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Wie schnell doch die Zeit vergeht! „Was, das ist schon wieder zehn Jahre her.“ So oder ähnlich reagieren Beschäftigte, Angehörige sowie Vertreter aus Wirtschaft und Politik, wenn sie darauf angesprochen werden, dass die Haindlschen Papierfabriken und damit auch das Werk in Schongau (Foto auf der Titelseite) im Mai 2001 an den finnischen Konzern UPM-Kymmene verkauft worden sind. Wie schnell die Zeit vergeht! Anlass für Rück- und Ausblick in dieser „altlandkreis“Ausgabe. Für einen Rückblick mit dem früheren Gesellschafter und Haindl-Geschäftsführer Fritz Holzhey. Er war ebenso wie sein älterer Bruder Georg 2001 entschieden dagegen, das Familienunternehmen zu verkaufen. Beide konnten sich aber gegenüber der Mehrheit der Gesellschafter nicht durchsetzen. Einen Ausblick gibt Werksleiter Winfried Schaur. Der Schongauer übt seit Herbst 2007 diese Funktion aus. Zu Wort kommt auch der Vorsitzende des Betriebsrates. In die Freude darüber, dass die Schongauer Papierfabrik personell und technisch gut aufgestellt ist, mischt sich laut Christian Wegele bei den Beschäftigten auch ein Unbehagen. Damit meint er, dass UPMKymmene die Unternehmen Myllykoski und Rhein Papier übernehmen möchte. EU-Behörden prüfen derzeit, ob dieser Kauf kartellrechtlich in Ordnung geht. Mit dem Erwerb von Myllykoski gehören auch die Papierfabriken in Ettringen und in Landau zu UPM-Kymmene. Der Betriebsratsvorsitzende sieht die regionale Dichte der Papierfabriken in Südbayern durchaus mit Sorgenfalten.

Klar: Das Unternehmen erhofft sich Synergieeffekte, um Kosten einzusparen. Für die Nachfrage bei Magazinpapier mag es noch günstige Prognosen geben. Der Wettbewerb im Bereich Zeitungsdruckpapier ist aber hart. Zumal Auflagen und Umfänge der Tageszeitungen stagnieren. Ein wesentlicher Faktor für das Werk in Schongau sind die Energiekosten. Da ist schon gewaltig an den Stellschrauben angesetzt worden. Die Energieeffizienz zu verbessern, ist ein beständiger Prozess. Mehr als jedes andere Unternehmen spürt die Papierfabrik einen Anstieg der Energiekosten — immerhin benötigt sie zwei Drittel (!) der gesamten Strommenge im Landkreis Weilheim-Schongau. An dieser Stelle soll kein Loblied auf günstigen Atomstrom angestimmt werden. Aber ein emotionalrasanter Kurswechsel anti Atomkraft hätte in unserer Region gravierende Folgen. Bleibt zu hoffen, dass die Neuausrichtung überlegt und nicht überhastet erfolgt. So kann nicht zuletzt die Papierfabrik vor einem rasanten Anstieg des Strompreises verschont bleiben. 2011: Zehn Jahre UPM-Kymmene in Schongau. Und nächstes Jahr: 125 Jahre Papierindustrie in Schongau. Wie schnell doch die Zeit vergeht! Johannes Jais

> > > AUS DEM INHALT Seite 6 Ein einschneidendes Ereignis: Für Schongau und erst recht für Fritz Holzhey

Seite 21 Ein Blick in den neuen Probenraum: Wo der Dirigent rot sieht

Seite 8 Single-Börse: „Es gibt nichts zu verlieren außer einsame Sonntage“

Seite 22 Punkt, Punkt, Punkt: Wie Claudia Deininger das Kommando führt

Seite 9 Zur Sache, Frau Schlögel: Die Kreisbäuerin beim Gespräch auf der roten Couch

Seite 24 Heimaträtsel: Drei politische Schwergewichte aus dem „altlandkreis“

Seite 14 Kampfsport Karate: So entwickelt sich die TSV-Abteilung

Seite 26 SONDERBERICHT Wo (tagelang) die Musik spielt: Das große Stelldichein in Wildsteig

Seite 16 Das sind die drei Säulen bei der Firma Enzensberger Keramik + Stein

Seite 30 Bei den Blütentagen: Zur Natur gesellt sich die kulturelle Vielfalt

Seite 18 Berufsschul-Frust vermeiden: Mit kleinen Klassen und intensiver Betreuung

Seite 32 Allerlei im „altlandkreis“: Vom Vortrag über’s Erben bis zum Theaterspiel

Seite 20 Zur „Messias“-Aufführung: Über eine Konzerteinführung, die Schule macht

Seite 39 Wo wann was los ist: Der Veranstaltungskalender für Mai und Juni

> > > SO ERREICHEN SIE DEN „ALTLANDKREIS“ Anschrift „der altlandkreis“ Birkland 40 86971 Peiting Tel.: 08869 / 91 22-16 Fax: 08869 / 91 22-17

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Das Impressum finden Sie auf Seite 13.

mai / juni 2011 | 3

der altlandkreis | Ausgabe 5 | Mai/Juni 2011  

der altlandkreis - Das neue Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel mit Veranstaltungskalender für 2 Monate

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