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52 Beiträge aus den Betrieben der Michel Gruppe zum

Jubiläum 1918 – 2018


FORTSCHRIT T AUS TR ADITION

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Aus der Familientradition mit der Bevölkerung in die Zukunft Die Institution am Fuss der Reichenbachfälle feiert das hundertjährige Bestehen mit einer Artikelserie in diesem Medium. Verwaltungsratspräsident Andreas Michel erklärt, was sonst noch geplant ist. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Seit die erste Patientin am 8. Januar 1919 aufgenommen wurde, liegt der Fokus der Privatklinik Meiringen auf der Bevölkerung. Dies wird auch während des anbrechenden Jubiläumsjahrs nicht anders sein. Die Festlichkeiten mit der Öffentlichkeit zu teilen, ist ein zentrales Anliegen der Michel Gruppe AG, die heute unter anderem die Privatklinik Meiringen betreibt. Dies tut sie unter anderem mit einer Artikelserie. Während eines Jahres wird diese jede 2 | Jubiläum 1918 – 2018

Woche Einblick in Hintergründe, Persönlichkeiten, Zukunftsvisionen oder die Geschichte der Institution am Fuss der Reichenbachfälle geben.

Ganzheitlich

«Es gibt viele spannende Facetten der Privatklinik Meiringen, welche heute meist vergessen sind», verspricht Andreas Michel. Dass bei­spielsweise anfänglich nur Frauen aufgenommen wurden und dass diese vorwiegend verwahrt und beschäftigt wurden, weil bis in den Fünfzigerjahren die Mittel und Methoden zu einer tiefer greifenden Behandlung fehlten.

«Heute verfügen wird über eine sehr breite Palette an Therapien, Behandlungen und Präventionsmassnahmen», erklärt der CEO. Um einen Einblick in den grossen Kosmos der Michel Gruppe zu geben, werden die bewährten Jahresaktivitäten noch stärker für die Öffentlichkeit geöffnet. «Ein grösseres Fest, wie wir dies beim 90-Jahr-Jubiläum veranstaltet hatten, wird es nicht geben», erläutert Andreas Michel hingegen. Dass dieses im 2008 bedeutender war, hatte vor allem damit zu tun, dass sein Vater damals als Repräsentant der zweiten Genera­ tion dabei sein konnte.

Die Michel Gruppe feiert ihr hundertjähriges Jubiläum zusammen mit der Bevölkerung. Aus diesem Grund erscheint im Anzeiger Berner Oberland jede Woche ein Portrait, ein Hintergrundartikel oder ein Bericht über die Festaktivitäten der unterschiedlichen Betriebszweige in Meiringen, am Hasliberg, in Ringgenberg oder Interlaken.

Neue Leistungsvereinbarung

Mehr Hintergründe, mehr Infos zu den einzelnen Angeboten, mehr Einblick in die Arbeit der Fachspezialisten – mit diesem Konzept kommt die Bevölkerung im Jubiläums­ jahr noch näher ran an die Michel Gruppe AG. «Wir zeigen, wie wir den Leistungsverein­ barungen entsprechen, die aktuell neu unterzeichnet werden, und ihr sogar einige Schritte voraus sind», kündet Andreas Michel an. Im Bereich der Psychiatrie gebe es keine knochenbruchklaren Diagnosen und einfache Patentrezepte zur Heilung, sagt er. «Bei uns geht es meist um das Innerste des Menschen, da braucht es immer mehr ganzheitliche Ansätze, bei denen auch das Umfeld einbe­zogen wird.» Nr. 160508, online seit: 4. Januar – 09.00 Uhr

Andreas Michel, CEO und Verwaltungsratspräsident der Michel Gruppe AG

Bild oben: Der Meiringer Andreas Michel vertritt die dritte Generation in der operativen Leitung seit der Gründung vor bald hundert Jahren. Fotos: Patrick Schmed

Andreas Michel leitet die AG seit 1993 und feiert somit sein 25-jähriges Dienstjubiläum. Zusammen mit zwei Cousins repräsentiert er die drei Familienstämme im Verwaltungsrat. Der zum Master in Business Administration ausgebildete Betriebswirtschafter arbeitete zuvor im Management bei General Motors. Er ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter und eines Sohns. Die Nachfolge der vierten Generation in der Familientradition ist ein Thema, mit dem sich auch der CEO und VR-Präsident in den nächsten Jahren beschäftigen wird.

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Regionales Kompetenzcenter für erfolgreiche Rehabilitation Sieben Fachärzte sowie ein kompetentes Pflege-, Physiotherapie- und Psychologenteam sorgen dafür, dass es nach Unfällen und Operationen wieder aufwärts geht. Der Leiter der Rehaklinik Hasliberg Dr. Salih Muminagic erklärt das wegweisende Konzept. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Wenn ich gewusst

hätte, dass der Schmerz so rasch weg wäre und ich mich wieder normal bewegen kann, hätte ich mein Knie schon lange operieren lassen» – ähnliche Aussagen hören Salih Muminagic und sein Ärzteteam oft in der Rehaklinik Hasliberg. Nach der Implementierung einer Knieprothesen, aber auch nach Meniskus- und Kreuzbandopera­ tionen fördert die anschliessende Rehabilitation den Behandlungserfolg sehr stark. Dafür seien die Bedingungen im Hasliberg ideal, erklärt der Chefarzt. Bei Komplikationen könne rasch reagiert werden, zudem arbeiten auch Spezialis­ tinnen und Spezialisten anderer Fachrichtungen interdisziplinär am Gesundungsprozess mit.

Schmerzen treiben zum Handeln

«Die Knorpel eines Gelenks können sich bei Abnutzung oder Schädigung leider nicht regenerieren», erklärt Salih Muminagic. Dies führe dazu, dass im Knie oder bei der Hüfte Beschwerden auftreten, wenn die elastischen Puffer durch Unfälle, Rheuma oder altersbedingter Abnutzung dünner werden. Manchmal helfen Bewegungs- und Physiotherapie, Gewichtskontrolle oder Medikamente. Doch wenn Knochen auf Knochen reibt, 4 | Jubiläum 1918 – 2018

kann nur eine Gelenkprothese die gewünschte Lebensqualität und Mobilität zurückbringen. Moderne Prothesen bestehen aus Metall- und Kunststoffkomponenten und sind äusserst langlebig. Die Operation ist heute mit wenigen Risiken verbunden, vor allem, wenn die Klinik über eine Abteilung zur Rehabilitation verfügt.

Reha beschleunigt Heilung

«Schon am zweiten Tag nach der Operation können in der heutigen Zeit die meisten Patientinnen und Patienten mobilisiert werden», erklärt Salih Muminagic das vielfach bewährte Vorgehen bei der Rehabiliatation. Trotz Gehhilfen oder Schienen die Muskeln zu erhalten und zu fördern, ist das wichtigste Ziel. In der Phase ist die Stabilisation des Gelenks angesagt, dafür gibt es spezifische physiothe­ rapeutische Einzel- und Gruppentherapien. Ungefähr sechs Wochen nach der Operation sind die Patientinnen und Patienten in der Regel in ihrem gewohnten zu Hause und arbeiten weiter an der Beweglichkeit und Ausdauer. Und auch wenn die Gehhilfen weg sind, bleiben Salih Muminagic und sein Team als Stützen an der Seite der Rehabilitierten und bieten bei Bedarf weitere ambulante Konsultationen und Therapien. Nr. 160539, online seit: 11. Januar – 09.00 Uhr

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Drei Generationen und mehr im Dienst der Gesundheit Seit 1945 ist die Privatklinik Meiringen als Aktiengesellschaft im Familienbesitz etabliert. Mit visionärem Geist stellt der Verwaltungsrat Gesundheitsleistungen sicher aber auch regionale Arbeitsplätze.

HINWEIS

Breite fachärztliche Kompetenz am Hasliberg

19. Januar Am Freitag, turnier ausch-Jass findet das Pl n statt. ge inik Meirin der Privatkl nnen kö n te en ss Intere Website sich auf der anmelden.

Die Rehaklinik Hasliberg als Teil der Michel Gruppe bietet die einmalige Kombination von muskuloskelettalen und psychosomatischen Behandlungsmethoden an. Folgende Fachärzte unterstützen die Genesung in diesen beiden Geschäftsbereichen: – Physikalische Medizin und Rehabilitation – Orthopädie – Rheumatologie – Innere Medizin – Allgemeinmedizin – Psychosomatische und psychosoziale Medizin – Psychiatrie und Psychotherapie

Bild links: Chefarzt Salih Muminagic leitet die Rehaklinik und ist gleichzeitig als Facharzt für Physikalische Medizin und Rehabilitation sowie Psychosomatik tätig. Bild rechts: Andreas Michel (links) ist froh, mit Salih Muminagic einen erfahrenen Facharzt, eine angesehene Kapazität und einen operativ geschickten Leiter der Rehaklinik an seiner Seite zu haben. Fotos: Patrick Schmed

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Auch wenn im

Schweizer Gesundheitssystem öffentlich subventionierte Spitäler und Kliniken die Regel sind, kennt die Schweiz zahlreiche Beispiele von etablierten privaten Institutionen. Eine davon ist die Privatklinik Meiringen als Teil der Michel Gruppe AG. Gegründet wurde sie vor bald hundert Jahren von Fritz Michel-Moser. Bei seiner Arbeit in den psychiatrischen Kliniken Münsingen und Waldau erkannte er grossen Platzmangel, gleichzeitig zählte er mehrere leerstehende Hotels in Meiringen. Mit dem Ziel, an beiden Orten eine Verbesserung zu erreichen, gründete er in einem Williger Hotel die Privatklinik Meiringen. Zusammen mit diversen Chefärztinnen und -ärzten leitete der visionäre Unternehmer sie bis zum Jahr 1945. Nach seinem Tod führten die Witwe und ihre drei Söhne den Betrieb in eine Aktiengesellschaft über.

Immer schon im Privatbesitz

«Die Privatklinik Meiringen war über drei Generationen immer im Familienbesitz», erklärt Andreas Michel, der heutige CEO und Ver-

waltungsratspräsident der Michel Gruppe AG. Er kennt andere ähnliche Institutionen in der Schweiz, doch ist ihm bewusst, dass «seine» Klinik während über zwanzig Jahren einen Sonderstatus innehatte. «Bevor private und öffentliche Spitäler in der Finanzierung gleichgestellt wurden, hatte die Privatklinik Meiringen im Rahmen der Grundversorgung einen öffentlich-rechtlichen Auftrag.» Mit Einführung des neuen Spitalversorgungsgesetzes und der neuen Spitallisten im 2012 gibt es keinen Unterschied mehr zwischen privat oder öffentlich – alle anerkannten Institutionen erhalten anteilsmässig die gleichen Tarife durch Kanton und Krankenkassen.

Für die Region da sein

Ob privat oder nicht – am Ende stellen die Spitäler und Kliniken vor Ort wichtige Dienstleistungen für die Bevölkerung sicher. Trotz Zentralisierungsbestrebungen darf nicht vergessen werden, dass damit auch Arbeitsplätze in der Region erhalten werden. In der Zwischenzeit ist die Michel Gruppe AG zu einem der grösseren Arbeitgeber im Berner Oberland angewachsen. Umso wichtiger sind die Entscheide des Verwaltungsrats, dessen Blick häufig in die Zukunft gerichtet ist. Sogar bis in die nächste Generation. «Der Nach-

folgeprozess ist aufgegleist», erklärt Andreas Michel. «Die tatsächliche Übergabe braucht aber noch Zeit zum Reifen.» Dies vor allem deshalb, weil die Töchter und Söhne der drei Familienstämme derzeit noch nicht älter als 28 Jahre sind. Nr. 160540, online seit: 18. Januar – 09.00 Uhr

Der heutige Verwaltungsrat Der Verwaltungsrat der Michel Gruppe AG setzt sich wie folgt zusammen: – Andreas Michel, lic. rer. pol., Präsident, Willigen – Alexander Michel, dipl. Ing. Agr. HTL, Vizepräsident, Meiringen – Peter Schmid, Fürsprecher, ehemaliger Regierungsrat, Münchenbuchsee – Peter Oeschger, Dr. phil., Ringgenberg – Kaspar Michel, dipl. Phys. EPFL, Fribourg – Markus Dürr, Dr. med. vet., ehemaliger Regierungsrat, Malters LU

Bild: Der Verwaltungsrat besteht aus Mitgliedern aller drei Familienstämme und externen Fachleuten – Peter Schmid, Kaspar Michel, Andreas Michel, Xander Michel, Markus Dürr, Peter Oeschger (vlnr). Foto: Juck Egli

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

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Was zählt, sind marktgerechte Dienstleistungen

Mit Psychosomatik Unerklärliches ergründen

Unter dem gemeinsamen Dach sind richtige Dienstleistungsketten zusammengefasst. Einige der guten Geister wirken im Hintergrund, andere werden erst wahrgenommen, wenn man sie unerwarteterweise sieht oder benötigt.

Wenn Schmerzen und Störungen auftreten, die nicht alleine körperlich bedingt sind, decken die Spezialisten der Rehaklinik häufig psychische Ursachen auf. Mit deren Behandlung können die Betroffenen im Alltag wieder Land gewinnen.

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Wenn man von Dienstleistungen spricht, denkt man bei einer psychiatrischen Klinik wohl zuerst an die Kernkompetenz des Heilens und Linderns von geistigen Leiden. In der psychiatrischen Klinik Meiringen und der Rehaklinik Hasliberg setzt man auf bewährte Kapazitäten, die am Puls der Wissenschaft agieren. Hervorzuheben sind unter anderem der ehemalige ärztliche Direktor Prof. Dr. med. Michael Soyka, eine Kapazität in Sachen Suchtbekämpfung. Sein Nachfolger Professor Dr. med. Thomas J. Müller ist eine anerkannte Grösse im Gebiet der Behandlung von Depressionen, der stellvertretende ärztliche Direktor PD Dr. med. Jochen Mutschler trägt mit dem Aufbau des Zentrums für Verhaltenssüchte zum guten Ruf der Institution bei und Chefärztin Dr. med. Barbara Hochstrasser baute in Manier einer Pionierin die Burnout-Klinik am Hasliberg auf. Die leitenden Ärzte setzen sich mit dem Chefarzt der Rehaklinik Hasliberg Dr. med. Salih Muminagic dafür ein, dass der Aufenthalt in Hinblick auf die Genesung möglichst erfolgreich verläuft. Dabei werden sie von zahlreichen Fachleuten anderer Disziplinen unterstützt. 6 | Jubiläum 1918 – 2018

Wo möglich teilen

Sicherheit, Bau, Technik, Informationsund Kommunikationstechnologie, Finanzen, Personal, Kommunikation, Qualitätsmanagement, Wäscherei oder auch die Kindertagesstätte – diese und weitere Dienstleistungen gehören ebenfalls zum Angebot der Michel Gruppe AG. Sie haben zwar nicht direkt mit der Medizin, der Pflege, den Therapien oder der Hotellerie zu tun, unterstützen diese Bereiche aber tatkräftig. Unter anderem mit Gastgeberqualitäten, welche den Hotelkomfort der Privatklinik, Rehaklinik Hasliberg und der Wohnheime gewährleisten. «Wo immer möglich, haben wir diese Dienstleistungen vom Kernprozess abgekoppelt», führt Andreas Michel, CEO der Michel Gruppe AG, aus. «Damit können wir sie auch für Dritte anbieten und damt die Fixkosten senken, indem wir sie auf mehrere Firmen aufteilen.»

Zum Beispiel Informatik

Ein Paradebeispiel ist die Informations- und Kommunikationstechnologie, abgekürzt ICT. Deren Leiter Markus Durrer sorgt sich nicht nur um die Bedürfnisse der Michel Gruppe, sondern unter anderem auch für die Stiftung Alpbach. «Wir nutzen verschiedene Synergien, und beide Firmen können effizienter arbei-

ten», erklärt Andreas Michel die Hintergründe. Als Geschäftsführer weiss er, wie wichtig die Kernkompetenzen sind, schätzt aber auch die Beiträge aller kleinen Heinzelmännchen rundherum. Auch die, welche genau dann zum Einsatz kommen, wenn man sie am dringendsten braucht – und sei es auch der Schneeräumungsdienst, an den kaum jemand denkt, ausser es schneit. Nr. 160649, online seit: 25. Januar – 09.00 Uhr

Verschiedene Standorte und Standbeine Zur Michel Gruppe AG gehören nebst der Privatklinik Meiringen die Rehaklinik Hasliberg und die Stiftung Helsenberg mit den Wohnheimen Mosaik Interlaken, Ringgenberg und Meiringen. Bekannte Dienstleister mit öffentlichem Angebot sind auch die Wäscherei Haslital oder die Kindertagesstätte Haslital.

Bild: ICT-Leiter Markus Durrer (rechts) erklärt CEO Andreas Michel ein neues Serverrack und dessen Vorteile. Foto: Patrick Schmed

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Die Wissenschaft

weiss schon länger, dass der Geist das Körperliche beeinflusst und umgekehrt. Über die Wechselwirkungen und die damit verbundenen nervlichen und hormonellen Prozesse hat sich das Wissen in den letzten Jahren erfreulich erweitert. Die Psychosomatik – abgeleitet von Psyche und Soma für den Körper – ist eine relativ junge medizinische Fachrichtung. Die Rehaklinik Hasliberg eröffnete die psychosomatische Abteilung im Juni 2017. Für die Fachärztin für Psychosomatik und Psychotherapie, die Oberärztin Irmela Eckerlin-Wirths und den pflegerischen Leiter, Marco Sardano, beinhaltete der Aufbau einen grossen Anteil an Pioniergeist.

Immer individuell

«Der Heilungsprozess bei psychosomatischen Beschwerden ist meist langwierig», weiss Irmela Eckerlin-Wirths aus Erfahrung. «In einem ers­ ten Schritt geht es darum, gemeinsam mit den Betroffenen die Vorgeschichte der Schmerzen

und Störungen aufzudecken.» Keine einfache Aufgabe, liegen die Gründe manchmal viele Jahre zurück oder unter zahlreichen inneren Widerständen verborgen. «Unser Bestreben ist es, den Patientinnen und Patienten ein Erklärungsmodell zu bieten. Damit lassen sich Ansätze für eine positiv ausgerichtete Lebensführung und geeignete Therapien wie beispielsweise die Steigerung der körperlichen Fitness und die Verbesserung der Selbstwirksamkeits-Überzeugungen finden.»

Widerstände überwinden

Psychotherapie, Gruppengespräche, Sport, Bewegungs- und Ergotherapie, Achtsamkeitsund Entspannungsübungen sowie weitere spezifische Therapien sind die Instrumente der Fachleute auf der psychosomatischen Abteilung. In Zusammenarbeit mit den übrigen Berufsgruppen helfen sie den Betroffenen, Widerstände, gesellschaftliche Tabus oder schädliche Muster aufzudecken und zu überwinden. Und dies sogar dann, wenn die Betroffenen in ihrem Krankheitsbild einen Gewinn sehen – beispielsweise in Form von vermehrter Aufmerksamkeit.

Beziehungsarbeit

«Wir müssen die Patientinnen und Patienten ins Boot holen», beschreibt Marco Sardano eine wichtige Aufgabe seines Pflegeteams. Es gehe darum, aus pflegerischer Sicht eine Vertrauensbeziehung aufzubauen. Mit viel Empathie tragen die Pflegenden dazu bei, dass die ersten Schritte zur Heilung gelingen. Und ermöglichen damit auch die Selbständigkeit, mit welcher jede Betroffene und jeder Betroffene zur eigenen Behandlerin und zum eigenen Behandler wird und so im Alltag wieder festeren Halt findet. Nr. 160758, online seit: 1. Februar – 09.00 Uhr

Bild gross: Mit viel Gespür für das Individuelle unterstützen Marco Sardano und Irmela Eckerlin-Wirths Patientinnen und Patienten mit psychosomatischen Beschwerden. Bild klein: Der CEO der Michel Gruppe, Andreas Michel, unterstützte die ärztliche Fachleiterin Irmela Eckerlin-Wirths beim Aufbau der neuen Abteilung. Fotos: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Über die Anfänge Auch wenn man wenig über die ersten Patientinnen weiss, finden sich auf dem Areal der Privatklinik Meiringen einige Hinweise auf die frühe Geschichte der heutigen sehr modernen Institution. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Über die erste

Patientin ist kaum etwas bekannt, und auch das Schicksal der ersten 120 bis 150 Personen, die in den ehemaligen Räumlichkeiten der Hotels «Des Alpes» und «Reichenbach» zur «Heilung der Nerven» untergebracht waren, ist weitgehend unbekannt. Aus einem Schriftwechsel mit der damaligen Chefärztin Lena Chaffkin und dem damaligen Regierungsrat der Sänitätsdirektion weiss man, dass diese für ein halbes Jahr von der Klinik Münsingen nach Meiringen kommen sollte. Da ein Teil der damaligen Patien­ tinnen ebenfalls von dort ins Oberland wechselten, würde sie diese schon kennen, war eines der Argumente für diese Wahl.

Alte Tradition

Zehn Tage nach der Eröffnung vom 8. Januar 1918 traf Lena Chaffkin in Meiringen ein. Doch statt eines halben Jahres blieb sie zwanzig Monate. Zusammen mit dem Gründer der Privatklinik Fritz Michel legte die Ärztin den Grundstein für die Geschichte der Institution. «Im Jubilä-

umsbuch ‚Geschichte des Bades und der Klinik im Reichenbach‘ finden sich weitere spannende Details aus der Anfangszeit», meint CEO Andreas Michel. Er weiss, dass der Ort schon in frühen Zeiten zur Regeneration aufgesucht wurde. «In einem Kirchenrodel von 1509 findet sich bereits eine Erwähnung als Badeanlage», fasst der Verwaltungsratspräsident zusammen. «Die Kraft des Ortes strahlt bis in die heutige Zeit aus.»

tinnen aus den überfüllten Nervenheilanstalten Münsingen und Waldau umzunutzen.» Und auch diese Bewegung von der Stadt in Richtung Berge hat immer noch Tradition. Denn mit ihren innovativen Pionierleistungen beispielsweise im Bereich der Burnoutbehandlung oder der Suchtbekämpfung zieht die Privatklinik Meiringen noch heute viele Menschen aus städtischen Umgebungen an den Fuss der Reichenbachfälle und an den Hasliberg. Nr. 160662, online seit: 8. Februar – 09.00 Uhr

Aus Hotel entstanden

Ebenfalls mit geschichtlichem Stolz betrachtet Andreas Michel das Gebäude des ehemaligen Hotels «Des Alpes», in dem sich heute ein Teil der Klinik befindet. «Es widerspiegelt die Zeit des Tourismusaufkommens in der Region», sinniert der Unternehmer. Der Erste Weltkrieg bereitete dieser Bewegung ein jähes Ende und prägte damit die Entstehung der Klinik. «Mein Grossvater war als eines der jüngsten Kinder aus einer Wirte- und Bierbrauerfamilie gezwungen, sein Auskommen in der Agglomeration zu finden», erinnert sich der Meiringer. «Doch sah er die Chance, die leerstehenden Hotels 'Des Alpes' und ‚Reichenbach‘ für das Wohl der Patien-

An der Quelle Die Quelle des Willigenbads war schon um 1500 für ihre wohltuende Wirkung bekannt, später erstellte der Kanton Bern eine Konzession zur Nutzung des Wassers zu Heilzwecken. Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie verschüttet, die drei Brüder Alexander, Adolf und Heinz Michel legten sie um das Jahr 1950 herum wieder frei. Die Klinik nutzt das Wasser heute für Gäste und Mitarbeitende und füllt damit auch das Thermalbad.

Bild: Dort, wo früher die Hotels «Des Alpes» und «Reichenbach» standen, findet sich heute ein Teil der modernen Privatklinik. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Bergsicht und Aufstiegschancen Hervorragende Kaderärzte, viel Weiterbildung oder die familiäre Athmosphäre waren für Josef Luitpold Seemüller gute Gründe, um als Assistenzarzt ins Haslital zu kommen. Mehrwerte fand er auch in der Freizeit. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Aus dem Bayerischen Oberland ins Berner Oberland – diesen Schritt wagte Josef Luitpold Seemüller vor zweieinhalb Jahren. «Ich entdeckte die Ausschreibung für die Stelle als Assistenzarzt im Deutschen Ärzteblatt», erinnert er sich. Da er das Haslital nicht kannte, machte er sich bei Google schlau. «Ich hatte die Berner Alpen bereits vor dreissig Jahren besucht, daher waren mir die Vierpässefahrt mit dem Motorrad oder die Hotspots des Bergsports vertraut», fährt der sportliche Oberarzt fort. «Umso mehr freute ich mich auf den Besuch in Meiringen, das mittendrin liegt und nah am See und den Wasserfällen.» Auch am Mittagstisch

Als Volltreffer stellte sich auch die Stelle heraus, wie er im Sommer 2015 nach der Fahrt über den Brünig bei 33 Grad feststellte. «Als Assistenzarzt kann man mit hervorragenden Kaderärzten zusammenarbeiten,

dazu kommen Weiterbildungsmöglichkeiten, von denen man an anderen Orten nur träumen kann.» Auch die familiäre Atmosphäre auf dem Areal der Privatklinik Meiringen begeistert den Oberarzt, der seine Assistenz letzten Dezember erfolgreich abschliessen konnte. «Am Mittagstisch treffen sich die Angestellten bei einem aussergewöhnlichen Gastronomieangebot.» Dabei habe man sogar die Gelegenheit, sich mit dem CEO persönlich auszutauschen, wie Josef Luitpold Seemüller erstaunt feststellen durfte.

Zwischenmenschliches

Bei seiner Arbeit auf der geschlossenen Abteilung kommen dem gebürtigen Deutschen die Erfahrungen seiner Laufbahn bei der Notfallmedizin zugute. «Beispielsweise bei Vergiftungen, Sturzfolgen oder anderen Verletzungen kann ich Erste Hilfe leisten», erklärt der angehende Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Ein grosser Vorteil, gerade, weil das nächste Spital nicht gleich um die Ecke liege. «Die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflege-

personal ist hier vorbildlich», führt Josef Luitpold Seemüller weiter aus. Dass er dabei seine Muttersprache sprechen kann, ohne schief angeschaut zu werden, ist für ihn ein weiterer Pluspunkt. «Ich fühle mich hier inzwischen richtig zu Hause», erklärt der Oberarzt und weiss, dass dies auch nach dem Ende seiner Ausbildungszeit so sein wird. Nr. 161904, online seit: 15. Februar – 12.30 Uhr

Assistenzärzte willkommen Die Privatklinik Meiringen und die Rehaklinik Hasliberg bieten regelmässig Stellenangebote für Assistenzärztinnen und Assistenzärzte. Diese erwartet nicht nur ein spannendes Arbeitsumfeld, sondern auch eine ideale Umgebung für Erholung und Freizeit.

Bild: Der Oberarzt Josef Luitpold Seemüller (links) schätzt die persönlichen Begegnungen innerhalb des Klinikareals, wo er auch mal persönlich mit dem CEO Andreas Michel sprechen kann. Foto: Patrick Schmed

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Den Krisen niederschwellig die Spitze nehmen Mit der Kriseninterventionsstation sorgt die Privatklinik Meiringen vor allem dafür, dass Nebenwirkungen bei psychosozialen Krisen wie Eheschwierigkeiten oder Jobverlust nicht zur grossen Sache werden. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Sie kann aus

heiterem Himmel kommen und wie ein Wolkenbild Gestalt annehmen, manchmal sogar bedrohliche Formen. Die Rede ist von der «klassischen» psychosozialen Krise. Sie tritt dann auf, wenn Eheprobleme eskalieren, Jobängste Überhand nehmen oder alte Wunden an der Seele aufgebrochen werden. Wenn die Folgen die eigenen Kräfte übersteigen, stehen die Fachleute der Privatklinik Meiringen zur Verfügung. Ab April sogar mit einer Kriseninterventionsstation, abgekürzt KIS. Hier wird vor allem bei kurz andauernden Vorfällen Unterstützung geboten, und das mit niederer Eintrittsschwelle.

Schwellenängste nehmen

«Das neue Angebot entspricht einem Bedürfnis der zuweisenden Ärzte, der Sozialdienste,

der Spitex oder auch der Direktbetroffenen», erklärt Professor Dr. med. Thomas Müller. Der ärztliche Direktor der Privatklinik Meiringen hat in seiner Laufbahn bereits die KIS der Universitären Psychiatrischen Dienste UPD Bern geleitet, wo er für die psychiatrische Versorgung verantwortlich war. «Eine Station zur Krisenintervention erlaubt es, kurzfristige und befristete Hilfe zu bieten, ohne die Patientinnen und Patienten fürsorgerisch unterzubringen», erklärt der Chefarzt. Der einfachere Zugang und die geringere Stigmatisierung seien wesentliche Vorteile, damit sich Menschen in schwierigen Situationen professionell unterstützen lassen.

lich wird für die neue Dienstleistung rund die Hälfte des Osttrakts abgezweigt, auf organisatorischer Seite sind die Voraussetzungen grösstenteils schon erfüllt. «Unsere Pflegedirektorin Marianne von Dach Nicolay hat das gleiche Verständnis von der Ausgestaltung der neuen Station», betont Thomas Müller. Der multiprofessionellen Zusammenarbeit kommt zugute, dass der Sozialdienst vor Ort um 60 Prozent ausgebaut wurde. Gemeinsam sorgt das Team der Privatklinik Meiringen dafür, dass die dunklen Wolken im Kopf schneller verschwinden oder zumindest weniger bedrohliche Formen annehmen. Nr. 161905, online seit: 21. Februar – 11.00 Uhr

Entwicklung und Gesetz

Mit dem Aufbau einer KIS entspricht die Privat­ klinik Meiringen nicht nur einem Bedürfnis, sondern auch einer modernen Entwicklung und der gesetzlichen Vorgabe, kurze Aufenthalte mit kurzfristigem Schutz zu gewährleisten. Räum-

Bild gross: Professor Dr. med. Thomas Jörg Müller leitete schon in der Insel die KIS. Bild klein: Andreas Michel (rechts) hat den einen oder anderen Wandertipp für den leitenden Chefarzt bereit, der die Gegend rund um Meiringen noch besser kennenlernen will. Fotos: Patrick Schmed

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Starke Leistung, die sich gewaschen hat Zur Michel Gruppe AG gehört seit jeher eine Wäscherei. Heute ist diese auch für Hotels, Firmen und Private aus der Region da und sorgt mit viel Handarbeit für saubere Lösungen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Seit dem Geschäftsbeginn der Privatklinik Meiringen ist eine eigene Abteilung für das Reinigen der Wäsche verantwortlich. Heute erbringt die Wäscherei Haslital Dienstleistungen für die ganze Region. Insbesondere im Frühling profitiert die Bevölkerung von der über 90-jährigen Erfahrung der Institution, die zur Michel Gruppe gehört. Im März bringen jeweils zwischen 100 und 150 Personen ihre Duvets zum Reinigen. Häufig sind die Bettdecken zu gross für die hauseigene Waschmaschine. Und im April ist die Skibekleidung dran – nebst dem Waschen wird diese in einem separaten Gang imprägniert.

Mehr Zeit im Winter

«Die Patientenkleidung, Bettwäsche, Küchentücher, Decken und übrigen Textilien der eigenen Betriebe machen nur rund 40 Prozent unseres Auftragsvolumens aus», erklärt Stefan Gasser, Betriebsleiter der Wäscherei Haslital. Im Winter gibt es für sein 15-köpfiges Team weniger zu tun, weshalb dieses weniger Stunden pro Tag arbeitet und freie Kapazitäten für die Reinigungsaktionen

im Dienst der Bevölkerung hat. «Viele unserer Kunden sind Hotelbetriebe oder SAC-Hütten, die im Sommer Hochsaison haben», weiss Stefan Gasser. «Deshalb arbeiten wir von April bis Oktober sechs Tage pro Woche.»

Tonnenweise Arbeit

450 Tonnen Wäsche pro Jahr nimmt die Wäscherei Haslital in Empfang und liefert sie nach Bedarf auch mit dem hauseigenen Transportdienst wieder aus. Der Betrieb bietet sogar Leasing-Wäsche an. «Die Kunden wählen die Wäsche aus, wir beschaffen sie und verrechnen bei jedem Waschgang einen Anteil für das Ausleihen», erklärt der gelernte Elektrotechniker das System. Gerade für Gastrobetriebe eine gute Sache, erspart sie doch die meist kostspielige Anfangsinvestition. Bei der Führung durch die Wäscherei bemerkt man, dass alle Sorgen rund um die Wäscherei hier in guten Händen sind. Ob es sich dabei um zwei Hemden pro Woche handelt, die von Hand gebügelt und gefaltet oder am Bügel zurückkommen oder um grössere Posten, spielt keine Rolle. Bei all ihren Aufträgen schauen die Profis nicht nur auf beste Resultate, sondern auch für saubere Lösungen für die natürliche Umwelt.

Das wird in der Wäscherei Haslital gereinigt – Bett-, Bad- und Küchenwäsche – Tischwäsche – Berufskleider für Feuerwehr, Zivilschutz, Private und viele andere – Kleider und Bekleidung für Institutionen und Private – Vorhänge, Wolldecken, Bettinhalte – Duvets und Kissen im Nassreinigungsverfahren – Weitere auf Anfrage

Aktionen Im März: Duvets waschen! Duvet nordisch, waschbar Fr. 18.– (statt Fr. 23.70) Kissen, waschbar Fr. 7.– (statt Fr. 9.40)

Im April: Skibekleidung waschen! Skijacke inkl. Imprägnieren Fr. 16.50 (statt Fr. 22.30) Skihosen inkl. Imprägnieren Fr. 13.50 (statt Fr. 17.10)

Nr. 162335, online seit: 1. März – 17.00 Uhr

Bild gross: Andreas Michel (links) weiss, dass alle Fragen rund um Wäsche und Textilien bei Stefan Gasser von der Wäscherei Haslital in guten Händen sind. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

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Wohlschmeckender Blick in die Zukunft

Synergien, die den Kleinsten passen

Das Oberländer Unternehmen will sich auch in Zukunft Synergien bei den Dienstleistungen sichern und damit Arbeitsplätze erhalten. Die Auswirkungen werden auch auf der Menükarte sichtbar werden.

Wenn die Kinder gut betreut sind, können sich die Eltern auf die Arbeit konzentrieren. Dies gilt nicht nur für Mitarbeitende der Michel Gruppe, auch wenn diese bei der Eröffnung vor 42 Jahren im Zentrum standen.

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «In den letzten

zehn Jahren konnten wir 120 neue Stellen schaffen», berichtet Andreas Michel, dessen Unternehmergruppe heute rund 600 Angestellte beschäftigt. Als Grund dafür nennt er unter anderem die zunehmende Intensität bei den Behandlungsmethoden und der Betreuung. Ausbauen konnten in den letzten Jahren auch die Dienstleistungsbetriebe der Gruppe, beispielsweise die Informatik oder die Wäscherei, die auch für andere Betriebe tätig sind. «Wir fokussieren dabei auf Bereiche, wo in der Region eine ungenügende Abdeckung vorhanden ist», erklärt Andreas Michel die Strategie. «Damit können wir Synergien nutzen und gleichzeitig an Effizienz gewinnen.» Und als weiteren Neben­effekt wertvolle Stellen in der Region erhalten oder schaffen.

Auch auf dem Tisch

Ein passendes Feld für Synergien hat der Verwaltungsrat der Michel Gruppe auch bei der

Verpflegung entdeckt. «Dank Investitionen in die Infrastruktur und neue Verarbeitungsmethoden werden wir kleineren Heimen, der Spitex oder Unternehmen anderer Branchen interessante Optionen für eine gesunde, nachhaltige Verpflegung mit regionalen Rohstoffen bieten können», verrät Andreas Michel. Für die optimale Organisation der Vorproduktion und des Front Cookings und die Betreuung neuer Kunden wurde sogar die Stelle des Leiters Gastronomie geschaffen.

Gesundes Wachstum

Durch die neuen Geschäftsfelder kann auch das Ziel des steten und nachhaltigen Wachstums beim Personal verwirklicht werden, wie Andreas Michel betont. Dafür braucht es allerdings ein Engagement auf vielen Ebenen, auch auf der politischen. «Das Haslital auch in Zukunft als Wirtschaftsregion interessant zu erhalten, ist mir auch ein persönliches Anliegen», verrät der Meiringer. Aus diesem Grund liess er sich überreden, für das Amt als Grossrat zu kandidieren.

Das finden, was Zukunft hat

natürlich auch die Chancen und Gefahren des Megatrends Gesundheit. «Auch wenn dieser wohl noch anhalten wird, ist es doch wichtig, dass man sich auf das konzentriert, was Zukunft hat», ist der CEO der Michel Gruppe AG überzeugt. «Sich auf die eigenen Stärken zu besinnen und mögliche Synergien zu nutzen, wird in Zukunft noch wichtiger.» Dass geschichtlich gewachsene Spezialitäten hier durchaus ihren Platz haben, beweist unter anderem der Käse der Seilialp. Bei dessen Genuss kann die eine Sorge oder das andere Problem durchaus mal in den Hintergrund treten. Nr. 162336, online seit: 8. März – 09.00 Uhr

JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Wer hätte gedacht, dass in Meiringen eine der erste Kindertagesstätten des Kantons Bern immer noch erfolgreich in Betrieb ist? Früher war die Kita Haslital den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Privatklinik Meiringen vorbehalten. Heute, 42 Jahre nach der Eröffnung, machen die Kinder der rund 600 Mitarbeitenden der Michel Gruppe nur noch rund einen Viertel der betreuten Kinder aus. Dennoch sieht die Kita-Leiterin Ursula Kohler sehr viele Vorteile durch die Zugehörigkeit zur Michel Gruppe AG.

Viele Vorteile Synergien innerhalb der Michel Gruppe AG Dank der Abteilung für Psychosomatik der Rehaklinik Hasliberg und der Burnoutstation der Privatklinik Meiringen werden auch zwischen den zwei Hauptbereichen der Michel Gruppe AG Synergien genutzt. Auch dies zum Wohl der Bevölkerung.

Beim Blick in die Zukunft sieht Andreas Michel

Bild: Der Verwaltungsrat hat unter anderem grosse Investitionen in das Essensangebot beschlossen, wie Andreas Michel aus den Plänen für die Zukunft erzählen kann. Foto: Patrick Schmed

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von Patrick Schmed

«Wir profitieren von vielen Bereichen der Gruppe wie die Küche, die Reinigung und Wartung oder die Wäscherei», erklärt die Meiringerin. «Dadurch können wir uns ganz auf die Betreuung der Kinder im Tagesablauf konzentrieren.» Nicht nur der Tagesrhythmus spielt eine wichtige Rolle, sondern auch Feste und Bräuche

im Jahresablauf. «An Ostern veranstalten wir jeweils eine Ostereiersuche und erklären kindergerecht die Hintergründe des Festes», fährt Ursula Kohler fort. Bei guter Witterung wird dafür auch die grosse Grünfläche mit Sträuchern und dem Spielplatz genutzt.

Viel Platz

Zu den Räumlichkeiten gehören auch eine Kita-eigene Turnhalle oder ein Malzimmer. Sowohl für die kleineren «Räupli» im Alter ab drei Monaten wie für die grösseren «Schmetterlinge» stehen individuell auf sie zugeschnittene Schlaf-, Spiel- und Essräumlichkeiten zur Verfügung. «Die Kinder schätzen das Angebot und die Betreuung und kommen gerne», weiss Ursula Kohler. «Manche können es kaum erwarten, bis sie wieder in die Kita dürfen.» Wenn die Eltern ihre Kinder in guten Händen wissen, können sie sich auf die Arbeit konzentrieren. Wie sehr sie dies schätzen, bringen sie vor allem in der Weihnachtszeit zum Ausdruck und beschenken die Betreuerinnen mit Lob, Schokolade und Präsenten.

Eine Kita für alle Die Kita Haslital betreut rund zwanzig Kinder pro Tag. Sie ist von 6.30 bis 18.00 Uhr offen und empfängt auch Kinder von Eltern, die ausserhalb der Michel Gruppe AG arbeiten. Gut ausgebildete Fachleute stellen die Betreuung der Kinder sicher, dazu stehen jeweils drei Lernende in unterschiedlichen Ausbildungsstufen im Einsatz. Zum Angebot gehören Elternabende, das Kita-Schlafen mit der Verabschiedung in den Kindergarten, das Herbstfest, saisonale Themen wie Ostern oder Samichlaus oder Ferientiere in der Kita.

Nr. 162337, online seit: 14. März – 17.30 Uhr

Bild gross: Gleich neben der Kita können sich die Kinder täglich bei jedem Wetter im Grünen austoben, auch hier gut betreut von Ursula Kohler (stehend) Bild klein: Andreas Michel und Ursula Kohler besprechen auch einmal Fragen zum Personal oder zu Investitionen am Küchentisch der Kita. Fotos: Patrick Schmed

13 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Fortschritt aus Tradition

Grosse Pläne auf den Boden bringen

Mit grosser Weitsicht verbindet Andreas Michel als CEO und Präsident des Verwaltungsrats althergebrachte Werte mit dem Wissen über neue Trends und lässt so auch das Areal seiner Betriebe harmonisch wachsen.

Vom Wechsel der Glühbirne bis zum Ersatzbau des Wirtschaftsgebäudes – als Leiter Bau und Technik hat Werner Zenger ein Auge darauf, dass sowohl kleine Wichtigkeiten wie wichtige Projekte rund laufen.

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Die Ursprünge

der Parkanlage auf dem Areal der Privatklinik Meiringen gehen bis in die Zeit der Hotelgründung zurück», erläutert Andreas Michel, CEO und Präsident des Verwaltungsrats der Michel Gruppe AG, und zeigt auf die Grünflächen vor seinem Bürofenster. «Vor über hundert Jahren wurden sie von Otto Fröbel geplant und gestaltet, einem der bedeutendsten Gartengestaltern in der Schweiz des 19. Jahrhunderts.» Heute ist der Park mit seinen alten und vielseitigen Bäumen und Sträuchern ein wertvolles Element im Genesungsangebot der Privatklinik Meiringen. «Mit dem Erholungs- und Therapieraum im Freien stehen wir ausgezeichnet da», betont der Meiringer.

Harmonisch gewachsen

So wie ein Baum nicht von einem Tag auf den anderen wächst, so entwickelt sich auch das Are-

al der Privatklinik Meiringen harmonisch und nachhaltig. «Es braucht eine langfristige Planung», bringt es Andreas Michel auf den Punkt. Zusammen mit seinem Kader plant er schon jetzt für die Bedürfnisse von morgen. Und hat auch schon die nötigen Landreserven reserviert. «Die Marktmechanismen zu erkennen und die Weichen entsprechend zu stellen, gehört zu den Hauptaufgaben der strategischen Führung, also des Verwaltungsrates», erklärt der Leiter des Familienunternehmens. Dass die Bedürfnisse der Klinikgäste mehr Raum beanspruchen als früher, erkannte die Privatklinik Meiringen schon früh.

Qualitatives Wachstum

«Die Ansprüche an den Komfort sind gestiegen», streicht Andreas Michel heraus. Mit den neuen Patientenzimmern, attraktiveren Verpflegungsangeboten und den grosszügigen Parkflächen zwischen den Gebäuden trägt die Privatklinik Meiringen dazu bei, dass die betreuten Personen sich auch künftig wohlfühlen und

gesund werden können. «Da die Aufenthaltsdauern tendenziell sinken, bleiben die Menschen kürzer bei uns und es gibt entsprechend mehr Wechsel.» Auch dies ist eine Anforderung, für welche die Organisation neue Zweige entwickelte. Beispielsweise in Form eines hotel­ ähnlichen Managements, das so gut zur alten Tradition des ehemaligen Hotels des Alpes passt und doch unerwartet fortschrittlich ist. Nr. 162837, online seit: 21. März – 17.00 Uhr

Am Hasliberg sehr ähnlich Auch die Rehaklinik Hasliberg ist heute in einem ehemaligen Hotelbetrieb angesiedelt. Obwohl das Areal sich topografisch eingeengter präsentiert, wurde eine Weiterentwicklung für die nächsten Jahre bereits in die Wege geleitet, die entsprechenden Landreserven sind ebenfalls schon gesichert.

Bild gross: Die uralten Bäume aus der Zeit der Hotelgründung dienen heute als Raum für Erholung und sind für Andreas Michel ein einzigartiges Erbe. Foto: Patrick Schmed

14 | Jubiläum 1918 – 2018

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Wenn ein Hei-

zungsventil verklemmt ist, ein Wasserhahn tropft, ein Steinschlag den Strassenbelag beschädigt hat oder ein Neubau zu planen ist – all diese kleinen Wichtigkeiten und wichtigen Grossprojekte laufen in der Michel Gruppe AG über den riesigen Glastisch der Abteilung Bau und Technik. Ruhender Pol inmitten der vielseitigen Wünsche und der zahlreichen Rollen mit Bauplänen ist Werner Zenger. Seit zehn Jahren sorgt der gelernte Maurer, Vermessungszeichner und Techniker Aarau dafür, dass in den unterschiedlichen Betrieben alles rund läuft.

Rund um die Uhr

«Die Probleme werden uns manchmal im Minutentakt gemeldet», berichtet Werner Zenger aus seinem Berufsalltag. «Da wir alle Fachbereiche doppelt besetzt haben, sind wir darauf vorbereitet und können rund um die Uhr Hilfe leisten.»

Dies war nicht immer so. «Als ich vor zehn Jahren mein Amt antrat, war der Konsolidierungsprozess der Michel Gruppe mit den unterschiedlichen Betrieben in vollem Gange», erinnert sich der Williger, der knapp hundert Meter entfernt vom Areal der Privatklinik Meiringen wohnt. Eine seiner ersten Aufgaben nach der Rückkehr von einem längeren Auslandeinsatz in Grönland war die Zusammenlegung der verschiedenen technischen Dienste zu einem schlagkräftigen Team, das von Willigen aus die unterschiedlichen Betriebszweige unterstützt.

Für alle Betriebe

«Die Konsolidierung zu einem Team war damals ein grosser Schritt», entsinnt sich Werner Zenger. Inzwischen beanspruchen die Führungsfragen weniger Aufmerksamkeit, auch wenn sie nach wie vor anspruchsvoll sind. «Alle Betriebe der Michel Gruppe AG werden von Führungspersonen geleitet, welche ihre Betriebe den Bedürfnissen ihrer Gäste anpassen wollen», stellt der Abteilungsleiter fest. Und

auch, dass Qualitätsverbesserungen fast immer bauliche Massnahmen bedingen. So verwundert es nicht, wenn Werner Zenger nicht nur hinter den Kulissen ein wichtiger Partner ist, sondern auch ein gefragter Mann, um die Pläne für Neubauten, Arealerweiterungen und Sanierungen auf den Boden zu bringen. Nr. 162839, online seit: 29. März – 18.00 Uhr

Aktuelle grosse Bauprojekte der Michel Gruppe AG – Neubau der Einstellhalle in der Rehaklinik Hasliberg mit zusätzlichen Parkmöglichkeiten und mehr Platz für das neue Verpflegungskonzept – Ersatzbau des Wirtschaftsgebäudes auf dem Areal der Privatklinik Meiringen mit Modulbau zum Ausweichen – Eingabe Vorprojekt für einen Neubau für die Stiftung Helsenberg in Interlaken

Bild gross: Werner Zenger und sein Team erfüllen kleine wie grosse Wünsche aus den unterschiedlichen Betrieben der Gruppe. Foto: Patrick Schmed

15 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Begleiterin aus dem Trauma zurück ins Leben

Alles andere als nur ein bisschen Basteln

Mit konkreten Programmen und der Unterstützung von Psychologen und Pflegefachpersonen hilft Heidi Grossenbacher Opfern von Traumata, wieder lebensfähig und gesund zu werden. In der Privatklinik Meiringen fand die Psychiaterin ihre Berufung.

Die Therapieangebote gehören zur medizinischen Behandlung der Privatklinik Meiringen. Mit Mitteln und Materialien begleiten sie den Genesungsprozess und geben Selbstständigkeit mit auf den Heimweg.

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Die gute Nachricht ist, dass rund 85 Prozent der Menschen, die Opfer von Traumata wurden, den Weg zurück ins Leben selbst finden. Jene 15 Prozent, die eine Traumafolgestörung entwickeln, finden in der Privatklinik Meiringen Unterstützung. Kompetente Fachleute wie die leitende Ärztin Heidi Grossenbacher bieten konkrete Therapieprogramme an, um die Symptome einer Traumafolgestörung zu reduzieren und den Weg zurück in den Alltag zu finden.

Gegen das Erstarren

«Häufig kommen die Menschen zu uns, weil sie in Stresssituationen richtiggehend erstarren», stellt Heidi Grossenbacher fest. Wer ein Trauma erlitt und dieses nicht verarbeiten kann, neigt zum Dissoziieren. Wenn Funktionen der Wahrnehmung oder der Motorik «auseinanderfallen», sind die Menschen häufig nicht

mehr arbeitsfähig. «Sie erleben das Trauma in Gedanken immer wieder, häufig sogar wie ein Zuschauer von aussen», beschreibt die Psychiaterin, die den Aufbau der neuen Station der Privatklinik in die Wege leitete. Dort hilft sie mit ihrem Team vor allem Frauen, die jahrelang Opfer von Missbrauch waren, den Weg zurück in die Realität und ein möglichst unbeschwertes Leben zu finden. Diese belegen inzwischen rund einen Drittel der Station.

Geschützter Rahmen

«Unsere Schwerpunktstation für Patienten mit Traumafolgestörungen bietet den Betroffenen Schutz sowie die Chance, andere Betroffene kennenzulernen und sich verstanden zu fühlen», sagt Heidi Grossenbacher. In erster Linie geht es hier um Stabilisierung – bevor ein Trauma verarbeitet werden kann, muss die Betroffene ihren Stresspegel selbstständig regulieren können. Erst dann kann ein Trauma exponiert und integriert werden. «Zusätzlich nutzen unsere Patienten die Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen, besuchen

Musik-, Körper- oder Reittherapie und verschiedene Sportangebote.» Für die Betroffenen sind es sehr viele kleine Schritte, um wieder lebensfähig und gesund zu werden. Umso dankbarer sind sie um die Richtungsangaben, die Heidi Grossenbacher mit ihrer Erfahrung und viel Einfühlungsvermögen unterwegs geben kann. Nr. 162756, online seit: 5. April – 09.00 Uhr

Heidi Grossenbacher, eine Pionierin Heidi Grossenbacher wuchs in Schaffhausen auf und studierte Medizin in Basel, bevor sie mit ihrem Mann, einem Allgemeinmediziner, nach Ringgenberg kam. Seit 1990 arbeitet sie in der Ringgenpraxis. 2007 übernahm sie eine leitende Stelle in der Privatklinik Meiringen, wo sie eine Schwerpunktstation für Patienten mit Traumafolgestörungen eröffnete. In den letzten Jahren werden hier zunehmend auch Frauen behandelt, die Opfer organisierter Gewalt wurden und besonders schwere dissoziative Störungen aufweisen.

Bild gross: Die leitende Ärztin Heidi Grossenbacher baute die neue Station zur Behandlung von Patienten mit Traumafolgestörungen auf, wo unter anderem musikalische Betätigung heilende Wirkung entfaltet. Foto: Patrick Schmed

16 | Jubiläum 1918 – 2018

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Wenn jemand

eine Krise durchläuft, können Worte helfen. In der Privatklinik Meiringen beispielsweise in den psychoedukativen Gruppen von Werner Deinlein. Häufig benötigen die Betroffenen noch weitere Formen, um Unfassbares und Erlebtes zum Ausdruck zu bringen und zu verarbeiten. Hier, bei den nonverbalen Wegen, ist das 34-köpfige Team rund um Eva Hänni gefragt. Im Kernteam mit 18 Stellen sind verschiedene therapeutische Berufe vertreten – von der Ergo-, Kunst- und Musiktherapie bis zum Bildhauer und Arbeitsagogen.

Die Kunst des Heilens

«In früheren Zeiten war ein Aufenthalt in der 'privaten Nervenklinik' hier in Meiringen schambesetzt und dauerte oft mehrere Monate», weiss Eva Hänni, Leiterin der Therapeutischen Dienste in der Privatklinik Meiringen. «Die Menschen wurden damals mit verschie-

densten Arbeiten beschäftigt. Heute ist unsere Aufgabe klar darauf ausgerichtet, den Genesungsprozess mit Mitteln und Materialien zu begleiten», stellt Eva Hänni klar.

20-Jahr-Jubiläum

Eva Hänni ist diplomierte Ergotherapeutin FH und seit 1998 als Leiterin des Therapeutischen Dienstes in der Privatklinik Meiringen tätig. «Als ich von meinem Kunststudium in Amsterdam und Hawaii zurückkam, plante ich, nur rund zwei Jahre zu bleiben.» Doch dann

hat es sie gepackt: «Die Entwicklung ist sehr spannend und Therapieansätze wie die Ergotherapie wurden immer stärker anerkannt, um die Menschen für die Rückkehr in den Alltag vorzubereiten. Sie kommen meist zu uns, wenn sie in einer Krise sind», so Eva Hänni. Die aktuelle Herausforderung ist die immer kürzere Dauer in der Klinik. «Das bedeutet leider auch weniger Zeit, um den Prozess zu unterstützen, der den Patientinnen und Patienten den Weg zurück in den Alltag zu finden hilft.» Nr. 163480, online seit: 12. April – 12.26 Uhr

Das Konzept der Therapeutischen Dienste Am zweiten Tag nach dem Eintritt bei der Privatklinik Meiringen findet ein Gespräch statt, bei dem der individuell richtige Therapiemix für die Klinikgäste zusammengestellt wird. Die Behandlungsteams können aus Ateliers und Kreativtherapien auswählen, zu denen unter anderem die Ergotherapie gehört. Bewegung als drittes Themenfeld beinhaltet beispielsweise Sport, Physio-, Körper- oder Reittherapie. Das umfassende Angebot im Portfolio des ärztlichen Direktors und Professors Dr. med. Thomas J. Müller hilft mit, die Schwelle für eine Behandlung tief zu halten und damit möglichst vielen Betroffenen zu Genesungsprozessen zu verhelfen.

Bild gross: Eva Hänni leitet die Therapeutischen Dienste der Privatklinik Meiringen und begleitet die Klienten vor allem beim künstlerischen Ausdruck. Foto: Patrick Schmed

17 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Entwicklung im Auge behalten Die strategische und operative Führung der Direktion Pflege in der Privatklinik Meiringen ist die Aufgabe der Pflegedirektorin Marianne von Dach. Zentral dabei sind unter anderem die Entwicklung von Expertise, die Stärkung der Berufsrollen und der Fokus auf die optimale Patientenversorgung. von Rabea Grand JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Die Pflegedirek-

torin Marianne von Dach ist für die strategische und operative Führung der Direktion Pflege in der Privatklinik Meiringen zuständig. Das Feld der Tätigkeiten ist dabei breit angelegt: Wiederkehrende Regelkommunikationen, Besprechungen in disziplinären und interdisziplinären Gremien und das Sicherstellen von Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochstehende pflegerische Arbeit ermöglichen, gehören für von Dach zum Alltag. In der Pflegedirektion arbeiten rund 170 Mitarbeitende, die im Rahmen der interdisziplinären Behandlungsstrategien eine verantwortungsvolle pflegerische Versorgung rund um die Uhr gewährleisten.

Entwicklung von Expertise

«Eine gute berufspolitische Vernetzung in kantonalen und nationalen Gremien ist sehr wichtig. Ohne Mitwirkung geschieht keine Mitbestimmung», erklärt Marianne von Dach. Sie und ihre engsten Mitarbeitenden seien deshalb in diversen Gremien und Arbeitsgruppen aktiv. Denn für Marianne von Dach ist klar, dass die

Entwicklung von Expertise, Rollenstärkung und sinnvollen Strukturen in Zukunft an Bedeutung gewinnen wird. «Es gilt, die Herausforderungen gut im Blick zu haben, mitzudenken und zu entscheiden, was es an Entwicklung braucht», sagt sie. Dabei müsse der Blick stets auf eine optimale interdisziplinäre Patientenversorgung gerichtet sein. «Wir können nur dann einen Patientennutzen generieren, wenn die verschiedenen Berufsgruppen gut zusammen kooperieren.»

rungsängste gibt es keine», sagt sie. Vielmehr sei die Wertschätzung für die Arbeit, die Mitarbeitende leisten, sehr hoch. Für die Pflegedirektorin ist klar, dass es viele Aspekte gibt, die den nachhaltigen Erfolg der Privatklinik Meiringen ausmachen. Zwei davon sind: Die Michel Gruppe ist ein geschätzter Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber im Haslital. Nr. 162838, online seit: 18. April – 15.00 Uhr

Den Nachwuchs schmieden

Es lohnt sich als Institution zudem, das Thema der Nachwuchsförderung strategisch zu verankern und Rahmenbedingungen zu schaffen, die diese Strategie operativ unterstützen. «Das ist ein hochinnovativer Ansatz für die heutige und zukünftige Rekrutierung von gut qualifizierten Mitarbeitenden. Dieses Denken ist im Leitbild der Michel Gruppe verankert und findet auf höchster Ebene volle Unterstützung», ist die 65-Jährige überzeugt. Bereits seit 2009 arbeitet Marianne von Dach als Pflegedirektorin in der Privatklinik Meiringen – und ist mit viel Begeisterung dabei. «Der positive Geist der Familie Michel ist gut spürbar und die Kultur sehr mitarbeiterorientiert und wohlwollend. Berüh-

Der Werdegang Die 65-jährige Marianne von Dach stammt aus Bern und wohnt heute in Luzern. Erste Erfahrungen im Pflegebereich sammelte sie in der somatischen Pflege. Anschliessend absolvierte sie verschiedene Weiterbildungen im Inselspital, so in der Anästhesie- und Intensivpflege. Später folgten viele Jahre in der Bildung von diplomierten Pflegefachpersonen. Von Dach ist ausgebildet im Qualitätsmanagement sowie in Leadership und hat einen Master in Organization Development. Im Juni dieses Jahres wird sie pensioniert.

Bild gross: Die Pflegedirektorin Marianne von Dach im Gespräch mit Andreas Michel, dem CEO der Michel Gruppe AG. Foto: Patrick Schmed

18 | Jubiläum 1918 – 2018

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Graue Hirnzellen für das «Fest oben im Dorf» Um das bald 100-jährige Bestehen mit der Bevölkerung zu feiern, präsentiert sich die gesamte Michel Gruppe AG am jährlich stattfindenden Fest im oberen Teil von Meiringen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Das 90-Jahr-Jubi-

läum feierte die Michel Gruppe AG mit einem drei Tage dauernden Fest, für das Hundertjährige will der Verwaltungsrat die Festivitäten über das ganze Jahr verteilen. Damit sollen noch mehr Menschen angesprochen werden. «Wir nutzen dafür vor allem bestehende Plattformen der eigenen Unternehmen, die wir dafür vergrössern und intensivieren», erklärt Juck Egli, Leiter Kommunikation der Michel Gruppe AG. «Andererseits beteiligen wir uns an passenden Partnerveranstaltungen.» Eine davon ist das «Fest oben im Dorf», das der Marketingprofi seit Februar mit der Dorfkommission, den Detaillisten und der Gemeinde Meiringen am Planen ist.

Hirnen auf dem Dorfplatz

«Auf dem Platz zwischen Märithüsli, der Molki Meiringen und Pollux Sport präsentieren sich die Kita und die Michel Services, und etwas weiter unten im Dorf stossen die Besuchenden auf die Rehaklinik Hasliberg, die Privatklinik Meiringen und ein ‚begehbares Hirn‘», veranschaulicht Juck

Egli beim Treffen mit Mitgliedern der Dorfkommission. «Das riesige Modell der EPFL Lausanne veranschaulicht die Hirnanatomie, und man kann damit Krankheitsbilder von Hirnverletzungen, Demenz oder psychischen Störungen erklären.» Die Fachleute der Privatklinik Meiringen zeigen, wie sie dazu beitragen, bei solchen nicht alltäglichen Krisen Entspannung und Genesung ein­ zuleiten.

Ein Spaziergang durch die Gruppe

Auf der gesperrten Strasse durch die Rudenz erleben die Festbesucherinnen und -besucher dann die übrigen Betriebe wie die Rehaklinik mit einem Senso-Pro-Trainingsgerät, das Verpflegungskonzept 2020 der Michel Gruppe AG, den Kinderhort der Kindertagesstätte Haslital, die Wäscherei Haslital oder die Stiftung Helsenberg. Wie bereits in den letzten Jahren sind diverse Firmen und Geschäfte im oberen Dorfteil beim Fest mit dabei.

Kompetenz im Dorf

«Mit dem Fest wollen wir einmal mehr beweisen, welches breite Angebot Meiringen zum Einkaufen bietet», betont Beni Fahner. Letztes Jahr stand er mit dem 30-Jahr-Jubiläum seiner Firma Pollux

Sport im Mittelpunkt des wiederbelebten Festes. «Gerade in der Zeit der zunehmenden Internetkäufe ist es wichtig, die eigenen gewerblichen Kompetenzen im Dorf zu betonen.» Dass die Privatklinik Meiringen und die übrigen Betriebe der Michel Gruppe AG auch dazu gehören, merkt man nicht nicht nur am 5. Mai. Die Firma ist der grösste Arbeitgeber der Region und wegen der Verdienste auf diversen Feldern der Psychiatrie weit über das Haslital hinaus bekannt. Viele Gründe also, um im oberen Dorf auf ein nicht alltägliches Jubiläum anzustossen. Nr. 163481, online seit: 24. April – 15.00 Uhr

Das Fest oben im Dorf Am Samstag, 5. Mai, von 10.00 bis 16.00 Uhr feiert das obere Dorf in Meiringen das Gewerbe, das Leben und das Jubiläum der Michel Gruppe AG. Nebst der Präsentation der verschiedenen Betriebe der Gruppe gibt es Aktivitäten und Attraktionen des lokalen Gewerbes. Weitere Höhepunkte sind eine Pumptrack-Bahn und ein Wettbewerb.

Bild: Seit drei Monaten planen Juck Egli, Beni Fahner, Simon Streich und Yvonne Anderegg (vlnr) das Dorffest, an dem die Michel Gruppe AG einen Schwerpunkt bilden wird. Foto: Patrick Schmed

19 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Feuerwehr für die Psyche Burnout ist ein Risikozustand, der zum Handeln auffordert. Zusammen mit ihrem Team engagiert sich Barbara Hochstrasser dafür, dass die Folgen der «Volkskrankheit» eingedämmt werden können. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Die Burnout-Sta-

tion der Rehaklinik Hasliberg geniesst seit vielen Jahren grosse Bekanntheit und hohe Anerkennung. Allerdings dürfte es nicht allen Haslitalerinnen und Haslitalern bewusst sein, dass es die erste Station der Schweiz ist, die ein Behandlungskonzept für das Burnout-Syndrom aufbaute. Entwickelt wurde dieses im 2004 durch die Chefärztin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Barbara Hochstrasser. Gemeinsam mit ihrem Team erforscht sie die «Volkskrankheit» und setzt sich für Prävention und Behandlung der meist schwerwiegenden Folgen ein. Als Präsidentin des Schweizer Expertennetzwerks für Burnout ist Barbara Hochstrasser auch national an vorderster Front, wenn es um die Weiterentwicklung und den Einsatz modernster Behandlungsempfehlungen geht.

Zunahme beobachtet

«Burnout ist keine Diagnose», erklärt Barbara Hochstrasser nicht zum ersten Mal. «Es ist ein Risikozustand, der zu Erschöpfungsdepression und weiteren psychischen Störungen führen

kann.» Sowohl Anzeichen wie auch Folgen scheinen in unserer Gesellschaft zuzunehmen. Belegt werden sie unter anderem durch eine Statistik aus Deutschland zu steigenden Krankheitstagen zwischen 2004 und 2010. Weil Burnout fast immer durch arbeitsbezogenen Stress ausgelöst wird, widmet das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco den Ursachen des Syndroms immer mehr Aufmerksamkeit und führte eine Studie zur Stressentwicklung durch. Damit werden die Arbeitgeber angehalten, präventive Massnahmen für die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden einzuleiten.

Abgebrannte Kräfte

«Den psychosozialen Risiken des Burnout-Syndroms sind verschiedene Charaktere ausgesetzt», beobachtet Barbara Hochstrasser. «Meist sind es Menschen, die sich stark einsetzen und bezüglich menschlicher Interaktionen etwas empfindlich sind oder wenig Selbstvertrauen haben», erklärt sie. Wer über längere Zeit auf die Zähne beisst, ohne etwas zu verändern und ohne dass sich belastende Arbeitssituationen entschärfen, bricht irgendwann zusammen. Die Erschöpfungsdepression als Folge lässt die Betroffenen häufig für längere Zeit aus dem

Arbeitsprozess ausscheiden. «Wahre deine Selbstfürsorge», diese Empfehlung gibt Barbara Hochstrasser den «brennenden» Geistern mit und rät dazu, Körper und Psyche im Gleichgewicht zu halten. «Warnsignale ernst zu nehmen, ist meist der erste Schritt, um das Feuer einzudämmen und das Ausbrennen zu vermeiden.» Nr. 163816, online seit: 3. Mai – 17.00 Uhr

Einige Fakten zu Burnout und dessen Folgen Burnout tritt meist dort auf, wo eine mangelnde Übereinstimmung zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitsumfeld besteht. Perfektionismus, die Bereitschaft, sich zu verausgaben oder Resignation sind Stressverstärker, welche den Weg in eine Erschöpfungsdepression ebnen können. Diesem Verlauf setzt die Rehaklinik Hasliberg ein ganzheitliches Therapieprogramm entgegen, das unter anderem folgende Methoden beinhaltet – Psychotherapie – Körpertherapie – Traditionelle Chinesische Medizin – Sport – Entspannung und Meditation – bei Bedarf Medikamente

Bild: Ein starkes Team – Barbara Hochstrasser setzt ihre zehn Monate alte Hündin namens Orea für therapeutische Zwecke ein. Foto: Patrick Schmed

20 | Jubiläum 1918 – 2018

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Gegen die Nebenwirkungen der Lebensreife Je älter die Bevölkerung, desto mehr Fälle von altersbedingten psychischen Störungen wie Demenz. Das muss nicht so sein, meint Tanja Müller und ruft zur Früherkennung auf. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Gerontopsychia­

trie» – ein anspruchsvolles Wort. Mit anspruchsvollem Hintergrund. Erklären lässt sich der Fachbegriff am besten am Beispiel der Demenz. Sie ist inzwischen die bekannteste Form der altersbedingten Beeinträchtigungen der Psyche. Der Grund für die steigende Anzahl Betroffener ist einfach – grosse Teile der Bevölkerung werden immer älter. Deshalb leiden auch mehr Menschen als früher unter der Krankheit, welche die Gedächtnisleistung einschränkt und zu psychischen Auffälligkeiten führen kann. Manche davon sind harmloser, andere schwerer zu ertragen. Halluzinationen beispielsweise. Demenz hat viele Gesichter und braucht entsprechend individuelle Betreuung. Eine, die sich damit auskennt, ist Tanja Müller.

Zu Hause oder …

«Die wichtigste Frage ist die nach der Selbstständigkeit», stellt die leitende Ärztin und Leiterin der Gerontopsychiatrie Tanja Müller immer

wieder fest. «Ist diese gegeben, können die älteren Menschen heute mit ambulanten Diens­ ten lange zu Hause bleiben.» Wird das Urteilsvermögen angezweifelt, ist guter Rat allerdings teuer. Entsprechend wichtig ist Tanja Müllers Erfahrung für die Haslitaler Bevölkerung, wenn es um Fragen rund um Demenz und ähnliche altersbedingte psychische Beeinträchtigungen geht. Seit zwölf Jahren arbeitet die aus Deutschland stammende Ärztin in der Psychiatrie, vor drei Jahren kam sie nach Meiringen und vor einem halben Jahr übernahm sie die Leitung der Stationen, die das Augenmerk auf die älteren Generationen legen. Diese gibt es bei der Michel Gruppe AG übrigens schon seit langem.

… auf mehreren Stationen

Drei Stationen für Menschen in der zweiten Lebenshälfte gehören in die Verantwortung der leitenden Ärztin. Sie selbst führt die Station «55+» im Haus Reichenbach, wo der Behandlungsschwerpunkt bei der Psychotherapie liegt. Auf der von ihrer oberärztlichen Kollegin geführten Station mit Menschen ab 65 finden sich die meis­ten Demenzfälle. Ausserdem gehört zur

Gerontopsychiatrie der Klinik auch die Tagesklinik in Meiringen mit 20 Plätzen. Konsiliarisch werden zudem in der Stiftung Alpbach drei Stationen für psychiatrische Patientinnen und Patienten mitbetreut. Auch am Wachstum dieser Stationen lässt sich die steigende Bedeutung der altersbedingten psychischen Herausforderungen erkennen. Eine Tendenz, der Tanja Müller und Gleichgesinnte etwas entgegen­ setzen. Denn: «Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, kann der Verlauf häufig verzögert oder abgeschwächt werden.» Nr. 163817, online seit: 10. Mai – 09.00 Uhr

Demenz – Früherkennung hilft Tanja Müller plant, sich in den nächsten Jahren stärker mit den Hausärzten zu vernetzen. Damit können demenzielle und weitere psychische Krankheiten des Alters früher erkannt werden, um den Krankheitsverlauf mit modernen Behandlungsmethoden zu verzögern oder die Folgen abzuschwächen. Für Fragen steht sie den Hausärzten gerne zur Verfügung.

Bild: Tanja Müller engagiert sich, damit Demenz und ähnliche Krankheiten frühzeitig erkannt und behandelt werden. Foto: Patrick Schmed

21 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Wertschätzung aus Tradition Mit einem Personalfest unter dem Motto «Balle Epoque» feierten die Mitarbeitenden mit der Gründerfamilie gleichzeitig das 100-jährige Bestehen und die gegenseitige Wertschätzung, die im Unternehmen eine ebenso lange Tradition hat. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Personalfeste

haben in der Michel Gruppe Tradition», sagt CEO Andreas Michel und blickt auf zahlreiche gemütliche und gesellige Anlässe zurück. Das Personalfest vom 4. Mai wird ihm, seinen Mitarbeitenden und deren Begleitpersonen allerdings in besonderer Erinnerung bleiben. «Zum ersten Mal seit langer Zeit haben wir das Fest nicht in der Aareschlucht durchgeführt, sondern mit rund 600 Personen im Ballsaal des Congress Centre Kursaal Interlaken», erklärt der Unternehmensleiter. Der gewählte Standort bot genügend Platz aber auch den perfekten Rahmen, um das 100-jährige Jubiläum mit den Mitarbeitenden und deren Partnerinnen und Partnern zu feiern.

Belle Epoque

Hundert Jahre seit der Aufnahme der ersten Patientin – dieser Meilenstein prägte dieses Jahr auch das Motto des Personalfests. Die Anwe-

senden holten die erste Patientin quasi in der «Belle Epoque» ab und zwar in passender Kleidung. «Das Motto Balle Epoque gab nicht nur Dekoration und Aktivitäten vor, sondern auch die Bekleidung der Teilnehmenden», erläutert Andreas Michel und freut sich, dass diese im Ballkleid, in Frack und mit Melone zum Feiern antraten. Eva Hänni und Urs Nufer führten durch die Unterhaltungsblöcke zwischen den Gängen – mit geschichtlichen Rückblicken in Bild und Ton, einem Vortrag über «l'Art brut» und einer Polka-Tanzshow, die eine Gruppe von Mitarbeitenden unter der Leitung von Sandra Schmitz gemeinsam einstudiert hatte.

Viel Engagement

Von der Tanzeinlage bis zur Organisation oder zu den Orchideen auf den Tischen – am Gelingen des Fests haben zahlreiche Kräfte aus den eigenen Reihen beigetragen und so die schöne Stimmung während des Fests geprägt. Ihnen und allen Mitarbeitenden sprach Andreas Michel im Namen der Michel Familien während

des Fests seinen Dank aus. Und wurde um Mitternacht mit einem Dankeschön in Form von Rosen überrascht. «Es ist alles andere als selbstverständlich, dass eine Firma ihren Mitarbeitenden auf so grosszügige Weise ihre Wertschätzung ausdrückt», meint Juck Egli, Mitglied des Organisationskomitees und Marketingverantwortlicher. Eine Wertschätzung, die übrigens nicht nur während des Personalfests zu spüren sei, sondern während des ganzen Arbeitsjahres. Nr. 164544, online seit: 17. Mai – 15.02 Uhr

Personalfest als Jubiläumshighlight Die Michel Gruppe AG feiert das 100-jährige Bestehen mit diversen Anlässen, die für das Jubiläum nochmals festlicher geprägt werden. So wurde auch das Personalfest vom 4. Mai unter dem Motto «Balle Epoque» mit einem vielseitigen Programm und der Einladung für Begleitpersonen angereichert.

Bild: Die anwesenden Mitglieder der Familie Michel in passender Garderobe wurden um Mitternacht mit einer Rose als Dankeschön überrascht. Foto: zvg

22 | Jubiläum 1918 – 2018

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Mit Blick auf die Zufriedenheit von morgen Der Qualitäts-Verantwortliche Charles Tanner bearbeitet sämtliche Kundenfeedbacks und sammelt daraus Erkenntnisse, wie sein Betrieb die Erwartungen der Kunden in Zukunft noch besser erfüllen kann. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Manchmal sind es

bloss Kleinigkeiten, die darüber entscheiden, ob jemand zufrieden ist und eine Dienstleistung weiterempfiehlt. Die Herausforderung ist nur, diese entscheidenden Kleinigkeiten zu erkennen, die Erwartungen allenfalls sogar zu übertreffen. Dies ist die Aufgabe des Qualitäts-Verantwortlichen Charles Tanner. Er sorgt dafür, dass die Meinungen der Kunden eingeholt werden und zu ihm gelangen. Aus diesen liest er unter anderem, dass 94 Prozent der Kunden Institutionen der Michel Gruppe AG, wie zum Beispiel die Privatklinik Meiringen, weiterempfehlen würden – eine mehr als erfreuliche Bilanz für den Hüter der Zufriedenheit.

Erwartungen erfüllen

«Qualität entsteht, wenn Erwartungen erfüllt werden», weiss Tanner, der früher in der Industriebranche gearbeitet hatte, aus jahrelanger

Erfahrung. Seit 2003 arbeitete er regelmässig im Mandat für die Michel Gruppe AG, seit 2014 ist er fest als Qualitätsmanager angestellt. Mit seinem Know-how sorgt er dafür, dass die einzelnen Rückmeldungen individuell behandelt werden, aber auch dafür, dass Erkenntnisse für das Management gewonnen werden. Zwar ist für die einzelnen Klienten je Unterschiedliches entscheidend, ob sie mit einer Dienstleistung zufrieden sind oder nicht. «Allen kann man es bekanntlich nie recht machen», hält der Qualitätsfachmann fest, «doch kann man aus den Rückmeldungen Standards erarbeiten, mit denen man auch in Zukunft gut fahren wird und Zufriedenheit für eine Mehrheit garantieren kann.»

Für die Zukunft

Kundenfeedbacks bearbeiten, diese zu Statistiken für das Management zu verdichten, Abläufe optimieren und Zukunftsprojekte unterstützen – das sind Aufgaben des Qualitätsmanagers. «Im Gegensatz zur Buchhaltung, die

auf das Geschäftsjahr zurückblickt, erheben wir Zahlen, die sich erst in der Zukunft finanziell auswirken», erklärt er seine Funktion. Die Erkenntnisse und Rückmeldungen sind auf allen Abteilungen gefragt und wichtig. «Als Michel Gruppe können wir uns von der Konkurrenz abheben, wenn wir nicht nur alles für beste Qualität tun, sondern sogar Erwartungen übertreffen, bevor sie ausgesprochen wurden.» Nr. 164553, online seit: 23. Mai – 17.02 Uhr

Zertifikate belegen Qualität Zertifikate sind ein wichtiges Mittel, um die ausgezeichnete Qualität durch eine externe Stelle belegen zu lassen. Mit dem Label der Swiss Leading Hospitals erreicht die Michel Gruppe AG nicht nur die Anforderungen der bekannten ISO-Zertifizierung, sondern erfüllt auch die gehobeneren Ansprüche an die Unterbringung, Verpflegung und weitere Leistungen, die einen modernen Gesundheitsbetrieb auszeichnen.

Bild: Charles Tanner sorgt dafür, dass die Meinungen der Kunden eingeholt werden, bearbeitet sie weiter und wertet sie aus. Foto: Patrick Schmed

23 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Lehrstellen mit längerer Haltbarkeit

Ausbildungsstellen 2019 Wer sich für eine Karriere bei der Michel Gruppe AG interessiert, findet spannende Angebote www.michel-gruppe.ch/offene-stellen/.

Wer seine Ausbildung bei der Privatklinik Meiringen beginnt, darf mehr erwarten – unter anderem praktische Ausbildung oder Karrierechancen, bei denen sich auch junge Talente voll entfalten können. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Sie ist meist die

erste Anlaufstelle, wenn jemand sich für eine Ausbildung in der Privatklinik Meiringen interessiert. Als «Ausbildungsverantwortliche Potenzialentwicklung Pflege» begleitet Matea Zecevic junge Menschen vom ersten Bewerbungsgespräch bis zum erfolgreichen Abschluss. Und ist auch dabei, wenn es um Ausbildungsverträge, Stationszuteilungen oder schwierige Gespräche geht. Dabei kommt es der in Brienz wohnhaften Ringgenbergerin ganz schön gelegen, dass sie den Ablauf aus eigener Erfahrung kennt. Vor zehn Jahren hat sie sich nämlich für die Ausbildung zur Fachfrau Gesundheit EFZ bei der Privatklinik Meiringen beworben.

Lebenslanges Lernen

«Ich bin ein Produkt der Michel Gruppe», erklärt Matea Zecevic mit einem Augenzwinkern. Der dreijährigen Lehrzeit schloss sie die

Ausbildung zur diplomierten Pflegefachfrau HF an und arbeitete danach auf der Gerontopsychiatrie, wo sie später die Zusatzfunktion als Ausbildungsverantwortliche übernahm. Seit 2017 ist sie Teil der Potenzialentwicklung und schon wieder mittendrin in einer Ausbildung. «Dieses Jahr möchte ich den eidgenössischen Fachausweis als Ausbilderin erlangen und im 2019 dann das Masterstudium in Adult and Professional Education und die Ausbildung zur diplomierten Erwachsenenbildnerin HF anschliessen», erklärt die 25-Jährige, die mit diversen Netzwerken im Ausbildungsbereich verknüpft ist.

Karrieremöglichkeiten

So wie Matea Zecevic geht es zahlreichen Mitarbeitenden der Michel Gruppe AG. Sie haben sich hier ausbilden lassen und sind geblieben. «Wir bilden aus, was wir brauchen», so drückt es die Pflegedirektorin Marianne von Dach aus, die von Matea Zecevic als Talentförderin bezeichnet wird. Sie beide wissen, dass die interessanten Karrieremöglichkeiten innerhalb

des Betriebs gute Gründe sind zum Bleiben. «Die Familie Michel investiert viel in die Ausbildung und scheut sich nicht davor, jungen Menschen Verantwortung zu übertragen», weiss die Ausbildungsverantwortliche aus eigener Erfahrung.

Von der Basis aus gebildet

Wer eine Ausbildung in der Privatklinik Meiringen beginnt, darf tatsächlich mehr erwarten, vor allem in Sachen interne Ausbildung. «Die Lernenden und Studierenden sind nicht auf dem Stellenplan», erklärt Matea Zecevic. «Damit können wir sie gezielter auf berufliche Anforderungen vorbereiten und ihre Handlungsfähigkeit im pflegerischen Alltag stärken.» Dass die Lernenden und Studierenden dabei noch Einblick in alle möglichen Abteilungen und Stationen erhalten, erhöht den Reiz einer Ausbildungsstelle sicherlich noch mehr. Und so erstaunt es nicht, dass die Privatklinik Meiringen trotz geburtenschwächeren Jahrgängen immer noch genügend Bewerbungen mit Potenzial erhält. Nr. 164557, online seit: 31. Mai – 15.00 Uhr

Bild: Wenn es das Wetter erlaubt, verlegt Matea Zecevic ihre Ausbildungsgespräche auch einmal auf den Balkon des Doktorhauses. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

Fussstapfen, denen man folgen kann Die Pflegefachfrauen und Ausbildungsverantwortlichen Jessica Steiner und Mara Lanzrein würden ihren Beruf auch heute nochmals wählen. Sie erzählen, wieso er auch für zukünftige Generationen eine gute Empfehlung ist. JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Für mich stand schon früh fest, dass ich im medizinisch-pflegerischen Bereich tätig sein will», sagt Jessica Steiner, diplomierte Pflegefachfrau HF und stellvertretende Stationsleiterin Pflege auf der Schwerpunktstation für affektive Erkrankungen Des Alpes 3. Nach Einblick in verschiedene Bereiche des Gesundheitswesens entschied sie sich für die Ausbildung als diplomierte Pflegefachfrau HF. Seit 2006 hat sie eine Vollzeitstelle in der Privatklinik Meiringen und ist zudem als Ausbildungsverantwortliche auf der Station tätig. «Mich faszinieren die verschiedenen Facetten des Pflegeberufs», erklärt Jessica Steiner. «In der Ausbildung wird ein fundiertes Fachwissen vermittelt und verschiedene Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben. Auch nach dem Berufsabschluss ermöglichen unterschiedliche Fort- und Weiterbildungen, die Kompetenzen stetig zu erweitern oder neue zu erlangen.» Mit dieser Aussicht kann sie ihren Beruf auch den heutigen Schulabgän gerinnen und -abgängern empfehlen und freut sich darauf, diese auf ihrem beruflichen Weg zu begleiten.

Vielseitiger Alltag

«Unser Beruf ermöglicht viele Weiterbildungsund Spezialisierungsmöglichkeiten», streicht Mara Lanzrein hervor. «Je nach Tätigkeitsbereich sind unterschiedliche Kompetenzen gefordert. Mein Alltag als diplomierte Pflegefachfrau HF und Ausbildungsverantwortliche der Notfall - und Kriseninterventionsstation Ost1 gestaltet sich stets vielseitig, komplex und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten.» Gleich wie ihre Kollegin Jessica Steiner würde sie diesen Werdegang heute wieder wählen. Die Privatklinik Meiringen hat sie als Studierende HF Pflege kennengelernt, als sie zwei Praktika auf unterschiedlichen Fachstationen absolvierte. Und weil es ihr damals so gut gefiel, ist sie geblieben. An die unregelmässigen Arbeitszeiten hat sie sich gewöhnt – sie gehören für die Thunerin seit zehn Jahren zum Alltag. Und haben auch ihre aussergewöhnlichen und schönen Seiten – zum Beispiel mit der Morgensonne über dem Brienzersee oder mit der tollen Landschaft des Haslitals im Dämmerlicht. Pressedienst

Offene Stellen bei der Michel Gruppe AG Dipl. Ergotherapeutin/Dipl. Ergotherapeut Rehaklinik Hasliberg Dipl. Physiotherapeutin/Dipl. Physiotherapeut Rehaklinik Hasliberg Oberärztin/Oberarzt Psychosomatische Rehabilitation Rehaklinik Hasliberg Assistenzärztin/Assistenzarzt Psychiatrie und Psychotherapie Privatklinik Meiringen Fachverantwortliche/Fachverantwortlicher Station Stv. der Stationsleitung, Privatklinik Meiringen Dipl. Pflegefachfrau/Dipl. Pflegefachmann HF/FH für Fachstation Abhängigkeitserkrankungen Privatklinik Meiringen Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ Privatklinik Meiringen Leiterin/Leiter Haus- und Reinigungsdienst Rehaklinik Hasliberg Medizinische Praxisassistentin/Ärztesekretärin Rehaklinik Hasliberg Weitere Informationen unter: www.michel-gruppe.ch/offene-stellen

Nr. 164896, online seit: 7. Juni – 09.00 Uhr

Bild: Mara Lanzrein (links) und Jessica Steiner faszinieren die verschiedenen Facetten des Pflegeberufs heute genauso wie früher. Foto: Juck Egli

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99 Jahre

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Stück für Stück zurück ins Leben Im Wohnheim Mosaik Interlaken werden Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung längerfristig begleitet und darauf vorbereitet, wieder voll und ganz am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Beim Sommerapéro geht es um den Austausch und Zusammenhalt im grösseren Rahmen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Es kann jede und

jeden Treffen», stellt Constanze Schnabel im Esszimmer des Wohnheims Mosaik Interlaken klar und meint damit psychische Beeinträchtigungen. Burnout, Schizophrenie, Schwierigkeiten mit Drogen- oder Alkohol, Traumafolgestörungen oder andere Probleme der Psyche gehören zu unserer Gesellschaft, sind aber leider immer noch mit Vorurteilen behaftet. «Mit dem Sommerapéro tragen wir dazu bei, diese Vorurteile abzubauen», fährt die Standortleiterin der offenen Wohnheime für psychisch Beeinträchtigte in Interlaken und Ringgenberg fort. Sie betont, dass die Ent-Stigmatisierung ein dauerndes Thema ihrer Institution sei, während des Sommerapéros aber ein etwas grösseres Publikum erreiche.

Ins Leben zurückführen

Constanze Schnabel leitet nicht nur das Wohnheim in Interlaken, sondern auch den Standort in Ringgenberg. Beide haben die Aufgabe, Menschen mit einer psychischen Beeinträchtigung zu begleiten, fördern und darauf vorzubereiten, wieder voll und ganz am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Aktuell werden in Interlaken 15 Klientinnen und Klienten betreut, acht davon mit chronischem Hintergrund. «Es handelt sich um interessante und spannende Persönlichkeiten mit viel Ressourcen», erläutert die gelernte Krankenschwester AKP mit Weiterbildungen in Teamleitung, Pflegeberatung und Psychiatrie. «Deshalb ist es eine sehr schöne und sinnstiftende Aufgabe, diesen Menschen zu helfen, ihr Leben schön zu gestalten und sie wieder für das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben fit zu machen.»

Einladung zum Sommerapéro Am Donnerstag, 21. Juni, lädt die Stiftung Helsenberg zum Sommerapéro ins Wohnheim Mosaik in Interlaken. Der Anlass ist öffentlich und dient vor allem dem Austausch zwischen den Klienten und des Teams der Mosaik-Wohnheime Interlaken und Ringgenberg mit Angehörigen, mit der Bevölkerung, mit Nachbarn, Behörden, Partnern und Interessierten. Von 16.00 bis ungefähr 18.00 Uhr werden Häppchen und Spezialitäten der zwei Küchenteams serviert, unter anderem auch der «sanfte Engel» – ein köstlicher Cocktail ohne Alkohol.

Übergänge gestalten

Dass diese Menschen heute eine Wohnmöglichkeit in einem Heim erhalten, hat vor allem mit der Gesetzgebung zu tun. Seit 2015 sind in Institutionen wie der Privatklinik Meiringen keine Langzeitaufenthalte für die psychische Genesung mehr vorgesehen. Wer beim Übergang von der Klinik ins eigenständige Leben etwas mehr Zeit, Struktur und Begleitung braucht, findet bei der Stiftung Helsenberg Unterstützung. Mit gemeinsamen Sport- und Freizeitaktivitäten wachsen die Gemeinschaften in Interlaken und Ringgenberg zusammen – geplant ist mittelfristig sogar der Zusammenzug in einem Neubau. Damit diese noch stärker mit der übrigen Gesellschaft zusammenwachsen können – wie die Mosaikwerke im Atelier –, wirkt der Austausch am Sommerapéro fast ein bisschen wie ein «Klebstoff».

Eine Geschichte voller Kunst Marie-Louise Michel sorgt als Kunstbeauftragte nicht nur für belebende Innengestaltungen, sie inszeniert auch das Jubiläumsjahr und kümmert sich um weitere Projekte, bei denen Kunstfertigkeit gefragt ist. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Unsere

Grossmutter, Helene Michel, liess grosse, schöne gedruckte Bilder berühmter Maler in den Schlafräumen anbringen», erzählt Marie-Louise Michel aus den Anfängen der Privatklinik Meiringen. «Sie war leidenschaftliche Hobbyfotografin und hatte einen Sinn dafür, die Räumlichkeiten so zu gestalten, dass sich die Patientinnen wohlfühlten.» In der zweiten Generation nahmen sich Käthi Michel-Moser und Edith Michel-Kammermann dieser Aufgabe an, heute sorgt Marie-Louise Michel als Kunstbeauftragte für eine belebende Raumgestaltung, welche den Weg in die Gesundung unterstützen kann.

Künstler von hier

«In den öffentlichen Räumen und den Räumen, wo sich viele Menschen aufhalten, hängen Originale», erklärt Marie-Louise Michel. «Beispielsweise vom Kunstmaler Gottfried Tritten.» Die meisten Künstlerinnen und Künstler stammen wie Tritten aus der Schweiz, etliche sogar aus der

Umgebung – so wie Arnold Brügger, Martin Peter Flück, Trudy Reber oder der Art Brut Künstler Hans Kohler. «Wenn wir Räume neu einrichten, gehört die Kunst dazu», fährt die Kunstbeauftragte fort. Die Kunstfertigkeit Marie-Louise Michels setzt allerdings auch bei anderen Projekten besondere Akzente, aktuell beim Jubiläumsjahr.

alle Vertreterinnen und Vertreter der vierten Generation dabei. Alle jungen Leute zeigen Interesse für die Familientradition, einige mit ihren Ausbildungen im Gesundheitsbereich auch die Bereitschaft, diese tatkräftig weiterzuführen. Nr. 165341, online seit: 21. Juni – 12.23 Uhr

Viele Feste

Während des Jubiläumsjahrs werden primär die wiederholt stattfindenden Anlässe jubiläumsmässig angereichert. Beim Personalfest standen die Mitarbeitenden im Zentrum, das Fest im oberen Dorf richtete sich an die Bevölkerung. Für das Fachpublikum wird es ein Symposium geben, Behörden und Partner gedenken am 18. Oktober der ersten Leistungsvereinbarung mit dem Kanton vor hundert Jahren. Für die Familien Michel war der 8. Juni ein besonderer Tag. Am Geburtstag Adolf Michels wurde die Generalversammlung im Ballenberg durchgeführt. Zusammen mit dem Kader liessen sich die Familien Michel durch das Freilichtmuseum führen und von Barbara Klossner alias Miss Helvetia unterhalten. Bei der Jubiläums-GV waren

Marie-Louise Michel Marie-Louise Michel gehört zur dritten Generation im Familienunternehmen der Michel Gruppe AG. Sie studierte Theaterwissenschaften in Wien und war während zehn Jahren als Dramaturgin und Medienbeauftragte für ein grosses Theater tätig, bevor sie das «Theater Ariane» in der freien Szene mitbegründete. Schon während ihres Studiums arbeitete sie immer wieder am Jahresbericht und weiteren Projekten der Michel Gruppe AG mit, heute ist sie unter anderem Projektleiterin des Magazins «Blickpunkt Gesundheit», das von der Familienunternehmung herausgegeben wird. Für die Projektarbeit ist Marie-Louise Michel einige Tage pro Woche in Meiringen, den Lebensmittelpunkt hat ihre Familie in Winterthur.

Nr. 165090, online seit: 14. Juni – 15.00 Uhr

Bild: Während des Sommerapéros der Wohnheime Mosaik Interlaken und Ringgenberg tritt Standortleiterin Constanze Schnabel für einmal als Gastgeberin auf. Foto: Patrick Schmed

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Bild links: Die vierte Generation der Familien Michel war anlässlich der GV auf dem Ballenberg vollständig präsent. Foto: zvg Bild rechts: Andreas und Marie-Louise Michel reichern einige der Anlässe im Jahresverlauf jubiläumsmässig an. Foto: Patrick Schmed

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denen Fachabteilungen integriert angehen», streicht Jochen Mutschler heraus.

Forschung und Lehre

Weil einige der Verhaltenssüchte erst in unserer modernen Zeit entstanden – wie beispielsweise die Internet-, Gaming- oder Mediensucht – eröffnen sich für die Spezialisten neue Forschungsfelder. «Mit Master- oder Doktorarbeiten suchen wir neue Ansätze zur Behandlung, daneben beteiligen wir uns an multizentrischen Studien», erklärt Jochen Mutschler, dessen Hauptaufgabe an der Privatklinik Meiringen neben der Behandlung die Ausbildung ist. Nach seiner Habilitation in Zürich arbeitete der Arzt in der Forschung und baute unter anderem Angebote zur Tabakentwöhnung auf. Auch in der Privatklinik Meiringen, wo er vor zwei Jahren seine Tätigkeit aufnahm, war Aufbauarbeit gefragt – pionierhaft ist das Zentrum für Verhaltenssüchte.

Ein Hort, um die Sucht hinter sich zu lassen Was ist zu viel, was belastend und was krankhaft? – solche Fragen stellen sich häufig bei Abhängigkeiten. In der Privatklinik Meiringen wird dort geholfen, wo Menschen und Fachleute nicht mehr weiter wissen.

Das Mass machts

«Die Schweiz hat bei der Therapie von Verhaltenssüchten noch Nachholbedarf», betont der Chefarzt. «Dafür ist sie in Sachen Prävention recht fortgeschritten.» Konkret sähe man dies beispielsweise bei den Glücksspielen, teilweise gebe es auch bei der Kauf-, Sex- oder Esssucht Programme zur Vorbeugung von Abhängigkeiten. Der erste Schritt sei dabei manchmal schon, gesellschaftlich und persönlich anzuerkennen, dass Dinge, die eigentlich Spass machen, im Übermass genossen, Krankheiten begünstigen oder hervorrufen können. Nr. 165361, online seit: 28. Juni – 15.02 Uhr

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Uns liegt es nicht

daran, neue Krankheitsbilder zu finden», betont Jochen Mutschler, Chefarzt, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie in der Privatklinik Meiringen, «Sondern Hilfestellungen für Menschen und Fachleute zu bieten, die sich an uns wenden, weil sie nicht weiter wissen.» Dass gerade in seinem Fachgebiet, den Abhängigkeitserkrankungen, immer mehr psychische Beschwerde­bilder dazu kommen, hat mit unserer Gesellschaft zu tun aber auch mit einer feiner abgestuften Klassifikation.

Komplex

«Früher zählten Phänomene wie Internetoder Spielsucht zur Allgemeinpsychiatrie, heute werden sie den Abhängigkeitserkrankungen zugeschrieben», stellt Jochen Mutschler klar. Die Vorteile dieser Präzisierung, deren Anstoss in Amerika erfolgte, liegen auf der Hand – durch eine klarere Diagnose kann man sie besser behandeln. Allerdings gebe es dabei fast immer komplexe Erkrankungssituationen zu beachten – Problematische Verhaltensweisen gehen häufig mit Depressionen, Angststörungen oder ähnlichen psychischen Beschwerden einher. «Diese können wir in der Privatklinik Meiringen dank der verschie-

Bild links: Zu den Aufgaben von Jochen Mutschler gehört auch die Betreuung von Doktor- oder Masterarbeiten. Bild rechts: Spielen ist ein menschliches Grundbedürfnis, Spielsucht im Netz oder in Casinos kann aber zum Problem werden.

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Professionelle Hilfe Bei Abhängigkeitserkrankungen ist die Grenze zwischen zu viel, belastend und krankhaft oft fliessend. Wer beim Konsum von Substanzen, Spielen oder anderen Tätigkeiten zu grosse Abhängigkeiten vermutet, erhält professionelle Beratung über die Patientenaufnahme der Privatklinik Meiringen unter Telefon 033 972 85 65.

Die guten Geister hinter den Kulissen Mit ihrem 35-köpfigen internationalen Team sorgt Dominique Weidmann für Sauberkeit in der Privatklinik Meiringen und behält auch in hektischen Situationen die Übersicht. Die Patientinnen und Patienten sowie Kolleginnen und Kollegen danken es ihr. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Wenn die Kolle-

ginnen und Kollegen nicht wissen, an wen sich wenden, rufen sie häufig bei mir an», erzählt Dominique Weidmann, die Leiterin des Hausund Reinigungsdienstes in der Privatklinik Meiringen. Mit ihrer anpackenden Art behält sie nicht nur die Einsätze ihres 35-köpfigen Teams im Auge, sondern auch die Bedürfnisse aus der Pflege und den Zimmern. «Häufig fragen die Patientinnen und Patienten, ob wir ihnen eine weichere oder härtere Matratze zur Verfügung stellen können», fährt die Bereichsleiterin fort. «Solche Wünsche können wir rasch erfüllen und damit einen kleinen Beitrag zum Wohlergehen und zur Genesung leisten.» Die Betroffenen danken es ihnen. Und auch die Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege.

Viel Handarbeit

Die zahlreichen kleinen und grossen Herausforderungen sind es, welche für die geborene

Fotos: Patrick Schmed

Organisatorin den Spass an der Arbeit fördern. «Die tendenziell sinkende durchschnittliche Aufenthaltsdauer erfordert von unserem Team grosse Flexibilität», macht Dominique Weidmann klar. «Bei jedem Wechsel muss das Zimmer von Grund auf gereinigt werden.» Gründlichkeit ist auch bei den Baureinigungen gefragt, die seit vielen Jahren «inhouse» durchgeführt werden. «Aus Rücksicht auf die Patientinnen und Patienten und ihr Ruhebedürfnis sehen wir in vielen Fällen von elektronischen Geräten ab», erklärt die Leiterin des Reinigungsdienstes. Ausnahmen sind die Bodenreinigungsmaschine oder ein spezielles System zum Fensterputzen mit entmineralisiertem Wasser – und das mit gutem Grund. «Die Arbeit geht einfach, und die Scheiben bleiben länger sauber.»

Wenig Sprachbarrieren

«Zwei Drittel der Mitarbeitenden aus meinem Team stammen aus Portugal, schätzt Dominique Weidmann. «Dann haben wir einige Mitarbeitende aus Spanien und einen kleinen Anteil

weiterer Nationalitäten.» Sprachbarrieren lassen sich nicht ganz vermeiden, stellen aber glücklicherweise die Ausnahme dar. «Die Michel Gruppe AG organisiert Sprachkurse, damit alle Mitarbeitenden sich auf Deutsch verständigen können», betont Dominique Weidmann. Denn auch wenn die guten Geister des Reinigungsdienstes eher im Hintergrund arbeiten, so sind sie für Fragen und Anliegen doch gern gesehene Ansprechpartner auf den Gängen. Nr. 165568, online seit: 4. Juli – 09.00 Uhr

Verständnisvoller Arbeitgeber Die Michel Gruppe AG organisiert in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Haslital Sprachkurse für Mitarbeitende aus anderssprachigen Ländern. «Die Dozentinnen und Dozenten werden von der Firma bezahlt», erklärt Dominique Weidmann. «Auch in dieser Hinsicht zeigt sich die Michel Gruppe AG vorbildlich und äusserst grosszügig.»

Bild: Ihr Fingerspitzengefühl beweist Dominique Weidmann auch beim Gestalten der Dienstpläne. Foto: Patrick Schmed

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Sechzehn erfolgreiche Lehrabschlüsse · Laura Singer, Köchin EFZ, Privatklinik Meiringen · Ramon Sturm, Fachmann Betreuung EFZ, Stiftung Helsenberg · Kim Studer, diplomierter Sozialpädagoge HF, Stiftung Helsenberg · Noemie Brunner, Fachfrau Gesundheit EFZ, Rehaklinik Hasliberg · Petra von Ah, Fachfrau Gesundheit EFZ, Rehaklinik Hasliberg · Mario Anderegg, Fachmann Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Carina Dietrich, Fachfrau Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Anna Kaufmann, Fachfrau Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Vera Leibundgut, Fachfrau Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Marina von Weissenfluh, Fachfrau Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Theresa-Anna Zumbrunn, Fachfrau Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Steven Dennis Weissbeck, Fachmann Gesundheit EFZ, Privatklinik Meiringen · Milena Sandra Epp, diplomierte Pflegefachfrau HF, Privatklinik Meiringen · Sina Jaun, diplomierte Pflegefachfrau HF, Privatklinik Meiringen · Anja Schwab, diplomierte Pflegefachfrau HF, Privatklinik Meiringen · Nadja Siegenthaler, diplomierte Pflegefachfrau HF, Privatklinik Meiringen

Das Diplom in der Hand, die Zukunft im Blick Die Lehrabschlussfeier markiert einen weiteren Meilenstein im Jubiläumskalender der Familienunternehmung. Zwei Fachleute blicken auf die Ausbildungszeit zurück und erzählen, wie sie ihren weiteren Karriereweg sehen. von Patrick Schmed Nachgefragt bei Anna Kaufmann, Fachangestellte Gesundheit EFZ in der Privatklinik Meiringen Was war der schönste Moment, wenn Sie auf die letzten drei Jahre zurückblicken? Anna Kaufmann: Als ich rund eine Woche vor

der Abschlussfeier das Couvert mit der Mitteilung erhielt, dass ich die Prüfungen bestanden habe. Das war wie eine Art Krönung der dreijährigen Ausbildung.

Wie haben Sie den Prüfungserfolg gefeiert? Die Kolleginnen und Kollegen auf der Station haben während der Prüfungen mitgefiebert und freuten sich mit mir. Sie haben mich sehr unterstützt, auch die Teams der anderen Abteilungen empfand ich als sehr kollegial. Unter den Lernenden ist der Zusammenhalt ebenfalls sehr gut, wir haben den Abschluss der Prüfungen gemeinsam mit einem Fest am Funtenensee gefeiert.

Was empfinden Sie als das Besondere an Ihrem Ausbildungsplatz?

Dass die Lernenden ihre Meinung einbringen können und sehr viel Wertschätzung erhalten. Man merkt, dass Aus- und Weiterbildung bei der Privatklinik Meiringen einen hohen Stellenwert besitzt.

Wie geht Ihr Weg nun weiter?

Ich werde noch für kurze Zeit auf der Station arbeiten, danach habe ich eine Woche Ferien. Im August werde ich eine neue Stelle im Spital Interlaken antreten, wo ich während der Ausbildung bereits ein Praktikum absolviert hatte. Später würde ich gerne die Höhere Fachschule für Pflegeberufe anschliessen.

Nachgefragt bei Kim Studer, Sozialpädagoge HF im Mosaik Meiringen Sie haben nach der Ausbildung zum Fachmann Betreuung EFZ soeben die Ausbildung zum Sozialpädagogen abgeschlossen und werden weiterhin im Mosaik Meiringen arbeiten. Was wird sich dort verändern?

Kim Studer: Bei meiner Berufsbezeichnung fällt

der Zusatz «in Ausbildung» weg und ich werde während der ganzen Zeit im Wohnheim arbeiten, statt zwischendurch in die Schule zu gehen.

Wie beurteilen Sie im Nachhinein die Ausbildung als Sozialpädagoge an der Höheren Fachschule?

Ich empfand den Austausch in der Klasse als sehr wertvoll und konnte meinen Horizont erweitern. Es ist ein schöner Erfolg, nun das Diplom in den Händen zu halten, und ich bin dankbar, dass mir die Michel Gruppe diese Ausbildung ermöglicht hat.

Das heisst, Sie würden Ihre Ausbildung wieder in der Michel Gruppe machen?

Ja, denn die Anstellungsbedingungen empfand ich als grosszügig, dazu erhielt ich jederzeit grosse Unterstützung auf meinem Ausbildungsweg.

Was erachten Sie als besonders wertvoll, wenn Sie auf die Ausbildungszeit zurückblicken? Die zahlreichen guten Bekanntschaften, die ich knüpfen konnte.

Arton Ramosaj ist Leiter Therapien der Rehaklinik Hasliberg. Durch die Arbeit der Physiotherapie werden die Patienten wieder fit für den Alltag. Ein breites Spektrum an Fachpersonal und die zeitgerechte Infrastruktur ermöglichen die zielführende Betreuung. von Lia Näpflin JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Eine Operation ist oftmals ein notwendiger und sehr effizienter Eingriff für die rasche Verbesserung der Gesundheit. Während der anschliessenden Rehabilitation nimmt die Physiotherapie zur Unterstützung des Heilungsprozesses und Vorbeugung erneuter Probleme einen grossen Stellenwert ein. «Ziel ist es, die Patienten wieder für den Alltag fit zu machen». So zum Beispiel trainiert ein Hüft­ patient in der Physiotherapie vorwiegend das Gehen. «Nicht nur die Gangschulung mit und später ohne Hilfsmittel an sich, sondern auch das gezielte Treppensteigen. Sofern dieses für den Alltag relevant ist, hilft es enorm, dass der Patient bald wieder für sich selbst sorgen kann», erklärt der diplomierte Physiotherapeut. Die Begebenheiten der Physiotherapie

Physiotherapie ist eine Therapieform, bei der die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers wiederhergestellt, ver­ bessert oder erhalten werden soll. Dabei orientieren sich die Therapeuten der Rehaklinik bei der Behandlung an den Beschwerden und den Aktivitätseinschränkungen des Patienten, die bei der initialen physiotherapeutischen Untersuchung

(Assessment) festgestellt werden. Die Rehaklinik Hasliberg bietet neben der statio­ nären Behandlung auch ambulante Dienstleistungen für Personen aus der Umgebung. Wie die Rehabilitation eines Patienten aussieht, kommt natürlich auf das Krankheitsbild an. Um den Anforderungen gerecht zu werden, setzt sich das Therapeutenteam der Rehaklinik Hasliberg aus verschiedenen Fachpersonen zusammen: diplomierte Physiotherapeuten, Bewegungs­ pädagogen, medizinische Masseure sowie Sportwissenschaftler. Das fachkundige Personal bietet vielseitige Therapiemethoden an wie die Mobilisierungen, passive Massnahmen durch die Anwendung von Wärme, Kälte, ferner Stromtherapie oder Ultraschallbehandlungen. Klassische, Bindegewebs- und Fussreflexzonenmassagen sowie die manuellen Lymphdrainagen gehören zu weiteren physikalischen Therapie­ formen. Zudem werden indikationsspezifisch Atemtherapien, Entspannungstherapien, Rückenschule und Training an Geräten und Gymnastik einzeln oder in Gruppen angeboten.

Individuelle Behandlung

«Durch ein breites Spektrum an Angeboten können wir für jeden Patienten ein spezifisches und individuelles Therapieprogramm aufbauen», so Ramosaj. Die Therapeuten bieten aktive

Natur ergänzt Angebot

«Obwohl unsere Patientinnen und Patienten in gediegener Hotelatmosphäre unserer schönen Klinik oft ein ‚Ferienfeeling‘ bekommen, müssen sie trotzdem für das Erreichen der Rehabilitationsziele aktiv mitarbeiten», sagt Ramosaj. Durch eine präzise Zielsetzung zu Beginn der Rehabilitation und der wöchentlichen Über­ prüfung werden sie dabei vom Rehateam und bei Bedarf auch von den Rehabilitationspsychologen fachmännisch begleitet, motiviert und gecoacht. Die wunderbare Lage der Klinik mit traumhafter Aussicht auf das Haslital sowie die hervorragende mediterrane Gastronomie vereinfachen zusätzlich diese Aufgaben. Auch ein begleitetes Nordic Walking als Gruppe kann eine Trainingseinheit sein. «Die Möglichkeit, in der wunderschönen Naturumgebung unter Begleitung zu trainieren, ist sehr inspirierend für unsere Patienten», so Ramosaj. Nr. 166078, online seit: 19. Juli – 09.00 Uhr

Verschiedene Standorte und Standbeine Zur Michel Gruppe AG gehören nebst der Privatklinik Meiringen die Rehaklinik Hasliberg und die Stiftung Helsenberg mit den Wohnheimen Mosaik Interlaken, Ringgenberg und Meiringen. Bekannte Dienstleister mit öffentlichem Angebot sind auch die Wäscherei Haslital oder die Kindertagesstätte Haslital.

Nr. 165820, online seit: 10. Juli – 11.30 Uhr

Bild: Die Michel Gruppe feiert den Abschluss der Ausbildungen von sechzehn Mitarbeitenden, zwölf waren an der Feier dabei. Foto: Juck Egli

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Individuelle Behandlung

Unterstützung bei der Wiedererlangung und Verbesserung der Bewegungsabläufe und Koordination. Dabei fliesst auch die Beweglichkeit und Gelenksmobilität sowie der Muskel­ aufbau mit ein. Ramosaj erklärt simpel: «Jeder Patient bekommt die Unterstützung genau in dem Bereich, in welchem er sie im Alltag oder bei der Arbeit wieder braucht». Durch die «einszu-eins»-Behandlung und die direkte Kommunikation im interdisziplinären Team kann die Zielerreichung in der Rehaklinik schneller und leichter gelingen als bei einer ambulanten Behandlung. Die Grundlage für eine erfolgreiche Rehabilitation ist in vielen Fällen ein gezielter Muskelaufbau. Dafür verfügt die Klinik über einen gut ausgestatteten Trainingsraum. Von Muskelkraft aufbauenden Geräten und Lang­ hanteln über Zug- und Konditionierungsgeräte sowie Gymnastikbälle gehört hier allerlei dazu.

Bild links: Arton Ramosaj ist Leiter Therapien der Rehaklinik Hasliberg. «Jeder Patient bekommt das, was er braucht, um im Alltag wieder gut funktionieren zu können». Foto: Michel Gruppe AG Bild rechts: Auch ein Schwimmbad gehört zur Infrastruktur der Physiotherapie in der Rehaklinik Hasliberg dazu. Foto: Lia Näpflin

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Verpflegen nach dem Geschmack von 2020

Der Rundumblick zählt

Die Gastronomen in der Privatklinik Meiringen stehen 365 Tage im Jahr für das kulinarische Wohl ihrer Kunden im Einsatz. Und das auch während der Zeit, in der Küche und Esssaal von Grund auf erneuert werden. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Die Patien-

tinnen und Patienten sollen die Klinik gesunder verlassen als beim Eintritt, und dazu leisten auch wir in der Gastronomie einen Beitrag», formuliert Jon Florinett das Ziel seiner Arbeit. Dass diese seit einigen Monaten von Fragen der Architek­tur geprägt ist, ist eine vorübergehende Erschei­nung. «In der ersten Phase geht es darum, die Küche, den Speisesaal und das Lager in ein Provisorium zu verlegen», erklärt der Leiter Gastronomie der Michel Gruppe AG. «Am 31. Oktober werden die Patientinnen und Patienten im Restaurant Reichenbach das Nachtessen einnehmen, am nächsten Morgen wird das Frühstück schon vom Provisorium aus serviert.» Auch wenn dieses nicht gleich viel Platz wie der aktuelle Bau bietet, weist der Modulbau dennoch bemerkenswerte Dimen­ sionen auf, wie am Betonbau zu sehen ist.

Mit Showküche und Buffet

Während die Patientinnen und Patienten der

Privatklinik Meiringen am Rand des Areals im Provisorium verpflegt werden, entsteht im Zentrum das neue Gebäude nach einem zukunftsweisenden Konzept. «Das Essen wird nicht mehr auf den Stationen serviert, sondern im zentralen Gebäude mit einer Showküche und Buffets sowie drei Restaurants mit Platz für rund 300 Gäste», erläutert Jon Florinett das Verpflegungskonzept 2020. «Die Umgebung ist angenehm und zeitgemäss gestaltet», verspricht er. Dass Wohlfühlen und gutes Essen zur Genesung beitragen können, weiss man ja schon länger.

Mind Food

In Zusammenarbeit mit den Universitären Psychiatrischen Kliniken UPK Basel soll ein Leitfaden etabliert werden, welcher bei psychischen Krankheiten positive Wirkungen zeigt und allfällige Mangelerscheinungen kompensieren soll. «Mind Food» nennt sich das neue Konzept, welches Prof. Dr. med. Undine Lang und Jon Florinett für die Privatklinik Meiringen entwickeln wollen. «Es war schon immer mein Traum, in der

Bild links: Jon Florinett ist als Gastgeber der Michel Gruppe aktuell vor allem mit Baufragen beschäftigt. Fotos: Patrick Schmed Bild rechts: Die Pläne für den Neubau wurden im Einklang mit modernsten Erkenntnissen der Gastronomie ausgearbeitet. 32 | Jubiläum 1918 – 2018

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Gesundheitsbranche zu arbeiten und zum Wohl der Allgemeinheit beizutragen», erklärt der Innerschweizer, der unter anderem als Operation Manager für eine grosse Catering­ firma in der Schifffahrt arbeitete und die Einführung einer amerikanischen Pizzakette begleitete. «Dass ich dabei ein innovatives und neuartiges Gastronomiekonzept mitentwickeln kann, macht meinen Job nochmals um einige Happen spannender.» Nr. 165569, online seit: 26. Juli – 09.00 Uhr

Regional und individuell Ein weiterer elementarer Bestandteil des Verpflegungskonzepts 2020 ist die prozessorientierte Zubereitung der Speisen in einer zentralen Produktionsküche. Von hier werden mithilfe modernster Verfahren auch die Gerichte für die Rehaklinik Hasliberg produziert. Weil dabei jedes Gericht und alle Zutaten elektronisch hinterlegt sind, können Wünsche der Kunden bezüglich Allergien oder Abneigungen kompetent und flexibel berücksichtigt werden. Zum Einsatz kommen vor allem Produkte aus der Nähe, beispielsweise vom Dorfbeck, von der hiesigen Metzgerei oder von der Molki Meiringen.

Patientinnen und Patienten mit mehreren Erkrankungen zur selben Zeit benötigen eine individuell abgestimmte und gezielte Behandlung. Dafür ist die Reha­klinik Hasliberg bestens ausgestattet. Der leitende Oberarzt Dr. Sigurd Ulrich und Wundmanagerin Irene von Rotz setzen dabei nicht nur die Krankheit in den Vordergrund, sondern den ganzen Menschen. von Lia Näpflin JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Besonders bei

Menschen im fortgeschrittenen Alter kommt es vor, dass sie unter mehreren Erkrankungen zur selben Zeit leiden. Für die Behandlung von sogenannten polymorbiden Patienten ist die Rehaklinik Hasliberg bestens ausgestattet. «Mit effizienter, diskreter und individueller Behandlung gehen wir als fachkompetentes Personal auf die verschiedenen Bedürfnisse der Patienten ein.» Dr. Sigurd Ulrich ist der leitende Oberarzt der Rehaklinik Hasliberg. Als Facharzt für Innere Medizin und Rheumatologie ist er einer von sieben Ärzten der Klinik. Viele Menschen, die beispielsweise eine Gelenkoperation hinter sich haben, absolvieren die Reha am Hasliberg. Ulrich erklärt die Polymorbidität anhand eines Hüftpatienten. «Oft ist es nicht unbedingt die operierte Hüfte, welche problematisch sein kann während des Aufenthalts.» Patienten, die eine Herzschwäche haben, Diabetiker sind oder unter rheumatischen Erkrankungen leiden, be-

nötigen eine gezielte Behandlung, so der leitende Oberarzt. «Dabei achten wir darauf, dass sich die verschiedenen Krankheitsbilder während der Behandlung nicht konkurrieren.»

Ganzer Körper betroffen

Im Falle eines polymorbiden Patienten ist der Rundumblick das Wichtigste. Bei einem Hüft­ patienten mit einer Herzschwäche beachte die Rehaklinik nicht nur diese beiden Beeinträchtigungen, erklärt Ulrich. «Man darf den Patienten nicht auf diese zwei Krankheitsbil­der reduzieren. Es betrifft immer den ganzen Menschen.» Zusätzlich zur angepassten Medikation und Therapie ist es also auch die Seele, welche behandelt wird. Gerade Patienten, die am Rücken operiert wurden, stehen unter einer psychischen Belastung aufgrund ihrer Immobilität. «Wenn da Unterstützung gebraucht wird, kriegt man direkte Hilfe», so Ulrich. Neben der muskuloskelettalen Rehabilitation bietet die Rehaklinik Hasliberg also auch psycho­ somatische Unterstützung. Die Rehabilitationsaufenthalte sind mit dem umfassenden Angebot

also geeignet für Patienten mit den verschiedensten Diagnosen. Nach einer Operation ist auch die Wundheilung essenziell, wobei die Wundmanagerin Irene von Rotz ebenfalls auf den Rundumblick achtet. «Es zählt nicht nur das richtige Pflaster, sondern es sind beispielsweise auch die Blutwerte zu beobachten.» Gerade bei Diabetikern muss der Zuckeranteil im Blut stimmen, damit die Wunde wie erwünscht heilt. Bei zu hohem Blutdruck oder Durchblutungsstörungen setzt von Rotz die Ernährung in den Vordergrund. «Grosse Wunden brauchen viel Eiweiss zur Heilung.» Dafür geht das Personal der Rehaklinik auf die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche der Patienten ein. «Wir kommunizieren direkt mit der Küche, damit wir die erwünschten Ziele durch die angepasste Ernährung erreichen», so von Rotz.

Natur fördert Reha

Ein grosser Vorteil für die direkte Behandlung ist zudem die überschaubare Grösse der Reha­ klinik Hasliberg. «Der Patient kann sich hier schnell orientieren, was zum Wohlgefühl beiträgt», erklärt Dr. Ulrich. Zudem sind die Wege kurz und unter dem Personal findet eine enge und direkte Kommunikation statt. Dies führt wiederum zu einem besseren Therapieerfolg. Mit dem Standort der Rehaklinik am Hasliberg trägt die Natur zu einer erfolgreichen Rehabilitation bei. In den Augen des leitenden Oberarztes ist die einzigartige Umgebung und die herzliche Atmosphäre berührend und erholsam. «Unsere Patienten sind froh über die Ruhe, die sie hier in den Bergen haben.» Nr. 166440, online seit: 2. August – 15.00 Uhr

Verschiedene Standorte und Standbeine Zur Michel Gruppe AG gehören nebst der Privatklinik Meiringen die Rehaklinik Hasliberg und die Stiftung Helsenberg mit den Wohnheimen Mosaik Interlaken, Ringgenberg und Meiringen. Bekannte Dienstleister mit öffentlichem Angebot sind auch die Wäscherei Haslital oder die Kindertagesstätte Haslital.

Bild links: Dr. Sigurd Ulrich ist leitender Oberarzt der Rehaklinik Hasliberg. Für die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Krankheitsbildern setzt er auf den Rundumblick. Bild rechts: Irene von Rotz ist die Wundmanagerin der Rehaklinik Hasliberg. Nicht nur das passende Pflaster ist wichtig, sondern auch die richtige Ernährung, erklärt sie. Foto: Lia Näpflin

33 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Die Seilialp in Zahlen Höhe über Meer: Zwischen 1350 und 1660 Grösse: Total 30 Hektaren, davon 18 Weide und 10 Wald Weidetage: Rund 110 Tage, da die Alp sehr früh bestossen werden kann Nutzung: Kuhalp mit zwei Hauptstaffeln, die weiter unterteilt werden Aktueller Besatz: Rund 25 Kühe mit 20 Jungtieren, dazu 15 Schweine Ertrag im Jahr 2017: 2.6 Tonnen Berner Alpkäse AOP und eine Tonne Mutschler und Bratkäse Weitere Informationen Link zum Portrait der Seilialp auf Alporama. www.alporama.ch

Stromer im Dienst der Gesundheit Als Betriebselektriker ist Kaspar Schläppi sofort zur Stelle, wenn eine Lampe nicht brennt oder die Storen klemmen. Sein Arbeitsalltag wird durch Vielseitigkeit und Flexibilität geprägt. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Dienstagabend,

um halb sieben in den Gängen unter dem ehemaligen Hotel Des Alpes auf dem Areal der Privatklinik Meiringen, – Kaspar Schläppi legt den Schalter um und schaltet für die nächsten rund zwei Stunden den Strom aus. Der Grund ist die Erweiterung der Elektro­ verteilung für einen Teil der Privatklinik Meiringen. Zusammen mit externen Fach­ leuten ergänzt er die Anlage, damit künftig mehr Übersicht und Sicherheit herrscht. Für den Betriebselektriker ist dies eines der grossen Projekte, die er über längere Zeit Detail für Detail ausarbeitete. Daneben ist der Haslitaler aber vor allem mit kurzfristigen Anfragen von Patientinnen und Patienten beschäftigt.

Vielseitiger Alltag

«Das Spannende an meinem Beruf ist, dass ich am Morgen nie weiss, was mich erwartet», erklärt Kaspar Schläppi und sieht darin durchaus Vorteile. «Mein Arbeitsalltag wird dadurch sehr vielseitig.» Ob der gelernte

Elektromonteur und Elektro-Sicherheits­ berater in der Rehaklinik Hasliberg die Lüftung in der Küche wieder in Gang bringt oder in einem Zimmer das Licht oder die Storen repariert, ob er als Chauffeur jeman­ den ins Spital Interlaken oder in die Insel fährt oder im Pikettdienst auch Sanitär- oder Schreinerarbeiten ausführt – es geschieht immer mit dem Ziel, die Gesundheit zu fördern. «Die Bedürfnisse der Patienten

haben Priorität», betont Kaspar Schläppi. Da er als Mitarbeiter seinen Arbeitstag selbst und sehr flexibel einteilen kann, geht die Rechnung auch für ihn auf. «Wenn es nicht so viel zu tun gibt, kann ich auch einmal spontan kompensieren und die Familie geniessen oder mich für den Engadin Ski­ marathon vorbereiten», freut sich der Betriebselektriker. Nr. 166712, online seit: 9. August – 15.00 Uhr

Mitarbeitende gesucht

·D  ipl. Ergotherapeutin/Dipl. Ergotherapeut in der Rehaklinik Hasliberg

Die Michel Gruppe AG sucht für ihre Betriebe folgende Fachleute

·D  ipl. Pflegefachperson HF/FH, Berufsbildner/in Pflege in der Rehaklinik Hasliberg

· Leitende Ärztin/Leitender Arzt in der Rehaklinik Hasliberg · Nachtärztin/Nachtarzt in der Privatklinik Meiringen

· Dipl. Pflegefachfrau/-mann HF/FH Schwerpunkt Psychosomatik oder Psychiatrie in der Rehaklinik Hasliberg

· Assistenzärztin/Assistenzarzt für Psychiatrie und Psychotherapie in der Privatklinik Meiringen

· Dipl. Pflegefachfrau/-mann HF/FH für Krisen­ interventionsbereich in der Privatklinik Meiringen

· Körpertherapeutin/Körpertherapeut in der Privatklinik Meiringen

· Dipl. Pflegefachfrau/-mann HF/FH für Fachstation Abhängigkeitserkrankungen in der Privatklinik Meiringen

· Physiotherapeutin/Physiotherapeut in der Privatklinik Meiringen

Weitere Informationen unter www.michel-gruppe.ch/offene-stellen

Bild: Aktuell ist Kaspar Schläppi mit der Erweiterung der Elektroverteilung im Haus Des Alpes beschäftigt – eines der Grossprojekte in seinem Job. Foto: Patrick Schmed

34 | Jubiläum 1918 – 2018

Genüssliche Grüsse von der Seilialp Nach einem schönen, heissen Sommer wird es für die Sennenfamilie Kohler bald Zeit, an den Blumenschmuck für den Alpabzug zu denken. Ein Augenblick, der sowohl Freude wie auch Wehmut hervorruft. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Es ist noch nicht lange her, seit die Michel Gruppe AG sich von ihrem landwirtschaftlichen Betrieb trennte, der mit einer Grösse von 28 Hektaren einen bedeutenden Zweig der Firma darstellte. Die Seilialp allerdings wollte weder Xander Michel, der Vizepräsident im Verwaltungsrat der Familienunternehmung und langjährige Personal-Chef, noch sein Cousin und CEO Andreas Michel verkaufen. Beide fühlen sich seit vielen Jahren eng verbunden mit dem Alp­ betrieb, aus dem alljährlich mehrere Tonnen hervorragender Käse für das Restaurant Reichenbach ins Tal kommt. Enge Verbindung

«Es war ein Glücksfall für uns, dass Hans und Anita Kohler vor Jahren die Pacht der Alp übernahmen und mit den eigenen Tieren bestossen», betont Xander Michel bei einem Besuch auf der Alp. Zwischen dem Alpverwalter und der Pächterfamilie herrscht ein sehr gutes Verhältnis, sehr geschätzt ist ausserdem der Käse

von der Seilialp, der 2014 mit dem ersten Preis für Hobelkäse bei den Swiss Cheese Awards ausgezeichnet wurde. Da Xander Michel nach Abschluss des Studiums für einen Sommer als Zusenn auf der Seilialp anpackte, kann er die Arbeit wertschätzen, die hier sieben Tage in der Woche geleistet wird.

Lange Sommertage

«Heute bin ich um fünf von den Kühen geweckt worden», berichtet Anita Kohler von ihrem Arbeitstag. Dass sie diesen selbst gestalten kann, schätzt die Sennerin sehr, auch wenn die Tage lang und ausgefüllt sind, vor allem jetzt, wo für die vier Kinder der Schulalltag wieder begonnen hat. Ihr Mann Hans Kohler ist häufig auf dem Talbetrieb im Geissholz beschäftigt, wo das Heu für das Überwintern grösstenteils eingeholt werden konnte. Im Tal verzeichnet die Bauernfamilie gute Erträge, für den Winter ist vorgesorgt. Auf der Alp geht das Gras mit den frischen Alpenkräutern aber langsam zur Neige. Für Anita Kohler naht schon bald die Zeit, um die Blumenpracht vorzubereiten, mit der die Kühe zu Tale ziehen werden. Ein wichtiger Anlass für die ganze Familie, auch wenn

Freude und Wehmut sich die Waage halten, wie Anita und Hans Kohler verraten. Ausschliesslich Grund zur Freude hat Xander Michel, denn schon bald füllt sich der Käsekeller im Felsenhaus auf dem Areal der Privatklinik Meiringen. «Für mich ist der frische Käse immer der Beste», meint er und kündet an, dass der Alpabzug dieses Jahr zum ersten Mal einen Umweg durch Meiringen machen wird. «So kann der ausserordentlich schöne Blumenschmuck noch ganz viele Menschen erfreuen.» Nr. 166853, online seit: 17. August – 09.00 Uhr

Bild oben: Der Vizepräsident des Verwaltungsrats Xander Michel freut sich mit der Sennerin Anita Kohler über den frischen Käse, der bald schon nach Meiringen kommt. Bild unten: Zur täglichen Arbeit von Anita Kohler gehört das Pressen des frischen Käses in die Form. Fotos: Patrick Schmed 35 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

Herbstbrunch im Mosaik Meiringen Am Samstag, 1. September, findet im Mosaik Meiringen der traditionelle Herbstbrunch statt. Zwischen 10.00 und 14.00 Uhr bewirten die Bewohnenden mit den Betreuungspersonen die Gäste und freuen sich auf den Austausch mit Angehörigen, Nachbarn und Interessierten. Der Anlass ist öffentlich.

aber nicht ausdrücken. Der Therapeut könnte es ausdrücken, weiss aber – zumindest anfangs – noch nicht, was dem Patienten fehlt. Zusammen können sie aber dem Leiden den angemessenen Ausdruck geben und beispielweise in den Symptomen, sei es geistig oder körperlich, versuchen, einen Sinn zu finden.

Lebenspraxis

«Häufig geht es um Themen wie Umgang mit Geld, Einnahme von Medikamenten, Kochen oder Lebenspraxis», erklärt Caroline Schnyder, die Leiterin im Mosaik Meiringen. In diesen und weiteren Lebensbereichen begleitet die Sozial­ pädagogin mit ihren Kolleginnen und Kollegen die Bewohnenden. «Die Bezugspersonen erstellen gemeinsam mit ihnen Förderziele für mehr Selbstständigkeit und Freiheit im Alltag.» Je nach Person und Problematik gelingt die Rückkehr in die eigenen vier Wände rascher oder später. Deshalb gibt es im Mosaik Meiringen einen bunten Mix von kurzfristigen Gästen und Langzeitaufenthaltern, von verschiedenen Alters­gruppen, Geschlechtern und Charakteren.

Freizeitgestaltung

Training für den Alltag Im Mosaik Meiringen gibt es Plätze für den Übergang in das neue alte Leben nach einer Intervention oder einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik. Mit dazu gehören Sport aber auch Training der Lebenspraxis. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Wer eine neue

Sportart erlernt oder nach einer Pause wieder ins Spiel kommen will, weiss, dass dies nur mit Üben gelingt. Wer nach einer Intervention oder nach einem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik

wieder in den Alltag zurück will, braucht häufig ebenfalls eine Trainingsphase. Genau für diese Übergangszeit gibt es die Stiftung Helsenberg mit Standorten in Interlaken, Ringgenberg und Meiringen. In der schönen Villa an der Kreuzgasse und einem benachbarten Wohnhaus stehen Plätze zur Verfügung, wo Menschen die Rückkehr in ihr neues altes Leben üben können.

Damit möglichst alle Bewohnenden auf ihre Kosten kommen, gestaltet Caroline Schnyder gemeinsam mit ihrem Team ein Angebot aus Ateliers, Sport und Freizeitaktivitäten. Sie selbst spielt gerne Badminton und betreut einmal in der Woche eine Gruppe, die ihre Vorliebe teilt. «Daneben haben wir Aktivitäten wie Fitness, Nordic Walking oder Schwimmen und monatlich einen Ausflug, bei dem die Bewohnenden mitentscheiden können, wohin es geht», fährt Caroline Schnyder fort. Im September geht es ausserdem ab in die Ferien nach Italien ans Meer.

Jahreshöhepunkt

Ein Höhepunkt im Jahresablauf ist der Herbstbrunch am ersten Samstag im September. «Wir laden die Angehörigen und die Bevölkerung ein», lässt Caroline Schnyder hinter die Kulissen blicken. «Die Bewohnenden engagieren sich beim Backen, Servieren und Dekorieren und als Gastgeber.» Gegenseitiges Kennenlernen und der Austausch stehen im Mittelpunkt, als VIP-Gäste sind die Nachbarn dabei. «Wir haben ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu den Nachbarn», erläutert die Leiterin im Mosaik Meiringen und ergänzt, dass dies nicht bei allen Institutionen so sei, die sich mitten im Quartier befinden und wo das eine oder andere Mal ein Ball über den Zaun der Nachbarn fliegen kann.

Wir alle brauchen Bezugspersonen zum Reden. Wenn es kritisch wird, sind dies mit Vorteil Fachleute wie Werner Deinlein von den psychologischen Diensten. Ein Einblick in einen Arbeitsalltag, wo die Sprache entscheidet. von Pressedienst/Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Reden hilft – das wissen die meisten Menschen aus eigener Erfahrung. Doch was tun, wenn das Erlebte zu belastend ist, um es mit jemandem zu teilen? Oder wenn die Worte fehlen? Oder die Bezugspersonen? Bei den psychologischen Diensten der Privatklinik Meiringen finden auch schwierige Situationen Ausdruck. Unter anderem dank der Erfahrung von deren Leiter Dr. phil. Werner Deinlein. Er erklärt, wie er und sein Team vor allem mit dem Instrument der Sprache die Gesundheit in hoffnungsvolle Bahnen lenkt. Auf den Stationen der Privatklinik Meiringen arbeiten Psychologen, daneben gibt es die psycho­ logischen Dienste. Wo liegt der Unterschied? Wir unterscheiden zwischen fallführenden Psychologen und Psychotherapeuten. Letztere haben eine mehrjährige psychotherapeutische Aus-

bildung absolviert. In der Psychotherapie können wir tiefer gehen und die Probleme therapeutisch gezielter angehen, als dies im Rahmen fallführender Gespräche auf der Station möglich ist. Dabei ist die Sprache Ihr Hauptinstrument. Genau. Indem die Patienten sich einem zugewandten Menschen – dem Therapeuten – mitteilen, erfahren sie bereits eine Entlastung. Sie können ihre belastende Situation in Relation zur Realität setzen, diese überprüfen und neu überdenken. Sie lernen in diesen Gesprächen unter anderem, mit belastenden Situationen in Zukunft anders umzugehen und adäquater auf solche zu reagieren. Viele Patienten können jedoch ihre Gefühle, Bedürfnisse Wünsche oder erlebten Enttäuschungen nicht oder nur unzureichend ausdrücken. Und dabei helfen Sie ihnen? Lassen Sie es mich so ausdrücken: Der Patient weiss eigentlich, worunter er leidet, kann es

Wer nicht hören will, muss also fühlen … Der Volksmund kennt sehr viele Ausdrücke für die Beziehung zwischen Körper und Psyche – «Was hat dir denn auf den Magen geschlagen?», «Das hat ihm das Herz gebrochen» und ähnliche Redewendungen zeigen, dass diese Zusammenhänge längst bekannt sind. Es ist nicht so, dass wir einerseits einen Geist und andererseits einen Körper haben. Unsere ganze Person findet Ausdruck sowohl im Körper als auch im Geist. Kann man sagen, dass in der Medizin heute die Zeit fehlt, um diese Zusammenhänge zu erkennen? Nicht um sie zu erkennen, sondern für die notwendigen, oft eben auch längeren Gespräche mit den Patienten. In der Medizin nehmen die administrativen Aufgaben immer mehr Raum ein, und für die Psychotherapie wird es angesichts der kürzer werdenden Aufenthaltsdauern in der Klinik schwierig, Prozesse über längere Zeit zu begleiten und damit langfristig zur Heilung beitragen zu können. Nr. 167140, online seit: 30. August – 09.00 Uhr

Eine von mehreren Therapieformen Die Gesprächstherapie ist nur eine von mehreren anerkannten Formen der Psychotherapie. Vor allem bei Sprachbarrieren oder weiteren Barrieren helfen häufig Mal-, Körper-, Reit- oder andere Therapieformen, die Schwierigkeiten der Seele zum Ausdruck zu bringen.

Nr. 166736, online seit: 22. August – 14.30 Uhr

Bild: Die Sozialpädagogin Caroline Schnyder liebt das Badmintonspiel und übt die Sportart auch mit den interessierten Bewohnenden. Foto: Patrick Schmed

36 | Jubiläum 1918 – 2018

Übersetzer für die Körpersprache

Wie muss man sich die Verbindung zwischen Körper und Psyche vorstellen? Die Psychosomatik ist seit Langem ein anerkanntes Feld der Medizin. Hier geht es beispielsweise um chronische Schmerzen, für die es keine medizinische Erklärung gibt – die sogenannten funktionalen Störungen. Dahinter verstecken sich oft psychische Probleme.

Bild links: Werner Deinlein zitiert gerne aus dem Volksmund, wo die Bedeutung von zahlreichen körperlichen Symptomen schon vor langer Zeit festgehalten wurde. Bild rechts: Für die Diagnostik kann Werner Deinlein auf die Unterstützung von Sophie Maria Beck zurückgreifen Fotos: Patrick Schmed

37 | Jubiläum 1918 – 2018


99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

«Diese Themen werden heute glücklicherweise nicht mehr so stark vermieden wie früher», meint der Leiter des Sozialdienstes der Privat­ klinik Meiringen. «Man redet darüber.»

und der anderen Fachgebiete mit grosser Achtung und Respekt. «Die Arbeit ist äusserst anspruchsvoll, und alle Mitarbeitenden engagieren sich voll und ganz für das Wohl der Patientinnen und Patienten durch eine professionelle und individuelle Pflege.»

Man redet darüber

Darüber reden hilft. Für Angehörige von psychisch erkrankten Menschen besteht das Angebot der Angehörigengruppe. Angehörige können frei und offen über ihre Ängste und Bedenken sprechen und dabei Themen wie Depression, Abhängigkeit oder Schizophrenie besser verstehen, um freier damit umgehen zu können. «Für Angehörige bieten wir einerseits Gruppengespräche an, die Daten sind im Kirchgemeindehaus ausgeschrieben», künden Urs Nufer und seine Kollegin Erika Teige an. Hier kann man im vertraulichen Rahmen Fragen und Themen aufbringen, die Angehörigen den Alltag erleichtern. «Wir vermitteln damit ein Stück Lebenspraxis für Fachgebiete, die noch vielen Menschen fremd sind», stellt Erika Teige klar.

Arbeitgeber mit Wertschätzung

Die Motivation hat gute Gründe und auch die hat Lilian Jäger in den Wochen schätzen gelernt, seit sie als Kaderfrau der Michel Gruppe AG im Einsatz steht. «Die Mitarbeitenden haben einen hohen Stellenwert in der Unternehmung», so ihr Eindruck. «Sie werden mit viel Wert­ schätzung behandelt, und das gibt ihnen die nötige Rückendeckung für die Herausforderungen des Arbeitsalltags.» Gemeinsam etwas bewegen, diese Linie will die neue Pflegedirektorin verfolgen. «Wir sind im Pflegedienst sehr gut aufgestellt und auf einem guten Weg. Ganz nach dem Motto zum 100-Jahr-Jubiläum «Fortschritt aus Tradition» will sie schon bald zusammen mit dem grossen Team die nächsten Ziele festlegen und anpeilen.

Auch einzeln

Die Angehörigen im Scheinwerferlicht Mit der Kinofilmreihe «irrsinnig menschlich», Gruppenund Einzelgesprächen klärt die Privatklinik Meiringen über Hintergründe seelischer Leiden auf und hilft damit auch den Angehörigen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Mit fünfzig

arbeitslos, gerät der gelernte Maschinist Thierry Taugourdeau in einen Strudel von Umschulungen, Belehrungen, Abhängigkeiten und sogar Bevormundung. Der Film des französischen Regisseurs Stéphane Brizé zeigt, wie das Leben des Hauptdarstellers zunehmend aus den gewohnten Bahnen gerät und wie dieser sich plötzlich mit den nicht ganz einfachen Seiten der Arbeitslosigkeit auseinandersetzen muss. Das Drama ist eines der Werke, die im Rahmen der Filmreihe «irrsinnig menschlich» im Cinema Meiringen gezeigt

wird. Es ist ein gutes Beispiel, um an der Podiumsdiskussion nach dem Film zu besprechen, was der Inhalt mit dem eigenen Leben zu tun hat. Oder mit dem Leben einer ange­hörigen Person.

Vielbeachtet

«Eine längere Arbeitslosigkeit ist häufig schambehaftet und kann Betroffene mit Verlusten konfrontieren und sogar in die Einsamkeit führen», weiss Urs Nufer, einer der Initianten hinter der vielbeachteten Filmreihe, die aus Berlin übernommen wurde. Mit den Filmen bietet die Fachgruppe für Angehörige eine niederschwellige Möglichkeit, um sich mit psychischen Krankheiten und deren Folgen auseinanderzusetzen.

Darüber reden kann man auch im kleineren Rahmen, im Einzelgespräch. Erika Teige macht dabei immer wieder die Erfahrung, dass bereits eine neutrale Information oder eine Rückversicherung Entspannung bringen kann. «Häufig kann ich den Angehörigen mitgeben, dass sie auch bei psychisch Kranken nein sagen dürfen und Grenzen setzen müssen», konkretisiert Erika Teige die Gesprächsinhalte, die der Schweigepflicht unterliegen. Auch Möglichkeiten, um mit Kindern über psychische Schwierigkeiten zu sprechen, kommen hier auf den Tisch. Der Schritt in ihr Büro braucht vielleicht ein bisschen mehr Überwindung als der Besuch der Filmreihe im Kino. Am Ende bringen aber beide die Betroffenen wie die Angehörigen ein bisschen näher an ein Happy End.

Dass sie einmal in der Pflege arbeiten will, wusste Lilian Jäger schon in Kindergartentagen. «Ich hätte schon damals die Spielpuppen verarztet, wie mir die ehemalige Kindergärtnerin einst berichtete», erinnert sich Lilian Jäger. Von Sur zog sie nach Ilanz, um in der Bündner Schwesternschule ihre Pflegekarriere zu beginnen. Während der Ausbildung hat Lilian Jäger in Chur, Thusis und in weiteren Bündner Spi­ tälern gearbeitet, darunter auch im Rahmen eines Aussenpraktikums in der psychiatrischen Klinik Waldhaus. Während der letzten dreizehn Jahre war Lilian Jäger als Leiterin Pflege im Luzerner Kantonsspital tätig.

Nr. 167274, online seit: 6. September – 09.00 Uhr

Angebote für Angehörige und Termine Filmreihe · Dienstag, 4. September «Der Wert der Menschen» – (ohne) Arbeit · Dienstag, 16. Oktober «Und wenn wir alle zusammenziehen» – älter werden · Dienstag, 13. November «Vier Könige» – erwachsen werden jeweils ab 19.00 Uhr im Cinema Meiringen mit anschliessender Podiumsdiskussion

Informations- und Gruppengespräche · Mittwoch, 12. September · Mittwoch, 24. Oktober · Mittwoch, 21. November jeweils ab 19.00 Uhr im reformierten Kirchgemeindehaus Meiringen

Bild: Urs Nufer und Erika Teige leisten zusammen mit dem leitenden Arzt Sebastian Dittert (fehlt) die Angehörigenarbeit, zu der auch die Anlässe im Cinema Meiringen gehören. Foto: Patrick Schmed

38 | Jubiläum 1918 – 2018

Traumberuf

Mit Elan ins neue Amt Seit Anfang Juni ist Lilian Jäger als Pflegedirektorin bei der Privatklinik Meiringen tätig. Beim Besuch der unterschiedlichen Stationen wird die gebürtige Bündnerin mit viel Wohlwollen empfangen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Ich wurde

mit grosser Offenheit und viel Wohlwollen begrüsst», erinnert sich Lilian Jäger an ihren ersten Arbeitstag als Pflegedirektorin der Privatklinik Meiringen am 1. Juni dieses Jahres.

Der Besuch auf den einzelnen Abteilungen war ein wichtiger Teil ihres Einführungsprogramms bei der Privatklinik Meiringen. «Ich habe mich auf den Stationen für Einblickstage angemeldet», so Lilian Jäger. «Dabei staunte ich jedes Mal, wie individuell die Aufgaben, Prozesse und Bedürfnisse jeder Abteilung sind.» Sie begegnet den Mitarbeitenden der Pflege

Lilian Jäger hat in den letzten Jahren oft Ferien im Berner Oberland verbracht und hat die Berner Oberländer Berge lieben gelernt. Sie war schon fünf Mal beim Jungfrau-Marathon dabei, und zur Feier der neuen Stelle hat sie das Finster­aarhorn bestiegen. Die schönen Berg­ gipfel geniesst sie nicht nur in der Freizeit, sondern auch am Arbeitsort, denn «die Privatklinik Meiringen hat sehr viele schöne Bergbilder», schwärmt Lilian Jäger. Nr. 167273, online seit: 13. September – 14.30 Uhr

Wechsel in der Pflegedirektion Im Juni wurde Marianne von Dach nach neun Jahren als Pflegedirektorin der Privatklinik Meiringen mit grossem Dank für ihre Verdienste pensioniert. Die personelle und fachliche Leitung der rund 170 Mitarbeitenden in der Pflege übernahm per 1. Juni Lilian Jäger.

Bild: Pflegedirektorin Lilian Jäger ist seit rund 100 Tagen im Amt. Zuvor war sie als Leiterin Pflege im Luzerner Kantonsspital tätig. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

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Gibt es grössere Änderungen aufgrund dieser Aktualisierung?

mit einem Behandlungsplan und bin selbst für Einzel- und Gruppengespräche da», fährt die Stationspsychologin fort. Sie ist froh, dass die nötigen Massnahmen inklusive Ergotherapie meist schon kurz nach dem Eintritt greifen. Dabei hilft auch die übersichtliche Grösse der Privatklinik Meiringen und die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten.

Wir haben festgestellt, dass im Bereich der Krisenintervention einige Betten fehlten. Hier haben wir im Zuge der Überprüfung die Abläufe optimiert. Neu ins Leistungsangebot kommt die im Frühjahr eröffnete Abteilung für Krisenintervention, die sogennante KIB. Zudem arbeiten wir eng mit der im Sommer 2017 in der Rehaklinik Hasliberg eröffneten Abteilung «psychosomatische Rehabilitation» zusammen.

Kein Tag wie der andere

Zur Psychologie fand Carole Kaufmann als Tennisspielerin im Nachwuchskader. Damals lernte sie die Sportpsychologie kennen, an der Uni Bern wandte sie sich dann im Masterstu­ dium der Gesundheits- und Klinischen Psychologie zu, letztere führte sie dann für ein Praktikum nach Meiringen. Die Umgebung entsprach ihr, und so ist die Obwaldnerin aus Lungern seit zwei Jahren in der Funktion einer Stationspsychologin in der Privatklinik geblieben. Für ihr nächstes Berufsziel hat sie bereits eingespurt – berufsbegleitend absolviert sie die Weiterbildung zur eidgenössisch anerkannten Psychotherapeutin. Ein herausfordernder aber äusserst spannender Weg – «Kein Tag ist wie der andere, und das ist es, was ich an meinem Arbeitstag so schätze.»

Organisatorisch und räumlich ist diese in der Rehaklinik Hasliberg angesiedelt. Wieso? Im Fach «Psychosomatik» geht es um die enge Verknüpfung von psychischen und körperlichen Leiden, beispielsweise somatische Beschwerden wie chronische Rückenschmerzen. Durch gegenseitige Konsiliardienste können wir hier die Facharztexpertisen und Behandlungssynergien voll ausschöpfen.

Das heisst, Sie können die Patientinnen und Patienten künftig noch individueller betreuen?

Nr. 167151, online seit: 18. September – 08.59 Uhr

Mitarbeitende gesucht Die Michel Gruppe AG sucht für ihre Betriebe folgende Fachleute:

Ideales Setting, um wieder auf die Beine zu kommen Carole Kaufmann ist als Psychologin im KriseninterventionsBereich tätig. Sie begleitet Menschen in schwierigen Situationen und koordiniert deren Aufenthalt mit dem Ziel, dass diese rasch in den Alltag zurückkehren können. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Die Aufnahme von Menschen in Krisensituationen ist eine der wichtigsten Aufgaben in meiner Funktion

als Stationspsychologin», vermittelt Carole Kaufmann einen Blick in ihren Arbeitsalltag. Im Kriseninterventions-Bereich sorgt sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen dafür, dass schwierige Situationen rasch bewältigt werden. «Ich koordiniere den Aufenthalt

Bild: Auf dem Weg zum Bistro begegnet Carol Kaufmann auch einmal dem CEO Andreas Michel. Foto: Patrick Schmed

40 | Jubiläum 1918 – 2018

· Leitender Arzt / Leitende Ärztin psychosomatische Rehabilitation Rehaklinik Hasliberg · Körpertherapeutin / Körpertherapeut Privatklinik Meiringen · Pflegeexpertin / Pflegeexperte Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachperson HF / FH, Berufsbildner / in Pflege Rehaklinik Hasliberg · Dipl. Pflegefachperson HF Psychiatrie oder dipl. Sozialpädagogin / Sozialpädagoge HF Stiftung Helsenberg · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF für Station Des Alpes 2, Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF / FH für Fachstation Abhängigkeitserkrankungen Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF / FH für Kriseninterventionsbereich Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF / FH Schwerpunkt Psychosomatik oder Psychiatrie Rehaklinik Hasliberg Weitere Informationen und attraktive Ausbildungsplätze: www.michel-gruppe.ch/offene-stellen

Mehr Eintritte und kürzere Behandlungen Aufgrund der starken Nachfrage nach Behandlungsleis­ tungen in der Privatklinik Meiringen hat die Klinik ihr Angebot überprüft und leicht angepasst. Die Institution ist bereit für die Behandlungsanforderungen von morgen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Mehr Eintritte

bei kürzerer Behandlungszeit – dieser Herausforderung begegnet die Privatklinik Meiringen mit einigen Anpassungen beim Grundangebot, bei den Schwerpunktstationen und bei den ergänzenden Therapieangeboten. Im Interview erklärt der Direktor der Privatklinik Meiringen Christian Pfammatter, wie sich durch das gute Zusammenspiel der verschiedenen Stationen weiterhin individuelle Behandlungsprozesse realisieren lassen, welche die rasche Rückkehr zum Alltag begünstigen.

Im Frühjahr 2019 wird der Regierungsrat entscheiden, welche Leistungsaufträge die psychiatrischen Kliniken im Kanton Bern erhalten. Wie wichtig ist dieser Entscheid für Ihren Betrieb? Äusserst wichtig, weil damit weiterhin gewähr­leistet ist, dass wir unsere Leistungen über die ob­ligatorische Grundversicherung abrechnen können. Dafür haben wir im letzten Herbst ein umfassendes Bewilligungsund Angebotsdossier zusammengestellt, welches nun vom Spitalamt geprüft und dann vom Regierungsrat festgesetzt wird.

Dies ist sowieso der Ansatz der Michel Gruppe AG und der Privatklinik Meiringen. Nebst der Grundversorgung für das ganze Spektrum psychischer Erkrankungen bieten wir auch Schwerpunkt­ stationen für Alterspsychiatrie, Abhängigkeitsund Stressfolgeerkrankungen an. Wegweisend ist sicherlich auch unser ergänzendes therapeutisches Angebot, das unabhängig von der Behandlungsstation speziell auf die Behandlungsbedürfnisse der einzelnen Patientinnen und Patienten angepasst wird.

Welches sind die Herausforderungen der nächsten Jahre? Auf der einen Seite ist die Anzahl der Eintritte in psychiatrische Institutionen gestiegen, auf der anderen Seite sinkt die Aufenthaltsdauer. Auch wir sind gefordert, uns dieser Entwicklung anzupassen, unter anderem durch eine gute Nach­sorge, vermehrte ambulante Angebote und durch die neu strukturierte Kriseninterventionsstation. Nr. 164563, online seit: 27. September – 15.02 Uhr

Die Spitalliste Auf der Spitalliste des Kantons Bern sind diejenigen Spitäler aufgeführt, die ihre Leistungen zulasten der obligatorischen Grundversicherung abrechnen können. Damit sichert der Kanton die medizinische Versorgung seiner Wohnbevölkerung und beteiligt sich im gesetzlich vorgegebenen Umfang an den Kosten der Spitalaufenthalte.

Bild: Im Interview gibt der Direktor Christian Pfammatter eine Übersicht über die Stärken seiner Klinik und die neuen Herausforderungen. Foto: Patrick Schmed

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Gut gereifte Geschenkideen

99 Jahre

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

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und üben sich im Springen. Angeleitet werden sie dabei von einem Profi – Stefan Abplanalp unterstützte in den letzten Jahren die Skiteams der Schweiz, von Amerika und Norwegen auf ihrer Fahrt zum Podest. Für das Ski-Alpin-Kader Haslital Brienz SAK mit dem Regionalen Leis­ tungszentrum – abgekürzt RLZ – ist seine Rückkehr zu den Wurzeln ein grosser Glücksfall.

Im Atelier des Mosaik Ringgenberg entstehen einzigartige und originelle Präsente, bei denen die Künstler viele persön­liche Talente einfliessen lassen, während sie auf dem Weg in den Alltag weiterkommen. Die Stiftung Helsenberg

Nachwuchshoffnungen

«Nach zwanzig Jahren, die ich mehr oder weniger in Hotels auf der ganzen Welt verbracht habe, bin ich in meine Heimat zurückgekehrt und möchte mein Wissen und meine Erfahrung der hiesigen Jugend zur Verfügung stellen», erklärt Ski-Trainer Stefan Abplanalp. Seit Kur­ zem trainiert er 21 Athleten im Alter zwischen 11 und 15 Jahren mit dem klaren Ziel, weitere Nachwuchstalente an die Seite von Eric Wyler, Katja Grossmann oder Marco Kohler zu stellen. «Hier im Haslital haben wir die besten Bedingungen», freut er sich auf das Wintertraining, das schon bald losgeht. «Die Bergbahnen Meiringen-Hasliberg AG tut alles für den Nachwuchs aus der Region», so Stefan Abplanalp. Insbesondere das Skirennzentrum mit der permanenten Trainingsmöglichkeit überzeugt den erfahrenen Ski-Trainer. Bis dieses den Winterbetrieb eröffnet, wird er seine Nachwuchshoffnungen in Zermatt und Saas-Fee trainieren.

Die Stiftung Helsenberg wurde vor rund 35 Jahren von Adolf Michel gegründet. Mit dem Mosaik-Wohnheim und den Tageswerkstätten auf dem Gelände der Michel Gruppe wurden Anschlussangebote zwischen Klinikaufenthalt und Alltag geschaffen. Mit sinkenden Aufenthaltsdauern in der Klinik steigt das Bedürfnis nach Übergangsplätzen. So entstand nach dem Ausbau des Mosaik Interlaken ein Standort in Unterseen, wo der Platz bald auch zu eng wurde. 2015 zügelte ein Teil des Mosaik Interlaken nach Ringgenberg in das ehemalige Kurhaus Mon Repos. Inzwischen arbeiten rund 50 Personen für die Stiftung Helsenberg, die Anzahl Vollzeitstellen stieg in den letzten zehn Jahren von 13,8 auf 27,4. In Unterseen wird aktuell an einem grossen Gebäude geplant, in dem die Standorte Unterseen und Ringgenberg wieder zusammengeführt werden können.

in eine etwas andere Spur kommen.»

Neuer Kurs im alten Kurhaus

Mit der ruhigen Umgebung, der Nähe zum See und der guten Anbindung an den öffent­ lichen Verkehr ist das Areal des Mosaik Ringgenberg ideal für eine Auszeit vom Alltagstrott. Das Ambiente des ehemaligen Kurhauses Mon Repos begünstigt die psychische Stabilität, wer will, kann in der Küche, in der Hauswirtschaft oder im Garten aushelfen. Dort gilt es unter anderem, die Rebe zu pflegen, die sich über die Pergola mit Blick auf den Brienzersee spannt. Hier wachsen die Trauben, die in einem der Ateliers zu Gelee verarbeitet werden. Sie sind eines von vielen Botschafterproduk­ten, welche die Stiftung Helsenberg mit der Öffentlichkeit verbinden.

Artikel als Botschafter

von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG In den Ateliers

des Mosaik Ringgenberg sind Vorkenntnisse zweitrangig, es gibt kein fixes Pensum und keinen Leistungsdruck, dafür viel Raum, um die individuellen Talente der Bewohnerinnen und Bewohner zum Ausdruck zu bringen. Für Anja Schütte, die stellvertretende

Stand­ort­leiterin im Mosaik Ringgenberg, und den Betriebsleiter der Stiftung Helsenberg John Schmocker sind das wichtige Voraussetzungen, damit die Rückkehr in den Alltag, in die Familie und den Beruf gelingt. «Die Arbeit im Atelier gibt Struktur und bietet ein Übungsfeld für Alltagstätigkeiten», fasst John Schmocker die Vorteile zusammen. «Bei kreativer Beschäftigung können die Gedanken ausserdem

Traubengelee, Karten, Lavendelsäckli, Deko­ artikel, Gestricktes, Bilder und sogar Graffiti­ kunst – mit diesen Artikeln ist das Mosaik Ringgenberg an manchem Markt und Anlass vertreten, unter anderem am traditionellen Adventsmärit auf dem Areal der Privatklinik Meiringen. Die Atelierleiterinnen und -leiter haben bereits die Arbeit für die neue «Kollek­ tion» aufgenommen, die dort vorgestellt werden soll. Denn genauso wie die Künstler­ innen und Künstler wissen sie, dass Dinge manchmal einfach Zeit zum Reifen brauchen – genauso wie die Talente im Leben der Mosaik-Bewohnerinnen und Bewohner. Nr. 167152, online seit: 1. Oktober – 08.57 Uhr

Bild: Anja Schütte, die stellvertretende Standortleiterin im Mosaik Ringgenberg, und der Betriebsleiter der Stiftung Helsenberg John Schmocker präsentieren einige Spezialitäten ihres Betriebs wie Traubengelee, Dekoartikel oder Karten. Foto: Patrick Schmed

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Hier stimmt einfach alles

Unterstützung im HundertstelsekundenBereich Die Michel Gruppe ist der Hauptsponsor des Ski-Alpin-Kaders Haslital Brienz SAK. Zusammen mit dem neuen Trainer Stefan Abplanalp sorgt das Familienunternehmen für den kleinen Unterschied, der Sieger macht. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Das Konditionstraining braucht manchmal etwas Überwindung, aber es ist eine gute Vorbereitung, um beim Skitraining in Bestform anzutreten»,

weiss Lars Egli. Das Saisonziel des Jungathleten ist ein Podestplatz, seine liebste Disziplin der Riesenslalom. «Die Jungs aus den anderen Regionalen Leistungszentren zu schlagen» ist das Ziel von Orell Meyer, vor allem im Super-G. Das Ziel vor Augen, stemmen die zwei Siebtklässler die Hanteln, joggen für mehr Kondition

Auch wenn Lars Egli, Orell Meyer und ihre Kolleginnen und Kollegen mehrmals pro Woche trainieren, drücken sie wie alle anderen Jugend­ lichen in ihrem Alter die Schulbank. «Die Sportmittelschulen, die in Norwegen und anderen Ländern existieren, kennt man bei uns in der Schweiz noch nicht», erklärt Stefan Abplanalp. Dafür kann er seine Trainingseinheiten beispielsweise in die Sportstunden der Schule integrieren. «Hier im Tal ist die Unterstützung für den Schneesport riesig», freut er sich. «Dank der Unterstützung durch regionale Sponsoren kann die Jugend auf professionellem und hohem Niveau trainieren.» Und das ist es schlussendlich, was am Schluss die Hunderts­ telsekunden ausmacht, die auf das Podest oder vorbei an den Athleten der übrigen RLZ führen. Nr. 167347, online seit: 11. Oktober – 08.57 Uhr

Unterstützung für die Region Die Michel Gruppe AG engagiert sich in der Region unter anderem in der Nachwuchsförderung und bei kulturellen Anlässen. «Gerade die Nachwuchsförderung liegt uns sehr am Herzen, da wir in unseren Betrieben ebenfalls viel in die Förderung von jungen Fachpersonen investieren», sagt Juck Egli. «Wir können uns gut vorstellen, dass die Athletinnen und Athleten vom SAK irgendwann eine Ausbildung oder eine Anstellung in der Michel Gruppe in Angriff nehmen und auch hier mit ihrem Engagement ambitionierte Ziele erreichen helfen.»

Bild: Stefan Abplanalp (links) unterstützt die Nachwuchstalente mit seinem Know-how, während Juck Egli (rechts hinten) als Leiter Kommunikation der Michel Gruppe AG Unterstützung im Background gibt. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

die familiäre Stimmung prägen die Atmosphäre auf den Stationen, in den Büros, Werkstätten und Betrieben der Gruppe. «Wir hatten viele gute Gespräche, vor allem auf gemeinsamen Wanderungen auf Seilialp. Mein Vater war sehr offen und unterstützte mich auf dem Weg zur Theaterwissenschafterin und Dramaturgin.» Für die Überarbeitung der Jahresberichte und für die Mitarbeit bei der ersten Ausgabe von «Geschichte des Bades und der Klinik im Reichenbach» holte Adolf Michel seine Tochter in den Familienbetrieb.

Immer noch aktuell

«Bei der ersten Ausgabe, die im Jahr 1998 erschien, übernahm ich ausschliesslich das Korrekturlesen und Lektorieren», erinnert sich Marie-Louise Michel. Zehn Jahre später, bei der Neuauflage zum 90-Jahr-Jubiläum, unterstützte sie ihren Vater bei der Fortschreibung der Geschichte. Für sie ist es eine grosse Ehre, nun die Chronik ihres Vaters für das 100-Jahr-Jubiläum zu ergänzen, unterstützt durch ihre Nichte Katharina Michel und ihren Partner, den Historiker Bruno Bissegger. Die Texte und Erinnerungen Adolf Michels haben nichts von ihrer Aktualität eingebüsst, sodass nur wenige Passagen aus der Urfassung umgeschrieben werden mussten, unter anderem dort, wo Bauliches die beschriebenen Orte verändert hat.

Alltag in Bewegung Kein Tag ist für sie gleich wie der vorangehende, sagt Melanie Anna Moser, die seit 2009 die Innenausstattung der Klinikräume überwacht. Dabei sind ihr vor allem Erfahrung und Schnittstellen wichtig. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Eigentlich sind

die mobilen Dinge mein Geschäft», erklärt Melanie Anna Moser die Bedeutung der Ausstattung in ihrer Berufsbezeichnung. «Heute ist aber vor allem mein Berufsalltag bewegt.» Als Stellvertreterin von Werner Zenger als Leiter der Abteilung Bau und Technik hilft die langjährige Mitarbeiterin der Michel Gruppe AG auch mit, Bauprojekte zu koordinieren. Nachdem sie den Wunsch nach einem neuen Bürostuhl erfüllt hat, steht die Besprechung eines neuen Farbkonzepts auf dem Terminplan, kurz darauf wird der Umzug oder eine neue Aufteilung von Büroräumlichkeiten zum Thema. «Mein Arbeits­alltag ist sehr vielseitig, und kein Tag ist wie der andere», freut sich Melanie A. Moser. Was andere als belastend erleben könnten, fordert ihr Organisationstalent erst richtig heraus.

Service im Blut

«Meine Eltern führten einen Brauereigasthof in Österreich, daher liegt mir das Gastgewerbe im Blut», meint die gelernte Betriebsleiterin 44 | Jubiläum 1918 – 2018

Facility Management lächelnd. Nach den Lehrjahren folgten Auslandaufenthalte, dann die Arbeit in Hotels, wo ihre Sprachkenntnisse zum Zug kamen. «Im 2006 begann ich im Rahmen der Ausbildung zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin das Praktikum im Reinigungsdienst», erzählt Melanie A. Moser weiter. Nachdem sie diesen Bereich einige Jahre geleitet hatte, kam die Anfrage von Andreas Michel, das Aufgabengebiet der Ausstattungen von Edith Michel zu übernehmen. Hier fühlt sich Melanie Moser seit 2009 pudelwohl.

Innen Architektur

«Die Michel Gruppe legt Wert darauf, dass sich die Räumlichkeiten von den herkömmlichen Vorstellungen eines Spital- oder Klinikbetriebs unterscheiden», erklärt Melanie A. Moser. Hier sind ihr breites Wissen und ihre Erfahrung entscheidend, denn dank ihres Gespürs präsentieren sich die verschiedenen Abteilungen der Michel Gruppe AG in einheitlichem Grundton – inklusive Raum für das Individuelle. Zur Raumgestaltung gehört nicht nur der Blumenschmuck, den drei Teilzeitfloristinnen im Auge behalten, sondern auch die Kunst an

den Wänden. Zusammen mit Marie-Louise Michel sorgt Melanie A. Moser dafür, Kunstwerke ins beste Licht zu rücken. Und das so gekonnt, dass manch Besucher oder Besucherin erleben konnte, wie sich getrübte Stimmungen verzogen wie die Wolken über den Bergen. Nr. 167474, online seit: 18. Oktober – 11.00 Uhr

Rege Bautätigkeit Auch im Jubiläumsjahr optimiert die Michel Gruppe AG ihre Immobilien, um den stetig wechselnden Bedürfnissen gerecht zu werden. In Meiringen wird das Wirtschafts­ gebäude der Klinik durch einen Neubau ersetzt. Dafür wird ab dem 1. November hinter dem Klinikareal bei der BKW ein Provisorium eröffnet. Das öffentliche Restaurant «im Reichenbach» steht ab diesem Datum am neuen Standort für alle Gäste zur Verfügung. In der Rehaklinik Hasliberg wird in Kürze die erweiterte Einstellhalle und das grosszügige Parkdeck in Betrieb genommen.

Bild: Von den Grundmauern bis zum Stuhl über die Blume bis zum Bild ist Melanie Mosers Meinung und Rat gefragt. Foto: Patrick Schmed

Für die Zukunft

Die Kunst der Geschichtsschreibung Während rund fünfzig Jahren hat Adolf Michel in der Privatklinik Meiringen Geschichte geschrieben. Im Buch zum Jubiläum hat seine Tochter Marie-Louise seine Fakten und Erinnerungen nun für künftige Leserinnen und Leser ergänzt. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Mit dem Slogan «Fortschritt aus Tradition» macht die Michel Gruppe AG auf die Familiengeschichte aufmerksam, welche Ende dieses Jahres ins hundertste Jahr fortgeschrieben wird. Rund die Hälfte dieses Centenniums wurde von Adolf Michel geprägt, der nach der Krankheit und dem frühen Tod seines Vaters Fritz im Jahr 1945 als 22-Jähriger die Leitung des Unternehmens

übernommen hatte. Er legte den Grundstein für den heutigen Betrieb, der sich seiner Wurzeln zwar durchaus bewusst ist aber den Blick vor allem auf die aktuellen und künftigen Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten fokussiert.

Beständige Werte

«Viele der Werte, die mein Vater für die Privat­ klinik Meiringen begründete, haben noch heute Bestand», weiss Marie-Louise Michel, die Jüngste der vier Kinder Adolf Michels. Die Kultur der offenen Türe beispielsweise oder

«Das Werk wird künftig wohl nicht mehr so häufig überarbeitet», schätzt Marie-Louise Michel. Durch Adolf Michels Arbeit ist die frühe Geschichte der Klinik bestens dokumentiert, und was in Zukunft geschieht, wird vor allem in den Jahresberichten nachzulesen sein. «Ab nächstem Jahr kommen diese in einem völlig neuen Konzept heraus», verspricht die Kunst- und Kulturbeauftragte und freut sich schon jetzt auf den Fortschritt, der aus den Wurzeln der Vergangenheit weiter wächst. Nr. 168564, online seit: 25. Oktober – 09.00 Uhr

Die Inhalte der «Geschichte des Bades und der Klinik im Reichenbach», 3. Auflage · Vorwort von Andreas Michel, CEO und Verwaltungsratspräsident der Michel Gruppe AG · Ergänzte Zeittafel · Ergänzter historischer Teil inklusive der weiteren Betriebe der Michel Gruppe · Geschichte der Alp- und Landwirtschaftsbetriebe · Familiengeschichte · Erinnerungen und persönliche Anschauungen von Adolf Michel · Organisationsstruktur · Mit historischen und zeitgenössischen Fotos, unter anderem von David Birri

Bild: Marie-Louise Michel freut sich über das Jubiläumswerk «Geschichte des Bades und der Klinik im Reichenbach», das ab sofort verfügbar ist. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

gute Grund­lage für unterschiedliche Weiter­entwicklungen bildet. Hast du schon eine Vorstellung, wie dein Weg nach dem letzten Jahrgang weitergehen könnte? Hier in der Rehaklinik Hasliberg hat die Diät­küche einen hohen Stellenwert, und ich selbst leide unter der Unverträglichkeit von Gluten, der Zöliakie. Aus diesen Grund finde ich die Weiterbildung zur Diätköchin EFZ interessant. Was schätzt du besonders an deinem Arbeitsort in der Rehaklinik Hasliberg? Wir haben einen guten Austausch untereinander in der Küche und mit den Mitarbeitenden im Service aber auch mit den Mitarbeitenden in der Pflege und Medizin. Teamarbeit wird hier grossgeschrieben, und die Betreuung der Lernenden ist vorbildlich. Was ist das Besondere an der Rehaklinik Hasliberg als Lehrbetrieb? Sie gehört zur Michel Gruppe, wo insgesamt rund 40 Lernende beschäftigt sind. Es gibt immer wieder gemeinsame Aktivitäten und Ausflüge, wo man verschiedene Menschen und Berufsbilder kennenlernt und einen spannenden Austausch pflegen kann. Nr. 168792, online seit: 1. November – 09.00 Uhr

Gastliche Basis für die Weiterentwicklung Im zweiten Lehrjahr als Köchin EFZ schätzt Aleksandra Stoicova vor allem die Aussichten, welche ihr die Rehaklinik Hasliberg bietet. Und dies sowohl geografisch wie bildungsmässig. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Auch wenn ihr

Wirkungsfeld vor allem in der Küche liegt, trägt Aleksandra Stoicova jeden Tag zum Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten bei. Sie selbst schätzt die Vielseitigkeit ihrer Tätigkeit und die Aussichten, welche die Rehaklinik Hasliberg ihr bietet. Und dies auch für ihren weiteren Karriereweg. Ein Blick in den Alltag einer lernenden Köchin EFZ. Was hat dich motiviert, die dreijährige Lehre als Köchin in Angriff zu nehmen?

Ich habe Schnupperlehren für verschiedene Berufe gemacht. Bei einem Bäcker-Konditor merkte ich, dass es in diese Richtung gehen könnte, danach habe ich noch in der Küche geschnuppert und schnell gemerkt, «das ist es». Danach hast du dich für die Lehrstelle in der Rehaklinik Hasliberg beworben. Da ich aus der Stadt Luzern stamme, war es schon eine Umstellung. Ich war aber positiv überrascht, wie rasch ich mich hier in den Bergen eingewöhnt habe. Was gefällt dir an diesem Berufsbild? Dass es so vielseitig ist und eine

Mitarbeitende gesucht Die Michel Gruppe AG sucht für ihre Betriebe folgende Fachleute · Assistenzärztin/Assistenzarzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Privatklinik Meiringen · Psychologin oder Psychotherapeutin für Fachstation Burnout, Privatklinik Meiringen · Dipl. Ergotherapeutin / dipl. Ergotherapeut, Rehaklinik Hasliberg · Ausbildungsverantwortliche / Ausbildungs­verant­wortlicher Pflege, Privatklinik Meiringen · Ausbildungsverantwortliche/Ausbildungsverant­wortlicher Pflege, Rehaklinik Hasliberg · Pflegeexpertin/Pflegeexperte, Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF für Station Des Alpes 2, Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF /  FH für Kriseninterventionsbereich, Privatklinik Meiringen · Dipl. Pflegefachfrau / dipl. Pflegefachmann HF / FH Schwerpunkt Psychosomatik oder Psychiatrie, Rehaklinik Hasliberg · Mitarbeiterin / Mitarbeiter Rezeption, Rehaklinik Hasliberg · Mitarbeiterin Ärztesekretariat / Mitarbeiter Ärztesekretariat, Privatklinik Meiringen Weitere Informationen unter www.michel-gruppe.ch/offene-stellen

Bild: Aleksandra Stoicova schätzt den Austausch mit den übrigen Mitarbeitenden, den sie unter anderem im Restaurant pflegen kann. Foto: Patrick Schmed

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Zeit für Lebensqualität In der Rehaklinik Hasliberg hat Mihnea Dumitrescu Zeit, um seine Patienten auf dem Genesungsweg zu begleiten. Weil die Skipisten nicht weit entfernt sind, findet er auch viel Zeit für sein Hobby, das Skifahren. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Womit kann ich

das Leben der Mitmenschen besser machen?», diese Frage beschäftigte Mihnea Dumitrescu schon in jungen Jahren. Dass er einmal Arzt werden wollte, war keine Frage. Seine Mutter arbeitete als Ärztin in der Labormedizin, sein Vater war Kardiologe. Dem jungen Bukarester Student schwebte allerdings eine andere Fachrichtungen vor. «In der Orthopädie gab es damals einen sehr grossen Entwicklungsschub, unter anderem wegen der besseren und langlebigeren Prothesen», erkannte der Mediziner und absolvierte seine Assistenz im bekanntesten Traumazentrum Rumäniens. «Dort habe ich sehr viel gelernt», meint er rückblickend, bedauert aber den Umstand, dass er dem einzelnen Patienten oder der einzelnen Patienten kaum Zeit widmen konnte.

Zeit für Rehabilitation

Ganz anders erlebte Mihnea Dumitrescu die Ein-

schätzung der Rehabilitationszeit in der Schweiz, wo er während seiner Auslandpraktiken weilte. «Ich möchte für jede Person und jedes Problem die individuell beste Behandlung anwenden können», beschreibt der Spitalfacharzt seine Motivation. Deshalb suchte er eine Stelle in der Schweiz und fand dank einer Stellenausschreibung auch den idealen Ort für seine Freizeitbedürfnisse. Dank der Nähe zu den Bergen kann Mihnea Dumitrescu seinem liebsten Hobby frönen, dem Skifahren. «Als Jugendlicher war ich Teil des rumänischen Nachwuchskaders», erzählt der Sportler. Dank dieser Beziehungen reiste er letztes Jahr sogar als Mannschaftsarzt der rumänischen Nationalmannschaft an die Alpine Skiweltmeisterschaft nach St. Moritz, erklärt er stolz.

seine Klinik nicht nur die muskoloskelettale Rehabilitation kennt, sondern auch die psychosomatische Seite berücksichtigt, findet der Orthopäde besonders spannend. Schmerzen und Einschränkungen des Bewegungsapparats fordern die Betroffenen meist körperlich wie psychisch, die Auslöser können vielseitig sein. Mit seiner Arbeit den Menschen ein Stück Lebensqualität zurückzugeben, dafür ist Mihnea Dumitrescu deshalb mit beiden Herzen dabei – dem des Arzts und dem des Sportlers. Nr. 168794, online seit: 8. November – 09.00 Uhr

Mannschaftssport

Die Arbeit in einem Spital lasse sich durchaus mit Mannschaftssport vergleichen, erklärt der Skifahrer und freut sich, dass die Zusammenarbeit mit den Fachkolleginnen und -kollegen auf den anderen Stationen sehr gut funktioniert. Dass

Prothesen – alte Idee, neue Technologie Prothesen gibt es schon seit längerer Zeit, in den letzten Jahren hat sich deren Technologie sehr stark entwickelt. Künftig sollen diese sogar mit der Kraft der Gedanken gesteuert werden können. Für Mihnea Dumitrescu ermöglicht vor allem der medizinisch-technische Fortschritt, dass die Betroffenen mit Pro­thesen heute nicht nur ihr gewöhntes Leben führen, sondern sogar sportliche Aktivitäten auf hohem Niveau betreiben können.

Bild: Die meisten Eingriffe in der Orthopädie betreffen das Knie oder die Hüfte, erklärt Mihnea Dumitrescu. Foto: Patrick Schmed

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Seither sind Sie für die Hotellerie und weitere Bereiche tätig gewesen. Da hat sich sicherlich vieles verändert. Am Anfang war die Klinik noch ein kleiner Betrieb und ich betreute die Hotellerie, die Reinigung, die Wäsche, die Restauration und weitere hauswirtschaftliche Bereiche. Seit den 1980er-Jahren ist die Klinik auch offen für Männer, die Michel Gruppe ist stetig gewachsen und die Arbeit wurde auf mehr Köpfe verteilt. Das einzige, was sich nicht verändert hat, ist eine häufige Bautätigkeit zur Verbesserung der Infrastruktur.

seit der Aufnahme der ersten Patientin

seit der Aufnahme der ersten Patientin

muss die Bereitschaft zur Teamarbeit und Interdisziplinarität gelebt werden, und alle tragen somit zu einer erfolgreichen Rehabilitation der Patienten bei. Die Qualität der Behandlungsund Pflegeleistung lässt sich somit täglich im direkten Kontakt mit den Patienten überprüfen und gegebenenfalls auch korrigieren. Die überschaubare Grösse der Rehaklinik trägt dazu bei, diesen Kontakt aufrechterhalten zu können und in vielfältiger Weise tätig zu sein.

Städterin in den Bergen

«Ich wusste immer, dass ich einmal an einem Ort arbeiten werde, wo die Einheimischen und Touristen mit Skischuhen und Schneebekleidung in den Dorfladen einkaufen gehen», erklärt Colette Tschupp. Ihre Ausbildung und die ersten Arbeitsschritte machte die gebürtige Luzerner Bauerntochter in ihrer Heimat, danach hörte sie durch eine Kollegin von der Rehaklinik Hasliberg. «Das ist doch ab der Welt», dachte sie zuerst, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Mitten in den Bergen und doch von ihrem Wohnort am Sempachersee schneller zu erreichen als Zürich – das passte der Berglerin, deren Familie ihre Skiferien in Savognin verbrachte. «Die Freude an den Bergen und der Natur verbindet die Mitarbeitenden unserer Klinik», ist sie denn auch überzeugt.

Anfänglich mit dem Ziel, die Kapazität und das Areal zu vergrössern, aktuell, um die Qualität zu verbessern. Wir haben ein neuartiges Verpflegungskonzept ausgearbeitet, um den steigenden Ansprüchen gerecht zu werden und die Genesung möglichst zu unterstützen. Während der Bauarbeiten am Restaurant Reichenbach ist dieses kürzlich in ein Provisorium gezügelt. Wie kam dies bei den Gästen an? Die Gäste äussern sich sehr positiv, auch wenn einige leicht längere Wege zurücklegen müssen. Die Herausforderung ist eher die kleinere Küche und der fehlende Stauraum.

Die Gastgeberin des Familienunternehmens Seit vielen Jahren sorgt Elisabeth Michel dafür, dass sich Patienten und Gäste in der Hotellerie und in den Restaurants wohl fühlen. Dieses Gefühl konnte sie auch beim Umzug ins Provisorium mitnehmen. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Im Jubiläumsjahr

hat uns vor allem der Umzug ins Provisorium beschäftigt», sagt die Leiterin Hotellerie der Privatklinik Meiringen. Dass in diesem besonderen Jahr mehr Gäste von nah und fern willkommen geheissen werden, freut sie. Denn die Restaurants empfangen auch gerne Einheimische und Besucher, welche die Klinik ausserhalb einer Behandlung besuchen, zum Beispiel anlässlich des

Adventsmärts vom Mittwoch, 21. November. Im Interview erzählt Elisabeth Michel wie der Umzug ins Provisorium ablief und weshalb sie auch gerne externe Gäste begrüsst. Die Begrüssung und Beherbergung der Patienten und Gäste wird schon seit Jahrzehnten durch Mitglieder der Familie Michel wahrgenommen. Das stimmt. Da ich mich zur hauswirtschaftlichen Betriebsleiterin ausgebildet hatte, bot mir Adolf Michel anlässlich eines Praktikums eine Fixanstellung an.

Nebst den Patientinnen und Patienten werden auch externe Gäste empfangen. Mittags sind das vor allem Handwerker oder Schüler aus Gadmen und Guttannen, aber auch Familien und Senioren. Dann dürfen wir auch Gastgeber für diverse Anlässe sein. Dank unserem gut eingespielten Team ist es möglich, viele Wünsche und Anliegen zu erfüllen – für die Patienten wie auch für auswärtige Gäste und Gruppen. Sie sind also auch die Eventmanagerin der Klinik. Ich bin da vor allem für die Raumreservation zuständig. Damit sehe ich auch gleich, welche Bedürfnisse auf uns zukommen und kann alles rechtzeitig koordinieren. Das hilft mit, die Anlassorganisation etwas entspannter zu gestalten – für uns und für die Gäste. Nr. 168791, online seit: 14. November – 09.01 Uhr

Adventsmärt der Privatklinik Meiringen Am Mittwoch, 21. November von 10.00 bis 16.30 Uhr Alljährlich verwandeln sich die Räumlichkeiten und die Umgebung des Hauses Reichenbach in einen bunten Markt. Nebst den hand- und hausgemachten Produkten aus den Klinik-Ateliers gibt es einen Stand mit dem Käse der betriebs­ eigenen Seilialp und viele Stände mit vielseitigen und krea­tiven Produkten von Partnerbetrieben. Kinder dürfen sich auf Ponyreiten, kreative Ateliers und das Glücksrad freuen. Den passenden Rahmen erhält der traditionelle Markt durch die festlich geprägte Innenbegrünung.

Bild: Weil die Restaurants während zwölf Stunden pro Tag geöffnet sind, ist der Austausch mit den Mitarbeitenden eine sehr wichtige Aufgabe für Elisabeth Michel. Foto: Patrick Schmed

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Eine Seilschaft

Gutes Beispiel sein Für die Leiterin Pflege Colette Tschupp gehört neben der Professionalität des Pflegepersonals ein Lächeln in der Begegnung mit den Patienten zu einer wirksamen Pflege. Während ihres abwechslungsreichen Arbeitstages geht sie mit gutem Beispiel voran und freut sich auf die Wirkung, die eine freundliche und warmherzige Begegnung zeigt. von Pressedienst/Patrick Schmed

überzeugt und vertritt diese täglich in ihrem Handlungsspielraum.

JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Der kürzeste Weg

Balsam und Vielfalt

zu einem gewinnenden Beziehungsaufbau von Mensch zu Mensch ist ein offenes und herzliches Zugehen auf das Gegenüber, das umso schöner wirkt, wenn es von einem Lächeln begleitet wird. Colette Tschupp ist durch ihre jahrelange Erfahrung von dieser Ansicht

Die Leiterin Pflege erhält in ihren Patientenkontakten immer wieder die Rückmeldung, wie ein fröhliches und zuvorkommendes Gegenüber als «Balsam für die Seele» empfunden werde, und sieht darin ihre Haltung und Philosophie bestätigt. Ob als Kadermitglied oder Praktikantin

Sich aufeinander verlassen zu können, vielseitige Kenntnisse, Fähigkeiten, Durchhaltevermögen und Mut für Neues gehören zu den Stärken des Pflegepersonals in der Rehaklinik Hasliberg. Der Aufbau eines psychosomatischen Angebotes nutzt diese Ressourcen, um sich einem Spezialgebiet in der Medizin zu widmen und sich darin kontinuierlich weiterzuentwickeln. Die Abteilungen Muskuloskeletal und Psycho­somatik werden als «atmende» Stationen betrieben, was dem Bedarf der Zuweisenden entspricht. Ein Teil der Pflegenden arbeitet in beiden Stationen, was hohe Flexibilität und viel Fachwissen voraussetzt. Die Mitarbeitenden nehmen dies als Chance in ihrer Entwicklung wahr und freuen sich über die Herausfor­derungen, welche die Spezialisierung mit sich bringt. Nr. 168793, online seit: 24. November – 09.00 Uhr

Weiterbildung als Schlüssel Weiterbildung hat für die Rehaklinik Hasliberg seit jeher einen hohen Stellenwert. Sie ist der «Schlüssel», um sich kontinuierlich zu entwickeln, zu bilden und die neuesten Erkenntnisse in hochspannende Spezialgebiete einfliessen zu lassen. Bildung trägt bei zu motivierten, kompetenten und zufriedenen Mitarbeitenden, ist die Leiterin Pflege überzeugt. Neue Mitarbeitende sind herzlich willkommen. Durch sie wird der Wissens- und Kompetenzhorizont jedes Einzelnen nochmals erweitert.

Bild: Die «Kuppel» in der Rehaklinik Hasliberg ist einer der Lieblingsräume von Colette Tschupp – hier planen sich nächste Arbeitsschritte leichter. Foto: Patrick Schmed

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sondern auch grosses Interesse an der aktuellen Entwicklung an den Tag gelegt.» Somit passt auch dieser Anlass perfekt zum Jubiläums­motto «Fortschritt aus Tradition». Für die Organisation sind keine aufwändigen Pro­gr­ amm­punkte gefragt, im Zentrum stehen die gegenseitigen Gespräche und der Austausch. «Unser Kommunikationsleiter Juck Egli wird dieses Jahr einige Filmsequenzen aus der Geschichte zusammenstellen, dazu gibt es aktuelle Informationen aus der Michel Gruppe», kündet Andreas Michel an.

Wanderjahre schaffen Fortschritt aus Tradition So wie Andreas Michel hat auch schon der Gründer der Klinik im Reichenbach, Fritz Michel-Moser, Erfahrungen ausserhalb des Haslitals gesammelt, bevor er sich für ein Engagement in seiner Heimat entschloss. Er arbeitete in Gutsbetrieben und in der Verwaltung von diversen Psychiatriekliniken in Bern, Bellelay und Münsingen. Aktuell folgen einige Vertreterinnen und Vertreter der vierten Generation seinen Spuren, kehren aber für Ausbildung und Praktika immer wieder gerne ins Haslital zurück.

Von weither

«Wir haben auch schon andere Institutionen besucht, aber am liebsten treffen sich die ehemaligen Mitarbeitenden dort, wo sie einst ihren Arbeitsort hatten», weiss Greth Bütikofer. Aus der näheren und weiteren Umgebung kommen sie, manche sogar aus dem Ausland. «Letztes Mal reiste eine ehemalige Mitarbeitende sogar mit dem Fernbus aus Kroatien eigens für das Pensioniertentreffen nach Meiringen», erinnert sich Greth Bütikofer, aber auch an all die Geschichten, welche die Frau in den 35 Arbeitsjahren in der Wäscherei Haslital erlebt hatte. Auch die Haslibergerin weiss etliche Anekdoten zu erzählen – von spontan gefeierten Geburts­ tagen in der «Alten Werkstatt» beispielsweise, wo der ganze Technische Dienst von der Schreinerei bis zur Spenglerei untergebracht war. Heute steht hier das neue Bürogebäude mit dem Empfang und dem gemütlichen Bistro.

findet bei Andreas Michel keinen Anklang. «Dass die Landschaften in unserem Tal weit­ gehend intakt geblieben sind, zeigt, dass schon unsere Vorfahren Sorge dazu trugen», erklärt der Grossrat des Kantons Bern. Durch eine gezielte Koordination und Konzentration der Aktivitäten soll dies auch weiterhin gelingen. «Allerdings braucht es dafür den Zusammenschluss zu Interessensgruppen und Menschen, welche die Stimme aus dem Haslital beim Kanton und beim Bund zu Gehör bringen.» Für beides engagiert sich Andreas Michel mit dem Ziel, die Wirtschaftskraft in der Region zu behalten und Abwanderung zu verhindern. Als Vertreter des grössten Arbeit­ gebers im Tal sei ein solches Commitment für ihn nur natürlich.

Bekenntnis zum Haslital – seit 100 Jahren Seit drei Generationen betreibt die Familie Michel die Klinik im Reichenbach. Das aktuelle Aktionariat aus Familienmitgliedern der dritten Generation soll in die vierte Generation erweitert werden, damit das Bekenntnis auch für die Zukunft unverändert bleibt. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Ich hatte immer

ein Bein in meiner Heimat im Haslital», sagt Andreas Michel, der CEO der Michel Gruppe AG. «Auch als ich für General Motors arbeitete, unter anderem in Detroit und als Geschäftsleitungsmitglied in Biel und Glattbrugg.» Nach seinen

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«Wanderjahren» übernahm er von seinem Vater Adolf Michel die Leitung der Privatklinik. «Ich fühle mich hier heimisch, wozu sicherlich die Mentalität der Haslitaler und die schöne Bergwelt beitragen», erklärt der Meiringer.

Stimme bei Bund und Kanton

Die gelegentlich durchschimmernde Tendenz, aus Bergregionen «Heimatmuseen» zu machen,

«Sorry wäge vori»

Drehpunkt Nachfolge

«Eine der grössten Herausforderungen für die kleineren und mittleren Unternehmen ist die Nachfolgeregelung», weiss der Betriebswirtschafter. Auch für die Michel Gruppe steht das Thema auf der Agenda – «Wir zeigen den Vertreterinnen und Vertretern der vierten Generation die Möglichkeiten, wo sie sich im Familienunternehmen einbringen können», führt Andreas Michel aus. Sie erhalten symbolisch je eine Aktie des Familienunternehmens. Gleichzeitig müsse auch der Betrieb die Möglichkeiten schaffen, die jungen Talente einzubinden. Und weil dies für die Michel Gruppe AG genauso wie für die anderen Arbeitgeber in der Region gilt, steht der KMU-Tag vom 2. Mai 2019 unter dem Motto «Nachfolgeplanung». Der Anlass zählt noch zu den Akti­vi­täten des Jubiläumsjahrs und wird in Zusammenarbeit mit der HSG St. Gallen organisiert. Er soll Gelegenheit bieten, um ein letztes Mal auf das 100-Jahr-Jubiläum sowie ein erstes Mal in diesem Rahmen auf das Haslital und auf die regionale Zusammenarbeit anzustossen. Nr. 169173, online seit: 1. Dezember – 15.00 Uhr

Bild: Andreas Michel kam nach «Wanderjahren» in Biel, Glattbrugg und Detroit zurück ins Haslital und leitet seither die Michel Gruppe. Foto: Patrick Schmed

Willkommen zurück! Alle zwei Jahre kehren viele Pensionierte in die Privatklinik Meiringen zurück. Im Jubiläumsjahr braucht es kein Spezialprogramm, denn das Wichtigste ist der spannende Gedankenaustausch zwischen den ehemaligen und den aktiven Mitarbeitenden. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Wenn ich für

einen Besuch in der Privatklinik Meiringen vorbeikomme, werde ich immer noch von allen Seiten herzlich begrüsst», freut sich Greth Bütikofer, die vor sieben Jahren ihren Arbeitsplatz im Haus Des Alpes verliess und in den Ruhestand getreten ist. Zuvor hatte sie während dreizehn Jahren als Stellvertreterin von Xander Michel in der Personaladministration gearbeitet. «Der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitenden aller Bereiche lag mir sehr am Herzen», meint die

ehemalige Mitarbeiterin. «Ihnen Zeit und ein offenes Ohr für die unterschiedlichsten Anliegen zu schenken, war mir überaus wichtig», sagt sie und ergänzt, dass all diese wertvollen Begegnungen sie nachhaltig geprägt haben.

Sprachrohr

«Greth Bütikofer ist sozusagen das Sprachrohr der ehemaligen Mitarbeitenden», erklärt Andreas Michel dankbar. Das Pensioniertentreffen, zu dem alle zwei Jahre eingeladen wird, findet der CEO der Michel Gruppe äusserst spannend – «Hier werden nicht nur viele Geschichten aus frühen Zeiten in Erinnerung gerufen,

«Eine spezielle Episode werde ich sicher nie vergessen», erzählt Greth Bütikofer. «Beim Ausbau der Archivräumlichkeiten, den ich mitzugestalten hatte, kreuzten sich die Meinungen von mir und dem Verantwortlichen des Technischen Dienstes. Ja, es entstand ein heftiger Wortwechsel», fährt sie fort. Nach der Mittagspause fand sie auf ihrem Schreibtisch eine Rose und eine Karte mit den drei Worten «Sorry wäge vori». «Unstimmigkeiten so zu meistern, zeugt von einer grossen Wertschätzung und Achtung unter den Mitarbeitenden, und das schweisst zusammen», hält die Personalassistentin fest. «So fest, dass die Ehemaligen immer noch von 'wir' reden, wenn sie die Privatklinik Meiringen oder einen Betrieb der Michel Gruppe meinen.» Nr. 169170, online seit: 6. Dezember – 09.00 Uhr

Familiär gewachsen Die Jubiläumsaktivitäten hat Greth Bütikofer vor allem durch die Serie von Beiträgen im Anzeiger Berner Oberland mitverfolgt. Dass die Mitarbeitenden beim hundertjährigen Jubiläum im Mittelpunkt stehen, findet die ehemalige Personal­ fachfrau nachvollziehbar. «Dies war schon immer eine Stärke der Michel Gruppe. Und auch wenn sie inzwischen stark gewachsen ist, sind die Strukturen familiär geblieben.»

Bild: Wenn Greth Bütikofer auf dem Areal der Privat­klinik Meiringen ankommt, wird sie nicht nur von Andreas Michel begrüsst. Foto: Patrick Schmed

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seit der Aufnahme der ersten Patientin

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Nein, das nicht. Ich war aber früher oft zum Wandern in der Gegend. Das verbindet. Was ist für Sie das Besondere an der Rehaklinik Hasliberg? Wenn ich zur Eingangstüre hereinkomme, werde ich angesprochen, häufig sogar mit Namen begrüsst. Man merkt das Gastgebertum, das hier immer noch gelebt wird, und so fühlt es sich so an wie heimkommen. Dazu gehört auch das Essen. Auch als es mir schlecht ging, animierten mich die liebevoll angerichteten Gerichte zum essen. Ich fand es gut, dass die Essenszeiten nicht fix vorgegeben sind. Überhaupt bietet die Klinik mehr Freiheiten und eine individuellere Betreuung als andere Orte, die ich vom Hörensagen kenne. Für Sie waren die Freiheiten und die persönliche Betreuung wichtig, um wieder auf die Beine zu kommen. Am wichtigsten waren natürlich schon die individuell angepasste Therapie oder die Bemühungen des Pflegepersonals, das sogar mit Wickeln und Umschlägen vorbeikam, als ich einmal nicht einschlafen konnte. Daneben wirkten aber auch die Aussicht auf die Spaziergänge im Kuppelsaal ganz oben im Gebäude oder das Verweilen auf der schönen Restaurant­terrasse und trugen dazu bei, dass ich heute noch laufen kann.

«Es ist wie ein Heimkommen» Edith Volejnicek war bereits acht Mal in der Rehaklinik Hasliberg. Bei einem Besuch zum Mittagessen erzählt die ehemalige Patientin, wieso sie sich mit diesem Ort der Erholung besonders verbunden fühlt. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Um sich von ihren Operationen am Bewegungsapparat zu erholen, wählte Edith Volejnicek bereits acht Mal die Rehaklinik Hasliberg. Anlässlich eines Besuchs am Hasliberg erzählt die Menzingerin dem Betriebsleiter Andreas Kammer und dem Chefarzt Salih Muminagic, wieso sie sich «ännet em Brünig» immer wieder gut erholen konnte. 52 | Jubiläum 1918 – 2018

Wieso haben Sie sich bereits acht Mal für die Rehaklinik Hasliberg entschieden? Ich wurde schon mehrmals gefragt, wieso es nicht einmal eine Klinik im Wallis oder an einem anderen Ort sein durfte. Ich antworte stets, dass es mich in die Berge zieht und dass ich die Rehaklinik im ehemaligen Hotel Schweizerhof gut kenne und hier sehr gut aufgehoben bin. Haben Sie auch familiäre Wurzeln im Berner Oberland?

Die unmittelbare Umgebung gehört also für Sie zu den wichtigsten Kriterien, um sich zu erholen? Unbedingt. Allerdings erinnere ich mich auch gerne an die Ausflüge mit dem Bus, die rund alle zwei Tage angeboten werden, oder die vielseitigen Unterhaltungsanlässe. Ganz besonders ist mir ein grosser Jodleranlass auf dem Flughafen Meiringen in Erinnerung geblieben, zu dem ich mit einer Kollegin eigens hingefahren wurde. Auch für diese schöne Geste bin ich einfach dankbar.

Rückblick hinter die Kulissen Während der letzten 52 Wochen publizierte die Michel Gruppe AG anlässlich ihres Jubiläumsjahrs eine Serie von Porträts und Hintergründen aus dem Alltag ihrer unterschiedlichen Betriebe. Ein grosses Projekt für das Gesundheitsunternehmen wie auch für den Medienpartner.

Nr. 169737, online seit: 15. Dezember – 09.00 Uhr

von Patrick Schmed

Konstruktive Kritik willkommen Bei ihren Aufenthalten beobachtete Edith Volejnicek vereinzelt auch Barrieren und Schwierigkeiten für Menschen im Rollstuhl, mit Gehstöcken oder anderen Gebrechen. Indem sie diese als konstruktive Kritik an den Betriebsleiter Andreas Kammer oder an den Chefarzt Salih Muminagic weiterleitete und dies zu umgehenden Optimierungen in der Klinik führte, half die engagierte 72-Jährige mit, den Alltag für künftige Patientinnen und Patienten noch angenehmer zu gestalten. Auch deshalb vertritt Edith Volejnicek die unzähligen Patientinnen und Patienten, die auch 100 Jahre nach der Unternehmensgründung im Fokus der Bemühungen stehen, insbesondere auch im Jubiläumsjahr.

Bild: Dank der kompetenten Betreuung in der Rehaklinik Hasliberg ist Edith Volejnicek heute wieder gut auf den Beinen, auch wenn sie die Gehstöcke gerne in der Nähe behält. Foto: Patrick Schmed

JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG Ein Jahr lang

und sogar ein bisschen länger dauern die Feier­ lichkeiten anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Klinik im Reichenbach. Dass das Jubiläum mit der Bevölkerung geteilt wird, war von Anfang an klar, die richtige Plattform dafür fand Juck Egli bei der Gossweiler Media. Bisher erschienen bereits 51 Porträts und Hintergrundberichte über die Mitarbeitenden der unterschiedlichen Betriebe, die zur Michel Gruppe AG gehören. Im Interview lässt der Kommunikationsleiter hinter die Kulissen eines riesigen Projekts blicken, welches das Unternehmen auch ein bisschen verändert hat. Blicken wir zurück auf die erste Woche des Jahres, kurz vor dem Erscheinen des ersten Artikels. Welche Erinnerungen haben Sie an die Zeit, als die Idee für die Serie konkreter und schliesslich Wirklichkeit wurde?

Während der Planung waren wir uns nicht ganz bewusst über das Ausmass des Projekts, zudem wurden unterschiedliche Vorstellungen über die Umsetzung diskutiert. Dann haben wir mit dem ersten Artikel begonnen und die Serie Schritt für Schritt entwickelt und konkretisiert. Ein grosser Koordinationsaufwand. Weil jede unserer Institutionen berücksichtigt werden sollte und um möglichst alle Aspekte der vielseitigen Betriebe zu zeigen, brauchte es zahlreiche Absprachen mit den unter­ schiedlichsten Abteilungen. Wir haben rasch einmal gemerkt, dass eine einzelne Person die Fäden in der Hand behalten sollte, um die Übersicht zu bewahren. 52 Wochen später – wie sieht Ihr Fazit heute aus? Im Nachhinein hat sich das Wagnis gelohnt, für einmal ganz neue Wege in der Kommuni­ kation zu gehen. Wir haben sehr viele posi­-

tive Feedbacks von unterschiedlichen Seiten erhalten und können erfreut festhalten, dass die Artikel mit Interesse gelesen wurden. Somit wurde das Ziel erfüllt, das Jubiläum mit der Bevölkerung zu teilen? Ja, ganz klar. Blickt man auf die gesamte Serie, so sieht man ein kompaktes Gesamtwerk, eine facettenreiche Aufnahme der Michel Gruppe AG und der Familie, die seit 100 Jahren Fortschritt aus Tradition nicht nur vorantreibt, sondern auch andere damit inspiriert. Nr. 169738, online seit: 27. Dezember – 09.00 Uhr

«Es könnte jahrelang so weitergehen» Positiv fällt auch das Fazit des zuständigen Reporters Patrick Schmed aus, der die Serie auf Medienseite koordinierte und grösstenteils realisieren durfte. «Während eines Jahres jede Woche über das gleiche Unternehmen zu schreiben, stellte ich mir anfänglich sehr anspruchsvoll vor», zieht der Medienschaffende Bilanz. «Umso erfreuter stellte ich fest, dass es kaum Wiederholungen gab und die Serie sich sehr vielseitig und lebendig gestalten liess. Ich wurde überall offen empfangen und lernte viele spannende Persönlichkeiten, aussergewöhnliche Betriebe und bemerkenswerte Orte kennen.» In die Freude über das Gelingen fliesst daher auch ein bisschen Wehmut, dass das Jubiläumsjahr auf dieser Plattform zu Ende geht.

Bild: Juck Egli (links) koordinierte die Themenwahl, die Kontrolle und die Termine, während der Reporter Patrick Schmed gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Familienunternehmung die Inhalte erstellte. Foto: Patrick Schmed

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FORTSCHRIT T AUS TR ADITION

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Erster Rückblick auf die Höhepunkte Das nostalgische Personalfest und der Blick in die Zukunft von Think-Tank-Gründer Dr. Stephan Sigrist – diese zwei Höhepunkte bewegten Andreas Michel im Jubiläumsjahr am meisten. Der Countdown bis zum eigentlichen Jubiläumstag geht aber noch weiter. von Patrick Schmed JUBILÄUM MICHEL GRUPPE AG «Langsam aber sicher nähern wir uns dem eigentlichen Jubiläumstag, der genau hundert Jahre nach dem Eintritt der ersten Patientin am 8. Januar 1919 gefeiert wird», freut sich Andreas Michel, CEO der Michel Gruppe AG. Getreu dem Motto «Fortschritt aus Tradition» wird das Fest nicht in Meiringen stattfinden, sondern am Hasliberg, wo die Michel Gruppe aktuell mit der Abteilung für Psychosomatik wegweisende Pionierarbeit leistet. 54 | Jubiläum 1918 – 2018

Geladen sind an erster Stelle die Mitarbeitenden, denn sie stellen für Andreas Michel und den Verwaltungsrat das wichtigste Kapital ihrer Firma dar – und auch das hat Tradition in der Familienunternehmung.

Rückblick

Kein Wunder, ist dem CEO der Michel Gruppe AG das Personalfest vom 4. Mai in besonders guter Erinnerung geblieben. Unter dem Motto «Balle Epoque» holte das Personal die erste Patientin quasi in ihrer Zeit ab und entdeckte im Congress Centre Kursaal Interlaken die Qualität einer Zeit, wo die Psychologie zwar

noch in den Kinderschuhen steckte, dafür fast jede und jeder das Tanzen beherrschte und wo die Ausgangskleider genau so glänzend wirkten wie die farbigen Fenster des Ballsaals. «Das Fest wird in bleibender Erinnerung bleiben», ist Andreas Michel überzeugt. «Genau so wie das Zirkuszelt beim 90sten Jubiläum, von dem man immer noch spricht.»

Die Michel Gruppe AG feiert das 100-Jahr-Jubiläum mit dem Countdown bis zum Zeitpunkt, wo sich der Eintritt der ersten Patientin zum hundertsten Mal jährt. Seit Anfang des Jahres erscheint jede Woche ein Artikel über Persönlichkeiten, Events oder Hintergründe der Privatklinik und der übrigen Betriebe der Michel Gruppe. Mit diesen Beiträgen feiert die Michel Gruppe AG das Jubiläum in der Öffentlichkeit, der Fokus der übrigen Höhepunkte ist häufig nach innen gerichtet und richtet sich oft direkt an die rund 600 Mitarbeitenden.

Partnern feierte. «Dort richteten wir den Blick in die Zukunft», beschreibt Andreas Michel. «Dr. Stephan Sigrist vom Think Tank W.I.R.E. entwarf eine Vorhersage, wie die Digitalisierung und Roboterisierung die Psychologie und Medizin in Zukunft verändern würden.» Das Fazit lautet kurz zusammengefasst, dass das Wohl der Patienten auch in Zukunft an erster Stelle steht, und dafür braucht es in erster Linie menschliche Werte. Ein Fazit, das die Philosophie der Michel Gruppe bestätigt. So, dass die Klinik voller Überzeugung die Leistungsvereinbarung erneuert, die Fritz Michel-Moser vor 100 Jahren unterzeichnet hatte. In einem symbolischen Akt überreicht Andreas Michel deshalb Pierre Alain Schnegg als Vertreter des Kantons Bern die «Chronik der Klinik im Reichenbach». Nr. 169218, online seit: 19. Dezember – 09.00 Uhr

Ausblick

Ebenso begeistert zeigt sich der CEO der Michel Gruppe AG vom offiziellen Jubiläumsanlass, den seine Firma am 18. Oktober zusammen mit Behörden, Verbänden oder

Bild gross: Die Prognose zur Zukunft der Psychologie und Medizin bestätigt die hohe Gewichtung menschlicher Werte, welche CEO Andreas Michel am Herzen liegt. Foto: Patrick Schmed Bild klein: Dr. Stephan Sigrist vom Think Tank W.I.R.E. entwarf eine Vorhersage, wie die Digitalisierung die Zukunft verändern wird. Foto: David Birri

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Michel Gruppe Willigen 3860 Meiringen Telefon 033 972 82 00 info@michel-gruppe.ch www.michel-gruppe.ch

Privatklinik Meiringen Willigen 3860 Meiringen Telefon 033 972 81 11 info@privatklinik-meiringen.ch www.privatklinik-meiringen.ch

Rehaklinik Hasliberg Hohfluh 6083 Hasliberg Hohfluh Telefon 033 533 91 00 info@rehaklinik-hasliberg.ch www.rehaklinik-hasliberg.ch

Stiftung Helsenberg Willigen 3860 Meiringen Telefon 033 972 81 15 info@stiftung-helsenberg.ch www.stiftung-helsenberg.ch

Wäscherei Haslital Willigen 3860 Meiringen Telefon 033 972 81 00 info@waescherei-haslital.ch www.waescherei-haslital.ch

Kindertagesstätte Haslital Willigen 3860 Meiringen Telefon 033 972 82 00 info@kindertagesstaette-haslital.ch www.kindertagesstaette-haslital.ch

Profile for Michel-Gruppe

52 Beiträge aus den Betrieben der Michel Gruppe zum Jubiläum 1918 – 2018  

52 Beiträge aus den Betrieben der Michel Gruppe zum Jubiläum 1918 – 2018  

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