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Heft 1/2013

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Das Magazin der Medizinischen Hochschule Hannover

Starthilfe für das Leben  Die Neonatologie der MHH

Namen und Nachrichten

Forschen und Wissen

Gäste UND FEste

Wechsel an der Spitze: Professor Baum wird MHH-Präsident  Seite 15

Geförderte Forschung: Millionen von der Europäischen Union Seite 40/41

Hoher Besuch: Prinzessinnen zu Gast in der Kinderklinik Seite 53


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Editorial

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So erreichen Sie uns Stefan Zorn Redaktionsleitung zorn.stefan@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6773

Bettina Dunker Schwerpunkt Lehre dunker.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6778

Simone Corpus Schwerpunkt Klinik corpus.simone@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6774

Karin Kaiser Fotografin kaiser.karin@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6777

Tina Gerstenkorn Schwerpunkt Klinik gerstenkorn.tina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-5626

Ursula Lappe Personalien lappe.ursula@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6772

Bettina Bandel Schwerpunkt Forschung bandel.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-4046

Claudia Barth Kongresse, Veranstaltungen barth.claudia@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3337

Camilla Krause Schwerpunkt REBIRTH krause.camilla@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6793

Daniela Beyer Schwerpunkt Hearing4all beyer.daniela@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3016

Kleines Leben

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lles ist winzig, wirkt zerbrechlich. Die Haut dünn wie Pergament. Die Finger kaum dicker als Streichhölzer. Sie sind einfach zu früh auf der Welt. Gut, dass es die Frühgeborenen-Medizin gibt. Doch die Lebensretter der Neonatologie, wie das Fachgebiet auch heißt, sind in jüngster Vergangenheit immer wieder in die Schlagzeilen geraten – mit Vorfällen in Bremen oder Berlin. Wie sieht es auf der FrühchenIntensivstation der MHH aus? In unserem Titelthema (Seite 6 bis 13) wagen wir einen Blick und erklären, warum Frühgeborene besonders anfällig für Infektionen sind. Seit neun Jahren ist Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann Präsident der MHH, Ende März geht der 75-Jährige in Ruhestand. Wer sein Nachfolger wird, erfahren Sie auf Seite 15. Auf der Seite davor können Sie nachlesen, dass die MHH auch im vergangenen Jahr das größte Transplantationszentrum in Deutschland geblieben ist. Und wenn Sie wissen wollen, warum Bundes-

Damit Sie nicht ans Eingemachte müssen! Jetzt für den Pflegefall vorsorgen.

Matthias Blume

Murat Singin

VGH Vertretungen Matthias Blume Murat Singin Hildesheimer Str. 100/Eingang Devrientstr. • 30173 Hannover Tel. 0511 8984201 • Fax 0800 12348052384 blume-singin@vgh.de

Neu: VGH PflegeFlex mit Soforthilfe im Pflegefall.


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Editorial

kanzlerin Angela Merkel so beeindruckt von der MHH ist, dann schauen Sie doch mal auf die Seiten 16 und 17. Dort berichten wir über den hohen Besuch. Und weiterer hoher Besuch war zu Gast: Gleich zwei echte Prinzessinnen kamen in die Kinderklinik. Mehr erfahren Sie in der Rubrik „Gäste und Feste“ ab Seite 53. Und natürlich haben wir für Sie wieder Neuig-

keiten aus der Wissenschaft (Seite 38 bis 48) im Blatt; wir berichten, wie das Herz den Stoffwechsel auf Trab bringt, was die EU für die Forschung an der MHH tut sowie über die erste Studie am neuen Clinical Trial Center. Wer an der MHH von Deutschlandstipendien profitiert, wer mit den Lehrpreisen 2012 ausgezeichnet wurde und wie

die Examensfeier verlief, steht in der Rubrik „Lernen und lehren“ (Seite 49 bis 52). Und natürlich berichten wir auch aus der Klinik – etwa über einen neuen Geburtenrekord (Seite 35) oder ein neues Verfahren im Kampf gegen Speiseröhrenkrebs. Beim Durchblättern, Stöbern und Lesen wünsche ich Ihnen viel Spaß. Kommen Sie gut durch den Restwinter.  Ihr Stefan Zorn

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Inhalt

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Fotografin Karin Kaiser besuchte die Frühchenstation.

Die Frühchenstation der MHH  _6  _8  _9 _10 _12 _12

Gemeinsam für das winzige Leben Drei kleine Wunder Glossar: Keimfreie Kliniken? Professorin Hansen im Interview Fast schutzlos Weniger Infektionen in den vergangenen Jahren

Namen und Nachrichten _14 _15 _16 _18 _19 _20 _21 _21

Die MHH bleibt Deutschlands größtes Transplantationszentrum Professor Dr. Christopher Baum wird MHH-Präsident Angela Merkel: „Ich bin sehr beeindruckt von diesem Juwel“ Erster Spatenstich für NIFE Es ist gerichtet Beschwerdemanagement: Eine Frage der Unternehmenskultur Niedersächsischer Krebspreis für MHH und Caritas Lob von den Auditoren

Bauchwasser: Pumpe schaffte Abhilfe

Mehr Verbindlichkeit: Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin entwickelt Konzept für

_34

_22 Kongressvorschau _24 Personalien _25 Dienstjubiläen, Stipendien _26 Ehrungen und Auszeichnungen _27 In Gremien gewählt _27 MHH-Zentrum für Seltene Erkrankungen ausgezeichnet _28 Examen _29 Heiße Gefahren im Winter _29 Fit für den Wechsel _30 Ideengeber: Gut durchdacht _31 Schule trifft Wissenschaft: Projekt ausgezeichnet _31 Zweite Runde der Ethik-Universität gestartet

Spitzenforscher: EU-Preis für Professor Förster _32

Mehr Verbindlichkeit und verbesserte Strukturen

Behandeln und Pflegen _33 Zwei Kliniken – ein Herz-Team _34 Pumpe schafft bei krankhaftem Bauchwasser Abhilfe _35 2.063 Babys: Geburtenrekord in der MHH _35 Gesundheitscheck für Fach und Führungskräfte _36 Minimalinvasive Operation bei Speiseröhrenkrebs _37 „Abhust-Assistent“ hilft Kindern

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Ausgezeichnet: Die Lehr

Forschen und Wissen _38 Drittmittel für Forschungs projekte in der MHH _39 Millionenförderung für MHH-Spitzenforscher _40 Europäische Unterstützung: 5,5 Millionen Euro für die MHH _42 Stärkung für das schwache Ohr _42 Bakterien-Genen auf der Spur _43 Biomarker für Brustkrebstherapie _44 Sind Blutdruck-Senker günstig für den Stoffwechsel? _45 Neuer Service: Modernes Biobanking an der MHH _45 Professor Tim Lankisch


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Inhalt

impressum Herausgeber Das Präsidium der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge unterliegt nicht der Verantwortung der Herausgeber und der Redaktion. Abdruck honorarfrei. Redaktionsschluss für die AprilAusgabe ist der 8. März 2013. Chefredaktion Stefan Zorn (stz) Redaktion Bettina Bandel (bb) Claudia Barth (cb) Daniela Beyer (db) Simone Corpus (sc) Bettina Dunker (dr) Tina Gerstenkorn (tg) Camilla Krause (ck) Ursula Lappe (la) Fotoredaktion Karin Kaiser Layout und Realisierung Madsack Medienagentur GmbH & Co. KG Stiftstraße 2 30159 Hannover Telefon (0511) 518-3001 Fax (0511) 518-3009 www.madsack-agentur.de Anzeigen

ärztliche Weiterbildung

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Günter Evert Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG 30148 Hannover Kontakt Anzeigenverkauf: Telefon (0511) 518-2153 oder -2114 Auflage: 13.000 Stück Druck Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 34266 Niestetal Telefon (0561) 52 00 70 Gedruckt auf 100-prozentigem Recycling-Papier

rpreisträger 2012

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Voller Erfolg: 5.000 Gäste beim Tag der offenen Tür _60

_46 Zwei Forscherinnen beim HiLF-Symposium preisgekrönt _46 Leberentzündung bei Herzpatienten häufig _47 Hormone wirken wie Ausdauertraining _48 Molekül mit versteckten Talenten

Lernen und Lehren _49 _50 _51 _52

28 MHH-Studierende erhalten ein Deutschlandstipendium Examensfeier an der MHH Gute Lehre verdient einen Preis Biochemiker feiern ihren Abschluss

Online-Ausgabe Das MHHinfo ist auch im Internet zu finden unter www.mh-hannover.de/mhhinfo.html

Gäste und Feste

Fotos

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Alle Fotos von Karin Kaiser außer: HZI (9, 11), Bodo Kremmin (14), Kerstin Wendt (16, 17), Laurent Goussana/Klinikum der Uni München (43), Tina Gerstenkorn (56, 58), aus Abteilung oder privat (21, 26, 36, 44, 52).

Prinzessinnen besuchen die Kinderonkologie Kugelbahn, Kickboard und Kinderzelt Scorpions überraschen kleine Patienten Musik für kleine Herzen Große Geschenke für krebskranke Kinder 5.000 Besucher beim Tag der offenen Tür Michaela Schaffrath setzt sich für kranke Kinder ein Eine ganz treue Stiftung Gysi besucht MHH-Personalrat

Anschrift der Redaktion Medizinische Hochschule Hannover Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Zorn Carl-Neuberg-Straße 1 30625 Hannover Telefon (0511) 532-6772 Fax (0511) 532-3852 zorn.stefan@mh-hannover.de ISSN 1619-201X

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STARTHILFE FÜR DAS LEBEN

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Gemeinsam für das winzige Leben Herbst 2011: Im Klinikum Bremen sterben drei Frühchen, nachdem sie mit multiresistenten Erregern infiziert worden waren. Herbst 2012: In Berlin stirbt ein frühgeborenes Kind an den Folgen einer Infektion mit einem Darmbakterium, sieben weitere erkranken. Landauf, landab sind die Fachärzte, Neonatologen genannt, aufgeschreckt. Denn Sie wissen: Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, trotz Handdesinfektion, Hygienevorschriften – ein Risiko bleibt. Ein Besuch auf der Frühchenstation der MHH, ein Blick auf winziges Leben, ein Exkurs zwischen Händedesinfektion, einem noch nicht ausgereiften Immunsystem und den wichtigsten Begriffen aus der Krankenhaushygiene

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Doch die Pflegekräfte auf der Station ände können streicheln, halten und beruhigen, sie können waschen, sind mit den Regeln der Händehygiene wickeln und versorgen – Berüh- bestens vertraut. „Wir arbeiten sehr eng rungen von Eltern und Pflegekräften sind mit dem ASH-Team der Krankenhaushygifür Frühchen besonders wichtig. Dadurch ene zusammen“, berichtet Bettina Wobst. entstehen emotionale Bindungen, und das ASH steht für die Aktion Saubere Hände. noch schwache Immunsystem bildet sich Auf der Frühchenstation finden, wie auf alaus und wird gestärkt. Und doch sind es len anderen Intensivstationen auch, jährlich gerade die Hände, über die gefürchtete Schulungen zur richtigen HändedesinfekKrankheitserreger weitergegeben werden tion statt. „Bei Bedarf natürlich auch öfter“, sagt Gabriele Porep, die können. Deshalb zum ASH-Team gehört. ist eine sorgfältige „Schon eine kleine Anzahl „Gibt es Fragen oder Händehygiene auf von Erregern kann Unklarheiten, wenden der FrühchenstaKrankheiten auslösen“ sich die Kinderkrankention (über-)lebensschwestern an uns.“ wichtig. Die Mitarbeiterinnen des ASH-Teams Patienten mit einem schwachen Immunsystem sind besonders anfällig für sind regelmäßig auf der Frühchenstation – Infektionen. „Bei ihnen reicht schon eine auch um bei sogenannten Compliance-Bekleine Anzahl von Erregern aus, um eine obachtungen festzustellen, ob die Regeln Krankheit auszulösen“, erklärt Gabriele der Händedesinfektion wirklich konsequent Porep von der MHH-Krankenhaushygiene. eingehalten werden. „Dabei sind wir keine Das gilt für Erwachsene genauso wie für Besserwisser, sondern Partner. GegenseiFrühgeborene. Bei den einen ist das Ab- tiges Vertrauen ist bei einem so sensiblen wehrsystem geschwächt, beispielsweise Thema wichtig“, erklärt Gabriele Porep. durch große operative Eingriffe und die Neben dem Ritual der Händedesinfektion Gabe von Antibiotika. Bei den anderen gehört auch das Tragen von Schutzkleidung ist das Immunsystem noch nicht aus- zur Hygiene. Bevor sie die Babys aus dem gereift. Während einer achtstündigen Brutkasten nehmen, ziehen die KinderkranDienstschicht auf einer neonatologischen kenschwestern beispielsweise immer einen Intensivstation wird ein Frühgeborenes Schutzkittel an. Muss ein Baby aufgrund durchschnittlich 80-Mal berührt. Es wird einer Infektion isoliert in einem Zimmer therapiert, gewaschen, gewickelt und ge- liegen, sind neben dem Kittel auch Handlagert. Es wird über einen Schlauch beat- schuhe und gegebenenfalls Mundschutz met und über eine Sonde ernährt. Manch- Pflicht. Ringe und Armbanduhren müssen mal ist es auch nötig, Schleim aus den schon bei Dienstantritt abgelegt und lange Atemwegen abzusaugen, da die Kleinen Haare zusammengebunden werden. Zu all diesen Maßnahmen kommt die spezinoch nicht abhusten können. elle Säuberung Etwa alle zwei Stunden muss ein Frühchen ver„Wir handeln nach bestem von Geräten, Monitoren und sorgt werden. „Dabei ist Wissen und Gewissen, um Kabeln durch die Händedesinfektion die Infektionen zu vermeiden“ die Reinigungswichtigste Grundlage“, kräfte. sagt Bettina Wobst, PfleStrenge Hygienevorschriften herrschen geleitung auf der neonatologischen Intensivstation in der Kinderklinik der MHH: auch in der Zentralen Milchküche der KinIm Laufe eines Tages müssen sich die Kin- derklinik. Hier werden unter anderem die derkrankenschwestern unzählige Male die Fläschchen für die neonatologische IntenHände waschen. Bei jedem Kontakt mit sivstation befüllt. Weil hier Nahrungsmittel, den kleinen Patienten, sei es das Wickeln, unter anderem auch abgepumpte MutterFüttern oder Kontrollieren der Zugänge, milch, zwischengelagert werden, gelten ist eine ordnungsgemäße Desinfektion zusätzlich Verordnungen der Lebensmittelhygiene. „Auch die Mitarbeiter der Milchnotwendig.


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STARTHILFE FÜR DAS LEBEN

Hygiene in der Milchküche: Pia Tunkel (links) und Tatjana Stockmann befüllen die Fläschchen streng nach Vorschrift.

küche erhalten Hygiene-Schulungen“, erklärt Gabriele Porep. „Wir handeln nach bestem Wissen und Gewissen, um Infektionen zu vermeiden“, sagt Bettina Wobst. Und dennoch gibt es wohl auf allen neonatologischen Intensivsta-

tionen Situationen, in denen die Händedesinfektion vielleicht nicht perfekt möglich ist. In Notfällen, beispielsweise wenn ein Kind krampft und die Kinderkrankenschwester sofort eingreifen muss, bleibt oft nicht die Zeit für eine Desinfektion nach Vorschrift.

Einfach und effektiv: Konsequente Handhygiene Die MHH ist seit 2008 an der bundesweiten „Aktion Saubere Hände“ (ASH) beteiligt. Mit der Kampagne, die vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird, soll die Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen verbessert werden. Mit Schulungen, Umfragen, Aktionstagen und ComplianceBeobachtungen versucht das ASH-Team das Bewusstsein für die Händehygiene zu schärfen und eine Verhaltensänderung zu erreichen. Mit der Aktion sollen alle Personen erreicht werden, die an Patienten arbeiten, also nicht nur Ärzte und Pflegende, sondern beispielsweise

Wenn Bettina Wobst und ihre Kolleginnen von lebensgefährlichen Infektionen auf Frühchenstationen in anderen Kliniken hören, reflektieren sie ihr eigenes Handeln und fühlen mit den betroffenen Eltern. Aber auch mit dem Team dort.  tg

Die Händedesinfektion gehört immer dazu: Gesundheitsund Kinderkrankenschwester Fabienne Fabig an einem Wärmebettchen.

auch Medizinisch-Technische RadiologieAssistenten oder Stomatherapeuten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat fünf Situationen festgesetzt, in denen eine Händedesinfektion notwendig ist: vor und nach dem Patientenkontakt, vor aseptischen Tätigkeiten wie beispielsweise Blut abnehmen oder Medikamente

verabreichen, nach dem Kontakt mit potenziell infektiösen Materialien wie Blut, Speichel und Urin und nach dem Kontakt mit Gegenständen und Oberflächen in unmittelbarer Patientennähe. Darüber hinaus sollten sich die Pflegekräfte generell vor Dienstantritt und nach Dienstschluss die Hände desinfizieren. tg

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STARTHILFE FÜR DAS LEBEN

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Drei kleine Wunder Sie waren selbst Frühchen, heute sind sie kerngesunde Jugendliche – die Drillinge Lucia, Tevka und Zoe. Die drei sind auf der Neugeborenen-Intensivstation zu Gast, auf der sie vor 15 Jahren lagen

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ie Kletten kleben die Blicke der Drillinge Lucia, Tevka und Zoe an der Scheibe des Brutkastens. Die 15-Jährigen beobachten gebannt, wie das darin liegende winzige Baby versorgt wird, das viel zu früh auf die Welt kam: Anstelle von 40 Wochen dauerte die Schwangerschaft ihrer Mutter nur 26 Wochen. Seit zwei Wochen liegt das kleine Mädchen in einem Inkubator auf der Frühchenstation 69. Wenn alles gutgeht, wird sie bis zum errechneten Geburtstermin darin wachsen und gedeihen – bis sie nach Hause kann. Derzeit muss sie jedoch noch über einen Tubus künstlich beatmet werden und bekommt die Muttermilch per Sonde. Rund um die Uhr sorgt sich das Ärzteund Pflegeteam um sie: Es überwacht die Herz- und Lungenfunktionen, saugt Schleim aus dem Hals ab, misst die Körpertemperatur, stellt Infusionen ein und wickelt die Frühchen. Röntgenuntersuchungen der Lunge und Ultraschalluntersuchungen von Kopf, Herz und Bauch führen die Ärzte mit

Tevka, Zoe, Lucia (von links) vor dem Eingang der Station 69.

mobilen Geräten direkt vor Ort durch. Für all das brauchen die Kinderkrankenschwestern und -ärzte eine unglaublich ruhige und beruhigende Hand sowie viel Disziplin bei den Hygienemaßnahmen. Denn alles an Frühchen ist winzig und zerbrechlich: Dünn wie Pergament spannt sich die Haut über die zarten Rippen und blauen Äderchen, die Organe sind unreif, die Blutgefäße – auch die des Gehirns – empfindlich, und das Immunsystem ist sehr gefordert und anfällig für Infekte. Gerade diese Winzigkeit lässt die Drillinge staunen – vor allem, weil sie hier selbst Patientinnen waren: Im Januar 1998 kamen sie zu Beginn der 25. Schwangerschaftswoche zur Welt – mit je 650 Gramm und 27 Zentimetern Länge. „Ihre Köpfchen waren nicht größer als eine Mandarine, und sie badeten in Nierenschalen“, erinnert sich ihre Mutter. „Ich hatte zwar Fotos gesehen aus der Zeit, als wir so klein waren. Aber ich hätte trotzdem nicht gedacht, dass Frühchen so zierlich sind. Das wir selbst mal so waren, ist für mich unvorstellbar“, sagt Zoe. „Wunderbar ist vor allem, dass alle drei Schwestern leben und gesund sind. Selbstverständlich ist das nicht, denn nur etwa zwei Drittel der Kinder,

die in dem Alter, mit dem Gewicht geboren werden, überleben – und nur 20 Prozent sind wirklich gesund“, sagt Professorin Dr. Bettina Bohnhorst, Leitende Oberärztin der Station 69, die sich über den Besuch der Drillinge freut. Professorin Bohnhorst arbeitet seit 21 Jahren auf der Station – also auch schon damals, als die Drillinge zur Welt kamen.

„Den Geruch kenne ich“ Heute gehen die Schwestern in die Schule, spielen Klavier und wandern gern. Arztbesuche kommen nicht häufiger vor als bei anderen Kindern. Doch das war nicht immer so, denn in ihren ersten acht Lebensjahren mussten sie zweimal pro Woche zum Arzt, um Entwicklungsverzögerungen, motorische Störungen (Ataxie) oder ihre eingeschränkte Sehfähigkeit behandeln zu lassen. Auch in die MHH kamen sie bis ins Jahr 2007 regelmäßig – woran sich auch ihre Nasen erinnern: „Den Geruch kenne ich“, sagt Tevka, als sie die Kinderklinik betritt. Und alle drei erinnern sich gut an den roten Fußoden, die Holz-Wandbilder und das Spielschiff.


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Zoe, Tevka und Lucia (von links) bestaunen, wie klein und zart Frühgeborene sind.

Die Drillinge hatten viel Glück, denn bis vor etwa 20 Jahren hatten solch früh Geborene kaum eine Überlebenschance. Doch seit den neunziger Jahren beschleunigen bessere Medikamente die Lungenreifung, stehen hochwertigere Beatmungsgeräte zur Verfügung, können Herzen genauer überwacht und kann Blut-Sauerstoff exakter gemessen werden. Um das alles kümmert sich auf der Station 69 rund um die Uhr ein Team aus elf Kinderärzten sowie – unter der Leitung von Bettina Wobst – 50 Kinderkrankenschwestern. In jeder Schicht arbeiten acht Schwestern, jede betreut drei bis fünf Patienten. Bestmöglich versorgen sie alle Neugeborenen in den 24 Bettchen in den Zwei- oder Vierbettzimmern. Zudem kümmert sich eine Pflegerin ausschließlich um die Eltern, denen auch ein Psychologe, eine Stillberaterin und eine Sozialarbeiterin zur Verfügung stehen. In einem Bettchen liegt auch der kleine Max. Eigentlich. Denn derzeit kuschelt er auf der Brust seines Papas Claudius, der in einem Sessel neben dem Bett sitzt. In der 24. Woche kam Max mit 585 Gramm auf die Welt. Inzwischen lebt er sieben Wochen auf der Station 69, hat mithilfe von Fach-

ärzten eine Lungenentzündung überstanden und wiegt 900 Gramm. Eigentlich haben die Babys in dem Alter 24 Stunden pro Tag ihre Mama um sich. Um dem ein wenig nachzukommen, kuschelt Max seit vier Wochen bis zu drei Stunden am Tag mit Mama oder Papa – so, dass er ihr Herz hört und ihre Haut spürt. Das nennen sie auf der Station „Känguruhen“. Fest greift der Kleine den Finger seines Papas, manchmal hört man ein leises Babyschnarchen, der „MiniSchnulli“ wackelt dabei im Mund sacht hin und her. Bei solch „stabilen“ Kindern können die Eltern auch beim Wickeln und Waschen helfen; wenn die Sprösslinge schon saugen können, ist auch Stillen möglich. Die Babys der 69 werden in der Regel mit weniger als 2,5 Kilogramm geboren – und meist vor dem Ende der 37. Schwangerschaftswoche. „Ab der vollendeten 23. Schwangerschaftswoche kann ein Kind mit medizinischer Hilfe überleben“, sagt Professorin Bohnhorst. Je später die Geburt, desto besser: Werden Kinder in der 24. und 25. Schwangerschaftswoche geboren, verkraften das 70 bis 85  Prozent von ihnen, ab der 28. Woche schaffen es mehr als 90 Prozent. Doch es gab in der MHH auch schon ein Baby, das mit 22 Wochen und fünf Tagen auf die Welt kam. „Das war eine große Ausnahme, es war mit 650 Gramm für sein Alter auch schon relativ schwer.“ Das bei der Geburt leichteste Kind der MHH, das ohne wesentliche Probleme überlebt hat, wog 380 Gramm. Doch das Wettrennen der Kliniken um die kleinsten, jüngsten und leichtesten Frühgeborenen ist Professorin Bohnhorst unbehaglich: „Oft übersieht man dabei, dass viele der Kinder sterben oder zwar überleben, aber mit zahlreichen Behandlungen und oft schweren Behinderungen zurechtkommen müssen.“ Sehr unreife Frühgeborene würden ihrer Meinung nach davon profitieren, wenn Perinatalzentren zusammengelegt werden: „Durch die Bündelung der Erfahrungen von Ärzten und Pflegern können die Überlebenschancen und die Lebensqualität der extrem kleinen Frühgeborenen verbessert werden.“ Die MHH ist ein Perinatalzentrum der höchsten Versorgungsstufe, ein sogenanntes Level-1-Zentrum. „Wir tun hier alles, was Menschen und Technik heutzutage leisten können. Trotzdem haben wir natürlich nicht alles in der Hand“, sagt Professorin Bohnhorst, die sich schon auf das Jahr 2016 freut. Denn die Drillinge haben versprochen, wiederzukommen – wenn sie volljährig sind.  bb

Keimfreie Kliniken? Keimfreie Kliniken gibt es nicht, da Kliniken nicht steril sein können und das Wort „Keime“ eigentlich auch keine Krankheitserreger beschreibt – ein Glossar rund um das Thema Krankenhausinfektionen. Aseptisch bedeutet „frei von Erregern“. Das ist zum Beispiel Haut, die mit Desinfektionsmitteln behandelt wurde. Doch „völlig frei“ von Erregern ist sie nicht. Das sind nur „sterile“ Gegenstände, die mit physikalischen Verfahren wie Abkochen, Autoklavieren, Dampfsterilisieren oder Gamma-Strahlen behandelt worden sind. Besucher stellen für Angehörige in Bezug auf die Übertragung von Infektionskrankheiten nur eine geringe Gefahr da – es sei denn, sie haben eine Grippe, einen Norovirus oder einen ausgeprägten Schnupfen. Dann müssen sie mindestens einen Meter Abstand halten oder einen Mund-NasenSchutz benutzen. Bei Immunsupprimierten oder isolierten Patienten leitet das Krankenhauspersonal die Besucher zu noch vorsichtigerem Verhalten an. Erreger sind Organismen wie Bakterien, Viren und Pilze, die krank machen können. Es gibt sie zahlreich und überall; täglich setzt der Mensch sich mit ihnen auseinander – so bleibt sein Immunsystem immer auf dem aktuellsten Stand. Am Anfang und am Ende des Lebens kann es Probleme geben. Denn bis das Immunsystem nach der Geburt so richtig in Gang gekommen ist, kann es sich nicht gut gegen Erreger wehren. Und im Alter wird das Immunsystem weniger widerstandsfähig. Übrigens: Bakterien sind eher träge, man überträgt sie zum Beispiel beim Händeschütteln. Viren hingegen können leichter übertragen werden – beispielsweise durch die Luft. „Böse“ Bakterien gibt es nicht, da es auf den Ort ankommt, an dem sie sich befinden. Beispielsweise macht ein Staphylococcus aureus eigentlich nicht krank. Gelangen Bakterien dieser Art jedoch in eine Wunde und darüber ins Blut, folgt eine Erkrankung – von Furunkeln bis Lungenentzündungen oder Sepsis. Fortsetzung auf Seite 11

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Mehr Licht als Dunkel Wo liegen die Möglichkeiten und Grenzen der Neonatologie? Ein Gespräch mit Professorin Dr. Gesine Hansen, Direktorin des MHH-Zentrums für Kinderheilkunde und Jugendmedizin Wie hat sich die Zahl der Frühgeburten entwickelt? Die Zahl der frühgeborenen Kinder hat – trotz der niedrigeren Geburtenrate – auch absolut gesehen zugenommen. Sie ist in den vergangenen Jahren von 7 auf 9 Prozent auf jährlich 60.000 Frühgeborene in Deutschland gestiegen. Gründe dafür sind unter anderem das steigende Alter der Mütter und die Zunahme von Mehrlingsschwangerschaften nach künstlicher Befruchtung. An der MHH hat sich die Zahl der kleinen Frühgeborenen in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt. Woran liegt das? Wir hoffen natürlich, dass es auch mit der guten Arbeit der Geburtshilfe und Neonatologie zusammenhängt. Es ist aber sicher auch auf strukturelle Veränderungen zur Qualitätssicherung der Versorgung von Früh- und Neugeborenen zurückzuführen, die der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) vorgegeben hat. Die MHH zählt zu den Zentren der höchsten Versorgungsstufe, sie ist ein „Perinatalzentrum Level 1“: Die Versorgung der schwangeren Frauen und der Frühgeborenen findet in der MHH unter einem Dach statt, und es werden sehr hohe personelle und strukturelle Anforderungen erfüllt. Wir an der MHH sind glücklicherweise in einer besonders privilegierten Situation, weil wir den Kindern bei jedem Problem mit hoch qualifizierten Teams aller Subdisziplinen helfen können. Es gibt nur wenige Kliniken, in denen eine große Kinder-Chirurgie, Kinder-Kardiochirurgie, Kinder-Pneumologie, KinderNephrologie, Kinder-Gastroenterologie, Kinder-Hämatologie, eine Neurochirurgie, die Augenheilkunde, HNO und vieles, vieles mehr vorgehalten werden. Wie sehen die Überlebenschancen aus? Die Chancen sind viel besser geworden. So ist zum Beispiel die Überlebensrate bei Kindern der 24. oder 25. Schwangerschaftswoche seit dem Jahr 2005 von damals 36 auf jetzt 47 Prozent gestiegen. Die biologische „Grauzone“ liegt zwischen der 22. und 24. Schwangerschaftswoche, und

die Frage, ob mit der Intensivbehandlung extrem kleiner Frühgeborener begonnen werden sollte, ist eine ethische Frage, die in verschiedenen Ländern ganz unterschiedlich eingeschätzt wird und letzten Endes nur in der aktuellen Situation im individuellen ärztlichen Einvernehmen mit den Eltern beantwortet werden kann. Hier scheinen wir aber die Grenze der Lebensfähigkeit erreicht zu haben, die wir respektieren müssen und sollten. Wie entwickeln sich Frühchen? Die Prognose der Kinder hängt entscheidend davon ab, wie viel zu früh sie geboren werden. Es ist alles möglich – von einer fast normalen Entwicklung bis zu schwerster Beeinträchtigung. Zu Anfang ist es meist nicht vorauszusehen, welches dieser Kinder welchen Weg gehen wird. Von den sehr früh geborenen Kindern aus der 24./25. Schwangerschaftswoche entwickeln sich 20 Prozent erfreulich gut, ein etwas größerer Anteil erleidet schwere Behinderungen. Wir kämpfen für alle und um alle, auch wenn wir immer wieder an Grenzen stoßen, die wir akzeptieren müssen. Oft bewegen wir uns auf dünnem Eis. Uns ist sehr wichtig, das langfristige Schicksal jedes einzelnen Kindes und seiner Familie im alltäglichen Kampf um das Überleben nicht aus dem Auge zu verlieren. Wie sind denn die Prognosen? Ab der 34. Schwangerschaftswoche ist die Prognose gut, die meisten Kinder entwickeln nur geringe oder keine Beeinträchtigungen. Je kürzer aber die intrauterine Phase ist, desto höher wird das Risiko für schwere Behinderungen. Von den Frühgeborenen der 24. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht um 400 Gramm überlebt nur jedes fünfte die ersten Wochen ohne schwere Komplikationen und nachfolgende erhebliche Behinderungen. Ungefähr jedes vierte dieser extrem früh geborenen Kinder muss leider mit schweren neurologischen Behinderungen, Seh- und Hörminderungen oder Lungenschäden rechnen. Handhygiene ist auf Intensivstationen wichtig – was aber noch?

Das Wichtigste ist ein sehr gut qualifiziertes Team, das konzentriert und mit Ruhe und Zeit die Kinder versorgen kann. Wichtig ist auch die enge Zusammenarbeit mit der Krankenhaushygiene, die uns sehr engagiert und sehr gut begleitet. Wir halten uns natürlich auch streng an die Vorgaben des Robert-Koch-Institutes und suchen routinemäßig, systematisch und engmaschig bei allen Kindern nach Keimen, sodass wir rasch reagieren könnten, falls es ein Problem geben sollte. Doch trotz aller Vorsorgemaßnahmen lassen sich Vorkommnisse wie in Bremen nicht hundertprozentig verhindern. Wir können nur alles dafür tun, das Risiko zu minimieren. Was weiß man über das frühe Immunsystem? Eigentlich weiß man wenig über das Immunsystem des Frühgeborenen. Es ist kaum möglich, bei einem Frühgeborenen mit nur wenigen 100 Gramm Köpergewicht und einem sehr geringen Blutvolumen immunologische Untersuchungen durchzuführen. Eine überraschende und von der bisherigen Lehrbuchmeinung abweichende Erkenntnis ist aber beispielsweise, dass sich die Immunzellen des reifen Neugeborenen – soweit wir das sagen können – phänotypisch kaum von denen der Erwachsenen unterscheiden. Wir selber konnten dies mit einer bei uns neu entwickelten Methode, der Chipzytometrie, mit der wir mit nur einem Tröpfchen Blut umfangreiche Untersuchungen durchführen können, auch


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STARTHILFE FÜR DAS LEBEN 11 Professorin Dr. Gesine Hansen, Direktorin der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie

für sehr kleine Frühgeborene bis zur 23. Schwangerschaftswoche hinunter bestätigen. Das hat uns sehr überrascht, denn gleichzeitig wissen wir, dass diese kleinen Kinder enorm anfällig sind für Infektionen. Infektionen sind eine der häufigsten Ursachen für den Tod in der Perinatalzeit überhaupt, die insgesamt eine der „gefährlichsten Zeiten“ des Lebens darstellt. Das Immunsystem funktioniert noch nicht wie bei reifen Kindern. Bei ihnen übernehmen Haut und Schleimhäute eine Barrierefunktion, die die sehr zarten, fast durchscheinenden Oberflächen von Frühchen nicht bieten. Woran forscht die Neonatologie aktuell? Die Neonatologie ist immunologisch ein unglaublich spannendes Feld. Mit der Geburt wird das Kind, das im Mutterleib in einer sterilen Höhle geschützt war, ganz plötzlich mit einer Vielfalt von Antigenen und Mikroorganismen konfrontiert, mit denen sich das noch unerfahrene, untrainierte Immunsystem des Neugeborenen sofort auseinandersetzen muss. Bei diesen ersten Auseinandersetzungen findet nach neuen Erkenntnissen eine entscheidende Prägung für das ganze weitere Leben statt, die auch für das spätere Krankheitsrisiko jedes Neugeborenen mit ausschlaggebend ist. Interessant ist beispielsweise die Art der mikrobiellen Besiedelung bei und nach der Geburt und die Auseinandersetzung des Immunsystems mit der Gesamtheit der Mikroorganismen. Die Rachenbesiedlung

und die Darmbesiedlung von Neugeborenen, die später ein Asthma bronchiale entwickeln, unterscheiden sich zum Beispiel von Kindern, die kein Asthma entwickeln. Auch der Geburtsmodus entscheidet vieles: Kinder, die auf natürlichem Weg geboren werden, leiden später zum Beispiel deutlich weniger an Asthma als Kinder nach Kaiserschnittgeburt, wahrscheinlich auch weniger an Zöliakie und Adipositas. Schon Umwelteinflüsse auf die Mutter vor der Konzeption beeinflussen das Leben ihres noch nicht einmal gezeugten Kindes. Dies gilt besonders auch für epigenetische Modifikationen – das heißt, Einflüsse auf das „genetische Gedächtnis“. Wir erforschen die Mechanismen der frühen Toleranzentstehung und der Abwehr, die mit solchen Faktoren eng zusammenhängen. Und was ist dabei Ihr Ziel? Wir suchen nach Möglichkeiten, Kinder sehr früh vor der Entstehung von Krankheit zu schützen, indem wir die frühe immunologische Prägung günstig beeinflussen und damit zur Prävention von Krankheit beitragen. In unserer Arbeitsgruppe geht es dabei vor allem um allergische Erkrankungen. In Deutschland leidet daran inzwischen jedes vierte Kind. Da sind neue Wege wirklich wichtig. Sollte es gelingen, Möglichkeiten zu identifizieren, mit denen beim Neugeborenen schon früh schützende Mechanismen induziert werden können, sind wir einen großen Schritt weiter. Die Fragen stellte Tina Gerstenkorn.

Fortsetzung von Seite 9 Infektion: Wenn Krankheitserreger in den Menschen eindringen und sich dort vermehren, spricht man von einer Infektion oder Ansteckung. Im Krankenhaus besteht eine große Herausforderung darin, Patienten vor ihren eigenen Erregern zu schützen: Bei Operationen, beim Spritzensetzen, Legen eines Zugangs oder beim Blutabnehmen können Erreger in den Blutkreislauf des Patienten gelangen – in rund 70 Prozent der Fälle handelt es sich dabei um patienteneigene Erreger. Hinzu kommt, dass bei vielen Patienten, beispielsweise im Zuge einer Operation oder einer Chemotherapie, das Immunsystem geschwächt ist. Dann reichen wenige Bakterien für eine Infektion aus, die Ansteckung ist also abhängig von der Dosis. Viren sind dabei aggressiver als Bakterien – besonders das Norovirus. Aggressiv bedeutet hierbei, dass eine geringe Dosis für eine Ansteckung ausreicht. Und unter den etwas trägeren Bakterien gibt es auch ganz besonders träge – beispielsweise Salmonellen. Von ihnen brauchen ansonsten Gesunde schon eine recht hohe Dosis, um zu erkranken. Kolonisation: Haut und Schleimhäute wie beispielsweise die Darmschleimhaut sind mit zahlreichen Bakterien kolonisiert. Gut so! Denn dadurch baut sich ein Säureschutzmantel auf, der vor dem Eindringen von unerwünschten Stoffen schützt. Und dank der Darmflora funktioniert unser Stoffwechsel. Zudem braucht sie Platz und Nahrung und verdrängt so auch Krankheitserreger. Die Darmflora besteht übrigens aus etwa 400 verschiedenen Bakterienstämmen, sie wiegt etwa ein Kilogramm. Ist die Haut oder Schleimhaut verletzt, können diese (Schleim-) Hautbakterien in den Organismus eindringen und eine Infektion verursachen. Beispielsweise entzündet sich die Haut, wenn Staphylococcus aureus eindringt. Bei geschwächten Patienten können diese Bakterien in Verbindung mit Multiresistenzen sogar lebensbedrohend sein. Kontamination: Wenn Erreger nicht da sind, wo sie hingehören, spricht man von Kontamination. Sitzen beispielsweise Darmkeime auf der Fingerspitze und werden diese in eine Wunde gerieben – etwa beim Aufkratzen eines Pickels –, ist die Haut kontaminiert, und man hat sich selbst infiziert. Fortsetzung auf Seite 13


12 STARTHILFE FÜR DAS LEBEN

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Fast schutzlos Frühgeborene haben ein unreifes Immunsystem. Der Brutkasten und all die Technik drumherum ahmen den schützenden Mutterleib nach. Jeder Kontakt mit der Außenwelt birgt Risiken – und ist doch so wichtig

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igentlich klingt es paradox: Einerseits haben zu früh geborene Babys heute sehr gute Überlebenschancen, andererseits kann eine Infektion mit einem normalerweise harmlosen Bakterium für sie schnell tödlich verlaufen. Schuld daran ist die besondere Situation der Frühchen: Wenn sie auf die Welt kommen, sind sie noch nicht auf das Leben außerhalb des Mutterleibs vorbereitet. Die Organe sind nicht voll ausgebildet, sodass medizinische Eingriffe und ein manchmal monatelanger Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig sind. Ohnehin schon schwach, haben Frühgeborene auch noch ein unreifes Immunsystem. Infektionen sind dadurch nur schwer, manchmal auch gar nicht zu verhindern. Im Mutterleib lebt ein Fötus in einer sterilen Umgebung, abgeschirmt von Bakterien, Viren und Allergien auslösenden Stoffen. Die Abwehr von Krankheitserregern während der Schwangerschaft übernimmt das mütterliche Abwehrsystem. Das Immunsystem des Fötus funktioniert völlig anders als das eines Erwachsenen. Es erkennt zwar

fremde Eiweiße und Zellen, akzeptiert diese aber. Das muss auch so sein, denn sonst würde es zu Abstoßungsreaktionen gegenüber Zellen der Mutter oder auch den eigenen Zellen von sich neu entwickelnden Organen kommen. Erst im letzten Drittel der Schwangerschaft beginnt das Immunsystem des Kindes umzulernen. Im Geburtskanal kommt das Baby dann erstmals mit Erregern in Kontakt. Nach der Geburt folgen Bakterien, Viren und Pilze aus der Umwelt, besonders die des familiären Umfelds. Dieser Kontakt ist wichtig, weil so die Haut und der Darm mit Bakterien besiedelt werden können. Dadurch baut sich nach und nach die Immunabwehr auf, und ein „immunologisches Gedächtnis“ kann sich im Laufe der ersten Lebensjahre entwickeln. Gesunde, zum errechneten Termin geborene Säuglinge überstehen Infekte in dieser Zeit besser, da ihr Immunsystem schon ausgereifter und damit funktionstüchtiger ist. Bei Frühchen ist das anders: „Wenn sie auf die Welt kommen, sind die Zellen des Immunsystems zwar vorhanden, aber noch

Von medizinischen Geräten umringt: Papa Claudius kuschelt auf der Station 69 mit seinem Sohn Max.

nicht in der Lage, ausreichend Antikörper zu produzieren“, erklärt Dr. Almut MeyerBahlburg. Sie arbeitet als Ärztin im Bereich der pädiatrischen Immunologie in der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Neonatologie und Allergologie und erforscht im Labor die B-Lymphozyten von Früh- und Neugeborenen. „Das Immunsystem von Frühgeborenen muss sich erst noch entwickeln und ist noch unreifer als das von anderen Neugeborenen“, sagt sie. Auf den Frühchen-Stationen versuchen Ärzte und Schwestern, den Winzlingen einen Ersatz für die natürliche Entwicklung

Weniger Infektionen in den vergangenen Jahren Infektionen auf Frühgeborenen-Stationen bestimmen immer wieder die Schlagzeilen in den Medien. Tatsächlich ist die Häufigkeit von Infektionen bei Frühgeborenen in den vergangenen Jahren aber gesunken. Das belegen die Zahlen des Surveillance-Systems NEO-KISS. Dabei handelt es sich um eine bundesweite Referenzdatenbank, in der die Daten erfasst, miteinander verglichen und bewertet werden. An diese Referenzdatenbank sind 230 neonatologische Intensivstationen angeschlossen – auch die MHH. Das Ziel von NEO-KISS ist es, aus den Vergleichsdaten Präventionsmaßnahmen abzuleiten und die Infektionsrate bei Frühgeborenen zu senken. Da die meisten Infektionen bei Frühchen

mit einem Geburtsgewicht unter 1.500 Gramm auftreten, wird die Surveillance auf diese Patientengruppe beschränkt. Erfasst werden Daten zu Blutvergiftung, Lungenentzündung und zur nekrotisierenden Enterocolitis (NEC). Laut NEO-KISS lag die Infektionsrate von 2007 bis 2011 bei diesen Babys bei drei Infektionen pro 1.000 Behandlungstage. Bei Frühchen, die weniger als 500 Gramm wogen, betrug die Rate zehn Infektionen pro 1.000 Behandlungstage. Gegenüber dem Zeitraum von 2001 bis 2006 entspricht das einem Rückgang von 10 bis 25 Prozent. Die Daten zeigen aber auch, dass eine vollständige Vermeidung von Infektionen nicht möglich ist.  tg


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STARTHILFE FÜR DAS LEBEN 13

Fortsetzung von Seite 11 Keim bezeichnet das Stadium eines Lebewesens, aus dem sich das erwachsene Lebewesen entwickelt – zum Beispiel bei Pflanzen die sich aus dem Keimling entwickelnde Jungpflanze. Krankheitserreger sind keine „Keime“, sondern „Erreger“. Multiresistente Bakterien sind nicht ansteckender als andere Bakterien, aber widerstandsfähig gegenüber Antibiotika – zum Beispiel MRSA, der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus. Bei Gesunden ist das meist kein Problem. Doch bei immunschwachen Menschen oder Patienten, die etwa mit einem Katheter, Beatmungsgerät oder einer Nahrungssonde versorgt werden müssen, können sich diese Bakterien gut ausbreiten und beispielsweise Wundund Atemwegserkrankungen sowie Blutvergiftung verursachen. Wenn Bakterien gegen wichtige Antibiotika resistent werden, sind sie besonders schwer zu beseitigen. Rund 25 Prozent der Bakterien vom Typ MRSA sind gegen zahlreiche Antibiotika resistent, nur noch 18 Prozent mit Penicillin eliminierbar. Besonders in Kliniken gibt es multiresistente Erreger – weil Kranke aufeinandertreffen, bei denen häufig auch invasive Maßnahmen und Antibiotika eingesetzt werden. im Bauch der Mutter zu schaffen. Der Ärztin. Die häufigsten im Krankenhaus Brutkasten ahmt das Mikroklima der Ge- erworbenen Infektionen bei Frühgeborebärmutter nach. Über Schläuche in Mund, nen sind Blutvergiftung und LungenentNase und Armen werden die Kleinen künst- zündung. Sehr gefährlich für Frühchen ist lich ernährt und beatmet oder bekommen auch die nekrotisierende Enterocolitis, eine darüber Arzneimittel verabreicht. Rund um Erkrankung des Magen-Darm-Trakts, deren die Uhr sind viele Handhabungen nötig, Ursache noch nicht endgültig geklärt ist. Je jünger und kleiner diese Kinder sind um die kleinen Patienten zu versorgen. Doch alle diese Bemühungen bergen auch und je länger sie auf der Frühchenstation versorgt werden müssen, Risiken. „Jeder künstliche Zudesto höher ist die Infektangang in den Körper und jeder fälligkeit. Trotzdem wäre eine persönliche Kontakt ist eine sterile Umgebung ungesund potenzielle Infektionsquelle“, für sie, das Immunsystem besagt Dr. Meyer-Bahlburg. Gekäme dann überhaupt keine genstände aus Plastik, beiImpulse, sich auszubilden. spielsweise Schläuche, die in Deshalb ist auf Frühchenstatiden Körper führen, und intonen auch das „Känguruhen“ ravenöse Zugänge können zu erwünscht. Dabei liegen die Übertragungswegen werden. Babys auf der Brust der MutDarüber hinaus sind der Mund, die Ohren, die Augen und be- Dr. Almut Meyer-Bahlburg ter oder des Vaters und können deren Herzschlag hören sonders die Haut Einfallstore für unerwünschte Mikroorganismen. Die und intensiven Hautkontakt erleben. Das Haut und die Schleimhaut der Kleinen sind fördert nicht nur die emotionale Bindung sehr empfindlich und verfügen noch nicht zwischen Kind und Eltern. So wird auch über den schützenden sauren pH-Wert. das Immunsystem durch familiäre Bakte„Für Frühchen stellen in erster Linie die rien stimuliert. In der Klinik kommen die typischen Krankenhauskeime wie beispiel- Kleinen aber zwangsläufig auch mit andeweise die Methicillin-resistenten Staphy- ren Erregern in Kontakt. Durch strikte und lococcus-aureus-Stämme eine Gefahr dar. sorgfältige Hygienemaßnahmen kann das Aber auch an sich ungefährliche Bakterien, Risiko einer Infektion reduziert werden – etwa der normalen Hautflora, können zu hundertprozentig ausgeschlossen werden tg ernsten Infektionen führen“, erläutert die kann es aber nie. 

Nosokomiale Infektionen sind Infekte, die Patienten während ihres Aufenthaltes im Krankenhaus erwerben – beispielsweise Harnwegs- oder Wundinfektionen sowie Blutvergiftungen und Lungenentzündung. Oft sind Venenkatheter, invasive Beatmung und Operationen die Ursache. In Deutschland bekommen etwa 3,5 Prozent aller Patienten auf Allgemeinstationen eine Krankenhausinfektion, auf Intensivstationen sind es zirka 15 Prozent. Bei wiederum etwa 15 Prozent der auftretenden Infektionen sind multiresistente Erreger im Spiel. Steril bedeutet „absolut frei von Erregern“. Das können nur Gegenstände sein, weil dazu physikalische Verfahren wie Abkochen, Autoklavieren, Dampfsterilisieren oder Gamma-Strahlen nötig sind. Wenn invasive Eingriffe, wie beispielsweise Operationen oder Blutabnahmen, vorgenommen werden, muss die Erregerlast so minimal wie möglich sein. Dafür werden medizinische Instrumente, Kleidung und Handschuhe sterilisiert. So können 10.000 unterschiedliche Erreger abgetötet werden. Beispielsweise sind OP-Instrumente steril – solange sie verpackt sind.  bb

Das Glossar entstand mit Unterstützung von Professorin Dr. Iris Chaberny, Leiterin der MHH-Krankenhaushygiene.


14 Namen und Nachrichten

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Transplantationen sind immer Teamarbeit.

Die MHH bleibt Deutschlands größtes Transplantationszentrum Mit 423 Organtransplantationen in 2012 sinkt die Gesamtzahl nur leicht

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ie Medizinische Hochschule Hanno­ ver (MHH) ist Deutschlands größtes Transplantationszentrum. 2012 ver­ pflanzten die Chirurgen 423 Organe. Die Zahl der Transplantationen nahm damit leicht um knapp 3,0 Prozent ab ­– 2011 waren es 436 Spenderorgane gewesen. Bei Lebertransplantationen gab es aber einen Zuwachs um 16 Prozent auf 101 Transplan­ tationen. Bundesweit war die Zahl der ge­ spendeten Organe sogar um 10,8 Prozent auf 3.511 zurückgegangen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation sieht einen Zusammenhang mit den Manipulationsvor­ würfen an den Transplantationszentren in Göttingen, Regensburg und München. Dort sollen Mediziner Daten manipuliert und da­ mit ihren Patienten schneller zu einer Spen­ derleber verholfen haben.

Prüfkommission war im Dezember in der MHH Eine Kommission, eingesetzt von Bun­ desärztekammer, Deutscher Kranken­ hausgesellschaft und GKV-Spitzenverband, prüft derzeit alle 47 deutschen Transplan­ tationszentren. Anfang Dezember war das Expertenteam in die MHH gekommen – und hatte keine Auffälligkeiten gefunden. „Das Ergebnis hat unsere interne Untersuchung der Innenrevision bestätigt“, sagt MHHVizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg, zu­ ständig für das Ressort Krankenversorgung. „Unsere Ärztinnen und Ärzte tun alles, um ihren Patientinnen und Patienten zu helfen, aber natürlich bleiben sie im rechtlichen

Rahmen.“ Die Manipulationsvorwürfe ge­ gen einzelne Kliniken hätten das Vertrauen der Menschen in die gesamte Transplantati­ onsmedizin schwer erschüttert, ergänzt der Vizepräsident. „Wir müssen jetzt alles dafür tun, um dieses Vertrauen zurückzugewin­ nen.“ Das bedeutendste Problem seien die langen Wartezeiten der Patienten auf ein Spenderorgan, betont Dr. Tecklenburg. „In der MHH warten mehr als 1.000 Patienten auf ein Spenderorgan.“ Wegen der Ver­ dachtsfälle in Göttingen, Regensburg, Mün­ chen und mittlerweile auch Leipzig sei die Spendenbereitschaft gesunken – damit ver­ längert sich die Wartezeit der Patienten. „Als Folge steigt die Zahl der Patienten, die wäh­ rend des Wartens auf ein Organ sterben.“ Transplantationen sind in der MHH schon immer Teamarbeit gewesen – dass immer mindestens drei Ärzte involviert sind, ist Standard. Die beiden MHH-Transplan­ tationskliniken haben die zum 9. Dezem­ ber 2012 neu eingeführte Richtlinie der Bundesärztekammer umgesetzt: Nunmehr gehört ein zusätzlicher, fachlich unabhän­ giger Mediziner der Transplantationskonfe­ renz an. Die MHH erfüllt damit die Forde­ rungen nach einem Sechs-Augen-Prinzip.

Starker Anstieg bei Lebertransplantationen In der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie von Direktor Pro­ fessor Dr. Jürgen Klempnauer wurden im vergangenen Jahr 171 Nieren verpflanzt, 44 davon waren eine Lebendspende (2011:

197 Nieren, davon 59 Lebendspenden). Die Zahl der transplantierten Lebern stieg 2012 auf 101 Spenderorgane an, davon 13 Lebendspenden und 16 Splitlebern (2011: 87 Lebern, davon 8 Lebendspenden und 10 Splitlebern). „Wir freuen uns besonders über dieses gute Ergebnis, insbesondere, da die Rahmenbedingungen, vor allem für die Lebertransplantation, in Deutschland zuneh­ mend problematisch geworden sind“, sagt Professor Klempnauer. „Wie bisher werden wir uns auch in Zukunft mit maximalem Einsatz unter Einhaltung aller Vorgaben für das Wohl unserer Patienten einsetzen.“

Europas größtes Zentrum für Lungentransplantationen Die Ärzte der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie von Professor Dr. Axel Haverich transplantierten 2012 16-mal ein Herz, siebenmal Herz- und Lunge und 128-mal die Lungen. Im Jahr 2011 waren es 21 Herz-, fünf Herz und Lungen- und 126 Lungentransplantatio­ nen. Im vergangenen April 2012 führten die Chirurgen die erste Lebendlungenspende in Deutschland durch, seither kam dieses Le­ bendspende-Programm bei zwei Patienten zum Tragen. Die MHH ist weltweit eines der größten Zentren für Lungentransplantatio­ nen und das größte in Europa. „Wir sind stolz auf die erreichten Zahlen. Die guten Ergebnisse der Transplantation sind Resultat unserer Innovationskraft und der vorbildli­ chen interdisziplinären Zusammenarbeit“, meint Professor Haverich. stz


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Namen und Nachrichten 15

Professor Dr. Christopher Baum wird MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann scheidet Ende März aus dem Amt aus

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ie Medizinische Hochschule Hanno­ ver (MHH) hat einen neuen Präsiden­ ten: Professor Dr. Christopher Baum übernimmt am 1. April 2013 das Amt von Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. Das gab das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur heute bekannt. Professor Baum ist seit 2007 Forschungsde­ kan der MHH. Der 50-Jährige leitet zudem das Institut für Experimentelle Hämatolo­ gie. „Die MHH leistet dank ihrer hervor­ ragenden Mitarbeiter, Studierenden und Auszubildenden und auch aufgrund ihrer besonderen Struktur einen bedeutenden Beitrag für die Medizin und die Lebenswis­ senschaften, bestens aufgestellt in der Prä­ sidentschaft von Professor Bitter-Suermann. Ich freue mich sehr auf die anstehenden

Aufgaben in der Gestaltung und Entwick­ lung unserer Hochschule, in einer sorgsam abgewogenen Kombination aus Innovation und Tradition“, sagt Professor Baum. „Ich kenne Professor Baum nun seit sei­ nem Wechsel an die MHH vor 13 Jahren und habe seinen akademischen und wis­ senschaftlichen Steilflug in dieser Zeit aktiv begleitet. Herr Baum hat eine Fülle von not­ wendigem Rüstzeug und Talenten für das Präsidentenamt im Tornister, und ich freue mich für ihn und für die MHH über seine Wahl“, betont Professor Dr. Dieter BitterSuermann. Der 75-Jährige ist seit April 2004 im Amt und ältester Präsident einer deutschen Hochschule. Professor BitterSuermann hatte im Jahr 2010 die Verlän­ gerung seiner Amtszeit an eine Verkürzung

Führungswechsel: MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann scheidet Ende März aus dem Amt, Professor Dr. Christopher Baum wird sein Nachfolger.

der Amtsperiode bis zum 31. März 2013 geknüpft. Professor Christopher Baum ist ein welt­ weit renommierter Forscher der Zell- und Gentherapie im blutbildenden System und gehört mit seinem Institut dem erfolgrei­ chen Exzellenzcluster REBIRTH an. Er ist zudem stellvertretender Koordinator des Exzellenzclusters zu Regenerativer Medi­ zin. Als Forschungsdekan leitet er die For­ schungskommission der MHH und gehört als beratendes Mitglied dem Senat an. Der in Marburg/Lahn geborene Baum studierte von 1982 bis 1989 Medizin in Es­ sen, Freiburg und Hamburg. Er promovierte 1991 im Universitätsklinikum Hamburg-Ep­ pendorf (UKE), wo er bis 1993 als Wissen­ schaftlicher Mitarbeiter tätig war. Von 1993 bis 1996 arbeitete er am Heinrich-Pette-In­ stitut der Universität Hamburg in der Abtei­ lung für Zell- und Virusgenetik. 1999 erhielt er die Habilitation im Fach Molekulare Me­ dizin an der Universität Hamburg und war bis zum Jahr 2000 Wissenschaftlicher Mit­ arbeiter in der Knochenmarktransplantation des UKE. Im Jahr 2000 wechselte Professor Baum nach Hannover an die MHH und hatte bis 2005 die C3-Stiftungsprofessur für Stammzellbiologie in der Abteilung für Hämatologie, Hämostaseologie und Onko­ logie inne. Von Juli 2003 bis 2009 war er zusätzlich als Adjunct Associate Professor im Department of Experimental Hemato­ logy, Cincinnati Children’s Hospital Medical Center, Cincinnati, Ohio (USA) tätig. Seit April 2006 ist er W3-Professor und leitet das Institut für Experimentelle Hämatologie der MHH. stz

Senat stimmt gegen Stiftung – MHH bleibt Landesbetrieb Die 13 Senatorinnen und Senatoren der MHH haben in der 494. Senatssitzung am 12. Dezember mit sieben zu sechs Stim­ men für den Verbleib der Hochschule in der bisherigen Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts gestimmt, also eines rechtlich unselbstständigen Betriebes des Landes Niedersachsen. Damit lehnte der Senat den Wunsch des Präsidiums und insbesondere des Präsidenten Professor

Dr. Dieter Bitter-Suermann ab, der Ende 2011 die Diskussion über einen Weg hin zu einer Stiftungshochschule neu entfacht hatte. Bereits im Dezember 2002 hatte der damalige Senat den ersten Versuch, Stiftungsuniversität werden zu wollen, scheitern lassen. Professor Bitter-Suermann hatte im MHHinfo mit seinem Grußwort zum Jah­ reswechsel 2011/2012 die Diskussion

angestoßen, da er in einer Stiftung die Chancen für eine Weiterentwicklung der MHH „in Freiheit und Eigenbestimmung ohne ein einziges Risiko“ sieht. Da er sein Amt zum 31. März 2013 aufgibt, stand er zu keinem Zeitpunkt in dem Geruch einer persönlichen Vorteilsnahme. Doch die Se­ natorinnen und Senatoren wollten in der Mehrheit den Argumenten nicht folgen und lehnten weitere Schritte ab.  sz


16 Namen und Nachrichten

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„Ich bin sehr beeindruckt von diesem Juwel“ Mit Angela Merkel hat zum ersten Mal ein deutscher Regierungschef die MHH besucht. Die Bundeskanzlerin war so beeindruckt, dass sie zwei Begegnungen in ihrer Neujahrsansprache erwähnte

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ür Oskar und für Victoria ist dieser 27. November ein ganz besonderer Tag – und nicht nur für sie: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel besucht die Medizinische Hochschule. Oskar ist zehn und hatte be­ reits als Baby in der HNO-Klinik ein CochleaImplantat erhalten. Die neun Jahre ältere Victoria war in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie mit einer mitwachsenden biologischen Herz­ klappe versorgt worden. Hörforscher Pro­ fessor Dr. Thomas Lenarz und Herzchirurg Professor Dr. Axel Haverich hatten sich je einen ihrer Patienten zur Seite gestellt, um der Kanzlerin zu verdeutlichen, dass an der MHH Spitzenforschung bis zur Anwendung weiter verfolgt wird. Die Idee ging auf: „Ich bin sehr beein­ druckt von diesem Juwel hier in Hannover“, sagte Dr. Merkel nach ihrem gut eineinhalb­ stündigen Besuch der Hochschule. „Hier gibt es unendlich viele motivierte Mitar­ beiterinnen und Mitarbeiter, die zu diesem

Erfolg beitragen.“ Die Bundeskanzlerin war auf Einladung von Niedersachsens Minis­ terpräsident David McAllister an die MHH gekommen, wo zeitgleich auch das nieder­ sächsische Landeskabinett tagte. MHH-Prä­ sident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann präsentierte den Gästen Spitzenforschung und -krankenversorgung aus den beiden Exzellenzclustern zu den Themen Hören und Regenerative Medizin. Eineinhalb Stunden lang tauchten die Kanzlerin und McAllister tief ein in die Welt der MHH – und mit ihnen knapp 50 Reporter, Fotogra­ fen, Kameraleute und Hörfunkjournalisten. Den Auftakt machte der Cluster Hea­ ring4all. Seit 28 Jahren geben MHH-Ärzte ertaubten Menschen mit Cochlea-Implanta­ ten das Gehör wieder zurück oder eröffnen damit Patienten, die noch nie hören konn­ ten, die Welt der Geräusche und Sprache. Mit 6.000 dieser Eingriffe ist die MHH das weltweit größte Cochlea-Implantat-Zent­ rum. 2012 war die Hörklinik von Professor

Dr. Thomas Lenarz in der Exzellenzinitiative erfolgreich und wird seither gefördert. Der Professor erklärte der Kanzlerin, wie ein solches Innenohrimplantat funktioniert: 22 elektrische Kontakte ersetzen 3.000 Sin­ neszellen im Innenohr. Und dann kam die große Stunde von Oskar. Der Zehnjährige hatte als Kleinkind ein Cochlea-Implantat erhalten, ihm blieb dadurch die Gehörlosigkeit erspart. „Bist du gut in der Schule?“, will Angela Merkel von ihm wissen. Oskar bejaht. Er hat seine Schule, ein Gymnasium in Hannover, extra wegen des Kanzlerinnenbesuchs heute eher verlassen dürfen – gleich nach einer Lateinarbeit. Kameras surren, Fotoapparate klicken. Die Kanzlerin möchte noch wissen, wie sein Hören im Alltag funktioniert. „Ich denke schon, dass ich alles mitkriege“, ant­ wortet Oskar, „nur wenn jemand flüstert, verstehe ich das manchmal nicht.“ Zweite Station auf der Tour durch die Hochs chule war der Exzellenzcluster REBIRTH zu

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Namen und Nachrichten 17

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Regenerativer Medizin, der seit 2006 ge­ fördert wird. Dort zeigten Professor Dr. Axel Haverich und seine Forschergruppen, dass für sie Innovation Exzellenz bedeu­ tet – etwa das Organ Care System (OCS) für Lungen. Völlig unerschrocken sah sich die Kanzlerin die Schweinelunge an, die zu Demonstrationszwecken im OCS ventiliert wurde. Das System haben die MHH-Forscher so weiterentwickelt, dass sie jetzt Spenderlungen bis zu 24 Stunden außerhalb des menschlichen Körpers „am Leben“ halten können. „So erreicht das Spenderorgan den Empfänger in einem deutlich besseren Zustand“, betonte Pro­ fessor Haverich. Doch damit nicht genug: Dass Sport verjüngt, weil man das biologische Alter der Immunzellen verringern kann, inte­

ressiert Angela Merkel genauso wie das aus iPS-Zellen gezüchtete, funktionsfähige menschliche Herzgewebe. Sichtlich beein­ druckt ist die Kanzlerin von Victoria. Die 18-Jährige hat in der MHH eine mitwach­ sende Herzklappe erhalten. Bei der von Professor Haverich und seinem Team ent­ wickelten Methode werden die Zellen aus menschlichen Spenderklappen in Spezial­ labors entfernt, sodass nur noch das Ge­ rüst aus der Stützsubstanz Kollagen bleibt. Nach der Implantation werden die Klappen vom Empfängerorganismus besiedelt. Die Vorteile: Diese Herzklappen werden nicht abgestoßen, halten voraussichtlich ein Le­ ben lang und wachsen bei Kindern sogar noch mit. Welch bleibenden Eindruck die MHH bei der Bundeskanzlerin hinterlassen hat, zeigte

Beeindruckt von der Forschung: Angela Merkel mit Prof. Bitter-Suermann, Prof. Lenarz und Oskar (von links) sowie mit Prof. Haverich und dem OSC (oben).

sich zur Jahreswende. In ihrer Neujahrsan­ sprache nahm sie Bezug auf ihren Besuch. „Ich habe vor Kurzem einen zehnjährigen Jungen kennengelernt, der fast taub zur Welt kam. Dann erhielt er ein hochmoder­ nes Implantat. Heute kann er Musik hören und ohne Probleme die Schule besuchen“, erklärte Angela Merkel. „Ich bin auch einer jungen Frau begegnet, die seit drei Jahren mit einer mitwachsenden Herzklappenpro­ these lebt. Damit kann sie Sport machen und ein normales Leben führen. Das sind kleine medizinische Wunder. Sie sind der Erfolg unserer Forscher.“ stz


18 Namen und Nachrichten

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Erster Spatenstich für NIFE Ministerpräsident: Neues Forschungszentrum für 60 Millionen Euro ist weiterer Meilenstein. Biomedizintechnik und Implantate stehen im Mittelpunkt

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er Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister hat am Donnerstag (20. Dezember) beim ersten Spatenstich für das neue Niedersächsische Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung (NIFE) die Kooperation von Medizinern und Ingenieuren zum Wohle der Patienten gelobt. „Mit insgesamt 15 erfolgreichen Forschungsbauten seit 2007 belegt Niedersachsen hinter Baden-Würt­ temberg und vor Bayern bundesweit einen Spitzenplatz“, sagte er weiter. „Auch der Neubau des Niedersächsischen Zentrums für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung – NIFE – wird vom Wissen­ schaftsrat als Forschungsbau anerkannt und gefördert. Das zeigt: Niedersachsen ist er­ folgreich in der Hochleistungsforschung. Es ist auch ein Beleg für die gute Zusammenar­ beit unseres Wissenschaftsministeriums mit den Hochschulen. Der Neubau des NIFE ist dabei ein weiterer Meilenstein.“   Die Kosten für den Neubau betragen 60 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen und der Bund investieren jeweils 27 Milli­ onen Euro. Der Ministerpräsident dankte der Brauckmann-Wittenberg-Herz-Stiftung, die das Projekt mit weiteren sechs Millio­ nen Euro unterstützt. Auf einer Laborfläche von 7.000 Quadratmetern werden Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Leibniz Universität Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Han­ nover und des Laser Zentrums Hannover

Erster Spatenstich: Professor Dr. Erich Barke, Hans-Gerd Aper, David McAllister, Elke Breier, Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, Dr. Manfred Elff, und Dr. Gerhard Greif (von links).

innovative Implantate und Strategien im Kampf gegen Implantat-assoziierte Infekti­ onen entwickeln. NIFE ist das erste gemeinsame biomedi­ zintechnische Großprojekt der drei hanno­ verschen Hochschulen. „Es ist das Sahne­ häubchen auf einer Entwicklung, die schon vor mehr als zehn Jahren begonnen hat“, sagte MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. Zwei Sonderforschungsbe­ reiche, in deren Fokus die Entwicklung von biokompatiblen Implantaten stehe, und die Exzellenzcluster REBIRTH zu Regenerativer Medizin und Hearing4all zur Hörforschung belegten die hervorragende Grundlagenfor­ schungsexpertise und Zusammenarbeit auf diesem Gebiet. NIFE-Vorstandssprecher Dr. Manfred Elff betonte, dass die einzigartige Konstellation eines international anerkann­

ten Exzellenzprofils im Bereich der translatio­ nalen Implantatforschung mit dem Neubau nun auch eine eigene Adresse bekommen werde. „Dadurch wird – wahrscheinlich weltweit erstmals – hier in Hannover die Voraussetzung für die Entwicklung inno­ vativer Implantate über viele Organsysteme mit deutlich verbesserter Funktionalität und Langzeitverträglichkeit geschaffen“, sagte Dr. Elff. Die Verbundpartner bündeln in dem Neubau mit einer Gesamtfläche von 13.200 Quadratmetern ihre Forschungskompe­ tenzen. Die MHH bringt ihre Expertise der Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Biomedizintechnik, Regenerative Medizin und Immunologie/Infektiologie ein, die Leibniz Universität Hannover steuert ihr Fachwissen in den Bereichen Ingenieur- und Materialwissenschaften bei, hinzu kommen die biologischen Prüfmodelle der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und die Expertise des Laser Zentrums Hannover. Der­ zeit sind die Forscher noch auf 18 Institute an acht Standorten über die Region Han­ nover verteilt, von 2015 an sollen die 300 Wissenschaftler – darunter 80 Ingenieure und Physiker – dann am Stadtfelddamm unter einem Dach arbeiten. „Das ist ein­ malig in Deutschland, sonst hätte der Wis­ senschaftsrat das Projekt nicht gefördert“, betonte Professor Dr. Bitter-Suermann. „Das wird der anwendungsnahen Implantatfor­ schung einen neuen Schub geben.“ stz

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Namen und Nachrichten 19

Es ist gerichtet Der Rohbau für das neue Zentrallabor und die Transfusionsmedizin ist abgeschlossen

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ehr Effizienz durch optimale Abläufe, mehr Synergieeffekte: Die klinische Diagnostik und das Institut für Transfusi­ onsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) rüsten sich für die Zu­ kunft. Im Januar war Richtfest im Beisein von Wissenschaftsministerin Professor Dr. Johanna Wanka. „Erstmals wird es möglich sein, die Diagnostik unter einem Dach zu bündeln. Der Vorteil ist, dass die Untersu­ chungsergebnisse noch schneller beim Pa­ tienten ankommen. Und Zeit, das wissen wir, kann Leben retten. 26 Millionen Euro sind daher eine exzellente Investition in Gesundheit“, sagte die Ministerin. Die Baukosten von 26 Millionen Euro werden vom Land Niedersachsen vorfi­ nanziert. 25,3 Millionen Euro muss die MHH nach der Fertigstellung über zehn Jahre refinanzieren. Im Januar 2014 soll das Gebäude endgültig fertiggestellt sein. Der Neubau besteht aus zwei Geschossen sowie einer Versorgungsebene, insgesamt eine Nutzfläche von etwa 5.200 Quadrat­ metern. Das obere Stockwerk wird künftig das neue Zentrallabor der klinisch-diagnosti­

Zufrieden: Ministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, Dr. Andreas Tecklenburg, Prof. Dr. Dieter Bitter-Suermann sowie Polier Dietmar Weberstedt.

schen Laboratorien der MHH beherber­ gen, die bislang über den Campus verteilt waren. Die Teams der Institute für Klini­ sche Chemie und Virologie, die Kliniken für Hämatologie, Hämostaseologie, On­ kologie und Stammzelltransplantation, für Gastroenterologie, Hepatologie und En­ dokrinologie sowie für Immunologie und Rheumatologie werden dort eng zusam­ menarbeiten. „Durch den Neubau können wir viele verstreute Labore konzentrieren und so Doppelstrukturen abschaffen. Als Folge werden die Kosten pro Laborpara­ meter in der MHH sinken, die Wartezeit wird verkürzt, und die Diagnostik steht den behandelnden Ärztinnen und Ärzten

schneller zur Verfügung“, erklärte MHHVizepräsident Dr. Andreas Tecklenburg. Insgesamt werden in den klinisch-diagnos­ tischen Laboratorien bislang etwa sechs Millionen Analysen pro Jahr durchgeführt. Der gemeinsamen Probeannahme wird sich eine große „Laborstraße“ anschließen, in der die Mehrheit der Proben wie zum Bei­ spiel Blutserum oder -plasma weitgehend automatisch untersucht wird – größtenteils im 24-Stunden-Betrieb. In das untere Stockwerk zieht das Ins­ titut für Transfusionsmedizin. Hier werden zum Beispiel die Labore für immunhämato­ logische und genetische Untersuchungen größer und besser aufgeteilt sein.  sc

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20 Namen und Nachrichten

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Eine Frage der Unternehmenskultur Das Beschwerdemanagement hat sich neu aufgestellt

W

o immer Menschen arbeiten, passieren Fehler oder entste­ hen Missverständnisse. Nichts ist schlimmer für eine Klinik, als über den Ärger der Patienten nichts zu erfahren – denn dann kann sich auch nichts ändern. „Beschwerden sind in der MHH ausdrück­ lich erwünscht“, betont Marion Wenig, zu­ ständig für Patientenbeschwerden, „denn sie liefern wichtige Informationen, um un­ sere Qualität und Leistung zu erhöhen.“ Anfang des Jahres hat sich das Be­ schwerdemanagement personell und strukturell neu aufgestellt, nachdem das „alte“ Team mit Hulle Hartwig und Udo Schnaube in den Ruhestand gegangen ist. Das Patientenbeschwerdemanagement mit Marion Wenig sowie das Mitarbeiter­ beschwerdemanagement mit Katja Wil­ lenbrink sind nun zentral in der Abteilung Unternehmensentwicklung organisiert. „Unser erstes Ziel ist es, die Kundenzufrie­ denheit durch neutrale Klärung des Sach­

n

verhaltes und individuelle Maßnahmen wieder herzustellen“, sagt Marion Wenig. Der zweite Blick richtet sich auf die Struk­ turen. „Wir schauen, ob und wo es hakt, wie die Arbeitsabläufe sind und wie man die Prozesse optimieren kann“, ergänzt Katja Willenbrink. Menschlich reagieren, professionell agieren – nur so kann ein zeitgemäßes Beschwerdemanagement funktionieren. „Das Ganze ist ein strukturierter Prozess, der für den Beschwerdeführer jederzeit transparent und verlässlich ist“, erklärt Ma­ rion Wenig. Sind Beschwerden nicht direkt vor Ort zu lösen, nimmt sie das Anliegen auf. Der Beschwerdeführer bekommt eine Empfangsbestätigung, und der Sachver­ halt wird der zuständigen Abteilung mit der Bitte um Stellungnahme innerhalb von 14 Werktagen zugeleitet. Diese wird dann nach einer Überprüfung an den Beschwer­ deführer gesendet. Und was sind die häu­ figsten Beschwerden? Bei Patienten und Angehörigen geht es um Wartezeiten auf Operationen, um Arztbriefe, die auf sich warten lassen, Ambulanzen, die schwer zu erreichen sind, oder unfreundliches Per­

Hier können Sie sich beschweren

Patientenbeschwerdemanagement: Marion Wenig, Telefon (0511) 532-6632 von Montag bis Freitag, E-Mail-Adresse: beschwer demanagement@mh-hannover.de. Im Internet steht ein Kontaktformular unter www.mh-hannover.de/beschwerdemanage ment.html, außerdem liegt der Patienteninformationsbroschüre das Formular „Ihre Meinung“ bei.

Mitarbeiterbeschwerdemanagement: Katja Willenbrink, Telefon (0511) 532-5126 E-Mail-Adresse: mitarbeiterbeschwerdema nagement@mh-hannover.de. Ein Kontaktformular steht auf der Intranetseite, zu finden im Organisationshandbuch der MHH unter dem Stichwort Beschwerdemanagement für Mitarbeiter oder über www.mh-hannover. de/mitarbeiterbeschwerdemanagement.html.

Gehen Beschwerden auf den Grund: Axel Weiser, Marion Wenig, Katja Willenbrink und der Teamleiter Dr. Hans Reifenrath.

sonal. Jede Beschwerde, aber auch Anre­ gungen, Lob und Anfragen werden an die Klinikdirektoren oder an die Geschäftsfüh­ rung der Pflege weitergeleitet. Die Mitarbeiterbeschwerden drehen sich um Dinge wie die Lage der Raucher­ points oder nicht geleistete Reparatur­ aufträge. Auch diese Anliegen werden in einem strukturierten Prozess bearbeitet. „Nur für Personalfragen sind wir nicht zu­ ständig, leiten sie aber weiter, wenn sie bei uns eingehen“, sagt Katja Willenbrink. Bei der Bearbeitung der Beschwerden ist eine abteilungsübergreifende Kommunikation unerlässlich. „Wir arbeiten mit vielen Be­ reichen eng zusammen – Rechtsabteilung, Qualitätsmanagement, Gleichstellungsbe­ auftragte, Transportdienst, Arbeitssicher­ heit, Personalentwicklung oder Sicherheits­ dienst – sie sind alle mit im Boot.“ Zu den Werkzeugen eines modernen Beschwerdemanagements gehören noch zwei weitere wichtige Punkte: die Auswer­ tung und Kommunikation der Ergebnisse und ein aktives Ansprechen der Patienten durch Patientenbefragungen. Zuständig dafür ist Axel Weiser. „Durch regelmäßige Patientenbefragungen bekommen wir die Stimmung in der MHH und die Qualität un­ serer Arbeit widergespiegelt.“ „Wir gehen den Dingen auf den Grund“, fasst Katja Willenbrink die Arbeit des Beschwerdema­ nagements zusammen. „Unser Ziel sind zufriedene Patienten und Mitarbeiter.“ sc


1/2013

Namen und Nachrichten 21

Niedersächsischer Krebspreis für MHH und Caritas Kinderonkologen entwickeln eine besondere Betreuung für jugendliche Krebspatienten. Und eine MHH-Psychoonkologin ist an Caritas-Projekt beteiligt

K

rebskranke Jugendliche und junge Er­ wachsene fallen durch viele Raster. „Sie haben besondere Bedürfnisse, für die es aber kaum Angebote gibt; ihre bösartigen Erkrankungen werden weder in der Pädi­ atrie noch in der Erwachsenen-Onkologie berücksichtig“, erläutert Professor Dr. Dirk Reinhardt, Oberarzt in der Klinik für Pädi­ atrische Hämatologie und Onkologie. Für ihr Betreuungskonzept „Krebspatienten in der Adoleszenz“ wurden der Kinderarzt und sein Team jetzt mit dem Förderpreis 2012 der Niedersächsischen Krebsgesell­ schaft ausgezeichnet. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis teilen sie sich mit dem Caritas-Verband, der die Auszeichnung für sein Projekt „Leben mit Metastasen“ erhielt. Auch hier ist mit der Psychoon­ kologin Patricia Steiner eine MHH-Ärztin beteiligt. Rund 100 Krebspatienten in der Alters­ gruppe zwischen 15 und 25 Jahren werden in der MHH im Jahr behandelt. Zurzeit er­ mitteln Professor Reinhardt, Projektkoordi­ natorin Katrin Welter und das Team, wel­ che Bedürfnisse diese Jugendlichen haben. Die ersten Maßnahmen wurden schon umgesetzt: eigene Räume und erste Pro­

MHH-Preisträger: Katrin Welter (Zweite von links) und Prof. Dr. Dirk Reinhardt (Zweiter von rechts)

gramme mit einem Mix aus Sport, Kommu­ nikation und Musik. Eine internetbasierte Kommunikationsplattform ist im Aufbau, angedacht sind eine Sprechstunde ohne Eltern, Sprachkurse und Musikunterricht. „Angebote zum Austausch mit Gleich­ altrigen und Gleichbetroffenen sind ein zentraler Punkt für die Patienten, mit der Krebserkrankung umzugehen und sie zu überwinden“, betonte der Onkologe. Ein bundesweit einzigartiges offenes Gruppenangebot für Menschen, deren Krebserkrankung bereits Metastasen gebil­ det hat, startete das Krebsberatungszent­

rum der Caritas Hannover im Jahr 2011 als Pilotprojekt. Das Angebot „Leben mit Me­ tastasen“ bietet krebskranken Menschen verschiedene medizinische und psychoso­ ziale Themenvorträge, Entspannung sowie die Möglichkeit, offen über ihre Situation zu sprechen: ohne Tabus, alle 14 Tage und unter der Leitung eines Psychoonkologen und eines Arztes. Das Projekt geht nun in die zweite Runde. „Es geht uns darum, den Betroffenen in ihrer schwierigen Le­ benssituation neue Impulse, Halt und ein eigenes Forum zu geben“, betont Patricia Steiner.  sc

Lob von den Auditoren Premiere an einer Uniklinik: Der Geschäftsbereich Pflege erhält ein Qualitätszertifikat

E

s hat sehr viel Zeit und Energie gekostet, aber es hat sich gelohnt: Der Geschäfts­ bereich Pflege wurde im Dezember vom TÜV Nord für sein Qualitätsmanagement zertifiziert. Die Auszeichnung betrifft das Management des Geschäftsbereichs und den Pflegebereich I mit sieben Intensiv-, vier Normalstationen und dem Herzka­ theterlabor. Ein Zertifikat nach ISO Norm 9001:2008, ausgelegt vom Pflegemanage­ ment bis auf die einzelnen Pflegeprozesse in den Stationen, gab es in noch keiner anderen Uniklinik in Deutschland. Mehrere Tage waren die Auditoren des TÜV auf den Stationen unterwegs. Wie laufen die Prozesse bei der Patientenver­ sorgung ab? Wie gut ist die Dokumen­ tation? Ist die Qualität in der Versorgung

durchgehend gewährleistet und nachvoll­ ziehbar? Am Ende waren sie nicht nur da­ von überzeugt, dass das Zertifikat gerecht­ fertigt ist, sie waren auch voll des Lobes. „Vor allem die Offenheit und der Kommu­ nikationsfluss vom Management bis run­ ter an die Basis wurden positiv bewertet“, sagt Iris Meyenburg-Altwarg, Leiterin des Geschäftsbereichs Pflege. „Sie haben fest­ gestellt, dass Qualitätsmanagement in der Pflege bei uns gelebt wird.“ Zwei Jahre hat die Zertifizierung von der ersten Idee bis zur Auszeichnung gedauert. Michaele Brehmer, Leiterin des Pflegebe­ reichs I, sah darin eine gute Gelegenheit, das eigene Tun und Handeln auf den Prüf­ stand zu stellen. „Dabei kam heraus, dass die Prozesse rund laufen, einzelne Bereiche

der Dokumentation aber optimiert werden können.“ So sind etwa der Katalog für die Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kolle­ gen überarbeitet, die Pflegestandards von 650 auf 175 reduziert und eine Vielzahl an Dokumenten vereinheitlicht worden. Für die Zertifizierung ins Zeug gelegt haben sich vor allem die beiden Quali­ tätsmangementbeauftragten Alla GerbelLevit und Victoria Prochnau. „Auch alle anderen haben hervorragend mitgezo­ gen. Und das neben ihrer eigentlichen Ar­ beit“, lobt Brehmer. Diese lohnenswerte Anstrengung kommt demnächst auch auf die anderen sechs Pflegebereiche zu. „Unser Ziel ist es, jedes Jahr ein bis zwei weitere Bereiche zertifizieren zu lassen“, sagt Meyenburg-Altwarg.  tg


22 Namen und Nachrichten ATRIUM HANNOVER

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Vorschau auf Kongresse, Symposien und Tagungen der MHH Februar 2013 22. Februar: NervClub-Symposium 2013 n Symposium der interdisziplinären Studiengruppe „Periphere Nerven“ Veranstalter: MHH-Institut für Neuroanatomie Auskunft/Anmeldung: Professorin Dr. Kirsten HaastertTalini Telefon: (0511) 532-2891 E-Mail: haastert.kirsten@mh-hannover.de Uhrzeit: 8.30 Uhr Ort: MHH, Hörsaal N, Gebäude J1, Ebene 1

März 2013 13. März : Herzforum n 34. Herzforum – Herzinsuffizienz Update Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie Auskunft/Anmeldung: Michaela Finsel Telefon: (0511) 532-8129 E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de Internet: www.mh-hannover.de/kardiologie_ veranstaltungen.html Ort: Maritim Grand Hotel Hannover, Friedrichswall 11, 30159 Hannover 18.–21. März: Otology Update n 16. Internationaler Operationskurs für Mittelohr- und Schädelbasischirurgie Veranstalter: Professor Professor h.c. Dr. Thomas Lenarz, MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde • 13 Veranstaltungsräume für bis zu 270 Personen ab 28 € Tagungspauschale • 222 klassische Zimmer ab 25 qm • Restaurant, Bar und Wintergarten • 250 qm großer Wellnessbereich mit Sauna, Whirlpool und Fitness • Hoteleigene Parkplätze und Tiefgarage • Nur 5 Minuten von der Medizinischen Hochschule entfernt.

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Auskunft/Anmeldung: Sylvia Pettig Telefon: (0511) 532-3936 E-Mail: pettig.sylvia@mh-hannover.de Internet: www.mhh-hno.de Ort: MHH 22./23. März: Rhinology Update n 3. Hannoverscher Kurs für endonasale Nasen- und Nasennebenhöhlenchirurgie Veranstalter: Professor Professor h.c. Dr. Thomas Lenarz, MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Auskunft/Anmeldung: Sylvia Pettig Telefon: (0511) 532-3936 E-Mail: pettig.sylvia@mh-hannover.de Internet: www.mhh-hno.de

April 2013 17. April: Abschlusstagung des Projekts WEP – Wiedereinstieg nach der Elternzeit für die Pflege n „Wieder da!?“ – Rückkehr von Pflegekräften in den Beruf Veranstalter: Dr. Bärbel Miemietz, MHH-Gleichstellungsbüro, und Iris Meyenburg-Altwarg, Geschäftsführung Pflege der MHH Auskunft/Anmeldung: Dr. Bärbel Miemietz, Nina-Catherin Richter Telefon: (0511) 532-6501/6474 Fax: (0511) 532-3441 Internet: www.mh-hannover.de/wep.html Uhrzeit: 8.30 Uhr Ort: MHH


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Namen und Nachrichten 23

26.–28. April: Kongress n 1. Hannover Herz Messe (HHM)

Veranstalter: Förderverein Hannover Herz Messe e. V., Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie, Professor Dr. Axel Haverich, MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie Auskunft/Anmeldung: Michaela Finsel Telefon: (0511) 532-8129 E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de Internet: www.hannover-herz-messe.de/ index.html Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-Heuss-Platz 1–3, 30175 Hannover 27. April: Hannoveraner Hand-in-HandSymposium n Herausforderung Schulter – Orthopädie und Physiotherapie „Hand in Hand“ Veranstalter: MHH-Klinik für Orthopädie im Annastift Auskunft/Anmeldung: Katja Golditz Telefon: (0511) 5354-339 E-Mail: veranstaltungen@orthopaediemhh.de Internet: www.orthopaedie-mhh.de Ort: MHH, Hörsaal A, Gebäude J2, Ebene H0

Mai 2013 4. Mai: Kasuistisches Forum Niedersächsischer Pathologen n „Pathologie“ Veranstalter: Professor Dr. Ludwig Wilkens, Nordstadt Krankenhaus Hannover Auskunft/Anmeldung: Dr. Bisharah Soudah Telefon: (0511) 532-4512 Fax: (0511) 532-5799 E-Mail: soudah.bisharah@mh-hannover.de Uhrzeit: 9.30 Uhr Ort: MHH, Hörsaal S, Gebäude J6, Ebene S0/H0 24./25. Mai: Tagung n 22. Frühjahrstagung – Region Nord der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin Veranstalter: Professor Dr. Michael Klintschar, PD Dr. Knut Albrecht, MHHInstitut für Rechtsmedizin Auskunft/Anmeldung: Institut für Rechtsmedizin Telefon: (0511) 532-4570 Fax: (0511) 532-5635 E-Mail: rechtsmedizin@mh-hannover.de Uhrzeit: 13 Uhr (Fr.), 9 Uhr (Sa.) Ort: MHH, Hörsaal R, Gebäude J6, S0/H0

Juni 2013 21. Juni: Symposium n 10. HepNet Symposium Veranstalter: Deutsche Leberstiftung, Professor Dr. Michael P. Manns, Professor Dr. S. Zeuzem, Professorin Dr. Ulrike Protzer, Professor Dr. C. Niederau, Professor Dr. Peter Schirmacher Auskunft/Anmeldung: Deutsche Leberstiftung Telefon: (0511) 532-6819 E-Mail: symposium@deutsche-leberstiftung. de

September 2013 27./28. September: Kongress n 15. Hannoverscher Cochlea-Implantat-Kongress Veranstalter: Professor Professor h.c. Dr. Thomas Lenarz, MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Auskunft/Anmeldung: Sylvia Pettig Telefon: (0511) 532-3936 E-Mail: pettig.sylvia@mh-hannover.de Internet: www.mhh-hno.de

November 2013 4.–6. November: 17th International Joint Meeting n Signal Transduction – Receptors, Mediators and Genes Veranstalter: Professor Dr. Ralf Hass, AG Biochemie und Tumorbiologie, MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, gemeinsam mit der Signal Transduction Society (STS) Auskunft: Professor Dr. Ralf Hass Telefon: (0511) 532-6070 Fax: (0511) 532-6071 E-Mail: hass.ralf@mh-hannover.de Anmeldung: www.sigtrans.de Uhrzeit: 13 Uhr (Mo.) Ort: Leonardo Hotel Weimar, Belvedere Allee 25, 99425 Weimar

Kontakt: Claudia Barth Telefon: (0511) 532-3337 Fax: (0511) 532-3852 E-Mail: pressestelle@mh-hannover.de

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Berufungen n Privatdozent Dr. Dipl.-Inform. Andreas Büchner, Deutsches Hörzentrum der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, hat den Ruf auf die W2-Professur „Auditorische Implantate“ an der MHH angenommen. n Privatdozentin Dr. Emanuelle Charpentier, Umeå University, Schweden, hat den Ruf auf die W3-Professur „Regulation in Infection Biology“ am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig, angenommen. n Privatdozent Dr. phil. nat. Hannes Maier, Deutsches Hörzentrum der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, hat den Ruf auf die W2-Professur „Experimentelle Auditorische Diagnostik“ an der MHH angenommen. n Dr. rer. nat. Matthias Preller, MHH-Forschungseinrichtung für Strukturanalyse, Institut für Biophysikalische Chemie, hat den Ruf auf die W1-Professur „Strukturbioinformatik“ an der MHH angenommen. Ernennungen zum W1-Professor: n Dr. rer. nat. Matthias Preller, MHH-Forschungseinrichtung für Strukturanalyse, Institut für Biophysikalische Chemie; zum W2-Professor: n Privatdozent Dr. Dipl.-Inform. Andreas Büchner, Deutsches Hörzentrum der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, n Privatdozent Dr. phil. nat. Hannes Maier, Deutsches Hörzentrum der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde; zur W3-Professorin: n Privatdozentin Dr. Emanuelle Charpentier, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Braunschweig; zum Außerplanmäßigen Professor: n Privatdozent Dr. med. Kai G. Kahl, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, n Privatdozent Dr. med. Karl Ludwig, Klinikum Herford und Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Habilitationen Die Venia legendi erhielten: n Dr. med. Tobias Cantz, REBIRTH, für das Fachgebiet „Regenerative Medizin“, n Dr. med. Ajmal Gardiwal, Klinik für Kardiologie und Angiologie, für das Fachgebiet „Innere Medizin“, n Dr. med. Venelin Gerganov, International Neuroscience Institute (INI), für das Fachgebiet „Neurochirurgie“, n Dr. med. Lothar Hambach, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, für das Fachgebiet „Experimentelle Hämatologie“, n Dr. rer. biol. hum. Christiane Kugler, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations-

und Gefäßchirurgie, für das Fachgebiet „Public Health“, n Dr. rer. nat. Maren Luchtefeld, Klinik für Kardiologie und Angiologie, für das Fachgebiet „Molekulare Kardiologie“, n Dr. rer. nat. Michael Alexander Morgan, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, für das Fachgebiet „Experimentelle Onkologie“, n Dr. med. Sandra Steffens, Klinik für Urologie und urologische Onkologie, für das Fachgebiet „Urologie“, n Dr. med. Christian Zeckey, Klinik für Unfallchirurgie, für das Fachgebiet „Experimentelle Unfallchirurgie“, n Dr. med. Yuanyuan Zhang, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, für das Fachgebiet „Experimentelle Psychiatrie“. Umhabilitationen n Privatdozent Dr. med. Michael Brehm, Klinik für Kardiologie und Angiologie, wurde umhabilitiert von der HeinrichHeine-Universität Düsseldorf an die MHH. n Privatdozent Dr. med. Dietrich Henzler, Klinikum Herford, wurde umhabilitiert von der RWTH Aachen an die MHH. Promotionen Im Zeitraum Oktober bis November 2012 wurden promoviert n zum Dr. med.: Christoph Bäumker, Markus Barnscheidt, Matthias Berg, Gunnar Bohlen, Thorben Dieck, Annina Donner, Antje Dunkelmann, Bastian Fakundiny, Friederike Förster, Markus Frey, Cornelia Fritsch, Sarah Gautier, Anneliese Goez, Stefan Gerdes, Laura Haack, Wolfram Michael Hahn, Alexander Hartmann, Nele-Katelin Höfner, Claas Janssen, Imke Jöhrens, Diana Joka, Mirja Konrad, Ingo Meisenburg-Hetzell, Janina Müller-Deile, Gökce Orhan, Melanie Reichert, Ulrich Rieß, Junius Salendo, Birte Scharff, Claudia Schultz-Wildelau, René Schunk, Stefanie Suntardjo, Elisa Tiemann, Julia Elisa Wassermann, n zum Dr. med. dent.: Maren-Andra Koch, Farid Saymé, Susanne Schweitzer, Lutz Zeidler, n zum Dr. rer. biol. hum.: Sigrid Anna Droste, Susanne Schwickert, n zum Dr. PH Rugzan Jameel Hussein.

Kontakt: Ursula Lappe Telefon: (0511) 532-6772 Fax: (0511) 532-3852 E-Mail: lappe.ursula@mh-hannover.de


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Namen und Nachrichten 25

Dienstjubiläen 40-jähriges Jubiläum: am 1. Januar 2013 n Gabriele Seiffert-Behnke, technische Mitarbeiterin im Institut für Humangenetik, am 14. Januar 2013 n Ute Sommerfeld, Medizinisch-technische Assistentin im Institut für Klinische Biochemie, am 24. Februar 2013 n Wolfgang Schüttler, Diplom-Ingenieur in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. 25-jähriges Jubiläum: am 1. Dezember 2012 n Stephanie Loges, Medizinischtechnische Assistentin in der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, am 3. Dezember 2012 n Patricia Delany-Heiken, Medizinischtechnische Assistentin im Institut für Molekularbiologie, am 4. Dezember 2012 n Sabine Henschel, Medizinische Fachangestellte in der Medizinischen Poliklinik, Zentrum Innere Medizin, am 29. Dezember 2012 n Dr. med. Guillermo-José Garcia-Rocha, leitender Oberarzt in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, am 1. Januar 2013 n Dr. med. Hannelore Barg-Hock, Oberärztin in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, n Dagmar Damitz, Medizinische Fachangestellte in der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, n Karl-Heinz Guskau, Mitarbeiter in der Abteilung Transportwesen, n Uwe Machel, Chemielaborant im Institut für Klinische Chemie, n Sigrid Siegmann, Fachkrankenschwester auf der Station 12, n Professor Dr. med. Sebastian Suerbaum, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene,

n Ralf Gerhard Weiss, Akademischer

Direktor, Diplom-Informatiker im Zentrum für Informationsmanagement (ZIMt), am 3. Januar 2013 n Professor Dr. med. Markus Antonius Kuczyk, Direktor der Klinik für Urologie und Urologische Onkologie, am 4. Januar 2013 n Beate Großmann, Vetrinärmedizinischtechnische Assistentin im Institut für Zellbiologie im Zentrum Anatomie, am 7. Januar 2013 n Eva-Maria Honervogt, Kinderkrankenschwester auf der Station 67, am 17. Januar 2013 n Franz-Josef Paule, Mitarbeiter im Zentraleinkauf, Geschäftsbereich IV, am 18. Januar 2013 n Jutta Milzer, Medizinisch-technische Assistentin im Institut für Virologie, am 20. Januar 2013 n Ingo Skopek, Fachkrankenpfleger im Operationsdienst Viszeralchirurgie, am 1. Februar 2013 n René Beck, technischer Angestellter in der Klinik für Unfallchirurgie, n Professorin Dr. med. Rita GerardySchahn, Direktorin des Instituts für Zelluläre Chemie, n Professor Dr. med. Ingo Just, Direktor des Instituts für Toxikologie und Studiendekan der MHH, n Professor Dr. rer. nat. Ralf Lichtinghagen, MBA, Klinischer Chemiker im Institut für Klinische Chemie, am 12. Februar 2013 n Elke Arndt, Fachkrankenschwester auf der Station 41. Die MHH gratuliert herzlich und dankt für die geleistete Arbeit. Das Präsidium Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann Dr. Andreas Tecklenburg Dipl.-Ök. Holger Baumann Der Personalrat Simon Brandmaier

KLINIK FALLINGBOSTEL

fachl ich men kompet e schli ch en nt gagi ert

Fachklinik für Rehabilitation - Kardiologie - Pneumologie - TransplantationsRehabilitation - Internationale Rehabilitation

Stipendien Die Deutsche Diabetes-Stiftung (DHD), Bad Oeynhausen, bewilligte … n Dr. rer. nat. Seema Dangwal, Institut für Molekulare und Translationale Therapie­ strategien (IMTTS), ein Forschungsstipen­ dium in Höhe von 20.000 Euro für ihre Arbeiten zum Thema „MicroRNAs in Blut­ plättchen bei Diabetikern“.

Kolkweg 1 29683 Bad Fallingbostel Tel.: (05162) 44-0 Zentrale Tel.: (05162) 44-607 Aufnahme Fax: (05162) 44-400 www.klinik-fallingbostel.de info@klinik-fallingbostel.de


26 Namen und Nachrichten

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Ehrungen und Auszeichnungen n Professor Dr. med. Hans Anton Adams,

n Dr. med. Anna-Maria Dittrich, Klinik für

Stabsstelle für Interdis­ ziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin, wur­de im Dezember 2012 mit der Nieder­ sächsischen FeuerwehrEhrenmedaille ausge­ zeichnet.

Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, Ar­ beitsgruppe Allergische Sensibilisierung, wurde im November 2012 der Christiane-Herzog-Preis in Höhe von 50.000 Euro verliehen. Die Christi­ ane-Herzog-Stiftung würdigte damit ein Pro­ jekt, das anti-entzündliche Medikamente bei der Mukoviszidose evaluieren wird.

n Privatdozentin Dr. med. Dorothea Daentzer und ihre Arbeitsgruppe, Klinik für Orthopä­ die (Annastift), wurden im Dezember 2012 in Stuttgart von der Deut­ schen Wirbelsäulenge­ sellschaft e.V. (DWG) ausgezeichnet. Den mit 750 Euro dotierten 3. Vortragspreis erhielten die Wissenschaftler für die Arbeit „Radiologische und biomecha­ nische Ergebnisse nach Implantation eines bioresorbierbaren zervikalen Bandscheiben­ ersatzes – vorläufige Resultate einer tierex­ perimentellen Studie im Schafmodell mit einem Magnesium-Polymer-Cage“.

n Dr. med. Jan-Henning Klusmann, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onko­ logie, wurde im Dezem­ ber 2012 in Atlanta, Georgia, USA, von der American Society of He­ matology mit dem ASH Outstanding Abstract Achievement Award in Höhe von 2.000 USDollar ausgezeichnet. Gewürdigt wurde die Arbeit „Hematopoie­ sis – Regulation of Gene Transcription, My­

elopoiesis, Stem Cells and RNA Regulatory Mechanisms“. n Privatdozent Dr. med. Rupert Meller, Kli­

nik für Unfallchirurgie, wurde im Mai 2012 in Chicago, USA, von der American Shoulder and Elbow Surgeons (ASES) for Excellence in Clinical Research der Mel Post Award verliehen für he­ rausragende klinische Forschung auf dem Gebiet der Schulterchi­ rurgie.

Kontakt: Ursula Lappe Telefon: (0511) 532-6772 Fax: (0511) 532-3852 E-Mail: lappe.ursula@mh-hannover.de


1/2013

Namen und Nachrichten 27

In Gremien gewählt n Professor Dr. med. Stefan Bleich, Direktor der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, wurde vom Institut für Arzneimittelsicherheit in der Psychia­ trie e.V. (AMSP) zum ersten Vorsitzenden gewählt. Außerdem wählte die Arbeitsge­ meinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie e.V. (AGNP) den Wissenschaftler in den Vorstand. Darüber hinaus wählte der Arbeitskreis Niedersäch­ sischer Klinikdirektoren und Chefärzte der Psychiatrischen Kliniken den Forscher zum Vorsitzenden des Sprecherrates. n Professor Dr. med. Reinhard Dengler, Direktor der Klinik für Neurologie, wurde

für weitere drei Jahre als Schriftleiter des Fachjournals „Klinische Neurophysiolo­ gie“ bestätigt. n Professor Dr. med. Dirk Dressler, Klinik für Neurologie, Leiter des Bereichs Bewe­ gungsstörungen, wurde als Direktor der International Neurotoxin Association (INA) bestätigt. n Professor Dr. med. Christoph Gutenbrunner, Klinik für Rehabilitationsmedizin, wurde von der Weltgesundheitsorgani­ sation (WHO) zum Mitglied der Rehabi­ litation Guidelines Development Group gewählt. n Professor Dr. med. Dieter Haffner, Klinik

für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoff­ wechselerkrankungen, wurde in das Edi­ torial Board der Fachzeitschrift „Pediatric Nephrology“ aufgenommen. n Privatdozent Dr. med. Georg Hansmann, Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, wurde in das Editorial Board des Fachjournals „Pulmonary Cir­ culation“ aufgenommen. n Professor Dr. med. Dirk Reinhardt, Kli­ nik für Pädiatrische Hämatologie und On­ kologie, wurde von der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) zum zweiten stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.

MHH-Zentrum für Seltene Erkrankungen ausgezeichnet Das Zentrum für Seltene Erkrankungen der Medizinischen Hochschule Hanno­ ver (MHH) ist beim Kongress „Klinikmar­ keting 2012“ in Köln mit dem zweiten Platz des Klinik Award 2012 in der Rubrik „Bestes Zuweisermarketing“ ausgezeich­ net worden. „Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung, die die Notwendig­ keit der Bildung von interdisziplinären Zentren für die Diagnose, Versorgung und Erforschung seltener Erkrankungen unterstreicht“, sagt der Humangenetiker Professor Dr. Manfred Stuhrmann-Span­ genberg, Sprecher des Zentrums. Die Säu­ len des vor einem Jahr gegründeten Zen­ trums für Seltene Erkrankungen bilden die Kliniken und Institute der Hochschule, die sich zu spezialisierten Einzelzentren

zusammengeschlossen haben. „Zurzeit besteht das Zentrum aus elf solcher Ein­ zelzentren, die sich zum Teil mit ganzen Themenkomplexen, zum Teil mit einzel­ nen Krankheitsbildern befassen.“ Das Zentrum bietet deutschlandweit telefonische Sprechstunden für Ärzte, Patienten und Angehörige. Ein besonde­ res Merkmal des Zentrums sind interdis­ ziplinäre Fallkonferenzen mit speziellen Fachexperten. In diesen werden Fälle von Patienten mit unklaren Diagnosen diskutiert. Zudem will das Zentrum die zurzeit geringe Aufmerksamkeit für sel­ tene Erkrankungen durch Informations­ veranstaltungen, Vorträge sowie spezielle Aus,- Weiter- und Fortbildungen für Ärzte steigern. Das Zentrum arbeitet eng mit

Orphanet zusammen, dem europäischen Referenz-Portal für Seltene Erkrankun­ gen. Eine Erkrankung gilt dann als selten, wenn nicht mehr als fünf von 10.000 Menschen betroffen sind. Von rund 30.000 bekannten Erkrankungen sind 7.000 bis 8.000 selten. In Deutschland sind mehr als vier Millionen Menschen betroffen, also mehr als fünf Prozent der Bevölkerung. Eine erste Zwischenevaluation hat ergeben, dass das Zentrum für Seltene Erkrankungen der MHH die selbst ge­ steckten Ziele im ersten Jahr deutlich übertreffen konnte: Es gab mehr als 300 Anfragen aus dem nationalen und inter­ nationalen Raum.  sc/tg

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28 Namen und Nachrichten

info

Examen bestanden Den Masterstudiengang Biochemie haben im November 2012 erfolgreich abgeschlossen: Johannes Thomas Cramer, Gesine Behrens, Sophie Brinkmann, Lisa Försterling, Christine Hinz, Carolin Maria Hoppe, Nikolas Hundt, Caroline Jerrentrup, Irina Gorst, Lena Grave, Henning Großkopf, Mirco Krack, Jonas Krüger, Claudia Möser, Kerstin Reimann, Lena Mareike Josefine Robra, Maria Sandbothe, Mario Schmidt, Wiebke Manuela Schulze, Monika Tichy, Saskia Ulrich. Erfolgreich abgeschlossen haben im November 2012 das internationale PhD-Programm „Molecular Medicine“ an der Hannover Biomedical School (HBRS) acht Studierende mit der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat.: Susann Hartung, Leibniz Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO), Aliaksandra Maroz, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Volker Rust, Institut für Virologie. n zum PhD: Kiran Bala, Institut für Virologie, Mona El-Khatib, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie,

Examen bestanden: Die Absolventen des PhD-Studiengangs „Regenerative Sciences“.

Subhashree Mahapatra, Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, Erum Sughra Naqvi, Institut für Physiologische Chemie, Adrian Schwarzer, Institut für Experimentelle Hämatologie. Das internationale PhD-Programm „Regenerative Sciences“ an der Hannover Biomedical School (HBRS) erfolgreich abgeschlossen haben im Januar 2013 acht Studierende mit der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat: Julia Dahlmann, Leibniz-Forschungslaboratorien für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO),

Reto Eggenschwiler, REBIRTH JRG „Stem Cell Biology“, Christiane Gras, Institut für Transfusionsmedizin, Michaela Mai, Institut für Molekularbiologie, Martin Pacher, TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und klinische Infektionsforschung GmbH, Sabrina Schmeckebier, LEBAO. n zum PhD: Maryam Akhoondi, Institut für Mehrphasenprozesse, Leibniz Universität Hannover, Angelica Roa Lara, LEBAO.

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1/2013

Namen und Nachrichten 29

Fit für den Wechsel Machten auf Gefahrenquellen aufmerksam: Dr. Andreas Jokuszies und Praktikantin Sophie-Claire Philippsohn.

Heiße Gefahren im Winter Experten klären über Brandverletzungen auf

N

icht nur im Winter können brennende Kerzen, Kaminfeuer, heiße Flüssigkei­ ten und Feuerwerk zur Gefahr für die Ge­ sundheit werden: Jedes Jahr erleiden allein in Deutschland mehr als 30.000 Kinder unter 15 Jahren Verbrennungen oder Ver­ brühungen. Doch um Weihnachten und Sil­ vester ist das Risiko besonders groß. „Heiße Gefahren im Winter“ lautete deshalb auch das Motto des „Tages des brandverletzten Kindes“ am 7. Dezember 2012. Wie bereits in den Vorjahren rief der Verein „Paulinchen – Initiative für brand­ verletzte Kinder“ zu dem Aktionstag auf. Die MHH-Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie (PHW) be­ teiligte sich mit einem Informationsstand, an dem Oberarzt Dr. Andreas Jokuszies, Leiter des Brandverletztenzentrums, und Sophie-Claire Philippsohn, Praktikantin in der Klinik, Auskunft gaben. Sie klärten über Verletzungen durch Feuer, Explosionen und heiße Flüssigkeiten auf, gaben Tipps zur

Vorbeugung und zeigten Erste-Hilfe-Maß­ nahmen auf. Die Passanten in der Ladenstraße, MHHMitarbeiterinnen und -Mitarbeiter genauso wie Besucherinnen und Besucher, waren sehr interessiert an dem Thema. Von ei­ nem Beinahe-Unfall konnte fast jeder aus eigener Erfahrung berichten. Typische Ge­ fahrenquellen sind heiße Flüssigkeiten wie kochendes Wasser, Tee oder Kaffee, Silves­ terknaller, Unfälle am Kamin und Verpuf­ fungen durch Brandbeschleuniger beim Fondue. Die meisten Verbrennungen oder Verbrühungen treffen kleine Kinder unter fünf Jahren. „Oft sind Gesicht, Hals, Ober­ körper und Arme verletzt“, sagt Dr. Jokus­ zies. „Brandverletzungen bei Kindern verän­ dern das Leben der ganzen Familie. Sie sind sehr schmerzhaft und ziehen einen langen Behandlungsprozess nach sich. Lebenslange Narben sind die Folge und erfordern nicht selten Folgeoperationen zur ästhetischen und funktionellen Verbesserung.“  tg

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30 Namen und Nachrichten

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Gut durchdacht Patrick Landmesser, Rainer Göbel und Axel Kupferschmidt sind die Ideengeber des Jahres 2012

Umzugsexperten: Patrick Landmesser und Rainer Göbel

D

inge, die im Arbeitsumfeld irgend­ wie besser laufen könnten, kennt jeder. Aber Ideen, die von vorn bis hinten durchdacht sind, einfach umgesetzt werden können und am Ende wirklich Ver­ besserungen bringen, haben nur wenige. Patrick Landmesser, Rainer Göbel und Axel Kupferschmidt sind solche Ideengeber. Ihre Vorschläge wurden von der MHH-Arbeits­ gruppe Verbesserungsvorschlagswesen zu den besten des Jahres 2012 ernannt und mit jeweils 1.000 Euro belohnt.

Möbel aus der JVA Patrick Landmesser und Rainer Göbel sind die Umzugskoordinatoren der MHH. Ein neuer Professor kommt aus London an die Hochschule und bringt auch gleich sein ganzes Labor samt Mäusen mit? Kein Pro­ blem für die beiden. Ein Komplex mit 20 Büros muss innerhalb von wenigen Tagen umziehen? Auch das geht. Etwa 100 Groß­ umzüge pro Jahr plant und organisiert das Duo. Dabei liegt die Betonung auf „plant“, denn manchmal wird ihre Funktion miss­ verstanden. „Wir haben keine Umzugskar­ tons“, stellt Rainer Göbel augenzwinkernd klar. Alles, was für einen Umzug gebraucht wird – vom Karton bis zum Kran –, haben die Partner, mit denen die Umzugskoordina­ toren zusammenarbeiten. Die beiden kom­ men herum, hören und sehen viel. „Da ent­ stehen Ideen für Verbesserungen fast von selbst“, sagt Patrick Landmesser. Eine wurde im vergangenen Jahr konkret: „Wir haben den Vorschlag gemacht, Büromöbel zu­ künftig nicht mehr bei Standardherstellern,

sondern bei der Justizvollzugsanstalt (JVA) Lehrte zu kaufen“, erklärt Göbel. „Die JVA fertigt hervorragendes Büromobiliar zu günstigen Preisen. Dazu gehören auch behindertengerechte Tische und Schränke und Spezialanfertigungen.“ Wenn der Lan­ desbetrieb MHH bei der JVA, die ebenfalls ein Landesbetrieb ist, einkaufen würde, könnte sie dank eines „Vorzugsrechts“ die üblichen 19 Prozent Mehrwertsteuer spa­ ren. Bei einem Standard-Büroarbeitsplatz, der rund 1.100 Euro kostet, wären das bei­ spielsweise immerhin 209 Euro. Die Idee der Umzugskoordinatoren überzeugte die AG Verbesserungsvorschlagswesen sofort. Der MHH-Zentraleinkauf verfolgt den Vorschlag jetzt weiter.

dank einer Idee von Axel Kupferschmidt zukünftig nicht mehr nötig. Der Mitarbei­ ter aus der Operativen Investitionsplanung ist ein versierter Access-Kenner und hat ein Programm entwickelt, das Kosten, Personal und Zeit spart. Er kann alle Geräte in Sekun­ denschnelle mit einem Scanner erfassen und die Daten auf einen Laptop übertra­

Inventur per Scanner

Access-Kenner: Axel Kupferschmidt.

Rund 200.000 technische Geräte sind in der MHH im Einsatz. Dazu gehören Bild­ schirme und Drucker genauso wie Mikros­ kope, Spritzenpumpen und Narkosegeräte. Alle sind mit einem Barcode versehen und müssen bei der jährlichen Inventur erfasst und die dazugehörigen Daten abgeglichen werden – Objektbezeichnung, Seriennum­ mer, Standort, EMTEC-Klasse, Baujahr, Preis … „Allein für die Anästhesiologie und Intensivmedizin umfasst die Liste der Ge­ räte 67 Seiten“, sagt Axel Kupferschmidt. „Mitarbeiter, die solche Listen abarbeiten müssen, sind damit mehrere Wochen be­ schäftigt.“ Denn bisher erfolgte der Ab­ gleich manuell mit Kugelschreiber und aus­ gedruckter Excel-Liste. Diese Mühen sind

gen. „Das funktioniert auf eine Entfernung von bis zu 20 Metern“, erklärt der Tüftler. Der Scanner ist kabellos und kann deshalb auch während des laufenden Betriebs, bei­ spielsweise im OP, genutzt werden, ohne Mitarbeiter oder Patienten zu stören. Um die Inventur noch weiter zu vereinfachen, hat Axel Kupferschmidt in dem Programm einen Raumatlas hinterlegt. So können zukünftig auch die Räume, in denen die Geräte stehen, per Barcode und Scanner erfasst werden. In der Anästhesiologie, Zellphysiologie, Kardiologie und Urologie wurde das Programm, das die Inventur von mehreren Wochen auf wenige Tage ver­ kürzt, schon genutzt. Eine tolle Idee, fand die AG Verbesserungsvorschlagswesen. tg


1/2013

Namen und Nachrichten 31

Schule trifft Wissenschaft Das Projekt „Spinnenseide in der Medizin“ mit der IGS Peine gewinnt Robert-Bosch-Preis

S

chüler für die Wissenschaft begeistern – und zwar schon in jungen Jah­ ren“, so beschreibt die Initiatorin Christina Allmeling, MTA in der Klinik für Plastische,Hand und Wiederherstellungschirurgie, das Ziel des langjährigen Kooperationsprojektes „Spinnenseide in der Medizin“ zwischen der Hochschule und der IGS Peine. Für den un­ mittelbaren klinischen Bezug und die Nähe zur aktuellen Forschung im Bereich der regenerativen Medizin wurden nun beide Partner mit einem von drei Robert-BoschPreisen 2012 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. Seit 2008 lernen die Schüler zum Beispiel den Umgang mit Spinnen und Amphibien im schuleigenen

Ökogarten und absolvieren Gruppen- oder Einzelpraktika in den Laborräumen der Me­ dizinischen Hochschule Hannover (MHH). Mithilfe der intensiven Betreuung von Wis­ senschaftlern der Klinik erforschen und ent­ wickeln die Schüler dort eigene Ansätze zur Untersuchung von Spinnenseide. So lernen die Schüler den Laborbetrieb kennen und können sich im persönlichen Gespräch über verschiedene Berufsbilder im Forschungsbetrieb informieren – bei dem einen oder anderen verwandelt sich auch die Angst vor kleinen Krabbeltieren in eine Faszination für Lebendiges. „Dank der Förderung durch die Robert Bosch Stiftung ist es gelungen, aus einem

kleinen Kooperationsprojekt ein großes überregionales Projekt entstehen zu lassen. Es ist ein Netzwerk entstanden, das in je­ dem Jahr mehr Schüler nachhaltig für die Wissenschaft und Forschung begeistert“, betont Christina Allmeling. Die Jury nominierte Ende September neun Projekte aus insgesamt 79 Bewerbungen für den Preis „Schule trifft Wissenschaft“, den die Robert Bosch Stiftung in diesem Jahr zum vierten Mal vergibt. Er ist mit insge­ samt 90.000 Euro der höchstdotierte Preis für Kooperationsprojekte von Schulen und Forschungseinrichtungen. Schirmherrin ist die Bundesministerin für Bildung und For­ schung, Dr. Annette Schavan. sc

Zweite Runde der Ethik-Universität gestartet BMBF-gefördertes Diskursprojekt für Schülerinnen und Schüler zu Ethik und Regenerativer Medizin an der MHH

G

ibt es „künstliches“ Leben? Was darf man mit menschlichen Embryonen tun? Wird der Mensch zu einem bloßen Reparaturbetrieb oder Ersatzteillager? Wie und unter welchen Bedingungen wollen wir in unserer Gesellschaft mit Gesund­ heit und Krankheit umgehen? Welchen Nutzen und Schaden haben die Betroffe­ nen? Wird die Autonomie der Patienten gewahrt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die neue Reihe der Ethik-Universität, die die Patientenuniversität am Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Ge­ sundheitssystemforschung und das Insti­ tut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin in Kooperation mit weiteren Forschern der MHH, unter anderem aus dem Exzellenzcluster REBIRTH, durchfüh­ ren. Teilnehmer sind Schülerinnen und Schüler von (Fach-)Gymnasien, Kranken­ pflegeschulen und berufsbildenden Schu­ len. An vier Terminen hören die etwa 120 Schüler Vorträge zu ethischen Themen, lernen die Möglichkeiten der regenera­ tiven Medizin und aktuelle Forschungs­ projekte der MHH kennen. Wie in der Patientenuniversität bewährt, können die Schüler an interaktiven Lernstationen mit

Stellen sich den Fragen der Schüler: Dr. Gerald Neitzke, Prof. Dr. Christopher Baum, Prof. Dr. Daniel Strech, Prof. Dr. Marie-Luise Dierks.

Präparaten, Modellen und Kurzfilmen ihr Wissen vertiefen und mit Experten spre­ chen. Die Teilnehmer arbeiten darüber hinaus in Kleingruppen, diskutieren dabei in unterschiedlichen Rollen über ethische Aspekte, zum Beispiel die Beteiligung an einem Heilversuch oder die Verteilung von knappen Forschungsmitteln, und lernen so, ihre Argumente und die anderer Per­

sonen zu reflektieren. Im Rahmen eines Abschlusssymposiums am 5. März 2013 diskutieren Absolventen der Ethik-Univer­ sität mit Vertretern aus Politik, Forschung, Medizin und Selbsthilfe, welche Bedeu­ tung die erworbene Ethik-Kompetenz und das Modell der Ethik-Universität für ge­ sellschaftliche Diskurse und Zukunftspro­ jekte haben kann. sc


32 Namen und Nachrichten

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Gut ausgebildet: Dr. Kai Kirchhoff, Hendrik Eismann und Pavel Baskirov (von links).

Mehr Verbindlichkeit und verbesserte Strukturen Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin entwickelt Konzept für ärztliche Weiterbildung

E

twa 100 Assistenzärzte arbeiten in der Klinik für Anästhesiologie, 50 davon be­ finden sich in der fachärztlichen Weiterbil­ dung. Im Laufe der mindestens fünfjähri­ gen Weiterbildung durchlaufen sie acht bis zehn unterschiedliche Stationen, betreut von etwa 30 Oberärzten. „Das alles in den laufenden Klinikbetrieb zu integrieren und dabei zu gewährleisten, dass alle Ärzte am Ende auf dem gleichen Ausbildungsstand sind, ist eine große Herausforderung“, erklärt Dr. Katja Nickel, Oberärztin in der Klinik. Seit Anfang 2009 hat die Oberärztin zusammen mit Klinikdirektor Professor Dr. Wolfgang Koppert, den Kollegen aus der Weiterbildungsgruppe und der Unterstüt­ zung von Anette Heberlein aus der Perso­ nalentwicklung ein verbessertes Weiterbil­ dungskonzept erarbeitet. „Unser Ziel war es vor allem, die Weiterbildung besser zu strukturieren und mehr Verbindlichkeit zu schaffen“, sagt Dr. Nickel. In drei wesentli­

chen Punkten konnten die Strukturverbes­ serungen bereits umgesetzt werden. Ein Problem war ein fehlendes Konzept zur Führung von Weiterbildungsgesprä­ chen. „Hier werden nun von Anfang an verbindliche Aussagen getroffen, wie die Ausbildung in den nächsten fünf Jahren aussehen wird“, sagt Katja Nickel. Das schafft Transparenz. Das zweite Stichwort heißt Rotations­ verlauf. „Wir haben den Durchlauf durch die einzelnen OP-Bereiche umstrukturiert“, erläutert die Anästhesistin. Wichtig war vor allem die Frage, wie der einzelne Arzt am besten in die verschiedenen Bereiche hineinwächst, ohne gleich am Anfang überfordert zu werden. So werden idea­ lerweise erst Narkosen durchgeführt bei kleinen Eingriffen in Bereichen mit über­ durchschnittlich jungen Patienten ohne weitere Vorerkrankungen, zum Beispiel in der Gynäkologie. Außerdem sind die von der Bundesärztekammer vorgegebenen

Lerninhalte so aufgeteilt, das jeder Arzt sie erfüllen kann – auch spezielle Methoden wie Rückenmarksnarkosen in der Geburts­ hilfe, Kindernarkosen oder Atemwegsnar­ kosen in der HNO. Der Dritte Punkt betrifft ein neuge­ schaffenes Tutoriat für Berufsanfänger. In den ersten acht Wochen ihrer Ausbildung werden alle Assistenzärzte verlässlich und nach einer festgelegten Struktur von ei­ nem Facharzt angeleitet und so gründlich an das Thema Narkose herangeführt. Dazu gehören zum Beispiel Hospitationen in der Blutbank, bei Konsilen in der Kardiologie oder beim Thorax-Röntgen. „Insgesamt wurde ein gut durchdach­ tes Weiterbildungskonzept entwickelt, das sich für die Beteiligten als praktikabel und hilfreich erwiesen hat“, betont Anette He­ berlein. „Ein gutes Beispiel für die Weiter­ entwicklung der Qualität in der ärztlichen Weiterbildung und eine tolle Arbeit der Kollegen in der Anästhesie.“ sc

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1/2013

Behandeln und Pflegen 33

Zwei Kliniken – ein Herz-Team Kardiologen und Herzchirurgen veranstalten die 1. Hannover Herz Messe vom 26. bis 28. April

D

ie Richtlinien der europäischen Fachgesellschaften sind eindeutig: Kardiologen und Herzchirurgen müssen gemeinsam die beste Therapie für den jeweiligen Patienten anwenden. Bei Gefäßverengungen am Herzen könnte das also entweder ein Stent sein, den die Kardiologen setzen, oder ein Bypass, für den die Herzchirurgen verantwortlich wären. Auch bei zahlreichen anderen Herzerkrankungen halten beide Fachrichtungen Therapien bereit. So eindeutig die Richtlinien zur Behandlung sind, ist die Realität nicht immer: Studien haben gezeigt, dass viele Patienten nicht optimal versorgt werden. Als einziges Krankenhaus im Großraum Hannover kann die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sowohl mit einer Kardiologischen als auch mit einer Herzchirurgischen Klinik aufwarten. „Wir können adäquat in beide Richtungen agieren und so für jeden Patienten individuell eine maßgeschneiderte Therapie anbieten“, betont Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Und beide Kliniken haben ihre Zusammenarbeit noch weiter intensiviert. Die Klinik für Kardiologie und Angiologie sowie die Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie haben einen gemeinsamen Verein gegründet, um Ärzte, aber auch die Allgemeinheit noch stärker über Herzerkrankungen, die Therapieformen und Prävention informieren zu können. Die erste große Veranstaltung

Gemeinsam für ihre Patienten: Professor Haverich und Professor Bauersachs (rechts).

wird die 1. Hannover Herz Messe sein, vom 26. bis 28. April 2013 im Hannover Congress Centrum, zu der 500 Ärzte und mindestens so viele Betroffene und Interessierte erwartet werden. „Die Zusammenarbeit beider Kliniken war immer vorbildlich und immer mit dem Ziel der bestmöglichen Behandlung unserer Patienten. Zur Optimierung gemeinsamer Forschungsvorhaben und der Organisation der Herz-Messe haben wir jetzt den Verein gegründet“, erklärt Professor Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Ein Höhepunkt der Messe wird der „Patiententag“ am Sonntag, 28. April sein. Patienten und Interessierte können unter anderem ihre Herzgesundheit testen, einen Zahncheck oder eine Pulswellenmessung

machen lassen und an einem Reanimationstraining teilnehmen. In fünf Vorträgen informieren MHH-Spezialisten rund um das Thema Herz – von Rhythmusstörungen über Herzschwäche und ihre Behandlung bis zum geeigneten körperlichen Training. Anschließend stehen die Ärzte Rede und Antwort für alle Fragen. Das wissenschaftliche Programm dreht sich zum Beispiel um die Behandlung von Herzinsuffizienz und Aortenstenose, um regenerative Therapien und innovative Verfahren, um Herztransplantation und die Zukunft der Herzmedizin. In der MHH-Kardiologie sind im Jahr mehr als 4.000 Patienten stationär und über 8.000 Patienten ambulant in Behandlung, in der Herzchirurgie sind es mehr als 2.600 Patienten stationär und 5.500 Patienten ambulant. sc/stz

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34 Behandeln und Pflegen

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Minipumpe entfernt Bauchwasser: Dr. Elmar Jäckel und Professor Michael P. Manns mit dem Aufladegerät der Pumpe sowie Privatdozent Dr. Frank Lehner mit der Pumpe (von links).

Pumpe schafft bei krankhaftem Bauchwasser Abhilfe Mehr Lebensqualität für Leberzirrhose-Patienten: Erstmals Minipumpe eingesetzt, die Wasser vom Bauch in die Blase pumpt

M

HH-Ärzte haben erstmals zwei Leberzirrhose-Patienten mit krankhaftem Bauchwasser je eine Minipumpe eingesetzt, die das Wasser in die Blase pumpt. Diese drei mal vier Zentimeter kleine sogenannte „Alpha-pump“ implantierten sie am rechten Rippenbogen unter die Haut. Durch einen Schlauch saugt sie alle zehn bis 15 Minuten bis zu 15 Milliliter Bauchwasser an und pumpt es in die Blase. „Bisher müssen sich solche Patienten ein bis zweimal pro Woche im Krankenhaus sechs bis sieben Liter Wasser per Punktion absaugen lassen. Das belastet ihren Kreislauf sehr, birgt Infektionsgefahren, verursacht Nierenfunktionsverluste und ist ein hoher Kostenfaktor für das Gesundheitssystem“, sagt Dr. Elmar Jäckel, Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, die Professor Michael P. Manns leitet. Die Operationen fanden am 6. Dezember 2012 statt, operiert haben die Chir-

urgen Privatdozent Dr. Frank Lehner und Dr. Nicolas Richter aus der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, die Professor Dr. Jürgen Klempnauer leitet.

Patienten sind wohlauf Den Patienten geht es gut. Seit Implantation der Pumpe musste keine Punktion zur Entlastung des Bauchwassers durchgeführt werden. Weltweit erhielten bisher rund 70 Patienten eine solche Pumpe. „In Deutschland leiden viele Patienten mit fortgeschrittener Leberzirrhose an Aszites. Sie haben häufig Probleme mit dem Atmen und dem Essen, weil ihnen das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht“, sagt Dr. Jäckel. Das Bauchwasser entsteht aufgrund von Bluthochdruck vor der Leber, den fast jeder Leberzirrhose-Patient entwickelt. Wenn Entwässerungsmedikamente nicht

helfen, kann TIPS angewendet werden – ein „Transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt“. Bei dieser Methode wird ein Teil des Blutes an der Leber vorbei ungefiltert direkt in den großen Blutkreislauf geleitet. „Doch bei Patienten, die häufig und schnell ermüden, kann TIPS nicht eingesetzt werden, da dabei unentgiftetes Blut im Gehirn ankommt und die Gefahr besteht, dass sich die Müdigkeit verschlimmert oder sie sogar ins Koma fallen“, sagt Dr. Jäckel. Auch bei Herzkranken bietet TIPS keine Option, da ihr Herz die größere Menge Blut, die am Herzen ankommt, nicht pumpen kann. Für diese Patienten bietet sich die „Alpha-pump“ an. Im Jahr 2013 wollen die MHH-Ärzte 25 bis 30 Leberzirrhose-Patienten mit einer solchen Pumpe versorgen. Sie wollen zudem prüfen, ob diese Methode auch für Patienten anwendbar ist, die Bauchwasser aufgrund eines Tumors haben – zum Beispiel ein Ovarialkarzinom.  bb


1/2013

Behandeln und Pflegen 35

Geburtenrekord in der MHH Das ganzheitliche Konzept kommt an: In keiner anderen Frauenklinik in Niedersachsen sind 2012 so viele Kinder zur Welt gekommen

D

ie Geburtenrate an der MHH-Frauenklinik stieg in den vergangenen Jahren stetig an. Jetzt erreichte sie einen besonderen Rekord: 2012 erblickten bei 1.964 Geburten 2.063 Kinder das Licht der Welt. Keine andere Geburtsklinik in Niedersachsen verzeichnete eine so hohe Geburtenrate. „Das freut uns riesig“, sagt Professor Dr. Peter Hillemanns, Direktor der MHHFrauenklinik. „Es zeigt, dass wir mit unserem ganzheitlichen Konzept richtig liegen und den Bedürfnissen der Eltern und Babys gerecht werden.“ Die Frauenklinik bietet alles unter einem Dach – von der Betreuung während der Schwangerschaft über die Geburtshilfe und das Wochenbett bis hin zur Begleitung der Eltern und Kinder durch das erste Lebensjahr der Kleinen. Im Jahr 2011 gab es in der MHH-Frauenklinik 1.812 Geburten, 2010 waren es 1.665. „Wir bieten den Eltern sowohl einen hohen Wohlfühlfaktor als auch ein ausgezeichnetes medizinisches Niveau“, erklärt Professor Dr. Constantin von Kaisenberg, Bereichsleiter Geburtshilfe und Pränatalmedizin. Die MHH-Frauenklinik trägt das Prädikat „Babyfreundliches Krankenhaus“ der WHO/UNICEF. Das Siegel steht

Freuen sich über den Rekord: Dr. Ismini Staboulidou, Irmgard Kempe, Professor Dr. Constantin von Kaisenberg, Halina Lewinski, Marion Griese und Ursula Gabel (von links).

für die besondere Förderung einer frühen Eltern-Kind-Beziehung. Dazu gehören der Hautkontakt von Mutter oder Vater und dem Neugeborenen sofort nach der Geburt (Bonding), die Hilfe für die Mütter beim Stillen und die Möglichkeit für Väter, mit im Patientenzimmer zu übernachten. Frauen mit einer Risikoschwangerschaft finden schon weit vor dem Geburtstermin bei Professor von Kaisenberg und seinen Kollegen Unterstützung. Das Team der Pränataldiagnostik ist hoch qualifiziert und betreut auch Patientinnen mit sehr schwierigen Schwangerschaften. „Alle dafür notwendigen Spezialisten, auch aus anderen Fachbereichen, arbeiten in solchen Fällen im interdisziplinären Perinatalzentrum der

MHH zusammen. Dadurch besteht von Anfang an ein enger Kontakt zwischen den Ärzten und zu den Eltern“, sagt Professor von Kaisenberg. Im Kreißsaal der MHH-Frauenklinik arbeitet nicht nur ein großes Team festangestellter Hebammen, sondern auch eine Beleghebamme – die einzige im Raum Hannover. Sie betreut die werdenden Mütter schon während der Schwangerschaft und leistet dann auch Geburtshilfe im Kreißsaal. Für die Gebärenden hat das den Vorteil, bei der Geburt eine vertraute Person zur Seite zu haben. Auf der MutterKind-Station werden die Mütter und Babys von Krankenschwestern, Kinderkrankenschwestern und Hebammen betreut. Die Station verfügt ausschließlich über ZweiBett-Zimmer. Im vergangenen Jahr wurde dort ein Intermediate-Care-Bereich (IMC) eröffnet. Hier werden Neugeborene und relativ reife Frühgeborene betreut, die kurzzeitig intensivmedizinisch versorgt, aber nicht unbedingt auf der neonatologischen Intensivstation behandelt werden müssen. Zu dem Konzept „Alles unter einem Dach“ gehört auch die Elternschule der MHH-Frauenklinik mit einem umfassenden Kursangebot für die Zeit vor und nach der Geburt des Kindes. Dazu gehören Klassiker wie Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungskurse und PEKIP (Prager Eltern-Kind-Programm) genauso wie Wellnessangebote, Babymassage und Babyzeichensprache. tg

Gesundheitscheck für Fach- und Führungskräfte Wer langfristig arbeits- und leistungsfähig bleiben will, muss für eine ausgewogene Balance von Arbeit und Freizeit sorgen. Das fällt gerade Fach- und Führungskräften, die großen beruflichen Belastungen ausgesetzt sind, schwer. Da können schnell Gesundheitsrisiken drohen. Die MHH bietet einen Gesundheitscheck an, der auf diese Personengruppe zugeschnitten ist. Ziel ist es, die individuellen Risiken früh zu erkennen, um Gegenmaßnahmen ergreifen und die Lebensqualität und Leistungsbereitschaft erhalten zu können. Das Präventionsangebot richtet sich primär an mittelständische und große Unternehmen, ist aber auch für Privatpersonen zugänglich.

Zu dem Gesundheitscheck, der von einem interdisziplinären Chefarztteam durchgeführt wird, gehören eine Anamnese des gesundheitlichen Allgemeinzustands, eine Labordiagnostik mit Blutund Urinanalyse, eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems, eine Ultraschalluntersuchung der Bauchorgane, eine Untersuchung des Bewegungsapparates und eine Früherkennung von stressbezogenen Gesundheitsproblemen. Alle Untersuchungsergebnisse werden in einem Gespräch erörtert, falls erforderlich, geben die Mediziner Behandlungsempfehlungen. Um den Aufenthalt an der MHH und den Gesundheitscheck so angenehm wie möglich zu gestalten, stellt die MHH

einen Shuttle-Service zur An-und Abreise im Raum Hannover sicher. Während des gesamten Aufenthalts steht den Teilnehmern eine individuelle Begleitung zur Seite. Eine modern eingerichtete Lounge dient als Ruheraum, hier werden auch das Frühstück und Mittagessen serviert. Der Gesundheitscheck gehört nicht zu den Regelleistungen der Krankenkassen. Der Paketpreis beträgt 1.800 Euro pro Person. Interessierte Unternehmen wenden sich bitte an die MHH-Klinik für Rehabilitationsmedizin, Telefon (0511) 532-4117 oder die Abteilung Unternehmensentwicklung, Telefon (0511) 5326062, gesundheitscheck@mh-hannover. de. tg


36 Behandeln und Pflegen

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Minimalinvasive Operation bei Speiseröhrenkrebs Patienten genesen schneller und haben nach dem Eingriff weniger Probleme

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edes Jahr erkranken in Deutschland rund 6.000 Menschen neu an Speiseröhrenkrebs. Zur Therapie gehört fast immer eine Operation, die mehrere große Schnitte an Bauch und Rumpf erfordert, was ein beträchtliches operatives Trauma für die Patienten darstellt und nach dem Eingriff häufig mit Komplikationen und funktionellen Spätfolgen verbunden ist. An der MHH gibt es dazu eine Alternative. Dabei operiert der Chirurg nicht offen, sondern laparoskopisch und thorakoskopisch, also über nur wenige kleine Schnitte und mithilfe eines Videosystems, das eine freie Einsicht in den Bauch- und Brustraum ermöglicht. Diese Technik wird als minimalinvasive Chirurgie oder auch „Schlüsselloch-Chirurgie“bezeichnet. Dr. Nikos Emmanouilidis, Chirurg an der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, hat sie auch für die Tumoren der Speiseröhre (Ösophagus) an der MHH etabliert. Professor Dr. Jürgen Klempnauer, Direktor der MHH-Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie betont, dass seine Klinik als eine der wenigen in Deutschland die minimalinvasive Operation bei Speiseröhrenkrebs anbieten kann. „Dr. Emmanouilidis hat auch Patienten mit hoch-thorakalen Plattenepithelkarzinomen, die in minimalinvasiver Tech-

n

Spezial-Sprechstunde

Für Patienten mit Erkrankungen der Speiseröhre und des Magens gibt es in der Viszeralchirurgischen Poliklinik der MHH eine Spezial-Sprechstunde. Interessierte können unter Telefon (0511) 532-2032 einen Termin vereinbaren. Die Befunde der Tumorpatienten werden von Gastroenterologen, Radiologen, Strahlentherapeuten und Chirurgen gemeinsam bewertet. Mithilfe festgelegter Standards und orientiert an den Leitlinien entwickelt dann dieses Expertengremium gemeinsam eine für jeden Patienten maßgeschneiderte Behandlungsstrategie.

nik allgemein als inoperabel galten, mit diesem schonenden Verfahren erfolgreich operiert. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren bei Speiseröhrenkrebs ergibt sich dadurch für die Patienten eine wesentlich angenehmere, schmerzfreiere und kürzere Behandlung ihrer Erkrankung.“

Keine großen Schnitte mehr Während der minimalinvasiven OP entfernt Dr. Emmanouilidis zunächst den Teil der Speiseröhre mit dem Tumor und die umliegenden Lymphknoten. Anschließend

Weniger Komplikationen dank neuer OP-Technik: Patient Wolfgang E. (rechts) geht es gut. Professor Klempnauer (links) und Dr. Emmanouilidis (Mitte) sind mit den Ergebnissen der minimalinvasen Eingriffe an der Speiseröhre sehr zufrieden.

spaltet er den Magen und bildet aus einem Teil dieses Organs eine Ersatzspeiseröhre. Diese zieht er in den Brustraum hoch und schließt sie an den oberen Speiseröhrenstumpf an. Für den Eingriff sind in der Regel nur fünf bis sechs kleine Öffnungen im Bauch- und Brustraum nötig, um die Operationsinstrumente einzuführen. Dazu kommt eine etwas größere Öffnung zwischen den Rippen, durch die der Chirurg die Speiseröhre entfernt. Große Schnitte wie bei der herkömmlichen OP-Methode gibt es nicht. Das hat viele Vorteile für die Patienten. „Sie erleben ein viel kleineres operatives Trauma“, erläutert Dr. Emmanouilidis. „Weder die Bauch- noch die Rumpfmuskulatur werden durchtrennt, und auch die bei dem herkömmlichen Verfahren oft auftretenden Brüche und Ausrenkungen der Rippen entfallen.“ Durch das schonendere Vorgehen können die Patienten nach der OP die Intensivstation schneller verlassen, sind schneller beweglich und haben auch im späteren Verlauf weniger funktionelle Probleme. Unter onkologischem Aspekt ist die minimalinvasive Operation der offenen Operation absolut ebenbürtig, da der Tumor ebenfalls komplett und die gleiche Anzahl an Lymphknoten entfernt werden. Bisher hat Dr. Emmanouilidis insgesamt 28 Patienten, darunter auch 15 Patienten mit dem häufigeren Plattenepithelkarzinom, erfolgreich nach dem neuen Verfahren operiert. Zu den Patienten von Dr. Emmanouilidis gehört auch Wolfgang E. aus Lauenau. Der 65-Jährige bekam im September 2012 eine Ersatzspeiseröhre. „Durch einen Zufall habe ich von der Möglichkeit des minimalinvasiven Eingriffs gehört und bin froh, dass mir die große offene Operation erspart geblieben ist“, sagt er. Außer der Speiseröhre mit einem Adenokarzinom wurden bei ihm 46 Lymphknoten entfernt. Glücklicherweise war keiner der Lymphknoten von Krebszellen befallen. Roswitha K. aus Bielefeld hatte sich im März 2012 ebenfalls für einen minimalinvasiven Eingriff entschieden. „Ich bin hundertprozentig damit zufrieden, wie alles gelaufen ist, sowohl bei der Operation als auch bei den Arztgesprächen davor und danach.“  tg


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Behandeln und Pflegen 37

FORUM HERRENHÄUSER MARKT

Dirk Breuckmann (links) Lars Bremer von Mercedes-Benz und Professor Dr. Gerhard W. Sybrecht, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Lungenstiftung, mit Dr. Michael Sasse und Dietmar Stürken von der Firma Heinen + Löwenstein.

Abhust-Assistent hilft Kindern Die Intensivstation bekommt ein Gerät von der Deutschen Lungenstiftung, das von Mercedes-Benz finanziert wurde

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in „Abhust-Assistent“ hilft nun kleinen Patienten auf der Kinder-Intensivstation 67, wenn sie aufgrund einer Erkrankung oder Verletzung nicht selbst wirksam husten können. Dieses Gerät hat die Medizinische Hochschule am 3. Dezember gespendet bekommen. „Wir freuen uns sehr, da dieser sogenannte Cough Assist dem Verschluss der Atemwege durch Schleim vorbeugt und somit Komplikationen wie Lungenentzündungen reduziert. Über ein solches Gerät verfügte die Kinderklinik der Medizinischen Hochschule bisher noch nicht“, sagt Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt der Kinder-Intensivstation 67. Und so funktioniert das Gerät: Der Abhust-Assistent erzeugt zunächst einen Überdruck auf die Atemwege und stellt sich dann schnell auf Unterdruck um – was die Patienten beim Abhusten von Bronchialsekreten unterstützt oder diese natürliche Funktion sogar ersetzt. „Das langsame Ein- und das schnelle Ausatmen simuliert das natürliche Abhusten – so müssen wir keine invasiven Verfahren anwenden“, erläutert der MHH-Kinderintensivmediziner Dr. Michael Sasse. Für diese Spende kooperierten einige Helfer: Zunächst hatte die Mercedes-Benz-Niederlassung Hannover dem Verein Deutsche Lungenstiftung 4.700 Euro gespendet. Davon kaufte die Stiftung bei der Firma Heinen + Löwenstein den „Abhust-Assistenten“ und spendete ihn dann der MHH. Diese Kooperation hatte der Direktor des Maritim Airport Hotels Hannover, Dirk Breuckmann, initiiert. Dafür gebühre allen Beteiligten Dank, sagte Dr. Sasse.bb

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38 Forschen und Wissen

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Drittmittel für Forschungsprojekte in der MHH Die Bayer Pharma AG, Leverkusen, bewilligte … n Privatdozent Dr. rer. nat. Immo Prinz, Institut für Immunologie, 30.000 Euro im Rahmen der Initiative „Grants4Targets – From Targets to Novel Drugs“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Bonn, bewilligte … n Dr. phil. nat. Melanie Albrecht, PhD, und Dr. med. Anna-Maria Dittrich, Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, Arbeitsgruppe Allergische Sensibilisierung, 179.192 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Mechanismen der IL-17A-vermittelten pulmonalen Entzündung – Ansätze für therapeutische Interventionen?“. Im Rahmen dieses Forschungsvorhabens erhielt Dr. Melanie Albrecht zusätzlich 185.200 Euro zur Finanzierung einer „Eigenen Stelle“. n Professor Dr. rer. nat. Evgeni Ponimaskin, Institut für Neurophysiologie, 334.000 Euro für drei Jahre. Unterstützt wird das Projekt „Dynamic regulation of small Rho GTPases via serotonin receptors in neurons: Effects on the cytoskeleton, neuronal morphology and functions“. n Privatdozent Dr. rer. nat. Immo Prinz, Institut für Immunologie, 314.381 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „The impact of gamma-delta TCR sequences on selection and peripheral repertoire shaping of gamma-delta T cells”.

Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V., München, bewilligte … n Privatdozent Dr. rer. nat. Immo Prinz und Dr. med. Christian Könecke, Institut für Immunologie, 166.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Kooperationsprojekt „Optimierung der Spezifität und Funktion regulatorischer T-Zellen zur Verhinderung der Graft-versus-Host-Erkrankung“.

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Bad Homburg vor der Höhe, bewilligte … n Professorin Dr. rer. nat. Renata Stripecke, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, Gruppenleiterin der Research Group Lymphatic Cell Therapy (REBIRTH), 308.000 Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Lentivirus-induced dendritic cell vaccine co-expressing GM-CSF/lFNα pp65 against cytomegalovirus in post-transplant patients“.

Die Europäische Union bewilligte … n Dr. rer. nat. Jürgen Mertsching, Institut für Molekularbiologie, 163.170 Euro für drei Jahre. Gefördert wird im Rahmen des Programms „Prevention of and Fight against Crime – Chemical, Biological, Radiological and Nuclear materials – Action Grants 2011” das Projekt „Training school for biosafety level 3/4 scientists and staff”. n Professor Dr. rer. nat. Evgeni Ponimaskin, Institut für Neurophysiologie, 860.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird im Rahmen des ERA-NET NEURON 2012-Förderprogramms das transnationale EU-Forschungsprojekt „Superresolution imaging and therapeutic targeting of extracellular matrixmediated signalling in brain diseases“. Die Kommission für Gleichstellung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Marcel G. Sieberer, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, im Rahmen einer Spende zur Förderung der geschlechtersensiblen Medizin 5.000 Euro für das Forschungsvorhaben „Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Psychopharmakotherapie von Depression bei stationär psychiatrisch behandelten Patientinnen und Patienten“. Kontakt: Ursula Lappe Telefon: (0511) 532-6772 Fax: (0511) 532-3852 E-Mail: lappe.ursula@mh-hannover.de

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Forschen und Wissen 39

Millionenförderung für MHH-Spitzenforscher Immunologe Professor Reinhold Förster erhält höchsten Wissenschaftspreis der EU und damit eine Förderung von 2,5 Millionen Euro

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ohe Auszeichnung für Spitzenforscher: Professor Dr. Reinhold Förster, Leiter des Institutes für Immunologie, hat den höchsten und begehrtesten Wissenschaftspreis der EU erhalten – einen „ERC Advanced Grant“ des Europäischen Forschungsrates (ERC). Die damit verbundene fünfjährige Förderung beläuft sich auf insgesamt 2,5 Millionen Euro. Mit „ERC Advanced Grants“ werden herausragende und bereits etablierte Wissenschaftler gefördert. Die einzigen Kriterien zur Vergabe der Fördermittel sind die wissenschaftliche Exzellenz des Antragstellers und des geplanten Projektes. „Die Vergabe des ,ERC Advanced Grant’ an Professor Förster ist auch ein großartiger Erfolg für die MHH und unterstreicht ihre internationale Spitzenposition im Schwerpunkt der Immunitäts- und Entzündungsforschung“, sagt MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann. Professor Förster und sein Team erforschen die Wanderung von Immunzellen. Ständig patrouillieren die Wächter- und Abwehrzellen des Immunsystems durch fast alle Gewebe unseres Körpers. Für einen Standortwechsel werden die Immunzellen durch Lymphgefäße aus den Geweben zurück in den Blutkreislauf transportiert. Lymphknoten sind als zentrale Kontrollstationen in diese Lymphgefäße eingebaut, um den aus dem Gewebe kommenden Strom an Flüssigkeit und Zellen zu überwachen, ob Keime in den Körper eingedrungen sind. Lange Zeit war dabei unklar, über welche Routen die verschiedenen Immunzellen in den Lymphknoten eintreten und welche Signale dafür sorgen, dass sie tatsächlich in die Lymphknoten gelangen. Professor Förster und sein Institut haben vor Kurzem eine neue Mikro-Injektionstechnik entwickelt, die es erlaubt, markierte Immunzellen direkt in die winzigen Lymphgefäße narkotisierter

Versuchsmäuse zu injizieren. Die sogenannte Zwei-Photonen-Laser-ScanningMikroskopie ermöglicht es anschließend, die leuchtenden Zellen auf ihren Wegen in den nächsten Lymphknoten „live“ zu beobachten. „Mit der jetzt zusätzlich verfügbaren Forschungsförderung wollen wir im Detail verstehen, wie es Zellen schaffen, aus den Lymphgefäßen in die Lymphknoten einzuwandern. Dieses Wissen wird uns helfen, sogenannte zelluläre Vakzinen zu

verbessern, die derzeit als neue Behandlungsmethode von Krebserkrankungen untersucht werden“, erläutert der Preisträger. „Ebenso ist es nun möglich, das Metastasierungsverhalten von Tumoren in die Lymphknoten gezielter zu untersuchen und gegebenenfalls auch zu unterbinden.“ Auch der wissenschaftliche Nachwuchs wird von dem Projekt profitieren. Bis zu sieben zusätzliche Doktoranden und promovierte Wissenschaftler sollen für das Projekt rekrutiert werden.  inf/stz

Professor Dr. Reinhold Förster, Leiter des Institutes für Immunologie.

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40 Forschen und Wissen

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5,5 Millionen Euro für die MHH Europäische Unterstützung: Im vergangenen Jahr hat die EU im siebten Forschungsrahmenprogramm an der MHH 13 neue EU-Projekte gefördert. Wir stellen sie Ihnen vor

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m 1. Januar 2013 startete das europäische PhD-Programm TECAS (Tissue Engineering Solutions for Cardiovascular Surgery) unter der Leitung von Dr. Sotirios Korossis, der seit Kurzem als „Director for Biomedical Engineering“ in der MHH-Klinik für Herz-, Thorax- Transplantations- und Gefäßchirurgie tätig ist. Das Programm wird im Rahmen des „Marie Curie Initial Training Network“ (ITN) der Europäischen Union mit 3,4 Millionen Euro für vier Jahre gefördert, davon erhält die MHH knapp 670.000 Euro. Das ITN-Programm fördert insbesondere den Austausch von Nachwuchswissenschaftlern in Graduiertenschulen auf europäischer Ebene. 13 junge Wissenschaftler werden in dem Doktorandennetzwerk TECAS bei den führenden europäischen Akteuren auf dem Feld des kardiovaskulären Tissue Engineerings (TE) und der regenerativen Medizin in die Lehre gehen. Der Schwerpunkt des Programms liegt auf der

Beratung zur Forschungsförderung auf EU-Ebene Das 7. Forschungsrahmenprogramm läuft 2013 aus. Das Folgeprogramm, Horizon 2020, wird voraussichtlich noch im Jahr 2013 mit ersten Ausschreibungen starten. Dr. Simone Heß und Dr. Katrin Dinkla-Ritter unterstützen MHH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler im Referat für EUForschungsförderung kostenfrei dabei, Anträge bei der EU, besonders unter Horizon 2020, zu stellen. Sie beraten auch zu administrativen und finanziellen Aspekten der Projektabwicklung und helfen bei Vertragsverhandlungen. Sie haben ihr Büro im Gebäude M19, Ebene 01, Raum 1710. Kontakt: Dr. Heß, Telefon 532-6061, hess. simone@mh-hannover.de und Dr. DinklaRitter, Telefon 532-6794, dinkla.katrin@ mh-hannover.de. bb

Erforschung von Herzklappenersatz und -reparatur, Herzmuskelrekonstruktion sowie der „Patch graft”-Angioplastie für die klinische Anwendung – also der Reparatur verengter oder verstopfter Herzgefäße mit kleinen Gewebestücken, die die Regeneration der Gefäße unterstützen und in Kindern mitwachsen. Die Doktoranden können in dem Programm von den umfangreichen multidisziplinären Erfahrungen der europäischen Partner aus Forschung, Klinik und Industrie profitieren. Dank des interdisziplinären Trainings sollen sie die grundlegende Expertise erlernen und neue Technologien

schaffen, die zur Herstellung von funktionalem Herzgewebe für kardiovaskuläre Implantate im klinischen Einsatz in der nahen Zukunft benötigt werden. Die PhD-Projekte reichen von Grundlagenfor-

Die weiteren EU-geförderten Projekte Biomargin: Immunologische und nicht immunologische Schädigungen des Transplantates, die zum Funktionsverlust von transplantierten Nieren führen, sind zentrales Thema dieses Projektes. Diese Mechanismen sollen besser erforscht und neue diagnostische Methoden zur Überwachung der transplantierten Niere entwickelt werden. Die Leitung hat Professor Dr. Wilfried Gwinner. Der EU-Beitrag für die MHH beträgt 272.000 Euro. Child-EU: Interstitielle Lungenerkrankungen bei Kindern können eine Vielzahl von Ursachen haben und werden häufig falsch oder schlecht behandelt, da es keine einheitlichen Vorgaben gibt und das Krankheitsbild nicht klar definiert ist. Dieses Projekt soll zur Verbesserung der Diagnose und Therapie dieser Erkrankungen beitragen. Die Leitung hat Dr. Nicolaus Schwerk inne, der EUBeitrag für die MHH beträgt 171.000 Euro. NeuEar: Menschen mit Hörstörungen, die das Innenohr betreffen, kann durch die Versorgung mit einem Cochlea-Implantat zur Wiederherstellung des Hörvermögens verholfen werden. In diesem Projekt wird ein verbessertes CochleaImplantat entwickelt, das der fortschreitenden Degeneration des Hörnervs entgegenwirken soll. Die Leitung liegt bei Dr. Verena Scheper, der EUBeitrag für die MHH beträgt 617.000 Euro. OptiBIRTH: Kaiserschnittgeburten nehmen in vielen EU-Ländern zu, und somit steigen auch die Risiken für Störungen während der Folge-

schwangerschaften und -geburten. Deutschland ist ein Land mit einer relativ geringen Rate an Frauen, die nach einem Kaiserschnitt natürlich gebären. Ziel dieser europaweiten multi-clusterrandomisierten Studie ist es, durch evidenzbasierte Interventionen die Rate an vaginalen Geburten nach Kaiserschnitt zu erhöhen, um so einen Beitrag zu einer Verbesserung der mütterlichen Gesundheit und Zufriedenheit zu leisten. Die Leitung hat Privatdozentin Dr. Mechthild Gross inne, der EU-Beitrag für die MHH liegt bei 594.000 Euro. Paeon: Unfruchtbarkeit bei Frauen ist ein wachsendes Problem und wird häufig durch hormonelle Störungen bedingt. Hier sollen Modelle entwickelt werden, die bessere Vorhersagen ermöglichen, um Therapien zu ermöglichen oder zu optimieren. Die Leitung hat Professor Dr. Tillmann Krüger inne, der EU-Beitrag liegt bei 403.000 Euro. ProHearing: In diesem Projekt soll eine neue Therapie, basierend auf einer medikamentösen Versorgung zur Verhinderung von Hörschäden, für Cochlea-Implantat-Patienten mit Resthörvermögen entwickelt werden. Die Leitung teilen sich Dr. Verena Scheper und Professor Dr. Thomas Lenarz. Der EU-Beitrag für die MHH beträgt 736.000 Euro. RehabilAid: In diesem Projekt sollen die Kosten untersucht werden, die entstehen, wenn Personen bei Verkehrsunfällen zu Schwerstverletzten


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Forschen und Wissen 41

TECAS-Leiter Dr. Sortitios Korossis (rechts), Marisa Granados (sitzend), Panagiotis Kalozoumis (links) und Dr. Ulrike Böer.

schung bis hin zu translationalen Wissenschaften und darüber hinaus. Zu den beteiligten Partnern gehören neben der MHH auch die RWTH Aachen, die Corlife GbR, die Technische Universität in Eindhoven, die Universität von Padua und die Universität von Patras. bb/ck

werden. Weiterhin sollen die Faktoren identifiziert werden, die ihren Rehabilitationsprozess beeinflussen. Die Leitung hat Professor Dr. Dietmar Otte inne, der EU-Beitrag liegt bei 78.000 Euro. StemBANCC (Stem cells for Biological Assays of Novel drugs and prediCtive toxiCology): Durch die Verwendung humaner induzierter pluripotenter Stammzellen von Patienten mit bestimmten Erkrankungen zielt das Projekt darauf ab, die Entwicklung neuer Medikamente zu erleichtern. Der Beitrag der MHH dazu ist insbesondere die Entwicklung neuer Methoden zur Herstellung großer Mengen solcher Stammzellen für die Nutzung in der Wirkstoffforschung. Die Leitung teilen sich Dr. Robert Zweigerdt und Professor Dr. Ulrich Martin. Der EU-Beitrag beträgt 850.000 Euro. Trans-Int: Ein Nachteil vieler therapeutischer Wirkstoffe ist, dass sie nicht geschluckt werden können. Das Ziel dieses Projektes ist es, Nanopartikel zu entwickeln, die als Trägersubstanzen für Wirkstoffe dienen, die dann oral verabreicht werden können. Die Leitung hat Professor Dr. Jürgen Borlak inne, der EU-Beitrag für die MHH beträgt 404.000 Euro. ITN Celleurope: Dieses europäische Netzwerk zur Doktorandenausbildung widmet sich den erwünschten und unerwünschten Immunprozessen nach Transplantationen. Die Leitung liegt bei Professorin Dr. Eva Mischak-Weissinger. Der EU-Beitrag für die MHH beträgt 222.000 Euro. ITN NaturImmun: Die Kontrolle von Tumoren und viralen Infektionen durch das angeborene Immunsystem, insbesondere durch natürliche Killerzellen, steht im Fokus dieses europäischen Ausbildungsnetzes für Doktoranden. Die Leitung an der MHH hat Professorin Dr. Ulrike Köhl inne, der EU-Beitrag für die MHH beträgt 222.000 Euro. ITN TS-Eurotrain: Nur wenige Zentren in Europa bieten aktuell eine strukturierte und standardisierte Ausbildung im Hinblick auf die Erforschung, Diagnostik und Therapie neuro-psychiatrischer Entwicklungsstörungen an. Dieses ITN will diese Lücke schließen und widmet sich dabei speziell dem Gilles de la Tourette-Syndrom. Die Leitung liegt bei Professorin Dr. Kirsten Müller-Vahl, der EU-Beitrag beträgt 249.000 Euro. bb/ck

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Stärkung für das schwache Ohr Bei angeborener Gehörlosigkeit sollten möglichst gleichzeitig beide Ohren mit CochleaImplantaten versehen werden

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ehörlose Kinder, deren Hörnerv noch funktioniert, können mit einem Cochlea-Implantat (CI) versorgt werden. Häufig geschieht das nur an einem Ohr. Kinder, bei denen später in das zweite Ohr eine solche Hörprothese implantiert wird, verstehen über dieses Ohr Sprache schlechter. Welche neuronalen Prozesse dafür verantwortlich sind, haben MHH-Forscher in Kooperation mit Wissenschaftlern der Goethe Universität Frankfurt am Main aufgeklärt. Das Team um Professor Dr. Dr. med. Andrej Kral, Direktor des Instituts für Audioneurotechnologie und der Abteilung für Experimentelle Otologie der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde (HNO-Klinik), beobachtete Folgendes an

Professor Kral: Er hält eine sogenannte Neuronexus-Multielektrode in der Hand, mit der er und sein Team Messungen von elektrischen Signalen im Gehirn machen.

gehörlosen Tieren: Das erste Ohr, das ein Cochlea-Implantat erhielt, nimmt die Teile des Hörsystems im Gehirn in Anspruch, die normalerweise für das andere Ohr zuständig sind. So entstehen ein funktional „stärkeres“ und ein „schwächeres“ Ohr. „Die Übernahme war umso umfangreicher, je früher nach der Geburt die erste Implantation erfolgte. Es zeigte sich also eine sensible Phase für diese Veränderung. Folglich sollte man bei angeborener Gehörlosigkeit möglichst gleichzeitig beide Ohren mit je einem Cochlea-Implantat versehen“, erklärt Professor Kral. Bei allen Tieren konnte das „schwächere“ Ohr immer noch das Hörsystem im Gehirn etwas aktivieren. „In dieser Situa-

tion könnte also ein isoliertes Training am ‚schwächeren’ Ohr zu einer Verbesserung des Sprachverständnisses führen“, erläutert Professor Kral. Dieser Befund stünde im Unterschied zur einseitigen Sehschwäche, die zur kompletten Blindheit am schwächeren Auge führen könne. Das Projekt der Hörforscher unterstützt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG). Die Befunde werden an der HNO-Klinik der MHH (Direktor Professor Dr. Thomas Lenarz) bei Kindern auch klinisch bestätigt: Sequenziell implantierte Kinder zeigen ein schlechteres Sprachverständnis beim später implantierten Ohr, sodass gehörlose Kinder an der HNO-Klinik der MHH in der Regel beidseitig implantiert werden.  bb

Bakterien-Genen auf der Spur Norddeutsches Zentrum für Mikrobielle Genomforschung gegründet

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as Erbgut von Bakterien zu entschlüsseln und so Krankheiten besser bekämpfen zu können – das ist das vorrangige Ziel des Norddeutschen Zentrums für Mikrobielle Genomforschung (NZMG), das sechs Forschungseinrichtungen aus Norddeutschland am 11. Januar unter der Federführung der Uni Göttingen gegründet haben. Es sind die auf diesem Gebiet anerkannten Institutionen MHH, die Universitäten Göttingen und Greifswald sowie aus Braunschweig die Technische Universität, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und das Leibniz-Institut Deutsche

Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen. „Die Fortschritte der Genomforschung haben die Forschung über bakterielle Krankheitserreger revolutioniert. Diese Forschungen erfordern große und vor allem auch kontinuierliche Investitionen in die neueste Sequenziertechnologie und Bioinformatik. Es ist ein wichtiger Schritt, dass sich die MHH mit den anderen am Zentrum  beteiligten Instituten sogar über Ländergrenzen hinweg zum NZMG zusammengefunden hat“, sagt Professor Dr. Sebastian Suerbaum, Direktor des MHH-Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene und für die MHH Gründungsmitglied im NZMG. „Wir können so die vorhandenen Technologieressourcen und unsere wissenschaftliche Expertise viel effizienter nutzen und die

notwendigen Zukunftsinvestitionen gemeinsam planen.“ Die Forscher wollen die krankheitsauslösenden Mechanismen von Erregern wie Helicobacter pylori, Staphylococcus aureus oder Clostridium difficile besser verstehen, die  Diagnose von Erregern verbessern und die Entwicklung neuer Therapien und Impfstoffe vorantreiben. Weitere Ziele sind neben der Genom- und Proteomanalyse mikrobieller Krankheitserreger sowie der Systembiologie bakterieller Modellsysteme auch die funktionelle Genomanalyse biotechnologisch wichtiger Mikroorganismen sowie die Genomforschung an Mikroorganismen, die die Stoffkreisläufe der Meere und die Umweltbedingungen beeinflussen und Auswirkungen auf das Klima haben. Informationen unter www.nzmg.de.  mc


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Forschen und Wissen 43

Biomarker für Brustkrebstherapie Professorin Harbeck aus München erhielt den Claudia von Schilling-Preis. Ihre Forschungen könnten Brustkrebs-Patientinnen unnötige Therapien ersparen

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en mit 20.000 Euro dotierten Claudia von Schilling-Preis der gleichnamigen Stiftung erhielt am 16. Januar Professorin Dr. Nadia Harbeck. Sie leitet das Brustzentrum und die Onkologische Ambulanz der Klinik und Poliklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums der Universität München und hat erforscht, wie man bei Brustkrebs frühzeitiger als bisher die Wirkung von Antihormontherapien beurteilen kann. Zudem führt sie derzeit mit Kollegen eine Studie durch, die ergeben könnte, dass mehr als einem Drittel der Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium eine vorbeugende Chemotherapie erspart bleiben kann. Den Preis verleiht die

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Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover alljährlich im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums der MHHKlinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Professorin Harbeck forscht seit Jahren auf dem Gebiet von Biomarkern, die helfen können, Brustkrebstherapien besser auf Professorin einzelne Patientinnen und ihren Harbeck Tumor abzustimmen. Sie leitete den deutschen Teil einer internationalen klinischen Studie, die zwei Dosierungen einer Antihormontherapie miteinander vergleicht. „Bereits nach vier Wochen

Claudia von Schilling Stiftung

Die Claudia von Schilling Stiftung mit Sitz in Hannover zeichnet alljährlich herausragende wissenschaftliche Arbeiten auf dem Gebiet der Brustkrebsheilkunde und der dazugehörenden Grundlagenforschung mit dem Claudia von Schilling-Preis aus. Sie fördert auch alljährlich in Zusammenarbeit mit der MHH-Frauenklinik das Claudia von Schilling-Symposium, zu welchem Wissenschaftler für niedergelassene Ärzte der Region über die neuesten Ergebnisse der Brustkrebsforschung referieren. Außerdem ist die Stif-

tung in der Förderung weiterer wissenschaftlicher Projekte an der MHH, auch im Bereich der Palliativmedizin, engagiert. Besondere Aufmerksamkeit erlangt die Stiftung derzeit mit der Vortragsreihe „Gut zu wissen“. Hier referieren Wissenschaftler der MHH vor Mitarbeiterinnen in Betrieben und Behörden der Region über Wissenswertes rund um das Thema Brustkrebs. Kontakt: Maike Holz, Managerin der Claudia von Schilling Foundation for Breast Cancer Research, info@cvs-foundation. org, Telefon (0511) 544 45 69-0.

Therapie konnten wir anhand der Zellteilungsrate zeigen, welche Dosierung das Tumorwachstum wirksamer stoppen konnte. Und diese ist mittlerweile zugelassener Standard geworden“, erläutert sie. Bis dahin sei eine Beurteilung erst frühestens nach zwölf WoDr. Nadia chen beziehungsweise erst Jahre nach Erstdiagnose möglich gewesen. Mit einer weiteren deutschlandweiten Studie (ADAPT) mit mehr als 4.000 Patientinnen verfolgt sie gemeinsam mit Professorin Dr. Ulrike Nitz und anderen Kollegen der Westdeutschen Studiengruppe (WSG) nun das Ziel, Therapiekonzepte mithilfe von Biomarkern zu erstellen und im Sinne der Patientinnen anzupassen. Die ADAPTStudie ist die erste in Deutschland und eine der ersten weltweit, die nicht nur die Biologie der Brustkrebserkrankung sondern auch die Beurteilung des frühen Therapieansprechens zur Therapieentscheidung heranzieht. „Verläuft sie erfolgreich, so sorgt sie dafür, dass mehr als 30 Prozent der Patientinnen mit Brustkrebs im Frühstadium eine vorbeugende Chemotherapie erspart bleiben kann“, erläutert die Wissenschaftlerin.  bb

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Dr. Marcus May vom Institut für Klinische Pharmakologie mit dem ersten Studienpatienten.

Baufortschritt: Das CRC entsteht.

Sind Blutdruck-Senker günstig für den Stoffwechsel? Erste MHH-Studie am neuen Klinischen Forschungszentrum (CRC) gestartet

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m neu entstehenden Klinischen Forschungszentrum – dem Clinical Research Center Hannover (CRC) – hat am 20. November das erste MHHProjekt begonnen. „Wir untersuchen, ob sich eine neu entwickelte Substanz, die den Blutdruck senkt, auch günstig auf den Stoffwechsel auswirkt“, sagt Professor Dr. Jens Jordan, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie und Leiter der Klinischen Prüfung. Die Studie baut auf Grundlagenforschung seines Instituts auf, und es kommen moderne Verfahren zum Einsatz, die sonst in der Klinik nicht zur Verfügung stehen. „Wir werden den Stoffwechsel im Bauch-Fettgebewebe untersuchen und die Insulinresistenz vor und nach einer achtwöchigen Therapie mit der Prüfsubstanz messen“, sagt Privatdozent Dr. Stefan Engeli, Oberarzt und Stoffwechselexperte des Instituts für Klinische Pharmakologie. Das neue Medikament könnte sich insbesondere für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eignen, die auch eine Stoffwechselstörung haben. Das CRC ist eine in Deutschland einmalige Einrichtung, in der Forscher neue, noch nicht zugelassene Medikamente auf

Sicherheit (Phase-I-Studien) und Wirksamkeit (Phase-IIa-Studien) untersuchen. Das Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin (ITEM), die MHH und das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) betreiben es gemeinsam. Bis zum Bezug eines neuen Gebäudes in der Nicolai-Fuchs-Straße im September 2013 führt die MHH erste Studien in den Räumen des Kooperationspartners ITEM durch.

Klinik und Forschung verzahnen „Die Allianz aus außeruniversitären Forschungseinrichtungen und einer führenden Hochschulklinik macht es möglich, Arzneimittelforschung und Klinik miteinander zu verzahnen und so Ergebnisse schneller für Patienten nutzbar zu machen“, sagt Privatdozent Dr. Christoph Schindler, Leiter der klinischen Forschungsstationen am CRC. Bisher seien neue Arzneimittel – insbesondere in frühen Entwicklungsstadien – hauptsächlich von Auftrags-Forschungsinstituten und meist ohne renommierte akademische Universitätsforscher erprobt worden. Die am CRC mögliche enge Kooperation

von Industrie- und Universitätsforschung verspreche auch eine schnellere Identifikation neuer Wirkstoffe, die sicher und wirksam sind und somit tatsächlich Marktpotenzial haben. Dies könne auch helfen, teure Fehlentwicklungen zu vermeiden, die kurz vor beziehungsweise unmittelbar nach Markteinführung aufgrund schwerer Nebenwirkungen wieder vom Markt zurückgenommen werden mussten und den entwickelnden Pharmaunternehmen in der Vergangenheit Millionenverluste eingebracht haben. Die MHH betreibt am CRC auch moderne Bildgebung: Unter anderem wird es einen Positronen-Emissions-Tomograph (PET-MRT) geben, der es ermöglicht, verschiedene Moleküle im Hinblick auf ihre Fähigkeit zu vergleichen, in spezifische biologische Gewebe einzudringen. Darüber hinaus etabliert die MHH eine zentrale, harmonisierte, moderne und vereinigte Biobank, die Hannover Unified Biobank (HUB), in die sämtliche Probensammlungen der MHH überführt werden. Das Team der HUB, die bis zum Einzug in das CRC im Pädiatrischen Forschungszentrum angesiedelt ist, verwaltet die Proben.  bb


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Alles an einem Ort Neuer Service: Modernes Biobanking an der MHH – für qualitativ hochwertige Probenlagerung

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eit einem Jahr baut die MHH eine moderne zentrale Biobank auf: die Hannover Unified Biobank (HUB). „Sämtliche Proben der MHH – Gewebe- und Zellproben, aber auch Mikroorganismen und Körperflüssigkeiten – sollten, wenn möglich, in die HUB überführen werden. Wir verwalten sie und bieten modernste Technik unter kontrollierten Bedingungen, qualitativ hochwertige Dokumentation und höchste Sicherheit“, sagt HUB-Leiter Professor Dr. Thomas Illig. Derzeit lagern die meisten Proben dezentral auf dem MHH-Gelände. „Dabei sind die Bedingungen sehr verschieden und reichen zum Teil nicht aus, um die Materialien für Jahrzehnte für die Forschung bereitzuhalten. Die Qualität der Proben ist für die Qualität der Analysen extrem wichtig – beispielsweise, um Ergebnisse reproduzieren zu können“, erläutert Dr. Norman Klopp, stellvertretender HUB-Leiter. Die Biobank ist zurzeit noch im Pädiatrischen Forschungszentrum (PFZ) untergebracht, wo auch schon Proben lagern. Im Laufe des Jahres 2013 wird sie ins Clinical Research Center (CRC) einziehen, sobald es fertiggestellt sein wird. „Anfang 2014 wird unsere Biobank voll funktionsfähig sein“, erwartet Professor Illig. Dort wird auf 500 Quadratmetern ein automatisches Minus-80-Grad-Lager und Stickstofftanks für die Langzeitlagerung geben, die Platz für zehn Millionen Proben bieten. Die Temperatur der Proben wird permanent überwacht. Auch gibt es eine Notstromversorgung. Auf weiteren 200 Quadratmetern werden für

die Probenaufbereitung Labore mit Zellkulturwerkbänken, Aliquotier-Robotern und einem automatisiertem DNA/RNA-Extraktionssystem entstehen. Die MHH-Rohrpostanlage verbindet die HUB mit allen Kliniken, OPs und Forschungsinstituten. Alle relevanten Daten werden in einer sicheren zentralen Datenbank verwaltet. „Wir sehen uns auch als Plattform, die hilft, ein Netzwerk zwischen Probeneigentümern und analysierenden Forschern herzustellen“, sagt Dr. Klopp. So bestehe auch die Möglichkeit, Biomaterialien für Forschungsprojekte zu beantragen – Voraussetzung sei das Einverständnis der Probeneigner. Derzeit arbeitet die HUB bereits beim Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) am Standort Hannover, BREATH, in das auch die CAPNETZ-Studie integriert ist, wie auch beim Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) mit. Die Biobank betreut zudem viele Kliniken und Institute der MHH. Die HUB steht auch Forschern zur Seite, die ihre Proben weiterhin dezentral lagern. Sie können etwa kostenlos eine von den HUB-IT-Spezialisten entwickelte Software zur Pseudonomisierung von Probendaten erhalten. Die Biobank führt regelmäßige Biobank-Nutzertreffen durch. Termine und weitere Informationen unter www. mh-hannover.de/biobank.html. Ansprechpartner sind Professor Dr. Thomas Illig, Telefon (0511) 532-7856, illig.thomas@ mh-hannover.de, und Dr. Norman Klopp, Telefon (0511) 532-7857, klopp.norman@ mh-hannover.de, und Dr. Markus Kersting (IT), Telefon (0511) 532-4509.  bb

Das Team der HUB: Dirk Drobek, Karin Heine, Dr. Markus Kersting, Sisko Bauer, Inga Bernemann, Mercedes Clavero, Dr. Norman Klopp und Professor Dr. Thomas Illig (von links).

Tim Lankisch ist nun …

Professor für interventionelle Endoskopie Professor Dr. Tim Lankisch ist seit Oktober 2012 Professor für interventionelle Endoskopie an der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover. Geboren in Göttingen und aufgewachsen in Lüneburg, hat der 39-jährige Wissenschaftler in Göttingen und den USA an der University of Michigan in Ann Arbor studiert und 2002 promoviert. Bereits als „Arzt im Praktikum“ kam er im Jahr 2002 in die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der MHH. Dort verbrachte Tim Lankisch auch seine Zeit als Assistenzarzt bis zum Jahr 2010. 2009 wurde er Facharzt für Innere Medizin und 2010 Facharzt für Gastroenterologie. Seit dem Jahr 2011 ist er Oberarzt und Leiter der Endoskopie. Seine wissenschaftliche Arbeit hat er 1997 als Doktorand an der University of Michigan begonnen. Die weitere wissenschaftliche Entwicklung erfolgte im Labor von Professor Dr. Christian Strassburg. Seine Arbeiten konnten zeigen, dass Patienten mit einem „genetischen Risikoprofil“ vermehrt unter Medikamenten-Nebenwirkungen leiden. Die Habilitation erfolgte 2011. Aufgrund seiner klinischen Tätigkeit liegt der Schwerpunkt seiner Forschung nun in der Endoskopie. „Die Früherkennung von hepatobiliären Karzinomen insbesondere bei Risikopatienten ist weiterhin ein klinisches Problem“, sagt Professor Lankisch. Seine Arbeitsgruppe versucht mit translationaler Forschung die Detektion, also das Aufspüren von Krebs, zu verbessern. mc


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Ausgezeichnete Darstellung Zwei Forscherinnen beim HiLF-Symposium preisgekrönt

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oppelte Freude: Beim Symposium der Hochschulinternen Leistungsförderung (HiLF) erhielt Dr. Christine Wolters, Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin, Ende November den Posterpreis. Dr. Kathrin Steinwede, Abteilung für Experimentelle Pneumologie, konnte den Vortragspreis entgegennehmen. Beide Auszeichnungen überreichte Professor Dr. Hartmut Küppers, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der MHH. Bei dem 18. Symposium waren die bis dahin mit 250 Euro dotierten Auszeichnungen erstmals mit je 500 Euro dotiert. Behinderung als gesellschaftliche Herausforderung: Das Forschungsprojekt von Dr. Christine Wolters dreht sich um die gesellschaftliche Integration von

gliedmaßenamputierten Kriegsversehrten des Zweiten Weltkrieges. „Die Wiedereingliederung der amputierten, aber auch psychisch traumatisierten Kriegsversehrten war damals ein zentrales gesellschaftliches Problem in Deutschland“, sagt Dr. Christine Wolters die Wissenschaftlerin. Sie analysierte die medizinisch-rehabilitativen Maßnahmen, die technisch-prothetische Versorgung und die sozialpolitischen Rahmenbedingungen der Wiedereingliederung der Versehrten. Dr. Wol-

Leberentzündung bei Herzpatienten häufig Herzpatienten leiden häufiger an Hepatitis E – nach Transplantation kann sie chronisch werden

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erzpatienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko, Hepatitis E zu bekommen – besonders Patienten mit einem transplantierten Herzen. Das stellten Dr. Sven Pischke, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und Privatdozent Dr. Christoph Bara, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, fest. Warum das so ist, untersuchen sie derzeit in einer Folgestudie. Zudem wiesen sie nach, dass Hepatitis E bei Herztransplantierten chronisch verlaufen kann – ebenso wie zuvor von ihnen festgestellt bei Lebertransplantierten. Die Ergebnisse veröffentlichte das American Journal of Transplantation. Die Forscher untersuchten 274 Herztransplantierte, 137 weitere, nicht transplantierte Herzpatienten und 537 Gesunde. „Elf Prozent der Herztransplantierten hatten schon einmal eine Hepatitis E-Infektion, sieben Prozent der weiteren Herzpatienten und nur zwei Prozent der Gesunden“, sagt PD Dr. Bara. „Bei vier Herztransplantierten entwickelte sich ein chronischer Verlauf“, ergänzt Professor Dr. Heiner Wedemeyer, Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Hepatitis E-Erreger ist das Hepatitis E-Virus (HEV). Die Krankheit kommt in gemäßigten Breiten nur vereinzelt vor, 2011 gab es in Deutsch-

land 238 Fälle. Diese Infektionen wurden zumeist in Deutschland erworben, Hauptübertragungsweg ist der Verzehr von unzureichend gegartem Schweinefleisch. „Schweinefleisch muss auf mehr als 70 Grad erhitzt werden, also gut durchgebraten sein, damit das Virus nicht überlebt“, sagt Dr. Pischke. Vereinzelt brachten auch Reiserückkehrer diese Krankheit aus den Tropen mit, wo dieses Virus häufig vorkommt. Auch Blutprodukte kommen theoretisch als Überträger infrage. Gegenwärtig ist ein Test auf Hepatitis E bei Blutprodukten in Deutschland nicht vorgeschrieben. Hepatitis E macht sich durch Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber bemerkbar. Chronische Hepatitis E kann zu Leberzirrhose führen und tödlich verlaufen. „In der MHH werden Transplantierte, die eine chronische Hepatitis E haben, mit dem Virusmedikament Ribavirin therapiert“, sagt Professor Wedemeyer. „Wir untersuchen an der MHH aktuell die größte Kohorte an Hepatitis E-Patienten in Deutschland“, ergänzt Dr. Pischke. „Hepatitis E darf auch als Reisekrankheit bei Rückkehr aus den Tropen nicht übersehen werden“, betont Professor Dr. Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. In China ist im Januar 2012 ein Hepatitis E-Impfstoff zugelassen worden.  bb


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ters fand unter anderem heraus, dass sich in der zweiten Kriegshälfte die Indikationsstellung und die Methoden für Amputationen änderten und dass die spätere Rehabilitation stärker in das Blickfeld der Ärzte rückte. „Die Ärzte entwickelten eine neue Expertise für die Versorgung von Amputierten. Die Betroffenen waren beruflich und sozial gut integriert und in tragfähige familiäre Strukturen eingebunden“, sagt sie. Über die bisherigen Ergebnisse ihrer Studie wird im Frühjahr 2013 ein Themenheft im Medizinhistorischen Journal erscheinen. Evaluierung einer Therapiestrategie gegen Tuberkulose: Dr. Kathrin Steinwede erläu-

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terte in ihrem Vortrag, wie sie gemeinsam mit ihrem Team an der Entwicklung neuer Therapiestrategien gegen Tuberkulose arbeitet. In ihrem HiLF-Projekt untersuchte sie, ob sich bestimmte Enzyme, sogenanntes Cathepsin G (CG) und Neutrophile Elastase (NE), zur Bekämpfung der von Mykobakterien verursachten Tuberkulose eignen. Dazu „verpackte“ Dr. Steinwede diese Enzyme zunächst auf eine bestimmte Art in sogenannte Liposome. Anschließend konnte sie anhand von Versuchen an Mäusen damit erstmals zeigen, dass sich mithilfe einer therapeutischen Gabe von CG und NE die Erreger einer mykobakteriellen

Infektion der Lunge verbessert eliminieren ließen. „Der Einsatz dieser liposomal verpackten neutralen Serinproteasen CG und NE stellt somit eine interessante neue Dr. Kathrin Steinwede Therapie-Option in der Antibiotika-unabhängigen Therapie der Tuberkulose beim Menschen dar“, sagt Dr. Steinwede. Ihre Arbeit wurde im Journal of Immunology publiziert.  bb

Hormone wirken wie Ausdauertraining Wie das Herz den Stoffwechsel auf Trab bringt: MHH-Forscher entdecken neue Funktion natriuretischer Peptide

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m Herzen werden Hormone produziert und ins Blut abgegeben – sogenannte natriuretische Peptide. Seit Langem ist bekannt, dass sie die Nierenfunktion beeinflussen und den Blutdruck senken. So wird das Herz vor Überlastung geschützt. Bei körperlicher Belastung steigen natriuretische Peptide stark an. Jetzt haben Forscher des Instituts für Klinische Pharmakologie gemeinsam mit Kollegen aus Toulouse und Berlin eine neue Funktion dieser Hormone nachgewiesen, die für den Schutz vor und die Behandlung von Stoffwechselerkrankungen von großer Bedeutung sein könnte. Die Ergebnisse wurden im Journal of Clinical Investigation publiziert. Die Forscher konnten zunächst nachweisen, dass körperliches Training beim Menschen nicht nur den Stoffwechsel verbessert, sondern auch zu einer Zunahme von Rezeptoren für natriuretische Peptide im Muskel führt. Sie stellten auch fest, dass sich bei menschlichen Muskelzellen, die sie in einer Zellkultur mit natriuretischen Peptiden behandelten, rasch Gene anschalten, die den Stoffwechsel regulieren. Die Muskelzellen wurden leistungsfähiger und konnten Fett besser verbrennen.

Bibiana Beckmann, Professor Dr. Jens Jordan und Privat­ dozent Dr. Stefan Engeli (von links) im MHH-Institut für Klinische Pharmakologie

„Natriuretische Peptide haben eine ähnliche Wirkung wie Ausdauertraining. Wir vermuten, dass einige der günstigen Wirkungen von Sport auf den Stoffwechsel durch diesen Mechanismus erklärt werden können“, sagt Privatdozent Dr. Stefan Engeli, Oberarzt am MHH-Institut für Klinische Pharmakologie. „Wir wollen diese Ergebnisse jetzt am neu geschaffe-

nen Klinischen Forschungszentrum Hannover (CRC Hannover) klinisch anwenden. Insbesondere Patienten mit Übergewicht, Typ 2-Diabetes oder Herzinsuffizienz (Herzschwäche) könnten davon profitieren, weil bei diesen Erkrankungen die Muskelfunktion gestört ist“, berichtet Professor Dr. Jens Jordan, Direktor des Instituts für Klinische Pharmakologie.  bb


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Molekül mit versteckten Talenten Antikörper wehren nicht nur Erreger ab, sie übermitteln auch Botschaften zwischen Immunzellen

Den dendritischen Zellen auf der Spur: PD Dr. Andreas Krueger, Dr. Marcin Lyszkiewicz, Dr. Siegfried Weiß und Dr. Natalia Zietara.

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ie dendritischen Zellen (DC) erfüllen im Immunsystem eine Schlüsselaufgabe: Sie nehmen Krankheitserreger auf, zerlegen sie in ihre Einzelteile und tragen die Bruchstücke auf ihrer Oberfläche. Andere Zellen des Immunsystems wiederum können diese Teile erkennen und werden aktiviert, ihr eigenes Programm zur Bekämpfung der Erreger „abzuspulen“. Um ihre Aufgabe erfüllen zu können, benötigen die DC allerdings Unterstützung durch eine ganz andere Komponente des Immunsystems, die man bislang nicht mit ihnen in Verbindung gebracht hat: die Antikörper. Forscher des MHH-Instituts für Immunologie und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) konnten jetzt zeigen, dass Antikörper für die Reifung von DC unerlässlich sind. Ihre Ergebnisse sind im Journal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) veröffentlicht worden. Im menschlichen Immunsystem arbeitet ein halbes Dutzend Zelltypen zusammen. Dabei kommt es auf das Teamwork an, denn jede Sorte Zellen ist auf eine Aufgabe spezialisiert. Nur so können sie in den Körper eingedrungene Keime abwehren und Krankheiten verhindern. Fällt einer der „Teamplayer“ aus, kann das ganze System empfindlich gestört werden. Genau das beobachteten die HZI-Forscher um Dr. Siegfried Weiß in Mäusen mit einem Immundefekt. „Die sogenannten RAG-Mäuse haben kein adaptives, also kein erworbenes Immunsystem“, erklärt Weiß. „Ihnen fehlen deshalb unter anderem die Antikörper produzierenden B-Zellen.“

Die dendritischen Zellen gehören zum anderen Teil des Immunsystems – dem angeborenen, das weniger flexibel, aber dafür sehr schnell reagieren kann. Sie sollten deshalb von der Schädigung der erworbenen Immunabwehr nicht betroffen sein. Dennoch fiel den Wissenschaftlern auf, dass DC aus diesem Mausstamm nicht richtig funktionieren: Ihre Reifung ist gestört, statt die Erreger in Bruchstücke zu zerlegen, bauen sie sie komplett ab. „Diese Bruchstücke werden Antigene genannt. Die Präsentation der Antigene ist die Hauptaufgabe der dendritischen Zellen“, sagt Dr. Natalia Zietara. „Antigenpräsentation ist eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen den angeborenen und erworbenen Teilen des Immunsystems. Bleibt sie aus, so werden die nachfolgenden Immunreaktionen nicht ausgelöst“, ergänzt Dr. Marcin Lyszkiewicz. Das sonst so präzise Zusammenspiel der Zellen kommt zum Erliegen, eine zielgerichtete Abwehr eindringender Erreger durch das erworbene Immunsystem kann nicht mehr stattfinden. Ausgehend von dieser Beobachtung wollten die Immunologen wissen, was die Störung der DC-Funktion auslöst. Bei der

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Untersuchung des Transkriptoms, also der Gesamtheit der Gene, die in den untersuchten Zellen aktiv sind, wurden die Forscher fündig: Die Aktivität von wenigen Genen war verändert. Darunter auch die Gene für eine Gruppe von Rezeptoren, die Antikörper binden können. Mit weiteren Experimenten konnten die Forscher nachweisen, dass eben diese Moleküle die Reifung der DC anregen. Die Antikörper, die man auch als „Immunglobuline“ bezeichnet, werden von B-Zellen produziert. Normalerweise neutralisieren sie Giftstoffe oder Viren und markieren Bakterien, damit andere Immunzellen diese unschädlich machen können. „Dass B-Zellen und dendritische Zellen mittels Immunglobulinen kommunizieren, wussten wir bislang nicht. Hier wird wieder einmal deutlich, wie komplex das Immunsystem eigentlich ist und dass wir es noch lange nicht völlig verstanden haben“, sagt Dr. Andreas Krueger, Leiter der Arbeitsgruppe Lymphozytenbiologie des Exzellenzclusters REBIRTH am Institut für Immunologie an der MHH. Die Forscher haben ein „verstecktes Talent“ der Antikörper entdeckt. inf

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Engagement über das Studium hinaus 28 MHH-Studierende erhalten ein Deutschlandstipendium

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hr Stundenplan ist voll gefüllt, sie glänzen mit besonders guten Studienleistungen, und trotzdem finden die angehenden Zahn- und Humanmediziner, Biochemiker und Biomediziner noch Zeit, sich über das Studium hinaus zu engagieren. Für ihre besondere Leistung erhielten 28 Studentinnen und Studenten der MHH jetzt das Deutschlandstipendium und damit ein Jahr lang eine monatliche Unterstützung von 300 Euro, finanziert jeweils zur Hälfte vom Bund und von privaten Förderern. Während einer kleinen Feierstunde überreichte Studiendekan Professor Dr. Ingo Just am 11. Januar den Stipendiaten die Urkunden und gratulierte: „Wir sehen in Ihnen ein großes Potenzial. Nehmen Sie diese Auszeichnung als Ehre, aber auch als Verpflichtung an, sich weiter zu engagieren. Enttäuschen Sie uns nicht.“ Insgesamt waren im Studiendekanat 150 Bewerbungen eingegangen. Die Zahl der höchstmöglichen Stipendien schreibt der Bund jedes Jahr vor. Doch dafür müssen sich auch genügend private Förderer finden. Daher dankte Professor Just insbesondere den

Grund zum Feiern: Dr. Rosemarie Pabst (rechts) stößt mit den MHH-Studentinnen Leonie von Elsner, Kristina Borst und Miriam Weckener (von links) auf das Deutschlandstipendium an.

15 privaten Förderern, die es erst ermöglichten, das Stipendium an die Studierenden der Hochschule weiterzugeben und, überreichte auch ihnen eine Urkunde. Darunter sind die Förderstiftung MHH plus, die Gesellschaft der Freunde der MHH, der MHH-AlumniVerein, aber auch Unternehmen wie die Heraeus Kulzer GmbH, die Degussa Bank, die IQuL GmbH, die QLEO Science GmbH und die VGH-Provinzial Krankenversicherung sowie eine Privatperson. Auch einige MHH-Professoren finanzieren jeweils ein

Großes Potenzial: Förderer und Geförderte der Deutschlandstipendien der MHH.

Deutschlandstipendium mit: Professor Dr. Ingo Just (MHH-Toxikologie), Professor Dr. Michael P. Manns (MHH-Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie) und Professor Dr. Reinhard Pabst (MHH-Anatomie). Neben der Stiftung für Nephrologie sponsorte auch die Bayer Science & Education Foundation zwei Stipendien. Stellvertretend für die Förderer richtete Thimo V. Schmitt-Lord, geschäftsführender Vorstand der Bayer-Stiftungen, lobende Worte an die Studierenden und an die Hochschule: „Die MHH ist eine junge, aber hochinnovative Hochschule und steht für 50 Jahre gute Ideen.“ Sein Unternehmen sehe sich eher als Investor: „Wir investieren in gute Ideen und junge Talente, damit wir als Unternehmen langfristig gut arbeiten können. Hoffentlich sehen wir Sie bald wieder.“ Für die Studentinnen und Studenten bedeutet das Stipendium vor allem eine finanzielle Entlastung. Stellvertretend für ihre „Kollegen“ bedankte sich Lydia Patzak, viertes Semester Humanmedizin, für die Unterstützung: „Wir Mediziner sind der hohen Kunst verschrieben, die Fähigkeit zu entwickeln, die Ohren weit aufzumachen und dem Patienten zuzuhören.“ Jeder, der ein guter Arzt werden wolle und sich dieses Ziel setze, habe Anerkennung verdient. Verdient hat sich das Stipendium auch Miriam Weckener, zweites Mastersemester

Biochemie. Sie engagiert sich neben dem Studium in der Kirchengemeinde ihrer Heimat, hilft beim Konfirmandenunterricht und kümmert sich um die Tafel für hilfsbedürftige Menschen. „Für mich bedeutet das Geld, dass ich ohne Sorgen mein Studium zu Ende bringen und eventuell noch ins Ausland gehen kann“, sagt die 22-Jährige. Ihre gleichaltrige Freundin Kristina Borst, erstes Semester Master Biochemie, hat sich bislang hochschulpolitisch engagiert und möchte das Geld auch nutzen, um einige Monate ins Ausland zu gehen: „Ich gehe im Winter nach San Diego, Kalifornien, um dort ein Praktikum in einer Forschungsgruppe zu machen.“ Sportliche Ziele hat Leonie von Elsner, drittes Semester Biomedizin. Sie trainiert neben dem Studium die weibliche D-Jugend eines Handballvereins. „Das Stipendium ist für mich eine große finanzielle Entlastung und macht den Kopf frei für andere Dinge“, sagt die 24-Jährige. Damit im nächsten Jahr noch mehr Studentinnen und Studenten der MHH von dieser Auszeichnung profitieren können, sucht das Studiendekanat weiter engagierte Förderer. Privatleute, Unternehmen, andere Organisationen oder Lehrkrankenhäuser sind eingeladen, sich diesem Programm anzuschließen. Fragen beantwortet Kathrin Roth vom Studiendekanat Medizin, Telefon (0511) 532-5041, Roth.Kathrin@mh-hannover.de.  dr


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„Wir sind Ärzte!“ Examensfeier an der MHH: Von der Hochschule geht es jetzt in den Beruf

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er glanzvolle Abschluss einer anstrengenden Lebensphase: Am 15. Dezember 2012 feierten 117 Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs Humanmedizin an der MHH ihr Examen. Sehr feierlich, aber dennoch gelöst war die Stimmung auf der Veranstaltung, zu der viele ihre Familie mitgebracht hatten. Und ein bisschen Stolz schwang bei den meisten natürlich auch mit. Zu Recht, wie Professor Dr. Siegfried Piepenbrock betonte: „Sie haben die wichtigste Prüfung Ihrer beruflichen Karriere geschafft“, sagte der Vorsitzende des MHH-AlumniVereins in seiner Begrüßungsrede. „Sie feiern heute, und Sie haben es sich verdient.“ Professor Piepenbrock nutzte die Gelegenheit, die Absolventen, von denen viele die MHH verlassen, an die Idee der lebenslangen Bindung an die Universität zu erinnern. Er warf einen kurzen Blick auf die erfolgreiche Geschichte der Alumni-Clubs in den USA und in Großbritannien. „So eine Tradition würde auch gut zu uns passen“, sagte er. „Die Alumni unterstützen ihre ehemalige Ausbildungsstätte, und im Gegenzug steht ihnen die Hochschule immer mit Rat und Tat zur Seite.“ Die jungen Medizinerinnen und Mediziner, die jetzt ihr Studium abgeschlossen haben, steigen

Vor dem Ruhestand: Professor Bitter-Suermann verabschiedete letztmals Absolventen der MHH.

in einer Phase des allgemeinen Arztmangels in den Beruf ein. Dr. Gisbert Voigt, Vizepräsident der Ärztekammer Niedersachsen, sieht für den einzelnen darin einen großen Vorteil. „Sie können sich aussuchen, wo Sie arbeiten. Nutzen Sie das!“, forderte er die Absolventen auf. Gleichzeitig machte er deutlich, dass auch die Arbeit auf dem Land ihre Pluspunkte hat – beispielsweise den dort bevorstehenden Strukturwandel mit der engeren Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgung sowie die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Er wünschte den Absolventen viel Erfolg und Freude bei der Arbeit und dass sie niemals die hochqualitative Versorgung der Patienten aus den Augen verlieren mögen.

„In Lösungen investieren“ Im Namen der Absolventinnen und Absolventen trat David Ammon ans Rednerpult. „Im Sinne aller zu sprechen wäre ein wahres Kunststück“, schränkte er ein, „denn es gab sehr verschiedene Ausgangssituationen und auch ganz unterschiedliche Erwartungen an das Studium.“ So hätten einige das Glück gehabt, direkt nach dem Abitur einen der begehrten Studienplätze zu bekommen, andere hätten vorher eine Ausbildung in einem Gesundheitsberuf absolviert und seien erst durch die Arbeit auf die Idee gekommen, Medizin zu studieren. Bei seinem Rückblick auf die Medizinerausbildung an der MHH sparte er nicht an Kritik. Theoretisch sei der Modellstudiengang HannibaL eine gute Sache. „Doch leider funktionierte in der Realität nicht immer alles wie geplant. Auf einigen Stationen haben wir in die erschrockenen Gesichter junger Assistenzärzte geschaut“, erinnerte sich Ammon. Neben dem Alltagsgeschäft hätten diese manchmal überhaupt keine Zeit gehabt, sich mit den Studenten zu beschäftigen, und ihnen stattdessen freigegeben. „Bei solchen Problemen muss in die Lösung investiert werden“, forderte der Absolvent. Glücklicherweise gebe es aber andererseits viele Abteilungen, die das Thema Lehre ernst nehmen. Von den negativen Punkten abgesehen, halte das Studium aber auch viele interessante Herausforderungen und schöne Momente bereit, be-

tonte David Ammon. Insgesamt habe die MHH mit HannibaL einen Weg gewählt, der nicht einfach, aber richtig sei. „Ich persönlich sehe es als Privileg an, Medizin studiert haben zu dürfen, und ich möchte dafür gerne etwas an die Gesellschaft zurückgeben.“ Abschließend wendete er sich direkt an seine Kommilitonen: „Mit dem Studium endet ein Lebensabschnitt, aber der nächste kommt auch schon. Heute können wir endlich sagen: Wir sind Ärzte!“ Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann knüpfte in seiner Ansprache direkt an den Vortrag Ammons an. „Die Rede war ein Höhepunkt der Veranstaltung, eine ausgewogene Mischung aus Lob und Kritik. Ich versichere Ihnen, dass wir die Schwachpunkte kennen und daran arbeiten.“ Für den MHH-Präsidenten war die Examensfeier ebenfalls ein besonderes Ereignis. „Sie sind das letzte Kollektiv junger Ärztinnen und Ärzte, die ich beglückwünsche und verabschiede“, erklärte er. Professor Bitter-Suermann geht im März dieses Jahres in den Ruhestand. Während seiner 25 Jahre an der Hochschule – zunächst als Institutsleiter und dann als Präsident – hat er insgesamt 8.200 Studierende zu ihrem Examen und 2.000 Mediziner zu ihrer Promotion beglückwünscht. Dazu gehörten in den vergangenen Jahren immer mehr Frauen: In der Medizin ist der Anteil weiblicher Studierender mittlerweile auf 62 bis 64 Prozent gestiegen.  tg


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Sprach positive und negative Aspekte des Studiums an: David Ammon.

Eine rote Rose für die Absolventen: Professor Piepenbrock gratulierte und warb für den MHH-Alumni e.V.

Gute Lehre verdient einen Preis Professor Just zeichnet auf der Examensfeier die beliebtesten Dozentinnen und Dozenten aus

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as ist gute Lehre? „Einfach und kurz das relevante Wissen zu vermitteln – und das unterhaltsam“, so brachte es Studiendekan Professor Dr. Ingo Just auf den Punkt. An der MHH gibt es Lehrende, die diese Kunst beherrschen. Um ihr Engagement zu belohnen, ehrt die Hochschule die besten Dozentinnen und Dozenten jedes Jahr mit einem Lehrpreis. Weil niemand besser als die Studierenden selbst die Fähigkeiten der Hochschullehrer be-

urteilen kann, waren sie auch 2012 aufgerufen, die aus ihrer Sicht Besten eines jeden Studienjahrgangs zu wählen. 40 Prozent aller Studentinnen und Studenten beteiligten sich an der Abstimmung. Auf der Examensfeier am 15. Dezember ehrte Professor Just die Bestplatzierten. Die oder der Dozierende eines jeden Studienjahres mit den meisten Stimmen bekam den mit 5.000 Euro dotierten Lehrpreis. Die Zweitplatzierten konnten sich über ein Preisgeld

Können Wissen gut vermitteln: Die besten Dozentinnen und Dozenten des Jahres 2012.

in Höhe von 3.000 Euro und die Drittplazierten über 2.000 Euro freuen. Folgende Lehrkräfte wurden gewählt (Reihenfolge pro Studienjahr nach Anzahl der Stimmen): Erstes Studienjahr: Dr. Stefanie Groos, Zellbiologie, PD Dr. Nils von Neuhof, Zell- und Molekularpathologie, Prof. Dr. Matthias Ochs, Funktionelle u. Angew. Anatomie. Zweites Studienjahr: Prof. Dr. Bernhard Brenner, Molekular- und Zellphysiologie, Dr. Martin Fischer, Neurophysiologie, Dr. Tim Scholz, Molekular- u. Zellphysiologie. Drittes Studienjahr: Prof. Dr. Ralf-Peter Vonberg, Medizinische Mikrobiologie, Prof. Dr. Ingo Just, Toxikologie, Prof. Dr. Roland Seifert, Pharmakologie. Viertes Studienjahr: Dr. Cordula Schippert, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, PD Dr. Lorenz Grigull, Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Dr. Lars Friedrich, Anästhesiologie u. Intensivmedizin. Fünftes Studienjahr: Prof. Dr. Dirk Stichtenoth, Klinische Pharmakologie, Prof. Dr. Karin Weißenborn, Neurologie, Prof. Dr. Torsten Witte, Immunologie u. Rheumatologie.  tg


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Biochemiker feiern ihren Abschluss Lena Grave erhält Preis für die beste Masterarbeit

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uf diesen Tag haben sie lange hingearbeitet: Am 22. November 2012 freuten sich 15 Absolventinnen und sechs Absolventen des Masterstudiengangs Biochemie über ihren Abschluss. In einer Feierstunde im Hörsaal N wurden die Biochemikerinnen und Biochemiker zunächst von Professor Dr. Sigurd Lenzen, Direktor des Instituts für Klinische Biochemie, begrüßt. Anschließend machte Dr. Stephan Scholtissek von der New Horizon Computer Learning Centers in Germany GmbH in seinem Festvortrag deutlich, worin für ihn der kleine, aber feine Unterschied zwischen Erfindung und Innovation besteht. Dann folgte der für die Absolventen wohl bewegendste Moment: Professor Dr. Matthias Gaestel, Direktor des Instituts für Physiologische Chemie und Sprecher der Studienkommission Biochemie, überreichte ihnen die Master-Urkunden. Lena Grave konnte sich außerdem noch über eine Auszeichnung freuen. Die

Ausgezeichnete Masterarbeit: Lena Grave mit Professor Gaestel (rechts) und Dr. Tiedje, die ihre Abschlussarbeit betreuten.

24-Jährige hatte die beste Masterarbeit ihres Studienjahrgangs geschrieben und bekam dafür den diesjährigen Preis der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM). In ihrer Arbeit hatte sich die Absolventin mit einem bestimmten Typ der Proteinkinasen, der zweitgrößten Proteinfamilie in höheren Zellen, beschäftigt. Den Preis bekam sie aus den Händen von Professor Gaestel, der Professor Dr. Jürgen Alves, GBM-Kontaktperson für Hannover, vertrat. Mit einem Masterabschluss können die jungen Biochemiker sowohl in der Wissenschaft als auch der Industrie arbeiten. Zur Vertiefung ihres Fachwissens und weiteren Qualifikation können sie entweder außerhalb eines Programms promovieren oder an einem PhD-Studiengang oder an einem Graduiertenkolleg teilnehmen. Lena Grave hat sich für die erste Möglichkeit entschieden, sie arbeitet inzwischen in Heidelberg an ihrer Promotion.  tg

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Gäste und Feste 53

Hoher Besuch: Die Prinzessinnen Beatrice und Eugenie mit Professor Baum und Professor Kratz (großes Bild) und zu Besuch im Spielzimmer der kinderonkologischen Station.

Prinzessinnen besuchen die Kinderonkologie Enkelinnen der Queen informieren sich über die Betreuung jugendlicher Krebspatienten

H

oher Besuch in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH): Ihre Königlichen Hoheiten Prinzessin Beatrice und ihre Schwester Prinzessin Eugenie von York haben am Abend des 18. Januar die Kinderklinik der MHH beehrt. Die Enkelinnen von Queen Elizabeth II. und Töchter von Prinz Andrew und Sarah Ferguson waren einer Einladung von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister nach Niedersachsen gefolgt und hatten zuvor schon an den Feierlichkeiten zur Eröffnung des rekonstruierten Schlosses in Hannover-Herrenhausen teilgenommen. „Wir sind stolz, dass die Prinzessinnen zu uns gekommen sind“, sagt Professor Dr. Christian Kratz, Direktor der Klinik für

Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Die beiden Mitglieder der königlichen Familie setzen sich im Vereinigten Königreich insbesondere für die Belange jugendlicher und junger erwachsener Krebspatienten ein. Professor Dr. Dirk Reinhardt, Leiter mehrerer nationaler und internationaler Leukämiebehandlungsstudien, hat an der MHH ein Projekt ins Leben gerufen, um sich für die bessere Betreuung jugendlicher und junger erwachsener Krebspatienten besonders einzusetzen. Am Mittwoch waren er und sein Team dafür mit dem Niedersächsischen Krebspreis geehrt worden. Aufgrund ähnlicher Aktivitäten und gemeinsamer Interessen haben die Prinzessinnen die kinderonko-

logische Klinik der MHH mit Ihrem Besuch beehrt. Professor Kratz, begleitet von MHHForschungsdekan Professor Dr. Christopher Baum, führte die Gäste durch seine Klinik und ermöglichte Gespräche mit Betroffenen. „Wir bieten Kindern und Jugendlichen mit Leukämien und Tumorerkrankungen oder mit gutartigen Bluterkrankungen die bestmögliche Behandlung an“, erläuterte Professor Kratz. Die Klinik gehört zu den renommiertesten Kinderonkologien in Deutschland. Im vergangenen Jahr wurden von den 22 Ärzten und 50 Pflegekräften mehr als 100 junge Patienten betreut. Dabei wurden 33 Blutstammzelltransplantationen durchgeführt. stz

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Rahmenvereinbarung mit mehreren Vertragspartnern (einer sog. Praxistipp! Mehr-Partner-Vereinbarung) Rechnung getragen werden. Bei privaten Krankenversicherungen kann es sinnvoll sein, den Selbstbehalt zu reduzieren und dementsprechend höhere Beiträge Bei einer Rahmenvereinbarung handelt es sich umEntlastung einen Auftrag, zu zahlen. Für diese kann folglich die steuerliche im Rahmen der Sonderausgaben in vollem in Anspruch den ein oder mehrere Auftraggeber anUmfang einen oder mehrere genommen werden. Der Selbstbehalt ist lediglich Rahmen der Unternehmen vergeben, um die Bedingungen fürim Einzelaufträge, sog. außergewöhnlichen Belastungen erst nach Übersteigen der die während der Laufzeit der Rahmenvereinbarung (grundsätzlich zumutbaren Belastung und damit steuerlich selten abzugsfähig. maximal vier Jahre) dann ohne Ausschreibung erteilt werden sollen, Für die steuerliche Berücksichtigung der Beträge muss es festzulegen. Bei einer Mehr-Partner-Rahmenvereinbarung müssen sich stets um eigene Beiträge handeln, hierzu zählen auch die grundsätzlich mindestens drei Unternehmen beteiligt sein. Die steuerfreien Beitragszuschüsse des Arbeitgebers. Ebenso gelten Vergabe der Einzelaufträge erfolgt sodann entweder ohne erneuten als eigene Beiträge, die Zahlungen für eigene Kinder, soweit für Aufruf zum Wettbewerb oder nach erneutem Aufruf der Partner diese ein Anspruch auf einen Kinderfreibetrag bzw. Kindergeld zum Wettbewerb Mini-Wettbewerb). auf diesen Minibesteht. Wichtige(sog. Voraussetzung für denSoll Abzug als SonderWettbewerb werden, gegenüber muss in derder Rahmenvereinbarung ausgaben istverzichtet die Zustimmung Krankenkasse zur selbst schon festgelegt werden, wann welcher Einzelauftrag an Datenübermittlung an das Finanzamt. welchen der verschiedenen Rahmenvertragspartner geht. Sonstige Vorsorgeaufwendungen • Kapitalvorhat 1. 1. 2005) Mit dieser (Altverträge Konstellation sich dieund Vergaberechtsprechung imRisikolebensversicherung Gesundheitswesen bereits befasst, und zwar insbesondere • Arbeitslosenversicherung anhand von Rabattverträgen, die von gesetzlichen Krankenkassen • Unfallversicherung ausgeschrieben worden waren. Dort war von Bietern – • Privat- und Kfz-Haftpflichtversicherung pharmazeutischen Unternehmen – kritisiert worden, dass über Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen sind auf jährlich 2.800 € je die Vergabe der Einzelaufträge letztlich der Apotheker entscheidet. Steuerpflichtigen begrenzt. Dieser Höchstbetrag reduziert sich Da Rabattvereinbarung z. B. über drei identischeZuschüsse, generische auf die 1.900 €, sofern der Steuerpflichtige bestimmte Wirkstoffe geschlossen wurde, die alle drei geeignet waren, gab es wie z. B. den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss erhält. auch medizinischen pharmakologischen Gründe, warum In derkeine Regel gehen dieseund Beträge jedoch bei der Ermittlung der Apotheker Steuer verloren. einer wird die mal dasIneine oderGünstigerprüfung mal das andere Medikament Basiskrankenversicherung mit den stark gedeckelten sonstigen an den Versicherten herausgibt. In der Rabattvereinbarung

war dazu nichts festgelegt(1.900 worden. Das 2.800 OLG Düsseldorf als Vorsorgeaufwendungen € bzw. €) verglichen Beschwerdeinstanz für dieangerechnet. Nachprüfung der Vergabeverfahren und nur der höhereder Betrag gesetzlicher Krankenkassen zuständigen Bundesvergabekammer hat im November 2011 jedoch entschieden, dass die allgemeinen Praxistipp! Durch eine geschicktekonkret Zahlungsstrategie diese Apothekenlieferverträge genug sind, umkönnen im Vorfeld zu sonstigen Vorsorgeaufwendungen zumindest alle zwei Jahre bestimmen, wie die Vergabe der Einzelaufträge erfolgt (Stichwort: steuerlich gerettet werden. Die Beitragsfälligkeit der Krankeneingeschränkte Substituierungsmöglichkeit des Apothekers etc.). versicherung sollte daher alle zwei Jahre auf eine jährliche Vorauszahlung umgestellt werden. Diese Grundsätze des OLG Düsseldorf lassen sich auf Beispiel: Ein Ehepaar (beide angestellt), jeder zahlt jährlich den gemeinschaftlichen Einkauf mehrerer Krankenhäuser jeweils 3.000 € für die Krankenbasisversicherung und für übertragen: Wenn bei der Ausschreibung einer Mehr-Partnersonstige Vorsorgeaufwendungen jährlich jeweils 1.900 €. Die Rahmenvereinbarung Einkaufsgemeinschaft Steuerbelastung beträgt durch 40%. Dieeine Steuerentlastung für 2012 und objektivierbare Maßstäbe für die Vergabe der Einzelaufträge 2013 beträgt 4.800 € (pro Jahr 6.000 € x 40%). definiert werden können, patientenindividuelle Durch das Vorziehen derbeispielsweise Zahlung bis 20. Dezember 2012 der medizinische eröffnet dies die Möglichkeit, mit mehreren ohnehin im Gründe, Folgejahr zu zahlenden Krankenversicherungsbeiträge für 2013Verträge lässt sich hier eine und zusätzliche SteuerersparVertragspartnern zu schließen dann flexibel – je nach nis vonder über 1.500 €Mitgliedshäuser erzielen. In 2012– beträgt die Partner Entlastung Bedarf einzelnen denjenigen der 4.800 € (12.000 € xmit 40%) zusätzlich in 2013 Produkts 1.520 € Rahmenvereinbarung der und Lieferung des benötigten (3.800 € x 40%).der Imdieses Ergebnis sind imhat. jährlichen Wechsel die zu beauftragen, im Portfolio Krankenversicherungsbeiträge und im Folgejahr die sonstigen Vorsorgeaufwendungen abziehbar. Dr. Angela Dageförde Fachanwältin für Verwaltungsrecht Fachanwältin für Bau- und Architektenrecht Autor: Lehrbeauftragte der Leibniz Universität Markus Dageförde Hannover Kanzlei Am Hohen Ufer Bödekerstr. 11 Steuerberater, 30161 Hannover Beratung für Heilberufe info@kanzlei-dagefoerde.de Am Hohen Ufer 3A, 30159 Hannover www.kanzlei-dagefoerde.de

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56 Gäste und Feste

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Kugelbahn, Kickboard und Kinderzelt

Sie haben 1988 an der Medizinischen Hochschule Hannover Ihr Studium der Humanmedizin abgeschlossen? Dann sind wir Ihnen noch eine Examensfeier schuldig! Wer heute an der MHH sein Medizinstudium erfolgreich beendet, bekommt in feierlichem Rahmen eine Zeugnisurkunde vom Präsidenten der MHH überreicht. Klingt selbstverständlich, ist aber erst seit fünf Jahren so. Weil wir der Meinung sind, dass eine Examensfeier zum Studium unbedingt dazugehört, möchten wir das feierliche Beisammensein nachholen – und zwar mit all jenen, die vor 25 Jahren ihr Examen gemacht haben.

Als Christiane Runge und Melanie Sell kurz vor Weihnachten zur MHH-Kinderklinik fuhren, war ihr Auto bis unters Dach voll beladen. In der Spieloase packten sie Wickelunterlagen, Windeln, Stillkissen, Baby-Tragen, ein Bobbycar, eine Kugelbahn, ein Kickboard und jede Menge anderes Spielzeug aus. „Wir dachten, hier werden alle diese Dinge ganz bestimmt gebraucht“, sagte Melanie Sell. Und damit hatte sie recht. Die Erzieherinnen Silke Bulinski und Katja Knox freuten sich sehr über die Geschenke vom Rossmann-Versandhandel in Großburgwedel. „Bei uns wechselt das Warensortiment sehr schnell, und wir haben nur begrenzte Lagerkapazitäten. Also musste einfach vieles raus“, erklärte Christiane Runge. Alles, was sie und ihre Kollegin mitgebracht hatten, war neuwertig, konnte aber nicht verkauft werden, weil beispielsweise die Verpackung beschädigt war. Glücklicherweise hatten die beiden Frauen aus dem RossmannRetourenmanageJede Menge Spielzeug: Christiane Runge (links) ment die Idee mit und Melanie Sell (rechts) packten die Kartons der Spende. Danke gemeinsam mit Silke Bulinski (Zweite von links) dafür! tg und Katja Knox (Zweite von rechts) aus.

Scorpions überraschen kleine Patienten

Daher laden wir den Examensjahrgang 1988 unter dem Motto "Examen 25" zu einem herbstlichen Weinfest im Oktober 2013 ein. Wenn Sie Lust haben, Ihre Kommilitonen wiederzusehen und erneut MHH-Luft zu schnuppern, dann melden Sie sich bitte bei uns! In den meisten Fällen wissen wir nämlich leider nicht, was aus Ihnen geworden ist oder wie Ihre aktuelle Adresse lautet. Und das möchten wir gerne ändern. Details im Web unter www.mhh-alumni.de oder telefonisch unter 0511 532-8007 Wir freuen uns auf Sie!

Prominente Sportler zu Gast: Dimitri Pätzold (links) und Morten Green von den Hannover Scorpions kamen am 16. Januar in die MHH-Kinderklinik, um den kleinen Patienten eine Freude zu bereiten. Das ist ihnen gelungen, denn außer ihrem Manager Marco Stichnoth brachten die EishockeyStars Hunderte Kuscheltiere mit. Diese hatten die Fans beim „Teddy Toss“ am zweiten Weihnachtstag im Stadion aufs Eis geworfen – plüschige Bären, Katzen, Hunde, Häschen und natürlich Scorpions-Maskottchen. Die Kinder freuten sich riesig über die Kuscheltiere und die Autogramme der Stars, Klinikdirektorin Professorin Dr. Gesine Hansen bedankte sich für die Überraschung.  tg


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Musik für kleine Herzen

Viele Musiker zu Gast: Die Herzchirurgen Dr. Thomas Breymann (unten, Zweiter von links) und Dr. Alexander Horke (unten, Vierter von links) freuten sich über die HerzStücke.

Hannoversche Künstler präsentieren Benefiz-CD

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eschäftigungszimmer oder Musikstudio? So ganz klar war das nicht am 22. November in der Spieloase der MHH-Kinderklinik. Zahlreiche hannoversche Musiker waren gekommen, um die gemeinsame Benefiz-CD „HerzStücke“ zu präsentieren und einige Kostproben daraus zu geben. Mit dabei waren Piano-Rocker Andy Lee, Musik-Kabarettist Freddy Caruso, RockRöhre Anca Graterol, Jazzgitarrist Knut Richter, Songwriter Robby Ballhause, Bluessänger Dete Kuhlmann, „Stadion-Stimme“ Ossy Pfeiffer, die Newcomer-Band Jeremy Bro und eine Managerin der Pop-Gruppe Marquess. Viele weitere Musiker und Musikerinnen waren zwar nicht anwesend, hatten aber ebenfalls ein HerzStück zu der CD beigetragen. Alle gemeinsam wollen mit ihrem Einsatz eines erreichen: Möglichst viele Spenden für die beiden Vereine

Kinderherz und Kleine Herzen zu sammeln. Die Silberlinge wurden in der Weihnachtszeit für jeweils zehn Euro in den hannoverschen Rewe- und Penny-Märkten verkauft. Der Erlös kommt in voller Höhe den Vereinen zugute. Initiator der Aktion ist Uwe Schreiner, Betriebsratschef bei Rewe. Er ist begeistert über das Engagement der Musiker. „Keiner, den wir angesprochen haben, hat sich verweigert. Selbst 96-Chef Martin Kind hat uns unterstützt.“ Auf der CD sind auch 96Star Steven Cherundolo und einige seiner Kollegen zu hören. Ira Thorsting von den Kleinen Herzen und Hanns Werner Staude

von Kinderherz freuten sich riesig über die HerzStücke und hofften auf große Nachfrage in den Lebensmittelmärkten. Genau so wie die Kinderärzte. „Bürgerliches Engagement ist für die Kinderklinik nicht nur wichtig, sondern absolut notwendig. Vieles, beispielsweise die Einrichtung von Eltern-Kind-Zimmern, wäre ohne Vereine gar nicht möglich“, betont Kinderkardiologe Dr. Stephan Schoof. Die Vereine kümmern sich um viele Dinge, die über die rein medizinische Versorgung herzkranker Kinder hinausgehen. Kinderherz unterstützt vor allem den Bereich Kinderherzchirurgie, Kleine Herzen die Kinderkardiologie. tg

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58 Gäste und Feste

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Große Geschenke für krebskranke Kinder Kaum ein Verein unterstützt die Kinderklinik so wie der Verein für krebskranke Kinder Hannover. Die Vorsitzende Bärbel Dütemeyer konnte gleich viermal Spenden entgegennehmen. Danke! Profihost spendet für NetBook-Projekt Ein großes Geschenk statt vieler kleiner Präsente – das ist die Idee, die hinter der Spende der Firma Profihost an den Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. stand. In den Vorjahren hatte das IT-Unternehmen seine Kunden mit kleinen Geschenken in der Weihnachtszeit bedacht, dieses Mal sollte es anders sein. Die Geschäftsführer Stefan Priebe, Sebastian Bluhm und Cristoph Bluhm entschieden sich dafür, das

Eine tolle Überraschung: Bärbel Dütemeyer (Dritte von links) freut sich über das Engagement von Stefan Priebe, Sebastian Bluhm und Cristoph Bluhm (von links nach rechts).

Geld lieber für einen guten Zweck zu spenden. So überreichten sie Bärbel Dütemeyer, Vorsitzende des Vereins für krebskranke Kinder, am 30. November 2012 einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro. „Unsere Kunden finden das sicher auch gut“, sagte Sebastian Bluhm. „Wir werden ihnen einen Weihnachtsgruß schicken und von der Spendenaktion berichten.“ Anschließend zeigte Bärbel Dütemeyer den drei jungen Männern die kinderonkologische Station 64a und erzählte ihnen von der Situation der kranken Kinder und von der Arbeit ihres Vereins. Dieser unterhält unter anderem einige Appartements für Eltern, finanziert ein Kunstprojekt und eine Musiktherapeutin für die Kinder und setzt gemeinsam mit der Klinikschule „Klassissimo – Aus dem Krankenzimmer in das Klassenzimmer“ um. Dank dieses Projekts können die krebskranken Kinder, beispielsweise während einer monatelangen Chemotherapie, per NetBook aus der Klinik heraus Kontakt zu ihren Mitschülern und Lehrern halten. Die IT-Fachleute von Profihost fanden dieses Projekt besonders spannend und signalisierten, dass sie nichts dagegen hätten, wenn ihre Spende „Klassissimo“ zugute kommt.

Telekomshops: Alle gemeinsam für die gute Sache Nur wenige Tage später, am 5. Dezember 2012, konnte Bärbel Dütemeyer eine weitere Geldspende entgegennehmen: Rund 6.700 Euro von der Telekomshop Vertriebsgesellschaft mbH Region Nord. Die Zuwendung ist eine wahre Gemeinschaftsleistung. Denn alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der insgesamt 118 Telekomshops in Norddeutschland haben sich daran beteiligt. Sie waren engagiert bei der Sache, nicht zuletzt, weil Marco Hamester, Vertriebsleiter der Telekomshop-Region Nord, im Vorhinein eine Telefonkonferenz mit allen Shops geschaltet hatte, bei der Bärbel Dütemeyer die Beschäftigten davon überzeugen konnte, wie wichtig die Arbeit des Vereins für krebskranke Kinder ist. Während der anschließenden Aktion galt das Motto: Verkaufen und Gutes tun. Für den Verkauf bestimmter Produkte gab es von der Telekom Bonuspunkte, die dann umgerechnet wurden und letztlich die Spendensumme ergaben. „Das Geld kommt von Herzen. Es ist uns eine große Ehre, den Verein unterstützen zu können“, betonte Marco Hamester, der zur Scheck-

Tätigkeitsspektrum:

Dr. Angela Dageförde

Rechtliche Begleitung von Vergabeverfahren

Prozessvertretung, Betreuung in Nachprüfungsverfahren vor Vergabekammern und Gerichten

Begleitung in Vergleichsverhandlungen und Mediation

Erarbeitung gutachterlicher Stellungnahmen

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Machen sich stark für krebskranke Kinder: Sänger Kai Wingenfelder, ffn-Morgenmän Franky, Martina Krüger, Geschäftsführerin von „Bild hilft“, Professor Christian Kratz, Bärbel Dütemeyer, Bettina Böttcher, Vorstandsmitglied des ffn-Vereins „Hörer helfen“, und Ina Tenz, ffn-Programmdirektorin.

übergabe auch die Ideengeber der Aktion, Stefan Gerke-Reineke, Telekomshopleiter in Paderborn, und Günter Stratemeier, dessen Enkeltochter auf der Station 64a behandelt worden war, mitgebracht hatte. Ebenfalls dabei war Karsta Matchulla, Verkaufsgebietsleiterin Hannover. Die Spende der Telekom soll in Unterhaltungselektronik für die Kinder, die manchmal sehr lange in der Klinik sein müssen, fließen. Übers Internet können sie sich beispielsweise mit ihren Freunden zu Hause austauschen.

men unterstützt die kleinen Patienten regelmäßig mit Spenden. So auch im vergangenen Dezember. Erik von Hoerschelmann, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit bei Heise, überraschte die Vereinsvorsitzende Bärbel Dütemeyer mit rund 1.600 Euro, Das Geld war auf dem Weihnachtsbasar von Heise zusammengekommen, auf dem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Werbemittel gegen eine Spende kaufen konnten. Zusätzlich spendete der Verlag noch 96 MP3-Player, die bei den jungen Patienten sehr gut ankamen.

Morgenmän Franky sammelte Spenden der ffn-Hörer

Besuch in der Kinderklinik: Stefan Gerke-Reineke, Marco Hamester und Karsta Matchulla übergeben Professor Dr. Christian Peter Kratz und Bärbel Dütemeyer die Spende der Telekomshops.

Heise Medien: Unterstützung von guten Freunden Die Heise Medien Gruppe und den Verein für krebskranke Kinder verbindet eine jahrelange Freundschaft. Das Unterneh-

Der Radiosender ffn widmete den Nikolaustag einem ganz besonderen Zweck: Der sendereigene Verein „Hörer helfen“ und die Bild-Aktion „Ein Herz für Kinder“ erklärten den 6. Dezember 2012 zum Spendentag und animierten die ffn-Hörer, den Verein für krebskranke Kinder Hannover zu unterstützen. Dazu gehörten kurze, bewegenden Gespräche mit krebskranken Kindern und ihren Eltern, die an diesem Tag immer wieder im Programm zu hören waren. Morgenmän Franky und sein Team hatten sich noch einige andere Dinge überlegt, um ihre Hörer zum Mitmachen zu bewegen – zum Beispiel eine Spendenhotline mit Prominenten. Schon Wochen vorher konnten die Hörer den Spenden­

zweck durch den Kauf der Weihnachtssingle „Wenn die Zeit kommt“ unterstützen. Alle Erlöse aus dem Verkauf des gemeinsamen Weihnachtssongs von ffn und wingenfelder:Wingenfelder kamen ebenfalls dem Verein krebskranker Kinder zugute. Rund 230.000 Euro waren es am Ende insgesamt. Eine riesige Summe, über die sich die Vereinsvorsitzende Bärbel Dütemeyer sehr freute. Zwecks Übergabe des symbolischen Schecks kamen Vertreter des Radiosenders und der BILD-Stiftung „BILD hilft“ in die Kinderklinik und informierten sich bei Professor Dr. Christian Kratz, Direktor der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, über die medizinische Versorgung krebskranker Kinder. Die MHH-Kinderklinik nimmt pro Jahr etwa 100 Kinder auf, die neu an Krebs erkrankt sind. „Etwa 70 bis 80 von ihnen können wir heilen, die anderen leider nicht“, bedauerte Prof. Kratz. Für diese Kinder sei das sogenannte „Brückenteam“ sehr wichtig, das unter anderem aus Ärzten, Schwestern und Sozialpädagogen besteht, und versucht, den Kindern mit begrenzter Lebenszeit eine möglichst hohe Lebensqualität zu ermöglichen. „Ein Ziel kann zum Beispiel sein, dass sie keine Schmerzen haben“, erklärte Professor Kratz. Das Brückenteam wird nur zu 20 Prozent von den Krankenkassen finanziert. Mit der Spende kann der Verein für krebskranke Kinder die Restfinanzierung ermöglichen. tg


60 Gäste und Feste

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Medizin zum Mitmac Faszination Forschung: Buntes Programm lockt beim Tag der offenen Tür

Vielfältiges Programm: Ob bei der Führung zum Rettungshubschrauber ...

... bei den Geruchsproben für die Großen, ...

... bei Versuchen für die Kleinen ...

... oder der Demonstration des Lungentransportsystems OCS.

W

elch Andrang: 5.000 Gäste haben am 24. November den Tag der offenen Tür genutzt, um einen Blick hinter die Kulissen der MHH zu werfen. Ärzte, Wissenschaftler, Ausbilder, aber auch Studierende und Schüler präsentierten Medizin zum Anfassen, Ausprobieren und Mitmachen. „Allen, die mitgeholfen haben, dass dieser Tag ein solcher Erfolg geworden ist, gilt ein besonderer Dank“, sagte MHH-Sprecher Stefan Zorn. „Erst dank ihres Engagements – für viele in ihrer Freizeit – konnte sich die Hochschule in ihrer ganzen Bandbreite präsentieren. Sie haben diesen Tag zu einem besonderen Erlebnis für die Besucher werden lassen.“ Wie kann man Spenderlungen so transportieren, dass sie in einem deutlich besseren Zustand beim Empfänger ankommen? Das neue Organ-Care-System in Aktion mit einer Schweinelunge zeigten die Experten der Klinik für Herz,- Thorax,-

Transplantations- und Gefäßchirurgie. Wie Molche und Spinnen bei der Nervenregeneration nach schweren Verletzungen und bei der Wundheilung helfen können, erklärten die Forscher der Klinik für Plastische,- Hand- und Wiederherstellungschirurgie. Dazu stellten sich die Studiengänge Human- und Zahnmedizin und vier MHHSchulen vor. „Die Welt unter dem stärksten Vergrößerungsglas“ erwartete die Besucher bei einer Führung zum Elektronenmikroskop. Besonders beliebt waren auch die Führungen der Neurochirurgie und der Anatomie. Einblicke in die praktische Arbeit des Teams des Rettungshubschraubers Christoph 4 bekamen die Besucher ebenfalls. Rettungsassistent Marc Lüpkemann zeigte und erklärte ihnen das Innenleben des Hubschraubers und berichtete über verschiedene Einsätze. Oliver Diederich (43) aus Ronnenberg fand das interessant und spannend. „Ich bin erstaunt darüber, was


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chen 5.000 Besucher in die MHH

Petrischalen bei den Mikrobiologen, ...

... ein Gipskurs bei den Unfallchirurgen und ...

So geht das: Leon Sieg (links) demonstriert den Gästen den Einsatz einer Simulationspuppe in der Ausbildung.

alles in die Maschine passt und was das Team alles dabei hat.“ Zwischen Schrauben, Gips und Hightech bewegen sich Unfallchirurgen und Orthopäden bei ihrer Arbeit – die Experten gaben Einblicke in neueste OP-Methoden und boten wieder den beliebten Gipskurs für jedermann. Josephina (12) ließ sich spaßeshalber einen Arm eingipsen: „Ich bin mit meiner Freundin und ihrer Familie hier. Wenn ich zu Hause bin, will ich meiner Mutter weismachen, dass ich einen Unfall hatte.“ Um die Behandlung von Parkinson, Schmerzen und Depressionen durch Neuromodulation ging es am Stand der Klinik für Neurochirurgie. Die Neurologen klärten über die Behandlung von Multipler Sklerose auf, die Kardiologen über die neueste Generation von Herzschrittmachern und Defibrillatoren. Welche genetischen Risikofaktoren das Immunsystem auf Abwege bringen, erforschen die Experten der Immunologie. Au-

ßerdem stellten die beiden Exzellenzcluster zur regenerativen Medizin und zum Thema Hören ihre Arbeit vor. Am Stand des Institutes für Sportmedizin konnten die Besucher ihre Fitness testen. Außerdem wartete HAINS, der Hannoversche Anästhesie-, Intensiv- und Notfallsimulator – hier lernen Studierende, wie sie auf Zwischenfälle im OP, zum Beispiel Herzrhythmusstörungen, richtig reagieren. Dicht umlagert waren auch die Stände der MHH-Schulen für Berufe im Gesundheitswesen. „Klasse, dass hier auch so viele Schüler sind“, meinte etwa die 17-jährige Nicole. Sie will vielleicht eine Ausbildung machen. „So kann ich gleich erfahren, wie es in den Schulen wirklich zugeht.“ Ein besonderes Angebot hielt die OTA/ATASchule bereit. Weil kurz nach dem Tag der offenen Tür Bewerbungstermine folgten, bot Kursleiter Eric Masur den jungen Leuten ein Bewerbungstraining an.  sc/tg/bb/stz

... anatomische Studien am Modell.

Leckere selbst gebackene Kekse verkauften die Mitarbeiter der „Freiwilligen Dienste“ zugunsten der MHH-Kinderklinik. 250 Euro kamen zusammen, dafür gab es zehn Discman und viele CDs mit Hörspielen und Musik für die kranken Kinder.


62 Gäste und Feste

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Mehr Aufklärung über angeborene Immundefekte Schauspielerin Michaela Schaffrath setzt sich für kranke Kinder ein

M

ichaela Schaffrath steht als Schauspielerin und Moderatorin im Rampenlicht, zurzeit im Neuen Theater in Hannover. Ihre Popularität nutzt sie aber auch für ehrenamtliches Engagement – zum Beispiel für die dsai, die Patientenorganisation für angeborene Immundefekte. Mit Max und Paul, neun Monate und fünf Jahre alt, wirbt sie in der pädiatrischen Immundefekt­ ambulanz der MHH für mehr Öffentlichkeit und Aufklärung über diese Krankheit. Die betroffenen Kinder leiden unter schweren oder wiederkehrenden Infektionen wie Lungenentzündungen oder Hinhautentzündungen. Viele der betroffenen Kinder brauchen eine Knochenmarktransplantation. „Eine frühe Diagnose ist das A und O bei dieser Erkrankung, damit die Kinder ein möglichst normales Leben führen können“, erklärt Michaela Schaffrath. Die gelernte Kinderkrankenschwester weiß, wovon sie spricht – zehn Jahre lang hat sie in ihrem Beruf auch immunkranke

Michaela Schaffrath und Prof. Dr. Ulrich Baumann mit Paul (5) und Max (9 Monate).

Kinder betreut. Seit August 2012 ist sie Schirmherrin der dsai. „Wir setzen uns auch für die Aus- und Weiterbildung von Ärzten ein, damit dieses Krankheitsbild bekannter wird“, sagt sie. Es sei wichtig, mehr Ärzte mit ins Boot zu holen. In Deutschland werden 3.500 Patienten mit angeborenen Immundefekten behandelt, in der Mehrheit Kinder. Die Dunkelziffer aber liegt nach Einschätzung von Professor

Gysi besucht MHH-Personalrat Wenn die Krankenhausfinanzierung nicht reformiert wird, droht der Kollaps in den Kliniken – darin sind sich Geschäftsführungen sowie Personal- und Betriebsräte in deutschen Krankenhäusern weitgehend einig. Um sich über die aktuelle Situation Gregor Gysi zu Besuch im Gesundheitswesen aus erster beim MHH-Personalrat. Hand zu informieren, besuchte der Vorsitzende der Bundestagsfraktion der Partei Die Linke, Gregor Gysi, den Personalrat der MHH. Er beklagte die komplette Ökonomisierung des Gesundheitswesens. „Das ist der falsche Weg!“ Es ginge zwar nicht ganz ohne Ökonomie, aber sie dürfe nicht an erster Stelle stehen. „Mehr Effizienz ist in Ordnung, aber medizinische Versorgung muss von der Krankheit abhängen und nicht vom Geldbeutel.“ Außerdem plädierte er gegen eine Privatisierung von Krankenhäusern. „Öffentliche Daseinsvorsorge gehört in die öffentliche Hand“, sagte Gysi. „Wir freuen uns, dass sich Politiker aus Berlin auch mal die Auswirkungen der unzureichenden Krankenhausfinanzierung aus Sicht der betroffenen Beschäftigten anhören und in unserem Sinn aktiv werden wollen“, betonte Simon Brandmaier, MHH-Personalratsvorsitzender. sc

Dr. Ulrich Baumann, Oberarzt in der Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, bei etwa 100.000 bundesweit. „Es gibt sieben Immundefekt­ ambulanzen in Deutschland, das ist viel zu wenig“, kritisiert der Kinderarzt. Max und Paul allerdings haben Glück gehabt – sie werden wie etwa 160 andere Kinder regelmäßig in der Immundefektambulanz der MHH behandelt.  sc

Eine ganz treue Stiftung Wenn Heiner Hild in die MHH kommt, hat er Gutes im Gepäck. So auch kurz vor Weihnachten: Der Vorstandsvorsitzende der Erichund Emmy-Hoselmann-Stiftung überbrachte Professor Dr. Michael Manns einen Scheck in Höhe von 23.000 Euro. Als der Unternehmer Erich Hoselmann Ende der sechziger Jahre an Krebs starb, beschloss seine Witwe Emmy, mit einem Großteil des Vermögens im Gedenken an ihren Mann eine Stiftung zu gründen. Stiftungsziel ist die Unterstützung von Medizin und Forschung. „Die MHH liegt uns schon immer besonders am Herzen“, betonte Hild bei der symbolischen Scheckübergabe. So sehr, dass im Laufe der Jahre bereits mehr als eine Million Euro in die MHH geflossen ist. „Die Hoselmann-Stiftung gehört zu den großen und ganz treuen Förderern der MHH – dafür können wir uns gar nicht genug bedanken“, betonte Professor Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Damit Hild auch einen Eindruck von der Arbeit an der MHH bekommen konnte, führte ihn Professor Manns durch den neuen SonografieBereich. „Öffentliche Forschungsförderungen wie durch die DFG oder die EU sind für uns wichtig“, betonte Manns, „aber genauso bedeutend ist die „Die MHH liegt uns am Herzen“: Heiner Unterstützung von priva- Hild (links) übergibt Professor Manns eiten Stiftungen.“ stz nen Scheck.


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MHH-Info-alles-web  

http://www.mh-hannover.de/fileadmin/mhh/download/ueberblick_service/Info_13.01/MHH-Info-alles-web.pdf

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