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20 1914 Beginn des ersten Weltkrieges. Erstes Opfer aus Blankenberg ist der 26jährige Kaufmann Heinrich Friedrich Martin Pommerencke, der am 9. Januar 1915 in einem Gefecht bei „Kanyon“ in Russland fällt. Ihm folgen am 8. Oktober 1915 der Kutscher auf der Ziegelei August Theodor Christian Martin Waack, der durch einen Schrapnellschuß getötet wird, am 9. März 1916 der Zieglermeister Wilhelm Theodor Johann Freitag, der durch „eine abgeirrte Kugel in Frankreich“ fällt, am 10. August 1917 der Kaufmann Albert Wilhelm Friedrich Richard Hallier, der in Folge eines Brustschusses in Rumänien stirbt, am 28. September 1917 der Vizefeldwebel und Offizier-Stellvertreter im Infanterieregiment 163 Karl Heinrich Friedrich Wilhelm Pommerencke, der an einer Gasvergiftung bei Arras ums Leben kommt, am 18. Oktober 1917 der kriegsfreiwillige Kanonier Karl Friedrich Wilhelm Martin Menk, der beim Munitionstransport „durch ein Sprengstück“ zerfetzt wird, am 30. Mai 1918 in einem Feldlazarett der Kaufmann Karl Friedrich Heinrich Richard, der als Füselier im Füselierregiment 90 zwei Tage vorher durch Bauchschuss schwer verwundet worden war und am 3. September 1918 der Kuhhirte Friedrich Karl Johann Wilhelm Martens, der als Kanonier in einem Kriegslazarett in Frankreich an einer Magenkrankheit stirbt. 1920 Nach der Novemberrevolution werden alle Domanial- und ritterschaftlichen Ämter aufgelöst und es werden Ämter nach dem Territorialprinzip geschaffen. Das Domanialamt Warin-Neukloster-Sternberg-Tempzin und damit auch die Gemeinde Blankenberg wird mit anderen Territorien zum neu geschaffenen Amt Warin gelegt, das fünf Jahre später im Amt Wismar – später Kreis Wismar – aufgeht. 1921 Die Schule wird visitiert. Es werden 47 Schüler gezählt, von denen 14 Auswärtige sind. Der bauliche Zustand und die Sauberkeit werden als gut eingeschätzt. Die Heizung erfolgt über einen Kachelofen, die Beleuchtung und Belüftung vor allem durch Fenster. Die Schulbänke haben schräge Tische. Vorhänge und ein Schrank sind vorhanden, ein zweiter notwendig. Als Wandschmuck dienen die bekannten Bilder vom Heimatbund. Eine Lehrerbücherei fehlt, die Kinder nutzen die Amtsbücherei. Als Lehrmittel sind schlechte Planigloben, Landkarten und eine Rechenmaschine vorhanden, während Zirkel, Lineal, Winkelmesser und Anschauungsmaterial für Naturlehre noch fehlen. Turnunterricht kann wegen fehlendem Turnplatz und –gerät nicht erteilt werden. 1922 Zum neuen Schulzen wird der Landwirt Schacht aus Graupenmühle, zum ersten Schöffen der Gastwirt Bobzin aus Blankenberg und zum zweiten Schöffen der Förster Davids aus Weiße Krug gewählt. Die Fabrikkrankenkasse der Tonwaren-Fabrik wird seitens des Versicherungsamtes Schwerin geschlossen. Der Mitgliederbestand ist drastisch gesunken, da die Belegschaft der Fabrik wegen Kohlenmangel auf unter Einhundert halbiert werden musste. 1924 Büdner Wilhelm Willecke aus Blankenberg wird neuer Schulze. Zu Schöffen werden Rottenführer Paul Warning und Förster Davids gewählt.

Chronik Blankenberg  
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