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REPORT

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MITTWOCH, 26. SEPTEMBER 2007 | NR. 186

Ringen im Reinraum

Die Chiphersteller Intel und AMD liegen seit Jahren im Clinch. Jetzt entscheidet die EU, ob Marktführer Intel den Rivalen mit unfairen Mitteln kleinhält. zigen eigenen Produktionsstätten weltweit. 3 000 Menschen arbeiten in den mit High Tech vollgestopften Hallen, um Produkte wie den neuen Vierkern-Prozessor „Barcelona“ – vergleichbar mit der S-Klasse von Mercedes – zu bauen. Erst diesen Sommer gab EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes grünes Licht für Staatsbeihilfen von 262 Millionen Euro, mit denen AMD 565 neue Stellen in Dresden schafft. Sachsens Hauptstadt hatte sich lange sogar Hoffnungen auf ein drittes AMD-Werk gemacht. Weil in New York aber höhere Subventionen winken, hat sich AMD entschieden, die neue Fabrik dort zu bauen.

JOACHIM HOFER | MÜNCHEN

Es ist nur eine Kleinigkeit, ein winziges Detail. Doch bei Andrew Grove, dem legendären Chef des weltgrößten Chipkonzerns Intel, hat es sich offenbar tief eingegraben. Als er bei dem Unternehmen einsteigt, ist er der dritte Mitarbeiter. Doch sein Firmenausweis hat die Nummer vier. Möglicherweise ist dies eine Erklärung, warum Grove später niemandem so recht über den Weg traut. „Es ist wirklich wahr, nur die Wachsamen überleben“, schreibt er Mitte der 90er-Jahre in seinem Buch „Only the Paranoid Survive“. Und zu dieser Überlebensstrategie gehört auch die Erkenntnis: Jedes Unternehmen kommt immer wieder an einen Punkt, an dem es sein Geschäft radikal ändern muss. Sonst geht es unter. An solch einem Wendepunkt könnte Intel unter Vorstandschef Paul Otellini noch in diesem Herbst stehen. Die EU-Kommission wirft dem Unternehmen vor, seine Marktmacht jahrelang missbraucht und unfaire Geschäftspraktiken angewandt zu haben, um den Rivalen AMD kleinzuhalten. Intel droht eine hohe Geldstrafe. Wenn es ganz dick kommt, könnte die EU den Konzern auch dazu verpflichten, die engen Beziehungen zu seinen Kunden zu kappen. Bis Anfang Oktober haben die Juristen von Intel noch Zeit, auf die schweren Anschuldigungen aus Brüssel zu antworten. Damit geht der Prozessorenkrieg AMD gegen Intel in eine neue Runde. Die beiden Konzerne bekämpfen sich bereits seit Jahrzehnten bis aufs Messer. Es ist ein Duell wie das von David gegen Goliath: Gut 80 Prozent des Umsatzes mit Prozessoren – dem Gehirn eines jeden Computers – fließen in die Kassen von Intel. Im zweiten Quartal erzielte Intel 1,3 Milliarden Dollar Gewinn. Das ist fast genauso viel, wie AMD in derselben Zeit umsetzte. Schlimmer noch, der Intel-Herausforderer hat – wie schon so oft in der Vergangenheit – mit 600 Millionen Dollar einen hohen Verlust eingefahren. Kein Wunder, wenn das Top-Management des Konzerns sehnlich die Entscheidung der EU erwartet und sich davon Rückenwind erhofft. Nach außen gibt sich die Führungsmannschaft um AMD-Vorstandschef Hector Ruiz dieser Tage allerdings demonstrativ gelassen und spricht lieber über ganz andere Themen – etwa über den neuesten VierkernProzessor für Netzwerkrechner, den der Konzern im feinen Hotel AB Skipper am Hafen von Barcelona jüngst vorstellte. Weil die Entwickler den Hochleistungschip „Barcelona“ getauft haben, hat AMD-Vorstand Dirk Meyer Kunden und Journalisten in die katalanische Metropole eingeladen.

Foto: argum/Falk Heller

Zwischen allen Stühlen

Umkleideraum für Mitarbeiter in der Intel-Fabrik im irischen Leixlip: Das Image des Konzerns ist angekratzt, seitdem Juristen weltweit die Geschäftspraktiken von Intel untersuchen.

Es gibt jede Menge Lob für das neueste Produkt von AMD. „Dies ist ein guter Tag für die Branche“, sagt Joseph Reger, Technikvorstand des Münchener Computerbauers Fujitsu Siemens. Michael Dell, der Gründer und Chef des amerikanischen PCHerstellers Dell, bezeichnet AMD per Videoeinspielung als „Partner für weiteren Erfolg“.

Man sieht sich vor Gericht Die warmen Worte von Michael Dell dürften Meyer ganz besonders gefreut haben. Denn Dell gehört zu jenen Computerherstellern, die sich jahrelang weigerten, AMD-Chips einzubauen. Stattdessen setzte der zweitgrößte PC-Produzent ausschließlich auf die Produkte des Konkurrenten Intel. Das änderte sich erst im vergangenen Jahr. Fälle wie Dell waren es, die AMD dazu brachten, weltweit die Kartell-

behörden einzuschalten. Nicht nur in Europa, auch in Japan, Korea und den USA sind inzwischen Juristen damit beschäftigt, die Geschäftspraktiken von Intel unter die Lupe zu nehmen. In Korea, einem der wichtigsten Märkte Asiens für Chiphersteller, steht ein Urteil ebenfalls kurz bevor. Der Showdown in Brüssel ist der Höhepunkt einer Auseinandersetzung zweier Konzerne, die eigentlich die gleichen Wurzeln haben. Ehemalige Ingenieure des Halbleiterherstellers Fairchild Semiconductor haben die Unternehmen Ende der 60erJahre in Kalifornien aufgebaut. IntelGründer Bob Noyce war sogar einer der Geldgeber von Jerry Sanders, als dieser 1969 mit AMD anfing. Zudem sind die Rivalen über Lizenzabkommen seit je eng miteinander verbunden. Allerdings hat sich Intel im Laufe der Jahre wesentlich schneller und er-

folgreicher entwickelt als AMD. Zwar hatte auch Intel schwere Zeiten und musste mitunter mit roten Zahlen leben. Die Firma aus dem Silicon Valley führt die Liste der größten Halbleiterhersteller der Welt aber seit vielen Jahren an. Kein großer Wettbewerber ist auch nur annähernd so profitabel wie Intel mit seinem Logo „Intel inside“. AMD hingegen kam viel langsamer aus den Startlöchern und kämpft als kleiner Verfolger stets ums Überleben. Weil AMD auf anderem Weg keine Möglichkeit mehr sah, sich zur Wehr zu setzen, zog der Konzern vor zwei Jahren sämtliche Register: Im US-Staat Delaware reichte das Unternehmen eine Klage gegen Intel ein, in Europa beschwerte sich AMD bei der EU-Kommission. Der Konzern wirft Intel vor, Computerherstellern unverschämt hohe Rabatte zu gewähren, wenn sie so gut

wie alle Prozessoren von Intel beziehen. Zudem habe Intel den PC-Produzenten Geld gezahlt, damit sie die Einführung von Produkten mit AMD-Prozessoren verzögerten oder sich gar nicht erst auf Geschäfte mit dem kleineren Unternehmen einließen, heißt es bei AMD. Schließlich soll Intel wichtigen Kunden Prozessoren zu Dumpingpreisen angeboten haben, um AMD auszustechen. „Wir würden uns nicht so weit aus dem Fenster lehnen, wenn wir nicht sicher wären, dass wir richtig handeln“, ist Chef-Syndikus Tom McCoy überzeugt. Als Beweis, dass Intel auch den Handel manipuliert, verweist AMD gerne auf den Fall Mediamarkt/Saturn. Deutschlands größte Elektronikketten, die zum Metro-Konzern gehören, verkaufen bis heute nur Rechner mit Intel-Prozessoren. Ein Sprecher der Media Saturn Holding

in Ingolstadt will von einer Absprache mit Intel trotzdem nichts wissen: „Die Geschäftsführer der einzelnen Märkte kaufen dezentral ein.“ Intel selbst beteuert seine Unschuld. „Wir sind noch nie in einem Kartellverfahren unterlegen“, sagt ein Unternehmenssprecher. Der Konzern habe sich stets an die Gesetze gehalten. Intels Chefjurist Bruce Sewell gibt sich ebenfalls siegessicher: „Es gibt überzeugende Beweise, dass diese Branche funktioniert und sehr wettbewerbsintensiv ist.“ Der Ausgang des Verfahrens in Brüssel ist nicht nur für AMD und Intel von großer Bedeutung, sondern auch für den Standort Dresden. Würde Intel in die Schranken gewiesen, bekämen die AMD-Werke in Dresden möglicherweise neue Aufträge. Am Rand der sächsischen Landeshauptstadt betreiben die Amerikaner zwei riesige Fabriken – ihre ein-

Die Computerindustrie sitzt im Streit zwischen Intel und AMD zwischen allen Stühlen. Sie ist auf AMD angewiesen, um ein Intel-Monopol abzuwenden. „Zusammen mit AMD wollen wir unser Geschäft mit Servern ausbauen“, sagt etwa IBM-Manager Stefan Bürkli. Und Fujitsu-Siemens-Manager Reger ergänzt: Man brauche die Auswahl zwischen zwei Lieferanten. Einerseits. Andererseits kommen Computerhersteller und -händler ohne Intel nicht aus. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen Insider, dass angesichts der schmalen Margen die Anbieter ohne die Unterstützung des Chipproduzenten in Schwierigkeiten kommen würden. Ob für die Vorbereitung großer Messen oder für Marketingaktionen, das Geld von Intel kann jeder gut gebrauchen. Seit Jahren ist der Konzern einer der größten Werbetreibenden in der Branche. In Japan haben Intels Vorstellungen von exklusiver Kundenbindung schon vor zwei Jahren für Furore gesorgt. Damals hat die Wettbewerbsbehörde dem kalifornischen Unternehmen verboten, Computerherstellern Rabatte anzubieten, wenn diese auf Konkurrenzprodukte verzichteten. Intel stoppte die Aktion, ohne jedoch eine Schuld einzugestehen. Derzeit sieht es so aus, als könnte AMD auch ohne Unterstützung aus Brüssel Boden gegenüber dem großen Rivalen gutmachen. Im zweiten Quartal kletterte der Marktanteil um 2,5 Prozentpunkte auf 13,4 Prozent. Intel reagiert einstweilen auf die Bedrohung aus Brüssel genauso wie auf die Marktanteilsgewinne von AMD: mit neuen Produkten. So hat Intel-Chef Otellini vergangene Woche in Kalifornien den jüngsten Chip aus seinem Haus vorgestellt: „Die Transistoren darauf sind so klein, dass mehr als vier Millionen auf einen Punkt passen, wie er am Ende dieses Satzes steht.“ Das ist eine Weltklasse-Leistung, loben Experten. Offenbar hat Intel nichts von der Wachsamkeit verloren, die Andrew Grove stets forderte.

Couture für jedes Kaliber Der Kolumbianer Miguel Caballero hat eine Marktlücke entdeckt: Er schneidert schusssichere Mode für Politiker, Promis und jedermann. cke Ohrenschützer aufsetzen muss. Dann richtet Caballero den Revolver in fünf Zentimeter Entfernung auf den Bauch des Mitarbeiters, links vom Nabel, und zählt laut: „Uno, dos, tres“ – ein gewaltiger Knall, dann steigt Rauch aus dem Einschussloch der versengten Jacke, doch dem Mitarbeiter geht es bestens: „Ich habe kaum einen Schlag verspürt“, sagt er, und schon reißt ihm sein Chef die Jacke auf, zerrt das T-Shirt hoch und entblößt den unversehrten Bauch des Buchhalters. „Nicht mal eine rote

Wenn Gonzalo Guillén seine Wohnung im Norden von Bogotá verlässt, zieht er immer die gleiche Jacke an. Egal, ob es regnet oder die Sonne scheint, der 52-Jährige streift seine dunkelbraune Wildlederjacke über. Guillén ist Korrespondent der USZeitung „Miami Herald“ und das modische Kleidungsstück so etwas wie seine Lebensversicherung. Seit der Reporter über die Verbindungen der Regierung von Staatschef Álvaro Uribe zu den ultrarechten Paramilitärs schreibt, erhält er anonyme Morddrohungen. „Aber in der Jacke fühle ich mich sicher.“ Guilléns Leben schützt eine leichte und biegsame Einlage aus Nylon, Aramid und Polyethylen, die unsichtbar in das Futter eingearbeitet ist. In der Lederjacke würde er ein Attentat mit einer Maschinenpistole aus kurzer Entfernung überleben. Guillén ist Kunde von Miguel Caballero. Und der hat eine Marktlücke entdeckt. Der Modemacher aus Kolumbien schneidert schusssichere Mode für Promis und jedermann – Couture für jedes Kaliber. Zum Münchener Oktoberfest ist jetzt auch ein schusssicheres Dirndl geplant, das Caballero Anfang Oktober vorstellen will. Auch das wird der Schneider in bewährter Manier testen – an einem seiner Mitarbeiter. An diesem Sommertag hat es einen Buchhalter erwischt, der eine von Caballeros Jacken anziehen, sich vor den Chef stellen und di-

Stelle ist zu sehen“, triumphiert Caballero. Dann greift er zu einer Pinzette und pult aus der Jacke ein noch heißes Stück Blei heraus. „Der Nächste bitte“, ruft Caballero und schaut seine Mitarbeiter erwartungsvoll an. Kein Arm hebt sich. Caballero, klein, kräftig und verschmitzt liebt die Selbstinszenierung und die seiner Schussproben. Sie sind in seinem Unternehmen Einstellungsvoraussetzung. „Jeder, der neu bei mir anfängt, muss da durch“, sagt der 39-Jährige. Derzeit muss Cabal-

lero ziemlich oft zum Revolver greifen, denn sein Geschäft boomt. „Ich komme kaum nach mit der Produktion, und schauen Sie sich um, alles zu eng hier“, klagt er mit einem Lächeln, dreht sich im Kreis und zeigt auf mehrere Dutzend Näherinnen in blauen Kitteln, die unter Neonröhren und dicht gedrängt an Pfaff-Nähmaschinen von der schussfesten Polizeiweste bis zum gepanzerten Designeranzug, von der kugelresistenten Krawatte bis zur schusssicheren Soutane schon alles geschneidert haben.

Foto: Bloomberg/Marcelo Salinas

KLAUS EHRINGFELD | BOGOTA

Hier prüft der Chef selbst: Miguel Caballero (rechts) testet seine Kleidungsstücke auf Schusssicherheit.

Mit vier Angestellten und zehn von seiner Mutter geliehenen Dollar machte Caballero sich vor 15 Jahren selbstständig. Im ersten Jahr setzte er 17 000 Dollar um. Heute arbeiten in seinem Unternehmen 130 Näher, Designer, Verkäufer, Waffenexperten, und der Umsatz liegt bei fünf Millionen Dollar. Caballero: „Dieses Jahr peilen wir sieben Millionen an.“ Die Geschäftsidee kam ihm an der Universität. Caballero studierte Betriebswirtschaft, aber die Theorie lag ihm nicht so sehr. So sann er in den Vorlesungen darüber nach, wie man kugelsichere Westen schlanker, leichter und unauffälliger machen könnte. Ihm waren die Leibwächter einer Kommilitonin aufgefallen, die keine Schusswesten trugen, weil sie ihnen zu schwer und unbequem waren. Caballero nahm sich eine Weste vor, tüftelte und schichtete die Stoffe um. Über die Jahre verfeinerte er seine Formel und schaffte es, herkömmliche Schusswesten von fünf auf einen Kilo abzuspecken. Wie lautet diese Formel für die Kleidung, in der man ein Attentat überlebt? „Glauben Sie, Coca-Cola verrät sein Rezept“, sagt er wie aus der Pistole geschossen. Nur so viel gibt er preis: Alle sechs Monate muss er aufs Neue über die Anordnung von Nylon, Aramid und Polyethylen nachdenken. „Ständig werden neue Waffen entwickelt.“ Deswegen garantiert er die Schusssicherheit seiner Kleidung nur zwei Jahre. Insgesamt 300 verschiedene Produkte hat er im Angebot – für 300 bis 3 000 Dollar.

Der Markt für Hochsicherheitsmode, denen man ihr Geheimnis nicht ansieht, wächst rasant. Waren am Anfang vor allem Polizisten und Sicherheitsbeamte die Kunden von Caballero, rüstet er heute rund um den Globus Prominenz aus Politik, Adel und Showgeschäft aus. Hollywood-Schauspieler wie Steven Seagal kaufen bei ihm ein ebenso wie die Hälfte der Staatsoberhäupter aus Lateinamerika. Kolumbiens Präsident trägt bei öffentlichen Auftritten stets ein weißes Oberhemd aus Caballeros Fabrikation. Und Venezuelas Staatschef Hugo Chávez hat in Bogotá gleich 50 Kleidungsstücke anfertigen lassen. Auch Spaniens Thronfolger Felipe und seine Gattin Letizia schwören auf tragbare Sicherheit made in Colombia.

Gehütet wie ein Staatsgeheimnis Caballeros Kreativabteilung bastelt ständig an neuen Ideen oder der Umsetzung der absurdesten Wünsche: Kugelsichere Kimonos, gepanzerte Bettdecken, geschütztes Outfit für Rap-Musiker und mexikanische Polka-Kapellen. Inzwischen haben sich die Fähigkeiten Caballeros bis Deutschland herumgesprochen. Das Amt für Wirtschaftsförderung im Kreis Neuss hat den Schneider zu einer Modenschau eingeladen. Man muss vermutlich Kolumbianer sein, um auf die Idee zu kommen, kugelfeste Mode zu schneidern. „Wir sind mit Gewalt, Krieg, Tod und Entführung großgeworden“, erzählt Caballero. Doch sein krisengeschüttel-

tes Land und selbst Lateinamerika sind ihm längst zu klein geworden. „Russland, Indien und der Nahe Osten“, raunt er. „Da liegen die wahren Wachstumsmärkte.“ Auf einer Weltkarte gegenüber seines Büros hat er mit orangefarbenen Fähnchen die Orte markiert, wo seine Vertreter sitzen. Amerika und Europa sind schon Caballero-Land. Aber in ganz Asien steckt nur ein einziges Fähnchen. Caballero weiß, dass er mit der Angst der Menschen sein Geld verdient: „Wir sind aber nicht das Problem, wir sind die Lösung.“ Heute liefert er seine Lösungen in 22 Länder, und 87 Prozent seines Umsatzes macht er inzwischen im Ausland. Ideal sind für ihn Märkte wie Mexiko, wo es viele Millionäre und Neureiche gibt, die gerne zeigen, was sie haben. In einem der Reichenviertel von Mexiko-Stadt hat er auch sein bisher einziges Geschäft außerhalb Kolumbiens eröffnet – zwischen Hugo Boss und einem Anbieter von Autopanzerungen. In einem dicken Ordner bewahrt Miguel Caballero das auf, was er den „Club der Überlebenden“ nennt – eine Sammlung zumeist handgeschriebener Danksagungen von Polizisten, Sicherheitskräften oder von Soldaten wie Álvaro Villamizal. Auf anderthalb Seiten beschreibt er ein Gefecht mit der kolumbianischen Linksguerilla FARC, in das er verwickelt war. Ein Schuss traf ihn dabei in den Rücken: „Ich kam mit dem Leben davon“, schreibt Villamiza, „dank Gott und ihrer Weste.“

Miguel Caballero en Alemania  

Publicación en diario Aleman, sobre Miguel Caballero.

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