Ins Groteske steigert sich der Freiheitsdrang, wenn ein Tänzer seine Jacke in die Luft schleudert und mit ganzem Körpereinsatz versucht, den Flug der geworfenen Kleidung zu imitieren - komisch anmutende, originelle wie auch beklemmende Szenen, die von der Ausdruckskraft und Virtuosität dieses großartigen Ensembles leben. Von Isabell Steinböck

JJ´s voices © Carl Thoborg

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ie Kapuzen ihrer Shirts tief ins Gesicht gezogen, agiert das Ensemble wie eine anonyme Gesellschaft: Tänzer liegen auf dem Bühnenboden wie Clochards, andere stapeln langsam Kisten aufeinander, ganz leise dudelt irgendwo ein Radio. Eine ganze Weile passiert nicht viel, da kommt plötzlich Dynamik auf. Zur unnachahmlichen Musik von Janis Joplin („Down on me“) rennen drei Tänzerinnen Hand in Hand über die Bühne. Ein ausgelassener, unbändiger Tanz entwickelt sich aus weichen, kraftvollen Bewegungen, großartig in seiner Leichtigkeit, mitreißend im Kontrast zur geradezu depressiven Langsamkeit des Anfangs und damit schon ein Höhepunkt des Abends.

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Rafael Rivero, Julia Bartolome, Ensemble © Jesús Vallinas

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TAGTRÄUME UND NACHTGEDANKEN Monteros Don Juan stimmt in Nürnberg auf Goethes Faust ein

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riginalität in der Aufbereitung von Sujets: eines von Goyo Monteros Markenzeichen. Ein Phänomen ist darüber hinaus, wie er etwa biografische Splitter von Goya mit Beethoven oder die Geschichten von Carmen respektive Othello zu neuartigen Abendfüllern zu verlinken weiß. Dass sein Beitrag zu den Gluckfestspielen am 21. Juli kein Don Juan im Sinne eines „ballet d’action“ à la Gluck (Musik) und Gasparo Angiolini (Choreografie, Wien 1761) werden würde, war schon im Vorfeld klar. Da dem „Frauenzerstörer“ Don Juan etwas Diabolisch-Faustisches anhaftet, kreierte der findige Nürnberger Ballettchef zum Saison-Ausklang ein Stück, das zugleich Vorspiel zu seiner nächsten Premiere Faust werden sollte. Der Herausforderung, die inhaltliche Fülle zu bewältigen, stellte er sich mittels Cross-Over von Tanz- und Sprechtheater. Von spanischen Wurzeln des Sujets – dem Mythos von Tirso de Molina oder von José Zorrilla y Moral – inspiriert, wandelt sich sein feuriger Hauptdarsteller Rafael Rivero (als Gast) zum eindrucksvollen Rezitator originaler Textpassagen. Nackt und verschlafen liegt er am Boden, als Schauspielerin Julia Bartolome ihn rüde wach stößt und zum (wortlastigen) Duell um unschuldige Seelen

auffordert. Ihre Mephistopheles-Figur namens M. ist eindeutig Goethe geschuldet, Don Juan ein ihr ebenbürtiger Spielgefährte. Doch Monteros Archetyp des unangepassten Verführers bleibt als Charakter eher blass und entwickelt trotz engagiertem Interpreteneinsatz als selbstüberzeugter Snob keinerlei Facette, die das Publikum wirklich mitzureißen vermag. Selbst die Glut seiner Leidenschaft scheint bis auf wenige Ausreißer gezügelt. Seine Amouren leben Doppelgänger aus, die körperlich mit den Schatten (Marina Miguélez für Doña Inés/ Ana Baigorri) bzw. Seelenschützerinnen der Begehrten (herausragend in roter Robe: Doña Ana/Simone Elliott) in Clinch geraten. Gleichzeitig bilden gerade diese Szenen erinnernswerte Kulminationspunkte choreografischer Dynamik, wie man sie so sehr von Montero schätzt: visuell soghaft, emotionsgeladen und voller hintergründigem Assoziationspotenzial. Dem großen Rest des 100-minütigen Stoff-Medleys und Don Juans ultimativem Grenzerfahrungs-Flirt mit dem Tod fehlt dagegen die (Montero sonst eigentümliche) Wucht. Das konstruierte Geflecht aus elf inhaltscollagierten Bildern und musikalischem Stilmix von Glucks finalem Furientanz (hier zu Beginn mit weißen Schleiertüchern als www.danceforyou-magazine.com

Requisit), Corelli, Boccherini über Mozarts Register-Arie des Leporello, Tom Waits „Temptation“ bis hin zu Lera Auerbachs „Dream of the Stabat Mater“ und Cakes „I will survive“ schürft zu nah an der Oberfläche. Ins Zentrum gerückt wird das perfide Kräftemessen zwischen M. und Don Juan auf Kosten einer Novizin. Ohne dramatische Steigerung und in Anbetracht der nicht unerheblichen zeitlichen Ausdehnung, zerfällt dieses jedoch in Einzeleindrücke. So ästhetisch ansprechend der Abend – an dessen Ende M. den leichtfertigen Frauensammler wie ein rares Mannsobjekt in eine gläserne Höllenbox wegpackt – dank Ausstattung (Kostüme: Angelo Alberto und Montero) auch wirkt, im Nürnberger Schauspielhaus wird mit dem Einsatz von Technik gepunktet: Dreheffekte und das schnelle Auftürmen bzw. Versenken von Flächen, kombiniert mit schlichten Vorhangstoffen als Raumöffner und –verschließer, sorgen für starke Momente und choreografische Tiefenwirkung. Die vermisste Dimension an psychologischer Abgründigkeit ist damit allerdings kaum zu ersetzen. Vesna Mlakar


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Fotos von:

West Side Story © Nilz Boehme, BB Promotion

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VIBRIEREND ENERGETISCH, Jerome-Robbins-Original wieder GESTISCH PRÄZIS Das auf Tour: „West Side Story“

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er Zufall wollte es, dass kurz vor dem Tourneeauftakt eine gerade beendete Aufzeichnung von Jerome Robbins‘ „NY Export: Opus Jazz“ im Fernsehen lief. Dies 1958 entstandene Werk gilt zu Recht als Konzentrat seiner im Jahr zuvor kreierten „West Side Story“, die besonders in ihrer kongenialen Verfilmung die Welt eroberte. Die gleichen choreografischen Konstellationen rivalisierender Gruppen um ein Solopaar herum, in bis heute elektrisierendem Bewegungsvokabular, mit einem Musikmix aus Jazz und südamerikanischen Rhythmen: Zeitlos hat Robbins in beiden Kreationen das allen Generationen eigene Protestgefühl Jugendlicher eingefangen, es in ihrer Sprache artikuliert. „West Side Story“ ist daher nicht bloß Zeitdokument, sondern sicher auf lange eines der authentischsten Musicals überhaupt, weil die darin be-handelten Probleme nach wie vor aktuell sind. Kein Wunder, dass auch die wer weiß wievielte Einstudierung jener von Robbins‘ inszenierten und choreografierten Originalproduktion bei ihrer Europa-Tournee auf ein enthusiastisches Publikum stößt. Eines ihrer Geheimnisse mag ein eher trauriges sein: Was damals passieren konnte, als Shakespeares „Romeo und Julia“ für die Musikbühne ins Milieu jugendlicher Gangs aus der New Yorker Bronx verlegt wurde, die tödli-

che Feindschaft zwischen Anwohnern und Einwanderern um die Vorherrschaft über ein Stück Straße, ist 55 Jahre später weltweit in vielerlei anderer Form noch immer beklemmender Alltag. Das hinderte nicht, beides zu tun: das Musical zu seinem 50. Geburtstag neu einzustudieren und damit gleichsam Intoleranz sowie soziale Missstände anzuprangern. „Ich bin krank wie die Gesellschaft“, heißt es nicht umsonst erkenntnishaft in einem der genialen Songtexte von Stephen Sondheim, die Leonard Bernstein mit der Musikerfindung seines Lebens umkleidet hat. Wo Robbins sie ansiedelt, ist Armut zu Hause, von Bühnenbildner Paul Gallis durch schwenkbare Gerüste visualisiert. Sie bieten den Jets und den Sharks alle notwendigen Schauplätze, von der ersten Prügelei aus Übermut über dem Tanzschuppen, in dem Tony und Maria einander begegnen, und ihr nächtliches Liebestreffen, bis zu den von Polizist Krupke künstlich angeheizten Kampfszenen voller Wildheit und Todesbereitschaft. Eingelegt in großartige Tanzszenen schier berstender Energie sind all die Ohrwürmer, die man mit „West Side Story“ verbindet: Tonys „Maria“, sein Liebesduett „Tonight“ mit Maria, der Hymnus „America“ der Puertoricaner-Mädchen, Marias hoffnungsfrohes www.danceforyou-magazine.com

„I Feel Pretty“, die Vision „Somewhere“ vom Ort eines friedvollen Zusammenlebens, schließlich „Gee, Officer Krupke“ als spöttische Absage an die Staatsmacht. Was die junge Darstellermannschaft leistet, reißt von den Sitzen und erinnert an die Filmbesetzung in ihrem hohen Maßstab. Liam Tobin mit seinem leuchtenden Tenor musste sich in der Premiere über anfänglich statische Momente erst zum naiv-tragischen Helden warmspielen, dem Elena Sancho Pereg eine so schöne wie leidenschaftliche Maria von starker Ausstrahlung ist. Und Yanira Marins Anita lässt die Funken sprühen wie einst ihre berühmte Vorgängerin Chita Rivera. All die anderen über 30 Akteure singen, tanzen, spielen mit einem Furor, der den Saal zu entzünden droht, befeuert von Bernsteins genialer Partitur, wie das begleitende Orchester sie unter Donald Chan live aus dem Graben wuchtet. Was bereits Europa, Asien und Australien erobert hat und nun auch die Bundesrepublik sowie Paris begeistert, Joey McKneelys sorgsames Robbins-Revival auf höchstem Niveau, wird noch lange nicht die Bühne verlassen: eben „West Side Story“ forever. Volkmar Draeger


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CHRISTIAN SPUCK verabschiedet sich von Stuttgart – und zieht Bilanz Von Hartmut Regitz

Katja Wünsche und William Moore in Aria © Stuttgarter Ballett

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”Made in Stuttgart” ist nicht alles, was bei der ”Gala für Christian Spuck” das Publikum begeistert. ”Leonce und Lena” beispielsweise, in Ausschnitten präsentiert, entstand ursprünglich für das Aalto Ballett Theater, und das ”Sofa” stammt aus der Manufaktur von Itzik Galili. Aber getanzt werden alle Beiträge natürlich vom Stuttgarter Ballett, an das ihn Márcia Haydée in ihrer letzten Amtshandlung verpflichtet hat – und von Gauthier Dance, für das Spuck u. a. mit ”Don Q.” einst eine ”nicht immer getanzte Revue über den Verlust der Wirklichkeit” schuf: ein choreografisches Crossover von Alt und Jung, von Fiktion und Realität, ebenso humorvoll wie hintergründig vorgestellt von den beiden Ballettentertainern Egon Madsen und Eric Gauthier.

lationen wie in einem choreografischen Puzzle ineinanderfügen. Auch “Äffi”, hinreißend verkörpert von William Moore, hat da seinen angestammten Platz – und auch die Kostproben der beiden Youngsters, Hoffnungsträger, wie er einmal einer gewesen ist: “Fingerspitzengefühl” von Demis Volpi und “Mäuse” von Louis Stiens. Statt “Kazimier’s Colours” (Mauro Bigonzetti) hätte ich mir lieber das “Niobe”- Solo von Marco Santi gewünscht, an dem sich Christian Spuck als Assistent beteiligt hat. Dafür steuert Douglas Lee mit “Aria” eine veritable Uraufführung bei, in dessen Künstlichkeit Katja Wünsche und William Moore immer wieder ihren ganzen Empfindungsreichtum einbringen. Unverzichtbar bei einer Gala made in Stuttgart: “Le Grand Pas de Deux”, bei der Spuck beinahe die Kuh zum Fliegen, besser gesagt: zum Tanzen bringt. Mit “Leonce und Lena” verabschiedet sich Christian Spuck von Stuttgart, ein Finale comme il faut. Er wird damit, daran besteht kein Zweifel, auch beim Publikum in Zürich gut ankommen.

Christian Spuck und das Stuttgarter Ballett © Stuttgarter Ballett

Damit es seine Interpreten nicht zu bunt treiben, hat Spuck immer wieder ernste Stücke dazwischen geschaltet, die an Schwärze nicht zu wünschen übrig lassen. So gleich zu Anfang ein Verführungstableau aus seinem ersten großen Erzählballett ”Lulu. Eine Monstertragödie” (mit Alicia Amatriain und Evan McKie in den Solopartien) und als Beispiel aus seinem jüngsten Abendfüller ”Das Fräulein von S.” der ganze zweite Akt, in dem sich kriminaltechnische Konstel-

Christian Spuck und Reid Anderson © Stuttgarter Ballett

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m Ende zieht Reid Anderson vor seinem künftigen Kollegen den Hut. ”Guten Abend Herr Christian Spuck, Herr Direktor”, sagt er und pointiert damit gleich zu Beginn der Veranstaltung einen Positionswechsel, der es in sich hat: Nach sechzehn Jahren ist mit seinem Engagement Schluss; seit Anfang der Saison amtiert der langjährige Haus-Choreograf des Stuttgarter Balletts als Spoerli-Nachfolger am Opernhaus Zürich. Ein entscheidender Vorgang, wie der Ballettintendant meint, und ein folgenreicher Weggang, weil ihn mit Katja Wünsche und William Moore zwei der talentiertesten Tänzer begleiten. ”Sie verlassen uns”, sagt Anderson, ”aber Sie nehmen etwas von uns mit, etwas Stuttgarterisches”. Und ist hin- und hergerissen, was seine Gefühle betrifft: ”Ich bin total glücklich-unglücklich.”

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Assis Carreiro © Sylvaine Poitau

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Dame Ninette de Valois celebrated at daylong symposium ‚COME DANCE WITH ME‘ presented by Irish Ballet Forum - Marks 85th anniversary of the establishment of The Abbey Theatre School of Ballet The first-ever symposium celebrating the Irish-born figurehead of world ballet Dame Ninette de Valois who founded both the Royal Ballet in Britain and the Abbey Theatre School of Ballet, will take place on Sunday, October 14th, 2012 at the Abbey Theatre. Presented by Irish Ballet Forum, ‚Come Dance with Me‘ is

a long overdue celebration of one of the most influential figures in the history of ballet is in acknowledgment of the 85th anniversary of the establishment of The Abbey Theatre School of Ballet and will see leaders from the world of dance gather at the symposium.

BUNDESJUGENDBALLETT Zum Auftakt seiner zweiten Spielzeit freut sich das BUNDESJUGENDBALLETT über einen prominenten Neuzugang: Madoka Sugai, Preisträgerin des diesjährigen »Prix de Lausanne«, wird die Compagnie für die Spielzeit 2012/2013 als Gasttänzerin unterstützen. Der 18-jährigen Japanerin stand als Gewinnerin des renommierten Tanzpreises die Tür zur Ballettwelt offen: auf ihren eigenen Wunsch hin tanzt sie nun mit einem Stipendium beim BUNDESJUGENDBALLETT. Madoka Sugai, Jahrgang 1994, erhielt ihre Ausbildung an der Sasaki Mika Ballet Academy in Yamato, Kanagawa Prefecture, bei Mika Sasaki und Mikio Ikehat. Seit ihrem zehnten Lebensjahr nimmt sie international an Wettbewerben teil. Im Mai gewann sie den »Grand prix« beim internationalen Wettbewerb »Chausson d’Or«.

Royal Academy of Dance

© Corbis www.fotosearch.com

wins funding for new ‘Dance for Lifelong Wellbeing’ project to deliver new creative learning opportunities in London. The Royal Academy of Dance (RAD’s) ‘Dance for Lifelong Wellbeing’ project has secured funding of £49,979 from the Skills Funding Agency as part of the new Community Learning Innovation Fund, to work with adult learners in the community and improve their health and wellbeing through dance. The four-stage project will improve access to high quality dance teaching for older learners with the aim of enhancing health and general wellbeing and promoting social inclusion. The project will include initial teacher training, outreach work, project evaluation and dissemination over a period of ten months and will provide six specialist dance teachers able to lead the development of adult dance practice in the London area.

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The Board of Directors of Royal Ballet Flanders and an international jury headed up by Serge Dorny, general director of Opera Lyon, chosed Assis Carreiro as new ballet director for the company. Assis Carreiro currently heads DanceEast, a dance organisation in England which she has developed over the last 13 years into one of the outstanding dance organisations in the UK. She takes up her post as artistic director at the start of September. She is embracing the challenge of further promoting the growth of this internationally renowned company and the only classically trained ballet company in Flanders, with its excellent dancers and team of staff on and behind the stage, as well as of supporting them in Flanders and on the international dance scene.

Staatsballett Berlin:

Zur neuen Spielzeit wurde Dinu Tamazlacaru zum Ersten Solisten befördert und Gevorg Asoyan zum Demi-Solisten. Lisa Breuker, Absolventin der Staatlichen Ballettschule Berlin, ist vom Elevinnenstatus in das Corps de ballet aufgestiegen. Das Staatsballett Berlin begrüßt neun neue Tänzerinnen und Tänzer in der Compagnie: Cécile Kaltenbach, Ilenia Montagnoli, Patricia Zhou sowie Carlo Di Lanno, Maxime Quiroga, Tommaso Renda und Michael Wagley wurden in das Corps de ballet engagiert, die Tänzerinnen Jordan Mullin und Alice Williamson als Elevinnen.

Nanine Linning

ist mit ihrer Choreografie Voice Over für den deutschen Theaterpreis Der Faust, einer der renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Theaterszene, nominiert. Gemeinsam mit der Dance Company Theater Osnabrück brachte Linning Voice Over in der Spielzeit 2011/12 im Theater am Domhof, Osnabrück zur Uraufführung.


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SEPTEMBER / OKTOBER 2012 • ISSN 1613 - 8988

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dance for you magazine 50th issue