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Das Enge Tor - Die Suche nach dem Weg, der Wahrheit und dem Leben

Michael Beck

Das Enge Tor Die Suche nach dem Weg, der Wahrheit und dem Leben

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Das Enge Tor - Die Suche nach dem Weg, der Wahrheit und dem Leben

Copyright © 2014 by Michael Beck Myrtle Beach, South Carolina, USA All rights reserved. No portion of this book may be reproduced, stored or transmitted in any form without the prior written permission of the author. Wenn nicht anders angegeben, sind Bibelzitate der folgenden Ausgabe entnommen: Einheitsübersetzung des Alten und Neuen Testaments, Zehnte Auflage 1994 © Kath. Bibelanstalt GmbH., Stuttgart, ISBN 3-451-19997-1 Wenn nicht anders angegeben sind Fotos Copyright © Michael Beck Titelbild: Michael in Gasparillo, Trinidad, Besuch bei der Schwiegermutter

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Ich widme dieses Sachbuch meiner wunderbaren Frau Grace. Sie ist mein grĂśĂ&#x;ter Segen!

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Table of Contents Vorwort ...................................................... 6 Kapitel 1 Der Weg ..................................... 8 Kapitel 2 Die Wahrheit ............................ 21 Kapitel 3 Das Leben ................................ 43 Anhang A Buchempfehlungen ................ 59 Anhang B Leseplan.................................. 61 Anhang C Fotoindex ................................ 64

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Vorwort Jeder Mensch hat wohl schon mal darüber nachgedacht, was der Sinn des Lebens ist. Auch mich hat diese Frage schon immer sehr beschäftigt. Soweit ich mich erinnere, hatte ich das Gefühl, dass es etwas sehr wichtiges gibt das ich machen muss, dass ich eine besondere Rolle spiele, dass das Leben von mir erwartet eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Allerdings hatte ich die meiste Zeit meines Lebens keine Ahnung, was diese Rolle oder Aufgabe ist! Den Sinn des Lebens herauszufinden war anscheinend eine unmögliche Aufgabe, ein unlösbares Rätsel, etwas, worauf niemand die Antwort hat. Ich dachte, ich werde die Antwort auf diese Frage erst nach meinem Tod erfahren und erst dann wissen, worum es eigentlich ging. Dies ist meine Geschichte über die Suche nach dem Sinn des Lebens. Es ist eine fortlaufende Geschichte, eine Reise auf der ich noch immer unterwegs bin. Ich habe noch immer mehr Fragen als Antworten, aber ich habe inzwischen schon viel gelernt; mehr, als ich je für möglich gehalten hätte! Ich erzähle meine Geschichte, um Denkanstöße zu geben und um Diskussionen einzuleiten. Mir ist bewusst, dass ich mich hier offenbare und ich mich dadurch verletzbar und angreifbar mache. Viele Menschen werden nicht gerne hören, was ich zu sagen habe. Andere denken vielleicht, ich sei naiv oder verrückt. Ich wünschte, es wäre mir egal, was andere über mich denken, aber so weit bin ich leider noch nicht. Trotzdem ist es mir äußerst wichtig, meine Erkenntnis an so viele meiner Familienmitglieder und Freunde weiter zu geben wie möglich.

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Vielleicht bist Du schon selbst zu der Erkenntnis gekommen. In diesem Fall würde ich mich sehr freuen, Deine Sichtweise zu hören, und von Dir zu lernen. Falls meine Forschungsergebnisse für Dich neu sind, würde ich mich auch sehr freuen, von Dir zu hören und zu erfahren, was du darüber denkst. Ruf mich an oder schreib mir, damit wir uns gegenseitig unterstützen können und wir mit gegenseitiger Hilfe mehr über den Sinn des Lebens lernen können. Meine Anschrift ist: P.O. Box 8301 Myrtle Beach, SC 29578 USA Meine E-Mailadresse ist Michael.Beck@resolutglobal.com. Wir sollten uns alle unterstützen, den Sinn des Lebens herauszufinden, denn was ist wohl wichtiger im Leben? Wir haben nur dieses eine Leben, und es ist ziemlich kurz! Lass uns das Beste daraus machen!

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Kapitel 1 Der Weg Meine Reise begann an einem ungewöhnlich heißen Tag im Frühjahr 1973, als ich in Rheine geboren wurde. Ich wuchs im ländlichen Ort Hörstel auf, in einem zweistöckigen Haus mit großem Garten und reichlich Platz zum Spielen mit meinen Freunden. Erzogen wurde ich von meinen wunderbaren und liebevollen Eltern Helmut und Helene Beck (geborene Flacke). Im Alter von sechs Jahren wurde mein Leben durch die Geburt meines Bruders Andreas bereichert. Meine Kindheit habe ich als sehr froh in Erinnerung behalten. Papa und ich bauten Baumhäuser und eine riesengroße Schaukel aus Tannenstämmen und alten Feuerwehrschläuchen. Mit Mama ging es oft an den Torfmoorsee zum Schwimmen, und wir spielten häufig zusammen Brettspiele, Kartenspiele oder Badminton. Wir arbeiteten zusammen im Garten und verbrachten

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viel Zeit miteinander. Auch wanderten wir immer wieder über Wiesen und durch Wälder, klasse! Wir waren auch oft auf der Kirmes, dem Weihnachtsmarkt und bei verschiedenen „Tag-deroffenen-Türen“; wir waren wohl immer viel unterwegs! Das galt natürlich besonders für die Ferienzeit, wo wir ganz Europa bereisten. Obwohl unsere Familie nie viel Geld hatte, mangelte es uns nie an Spiel, Spaß und Abenteuer. Mein Schul- und Berufsweg war nicht gerade linear. Nach Abschluss der Realschule Hopsten absolvierte ich bei der Deutschen Telekom eine Berufsausbildung zum Telekommunikationselektroniker. Im Anschluss daran hatte ich in Rheine die Fachoberschule besucht, um danach an der FH Osnabrück Elektrotechnik zu studieren. In den Sommersemesterferien 1995 nahm ich an einem Studentenaustausch teil, der es mir ermöglichte, in den USA einen Ferienjob anzunehmen. Für zwei Monate hatte ich im Freizeitpark „Pavilion“ in Myrtle Beach, South Carolina, Karussells und Achterbahnen bedient und viele nette Leute kennen gelernt. Ein gemeinsamer Freund aus Spanien machte mich mit Grace

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bekannt. Grace kam aus Trinidad (südliche Karibik), war (und ist) bildhübsch, und ich verliebte mich gleich in sie! Über die nächsten zwei Jahre hielten wir per Post und Telefon Kontakt (Internet hatten wir damals leider noch nicht). Im Jahr 1997 entschied ich, dass es für mich wichtiger war, Grace zu heiraten, als meine Diplomarbeit abzuschließen. Im November zog ich zu ihr, und am 24. des Monats heirateten wir standesamtlich. (Die kirchliche Hochzeit folgte im Sommer 1998.) An diesem Tag wurde ich auch gleichzeitig Vater von vier wunderbaren Kindern: Samantha (damals 6 Jahre alt), Mario (12) Anthon (17), und Maria (18). Die Kinder akzeptierten mich bald als Daddy und unsere Familie wuchs enger und enger zusammen. Später adoptierte ich alle vier, und sie tragen daher jetzt meinen Nachnamen. Die Formalitäten für die Arbeitserlaubnis dauerten ein paar Monate, und in der Zwischenzeit hatte ich schöne Erfahrungen als Ehrenamtlicher des örtlichen Museums gesammelt. Mein erster Job in den USA war der des Aushilfslehrers am Horry Georgetown Technical College, wo ich Grundlagen der Elektronik unterrichtete. Wegen meines fehlenden Abschlusses war mein Gehalt und meine Stundenanzahl allerdings relativ gering, und ich hatte bald eine besser bezahlte Stelle bei Metglass / Honeywell, wo ich für die Installation und Instandhaltung von Produktionsmaschinen für Elektrobauteile verantwortlich war. Während dieser Zeit hatte ich eigentlich keine Hobbys und kam, ich weiß schon gar nicht mehr wie, auf die Feuerwehr. Auf jeden Fall wurde

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ich dort Freiwilliger, und es machte mir sehr viel Spaß! Nach drei Jahren bei Honeywell hatte ich mich dazu entschieden, mein Hobby zu meinem Beruf zu machen. Der Jobwechsel erfolgte fast zeitgleich mit einem Hauswechsel. Bis dahin hatten wir in einem „mobile home“ gewohnt, einem Fertighaus, das in einer Fabrik gefertigt und dann per LKW geliefert wird. Mit etwa 100 m2 sind diese Fertighäuser relativ geräumig, komfortabel und dabei äußerst erschwinglich. Aber weil die Kinder älter wurden und sich keine Zimmer mehr teilen konnten, zogen wir in ein größeres, traditionell gebautes Haus, das sich gleich um die Ecke in der Tranquility Lane befand. Bei der Feuerwehr lief alles super. Die Fire Academy hatte ich als Zweitbester abgeschlossen, und in der Weiterbildung zum Rettungsassistent wurde ich sogar Klassenbester, eine Leistung, auf die ich stolz war, da ich dies ja alles ohne vorherige Grundlagenkenntnisse im Feuerwehr- und medizinischen Bereich und auch noch in einer Fremdsprache gemacht hatte. Die Liebe zwischen Grace und mir wuchs und wuchs über die Jahre, wir hatten eine sehr gesunde und enge Beziehung. Die Kinder wurden nach und nach erwachsen und zogen aus, obwohl alle vier das eine oder andere Mal für eine Zeitlang zu uns zurückzogen. Maria hatte für mehrere Jahre in einem Lebensmittelhandel gearbeitet und ist nun Managerin für ein Darlehensunternehmen. Vor sechs Jahren hat Maria

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ihre wahre Liebe gefunden, J.J. Harris, und seine zwei Kinder Sidra und Reyhan, die Maria inzwischen als Zweitmutter angenommen haben. Anthon ist inzwischen schon seit über zwölf Jahren beim Lebensmittelhandel Food Lion, wo er Abteilungsleiter ist. Er hatte 2012 Candace geheiratet, die eine Tochter, Samantha, mit in die Ehe brachte. Mario hatte inzwischen sein Politikstudium abgeschlossen. Er nahm sich mich zum Vorbild und ging als Austauschstudent nach Japan, um dort für zwei Semester an der Uni Nagoya Vorlesungen zu besuchen und Englisch zu unterrichten. In dieser Zeit lernte er Heidi aus Australien kennen. Die Beiden heirateten zwei Jahre später in Myrtle Beach. Im Januar 2014 fing Mario beim Myrtle Beach Fire Dept. als Feuerwehrmann an und absolviert momentan seine Grundausbildung in der Fire Academy. Samantha steht jetzt auch auf eigenen Beinen,

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arbeitet am Strand in einem der Hotels. Ich kann es kaum glauben, dass sie jetzt erwachsen ist! 2005 entschlossen Grace und ich uns dazu, ein Haus zu bauen, gleich in unserer Nachbarschaft, „Bent Oak Estates“. Mario half mir beim Entwurf des Grundrisses eines zweistöckigen Hauses im deutschen Stil, mit roten Klinkern, einer Garage, Veranda, großer Küche, einem kleinen Bibliothekszimmer für Grace und einem Kinozimmer inklusive Videospielen für die Kinder. Andy kam auch, um beim Bauen zu helfen. Das Haus nennen wir nun seit Juni 2006 unser Zuhause.

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Die Beförderungen zum Paramedic, Engineer und Lieutenant brachten kleine Gehaltserhöhungen, aber ich verdiente immer noch weniger als damals bei Honeywell. Als dann die Rezession kam, wurde unsere Finanzlage immer schwieriger, und mir wurde klar, dass ich, wenn ich nichts daran änderte, wohl noch sehr lange arbeiten müsste und nie viel Geld am Monatsende übrig hätte. Bei den körperlichen Belastungen und Gefahren des Berufs musste ich einen Weg finden, der es mir erlauben würde, früher in Rente gehen zu können. Ich hatte mir als Ziel meinen 53. Geburtstag gesetzt. Mein Plan sah vor, in Immobilien zu investieren, um dadurch passives Einkommen zu bekommen. Ich ging nochmal zurück zum College und studierte Betriebswirtschaftslehre. Noch während meines Studiums hatten Heidi und ich Kurse in Immobilienanlagen genommen und unsere eigene Firma gegründet, die wir „Resolut Global Properties, LLC“ nannten. Die vielen Kurse und Vorlesungen haben sich bezahlt gemacht. Nach vier Jahren hatten wir schon 49 Fertighäuser gekauft, renoviert und wieder verkauft, und

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zwei Grundstücke und 12 Fertighäuser hielten wir in unserem Besitz, die momentan alle vermietet sind. Wir haben jetzt auch einen dritten Geschäftspartner, meinen Schwager Ram aus Trinidad, womit wir nun wahrhaft „global“ im Ursprung sind (Mittelamerika, Europa und Australien). Heidi hatte Anfang 2013 ihren Job kündigen können und beschäftigt sich jetzt in Vollzeit mit Immobilien. Wenn es weiterhin so gut geht, sollten Grace und ich kein Problem haben, wie geplant in Rente zu gehen und mehr Zeit für Familie, Freunde, Reisen und Entspannen zu haben! Dies alles erzähle ich nicht zum Angeben oder um mich wichtig zu machen. Im Gegenteil, ich finde es wichtig, nicht protzig zu sein und andere Leute nicht neidisch zu machen. Angeber finde ich ehrlich gesagt abstoßend. Es ist aber Tatsache, dass ich eine idyllische Kindheit hatte, gute Noten in der Schule, nette Freunde, Erfolg im Beruf, und dass ich eine absolut wunderschöne, intelligente, nette und liebevolle Frau gefunden habe, plus vier Kinder, die ich mir selbst nicht besser hätte aussuchen können. Dies alles empfinde ich jetzt als Geschenk Gottes, das ich gar nicht verdient habe! Allerdings erkannte ich erst sehr spät Gott darin. Meine Beziehung mit ihm fing sehr holprig an. Als Junge war mir irgendwie schon immer klar, dass Gott existierte, das hatte ich nie bezweifelt. Es war für mich logisch, dass ich nicht per Zufall auf der Erde war, sondern dass ich erschaffen wurde und dass mein Leben einen Sinn erfüllte. Aber lange Zeit wusste ich wirklich nichts über Gott, und ich bemühte mich noch nicht einmal herauszufinden, wer oder was Gott war. Mama nahm mich regelmäßig mit zur Kirche, und ich fand die Gottesdienste irgendwie schön und wohltuend. Im Erstkommunionskurs und in der Firmvorbereitung hatten wir wohl Teile der Bibel gelesen und besprochen, aber das war

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wohl mehr Zwangsaufgabe für mich, es interessierte mich einfach zu der Zeit nicht. Die Bibel war einfach nur ein Buch mit Geschichten zweifelhafter Glaubwürdigkeit, und ob Jesus wirklich gelebt hatte, da war ich mir auch nicht sicher. In der Grundschule hatte ich einen Freund, Ralf, der ein wahrer Christ war, der einzige Junge in meiner Altersgruppe. Manchmal erzählte er uns von Jesus und die anderen Kinder verhöhnten ihn. Ich muss zugeben, ich dachte auch, dass er naiv war, das alles blind zu glauben. Trotz alledem hatte ich immer das Gefühl, dass die Kirche ein wichtiger Ort war und dass der Gottesdienst etwas Besonderes war, also ging ich weiter zur Kirche, auch wenn nur sehr unregelmäßig. Für viele Jahre änderte sich an meinem Glauben nichts, keinerlei Wachstum. Ich ging ab und zu zur Kirche, suchte aber den Sinn meines Lebens überall nur nicht dort. Als ich älter wurde, erkannte ich, dass Beziehungen mit Menschen, besonders mit der Familie, wichtiger sind als alles andere. Aber dennoch fehlte etwas Unerklärliches, etwas sehr Wichtiges in meinem Leben. Gelegentlich hatte ich Depressionen, und es frustrierte mich. Ich dachte, wie kann es sein, dass ich dieses gute Leben habe, mit einer wunderbaren Familie, einem interessanten Beruf, einem schönen Haus und komfortablen Autos, und trotzdem fehlt etwas Wichtiges in meinem Leben!

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Dann erfuhren wir, dass Grace' Mutter auf Trinidad krank war und mit Krebs diagnostiziert wurde. Grace nahm sich unbezahlten Urlaub, damit sie sich um ihre Mutter kümmern konnte. Ich besuchte sie in der Zeit auch zweimal. Mir fiel auf, dass sie immer eine Bibel neben sich im Bett hatte, Tag und Nacht. Eines Tages hatte jemand die Bibel vom Bett genommen und woanders hingelegt, was sie sehr aufregte und sie sich erst wieder beruhigte, als sie sie wieder hatte. Mir fiel auf, dass sie vom Lesen der Bibel Kraft schöpfte. Sie redete oft offen über ihren Glauben und ihre Hoffnung. Der Pfarrer kam täglich, um mit ihr zu beten, und viele Mitglieder ihrer Kirchengemeinde kamen zu allen Tageszeiten zu Besuch, um sie zu unterstützen. Mehr als je zuvor wurde mir bewusst, wie stark der Glaube von Grace' Mutter war, und wie viel Frieden und Hoffnung er ihr schenkte. Sie hatte keinerlei Angst vorm Tod. Mir wurde klar, dass ihr wichtigster Besitz ihre Bibel war, ein Buch, das ich auch besaß, aber noch nie wirklich gelesen hatte. Dies hätte eigentlich mein Anstoß sein sollen, aber trotzdem begann ich nicht sofort mit dem Lesen der Bibel. Grace' Mutter starb, wir beerdigten sie, Grace und ich flogen nach Hause, und nach einer Zeit des Trauerns ging es langsam wieder in den Alltag.

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Mehrere Monate später beschäftigte ich mich mit meinen Lebenszielen. Ich finde es wichtig, dass man sich Ziele setzt, damit man auf dem richtigen Weg bleibt und Fortschritte macht. Ich schrieb mir etliche Ziele auf, Reiseorte, Sachen die ich einmal machen oder haben wollte und ein paar Berufsziele. Ich dachte auch an Grace' Mutter und ihre Bibel zurück, und setzte mir als Ziel, die Bibel einmal in meinem Leben komplett durchzulesen. Ehrlich gesagt glaubte ich, dass es ein sehr langes und schwieriges Unternehmen werden würde und ich freute mich nicht gerade darauf. Ich schob es immer wieder auf. Aber eines Tages, im Frühjahr 2011, schlug ich meine Bibel einfach auf und fing auf Seite eins an zu lesen. Ich las jeden Tag ein paar Seiten und neun Monate später war ich durch. Das war eine sehr interessante Erfahrung! Sie war viel einfacher zu lesen als ich dachte, und ich fand auch viele bekannte Geschichten. Es war sehr lehrreich, und ich erfuhr viel über Liebe und Moral. Nichtsdestotrotz dachte ich noch immer, dass Teile der Bibel wahr, andere Teile aber nur fiktive Geschichten waren. Ich hatte den tiefen Wunsch herauszufinden, welche Teile wahr waren und tatsächlich so passiert sind, wie die Bibel es beschrieb. Von nun an ging ich regelmäßig zur Kirche, wurde später sogar ehrenamtlich in den Vorstand gewählt. Mein Glaube stand aber noch immer

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auf etwas wackligen Beinen. Ich wusste nicht, was ich glauben sollte, obwohl meine eigene Frau seit ihrer Kindheit eine gläubige Christin war. Ich kam mir vor, als ob ich eine Goldader gefunden hätte, aber nicht wusste, ob es nur Katzengold war. Ich hatte das dringende Bedürfnis, der Sache auf den Grund zu gehen. Als ich mit dem letzten Buch der Bibel, Die Offenbarung des Johannes, durch war, fing ich gleich wieder bei Genesis (1. Mose) an zu lesen. Diesmal las ich begleitend aber auch mehrere verschiedene Bibelkommentare und theologische Fachbücher. Zwei Bücher, die meine Neugier besonders entfachten, waren Bücher, die auf wissenschaftliche Weise die Wahrheitskraft der Bibel untersuchten (siehe Buchempfehlungen im Anhang.) Nach 38 Jahren wurde mein Weg ins ewige Leben endlich in die richtige Bahn gelenkt.

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Kapitel 2 Die Wahrheit Über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren hatte ich die Bibel umfangreich recherchiert. Ich möchte versuchen, in diesem Kapitel die Hauptpunkte von über 7000 Seiten Lektüre zusammenfassen. Hier sind die neun wichtigsten Ergebnisse: 1. Archäologie und Geschichtskunde. Wenn man nach Beweisen sucht, denkt man natürlich zuerst an handfeste Funde, greifbare Gegenstände. Natürlich spielten sich die Gegebenheiten des Neuen Testaments vor etwa zwei Jahrtausenden ab, und die des Alten Testaments nochmal ein- bis dreitausend Jahre früher. Da ist offensichtlich nicht viel Handgreifliches übrig geblieben. Das Gebäude des größten Interesses, der Tempel in Jerusalem, wurde im Jahre 70 n. Chr. von den Römern restlos zerstört. Auch der Palast der damaligen Könige, inklusive David und Salomo, stehen nicht mehr. An ihrem Platz ist jetzt der heilige Ort der Muslime, der Felsendom auf dem Tempelberg, und kann daher nicht ausgegraben werden. Ein Teil der Westmauer, die Klagemauer, steht noch heute. Weitere Mauerteile wurden in Jerusalem ausgegraben und stimmen mit der Beschreibung der Stadtmauern in der Bibel überein. Auch ein Wasserschacht und Tunnel wurden gefunden, die im zweiten Buch Samuel, Kapitel 5, Vers 6-8 und im ersten Buch der Chronik, Kapitel 11, Vers 6 erwähnt wurden (König Davids Soldaten, unter der Leitung von Joab, haben den Tunnel und Wasserschacht genutzt, um Zugang ins belagerte Jerusalem zu erlangen). Die Archäologie barg viele Fundstücke die

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beweisen, dass die Schriften in der Bibel zeitgemäß korrekt sind. Es wurden Schrifttafeln gefunden, die Gebräuche und Gesetze beschrieben, die mit denen in der Bibel übereinstimmen. Auch Waffen und Gebrauchsgegenstände der Bibelzeit wurden ausgegraben und bestätigen deren weitläufigen Gebrauch in dessen Epoche. Ein Beispiel ist der Fund vieler Schleudern, die zur Zeit des Königs David oft benutzt wurden, wie zum Beispiel in seinem Kampf gegen Goliath, siehe 1 Samuel 17, 49 „Er [David] griff in seine Hirtentasche, nahm einen Stein heraus, schleuderte ihn ab und traf den Philister an der Stirn. Der Stein drang in die Stirn ein, und der Philister fiel mit dem Gesicht zu Boden.“ Andere Funde von Tafeln und Schriften bestätigten unter anderem die Existenz von Städten, Ländern, Herrschern, und wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen, die in der Bibel erwähnt wurden. Es ist auch erwähnenswert, dass es nach weitläufiger Meinung der

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Archäologen und Historiker zwar wohl umstrittene Fundstücke gibt, aber kein einziges, das die Bibel definitiv als falsch beweist. 2. Augenzeugen. Juristen legten historisch immer viel Wert auf Augenzeugen. Neben handfesten Beweisen sind Augenzeugenberichte wohl die zweitwichtigste Beweisart, um eine Sachlage als wahr und richtig zu belegen. Gab es Augenzeugen, die Jesus sahen? Ja, und zwar tausende, das ist unter Wissenschaftlern weitgehend unumstritten. Sogar Anhänger anderer Religionen, wie z.B. Juden und Muslime, geben zu, dass Jesus tatsächlich gelebt hat und auch Wunder bewirkt hat. Der Knackpunkt ist aber die Wiederauferstehung Jesu, die wichtigste Tatsache in der christlichen Religion. Sie beweist, dass Jesus wirklich Gottes Sohn ist. Gab es dafür Augenzeugen? Ja! Mehrere Quellen besagen, dass viele Leute ihn nach seinem Tode lebendig gesehen hatten. Beispiel: Erster Brief an die Korinther, Kapitel 15, Verse 3-7: „…Christus ist für unsere Sünden gestorben, wie es in den heiligen Schriften vorausgesagt war, und wurde begraben. Er ist am dritten Tag vom Tod erweckt worden, wie es in den heiligen Schriften vorausgesagt war, und hat sich Petrus gezeigt, danach dem ganzen Kreis der zwölf Jünger. Später sahen ihn über fünfhundert Brüder auf einmal; einige sind inzwischen gestorben, aber die meisten leben noch. Dann erschien er Jakobus und schließlich allen Aposteln.“ (Gute Nachricht Bibel) Andere antike Schriften machen ähnliche Aussagen. Könnten diese Schriften alle falsch sein? Viele der Augenzeugen waren zur Zeit der Verbreitung besagter Schriften noch am Leben und hätten ohne weiteres die Aussagen widerlegen können. Das hätte ein schnelles Ende des Christentums bedeutet. Die Tatsache, dass sich

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das Christentum so schnell verbreitet hat, bestätigt, dass die Augenzeugen die Auferstehung bestätigt hatten. Außerdem gab es auch einen absoluten Mangel an Augenzeugen, die die Auferstehung widerlegen konnten. Die Römer und Pharisäer hätten nur zu gerne den Anhängern Jesu bewiesen, dass sie falsch lagen und einem Scharlatan in die Hände gefallen waren. Nichts wäre ihnen lieber gewesen, als dem Christentum ein schnelles Ende zu bereiten. Zwei oder drei angesehene Augenzeugen hätten genügt. Aber kein einziger Augenzeuge konnte gefunden werden, der den Diebstahl des Körpers Jesu hätte bezeugen können. Es konnte noch nicht einmal ein Augenzeuge gefunden werden, der seinen reinen Charakter beflecken konnte. Die Pharisäer wollten sogar Leute bestechen, um falsch auszusagen, was aber auch scheiterte. Das einzige, das sie Jesus anhängen konnten, war seine eigene Aussage, dass er der König der Juden war, wofür er dann auch verurteilt und gekreuzigt wurde. Seine Anklage wurde über ihm ans Kreuz genagelt: INRI (Iesus Nazarenus, Rex Iudaeorum  Jesus von Nazareth, König der Juden) 3. Erfüllte Prophezeiungen. Wer kann die Zukunft vorhersagen? Kein Mensch. Im Alten Testament sind etliche Prophezeiungen über die Geburt, das Leben, Sterben und die Auferstehung des Messias (Christus) aufgeschrieben, die alle durch Jesus erfüllt wurden. Aber wie wissen wir, dass die Prophezeiungen nicht erst nach Jesus Tod in das Alte Testament aufgenommen wurden? Hierzu möchte ich drei logische Erklärungen anbieten.

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a. Jeder Tempel besaß eine Kopie des Alten Testaments. Diese Kopien waren handgeschrieben und daher sehr kostbar. Sie wurden streng behütet. Es wäre nahezu unmöglich gewesen, alle Kopien nach Jesus‘ Tod heimlich zu ändern. b. Die meisten Juden standen den Christen feindlich gegenüber, sahen die Christen als Blasphemisten an und verurteilten sie. Sie hätten niemals Änderungen ihrer heiligen Schriftrollen zugelassen. c. Archäologen entdeckten 1947 die Qumranschriften in elf Felshöhlen im Westjordanland. Dabei handelt es sich um etwa 850 Schriftrollen und 15.000 Fragmente, die in versiegelten Tonkrügen haltbar gemacht worden waren und in Höhlen versteckt wurden, um zu verhindern, dass sie von den Römern vernichtet wurden. Diese Rollen und Fragmente enthielten unter anderem fast das komplette Alte Testament. Wissenschaftliche Untersuchungen datieren die Schriften auf etwa 200 Jahre vor Christi Geburt. Diese Schriften stimmen mit dem Alten Testament unserer heutigen Bibeln

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erstaunlich genau überein, mit nur geringen Differenzen, die keine wesentlichen Änderungen in den Aussagen darstellen. Und die Prophezeiungen über den Messias sind die gleichen, die in unseren heutigen Bibeln zu finden sind! Demnach können wir uns also sicher sein, dass die Prophezeiungen lange vor Jesu Geburt gemacht wurden. Hier nur eine Auswahl besagter Prophezeiungen: a. Der Messias (Jesus) würde ein Nachfahre von König David sein. Prophezeiung: Jeremia23, 5-7 „Seht, es kommen Tage – Spruch des Herrn – da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. …“ (Anmerkung: Jeremaia lebte im 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr., und König David starb im Jahr 970 v. Chr. Daher kann Jeremaia nicht Davids leiblichen Sohn Solomo gemeint haben.) Erfüllung: Matthaeus 1, 1-6 „Stammbaum Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams: Abraham war der Vater von Isaak, Isaak von Jakob, Jakob von Juda…“ (Komplette Ahnenliste folgt, inklusive König David). b. Er würde in Bethlehem geboren werden. Prophezeiung: Micha 5, 1 „Aber du, Betlehem-Efrata, so klein unter den Gauen Judas, aus dir wird mir einer hervorgehen, der über Israel herrschen soll.“ (Anmerkung: Es gab mehr als ein Betlehem zur Zeit dieser Prophezeiung.

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Betlehem-Efrata war damals der Name des Betlehems nahe Jerusalems in Judäa, der Ort, den wir jetzt als Jesus‘ Geburtsstelle kennen.) Erfüllung: Matthäus 2,1 „Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, …“ c. Der Messias reitet demütig auf einem Esel, dem Fohlen eines Esels. Prophezeiung: Sacharja 9, 9 „… Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft; er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.“ Erfüllung: Matthäus 21, 1-10 „… Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! …“ d. Er würde von einem Freund verraten werden. Prophezeiung: Psalm 41, 10 „Auch mein Freund, dem ich vertraute, der mein Brot aß, hat gegen mich geprahlt.“ Erfüllung: Matthäus 26, 20-23 „Als es Abend wurde, begab er sich mit den zwölf Jüngern zu Tisch. Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich verraten und ausliefern. […] Der, der die Hand mit mir in die Schüssel getaucht hat, wird mich verraten.“ e. Sein Verräter würde als Lohn 30 Silberstücke bekommen, sie

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später ins Haus Gottes werfen, und mit ihnen würde der Töpferacker (auch Schmelzer-Acker genannt) gekauft. Prophezeiung: Sacharja 11, 12 – 13 „… Doch sie wogen mir meinen Lohn ab, dreißig Silberstücke. Da sagte der Herr zu mir: Wirf ihn dem Schmelzer hin! Hoch ist der Preis, den ich ihnen wert bin. Und ich nahm die dreißig Silberstücke und warf sie im Haus des Herrn dem Schmelzer hin.“ Erfüllung: Matthäus 26, 15 – 16 „[Judas] sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.“ Und: Matthäus 27, 5 – 7 „Da warf er die Silberstücke in den Tempel; dann ging er weg und erhängte sich. Die Hohen Priester nahmen die Silberstücke und sagten: Man darf das Geld nicht in den Tempelschatz tun; denn es klebt Blut daran. Und sie beschlossen, von dem Geld den Töpferacker zu kaufen als Begräbnisplatz für die Fremden.“ f. Seine Anhänger würden Ihn verlassen. Prophezeiung: Sacharja 13, 7 „Schwert, erheb dich gegen meinen Hirten, gegen den Mann meines Vertrauens – Spruch des Herrn der Heere. Schlag den Hirten, dann werden sich die Schafe zerstreuen.“ Erfüllung: Markus 14, 50 „Da verließen ihn alle und flohen.“ g. Er würde von seinen eigenen Leuten verleugnet werden. Prophezeiung: Jesaja 53, 3 „Er wurde verachtet und von den Menschen gemieden, ein Mann voller Schmerzen, mit

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Krankheit vertraut. Wie einer, vor dem man das Gesicht verhüllt, war er verachtet; wir schätzten ihn nicht.“ und Psalm 69, 8 „Denn deinetwegen erleide ich Schmach, und Schande bedeckt mein Gesicht.“ Erfüllung: Johannes 7, 5 „Auch seine Brüder glaubten nämlich nicht an ihn.“ und Matthäus 26, 69-70 „Petrus aber saß draußen im Hof. Da trat eine Magd zu ihm und sagte: Auch du warst mit diesem Jesus aus Galiläa zusammen. Doch er leugnete es vor allen Leuten und sagte: Ich weiß nicht, wovon du redest.“ h. Seine Hände und Füße würden durchstochen werden. Prophezeiung: Psalmen 22, 17 „…Sie durchbohren mir Hände und Füße.“ (Anmerkung: Kreuzigung wurde erst von den Römern mehrere Jahrhunderte nach dieser Prophezeiung eingeführt, war zur Zeit der Prophezeiung weitgehend unbekannt.) Erfüllung: Lukas 23, 33 „Sie kamen zur Schädelhöhe; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den andern links.“ i. Seine Kleider würden geteilt und verlost werden. Prophezeiung: Psalmen 22, 19 „Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand.“ Erfüllung: Lukas 23, 34 „Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. Dann warfen sie das

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Los und verteilten seine Kleider unter sich.“ j. Seine Knochen würden nicht gebrochen werden. Prophezeiung: Psalmen 34, 21 „Er behütet all seine Glieder, nicht eines von ihnen wird zerbrochen.“ Erfüllung: Johannes 19, 33 „Als sie [die Soldaten] aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht.“ (Anmerkung: Unter den Römern war es üblich, den Gekreuzigten die Beine zu zerbrechen, um den Tod zu beschleunigen oder um sicher zu gehen, dass der Gekreuzigte wirklich tot war. Im Falle Jesu mussten sie sich außergewöhnlich sicher gewesen sein, dass er tot war, um auf das Beine brechen zu verzichten.) k. Dunkelheit würde über das Land fallen. Prophezeiung: Amos 8, 9 „An jenem Tag – Spruch Gottes, des Herrn – lasse ich am Mittag die Sonne untergehen und breite am helllichten Tag über die Erde Finsternis aus.“ Erfüllung: Matthäus 27, 45 „Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land.“ (Bemerkung: Zur damaligen Zeit zählte man die Stunden vom Sonnenaufgang an. Die sechste Stunde ist also etwa Mittag.) Können wir uns sicher sein, dass Jesus nicht zufällig oder bewusst absichtlich die Prophezeiungen erfüllt hat? Zugegebener Weise könnten manche der Taten bewusst begangen worden sein, damit sich die Prophezeiungen

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erfüllten, wie z.B. der Ritt auf dem Esel. Aber es gab noch viele Prophezeiungen, auf deren Erfüllung Jesus selbst keinen Einfluss hatte, wie z.B. die Namen seiner Ahnentafel, sein Geburtsort, Taten seiner Folterer und Umstände seines Todes. Hätte Jesus, wenn er doch nur ein Mensch gewesen wäre, es geschafft die Sonnenfinsternis vorauszusehen und sich genau dann kreuzigen zu lassen? Eher unwahrscheinlich. Die oben gegebene Liste ist nur ein Ausschnitt. Experten sind sich nicht einig, wie viele Prophezeiungen es im Alten Testament genau gibt, da manche sehr vage sind; Schätzungen reichen von 30 bis zu 300. Mathematiker haben errechnet, dass die Wahrscheinlichkeit, dass auch nur acht dieser Prophezeiungen zufällig auf Jesus und sein Leben zutrafen, bei 1 zu 100.000.000.000.000.000 liegt. In anderen Worten, Zufall kann praktisch ausgeschlossen werden. Tatsache ist: Die Geburt, das Leben und der Tod des Messias wurden lange vor seiner Geburt vorhergesagt, und Jesus hat alle Prophezeiungen erfüllt. 4. Frühzeitige Kenntnisse. In der Bibel sind wissenschaftliche Kenntnisse erwähnt, die erst Jahrhunderte später als Fakten akzeptiert wurden. Das ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die Bibel nicht nur einfach ein Geschichtsbuch ist, sondern von Gott inspiriert wurde. Hier ein paar Beispiele: a. Die Erde ist nicht gestützt sondern schwebt frei im Raum; siehe Hiob 26, 7 „Er spannt über dem Leeren den Norden, hängt die Erde auf am Nichts.“ b. Die Erde ist nicht flach sondern rund; siehe Jesaja 40, 22 „Er ist es, der über dem Erdenrund thront.“

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c. Luft hat Gewicht; siehe Hiob 28, 25 „Als er dem Wind sein Gewicht schuf und die Wasser nach Maß bestimmte, …“ d. Ozeane haben natürliche Strömungen; siehe Psalm 8, 9 „… die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.“ e. Bei Schiffen ist das stabilste Verhältnis von Länge zu Breite zu Höhe 30:5:3; siehe Genesis 6, 15 „So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein.“ f. Blut ist lebenswichtig. Levitikus 17, 11 „Die Lebenskraft des Fleisches sitzt nämlich im Blut. Dieses Blut habe ich euch gegeben, damit ihr auf dem Altar für euer Leben die Sühne vollzieht; denn das Blut ist es, das für ein Leben sühnt.“ g. Blutgerinnung ist bei Neugeborenen erst nach etwa acht Tagen voll wirksam. Genesis 17, 12 „Alle männlichen Kinder bei euch müssen, sobald sie acht Tage alt sind, beschnitten werden in jeder eurer Generationen, …“ h. Frühzeitige Diagnose von Aussatz. Levitikus 13, 2-3 „Wenn sich auf der Haut eines Menschen eine Schwellung, ein Ausschlag oder ein heller Fleck bildet, liegt Verdacht auf Hautaussatz vor…“ (weitere Beschreibung von Symptomen folgt). i. Quarantäne hilft, die Verbreitung von Seuchen zu verhindern; siehe Levitikus 13, 4-6 „… Nachdem der Priester das Übel untersucht hat, soll er den Erkrankten für unrein erklären. Wenn aber auf der Haut ein weißer Fleck besteht, der nicht merklich tiefer als die übrige Haut liegt, und das Haar nicht weiß geworden ist, soll der Priester den

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Befallenen für sieben Tage absondern.“ All das kommt uns heute natürlich als selbstverständlich vor. Aber Schiffer hatten noch bis ins fünfzehnte Jahrhundert Angst, von der Erde zu fallen, wenn sie zu nahe an den Rand fahren würden. Und Aderlassen wurde noch bis ins späte neunzehnte Jahrhundert praktiziert, was zu vielen unnötigen Todesfällen führte. Warum kannten die Autoren der Bibel diese Fakten hunderte von Jahren vor allen anderen? 5. Bereitschaft zur Selbstopferung. Ein weiterer Beweis für den Wahrheitsgehalt der Bibel ist die Tatsache, dass viele Leute dazu bereit waren, für ihren Glauben zu sterben. Alle außer einem der Apostel wurden für ihren Glauben hingerichtet. (Johannes wurde ins Exil verbannt und starb dort eines natürlichen Todes.) Unzählige Christen starben den Märtyrertod. Sie würden wohl kaum einen so hohen Preis für eine Lügengeschichte gezahlt haben. Wenn diese Apostel und andere Christen auch nur die geringsten Zweifel an der Wahrheit des Evangeliums gehabt hätten, dann hätten sie mit Sicherheit nicht den Tod auf sich genommen, um es zu verteidigen. Sie waren bereit, für Jesus zu sterben, da sie hundertprozentig sicher waren, dass Jesus der einzige Weg zum ewigen Leben im Himmel ist. Wir haben viele Beschreibungen von Hinrichtungen von Christen. Viele historische Dokumente berichten davon, besonders Schriftstücke der Römer. Die römischen Schriftstücke sind besonders zuverlässig, nicht nur weil die Römer generell immer alles sehr genau aufgezeichnet hatten, sondern auch, weil sie die Feinde der Christen waren, und

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daher keine Motivation hatten, das Christentum zu beweisen oder zu unterstützen. Im Gegenteil, die Römer versuchten, das Christentum auszulöschen, somit ist jede Beschreibung der Römer einer Christenhinrichtung äußerst glaubwürdig. Hier ein paar Beispiele christlicher Märtyrer: a. Stephanus wurde gesteinigt, weil er das Evangelium Jesu Christi verbreitete. (beschrieben in der Apostelgeschichte 6, 11-13) b. Der Apostel Andreas (Bruder des Apostel Petrus) wurde in Peloponnes an ein X-förmiges Kreuz geschlagen, was durch römische Schriften dokumentiert wurde. c. Apostel Petrus starb den Märtyrertod unter Nero im Jahr 65 n. Chr. Er wurde auf dem Kopf stehend gekreuzigt, da er sich weigerte, genauso wie Jesus zu sterben. d. Johannes der Täufer und der Apostel Jakobus wurden geköpft. e. Der Evangelist Markus (Erster Bischof von Alexandria und Verfasser des Markusevangeliums) wurde im Jahr 68 n. Chr. mit einem Seil um den Hals per Pferd durch die Straßen von Alexandria gezogen bis er starb. f. Judas (einer der Halbbrüder Jesu und Verfasser des Brief des Judas) und der Apostel Simon wurden im Jahr 65 n. Chr. in Beirut, Syrien, per Axt enthauptet. g. Antipas von Pergamon (ein Christ, der in der Offenbarung des Johannes 2, 13 erwähnt wurde) wurde im Jahr 92 n. Chr. unter Kaiser Domitian in einen glühenden Ofen geworfen.

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h. Apostel Thomas (der „Ungläubige“) starb im Jahr 52 n. Chr. nachdem er von einem Speer getroffen wurde während er in Indien die Gute Nachricht predigte. i. Polykarp Bischof von Smyrna, geboren im Jahr 69 n. Chr., wurde im Jahr 155 n. Chr. von den Römern für seinen Glauben hingerichtet. Er wurde auf dem Scheiterhaufen verbrannt, und als die Flammen ihn nicht umbrachten, wurde er erstochen. Historiker schätzen, dass in den letzten zwei Tausend Jahren insgesamt mehrere Millionen Menschen als Märtyrer starben, weil sie sich weigerten, ihren christlichen Glauben aufzugeben. 6. Mangel an Beweisen gegen Christus. Der christliche Glaube hätte sich im ersten Jahrhundert niemals so schnell verbreitet, wenn Jesu Gegner seine Auferstehung als Lüge hätten entlarven können. Wenn die Pharisäer oder die Römer Beweise gehabt hätten, die die Geschehnisse widerlegten, hätten sie diese sicherlich veröffentlicht. Das wichtigste Ereignis für Christen war Jesu Auferstehung. Die Gegner Jesu hätten wohl nichts lieber gehabt, als dieses Ereignis widerlegen zu können, oder zumindest wegdiskutieren zu können. Der Körper Jesu wurde nie gefunden. Die verbreitetsten Versuche der Widerlegung waren: a. „Der Körper Jesu wurde von wilden Tieren weggezerrt.“ Diese Erklärung kann nicht stimmen, da es vielfach dokumentiert, und weitgehend als Tatsache anerkannt ist, dass der Eingang der Grabstätte mit einem großen Stein versiegelt war und bewacht wurde.

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b. „Jesus war nicht wirklich tot.“ Laut dieser Erklärung war Jesus angeblich nur bewusstlos, ist ins kühle Grab gelegt worden und da dann aufgewacht und entkommen. Dies kann aus folgenden Gründen nicht der Wahrheit entsprechen. Die Kreuzigung war äußerst brutal. Die Römer waren Hinrichtungsexperten und waren in diesem Fall wegen dem Druck der Öffentlichkeit besonders gründlich. Als Jesus am Kreuz starb, gingen die römischen Soldaten auf Nummer sicher, und stachen ihm mit einem Speer in die Seite, wo Blut und Wasser herausliefen. Die Verletzungen und der Tod Jesu wurden von vielen Leuten bezeugt. Die Römer waren sich so sicher, dass Jesus wirklich tot war, dass sie sogar auf das übliche Brechen der Beine verzichteten. Sie hätten nie den Körper zur Bestattung freigegeben, wenn sie sich nicht hundertprozentig sicher gewesen wären, dass er tot war. Des Weiteren, auch wenn Jesus tatsächlich in der Grabstätte aufgewacht wäre, hätte er niemals die Kraft gehabt, den schweren Stein wegzurollen und zu fliehen. Selbst wenn er dies geschafft hätte, hätte er dabei garantiert die Wachen alarmiert (mehr dazu im nächsten Punkt). Außerdem hätte er dann wohl auch eine Blutspur hinterlassen, von der Jesu Gegner nie etwas berichtet hatten. Wenn diese Erklärung Tatsache gewesen wäre, hätten Jesu Gegner nur auf die Blutspur weisen müssen und ihr folgen. Tatsache war aber, dass Jesus da schon lange ausgeblutet war, sein Herz kein Blut mehr pumpte, und er nicht aufwachte.

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c. „Der Körper Jesu wurde gestohlen.“ Dies ist wohl die populärste Erklärung für das Verschwinden des Körpers Jesu. Aber wer würde das tun? Zwei Gruppen kommen dafür in Frage: Jesu Gegner, und Jesu Anhänger. i. Wenn Jesu Gegner, die Pharisäer und die Römer, den Körper des hingerichteten Jesus gestohlen hätten, hätten sie damit seine prophezeite Auferstehung vorgetäuscht und ihn damit als Sohn Gottes bestätigt. Das wäre das genaue Gegenteil von dem, was sie wollten. Sie wollten beweisen, dass er ein menschlicher Scharlatan war. Die Pharisäer waren sich der Prophezeiungen natürlich bewusst, glaubten aber nicht, dass Jesus derjenige war, der prophezeit wurde. Sie sahen ihn als Blasphemisten an. Daher kommen die Gegner Jesu absolut nicht in Frage. ii. Hätten Jesu Jünger oder andere Anhänger den Körper gestohlen, um seine Auferstehung und seinen Status als Sohn Gottes vorzutäuschen, hätten sie zwei wichtige Lehren ihres Meisters verletzt: Du sollst nicht stehlen und nicht lügen. Aber abgesehen davon, wäre der Diebstahl gar nicht möglich gewesen. Die Grabstätte wurde von mehreren Soldaten bewacht. Zur damaligen Zeit wurden Soldaten, die während der Wache schliefen, mit dem Tode bestraft. Damit ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Soldaten schliefen.

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Auch wenn es so gewesen wäre, wären sie sicher vom Wegrollen des Steines aufgewacht. Die Soldaten standen unter strengsten Anweisungen und hätten niemals einen Diebstahl zugelassen. Keine dieser Argumente macht Sinn, und kann das Verschwinden des Körpers Christi erklären. Es gab schlicht und einfach keine Beweise, die den Gegnern geholfen hätten. 7. Angsthasen werden zu mutigen Predigern. Ein gründliches Studium der vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, zeigt die Apostel als ganz normale Menschen mit bescheidenen Hintergründen. Diese Anhänger Jesu waren alles andere als mutig. Sie haben Jesus während seiner Lebenszeit auf Erden kaum verteidigt, und als er verhaftet wurde, sind sie davongelaufen, haben sich versteckt und ihn verleugnet. Der einzige, der sich wohl in die Nähe des Palastes getraut hat, war Petrus, aber auch er hat Jesus dreimal öffentlich verleugnet, um Strafe zu vermeiden. Nachdem Jesus auferstanden war und sich den Aposteln gezeigt hatte, waren sie wie verwandelt. Plötzlich wurden sie zu mutigen Predigern, die in alle Welt zogen und sich von nichts zurückschrecken ließen. Weder Schläge noch Steinwürfe, Festnahmen, Folterungen oder Todesstrafen verhinderten, dass sie die Gute Nachricht weiter verbreiteten. Wie ist dieser extreme Wandel zu erklären, wenn nicht dadurch, dass sie Jesus nach seiner Auferstehung selbst gesehen hätten?

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8. Das rapide Wachstum des Christentums. Das schnelle Wachstum der christlichen Kirche vom ersten Jahrhundert an ist ein historischer Fakt. Da stellt sich dann die Frage, warum dies so war. Gruppenzwang kann ausgeschlossen werden. Das Christentum fing mit nur einer Handvoll von Leuten an und war lange in der Minderheit. Finanzielle Vorteile kommen auch nicht in Frage. Christen gaben den Armen, teilten ihr Gut mit anderen, halfen den Witwen usw. War es Ansehen oder Status, dass Leute dazu bewegte, Christen zu werden? Sicherlich nicht. Christen wurden lange Zeit verachtet, verfolgt und verurteilt. Das Leben früher Christen war schwierig und gefährlich. Ich sehe wirklich keinen Vorteil für die Leute des ersten Jahrhunderts Christen zu werden außer dem Glauben und Vertrauen an das Versprechen des ewigen Lebens im Himmel. Sie müssen sich schon ziemlich sicher gewesen sein und Vertrauen gehabt haben in die Aussagen Jesu und seiner Anhänger. 9. Gesunder Menschenverstand. Als letzten großen Punkt, warum ich glaube, dass die Bibel und das Evangelium der Wahrheit entsprechen, möchte ich meine eigenen Erfahrungen aufzeigen. Die Bibel zu lesen ist ein Erlebnis, das mit keinem anderen Buch zu vergleichen ist. Gesunder Menschenverstand schlägt normalerweise Alarm, wenn etwas erfunden und fabriziert ist, aber die Bibel kommt mir einfach echt vor. Die Bibel macht keinerlei Versuche, unschönes zu vertuschen. Die Bibel, wenn ich sie denn zusammenfassen könnte, beschreibt Gottes Verhältnis zu den Menschen, Gottes Versuche, die Menschen auf den richtigen Weg zu lenken, und die Weigerung des Menschen, sich dem

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allwissenden und allmächtigen Schöpfer zu fügen. Durch die gesamte Bibel hindurch sind die Menschen rebellisch und ungehorsam, vom Anfang bis zum Ende. Gott liebt die Menschen, aber seine Liebe wird nicht erwidert. Ich hätte fast gesagt, Gott kann einem richtig Leid tun. Er hat sich so angestrengt, uns zu schaffen, uns in ein wunderschönes Paradies zu setzen, und uns eine noch schönere, ewige Heimat im Himmel vorzubereiten. Aber die meisten Menschen haben ihn wieder und wieder abgelehnt. Die Bibel ist wahrlich kein Propagandamaterial für das Christentum. Sie zeigt einfach nur die Wahrheit auf, inklusive dem Fakt dass die meisten Menschen den wahren Gott ablehnen oder ignorieren. Es gibt noch viele weitere Gründe zu glauben, dass die Bibel wahr ist. Zum Beispiel ist es bemerkenswert, dass die Bibel etliche Versuche überlebt hat, sie zu verbieten und zu vernichten. Und sie hat nicht nur überlebt, sondern ist das weitverbreitetste und meistverkaufte Buch aller Zeiten. Auch ist es bemerkenswert, dass die Bibel, obwohl sie über die Jahrhunderte unzählige Male per Hand kopiert wurde, im Vergleich zu anderen Büchern der Antike extrem wenige Fehler aufweist. Oder die Tatsache, dass sie keinen einzigen absoluten Widerspruch enthält, obwohl sie über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren geschrieben wurde, von etwa 40 verschiedenen Autoren von verschiedenen Kulturen, Ländern, Sprachen (Hebräisch, Aramäisch und Griechisch) und Umständen. Wie ist es möglich, dass ein solches Stückwerk eine einzige, durchgängige, großartige Geschichte erzählt, ohne sich zu widersprechen? Es ist der Fall, da sie zwar von 40 verschiedenen Menschen zu Papyrus gebracht wurde, aber die Bibel wirklich von nur

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einem Autor verfasst wurde, Gott, der diese 40 Menschen inspiriert hat und ihnen fehlerfreies Gedächtnis und himmlische Einsichten gab. Eine wichtige Frage muss an dieser Stelle noch etwas genauer betrachtet werden: Ist Jesus wirklich Gottes Sohn, oder war er nur ein Mensch wie du und ich? Die Antwort auf diese Frage steht in direktem Zusammenhang mit der Frage, ob die Bibel wahr ist. Dass Jesus wirklich vor etwa 2000 Jahren auf der Erde gelebt hat, ist weitestgehend unumstritten. Sowohl Historiker als auch Anhänger verschiedener anderer Religionen wie z.B. Juden und Moslems bestreiten dies nicht. Sein biologisches Leben ist ein Faktum. Der Knackpunkt ist die Frage, ob er Gottes Sohn ist. Falls er nicht Gottes Sohn ist, muss man sich auch noch fragen, ob er selbst dachte, dass er Gottes Sohn war, oder nicht. Hier eine Analyse dieser drei Möglichkeiten. Erste mögliche Annahme: Jesus war nicht Gottes Sohn, und war sich dessen bewusst. Wenn dies so wäre, dann wäre er eindeutig ein Lügner. Ein Lügner größten Ausmaßes, und der schlimmste Schwindler aller Zeiten. Das widerspricht natürlich allem, was er lehrte. Die Jünger waren während seiner letzten drei Jahre fast ständig bei ihm, und hätten viel Gelegenheit gehabt, ihn zu entlarven. Wenn jemand erst einmal mit dem Lügen anfängt, verstrickt man sich schnell, widerspricht sich, ändert ständig seine Geschichte, redet sich raus, und so weiter. Eine so fantastische, gigantische Lüge hätte unmöglich lange gehalten, bevor die Wahrheit herauskäme. Außerdem ist zu bedenken, dass Jesus durch allerlei Schmach, Bestrafungen, und Verletzungen ging, um seine „Lüge“ aufrecht zu erhalten. Letzten Endes ist er sogar gekreuzigt worden, nur damit seine „Lüge“ nicht aufflog. Ich kann mir keinen

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Menschen vorstellen, der so etwas vollen Bewusstseins machen würde. Zum Zeitpunkt seiner Verurteilung hatten ihn seine engsten Freunde schon verlassen und verraten. Er hätte wirklich keinerlei Vorteil davon, weiter zu lügen. Zusammengefasst, wenn Jesus nur ein Mensch war und das auch wusste, wäre er der weltgrößte Lügner, Schauspieler und Scharlatan, und gleichzeitig masochistisch und selbstmörderisch. Zweite mögliche Annahme: Jesus war nicht Gottes Sohn, dachte aber, dass er es war. Wenn ein Mensch denkt, er wäre Gott, sehen wir ihn natürlich als verrückt an. Und nicht nur leicht, sondern komplett verrückt! Die Bibel wird von Vielen als Meisterwerk von Lebensweisheiten angesehen. Welcher Verrückte hätte wohl die geistige Fähigkeit, ein solches Werk zu schaffen? Kein Philosoph in der Geschichte der Menschheit hat bessere moralische Prinzipien beschrieben als Jesus. Kein anderer Lehrer war je intelligenter, charismatischer, überzeugender und liebevoller als Jesus. Nichts, was über ihn geschrieben wurde, zeigt Hinweise auf eine psychische Krankheit. Historiker Philip Schaff schrieb: „Könnte ein solcher Intellekt – klar wie der Himmel, erfrischend wie Bergluft, präzise und schneidend wie ein Schwert, komplett gesund und energetisch, immerzu bereit und immerzu selbstbewusst – dem größten und radikalsten Wahn unterliegen, was seinen Charakter und seine Mission angeht? Alberne Vorstellung!“ Dritte Annahme: Jesus war tatsächlich Gottes Sohn. Wenn Jesus von Nazareth kein Lügner war und nicht Verrückt war, bleibt logischerweise nur eine Möglichkeit: Er hat die Wahrheit gesprochen, er ist der Messias, der Sohn Gottes! Die gesamte Beweislage weist auf diese Schlussfolgerung.

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Kapitel 3 Das Leben Ich sehe meine Einsicht, dass die Bibel wahr ist, und Jesus tatsächlich Gottes Sohn ist, als die größte Entdeckung meines Lebens an. Und dieses Wissen hat mein Leben gravierend verändert und eindeutig verbessert, in einer Weise, wie ich es nie erwartet hätte. Aber bevor ich mehr darauf eingehe, möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Kapitel wertlos ist für diejenigen, die immer noch glauben, die Bibelgeschichte wäre erfunden. Mit meinem elektrotechnischen Hintergrund, wo immer alles genau gemessen und erforscht wird, ist es nur natürlich, dass ich blindem Glauben sehr skeptisch gegenüberstehe. Ich möchte allen empfehlen, selbst zu recherchieren. Blinder Glaube hat viele in die Irre geführt. Ich behaupte hier, dass blinder Glaube nicht nötig ist und nicht empfohlen ist, um Christ zu sein. In Kapitel 2 habe ich meine Beweislage aufgeführt, aber es ist wichtig, dass jeder seine eigenen Schlüsse zieht. Dafür ist es absolut notwendig, die Bibel selbst zu lesen. Die Bibel ist Gottes Medium, mit uns zu kommunizieren. Im Nachhinein finde ich es unerklärlich, dass ich im Laufe meiner ersten 37 Jahre so viele Bücher las, aber nicht den

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größten Bestseller aller Zeiten. Vielleicht schreckte es mich ab, dass die Bibel so viele Seiten hat, und dass sie auf den ersten Blick sehr unverständlich scheint. Ich möchte hier etwas Lese-Hilfe anbieten. - Wähle eine gute Bibelübersetzung: Die originale Bibel wurde in Hebräisch, Aramäisch und Griechisch geschrieben. Wer diese Sprachen nicht flüssig spricht, ist auf eine von über 60 deutschen Übersetzungen angewiesen. Da gibt es erst einmal altdeutsche und moderne Übersetzungen, und da empfehle ich natürlich die modernen Versionen. Die modernen Übersetzungen können noch einmal grob aufgeteilt werden in philologische und kommunikative Übersetzungen. Letztere sind am verständlichsten, lesen sich flüssiger und übertragen den Sinn der Schriften besser ins heutige Deutsch. Beispiele sind die „Gute Nachricht Bibel“, „Neues Leben Bibel“, und „Hoffnung für Alle“. Die Philologischen Übersetzungen sind mehr Wort-für-Wort Übersetzungen und daher schwerer zu lesen, aber auch näher am Original und daher für tiefer gehende Studien wichtig (Beispiele sind die Heinz Schumacher Übersetzung und die „Züricher Bibel“). Die „Einheitsübersetzung“ liegt dazwischen, und neigt sich zum Philologischen hin. Für meine erste komplette Lesung nutzte ich eine kommunikative Übersetzung (New Living Translation), seither habe ich aber eine philologische Übersetzung bevorzugt (New King James Version). Für meine deutschen Versionen nutze ich die zehnte Auflage der Einheitsübersetzung, die Mama mir geschenkt hat, aus der auch die meisten der hier aufgeführten Zitate entnommen sind, und die „Gute Nachricht Bibel“, die meine Oma mir hinterlassen hat.

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- Mache das Lesen eine regelmäßige Gewohnheit. Zum Beispiel kann man sich vornehmen, jeden Abend drei Kapitel, oder 5 Seiten, oder 20 Minuten zu lesen. Wenn man sich daran hält, hat man die Bibel in etwa 8-12 Monaten durch. - Benutze ein gutes Begleitbuch. Es gibt viele Bücher auf dem Markt, deren Sinn es ist, die Hintergründe und Zusammenhänge der Bibel zu erklären. Dies macht vieles verständlicher. - Erwäge eine sinnvolle Reihenfolge. Die Bibel ist ein Sammelband von 66 Büchern (die katholische Bibel hat noch 7 zusätzliche Bücher im alten Testament; das Neue Testament ist bei allen Christen identisch). Man kann ohne weiteres die Bibel vorne anfangen und einfach durchlesen. Aber für Christen ist das Neue Testament wichtiger, da sie die Gesetze des alten Testaments ablöst. Ich finde den folgenden Leseplan für diejenigen geeignet, die noch nie die ganze Bibel gelesen haben (siehe Anhang für Details): 1. Das Evangelium nach Lukas 2. Die Apostelgeschichte 3. Das Evangelium nach Matthäus 4. Der Brief an die Römer 5. Das Evangelium nach Markus 6. Das Evangelium nach Johannes 7. Die weiteren Briefe (1. Korinther bis 3. Johannesbrief) 8. Die Offenbarung des Johannes 9. Das Alte Testament, von Genesis bis Maleachi. Nachdem ich die Bibel zum ersten Mal ganz gelesen hatte, merkte ich, dass es viel einfacher zu lesen war, als ich erwartet hatte. Viele der Geschichten kamen mir bekannt vor und fingen jetzt an, Sinn zu

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machen, da mir vorher wohl der Zusammenhang und Hintergrund gefehlt hatte. Auch entdeckte ich, dass es sich nicht um eine Ansammlung verschiedener Geschichten handelte, sondern um eine durchgängige Geschichte, die Geschichte von Gottes Liebe zu uns. Gott liebt uns, nicht nur, weil er uns erschaffen hat und unser Vater ist, sondern auch weil sein Wesen Liebe ist: 1. Brief des Johannes 4, 8 „Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist die Liebe.“ Ich komme mir vor, als wenn ich eine Schatztruhe gefunden hätte, die vor Gold und Diamanten nur so überläuft. Jeder Einblick und jede Weisheit ist kostbar. Es ist schwer, dies zusammenfassend aufzuschreiben, es geht wirklich nichts über das eigene Lesen der Bibel. Aber ich versuche trotzdem mal, ein paar wichtige Erkenntnisse zu nennen: Gott existierte, bevor die Erde existierte. Er hat alles erschaffen. Ohne ihn würden wir nicht leben. Wir verdanken ihm unsere Existenz. Gott liebt uns, wie Eltern ihre Kinder lieben. Alles, was „uns gehört“, gehört eigentlich Gott, es ist nur geliehen und wir müssen es dementsprechend gut behandeln. Unser Leben auf der Erde ist nur sehr kurz. Frag‘ mal ältere Mitmenschen, die werden das bejahen. Ich sehe das selbst schon, obwohl ich erst 40 bin. Jakobus 4, 14 „…ihr wisst doch nicht, was morgen mit eurem Leben sein wird. Rauch seid ihr, den man eine Weile sieht; dann verschwindet er.“ Es ist äußerst wichtig zu bedenken, wie

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man seine Zeit auf Erden verbringt. Wenn die Zeit um ist, kann man nicht zurück. Zum Zeitpunkt des Todes hört das biologische Leben wohl auf, aber die Seele lebt weiter. Johannes 3, 16 „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.“ Das ewige Leben nach dem Tode verbringt man entweder im Himmel oder in der Hölle. Offenbarung 21, 3-4 „Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein. Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ Die Kehrseite: Offenbarung 21, 8 „Aber die Feiglinge und Treulosen, die Befleckten, die Mörder und Unzüchtigen, die Zauberer, Götzendiener und alle Lügner – ihr Los wird der See von brennendem Schwefel sein. Dies ist der zweite Tod.“ Gott hat Platz für uns im Himmel: Johannes 14, 1-3 „…Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin.“ Die Beurteilung, ob man des ewigen Lebens im Himmel würdig ist oder ob man die Ewigkeit in der Hölle verbringen wird, trifft Jesus. Zweiter Brief an die Korinther 5, 10 „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl Christi offenbar werden, damit jeder seinen Lohn empfängt für das Gute oder Böse, das er im irdischen Leben getan hat.“

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Gott kann Sünder nicht in den Himmel lassen, da der Himmel rein und unbefleckt ist und Sünde im Himmel nicht erlaubt ist. Offenbarung 21, 27 „Aber nichts Unreines wird hineinkommen, keiner, der Gräuel verübt und lügt. Nur die, die im Lebensbuch des Lammes eingetragen sind, werden eingelassen.“ Der Himmel ist ein unbeschreiblich wunderbarer Ort, Sünder sind da einfach fehl am Platz und würden diesen Ort schlecht machen. Aber Gott liebt uns und will, dass wir uns von der Sünde lösen, damit wir für immer bei ihm sein können. Römer 5, 8 „Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“ Alle Menschen sündigen. Der einzige Mensch, der je ohne Sünde gewesen ist, war Jesus. (als Jesus auf Erden war, war er sowohl Gott als auch Mensch). So sehr wir uns auch bemühen, es ist unmöglich für uns, komplett aufzuhören zu sündigen. So gesehen ist es menschlich unmöglich, in den Himmel zu kommen. Dies ist ein sehr wichtiger Punkt, vielleicht der wichtigste. Denn was ist wohl wichtiger, als sicher zu gehen, dass man nach dem kurzen Leben auf der Erde die Ewigkeit im Himmel verbringt, und nicht in der Hölle, wo der Schmerz unendlich ist, man von Gott und allen guten Menschen getrennt ist und es keine Hoffnung gibt, dass es je aufhört. Wenn man erst einmal in der Hölle ist, gibt es kein zurück. Die Entscheidung ist gefallen, und man hat keine Möglichkeit auf Bewährung. Nochmal, da es so wichtig ist: wir sind alle Sündiger, und können so nicht in den Himmel. Wir brauchen Hilfe, können es alleine nicht schaffen. Die Hilfe kommt durch Jesus. Diese Erkenntnis ist der Drehund Angelpunkt der Christenheit. Jesus hat sich geopfert und ist für unsere Sünden gestorben. Als er am Kreuz starb, war das eine

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Opfergabe für die Vergebung unserer Sünden. Aber dies ist nicht ganz ohne Bedingungen: 1. Man muss an Jesus und seine Auferstehung glauben. Man muss glauben, dass er sowohl Mensch als auch Gott war, und für unsere Sünden gestorben ist. Johannes 8, 24 „Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass Ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben." Und: Johannes 14, 6 „Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ Man muss nicht nur an Jesus glauben, sondern sich auch zu ihm bekennen: Römer 10, 9 „denn wenn du mit deinem Mund bekennst: „Jesus ist der Herr“ und in deinem Herzen glaubst: „Gott hat ihn von den Toten auferweckt“, so wirst du gerettet werden.“ Man darf Jesus nicht verleugnen: Matthäus 10, 32-33 „Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ 2. Man muss sich bekehren, man muss aufhören zu sündigen, soweit es menschlich möglich ist. Lukas 13, 3: „… Ihr alle werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht bekehrt.“ 3. Man muss getauft sein. Markus 16, 16 „Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“ Man fragt sich hier vielleicht, warum die Taufe so wichtig ist. Das ist eine der Fragen, auf die ich noch keine Antwort habe. Ich weiß nur, dass Jesus es als wichtig ansah, und sich sogar selbst hat taufen lassen, siehe Markus 1, 9-11: „In jenen Tagen kam Jesus aus Nazareth in Galiläa und ließ sich von Johannes im

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Jordan taufen. Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ Ich bin als Baby getauft worden. Aber in der Bibel finde ich kein einziges Beispiel, wo ein Baby mit Wasser auf der Stirn getauft wurde. Immer, wenn in der Bibel eine Taufe beschrieben wurde, handelte es sich um Erwachsene, die sich zunächst ihrer Sünden reuen mussten (was Babys natürlich nicht können) und die dann komplett ins Wasser eintauchten. Um sicher zu gehen, dass ich „richtig“ getauft bin, habe ich mich als Erwachsener nochmal taufen lassen. Das mag dem Deutschen zwar sehr ungewohnt und seltsam vorkommen, aber da es so wichtig ist, wollte ich auf Nummer Sicher gehen. In den USA sind Erwachsenentaufen häufiger als Babytaufen. In diesen drei Punkten beschreibt die Bibel ziemlich eindeutig, was Gottes Aufnahmebedingungen für das ewige Leben im Himmel sind. Und es ist auch eindeutig, dass wir nicht in den Himmel kommen, wenn wir nicht Gottes Willen befolgen. Wir müssen also erst einmal wissen, was Gottes Wille ist, bevor wir ihn befolgen können. Glücklicherweise

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hat Jesus für uns Gottes Willen zusammengefasst: Matthäus 22, 37-39 „… Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst.“ Wenn man sich wahrhaftig an diese beiden Gebote hält, befolgt man Gottes Willen. Natürlich möchte man für den Alltag etwas spezifischer wissen, was denn jetzt zu tun oder zu lassen ist. Die zehn Gebote sind da ein guter Anfang. An dieser Stelle ist es wichtig zu klären, ob wir uns an die Gesetze des Alten Testamentes halten müssen oder nicht. Im Alten Testament hat Gott sehr detaillierte Anweisungen an die Israeliten gegeben. Die zehn Gebote waren da nur die Spitze des Eisberges. Vor allem die ersten fünf Bücher, die von Mose verfasst wurden und von den Juden Tora genannt werden, enthalten viele Gesetze, genauer gesagt über 700 verschiedene. Jesus kam nicht nur auf Erden, um für unsere Sünden zu sterben, sondern auch um uns zu lehren, um uns als perfektes Vorbild zu dienen, und um das Alte Gesetz abzulösen und das Neue Testament einzuleiten. Ein Testament (letzter Wille) tritt natürlich erst nach dem Tode in Kraft. Tatsächlich unterlag Jesus während seiner Lebenszeit auf der Erde noch dem Alten Testament. Jesus hat sich an die Gesetze des Alten Testaments gehalten, während er das Neue

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Testament unterrichtete. Dieses Konzept ist etwas schwer zu verstehen und führt oft zu Missverständnissen. Man muss sich beim Lesen der Evangelien (Matthäus, Markus, Lukas und Johannes) stets bewusst sein, dass Jesus sich ans alte Gesetz halten musste, während er das Neue unterrichtete, was nach seinem Tode in Kraft treten würde. Zu dem Zeitpunkt, als Jesus am Kreuz starb, trat das Neue Testament in Kraft. Um wieder auf die zehn Gebote zu kommen, die waren natürlich Teil des Alten Testamentes. Aber Jesus hat neun der zehn Gebote ins Neue Testament aufgenommen. Das eine Gebot, an dass wir uns nicht mehr halten müssen, ist es, am Sabbat nicht zu arbeiten (Der Sabbat ist unser heutiger Samstag.) Hier die neun, die für uns noch gelten: 1. Du sollst neben mir keine anderen Götter haben 2. Du sollst dir kein Gottesbild machen und dich nicht vor anderen Göttern niederwerfen und dich nicht verpflichten, ihnen zu dienen 3. Du sollst den Namen des Herrn nicht missbrauchen 4. Ehre deinen Vater und deine Mutter 5. Du sollst nicht morden 6. Du sollst nicht die Ehe brechen 7. Du sollst nicht stehlen 8. Du sollst nicht lügen 9. Du sollst nicht den Ehepartner und das Eigentum Anderer begehren. Das Neue Testament beschreibt dutzende weiterer Sünden. Es ist sogar Sünde, etwas Gutes zu unterlassen: Jakobus 4, 17 „Wer also das Gute tun kann und es nicht tut, der sündigt.“

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Es sind wirklich sehr viele Regeln, an die man sich halten soll, und es ist nicht einfach. Ich weiß es aus eigener Erfahrung. Als ich die Bibel als Wahrheit anerkannt habe wurde mir klar, dass ich nur in den Himmel komme, wenn ich wirklich versuche, nicht mehr zu sündigen. Manche Regeln sind einfach einzuhalten, wie z.B. nicht zu morden. Andere Regeln waren schwieriger, zum Beispiel nicht zu lügen. Bequemlichkeitslügen schleichen sich schnell ein, wie z.B. die Antwort „ich hab gerade keine Zeit“ wenn man um einen Gefallen gebeten wird, den man nicht machen will. Ich mache Fortschritte, und je weniger ich lüge, umso besser fühle ich mich. Es mag manchen Menschen als sehr beschränkend und einengend vorkommen, sich an so viele Richtlinien halten zu müssen. Und mir kam es anfangs auch so vor. Es ist schwierig und mühsam, sich zu ändern. Es ist einfacher und bequemer, so zu bleiben, wie man gerade ist. Aber Gott weiß wohl, was für uns am besten ist. Gott will nicht, dass wir sündigen; Nicht nur da es eine Bedingung ist, in den Himmel zu kommen, sondern auch, da er weiß, dass unser Leben wesentlich besser sein wird, wenn wir uns an seine Gebote halten. Die Wahrheit zu sagen ist generell und langfristig besser als zu lügen, auch wenn es kurzfristig unangenehmer ist. Sünden führen immer wieder zu Problemen. Nicht zu sündigen ist langfristig viel besser und einfacher. Und so geht es mir jetzt, nach drei Jahren des Versuchens, nicht zu sündigen. Mein Leben hat sich sehr verbessert, ist weniger kompliziert, mein Gewissen ist rein, mein Ansehen ist gesteigert, und ich fühle mich super! Ich habe weniger Stress und Depressionen den je. Der Gedanke und die Hoffnung auf den Himmel sind unheimlich befreiend! Am Anfang meiner Geschichte hatte ich erwähnt, dass ich schon immer nach dem Sinn des Lebens gesucht habe, es aber als fast unmöglich

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angesehen habe, es während unserer Lebenszeit herauszufinden. Jetzt muss ich sagen: Ich hatte unrecht. Es ist möglich, den Sinn des Lebens herauszufinden. Der Sinn des Lebens ist in den Seiten der Bibel zu finden. Der Sinn des Lebens ist es, Gottes Liebe zu erwidern und uns und andere auf den Himmel vorzubereiten. Das Leben gibt uns Gelegenheit, unseren Charakter zu bilden. Jesus dient uns da als perfektes Vorbild. Das Leben gibt uns auch Gelegenheit, uns würdig zu erweisen. Schlimme Sachen passieren allen Menschen, ohne Ausnahme. Viele Schwierigkeiten im Leben helfen uns, zu wachsen, aber auch um zu beweisen, dass wir für den Himmel bereit sind. Gott hat nie gesagt, dass das Leben auf der Erde für Christen einfach sein würde. Jede schwierige Lebenssituation ist für uns eine Weggabelung, wo wir entweder alles hinwerfen können, oder weiter Gott preisen, seine Gebote einhalten, uns als würdig erweisen und unseren Christlichen Charakter stärken. Wir müssen sicher gehen, dass wir auf dem richtigen Weg sind, denn es ist unsere freie Entscheidung. Hier stellt sich für mich eine Frage, deren Antwort mich sehr bedrückt und äußerst beunruhigt. Wie viele Menschen kommen in den Himmel? Noch vor wenigen Jahren hätte ich gesagt, die meisten, vielleicht sogar fast alle. Ich sehe die meisten Menschen generell als „gut“ an, und so scheint es natürlich, dass sie in den Himmel kommen. Aber jetzt, nachdem ich die Bibel gründlich gelesen habe und als Wahr akzeptiert habe, muss ich meine Antwort berichtigen. Wenn ich mich umschaue im Kreise meiner Freunde, Kollegen, Bekannten und Verwandten, sind da sehr wenige, die die nötigen Schritte gehen, um sich auf das ewige Leben im Himmel vorzubereiten. Jesus wird Unwissenheit nicht als

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Ausrede gelten lassen. Die meisten Menschen haben Zugang zur Bibel (Bücherei, Kirche, wahrscheinlich ist eine Bibel verstaubt auf dem Bücherregal) und es ist eine bewusste Entscheidung, sie nicht aufzuschlagen und zu lesen. Ich vergleiche das mal mit der Straßenverkehrsordnung. Was wird der Richter wohl sagen, wenn man ohne Führerschein gefahren ist und an der roten Ampel nicht angehalten hat, und man als Ausrede sagt „Ich wusste nicht, dass ich anhalten musste, da ich die StVO noch nie gelesen habe.“ Derjenige wird natürlich bestraft. Die Drei Bedingungen, um Christ zu werden (Glaube an Jesus, bereue deine Sünden, lasse dich Taufen) sind mit dem Führerschein vergleichbar, und jede Sünde ist eine Rote Ampel, an der man nicht anhält. Rotfahrer ohne Führerschein werden bestraft, ob sie die StVO gelesen haben oder nicht. Um auf meine beunruhigende Frage zurückzukommen, wie viele Menschen werden wohl in den Himmel kommen? Antwort: Wenige. Das ist nicht nur meine logische Schlussfolgerung sondern auch klar in der Bibel beschrieben. Matthäus 7, 13-14 „Geht durch das enge Tor! Denn das Tor ist weit das ins Verderben führt, und der Weg dahin ist breit, und viele gehen auf ihm. Aber das Tor, das zum Leben führt, ist eng, und der Weg dahin ist schmal, und nur wenige finden ihn.“ Nichts im Leben ist wichtiger, als „das enge Tor“ zu finden, und anderen auch den Weg zu weisen. Absolut alles in

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unserem Leben ist wertlos, wenn wir am Ende nicht in den Himmel kommen. Das wahre Ziel des Lebens ist es, in den Himmel zu kommen. Wir sind auf der Erde nur zu Besuch, wir gehören eigentlich in den Himmel. Philipper 3, 18-20 „Denn viele – von denen ich oft zu euch gesprochen habe, doch jetzt unter Tränen spreche – leben als Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist das Verderben, ihr Gott der Bauch; ihr Ruhm besteht in ihrer Schande; Irdisches haben sie im Sinn. Unsere Heimat aber ist im Himmel.“ Meine Hoffnung ist es, dass ich alle meine lieben Verwandten und Freunde im Himmel wiedersehen werde. Ich bin voller Hoffnung und Vorfreude! Gott möchte uns in seine Familie aufnehmen! Johannes 1, 12 „Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben.“ Galater 3, 26 „Ihr seid alle durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus.“ Finde den Weg! Johannes 14, 6 „Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

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Besonderen Dank möchte ich meinen Freunden und Familienmitgliedern ausdrücken, die mich bei der Forschung und Arbeit an diesem Buch unterstützt haben, unter anderen Ramdeo Ramdeen, Andreas Beck, Ralf Kreyn, Lois Weatherford, John Shumway, Wesly Gray, und Sam Vaccaro.

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Anhang A Buchempfehlungen Deutsch: 1. Die Bibel 2. “Pardon, ich bin ein Christ. Meine Argumente für den Glauben” von C.S. Lewis 3. “Leben mit Vision. Wozu um alles in der Welt lebe ich?” von Rick Warren 4. “Die Fakten des Glaubens” von Josh McDowell 5. “Lebe jetzt!: Beginnen Sie heute Ihr bestes Leben” von Joel Osteen 6. “Ich glaube der Bibel! Warum?” von Rene ChenauxRepond 7. “Ich glaube an Jesus! Warum?” von Rene Chenaux-Repond 8. “Muendige Gemeinde” von Dieter Alten 9. “Leben – was sonst. Das wunderbare Wissen der Bibel” von Ludger Hohn Englisch: 1. The Bible, New King James Version 2. “Mere Christianity” von C.S. Lewis 3. “The Case for Christ – A Journalist’s Personal Investigation of the Evidence for Jesus” von Lee Strobel 4. “The Purpose Driven Life” von Rick Warren

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5. “The New Evidence that Demands a Verdict” von Josh McDowell 6. “Don’t Waste your Life” von John Piper 7. “Becoming a Faithful Christian” von David Roper, Eddie Cloer, Nick Hamilton und Mike Knappier 8. “God’s Story, Your Story” von Max Lucado 9. “The Jesus I never knew” von Philip Yancey 10. “The Smart Guide to the Bible” von Larry Richards 11. “The Purpose of Christmas” von Rick Warren 12. “See you at the Finish Line” von Don Wilton 13. “The Bible Doctrine of Jesus Christ” von Robert Taylor, Jr. 14. “Your Best Life Now” von Joel Osteen

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Anhang B Leseplan Die Bibel in einem Jahr. Reihenfolge laut Vorschlag von Kapitel 3.

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B端cher der Bibel in alphabetischer Reihenfolge, mit Abk端rzungen.

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Anhang C Fotoindex Alle Fotos sind © Copyright Michael Beck wenn nicht anders notiert. Titelblatt: In der Hängematte, zu Besuch bei meiner Schwiegermutter auf Trinidad Seite 8, oben: Ich mit Mama und Papa, Stadtbergstrasse, Rheine Seite 8, unten: Mein Bruder Andreas und ich, in Hörstel Seite 9 oben: Familie Beck zu Weihnachten Seite 9 unten: Grace Beck in Brookgreen Gardens, South Carolina Seite 10: Unsere Hochzeit. V.l.n.r.: Mario, Maria, Samantha, Grace, ich, und Anthon Seite 11: Gemeinsames Abendessen in einem Strandrestaurant in Myrtle Beach. V.l.n.r.: Maria, J.J., Andreas, Anke, ich, Grace, Anthon, Samantha, Heidi, und Mario Seite 12: Meine erste Crew als Lieutenant. Seite 13: Nach der Adoption. V.l.n.r.: Maria, Samantha, Grace, ich, Mario, und Anthon Seite 14 oben: Boccia spielen in unserem Garten. V.l.n.r.: Mama, J.J., Grace, Maria und Tante Anni Seite 14 unten: Grace an unserem Kamin, im traditionellen indischen „Sari“ Gewand Seite 15 oben: Logo unserer Firma

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Seite 15 unten: Heidi und ich an unserer ersten Immobilie, einem Grundstueck mit Fertighaus („Mobile Home“) in Conway Seite 17: meine Erstkommunion Seite 18: Graces Mutter Moongie und ich Seite 19: Teil des Kirchenvorstandes der Bethea United Methodist Church in Myrtle Beach Seite 22: “Photo of Jerusalem”, Adamo, Bette. jerusalemmt.ofolives094.jpg. February, 2003. Pics4Learning. 10 Feb 2014 Seite 25: “Photo of cave at Qumran, Dead Sea,” Lilly, Ruth. israe015.jpg. 12/1/1993. Pics4Learning. 10 Feb 2014 Seite 43: Zu Hause, beim täglichen Bibelstudium Seite 46: Die Bibel, die Mama mir geschenkt hatte Seite 50: Mein Schwager Ram und ich, nach meiner Taufe im Meer, am Myrtle Beach State Park Seite 51: Matthäus 22, 37-40 Seite 55: Matthäus 7, 13-14 Seite 56: Die Bibel von meiner Oma Emilie

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Die Suche nach dem Sinn des Lebens

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