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Marketing: Neue und alte Masterstudien­gänge AUSBILDUNG Bachelor, exekutiver Master (EMBA), konsekutiver Master, Master of Advanced Studies (MAS) - die Vielfalt an Abschlüssen und Diplomen hat in den letzten Jahren immer weiter zugenommen. Warum noch ein Titel mehr? Und an wen richten sich welche Angebote? Eine Übersicht über das Angebot. VON Michael A. Grund* Die Aussage «nichts ist so beständig wie der Wandel» gilt auch für die Aus- und Weiterbildungslandschaft im Marketing in den letzten Jahren. Kaum haben sich die Bachelor-Abschlüsse als Folge der sogenannten Bologna-Reform ansatzweise im Markt etabliert, werden an den Fachhochschulen nun auch so- genannte «konsekutive Master» angeboten. Zusätzlich gibt es weiterhin die Studiengänge mit MAS- bzw. EMBA-Abschluss. Warum noch ein Titel mehr? Und an wen richten sich welche Angebote? Neben Veränderungen, die sich aus Verschiebungen bei der Nachfrage bzw. sich wandelnden Kundeninteressen ergeben, sind es vor allem die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die für die neuen bzw. erweiterten Angebote verantwortlich sind. So müssen alle eidgenössisch anerkannten Studiengänge auf Masterstufe spätestens seit Herbst 2007 mit mindestens 60 ECTS-Punkten akkreditiert sein. Ein solcher ECTS-Punkt (European Credit Transfer System) steht für eine Studienleistung im Umfang von 25 bis 30 Stunden. Sie kann sich auf den Präsenz- unterricht beziehen, aber auch auf Vor- und Nachbereitungsleistungen, E-Learning und in begrenztem Umfang auch Praxisleistungen aus dem Arbeitsleben. CAS- (Certificate of Advanced Studies) bzw. DAS-Angebote (Diploma of Advanced Studies) weisen demgegenüber deutlich weniger Punkte aus.

Die Vielfalt an Marketing-Abschlüssen und -Diplomen hat in den letzten Jahren weiter zugenommen. Nun kommen «konsekutive Master».

Konsekutiver Master versus exekutiver Master Ist der konsekutive Master an den Universitäten bereits fest etabliert und dabei das Nachfolge-«Produkt» der «alten» Abschlüsse mit einem Lizenziat bzw. Diplom, so sind die (konsekutiven) Masterangebote der Fachhochschulen noch neu bzw. – um genau zu sein – noch gar nicht gestartet. Die ersten Angebote an den Fachhochschulen mit Schwerpunkten in Marketing oder Strategischem Management starten Ende 2008. Die vordergründig akademische Unterscheidung zwischen Aus- und Weiterbildung ist durchaus einen zweiten Blick wert – z. B. auch dann, wenn es um die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kosten geht. In verschiedenen Kantonen können Ausbildungskosten nicht bei der Steu-

ererklärung geltend gemacht werden, Weiterbildungskosten hingegen schon. Auch bei den Zielgruppen gibt es grundlegende Unterschiede: Die konsekutiven Master sind auf (in der Regel jüngere) Studierende ausgerichtet, die grössere Karriereschritte noch vor sich haben bzw. erst noch planen. Demgegenüber richten sich die MAS- bzw. EMBA-Angebote an eine Zielgruppe, die in der Regel bereits wichtige Karriereschritte absolviert hat und über entsprechende Erfolgsausweise verfügt – der Begriff des «Executive» MBA bringt dies ja bereits schon im Titel zum Ausdruck. Vereinbarkeit von Studium und Beruf ist ein weiterer wesentlicher Aspekt. Sind die Angebote der Universitäten in al-

ler Regel als Vollzeitstudiengänge konzipiert, so erlauben die Angebote der Fachhochschulen mit Marketing- und/oder Managementschwerpunkt in den meisten Fällen eine bis zu 80-prozentige Berufstätigkeit. Aber auch bis zu 100% Berufstätigkeit ist möglich (so z. B. beim EMBA mit Marketing-Schwerpunkt der HWZ in Zürich). Ein Vergleich des Umfangs der Angebote macht deutlich, dass die neuen konsekutiven Master grundsätzlich für eine Studiendauer von 2 Jahren und 90 ECTS-Punkte konzipiert sind. Der Studienaufwand erreicht somit ca. 2700 Stunden über einen Zeitraum von zwei Jahren gegenüber den ca. 1800 Stunden der MAS- und EMBA-Angebote über eineinhalb bis zweieinhalb Jahre.

Worauf sollte man bei der Auswahl achten? Woran kann sich ein Interessent bei der Auswahl des «richtigen» Angebots orientieren? Die erste Entscheidung zwischen konsekutivem Master und MAS- bzw. EMBA-Angeboten sollte noch vergleichsweise leicht fallen. Je mehr Berufserfahrung ein Interessent bzw. eine Interessentin mitbringt, desto mehr bieten sich die exekutiven Programme auf MAS- bzw. EMBA-Stufe an. Auch die Vereinbarkeit des Studiums mit dem beruflichen und familiären/privaten Umfeld ist sicher wesentlich. Ist der Entscheid zugunsten eines MAS oder EMBA gefallen, ist die Zahl der Alternativen mit

Nützliche Links zur Ausbildung

Konsekutiver Master versus exekutiver Master Charakter Zielgruppe Berufsbegleitend ECTS-Punkte Studiendauer

Konsekutiver Master Ausbildung Führungskräftenachwuchs Bis 80% Berufstätigkeit Min. 90 I.d.R. 2 Jahre

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Master of Advanced Studies bzw. EMBA Weiterbildung Fach- und Führungskräfte mit mehrjähriger Berufserfahrung Bis 100% Berufstätigkeit Min. 60 1,5 bis 2,5 Jahre

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www.fh-hwz.ch www.embam.ch www.som.zhaw.ch www.marketing.ch/edumod

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thematischem Bezug zum Marketing immer noch gross. Hier muss sich eine Interessentin bzw. ein Interessent zunächst auch selbst Klarheit verschaffen, in welcher Richtung die Karriere zukünftig verlaufen soll. Geht es eher um eine Vertiefung in einem speziellen Bereich (z. B. CRM oder Projektmanagement), sollen auch generelle Themen (wie z. B. Leadership) im Mittelpunkt stehen, oder ein ausgewogener Mix zwischen allgemeineren Themen und Vertiefungen in ausgewählten Marketingbereichen? Weitere Aspekte, die bei der Entscheidungsfindung hilfreich sein können: Welche Dozierenden werden im jeweiligen Studiengang eingesetzt? Handelt es sich vor allem um «hausinterne» Dozenten, oder besondere Spezialisten eines Themengebiets? Welche Reisezeiten sind zu kalkulieren? Bei einer Studiendauer von eineinhalb bis zweieinhalb Jahren und z. T. mehr als 60 Präsenztagen ein ebenfalls wesentlicher Faktor in Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf, Privatleben und Studium. Über welche Partnerschaften verfügt der jeweilige Anbieter? Ist der Abschluss eidgenössisch und international anerkannt?

frontiert, die zwar eindrucksvolle Karrieren aufzuweisen haben, auf der Ausbildungsseite aber die üblichen Anforderungen an MasterStudierende nicht vollumfänglich erfüllen. In der Regel ist heute für die Zulassung zu einem Masteroder EMBA-Programm ein abgeschlossenes Hochschulstudium erforderlich. Zwar gibt es auch heute immer noch Möglichkeiten einer sog. «Sur dossier»-Zulassung, doch zeigt sich, dass die Spielräume der renommierten Hochschulen in dieser Hinsicht immer kleiner werden. Gerade im Zusammenhang mit Akkreditierungs- und Zertifizierungsprozessen der Hochschulen werden «Sur dossier»-Quoten und die Zulassungskriterien überprüft. So zeichnet sich ab, dass es in Zukunft immer schwieriger werden wird, ohne einen entsprechenden Erstabschluss ein Studium auf MASbzw. EMBA-Stufe zu beginnen.

Beratungsgespräch als erster Schritt Welche Lösungen bieten sich hier an? Ein Beratungsgespräch ist sicher ein erster Schritt. Interessentinnen und Interessenten sollten das Gespräch mit jenen Hochschulen suchen, deren Programme sie

«Die neuen konsekutiven Master sind grundsätzlich für eine Studien­ dauer von zwei Jahren und 90 ECTSPunkte konzipiert.» Last, but not least sollten die Möglichkeiten eines individuellen Beratungsgesprächs genutzt werden, das von den meisten Anbietern offeriert wird. In einem persönlichen Gespräch mit dem Studiengangsleiter können sowohl offene Fragen zum Programm an sich als auch die Eignung des Angebots vor dem Hintergrund der individuellen Situation evaluiert werden. Bei verschiedenen Anbietern gehört ein solches Gespräch ohnehin zum Zulassungsprozess.

Einstiegsmöglichkeiten bei Defiziten in der Vorbildung Nicht immer verlaufen Lebenswege innerhalb jener «Leitplanken», die die Zulassungsbedingungen zu Master-Studiengängen vorgeben. Sehr häufig werden die Hochschulen daher mit Interessentinnen und Interessenten kon78

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grundsätzlich interessieren. Hier lässt sich meist sehr rasch eine erste Einschätzung über die Zulassungsmöglichkeiten erhalten. Doch auch wenn die Kriterien nicht erfüllt werden, gibt es noch alternative Lösungen. Über einen Zwischenschritt wie das NDS (Nachdiplomstudium) General Management HF (Höhere Fachschule), das z. B. die KV Zürich Business School in Kooperation mit dem SIB (Schweizerisches Institut für Betriebsökonomie) anbietet, können auch Studierende ohne Hochschulabschluss zu einem späteren MAS- oder EMBA-Programm auf Fachhochschulstufe zugelassen werden. n * Dr. Michael A. Grund, Leiter Center for Marketing an der HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich und Studiengangsleiter des Executive MBA–Marketing an der HWZ

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Prüfen Sie Ihr Marketingwissen! WISSEN Der MK-Fitness-Test in Zusammenarbeit mit www.fit–fuer–die–pruefung.ch: Wie fit wären Sie an einer Marketingprüfung? Testen Sie es hier! Holen Sie sich neue Impulse im Hinblick auf Marketingprüfungen. MK ermöglicht Ihnen neu, zu überprüfen, wie fit Sie rund ums Marketing sind. In Zusammenarbeit mit www.fit-fuer- die-pruefung.ch (FFDP) präsentieren wir Ihnen eine Auswahl an Prüfungsfragen, wie sie heute an eidgenössischen Marketingprüfungen gestellt werden können. Auf der Prüfungsplattform finden Sie zur Zeit über 5000 Prüfungsfragen und -antworten aus unterschiedlichen marketing- und verkaufsorientierten Prüfungen. Mehr Infos dazu unter www.fit-fuerdie-pruefung.ch. Die Antworten finden Sie weiter hinten in diesem Heft.

bereits erhoben wurden, die wir für unsere Zwecke gebrauchen können c) Daten die bereits in einem Filter komprimiert wurden, damit die Aussagekraft deutlicher wird d) Daten, welche im Rahmen einer Zweitmeinung (Sekundär-Meinung) die Entscheidungsgrundlage verbessern sollen

Frage 4: Worin liegt der Hauptunterschied zwischen den Zielgruppen Werbung und Verkaufsförderung?

a) Es gibt keinen, es sind nämlich die gleichen b) Werbung zielt primär nur auf Frage 1: die Käufer und erst sekundär auf die Verwender Welche Elemente gehören in eine c) Verkaufsförderung bearbeitet Bilanz? im Gegensatz zur Werbung a) Umlauf-, Anlagevermögen, grundsätzlich die ZielgrupFremdkapital und Gewinn b) Umlauf-, Anlagevermögen, pen Käufer, Handel, MitarbeiFremd-, Eigenkapital ter und externe Beeinflusser. c) Umlauf-, Anlagevermögen, Werbung hingegen zielt priFremd-, Eigenkapital, Aufmär auf den Käufer/Verwenwand, Ertrag der. d) Aufwand, Ertrag, Fremd-, d) Die Verkaufsförderung fokussiert sich im Mix hauptsächEigenkapital lich auf die Beeinflussung von Zielgruppen im InvestitionsFrage 2: güter-Segment

Worin liegt der Unterschied zwischen einem Werbebudget und einem Mediabudget? a) Das Mediabudget ist ein Teil des Werbebudgets b) Das Werbebudget ist ein Teil des Mediabudgets c) Das Werbebudget ist kleiner als das Mediabudget d) Das Mediabudget ist grösser als das Werbebudget

Frage 3: Was sind Sekundärdaten in der Marktforschung? a) Daten, die wir speziell für unsere Zwecke in einer Befragung erheben b) Bestehende Daten, die früher 80

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Frage 5: Mit wie vielen Aussendiensttagen pro Jahr können Sie sinnvoller weise eine(n) AussendienstmiterabeiterIn in die AD-Planung einplanen? a) ca. 365 b) ca. 180 c) ca. 290 d) ca. die Hälfte der durchschnittlichen theoretischen Präsenzzeit von 250 Tagen: also 125 Ein Service von «Marketing & Kommunikation» in Zusammen­arbeit mit www.fit-fuer-die-pruefung.ch

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Jobs Es sind derzeit rund 1200 Stellenanzeigen in folgenden Bereichen: Marketing, Kommunikation, Werbung, PR/Verlagswesen, Druckindustrie/Medien, Unterhaltung, Kunst/Verkauf/ Key Account Management/ Verkauf/Technical Sales Engineer/Konsumgüterindustrie Management Consultant Pharma Plan Bergauer + Partner AG/Basel Relationship Manager Private Banking Zürcher Kantonalbank/Zürich European Product Manager Motion Rockwell Automation/Aarau Aussendienstmitarbeiter Sächy Schweisstechnik AG/ Ostschweiz Head of Online Strategie and Operations (intranet/internet) RSA AG/Basel (Switzerland) Product Manager / Market Manager Datamars Datamars SA/Bedano (near Lugano, Switzerland) Marketing Generalist (m/w) Monster Worldwide Switzerland AG/Zürich (Altstetten) Mitarbeiter/in Kundenservice Monster Worldwide Switzerland AG / Zürich Filialleiter/in Zürich William Elliot SA/Schweiz-Zürich Marketing-/Kommunikationsmanager EasyFairs Switzerland GmbH/ Basel Verkäufer für die Schweiz (m/w) AB Medica Sagl/Bern, Aarau, Basel oder Müllhausen Global Head Product Management IESF AG/BS International Marketing & Sales Aera Manager Cabinet PROFIL ExecutiveSearch/ Genève, GE Kundenberater Saxo Bank (Switzerland) SA/ Zürich PUMA Planner Apparel & Accessories Retail EEA PUMA Retail AG/Oensingen Privatkundenberater/in Retail/ Cash Services 100% Spar + Leihkasse Münsingen/ Wichtrach Product Marketing Manager Schweiz/Deutschland (m/w) Damart Swiss AG/Lenzburg (Schweiz) Senior Relationship Manager Bank International Settlements/ Basel

IMPRESSUM 36. Jahrgang, erscheint monatlich, ISSN 1023-8913 Abo Jahresabonnement Fr. 187.Ausland Fr. 235.Einzelnummer Fr. 16.- (Preise inkl. MwSt.) Druckauflage 9000 Ex. Verkaufte Auflage 6156 Ex. (Wemf/sw-beglaubigt) Gratisauflage 1065 Ex. (Wemf/sw-beglaubigt) Offizielles Publikationsorgan Schweizer Werbung SW Swiss ­Marketing (SMC) Schweizer Direktmarketing Verband SDV Schweizer Franchise Verband Schweizer Werbe-­Auftraggeberverband SWA-ASA Promoswiss Partnerschaften swiss marketing academy, Zürich Europäische Sponsoringbörse ESB Hochschule für Wirtschaft, HSW, Luzern Crossmedia Veranstaltungsabbildungen: Lautundspitz Medien GmbH, Schwarzenbach, www.lautundspitz.ch Podcasts: Voiceletter Ltd. & Co. KG, Wiesbaden, De, www.voiceletter.de Herausgeber René Wuffli, wuffli@rdv.ch Redaktion Dr. Jaromir O. Löffler (Chefredaktor), loeffler@m-k.ch; Ruedi Ulmann (stellvertretender Chefredaktor), ulmann@m-k.ch; Bruno Pfiffner (Abschluss­redaktor) pfiffner@m-k.ch Ständige MitarbeiterInnen Sabine Flachsmann, Eugen Rieser, Gregor Waser, Helga Wienröder Redaktion Molkenstrasse 21, Postfach 1971, CH-8026 Zürich, ­Telefon 044 296 10 40, Fax 044 296 10 49, redaktion@m-k.ch, www. m-k.ch Grafisches Konzept Schlumpf+Partner, Zürich Verlagsleitung Oliver Zuckschwerdt, zuckschwerdt@rdv.ch Verlag, Satz, Druck und Abo-Service Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Hafnerwisenstrasse 1, CH-9442 Berneck, Telefon 071 747 22 86, Fax 071 747 22 54, abo@rdv.ch Anzeigenleitung Urs Dick, u.dick@kbmedien.ch Anzeigen-Agentur künzlerbachmann medien ag, Geltenwilenstrasse 8a, CH-9001 St. Gallen, Telefon 071 226 92 92, Fax 071 226 92 93 marketingmall.ch/m-k.ch Rita van der Velde, rita.vandervelde@marketingmall.ch, Telefon 079 434 60 88 Online-Stellenmarkt pro Stelle Fr. 500.Verlagsanschrift Deutschland Marketing & Kommunikation, Ockenheimer Chaussee 5, D-55411 Bingen Verlagsanschrift Österreich Verlag Josef Baier, Adalbert-Stifter-Strasse 1, A-9500 Villach Abonnemente und Schnupper-Abonnemente bestellen www.m-k.ch/abo Case Study Publireportagen sind kommerzielle Seiten, für deren Inhalt der Werbeauftraggeber verantwortlich ist. Die Kündigung des Abonnements muss mindestens 2 Monate vor Ablauf schriftlich erfolgen. Refüsierung wird nicht als Kündigung anerkannt. Ohne fristgerechte Annullierung wird das Abonnement automatisch um 1 Jahr verlängert. © Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit aus­ drücklicher Genehmigung des Verlages.

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Eine Publikation der Rheintaler Druckerei und Verlag AG, Berneck

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Innova­tionsmanager forcieren den Wissenstransfer BILDUNG Innovationsmanager dienen als Schnittstellen zwischen den Abteilungen und forcieren den Wissenstransfer. Auch in Schweizer Unternehmen findet man erste Träger dieses Titels. Ein neues Berufsbild entsteht. Hochschul- und Fachhochschulabsolventen, aber auch Projektleiter und Techniker TS mit mehrjähriger Erfahrung haben als Innovationsmanager Chancen auf den Sprung ins Management. Von Dr. Urs Guggenbühl* Immer mehr Unternehmen stellen eine Innovationsmanagerin beziehungsweise einen Innovationsmanager ein. Denn gemäss europäischen Studien lässt sich die Rendite wie auch das langfristige Überleben eines Unternehmens dank bewusstem Innovationsmanagement markant verbessern. Der Begriff «Innovation» bezieht sich nicht nur auf neue Produkte, sondern auch auf die Prozessinnovation und -optimierung bei Dienstleistern und im Handel. Innovationsmanagement wird von etlichen ausländischen Hochschulen als berufsbegleitende Weiterbildung angeboten. In der Schweiz ist die FHS St.Gallen eine Institution, die ab Herbst 08 in einem MAS (Master of Advanced Studies) in Corporate Innovation Management die nötigen Kompetenzen vermittelt.

Innovationsmanager: Ein neuer Beruf Die Innovation besteht nicht aus der Idee allein. Die Innovation ist deren erfolgreiche Umsetzung im Unternehmen und schliesslich ihre Einführung im Markt. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens ist heute zu einem der Schlüsselfaktoren im Wettbewerb geworden. Aber da, wo etwas Neues entstehen soll, muss etwas Bewährtes weichen. Oft sind die Widerstände so hoch, dass die gute Idee letztendlich im Sand verläuft. Das sollen Innova-

Der Lehrgang zum Thema: MAS in Corporate Innovation Management, Studienbeginn: 23. Oktober 2008 Anmeldung bis September 2008 erforderlich. Informationen: wbte@fhsg.ch www.fhsg.ch

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schulstudium absolviert wurde. Oft wird diese Funktion auf der Ebene der Leiterinnen oder Leiter Forschung und Entwicklung, im Marketing oder gar auf Projekt­ leitungsstufe angesiedelt. Teils wird der offizielle Titel «Innovationsmanager» verwendet, teils wird die Funktion ohne Titel ausgeübt.

Innovationsmanagement ist lernbar

Ein neuer Beruf: Innovationsmanager. Er dient als Schnittstelle zwischen den Abteilungen und forciert den Wissenstransfer.

tionsmanagerinnen und -manager verhindern. Sie sind die kreative Schaltstelle in einer Firma und vermitteln zwischen Technikerinnen oder Technikern und kaufmännischen Mitarbeitenden. Sie analysieren die Trends von morgen und treiben den Wissenstransfer voran. Bei der innerbetrieblichen Umsetzung einer Innovation sind Innovationsmanagende die Schnittstelle zwischen den verschiedenen Abteilungen. Entwicklung, Produktion und Marketing müssen zusammenspannen, damit aus einer guten Idee ein Produkt wird, das einfach hergestellt und erfolgreich verkauft werden kann.

Innovation kann gemanagt werden Innovationsmanagerinnen und -manager sind Führungskräfte. Sie erhalten ihren Auftrag vom obersten Management und geniessen dessen Rückendeckung. Sie zeichnen sich aus durch hohe

Sozialkompetenz, durch kommunikative Fähigkeiten (Marketing und Produktion sprechen «unterschiedliche Sprachen»), durch Fachkenntnisse und Methodenkompetenz. Sie bewegen sich auf allen Ebenen des Unternehmens, sind Vermittelnde, Führungspersönlichkeiten, Motivatoren. Zu ihren Aufgaben gehört sowohl die Abwägung, ob mit einer Idee Mehrwert zu vertretbaren Kosten geschaffen wird, als auch das Erstellen eines Businessplans und die Präsentation vor dem Management.

Überzeugungskraft Allrounderinnen und Generalisten sind für den Beruf als Innovationsmanager gefragt. Und man braucht mehrjährige Berufserfahrung – ein «Greenhorn» wird betriebsintern kaum akzeptiert. Ist diese Erfahrung da, kann man in die Management-Ebene aufsteigen, selbst wenn ursprünglich kein Hochschul- oder Fachhoch-

Die Fachhochschule in St.Gallen bildet als eine der ersten Hochschulen der Schweiz Innovationsmanagerinnen und -manager aus. Das Nachdiplomstudium (MAS) in Corporate Innovation Management ist das ideale Sprungbrett für Projekt- und Produktionsleitende, Produktleiter und -leiterinnen und Marketingleitende ins höhere Management. Primär sind mit diesem fächerübergreifenden Studiengang Fachhochschuloder Hochschulabsolventinnen und -absolventen angesprochen. Aber auch Techniker TS können, wenn sie die entsprechenden Qualifikationen belegen, am Studiengang teilnehmen. Ein Innovationsmanager braucht eine Reihe von fachübergreifenden Fähigkeiten, die er in der Regel in seiner Grundausbildung nicht gelernt hat: n Techniken des strategischen und operativen Managements n Kreativitäts- und Ideenfindungstechniken n Techniken zur Businessplanung n Methoden und Techniken der strukturierten und kundenorientierten Produktentwicklung n Marketingtechniken n Methoden des Projekt-, Wissensund Changemanagements. n * Dr. Urs Guggenbühl Leiter Innovationszentrum St.Gallen IZSG

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Krone Lenzburg mit neuem Saal

können die potenziellen Kunden die Dienstleister auch nicht konStets auf dem neusten Stand: Das taktieren. Und wenn doch? Dann Hotel Krone bietet Seminarteil- können sie ihnen keine Kompenehmern und anderen Gruppen tenz zuordnen. Also besteht für einen neu gestalteten Saal, der die Noch-nicht-Kunden auch mit einigen ganz besonderen tech- kein Anlass, die Dienstleister zu nischen Highlights glänzt. Insge- kontaktieren. Schließlich gibt es samt verfügt das Hotel Krone über Berater jeder Couleur wie Sand vier Säle, die 16 bis 550 Personen am Meer. Wie sich Berater und sonstige Platz bieten können. Daneben besorgt das Hotel Krone auch das «Anbieter immaterieller DienstCatering an weiteren Orten, wie leistungen» durch Pressearbeit zum Beispiel dem Schloss Lenz- von der Masse ihrer Mitbewerber abheben und den Ruf «Spezialist burg. für ...» erwerben können, darum Kontakt: Hotel Krone, Käthy und geht es im PR-Ratgeber «Warum Otto Gerber-Gruber, Kronenplatz, kennt den jeder? Wie Sie als Be5600 Lenzburg, Tel. 062 886 65 65, rater durch Pressearbeit Ihre BeFax 062 886 65 00, E-Mail: info@ kanntheit steigern und leichter krone-lenzburg.ch lukrative Aufträge an Land ziehen», der Anfang Juni im Verlag managerSeminare, Bonn, erschie Förderung von nen ist (ISBN: 3936075751). Das Fachausweisen Der Bedarf an qualifizierten Ar- 276 Seiten starke Buch hebt sich beitskräften mit abgeschlossener von den meisten PR-Büchern daBerufsprüfung (eidg. Fachaus- durch ab, dass dessen Autor Bernweis) oder höherer Fachprüfung hard Kuntz Pressearbeit als Ver(eidg. Diplom) wächst weiter. kaufsprozess begreift. Das heisst, Denn anwendungs- und umset- der Berater bietet dem «Kunden zungsorientierte Praktiker sind Redakteur» zum Beinach wie vor das Rückgrat der spiel ein (Artikel-) Schweizer Wirtschaft. Aus die- Manuskript an. Und sem Grund haben sich verschie- der «Kunde Redakdene Berufsverbände aus dem teur» entscheidet, kaufmännisch-betriebswirtschaft- ob er diesen Artikel lichen Bereich unter der Koordi- «kauft», also veröfnation des KV Schweiz zusam- fentlicht ... und er mengeschlossen und gemeinsam bezahlt dessen Vereine Kampagne zur Förderung fasser zwar nicht ihrer Berufs- und höheren Fach- mit Geld, aber Pub- prüfungen lanciert. lizität. Swiss Marketing (SMC) unterAusgehend von dieser Grundstützt die Kampagne nicht nur in these, erläutert Kuntz, der bereits finanzieller, sondern auch in ide- die Beratungsmarketing-Fachbüeller Hinsicht. Primäres Ziel ist cher «Die Katze im Sack verkaues, potenzielle Absolventen und fen» und «Fette Beute für Trainer Arbeitgeber, aber auch die Öffent- und Berater» schrieb, wie Einzellichkeit über diesen Teil der hö- kämpfer und Unternehmen für heren Berufsbildung aufzuklären Redaktionen attraktive Angebote und dessen Stärken aufzuzeigen. entwickeln können – also zum Swiss Marketing (SMC) beteiligt Beispiel Artikelthemen. sich aktiv an der Erarbeitung der Das Buch «Warum kennt den jeder» Kampagne und setzt dann die kostet 39.90 Euro. Bis Ende Juni Massnahmen und Inhalte in der kann es beim Verlag managerSeeigenen Öffentlichkeitsarbeit um. minare, aber auch bei Amazon zum Neben einer kontinuierlichen Subskriptionspreis von 34,90 Euro Medienarbeit sind auch Auftritte bestellt werden. an verschiedenen Bildungsveranstaltungen geplant.

PR-Ratgeber: Warum kennt den jeder?

Berater und sonstige Freiberufler wie Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte, aber auch Architekten und Grafiker haben oft das gleiche Problem: Ihre Zielkunden wissen nicht, dass es sie gibt; also 84

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FFDP-Antworten von Seite 80

Frage 1: Frage 2: Frage 3: Frage 4: Frage 5:

Richtige Antwort: b Richtige Antwort: a Richtige Antwort: b Richtige Antwort: c Richtige Antwort: b

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Hotel des monats

Kartause Ittingen mehr als ein Tagungsort Seminartage sind Arbeitstage. Vom Entspannen redet niemand. In der ehemaligen Klosteranlage im thurgauischen Warth aber verbindet sich das eine mit dem andern, ohne dass man sich darum bemühen muss. Oh ja, Agnes Glaus kann sich gut erklären, weshalb das Seminarhotel Kartause Ittingen zum dritten Mal in Folge zum beliebtesten Tagungszentrum der Schweiz gekürt wurde. «Dieses Seminarhotel bietet alles, was ein Teilnehmer erwartet: Komfort, Gastlichkeit, die neueste Technik samt zuverlässigem Support. Dieses Haus aber bietet noch etwas, das andernorts nicht und vor allem nicht in diesem Ausmass zu finden ist: Natur, Ruhe und eine äusserst inspirierende Atmosphäre.» Die ehemalige Präsidentin der Europäischen Onkologiepflege-Gesellschaft (EONS) kam dieses Frühjahr bereits zum elften Mal mit ihrem Palliativ-Seminar in die Klosteranlage in Warth. Das ist nicht etwa pure Bequemlichkeit, sondern eine Mischung aus Anhänglichkeit und Überzeugung. «Es ist der beste Tagungsort, den ich mir für dieses Seminar denken kann, wo es darum geht, wie wir mit menschlichem Leid umgehen und worauf wir achten müssen. Dazu braucht es ein Umfeld, das sowohl konzentriertes Arbeiten als auch Nachdenken und Entspannung zulässt. Kein Verkehr, gute Luft, kein Lärm.» Auch Menschen, die der Spiritualität eines Ortes skeptisch gegenüberstehen, spüren, so vermutet Agnes Glaus, «dass hier das Nachdenken leichter fällt». Wer nebst Sachfragen auch anderen Überlegungen Raum geben wolle, werde in der Kartause Ittingen nicht nur ausgezeichnet arbeiten, sondern auch im doppelten Wortsinn gut aufgehoben sein. Dazu gehöre natürlich auch das wunderbare, reichhaltige EsMarketing & Kommunikation 6/7-08

Agnes Glaus ist Doktorin der Pflegewissenschaften und Leiterin der Krebsvorsorgeberatung und Pflegeforschung am Zentrum für Tumordiagnostik und Prävention (ZeTuP), St.Gallen, und ehemalige Präsidentin der Europäischen Onkologiepflege-Gesellschaft (EONS). sen. «Wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann wollte ich, dass die Tagungsgäste etwas mehr mitbestimmen könnten, wenn es um den Menüplan geht.» In den zweieinhalb Tagen des Palliativ-Seminars stehen stets auch ein kultureller Anlass und eine Wanderung auf dem Programm, auch dies ist ohne grossen Aufwand in der Kartause Ittingen zu haben. «Wir nutzen die hausinternen Angebote oder organisieren selbst ein Konzert in der wunderbaren Klosterkirche.» Dass sie mit ihrer Beurteilung richtig liegt, beweisen die Rückmeldungen der Seminar-Teilnehmenden, die Jahr für Jahr vom lernförderlichen Umfeld schwärmen. n

Kartause Ittingen CH-8532 Warth bei Frauenfeld Telefon +41 (0)52 748 44 11 Fax +41 (0)52 748 44 55 info@kartause.ch, www.kartause.ch

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Hotel des monats

Traditionsreiche Gastlichkeit:

Hotel Krone in Lenzburg

Bereits beim Empfang im Hotel Krone stellt man fest, dass Lenzburg nicht nur ein besonders hübsches Städtchen ist, sondern ganz offensichtlich auch ein besonders freundliches. In der «Krone» glaubt man sich jedenfalls sofort zu Hause – auch wer zum ersten Mal hier eincheckt, fühlt sich sogleich als Stammgast, als willkommener Hauptdarsteller einer Bühne, auf der alles wie am Schnürchen funktioniert. Und mit echter «Kronen-Herzlichkeit» wird man beileibe nicht nur als Individualreisender empfangen – auch als Mitglied einer Gruppe erhält man dieselbe Aufmerksamkeit.

Für Gruppen ist denn das schon seit über 200 Jahren erste Haus am Platze auch eine äusserst gute Wahl – die «Krone» gilt als Treffpunkt zwischen Ost und West, mit ihrer angestammt guten Lage mit genügend Parkplätzen, nur wenige Minuten von einer Ausfahrt der A1; die Städte Bern, Basel, Zürich und Luzern liegen alle weniger als eine Stunde entfernt. Und wer auch immer ein Marketing & Kommunikation 6/7-08

Meeting in der Lenzburger «Krone» abhält, findet beste Voraussetzungen für einen gelungenen Anlass: Grosse und kleinere Säle stehen im Hotel selbst zur Verfügung, noch grössere Räumlichkeiten werden vom «Krone»-Catering bedient – so zum Beispiel der Rittersaal des romantischen Schlosses Lenzburg. Apropos Romantik: Wer bis jetzt immer an der Ausfahrt Lenzburg vorbeigefahren ist, tut gut daran, sich in der verkehrsberuhigten Altstadt einmal ein wenig umzusehen und die gepflegte Atmosphäre zu geniessen. Und wie wärs nach dieser kleinen Expeditionstour mit einem exquisiten Menü (bei ebensolchem Service) auf der eleganten «Kronen»-Terrasse? Die «Krone» Lenzburg ist eine Institution – ein Haus, dessen Gastgeberqualitäten tagtäglich gelebt werden, ein Hotel, in das man immer wieder gerne zurückkehrt. n

Käthi und Otto Gerber-Gruber Kronenplatz, 5600 Lenzburg Telefon ++41 (0)62 886 65 65 Fax ++41 (0)62 886 65 00 E-Mail: mail@krone-lenzburg.ch Internet: www.krone-lenzburg.ch

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Marketing: Neue und alte Masterstudiengänge