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Wenn Regionsvorsitzender Neupfleger aufhört

Ummodeln bei der Gewerkschaft Weilheim-Schongau / Hohenpeißenberg | Die Strukturen werden umgemodelt, wenn Manfred Neupfleger als Regionsvorsitzender beim DGB Oberland Ende April aufhört. Danach gibt es vor Ort keinen DGB-Gewerkschaftssekretär mehr für die Landkreise Weilheim-Schongau, Garmisch-

in München arbeitet und im Ostallgäu zu Hause ist, im Bereich Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen der Ansprechpartner. Das DGB-Büro am Bahnhofsplatz in Weilheim wird Ende September aufgelöst. Betroffen davon ist auch die Mitarbeiterin, die knapp 30 Stunden pro Woche im Sekretariat gearbeitet hat. Wenige Tage nach seinem 61. Geburtstag scheidet Neupfleger als hauptamtlicher Mitarbeiter beim DGB aus. Wenn er am 1. Mai bei der Kundgebung in Hausham bei Miesbach spricht, tut er dies schon in ehrenamtlicher Funktion. Damit schließt sich der Kreis. Als Neupfleger im Jahr 1998 in der Nachfolge von Hans Hahn (Peiting) die Stelle des DGB-Kreisvorsitzenden antrat, hielt er seine erste Kundgebung als Ab Mai (nur noch) ehrenamtlich beim DGB Hauptamtlicher ebenfalls tätig: Manfred Neupfleger. in Hausham. Neupfleger, ein gebürtiPartenkirchen, Bad Tölz-Wolfrats- ger Schongauer, arbeitete bei der hausen und Miesbach, wo der Firma Vatter in Altenstadt und war Gewerkschaftsbund zirka 20 000 dort Betriebsrat, ehe er die LaufMitglieder hat. Künftig ist Karl- bahn des Gewerkschaftssekretärs heinz Schmidt, der beim DGB einschlug. Von 1982 bis 1994 war

er für Arbeitnehmer im Bereich Gartenbau sowie Land- und Forstwirtschaft Ansprechpartner. Da konnte er noch Stallgeruch annehmen, als er etwa bei den Bediensteten des Spitalhofs Kempten zu Fragen der Schichtarbeit vor Ort weilte. 1995 zog es ihn nach Rosenheim. Dort war er zwei Jahren bei der IG Bau. 1998 kam er wieder in heimatliche Gefilde. Seit sechs Jahren wohnt er in Hohenpeißenberg, wo er vor kurzem den Vorsitz bei der Tennisabteilung übernommen hat. Bundesweit für Furore gesorgt hatte Neupfleger vor acht Jahren, als er wegen der Agenda 2010 des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder als erster hauptamtlicher DGB-Funktionär das SPD-Parteibuch zurückgab. In diesem Schritt sah er sich bestärkt, weil der Schongauer Ortsverein seiner Ansicht nach der sozialpolitischen Debatte nur wenig Aufmerksamkeit beigemessen hatte. Was Neupfleger, der sich als Ehrenamtlicher in der Region weiter einbringen möchte, seinem Nachfolger Karlheinz Schmidt und den Mitstreitern wünscht? „Standfestigkeit“. Und die „Bereitschaft, den Finger in offene Wunden zu legen“.

mai / juni 2011 | 25

der altlandkreis | Ausgabe 5 | Mai/Juni 2011  

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