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Heft 2/2014

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Das Magazin der Medizinischen Hochschule Hannover

Die Detail-Detektive Zentrale Forschungseinrichtungen der MHH

BEHANDELN und PFLEGEN

Forschen und Wissen

Lernen und Lehren

Auf einer Ebene: Die neue Station der Kinderchirurgie Seite 29

Auf der Suche: Neue Ergebnisse der Leuk채mie-Forschung Seite 39

Auf in die An채sthesie! Das Praktische Jahr an der MHH  Seite 41


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Editorial

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Genau zuhören, hinschauen und analysieren: Bettina Bandel, Fotografin Karin Kaiser und Tina Gerstenkorn (von links) waren in den Zentralen Forschungseinrichtungen unterwegs.

Wissen, wie’s geht

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ennen Sie diese Tage, an denen einfach alles schiefgehen will? Schon morgens nervt der tropfende Wasserhahn im Bad. Schnell mal die Dichtung wechseln! Doch schnell dauert ewig, der Hahn will sich nicht abschrauben lassen, die Zange rutscht ab, die Armatur hat eine Schramme, der Daumen ist blutig. Mittags im Büro geht es weiter: schnell die Tonerkartusche im Kopierer getauscht. Die An-

leitung ist verlegt, das Gehäuse klemmt, die alte Kartusche ist verhakt. Doch besser jemanden fragen, der sich damit auskennt. Manchmal möchte ich Forscher sein, Forscher an der MHH. Für viele Fragen können die MHH-Forscher auf Teams zugreifen, die sich auskennen. Unter dem Label Zentrale Forschungseinrichtungen haben wir eine Menge Experten, noch mehr Expertise und einen beeindrucken-

den Gerätepark zusammengefasst, die allen Wissenschaftlern der Hochschule zur Verfügung stehen. In unserem Titelthema „Die Detail-Detektive“ stellen wir acht von ihnen vor (Seite 6 bis 15). Die MHH ist immer mal wieder auch für Schlagzeilen gut: so etwa mit Berichten über die erste Implantation eines Defibrillators (Seite 28) oder die Eröffnung der neuen Station für Kinderchirurgie (Seite 29).

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Editorial

So erreichen Sie uns

Bettina Bandel Schwerpunkt Forschung bandel.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-4046

Bettina Dunker Schwerpunkt Lehre dunker.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6778

Stefan Zorn Redaktionsleitung zorn.stefan@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6773

Camilla Krause Schwerpunkt REBIRTH krause.camilla@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6793

Karin Kaiser Fotografin kaiser.karin@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6777

Simone Corpus Schwerpunkt Klinik corpus.simone@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6774

Kirsten Pötzke Schwerpunkt IFB-Tx poetzke.kirsten@mh-hannover.de Telefon (0 17 61) 532-3921

Ursula Lappe Personalien lappe.ursula@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6772

Tina Gerstenkorn Schwerpunkt Klinik gerstenkorn.tina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-5626

Daniela Beyer Schwerpunkt Hearing4all beyer.daniela@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3016

Claudia Barth Kongresse, Veranstaltungen barth.claudia@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3337

Auch eine vom Bundesforschungsministerium mit mehr als drei Millionen Euro geförderte Studie zur Herzschwäche (Sei­te 37) oder eine mit 1,4 Millionen Euro unterstützte Untersuchung für eine verbesserte Krebsdiagnostik (Seite 38) finden den Weg in die Medien. Ganz andere Schlagzeilen standen Anfang März allerdings im Nachrichtenmagazin „Stern“ und auf dessen Online-Plattform. Die Journalisten

warfen der Hochschule vor, Patienten zu gefährden, weil Klimaanlagen nicht richtig gewartet seien. Warum dieser Bericht viel heiße Luft enthielt und zu keinem Zeitpunkt Patienten gefährdet waren, erfahren Sie auf den Seiten 16 und 17. Schließlich berichten wir darüber, dass unser Modellstudiengang HannibaL für weitere sechs Jahre verlängert wurde (Seite 42), wie wir der Ausbildung zur Pflege-

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kraft eine noch persönlichere Note geben (Seite 43) und wie der deutschlandweit einzige universitäre Masterstudiengang Ergo- und Physiotherapie ankommt (Seite 44). Was die Bundeswehr, eine Kosmetikfirma, Stiftungen und Hobbynäherinnen gemeinsam haben, erfahren Sie auf den Seiten 47 bis 49. Viel Spaß beim Blättern, Stöbern, Lesen wünscht Ihnen  Stefan Zorn

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Inhalt

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Viren ganz groß: Die Aufnahme entstand in der Zentralen Forschungseinrichtung für Lasermikroskopie. Dort untersucht Dr. Anna Buch aus der Virologie den Transport von Herpesviren (hier rot angefärbt) in Nervenzellen (türkis). Für das Titelbild erstellte Fotografin Karin Kaiser als Symbolfoto die Montage mit der Hand, die eine Lupe hält.

Die Detail-Detektive  _6 Synergien nutzen – und die Forschung beleben  _7 Millionen für neue Geräte  _8 Elektronenmikroskopie: Blick bis ins Innere der Zelle  _9 Lasermikroskopie: Erhellte Zellen _10 Zellsortierung: 100.000 Tropfen pro Sekunde _11 Strukturanalyse: Der Posten der Atome _12 Transcriptomics: Partnersuche auf gläsernem Grund _13 Proteomics: Der Basis des Lebens auf der Spur

Seit 30 Jahren: Cochlea-Implantation

Seite 32/33

_14 Metabolomics: Winzige Krankheitsanzeiger _15 Zentrale Forschungs werkstätten: Maßarbeit für die Wissenschaft

Namen und Nachrichten _16 _17 _18 _19 _20 _21

„Für unsere Patienten besteht kein Risiko“ Der Kommentar: Journalismus vom Schreibtisch aus Jürgen Mente – Abschied nach 30 Jahren Patientenuni jetzt auch mobil Qualitätsmanagement: „Es hat sich gelohnt“ Hilfe in trauriger Zeit

Die Kinderradiologie macht es vor: Qualitätsmanagement bringt Vorteile für das Team

Wider die Herzschwäche: Millionen für Forscher Seite 37 _22 Kongressvorschau _24 Personalien _25 Dienstjubiläen _25 Examen bestanden _26 Ehrungen und Auszeichnungen _27 IFB-Tx fördert ausgezeichnete Pflege _27 In Gremien gewählt

Behandeln und Pflegen

_28 Seit 30 Jahren implantiert die MHH Defibrillatoren: Der Stromstoß, der Leben rettet _29 Kinderchirurgie bezieht neue Station _30 Neuer Schwerpunkt Essstörungen

Modellstudiengang:

_31 Präventionsprojekt Dunkelfeld: Kein Täter werden _32 30 Jahre Cochlea-Implantation in der MHH: „Ich bin wie neu geboren“ _32 Hightech im Ohr _34 Spezialambulanz und Forschungslabor: Oft zu spät erkannt

Forschen und Wissen

_35 Drittmittel _36 Projekt „TRANSNephro“ startet _37 Verlängert Digitoxin das Leben von Herzschwachen? _38 Krebserkrankungen individueller behandeln


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Inhalt

impressum Herausgeber Das Präsidium der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge unterliegt nicht der Verantwortung der Herausgeber und der Redaktion. Abdruck honorarfrei. Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist am 7. Mai 2014. Chefredaktion Stefan Zorn (stz) Redaktion Bettina Bandel (bb) Claudia Barth (cb) Daniela Beyer (db) Simone Corpus (sc) Bettina Dunker (dr) Tina Gerstenkorn (tg) Camilla Krause (ck) Ursula Lappe (la) Kirsten Pötzke (kp) Mitarbeit an dieser Ausgabe: Louisa Grebe (lg) Fotoredaktion Karin Kaiser Layout und Realisierung Madsack Medienagentur GmbH & Co. KG August-Madsack-Straße 1 30559 Hannover Telefon (0511) 518-3001 www.madsack-agentur.de

Seite 20

Anzeigen Günter Evert Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG 30148 Hannover Kontakt Anzeigenverkauf: Telefon (0511) 518-2153 oder -2114 Auflage: 12.000 Stück Druck Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 34266 Niestetal Telefon (0561) 52 00 70 Gedruckt auf 100-prozentigem Recycling-Papier

HannibaL verlängert Seite 42 _39 _39 _40

Eindrucksvoll: 80. Geburtstag von Prof. Kallfelz Seite 46

Große Bedeutung der kleinen Gene und Säuren Dr. Lopez-Rodriguez: Perfekte Gastgeber Gefährlicher Kabinenluft auf der Spur

Lernen und Lehren

_41 Der Lehre eine Struktur gegeben _42 HannibaL für sechs Jahre verlängert _43 Ausbildung mit persönlicher Note _44 Masterstudiengang Ergo- und Physiotherapie: Mit dem Drang zum Forschen

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Stephan Irannejad: Den AStA stark gemacht

Online-Ausgabe Das MHHinfo ist auch im Internet zu finden unter www.mh-hannover.de/mhhinfo.html Fotos

Gäste und Feste _46 _47 _48 _48 _49 _50 _51

Symposium zum 80. Geburtstag von Professor Kallfelz: Eindrucksvolle Spuren Zweimal Einsatz mit Herz KinderUniHannover: Ein Plus für die ganz Jungen Edmund und Marianne Nöther-Stiftung: Frische 64A Viele bunte Herzen für operierte Frauen Luftsportler spenden für kranke Kinder Golfen für den guten Zweck

Alle Fotos von Karin Kaiser außer: aus Abteilung oder privat (1, 4, 6, 7, 8, 9, 11, 12, 14, 26, 33, 51), Knut Jäger/Paracenter (50). Anschrift der Redaktion Medizinische Hochschule Hannover Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Zorn Carl-Neuberg-Straße 1 30625 Hannover Telefon (0511) 532-6772 Fax (0511) 532-3852 zorn.stefan@mh-hannover.de ISSN 1619-201X

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Die Detail-Detektive

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Synergien nutzen – und die Forschu Zentrale Forschungseinrichtungen bieten Wissenschaftlern eine hervorragende Infrastruktur. Wir stellen acht vor und sprechen mit den Koordinatoren

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ortwährend schlägt das Herz, unbemerkt bremst das Immunsystem immer wieder Viren aus, ständig erfolgt Stoffwechsel. Um Prozesse im Körper genau verstehen und ihnen im Krankheitsfall auf die Sprünge helfen zu können, braucht es kluge Köpfe – und präzise Analysemethoden. Letztere bieten die Zentralen Forschungseinrichtungen in vielfältiger Weise: Moderne Laser- und Elektronenmikroskope stehen zur Verfügung, Zellen können sortiert, Molekülstrukturen genauestens analysiert werden. Es ist möglich, die Aktivität von Genen festzustellen und Proteine sowie winzige Stoffwechselprodukte zu identifizieren. Darüber hinaus gibt es eine MHH-eigene Werkstatt, in der Wissenschaftler Geräte anfertigen lassen können – einzigartige, speziell für ihre Arbeiten entwickelte. „Die Zentralen Forschungseinrichtungen sind für unsere Wissenschaftler und die MHH besonders wichtig, weil hier einzigartige Expertisen und Gerätschaften bereitgestellt werden, um die vielfältigen Forschungsziele auf höchstem technischen Niveau zu verfolgen“, sagt MHH-Präsident Professor Baum. Die Einrichtungen bieten allen Forschern Chancengleichheit bei ihren Projekten sowie Zugang zu einer Infrastruktur, die auf dem aktuellen Stand der Technik ist. So können sie Projekte unabhängig von der instrumentellen Ausstattung der eigenen Abteilung realisieren. „Darüber hinaus basiert die Ausbildung der Mediziner dank dieser Zentralen Forschungseinrichtungen auf neuesten Methoden und Gerätestandards“, sagt Forschungsdekanin Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner.

In kompetenten Händen Die Geräte der Zentralen Forschungseinrichtungen sind in kompetenten Händen: Ihre Betreiber sind selbst Wissenschaftler, die im Umgang mit den jeweiligen Geräten gut geschult und sehr vertraut sind. Sie ver-

bessern beispielsweise fortlaufend die Nutzungsprotokolle und erweitern die Anwendungsgebiete. „Sie haben umfangreiche Erfahrungen und Kompetenzen in Bezug auf die Gerätebedienung, die Probenvorbereitung, das Analysieren der Messdaten, die Auswertung und Interpretation der Ergebnisse“, beschreibt Professor Manstein, Leiter des Instituts für Biophysikalische Chemie, der gemeinsam mit Professorin HilfikerKleiner die Zentralen Forschungseinrichtungen koordiniert. Er hält es Professor Dr. Christopher Baum für wünschenswert, dass die Nutzer dort, wo es möglich ist, in die Messungen selbst eingebunden sind, da sich daraus oft ein besseres Verständnis bei der Dateninterpretation entwickelt. Die klassischen Zentralen Forschungseinrichtungen werden finanziert, indem die MHH die Kostenübernahme zur Anschaffung der Großgeräte bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem

Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) beantragt. Sind die Geräte dann in eine der Zentralen Forschungseinrichtungen integriert, kümmert sich die MHH um deren Wartung, Betrieb und gegebenenfalls Ersatz. Die Forscher, die die Serviceeinrichtungen in Anspruch nehmen, können die Gerätenutzung zuverlässig innerhalb von wenigen Tagen buchen. Zur Finanzierung laufender Ausgaben zahlen sie hierfür einen Kostenbeitrag, der sich nach Art und Umfang der Nutzung richtet und auf der Homepage der jeweiligen Einrichtung einsehbar ist.

Neben klassisch auch virtuell Im November 2013 wurde die Kommission für Zentrale Forschungseinrichtungen gegründet, die sich aus Mitgliedern der Forschungskommission und Mitarbeitern der Zentralen Forschungseinrichtungen zusammensetzt. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sichtbarkeit der Einrichtungen zu erhöhen, sie einheitlicher zu strukturieren und ihre Angebote besser zu erklären und verfügbar zu machen. Um sich einen Überblick über den Ist-Zustand zu verschaffen, führte die Kommission auch eine Umfrage


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Die Detail-Detektive

ung beleben

Millionen für neue Geräte DFG finanziert Lasermikroskope

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unter MHH-Forschern durch. Sie erhielt 699 Rückmeldungen. Eine erste Auswertung zeigt, dass Sichtbarkeit und Nutzung noch deutlich verbessert werden sollten. Ressourcen gemeinsam nutzen – das soll auch mit einem virtuellen Gerätezentrum erreicht werden. Dort sollen de­zentrale hoch spezialisierte Anlagen und Systeme einzelner Abteilungen und Arbeitsgemeinschaften in Zukunft besser sichtbar und verfügbar gemacht werden. Das Gerätezentrum soll zum Virtuellen Research Professorin Dr. Denise Center (VCR) gehö- Hilfiker-Kleiner ren. Es ist geplant, das VCR als Netzwerk für MHH-Forscher interaktiv zu gestalten, sodass die Gerätebetreiber ihre Geräte, die damit verbundene Expertise und ihr Angebot selber einbringen können. Zusätzlich sollen alle Nutzer dort auch hilfreiche Kommentare und Tipps hinterlegen können. So soll die Möglichkeit, Wissen weiterzugeben und hoch spezialisierte Mess- und Analyseanlagen breiter

verfügbar zu machen, weiter optimiert werden. „Wir hoffen, dass so die exzellenten Forschungsstrukturen an der MHH noch besser genutzt werden können. Da sich aus solchen initial eher technischen Kooperationen häufig auch wissenschaftliche Interessengemeinschaften bilden, führt die Verfügbarkeit zentraler Einrichtungen für die Forschung – ob in klassischer oder virtueller Form – nicht nur zu einer besseren Nutzung der Ressourcen, sondern auch zu mehr Publikationen und CoAutorenschaften“, Professor Dr. Dietmar Manstein sagt Professorin Hilfiker-Kleiner. „Dies bildet die Grundlage für eine produktivere und intensivere Vernetzung zwischen einzelnen Teams und stärkt damit unsere Chancen, in der Zukunft große Verbundanträge für die MHH einzuwerben.“  bb Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.mh-hannover.de/ forschungseinrichtungen.html.

ie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt die Anschaffung von zwei Lasermikroskopen mit mehr als 1,3 Millionen Euro. „Es ist eine große Auszeichnung für die MHH und würdigt die bisherige Lichtmikroskopie-Forschung, dass wir bei der Weiterentwicklung von Forschungsprojekten mithilfe dieser Technologie finanziell unterstützt werden“, sagt Professor Dr. Dietmar Manstein, Leiter des Instituts für Biophysikalische Chemie, dem die Zentrale Forschungseinrichtung Lasermikroskopie angegliedert ist. Mit beiden neuen Systemen können lebende Zellen mit sehr wenig Licht beo­ bachtet werden. „Das ist gut, weil Licht in hohen Dosen wie ein Zellgift wirkt: Photonen, gerade im ultravioletten Bereich, schädigen die Zellfunktion und fördern die Produktion von reaktivem Sauerstoff. Bereits nach wenigen Sekunden Beobachtungszeit ändern Zellen deshalb schon ihr Verhalten“, erläutert Professor Manstein. Die Beobachtungszeiten können durch die neue Technik deutlich verlängert werden. Zudem ist es möglich, einzelne Aufnahmen im Abstand von Millisekunden zu machen, wodurch dynamische Prozesse sehr detailliert abgebildet werden können. „Es ist ähnlich herausfordernd wie das Fotografieren eines vorbeirasenden Formel-1-Wagens“, sagt Professor Manstein. Eines der beiden Mikroskope eignet sich besonders gut zur Beobachtung von dünnen Proben, die aus einer oder wenigen Zellschichten bestehen. Das zweite Mikroskop ist ein Mehrphotonen-Fluoreszenz-Mikroskop. „Das Licht dieses Mikroskops liegt im infraroten Bereich und schädigt ausschließlich den Bereich, von dem die Abbildung gemacht wird. Zudem erlaubt es erstmals, schnelle Prozesse der Signaltransduktion im lebenden Organismus zu visualisieren“, sagt Professor Dr. Reinhold Förster, Leiter des Instituts für Immunologie und Hauptnutzer des Mikroskops.  bb

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Die Detail-Detektive

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Blick bis ins Innere der Zelle Transmissionselektronen­mikroskop: Dr. Jan Hegermann (rechts) und Dr. Christoph Wrede können mit diesem Gerät auch Tomographien machen.

Die Elektronenmikroskopie macht kleinste Partikel sichtbar

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om Prinzip her sind sich Lichtmikroskopie und Elektronenmikroskopie zwar sehr ähnlich, doch die Leistung eines Elektronenmikroskops ist sehr viel höher. Durch die extrem kurzen Wellenlängen eines Elektronenstrahls sind bis zu 100.000-fache Vergrößerungen möglich: Auch nur wenige Nanometer große Strukturen werden erkannt. Forscher können mithilfe der Elektronenmikroskopie (EM) einzelne Zellen und sogar deren Organel-

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Elektronenmikroskopie

Die Zentrale Forschungseinrichtung Elektronenmikroskopie gehört zum Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie und zum Institut für Zellbiologie im Zentrum für Anatomie. Sie ist im Gebäude I3 und I4, Ebene H0 untergebracht und steht primär Wissenschaftlern der MHH, aber auch externen Arbeitsgruppen zur Verfügung. Die Geräte können – nach Anmeldung und Einweisung – montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr genutzt werden. Die „Kunden“ können die Geräte selbst bedienen oder den Full Service in Anspruch nehmen. Informationen unter www.mh-hannover.de/forschungseinrich tungen.html. Kontakt: Dr. Jan Hegermann, Telefon 0176 15326074, hegermann.jan@ mh-hannover.de.

len wie Mitochondrien und Ribosomen genauso wie Zellkerne begutachten. Dabei bietet die EM die Möglichkeit, den gesamten feinstrukturellen Kontext von Zellen und Geweben mit „offenem Blick“ darzustellen. In der Zentralen Forschungseinrichtung Elektronenmikroskopie stehen zwei Typen von Elektronenmikroskopen zur Verfügung: Die vier Transmissionselektronenmikroskope (TEM) durchleuchten die Probe und liefern ein Abbild des Innern, das Rasterelektronenmikroskop (REM) „scannt“ die Probe nach einem gleichmäßigen Raster und bildet die Oberfläche ab. Im Gegensatz zu Licht- und zum Lasermikroskop können im Elektronenmikroskop keine frischen oder lebenden Präparate betrachtet werden. Um im TEM kleinste Einzelpartikel erkennen zu können, müssen zunächst Schnitte von größeren Objekten wie Zellen oder Geweben hergestellt werden. „Dazu wird das Material entwässert und mit einem flüssigen Kunststoff ausgehärtet. So erhält man ein hartes Plastinat, von dem mit speziellen Schneidemaschinen Schnitte von unter 100 Nanometer Dicke angefertigt werden. Diese können dann vom Elektronenstrahl durchdrungen werden“, erklärt Dr. Jan Hegermann, verantwortlicher Wissenschaft-

Dünnschnitt durch eine Muskelzelle: Zu sehen sind Mitochondrien (M), Muskelfasern und Ribosomen (Pfeile), die perlschnurartig aufgereiht auf dem Endoplasmatischen Retikulum (ER) sitzen: Hier stellt die Zelle ihre Eiweißmoleküle her.

ler der Elektronenmikroskopie. Diese Vorarbeiten sind aufwendig. Daher vergehen von der Abgabe der Probe bis zum ersten Bild unter dem Mikroskop mindestens zwei Wochen. Eine Untersuchung unter dem Elektronenmikroskop wird häufig vorgenommen, wenn eine bestimmte Frage per Lichtmikroskop nicht beantwortet werden konnte, weil die zu untersuchenden Strukturen zu klein sind. „Dennoch ist eine lichtmikroskopische Voruntersuchung meist unerlässlich, weil sie wichtige Informationen über die Größe von Zellen oder die phänotypische Besonderheit von Zelllinien liefert“, sagt Dr. Hegermann. Er und sein Team arbeiten derzeit parallel an 30 Projekten und sind gut ausgelastet.  tg


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Die Detail-Detektive

Erhellte Zellen Dr. Rudolf Bauerfeind an einem konfokalen Laser-Scanning-Mikroskop.

Wie Zellen wachsen oder etwas transportieren – die Lasermikroskopie bringt Licht in diese Dynamik. Sie ermöglicht es auch, neue Wirkstoffe zu testen

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reit ist das Angebot der Lasermikroskopie: Es beginnt damit, dass Wissenschaftler in fixierten Zellen ausmachen können, wo sich bestimmte Moleküle aufhalten – natürlich viel genauer als mit konventioneller Lichtmikroskopie; und es reicht bis zu dreidimensionalen mehrfarbigen Aufnahmen, die dynamische Prozesse

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Lasermikroskopie

Die Lasermikroskopie stellt Ausrüstung und Dienstleistungen für Laser-ScanningMikroskopie zur Verfügung. Diese Zentrale Forschungseinrichtung ist an das Institut für Biophysikalische Chemie angegliedert und befindet sich im Gebäude J4, Ebene 01. Sie steht allen MHH-Mitarbeitern zur Verfügung, aber auch externen Arbeitsgruppen und Industrieprojekten. Weitere Informationen finden sich im Internet unter www.mhhannover.de/forschungseinrichtungen.html. Ansprechpartner ist Dr. Rudolf Bauerfeind, Telefon (0511) 532-3914, bauerfeind.rudi@ mh-hannover.de.

in lebenden Zellen zeigen. „So können wir beispielsweise klären, ob bestimmte Eiweiße dauerhaft mit einer anderen Struktur verbunden sind oder ob sich das während des Zellzyklus oder unter Einfluss von Hormonen ändert“, sagt Professor Dr. Dietmar Manstein. An sein Institut für Biophysikalische Chemie ist die Lasermikroskopie angegliedert. „Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Instituts für Virologie untersuchen wir beispielsweise den Transport von Herpes-Viren in Nervenzellen“, erläutert der wissenschaftliche Leiter der Forschungseinrichtung, Dr. Rudolf Bauerfeind. Zurzeit sind sieben Mikroskope vorhanden – für konfokale Mikroskopie, Mehrphotonen-Mikroskopie, Fluoreszenzkorrelations-Spektroskopie und automatisierte Mikroskopie: „Bei konfokaler Laser-Scanning-Mikroskopie rastert ein fokussierter Laserstrahl ein Präparat ab, was sehr genaue dreidimensionale Aufnahmen ergibt“, beschreibt Professor Manstein. Diese Technik nutzen zum Beispiel Wissenschaftler der Klinik für Hals-, Nasen- und

Dreidimensionale Aufnahme der Ohr-Hörschnecke: Deutlich zu erkennen sind die Windungen.

Ohrenheilkunde zur Darstellung des Innenohrs (siehe Foto). Bei der MehrphotonenMikroskopie dringen mehrere Lichtteilchen (Photonen) als starker, fokussierter Laserstrahl in die Probe ein – in sehr günstigen Fällen sogar bis zu einen Millimeter tief. Aufnahmen von lebenden Geweben sind möglich, beispielsweise können Zellen beim Wachsen beobachtet werden. Die Fluoreszenzkorrelations-Spektroskopie gewinnt darüber hinaus Informationen aus Änderungen der Fluoreszenzintensität. Automatisierte Mikrokopie eignet sich für große Probenmengen – einige Tausend Proben können gleichzeitig gemessen werden. So ist es möglich, neue Wirkstoffe auf zellulärer Ebene zu testen. Die Labore und Geräte können Forscher nach Einweisung selbstständig nutzen, es gibt auch ein Zellkulturlabor mit Inkubationsmöglichkeiten für Experimente an lebenden Zellen sowie Computer für die Datenauswertungen. Das Team bietet auch Kurse für die Probenaufbereitung oder die Datenanalyse an.  bb

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10 Die Detail-Detektive

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100.000 Tropfen pro Sekunde Teamarbeit: Dr. Christine Happle (rechts) aus der Kinderklinik forscht an Lungenerkrankungen. Christina Struckmann (links), Mitarbeiterin des Sorter-Labors, unterstützt sie bei der Zellsortierung.

Kaum sichtbar: Aus dem dünnen Flüssigkeitsstrahl werden Tröpfchen mit Zellen in die Reagenzgläser gelenkt.

Zellsortierung in Hochgeschwindigkeit: Drei Mitarbeiter bilden das Team des Sorter-Labors

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urchflusszytometrische Zellsortierung – dieses Wortungetüm bezeichnet ein Verfahren, bei dem Zellen mithilfe von Laserlicht analysiert und in kleinen Flüssigkeitströpfchen mittels elektrischer Spannung sortiert werden. So werden Zellen je nach Form, Struktur und/oder Farbe voneinander getrennt. In jedem Reagenzglas befindet sich dann eine andere Population, mit der die Wissenschaftler weiterarbeiten können. „Unser Service wird von allen Forschern in Anspruch genommen, die mit Zellen arbeiten“, erklärt Dr. Matthias Ballmaier, Laborleiter der Zentralen Forschungseinrichtung Zellsortierung. Beispielsweise nutzen Forschungsgruppen aus der Gastroenterologie, der Hämatologie, der Mikrobiologie und der Immunologie diese Technik. Dank der Durchflusszytometrie kann zum Beispiel ermittelt werden, welche Gene in einer Zelle aktiviert werden und an welchen Zellen sich Antikörper binden. Es können auch lebende von toten Zellen unterschieden und Zellfunktionen analysiert werden. Das Sorter-Labor der MHH verfügt über drei Geräte zur Zellsortierung, die alle nach

einem ähnlichen Prinzip arbeiten. Der Flüssigkeitsstrom mit den Zellen wird durch eine winzige Düse in die Luft gesprüht. Dabei passiert jede Zelle den Messbereich eines Laserstrahls. Ein Detektor ermittelt die optischen Signale – Streulicht und Fluoreszenzlicht von vorher zugesetzten Farbstoffen – und analysiert jede einzelne Zelle. Durch die n

Zellsortierung

Die Zentrale Forschungseinrichtung Zellsortierung befindet sich im Transplantationsund Forschungszentrum (TPFZ), Gebäude I11, Ebene H0. Die Geräte können von Wissenschaftlern der MHH und von externen Forschern genutzt werden. Die Buchung von Terminen erfolgt über einen OnlineBuchungsplan. Interessierte müssen dafür ein E-Mail-Formular ausfüllen, das sich auf der Internetseite der Einrichtung unter www. mh-hannover.de/forschungseinrichtungen. html findet. Wer das Sorter-Labor zum ersten Mal nutzt, sollte unbedingt persönlich Kontakt zu den Mitarbeitern aufnehmen. Die Telefonnummer lautet (0511) 532-6731.

Oberflächenspannung zerlegt sich der Flüssigkeitsstrahl in winzige Tröpfchen, die die zu sortierenden Zellen enthalten. „In dem Moment des Ablösens werden die Tröpfchen elektrisch aufgeladen und entweder nach rechts oder links in ein Reagenzglas gelenkt. Mit unterschiedlich starker Ladung können so bis zu vier verschiedene Zellpopulationen aussortiert werden“, erläutert Dr. Ballmaier. Pro Sekunde sausen 100.000 Tropfen durch den Laserstrahl. In der gleichen Zeit werden bis zu 30.000 Zellen analysiert. Wie lange ein Sortiervorgang dauert, hängt davon ab, wie viele Zellen der Forscher für sein Projekt benötigt. Zwischen einer halben Stunde und einem ganzen Tag ist alles möglich. Das Team des Sorter-Labors besteht aus drei Mitarbeitern. Ihre Services sind sehr gefragt. Im vergangenen Jahr hat das Labor 5.000 Sorter-Stunden abgerechnet. „Für umfangreiche Aufträge sollten Interessierte sich ein bis zwei Wochen vorher melden“, sagt Dr. Ballmaier. Kleinere Aufträge können manchmal auch zwischengeschoben werden.  tg


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Die Detail-Detektive 11

Der Posten der Atome

Doktorandin Bilyana Suvandzhieva mit Kristallisationsplatten, auf denen sich die zu untersuchenden Proteinkristalle befinden.

Das Team Strukturanalyse kann Kristalle vollständig vermessen – und so deren Aufbau und Funktion klären

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nzyme entscheiden über unzählige Prozesse im Körper – etwa beim Transport von Stoffen, bei der Immunabwehr und der Entsorgung von Radikalen. Dabei wirken diese Eiweiße als Katalysatoren: Sie beschleunigen die biochemischen Reaktionen – allerdings nur, wenn sie auf die richtige Art und Weise gefaltet, ihre Atome an bestimmter Stelle angeordnet sind. Und um diese Frage geht es in der Zentralen Forschungseinrichtung Strukturanalyse: Wie sehen Enzyme und ihre Komplexe mit Ausgangsstoff und Produkt, anderen Eiweißen

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Strukturanalyse

Die Zentrale Forschungseinrichtung Strukturanalyse ist an das Institut für Biophysikalische Chemie angegliedert und befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes J4. Jeder Wissenschaftler der MHH kann die Geräte nutzen, ebenso externe Wissenschaftler. Weitere Informationen stehen im Internet unter: www.mh-hannover.de/forschungsein richtungen.html. Bei Interesse ist Dr. Roman Fedorov der Ansprechpartner, Telefon (0511) 532-3705, fedorov.roman@mh-hannover. de.

oder Nukleinsäuren genau aus, wenn sie im „Funktionsmodus“ sind? Um den atomaren Aufbau eines Eiweißes herauszufinden, muss es zunächst kristallisiert werden. „Dazu werden die Proteinlösungen auf sogenannte Hochdurchsatz-Kristalli­ sationsplatten aufgebracht, und anschließend erfolgt die Analyse mit Röntgenstrahlung. Sie beugt sich am Kristallgitter, was ermöglicht, die dreidimensionale Struktur der Proteine zu berechnen“, erläutert Professor Dr. Dietmar Manstein, Leiter des Instituts für Biophysikalische Chemie, an das die Strukturanalyse angegliedert ist. Für dieses Vorgehen steht mehr als ein Dutzend Geräte zur Verfügung. „Reichen die mit dieser einer Wellenlänge gewonnenen Informationen nicht aus, besteht auch die Möglichkeit, verschiedene Wellenlängen zu nutzen: Das geschieht an sogenannten Synchrotronen“, erläutert Dr. Roman Fedorov. „Wir kümmern uns darum,

Das Ergebnis der Struktur­ analyse: So sieht die Gestalt eines Proteins aus – hier abgebildet ist ein Enzym mit Peroxidase­aktivität namens DypA.

dass die Proben von Forschern mithilfe dieser Teilchenbeschleunigers an Großforschungseinrichtungen vermessen werden, die es in Berlin und Hamburg, im französischen Grenoble und im schwedischen Lund gibt.“ So können Wissenschaftler genau klären, wie Moleküle wirken, wie sie reguliert werden und was die Komplexe charakterisiert, die sie eingehen. Solche Entschlüsselungen können unter anderem zur Entwicklung maßgeschneiderter Medikamente führen. Das Team von Professor Manstein konnte aber beispielsweise auch zeigen, wie im Muskel chemische Energie in mechanische Arbeit umgewandelt wird – auf einen Millionstel Millimeter genau.  bb


12 Die Detail-Detektive

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Partnersuche auf gläsernem Grund

Dr. Dittrich-Breiholz (links), Heike Schneider und Torsten Glomb zeigen das Karussell, mit dem sie bis zu 48 Microarrays scannen können, je beladen mit bis zu einer Million Sonden.

Das Transcriptomics-Team stellt fest, wie aktiv Gene sind. So lassen sich zellbiologische Zustände und Prozesse besser verstehen

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elche Gene sind aktiv? Was passiert in Geweben, wenn Gene an- oder abschaltet werden? Wie reagiert eine Zelle, wenn Bakterien sie infizieren – oder wenn ein Medikament wirkt? Bei solchen Fragen sind Messungen in der Zentralen Forschungseinrichtung Transcriptomics sinnvoll. Deren Leiter Dr. Oliver Dittrich-Breiholz analysiert zusammen mit Heike Schneider, technische Assistentin, und Torsten Glomb, DiplomBioinformatiker, die Gesamtheit aller Messenger-Ribonukleinsäure (mRNA)-Moleküle einer Zelle – das sogenannte Transkriptom. mRNAs entstehen, wenn Gene aktiv sind, und sie sind die Voraussetzung dafür, dass Eiweiße gebildet werden. Innerhalb von drei Tagen kann das Team alle bis zu 25.000 Gene eines Organismus messen. „Wir stellen die Menge und Zusammensetzung der mRNA in den eingereichten Proben fest und ermitteln so, welche Gene aktiv sind“, erläutert Dr. Dittrich-Breiholz. Um die mRNA zu identifi-

Microarray: Rot zeigt die Gene, deren Aktivität im Experiment zugenommen hat. Grün zeigt verminderte und gelb gleichbleibende Aktivität.

zieren, wird sie zuerst molekularbiologisch kopiert und fluoreszenzmarkiert. Anschließend wird dieser Ansatz auf gläserne Objektträger aufgetragen, auf denen bereits alle Gene eines Organismus in Form von Sonden aus Desoxyribonukleinsäure (DNA) repräsentiert sind. Über Nacht binden die RNA-Moleküle auf diesem auch Microar-

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Transcriptomics

Die Zentrale Forschungseinrichtung Transcriptomics ist an das Institut für Physiologische Chemie angeliedert und befindet sich im Gebäude J3, Ebene 1. Nutzen können den Service Wissenschaftler der MHH, aber auch andere Wissenschaftler aus Hannover, Deutschland und der ganzen Welt. Bei Interesse kann Dr. Oliver Dittrich-Breiholz angesprochen werden, Telefon (0511) 532-5814, dittrich.oliver@ mh-hannover.de. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.mh-hannover.de/ forschungseinrichtungen.html.

ray genannten Träger in einem speziellen Inkubator an die DNA – und zwar an je für sie spezifische Abschnitte. „Anschließend können wir die Microarrays mit einem speziellen Scanner analysieren. Je mehr RNA bindet, umso intensiver ist die gemessene Fluoreszenz – und desto aktiver sind die entsprechenden Gene zuvor abgelesen worden“, erläutert Dr. Dittrich-Breiholz. „Unser Service reicht von der Qualitätskontrolle eingereichter RNA-Proben bis hin zur Übergabe prozessierter Microarray-Daten in standardisierten Ausgabeformaten. Zusätzlich bieten wir Unterstützung bei Studienplanung und finaler Auswertung an“, sagt Dr. Dittrich-Breiholz. Sein Team arbeitet schon seit über zehn Jahren auf diesem Gebiet. Es hat Messungen für die rund 20 Projekte des Sonderforschungsbereichs 566 durchgeführt und so umfangreiche Erfahrungen rund um Planung, methodische Durchführung, Auswertung und Veröffentlichung von mRNA-Expressionsstudien sammeln können.  bb


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Die Detail-Detektive 13

Der Basis des Lebens auf der Spur

Das Proteomics-Team vor einem Massen­spektrometer: Karin Agternkamp, chemisch-technische Assistentin, Karsten Heidrich, Chemietechniker, und Professor Dr. Andreas Pich, Leiter der Zentralen Forschungseinrichtung (von links).

Das Team der Zentralen Forschungseinrichtung Proteomics analysiert Eiweiße, um Zellvorgänge besser zu verstehen

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elche Eiweiße befinden sich im Zellextrakt? Was tun diese Proteine da? Habe ich ein Eiweiß richtig hergestellt? Mit solchen Fragen gehen Wissenschaftler zu Professor Dr. Andreas Pich. Denn sein „Proteomics-Team“ – zu dem die chemisch-technische Assistentin Karin Agternkamp sowie der Chemietechniker Karsten Heidrich gehören – kann Proteine identifizieren. Und nicht nur das: „Wir analysieren auch deren Veränderungen – beispielsweise um zu erkennen, wie und mit wem Proteine interagieren“, erläutert Professor Pich. Die Forscher messen zudem die Menge der Proteine – etwa, um herauszufinden, ob sie sich bei einer Erkrankung verändert. Um Proteine erkennen und messen zu können, finden die Wissenschaftler die Abfolge der Aminosäuren heraus. Aus ihnen sind Proteine aufgebaut. Dazu spalten die Forscher die Eiweiße zunächst in kleinere Einheiten, sogenannte Peptide. Diese werden für die sich anschließende Massenspektrometrie energetisiert, geladen und in den

Im Orbitrap Massenanalysator: Energetisierte Peptide schwingen auf Kreisbahnen um die zentrale Elektrode: kleine schnell (grüner Kreis), große langsam (roter Kreis). Aus der Geschwindigkeit kann ihre Masse berechnet und so ihre Identität bestimmt werden.

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Proteomics

Die Zentrale Forschungseinrichtung Proteomics gehört zum Institut für Toxikologie und ist im Gebäude J6, Ebene 3, untergebracht. Nutzer können MHH-Arbeitsgruppen sein und Forschungsverbünde, an denen die MHH beteiligt ist. Auch Forscher anderer akademischer Organisationen sowie kommerzieller Unternehmen können sich bei Interesse melden. Weitere Informationen stehen im Internet unter www.mh-hannover.de/ forschungseinrichtungen.html. Ansprechpartner ist Professor Dr. Andreas Pich, Telefon (0511) 532-2808, pich.andreas@ mh-hannover.de.

gasförmigen Zustand überführt. Sie fliegen dann, durch elektrische Felder geleitet, im Massenspektrometer und werden dort zum Schwingen angeregt. Da die Schwingfrequenz von der Masse abhängt, kann so die Masse der Peptide und ihrer Bruchstücke ermittelt und mit einer Datenbanksuche das entsprechende Protein identifiziert werden. Das Proteomics-Team nutzt vier unterschiedliche Massenspektrometer. „Das Beste heißt LTQ Orbitrap Velos. Es hat eine hohe Sensitivität, und Analysen damit sind sehr gefragt: Obwohl es rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche läuft, gibt es derzeit einen Messvorlauf von mehr als einem Monat“, erläutert Professor Pich. Unter Proteomics versteht man das Erforschen aller Proteine einer Zelle, die zu einem bestimmten Zeitpunkt vorhanden sind. Eiweiße (= Proteine) sind die Grundsubstanz des Lebens und verändern sich ständig. So sorgen sie beispielsweise als Muskeln für Bewegung, wehren als Antikörper Krankheiten ab und ermöglichen als Enzyme den Stoffwechsel.  bb


14 Die Detail-Detektive

info

Winzige Krankheitsanzeiger Sarah Tschirner stellt Proben in ein Massenspektrometer. Die Doktorandin erforscht Stoffwechselveränderungen in Zellen, die als Modell für die seltene Erbkrankheit „Lesch-Nyhan Syndrom“ dienen. So möchte sie neue Biomarker für die bisher unheilbare Erkrankung aufspüren und neue Therapieoptionen aufzeigen.

Bis zu 20.000 Stoffwechselprodukte können pro Analyse festgestellt werden. Die Abbildung unten zeigt eine „heat map“, die Konzentrationsunterschiede zwischen zwei Proben verdeutlicht.

Das Metabolomics-Team spürt in Proben körpereigene Stoffwechselprodukte und Medikamente auf

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ubstanzen im Körper erkennen und messen zu können, die Krankheiten anzeigen und sich somit als Biomarker eignen – das ist ein Ziel vieler Wissenschaftler. Das Team von Professor Dr. Volkhard Kaever in der Zentralen Forschungseinrichtung Metabolomics konzentriert sich dabei auf Stoffwechselprodukte, sogenannte Metaboliten. Darüber hinaus bietet es Forschern an, in Proben bereits bekannte Stoffwechselprodukte zu identifizieren und ihre Menge zu bestimmen – sowie zugeführte Stoffe zu analysieren, zum Beispiel Medikamente. Dabei misst das Team sehr kleine Moleküle mit einem Molekulargewicht von 50 bis 1.500 Dalton. „Von diesen kleinen Molekülen gibt es in unserem Körper mehr als 100.000, bekannt sind jedoch erst ein paar Tausend“, erläutert Professor Kaever. Sein Team trennt die aus den Proben extrahierten Zellextrakte in Flüssigkeitschromatographen und misst sie in Massenspektrometern. „Diese Methode bietet höchste Sensitivität und Spezifität. Zudem können wir damit gleichzeitig vielfältige Substanzen bestimmen“, beschreibt er. Dabei sieht er sich und sein Team nicht als reine Dienst-

leister an: „Wir beraten die Forscher auch zum Versuchsdesign, zur Probengewinnung und -vorbereitung sowie zur Interpretation der Ergebnisse“, erläutert er. Seine Expertise basiert auf einem mehr als 20 Jahre umfassenden Erfahrungsschatz im Messen von Pharmaka und Stoffwechselprodukten.

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Metabolomics

Die Zentrale Forschungseinrichtung Metabolomics ist an das Institut für Pharmakologie angegliedert und befindet sich im Gebäude J6, in der dritten Ebene. Es bietet seine Messungen internen und externen Wissenschaftlern an, wobei das Metabolomics-Team die Messungen selbst durchführt. Mehr Informationen bietet die Internetseite www.mhhannover.de/forschungseinrichtungen.html. Kontakt: Professor Dr. Volkhard Kaever, Institut für Pharmakologie, Telefon (0511) 5322798, kaever.volkhard@mh-hannover.de.

Die Forschungseinrichtung gibt es seit 2011, sie umfasst drei Personalstellen und sechs Massenspektrometer. Das Team bearbeitet jährlich durchschnittlich 15.000 Proben. Dabei führte es mit mehr als 100 Einsendern zahlreiche unterschiedliche Projekte durch und baute fortwährend neue Analysenmethoden auf – für ein breites Aufgabenspektrum: „Wir konnten beispielsweise helfen, die richtige Pharmaka-Dosis für dialysepflichtige Patienten herauszufinden, für Grundlagenforscher Medikamente im Blut nachzuweisen und gemeinsam mit Schweizer Forschern die Regulation des Flagellenmotors von Bakterien darzustellen“, beschreibt Professor Kaever. Er betreut eigene Masterarbeiten und Promotionen und bereitet derzeit eine Zertifizierung des Labors vor – als Qualitätssicherungsmaßnahme.  bb


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Die Detail-Detektive 15

Maßarbeit für die Wissenschaft In der Glasbläserei: Oliver Becker fertigt einen speziellen Laborkühler zur Kondensation von Dämpfen an.

Die Zentralen Forschungswerkstätten konstruieren und bauen individuelle Laborgeräte

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orscher gehen ungewohnte Wege und beantworten ganz spezifische Fragen. Ungewöhnlich und einmalig sind darum oft auch die Geräte, die sie benötigen. Viele davon kommen aus den Zentralen Forschungswerkstätten der MHH. Das Team liefert Maßarbeit für die Wissenschaft. Die Fachleute sind Ansprechpartner für die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von Geräten, Apparaturen und Versuchsaufbauten für die experimentelle Forschung und Lehre. Dabei sind die Forschungswerkstätten auf nichts spezialisiert – und schaffen doch spezielle Lösungen. „Unsere Kunden müssen nur die Idee haben, wir übernehmen dann die Realisation“, erklärt Jörg Viering, Leiter der Einrichtung. Möglich ist das, weil Mechaniker, Konstrukteure, Elektroniker, Softwareentwickler und Technische Glasbläser eng zusammenarbeiten. Die Anfragen an die Forschungswerkstätten kommen aus zahlreichen Abteilungen der MHH. Zu den Produkten gehören große Apparaturen wie Bioreaktoren für die Zellzüchtung oder Bewegungssimulatoren mit anatomischen Modellen genauso

wie beispielsweise kleine Spezialschrauben aus Titan zur Korrektur von Fußfehlstellungen. Um ein optimales Ergebnis erzielen zu können, schauen sich die Mitarbeiter der Werkstätten die Bedingungen vor Ort, etwa den Operationssaal oder das Labor, genau an. Werden für das Gerät Sonderwerkstoffe oder Spezialbauteile gebraucht, beschaffen sie diese. „Alles, was wir nicht selbst machen können, erledigen wir mit externen Dienstleistern. Die Kunden brauchen sich aber nicht darum zu kümmern, wir arbeiten wie ein Generalunternehmen“, sagt Jörg Viering. Er und seine Mitarbeiter sind auch bei Drittmittelanträgen behilflich, sie erstellen Vorentwürfe und

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Endkontrolle: Jörg Viering schaut sich einen Lagerbock an.

verbindliche Kostenvoranschläge. Die Forschungswerkstätten schaffen aber nicht nur Neues, sie sind außerdem die richtigen Ansprechpartner, wenn es darum geht, bereits vorhandene Laborgeräte zu verändern. Zu den Zentralen Forschungswerkstätten gehören auch die Digitalen Medien. Dieser Bereich ist für die Herstellung von Druckerzeugnissen aller Art im Digital- und Offsetdruck zuständig. Das Team erstellt Layouts, Druckvorlagen und PowerPointPräsentationen, stellt unter anderem Flyer, Poster, Broschüren und Kongressunterlagen her und bietet verschiedene Arten der Papierverarbeitung sowie Bindearbeiten.  tg

Zentrale Forschungswerkstätten

Die Zentralen Forschungswerkstätten nehmen ausschließlich Aufträge der MHH, von An-Instituten und Kooperationspartnern an. Sie befinden sich im Gebäude I4. Die Öffnungszeiten sind von montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 14.30 Uhr. Weitere Informationen

im Internet unter www.mh-hannover.de/for schungseinrichtungen.html. Interessierte wenden sich für den Gerätebau an Jörg Viering, Telefon (0176) 15323798, viering.joerg@ mh-hannover.de, für die Digitalen Medien an Joachim Barke, Telefon (0176) 1322963, barke.joachim@mh-hannover.de.


16 Namen und Nachrichten

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„Für unsere Patienten besteht kein Das Magazin „Stern“ hat der MHH vorgeworfen, mit schlecht gewarteten Klimaanlagen Patienten zu gefährden. Zu Unrecht, wie die Hochschule klarstellte

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ür unsere Patienten besteht keinerlei Risiko.“ MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum war sichtlich verärgert, als er am Nachmittag des 5. März vor die Presse trat. Das Nachrichtenmagazin „Stern“ hatte seit dem Vormittag auf einem Onlineportal behauptet, die Lüftungsanlage werde zum Risiko für Patienten. In dem Bericht ging es um den Zustand von Brandschutzklappen und der dreistufigen raumlufttechnischen Anlagen in den OPBereichen zweier Blöcke im Gebäude K5 und im Gebäude K2. Professor Dr. Benno Ure, stellvertretender ärztlicher Direktor der MHH, wies in der Pressekonferenz die Anschuldigungen zurück: „Die Anlagen werden engmaschig gewartet. Der Brandschutz ist gewährleistet und entspricht jedweder gesetzlichen Vorgabe. Das gilt auch für die raumlufttechnischen Anlagen.“ In dem betreffenden Block im Gebäude K5 sind sechs OPSäle untergebracht, im Gebäude K2 ist es ein Operationssaal.

Keinerlei hygienische Mängel „Die raumlufttechnischen Anlagen in den OP-Bereichen werden regelmäßig entsprechend der VDI-Richtlinie 6022 durch das akkreditierte Labor der Krankenhaushygiene der MHH hygienisch-mikrobiologisch untersucht. Die seit dem Jahr 2011 insgesamt 70 durchgeführten Untersuchungen in den beiden Bereichen ergaben Werte konform mit der DIN-Richtlinie des mikrobiologischen Qualitätsstandards“, sagt Professorin Dr. Iris Chaberny, Leiterin der MHHKrankenhaushygiene. „Eine Gefährdung von Patienten oder ein erhöhtes Risiko hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben.“ Der Bericht des „Stern“ bezieht sich auf TÜV-Berichte aus dem Jahr 2009/2010. Darin waren auch Probleme an den Brandschutzklappen bemängelt worden. Die MHH hatte bereits 2002/2003 ein brandschutztechnisches Gutachten „Brandschutztechnische Bestandsaufnahme mit der Abschätzung der Risiken und Verbes-

serung des Brandschutzes durch Früherkennung“ für die Gesamtliegenschaft der MHH fertiggestellt. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass in Teilbereichen vorhandene bauliche Brandschutzmängel durch eine flächendeckende Brandmeldeanlage kompensiert werden können. Die Arbeiten sind in den Gebäuden abgeschlossen. Im Rahmen dieser Maßnahme wurden unter anderem die raumlufttechnischen Anlagen der Zu- und Abluft im Gebäude K5, Block 3, mit Kanalrauchmeldern ausgestattet, die auf die Brandmeldeanlage aufgeschaltet sind.

Sanierung steht kurz bevor Zudem stehen die angesprochenen Bereiche kurz vor der Sanierung. Die MHH betreibt eine Vielzahl von Gebäuden mit zum Teil sehr komplexen technischen Anlagen an ihrem Standort. Im Rahmen der geplanten Instandhaltungsstrategie werden fortlaufend Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen an den Gebäuden und

technischen Anlagen durchgeführt. Als Einrichtung des Landes Niedersachsen ist die Hochschule verpflichtet, größere Projekte beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur anzumelden. Für das Bauvorhaben „OP-Sanierung Block 3, Gebäude K 5“, das die raumlufttechnische Anlage (RLT) umfasst, wurde beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur eine Bauanmeldung mit Datum November 2012 gestellt. Die Maßnahme wurde im August 2013 vom Land genehmigt. Der Planungsprozess mit dem Ziel der schnellstmöglichen Umsetzung ist gestartet. Die Maßnahme „Austausch RLT-OP-Anlage, Gebäude K2“ wurde beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Datum Oktober 2012 angemeldet. Die Maßnahme wurde im Dezember 2012 vom Land genehmigt. Im Jahr 2013 erfolgte die Planung dieser Maßnahme, die im Jahr 2014 umgesetzt wird. Seit dem Jahr 2010 wurden präventiv die Inspektionsgänge für die Bereiche RLT-OP-Anlage, Gebäude K2, und RLT-OP-


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Namen und Nachrichten 17

 Risiko“

Der Kommentar

Journalismus vom Schreibtisch aus

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44 Jahre alt, aber gut gewartet: Norbert Puschky (links) und Michael Hoppe prüfen die Klimaanlage. Bei der Pressekonferenz standen die Professoren Chaberny, Baum und Ure (oben, von links) sowie Uwe Richter (verdeckt) Rede und Antwort.

Anlage Block 3, Gebäude K 5, auf einen sechswöchigen Rhythmus verkürzt sowie die Wartungsintervalle auf halbjährlich. Die RLT-Anlagen werden zudem im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung entsprechend den baurechtlichen Vorgaben im Rhythmus von drei Jahren durch zertifizierte Prüforganisationen/Sachverständige überwacht. Die RLT-Anlage im Gebäude K5

wurde zuletzt im April 2013 geprüft, die RLT-Anlage im Gebäude K2 im April 2012. In seiner Printausgabe und auch im Onlineportal legte der „Stern“ am nächsten Tag noch einmal nach. Unter anderem druckte die Redaktion ein Foto ab, bei dem der Anschein erweckt wird, als zeige es den Normalzustand der raumlufttechnischen Anlage im Gebäude K2. Tatsächlich aber war das Foto im Sommer 2013 nach einer Undichtigkeit im Kühlregister der Anlage gemacht worden. Eine Dichtung war defekt geworden, Kühlwasser trat aus. Sofort nachdem das Wartungsteam die Leckage entdeckt hatte, tauschte es die Dichtung aus. Mit den großflächig verteilten Tüchern wurde das ausgetretene Wasser aufgenommen. 48 Stunden später war auch der Boden wieder getrocknet. Aber das schrieb der „Stern“ nicht, weil er es nicht wusste – oder zumindest nicht wissen wollte. stz

chlechte Nachrichten verkaufen sich prima. Nach dieser alten Journalistenweisheit hat auch die „Stern“-Redaktion ihre Geschichte über vermeintliche Patientengefährdung in der MHH zusammengereimt. Die Tatsachen? Ein Whistleblower aus der Hochschule hatte den „Investigativ-Button“ auf der Onlineseite des „Stern“ genutzt, um dem Magazin einen von Ingenieuren erstellten Bericht plus Foto zuzuspielen. Und der „Stern“? Mailte ein paar Fragen, setzte kurze Fristen, wollte TÜV- und Hygiene-Berichte zugestellt bekommen. Fristgerecht bekam die Redakteurin die Antworten. Die Berichte hätte der „Stern“ in der MHH einsehen können, ebenso hätte er mit einem Fotografen die Klimaanlagen anschauen können. Wollte die Redaktion aber gar nicht. Warum auch von Hamburg ganz bis nach Hannover kommen, wenn man die Geschichte eh ganz einfach vom Schreibtisch aus recherchieren kann. Warum sich also eine vermeintlich starke Geschichte noch verwässern lassen. Leidtragende der Berichterstattung des Nachrichtenmagazins sind die Patientinnen und Patienten gewesen, die kurz vor einer Operation in der MHH standen. Zu den Ängsten und Sorgen, die man vor einem Eingriff eh schon hat, kam noch die Verunsicherung durch den „Stern“-Bericht hinzu. Ihnen hat der „Stern“ mit seiner Schreibtisch-Recherche einen Bärendienst erwiesen. Stefan Zorn

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Die Panamericana wartet: Jürgen Mente verabschiedet sich nach 30 Jahren MHH.

Abschied nach 30 Jahren Jürgen Mente, der die MHH wie seine Westentasche kennt, geht in den Ruhestand

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ie kannst du da bloß weggehen?“ – diese Frage stellten Jürgen Mente viele Freunde und Bekannte, als er vor 30 Jahren von einer großen hannoverschen Versicherung in die MHH wechselte. „Aber ich hatte genug davon, Papier vollzuschreiben“, erzählt der studierte Betriebswirt. „Die MHH dagegen kann man fühlen, leben, sehen. Es war für mich einfach viel spannender, hier zu arbeiten!“ Dreimal hat Jürgen Mente in diesen 30 Jahren sein Aufgabengebiet gewechselt, ungefähr alle zehn Jahre. „Für mich ein absoluter Glücksfall. Die neuen Aufgaben waren immer eine Herausforderung und eine absolute Bereicherung!“ Angefangen hat er 1984 im Bereich Betriebswirtschaft und Organisation, mit der Einführung des Controllings 1993 wurde er Controller. 2001 übernahm er die Abteilung Klinikangelegenheiten. „Für diesen Posten muss man die MHH richtig gut kennen“, sagt Jürgen Mente. „Da war ich einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Wenn so ein Angebot kommt, dann muss man die Chance auch ergreifen.“ Das Zusammenspiel mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, gegenseitige Wertschätzung, eine gute

Kommunikation, das hat Jürgen Mente in den vergangenen 30 Jahren gelebt und vorgelebt – egal, auf welcher Position. Die Abteilung wird seit dem 1. März von Dr. Konstanze Ballüer geführt. Woran erinnert er sich besonders? „Zum Beispiel an die rasante Entwicklung der Herztransplantationen an der MHH in den achtziger Jahren“, sagt Mente. „Und natürlich an die Etablierung eines hauptamtlichen Präsidiums 2004, ein ganz wichtiger Schritt für die Hochschule.“ Und was kommt jetzt? Im Frühsommer starten Jürgen Mente und seine Frau ihren lang ersehnten Roadtrip mit dem Reisemobil auf der Panamericana von Feuerland bis Alaska. Drei Jahre werden die beiden unterwegs sein, mit zwei kurzen Unterbrechungen in der Heimat. Und auch die wird sich ändern, denn Jürgen Mente wird Holsteiner, gemeinsam mit seiner Frau zieht es ihn nach Ratzeburg. „Günter Grass wohnt ein Dorf weiter“, erzählt er. Die Entwicklung der MHH wird er weiter mit Spannung verfolgen. Die Zeiten sind hart, aber: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir in schwieriges Fahrwasser geraten sind – wir werden es auch diesmal wieder rausschaffen!“ Die MHH sagt: Danke, Herr Mente! sc


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Patientenuni jetzt auch mobil Gesundheitsbildung direkt in den Betrieben: Den Auftakt machte die TUI in Hannover

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as bewährte Konzept „Patientenuniversität“ an der Medizinischen Hochschule Hannover wird jetzt auch direkt vor Ort in Betrieben und Institutionen angewendet. Die „Patientenuni mobil“ kommt auf Anfrage in Betriebe, die Interesse an der Gesundheit und Gesundheitsbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben. Die angebotenen Themen werden zusammen mit den teilnehmenden Betrieben festgelegt. Die Auftaktveranstaltung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TUI in Hannover widmete sich dem Thema „Der Bewegungsapparat – Mobil durchs Leben“. Professor Dr. Uwe Tegtbur, Leiter des MHH-Instituts für Sportmedizin, referierte zum Thema „Sport und körperliche Aktivität für optimale Fitness, Leistung

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Vor Ort aktiv

Interessierte Betriebe, Organisationen und Einrichtungen wenden sich für nähere Informationen und die Anmeldung an Dr. Gabriele Seidel, Geschäftsführerin der Patientenuniversität am Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung der MHH, Telefon (0511) 532-8425, patientenuniversitaet@mh-hannover.de, www.patienten-universität.de.

und Gesundheit – welche Sportart, wie viel, wie anstrengend?“. Anschließend hatten die etwa 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, das Thema an interaktiven „Lern- und Mitmachstationen“ zu vertiefen. Sie konnten verschiedene Trainingsgeräte und -materialien selbst ausprobieren und in Gesprächen mit Experten und Medizinstudierenden Antworten auf alle Fragen rund um den Bewegungsapparat und körperliche Aktivität erhalten. Auch der nächste Besuch in einem Unternehmen steht schon fest: Im Juni ist das Team der „Patientenuniversität mobil“ bei den Mitarbeitern der Region Hannover zu Gast.

Jetzt auch im Betrieb Die Aktion wird durch die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde der MHH e.V. möglich. Professorin Dr. MarieLuise Dierks, Leiterin der Patientenuniversität, freut sich über die Zuwendung. „Dadurch können wir unsere neuen Ideen für die ‚Patientenuni mobil’ umsetzen“, betonte sie. „Wir freuen uns auch, dass wir mit der TUI einen Partner gefunden haben, der sich aktiv mit der Gesundheit seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.“ Dr. Lars Kutschke, Leiter Gesundheit & Diversity bei TUI, ergänzt: „Wir

Dr. Gabriele Seidel, Prof. Dr. Uwe Tegtbur, Dr. Lars Kutschke (TUI)

unterstützen die Gesundheitsförderung unserer Mitarbeiter seit vielen Jahren aktiv mit zahlreichen Angeboten vom Betriebssport über Vorsorgemaßnahmen bis hin zu Informationsabenden. Die Patientenuni passt daher sehr gut in unser Konzept und bietet den Kollegen neue Anregungen für eine gesunde Work-Life-Balance.“  inf

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„Es hat sich gelohnt“ Beispiel Kinderradiologie: Qualitätsmanagement bringt Vorteile für das Team

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arum denn gerade wir? Da haben wir ja noch mehr Arbeit! Das bringt doch sowieso nichts! So oder so ähnlich reagieren Beschäftigte oft, wenn in ihrem Arbeitsbereich ein Qualitätsmanagement eingeführt werden soll. Deutsche Krankenhäuser sind seit 2005 zu Qualitätsmanagement und Qualitätssicherung verpflichtet. Standardisierte Arbeitsabläufe, weniger Fehlerquellen, mehr Transparenz und klare Strukturen erhöhen die Versorgungsqualität. Davon profitieren nicht nur die Patienten, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. So war es jedenfalls in der Kinderradiologie der MHH. Aus der Sicht des Teams wirkte sich die Zertifizierung positiv auf die Außendarstellung, das Miteinander und den Arbeitsprozess aus. Das bestätigt auch eine Begleitforschung des Instituts für Standardisiertes und Angewandtes Krankenhausmanagement (ISAK) der MHH.

Radiologie. Das gesamte Team war eingebunden. Die Mitarbeiter saßen zusammen, definierten Abteilungsziele, durchdachten Strukturen und beschrieben die Kernprozesse der bildgebenden Diagnostik in Standard Operating Procedures (SOP). Die Station wurde unter anderem hinsichtlich der Arbeitssicherheit, des Brandschutzes und der Hygiene überprüft. Bis zur Zertifizierung – vorher erfolgten interne und externe Audits – vergingen rund sechs Monate. „In vielen Dingen wurden wir bestätigt“, berichtet Professor Berthold. „So

nagements nicht grundlegend geändert. Es gibt aber einige Neuerungen, die zur Prozessqualität beitragen. Dazu gehören ein Fehlermanagement mit Fehlerkonferenzen und eine strukturierte Beschreibung zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter. „Die Zertifizierung hat Mühe gemacht, aber es hat sich gelohnt“, stellt Dr. Weidemann fest. „Schon der Prozess an sich hat die Teambildung sehr gefördert.“ Zu seiner persönlichen Zufriedenheit tragen auch die regelmäßigen Fehlerkonferenzen bei. „Wir sind mit dem Thema früher zwar

Alles neu durchdacht Für Professor Dr. Lars Daniel Berthold, Leiter des Bereichs Kinderradiologie, war die Zertifizierung eine willkommene Gelegenheit, alle Strukturen neu zu durchdenken. „Es gab ohnehin keine Alternative, und so waren wir als erster Bereich innerhalb des gesamten Instituts die Vorreiter.“ Die Kinderradiologie befindet sich in der Kinderklinik, gehört aber zum Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Sie ist eine relativ kleine Einheit. Außer Professor Berthold gehören ein weiterer kinderradiologischer Facharzt, Oberarzt Dr. Jürgen Weidemann, und eine medizinisch-technische Radiologieassistentin, Margitta Hobert, dazu. Ergänzt wird das Team von rotierenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentralinstituts. „Wir wussten zwar nicht ganz genau, was auf uns zukommt, aber die Befürchtung, dass die Zertifizierung ein riesiger Arbeitsaufwand ist, hat sich schnell gelegt“, sagt Professor Berthold. Im Januar 2012 startete der Prozess. Begleitet wurde er von Claudia Haack, Beauftragte für Qualitätsmanagement im Institut für Diagnostische und Interventionelle

Sehen das Qualitätsmanagement als Gewinn: Professor Berthold, Dr. Amelie von Schneider-Egestorf, Dr. Jürgen Weidemann und Margitta Hobert (von links).

wissen wir jetzt, dass wir beispielsweise in puncto Hygiene alles richtig machen.“ Das sei besonders wichtig, da die jungen Patienten aus ganz unterschiedlichen Kliniken in die Kinderradiologie kommen. Das können einerseits Kinder mit hoch ansteckenden Viruserkrankungen sein, andererseits aber auch transplantierte Patienten mit sehr geschwächtem Immunsystem.

Mehr Struktur Da die Kinderradiologie „auf Zuruf“ arbeitet, wurden die einzelnen Arbeitsabläufen durch die Einführung des Qualitätsma-

auch offen umgegangen, aber jetzt hat das Fehlermanagement eine bessere Struktur.“ Margitta Hobert schätzt vor allem das festgeschriebene Vorgehen bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen. „Egal, ob Ärzte oder Radiologieassistenten, bei der Einarbeitung können wir wie bei einer Checkliste jetzt Punkt für Punkt durchgehen und vergessen nichts.“ Auch sie sieht die Zertifizierung insgesamt positiv. Die Begleitforschung des ISAK hat ergeben, dass die Beschäftigten ihre Arbeit nach der Zertifizierung sogar als „erfolgreicher“ – bezogen auf das Funktionieren der Funktionseinheit als Ganzes – bewerten.  tg

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Namen und Nachrichten 21

Hilfe in trauriger Zeit Hebamme bekommt Auszeichnung für Engagement für verwaiste Eltern

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icht immer endet eine Schwangerschaft glücklich. Manchmal bleibt die Wiege leer, weil das Baby bei der Geburt oder schon während der Schwangerschaft gestorben ist. Früher wurden darum meist nicht viele Worte gemacht, die Eltern mussten schnell in die Normalität des Alltags zurückfinden. Das hat sich in den vergangenen Jahren geändert. „Das Thema wird nicht mehr verschwiegen. Die Frauen sind selbstbewusster geworden und wollen in dieser schwierigen Lebenssituation ernst genommen werden“, sagt Antonia Windrich, Hebamme an der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Sie leitet eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Begleitung und Betreuung verwaister El-

tern beschäftigt. Im Januar wurde sie für ihr Engagement von dem Familienmagazin „kidsgo“ mit dem „Goldenen kidsgoDäumchen“ ausgezeichnet. „Wir möchten den Eltern helfen, mit dem Verlust und der Trauer umgehen zu können“, erklärt Antonia Windrich, die Wert darauf legt, dass die Auszeichnung auch ihren Kolleginnen gilt. Die AG hat sich im vergangenen Jahr gegründet. „Natürlich sind wir auch vorher schon auf die Betroffenen eingegangen, aber im hektischen Klinikalltag ist das manchmal schwierig“, erläutert Antonia Windrich. Inzwischen haben die Hebammen der Betreuung eine festere Struktur gegeben. Es gibt jetzt beispielsweise eine Mappe mit Informationsmaterial für Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt oder eine abgebrochene Schwangerschaft erleben mussten. Die Mappe enthält Broschüren, Hilfsangebote, Kontaktadressen und einen Wegweiser für trauernde Familien. Thematisiert werden der Abschied in der Klinik,

der Umgang mit der Trauer und Möglichkeiten einer Bestattung. Darüber hinaus finden die Eltern hier einige trös- Antonia Windrich tende Gedichte und weitere Informationsquellen. Jede werdende Mutter und jeder werdende Vater verarbeitet den Verlust eines erwarteten Babys anders. „Bei manchen kommt die Trauer auch erst später“, sagt Windrich. Ihr ist es wichtig, dass mit dem Thema offen umgegangen wird. Sie und ihre Kolleginnen haben sich in Schulungen darauf vorbereitet, den Eltern direkt nach dem traurigen Ereignis Hilfe zu bieten – so wie die Betroffenen es wünschen. Das gilt ganz besonders für das Abschiednehmen. Dafür bleibt das verstorbene Baby mindestens 24 Stunden im Kreißsaal. Diese Zeit kann ganz nach den Bedürfnissen der Eltern gestaltet werden. tg

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und Physiotherapie „Hand in Hand“ Veranstalter: Professor Dr. Henning Windhagen, MHH-Klinik für Orthopädie im Annastift Auskunft: Katja Golditz Telefon: (0511) 5354-339 E-Mail:veranstaltungen@orthopaedie-mhh.de Anmeldung: www.orthopaedie-mhh.de Uhrzeit: 9 Uhr Ort: MHH, Hörsaal F, Gebäude J1, Ebene 1

Mai Karl-WiechertAllee 68, 30625 Hannover

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8.–10. Mai: Symposium n „Lung Regeneration and Beyond – BREATH meets REBIRTH“ Veranstalter: BREATH (Biomedical Research in Endstage and Obstructive Lung Disease Hannover) und Exzellenz­ cluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie) Auskunft/Anmeldung: Inga Kwapniewska Telefon: (0511) 532-5193 E-Mail: symposium2014@mh-hannover.de Internet: http://symposium2014.breath-hannover.de/ Ort: Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover 9. Mai: Festveranstaltung n Promotionsfeier der MHH zur Verleihung des Doktorgrades mit Übergabe der Promotionsurkunden Veranstalter: Der Präsident Auskunft/Anmeldung: Susanne Maibom Telefon: (0511) 532-6013 E-Mail: maibom.susanne@mh-hannover.de Uhrzeit: 16.15 Uhr Ort: MHH, Hörsaal F, Gebäude J1, Ebene 1 14. Mai: Tag des Hörens – Festakt und Patienten­­­veranstaltung n 30 Jahre Cochlea-Implantation an der MHH – mit Tag der offenen Tür im Deutschen HörZentrum Hannover (DHZ) Veranstalter: Professor Dr. Thomas Lenarz, MHH-Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Auskunft/Anmeldung: Sylvia Pettig Telefon: (0511) 532-3936 E-Mail: pettig.sylvia@mh-hannover.de Uhrzeit: 12 Uhr Ort: Deutsches HörZentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3 (Et Cetera Gebäude)

14./15. Mai: 7. Personalkongress Kliniken n Personalkongress

Veranstalter: MHH, Schubert Management Consultants, Rochus Mummert Healthcare Consulting GmbH, Deutsches Ärzteblatt Auskunft/Anmeldung: Fabian Eggers Telefon: (0511) 532-9286 E-Mail: personalkongress@mh-hannover.de Internet: www.personalkongress-kliniken.de/ Uhrzeit:10 Uhr Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-Heuss-Platz 1–3, 30175 Hannover 16.–18. Mai: Messe n 2. Hannover Herz Messe

Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie Auskunft: Michaela Finsel Telefon: (0511) 532-8129 Fax: (0511) 532-5412 E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de Internet: www.hannover-herz-messe.de Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-Heuss-Platz 1–3, 30175 Hannover 24. Mai: Symposium n Atemtherapietag 2014 (A.T.T.)

Veranstalter: Atmungstherapeuten, MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie Auskunft/Anmeldung: Mirko Fahlbusch, Jens Oerding Telefon: (0176) 15327433 oder (0176) 15324402 E-Mail: HTTG.Atemtherapie@mh-hannover.de Uhrzeit: 9 Uhr Ort: MHH, Zahnklinik, Hörsäle O und P

Juni 20./21. Juni: 6. Internationale Konferenz n ESAR „Expert Symposium

on Accident Research“ Veranstalter: Professor Dr. Dietmar Otte, MHH-Verkehrsunfallforschung, und TU Dresden Auskunft/Anmeldung: MHH-Verkehrsunfallforschung Telefon: (0511) 532-6411 Fax: (0511) 532-6419 Internet: www.esar-hannover.de E-Mail: ESAR@mh-hannover.de oder otte.dietmar@mh-hannover.de Ort: MHH 27./28. Juni: Symposium n 11. HepNet Symposium

Veranstalter: Deutsche Leberstiftung, Professor Dr. Michael P. Manns, Professor Dr. S. Zeuzem, Professorin Dr. Ulrike Protzer, Professor Dr. C. Niederau, Professor Dr. Peter Schirmacher Auskunft/Anmeldung: Deutsche Leberstiftung Telefon: (0511) 532-6819 E-Mail: symposium@deutsche-leberstiftung.de Internet: www.deutsche-leberstiftung.de/symposium Ort: MHH


2/2014

Namen und Nachrichten 23

September 20. September: 11. Kinderorthopädisches Symposium n „Neues aus der Kinderorthopädie: Woran man denken sollte“ Veranstalter: Dr. Dieter Herold, Orthopädische Klinik der MHH im Annastift Auskunft: Katja Golditz Telefon: (0511) 5354-339 E-Mail: kindersymposium@orthopaedie-mhh.de Anmeldung: www.orthopaedie-mhh.de Uhrzeit: 9 Uhr Ort: Diakoniekrankenhaus Annastift, Festsaal im Marahrenshaus, Anna-von-Borries-Straße 6, 30625 Hannover 25./26. September: TWINCORE-Symposium n „Innovative prevention and therapy

of infectious diseases” Veranstalter: TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung GmbH Auskunft: Andrea von Craushaar E-Mail: twincore@twincore.de Anmeldung: nicht erforderlich Uhrzeit: 9 Uhr (Do. u. Fr.) Ort: TWINCORE, Feodor-Lynen-Straße 7, 30625 Hannover 26./27. September: Symposium und Patientenveranstaltung n Hannover hört – 30 Jahre Erfahrung mit dem Cochlea-Implantat: Hannoverscher CI-Kongress mit internationalem Symposium und Patiententag Veranstalter: Professor Dr. Thomas Lenarz, MHHKlinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde Auskunft/Anmeldung: Sylvia Pettig Telefon: (0511) 532-3936 E-Mail: pettig.sylvia@mh-hannover.de Ort: MHH

Oktober 8.–10. Oktober: Konferenz n 48. Jahreskonferenz der Deutschen

Gesellschaft für Biomedizinische Technik (DGBMT) Veranstalter: Professor Dr. Thomas Lenarz, MHHKlinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, SFB 599, DGBMT im VDI Auskunft/Anmeldung: Regina Müller Telefon: (0511) 532-3026 E-Mail: mueller.regina@mh-hannover.de

9.–11. Oktober: 18. Chirurgische Forschungstage n Implantatforschung Veranstalter: Professor Dr. Ernst Klar, Sektion Chirurgische Forschung e. V. der DGCH, und Professor Dr. Peter M. Vogt, MHH-Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie Auskunft/Anmeldung: Conventus Congressmanagement und Marketing GmbH, Stephanie Schubert Telefon: (03641) 3116371 E-Mail: stephanie.schubert@conventus.de Internet: www.forschungstage2014.de/ Ort: MHH 10. Oktober: 3. Symposium n „cCMP and cUMP as new Second

Messengers” Veranstalter: Professor Dr. Roland Seifert, MHHInstitut für Pharmakologie Auskunft/Anmeldung: Annette Stanke Telefon: (0511) 532-2806 E-Mail: pharmakologie@mh-hannover.de Internet: www.mh-hannover.de/ccmp2014.html Uhrzeit: 9 Uhr Ort: MHH, Hörsaal H, Gebäude J1, Ebene H0

November 1. November: Kasuistisches Forum niedersächsischer Pathologen n Pathologie Veranstalter: Professor Dr. Hans-Heinrich Kreipe, MHH-Institut für Pathologie Auskunft/Anmeldung: Dr. Bisharah Soudah Telefon: (0511) 532-4512, Fax: (0511) 532-5799 E-Mail: soudah.bisharah@mh-hannover.de 5.–7. November: 18th International Joint Meeting n Signal Transduction – Receptors,

Mediators and Genes Veranstalter: Professor Dr. Ralf Hass, AG Biochemie und Tumorbiologie, MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, gemeinsam mit der Signal Transduction Society (STS) Auskunft/Anmeldung: Professor Dr. Ralf Hass Telefon: (0511) 532-6070 Fax: (0511) 532-6071 E-Mail: hass.ralf@mh-hannover.de Internet: www.sigtrans.de Kontakt: Claudia Barth Telefon (0511) 532-3337 Fax (0511) 532-3852 pressestelle@mh-hannover.de

Änderungen vorbehalten. Weitere Veranstaltungen finden Sie im Internet unter www.mh-hannover.de/terminvorschau.html


24 Namen und Nachrichten

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Personalien Ernennungen zum Außerplanmäßigen Professor: n Privatdozent Dr. med. Michael Bernateck, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, n Privatdozentin Dr. rer. nat. Dr. med. Xiaoqi Ding, Institut für Diagnostische und Interventionelle Neuroradiologie, n Privatdozentin Dr. rer. nat. Eva Medina, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, n Privatdozent Dr. med. Dr. rer. nat. Niels Rahe-Meyer, Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, Franziskus Hospital Bielefeld. Habilitationen Die Venia legendi erhielten: n Dr. med. Dr. med. dent. Harald Essig, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichts­ chirurgie, für das Fach Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, n Dr. med. Tanja Germerott, Institut für Rechtsmedizin, für das Fach Rechtsmedizin, n Dr. med. Sven Pischke, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Medizinische Klinik I / ehemals Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, für das Fach Innere Medizin,

n Dr. med. Hans-Jürgen Raatschen, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, für das Fach Radiologie, n Dr. med. Thomas Skripuletz, Klinik für Neurologie, für das Fach Neurologie, n Dr. med. Philipp Soergel, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, für das Fach Frauenheilkunde und Geburtshilfe, n Dr. med. Oktay Tutarel, Klinik für Kardiologie und Angiologie, für das Fach Experimentelle Innere Medizin, n Dr. rer. nat. Sya Ukena, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, für das Fach Experimentelle Hämatologie und Onkologie.

Erweiterung der Venia legendi: n PD Dr. med. Danny Jonigk, Institut für Pathologie, für das Fach Allgemeine und spezielle pathologische Anatomie, n PD Dr. med. Yuanyuan Zhang, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, für das Fach Psychiatrie und Psychotherapie.

Promotionen Im Zeitraum Dezember 2013 bis Januar 2014 wurden promoviert n zum Dr. med.: Sven Bartschat, Wiebke Discus, Felix Flöricke, Lena-Marie Glaubitz, Elisabeth Hartmann, Larissa Heinze, Katharina Hupa, Ronny Perthel, Merle Schmidt, Anna Katharina Seegers, Anne Kathrin Völker, Steffen Zender n zum Dr. med. dent.: Peggy Herrmann, Simon Spalthoff n zum Dr. rer. biol. hum.: Reza Abedian Dehaghani, Alexander Ammann, Insa Bultmann, Apotheker Henrik Hochbrügge, Dipl.-Psych. Jörn Ungerer, Anja Waßmann n zum Dr. rer. nat.: Eike-Benjamin Braune, Anna Gronert Álvarez, Astrid Nörenberg, Michael Pflaum

Kontakt: Susanne Maibom Telefon (0511) 532-6013 maibom.susanne@mh-hannover.de

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2/2014

Namen und Nachrichten 25

Dienstjubiläen 40-jähriges Jubiläum: am 1. Februar 2014 n Sigrid Müller, Chemisch-technische Assistentin in der Klinik für Pneumologie, am 28. Februar 2014 n Heidrun Struwe, Diätassistentin in der Zentralküche. 25-jähriges Jubiläum: am 30. Januar 2014 n Carsten Lindschau, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, am 1. Februar 2014 n Professor Dr. med. Christoph Gutenbrunner, Direktor der Klinik für Rehabilitationsmedizin, n Juliane von der Ohe, Medizinischtechnische Assistentin im Institut für Pharmakologie, n Hanna Zylkowski, Mitarbeiterin in der Zentralküche, am 6. Februar 2014 n Petra Deppe, Sachbearbeiterin in der Abteilung Patientenaufnahme/-abrechnung,

am 13. Februar 2014 n Irmgard Gasnik-Pahl, Stationsassistentin in der Abteilung Medizinisches Kodierund Reklamationsmanagement, am 19. Februar 2014 n Martina Lenz-Ziegenbein, Gesundheitsund Krankenpflegerin auf der Station 45, am 20. Februar 2014 n Beate Dzienus, Sachbearbeiterin in der Abteilung Patientenaufnahme/-abrechnung, am 28. Februar 2014 n Margarete Kühn, Sachbearbeiterin in der Finanzabteilung.

KLINIK FALLINGBOSTEL

Die MHH gratuliert herzlich und dankt für die geleistete Arbeit. Das Präsidium Professor Dr. Christopher Baum Dr. Andreas Tecklenburg Michael Born, komm. Der Personalrat Simon Brandmaier

fachl ich men kompet e schli ch en nt gagi ert

Examen bestanden

Fachklinik für Rehabilitation

Im Januar 2014 haben zwei Studierende das Internationale Graduiertenkolleg IRTG 1273 „Strategies of human pathogens to establish acute and chronic infections“ erfolgreich abgeschlossen mit der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat: Pavel Dutow, Chee Han Lim. Das internationale PhD-Programm „Regenerative Sciences“ an der Hannover Biomedical School (HBRS) erfolgreich abgeschlossen haben im Januar 2014 sechs Studierende mit der Promotionsprüfung n zum PhD: Radiana Antarianto, Salma A. Buddaseth, Kashyap Narayan Krishnasamy, n zum Dr. rer. nat: Jessica Rößler, Selina Möbus, Sylvia Merkert.

Erfolgreich abgeschlossen haben im Januar 2014 an der Hannover Biomedical School (HBRS) mit der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat. das internationale PhD-Programm „Infection Biology:“ Anusara Daenthanasanmak, Marius Döring, Henrike Fleige, Kirstin Jurrat; das internationale PhD-Programm

Bestanden: Die Absolventen des PhD-Programms „Regenerative Science“.

„DEWIN – Dynamik der Erreger-WirtInteraktionen“: Marijana Baši´c, Kerstin Gnirß, Dr. Felix Stahl.

Detlev Hans Bahr, Fachkraft für Intensivund Anästhesiepflege auf der Station 44, hat im März 2014 erfolgreich die Weiterbildung zum Atmungstherapeuten (DGP) abgeschlossen.

Kontakt Ursula Lappe Telefon (0511) 532 6772 lappe.ursula@mh-hannover.de

- Kardiologie - Pneumologie - TransplantationsRehabilitation - Internationale Rehabilitation

Kolkweg 1 29683 Bad Fallingbostel Tel.: (05162) 44-0 Zentrale Tel.: (05162) 44-607 Aufnahme Fax: (05162) 44-400 www.klinik-fallingbostel.de info@klinik-fallingbostel.de


26 Namen und Nachrichten

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Ehrungen und Auszeichnungen

atung Steuerber nd Zu von A bis bis

n Professor Dr. med. Hans Anton Adams, Stabsstelle für Interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin, wurde die Einsatzmedaille des Malteser Hilfsdienstes verliehen für seine ehrenamtliche Tätigkeit bei sanitäts- und betreuungsdienstlichen Einsätzen. Außerdem wurde er von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Anerkennung seiner besonderen Verdienste und seines vorbildlichen Engagements mit dem Verdienstzeichen in Bronze ausgezeichnet.

n Professor Dr. med. Tillmann Krüger, Klinik für

n Professorin Dr. med. Ursula Creutzig und Professor Dr. med. Dirk Reinhardt, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, wurden im Februar 2014 in Berlin von der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. mit dem John MendelsohnDGK Studienpreis ausgezeichnet. Gewürdigt wurde damit die Studie „Multizentrische Therapieoptimierungsstudie AML-BFM 2004 zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämien bei Kindern und Jugendlichen“.

n Dr. rer. nat. Stefanie Michael, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, errang den mit 1.500 Euro dotierten Viktor von Bruns-Preis der Deutschen Gesellschaft für Wundheilung (DGfW) für ihren Vortrag „Erfolgreiche Herstellung von Hautgewebe mittels laserbasiertem Bioprinting (LaBP)“.

n Dr. rer. nat. Henrike Fleige, Absolventin des PhD-

Aufbaustudiengangs „Infection Bio­logy“ im Zentrum für Infektionsbiologie (ZIB), wurde mit dem BioLegend-PhD-Preis in Höhe von 1.000 Euro ausgezeichnet für ihre Arbeit „Molecular and cellular mechanisms of BALT development“. n Professor Dr. med. Hermann Haller, Klinik für Nieren-

und Hochdruckerkrankungen, erhielt im Januar 2014 die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung „Wennerström Lecture“ des Göteborg Sahlgrenska University Hospitals für seinen Vortrag „Glycocalyx und Endothel“.

Ihr Ansprechpartner für alle Steuer- und Buchhaltungsfragen: Mengendamm 12 30177 Hannover Telefon: 0511 260 917 0 E-mail: info@s-k-steuerberatung.de Internet: www.s-k-steuerberatung.de

n Professorin Dr. med. Gesine Hansen, Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, wurde zum Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Halle, Saale, gewählt.

Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, erhielt im Januar 2014 in Istanbul, Türkei, den „European Award on Sexual Health – Cases that Matter“ der European Society for Sexual Medicine & European Federation of Sexology (ESSM/EFS) in Höhe von 800 Euro für seine Fallvorstellung „Comorbid Restless Genitals Syndrome and Premature Ejaculation: Killing Two Birds with One Stone“.

n Professorin Dr. med. Susanne Petri, Klinik für Neu-

rologie, wurde von der Stiftung für medizinische Wissenschaft, Frankfurt am Main, mit dem Christa-Lorenz-ALS-Forschungspreis in Höhe von 15.000 Euro geehrt für ihre wissenschaftlichen Untersuchungen zu innovativen Therapieoptionen bei der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). n Dr. rer. nat. Felix Stahl, Absolvent des PhD-Aufbaustudiengangs „DEWIN – Dynamik der Erreger-WirtInteraktionen“ im Zentrum für Infektionsbiologie (ZIB), erhielt im Januar 2014 den mit 1.000 Euro dotierten PhD-Preis der Wilhelm-Hirte-Stiftung für seine Promotionsarbeit „Mucosal MCMV infection of neonates – pathogenicity and antiviral immunity“.

Kontakt: Ursula Lappe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de


2/2014

Namen und Nachrichten 27

IFB-Tx fördert ausgezeichnete Pflege Erste Zertifikate zur Weiterbildung in der Transplantation überreicht

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wei Jahre haben sie investiert, jetzt bekommen sie es schriftlich: Im Rahmen einer Feierstunde erhalten am Sonnabend, 8. Februar 2014, die ersten zehn Absolventinnen und Absolventen ihre Zertifikate über die „Weiterbildung für Pflegefachkräfte in der Transplantation“. Auf den Weg gebracht hat das Weiterbildungsangebot das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation (IFB-Tx) der MHH. „Die Versorgung von transplantierten Patienten stellt Pflegekräfte vor ganz besondere Herausforderungen“, sagt Christiane Kugler, Professorin für Akutpflege an der Universität WittenHerdecke und Leiterin der Weiterbildung. Von der Vorbereitung der Patienten auf die Transplantation über die stationäre Betreuung bis zur Langzeitnachsorge reicht das Aufgabenspektrum. Auch die Schulung und Beratung der Patienten und deren Angehörigen gehört dazu. Das von Kugler entwickelte Weiterbildungsprogramm stößt auf bundesweite Resonanz. Die Teilnehmer der ersten Weiterbildungseinheit kommen von der MHH, vom Universitätsklinikum Regensburg, dem Klinikum der Universität Köln, dem Universitätsklinikum Erlangen-Nürnberg, der Ludwig-Maximilians-

Universität München, der Charité Berlin und dem Nephrologicum Lausitz. Von Februar 2012 bis zu Beginn dieses Jahres machten sich die Absolventen mehrfach auf den Weg nach Hannover, um sich an kompakten Wochenendseminaren zu aktuellen Themen im Bereich der Organtransplantation schulen zu lassen und sich die Grundlagen evidenzbasierter Patientenversorgung anzueignen. „Das Interesse seitens der Pflegenden an Weiterbildung in Sachen Transplantation ist ungebrochen“, betont Kugler. Der zweite Kursus läuft seit Juni 2013. Auch hier finden die einzelnen Module zu Schwerpunkten der verschiedenen Organsysteme zu allen Phasen der Transplantation statt. Jedes Modul ist einzeln belegbar. Darüber hinaus beschäftigen sich die Teilnehmer im Rahmen ihrer Projektarbeiten mit Themen wie der Optimierung von Arbeitsabläufen in Klinik und Ambulanzen, Steigerung der Lebensqualität von Patienten nach der Transplantation, Konzepte zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter und Verbesserung von Qualitätsstandards. Und auch für den dritten Kursus, der im Oktober startet, haben sich bereits Interessenten angemeldet. Weitere Informationen unter www. eucat.de. kp

In Gremien gewählt n Professorin Dr. rer. biol. hum. Marie-Luise Dierks,

Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, wurde vom neu gegründeten Deutschen Netzwerk für Gesundheitskompetenz und -bildung zur stellvertretenden Sprecherin gewählt. n Dr. med. Irene Hirschberg, MPH, Institut für

Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin, wurde von der neu eingerichteten Ethikkommission für Präimplantationsdiagnostik Nord bei der Ärztekammer Hamburg für fünf Jahre zum stellvertretenden Mitglied berufen.

n Professor Dr. med. Joachim K. Krauss, Klinik für Neurochirurgie, wurde von der International Parkinson and Movement Disorder Society (MDS) zum Repräsentanten der neu gegründeten „Task Force on Dystonia” gewählt. n Professor Dr. med. Jörg Schmidtke, Institut für Humangenetik, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Humangenetik zum Ehrenmitglied gewählt. n Professor Dr. med. Sebastian Suerbaum, Institut für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, wurde als Fellow in die American Academy of Microbiology (AAM) gewählt.


28 Behandeln und Pflegen

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Der Stromstoß, der Leben rettet Seit 30 Jahren implantiert die MHH Defibrillatoren

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in besonderes Jubiläum: Vor genau 30 Jahren setzten Kardiologen und Chirurgen der MHH erstmals einem Patienten einen implantierbaren Cardio­ verter/Defibrillator (ICD) ein. Das Gerät schützt seinen Träger vor dem plötzlichen Herztod. Die MHH war 1984 die erste Klinik in Deutschland, an der die Implan­ tation sofort vollständig gelang. Was da­ mals eine kleine Sensation war, gilt heute fast als Routineeingriff. Die MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie versorgt gemeinsam mit der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchi­ rurgie jedes Jahr rund 300 Patienten mit einem implantierbaren Defibrillator.

Zurück zum richtigen Rhythmus „Zu schnellen, lebensgefährlichen Rhythmusstörungen kann es kommen, wenn das Herzmuskelgewebe, beispiels­ weise als Folge eines größeren Herzin­ farkts oder einer Herzmuskelentzündung, vernarbt ist“, erklärt Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der Klinik für Kardio­ logie und Angiologie. Die Arrhythmien treten völlig unerwartet auf und können bei den Betroffenen zu Schwindel, Be­ wusstlosigkeit oder gar zum Kreislaufstill­ stand und damit zum plötzlichen Herztod führen. Patienten, die mit diesem Risiko leben, kann ein implantierter Defibrillator helfen. Das Gerät liegt unter dem linken Schlüsselbein und ist über eine Elektrode mit der rechten Herzkammer verbunden. Es überwacht und analysiert ständig die elektrische Aktivität des Herzens. Tritt eine lebensbedrohliche Rhythmusstörung auf, löst es sofort die Therapie aus. „Je nach Art der Arrhythmie können das mehrere schwache elektrische Impulse sein, von denen der Patient gar nichts merkt, oder ein einzelner großer Stromstoß von etwa 800 Volt, den der Patient als Ruck oder Schlag im Brustkorb wahrnehmen kann. In einigen Fällen bemerkt der Patient aller­ dings auch diesen Stromstoß nicht, da die zugrunde liegende Rhythmusstörung zur Bewusstlosigkeit führt“, erklärt Privatdo­ zent Dr. Christian Veltmann, Oberarzt an der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Durch das Einschreiten des Defibrillators wird das Herz wieder in seinen normalen Rhythmus zurückgebracht. Alle fünf bis acht Jahre muss der ICD ausgewechselt werden, wenn die Batterie erschöpft ist.

Patient Erhard H. zeigt die Defibrillatoren, die er schon im Körper hatte. Neben ihm das OP-Team von 1990, Herzchirurg Professor Günter Frank (Dritter von links) und Kardiologe Professor Helmut Klein (Dritter von rechts). Außen stehend die Chirurgen Dr. Christian Kühn (links) und Dr. Ludmilla Knigina (Zweite von links) sowie Professor Johann Bauersachs (Zweiter von rechts) und Dr. Christian Veltmann (rechts) von der Klinik für Kardiologie und Angiologie.

1984 und auch in den folgenden Jah­ ren war das Einsetzen eines Defibrillators noch mit einem großen chirurgischen Ein­ griff verbunden, bei dem der Brustkorb des Patienten geöffnet werden musste. Die heutigen Modelle werden minimal­ invasiv unter dem linken Schlüsselbein implantiert. Dafür ist lediglich ein etwa fünf Zentimeter langer Schnitt notwen­ dig. „Die Verbindung zum Herzen erfolgt über ein Elektrodenkabel, das der Chirurg über die Hohlvene durch den Vorhof in die rechte Herzkammer führt“, erklärt Profes­ sor Dr. Axel Haverich, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Der Eingriff erfolgt heute unter Lokalanästhesie, der Patient ist bei Bewusstsein.

Normales Leben mit „Defi“ Erhard H. (79) aus Helmstedt lebt be­ reits seit 24 Jahren mit einem „Defi“. 1986 hatte er einen schweren Herzinfarkt. In den folgenden Jahren hatte der Tischlermeister mehrere Male Kammerflimmern, konnte aber glücklicherweise jedes Mal wieder­ belebt werden. Als zusätzliches Problem hatten die Ärzte bei ihm ein Aneurysma, eine Aussackung des Herzmuskels infolge des Herzinfarktes, festgestellt. „Ich lebte in ständiger Todesangst und war sehr froh,

dass man mir in Hannover Hilfe in Aussicht stellte“, erinnert sich der Rentner. 1990 be­ kam er seinen ersten Defibrillator. Mittler­ weile arbeitet das sechste Gerät dieser Art in seinem Körper. „Die ersten Jahre glichen ein wenig einer Berg- und Talfahrt. Aber inzwischen bin ich sehr zufrieden und lebe ganz normal.“ Erhard H. wurde damals von dem Kar­ diologen Professor Dr. Helmut Klein be­ treut. Professor Klein war es auch, der Anfang 1984 gemeinsam mit dem Herz­ chirurgen Professor Dr. Günter Frank die erste ICD-Implantation an der MHH durch­ führte. Professor Klein hatte die Anfänge des implantierbaren Defibrillators bei sei­ nem Forschungsaufenthalt in den USA genau verfolgt. Erfinder der ICD-Therapie war Dr. Michel Mirowski, der 1980 erfolg­ reich dem ersten Menschen einen Defib­ rillator implantierte. Professor Klein kehrte 1981 nach Deutschland zurück. „Ende 1983 schrieb ich einen Brief an Dr. Mi­ rowski und fragte ihn, ob es möglich sei, ICD-Implantationen auch in Deutschland durchzuführen“, berichtet Professor Klein, damals Oberarzt in der MHH-Kardiologie. Er und wenige weitere Kliniken in Deutsch­ land bekamen dazu die persönliche Erlaub­ nis von Dr. Mirowski. Heute ist der ICD eines der erfolgreichsten therapeutischen Verfahren in der Kardiologie.  tg


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Behandeln und Pflegen 29

Kinderchirurgie bezieht neue Station Alles auf einer Ebene: Sanierung verbessert die Betreuung der jungen Patienten und ihrer Eltern

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ie MHH investiert trotz des Spar­ programms in die Zukunft: Der Stationsbereich der Klinik für Kin­ derchirurgie wurde komplett saniert und umgestaltet. Dafür wurden kleinere Berei­ che zusammengelegt. Alle kinderchirur­ gischen Patienten werden jetzt auf einer Ebene versorgt. Die neue Station 66 ver­ fügt über elf kind- und familiengerechte Zimmer mit insgesamt 35 Betten. Jede Einheit hat nun einen eigenen Sanitärbe­ reich. Dank der Neugestaltung wurde die Betreuung der Patienten und ihrer Eltern deutlich verbessert. Die Sanierung kostete insgesamt 600.000 Euro.

Aufenthaltsraum für Eltern „Die Sanierung war dringend nötig, denn seit dem Bau der Klinik 1978 waren nur wenige Veränderungen vorgenommen worden“, erklärt Professor Dr. Benno Ure, Direktor der Klinik für Kinderchirurgie. Er ist froh, Kindern und Eltern nun eine zeitge­ mäße, hell und freundlich wirkende Station bieten zu können. Die Bauarbeiten starte­ ten im Frühjahr 2012 und dauerten etwa

neun Monate. Dabei wurden Bodenbeläge, Zimmerdecken und Wandanstriche neu ge­ staltet und Teile der Technik erneuert. In die Patientenzimmer wurden Duschbäder integriert und neue Möbel eingebaut, au­ ßerdem erhielten sie eine angenehmere Be­ leuchtung. Das Spielzimmer für die jungen Patienten wurde ebenfalls renoviert und mit einem Computerplatz ausgestattet. Neu hinzugekommen ist ein Aufenthalts­ raum für die Eltern: Hier können sich die Mütter und Väter, die häufig viele Stunden bei ihren Kindern verbringen, zurückziehen und entspannen. In dem Elternraum gibt es eine Sitzecke und eine kleine Küchenzeile. Die Funktionsräume wie Lager- und Abstellräume, Dienst- und Arztzimmer wurden ebenfalls renoviert und teilweise umfunktioniert. „Statt zwei Schwes­ ternzimmern gibt es nun einen zentra­ len Schwesternstützpunkt“, sagt Rainer Schadow, Architekt der MHH-Abteilung Bauausführung und Raumkonzepte. Ganz neu ist ein Untersuchungszimmer auf der Station. Wurden die jungen Patienten nach ei­ ner Operation früher auf zwei Stationen

Behandlung in freundlichem Ambiente: Professor Ure und Professor Petersen mit dem kleinen Jannes und seiner Mutter Nadine K.

versorgt, werden jetzt alle – vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen – auf einer Station betreut. Das Gleiche gilt für Kinder, die interdisziplinär behandelt werden müs­ sen. Auch sie werden jetzt auf der Station 66 betreut. „Durch die Umstrukturierung können wir Arbeitsabläufe optimieren und Synergien nutzen“, erklärt Professor Dr. Claus Petersen, stellvertretender Direktor der Klinik für Kinderchirurgie. „Wir haben auf einer Station die gesamte Kompetenz gebündelt.“ Auf der Station 66 arbeitet jetzt ein großes Team aus 37 Pflegekräf­ ten, darunter auch Teilzeitkräfte, und elf Ärzten.

Modernes Behandlungskonzept Die Klinik für Kinderchirurgie ist eine der bedeutendsten Kliniken dieser Art in Nord­ deutschland. Hier werden jedes Jahr rund 2.000 Kinder stationär behandelt. Das Leis­ tungsangebot deckt das gesamte Spektrum der Kinderchirurgie ab. Dazu gehören Ope­ rationen an Organen wie Leber, Lunge und Darm oder am Urogenitaltrakt, Eingriffe bei Neugeborenen mit Organfehlbildungen sowie onkologische Operationen. Einen Schwerpunkt bilden komplizierte Operati­ onen, für die Patienten aus ganz Deutsch­ land, teilweise auch aus dem Ausland, nach Hannover kommen. Die durchschnittliche Verweildauer der Kinder auf der Station beträgt auch nach größeren Eingriffen nur fünf bis sechs Tage. Möglich ist das durch das sogenannte Fast-Track-Konzept der Kli­ nik. Dieses Verfahren wurde seit 2004 von Professor Ure und seinem Team erstmals umfassend entwickelt und wird seitdem routinemäßig angewendet. „Fast-Track bezeichnet ein Behandlungskonzept für Kinder, das mit möglichst wenig Belastung durch die Operation und mit optimierten Abläufen rund um die Operation einher­ geht“, erläutert Professor Ure. Dazu ge­ hören zum Beispiel vorzugsweise minimal­ invasive chirurgische Eingriffe, schonende Narkoseverfahren, spezielle Schmerzthera­ pien, die sofortige Mobilisierung und die psychologische Betreuung der Kinder und ihrer Eltern. „Die Sanierung und die interne Umstrukturierung tragen dazu bei, dieses Konzept weiterhin erfolgreich umzuset­ zen“, sagt Professor Ure.  tg


30 Behandeln und Pflegen

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Mehr Plätze für Patienten: Prof. Dr. Martina de Zwaan, Dr. Sophia Holthausen-Markou, Dr. Michael Stephan und Irmgard Kiegeland.

Neuer Schwerpunkt Essstörungen Die psychosomatische Tagesklinik hat ihr Angebot von 20 auf 40 Plätze verdoppelt

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ie Klinik für Psychosomatik und Psy­ chotherapie erweitert ihr Angebot bei psychosomatischen Behand­ lungsplätzen in der Tagesklinik von 20 auf 40 Plätze. Insbesondere der Schwerpunkt der Behandlung essgestörter Patientinnen und Patienten wird erweitert. Behandelt werden zum Beispiel Patienten mit Bulimia nervosa, Binge-Eating-Störung und be­ stimmten Formen der Adipositas, vor und nach Adipositaschirurgie. Dabei stehen verhaltenstherapeutische Maßnahmen im Vordergrund. „Die MHH ist in Niedersachsen der größte Anbieter tagesklinischer akut-psy­ chosomatischer Behandlung und in der Region Hannover die einzige Klinik mit diesem speziellen Angebot“, betont Pro­ fessorin Dr. Martina de Zwaan, Direktorin der Klinik für Psychosomatik und Psycho­ therapie. Ziel der Erweiterung ist es auch, die Wartezeit auf einen Therapieplatz für die Patienten deutlich zu verkürzen. Aus­ genommen sind nur Patienten mit deut­ lichem Untergewicht oder ausgeprägter Essstörungssymptomatik, für die zunächst eine stationäre Behandlung nötig ist.

„Verhaltenstherapeutische Ansätze sind bei Essstörungen am besten untersucht und zeigen die größte Effizienz“, erklärt Dr. Michael Stephan, Oberarzt der Klinik. „Die Therapieelemente setzen sich aus un­ terschiedlichen Angeboten zusammen, die von Ärzten, Psychologen, Pflegepersonen und Spezialtherapeuten durchgeführt wer­ den. So wird eine intensive Lernerfahrung ermöglicht, die bei rein ambulanter The­ rapie mit einem Kontakt pro Woche oder weniger nicht möglich ist.“ Die tagesklini­ sche Behandlung ist ebenso intensiv wie eine stationäre Behandlung, sie besteht in­ haltlich und zeitlich aus den gleichen The­ rapieelementen, die Patienten verbringen nur die Abende und die Wochenenden zu Hause in ihrer normalen Umgebung.

Im Alltag ausprobieren „Ein Vorteil ist unter anderem, dass Therapieschritte schnell im Alltag auspro­ biert sowie Erfolge und Misserfolge zeit­ nah besprochen werden können. Gerade bei Essstörungen, deren Symptome beson­ ders an auslösende Situationen im Alltag

gekoppelt sind, zeigt die tagesklinische Behandlung gute Erfolge“, sagt Oberärz­ tin Dr. Sophia Holthausen-Markou. Das Angebot zielt aber auch auf stationäre Patienten, die nach einer mehrwöchigen Behandlung testen können, ob sie seelisch und körperlich für den Alltag ausreichend belastbar sind. „Daher kann es im Sinne eines ,Step-down-Ansatzes´ und Teil eines abgestuften Behandlungsplans günstig sein, nach der stationären Behandlung eine tagesklinische anzuschließen, bevor der Patient entlassen wird“, erläutert Irmgard Kiegeland, stellvertretende Pflegeleitung in der Tagesklinik. Die 40 Plätze ermöglichen es weiterhin, die bestehenden Schwerpunkte der Tages­ klinik wie die Behandlung von Schmerz­ störungen oder die Arbeit mit Patienten mit psychischen Traumatisierungen weiter auszubauen. Außerdem wird es ein nieder­ schwelliges Angebot für organisch kranke Patienten mit psychischen Problemen ge­ ben, was insbesondere für die oft schwer­ kranken Patienten der anderen Kliniken der MHH eine wichtige Therapieergänzung darstellen kann. sc


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Kein Täter werden Präventionsprojekt Dunkelfeld zieht positive Zwischenbilanz: Kontaktaufnahmen haben sich verdoppelt

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Entwurf, Gestaltung und Realisierung by Helmrichs

or genau zwei Jahren, am 14. März 2012, eröffnete das Forschungsund Präventionsprojekt Dunkelfeld (PPD) seinen Standort am Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Sexualme­ dizin der MHH. Ziel des Projekts ist es, sexuelle Gewalt an Kindern sowie den Konsum von Missbrauchsdarstellungen, sogenannte Kinderpornografie bereits im Vorfeld zu verhindern. Es richtet sich an Personen, gegen die zum jetzigen Zeitpunkt kein Ermittlungs- oder Straf­ verfahren vorliegt, also Personen im so­ genannten Dunkelfeld. Damit kann ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung von sexuellem Kindesmissbrauch geleistet werden. Das Projekt wird vom Nieder­ sächsischen Sozialministerium finan­ ziert. Das Land Niedersachsen beabsich­ tigt, das Präventionsprojekt an der MHH als Folgeprojekt weiter zu fördern. „Das Interesse ist ungebrochen groß“, sagt der wissenschaftliche Leiter des Projekts, Professor Dr. Uwe Hart­ mann. „In den zwei Jahren Projektlauf­ zeit haben insgesamt 638 Personen Kontakt zum PPD Hannover aufgenom­ men. Damit verdoppelte sich die Anzahl der Kontaktaufnahmen gegenüber dem ersten Jahr. 331 Anfragen stammten aus der unmittelbaren Zielgruppe des Projekts. 152 Anfragen kamen von Per­

sonen mit aktuellem Ermittlungs- bzw. Strafverfahren und 155 von Ärzten, Be­ treuern oder anderen Personen. Bei 111 Patienten konnte bislang die umfangrei­ che klinische Diagnostik abgeschlossen

werden, und 68 wurde ein Therapiean­ gebot unterbreitet. Zurzeit laufen zwei Therapiegruppen mit wöchentlichen Sitzungen, eine weitere ist geplant. Die große Nachfrage zeigt, dass das Projekt die Zielgruppe seiner Präventionsarbeit auch wirklich erreicht.“

Die Therapie integriert verhaltens­ therapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die Möglichkeit einer medika­ mentösen Unterstützung besteht. Das Therapieangebot ist dabei anonym, kostenlos und unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Um das Präventionsprojekt im Flä­ chenland Niedersachsen bekannter zu machen, wurde eine Kooperation mit dem Landkreis Osnabrück vereinbart, der mit gezielten Werbemaßnahmen auf das Projekt und den Standort Hannover hin­ weist. Ein weiterer Modell-Landkreis ist in Lüneburg geplant. Darüber hinaus leisten die Mitarbeiter des Präventionsprojekts Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit in verschiedenen Institutionen. Aufgrund von empirischen Untersu­ chungen kann man davon ausgehen, dass es in Deutschland 250.000 Perso­ nen mit pädophilen Neigungen gibt, in Niedersachsen wird die Zahl der Betrof­ fenen auf 10.000 geschätzt. Die MHH ist Partner des Präventionsnetzwerks „Kein Täter werden“, dem darüber hinaus die Standorte Berlin, Kiel, Regensburg, Leip­ zig, Hamburg, Stralsund und Gießen an­ gehören. Weitere Informationen unter www.kein-taeter-werden.de, Informati­ onen über die Anlaufstelle in der MHH unter Telefon (0511) 532-8052. sc

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„Ich bin wie neu geboren“ 30 Jahre CochleaImplantation in der MHH: Jutta Müller-Schwarz, Patientin Nummer 100, erinnert sich

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eit Menschengedenken war Taubheit ein unabänderliches Schicksal. Aber eines, das seit der Antike die Neugier der Forscher weckte. Und doch dauerte es bis in die siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, in denen die Hörforschung ernsthafte Fortschritte machte, um de­ fekte Haarzellen im Innenohr technisch zu überbrücken und eine Hörprothese zu entwickeln – das Cochlea-Implantat, kurz CI genannt. Auch für Jutta Müller-Schwarz aus Hannover war Taubheit für mehr als 20 Jahre endgültig. Doch dann erfuhr die mittlerweile 83-Jährige von dieser neuen Technik, die das Hörvermögen wiederher­ stellt und an der MHH angeboten wird. 1987 entschied sie sich zur Implantation und damit zu einem Weg aus der Stille.   Sie sind Patientin aus den Anfangsjahren des CI-Programms hier an der MHH, das 1983 mit der ersten Implantation begonnen hat. Ja, ich war die 100. CI-Patientin. Und ich kann mich erinnern, dass zeit­ gleich mit mir das erste Kind hier an der MHH mit einem CI versorgt wurde. Sie waren zu diesem Zeitpunkt schon mehr als 20 Jahre lang taub. Was war das für ein Gefühl, wieder hören zu können? Besonders gut erinnere ich mich an den Gesang einer Amsel im Garten der MHH, der mich zu Tränen rührte. Andere Geräusche konnte ich zunächst nicht zu­ ordnen, weil ich das Hören erst wieder lernen musste. Ich konnte das Bellen ei­ nes Hundes nicht unterscheiden vom Glo­ ckengeläut einer Kirche. Ich hatte einfach vergessen, wie sich die Welt anhört, und brauchte immer das Bild zu dem Geräusch, musste also den Hund oder die Kirche se­ hen, um das Geräusch auch richtig zuord­ nen zu können. Und wie hat sich das Hören angefühlt? Es war wie ein Auftauchen aus einer Welt ohne Antworten und Klänge, ohne Stimmen, einer Welt mit sehr einge­ schränkter Teilnahme für mich. Ich bin wie neu geboren und kann – wie Sie sehen –

Hightech im Ohr Das CI erfüllt den Traum vom Ersatz mich ganz normal unterhalten, einkaufen etc. Gelegentlich überlege ich sogar, ob ich mich nicht doch noch auf der zweiten Seite implantieren lasse. Sie sind sehr aktiv, spielen unter anderem bis heute Tennis, laufen Ski ... ... bis vor Kurzem ... ... Sie engagieren sich auch in der Selbsthilfe und haben am 1. September 1979 die erste Selbsthilfegruppe für Hörgeschädigte in Deutschland an der VHS in Hannover gegründet. Ja, diese Gruppe trifft sich  heute noch dort. Wir treffen uns außerdem regelmäßig zum CI-Hörtraining und Erfahrungsaus­ tausch. Das sind für mich auch nach fast 30 Jahren als CI-Trägerin immer noch  Ter­ mine, die meinen Alltag strukturieren. db

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ie häufigste Ursache für hochgra­ dige Hörminderung bis hin zu Ge­ hörlosigkeit sind defekte Haarzellen in der Cochlea, der Hörschnecke. Da sich diese empfindlichen Sinneszellen nicht selbst reparieren oder gar nachwachsen können, ist eine Gehörlosigkeit unheil­ bar. Aber: Sie ist technisch zu über­ winden – dank des Cochlea-Implantats (CI). Denn das System übernimmt die Funktion der ausgefallenen Hörsinnes­ zellen und wandelt Schall in elektrische Impulse um, die der Hörnerv an das Ge­ hirn zur Entschlüsselung und Interpreta­ tion leitet. So können Geräusche, Musik und Sprache (wieder) wahrgenommen werden. „Mit dem CI ist erstmals der Traum vom Ersatz eines menschlichen Sinnes­


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30 Jahre Cochlea-Implantation an der MHH – mit Tag der offenen Tür im DHZ

Im Gespräch: Professor Dr. Thomas Lenarz und Jutta Müller-Schwarz.

Es war Leidenschaft und die feste Über­ zeugung, Betroffenen nachhaltig helfen und ihr Leben ungemein verbessern zu können: So begann 1984 als Pionierleis­ tung des damaligen HNO-Klinikdirektors Professor Dr. Ernst Lehnhardt die Erfolgs­ geschichte des Cochlea-Implantats an der Medizinischen Hochschule Hannover. Seit 1993 wird das Implantat-Programm unter der Ägide von Professor Dr. Tho­ mas Lenarz konsequent zum mittlerweile weltweit größten CI-Zentrum ausgebaut. Dieses Jahr steht daher für die HNOKlinik und das Deutsche HörZentrum Hannover der MHH ganz im Zeichen der Hörsystemversorgung, denn die Klinik feiert 30 Jahre Cochlea-Implantation an der HNO-Klinik der MHH. „Für uns und unsere Patienten ist dieses Jubiläum he­ rausragend und soll daher entsprechend gewürdigt werden“, sagt Professor Len­ arz Auftakt ist am Mittwoch, 14. Mai 2014, dem Tag des Hörens, mit einem Festakt und anschließendem Tag der of­ fenen Tür. Dazu werden ab 12 Uhr Ver­ treter aus der Politik, der Partner aus der Industrie, der Selbsthilfe und der Kran­ kenkassen sowie natürlich die Patienten aus den Anfangsjahren willkommen ge­ heißen. Alle Interessierten sind ebenfalls

eingeladen, den Geburtstag offiziell zu begehen. Anschließend bietet die HNO-Klinik ein buntes Programm für alle: kosten­ lose Hörtests, medizinische Kurzinfor­ mationen, Teilnahme an Hörtrainings und technischen Anpassungen sowie Einblicke in Forschung und Labor. Dazu präsentieren sich Selbsthilfeverbände und die Hersteller von Hörsystemen. Außerdem halten Experten Vorträge zu vielen Themen rund um Hören und Schwerhörigkeit. Bei den zahlreichen Aktionen des DHZ-Teams können junge Besucher zudem ihre Sinne schärfen, basteln, puzzeln oder Detektiv Langohr auf seinen Abenteuern begleiten. Und am DHZ-Buffet bietet der HNO-Förder­ verein Süßes wie Herzhaftes. Außerdem ist die Ausstellung „Ohrenheilkunde in drei Jahrhunderten“ zu sehen, die Pro­ fessor Dr. Hans-Peter Zenner von der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Tü­ bingen freundlicherweise zur Verfügung stellen wird. Also schon einmal vormerken: Mittwoch, 14. Mai 2014 von 12 bis 18 Uhr im Deutschen HörZentrum Hannover, Karl-Wiechert-Allee 3, 30625 Hannover.  db

eines menschlichen Sinnes organs Wirklichkeit geworden und hat Einzug in die klinische Routine gehalten“, sagt Professor Dr. Thomas Lenarz, Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheil­ kunde, dem weltweit größten Referenz­ zentrum für Cochlea-Implantationen mit jährlich mehr als 500 neuen Patienten. An der MHH erhielt vor 30 Jahren der erste Patient ein CI. Inzwischen sind es weit mehr als 7.000 Menschen. Bundesweit kommen mehr als eine Mil­ lion Betroffene aufgrund ihrer ausgepräg­ ten Hörminderung für ein CI infrage, denn dieses System eignet sich für Erwachsene, die trotz Hörgerät kein gutes Sprachver­ stehen mehr haben, und für Kinder mit einem Hörverlust, der kein Sprachverste­ hen ermöglicht. Bei gehörlosen Neuge­ borenen ist es besonders wichtig, dass

die Versorgung in den ersten Lebensmona­ ten geschieht, damit das kurze Zeitfenster der sogenannten Hör­ bahnreifung genutzt werden kann. Dann haben diese Kinder die Chance, ganz normal hören und damit auch sprechen zu lernen und in der Folge die Regelschule zu besu­ chen und zu studieren. Das CI besteht aus zwei Teilen: einer Elektrode in der Gehörschnecke sowie ei­ nem Sprachprozessor, der hinter dem Ohr getragen wird und über eine Spule, die mithilfe eines Magneten am Kopf befes­ tigt wird, die Informationen zum Implantat überträgt. In einer zwei- bis dreistündigen

Operation setzen die Ärzte die Elektrode in die Hörschnecke ein. Anschließend über­ prüfen sie noch im OP die Funktion und die Lage der Elektrode in der Schnecke. An der MHH ist diese Implantation trotz aller Komplexität mittlerweile ein Standardver­ fahren und wird mit so viel Kenntnis aus­ geführt, dass die Strukturen der Hörschne­ cke geschützt werden und somit sogar das Restgehör erhalten bleibt. db


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Oft zu spät erkannt Spezialambulanz und Forschungslabor: Ein Jahr „Zentrum für Pulmonale Hypertonie im Kindesalter“. Die Stiftung KinderHerz unterstützt den Aufbau

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ulmonale Hypertonie (Lungenhoch­ druck) im Kindesalter ist eine seltene und schwere Erkrankung, deren Di­ agnostik und Therapie individuell abge­ stimmte, hoch spezialisierte Untersuchun­ gen und Behandlungsformen erfordern. In Deutschland gibt es eine Versorgungslücke im Bereich der pulmonalen Hypertonie, vor allem für Kinder. An der MHH gibt es seit nunmehr einem Jahr das „Zentrum für Pulmonale Hypertonie im Kindesalter“ – in dieser Form einzigartig in Deutschland. „Wir verfügen neben unserer PH-Spezi­ alambulanz und dem neuen Herzkatheter­ labor auch über ein direkt angeschlosse­ nes translationales Forschungslabor“, sagt Professor Dr. Georg Hansmann, Leiter des Zentrums und Oberarzt in der Klinik für Pä­ diatrische Kardiologie und Intensivmedizin. Um die optimale klinische Versorgung, Forschung und Vernetzung voranzutrei­ ben, gründete er zusammen mit einem Kollegen aus Gießen die Arbeitsgemein­ schaft Pulmonale Hypertonie im Kindes­ alter, in der Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammenar­ beiten. In seinem ersten Jahr an der MHH konnte Professor Hansmann, der zuvor achteinhalb Jahre in den USA gearbeitet hatte (San Francisco, Stanford, Harvard), finanzielle Unterstützung einwerben. Die Stiftung KinderHerz fördert das Projekt für drei Jahre. „Mit Unterstützung unserer Organisation wurde die natio­ nenübergreifende Arbeitsgemeinschaft Pulmonale Hypertonie im Kindesalter ge­ gründet, denn unser Ziel ist es, die Ver­ sorgungsstrukturen für herzkranke Kin­ der weiter zu optimieren. Dabei sollen die Fördermittel so effizient wie möglich eingesetzt werden. Die Förderung dieses Zentrums an der MHH ist eine wichtige Weiterentwicklung“, betont Sylvia Paul, Vorstand der Stiftung. Auch die Deutsche Forschungsgemein­ schaft fördert den Aufbau des Zentrums und die Durchführung innovativer For­ schungsprojekte. Zudem unterstützen Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, und die MHH die Grün­ dung. Die pulmonalarterielle Hypertonie ist mit zwei bis 15 Fällen pro Million Kinder sehr selten, allerdings wird die Erkrankung oft nicht oder nur sehr spät erkannt. Die

Ursachen für eine Pulmonale Hypertonie können vielschichtig sein und sind erst in Ansätzen erforscht. „Neugeborene können daran leiden – bei ihnen kann die Krankheit aber mit Verbesserung der Lungenbelüftung wieder verschwinden“, erläutert Professor Hansmann. Auch ein angeborener Herzfehler kommt als Ur­ sache infrage. Dabei sind oft die beiden Herzkammern über ein Loch miteinander verbunden. „Verschließen wir frühzeitig dieses Loch, haben wir in den meisten Fäl­ len auch den Lungenhochdruck beseitigt.“ Besondere Probleme bereiten die Fälle, in denen die kleinsten Lungengefäße über mehrere Monate einem erhöhten Druck und Scherkräften ausgesetzt sind. „Die Gefäße verändern sich, werden immer en­

haupt noch Blut in den Lungenkreislauf zu bekommen“, sagt Professor Hansmann, „denn die Gefäßverengungen machen den Transport fast unmöglich.“ Mit Herz­ katheteruntersuchungen und weiterer Bildgebung kann das Fortschreiten der Er­ krankung erkannt werden.

Biomarker gesucht Die Behandlung der Erkrankung ist schwierig. „Bislang gibt es nur eine einzige randomisierte Studie von Kindern mit PH“, sagt Professor Hansmann. Als letzte The­ rapieoption bleibt die Lungentransplanta­ tion. Begrenzte Behandlungserfolge gibt es mit dem Wirkstoff Prostacyclin, allerdings nur, wenn er dauerhaft in eine Vene ge­

Führung im Labor: Die Professoren Karl Welte, Philipp Beerbaum, Georg Hansmann und Denise Hifiker-Kleiner.

ger, bilden tumorartige Knoten“, erklärt er, „es kommt zur fortschreitenden pulmona­ len Gefäßerkrankung mit Beeinträchtigung vor allem der rechten, aber auch der lin­ ken Herzkammer. Der Lungenhochdruck wird oft zu spät diagnostiziert, etwa, weil er mit Asthma verwechselt wird“, ergänzt der Arzt. Die Symptome sind im Anfangs­ stadium allerdings auch sehr unspezifisch: Atemnot bei Belastung, rasche Ermüdung, körperlicher Leistungsabfall, später auch Schwindelgefühle. In späteren Stadien der Erkrankung kann es zu einer plötzlichen Bewusstlosigkeit (Synkope) kommen. Um die Diagnose zu sichern, führen die Ärzte Ultraschalluntersuchungen des Her­ zens durch. Die rechte Herzkammer ist bei Patienten mit Lungenhochdruck krankhaft vergrößert und verdickt. „Das rechte Herz muss immer stärker pumpen, um über­

geben wird. Drei weitere Wirkstoffgrup­ pen sind derzeit im Einsatz. „Die derzeit zugelassenen Medikamente können den Krankheitsprozess meist nur verlangsa­ men“, betont Professor Hansmann. „Wir wollen aber hin zu einer maßgeschneider­ ten Therapie, individuell angepasst auf den Patienten.“ Sein Forschungslabor ist auf der Suche nach Biomarkern, um ein Profil für jeden einzelnen Patienten zu erstellen „Die Ursachen, die zu Pulmonaler Hyper­ tonie führen, sind extrem vielfältig. Dem müssen wir durch neue, innovative Thera­ pien in Zukunft Rechung tragen.“ Dabei wird auch nach einem neuen Medikament gesucht, das zum einen den Umbau in den Lungengefäßen, also die Verengung, stoppt oder sogar rückbildet. Zum anderen sollten neue Wirkstoffe die Funktion der rechten Herzkammer verbessern. stz


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Drittmittel für Forschungsprojekte Die AXIS-Forschungsstiftung, Hamburg, bewilligte … n Dr. med. Mohamed Omar, Klinik für Unfallchirurgie, 5.000 Euro für das Forschungsvorhaben „Identifizierung von Biomarkern für die Diagnostik von periimplantären Infektionen“. Außerdem bewilligte die Hochschulinterne Leistungsförderung (HiLF) der MHH 7.100 Euro für dieses Projekt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn, bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Omid Majdani und Dipl.-Ing. Thomas Rau, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, 496.620 Euro im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Institut für Mechatronische Systeme der Leibniz Universität Hannover und industriellen Partnern zum Thema „Präklinische Realisierung einer ganzheitlich minimal-invasiven CochleaImplantat-Versorgung durch patientenspezifische Bohrschablonen“. Gefördert wird dieses Gemeinschaftsprojekt mit insgesamt 1,49 Millionen Euro. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin, bewilligte … n Professor Dr. med. Dr.-Ing. Michael Marschollek und Dr.-Ing. Klaus-Hendrik Wolf, Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik der TU Braunschweig und der MHH (PLRI), für den Standort Hannover 338.496 Euro für drei Jahre. Unterstützt werden damit Forschungsarbeiten zu assistierenden Gesundheitstechnologien im Projekt „Building Automation durch ein Skalierbares und Intelligentes System (BASIS)“. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Bonn, bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Volker Endeward, Institut für Molekular- und Zellphysiologie, 409.600 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Forschungsvorhaben „Mechanismen und physiologische Rolle des Transfers biologisch relevanter Gas an Zellmembranen“. n Professor Dr. rer. nat. Andreas Kispert, Institut für Molekularbiologie, 422.924 Euro für drei Jahre. Unterstützt wird das Projekt „Die Funktion der T-Box Transkriptionsfaktoren Tbx2 und Tbx3 in der Entwicklung und Aufrechterhaltung des oberen Harntrakts in der Maus“.

n Professor Dr. med. Lars Knudsen, MD, Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie, 272.876 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Surfactant dysfunction, alveolar collapsibility and its role in the progression to pulmonary fibrosis in animal models of lung injury and fibrosis“. n Professorin Dr. rer. nat. Theresia Kraft und Professor Dr. med. Bernhard Brenner, Institut für Molekular- und Zellphysiologie, gemeinsam mit Dr. rer. nat. Robert Zweigerdt und Professor Dr. rer. nat. Ulrich Martin, Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, 429.360 Euro für drei Jahre. Gefördert wir das Projekt „Kardiomyozyten aus humanen induzierten pluripotenten Stammzellen als in vitro Modell der Familiären Hypertrophen Kardiomyopathie“. n Privatdozent Dr. med. Omid Majdani, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, in Kooperation mit dem Institut für Mechatronische Systeme der Leibniz Universität Hannover, 247.719 Euro für die zweite Phase des Projekts „Situsnahes mechatronisches Assistenzsystem für hochgenaue Eingriffe am Schädel“ und 152.250 Euro für drei Jahre im Rahmen des Projekts „Intraoperative Registrierung durch Endoskopie der Knochenbälkchen“. n Privatdozent Dr. med. Omid Majdani und Dipl.-Ing. Thomas Rau, Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, 328.326 Euro für ein dreijähriges Kooperationsprojekt mit der Technischen Universität Ilmenau zum Thema „Aktiv-verformbare, hydraulisch-aktuierte, nachgiebige Mechanismen für schonende Implantate und Instrumentarien“. n Privatdozentin Dr. med. Almut MeyerBahlburg, Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, insgesamt 434.550 Euro für drei Jahre. Damit unterstützt wird das Projekt „Charakterisierung humaner B-Zellen Subpopulationen im peripheren Blut“. n Dr. rer. nat. Birgit Weinhold und Dr. rer. nat. Anja Münster-Kühnel, Institut für Zelluläre Chemie, 206.300 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Forschungsvorhaben „Studien zur Bedeutung des negativ geladenen Zuckers Sialinsäure in der Embryonalentwicklung und für die Nierenfunktion“.

Die Deutsche Gesellschaft für Mukosale Immunologie und Mikrobiom e.V., Stuttgart, bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Christian Könecke, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation und Institut für Immunologie, 10.000 Euro für das Projekt „Therapeutic immunization against commensal microbiota to attenuate GVHD in mice and humans“. Die Deutsche Krebshilfe, Bonn, bewilligte … n Professorin Dr. med. vet. Teruko Tamura-Niemann und Dr. rer. nat. Alexandra Koch, Institut für Physiologische Chemie, 170.622 Euro für drei Jahre. Unterstützt wird das Projekt „Charakterisierung eines neuen Zielmoleküls zur Krebstherapie: „THOC5 – ein Mitglied des mRNAExportkomplexes“. Die Deutsche Stiftung für Herzforschung, Frankfurt am Main, bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Tibor Kempf, Klinik für Kardiologie und Angiologie, 59.800 Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Eisenmangel im Kardiomyozyten: Einfluss auf Funktion, Remodeling und Energiestoffwechsel bei Herzinsuffizienz“. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK), Hannover, bewilligte … n Professor Dr. rer. nat. Andreas Kispert, Institut für Molekularbiologie, zusammen mit einem Wissenschaftler des Israel Institute of Technology (Technion), Haifa, Israel, im Rahmen eines niedersächsischisraelischen Gemeinschaftsvorhabens 225.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Kooperationsprojekt „Mobilization and differentiation of the coelomic epithelium in the development of the lung and the haematopoeitic system“.

Kontakt: Ursula Lappe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de


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Projekt „TRANSNephro“ startet Bestmögliche Versorgung für nierentransplantierte Jugendliche: Stiftung fördert Projekt mit 250.000 Euro

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ie Herausforderungen für chronisch kranke Jugendliche an der Schwelle zum Erwachsenwerden sind groß: Sie müssen lernen, eigenverantwortlich mit der Krankheit und den Medikamenten umzugehen. So geht es auch Nierentransplantierten. Bis zu 30 Prozent der Jugendlichen verlieren ihre transplantierten Nieren wieder, wenn sie zwischen 16 und 21 Jahre alt sind. Um die Patienten darin zu unterstützen, den Übergang gut und eigenständig zu bewältigen, führen MHH-Wissenschaftler in Zusammenarbeit mit allen Nierenzentren für Kinder- und Jugendliche in Deutschland, kooperierenden Erwachsenennephrologen und Dr. Silvia Müther vom Berliner Transitionsprogramm das dreijährige Projekt TRANSNephro durch. Dafür erhalten sie von der Stiftung Präventivmedizin des Kuratoriums für Dialyse und Nierentransplantation 250.000 Euro. Projektleiter ist Professor Dr. Lars Pape, stellvertretender Direktor der Klinik für Pädiatrische Nieren-, Leber- und Stoffwechselerkrankungen. Er führt das Projekt unter anderem mit Professorin Dr. Marie-Luise Dierks, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, und Dr. Urs-Vito Albrecht vom Peter L. Reichertz Institut für Medizinische Informatik durch. Den geplanten Übergang von der medizinischen Betreuung eines chronisch kranken Kindes hin zur Erwachsenenversorgung bezeichnet man als Transition. Ziel ist, bei transplantierten Kindern das Organ zu erhalten, die Gesundheitskompetenz und Selbstbestimmung zu unterstützen sowie die Entscheidungs- und Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. „Transition

ist in Deutschland bisher in keinem Fachbereich einheitlich strukturiert. Mit TRANSNephro wollen wir das als Pilotprojekt für nierenkranke Jugendliche ändern. Wir wollen das bestmögliche Transitionsmodell für die deutsche Nephrologie finden“, sagt Professor Pape. Im Projekt TRANSNephro analysieren die Forscher die aktuelle Versorgungssituation in Deutschland und ein neues Modell zur

ist um weitere Elemente ergänzt, etwa um eine App für Smartphones. Über diese App können Termine vereinbart und klinische Daten ausgetauscht werden. „Mit der App können wir die Heranwachsenden über vertraute Medien ansprechen. So wollen wir ihnen ermöglichen, ihre Erkrankung auch in der Pubertät managen zu können. Ziel ist dabei, dass sie ihrer Therapie treu bleiben“, sagt Dr. Albrecht.

Professor Dr. Lars Pape, Professorin Dr. Marie-Luise Dierks und Dr. Urs-Vito Albrecht (von links) zeigen einer Jugendlichen, wie sie über Smartphones mit Patienten kommunizieren möchten.

strukturierten Transition. Dazu befragen sie 100 Nierentransplantierte in 16 kinder­ nephrologischen Zentren. Die Hälfte der Jugendlichen wird mit einem neuen Konzept im Übergang zur Erwachsenenmedizin begleitet. Dieses basiert auf dem „Berliner TransitionsProgramm“, das auch intensive Kommunikation zwischen Kinderärzten und Erwachsenenmedizinern forciert, und

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Es gibt für Nierenkranke bereits Elemente zur Verbesserung der Transition – zum Beispiel Schulungsprogramme. Auch für andere chronische Erkrankungen existieren Projekte zur Transition, beispielsweise für Diabetes, Rheuma und Epilepsie. „Die Projekte zeigen positive Ergebnisse, sind jedoch örtlich beziehungsweise zeitlich begrenzt“, erläutert Professor Pape.  bb

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Führen Studie zur Verbesserung der Therapie von Herzinsuffizienz durch: PD Dr. Udo Bavendiek, Professor Dr. Johann Bauersachs und Professor Dr. Armin Koch (von links).

Verlängert Digitoxin das Leben von Herzschwachen? BMBF fördert Studie zur Verbesserung der Therapie von Herzinsuffizienz mit 3,2 Millionen Euro

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HH-Wissenschaftler planen eine Studie zur Therapie der Herzschwäche, welche das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 3,2 Millionen Euro fördert. Die Forscher werden untersuchen, ob der Wirkstoff Digitoxin, der die Kontraktionskraft des Herzens erhöht, das Leben von Patienten mit einer bestimmten Form der Herzschwäche verlängern und ihre Krankenhausaufenthalte verringern kann. Digitoxin gehört zur Gruppe der DigitalisPräparate, die – ursprünglich aus dem Fingerhut gewonnen – bei ausgewählten Patienten zur Behandlung der Herzschwäche oder von Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden können. Privatdozent Dr. Udo Bavendiek und Professor Dr. Johann Bauersachs, MHHKlinik für Kardiologie und Angiologie, leiten die „DIGIT-HF-Studie“, an der sich 40 Zentren mit insgesamt rund 2.200 Patienten beteiligen. Die Studie wird fünf Jahre dauern. Hauptstudienzentrum ist

die MHH, und federführend ist außer den Kardiologen auch Professor Dr. Armin Koch, Direktor des MHH-Instituts für Biometrie. Die Studienorganisation wird über das Hannover Clinical Trial Center (HCTC) abgewickelt. Diese Studie ist eine der finanziell umfangreichsten, die das BMBF im Rahmen des Programms Klinische Studien bisher gefördert hat. Die Studienteilnehmer leiden unter fortgeschrittener chronischer Herzschwäche mit verminderter Pumpleistung der linken Herzkammer, der sogenannten systolischen Herzinsuffizienz. In Deutschland sind davon bis zu zwei Millionen Menschen betroffen, es ist eine der häufigsten Ursachen für Tod und Krankenhausaufnahmen. Bei dieser Herzschwäche kann das Herz nur noch vermindert pumpen, was einen hohen Leidensdruck zur Folge hat: Die körperliche Leistungsfähigkeit der Patienten ist stark eingeschränkt, sie sind schnell erschöpft, haben Rhythmusstörungen, Luftnot oder sind sogar unbeweglich.  bb


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Oberarzt Dr. Florian Länger und Professor Dr. Ulrich Lehmann (von links).

Krebserkrankungen individueller behandeln MHH-Wissenschaftler und zwei Firmen erhalten 1,4 Millionen Euro, um ein neues Computerprogramm zur Genanalyse zu entwickeln. Es soll bei der Krebsdiagnose und -therapie helfen

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orscher des MHH-Instituts für Pathologie und die Teams von Firmen aus Wolfenbüttel (Biobase) und Leuven in Belgien (Cartagenia) entwickeln gemeinsam ein Computerprogramm zur Auswertung von Genanalysen. Es soll ermöglichen, Krebserkrankungen individueller behandeln zu können. Die MHH-Arbeitsgruppe um Professor Dr. Ulrich Lehmann

und Dr. Florian Länger sowie die beiden Firmen erhalten für ihr dreijähriges Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) insgesamt fast 1,4 Millionen Euro. Sie widmen sich zunächst dem Lungenkrebs; die neue Infrastruktur wird jedoch beispielsweise auch auf Haut- oder Darmkrebs übertragbar sein. Für eine möglichst schonende und auch ökonomisch sinnvolle Therapie bei Krebs wird es immer wichtiger, Gene zu analysieren, da Krebspatienten aufgrund einer genetischen Veränderung auf bestimmte Medikamente besonders gut ansprechen können oder aber resistent sind. Zur Gen­ analyse nutzen Wissenschaftler sogenannte Sequenzierverfahren, mit denen sie die Basenabfolge der Gene entschlüsseln. Besonders schnell und umfangreich

sind sogenannte Hochdurchsatz-Sequenzierer der nächsten Generation: Sie können pro Durchlauf Millionen Fragmente des Erbgutes untersuchen. Dabei werden immer wieder neue genetische Veränderungen gefunden. „Diese Ergebnisse der neuen und schnellen Sequenzierverfahren sind so umfangreich, dass zur Analyse der Ergebnisse neue Computerprogramme entwickelt werden müssen, die Gen- und Literaturdatenbanken vollautomatisch durchsuchen und die Ergebnisse bewerten. Das wollen wir mit unserem Projekt erreichen“, erläutert Professor Lehmann. Die neue Software werde helfen, die ständig wachsende Liste an zu untersuchenden Genen zu bewältigen und Therapien gezielter auszuwählen.  bb


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Perfekte Gastgeber Die Alexander-vonHumboldt-Stipendiatin Dr. Lopez-Rodriguez forscht am Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie

D Erforschen Leukämie: Dr. Stephan Emmrich und Dr. Jan-Henning Klusmann (von links).

Große Bedeutung der kleinen Gene und Säuren Neue Erkenntnisse zur Entstehung und Therapie von Leukämie

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issenschaftler der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie konnten neue Erkenntnisse zur Therapie von Leukämie gewinnen. Sie veröffentlichten dazu zwei Arbeiten in der Fachzeitschrift „Leukemia“. In der ersten Arbeit konnten sie für Kinder, die das DownSyndrom haben und an Leukämie erkrankt sind, eine neue Therapieoption entwickeln und im Reagenzglas testen. Sie wollen nun untersuchen, ob sich mithilfe dieser Erkenntnisse die Überlebenschancen für diese Kinder steigern lassen. In Deutschland leben etwa 50.000 Kinder mit Down-Syndrom. Sie haben im Vergleich zu Gesunden ein 20-fach erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken. Die Forscher haben festgestellt, dass ein Teil der Kinder mit Down-Syndrom und Leukämie vermehrt Eosinophile im Blut aufweist – weiße Blutzellen, die normalerweise nur bei Allergien oder Parasitenbefall gehäuft vorkommen. Dr. Aliaksandra Maroz, die auf Grundlage dieser Arbeiten ihre Doktorarbeit geschrieben hat, konnte nachweisen, dass bei Kindern mit Down-Syndrom-Leukämie die Eosinophilen aus den eigentlichen Leukämiezellen hervorgehen. Sie trugen die gleiche Gen-Mutation wie die Leukämiezellen. „Wir untersuchten das mutierte Gen genauer und konnten eine neue Erklärung finden, wie das Gen zur Leukämieentstehung beiträgt. Zudem entdeckten wir eine bisher unbekannte Rolle des Gens bei der Bildung von Eosinophi-

len“, sagt Dr. Jan-Henning Klusmann, in dessen Gruppe die Forschungen durchgeführt worden sind. Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Erasmus Medical Center, Rotterdam, konnte das Team um Dr. Klusmann in der zweiten Arbeit die Bedeutung bestimmter kurzer Ribonukleinsäureketten (microRNA) bei der Leukämieentstehung klären. Sie führten dazu das bisher größte microRNA-Screening bei Kindern mit einem bestimmten Blutkrebs durch, der sogenannten akuten myeloischen Leukämie. „Bei Leukämie kommt es zur bösartigen Vermehrung von unreifen Blutzellen. Sie verdrängen die normalen Blutzellen, so dass diese ihre wichtigen Funktionen nicht mehr ausführen können. In dem Screening konnten wir eine microRNA identifizieren (miR-9), die bei einer bestimmten Gruppe der Leukämien das bösartige Wachstum der unreifen Zellen unterdrückt“, erläutert Dr. Klusmann. Dr. Stephan Emmrich promovierte anhand dieser Arbeit und konnte auch den Mechanismus aufklären: miR-9 bringt die unreifen Leukämiezellen zur Ausreifung, wodurch sich diese nicht mehr vermehren können. Zurzeit erproben Wissenschaftler bei verschiedenen Erkrankungen unterschiedliche Therapien, die auf microRNAs basieren. „Vielleicht können in Zukunft auch Leukämien mit Therapien behandelt werden, die auf Veränderungen der microRNA beruhen“, sagt Dr. Klusmann.  bb

ie MHH passt perfekt. Deshalb hat sich Dr. Elena Lopez-Rodriguez entschieden, hier zu forschen – mit ihrem 82.800 Euro umfassenden Postdoktoranden-Stipendium von der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Spanierin von der Universidad Complutense in Madrid widmet sich der idiopathischen Lungenfibrose – einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung unbekannter Ursache, bei der das Lungengewebe vernarbt und die Patienten zunehmend unter Atemnot leiden. Am MHH-Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie untersucht die 29-Jährige nun, welche Bedeutung der Wachstumsfaktor TGF-ß bei dieser Krankheit hat – genauer gesagt bei der dabei vorliegenden Störung des Surfactants, der Substanz, die für die Stabilität der Lungenbläschen und somit eine Dr. Elena normale Atmung Lopez-Rodriguez notwendig ist. „Ich habe mich für die MHH entschieden, weil hier europaweit die meisten Lungen transplantiert werden und es möglich ist, Seite an Seite mit Klinikern zu arbeiten, die viele Erfahrungen mit den Krankheiten haben. Zudem verfügt das Team von Professor Dr. Matthias Ochs über umfangreiche Möglichkeiten der Bildgebung. So können wir erkennen, was bei Lungenkrankheiten passiert“, erläutert sie. Sie möchte einen Surfactant-Ersatz als mögliche Therapie im Tiermodell der Fibrose evaluieren. Dr. Lopez-Rodriguez fühlt sich sehr gut an der MHH: Ihre Kolleginnen und Kollegen hätten es ihr sehr leicht gemacht, sich schnell wohlfühlen zu können – und Hannover habe sie netterweise mit einem sehr milden Winter willkommen geheißen.  bb


40 Forschen und Wissen

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Gefährlicher Kabinenluft auf der Spur Über den Wolken: Ein Forscherteam des Instituts für Arbeitsmedizin entwickelt einen Messkoffer für Schadstoffe in der Raumluft von Flugzeugen

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irbus fast über Köln abgestürzt“ oder „Giftalarm im Flugzeug“ lauten die Titel aktueller Medienberichte. Ihnen zufolge sollen Giftstoffe in der Luft von Flugzeugkabinen Auslöser für gesundheitliche Beeinträchtigungen sowohl bei der Crew als auch bei den Passagieren sein. Die Rede ist unter anderem von Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Konzentrationsstörungen und neurologischen Ausfällen. Die auftretenden Symptome werden allgemein auch unter dem Begriff „Aerotoxisches Syndrom“ zusammengefasst, es handelt sich hierbei jedoch nicht um ein anerkanntes medizinisches Krankheitsbild. In den Medienberichten wird angenommen, dass die Giftstoffe über die sogenannte Zapfluft aus den Turbinen der Jets in die Passagierkabine und ins Cockpit gelangen. In diesen Zusammenhang werden auch „smell events“, also im Flugzeug wahrgenommene Gerüche, gestellt. Um der Sache auf den Grund zu gehen, hat die Lufthansa gemeinsam mit dem Institut für Arbeitsmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover einen Messkoffer entwickelt, der Schadstoffe im Flugzeugcockpit ausfindig machen soll. Im Mittelpunkt der Ursachenforschung stehen organische Phosphate, wie zum Beispiel das Trikresylphosphat (TKP). Im Öl der Triebwerke von Flugzeugen wird TKP gerade wegen seiner die Laufleistung fördernden und Kerosin sparenden Eigen-

schaften sehr geschätzt. Vermutet wird, dass aufgrund technischer Störungen, aber auch durch kontinuierlichen Eintrag, TKP über die Zapfluft in die Druckkabine des Flugzeugs gelangt. Aber auch andere Emissionsquellen, wie Einrichtungsgegenstände in Flugzeugen, sind nicht auszuschließen.

In der MHH entwickelt Den Messkoffer, der unter anderem organische Phosphate ausfindig machen soll, entwickelte ein Team unter der Führung von Wolfgang Rosenberger, Leiter des Analytisch-toxikologischen Labors am Institut für Arbeitsmedizin. Mit dem Messverfahren können neben flüchtigen organischen Verbindungen auch Luftdruck, Temperatur, relative Luftfeuchte, Partikel, Kohlendioxid- und Kohlenmonoxidkonzentrationen ermittelt werden. Das kann teilweise auch per Online-Messung geschehen. Die Messungen werden in verschiedenen Phasen des Fluges durchgeführt – gerade auch dann, wenn von Crew-Mitgliedern Geruchsereignisse gemeldet werden. Bei der Entwicklung des Messkoffers gab es einige Herausforderungen. So musste nicht nur die geeignete Anordnung der messtechnischen Instrumente und Probenahmeköpfe gefunden werden. Auch sicherheitstechnische Probleme galt es zu lösen. „Insbesondere in der Startphase wirken enorme Kräfte auf den Koffer ein.

Wolfgang Rosenberger bereitet eine leistungsfähige Pumpe auf ihren Einsatz vor.

Außerdem mussten wir dafür sorgen, dass die Bordelektronik durch die Probenahmesysteme nicht gestört wird“, erläutert Wolfgang Rosenberger. Durch Tests in speziellen Labors wurden die Standfestigkeit und die Konstruktion des Koffers auf die Probe gestellt. Ein unabhängiges Institut prüfte das Verfahren und erklärte es für geeignet.

Einzigartige Kooperation

Etwa so groß wie zwei Reisekoffer: Das Messsystem sammelt Proben für an die 200 Einzelstoffe.

Die Kooperation zwischen der Lufthansa und dem Institut für Arbeitsmedizin ist in der Form in Deutschland einzigartig. „Wir sind technisch sehr gut ausgestattet“, sagt Rosenberger. Die Geräte sind sehr sensibel. „Oft wischen die Piloten ihr Headset oder andere Dinge vor dem Flug mit Desinfektionstüchern ab. Unsere Messgeräte sind so empfindlich, dass wir selbst diese kurzen Ereignisse feststellen können“, nennt er ein Beispiel.  lg


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Lernen und Lehren 41

Der Lehre eine Struktur gegeben In einer neuen Serie stellen wir die Möglichkeiten für Studierende vor, das Praktische Jahr in der Hochschule zu absolvieren. Teil 1 beleuchtet die Anästhesie. Dabei werden die Ärzte zu Vertrauenspersonen für die Studierenden im PJ

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ls ich vor fünf Jahren die Leitung der Abteilung Anästhesiologie übernommen habe, gab es hier schon ein sehr engagiertes Team in der Lehre, aber es fehlte eine feste Struktur für das Praktische Jahr“, erinnert sich Professor Dr. Wolfgang Koppert. Gemeinsam mit engagierten Assistenz-, Fach- und Oberärzten seiner Klinik, aber auch mit Studierenden machte er sich 2010 an die Arbeit, einen Ablaufplan sowie konkrete Inhalte und Ziele des Praktischen Jahres für seine Klinik zu entwickeln. „Damals ließ die Nachfrage nach einem Praktischen Jahr bei uns nach. Wir mussten etwas ändern“, erklärt Professor Koppert seine Motivation. „Wir haben genug Bewerber für frei werdende Stellen von außen, aber für mich ist das Praktische Jahr die sicherste Methode, mir meinen eigenen Nachwuchs auszubilden. Man kennt sich schon genauer und weiß, was voneinander erwartet wird“, ergänzt der leitende Anästhesiologe der MHH. Eine Meinungsumfrage unter Studierenden ergab, dass sich viele eine persönlichere Betreuung wünschten, aber auch zumindest eine geringe Be-

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PJ-Messe in der MHH

Für alle, die sich im fünften Studienjahr befinden und noch unschlüssig sind, wo sie ihr Praktisches Jahr absolvieren sollen, gibt es auch in diesem Jahr wieder ein informatives Angebot der MHH. Am Sonnabend, 24. Mai 2014, findet die PJ-Messe statt. Von 10 bis 13 Uhr präsentieren MHH-Kliniken und Lehrkrankenhäuser der Hochschule im Lehrgebäude J1 ihr PJ-Angebot. Bereits um 9.30 Uhr wird Studiendekan Professor Dr. Ingo Just im Hörsaal F wichtige Informationen zum Praktischen Jahr geben und damit die PJ-Messe eröffnen. Weitere Informationen gibt es bei Britta Minx im PJ-Büro unter Telefon (0511) 532-9042.  dr

Lernen an der Simulationspuppe HAINS (Hannöverscher Anästhesie-, Intensiv- und Notfall-Simulator): Professor Dr. Wolfgang Koppert, Katharina Rahe und Dr. Anna Katharina Klemann.

zahlung sowie Einblicke in die Notfall- und arbeiten und das PJ mit zu gestalten. Dabei Intensivmedizin. Diese Wünsche hat die Kli- ist auch das „Handbuch für Studierende“ der Klinik für PJ-Studierende entstanden. Es nik umgesetzt. Um das PJ und die studentische Regel- soll ihnen organisatorische Informationen lehre in der Anästhesie zu koordinieren, hat und wertvolle Tipps für den praktischen Alltag geben – auch wichtige Andie Klinik ein eigenes Sekretasprechpartner mit Telefonnumriat eingerichtet. Hier begrüßt mern sind darin leicht zur Hand. Lucie-Therese von Ganski die Von diesen strukturellen ÄnStudierenden und ist zustänan der MHH derungen hat Katharina Rahe dig für Fragen und Probleme (25) bereits profitiert. Sie hat während ihres Einsatzes. Mit Dr. Heiner Ruschulte ist ein Oberarzt zudem Ende März ihr PJ auf der Intensivstation abals direkter Ansprechpartner und Organisa- geschlossen. „Es war eine sehr spannende tor für das PJ zuständig. Er teilt die PJler in Zeit für mich, da ich eigene Patienten unter den ersten vier Wochen einer erfahrenen Aufsicht betreuen konnte und dabei mit unÄrztin oder einem erfahrenen Arzt zu, den terschiedlichen schweren Krankheitsbildern sogenannten Tutoren, von denen es mittler- zu tun hatte“, berichtet die angehende Ärztin. Anfangs habe es ihr sehr geholfen, sich weile 38 in der Klinik gibt. „Damit nehmen wir die Studierenden an mit ihrem Tutor einzuarbeiten. „Es hilft am die Hand. Das ist für den Anfang einfacher, Anfang sehr, von einem Arzt alles gezeigt da wir eine sehr große Abteilung sind“, zu bekommen. Denn in der Anästhesie hat nennt Dr. Lars Friedrich die wohl größte jeder seine eigene Herangehensweise. Da Veränderung. Er ist einer von fünf Lehrbe- musste ich mich nicht so oft umstellen. Mein auftragten der MHH-Klinik für Anästhe- Tutor und ich waren ein eingespieltes Team. siologie und Intensivmedizin. Nach dieser Er wusste schnell, was ich schon kann und Einarbeitungszeit können die PJler für wei- was ich noch lernen muss.“ Genauso wie tere vier Wochen einen Arbeitsbereich frei ihre Vorgängerin hat sie schon vor ihrem wählen, um einen klinischen Schwerpunkt Praktischen Jahr die Möglichkeit genutzt, zu setzen. Anschließend sind sechs Wochen als studentische Tutorin im Simulationszentrum der MHH-Anästhesiologie mitzuarbeiIntensivstation Pflicht. „Das gab es bei mir noch nicht. Ich war ten und jüngeren Studierenden beim Üben noch nie auf der Intensivstation im Einsatz“, grundlegender anästhesiologischer Tätigerzählt Dr. Anna Katharina Klemann (30), keiten zu helfen. Ein guter Einstieg. Beide im dritten Jahr Assistenzärztin in der Klinik. haben vor, in der Anästhesiologie der MHH Sie bekam noch während ihres Praktischen zu bleiben. Damit hat ihr Chef sein wichtigsJahres vor vier Jahren die Möglichkeit, in tes Ziel erreicht: gute Nachwuchskräfte für dr diesem Strukturierungsprozess aktiv mitzu- die eigene Arbeit zu gewinnen.

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42 Lernen und Lehren

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HannibaL für sechs Jahre verlängert Niedersächsische Ministerien unterstützen die Reformbemühungen des Medizinstudiums an der MHH

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er Modellstudiengang HannibaL geht in sein zehntes Jahr. Das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur hat den 2005 eingeführten Modellstudiengang der MHH für sechs Jahre verlängert. Praxisstark und patientennah – das zeichnet den Modellstudiengang HannibaL (Hannoversche integrierte, berufsorientierte und adaptive Lehre) aus. Im Wintersemester 2005/2006 führte die Medizinische Hochschule Hannover den Modellstudiengang ein. Mit der Verlängerung honorieren die zuständigen niedersächsischen Ministerien, das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und das Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration, die Bemühungen der MHH, das Medizinstudium zu reformieren, und geben ihr die Zeit, den Modellstudiengang zukunftsfähig zu machen. Derzeit studieren 1.991 junge Menschen an der MHH Humanmedizin. Als damaliger Studiendekan hat Professor Dr. Hermann Haller HannibaL vor neun Jahren auf den Weg gebracht. „Die MHH hat mit diesem Modellstudiengang die Grundlage für eine patienten-orientierte Ausbildung der Medizinstudierenden geschaffen. Der Patient soll im Mittelpunkt stehen und erfolgreiche Wissenschaft die Grundlage für hervorragende Diagnostik und Therapie darstellen. Die Verlängerung des Modellstudiengangs unterstützt die MHH auf diesem Weg und ist ein großer Erfolg.“

Gute Aussichten!

Vor drei Jahren übernahm sein Nachfolger, Studiendekan Professor Dr. Ingo Just, den Modellstudiengang, er möchte diesen Weg fortsetzen und HannibaL zukunftsfähig machen: „Mit dem Modellstudiengang möchten wir unsere Absolventen kompetent auf den ärztlichen Beruf vorbereiten. Dazu muss der Modellstudiengang an die Erfordernisse des Gesundheitssystems angepasst werden, und zugleich müssen die neuen wissenschaftlichen Entwicklungen berücksichtigt werden. Das ist eine große Herausforderung und bedeutet kontinuierliche Optimierungsarbeit an dem Studiengang.“ Unterstützt wird Professor Just dabei von MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum: „Die Medizin ist gleichermaßen eine Wissenschaft und eine Kunst. Theoretisches Verständnis und praktische Fähigkeiten bilden in unserem Modellstudiengang HannibaL eine gelungene Synthese. Wir freuen uns sehr darüber, diesen Studiengang weiterhin anbieten zu können.“ Was zeichnet HannibaL aus? Die klassische Trennung von Theorie und Praxis – Vorklinik und Klinik – gibt es in der MHH seit der Einführung des Modellstudiengangs nicht mehr. Die Studierenden starten bereits im ersten Semester mit dem Unterricht am Patienten. Der Umgang mit Patienten und die praktische ärztliche Tätigkeit stehen im Vordergrund. Außerdem ist das Studium wissenschaftlich und forschungsorientiert aufgebaut. Die Studierenden sollen – basierend auf den naturwissen-

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Die Zukunft im Blick: Studierende im Modellstudiengang HannibaL.

schaftlichen Grundlagen – in molekularer Medizin ausgebildet werden, um die molekularen Grundlagen der Krankheiten zu verstehen. Das soll sie dazu befähigen, in ihrem späteren Berufsleben neue Behandlungswege zu erforschen und für ihre Patienten nutzbringend anzuwenden. Wie ist das Studium strukturiert? Das Studienjahr ist dreigeteilt. In drei zehnwöchigen Tertialen durchlaufen die insgesamt 270 Studierenden das Studienjahr. Ab dem dritten Jahr wird dann auch der Jahrgang dreigeteilt, sodass Gruppen von jeweils 90 Studierenden die Tertiale parallel durchlaufen. Das bedeutet zwar eine Zunahme an Lehrverpflichtungen für die Lehrenden, doch es ermöglicht den Studierenden, öfter in Kleingruppen zu arbeiten. Damit verbessert die MHH die persönliche Betreuung im Medizinstudium.  dr

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Lernen und Lehren 43

Ausbildung mit persönlicher Note Praxisanleitende Pflegekräfte begleiten Auszubildende

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ls ich vor 18 Jahren meine Ausbildung zur Pflegekraft begonnen habe, hatte ich keinen festen Praxisanleiter, der mich auf die Station begleitet hätte“, erinnert sich Katrin Röbbig (36). Heute ist sie selbst eine von 40 Praxisanleitern an der MHH und ist dafür sogar komplett von ihrer Arbeit auf der Station freigestellt. Praxisanleitende sind Pflegekräfte, die sich für einen bestimmten Teil ihrer Arbeitszeit von ihren stationären Aufgaben freistellen lassen, damit sie sich intensiv um die Auszubildenden in der Pflege kümmern können. Das Besondere an der MHH: Die praxisanleitenden Fachkräfte betreuen ihre Schülerinnen und Schüler während ihrer gesamten Ausbildungszeit und begleiten sie bis zu ihrer Prüfung. „Diese Freistellung und direkte Zuordnung für die gesamte Ausbildungszeit erhöht die Zufriedenheit bei den ausbildenden Pflegekräften, aber auch bei den Patienten und Schülern“, sagt Kerstin Bugow, Diplom-Pädagogin und seit einem Jahr Leiterin der Schule für Gesundheitsund Krankenpflege sowie Gesundheitsund Kinderkrankenpflege an der MHH. Sie koordiniert die praktische Ausbildung seit 2008 und hat das neue Ausbildungskonzept an der MHH im Rahmen ihrer Diplomarbeit entwickelt. Ein neues Gesetz schrieb Anfang 2003 vor, dass zehn Prozent der praktischen Ausbildungszeit (mindestens 250 Stunden) von einer pädagogisch weiterqualifizierten examinierten Pflegekraft angeleitet werden müssen. „Wir wollten ein Konzept, das die Praxisanleitenden auf ihre Aufgabe vorbereitet und sie begleitet“, erklärt Kerstin Bugow. Neben 200 Stunden Weiterbildung zur pädagogischen Qualifikation gehören dazu monatliche Treffen und Workshops. Nicht nur die Auszubildenden und die Praxisanleitenden erfahren Sicherheit in der Ausübung ihrer jeweiligen Aufgabe, auch die Stationen der zugeordneten Schüler profitieren: „Zu unserem Konzept gehört neben der Praxisanleitung auch die direkte Anbindung der Auszubildenden an eine bestimmte Station, die Heimatstation.

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Pflegerisches Lernen am Krankenbett: Praxisanleiterin Katrin Röbbig und Auszubildende Sina Gaebel üben mit einer Patientin den sogenannten Triflow zur Vorbeugung einer Lungenentzündung.

In diese kehren sie immer wieder zurück“, erklärt Kerstin Bugow. Die kontrollierte Weitergabe von praktischem Wissen gebe auch der Station die Gewissheit, dass die zugeordneten Schüler die pflegerischen Aufgaben zuverlässig übernehmen können. „Sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Pflegekräfte der Station wird der Lernzuwachs sichtbar, das motiviert zur Anleitung“, beschreibt Kerstin Bugow den Nutzen des Konzeptes. Auch Pflegeschülerin Sina Gaebel (21) profitiert. Sie hat im Oktober ihre Ausbildung angefangen und freut sich über die persönliche Betreuung während ihrer gesamten Ausbildungszeit: „Es gibt mir eine große Sicherheit, wenn ich gemeinsam mit meiner Praxisanleiterin Katrin Röbbig am Patienten lernen kann.“ Sina Gaebel ist der Station 25 zugeteilt und lernt dort, herzund lungenkranke Menschen pflegerisch zu betreuen. Dazu gehören Vitalzeichenmessungen, Prophylaxen (Thrombose-,

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Pneumonie-, Dekubitusprophylaxe) und die grundpflegerische Versorgung eines Patienten am Waschbecken, an der Bettkante oder im Bett je nach dem Gesundheitszustand des Patienten. Dabei muss die Schülerin lernen, ihre Patienten genau zu beobachten und frühzeitig zu erkennen, ob sich ihr Zustand verändert. „Das fällt am Anfang der Ausbildung noch schwer, da sich die Auszubildenden zunächst sehr auf ihren aktuellen Wissenstransfer konzentrieren“, weiß Katrin Röbbig. Die Praxisanleiterin begleitet ihre Schülerin beispielsweise zu Patienten, die eine Übung zur Vorbeugung einer Lungenentzündung machen sollen. Bei dem sogenannten Triflow atmen die Patienten durch ein Röhrchen tief ein und müssen es schaffen, kleine Bällchen durch das Ansaugen der Luft oben zu halten. Während Sina Gaebel mit der Patientin trainiert, steht Katrin Röbbig hinter ihr, beobachtet und gibt hilfreiche Tipps.  dr

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44 Lernen und Lehren

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Mit dem Drang zum Forschen Der weit und breit einzige universitäre Masterstudiengang Ergo- und Physiotherapie kommt an

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ie sind studierte Ergo- und Physiotherapeuten, bringen erste Erfahrungen aus der Praxis mit und lernen an der MHH, in ihrem Fach zu forschen. Forschungsorientiert, methodenübergreifend und klinischrehabilitiv – damit wirbt der neue Masterstudiengang Ergo- und Physiotherapie an der MHH. Und das Konzept kommt an. „Ich wollte auf jeden Fall so schnell wie möglich meinen Master machen“, erzählt Magdalena Schulz (27), eine der bisher vier Studierenden. Im Internet stieß die selbstständige Physiotherapeutin aus Frankfurt an der Oder auf die MHH. „Ich wollte das wissenschaftliche Arbeiten vertiefen, und da war die MHH die einzige Universität, die mir das bieten konnte“, erklärt die 27-Jährige. Jede Woche fährt sie jetzt für drei Tage zum Studieren nach Hannover, die anderen beiden Tage arbeitet sie in ihrer Praxis. Ihre Kommilitonin Regine Lohss (26) nutzt das Studium vor allem, um intensiv an Forschungsprojekten mitzuarbeiten. „Ich möchte später gerne in der Forschung arbeiten und vielleicht auch als Dozentin für Physiotherapie tätig sein. Das Studium eröffnet mir zusätzliche Berufsmöglichkeiten“, erklärt sie. Als bisher einzige Ergotherapeutin hat sich Silke Falter (31) für den neuen Masterstudiengang der MHH entschieden. Sie arbeitet schon länger in der MHH-Klinik für Rehabilitationsmedizin, hat sich auf die Rehabilitation nach Hand-Operationen spezialisiert und möchte mithilfe des Studiums lernen, die bestmöglichen Therapien für

Therapieleiter Peter Schäfer zeigt am Arm der Studierenden Regine Lohss eine Therapiemethode.

ihre Patienten zu entwickeln. „Ich möchte weiterhin praktisch tätig bleiben und die wissenschaftlichen Erkenntnisse in meine Arbeit einbringen. Genau diese Chance bietet mir der neue Studiengang der MHH“, erklärt Silke Falter. Die Interdisziplinarität des Studiengangs brachte auch die studierte Physiotherapeutin Maria-Sophie Brückle (27) nach zwei Jahren Berufserfahrung in der Schweiz wieder zurück nach Hannover. „Es ist der einzige universitäre Master, den es bisher in unserem Fachgebiet gibt. Ein weiterer Pluspunkt sind die fachübergreifenden Forschungsprojekte und der Austausch zwischen den Disziplinen an der Hochschule“, erklärt die

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Lernen und Lehren 45

Den AStA stark gemacht Stephan Irannejad gibt nach vier Jahren den Vorsitz ab

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ier Jahre AStA-Vorstand liegen hinter Stephan Irannejad. „Ich würde es sofort wieder machen“, lacht er und verabschiedet sich mit dem guten Gefühl, etwas erreicht zu haben. Erstmals wählten ihn seine Kommilitonen Ende 2009 in das Studierendenparlament der MHH, Anfang 2010 übernahm er im AStA sein erstes Amt als Ersti-Referent. „Ich hatte Lust, etwas zu bewegen“, erzählt der heute 25-Jährige. Einer seiner größten Erfolge war es, die getrennten Begrüßungen und ErstsemesterWochen der beiden Studiengänge Humanund Zahnmedizin zusammenzuführen. „Mir war es von Anfang an wichtig, an der MHH ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und studiengangsübergreifend zusammenzukommen“, beschreibt Stephan Irannejad sein bis zuletzt verfolgtes Ziel. Als er 2012 als Nachfolger von Tobias Laue zum AStA-Vorsitzenden gewählt wurde, kam ein weiteres Ziel hinzu: Den AStA zu einer starken, transparenten Vertretung zu machen, in der jeder mit-

arbeiten kann. „Die AStA-Sitzungen, wie geben, bevor ich im Herbst mein Examen ich sie zu Beginn meiner Amtszeit erlebt schreibe.“ Im Senat der Hochschule wird er habe, gibt es nicht mehr. Mittlerweile tref- die Studierenden noch ein Jahr vertreten. fen wir uns mit allen Referentinnen und Zum Abschied fand er persönliche Worte für alle AStA-Referentinnen Referenten sowie mindestens und -Referenten und bekam genauso vielen Gästen alle von seinen Mitstreitern aus zwei Wochen. Außerdem ist Hannover die für ihn als Braunder AStA nicht mehr so persoschweiger wohl größte Ehre: nenbezogen, sondern breiter ein Trikot von Eintracht Braunaufgestellt. Es sind insgesamt schweig. Motivieren möchte er mehr Arbeitsgruppen entstanalle Studierenden, sich für die den, die besser in die Studenstudentische Selbstverwaltung tenschaft integriert sind“, zieht zu engagieren. „Selbst seinen Irannejad Bilanz. Jetzt sei die Campus mitzugestalten, VerZeit gekommen, die Arbeit in Stephan Irannejad antwortung für seine Mitstujüngere Hände zu geben. Die Studierendenvertretung sei gut aufgestellt, dierenden zu übernehmen und dabei über jetzt könnten die Gruppen anfangen, sich den Tellerrand der Medizin zu gucken, sind gezielt Themen vorzunehmen und Initiati- nicht nur persönlich eine gute Vorbereitung für das spätere Berufsleben, sondern maven zu ergreifen. Das möchte Stephan Irannejad zwar chen dabei auch noch enorm viel Spaß.“ noch ein Stück begleiten, aber nicht an Sein Nachfolger ist bereits gewählt: David vorderster Stelle. „Mir ist es wichtig, das Beverungen wird den AStA-Vorsitz überdr Amt rechtzeitig und vernünftig weiterzu- nehmen. 

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46 Gäste und Feste

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Professor Kallfelz (Zweiter von links) mit Dr. Tecklenburg, Professor Beerbaum und Bernd Strauch (von links).

Eindrucksvolle Spuren Symposium zum 80. Geburtstag von Professor Kallfelz

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r gehört zu den „Vätern“ der Kinderkardiologie in Deutschland und leitete 22 Jahre lang – von 1974 bis 1996 – die MHH-Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin: Professor Dr. Hans Carlo Kallfelz. Anlässlich seines 80. Geburtstages würdigte die MHH den Kinderkardiologen mit einem Symposium am 21. und 22. Februar, zu dem 20 Referenten aus aller Welt kamen. Gut 150 Gäste besuchten die Auftaktveranstaltung des Symposiums. Sie wurden unter anderem von Bernd Strauch, Hannovers 1. Bürgermeister, MHH-Vizepräsident Dr. Andreas Tecklen-

burg, Professor Dr. Philipp Beerbaum, Leiter der MHH-Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, begrüßt – und von Kallfelz’ langjährigem Wegbegleiter Professor em. Dr. Hellmut Oelert aus Mainz. Professor Kallfelz hat große Pionierarbeiten für Patienten mit angeborenem Herzfehler geleistet: Er war der Erste, der eine „Rashkind-Prozedur“ in Deutschland durchgeführt hat – eine Methode zur Sicherung des Überlebens bei Neugeborenen, deren Haupt- und Lungenschlagader am Herzen vertauscht sind. Ebenfalls führte er erstmals eine Ballondilatation bei der Herzfehlbildung „Fallotsche Tetralogie“ durch. Dabei wird die verengte Herzklappe zwischen rechter Herzkammer und Lungenarterie aufgedehnt, um die Sauerstoffsättigung zu verbessern.

Professor Kallfelz baute unter anderem auch die erste deutsche interdisziplinäre pädiatrische Intensiveinheit auf. Er war langjähriger Vorsitzender in den wissenschaftlichen Beiräten des Kompetenznetzes für angeborene Herzfehler sowie der Deutschen Stiftung für Herzforschung. 2005 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande für sein herausragendes ehrenamtliches Engagement für die Deutsche Herzstiftung. Darüber hinaus hat er wesentliche Impulse für die kompetente Versorgung Erwachsener mit angeborenen Herzfehlern gegeben und für die Gründung von „Zentren für Erwachsene Mit Angeborenen Herzfehlern“ (EMAHZentren). „Er hat eindrucksvolle Spuren hinterlassen und die Kinderkardiologie in eine grandiose Entwicklung geführt“, sagte Professor Oelert.  bb

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Gäste und Feste 47

Zweimal Einsatz mit Herz Bundeswehr und Kosmetikfirma Logocos unterstützen Verein „Kleine Herzen“

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ie Spieloase der Kinderklinik war rappelvoll. Kinder in bunten Kostümen – passend zum Rosenmontag – tummelten sich rund um eine Maskenbildnerin, die kleinen Seeräubern, Hexen oder Prinzessinnen das passende Makeup verpasste. Alles mit besonders hautverträglichen Farben, denn die waren eine Spende des Naturkosmetik-Unternehmens Logocos in Salzhemmendorf. Dessen Presse­chef Thomas Mendes und seine Kollegin Inka Behnsen hatten aber noch mehr mitgebracht: einen Spendenscheck über 6.000 Euro, Erlös eines Werksverkaufs im November 2013. Damals wurden von den Mitarbeitern des Naturkosmetikherstellers Hunderte von „Wundertüten“ mit Naturprodukten zugunsten des Vereins „Kleine Herzen Hannover“ gepackt. Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Intensivmedizin, zeigte den Besuchern, wofür die Spenden verwendet wurden. Zum Beispiel auf der Intensivstation: nicht mehr Krankenzimmer Nummer 1, 2, 3, sondern jetzt heißen sie das Rote, das Blaue, das Grüne; auf dem Flur Graffiti; an der Decke elektronisch gesteuerte Lampen, die trotz 24-Stunden-Betrieb für einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus sorgen. Die „Kleinen Herzen“ finanzieren auch einen Psychologen, der den Mitarbeitern hilft, mit den Erlebnissen ihres harten Dienstes fertig zu werden. Auch das nützt den jungen Patienten. Besonders stolz ist Professor Beerbaum auf das neue Echolabor. In ruhigen Farben, mit einer verstellbaren hellgrünen Untersuchungsliege, wo es vorher nur eine harte Pritsche mit grauem Kunstlederpolster

Spende für die „Kleinen Herzen“: Inka Behnsen vom Naturkosmetikhersteller Logocos und ihr Kollege Thomas Mendes, Professor Dr. Philipp Beerbaum und Ira Thorsting (von links).

gab. Hier müssen es die Patienten bis zu einer Stunde lang aushalten, während die Ärzte mit modernster Technik ihr krankes Herz in 3D untersuchen. „Da sehen Sie ganz konkret, wie wir die erste Spende von Logocos verwendet haben.“ Ein paar Tage zuvor war die Bundeswehr zu Gast in der Kinderkardiologie. Die Inspektionsfeldwebel und „Spieße“ der Bundeswehr-Schule für Feldjäger und Stabsdienste übergaben zusammen mit ihrem Kommandeur Oberst Eckart Keller einen Spendenscheck – der Erlös eines Weihnachtsmarktes, den die Soldaten organisiert hatten. Besonders beeindruckend für die Gäste: der Vergleich

zwischen den „alten“ und den „neuen“ Patientenzimmern, die so eingerichtet wurden, dass die Eltern ihre kranken Kinder begleiten und selbst betreuen können. Eine Station ist schon fertig und präsentiert sich wohnlich, in fröhlichen Farben, mit Duschen und Beistellbetten. Die zweite Station wird 2014 umgebaut. Oberst Keller sagte: „Was wir in erster Linie mitnehmen, ist das enorme Engagement zur Verbesserung der Rahmenbedingungen hier über das hinaus, was an finanziellen Mitteln zur Verfügung steht, um für die Kinder und auch für die Eltern die Zustände so angenehm wie möglich zu gestalten.“ sc

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48 Gäste und Feste

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Ein Plus für die ganz Jungen Spende für die KinderUniHannover

Ü

ber eine Spende in Höhe von mehr als 9.000 Euro von der Förderstiftung MHH plus konnte sich das Organisationsteam der KinderUniHannover (KUH) freuen, Dr. Eckhard Schenke, Leiter der Stabsstelle Fundraising, überreichte das Geld symbolisch im März. Die Summe kam zustande, weil sein Team einen Spendenaufruf für diese Vorlesungsreihe durchgeführt hatte, die seit dem Jahr 2003 Acht- bis Zwölfjährigen wissenschaftliche Themen anschaulich und spannend

vermittelt: Regelmäßig in den Wintersemestern öffnen fünf hannoversche Hochschulen ihre größten Hörsäle für junge interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer. Dort stillen Professorinnen und Professoren den Wissensdurst der Kinder und geben ihnen Antworten auf alltägliche Fragen. Zu den Vorlesungen kommen im Schnitt jeweils rund 450 Mädchen und Jungen, die dabei auch die Möglichkeit haben, eine Hochschule von innen zu betrachten und zu erleben.

Das zwölfte KUH-Semester startet mit einer spannenden Vorlesung in der MHH im Oktober. Es folgen vier weitere Vorlesungen – je eine in der die Leibniz Universität Hannover, der Hochschule Hannover, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Die Veranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Alles rund um die KinderUniHannover finden Sie auch im Internet unter www.kinderuni-hannover.de. bb

Frische 64A

Margarete Schüddekopf, Professor Kratz, Walter Jagemann und Bärbel Dütemeyer (von links) bei der symbolischen Scheckübergabe in der Kinderklinik.

16.000 Euro für krebskranke Kinder von der Edmund und Marianne Nöther-Stiftung

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inen Scheck über 16.000 Euro überreichten Margarete Schüddekopf und Walter Jagemann, Vorsitzende der Edmund und Marianne Nöther-Stiftung, am 13. Februar an den Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. Mit Zeit, persönlichem Einsatz, aber auch Geld initiierte und finanzierte der Verein unter dem Vorsitz von Bärbel Dütemeyer schon viele Projekte für krebskranke Kinder in der MHH. 1.000 Euro des nun gespendeten Geldes sollen die Behandlung eines krebskranken Kindes unterstützen. Die anderen 15.000 Euro fließen in die dringend notwendige Renovierung der Station 64A. „Die sieben

Zimmer der Station bieten zu wenig Platz, zudem müssen die Kinder enge Toiletten auf den Fluren benutzen“, berichtet Bärbel Dütemeyer. Mit der am 1. März begonnenen Renovierung wird mehr Raum in den Zimmern geschaffen, und es entsteht je eine separate Toilette in den Patientenzimmern. Bis das 700.000 bis 800.000 Euro teure Projekt beendet sein wird, nutzt die Station vorübergehend die Räume der Station 68A.

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„Ohne die Unterstützung des Vereins wäre die Behandlung und Betreuung der Kinder in vielen Situationen schwieriger. Gerade im Hinblick auf die Betreuung der Familien, die Finanzierung des Personals, aber auch die Angebote für die Kinder und die Renovierungsprojekte leistet der Verein einen unverzichtbaren Beitrag zum Klinikalltag“, äußerte sich Professor Dr. Christian Kratz, Leiter der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.  lg

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2/2014

Gäste und Feste 49

Dr. Eckhard Schenke und das Planungsteam der KinderUniHannover: Jeannine Fischer (HsH), Silke Vasel (TiHo), Melanie Bertram (HMTMH), Andrea Wiese (LUH) und Bettina Bandel (MHH, von links).

Viele bunte Herzen Hobbynäherinnen spenden Kissen für operierte Frauen

M

ichaela Rathkolb aus Rinteln kommt regelmäßig in die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der MHH. Warum? Sie möchte den Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und operiert werden mussten, eine Freude machen. Die Hobbynäherin aus Rinteln bringt jedes Mal eine große Tasche voller Herzkissen mit. „Damit können wir alle Patientinnen versorgen“, freut sich Christine Prüller. „Für die betroffenen Frauen sind die Herzen ein tolles Zeichen der Zuwendung. Darüber hinaus haben sie auch einen therapeutischen Nutzen“, erklärt die Breast Care Nurse. Die weich gefüllten Kissen können bequem unter die Achselhöhle geklemmt werden und helfen, den Druckschmerz nach der Operation zu mildern und Stöße abzufangen. Zu Michaela Rathkolb gehören viele weitere Frauen aus Rinteln und Umgebung. „Seit drei Jahren nähen wir die Herzkissen,

manchmal gemeinsam, manchmal auch allein“, berichtet sie. Viele dankbare Reaktionen ermuntern sie und ihre Mitstreiterinnen, die liebevolle Arbeit fortzusetzen. Die Stoffe und das Füllmaterial stammen aus Spenden. Mittlerweile schneidern die Damen Kissen für drei Frauenkliniken. Au-

ßer den Herzen fertigen sie inzwischen auch Drainagetaschen zum Umhängen, Frühchenkilts, Kindertröstekissen und Nesteldecken für Demenzkranke. Die Idee der Herzkissen hatte die dänische Krankenschwester Nancy Friis-Jensen vor einigen Jahren aus Amerika mitgebracht.  tg

Bei der Auswahl ist für jede Patientin ein Herz dabei: Michaela Rathkolb (Zweite von rechts) mit Krankenpflegerin Laura Anselm, Stationsleitung Birgit Kruppa und Breast Care Nurse Christine Prüller (von links nach rechts).


50 Gäste und Feste

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Luftsportler spenden für kranke Kinder Betreuungsnetz bekommt 3.000 Euro

Hilfe für schwer kranke Kinder und ihre Familien: Professor Reinhardt freut sich über die Spende von Knut Jäger und seinen sportlichen Freunden.

D

ie Freunde und Kunden der „Harzer Gleitschirm Schule“ haben eine soziale Ader. Bei ihrer Jahres-Abschlussfeier sammeln sie jedes Mal Geld für einen guten Zweck. Beim jüngsten Mal sind so 3.000 Euro zusammengekommen. Das Geld ging an das Netzwerk für die Versorgung schwer kranker Kinder und Jugendlicher e. V. Der Verein kümmert sich um sehr kranker junge Patienten, die ambulant zu Hause versorgt werden, und um deren Familien. Anfang Februar kam Knut Jäger, der Inhaber der Gleitschirm-Schule, in die MHH und übergab Professor Dr. Dirk Reinhardt, Oberarzt an der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie und Vorsitzender des Netzwerks, den symbo-

lischen Scheck. Professor Reinhardt hatte spontan eine Idee, wie das Geld gut angelegt werden könnte: „Eine FamilienFreizeit am Wasser wäre eine tolle Sache.“ Das Netzwerk hat nicht nur das medizinische und pflegerische Wohl der kranken Kinder im Auge, sondern auch deren soziale und familiäre Situation. Gute Freizeitangebote helfen den Familien, besser mit der belastenden Situation fertig zu werden und einmal auf andere Gedanken zu kommen.

Knut Jäger freut sich, die Arbeit des Vereins unterstützen zu können. „Wenn es einem selbst gut geht, ist es eine Verpflichtung, Menschen in einer Notlage zu helfen“, sagte der Gleitschirm-Sportler. Der Kontakt zur MHH und zum Netzwerk war über Privatdozent Dr. Nils von Neuhoff zustande gekommen. Der Wissenschaftler vom MHH-Institut für Zell- und Molekularpathologie hatte vor den Freunden der Gleitschirm-Schule einen Vortrag über die Arbeit des Netzwerks gehalten.  tg


2/2014

Gäste und Feste 51

Golfen für den guten Zweck MHH-Golfturnier mit Schnupperkurs startet am 14. Juni. Die Erlöse kommen der Kinderkardiologie zugute

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um fünften Mal lädt das Präsidium der MHH zum Golfturnier: Am Sonnabend, 14. Juni, können im Golfclub Isernhagen alle jetzigen und früheren Golf spielenden MHH-Angehörigen ihr Können zeigen. Wer gerne Golf spielen lernen möchte, kann einen Schnupperkurs belegen. Vor Beginn des Turniers gibt es ein spannendes sportmedizinisches Kolloquium, in dem unter anderem MHHSportmediziner Professor Dr. Uwe Tegtbur die Frage klärt, ob Golfspielen jung hält. Die Spenden und Erlöse des Turniers fließen in diesem Jahr an die Kinderkardiologie in den Bereich des Echokardiografie-Labors. Dort können Anatomie und Funktion der Kinderherzen nicht-invasiv untersucht werden, sodass häufig eine belastende Herzkatheteruntersuchung vermieden werden kann. Für die Kinder eine große Erleichterung und jede Spende wert. Haben Sie Lust zum Mitspielen bekommen? Anmeldung können Sie sich bis zum 9. Juni 2014 per Mail an golfturnier@mh-hannover.de oder online unter www. mhhgolfturnier.de. Dort finden Sie auch weitere Informationen. inf

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