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22 1937 Der Ortsteil Hof Brüel wird aus der Gemeinde Blankenberg ausgegliedert und in die Stadt Brüel eingemeindet. Im gleichen Jahr wird aus der Feldmark „Forst Weiße Krug“ der Gemeinde der so genannte Denkmalsplatz mit dem daran grenzenden halben Weg abgetrennt und nach Warin eingegliedert. 1938 Das Bahnbetriebsgebäude in Blankenberg wird im Mai stillgelegt. 1939 Bei der letzten Vorkriegsvolkszählung werden in der Gemeinde Blankenberg 296 Einwohner gezählt, in den Ortsteilen Blankenberg 182, Klein Labenzer Graupenmühle 12, Weiße Krug 51 und Wipersdorf 51. In der Gemeinde Friedrichswalde leben 132 Personen, im Ortsteil Friedrichswalde 43 und in Penzin 89. Beginn des zweiten Weltkrieges. Diesmal verschweigt das Kirchenbuch die Namen der Opfer aus dem Kirchspiel Tempzin. Die Lehrerstelle wird mit Ländereien ausgestattet und erhält aus der Feldmark Blankenberg 0,28 Hektar, aus der Feldmark Wipersdorf 3,71 Hektar. 1942 Sowjetische Zwangsarbeiter werden im Pavillon Blankenberg untergebracht. Die von der Gestapo gesuchte Jüdin Alice Glasfeld, geborene Kaplan, aus Berlin flieht nach Blankenberg und verbirgt sich vier Wochen bei Kaufmann Wernecke, der sie mit Lebensmitteln versorgt. Danach taucht sie unter dem Namen Charlotte Naumann in Stavenhagen unter, wird aber weiterhin von Ernst Wernicke und Johann Gaarz mit Lebensmitteln versorgt. 1944 Der Schwiegersohn des Ortsgruppenleiters und Bürgermeisters Willecke wird wegen Wehrkraftzersetzung verhaftet, die Frau des Bürgermeisters wegen „Wehrbetrug und Urkundenfälschung“ zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. 1945 Am 3. Mai treffen Truppen der Roten Armee in Blankenberg ein. Sie werden von den ausländischen Arbeitskräften, vom Betriebsleiter und dem Inhaber als einzigste Einwohner des Ortes auf der Straße empfangen. Die Masse der Blankenberger versteckt sich in ihren Häusern oder im Wald. Als erster Nachkriegsbürgermeister wird vom Kommandanten, Oberstleutnant Titow, der bisherige Betriebsleiter Johann Gaarz auf die Rote Armee verpflichtet, obwohl dieser Mitglied der NSDAP gewesen war. Gaarz kümmert sich mehr als zwei Jahre vergeblich um die Wiederinbetriebnahme der Ziegelei. Später wird Gaarz´ umfangreicher Schriftwechsel mit Reichsstatthalter Hildebrand bekannt, Gaarz als aktiver Nationalsozialist eingestuft, als Bürgermeister abgesetzt und sein persönliches Eigentum 1946 sequestriert. Darunter fallen auch seine Anteile als Kommanditist der Ziegelei. Er wird als leitender Angestellter entlassen. Zwei Nachfolger Gaarz´ im Amt des Bürgermeisters, ein Polizeikommissar, ein Volksrichter und ein Gemeindevertreter von Blankenberg missbrauchen ihre Dienststellung. Sie schüchtern Leute ein, drohen mit der sowjetischen Geheimpolizei und eignen sich unter anderem unrechtmäßig fremdes Eigentum an. Ein Verfahren gegen sie wird eingeleitet.

Chronik Blankenberg  
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