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725 Jahre Penzin – Chronik eines mecklenburgischen Dorfes

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1. Landschaft, Natur, Besiedlung und Altertümer Im Herzen Mecklenburgs, unweit der kleinen Städte Warin und Brüel, liegt das Dorf Penzin, eingebettet in die vom Baltischen Landrücken geprägte Seenlandschaft. Prägend für die Landschaft ist das Flusssystem der Warnow mit zahlreichen kleineren und größeren Nebenflüssen. Diese schnitten sich nach der letzten Eiszeit in die Landschaft ein und hinterließen viele Durchbruchsund Erosionstäler, deren bekanntestes das Warnow-Mildenitz-Tal ist. In der heutigen Warmzeit, seit ca. 10.200 Jahren, bildeten sich in den Becken sowie an den See- und Flussrändern Moore. Die Vielzahl der Seen entstand einerseits aus Toteisblöcken und andererseits in Schmelzwasserrinnen. Natürliche Baumart auf den meisten Waldstandorten ist die Buche. Kiefern-, Fichten-, Douglasien- und Eichenbestände sind demgegenüber Ergebnisse forstlicher Tätigkeit des Menschen. Auf den nährstoffreichen Mooren dominieren Erlenbruchwälder das Landschaftsbild, während Birke und Kiefer natürliche Baumarten der nährstoffarmen Regenmoore sind. Noch ältere Relikte der Geschichte sind die in der Umgebung von Penzin auf Äckern und in Kiesgruben häufig aufzufinden „Sternberger Kuchen“. Sie waren vom Lehrer gerne gesehene Sammelobjekte der Schulkinder. Die Entstehung dieses Fossilgesteins wird heute 23 bis 28 Millionen Jahre in die erdgeschichtliche Epoche des Oligozäns zurückdatiert, einer Zeit, als Mecklenburg von einem großen Binnenmeer bedeckt war.

Der „Sternberger Kuchen“ - eine urzeitliche Besonderheit aus Mecklenburg

Der Sternberger Kuchen ist ein besonders auffälliges Gestein, das während der Weichsel-Vereisung (ca. 115.000 – 10.200 Jahre vor heute) seine Verbreitung in Mecklenburg fand. Die Stadt Sternberg ist Namengeber, da das Gestein in der Umgebung der Stadt besonders häufig zu finden ist. Die charakteristische Färbung des eisenhaltigen Kalksandsteines - sie ist je nach Verwitterungsgrad grau, gelb oder schokoladenbraun - und der Fossilreichtum waren für die Gesteinsbezeichnung „Kuchen“ ausschlaggebend. Der als Pastor und Rektor in Sternberg wirkende D. Franck gab 1753 eine treffende Beschreibung des Sternberger Kuchens; er erkannte seinen marinen Ursprung und leitete daraus eine größere Ausdehnung der Ostsee ab. Das Gestein enthält neben Mollusken (Weichtiere) und Fischzähnen Foraminiferen (Kammerlinge = einzellige Organismen) und Reste von Echinodermen (Stachelhäuter) und Krebsen. Gegenwärtig geht man von ca. 530 nachgewiesenen Arten aus. Dazu zählen neben den o.g. Gruppen auch Schwämme, Korallen, Bryozoen (Moostierchen), Würmer, Ostrakoden (Muschelkrebse), Cephalopoden (Kopffüßer).

Chronik Penzin  
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