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Heft 6/2013

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info

Das Magazin der Medizinischen Hochschule Hannover

Bausteine für den Erfolg Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation

Namen und Nachrichten

Forschen und Wissen

Junge Forscher: Die KinderUni zu Gast

Erforscht: Protein steuert die Bewegung von Zellen

Seite 19

Lernen und Lehren Seite 46

Willkommen! Die MHH begrüßt 444 neue Studierende  Seite 49


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Editorial

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So erreichen Sie uns Stefan Zorn Redaktionsleitung zorn.stefan@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6773

Bettina Dunker Schwerpunkt Lehre dunker.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6778

Tina Gerstenkorn Schwerpunkt Klinik gerstenkorn.tina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-5626

Karin Kaiser Fotografin kaiser.karin@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6777

Bettina Bandel Schwerpunkt Forschung bandel.bettina@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-4046

Ursula Lappe Personalien lappe.ursula@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6772

Camilla Krause Schwerpunkt REBIRTH krause.camilla@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-6793

Claudia Barth Kongresse, Veranstaltungen barth.claudia@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3337

Kirsten Pötzke Schwerpunkt IFB-Tx poetzke.kirsten@mh-hannover.de Telefon (0 17 61) 532-3921

Daniela Beyer Schwerpunkt Hearing4all beyer.daniela@mh-hannover.de Telefon (0511) 532-3016

Alles Gute!

F

ranz ist frustriert. Franz macht tolle Arbeit in seinem Sportverein. Trainiert drei Mannschaften. Hat eine ganz neue Taktik einstudiert. Organisiert die Fahrten zu den Auswärtsspielen. Karrt gerade alles für die Weihnachtsfeier an – zahlt es auch noch selbst. Und jetzt das: Fragt ihn doch sein Nachbar, was er so in seiner Freizeit macht. Ich habe Franz geraten, mal ordentlich zu klappern. Denn das gehört nicht nur zum Handwerk, sondern richtig dosierte Werbung begeistert auch noch den einen oder anderen für die Sache. Mehr „klappern“ will auch das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation der MHH. Es hat gerade vom Bundesforschungsministerium weitere Millionen für die zweite Förderphase erhalten, soll aber nicht nur Gutes tun, sondern auch darüber noch mehr reden. Für die neu geschaffene halbe Stelle Öffentlichkeitsarbeit des IFB-Tx ist seit dem

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Editorial

Neu beim IFB-Tx: Kirsten Pötzke, hier im Gespräch mit Stefan Zorn, betreut die Öffentlichkeitsarbeit.

1. Oktober Kirsten Pötzke verantwortlich. Sie unterstützt das Team der Geschäftsstelle. Kirsten Pötzke hat in einem Volontariat bei der HAZ ihr Handwerkszeug gelernt und zuletzt für die Niedersächsische Technische Hochschule gearbeitet. Sie wird die Themen des IFB-Tx ins MHHinfo bringen – und startet in diesem Heft gleich mit der Titelgeschichte (Seite 6 bis 15).

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In unserem Ressort „Namen und Nachrichten“ berichten wir von der KinderUni, die diesmal Sportmediziner Professor Dr. Uwe Tegtbur bestritten hat (Seite 19), und über die Professoren Haubitz und Peest, die seit 40 Jahren an der MHH sind (Seite 19). In unserer neuen Rubrik „Wir über uns“ wollen wir Ihnen Bereiche der Hochschule näher bringen, die nicht jeder

kennt. Wir starten mit der Internen Revision (Seite 23). Einen neuen Vertrag mit der BarmerGEK zur Überleitungspflege bei schwer kranken Kindern und neue Rauch-freiKurse stellen wir Ihnen auf Seite 36 vor. Über die Jahresversammlung der Freundesgesellschaft der Medizinischen Hochschule mit gleich 17 Preisverleihungen berichten wir auf den Seiten 40 bis 43. Die Examensfeier der Zahnmediziner (Seite 52) und die Promotionsfeier der Humanmediziner sind ebenfalls Thema unserer letzten Ausgabe in diesem Jahr. Über eine neue Stiftung unter dem Dach der Förderstiftung MHHplus kann sich die Schmerzmedizin freuen (Seite 53). Und dass man auch nach 25 Jahren immer noch gern an dIe Hochschule zurückkehrt, weiß der Alumni-Verein von seiner Feier „Silbernes Examen“ zu berichten (Seite 59). Kommen Sie gut ins neue Jahr. Im Namen des gesamten Redaktionsteams der MHHinfo wünsche ich Ihnen für 2014 alles Gute, besonders aber Gesundheit. Ihr Stefan Zorn

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Inhalt

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Puzzelt für den Erfolg: Fotografin Karin Kaiser

bausteine für den erfolg  _6  _8  _8 _10 _10 _12 _12 _14 _14

Interview mit Prof. Haller und MHH-Präsident Prof. Baum: „Die MHH lernt vom IFB-Tx“ Core Facility „Qualitätsmanagement“: Von den Besten lernen Service für die Forschung „Ich kann wieder lachen“ Drei Fragen an ... Prof. Manns Sprungbrett für die Karriere Die Gremien des IFB-Tx Große Schätze der Forschung Organe im Fokus der Forscher

Namen und Nachrichten

_16 Neujahrsgruß des MHH Präsidenten Prof. Baum _18 Welch’ Fundus: 80 Jahre MHH! Prof. Peest und Prof. Haubitz _19 KinderUni: So kommt der Kater in die Muskeln _20 Nah dran – 25 Jahre „Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher“ _21 Neu an der MHH: Prof. Viejo-Borbolla _21 Herbstakademie: Lehrer erleben Spitzenforschung

Neues Modell: Der Weg aus der Stress-Falle 

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_22 Zertifikat für Gesundheitsprojekt _23 Stabsstelle Interne Revision: Auf Fakten gebaut _24 Kongressvorschau _25 Stipendien _25 In Gremien gewählt _26 Berufungen _26 Ernennungen _27 Fachgesellschaften: Gemeinsam für die Patienten _27 Dienstjubiläen _28 Ehrungen und Auszeichnungen _29 Prof. Suerbaum Mitglied der Academia Europaea _30 Examen bestanden _30 Gedenken _31 Marvin erfasst weltweit Daten

Geschenk an Schulen: Mikroskopiersaal erhält neue Technik – die alte wird weiter genutzt

In besten Händen: Check für Führungskräfte

_32 Die MHH hilft im Jemen _33 Verein Live Music Now: Die heilende Kraft der Musik _33 Einfacher Weg zur Anschluss rehabilitation _34 Der Weg aus der Stress-Falle

Behandeln und Pflegen _35 MHH-Präventivprogramm: Gesundheitscheck für externe Führungskräfte _36 MHH und Barmer GEK: Hilfe für schwer kranke Kinder _37 Werden Sie Nichtraucher! _38 „Woche der Wiederbelebung“: Prüfen. Rufen. Drücken!

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Nervensache: Forschen

Forschen und Wissen

_39 Drittmittel _40 Freundesgesellschaft: Buntes Kaleidoskop der Forschung _44 Berufsethik im World Wide Web _45 Multiple-Sklerose-Preis für MHH-Forscher _46 Nervenimplantate aus Krabbenpanzern _46 Zellen auf Reisen

Lernen und Lehren

_47 Nach neuem Curriculum ausgebildet _48 Mikroskopiersaal erhält neue Technik


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Inhalt

impressum Herausgeber Das Präsidium der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der Inhalt namentlich gekennzeichneter Beiträge unterliegt nicht der Verantwortung der Herausgeber und der Redaktion. Abdruck honorarfrei. Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist am 9. Januar 2014. Chefredaktion Stefan Zorn (stz) Redaktion Bettina Bandel (bb) Claudia Barth (cb) Daniela Beyer (db) Simone Corpus (sc) Bettina Dunker (dr) Tina Gerstenkorn (tg) Camilla Krause (ck) Ursula Lappe (la) Kirsten Pötzke (kp) Fotoredaktion Karin Kaiser Layout und Realisierung Madsack Medienagentur GmbH & Co. KG August-Madsack-Straße 1 30559 Hannover Telefon (0511) 518-3001 Fax (0511) 518-3009 www.madsack-agentur.de Anzeigen

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Günter Evert Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. KG 30148 Hannover Kontakt Anzeigenverkauf: Telefon (0511) 518-2153 oder -2114 Auflage: 13.000 Stück Druck Silber Druck oHG Am Waldstrauch 1 34266 Niestetal Telefon (0561) 52 00 70 Gedruckt auf 100-prozentigem Recycling-Papier Online-Ausgabe

mit Krabbenpanzern

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Silbernes Examen: 25 Jahre Gesprächsstoff

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Das MHHinfo ist auch im Internet zu finden unter www.mh-hannover.de/mhhinfo.html Fotos

_48 Besondere Leistungen in Biomedizin _49 444 neue Studierende: „Seien Sie kritisch!“ _50 Promovieren in Public Health _50 Hilfe auf dem Weg ins Studium _51 MHH ehrt 134 Doktoranden _51 HBRS vergibt Promotionspreis _52 Examensfeier für 58 neue Zahn ärzte: „Ein ganz toller Beruf“

Gäste und Feste _53

Fast eine Dreiviertelmillion Euro für die Schmerzmedizin

_53 Kinderkardiologie: Mehr Behaglichkeit _56 H.a.a.S GmbH spendet 15.000 Euro für kranke Kinder _56 Tag der offenen Tür: Buntes Programm rund um die Zahngesundheit _57 Lauf für herzkranke Kinder: Jede Runde zählt _57 MHH-Frauenklinik: Alles rund ums Baby _58 Manfred Neugebauer: Botschafter der Herzen _58 Einblicke ins Studium _59 80 Ehemalige feierten: 25 Jahre Gesprächsstoff

Alle Fotos von Karin Kaiser außer: Ksenia Kuleshova (19), Bodo Kremmin (29), fotolia.com/Dragos Iliescu (36), Tom Figiel (38, 51), Bettina Dunker (50), Franziska R. Schneider (56), Gerrit Matthias (57), Nico Herzog (59), aus Abteilungen oder privat (20, 28, 29, 32, 45, 53). Anschrift der Redaktion Medizinische Hochschule Hannover Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stefan Zorn Carl-Neuberg-Straße 1 30625 Hannover Telefon (0511) 532-6772 Fax (0511) 532-3852 zorn.stefan@mh-hannover.de ISSN 1619-201X

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bausteine für den erfolg

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„Die MHH lernt vom IFB-Tx“ Die MHH ist das größte Transplantationszentrum Deutschlands. Das Bundesforschungsministerium fördert das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation für weitere fünf Jahre. Professor Dr. Hermann Haller, Sprecher des IFB-Tx, und MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum im Interview Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation wird für weitere fünf Jahre gefördert … Prof. Baum: … und das ist eine tolle Leistung, die wir Professor Haller und seinem Team zu verdanken haben. Die MHH musste sich starker Konkurrenz erwehren, viele Vorgaben erfüllen – und hat die Gutachter schließlich überzeugt. Das Besondere jedes IFB ist es, Krankenversorgung und Forschung unter einem Dach zu vereinen. Neben der Stärke der MHH in der Transplantationsmedizin hat sich das Karrierekonzept des IFB in der ersten Förderphase sehr positiv entwickelt. Ich halte es für ein exzellentes Konzept zur Nachwuchsförderung. Und was hat das IFB Transplantation noch erreicht? Prof. Haller: Das IFB-Tx hat zunächst einmal dafür gesorgt, dass alle Beteiligten im Bereich Transplantation an der MHH gezielter miteinander interagieren – sowohl in der Organ- als auch in der Stammzelltransplantation. Außerdem haben wir neue Strukturen entwickelt, die es so zuvor noch nicht an der Hochschule gab – etwa unser Scientific Advisory Board, den Wissenschaftlichen Beirat. Hier wird die Qualität der Forschung intern beurteilt und mit den Karriereplänen der Forscher und Kliniker koordiniert, was gerade unsere externen Gutachter als besondere Leistung des IFB gewürdigt haben. Nicht zuletzt sind klinische Studien auf den Weg gebracht, die ohne das IFB-Tx nicht möglich gewesen wären. Prof. Baum: Dank des IFB-Tx haben wir neue Kräfte an die MHH holen können. Sie haben die Hochschule mit neuen Impulsen bereichert – wie etwa die Professorinnen Köhl und Falk oder Professor Thum. Sie haben den Geist des IFB-Tx vom ersten Moment an gelebt. Und über die Core Facilties,

IFB

die Service-Einheiten des IFB-Tx, steht das Know-how auch anderen Bereichen der Hochschule zur Verfügung. Seitens des MHH-Präsidiums wollen wir das im IFB-Tx erfolgreich angewendete Prinzip des internen Peer-Review von Forschungsprojekten in die klinische Versorgung ausweiten – also das Von-anderen-Lernen, ohne die Hierarchien zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Der Präsident hat die Nachwuchsförderung schon angesprochen. Worin liegt der Erfolg? Prof. Haller: Das IFB-Tx hat ein Karrierekonzept auf den Weg gebracht, das klinische und wissenschaftliche Karrierewege eng miteinander verzahnt, um patientenorientierte, translationale Forschung als Karriereziel attraktiver zu machen. Das funktioniert im IFB-Tx unter anderem über die Finanzierung von Forschungsprojekten: Eine Förderung ist eng an die Bedingung gekoppelt, innerhalb des Projektes Tx Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum auch ein schlüssiges KarTransplantation rierekonzept für die dort beschäftigten Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vorzulegen. Von diesem Konzept haben bereits mehr als 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter profitiert. Und was heißt das für die Antragsteller? Prof. Haller: Die Offenlegung der Karrierepläne bedeutet für die Antragsteller allerdings harte Arbeit, denn sie müssen genau belegen, wie viel Zeit die Betroffenen für klinische und wissenschaftliche Aufgaben aufwenden sollen und dürfen. Prof. Baum: Doch es lohnt sich, denn damit schaffen wir Transparenz und Planungssicherheit. Die Leistungsverdichtung in der Klinik hat die Freiräume für Forschung immer weiter an den Rand gedrängt. Mit der Förderung des BMBF können wir über das IFB-Tx diese Freiräume zurückerobern. Müsste die MHH nicht schon im Studium etwas ändern?

Mit Transparenz zum Erfolg: Die Professoren Baum (links) und Haller im Interview.

Prof. Haller: Die MHH hat mit StrucMed, der strukturierten Doktorandenausbildung, ein ausreichendes Tool, um erste Schritte in der wissenschaftlichen Karriere zu ermöglichen. Im IFB-Tx wird dieses Angebot wirklich gelebt. Prof. Baum: Eine Lern­spirale wissenschaftlicher Inhalte ist bereits im Studium wichtig. Das IFB-Tx lebt diese zentralen Aufgabe in unserer Arztausbildung. Wir müssen die Studierenden, die auch an Forschung interessiert sind, möglichst früh identifizieren und fördern. Die MHH ist das größte Transplantationszentrum in Deutschland, die Wartelisten sind lang. Doch der Gerichtsprozess um Unregelmäßigkeiten bei der Organvergabe in Göttingen lässt viele Menschen zögern. Die Zahl der Organspender sinkt. Wie kann das IFB-Tx darauf reagieren? Prof. Baum: Wir sind von dem Transplantationsskandal zwar nicht direkt betroffen, indirekt über die gesunkene Spendenbereitschaft aber schon. Ganz entscheidend ist, dass wir für mehr Transparenz sorgen. Ein Ziel in der zweiten Förderphase unseres IFB muss es sein, das Qualitätsmanagement auf eine neue Stufe zu heben. Das ist eine sehr komplexe Aufgabe, weil sehr viele Bereiche an einer Transplantation beteiligt sind.


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Prof. Haller: Transparenz ist wirklich das Wichtigste! Jetzt geht es um die Umsetzung gemeinsamer Strategien. Das betrifft vor allem das Thema Qualitätsmanagement, das in der zweiten Förderphase als neues Modul hinzukommt. Dabei müssen wir allgemein gültige Strukturen entwickeln, die Standards setzen – auch bei den Abläufen: Wer ruft wen an, wenn ein Organ zur Verfügung steht? Welche Reihenfolge muss eingehalten werden? Wer sind die Ansprechpartner? Das alles muss an jedem Transplantationszentrum in Deutschland einheitlich dokumentiert werden, damit die Prozesse nachvollziehbar und vergleichbar sind. Bisher gibt es viele gute Einzellösungen, aber kein schlüssiges Gesamtkonzept. Das klingt sehr komplex. Welche Abteilungen sind an einer Transplantation beteiligt, zum Beispiel an einer Nierentransplantation? Prof. Haller: Das geht los mit den Chirurgen und den Nephrologen, die sich vor, während und nach der OP um den Patienten kümmern. Dann natürlich für die Untersuchungen und Analysen in den Laboren die Pathologen, Virologen und Mikrobiologen. Wenn es sich um eine Lebendspende handelt, auch noch die Psychosomatik. In der Nachsorge sind die Rehabilitationsmedizin und die Sportmedizin sehr intensiv einbe-

Das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation

zogen. Aber auch die Rechtsmedizin sowie weitere klinische Abteilungen sind in der Vor- und Nachsorge wichtig. Diese Prozesse müssen wir strukturell so entwickeln, dass wir zu kohärenten Abläufen kommen. Prof. Baum: Dabei muss aber eine schwierige Balance gehalten werden, denn jedwede Standardisierung muss auch genügend Freiraum lassen, um in jedem Einzelfall den Patienten optimal zu behandeln. Und wie geht es jetzt in der zweiten Förderperiode in der Forschung weiter? Prof. Haller: Wir haben unsere Forschungsschwerpunkte definiert und sind in den einzelnen Bereichen auch schon weit ge-

kommen – etwa bei den Zelltherapien, Behandlungsstrategien gegen Organfibrose oder der Untersuchung, wie sich der durch die Entnahme hervorgerufene Stresszustand eines Spenderorgans nach erfolgreicher Transplantation im Empfänger auswirkt. Zu den bereits bestehenden wissenschaftlichen Schwerpunkten kommen jetzt zwar einige neue hinzu, aber in der zweiten Phase des IFB-Tx stehen die Zeichen insgesamt auf Weiterentwicklung und Konsolidierung der bestehenden Forschungsschwerpunkte. Prof. Baum: Das Bundesministerium fördert über das IFB zeitlich begrenzte Vorhaben. Wir als MHH haben ein Konzept entwickelt, wie wir nach dieser Förderphase Nachhaltigkeit schaffen. Die Diskussionen über die konkrete Umsetzung beginnen gerade. Was wollen Sie im IFB-Tx noch verbessern? Prof. Haller: Um das IFB-Tx überhaupt ins Leben zu rufen, waren enorme Anstrengungen nötig, mussten die Beteiligten zusammengeführt werden und willens sein zu kooperieren. Nicht zuletzt die Bürokratie der Abläufe kostet Kraft: Anträge müssen häufig überarbeitet und Berichte verfasst werden, um den Förderbedingungen des Bundes zu entsprechen. Auch in der Außendarstellung bleibt viel zu tun. Wir setzen noch stärker auf Interaktion und Kommunikation mit den Patienten. Mehr Transparenz gerade nach außen ist nach dem Transplantationsskandal gefragt. Die Patientenorganisationen möchten von uns wissen, was wir konkret ändern wollen, und das müssen wir glaubhaft vermitteln. Ideal wäre der Aufbau eines Zentrums für Transplantationsmedizin, das eine ruhige, stabile, beständige Arbeit ermöglichen würde. Was bedeutet das IFB-Tx für die MHH? Prof. Haller: Wir bringen im IFB-Tx Dinge auf den Weg, die sich dann auch in andere Bereiche der MHH übertragen lassen oder bereits Bestehendes ergänzen. Unser Karrierekonzept ist ein Beispiel dafür, aber auch die vom IFB-Tx angestrebte Themenfokussierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Wissenschaft. Auch unsere demokratischen Strukturen und die Möglichkeit der Mitbestimmung in den Gremien sind Modelle, die sich gut übertragen lassen. Prof. Baum: Die MHH lernt vom IFB-Tx. Es hat die beiden großen Säulen der MHH, Krankenversorgung und Forschung, noch enger zusammengebracht. Wir können am Beispiel des Themas Transplantation strukturelle Veränderungen entwickeln mit nachhaltigen Wirkungen. Diese Nachhaltigkeit zu garantieren und auf weitere Bereiche auszuweiten wird eine wichtige Aufgabe. Insgesamt gilt: Das IFB-Tx hat die nationale Sichtbarkeit der MHH enorm gesteigert. Interview: Kirsten Pötzke und Stefan Zorn

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Von den Besten lernen Die neue Core Facility „Qualitätsmanagement“ will klinische Prozesse in der Organtransplantation gezielt verbessern

D

ie Transplantationsmedizin steht in Deutschland in der Kritik, die Zahl der Organspender sinkt. In den ersten zehn Monaten 2012 gab es nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation mit 754 beinahe 16 Prozent weniger Spenden. Der Grund: Das Vertrauen der Bevölkerung in die deutsche Transplantationsmedizin ist durch die Unregelmäßigkeiten in der Organ-Allokation (die Zuweisung von Organspenden an Empfänger) vor allem im Bereich Lebertransplantation nachhaltig gestört. Man könne dem nur begegnen, indem mehr Transparenz und Überprüfbarkeit in die komplexen Verfahren der OrganAllokation und -transplantation eingebracht werde, meinen Dr. Marc Barthold, Leiter der Stabsstelle für Qualitätsmanagement in der klinischen Forschung, und PD Dr. Harald Schrem, Oberarzt an der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie. Das wollen sie innerhalb des IFB-Tx mit der neuen Core Facility „Qualitätsmanagement“ erreichen, die voraussichtlich zum Jahresbeginn an den Start gehen wird. Seit Jahren steigen in Deutschland die Patientenzahlen auf den Wartelisten zur Transplantation als Folge des Rückgangs der Organspendebereitschaft, während in anderen Ländern die Spendebereitschaft in der Bevölkerung zunimmt. Diese Situation wird aus Sicht der beiden Leiter der neuen Core Facility zusätzlich durch die Wettbewerbssituation unter den transplantierenden Kliniken in Deutschland sowie ein fehlendes nationales Transplantationsregister verschärft. „Wir müssen das System verbessern und so das Vertrauen der Bevölkerung mit transparenten und überprüfbaren Verfahren zurückgewinnen“, sagt Dr. Schrem. Zwar gebe es in allen Kliniken gesetzlich vorgeschriebene Maßnahmen zur Qualitätssicherung, doch seien diese allein nicht ausreichend, klinische Prozesse gezielt zu verbessern. „Es fehlt ein wissenschaftliches Qualitätsmanagementsystem, das datenbasiert und prozessorientiert ist und somit erlaubt, fundierte Ergebnisse zu liefern und gezielte Prozessverbesserungen mit messbarem Erfolg umsetzen zu können“, stellt der Chirurg fest. Die Core Facility wird Strategien entwickeln, dies zu ändern. Dazu zählen Methoden, die in der Industrie seit Jahrzehnten

erfolgreich angewendet werden. Sie sollen jetzt im klinischen Umfeld gezielt getestet werden. „Messbarkeit“ und datenbasierte externe Audits durch internationale klinische Experten sind das prinzipielle Vorgehen, nach dem künftig gezielt Schwachstellen in den klinischen Prozessen aufgedeckt und behoben werden. Qualität soll am Erfolg für die Patienten bezüglich ihres Überlebens und ihrer Lebensqualität vor und nach Transplantation messbar verbessert werden.

Netzwerk gegründet Eine hohe wissenschaftliche Qualität mit verallgemeinerbaren Erkenntnissen eines datenbasierten, wissenschaftlichen Qualitätsmanagements ist durch prospektive Multicenterstudien möglich. Sie können zeigen, inwieweit die erarbeiteten Prozessverbesserungen in anderen Zentren funktionieren. Ein Netzwerk aus kooperierenden Transplantationszentren in Deutschland und anderen europäischen Ländern wurde dafür bereits etabliert. Für nachhaltige Konzepte und verbindliche Abläufe ist interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt. „Wir wollen dafür die klinische Expertise der MHH bündeln und transdisziplinäre, organspezifische Expertenteams gründen“, erklärt Barthold. Von den Kliniken bis zur Innenrevision, vom Risikomanagement bis zur Biometrie reicht das rekrutierte Wissensspektrum. Dessen Viel-

n

falt soll garantieren, dass die entwickelten Werkzeuge und Methoden funktionieren und in die Strukturen der MHH eingebettet werden können. Die Prozessabläufe bei der Transplantation – von den Voruntersuchungen des Patienten bis zur Rehabilitation – kommen dabei auf den Prüfstand. Erreichte Prozessverbesserungen werden gemessen, bewertet, veröffentlicht und damit international zur Verfügung gestellt. Damit der Methodenaustausch mit der Industrie gelingt, stellen ausgesuchte Unternehmen ihr Fachwissen in Sachen datenbasiertes und prozessorientiertes Qualitätsmanagement zur Verfügung. „Wir wollen von den Besten lernen“, stellt Dr. Schrem fest. Schlanke Strukturen sind das Ziel, unnötige Bürokratie soll verhindert werden. Das Konzept soll die klinische Arbeit erleichtern und verbessern. Die systematische Schwachstellenanalyse wird aufdecken, welche Faktoren den Erfolg einer Transplantation ausmachen und welche dagegen unwichtig, überflüssig oder gar schädlich sind. „Dieses Vorgehen fokussiert auf das Wohl unserer Patienten und reduziert durch klinische Prozessverbesserungen gezielt vermeidbare Risiken, vermeidbare Komplikationen, lange Intensivaufenthalte und gewinnt dadurch wertvolle Zeit, Ressourcen und Geld für andere Aufgaben“, sagt Dr. Schrem. Die beiden Core Facility-Leiter freuen sich auf ihre Aufgabe und sind sicher, dass für das IFB-Tx die Chance besteht,

Service für die Forschung

Um die Forschung in der Transplantationsmedizin zu erleichtern, hat das IFB-Tx verschiedene Serviceeinheiten (Core Facilities) gegründet. Sie unterstützen die IFB-Tx-Projekte mit Beratung und konkreter Hilfe. Sie sind Kooperationspartner in vielen Forschungsprojekten und stehen allen Projekten der MHH offen. In der zweiten Förderphase gibt es derzeit drei Core Facilities: Immunmonitoring, GMPDU und Translationale Strategien. Die vierte zum Thema Qualitätsmanagement soll im kommenden Jahr ihre Arbeit aufnehmen. Immunmonitoring Die Core Facility unter Leitung von Professorin Dr. Christine Falk deckt verschiedene Bereiche

des Immunmonitorings nach Organ- und Stammzelltransplantation ab. Mit Methoden auf dem neuesten Stand der Technik entwickelt die Core Facility neue Strategien, die speziell an die Erfordernisse der Organtransplantation angepasst sind. Eines der Ziele ist es, eine auf jeden Patienten abgestimmte, individualisierte Immunsuppression zu ermöglichen. Hiermit sollen sowohl ein Frühwarnsystem für die unerwünschte Abstoßung des Spenderorgans als auch ein effizientes Monitoring der Zelltherapie bei Stammzelltransplantationen geschaffen werden. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Core Facility GMPDU. Gemeinsam mit der Forschungsgruppe „Immunregulation“ gehört die Core Facility zum Institut für Transplantationsimmunologie.


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Das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation

Wollen Qualitätsrichtlinien für Transplantationen entwickeln: Dr. Marc Barthold (links) und PD Dr. Harald Schrem leiten die Core Facility „Qualitätsmanagement“.

etwas ganz Großes auf den Weg zu bringen. „Das Ziel ist es, Qualitätsrichtlinien zu entwickeln, die nicht nur an der MHH, sondern national und international überall überprüfbar Erfolg haben, wo Organe transplantiert werden“, meint Dr. Schrem. Zudem sollen die Effekte der Prozessverbesserungen auch aus ökonomischer Sicht evaluiert werden. „Wir müssen wissenschaftlich belegen können, was verbesserte Prozesse bei Transplantatio-

GMPDU Die individuelle Behandlung von Patienten mit zell-basierten Therapien nach Stammzell- und Organtransplantation kann den Anti-Tumor-Effekt, die Toleranzentwicklung und die Erholung des Immunsystems fördern und somit helfen, langfristig das Überleben der Patienten nach Transplantation zu erhöhen. Die Core Facility Good Manufacturing Practice Development Unit (GMPDU) steht dabei für eine gleichbleibende Qualität bei der Herstellung und Entwicklung neuer Arzneimittel oder Gewebezubereitungen, um einen schnellen Weg vom Labor zum klinischen Einsatz zu erlauben. Unter der Leitung von Professorin Dr. Ulrike Köhl werden dazu in Kooperation mit den Forschergruppen des IFB-Tx zell-basierte Therapi-

nen kosten und was die Verbesserungen einsparen können, wie wir und unsere Patienten den Erfolg bewerten und wie die Qualitätsziele bezahlbar werden“, erklärt der Chirurg. Um vom Bundesministerium für Bildung und Forschung grünes Licht für die Förderung zu bekommen, hat das Team Barthold/Schrem konkrete Projekte zur Umsetzung ausgearbeitet. Geht alles nach Plan, kann die neue Core Facility zum

en ohne oder mit aufwendiger Manipulation, sogenannte Advanced Therapy Medicinal Products (ATMPs), auf einen klinischen Maßstab gebracht. Dies umfasst die Prüfung und Anpassung der verwendeten Ausgangsprodukte, Optimierung der Herstellungsverfahren, Aufbau der Qualitätskontrolle, Erstellung der Dokumente, Durchführung der Validierung, Definition von Freigabekriterien und die Beantragung der Herstellungserlaubnis bei den zuständigen Behörden. Translationale Strategien Die Core Facility unter der Leitung von Professor Dr. Dr. Thomas Thum fokussiert ihre Aktivitäten auf sogenannte microRNAs und andere regulatorische RNA-Moleküle, die selbst keine Erbinformation

Jahresbeginn 2014 an den Start gehen. Der Handlungsdruck sei groß, betont Dr. Schrem. Das große Ziel, die Qualität der Transplantationsmedizin messbar und nachweisbar zu verbessern und dadurch das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen, müsse möglichst zügig erreicht werden. „Solange wir das nicht erreicht haben, sterben weiterhin Menschen unnötig auf den Wartelisten“, stellt der Chirurg nüchtern fest.  kp

enthalten, aber die Genaktivität steuern. MicroRNAs modulieren Gen-Netzwerke und haben dadurch wichtige Auswirkungen auf die Entwicklung und Funktion verschiedener Zellen und Organe. Bei unterschiedlichen pathophysiologischen Vorgängen nach einer Organtransplantation, wie etwa die Vermehrung des Bindegewebes (Fibrose), sind diese RNAs offenbar direkt ursächlich beteiligt. Die Core Facility entwickelt Methoden, mit denen die deregulierten Gen-Netzwerke moduliert werden können und damit zukünftig zu völlig neuen Therapiestrategien bei transplantationsbegleitenden Erkrankungen sowie kardiovaskulären Erkrankungen führen könnten. Zusätzlich werden neue diagnostische Methoden entwickelt. kp

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10 bausteine für den erfolg

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„Ich kann wieder lachen“ Im Team zum Erfolg: Bei Transplantationen müssen viele Fachdisziplinen zusammenarbeiten. Zum Wohle der Patienten

V

or zehn Jahren habe ich mich das erste Mal mit dem Thema Transplantation beschäftigt. Aber dass es irgendwann mal so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht.“ Sandra Otto sitzt in dem Behandlungsraum der Lungentransplantationsambulanz. Die 35-Jährige hat in der MHH eine neue Lunge bekommen – vor 27 Tagen. Vor einer Woche wurde die Frau aus dem hessischen Lampertheim von Hannover in die Rehaklinik nach Bad Fallingbostel verlegt. Heute hat sie ihren ersten Kontrolltermin in der MHH. Sandra Otto leidet an zystischer Fibrose. Bei dieser auch Mukoviszidose genannten Erbkrankheit ist durch eine Fehlfunktion der Schleim in den Bronchien, aber auch der Bauchspeicheldrüse und im Dünndarm so zähflüssig, dass er die Organe schädigen kann. „Bis vor zehn Jahren hatte ich wirklich Glück“, sagt die 35-Jährige. Die Ärzte konnten ihre Krankheit mit Pillen im Griff behalten. Dann kam der erste Einbruch. Doch Sandra Otto erholte sich zunächst wieder. Bis vor zwei Jahren. „Da ging es rapide bergab.“ Sieben Klinikaufenthalte, ein Infekt nach dem anderen. Seit August 2012 hing sie an der Sauerstoffversorgung. Die studierte Betriebswirtin musste ihren Job aufgeben. Eine Lungentransplantation wurde unumgänglich. „Ich habe mich gut informiert – und dann für die MHH entschieden.“ Sandra Otto

Drei Fragen an ... … Prof. Dr. Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie sowie Sprecher des Sonderforschungsbereichs 738 Transplantationen sind immer multidisziplinär. Was ist das Wichtigste für eine erfolgreiche Zusammenarbeit?

konnte gleich von zwei Besonderheiten an der Hochschule profitieren. Die Patientin war so schwach, dass sie während des Transports nach Hannover mit Sauerstoff versorgt werden musste. „Frau Otto wurde mit einem spezialisierten interdispziplinären Team der MHH abgeholt, nachdem unsere Chirurgen im Heimatkrankenhaus eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) eingesetzt hatten“, erinnert sich Privatdozent Dr. Jens-Gottlieb, Oberarzt der Klinik für Pneumologie.

Der Patienten bleibt wach Die extrakorporale Membranoxygenierung wird nur in wenigen Kliniken in Deutschland als Organersatzverfahren bis zur Lungentransplantation angeboten. Mit diesem temporären Therapieverfahren können die Ärzte die Lungenfunktion nach einem akuten Lungenversagen ersetzen. Der Vorteil für den Patienten: Er muss nicht wie bei einer künstlichen Beatmung intubiert werden und kann daher wach bleiben. Über einen Zugang zum Blutsystem an der Leiste wird das Blut in eine tragbare Maschine, einem Oxygenator, gepumpt. Er filtert Kohlendioxid heraus und reichert das Blut mit Sauerstoff an, ehe es zurück in den Blutkreislauf fließt. Die MHH gehört europaweit zu den Kliniken mit den meisten ECMO-Erfahrungen – im Jahr 2012 wurde

Im Bereich der Forschung ist die gemeinsame Projektarbeit an einem übergeordneten Thema immer eine sehr stimulierende und fruchtbare Aufgabe. Im SFB 738 kommen Projektleiter aus neun Kliniken und Instituten zusammen, um das übergeordnete Thema „Optimierung konventioneller und innovativer Transplantate“ zu bearbeiten. Dabei geht es um die Verbesserung der Transplantationsmedizin wie Langzeittoleranz der Transplantate ohne immunsuppressive Medikamente, Verhinderung der Wiederkehr von Grunderkrankungen, die zum Transplantat führen, aber auch um die Entwicklung alter-

das Verfahren fast 200-mal eingesetzt, bei 175 Erwachsenen und 23 Kindern. Bei der Spenderlunge, die Sandra Otto implantiert bekommen hat, konnte die MHH eine zweite Neuerung anwenden – das Transportsystem OCS. Das Organ Care System ist ein mobiles Gerät, in dem Spenderorgane körperwarm transportiert, von Spenderblut durchflossen und mit Nährstoffen versorgt werden. Im Falle der Lunge wird das Organ noch zusätzlich beatmet. Dabei haben die Mediziner mehrere Stunden Zeit, um die Lungenfunktion zu beurteilen und zu verbessern: Sie können die Organe entwässern und Schleim absaugen. „So erreicht das Organ den Empfän-

nativer Transplantate. Wir dürfen nicht vergessen, dass die Transplantation solider Organe praktisch seit Jahrzehnten nahezu unverändert durchgeführt wird. Hier müssen neue Wege beschritten werden, um die große Lücke zwischen verfügbarer und notwendiger Anzahl von Spenderorganen zu schließen. Welchen Vorteil sehen Sie im IFB-Tx? Ein SFB ist eine Projektförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Das IFB ist eine Strukturmaßnahme des Bundesforschungsministeriums. Es sollen nicht spezifische Projekte gefördert, sondern Strukturen aufgebaut werden,


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Das integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum Transplantation 11

Zurück im Leben: Sandra Otto im Gespräch mit Dr. Jens Gottlieb (links) und Dr. Christian Kühn.

ger in einem deutlich besseren Zustand als bei der bisher üblichen kalten Lagerung“, sagt Privatdozent Dr. Gregor Warnecke, leitender Transplantationschirurg in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. 

Hand in Hand Sandra Otto weiß, dass sie alles richtig gemacht hat. Sie hat sich vom ersten Tag an hervorragend betreut gefühlt. „Ich wüsste nicht, was man besser machen könnte, auch Schwierigkeiten haben Ärzte und Pflegekräfte gut gemeistert.“ Alle – das sind bis zu 250 Menschen, von den Ärzten

die Forschung und Behandlung auf einem bestimmten Gebiet voranbringen – in unserem Falle beim IFB-Tx Strukturen für die Transplantationsmedizin. Der SFB 738 wird in besonderem Maße durch die vom IFBTX geschaffenen Strukturen an der MHH profitieren. Die Vorfälle in Göttingen werfen ihre Schatten auf die Transplantationsmedizin. Die Spenderzahlen gehen drastisch zurück. Was ist zu tun? Es muss mit allen Mitteln Vertrauen in die Transplantationsmedizin zurückgewonnen werden. Dabei muss vermittelt werden, dass fehlende Spenderorgane

und Pflegekräften der internistischen Disziplinen, der Chirurgie und der Anästhesie über Labormediziner, Assistenten und Dokumentare bis hin zu dem gesamten Rehabilitationsbereich. „Wir arbeiten hier schon immer multidisziplinär“, sagt der Pneumologe Dr. Gottlieb, „gemeinsam zum Wohl unserer Patienten.“ Dr. Christian Kühn, Oberarzt der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, stimmt zu: „Wir tauschen Erfahrungen aus, lernen voneinander – und das auf allen Ebenen, von Ärzten der verschiedenen Disziplinen über Intensivpflegekräfte bis zu Schwestern und Pflegern.“ Die Erfahrungen, die aus mehr als 25 Jahren

lebensrettende Therapieverfahren verhindern. Vor allem sind dabei unschuldige Patienten und ihre Angehörigen betroffen, die für die eingetretene Situation keinerlei Verantwortung tragen. Darüber hinaus muss die Aufarbeitung der eingetretenen Situation dazu genutzt werden, Strukturen zu schaffen, die in Zukunft sicherstellen, dass die Transplantationsmedizin als eine notwendige und lebensrettende Maßnahme anerkannt wird, bei der die Chancengleichheit, Gerechtigkeit und Transparenz für alle Betroffenen, vor allem die Patienten, sichergestellt werden. Interview: Stefan Zorn

Lungentransplantation und 1.700 solcher Eingriffe stammen, sind ein weiterer Garant für den Erfolg. „In allen Berufsgruppen haben wir enorme Expertisen angesammelt“, ergänzt Dr. Gottlieb. Im Jahr 2012 wurden an der MHH 135 Lungen transplantiert; dieses Jahr sollen es mehr als 140 werden. Damit ist die Hochschule Europas größtes Zentrum. „90 Prozent dieser Transplantationen führen wir minimal-invasiv durch“, erläutert Dr. Kühn. Mit dieser Schlüssellochtechnologie können die Chirurgen die Lunge über wenige kleine Schnitte entfernen und die neue implantieren – auch bei Sandra Otto. Gemeinsam sprechen Dr. Gottlieb und Dr. Kühn mit der Patientin gerade über ihre Fortschritte in der Reha in Bad Fallingbostel. Seit vier Jahren werden in Fallingbostel die MHH-Patienten nicht nur nach der Lungentransplantation, sondern auch schon davor betreut, um sie auf das Leben mit einem Spenderorgan einzustimmen. Die MHH-Ärzte sind mit Sandra Ottos Heilungsverlauf mehr als zufrieden. Die 35-Jährige freut sich auf die Adventszeit zu Hause. „Ich kann wieder lachen“, sagt sie. Die hervorragende Zusammenarbeit der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantationsund Gefäßchirurgie von Direktor Professor Dr. Axel Haverich und der Klinik für Pneumologie von Professor Dr. Tobias Welte sind nur ein Beispiel. Auch mit Kinderpneumologen und den (Kinder-)Kardiologen kooperiert die Klinik von Professor Haverich hervorragend. Schon im Namen der Station 85 zeigt sich, dass auch bei Nieren- und Lebertransplantationen Teamgeist vorherrscht. Die „Interdisziplinäre Transplantationsstation 85“ gehört zur Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirugie von Direktor Professor Jürgen Klempnauer. Patienten nach Leber- oder Nierentransplantation, aber auch nach Mehrfach- oder Kombinationstransplantationen werden dort vorrangig versorgt. Auf der Station sind auch Internisten der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen von Direktor Professor Dr. Hermann Haller und der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie von Professor Dr. Michael Manns vertreten. Im Team mit den Chirurgen versorgen sie die Patienten vor und nach dem Eingriff. Das gilt auch für die Behandlung von Kindern mit Nieren- oder Leberschädigungen. Dabei kooperieren die Chirurgen um Professor Klempnauer dann mit den internistischen Kollegen der Kinderklinik. stz


12 bausteine für den erfolg

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Sprungbrett für die Karriere Das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum will die berufliche Entwicklung der Beschäftigten besonders fördern. Drei Beispiele Ärztin mit Freiraum für Forschung: Dr. Anita Blanka Tryc Dr. Anita Blanka Tryc gehört seit der ersten Stunde zum IFB-Tx. Die Medizinerin kam nach ihrem Studium in Wrocław und Berlin Ende 2006 an die MHH. Seitdem forscht sie in der neurometabolischen Arbeitsgruppe (AG) von Professorin Dr. Karin Weißenborn, Oberärztin an der Klinik für Neurologie. Die AG hat zwei Schwerpunkte: Schlaganfall und metabolische Gehirnerkrankungen. Bei metabolischen Gehirnerkrankungen wird das Gehirn als Folge der im Körper auftretenden metabolischen Störungen wie beispielsweise Leber- oder Nierenversagen geschädigt. Zunächst beschäftigte sich Dr. Tryc mit dem Schlaganfall. „Mit dem IFB-Tx änderte sich der Schwerpunkt meiner Interessen“, sagt die junge Ärztin. Das erste Projekt im Rahmen des IFB-Tx beschäftigte sich mit dem Einfluss der Lebertransplantation auf die kognitive Leistungsfähigkeit, also auf die Denk- und Wahrnehmungsvorgänge der Patienten. Das IFB-Tx bot ihr optimale Bedingungen für ihre Arbeit. „Ich konnte abwechselnd in der Klinik und in der Forschung arbeiten. Das hat mich vorangebracht und resultierte in guten Publikationen“, sagt Dr. Tryc, die im nächsten Jahr ihre Facharztausbildung abschließen möchte. Die Rotation funktioniert auch jetzt gut, während der zweiten Förderphase des IFBTx. Zurzeit kann sich Dr. Anita Blanka Tryc

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gerade wieder voll der Forschung widmen – und kommt so Schritt für Schritt ihrer Habilitation näher. Eine neue Studie steht an. Diesmal geht es um die Folgen der Langzeittherapie mit Immunsuppression aufs Gehirn bei Patienten nach einer Lebertransplantation. Welche Immunsuppression führt zu kognitiven Störungen? Gibt es Dosisunterschiede? Führt die Immunsuppression zu strukturellen und metabolischen Veränderungen des Gehirns? Diese und weitere Punkte möchte die Wissenschaftlerin klären. „Das IFB-Tx ist schon etwas Besonderes“, sagt sie, wohl wissend, dass eine wirkliche Freistellung für die Forschung sonst nicht selbstverständlich ist. „Im Rahmen des IFB wird besonderes Augenmerk auf die Förderung der klinischen – also patientenorientierten – Forschung gelegt. Diese Art der Forschung ist normalerweise nur schwer finanzierbar.“ An dem Zentrum schätzt sie außerdem die

Dr. Tryc (links) bei der Arbeit: Zu ihren Studien gehören auch kognitive Tests mit Patienten.

neu entstandene beziehungsweise verbesserte Kooperation mit anderen Disziplinen. „Wir haben einen sehr engen Kontakt zu den Abdominalchirurgen, zu den Gastroenterologen und zur Tx-Ambulanz. Durch das IFB-Tx kommt frischer Wind herein, und Hierarchien werden aufgebrochen.“

Studentin forscht im Labor: Ulrike Hoffmann Ulrike Hoffmann studiert im siebten Semester Humanmedizin an der MHH. Seit August arbeitet sie als Doktorandin im Institut für Transplantationsimmunologie von Professorin Dr. Christine Falk; finanziert wird ihre Stelle über das IFB-Tx. Die Förderung von medizinischen Doktoranden ermöglicht es ihnen, während ihres Studiums – und damit sehr früh in ihrer Karriere – in die wissenschaftliche Forschung einzusteigen. Ulrike Hoffmann nimmt am StrucMed-Programm der Hannover Biomedical Research School (HBRS) teil, in dem die Studierenden neun Monate ihr Studium aussetzen, um in dieser Zeit ausschließlich im Labor tätig zu sein und dort ihre Doktorarbeit vorzubereiten. Die 24-Jährige hat sich als Thema den Einfluss immunsuppressiver Medikamente auf verschiedene Leukozytenpopulationen nach einer Transplantation ausgesucht. Die Wirkstoffe sollen verhindern, dass ein transplantiertes Organ vom Körper abgestoßen wird. Die Doktorandin erforscht dabei, welchen Einfluss die Medikamente auf ein

Demokratie gewünscht – die Gremien des IFB-Tx

Zum dritten Mal haben die Mitglieder des IFB-Tx über ihre Vertreter für die kommenden zwei Jahre abgestimmt. Die neuen Gremien nehmen am 1. Januar 2014 ihre Arbeit auf. Die rund 190 Mitglieder des IFB-Tx sind MHH-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die in Projekten des IFB-Tx eingebunden sind oder sich mit dem Thema Transplantationsmedizin befassen. „Unsere basisdemokratischen Strukturen sind ein Markenzeichen des IFB-Tx und die Voraussetzung dafür, alle mit ins Boot zu nehmen und Entscheidungen zu treffen, die von der Mehrheit getragen werden“, betont Dr. Cornelia Spalthoff, Geschäftsführerin des IFB-Tx. Der interne wissenschaftliche Beirat (Scientific Advisory Bord – SAB) hat die

Aufgabe, die wissenschaftlichen Aspekte im IFB-Tx zu organisieren. Der SAB überwacht die Projekte, die unter dem Dach des IFB-Tx durchgeführt werden. Er diskutiert und entscheidet über Forschungsprojekte und klinische Studien. Darüber hinaus begleitet der wissenschaftliche Beirat den Erfolg und die Karriere der Forscher innerhalb des IFB-Tx. Die Leiter der IFB-Tx-CoreFacilities und der Karriere-Manager des IFB-Tx nehmen an den SAB-Sitzungen teil und geben Anregungen und Ratschläge. Der SAB ist multidisziplinär aufgestellt, dem Beirat gehören Internisten, Pädiater, Chirurgen, aber auch Vertreter aus den theoretischen Fachbereichen an. Neben den gewählten Mitgliedern ist auch der Sprecher des integrierten Forschungs- und Behand-

lungszentrums Transplantation Mitglied des SAB. Zum öffentlichen Teil der SAB-Sitzungen sind alle IFB-Tx Mitglieder eingeladen. Neben dem wissenschaftlichen Beirat hat das IFB-Tx einen Verwaltungsrat (Management Board – MB). Er besteht aus den Leitern der klinischen und experimentellen Transplantationsabteilungen sowie dem Präsidenten und den beiden Vizepräsidenten der MHH als ständigen Mitgliedern. Erstmals ist auch eine Nachwuchswissenschaftlerin vertreten. Der Verwaltungsrat trifft vor allem strukturelle Entscheidungen über die Ausrichtung des IFB-Tx, während die Hauptaufgabe des SAB die Beibehaltung der wissenschaftlichen Exzellenz ist.


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Gute Teamarbeit: Study Nurse Katrin Stiehler (von links), Professor Lankisch und Assistenzarzt Dr. Torsten Voigtländer.

ganz bestimmtes Protein haben. „Durch das IFB-Tx bekomme ich einen interessanten Einblick in andere Projekte und Arbeitsgruppen. Das hilft mir, mein Thema in einen größeren Zusammenhang einzuordnen und

Ulrike Hoffmann erhält – gefördert durch den IFBTx – wertvolle Einblicke in die Arbeit im Labor.

Der externe wissenschaftliche Beirat (External Advisory Board – EAB) des IFBTx ist für die gesamte Förderperiode von fünf Jahren berufen und besteht derzeit aus zehn renommierten klinischen Wissenschaftlern aus Belgien, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Polen, der Schweiz und den USA. Er berät das IFB-Tx kritisch, entscheidet über die vom SAB begutachteten Projektanträge sowie über wichtige Änderungen in der Struktur des integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Transplantation. SAB und Verwaltungsrat werden durch die Geschäftsstelle des IFB-Tx (ManagementTeam) unterstützt. kp

besser zu verstehen“, sagt die angehende Medizinerin. Während ihres bisherigen Studiums hatte sie noch nicht die Möglichkeit, die Forschungsmethoden und die damit verbundenen praktischen Labortätigkeiten direkt kennenzulernen. Dabei steht ihr Dr. Christine Neudörfl, Biologin im Institut für Transplantationsimmunologie, zur Seite und leitet sie an. Neben der Arbeit im Labor besucht Ulrike Hoffmann immunologische Vorträge und Kolloquien, um sich ein breites Wissen anzueignen. „Damit erhalte ich eine sinnvolle Ergänzung zu meiner praktischen Ausbildung im Labor“, lobt sie das Programm. Geplant ist außerdem eine vom IFB-Tx angebotene Karriereberatung, die die junge Doktorandin bei ihrem Wunsch, Wissenschaft und praktische Medizin miteinander zu verbinden, unterstützen soll.

IFB-Tx erleichtert die Habilitation: Professor Dr. Tim Lankisch „Durch die Förderung des IFB-Tx können wir sehr viele wissenschaftliche Projekte verwirklichen“, erklärt Professor Dr. Tim Lankisch von der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. In jüngster Zeit ist es ihm und seinem Team in Zusammenarbeit mit der Firma Mosaiques und Professor Harald Mischak und Dr. Jochen Metzger gelungen, gleich zwei Methoden zur Früherkennung von Gallengangskrebs zu entwickeln. Die erste stellten die Forscher 2012 vor. Sie beruht auf einer Untersuchung von Gallensaft, der den Patienten während einer Endoskopie entnommen wird. An-

hand des Eiweißmusters in der Flüssigkeit kann festgestellt werden, ob ein bösartiger Tumor oder nur eine Entzündung des Gallengangs vorliegt. In diesem Jahr präsentierten die Wissenschaftler die zweite, für die Patienten wesentlich angenehmere Methode. Dabei müssen keine Proben aus dem Körper entnommen werden, es reicht eine Urinprobe. Auch dabei geben Eiweißmuster Auskunft über einen möglichen Tumor oder eine Entzündung. Weitere Biomarker zur Krebserkennung in der Galle und im Serum hat sein Team entdeckt und charakterisiert. Professor Lankisch kam 2002 als Arzt im Praktikum an die Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Während seiner Zeit als Assistenzarzt legte er 2009 die Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin und 2010 für Gastroenterologie ab. Parallel zu seiner klinischen Ausbildung setzte er seine mit der Promotion begonnenen Forschungen fort. Bereits seit 2008 wurde er dabei vom IFB-Tx gefördert. „Die Unterstützung hat auch einen großen Anteil an meiner Habilitation“, sagt Professor Lankisch. Die Habilitation schloss er 2011 ab, seit Oktober des vergangenen Jahres hat er eine W2-Professur für interventionelle Endoskopie inne. Der 40-Jährige leitet eine Arbeitsgruppe, der sechs Assistenzärzte, vier Doktoranden und eine Study Nurse angehören. „Gerade für junge klinische Wissenschaftler ist das IFB-Tx eine gute Sache“, stellt Professor Lankisch fest. Zukünftig möchte er seine Forschungen zur Krebsfrüherkennung noch weiter ausbauen und auch sein Team vergrößern.  tg/dr


14 bausteine für den erfolg

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Große Schätze der Forschung Die Schnittstelle zwischen Forschung und Klinik ist die klinische Studie. Sie beginnt mit einer guten Idee. Um sie zu realisieren, sind durchdachte Planung, strukturierter Aufbau und Qualitätssicherung unentbehrlich. Dies bietet an der MHH eine spezielle Plattform

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ie formuliert man Hypothesen? Wie viele Patienten werden benötigt, um eine belastbare Aussage zu erhalten? Wie sieht ein realistisches Budget aus? Solche Fragen müssen sich Wissenschaftler stellen, wenn sie eine klinische Studie beginnen – also Medikamente oder Therapien an Menschen auf ihre Wirksamkeit und Sicherheit überprüfen, um medizinische Behandlungen zu verbessern. Für die Planung und Begleitung klinischer Studien gibt es an der MHH für alle Wissenschaftler eine Plattform, die auch zahlreiche Forscher des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums Transplantation (IFB-Tx) nutzen. Hierzu wurde ein Expertenteam etabliert, das aus drei Einheiten besteht. Diese leiten Professor Dr. Armin Koch, Direktor des Instituts für Biometrie, Professor Dr. Heiko von der Leyen, Geschäftsführer des Hannover Clinical Trial Center (HCTC), und Professor Dr. Jens Jordan, Direktor des Instituts für klinische Pharmakologie. Speziell um die Organisation und Durchführung klinischer Studien in frühen Entwicklungsphasen (Phase I mit gesunden Probanden und frühe Phase II mit ersten Untersuchungen an Patienten) kümmern sich Professor Dr. Christoph Schindler und sein Team im Clinical Research Center Hannover (CRC), das im nächsten Jahr eröffnet wird. „Das CRC bietet personell und räumlich eine professionelle Studieninfrastruktur mit einem Qualitätssicherungssystem, das auch hohen industriellen Standards genügt“, sagt er. Alle diese Fachgebiete sind in Bezug auf klinische Studien miteinander vernetzt, kompetente und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit sind gefragt.

Gute Entscheidungen Zu Beginn einer klinischen Studie stehen die Konzept-, Finanzierungs-, und Logistikphase. „Es gilt, in einer Situation der Ungewissheit gute Entscheidungen zu treffen. Denn wenn man schon alles über ein neues Medikament oder eine neue Therapie wüsste, bräuchte man ja keine Studie mehr“, sagt Professor Koch. Die

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Leitfaden erscheint

Professor von der Leyen, Professor Koch und Professor Jordan erarbeiten derzeit in Absprache mit dem Präsidium der MHH einen „Leitfaden zur Durchführung wissenschaftlich initiierter klinischer Studien“. Sie werden diesen Leitfaden spätestens im Februar 2014 bei der Klausurtagung der MHH vorstellen.

Biometriker kümmern sich zunächst um das Studiendesign: Wie formuliert man eindeutig eine Forschungsfragestellung, welcher Endpunkt ist geeignet, und gibt es genug Vorwissen, um die notwendige Patientenzahl abzuschätzen? Auch danach ist Professor Koch oft ein wichtiger Ansprechpartner, wenn trotz guter Planung die Realität der Studiendurchführung Überraschungen bereithält, die eine Revision der Planungsannahmen erfordern. Am Ende hilft er bei der Auswertung und sachgerechten Interpretation der erhobenen Daten. „Wer klinische Studien erfolgreich durchführen will, muss einen langen Atem haben, denn schon von der Idee bis zum Studienstart vergehen manchmal mehrere Jahre. Gerade im Bereich der Erkrankungen im Zusammenhang mit der Transplantation, die zu den seltenen Leiden gehören, ist eine schnelle Rekrutierung

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nicht möglich“, sagt Professor Koch. „Jede erfolgreich abgeschlossene Studie ist ein großer Schatz.“ Professor von der Leyens Team kümmert sich zunächst um die Aufgabenverteilung bei der Realisierung der Studie, um den Finanzplan und die Logistik. „Es muss beispielsweise geklärt werden, wer wann welches Medikament wohin schickt“, erläutert er. Sind Konzept und Budget aufgestellt, geht es um Genehmigungen von Behörden, Stellungnahmen der Ethikkommission und korrekte Patienteninformationen. Auch das Studienprotokoll muss Gesetzen und Vorgaben wie denen der „Guten Wissenschaftlichen Praxis“ (GCP) genügen. Zu den Aufgaben des Teams gehört auch der Aufbau einer GCP-gerechten Datenbank für das Sammeln der Daten und bei manchen Studien zudem das Projektmanagement. Während der Studie müssen zur Qualitätssicherung auch die Daten vor Ort entsprechend einem Monitoringplan geprüft werden. „Die regelkonforme Erhebung, Bewertung und Meldung unerwünschter Ereignisse in klinischen Studien werden bei Behördeninspektionen besonders sorgfältig geprüft“, erklärt Professor Jordan. Die Vigilanzeinheit des Instituts für Klinische Pharmakologie unterstützt die klinischen Forscher in Fragen der Arzneimittel- und

Organe im Fokus der Forscher

Die vielen durchgeführten Organ- und Zelltransplantationen ermöglichten dem IFB-Tx, groß angelegte Studien zu Fragen der Transplantationsmedizin durchzuführen. In der zweiten Förderrunde gibt es sechs Forschungsschwerpunkte: OPEX – Organerhaltung und Ex-Vivo-Behandlung Koordination: Professor Dr. Axel Haverich Wie kann die Qualität von Organen während und nach der Entnahme erhalten bleiben? Wie kann sie durch Behandlung außerhalb des Körpers verbessert werden? Diesen Fragen widmet sich OPEX. CBT – Zellbasierte Therapien Koordination: Professorin Dr. Ulrike Köhl Ziel ist, zellbasierte Therapien zu entwickeln, mit

denen Patienten nach Transplantation individuell behandelt werden können. So soll die Toleranz gegenüber transplantierten Organen und Stammzellen verbessert, das Überwinden von schweren Infektionen und Krebserkrankungen verstärkt und das Überleben der Patienten erhöht werden. ISI – Immunsuppression und Immunüberwachung Koordination: Professorin Dr. Christine Falk In diesem Bereich sollen neue Marker identifiziert werden – für die Überwachung der Immunantwort von Empfängern gegen das transplantierte Organ sowie für die individuelle Einstellung der Immunsuppression nach Transplantation. Bei Stammzelltransplantierten Patienten soll die Immunantwort gegen übrig gebliebenes Empfängerknochenmark


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Gemeinsam für klinische Studien: Die Professoren Jens Jordan, Armin Koch und Heiko von der Leyen (von links).

Medizinproduktesicherheit in Studien fachspezifisch kompetent und in einem rechtlich abgesicherten Rahmen. Bundesweit einmalig besteht am Institut für Klinische Pharmakologie eine Professur für Arzneimittelsicherheit, und das Institut bietet zertifizierte Fortbildungen für alle an klinischen Prüfungen beteiligten Berufsgruppen an. Die Kurse entsprechen den Curricula der Bundesärztekammer und den Vorgaben

bestimmt werden, um ihren schützenden Effekt gegen das Wiederaufflackern der Leukämie verbessern zu können. Langfristig sollen diese Strategien in klinischen Studien umgesetzt werden. FIB – Mechanismen und Verhinderung von Fibrosen Koordination: Professor Dr. Dr. Thomas Thum Diese Forschungen widmen sich dem Verständnis und der Prävention von vermehrter Bindegewebsbildung (Fibrose) in transplantierten Organen. ECT – Endothelzellen in der Transplantationsmedizin Koordination: Professor Dr. Hermann Haller Dieser Schwerpunkt widmet sich dem Problem, dass transplantierte Organe neben der zellulä-

des Netzwerkes der Koordinierungszentren für Klinische Studien (www.mh-hannover. de/klinpharm-fortbildung.html); innerhalb der MHH haben bereits mehr als 1.000 Zertifizierungen stattgefunden.

Forscher nutzen Plattform Auch IFB-Tx-assoziierte Studien nutzen die Plattform. Beispielsweise BE-RELACS,

ren Abstoßungsreaktion auch vom humoralen Immunsystem abgestoßen werden, also von Antikörpern. Auch Antikörper gegen das Endothelsystem stehen im Fokus, da sie das transplantierte Organ ebenfalls schädigen können. CORE – Komplikationen und Rehabilitation Koordination: Professorin Dr. Dr. Anette Melk, Professor Dr. Michael Manns Ziel aller Projekte im CORE-Bereich ist die Verbesserung des Patientenüberlebens. Dazu werden Studien zur Reduktion von schwerwiegenden Begleiterkrankungen nach Transplantation durchgeführt, aber auch die Auswirkung der Transplantation auf die Lebensqualität und kognitive Entwicklung bei Kindern untersucht. bb

bei der die Wirkung zweier Immunsuppressiva auf das Immunsystem miteinander verglichen wird. PD Dr. Cornelia Blume und Professor Dr. Hermann Haller, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, koordinieren sie. Ein zweites Beispiel ist die Studie RIACT. Sie dreht sich um ein neues Medikament zum Erhalt transplantierter Nieren im Körper des Patienten. Die Nephrologen Dr. Lena Schiffer, Professor Dr. Wilfried Gwinner und Professor Dr. Mario Schiffer entwickelten sie maßgeblich. Mit der Studie Fluad-Tx, die Dr. Karsten Wursthorn und Professor Dr. Michael Manns aus der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie bereits abgeschlossen haben, konnten die Forscher beweisen, dass Grippeimpfungen bei transplantierten Patienten sicher und wirksam sind. Bei der CLAraC-Studie werden zwei neue Therapieschemata untersucht. Es geht dabei um Patienten, für die aufgrund einer bestimmten Form der Leukämie beziehungsweise wegen fortgeschrittenen speziellen Erkrankungen des Knochenmarks die Transplantation von gespendeten Stammzellen angezeigt ist. Die multizentrische Studie leitet Dr. Gernot Beutel, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation. bb


16 Namen und Nachrichten

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Liebe Leserinnen und Leser, zubildenden. Dank der konsequenten die MHH durchläuft bewegte Zeiten. In Aufbauleistung der früheren Vorstände Schlaglichtern: Das Defizit aus dem Vorund der vielen wertvollen Beiträge der jahr ist weiter angewachsen; im Bereich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Forschung und Lehre geschah der Vorwir heute einen hervorragenden Ruf. standswechsel zum April 2013, im Bereich Wirtschaftsführung und Administration • Eine Universität vermittelt Wissen und ist ein Ort neuer Erkenntnis. Wiswird er notwendig ab Februar 2014. Und sen kann nur vermitteln, wer seine das alles angesichts von Rekordzahlen in Grenzen kennt und zu überschreiten der Lehre (Medizin, Zahnmedizin und nunversucht. Daher muss Lehre mit Formehr sechs Masterstudiengänge), Forschung vereint werden. Jährlich über schung (wissenschaftliche Drittmittelein250 Promovierende in allen Bereichen werbung mit höchstem Aufkommen pro der Lebenswissenschaften und über Lehrstuhl), Krankenversorgung (höchster 30 Habilitierende zeichnen Case-Mix-Index aller Zeiten, ein schönes, international höchste Bettenauslastung) geschmücktes Bild unseres und Verwaltung (zuminkreativen Potenzials. Neue dest geschätzt: höchste Erkenntnisse über die UrZahl der zu bearbeitenden sachen und Auswirkungen Projekte pro Mitarbeiter). menschlicher Erkrankungen, Zudem verzeichnen wir eine grundlegend neue Therabemerkenswerte öffentlipiewege oder wertvolle che Wahrnehmung insbeOptimierungen etablierter sondere aufgrund unseres Verfahren, tiefe Einblicke in hervorragenden Leistungsdie psychosozialen und gespektrums, das neben der MHH-Präsident Professor Dr. sellschaftlich-ökonomischen „klassischen“ Hochleis- Christopher Baum Konsequenzen, das alles fintungsmedizin auch viele det sich im bunten und tiefgründigen andere medizinisch und gesellschaftlich Spektrum der akademischen Leistungen relevante Themen umfasst. unserer Hochschule. Für jeden der mehr Höchstleistung einerseits, begrenzte als 3000 Studierenden sowie mehr als Ressourcen andererseits. Das gilt nicht 1000 Nachwuchswissenschaftlerinnen nur für die Klinik, sondern auch für den und Nachwuchswissenschaftler, ÄrztinBereich Forschung und Lehre. Der Landesnen und Ärzte gibt es täglich mehr als zuschuss, einst gut bemessen, kann mit genug Ansporn, eigene Ideen zu entunserem raschen Wachstum nicht Schritt wickeln und mit anderen zusammen halten. Die Drittmittel, mittlerweile in Teams zur Umsetzung guter Gedanken der Summe nahezu auf Augenhöhe mit zu gründen. den flexibel verfügbaren Landesmitteln, decken nicht mehr ihre Folgekosten in • Die Universitätsklinik positioniert sich als Vorreiterin einer modernen und Verwaltung, Gebäude- und Energiemaleistungsfähigen Medizin, die sich Aufnagement. Nun ist Ökonomie gefragt; algaben stellt, auch wenn andere bereits lerdings nicht interpretiert als die vielseitig aufgeben. Hier sehen wir eine dopverfluchte „Ökonomisierung“ der Medipelte Aufgabe der Universitätsmedizin zin, sondern als die Kunst, mit begrenzin Wissenschaft und Gesellschaft und ten Ressourcen sorgsam umzugehen und insbesondere der MHH: die Grenzen dabei den Kernauftrag der akademischen des aktuellen Stands der Heilkunst zu Medizin nicht zu vernachlässigen. Aber erkennen und neue Wege zu suchen, worin besteht dieser Kernauftrag? bislang als unlösbar beschriebene Probleme anzugehen. • Die Einheit von Forschung, Lehre und Krankenversorgung ist unsere AnSomit unterscheidet sich die Univertriebskraft und Existenzberechtigung. Gegründet 1965, kommen wir nun ins sitätsmedizin der MHH vielfach und we49. Jahr unserer Existenz. Das Konzept sentlich von der Medizin des nicht-akadeder Gründergeneration geht auf: Die mischen „Maximalversorgers“: Forschung, MHH hat einen interaktiven Gesund- Entwicklung und Weiterbildung finden in heitscampus geschaffen, zum Wohl diesem Ausmaß nur an Universitätsklinika der Patienten, Studierenden und Aus- statt und schaffen damit ein Arbeitsumfeld,

das einen besonderen Wert darstellt. Aber eben auch mehr als das Übliche kostet.

Gegenwind und Rückenwind Leider hat die Werthaltigkeit der Universitätsmedizin seit Einführung der Fallpauschalen massiv gelitten. Fallpauschalen bieten Erlöse für Leistungen gemessen am Durchschnitt der Fälle. Sie sind auf ökonomische Optimierung getrimmt und lassen in den Prozessen keinen Raum für Reflektion und Erkenntnis. Man misst die Universitätsmedizin mit einem Maß, das ihr nicht gerecht werden kann. Die Fallpauschalen schaffen so über die Jahre anwachsenden Gegenwind, der die Universitätsmedizin austrocknet und erodiert. Allerdings helfen Klagen hier nicht weiter. Politische Aktion und anhaltende Überzeugungsarbeit sind gefragt und zeigen erste Erfolge, das Finanzierungssystem zu verbessern. Aber nichts passiert hier von alleine. Das kommende Jahr wird entscheiden, ob die Universitätsmedizin einen Systemzuschlag zur Kompensation ihres Mehraufwands erhält. Wir MHHler müssen alles dafür tun, diese Wende in unserem Gesundheitssystem zu unterstützen. Wir kennen die Probleme, wir sehen die Patienten, die betroffenen Familien; wir haben die besten Argumente für die bessere Vergütung der Leistungen, die wir erbringen. Wir können auf den Rückenwind jedoch nicht tatenlos warten. Wir müssen ihn selbst erzeugen.

Systemfaktoren und Hausgemachtes Rückenwind erzeugen können wir nur, indem wir die Bereitschaft für eine tief greifende Ursachenanalyse aufbringen. Wir dürfen uns nicht hinter starken Leistungszahlen oder der viel beschworenen, aber anonymen Schuldenschraube verstecken. Wir müssen die Systemfaktoren und hausgemachte Probleme klar auseinanderhalten. Systemfaktoren kann man nur mit politischer Arbeit angehen. Hausgemachte Probleme haben wir hingegen eindeutig selbst in der Hand. Das Präsidium hat daher seine Analysen der vielen Bereiche der Hochschule und Klinik verstärkt und befindet sich in zahlreichen, intensiv geführten und individuell gestalteten Dialogen, um Fehler in den Arbeitsabläufen, unsachgemäßen Ressourceneinsatz oder Nachlässig-


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keiten in der Erlösgestaltung aufzudecken. Senat und Hochschulrat unterstützen das Präsidium auf diesem Weg, wie Professor Sorg, der Vorsitzende unseres Hochschulrats, gerne bekräftigt: „Der Hochschulrat unterstützt nachdrücklich die Bemühungen des Präsidiums, die derzeit schwierige finanzielle Situation der Medizinischen Hochschule zu bewältigen.“ 2014 wird somit hoffentlich das Jahr, in dem zum ersten Mal seit 2010 die Defizitdynamik gestoppt, das Ruder gedreht werden kann. 2014 muss das Jahr der Konsolidierung werden nach langen Phasen des Wachstums, ohne dass die wesentlichen Erfolge des Aufbaus leiden. Genau darin besteht die große Herausforderung: neue Großprojekte wie das klinische Studienzentrum (CRC, eröffnet im Frühjahr 2014) oder das niedersächsische Zentrum für Implantatforschung (NIFE, eröffnet 2015) konsequent umzusetzen; den Aufbau der vergangenen Jahre weiterzuentwickeln, darunter das TWINCORE sowie die Neubauten des Hans-Borst-Zentrums und des Pädiatrischen Forschungszentrums; und zugleich die klassischen Domänen der MHH zu unterhalten, sofern die Musik darin noch so spielt wie zu den besten Zeiten. Bei diesen für das künftige Profil entscheidenden Aufgaben wird die MHH ihre Partnerschaften mit universitären und außeruniversitären Partnern der Region ausbauen. Vorrangig zu nennen sind hier das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, das Fraunhofer Institut für Toxikologie und Experimentelle

Namen und Nachrichten 17

Medizin, die Leibniz Universität Hannover und die Tierärztliche Hochschule, aber auch regionale Krankenhäuser wie die Kliniken der Diakonie.

Region, Stadt und Gesellschaft Nicht nur deswegen schätzen wir uns glücklich, die MHH in guter Umgebung und auf gutem Grund zu wissen. Die Stadt Hannover ebenso wie das Land Niedersachsen haben sich in der Vergangenheit und auch unter den neuen Regierungen klar zu uns bekannt. Das heißt jedoch nicht, dass wir beliebig agieren können. Vielmehr befinden wir uns in einem aktiven Dialog des Gebens und Nehmens, indem wir die Bedürfnisse der uns tragenden Gesellschaft erkennen. Zugleich geben wir der Gesellschaft neue Impulse, sofern wir dazu in Lehre, Forschung und Krankenversorgung die notwendige Grundlage schaffen konnten. Als zweitgrößte Universität und zweitgrößter Arbeitgeber der Stadt ist die MHH ein bedeutender Faktor in Wirtschaft und Gesellschaft. Kernthemen unserer Arbeit sind neben den klassischen Feldern der Gesundheit zunehmend auch die Integration internationaler Kulturen und individueller Diversität.

Zeit der Reife In gut einem Jahr werden wir 50 Jahre alt. Die beginnende Zeit der Reife und die Vorbereitung auf dieses besondere Jubi-

läum sollten wir nutzen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und unsere Identität noch besser zu akzentuieren. Die Förderer der MHH haben seit Langem das Besondere unserer Hochschule erkannt und immer gerne unterstützt. Wir danken allen, die uns mit Rat und Tat wohlwollend begleiten. Zuvorderst zu nennen ist im Jahr 2014 die Gesellschaft der Freunde der MHH. Sie wird im Mai, und damit bereits zwölf Monate vor uns, ihren 50. Geburtstag erleben und hat damit allen Grund, ihre besonders nachhaltige und extrem wertvolle Unterstützung unserer Hochschule zu feiern. Wir danken auch jeder und jedem, die uns mit ehrlicher Kritik begegnen und auf diese Weise weiterhelfen. Auch intern sind wir aufgerufen, in den anstehenden, nicht einfachen Zeiten eine Allianz der Freunde zum Wohl unserer Hochschule und Universitätsklinik zu bilden. 2014 wird kein einfaches Jahr. Aber bestimmt ein Jahr, in dem wir viel über die MHH lernen werden und die besondere Chance haben, unsere großen Stärken in Lehre, Forschung und Krankenversorgung auf eine solide, für die kommenden Jahre sorgsam gestaltete Basis zu gründen.

Ihr

Prof. Dr. Christopher Baum Präsident


18 Namen und Nachrichten

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Welch’ Fundus: 80 Jahre MHH! Die Professoren Peest und Haubitz sind seit 40 Jahren an der Hochschule

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inder, wie die Zeit vergeht! 40 Jahre MHH sind ja schon eine ganze Menge. Was sind dann zweimal 40 Jahre Medizinische Hochschule? Die Professoren Bernd Haubitz und Dietrich Peest schauen sich an und müssen schmunzeln: eine halbe Ewigkeit! Und dann sprudelt es nur so aus ihnen heraus: Wie es war 1973. „Wir gehörten zu den ersten Jahrgängen, für die der klinische Betrieb und die Lehre komplett auf dem Roderbruch liefen“, erinnert sich Professor Haubitz. Die MHH war gerade mal acht Jahre alt. „Da war noch die Gründungsatmosphäre zu spüren – eine besondere Form der Multiprofessionalität.“ Geprägt durch den naturwissenschaftlichen Ansatz aus der Schulzeit war es für die jungen Studenten etwas völlig Neues, als die Professoren Karl Peter Kisker und Erich Wulff Psychiatriepatienten in ihren Vorlesungen vorstellten und auch die Stationsschwestern zu Wort kommen ließen. „Da kamen wir mit unserem Formeldenken nicht weiter“, betont Professor Haubitz. „Das waren erzieherische Einschnitte, die bis heute nachhallen.“ „Schon damals haben mich die ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen an der MHH fasziniert“, meint Professor Peest. In seinen Anfangsjahren hatte er noch den Vergleich zum Oststadtkrankenhaus. „Da ging es erheblich gemächlicher zu als an der MHH.“ Überhaupt: die Beschleunigung. Die Studenten von damals hatten noch viel mehr Zeit, meinen die beiden unisono. Zum Beispiel das freie Jahr für die Doktorarbeit. Doch der größte Einschnitt überhaupt, der größte Beschleuniger? „Das war die Einführung des Computers“, sagt Professor Peest. „Davor waren das Stethoskop und der Kuli unsere wichtigsten Handwerkzeuge.“ Der PC habe die Arbeit wirklich revolutioniert. „Zunächst haben wir uns Erleichterungen versprochen“, bekommen habe man aber Mehrarbeit und – zugegebenermaßen – auch mehr Einblicke. „Heute bestimmt der Rechner die Arbeitweise unserer Assistenzärzte“, sagt der Oberarzt, der als Internist in der Hämatologie arbeitet. Genau darin sehen beide aber ein Problem. „Die Hinwendung zum Patienten kann dadurch zu kurz kommen“, mahnen sie. Haubitz erinnert sich daran, dass der Medizinische Informatiker Professor Peter Reichertz in seinen Vorlesungen zwei

Zurück zu den Wurzeln: Die Professoren Haubitz und Peest (rechts) im Hörsaal A.

grundlegende Veränderungen prophezeit hatte, „für die wir ihn damals für verrückt erklärt haben. Zum einen sagte er voraus, dass der Computer in den nächsten 40 Jahren das Berufsleben auf den Kopf stellen wird. Zum anderen, dass Röntgenbilder in Zukunft durch den Computer erzeugt werden.“ Heute weiß Haubitz, Oberarzt in der Neuroradiologie, wie recht Reichertz behalten sollte.

Mehr Zeit für Gespräche Und noch etwas hat sich in den vergangenen 40 Jahren grundlegend geändert: die Patienten. „Früher haben sie selbst mir als jungem Assistenzarzt alles geglaubt“, erinnert sich Professor Peest. Heute fühlten sich die meisten durch eine Internetrecherche sehr gut informiert. „Sie sind kritischer. Der Arzt bräuchte viel mehr Zeit für Gespräche, um auch auf Fehlinformationen aus dem Internet eingehen und ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können.“ Für Patienten und Ärzte gelte gleichermaßen: „Sie müssen heute mit viel mehr Wissen umgehen.“ Und Professor Haubitz spitzt noch zu: „Auch die Kommunikation unter den Ärzten leidet heute unter der Zeitnot.“ Denn es müssten immer mehr Patienten pro Zeiteinheit behandelt wer-

den. „Da bleibt weniger Zeit zum fachlichen Austausch – und zum Nachdenken.“ Die beiden Professoren schauen sich an und müssen erneut schmunzeln. „Das klingt jetzt wieder nach: ,Früher war alles besser.’ Aber das meinen wir so gar nicht“, sagt Peest. Früher, da war die MHH viel kleiner: „Als ich 1976 für den AStA die Hochschule plakatiert habe, brauchte ich nur halb so viele Plakate wie heute, wenn ich den Campus für den Hochschulverband plakatiere“, sagt Professor Haubitz, der auch dem Senat angehört. Dass die MHH eine so rasante Entwicklung genommen hat, erklärt er mit der „besonderen emotionalen Energie“, die bei den Mitarbeitern vorhanden sei. Und für die Zukunft? „Wir sind an der Leistungsgrenze“, meint Professor Haubitz. „Die Gesellschaft muss sich klar werden, dass die exponierten Leistungen der universitären Medizin entsprechend entlohnt werden müssen.“ Professor Peest möchte zudem den jungen Studierenden noch etwas mit auf ihren Weg geben: „Studieren Sie aus Interesse an den Studieninhalten und nicht nur mit dem Ziel der Prüfungen im Blick.“ Ein Fazit aus 80 Jahren an der Hochschule, auf das sich beide Professoren sofort einigen können: „Wir sind stolz darauf, ein Teil der MHH zu sein.“ stz


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So kommt der Kater in die Muskeln Sport war bei der diesjährigen MHH-Vorlesung der KinderUniHannover das Thema

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und 300 Kinder kamen am 29. Oktober in den Hörsaal F, um alles über Sport zu erfahren. „Was macht der Kater in den Muskeln?“ war das Thema der diesjährigen Vorlesung der KinderUniHannover in der MHH. Professor Dr. Uwe Tegtbur erklärte den Acht- bis Zwölfjährigen anschaulich, warum Bewegung gut tut, körperliches Training nicht nur für die Arm- und Beinmuskeln wichtig ist, sondern auch das Herz stark macht, und was es mit dem Muskelkater auf sich hat. „Er entsteht, wenn man winzige Risse in den Muskeln bekommt. Dann brauchen die Muskeln eine Woche Erholung sowie Eiweiß zum Wachsen. Und anschließend sind sie dann kräftiger“, sagte der Direktor des Instituts für Sportmedizin. Die Kinder erfuhren auch, dass man beim Sprinten doppelt so viel Energie verbraucht wie beim Dauerlauf und dass das Herz etwa fünf Liter Blut pro Minute durch den Körper pumpt. „Vor zehn Jahren haben Jungs noch mehr Sport im Alltag gemacht als Mädchen. Aber nun ist das nicht mehr so, weil sie lieber vor dem Computer sitzen“, erzählte Professor Tegtbur. Er hatte Annika Hollender als Gast mitgebracht: Die 17-jährige Handball-Spitzensportlerin berichtete von ihrem Stundenplan und Alltag auf dem Sportinternat. Neben weiteren Mitarbeitern der Sportmedizin unterstützte auch Anna Holze die Vorlesung: Sie trat für die Kinder in die Pedale, um zu zeigen, wie schnell der Puls schlagen kann. bb

Professor Tegtbur erklärt, dass bei Anna Holze aus dem Team der Sportmedizin ein Sensor den Sauerstoffverbrauch während des Radfahrens misst.

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Die KinderUniHannover feierte zehnten Geburtstag

Der zehnte Geburtstag ist ein ganz besonderer Grund zum Feiern. Das weiß jedes Kind. Und so nahmen rund 500 Mädchen und Jungen gemeinsam mit ihren Eltern die Einladung der fünf Hochschulen aus Hannover zum Feiern der zehnten Vorlesungsreihe der KinderUniHannover (KUH) am 9. November in die Leibniz Universität gern an. Im Lichthof konnten sie ein spannendes und unterhaltsames Nachmittagsprogramm rund um Wissenschaft genießen. Als besondere Geburtstagsgäste boten Lilli Löwenmaul und Claudius Immergrün eine Bühnenshow, anschließend standen zahlreiche Experimente zum Mitmachen bereit. Die MHH war sogar mit zwei Aktionen dabei: Torge Wittke aus dem MHH-Institut für Sportmedizin hielt gemeinsam mit Diana Gimpel zwei sehr unterhaltsame Mitmach-Vorlesungen zum Thema Sport. Martina Toussaint, Leiterin der Pflegekräfte aus der MHH Notfallaufnahme, sowie ihr Stellvertre-

ter Tobias Lamprecht gipsten im kleinen Lichthof pausenlos zahlreichen Kindern Hände und Arme ein und erklärten das richtige Anlegen von Verbänden. Auch die anderen Hochschulen steuerten ein buntes Programm bei.  bb

Martina Toussaint gipste Kindern den Arm ein.

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20 Namen und Nachrichten

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Nah dran Der Verein „Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher“ besteht seit 25 Jahren

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inder mit Nierenerkrankungen werden an der MHH medizinisch und pflegerisch bestens versorgt. Neben der modernen interdisziplinären und kindgerechten Hochleistungsmedizin finden betroffene Familien aber auch soziale Unterstützung: Die „Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e. V.“ setzt sich mit viel Engagement für das Wohl der kranken Kinder sowie ihrer Eltern und Geschwister ein. In diesem Jahr feiert der Verein sein 25-jähriges Bestehen. Als der Verein 1988 gegründet wurde, gab es an der Hochschule erst seit wenigen Jahren eine eigenständige Kinderdialyse und eine Transplantationsambulanz in der Kinderklinik. Seitdem haben sich die Möglichkeiten der Diagnostik und Therapie rasant entwickelt. Immer jüngere und auch schwer kranke Kinder können behandelt werden und überleben. „Gerade im Bereich der Transplantation gibt es wahnsinnige Fortschritte“, sagt Clemens Brauner, Vorsitzender der Selbsthilfe. Außer ihm sind drei weitere Eltern im Vorstand aktiv. Familie Brauner ist selbst betroffen. Ihre Töchter Miriam und Juliane leben beide mit einer

Ab in die Berge: Eine Ferienfreizeit auf dem Ederhof bleibt für viele Kinder unvergessen.

transplantierten Niere. Und auch alle anderen 125 Mitgliedsfamilien haben ein nierenkrankes Kind. Erfahrungen mit Nierenerkrankungen, Dialyse und Transplantationen gibt es in dem Verein mehr als genug. Diese auszutauschen ist eines der Ziele der Selbsthilfe. „Durch gemeinsame Aktivitäten bieten wir den Kindern, Eltern und Geschwistern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen“, erklärt Brauner. Dabei haben sich die Bedürfnisse der Eltern im Laufe der Jahre sehr geändert. „Früher standen sachliche Informationen im Vordergrund. Inzwischen holen sich die Eltern viel Wissen aus dem Internet. Heute ist dafür der Wunsch nach zwischenmenschlichem Kontakt größer. Wir müssen mehr psychologische Probleme auffangen.“

Freizeiten und Seminare In der pädiatrischen Nephrologie der MHH werden pro Jahr rund 800 Kinder behandelt. 2012 bekamen 17 Kinder durch eine Transplantation eine neue Niere. Die erste Berührung mit der Selbsthilfe haben die meisten Mütter und Väter während des Eltern-Cafés, das der Verein einmal im Monat anbietet. Highlight für viele Vereinsmitglieder ist alle zwei Jahre die Familienfreizeit auf dem Ederhof in Tirol, dem einzigen Rehabilitationszentrum in Europa, das sich speziell um organtransplantierte Kinder und ihre Angehörigen kümmert. Auch die Familienwochenenden in Mardorf und Ausflüge für die Kinder kommen gut an. Darüber hinaus bietet der Verein Seminare für Geschwister und seit Kurzem auch für Mütter an. „Dort bekommen sie viele Impulse zum Umgang mit ihrer Verzweiflung und Wut, aber auch mit ihrem Ausgebranntsein“, erklärt Susanne Weise. Sie ist Schriftführerin des Vereins und hat im Herbst am ersten Mütterseminar, das von einer Sozialpädagogin und einer Psychotherapeutin begleitet wurde, teilgenommen. Die „Selbsthilfe nierenkranker Kinder und Jugendlicher e.V.“ – www.nieren kinder.de – kümmert sich auch darum,

Prominenter Unterstützer des Vereins: Kabarettist Matthias Brodowy.

dass es den Kindern trotz ihrer Krankheit in der Kinderklinik möglichst gut geht. So finanzierte der Verein ein Spielzimmer, Elternbetten und eine Stationsküche. Außerdem sorgt er dafür, dass zweimal pro Woche eine Musiktherapeutin mit den jungen Patienten musiziert. Da die MHH auf die Behandlung nierenkranker Kinder spezialisiert ist, werden hier Kinder aus ganz Deutschland therapiert. Um auch deren Eltern zu ermöglichen, während des stationären Aufenthalts nah bei ihrem Kind zu bleiben, hält der Verein zwei Eltern-Appartements auf dem MHH-Gelände bereit.

Schirmherr mit Humor Für die Zukunft wünscht sich Brauner, dass sich die räumliche Situation für Kinder und Eltern auf den Stationen verbessert und das sozialpädiatrische Zentrum für organtransplantierte Kinder Wirklichkeit wird. Und noch etwas liegt ihm am Herzen: die Organspende. Er nutzt jede Gelegenheit, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen. Seit der Jubiläumsfeier im September hat der Verein einen prominenten Unterstützer: Der Kabarettist Matthias Brodowy hat die Schirmherrschaft übernommen. Brauner ist begeistert von der Persönlichkeit Brodowys: „Er steht uns seit vielen Jahren nahe, ist unkompliziert und hat Tiefgang. Er ist einfach ein toller Botschafter für uns.“  tg

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Namen und Nachrichten 21

Professor Dr. Abel Viejo-Borbolla

Neu an der MHH Abel Viejo-Borbolla (39) ist seit dem 1. September Juniorprofessor (W1) für Experimentelle Virologie. Ganz neu ist die MHH für ihn allerdings nicht: Nach dem Studium der Biologie in Madrid und Leeds promovierte er an der Universität Liverpool. Sein Doktorvater war Professor Dr. Thomas Schulz, der heutige Direktor des MHHInstituts für Virologie. Er „holte“ den jungen Wissenschaftler auch nach Hannover. Von 2000 bis 2004 beendete Viejo-Borbolla am Institut für Virologie zunächst seine Promotion und arbeitete dort anschließend als Post-Doc. Während dieser Zeit forschte er vor allem an dem Herpesvirus, das Kaposi Sarkome verursacht (KSHV). Das Kaposi Sarkom ist eine Krebserkrankung, die vor allem im Zusammenhang mit AIDS auf-

tritt. 2004 ging er wieder zurück in sein Heimatland Spanien und arbeitete – unterbrochen von einem einjährigen Forschungsaufenthalt in New York – bis 2013 am Centro de Biología Molecular Severo Ochoa in Madrid. Dort beschäftigte er sich mit Pox- und Herpesviren. Dabei interessierte ihn vor allem, wie diese Viren mit dem Immunsystem interagieren. Am MHH-Institut für Virologie wird das Varicella Zoster-Virus Gegenstand seiner Forschung sein. Dieses Herpesvirus verursacht in der Ersterkrankung Windpocken und in der selteneren Zweiterkrankung Gürtelrose. Das Virus verbleibt aber im peripheren Nervensystem. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung tragen es in sich. Nur in einigen Fällen kommt es nach vielen Jahren zu der Zweiterkrankung in Form von Gürtelrose, die sehr schmerzhaft sein kann. Gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe möchte Professor ViejoBorbolla herausfinden, wie das Virus in die Zellen des peripheren Nervensystems gelangt und welche Rolle die Proteine dabei spielen. Außerdem interessiert den Wissenschaftler, wie das Virus bei Gürtelrose Schmerz verursacht. Diesen Mechanismus möchte er aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erforschen.  tg

Lehrer erleben Spitzenforschung Exzellenzcluster laden zur Herbstakademie

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ritte Runde der Herbstakademie: Die Wissenschaftler der beiden hannoverschen Exzellenzcluster REBIRTH (Von Regenerativer Biologie zu Rekonstruktiver Therapie) und QUEST (Quantum Engineering and Space-Time Research) gaben im Oktober 33 Lehrerinnen und Lehrern aus ganz Niedersachsen einen Einblick in ihre Forschung. Gymnasiallehrer sowie Lehrer berufsbildender Schulen der Fächer Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und Informatik, aber auch Lehrer mit den Schwerpunkten Politik- und Wirtschaftswissenschaften nahmen an den Workshops und Führungen zu aktuellen Forschungsprojekten der Exzellenzcluster teil. In den MHH-Laboren konnten sie beispielsweise den Wissenschaftlern bei der Herstellung von pulsierenden Herzgeweben über die Schulter schauen, mit den Forschern über die Perspektiven und Grenzen der Stammzellforschung diskutieren und auch selbst die Pipette in die Hand nehmen. „Wir erhoffen uns, dass die Lehrerinnen und Lehrer unsere und ihre Begeisterung für die For-

Im Labor: Dr. Tobias Cantz bereitet mit der Lehrerin Katharina Baack Zellen zum Mikroskopieren vor.

schung in die Schulen tragen und so das Interesse der Schülerinnen und Schüler für naturwissenschaftliche Fragen wecken“, sagt Professor Dr. Axel Haverich, Sprecher des Exzellenzclusters REBIRTH und Initiator der Herbstakademie. Ziel ist es, den Lehrerinnen und Lehrern Anregungen für den Unterricht zu geben und so langfristig Schülerinnen und Schüler für die Wissenschaft zu begeistern und für ein Studium der sogenannten MINT-Fächer (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) zu gewinnen. Die Herbstakademie fand in Kooperation mit dem niedersächsischen Kultusministerium und uniKIK, dem Schulportal der Leibniz Universität Hannover, statt.  ck


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Zertifikat für Gesundheitsprojekt Beschäftigte freuen sich über einen Bonus von der AOK – und machen weiter

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Inspektionen zu Festpreisen! Wir informieren Sie gern.

ie MHH kümmert sich aktiv um die Gesundheit ihrer Beschäftigten. Im Sommer startete das hochschulweite Projekt „Fit for Work and Life“, und im Herbst begann die Studie „Rebirth aktiv für Frauen“, ein präventives Trainingsprogramm für Mitarbeiterinnen zwischen 45 und 65 Jahren. Mit einem schon länger andauernden dritten Programm konnte die Hochschule jetzt einen ersten Erfolg ernten: Sie bekam von der AOK das Zertifikat „AOK-Bonus für Gesundheitsförderung“. Die Geschäftsbereiche I bis IV – das sind Personal und Recht, Finanzen, Technik/Gebäude und Logistik – hatten an dem Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung teilgenommen. Den Erfolg honorierte die AOK mit 45.000 Euro. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels möchte die MHH dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten gesund bleiben und ihre Arbeit möglichst lange bewältigen können. „Mit dem AOK-Programm sind wir auf dem richtigen Weg“, sagt Michael Born, Leiter des Geschäftsbereichs I. In den Geschäftsbereichen I bis IV arbeiten 1.100 Menschen. Das vorrangige Ziel des Programms war es, die Bedingungen am Arbeitsplatz zu verbessern und die Fehlzeiten zu senken. Eineinhalb Jahre lang wurde in 14 Teilprojekten daran gearbeitet, wurden Arbeitsplätze begutachtet und Beschäftigte befragt, um Abläufe zu optimieren und die Arbeitssituation so zu gestalten, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wohlfühlen. „Wir sind einen großen Schritt voran­ gekommen“, resümierte Born bei der Ver-

Geschafft! Michael Born, Sylvia Degenhardt, Rüdiger Mechsner, AOK-Regionaldirektorin Kristin Severin und Uwe Osterholz freuen sich über das Zertifikat.

leihung des Zertifikats. Er bedankte sich bei der AOK, die das Programm begleitet hatte, und bei den engagierten Projektverantwortlichen der MHH. Der Erfolg des Projekts ist messbar: „Wir konnten die Fehlzeiten in verschiedenen Bereichen senken“, erklärt Projektleiterin Sylvia Degenhardt von der Personalentwicklung. Um gesundheitlichen Schäden vorzubeugen, gibt es an vielen Arbeitsplätzen Veränderungen. Ein Beispiel: Zur Erleichterung der körperlichen Arbeit in der SterilgutZentrale wurden dort spezielle Ergomatten ausgelegt, die bei längerem Stehen die Gelenke schonen. Durch das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) konnte das Programm nicht nur präventiv, sondern auch rehabilitativ greifen. „Beschäftigte, die pro Jahr mehr als 42 Tage ausfallen, etwa weil sie mit chronischen Erkrankungen zu kämpfen haben, können wir systematisch ansprechen und ihnen individuelle Hilfsangebote machen“, sagt Born.

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450 der 1.100 Beschäftigten sind bei der AOK versichert. Für jeden AOK-Versicherten zahlt die Krankenkasse einen Bonus von 100 Euro. Die eine Hälfte davon wird an die Versicherten ausgezahlt, die andere geht an die MHH. „Von dem Programm profitieren aber alle, denn die Verbesserungen kommen allen zugute“, betont Sylvia Degenhardt. Der Bonusanteil der MHH wird wieder in die betriebliche Gesundheitsförderung investiert werden. Ein Sonderpreis ging an Harry Klause und sein Team vom Sachgebiet Desinfektion in der Abteilung Aufbereitung. Sie wurden damit für ihr eigenes kleines Projekt „Gemeinsam gesund in die Zukunft“ belohnt. „Indem wir die Arbeitsfähigkeit unserer Beschäftigten steigern und erhalten, tun wir auch etwas für die Wettbewerbsfähigkeit der MHH“, sagt Michael Born. Deshalb soll es nach dem Zertifikat noch weitergehen. Gemeinsam mit der AOK wird das Programm fortgesetzt.  tg

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Namen und Nachrichten 23

Auf Fakten gebaut Kritisch, konstruktiv, kollegial – die Stabsstelle Interne Revision

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Die Arbeit der Stabsstelle ist auf Fakten ie Interne Revision in zwei Sätzen erklären? Kaspar Stubendorff stutzt gebaut. Kritisch, konstruktiv, kollegial – das nur einen kurzen Moment. „Ur- ist das Credo der internen Prüfer. Kritisch, sprünglich hat die Interne Revision rein prü- weil sie im Zweifelsfall bis ins kleinste Detail fend agiert, wie eine Unternehmenspolizei vordringen. Konstruktiv, damit die MHH oder die Zollfahndung. Doch heute verste- einen nachhaltigen Nutzen davon hat. Kollegial, weil sie nicht gegen Perhen wir uns eher als hochschuleisonen arbeiten, sondern mit den gene Unternehmensberatung“, Betroffenen für die Sache. „Auch sagt der Leiter der Stabsstelle Inüber wenn es auf den ersten Blick nicht terne Revision. „Bei unseren Prüso scheint: Die Interne Revision gefungen suchen wir immer auch hört für mich zu den attraktivsten nach Verbesserungsmöglichkeiten Bereichen eines Unternehmens“, – zum Wohle der MHH.“ Seit mehr als 35 Jahren gibt es die In- meint Stubendorff, „weil die Arbeit abterne Revision der MHH, obwohl die Hoch- wechslungsreich ist, viele Einblicke geschule gesetzlich dazu nicht verpflichtet währt und so die Gesamtzusammenhänge ist. Die Stabsstelle stellt einerseits sicher, sichtbar werden können.“ Ein Teil der jährlichen Prüfungen ist durch dass die MHH ihren Aufsichts- und Kontrollpflichten nachkommt. Andererseits er- gesetzliche Vorgaben geregelt. Zusätzlich halten Kaspar Stubendorff und sein Team werden jedes Jahr weitere Organisations-, aus drei Prüfern, einer Assistentin und einer System- und Wirtschaftlichkeitsprüfungen wissenschaftlichen Hilfskraft direkt vom sowie Ordnungsmäßigkeitsprüfungen gePräsidium Prüfaufträge. Ein Beispiel ergab plant. Dabei ist das Ziel, alle Bereiche der sich vor einem Jahr aus den Unregelmäßig- Hochschule sukzessive zu prüfen. Zudem keiten bei Lebertransplantationen an der Universitätsmedizin Göttingen. „Das MHHPräsidium hat unverzüglich reagiert und uns aufgefordert, das Gebaren der MHH bei Lebertransplantationen zu überprüfen.“ Die Interne Revision durchleuchtete die alten Unterlagen und mehr als 100 Vorgänge. Auch extern wurde kontrolliert: Die ständige Kommission der Bundesärztekammer kam in die MHH, hatte keine Beanstandungen und betonte, dass die Lebertransplantationen in Hannover ordnungsgemäß durchgeführt worden waren.

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koordiniert die Stabsstelle auch die externen Prüfungen, etwa durch die Rechnungshöfe. Ein weiteres großes Feld ist die Zertifizierung von Drittmittelprojekten. Die MHH ist die forschungsaktivste hochschulmedizinische Einrichtung Deutschlands mit dementsprechend vielen Forschungsprojekten. Die Interne Revision prüft die meisten der öffentlich geförderten in Hinblick auf die zweckgebundene Mittelverwendung. In erster Linie werden die formalen Aspekte des Forschungsvorhabens kontrolliert, also: Werden die Förderrichtlinien eingehalten? „Bei schwerwiegenden Verstößen besteht das Risiko, dass sämtliche Zuwendungen von den Geldgebern zurückgefordert werden“, warnt Kaspar Stubendorff. Sollte die Interne Revision der MHH einen Fehler aufdecken, bestehen – im Rahmen der rechtlichen Zulässigkeit – noch Möglichkeiten zur Richtigstellung und Korrektur. „Es lohnt sich also, eng und vertrauensvoll mit uns zusammenzuarbeiten.“  stz

Wieso, weshalb, warum ... Prüfer sind nicht immer gern gesehene Gäste. „Und eigentlich bräuchte man uns ja auch gar nicht“, sagt Stubendorff und lächelt verschmitzt. Es sei wie in dem Lied aus der „Sesamstraße“: Wieso – weshalb – warum ...? „Wenn man diese einfachen Fragestellungen sinnvoll und plausibel beantworten kann, dann ist schon vieles in Ordnung.“ Wenn jemand auf eine entsprechende Frage aber mit „Das war schon immer so“ oder „Weiß ich auch nicht“ antwortet, legt die Interne Revision den Finger in genau die richtige Wunde. „Wir analysieren, stellen die Probleme objektiv dar und machen Lösungsvorschläge, das schmeckt leider nicht jedem“, sagt der Revisor.

Prüfen und machen Verbesserungsvorschläge: Ralph Wyrwoll, Kaspar Stubendorff und Sabine Wilckens (von links).


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24 Namen und Nachrichten

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Vorschau auf Kongresse, Symposien und Tagungen der MHH Dezember 5./6. Dezember: Wissenschaftliche Fachtagung des Fachverbandes Glücksspielsucht e.V. n 25. Jahrestagung – in Kooperation mit der MHH Veranstalter: Fachverband Glücksspielsucht e.V., MHH-Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie Auskunft: Fachverband Glücksspielsucht e. V. Telefon: (0521) 557721-24 E-Mail: verwaltung@gluecksspielsucht.de Anmeldung: www.gluecksspielsucht.de Uhrzeit: 12 Uhr (Do.), 9 Uhr (Fr.) Ort: MHH, Hörsaal F, Gebäude J1, Ebene 1

Januar 2014 15. Januar: Hannoversches Wintersymposium n Post San Antonio Breast Cancer Symposium Veranstalter: Professor Dr. Peter Hillemanns, MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Auskunft/Anmeldung: Vera Brandes Telefon: (0511) 532-6147 Fax: (0511) 532-6145 E-Mail: frauenklinik@mh-hannover.de Uhrzeit: 18 Uhr Ort: Altes Rathaus Hannover, Festsaal, Karmaschstraße 42, 30159 Hannover

März 2014 26. März: 36. Herzforum n Synkope Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie Auskunft/Anmeldung: Michaela Finsel Telefon: (0511) 532-8129 Fax: (0511) 532-5412 E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de Uhrzeit: 18 Uhr Ort: Maritim Grand Hotel Hannover, Friedrichswall 11, 30159 Hannover

April 2014 1.–3. April: Jahrestagung n 80. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) Veranstalter: Professor Dr. Roland Seifert, MHH-Institut für Pharmakologie, und Professor Dr. L. Hein, Deutsche Gesellschaft für Experimentelle und Klinische Pharmakologie und Toxikologie (DGPT) Auskunft/Anmeldung: Professor Dr. Roland Seifert Telefon: (0511) 532-2805 E-Mail: seifert.roland@mh-hannover.de Ort: MHH, Gebäude J2 26. April: 7. Hannoveraner Hand-in-Hand-Symposium n Herausforderung Hüfte: Orthopädie und Physiotherapie „Hand in Hand“ Veranstalter: Professor Dr. Henning Windhagen, MHHKlinik für Orthopädie im Annastift

Auskunft: Katja Golditz Telefon: (0511) 5354-339 E-Mail: Veranstaltungen@orthopaedie-mhh.de Anmeldung: www.orthopaedie-mhh.de Uhrzeit: 9 Uhr Ort: MHH, Hörsaal F, Gebäude J1, Ebene 1

Mai 2014 14./15. Mai: 7. Personalkongress Krankenhäuser n Personalkongress Veranstalter: MHH, Partner: Schubert Management Consultants, Rochus Mummert Healthcare Consulting GmbH, Deutsches Ärzteblatt Auskunft/Anmeldung: Fabian Eggers Telefon: (0511) 532-9286 E-Mail: eggers.fabian@mh-hannover.de Internet: www.personalkongress-kliniken.de Uhrzeit: 10 Uhr Ort: Hannover Congress Center (HCC), Theodor-HeussPlatz  1–3, 30175 Hannover 16.–18. Mai: Messe n 2. Hannover Herz Messe Veranstalter: Professor Dr. Johann Bauersachs, MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie Auskunft: Michaela Finsel Telefon: (0511) 532-8129 Fax: (0511) 532-5412 E-Mail: finsel.michaela@mh-hannover.de Ort: Hannover Congress Centrum (HCC), Theodor-HeussPlatz 1-3, 30175 Hannover

Juni 2014 20./21. Juni: 6. Internationale Konferenz n ESAR „Expert Symposium on Accident Research“ Veranstalter: Professor Dr. Dietmar Otte, MHH-Verkehrsunfallforschung und Technische Universität Dresden Auskunft/Anmeldung: MHH-Verkehrsunfallforschung Telefon: (0511) 532-6411 Fax: (0511) 532-6419 Internet: www.esar-hannover.de E-Mail: ESAR@mh-hannover.de, otte.dietmar@mh-hannover.de Ort: MHH


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Stipendien 27./28. Juni: Symposium n 11. HepNet Symposium Veranstalter: Deutsche Leberstiftung, Professor Dr. Michael P. Manns, Professor Dr. S. Zeuzem, Professorin Dr. Ulrike Protzer, Professor Dr. C. Niederau, Professor Dr. Peter Schirmacher Auskunft/Anmeldung: Deutsche Leberstiftung Telefon: (0511) 532-6819 E-Mail: symposium@deutscheleberstiftung.de Internet: www.deutsche-leberstiftung.de symposium Ort: MHH

November 2014 1.November: Kasuistisches Forum niedersächsischer Pathologen n Pathologie Veranstalter: Professor Dr. Hans-Heinrich Kreipe, MHH-Institut für Pathologie Auskunft/Anmeldung: Dr. Bisharah Soudah Telefon: (0511) 532-4512 Fax: (0511) 532-5799 E-Mail: soudah.bisharah@mh-hannover.de Uhrzeit: 9.30 Uhr Ort: MHH, Hörsaal S, Gebäude J6, Ebene S0/H0 Kontakt: Claudia Barth Telefon (0511) 532-3337 Fax (0511) 532-3852 pressestelle@mh-hannover.de

Änderungen vorbehalten. Weitere Veranstaltungen finden Sie im Internet unter www.mh-hannover.de/terminvorschau.html

Die Firma Arthrex Medizinische Instrumente GmbH bewilligte … n Dr. med. Maximilian Petri, Klinik für Unfallchirurgie, ein „AGA – Shoulder Fellowship“ für zwölf Monate. Unterstützt wird damit der Forschungsaufenthalt und die klinische Mitarbeit des Wissenschaftlers im Steadman Philippon Research Institute in Vail, Colorado, USA. Das Ellen-Schmidt-Programm zur Habilitationsförderung von Wissenschaftlerinnen an der Medizinische Hochschule Hannover bewilligte …

n Dr. med. Carmen Dingemann, Klinik für Kinderchirurgie, 18.750 Euro für ihr Projekt „Gesundheitsökonomische Bedeutung perioperativer Komplikationen in der Chirurgie neonataler Fehlbildungen“.

Die Studienstiftung des deutschen Volkes bewilligte … n Florian Lange, M. Sc., Klinik für Neurologie, ein Stipendium in Höhe von 27.600 Euro für zwei Jahre. Gefördert wird damit sein Promotionsvorhaben „Electrophysiological Indicators of Cognitive Dysfunctions in Movement Disorders in Human and Non-human Animals“.

In Gremien gewählt n Professor Dr. med. Stefan Bleich, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie, wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) zum 1. Vorsitzenden gewählt.

n Professor Dr. med. Martin Stangel, Klinik für Neurologie, wurde von der Deutschen Gesellschaft für Liquordiagnostik und Neurochemie e.V. (DGLN) in den erweiterten Vorstand berufen.

Klinik für Neurochirurgie, wurde von der Deutschen Dystonie Gesellschaft e.V. (DDG) in den Wissenschaftlichen Beirat berufen.

n Professorin Dr. phil. Ulla Walter, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, wurde erneut in den Wissenschaftlichen Beirat der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) berufen.

n Professor Dr. med. Roland Seifert, Institut für Pharmakologie, wurde von der American Society for Biochemistry and Molecular Biology als Mitglied in das Editorial Board der Fachzeitschrift „Journal of Biological Chemistry” gewählt.

Kontakt: Ursula Lappe Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de

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n Professor Dr. Tobias Ross, Johannes Gutenberg-Universität Mainz, hat den Ruf auf die W2-Professur für Radiochemie/Radiopharmazie in der Klinik für Nuklearmedizin, MHH, angenommen und tritt seinen Dienst zum 1. Dezember 2013 an. n Professor Dr. Bogdan Iorga, Medizinische Hochschule Hannover, hat den Ruf auf die Juniorprofessur (W1) für Physiologie und Pathophysiologie der Muskulatur am Institut für Molekularund Zellphysiologie, MHH, angenommen und seinen Dienst zum 1. November 2013 angetreten.

n Professorin Dr. Christine Goffinet, Universität Ulm, hat den Ruf auf die Juniorprofessur (W1) für Zellbiologie RNA-viraler Infektionen am Institut für Experimentelle Virologie, TWINCORE, angenommen und ihren Dienst zum 1. November 2013 angetreten.

Kontakt: Dr. Sabine Barlach Telefon (0511) 532-6012 barlach.sabine@mh-hannover.de

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zum Außerplanmäßigen Professor: n Privatdozent Dr. med. Marc Keberle, Klinik für Diagnostische Radiologie, Brüderkrankenhaus St. Josef, Paderborn, n Privatdozent Dr. med. Matthias Meier, Hoffmann La Roche, Schweiz, n Privatdozent Dr. med. Sven Ostermeier, Orthopädische Praxis und GelenkKlinik Gundelfingen, n Privatdozent Dr. med. Wulf Siggelkow, DDH-Klinik für Gynäkologische Chirurgie, Serologie und Onkologie, n Privatdozent Dr. med. dent. Dirk Wiechmann, Klinik für Kieferorthopädie. Habilitationen Die Venia legendi erhielten: n Dr. med. Matthias Christgen, Institut für Pathologie, für das Fach Experimentelle Pathologie, n Dr. rer. nat. Matthias Elsner, Institut für Klinische Biochemie, für das Fach Biochemie, n Dr. med. Ulrike Junius-Walker, Institut für Allgemeinmedizin, für das Fach Allgemeinmedizin, n Dr. med. Christian Könecke, Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, für das Fach Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie, n Dr. med. Philipp Mommsen, Klinik für Unfallchirurgie, für das Fach Experimentelle Unfallchirurgie, n Dr. med. Roland Schmitt, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, für das Fach Innere Medizin, n Dr. med. Harald Schrem, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, für das Fach Chirurgie, n Dr. rer. nat. Marielle Vennemann, Institut für Rechtsmedizin, für das Fach Forensische Molekularbiologie. Erweiterung der Venia legendi: n PD Dr. med. Robert Krämer, Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, für das Fach Plastische und Ästhetische Chirurgie,

n PD Dr. med. Emmanouil Liodakis, Klinik für Unfallchirurgie, für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie, n PD Dr. med. Christian Zeckey, Klinik für Unfallchirurgie, für das Fach Orthopädie und Unfallchirurgie.

Umhabilitationen Es wurden umhabilitiert: n PD Dr. med. Jürgen Kopp, von der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg an die MHH, n PD Dr. med. Frank Pessler, von der Medizinischen Fakultät der TU Dresden an die MHH. Promotionen Im Zeitraum August bis September 2013 wurden promoviert n zum Dr. med.: Jan Hendrik Brahms, Emily Dey Hazra, Bernd Dietrich, Frank Füldner, Shuwang Ge, Fabian Goede, Daniel Grützner, Klaus-Georg Haensch, Anja Hagen, Rafaela Hervatin, Jan Homeyer, Jasmin Jussofie, Mareike Kaan, Christoph Kalbe, Ann-Doreen Michler, Anna Franziska Norrenbrock, Tina Oberacker, Christos Pantazis, Franziska Pern, Munir Rababah, Pascal Scheub, Ulla Schmelter, Johanna Schulze-Borges, Ramona Schuppner, Felix Strübing, Aylin Ünlü, Hendrik Veldink, n zum Dr. med. dent.: Jasper Entrup, Barbara Görmann, Christina Kämpf, Christina Tiede, Zina Younan, zum Dr. rer. biol. hum.: Carina Jarzimski, Gabriele Wuttig, n zum Dr. rer. nat.: Ulrike Beckert, Natallia Darashchonak, Mirco Müller, Tonio Oumeraci, Nadine Rücker, Oliver Scholz, Eva Warlich.

Kontakt: Susanne Maibom Telefon (0511) 532-6013 maibom.susanne@mh-hannover.de


6/2013

Namen und Nachrichten 27

Gemeinsam für die Patienten Vorstände der Fachgesellschaften Innere und Chirurgie tagen in der MHH

D

ie beiden größten medizinischen Fachgesellschaften werden derzeit aus Hannover geführt: Professor Dr. Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, ist bis zum nächsten Jahr Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Und mit Professor Dr. Joachim Jähne von der Henriettenstiftung steht ein weiterer Hannoveraner an der Spitze der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), der im nächsten Jahr von Professor Dr. Peter

Vogt, Direktor der MHH-Klinik für Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, in diesem Amt abgelöst wird. „Wir haben die Gunst der Stunde genutzt und uns zu einer gemeinsamen Vorstandssitzung in der MHH getroffen“, berichtet Manns. Dabei sei erneut die Gründung der gemeinsamen Task Force „Transplantationsmedizin“ diskutiert worden. Die Fachgesellschaften wollen sich in den Diskurs einbringen, der sich nach den Unregelmäßigkeiten bei Organ­transplantationen an anderen

Zentren entsponnen hatte. Auf dem Gebiet der Weiterbildungsordnung wollen beide Gesellschaften auch umstrittene Bereiche angehen und vor allem gemeinsam ihre Ziele und Strategien abstimmen. „Wir konnten den Gedankenaustausch befördern und die Zusammenarbeit wesentlich verbessern“, sieht Professor Manns als Fazit dieser gemeinsamen Vorstandsitzung, die kein einmaliges Ereignis bleiben soll. „Dabei haben wir immer auch das Wohl unserer Patienten im Blick.“ nln

Dienstjubiläen 40-jähriges Jubiläum: am 1. September 2013 n Elke Berkowski, Sekretärin im Institut für Rechtsmedizin, am 17. September 2013 n Martina Hohm, Chemielaborantin in der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, n Marianne Zöphel, Bereichsleitung der Station 66, am 1. Oktober 2013 n Ulrike Alsleben, Medizinisch-technische Assistentin in der Klinik für Neurochirurgie, n Sigrid Kaste, Gesundheits- und Krankenpflegerin in der HNO-Poliklinik, n Evelyn Latin, Apothekenhelferin in der Zentralapotheke, n Eva Lüßenhop, Medizinisch-technische Assistentin in der Klinik für Hämatologie, Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, n Professor Dr. med. Claus Urbanke, ehemals Direktor des Instituts für Biophysikalische Chemie, nun in der Freistellungsphase Altersteilzeit. 25-jähriges Jubiläum: am 1. März 2013 n Doris Gaedeke, Hebamme im Kreißsaal der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, am 31. August 2013 n Privatdozent Dr. med. Guntram Büsche, Oberarzt im Institut für Pathologie, am 1. September 2013 n Birgit Baxmann, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Station 63b, n Uta Brier-Quindt, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Station 66a, n Simone Kranz, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Station 69a,

n Meike Lukas, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Station 82, n Ilona Matloch, Hebamme im Kreißsaal der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, n Cornelia Rohde, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 83/84, n Klaus-Peter Rothenberg, Elektrotechniker im Zentrum für Informationsmanagement, n Birgit Struck, Verwaltungsangestellte in der Abteilung Patientenaufnahme/ -abrechnung, n Britta Troike, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin auf der Station 64b, am 13. September 2013 n Petra Ziehme, Medizinisch-technische Assistentin in der Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie, am 14. September 2013 n Sabine Giese, Sekretärin im TWINCORE, Experimentelle Virologie, am 15. September 2013 n Ulrike Möller, Stationsassistentin in der Abteilung Medizinisches Kodier- und Reklamationsmanagement, am 16. September 2013 n Matthias Albert, Gesundheits- und Krankenfachpfleger in der Poliklinik II Sozialpsychiatrie, am 20. September 2013 n Gisela Döring, Arzthelferin in der Pulmologischen Ambulanz, am 28. September 2013 n Renate Große-Allermann, EDV Schwerpunkt KIS (Medizinischer Arbeitsplatz), Stabsstelle der Geschäftsführung Pflege, am 30. September 2013 n Lidia Litz, Physikalisch-technische Assistentin im Institut für Biophysikalische Chemie, n Anke Meier, Diplom-Sozialpädagogin im Krankenhaus-Sozialdienst, Abteilung Klinikangelegenheiten.

am 1. Oktober 2013 n Andrea Bethe, Biologisch-technische Assistentin im Institut für Zelluläre Chemie, n Cornelia Deni, Dokumentationsassistentin in der Abteilung Medizinisches Kodier- und Reklamationsmanagement, n Anja Drossel, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 81, n Helga Engelke, Medizinisch-technische Assistentin im Institut für Klinische Chemie, n Volker Freitag, Mitarbeiter in der Abteilung Technisches Gebäudemanagement, n Ulrike Goerke, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 38, n Barbara Hostermann, Gesundheitsund Kinderkrankenpflegerin auf der Station 69a, n Jutta Kley, Krankengymnastin in der Klinik für Rehabilitationsmedizin, n Professor Dr. sc. hum. Armin Koch, Direktor des Instituts für Biometrie, n Silke Küster, Fachkrankenschwester für Intensivpflege auf der Station 24, n Heike Müller, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 81, n Jörg Müller, Koordinator in der Abteilung Technisches Gebäudemanagement, n Iris Nasemann, Medizinisch-technische Radiologieassistentin in der Klinik für Strahlentherapie und Spezielle Onkologie, n Angela Rödel, Medizin-Controllerin in der Abteilung Medizinisches Kodier- und Reklamationsmanagement, n Beate Schieb, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 54. Kontakt: Ursula Lappe Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de


28 Namen und Nachrichten

info

Ehrungen und Auszeichnungen n Diplom-Biologin Claudia Bang,

Institut fĂźr Molekulare und Translationale Therapiestrategien (IMTTS), wurde im Oktober 2013 in Dresden von der Deutschen Gesellschaft fĂźr Kardiologie mit dem Hans-JĂźrgenBretschneider-Posterpreis in HĂśhe von 1.000 Euro ausgezeichnet fĂźr ihre Präsentation: „Cardiac fibroblast-derived microRNAs mediating cardiomyocyte hypertrophy“. n Privatdozent Dr. med. Stefan En-

geli, Institut fßr Klinische Pharmakologie, und Dr. rer. medic. Sven Haufe, Institut fßr Klinische Pharmakologie und Institut fßr Sportmedizin, haben im Oktober 2013 in Baierbrunn/Mßnchen den mit 12.500 Euro dotierten Gesundheitspreis der Stiftung RUFZEICHEN GESUNDHEIT! erhalten. Diese Auszeichnung prämiert Projekte, die sich mit der erfolgreichen Umsetzung von Konzepten zur Therapie des Metabolischen Syndroms befassen. n Dr. rer. nat. Roman Grothaus-

mann, Institut fĂźr Funktionelle und Angewandte Anatomie und REBIRTH-Arbeitsgruppe „Quantitative Microscopy in Regeneration“, wurde im August 2013 in Regensburg mit dem FĂśrderpreis der Deutschen Gesellschaft fĂźr Elektronenmikroskopie (DGE) in HĂśhe von 1.000 Euro ausgezeichnet fĂźr seine Dissertation, in der er Bildanalyseverfahren zur dreidimensionalen Charakterisierung von Objekten mittels Elektronentomografie entwickelt und angewandt hat. n Professor Dr. med. dent. HĂźsa-



mettin Gßnay, Klinik fßr Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde, erhielt im Oktober 2013 in Marburg den mit 3.000 Euro dotierten Wrigley Pro-

phylaxe Preis der Deutschen Gesellschaft fĂźr Zahnerhaltung (DGZ) in der Kategorie „Wissenschaft“. Damit gewĂźrdigt wurde die Studie „Zahnärztliche GesundheitsfrĂźhfĂśrderung beginnt in der Schwangerschaft – eine Langzeitprävention“. n Professor Dr. med. Georg Hansmann, Klinik fĂźr Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, wur­de im Juni 2013 in Freiburg von der Gesellschaft fĂźr Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin mit einem GNPI-Wissenschaftspreis ausgezeichnet fĂźr seine Arbeit „Mesenchymal stem cell-mediated reversal of bronchopulmonary dysplasia and associated pulmonary hypertension“. n Professor Dr. med. Michael Jagodzinski, Klinik fĂźr Unfallchirurgie, wurde im September 2013 in Wiesbaden von der Gesellschaft fĂźr Arthroskopie (AGA) mit dem dritten Preis des „AGA Research Award“ in HĂśhe von 500 Euro geehrt. GewĂźrdigt wurde sein Vortrag „Effects of stem cell seeding on histologic and mechanical properties of osteochondral reconstructions in the mini-pig“. n JĂśrn W. Kuhbier, Assistenzarzt in der Klinik fĂźr Plastische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, errang im Mai 2013 in Berlin den mit 2.000 Euro dotierten CarlLangenbuch-Preis. Die Deutsche Gesellschaft fĂźr Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) wĂźrdigte damit seinen Vortrag „Spinnenseide fĂźr den Einsatz als Herniennetz – das ideale Biomaterial?“.


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Namen und Nachrichten 29

n Dr. med. Klas Mildenstein, Institut für All-

gemeinmedizin, wurde im Oktober 2013 in Bonn von der Gesellschaft für Hochschullehrer in der Allgemeinmedizin mit dem GHA-Preis für seine Verdienste in der allgemeinmedizinischen Lehre ausgezeichnet.

des „AGA-Research Award“ in Höhe von 1.000 Euro geehrt. Gewürdigt wurde die Studie „Suture anchor repair yields better biomechanical properties than transosseous sutures in ruptured quadriceps tendons“. n Dr. med. Sibylle von Vietinghoff, Klinik

n Dr. Ali Namazian (Universität Teheran,

Iran), Klinik für Nuklearmedizin, errang im Juni 2012 in Miami, Florida, USA, den mit 1.000 US-Dollar dotierten zweiten Preis im „Clinical Cardiovascular Young Investigator Award Competition“ für seinen Vortrag „PET-defined myocardial sympathetic denervation in Parkinson syndromes: Clinical correlates and impact on survival”.

für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, wurde im Oktober 2013 in Berlin von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie mit einem Posterpreis in Höhe von 500 Euro geehrt für ihre Präsentation „Eingeschränkte Nierenfunktion verstärkt den atherosklerotischen Entzündungsprozess in der Gefäßwand und führt zu vermehrter Akkumulation von Makrophagen und Lymphozyten“.

n Dr. med. Maximilian Petri, Klinik für Unfallchirurgie, wurde im September 2013 in Wiesbaden von der Gesellschaft für Arthroskopie (AGA) mit dem zweiten Preis

Kontakt: Ursula Lappe Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de

Suerbaum Mitglied der Academia Europaea Professor Dr. Sebastian Suerbaum, Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene, ist zwei Jahre nach seiner Wahl in die Deutsche Nationalakademie Leopoldina auch zum Mitglied der Europäischen Wissenschaftsakademie Academia Europaea gewählt worden. „Ich habe mich sehr über diese Auszeichnung gefreut“, sagte er. Im Vergleich zu den Nationalakademien ist sie mit 25 Jahren noch jung und weniger bekannt. Suerbaum glaubt aber, dass sie angesichts der zunehmenden Bedeutung des europäischen Forschungsraums eine wichtige Rolle als Anwalt und Sprachrohr der Wissenschaft in Europa spielen müsse. „Ich hoffe, dass ich zu einem intensiven Austausch zwischen Leopoldina und der europäischen Akademie beitragen kann.“ bb

Anders & Rodewyk Das Systemhaus für Computertechnologien GmbH Brüsseler Straße 1 - 30539 Hannover Tel. 0511 / 9 68 41-0 Fax 0511 / 9 68 41-41

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30 Namen und Nachrichten

info

Examen bestanden Im September 2013 haben bestanden n die staatliche Prüfung zur Gesundheitsund Krankenpflegerin/zum Gesundheitsund Krankenpfleger: Laura Anselm, Niklas Aumann, Sebastian Bahr, Hendrik Beling, Saskia Bergner, Mareike Brand, Juliane Czora, Anna-Maria Duray, Corinna Ehling, Anna Katharina Flögel, Philip Franke, Christian Freund, Jasmin Gieseler, Maria-Elisabeth Göken, Sebastian Isensee, Amrei Christin Klamt, Judy Lehr, Meiko Lenz, Amata Machner, Anika Matteikat, Rebekka Olfermann, Johannes Rohlfing, Marie-Christin Ruhe, Irina Schmidt, Camilla Schoolmann, Jannik Schumann, Elena Seebo, Jasmin Tschöpe, Kirstin von Frajer, Kristina Wachowiak, Michael Weis. Im Oktober 2013 haben vier Studierende n den Europäischen Masterstudiengang Hebammenwissenschaft erfolgreich absolviert: Carina Benstöm, Susanne GrylkaBäschlin, Luise Lengler, Gaby Schmidt. Im November 2013 haben zwölf Studierende den internationalen PhDStudiengang „Molecular Medicine“ an der Hannover Biomedical Research School (HBRS) erfolgreich bestanden mit der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat.: Claudia Bang, Deutschland, Institut für Molekulare und Translationale Therapiestrategien, Michael Radke, Deutschland, Institut für Biophysikalische Chemie,

Doan Duy Hai Tran, Vietnam, Institut für Physiologische Chemie; n zum PhD: Venkateswaran Ganesh, Indien, Institut für Infektionsimmunologie, Twincore, Olga Klimenkova, Weißrussland, Abteilung für Molekulare Hämatopoese, I-Na Lu, Taiwan, Klinik für Immunologie und Rheumatologie, Erfolgreicher Abschluss im Masterstudiengang Biomedizin. Dhaarini Murugan, Indien, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie, Den Masterstudiengang Biomedizin haRuhi Phaltane, Indien, REBIRTH RG Reproben 28 Studierende im November 2013 gramming and Gene Therapy, erfolgreich mit der Promotionsprüfung Amit Sharma, Indien, Klinik für Hämatoabgeschlossen: logie, Hämostaseologie, Onkologie und Anastasia Benski, Janine Brinkmann, Stammzelltransplantation, Janina Brüning, Mareike Bütepage, Luisa Georgios Sogkas, Griechenland, Klinik für Freese, Jessica Fritsch, Annika Goß, ThorsImmunologie und Rheumatologie, ten Hartmann, Miriam Hetzel, Mahrrouz Ching-Fang Wu, Taiwan, Institut für Hoodgardazeh, Corinna Hüls, Anna Klee, Molekulare Immunologie, HelmholtzSarah Kleingeld, Katharina Lobschat, Zentrum für Infektionsforschung (HZI), Michael Mozer, Anna Nosko, Sophie Braunschweig, Peters, Sabine Raasch, Julia Sachs, Florian Haiyang Yun, China, Klinik für HämatoScholz, Michaela Schröder, Philipp Stüve, logie, Hämostaseologie, Onkologie und Anja Thorenz, Anneli Ulfig, Leonie von Stammzelltransplantation. Elsner, Sandra Weinreich, Britta Wilkens, Katharina Zimmermann. Erfolgreich abgeschlossen hat im November 2013 das internationale PhDKontakt: Programm „Infection Biology“ an der Ursula Lappe Hannover Biomedical School (HBRS) mit Telefon (0511) 532 6772 der Promotionsprüfung n zum Dr. rer. nat.: Fax (0511) 532 3852 Wiebke Ginter. lappe.ursula@mh-hannover.de

GEdenken Im Zeitraum November 2012 bis November 2013 verstarben im November 2012 n Professor Dr. med. Klaus Barbey, ehemals Direktor der früheren Abteilung Angewandte Physiologie/ Klinische Physiologie, n Ursula Janotta, Mitarbeiterin im Personalmanagement, n Angela Zietlow, Gesundheits- und Krankenpflegerin auf der Station 10, im Dezember 2012 n Stefan Balser, Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Station 54, im Januar 2013 n Hans-Peter Brickl, ehemals Mitarbeiter im Zentrum für Informationsmanagement (ZIMt), n Dr. med. Thomas Gehrke, Mitarbeiter in der Abteilung Medizinisches Kodier- und Reklamationsmanagement, n Gisela Knuth, ehemals Schwesternhelferin in der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde,

n Dieter Niemann, Vorarbeiter in der Elektrowerkstatt, Abteilung Technisches Gebäudemanagement, im Februar 2013 n Hartmut Samel, Mitarbeiter im Bereich Investitionsplanung, im März 2013 n Professor Dr. rer. nat. Gerd Hagemann, ehemals Arbeitsbereich Experimentelle Radiologie, n Jutta Reber, Sekretärin in der Klinik für Neurologie, im Mai 2013 n Alexander Drude, Mitarbeiter in der Wäscherei, n Klaus Hoffmann, Mitarbeiter in der Abteilung Technisches Gebäudemanagement, n Sascha-Michael Lederhaus, ehemals Gesundheits- und Krankenpflegehelfer im OP-Bereich Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, im August 2013 n Rolf Geese, ehemals Mitarbeiter im Geschäftsbereich III Technik/Gebäude,

n Professor Dr. med. vet. Ivo Kunstyr, ehemals Wissenschaftler im Institut für Versuchstierkunde, n Karola Slawatyki, Mitarbeiterin in der Wäscherei.

Friseurin gestorben Im Oktober 2013 starb Manuela Hell, die Inhaberin des Friseursalons Hell und Boutique, mit nur 59 Jahren. 23 Jahre lang führte sie den Salon in der Ladenpassage, in dem sich MHH-Mitarbeiter ebenso gut aufgehoben fühlten wie viele Patienten oder Besucher. Ihre Tochter Alexandra Schmidt wird die Arbeit ihrer Mutter fortführen, gemeinsam mit den langjährigen Kolleginnen.  sc


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Namen und Nachrichten 31

Marvin erfasst weltweit Daten Neues Datenmanagementsystem für klinische Studien an der MHH

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epatitis D tritt in Industrieländern relativ selten auf, doch weltweit sind 15 bis 20 Millionen Menschen daran erkrankt. Um diese Erkrankung studieren zu können, initiierte das HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung das globale Register HDIN, in dem über zehn Jahre hinweg Daten zum Krankheitsverlauf der Patienten aus Brasilien, den USA, Asien und Europa gesammelt werden. Professor Dr. Michael Manns, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und Professor Dr. Hans Heiner Wedemeyer, Koordinator wissenschaftlicher Projekte im HepNet StudyHouse, nutzen für das Register eine vom Hannover Clinical Trial Center (HCTC) mit dem Datenmanagementsystem MARVIN aufgebaute Datenbank. MARVIN wurde von der Firma XClinical in München entwickelt. „Das System ist benutzerfreundlich, leicht verständlich und erfüllt sowohl die deutschen wie amerikanischen Standards für Studien. Auch die

Freuen sich über MARVIN: die Professoren Wedemeyer, von der Leyen und Manns.

Patientensicherheit sowie die Datenintegrität sind gewährleistet“, sagt Professor Dr. Heiko von der Leyen, Geschäftsführer des HCTC. Seit Mitte des Jahres können alle Studien-Partner des Hepatitis delta-Registers mit individuellen Rechten auf das System zugreifen. „Inzwischen wurden bereits 400 Patienten und etwa 30 Datensätze pro Patient erfasst“, berichtet Professor Wede-

meyer. „Diese Art der Datenerfassung ist weltweit einzigartig.“ Den großen Vorteil von MARVIN sieht er in der flexiblen Maske des Systems. „Durch die enge Kooperation mit dem HCTC können wir zum Beispiel jederzeit ein neues Feld implementieren, sollte uns auffallen, dass bei den Patienten ein bestimmtes Symptom auftritt.“ „Mit MARVIN können wir klinische Studien effizienter durchführen, indem Datenmanagement-Abläufe verkürzt werden und zuverlässige, qualitativ hochwertige Daten entlang des gesamten Studienprozesses erfasst werden“, sagt Professor von der Leyen. „Dank eines Lizenzvertrags zwischen der MHH und XClinical können wir das System nun für alle MHH-Studien anbieten, die über das HCTC laufen.“ „MARVIN ermöglicht es uns, Erkrankungen, die in ärmeren Regionen der Welt auftreten, genauestens zu analysieren. So können wir die Krankheit besser erforschen und neue Therapien entwickeln“, ergänzt Professor Dr. Michael Manns.  ck

Machen Sie mehr aus Ihrem Weihnachtsgeld: Jetzt von drei starken Angeboten profitieren. Bank-Shop MHH-Hannover Haupteingang Geb. K6, EG Carl-Neuberg-Straße 1 30559 Hannover Ihre Ansprechpartner: Hilko Gatz E-Mail: hilko.gatz@degussa-bank.de Nicole Heinemeier E-Mail: nicole.heinemeier@degussa-bank.de Telefon: 0511 / 532 - 9717 Fax: 0511 / 532 - 9719 Internet: www.degussa-bank.de

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* Weihnachts-Anleihe: 3 % Zinsen pro Jahr. FestInvest-Anlagekombination: 1,5 % Zinsen pro Jahr, je zur Hälfte auf das FestZins-Konto und in einen der ausgewählten Fonds (abzüglich des jeweiligen Ausgabeaufschlags). Weihnachts-SparBrief: 1 Jahr zu 1,2 % Zinsen pro Jahr. Hierbei handelt es sich um Werbung gemäß § 31 Abs. 2 WpHG. Stand: 25.10.2013 – Angebote gültig vom 15.11.2013 bis 31.12.2013. Ohne unser Obligo.


32 Namen und Nachrichten

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Die MHH hilft im Jemen Klinik eröffnet: Bessere medizinische Versorgung und Weiterbildung jemenitischer Ärzte

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ach acht Jahren intensiver Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Kinderchirurgie und der medizinischen Fakultät der Universität Sana’a ist es so weit: In der jemenitischen Hauptstadt wurde eine Klinik für Kinderchirurgie eröffnet. Dabei handelt es sich um ein dreistöckiges Gebäude auf dem Gelände des Al-Sabeen-Hospitals. Dort stehen drei Operationssäle, Behandlungsräume, ein Endoskopiebereich, Ultraschall- und Röntgenräume, ein Labor, eine Ambulanz und eine Neugeborenenstation zur Verfügung.

struktur entspricht der eines Entwicklungslandes. Medizinisch unterversorgt sind dort besonders Kinder unter 14 Jahren, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. „Es gibt in einigen Städten zwar eine Abteilung für Kindermedizin, eine adäquate chirurgische Behandlung wird dort aber nicht geleistet“, erklärt Professor Petersen. Das medizinische Fachgebiet der Kinderchirurgie gab es im Jemen bisher nicht. Kinder werden von Allgemeinchirurgen operiert, die gar nicht oder nur schlecht in Kinderchirurgie ausgebildet

und die klinische Weiterbildung sowie in das jemenitische Gesundheitssystem zu integrieren. „Dabei geht es uns vor allem um Qualität und Nachhaltigkeit“, sagt Professor Petersen. „Einerseits muss die klinische Versorgung der Patienten verbessert und andererseits die Kinderchirurgie ein fester Bestandteil des Medizinstudiums an der Universität Sana’a werden. Beides muss ineinander greifen.“ Vieles von dem ist bereits realisiert, und dennoch ist es ein langer Weg, um das Erreichte fest zu verankern. Mit der Eröffnung der Klinik für Kinderchirurgie ist das Projekt einen riesigen Schritt vorangekommen. Gefördert wird das Projekt vor allem vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der bei der Klinik-Eröffnung von Dr. Christian Hülshörster, dem Leiter der Gruppe Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten, vertreten wurde. Neben einer jährlichen Fördersumme von bis zu 100.000 Euro durch den DAAD unterstützen die Universität und die Stadt Sana’a das Projekt sowie die MHH, diverse Firmen und private Sponsoren.

Nachwuchsförderung

Hoffnung für Mutter und Kind: In der neuen Klinik werden auch Neugeborene chirurgisch professionell versorgt.

„In der Klinik können prinzipiell alle kinderchirurgischen Eingriffe durchgeführt werden“, freut sich Professor Dr. Claus Petersen, Leitender Oberarzt der MHH-Klinik für Kinderchirurgie. Er hat das Partnerschaftsprojekt von Anfang an persönlich begleitet und koordiniert. Die neue Klinik ist die erste rein kinderchirurgische Abteilung im Land und damit ein Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung. Zeitgleich mit der offiziellen Eröffnung fand Ende September auch der erste internationale kinderchirurgische Kongress im Jemen statt. Von der MHH nahm außer Professor Petersen auch der Direktor der Klinik für Kinderchirurgie, Professor Dr. Benno Ure teil. Er vertrat in Personalunion auch das MHH-Präsidium und die Hilfsorganisation Cap Anamur, die erste Nicht-RegierungsOrganisation (NGO), die das Projekt in Zukunft mit Sachspenden aktiv unterstützt. Der Jemen gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, auch die medizinische Infra-

sind. Das führt dazu, dass zu viele Neugeborene einen kinderchirurgischen Routineeingriff nicht einmal überleben.

Qualität und Nachhaltigkeit Diese Lücke in der Kindermedizin versucht Dr. Ali Al-Gamrah, Initiator und Koordinator des Projekts auf jemenitischer Seite, schon seit den neunziger Jahren zu füllen. Der Mediziner hatte sein Studium und seine chirurgische Facharztausbildung in Deutschland absolviert und war anschließend wieder in sein Heimatland zurückgekehrt. 2003 kam es zum ersten Kontakt zwischen der Kinderchirurgie der MHH und der Universität Sana’a. 2006 startete dann das Partnerschaftsprojekt „Kinderchirurgie für den Jemen – Lehre zur Lehre“. Seither verfolgen Professor Petersen und Dr. Al-Gamrah das gemeinsame Ziel, die Kinderchirurgie in die universitäre Aus-

Aber auch auf der akademischen Ebene gibt es Fortschritte. Durch das Projekt konnte der Jemen in die arabische Fachgesellschaft für Kinderchirurgie integriert werden. „Das ist für die Nachwuchsförderung ein enormer Vorteil“, sagt Professor Petersen. Universitätskliniken aus Tunesien, Jordanien, Ägypten und aus der Türkei haben dem Jemen bei der Ausbildung von Kinderchirurgen ihre Kooperation angeboten und bereits realisiert. Derzeit werden jemenitische Mediziner im Rahmen der DAAD-Förderung in Kairo, Amman und Monastir weitergebildet. Dieses Programm wird 2014 fortgesetzt und voraussichtlich ausgeweitet. Ein Treffen von Kinderchirurgen aus dem arabischen Raum ist für das kommende Jahr in Amman vorgesehen, wo darüber beraten werden soll, wie man das Gefälle der kinderchirurgischen Expertise in der Region verändern kann. „Wir möchten die arabischen Länder für die Bruderschaftshilfe untereinander auf dem Gebiet der Kinderchirurgie sensibilisieren“, erklärt Professor Petersen. Die Koordinatoren hoffen, andere mit ihrem Engagement anzustecken und Mitstreiter zu gewinnen, die das Projekt dann vielleicht in anderen Ländern nachahmen. tg


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Namen und Nachrichten 33

Die heilende Kraft der Musik Psychiatrie ehrt Verein Live Music Now

M

usik kann heilen helfen. Davon sind nicht nur die Experten der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie überzeugt, sondern auch die Akteure des Vereins Live Music Now. Beide verbindet seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Der Verein organisiert regelmäßig kostenlose Auftritte von Stipendiaten der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (HMTMH) in der Klinik. Die Klinik bedankte sich im Oktober dafür bei Live Music Now. Bei dem Symposium „Anders sein“ überreichte Klinikreferent Andreas Wessels eine Ehrenmedaille an Dr. Hannelore Grosse, sie nahm die Auszeichnung stellvertretend für den Verein entgegen. Die Ärztin arbeitete früher an der MHH und ist ehrenamtlich für Live Music Now tätig. Die Laudatio hielt Opernsängerin Gertraud Wagner, die den Verein ebenfalls unterstützt. 180 Gäste waren zu dem Symposium im Leonardo Hotel gekommen. Dort erwartete

sie eine Mischung aus Wissenschaft und Unterhaltung. In Vorträgen erfuhren sie vieles über den Einsatz und die Wirkung der Musik in der Psychiatrie, kamen aber auch in den Genuss einiger musikalischer Darbietungen. So gab beispielsweise die Opernsängerin Ania Vegry eine Kostprobe ihres Könnens. Sie gehörte früher selbst zu den Stipendiaten der Musikhochschule und trat mit Live Music Now auf. Die Stipendiaten geben in ihrem letzten Studienjahr kostenlos Konzerte für benachteiligte Menschen, die sonst keine Gelegenheit haben, in Konzerte zu gehen. Rund 220-mal treten Musiker von Live Music Now jedes Jahr in der Region Hannover auf. Das Symposium „Anders sein“ veranstaltet die Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie jedes Jahr und will damit den Blick der Öffentlichkeit auf psychische Erkrankungen und die Betroffenen richten und zur Enttabuisierung der Psychiatrie beitragen.  tg

Einfacher Weg zur Anschlussrehabilitation Zu viel Bürokratie kostet wertvolle Zeit und Nerven. Nicht nur in den Arztpraxen, sondern auch in den Kliniken können manche ein Lied davon singen. Ein Beispiel: die Anträge auf Anschlussrehabilitation. Eine Projektgruppe, bestehend aus Vertretern der AOK Niedersachsen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) Niedersachsen sowie des MHH-Klinikmanagements, des MHH-Sozialdienstes und der MHH-Klinik für Rehabilitationsmedizin hat jetzt einen neuen, vereinheitlichten Antrag auf Anschlussrehabilitation entwickelt. Hintergrund ist die von den gesetzlichen Kassen verursachte Formularflut. In der MHH sind derzeit 17 Formulare der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie jeweils ein Formular für die private Krankenversicherung (PKV) und die Deutsche Rentenversicherung (DRV) im Einsatz. Durch die Formularstruktur und beispielsweise unterschiedliche Po­ lungen derselben Frage in verschiedenen Formularen kommt es häufig zum fehlerhaften Ausfüllen und zu entsprechendem Frust auf allen Seiten. Letzten Endes können diese Probleme aufgrund unklarer Informationen ebenfalls zu verlängerten Liegezeiten oder Rückverle-

gungen führen und haben aus diesem Grunde – neben der patientenseitigen Unterversorgung – auch eine ökonomische Relevanz. Das Projektteam hat aus den Formularen ein modular aufgebautes und vereinheitlichtes Formular entwickelt und in zwei Akutkrankenhäusern getestet. Dieses Formular wird in der MHH ab sofort für die AOK Niedersachsen und alle Krankenkassen verwendet, die über kein eigenes Formular verfügen. Es kann am PC ausgefüllt werden, wobei sich beispielsweise der Barthel-Index bei Eingabe der Werte automatisch berechnet. Das langfristige Ziel des Projekts ist die Einführung eines bundesweit einheitlichen Formulars zur Optimierung administrativer Prozesse. Das Formular ist auf der Homepage des MHH Sozialdienstes unter www.mh-hannover.de/med_reha. html als Download verfügbar. Ein Hinweis für den ärztlichen Dienst: Der neue ärztliche Befundbericht kann erst ausgefüllt werden, wenn der entsprechende Versicherungsstatus vorliegt. Diesen klärt nach wie vor der MHH-Sozialdienst und erteilt anschließend gegebenenfalls die Freigabe zur Verwendung des neuen Befundberichts.  kb/iw/ce

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34 Namen und Nachrichten

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Apfel statt Schokoriegel: Dr. Stefanie Jasper (links) und Beatrice Eberlein (Mitte) mit einigen Kollegen der Station 67.

Der Weg aus der Stress-Falle Berufsübergreifendes Präventiv-Programm auf der Intensivstation der Kinderklinik

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in hohes Arbeitspensum, viel Verantwortung und starke psychische Belastungen: Ärzte und Pflegende auf Intensivstationen müssen jeden Tag besonders hohe Anforderungen erfüllen. Wenn dann auch noch der Ausgleich im Privatleben fehlt, ist schnell der totale Erschöpfungszustand erreicht. „Burn-out“ lautet dann die Diagnose. Die interdisziplinäre Intensivstation 67 der Kinderklinik möchte dem vorbeugen. Im August dieses Jahres startete dort das Präventionsprogramm „Burn in not out“. Das Programm ist berufsübergreifend, sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Pfleger und Pflegerinnen nehmen daran teil. Nach drei bis fünf Jahren auf einer Intensivstation sind viele Mitarbeiter „ausgebrannt“ und suchen sich einen anderen Job. Nachdem es auf der Station 67 Überlastungsanzeigen gegeben hatte, war klar, dass ein Weg aus der Stress-Falle gefunden werden muss. „Wir haben uns zusammengesetzt und überlegt, was wir tun können“, berichtet Dr. Michael Sasse, leitender Oberarzt der Station. Inzwischen gibt es eine feste Arbeitsgruppe, die das Programm koordiniert. In der AG sind sowohl Ärzte als auch Pflegende vertreten. Außerdem gehört Dr. Stefanie Jasper von der Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie dazu. Klinikdirektor Professor Dr. Philipp Beerbaum unterstützt die AG. „Das Programm ist eine Art Pionierleistung: Wir arbeiten mit wenig Personal unter enormer Belas-

tung, da sind eine gute Stressverarbeitung und ein positiver Teamgedanke ungeheuer wichtig.“ Das Programm hat präventiven Charakter. „Wir wollen uns körperlich und mental stärken und gleichzeitig die Zufriedenheit der Kollegen erhöhen“, erklärt Dr. Sasse. Die AG ist davon überzeugt, dass sich die Zufriedenheit auch positiv auf die Anwerbung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auswirkt. „Gute Fachkräfte in der Kinderkranken- und Intensivpflege sind schwierig zu bekommen. Ein angenehmes Arbeitsklima ist für viele ein wichtiges Entscheidungskriterium. Es macht die Arbeit auf einer Station attraktiver“, sagt Assistenzärztin Beatrice Eberlein. Eine Verbesserung der Situation verspricht sich die AG auch von dem hochschulweiten Gesundheitsprojekt „Fit for Work and Life“, das in diesem Sommer gestartet ist. Das Anti-Burn-out-Programm besteht aus ganz unterschiedlichen Punkten. Dazu gehören gemeinsame Fortbildungen in Erster Hilfe bei Säuglingen und Kleinkindern. Diese Kurse bieten zertifizierte Ausbilder der Station in ihrer Freizeit kostenlos für ihre Kollegen an – im Sinne guter gemeinsamer Teamarbeit. Den Teamgeist fördern sollen auch Freizeitaktivitäten wie ein Stammtisch, eine Laufgruppe und Bowling. Neben Sport steht auch gesunde Ernährung auf dem Plan. Zweimal pro Woche steht in der Stationsküche eine Kiste mit frischem Obst und Gemüse. Außerdem sollen gesunde Suppen

angeboten werden. Dazu passend wird auf der Station über eine neue Pausenregelung diskutiert, die wirklich erholsame Auszeiten ermöglicht. Neuen Mitarbeitern wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt, sie bekommen einen Mentor an die Seite. Zum Programm gehört auch psychologische Unterstützung: In einer Supervision beleuchten die Mitarbeiter ihr berufliches Handeln und ihr soziales Miteinander. Dafür hat die Station einen externen Experten engagiert. Außerdem bietet Dr. Stefanie Jasper dem Team psychologische Betreuung in individuellen Sprechstunden an. Zusätzlich können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kursen Entspannungsübungen zur Stressbewältigung erlernen. Die einzelnen Maßnahmen sind nicht zufällig gewählt. Sie beruhen auf den Bedürfnissen des Teams. „Das Programm wird durch Drittmittel gefördert und professionell evaluiert, sodass wir die Effekte messen können“, betont Professor Beerbaum. Die Supervision wird von einigen Mitarbeitern skeptisch gesehen. „Psychologische Angebote brauchen Kraft und Zeit“, weiß Dr. Jasper. Insgesamt stößt das Programm „Burn in not out“ im Team aber auf große Zustimmung. „Wir müssen die Arbeit angenehmer gestalten. Wenn das Stammkollegium zufrieden ist, werden auch Neue gut aufgenommen“, sagt Krankenpfleger Matthias Schütz. „Dadurch verbessert sich die Qualität der Pflege und der Medizin.“  tg


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Behandeln und Pflegen 35

Gesundheitscheck für externe Führungskräfte Erste Unternehmen nutzen MHH-Präventivprogramm

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m März 2013 startete das Präventionsprogramm „Gesundheitscheck für Fachund Führungskräfte“. Die MHH entwickelte das Programm speziell für diese Personengruppe, es richtet sich primär an mittelständische und große Unternehmen im In- und Ausland. Nun wurde der erste Kooperationsvertrag mit einem Unternehmen aus Niedersachsen geschlossen. Nachdem das Programm bislang acht nationale und fünf internationale Führungskräfte gebucht haben, ergibt sich damit der erste Schritt zu einer kontinuierlichen Auslastung. Die Ärzte der involvierten Kliniken in der Rehabilitationsmedizin, Kardiologie, Gastroenterologie und Psychiatrie untersuchen die Führungskräfte aufgrund der neuesten arbeits- und präventivmedizinischen Aspekte. Zudem werden die Teilnehmer bei einem Befund oder einer Verdachtsdiagnose in den Privatambulanzen weiterbehandelt. Für alle Beteiligten resultiert daraus eine lohnenswerte Investition. In einigen Fällen konnte frühzeitig interveniert und spätere gravierende Folgen verhindert werden. Nach den ausführlichen Befundgesprächen liegen alle Laborergebnisse zwei Stunden nach der Blutentnahme vor. Noch am Untersuchungstag können die Teilnehmer des Check-ups um 16 Uhr eine komplette Mappe mit allen Befun-

Exzellenter Check-up: PD Dr. Udo Bavendiek aus der Kardiologie, Dr. Andrej Potthoff aus der Gastroenterologie, Stress-Experte Professor Dr. Kai Kahl aus der Psychiatrie und Dr. Christian Sturm aus der Rehabilitationsmedizin gehören zum Ärzteteam, das die Führungskräfte untersucht.

den und Arztbriefen mitnehmen. „Wir haben bei den bisherigen Teilnehmern des Gesundheitschecks nur positive Rückmeldungen erhalten. Alle waren äußerst zufrieden, nicht nur mit der medizinischen Kompetenz, sondern auch mit dem persönlichen Einsatz der Ärzte“, berichtet Christoph Egen, der den Tagesablauf für die Führungskräfte koordiniert. Aufgrund der aufwendigen Organisation kann der Gesundheitscheck bislang immer nur don-

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36 Behandeln und Pflegen

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Hilfe für schwer kranke Kinder MHH und Barmer GEK vereinbaren Überleitungspflege

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n der Kinderklinik werden viele schwerstkranke Kinder und Jugendliche versorgt – Kinder mit Blut- oder Krebserkrankungen, komplexen Herzfehlern, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen einschließlich transplantierter Kinder, Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen oder schweren genetischen Störungen. Auch wenn sie nach Hause entlassen werden können, benötigen viele von ihnen eine besondere medizinische Versorgung wie intravenöse antibiotische Therapien, künstliche Ernährung oder eine häusliche Chemotherapie. „Direkt nach der Entlassung sind sowohl Eltern als auch ambulante Pflegedienste häufig damit überfordert“, erklärt Dr. Annette Sander, Oberärztin in der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Zudem besteht in der ambulanten Kinderkrankenpflege ein Mangel an Fachpersonal, sodass eine kurzfristige Entlassung oft nicht möglich war. Diese Versorgungslücke will das Brückenteam der Kinderklinik jetzt mit der Überleitungspflege schließen. Dabei soll das vertraute und besonders ausgebildete Klinikpersonal in den ersten Tagen den Übergang in den heimischen Alltag begleiten, bis die weitere Versorgung von der Familie oder durch einen ambulanten Kinderkrankenpflegedienst übernommen werden kann. Dieses besondere Behandlungsangebot bietet jetzt auch die Barmer GEK ihren betroffenen Versicherten an. „Konkret unterstützt das Team durch

Brücken bauen auf dem Weg zurück in den Alltag.

Beratung und Einweisung der Eltern, aber auch durch aktive Pflege der betroffenen Kinder“, erklärt Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer GEK. Das Brückenteam gibt es in der Kinderklinik seit 2009 als multidisziplinäres Team mit Ärzten, Pflegekräften und Sozialpädagogen – dank seines Einsatzes konnten bislang vorwiegend krebskranke Kinder und Jugendliche früher in ihr vertrautes Umfeld entlassen und unnötige Wiederaufnahmen vermieden werden. Ermöglicht wurde die Arbeit durch den „Verein für krebskranke Kinder e.V.“, der das Projekt auch weiterhin finanziell unterstützt. Dank des Vertragsabschlusses mit der

Barmer GEK kann die Überleitungspflege jetzt auch schwer kranken Kindern und Jugendlichen, die nicht an Blut- oder Krebserkrankungen leiden und in der Region Hannover leben, angeboten werden. Mit diesem neuen Angebot wird das bisherige ambulante Leistungsspektrum des Brückenteams, bestehend aus sozialmedizinischer Nachsorge und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung, sinnvoll ergänzt. In Notfällen ist das Team rund um die Uhr erreichbar und kann kontinuierlich Rücksprache mit den Fachärzten halten. sc www.mh-hannover.de/ besondereversorgungsangebote.html

Werden Sie Nichtraucher! MHH-Experten bieten Kurse zur langfristigen Rauchentwöhnung an

N

ie wieder eine Zigarette anzurühren, dieses Ziel haben viele Raucher. Viele schaffen es auch, mit dem Rauchen aufzuhören – scheitern aber daran, auch langfristig rauchfrei zu bleiben. Eine Möglichkeit, dieses Ziel doch zu erreichen, ist das „Rauchfrei-Programm“, entwickelt vom Institut für Therapieforschung gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Das Programm vereint neueste Konzepte der Motivationsforschung und Verhaltenstherapie. Die Betroffenen lernen zum einen, ihr Rauchverhalten besser zu verstehen. Zum anderen wird eine Verhal-

tensänderung für ein rauchfreies Leben gefördert, um das hohe Rückfallrisiko zu reduzieren. In den Rauchfrei-Kursen der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie arbeiten qualifizierte Erwachsenenpädagogen, Ärzte und Psychologen mit den Betroffenen an acht Terminen mit bis zu zwölf Teilnehmern. Der Kurs dauert zwischen drei und acht Wochen. Im Programm gibt es einen festgelegten Rauchstopp-Tag, ohne dass vorher der Tabakkonsum reduziert wurde. Der Trainer bereitet diesen Rauchstopp innerhalb des Kurses kompetent und erfahren vor

und unterstützt die Teilnehmer anschließend, auch rauchfrei zu bleiben. Der Kurs kostet 249 Euro, eine anteilige Erstattung der Kosten für gesetzlich Krankenversicherte ist möglich und sollte bei der entsprechenden Krankenkasse im Vorfeld abgeklärt werden. Informationen und Anmeldung bei Professor Dr. Thomas Hillemacher und Dr. Alexander Glahn, Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie unter Telefon (01761)-532-8528 (montags und mittwochs von 10.30 bis 12.30 Uhr) oder per E-Mail an Tabakentwoehnung@ mh-hannover.de. sc


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38 Behandeln und Pflegen

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Prüfen. Rufen. Drücken! „Woche der Wiederbelebung“ in Hannover

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in Leben retten. 100 Pro Reanimation“ – unter diesem Motto stand im September die bundesweite Aktionswoche der Wiederbelebung. Gemeinsam mit Experten der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der MHH zeigten die Berufsfeuerwehr, die Flughafenfeuerwehr, die Johanniter und das Deutsche Rote Kreuz an verschiedenen Standorten in Hannover, wie man richtig wiederbelebt. Bei praktischen Übungen und Vorführungen konnten sich Passanten unter anderem in der U-Bahnstation Kröpcke davon überzeugen, wie einfach Reanimation ist. „Prüfen – rufen – drücken! So lautet die Devise“, erklärt Dr. Andreas Flemming, MHH-Stabsstelle für interdisziplinäre Notfall- und Katastrophenmedizin und Oberarzt in der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin. „Sie müssen prüfen, ob die Person noch atmet, anschließend unter der europaweit gültigen Rufnummer 112 den Rettungsdienst rufen, dann fest und mindestens 100-mal in der Minute mittig den Brustkorb des Betroffenen drücken – und nicht aufhören, bis Hilfe kommt!“

Einfache Regel für die Wiederbelebung: So lange drücken, bis Hilfe kommt!

Fynn (19) und Kai (16) stellten sich als „Ersthelfer“ für einen simulierten Notfall zur Verfügung. Hätten die beiden spontan gewusst, was in dieser Situation zu tun ist? „Eigentlich dachten wir das, aber wenn man dann in die Situation kommt, weiß man plötzlich nicht genau, was zu tun ist. Herzmassage, Mund-zu-Mund-Beatmung, Seitenlage? Da waren wir dann doch überfordert“, antwortet Finn. Doch unter der Anleitung von Mathias Joachim, Disponent der Regionsleitstelle der Feuerwehr, der den „Notfall“ am Telefon entgegennahm, war plötzlich ganz klar, was zu tun ist. Nämlich

drücken, bis der Arzt kommt, und zwar 100-mal pro Minute! Professor Dr. Koppert, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Durch das Reanimationstraining tragen wir dazu bei, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen sowie Hemmschwellen und Berührungsängste abzubauen. Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich etwa 5.000 Menschenleben gerettet werden. Denn Reanimation ist einfach – jeder kann Leben retten!“ jw

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Murat Singin

Matthias Blume


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Forschen und Wissen 39

Drittmittel für Forschungsprojekte Das Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn, bewilligte … n Dipl.-Mathematikerin Birgitt Wiese, Institut für Allgemeinmedizin, 139.046 Euro für drei Jahre. Gefördert werden Datenmanagement und statistische Analysen für das bundesweite Verbundprojekt „Bedarf, Inanspruchnahme von Versorgungsleistungen, direkte Kosten und gesundheitsbezogene Lebensqualität bei hochaltrigen Hausarztpatienten (85+)“.

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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), Bonn, bewilligte … n Dr. rer. nat. Constanca Sofia Ferreira de Figueiredo, Institut für Transfusionsmedizin, gemeinsam mit einer Wissenschaftlerin der Technischen Universität Dresden 230.000 Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das Kooperationsprojekt „Suppression of MHC expression on corneal cells to prevent immune rejection after allogeneic transplantation: Experimental investigation in a mouse model“. n Professorin Dr. rer. nat. Andrea Hoffmann, Klinik für Unfallchirurgie, 362.550 Euro im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit dem Laserzentrum Hannover und der Leibniz Universität Hannover zum Thema „Elektrodenoptimierung für Neuroprothesen“. Gefördert wird dieses Gemeinschaftsprojekt insgesamt mit 800.000 Euro. n Professor Dr. med. Thomas Moritz, Institut für Experimentelle Hämatologie, Exzellenzcluster REBIRTH, 302.800 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Verbesserte Transgenexpression in pluripotenten Stammzellen und aus ihnen abgeleiteten Geweben durch den Einsatz von Ubiquitous Chromatin Opening Elements (UCOE)“.

n Professor Dr. rer. nat. Detlef Neumann, Institut für Pharmakologie, 204.400 Euro für drei Jahre. Unterstützt wird das Projekt „Die Rolle des Histamin H4-Rezeptors bei der DSS-induzierten Colitis“.

Die Deutsche Rentenversicherung Bund, Berlin, bewilligte … n Professor Dr. med. Christoph Gutenbrunner, Dr. med. Christian Sturm und Christoph Egen, Klinik für Rehabilitationsmedizin, 196.429 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Wege in die Anschlussrehabilitation – Analyse des Antrags- und Bewilligungsprozesses im Akutkrankenhaus“.

Die Dr. Werner Jackstädt-Stiftung, Wuppertal, bewilligte … n Dr. med. Sibylle von Vietinghoff, Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, 99.000 Euro für drei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Charakterisierung der unkonventionellen T-Zellantwort bei Niereninsuffizienz“. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Bad Homburg, bewilligte … n Dr. med. Sascha David, Klinik für Nierenund Hochdruckerkrankungen, 101.440

Euro für das Projekt „Therapeutic modulation of the angiopoietin receptor – Tie2 – in experimental kidney transplantation“. n Professor Dr. med. Thomas Moritz, Institut für Experimentelle Hämatologie, Exzellenzcluster REBIRTH, und Professorin Dr. med. Gesine Hansen, Klinik für Pädiatrische Pneumologie, Allergologie und Neonatologie, 299.650 Euro für zwei Jahre. Gefördert wird das Projekt „Intracheale Transplantation gentherapeutisch korrigierter Monozyten als innovativer Therapieansatz bei der pulmonalen Alveolarproteinose“. Die Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie (AGA), Zürich, Schweiz, bewilligte … n Dr. med. Maximilian Petri, Klinik für Unfallchirurgie, 33.227 Euro für das Forschungsvorhaben „Heterotope in vivo-Kultivierung von Bandregeneraten mit biphasischem Aufbau und mechanischer Stimulation im Schafsmodell“. Die Firma Medtronic, Minnea­ polis, Minnesota, USA, bewilligte … n Privatdozent Dr. med. Julian Widder und Professor Dr. med. Johann Bauersachs, Klinik für Kardiologie und Angiologie, 800.000 Euro für den Aufbau eines europaweiten Registers (FALCON-Registry) zur Nachbeobachtung von Patienten, die mit einem Medikamenten-freisetzenden (Drug-eluting) Ballon behandelt wurden. Kontakt: Ursula Lappe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Telefon (0511) 532-6772 lappe.ursula@mh-hannover.de


40 Forschen und Wissen

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Ein buntes Kaleidoskop der Forschung Die Freundesgesellschaft unterstützt die MHH mit fast 900.000 Euro – auch die „Patientenuni-mobil“. Bei ihrer Jahresversammlung wurden zudem 16 MHH-Wissenschaftler ausgezeichnet

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och dotierte Preise und Stipendien bekamen 16 junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der MHH am 6. November von der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. (GdF). Die Verleihung fand während der Jahresversammlung der GdF im Congress Center der TUI AG statt. GdF-Vorsitzender Professor Dr. Hartmut Küppers begrüßte die rund 160 Gäste. „Die Gesellschaft der Freunde unterstützte die MHH im vergangenen Jahr mit einer Gesamtsumme von rund 900.000 Euro“, sagte er. Das Spektrum der damit unterstützten Projekte reiche von Preisen, Projekten und Tagungen über den Chor und das Orchester der MHH bis hin zu Reisen und Druckkosten für Publikationen. Professor Küppers gab auch bekannt, dass die Freunde am 7. Mai 2014 ihr 50-jähriges Bestehen ab 17 Uhr im Hörsaal F der MHH feiern. Gemeinsam mit Forschungsdekanin Professorin Dr. Hilfiker-Kleiner überreichte er die Auszeichnungen. „Ich freue mich, das hohe Forschungspotenzial der MHH mit den Preisen zum Ausdruck bringen zu können. Die ausgezeichneten Projekte geben – wie ein Kaleidoskop – einen Einblick in die Forschungslandschaft der MHH“, sagte sie. „Wir sind den Freunden der MHH überaus dankbar; sie helfen nicht nur Individuen, sondern auch der MHH als Ganzes“, bedankte sich Professor Dr. Christopher Baum bei der GdF. Der MHH-Präsident berichtete, dass die MHH in der Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit ihren klassischen Domänen Chirurgie und Innere Medizin sowie unter anderem mit der Neurologie, Psychiatrie und Psychosomatik sehr gut aufgestellt sei und weit mehr tue, als über das aktuelle Finanzierungssystem der Universitätsmedizin abrechenbar sei. „Die MHH hat gerade aufgrund ihres hervorragenden Leistungsspektrums ein wachsendes finanzielles Problem, das an den Wurzeln angegangen werden muss. Dabei wollen wir das Profil der MHH noch stärker herausarbeiten, Wachstumspotenziale nutzen und zugleich Bereiche reduzieren, die für den Gesamterfolg in Lehre,

Professorin Dr. Marie-Luise Dierks stellte die „Patientenuni-mobil“ vor.

Forschung und Krankenversorgung nicht mehr so bedeutsam sind“, sagte er. „Ziel ist, dass bis 2015 die Wende in Bezug auf die wirtschaftliche Situation der MHH erreicht worden ist.“ Die Freunde unterstützen unter anderem die „Patientenuni-mobil“ finanziell für ein Jahr. Dieses Projekt des Instituts für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung widmet sich der Gesundheitsbildung – ebenso wie die etablierte Patientenuniversität. Im Gegensatz zu dieser werden die Themen jedoch nicht in einem Hörsaal der MHH vorgestellt, sondern in einzelnen Betrieben: Die dortigen Mitarbeiter bekommen zunächst in Kurzvorträgen den aktuellen Stand des medizinischen Wissens zu einem Thema vermittelt und können anschließend an Lernstationen mit Experten sprechen, selbst etwas ausprobieren und die sie interessierenden Aspekte vertiefen. „Das neue Angebot ‚Patientenuni-mobil’ ermöglicht lebendiges Lernen und soll vor allem die Menschen erreichen, die von sich aus entsprechende Angebote in Hörsälen nicht wahrnehmen können“, erläuterte die Leiterin der Patientenuni, Professorin Dr. Marie-Luise Dierks. Die „Patientenuni-mobil“ startet im Frühjahr 2014.

Die Preise im Einzelnen n  Sir Hans Krebs-Preis: Privatdozent Dr. Immo Prinz (44), Institut für Immunologie, konnte die mit 10.000 Euro dotierte, von der GdF gestiftete Auszeichnung entge-

gennehmen. Er hat mit seinem internationalen Team die Entwicklung sogenannter gamma-delta T-Zellen untersucht. Sie gehören zum angeborenen Immunsystem und schützen vor Infektionen durch Bakterien und Pilze. Aus früheren Studien der Arbeitsgruppe war bekannt, dass diese Zellen sehr schnell nach der Geburt sehr viel Interleukin-17 produzieren können. Jetzt konnten die Forscher zeigen, dass sich Interleukin-17 produzierende gammadelta T-Zellen ausschließlich vor der Geburt entwickeln. „Diese Zellen müssen daher eindeutig zum angeborenen Immunsystem gezählt werden. Das Ergebnis und künftige Erkenntnisse werden helfen, die Stärken und Schwächen des Immunsystems von Neugeborenen besser zu verstehen“, sagt PD Dr. Prinz. n  Rudolf-Schoen-Preis:

Diese mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung stellt die TUI-Stiftung zur Verfügung. Sie wurde in diesem Jahr geteilt und ging an Dr. Katja Deterding (40), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, und Privatdozent Dr. Gregor Warnecke (39), Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie. Dr. Deterding bekam die Auszeichnung für die „Akute HCV-III Studie“, die im HepNet Study-House der Deutschen Leberstiftung unter der Leitung von Professor Dr. Michael P. Manns initiiert worden war. Es ist die bislang größte Studie zur akuten Hepatitis C in Europa. Sie ergab, dass eine sofortige Behandlung mit pegyliertem Interferon-alfa-2b über 24 Wochen zu hohen Ausheilungsraten sowohl bei Patienten mit symptomatischer als auch bei Patienten mit asymptomatischer akuter Hepatitis-C-Virusinfektion führt. Aber auch bei verzögerter Kombinationstherapie sind die Chancen, das Virus dauerhaft zu eliminieren, sehr gut – unter der Voraussetzung, dass sich die Patienten während der ersten zwölf Wochen regelmäßig auf HCVRNA testen lassen und bei denjenigen, die am Ende der Beobachtungszeit weiterhin HCV-RNA positiv sind, die Behandlung konsequent durchgeführt wird.


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Forschen und Wissen 41

Gut besucht: Der Vorstand der Freundesgesellschaft mit Manfred Seidel, Werner Albrecht und Professor Dr. Hartmut Küppers (vordere Reihe, von rechts) konnte 160 Gäste begrüßen.

PD Dr. Warnecke erhielt den Preis für eine Studie zur Lungentransplantation, die das „Organ Care System“ (OCS) einbezieht. In diesem mobilen Gerät kann eine Spenderlunge körperwarm transportiert werden, wobei sie von Spenderblut durchflossen, mit Nährstoffen versorgt und ventiliert wird. So haben Mediziner bis zu 24 Stunden Zeit, um die Lungenfunktion zu beurteilen und zu verbessern. An der Studie nahmen zwölf Patienten teil. Sie wurde sowohl in der MHH als auch im Lungentransplantationszentrum Madrid, Spanien, durchgeführt. „Spenderlungen können sicher mit dem OCS konserviert werden“, fasst PD Dr. Warnecke die Ergebnisse zusammen. Nach diesem Erfolg haben die Forscher die Studie INSPIRE begonnen, in der sie die OCS-Lungenkonservierung mit der standardmäßigen kalten Lagerung vergleichen. n  Jan Brod-Preis: Die von der Abbott Arzneimittel GmbH gestiftete und mit 5.000 Euro dotierte Ehrung bekam Privatdozent Dr. Jan Menne (46), Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen. Er leitete eine Studie zur EHEC-Epidemie, die in Deutschland rund 4.000 Patienten betraf. Von ihnen erkrankten 855 am Hämolytisch Urämischen Syndrom (HUS), und insgesamt

starben mehr als 50 Menschen. Die Forscher beschrieben das Krankheitsbild und Therapieeffekte von fast 300 an HUS erkrankten Erwachsenen aus 23 deutschen Kliniken. „Der Plasmaaustausch, welcher bei mehr als 85 Prozent aller HUS-Patienten eingesetzt worden war, erwies sich nicht eindeutig als vorteilhaft – eine sehr lange derartige Therapie war sogar potenziell schädlich“, erläutert PD Dr. Menne ein Ergebnis. Eine frühzeitige antibiotische Therapie habe sich – entgegen der Lehrmeinung – vorteilhaft auf den Verlauf der HUS-Krankheit ausgewirkt. Die Arbeit hat auch gezeigt, dass nur ein Prozent der Patienten langfristig dialysepflichtig geblieben ist. n  Ernst Eickhoff-Preis für Kardiolo-

gie: Die von Ernst Eickhoff zur Verfügung gestellte und mit 5.000 Euro dotierte Ehrung ging je zur Hälfte an Dr. Mirco Müller (35), Institut für Biophysikalische Chemie, und Dr. Oktay Tutarel (37), Klinik für Kardiologie und Angiologie. Dr. Müller befasste sich mit den biochemischen Eigenschaften von Aktinen – Proteine, die für Bewegungen in Zellen und von Zellen unentbehrlich sind. „Funktionieren Aktine nicht richtig, kann es beispielsweise zu Hörminderung, Krebs sowie Gefäß- und

Herzmuskelerkrankungen kommen“, erläutert Dr. Müller. Besonders prominent sind Fehlfunktionen des Herzmuskel-Aktins, die bei angeborenen Erkrankungen des Herzmuskels vorkommen wie beispielsweise bei der hypertrophen Kardiomyophatie. Diese Herzerkrankung ist auch die häufigste Ursache des plötzlichen Herztods bei jungen Menschen, insbesondere bei Leistungssportlern. Dr. Müller untersuchte in seiner Arbeit, wie sich krankhafte Veränderungen von Herzmuskel-Aktinen auf das Zusammenspiel mit verschiedenen Proteinen wie zum Beispiel dem Myosin auswirken. „Die Erforschung der krankhaft veränderten Prozesse auf molekularer Ebene ermöglicht ein besseres Verständnis von der Entstehung dieser Erkrankung“ erläutert er. Dr. Tutarel widmete sich den angeborenen Herzfehlern. Immer mehr Kinder mit angeborenem Herzfehler erreichen das Erwachsenenalter, derzeit sind es in Deutschland schätzungsweise 250.000. Eine Heilung ist die Ausnahme, oft bleiben Probleme. Dr. Tutarel zeigte, dass die Zahl der Patienten, die älter als 60 Jahre sind, stark zunimmt. Und, dass diese Patienten die Ressourcen des Gesundheitssystems deutlich stärker in Anspruch nehmen müssen als jüngere Patienten mit angeborenem


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Herzfehler. Zudem erforschte er, dass ältere Patienten mit angeborenem Herzfehler früher sterben als Menschen gleichen Alters aus der Gesamtbevölkerung – wobei neben dem Herzfehler auch erworbene Erkrankungen eine wichtige Rolle spielen. „Das Gesundheitssystem muss sich auf eine zunehmende Zahl von älteren Patienten mit einem angeborenen Herzfehler einstellen. Präventive Maßnahmen für diese Patienten sind dringend notwendig“, sagt Dr. Tutarel. n  Forschungsstipendium der Wiede-

king-Stiftung: Dr. Lars-Henrik Witt (37), Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, erhielt das Stipendium in Höhe von 13.000 Euro. Seine Forschungen werden sich um die kolloidalen Infusionslösungen Gelatine und Hydroxyäthylstärke drehen, die sich bei großen Operationen von Frühgeborenenen, Neugeborenen und Säuglingen in der Kinderanästhesie seit Jahren bewährt haben. In letzter Zeit werden allerdings zunehmend alarmierende Berichte über schwere Nebenwirkungen nach der Gabe von Hydroxyäthylstärke bei kritisch kranken Erwachsenen veröffentlicht. Um die Sicherheit der Kinder zu erhöhen, wird Dr. Witt anhand von Tiermodellen prüfen, ob sich die Lösungen bereits nach einmaliger Gabe im Gewebe anreichern und die Nierenfunktion ungünstig beeinflussen. „Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, das Risiko kolloidaler Infusionslösungen bei Kindern besser kennenzulernen, um so einen potenziellen Schaden von den Patienten abwenden zu können“, erläutert der Forscher. n  Jahresstipendien von Ernst-August Schrader: Dr. Sajoscha Sorrentino (37), Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, erhielt ein Stipendium in Höhe

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von 9.000 Euro, und Dr. Marcel Winkelmann (28), Klinik für Unfallchirurgie, wurde ein Stipendium über 11.000 Euro zuerkannt. Dr. Sorrentino möchte erreichen, dass jugendliche und junge erwachsene Mukoviszidose-Patienten im Alter von zwölf bis 24 Jahren die Inhalationstherapie mit Kochsalzlösung stärker als bisher akzeptieren und somit durchführen. „Wenn den Patienten die Wirksamkeit der Inhalation mit siebenprozentiger Kochsalzlösung vor Augen geführt wird, werden sie diese Form der Therapie möglicherweise konsequenter durchführen“, formuliert der Forscher seine Idee. Er möchte die Therapieeffekte der Inhalation, beispielsweise den besseren Abtransport des zähen Schleims aus der Lunge und die verbesserte Lungenfunktion, mithilfe der funktionellen Lungen-Magnet­ resonanztherapie sichtbar machen. Dr. Winkelmann widmet sich der Behandlung schwerstverletzter Patienten. Ihre stark geschädigten Organe und Gewebe führen zu einer extremen Ausschüttung verschiedener Botenstoffe, die ihrerseits nicht selten zu Schädigungen oder gar Ausfällen weiterer Organe führen. Dr. Winkelmann möchte nun neue Biomarker im Blut von Schwerstverletzten finden, die Organschädigungen oder ein drohendes Multiorganversagen frühzeitig erkennen lassen. „Langfristiges Ziel muss es sein, Laborparameter in der Routinediagnostik zu etablieren, die ein drohendes Einzel- oder Multiorganversagen anzeigen, damit Therapien frühzeitig und wirksam eingeleitet und Menschen gerettet werden können“, sagt er. n  Dissertationspreis Tumorforschung: Je einen Preis der Tumorstiftung der MHH, dotiert mit je 2.500 Euro, ging an Dr. Tina Oberacker (26), Klinik für Hämatologie,

Hämostaseologie, Onkologie und Stammzelltransplantation, und Dr. Anneliese Goez (27), Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie. Dr. Oberacker erforschte akute myeloische Leukämien (AML) im Erwachsenenalter. Sie konnte anhand einer Untersuchung der Zellen von 676 AML-Patienten einen Biomarker identifizieren, der die Heilungschancen von Patienten mit AML vorhersagen kann. Es handelt sich um das Gen MLL5. „Dies ermöglicht Ärzten, in Zukunft die Therapie für den einzelnen Patienten anzupassen“, erläutert sie. Dr. Goez arbeitete mit genetisch veränderten Viren, die gezielt Tumore angreifen: Sie programmierte Adenoviren so, dass sie sich möglichst selektiv in Tumorzellen vermehren und diese zerstören, gesunde Zellen jedoch wenig beeinträchtigen sollten. Dazu baute sie Schutzmechanismen für gesunde Zellen in die Viren ein. Diese Mechanismen werden vom Protein p53 aktiviert, welches in Tumoren häufig defekt ist. Die Forscherin konnte unter anderem zeigen, dass die Schutzmechanismen durch p53 effektiv aktiviert werden und sie die Viren in gesunden Zellen bekämpfen, während die Viren ihre zerstörerische Wirkung in Tumorzellen weiter entfalten konnten. n  Forschungsstipendium der Tumor-

stiftung: Das Stipendium in Höhe von 15.000 Euro erhielt Dr. Stephan Emmrich (31), Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Er erforscht regulatorische RNAs (microRNAs), die eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung von Blutzellen sowie der Entstehung von Leukämien spielen. Sein Team konnte bisher schon zeigen, dass drei microRNAs (miR-99a/100, let-7 und


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Glückliche Preisträger (von links): PD Dr. Warnecke, Dr. Emmrich, PD Dr. Prinz, Dr. Witt, Dr. Sorrentino, Dr. Winkelmann, Dr. Müller, Dr. Dannhauser, Dr. Tutarel, Professorin Dr. Skokowa, Dr. Deterding, PD Dr. Hussein, Dr. Tiedje, Dr. Goez wurden von Forschungsdekanin Professorin Dr. Hilfiker-Kleiner (Bild rechts) geehrt.

miR-125b) in bestimmten Leukämiezellen stark angereichert sind. „Das schützt sie vor dem Zelltod sowie vor Therapien und verhindert das Heranreifen der Blutzellen“, sagt der Forscher. Nun gilt es aufzuklären, weshalb gerade das Zusammenwirken der microRNAs zur Entstehung verschiedener Leukämieformen beiträgt. „Diese Kenntnisse erweitern unser Wissen über Gene und ihr Zusammenspiel und könnten zu neuen Lösungen biomedizinischer Fragestellungen führen.“

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n  Zytokin-Forschungspreis: In diesem Jahr

vergab das Kuratorium der Tumorstiftung in der Verwaltung der GdF zwei dieser Auszeichnungen, von denen eine geteilt wurde. Dr. Christopher Tiedje (33), Institut für Physiologische Chemie, erhielt 20.000 Euro für sein Forschungsvorhaben. Professorin Dr. Julia Skokowa (38), Niedersachsenprofessur für Molekulare Hämatopoese, und Privatdozent Dr. Kais Hussein (34), Institut für Pathologie, bekamen je 10.000 Euro. Dr. Tiedje möchte neue Ansätze für die Entwicklung neuartiger Therapien zur Behandlung von Entzündungen finden. Speziell analysiert er dazu die Bildung von Zytokinen – Proteine, die bei der Bekämpfung von Entzündungen helfen. Das Protein Tristetraprolin (TTP) kontrolliert die Bildung dieser Zytokine. „Ist TTP fehlerhaft reguliert, so können sich spontane Entzündungen verfestigen. Es kommt auch dazu, dass dann das Wachstum unterschiedlicher Krebsarten unterstützt wird. Deshalb ist es wichtig, die Biologie von TTP im Detail besser zu verstehen“, sagt er. Für seine Forschungen nutzt er dazu die sogenannte iCLIP-Analyse. Sie ermöglicht es unter anderem, Rückschlüsse auf neue biologische Funktionen von TTP im Zuge von Entzündungsprozessen zu ziehen. Professorin Skokowa erforscht die sogenannte Azetylierung von Proteinen – einen bisher wenig verstandenen Prozess, der Proteine hemmen und stimulieren kann. Bisher hat sie zeigen können, dass bei der Ausreifung von Blutzellen der Granulozyten-Wachstumsfaktor (G-CSF) für Teilung und Ausdifferenzierung der Zellen sorgt. Eines der dabei wichtigen Proteine ist HCLS1. Sie möchte nun die Rolle der G-CSF kontrollierten Azetylierung von HCLS1 in der Ausreifung der weißen Blutzellen, speziell der Granulozyten, untersuchen. Darüber hinaus wird sie die Rolle der Azetylierung von HCLS1 im Wachstum von myeloischen Leukämiezellen ergründen. „Wir hoffen, dass wir dabei neue

Möglichkeiten in der Behandlung von Patienten mit einem Mangel an weißen Blutzellen entwickeln können und auch Leukämiezellen in ihrem Wachstum hemmen können“, sagt Professorin Skokowa. PD Dr. Hussein erforscht die chronisch myeloische Leukämie (CML) bei Kindern und Jugendlichen. CML ist eine chronische Erkrankung des blutbildenden Systems. Er möchte herausfinden, warum sich bei einigen dieser Patienten eine Fibrose des Knochenmarks entwickelt. Gibt es Faktoren auf molekularer Ebene, anhand derer man voraussagen kann, ob sich bei Patienten mit CML eine Knochenmarkfibrose entwickelt? Können neue Zielgene für therapeutische Anwendungen gefunden werden? Um diese zentrale Fragen beantworten zu können, untersucht er Knochenmarkproben von an CML erkrankten Kindern und Erwachsenen mit und ohne Knochenmarkfibrose mittels Genexpressionsanalyse. n  Hans-Heinrich Niemann-Preis: Dr. Philip

Dannhauser (33), Institut für Zellbiologie im Zentrum Anatomie, erhielt die mit 2.500 Euro dotierte Auszeichnung. Den Preis stiftete Professorin Dr. Teruko Tamura-Niemann. Dr. Dannhauser untersuchte die Entstehung von Vesikeln – kleinsten Membranbläschen – auf molekularer Ebene. Vesikel dienen dem Transport von Nährstoffen, Enzymen oder Viren innerhalb von Zellen. „Wenn wir die Vesikelbildung verstehen, können wir zum Beispiel den Eintritt von Viren in Wirtszellen besser nachvollziehen“, erläutert Dr. Dannhauser. Er entwickelte ein Modell, das die vom Protein Clathrin getriebene Entstehung von Vesikeln nachbildet. Da die Beladung von Vesikeln mit Wirkstoffen auch medizinisch relevant ist, erforscht sein Team, inwiefern das System als neue Technologie für die Verpackung von Wirkstoffen genutzt werden kann.  bb

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Berufsethik im World Wide Web Soziale Medien fördern und fordern Mediziner – eine Studie erörtert die Chancen und Risiken des Internets für Ärzte

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ziehen könnte. Ärzte könnten sich in Portalen vernetzen und mit Kollegen beratschlagen, wodurch die eigene fachliche Fortbildung und die gemeinsame Arbeit an komplexen oder seltenen Krankheitsbildern möglich sei.

ie viele Informationen darf ein Arzt über soziale Netzwerke preisgeben? Dürfen sich Mediziner auf Facebook über Patienten äußern? Diesen und weiteren Fragen zur Nutzung des Internets und Verwendung sozialer Netzwerke in der Medizin ist eine Gruppe von Wissenschaftlern um Professor Dr. Daniel Strech, Institut für Geschichte, Ethik und Philosophie der Medizin, nachgegangen. Sie analysierten 108 Fachartikel aus den Jahren 2006 bis 2011, die sich mit neuen Möglichkeiten und Herausforderungen für Ärzte durch die Nutzung sozialer Medien beschäftigen. Dabei stammten, bis auf einen Beitrag eines deutschen Autorenteams, sämtliche verfügbaren Artikel aus dem englischen Sprachraum. Die Ergebnisse veröffentlichten sie im „Journal of Medical Internet Research“.

Neue Herausforderungen

Schnelles Feedback Die aus der Fachliteratur stammenden Beschreibungen ordneten die Forscher zehn neuen Möglichkeiten und 13 neuen Herausforderungen zu. Als neue positive Aspekte der Nutzung sozialer Medien nennt Professor Dr. Strech unter anderem die Möglichkeit der Aufklärung durch Mediziner. „Der schnelle Austausch mit Patienten über medizinische Sachverhalte und die Weiterbetreuung nach dem persönlichen Arztgespräch könnte durch soziale Netzwerke erleichtert werden.“ Der Patient könne häufiger und unkomplizierter Feedback über die Arbeit des Arztes geben, was einen positiven Effekt auf die Behandlungsqualität nach sich

Als Arzt im Netz: Wie Mediziner angemessen mit sozialen Medien umgehen können, untersucht Professor Daniel Strech (unten).

Neben diesen neuen Möglichkeiten kommen auch Herausforderungen auf Mediziner zu. „Der Arzt muss sehr darauf achten, was er auf seiner Facebook-Seite schreibt, damit sich der Patient nicht wiederentdeckt“, warnt Professor Strech im Bezug auf die ärztliche Schweigepflicht, die auch und gerade in sozialen Medien gewahrt werden müsse. „Das ist eine Grauzone, die rechtlich relevant werden kann“, sagt Strech. Auch der angemessene Umgang mit aus dem Internet gewonnenen Informationen über Patienten, zum Beispiel durch googeln oder durch Recherche auf Facebook oder Twitter, sei bisher noch ungeklärt. Es müsse sichergestellt werden, dass sich die Nutzung der sozialen Medien mit der medizinischen Berufsethik in Einklang bringen lässt. Die Bundesärztekammer gab im Jahr 2012 Empfehlungen und Stellungnahmen für Medizinstudierende und Ärzte zur Nutzung sozialer Medien heraus. „Sie sind sehr allgemein formuliert und weisen verstärkt auf die Herausforderungen und Gefahren des Umgangs mit sozialen Medien hin. Die Ärzteschaft sollte sich auch konstruktiv mit den Möglichkeiten sozialer Medien auseinandersetzen und neue, positive Aspekte benennen“, meint Professor Strech.  ft

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Multiple-Sklerose-Preis für MHH-Forscher Magnet-Resonanz-Tomografie-Aufnahmen des Gehirns eines Patienten mit Multipler Sklerose.

Professor Thum für neuen MS-Nachweis ausgezeichnet

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Erkenntnisse in der angeseherofessor Dr. Dr. Thomas nen Zeitschrift „Neurology“. Thum erhielt den mit rund „Mit dem Preisgeld können 450.000 Euro dotierten wir nun eine darauf aufbauPreis „Grant of Multiple Scleende Studie beginnen: Wir rosis Innovation“ (GMSI). Der haben vor, die neue NachweisLeiter des MHH-Instituts für und Prognosemethode in den Molekulare und Translationale kommenden zwei Jahren an Therapiestrategien (IMTTS) Daten von mehr als 1.000 Pakonnte die Auszeichnung des tienten zu überprüfen“, sagt Biopharmazie-Unternehmens Professor Thum, der die Studie Merck Serono am 5. Oktober Professor Dr. Dr. leitet. Forscher in vier neuroloim dänischen Kopenhagen Thomas Thum gischen Zentren Deutschlands entgegennehmen. Er bekam sie für seine Forschungen zur Diagnose werden dafür Proben von Rückenmarksund Prognose der Multiplen Sklerose (MS). flüssigkeit von Patienten sammeln. Dies Mehr als 100 Wissenschaftler aus aller sind die Kliniken für Neurologie der MHH, Welt hatten sich beworben. Die Verleihung der RUB, der Universität Rostock und der erfolgte beim 29. Kongress des „European Universität Ulm. Committee für Treatment and Research in Multiple Sclerosis“ (ECTRIMS), bei dem Micro-RNAs steuern drei weitere Wissenschaftler ebenfalls mit einem Grant geehrt wurden. Das Preisgeld Beim Verdacht auf MS – die chronischsoll dazu dienen, dass Forscher Projekte vo- entzündliche Erkrankung des Gehirns und ranbringen können. des Rückenmarks – entnehmen Ärzte NerGemeinsam mit der Ruhr-Universität venwasser aus dem Lendenwirbelbereich. Bochum (RUB) hatte das Team von Pro- Die Forscher hatten nachweisen können, fessor Thum im Oktober 2012 eine neue dass sich darin krankheitsspezifische MiMethode zum Nachweis und zur Unter- cro-RNAs befinden – kurze Ribonukleinscheidung verschiedener Verlaufsformen säureketten, die Entwicklung, Vermehrung von MS gefunden. Sie machten ihre Er- und Funktion von Zellen steuern können. gebnisse an einer Studie mit mehr als 100 Diese zeigen an, ob die Erkrankung vorTeilnehmern fest und veröffentlichten ihre liegt oder nicht. Darüber hinaus konnten

die Wissenschaftler zeigen, dass anhand von verschiedenen Mustern, die diese Micro-RNAs bilden, die Verlaufsform der Erkrankung erkennbar ist. „Sollten sich die Erkenntnisse in der nun folgenden Studie noch besser verifizieren lassen, könnte dies helfen, die Erkrankung zu diagnostizieren und den Verlauf zu prognostizieren“, sagt Professor Thum. „Wir hoffen, dass die Ergebnisse auch Einsichten in die Veränderungen der Erbinformationen sowie die Entstehung und Entwicklung der MS gewähren – und, dass wir Faktoren finden, die beim Übergang von der schubförmigen zur sekundär-chronischen MS eine Rolle spielen“, sagt Dr. Aiden Haghikia, Neurologische Klinik der RUB. Weltweit gibt es schätzungsweise 2,5 Millionen MS-Kranke, in Deutschland leben nach derzeitigen Hochrechnungen 130.000. Hauptsächlich erkranken junge Erwachsene zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Bei der Erkrankung werden die Hüllschicht der Nerven, das Myelin, und die Nervenzellen zerstört, was zu Entzündungen an verschiedenen Stellen des Gehirns und des Rückenmarks führt. MS kann daher zu sehr unterschiedlichen Symptomen führen. Die Ursache der Erkrankung ist noch unklar. Die Krankheit ist nicht heilbar, doch verschiedene Maßnahmen können den Verlauf günstig beeinflussen.  bb

Vom Studium zur eigenen Praxis Sprechstunden für Medizinstudierende und Weiterbildungsassistenten zu Fragen der ambulanten ärztlichen Tätigkeit

Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen steht Ihnen im Skills-Lab der MHH regelmäßig zur Verfügung und beantwortet Ihre Fragen rund um die Themen: Facharztweiterbildung Tätigkeitsmöglichkeiten im ambulanten Sektor Zulassung zur vertragsärztlichen Versorgung Honorarabrechnung Praxisalltag

Die Sprechstunden sind Teil des Beratungs- und Unterstützungsprogramms der KVN für den ärztlichen Nachwuchs. Dazu gehören u.a.: Vermittlung von Patenschaften mit Ärzten Förderung des PJ´s in der Allgemeinmedizin Förderung der Facharztweiterbildung Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin Praxisnahe Informationsveranstaltungen Arzt-/Studententreffen

Aktuelle Sprechstundentermine finden Sie im Internet unter: http://skillah.kvn.de Weitere Informationen finden Sie unter: www.niederlassen-in-niedersachsen.de


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Nervenimplantate aus Krabbenpanzern Leitschienen für Nerven können aus Chitin gewonnen werden

B

ei Unfällen treten häufig Nervenverletzungen auf, die oft Lücken zwischen durchtrennten Nerven hinterlassen. Normalerweise überbrücken Chirurgen diese mit körpereigenen Nerven. Doch dadurch entstehen neue Nervenverletzungen, und außerdem ist körpereigenes Ersatzmaterial nur begrenzt verfügbar. Künstliche Nervenleitschienen könnten hier Abhilfe schaffen, bisher war deren Therapieerfolg bei Patienten aber nicht mit dem des körpereigenen Gewebeersatzes vergleichbar. Einem von Professorin Dr. Claudia Grothe, Direktorin des Instituts für Neuroanatomie, koordinierten europäischen Forscherteam (BIOHYBRID Consortium) ist es nun gelungen, solche Schienen aus Krabbengehäusen herzustellen: In einem neuen Verfahren wird Chitosan, das vom Chitin aus Krabbengehäusen abstammt, so verändert, dass aus ihm Röhrchen hergestellt werden können. Chitosan ist natürlich abbaubar und biologisch hoch verträglich. Die Chitosan-Nervenleitschienen sind formstabil, chirurgisch leicht vernähbar und mittelfristig abbaubar. Die Wissenschaftler verglichen drei Chitosan-Varianten im Tiermodell mit der Standardtherapie. „Eine war besonders

Können Nervenleitschienen aus Krabben­gehäusen herstellen: Professorin Dr. Kirsten Haastert-Talini (links) und Professorin Dr. Claudia Grothe.

geeignet, die gewebliche und funktionelle Wiederherstellung verletzter peripherer Nerven in vergleichbarem Ausmaß zu unterstützen wie die Standardtherapie“, sagt Professorin Grothe. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift „Biomaterials“. Den Wissenschaftlern liegt nun ein vielversprechendes Ausgangsprodukt für weitere Entwicklungen vor. Dabei werden die bisher hohlen Chitosanröhrchen dreidimensional mit Hydrogelen ausgestaltet

und mit regenerationsfördernden Substanzen und gentechnisch modifizierten Zellen angereichert. Diese weiterentwickelten bioartifiziellen Nervenleitschienen werden anschließend auf ihre Eignung untersucht, auch längerstreckige, großflächige Nervendefekte überbrücken zu können. Auch an diesen Studien, die die Europäische Union mit 5,9 Millionen Euro bis 2015 fördert, ist das MHH-Team um Professorin Grothe und Professorin Dr. Kirsten Haastert-Talini maßgeblich beteiligt.  bb

Zellen auf Reisen Protein steuert die Bewegung von Zellen

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ellen wandern. Sonst könnte sich kein Embryo entwickeln, keine Wunde heilen und das Immunsystem nicht fremde Substanzen oder Keime abwehren. Zellbewegung ist aber auch verantwortlich dafür, dass ein Tumor streut und Metastasen im Körper entstehen. Bei all diesen Reisen der Zellen spielt das Protein Aktin eine zentrale Rolle. Es ist eher bekannt aus Muskeln, ist aber auch in Nichtmuskelzellen reichhaltig vorhanden: Dort bildet es Filamente und trägt so zum Zellskelett bei, das die Zelle stabilisiert, bewegt und Transporte in der Zelle ermöglicht. Bewegungen der Zelle entstehen, weil sich Aktin-Filamente an der Zellfront neu bilden. Dies initiiert der sogenannte Arp2/3-Proteinkomplex, den wiederum spezielle Faktoren aktivieren, sogenannte nucleation promoting factors (NPFs). MHH-Forscher unter der Leitung von Pro-

fessor Dr. Jan Faix vom Institut für Biophysikalische Chemie haben gemeinsam mit europäischen Kollegen ein neues Protein namens Arpin entdeckt, das die Aktivierung des Arp2/3-Komplexes unterbindet. Sie fanden heraus, dass der Bereich in Arpin, der bei der Hemmung mit dem Arp2/3-Komplex interagiert, einem Aktivator bis auf wenige essenzielle Aminosäurereste ähnelt. Sie veröffentlichten ihre Erkenntnisse in „Nature“. „Fehlt Arpin, so wandern Zellen sehr geradlinig. Ist zu viel in den Zellen vorhanden, so ändern sie übermäßig häufig ihre Richtung und können somit nur sehr kurze Distanzen zurücklegen“, erläutert Professor Faix. Er und seine Partner konnten diese Entdeckung in ganz unterschiedlichen Zellentypen aus Mensch, Forelle und Amöben machen, was zeigt, dass das Protein evolutionär hoch konser-

Professor Dr. Faix (links) und Alexander Junemann studieren, wie sich Zellen bewegen.

viert ist. Als die Forscher Arpin direkt in typischerweise sehr geradlinig wandernde Hautzellen (Keratinozyten) einbrachten, änderten diese die Richtung. „Somit scheint Arpin für die Regulation der gerichteten Zellbewegung eine entscheidende Rolle zu spielen“, erklärt Professor Faix. Ziel zukünftiger Arbeiten wird für die Forscher nun sein, die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen aufzuklären. So könnte man Arpin möglicherweise als therapeutischen Angriffspunkt einsetzen, um Zellmigration beeinflussen zu können – das Wandern von Krebszellen.  bb


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Nach neuem Curriculum ausgebildet Die OTA- und ATAAssistenten bei ihrer Verabschiedung.

OTA- und ATA-Schule verabschiedet Absolventen

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ie MHH-Schule für Operationstechnische und Anästhesietechnische Assistenten (OTA und ATA) hat im November ihre Auszubildenden aus dem Kurs 10/13 feierlich verabschiedet. Schulleiter Florian Fischbock überreichte den 22 Frauen und zwei Männern ihre Abschlussurkunden. Für die jungen operationstechnischen Assistenten eröffnet dieser Abschluss gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Es ist der erste Jahrgang, der nach dem an der MHH entwickelten und bundesweit einzigartigen OP-Lernfeldcurriculum verabschiedet wurde. Dabei kam zum ersten Mal das von Eric Masur, Mitarbeiter der MHH-Schule,

entwickelte eEducation-Portal „OP2Go“ durchgängig zum Einsatz. „Der Vorteil dieses Systems besteht darin, dass damit das OTA-relevante Alltagswissen jederzeit digital und nutzerfreundlich für die Auszubildenden zur Verfügung steht“, betonte Florian Fischbock. Außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler an einem besonderen Seminarangebot im Strahlenschutz und in der Sterilgutversorgung teilnehmen, arbeiteten intensiv an einem Image-Film für die Bundesagentur für Arbeit mit und gestalteten erstmals ein Medienprojekt zum Thema „Perspektivwechsel“, bei dem sie sich in die Situation von Patienten kurz vor der OP versetzten.

Die Kursleiter Juliane Annussek und Eric Masur wünschten ihren Schülerinnen und Schülern gemeinsam mit dem Lehrerkollegium und der Schulleitung viel Erfolg auf ihrem weiteren beruflichen Weg. Operationstechnische Assistenten können sich ab sofort nennen: Esther Bank, Lea Bartsch, Luisa Burda, Nicola Cruickshank, Jasmin Dähne, Anja Frentzen, Jessica Gillich, LaraCarina Hilmer, Marina Jakimenkow, Diana Janzen, Noyan Kanpulat, Alessia Kozian, Tim Langner, Stine Lemke, Vera LintelHöping, Thi Minh Tam Ngo, Sabine Pahl, Lena Peschel, Marie-Pierre Peukert, Katharina Reicht, Katja Sarrazin, Sarah Scheller, Maryam Widmann und Julia Wolle.  dr

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Mikroskopiersaal erhält neue Technik Nach 40 Jahren: 94 neue Geräte im Zentrum Anatomie angeschafft

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leich 94 neue Mikroskope stehen seit Beginn des Wintersemesters den Kursteilnehmerinnen und -teilnehmern im Mikroskopiersaal des Vorklinischen Lehrgebäudes zur Verfügung. Damit hat die MHH die Lern- und Lehrbedingungen im anatomischen Unterricht deutlich verbessert. Die alten Mikroskope gehörten noch zur Erstausstattung der MHH aus dem Jahr 1969 und hatten mehr als 40 Jahre guten Dienst geleistet. Die neuen Geräte zeichnen sich durch eine deutlich bessere Beleuchtung und eine einfachere Handhabung aus. Außerdem wurden bereits im vergangenen Jahr ein neues Demonstrationsmikroskop mit einer hochauflösenden Kamera sowie eine neue digitale Projektionsanlage angeschafft. Professor Dr. Helmut Bartels, seit November 2011 verantwortlich für den Unterricht in Mikroskopischer Anatomie, hat sich für die Erneuerung des Mikroskopiersaals eingesetzt. „Er hat durch sein Konzept diese technische Neuausstattung erst möglich gemacht. Ihm gilt mein besonderer Dank“, würdigte Professor Dr. Matthias Ochs, Direktor des Zentrums Anatomie, seinen Einsatz. Dazu betonte Professor Bartels: „Auch wenn wir unsere Kurspräparate inzwischen digitalisiert haben und den Studierenden diese im Internet jederzeit verfügbar machen, setzen wir mit der Neuanschaffung der Mikroskope ein klares Zeichen dafür, dass wir im Kurs auch in Zukunft mit klassischen Schnitt-Präparaten praktisch arbeiten wollen und nicht ausschließlich auf virtuelle Mikroskopie am Computer setzen.“ Die Qualität des Unterrichts sei weniger von der Technik als vom Engagement und der Kompetenz der Dozenten abhängig, wie Lehrpreise und Eva-

Die neuen Mikroskope im neu ausgestatteten Mikroskopiersaal.

luation immer wieder belegten. Die neue medientechnische Ausstattung sei für alle, die in diesem Saal unterrichten, ein großer Ansporn, diese Qualität auch inhaltlich weiter aufrechtzuerhalten. Finanziert wurden die neue Video-Anlage und die Mikroskope zum überwiegenden Teil aus dem Modul-Preis, den das Institut für Funktionelle und Angewandte Anatomie 2011 für hervorragende Lehre erhalten hatte, sowie aus dem Lehr-LOMPreis des Zentrums Anatomie 2013. Zudem bewilligten die Studienkommissionen Humanmedizin und Zahnmedizin Zuschüsse aus Studienbeiträgen. Die Studiendekane Professor Dr. Ingo Just (Humanmedizin) und Professor Dr. Harald Tschernitschek (Zahnmedizin) sowie die studentischen Kommissionsmitglieder unterstützten die Anträge engagiert, um damit die anatomischen Lehrbedingungen zu verbessern. Von der Neuanschaffung der Kursmikroskope an der MHH profitieren außerdem

Schüler verschiedener Gymnasien in der Region Hannover. Die Mehrzahl der alten, aber noch funktionstüchtigen Geräte wandert nicht in den Müll, sondern kann dank der Initiative von Dr. Robert Lindner, Mitarbeiter des MHH-Instituts für Zellbiologie im Zentrum Anatomie, im Biologie-Unterricht weiter Verwendung finden und damit die Lernbedingungen an einigen hochschulnahen Schulen verbessern. Die St. UrsulaSchule in der Südstadt, die Schillerschule in Kleefeld, die Lutherschule in der Nordstadt sowie zwei Gymnasien in Celle und Wunstorf erhielten jeweils einen Unterrichtssatz. Frank Hurkuck, technischer Mitarbeiter des Instituts, und seine Vorgänger ermöglichten diese Spende durch ihre jahrzehntelange gute technische Wartung und Betreuung. Einer der Lehrer einer begünstigten Schule brachte bei der Abholung der Mikroskope die Perspektive der Schulen auf den Punkt: „Für uns ist das wie Weihnachten ...“ dr

Besondere Leistungen in Biomedizin Die Gesellschaft der Freunde der MHH e. V. fördert besondere Studienleistungen im Masterstudiengang Biomedizin. Während der Abschlussfeier überreichten Professor Dr. Hartmut Küppers, Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde der MHH, und MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum gemeinsam die Studienpreise

für die besten Durchschnittsnoten im jeweiligen Semester, das Preisgeld beträgt jeweils 200 Euro. Für das Wintersemester 2012/2013 konnten sich im dritten Semester Annika Verena Goß, Julia Sachs und Philipp Stüve über den Preis freuen. Im ersten Semester erbrachten Wiebke Abels und Jan Herbers

die besten Leistungen. Für das Sommersemester 2013 nahmen Martin Bucher und Yvonne Knopp die Auszeichnung entgegen. Für die besten Gesamtleistungen im Jahrgang 2011/2012 gab es für Mareike Bütepage (beste Abschlussnote) und Annika Verena Goß (zweitbeste Abschlussnote) jeweils 300 Euro Preisgeld.  dr


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Den Studienstart begleiten Die 444 Studierenden blicken erwartungsvoll in die Zukunft. Eine von ihnen wird das Internetportal der Initiative Wissenschaft Hannover, an dem die MHH beteiligt ist, begleiten. Elena Dehmel (Bildmitte, rechts) ist nach Hannover gezogen, um an der MHH Medizin zu studieren. Unter www.wissen.hannover.de werden wir in loser Folge Filmbeiträge veröffentlichen.  stz

„Seien Sie kritisch!“ Die MHH begrüßt 444 neue Studierende in sieben Fächern

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ie MHH hat mit dem Wintersemester insgesamt 444 neue Studierende aufgenommen: 275 möchten Humanmedizin studieren, 86 haben einen Platz für das Studium der Zahnmedizin an der MHH bekommen. Hinzu kommen die Masterstudiengänge Biomedizin mit 30 und Biochemie mit 23 Neuzugängen. Hebammenwissenschaften studieren jetzt neun Studentinnen mehr, im Fach Bevölkerungsmedizin (Public Health) haben sich 16 neue Studierende eingeschrieben, und im neuen Masterstudiengang Ergo- und Physiotherapie starten fünf Erstsemester. Zur Begrüßung der neuen MHH-Studierenden in den Fächern Human- und Zahnmedizin im Hörsaal F machte MHHPräsident Professor Dr. Christopher Baum gleich deutlich, dass sie an der MHH mehr erwartet: „Das Studienangebot an unserer Hochschule ist vielfältiger geworden. Erstmals bieten wir ab diesem Semester einen Masterstudiengang für Ergo- und Physiotherapie an. Sie sind mit Ihren Disziplinen nicht alleine. Daher möchte ich Sie aufmuntern, in andere Fächer hineinzuschnuppern und das volle Spektrum, das wir hier anbieten, kennenzulernen.“ Gleichzeitig machte er den Studienanfängern deutlich, dass mit diesem Tag ein neuer Abschnitt in ihrem Leben beginnt, der sie intensiv mit der MHH verbinden wird: „In den nächsten sechs Jahren werden Sie 1.000 mal durch die Pforte der MHH gehen und 10.000 bis 15.000 Stunden hier verbringen.“

Sechs ebenso lehrreiche wie schöne Studienjahre wünschten ihnen neben dem Präsidenten auch die beiden zuständigen Studiendekane Professor Dr. Ingo Just (Humanmedizin) und Professor Dr. Harald Tschernitschek (Zahnmedizin). Professor Just betonte die Vorteile des Modellstudiengangs HannibaL, eines sehr praxisorientierten, optimierten Studiengangs, bei dem der Mensch in seiner Gesamtheit im Vordergrund stehe und die Studierenden die ärztliche Kunst erlernen könnten.

Praxisorientiert studieren „Wir bereiten Sie auf 40 Jahre Berufsleben als Arzt vor. Sie sollen entscheidungskompetent, eigenverantwortlich und kritisch diese Aufgabe übernehmen.“ Dem schloss sich Professor Dr. Harald Tschernitschek an und versprach den Studienanfängern der Zahnmedizin, sich dafür einzusetzen, aus dem von den Vorgaben der Kapazitätsverordnung gelenkten „Linienflieger Zahnmedizinstudium“ einen dem Modellstudiengang HannibaL vergleichbaren Luxusflieger zu machen. Die Studierenden bereitete er auf ein sehr praxisorientiertes Studium vor: „Sie müssen als Zahnarzt Hand anlegen, das muss man erst lernen und üben. Das ist nicht einfach.“ Schließlich referierten zwei gestandene Mediziner aus beiden Bereichen über ihren Weg durch das Studium in den Beruf. Neben Professor Dr. Rainer Schwestka-Polly,

Direktor der Klinik für Kieferorthopädie, berichtete Professorin Dr. Karin Weißenborn, Oberärztin in der Klinik für Neurologie, wie sie sich als Studienanfängerin fühlte. „Ich habe auch einmal Mitte Oktober mit dem Medizinstudium angefangen, das war 1975. Damals hatte ich ganz schön Angst, als ich hier saß“, gestand die bei den höheren Semestern beliebte Dozentin. Sie habe sich ganz schön überwinden müssen in den ersten Stunden der Anatomie, im Präparierkurs. Ursprünglich wollte sie Landärztin werden, habe sich die Neurologie und das wissenschaftliche Arbeiten zunächst nicht zugetraut.

„Wir brauchen Sie“ „Mittlerweile gehöre ich hier zum Inventar und kann sie nur ermuntern: Wir brauchen Sie! Fragen Sie nach, seien Sie kritisch, dann können wir gemeinsam dieses Fach weiter entwickeln. Dabei werden Sie übrigens merken, dass ich auch nicht alles verstanden habe“, gab sich die Neurologin selbstkritisch und offen, was bei den meisten Studienanfängern gleich auf große Sympathie stieß. Anschließend gab es für die jungen Frauen und Männer noch umfassende Informationen zur Nutzung der Bibliothek, der familienfreundlichen Hochschule sowie zu den ersten Inhalten ihres Studiums und ganz praktisch, um diese Menge an Informationen gleich einzupacken: eine MHH-Tasche, finanziert vom Alumni-Verein.  dr


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Promovieren in Public Health

15 GESA-Stipendiatinnen nehmen am neuen Public-Health Promotionsprogramm der MHH teil.

15 GESA-Stipendien für das dreijährige Programm vergeben

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um Wintersemester ist an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) das dreijährige Promotionsprogramm „GESA – Gesundheitsbezogene Versorgung für ein selbstbestimmtes Leben im Alter: Konzepte, Bedürfnisse der Nutzer und Responsiveness des Gesundheitssystems aus Public-HealthPerspektive“ gestartet. 15 Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhalten dafür Georg-Christoph-Lichtenberg-Promotionsstipendien. „Mit dem Promotionsprogramm ist es gelungen, mit verschiedenen Forschungseinrichtungen aus Niedersachsen zukunftsträchtige Forschungskooperationen einzugehen“, sagt Professorin Dr. Ulla Walter, Direktorin des Instituts für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung. Die Stipendien in Höhe von monat-

lich jeweils 1.500 Euro werden finanziert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum begrüßte die Stipendiaten bei der Auftaktveranstaltung und verlas ein Grußwort von Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele HeinenKljaji´c. Das Promotionsprogramm wird von der MHH in Kooperation mit der Universität Osnabrück, der Jade Hochschule Wilhelmshaven Oldenburg Elsfleth, dem Studienort Oldenburg sowie dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig durchgeführt. „Wir freuen uns, dass wir die bewährte Public-Health-Ausbildung auf Masterniveau in Hannover um diese wissenschaftliche Komponente vertiefen können“, betont Professorin Dr. Marie-Luise

Dierks. Die inhaltlichen Schwerpunkte der 15 Forscherinnen und Forscher sind unterschiedlich: Während die einen in ihren Arbeiten theoretische Konzepte und empirische Grundlagen aufarbeiten und weiterentwickeln, analysieren andere die Patientenorientierung der Anbieter, die Erhebung der Bedürfnisse und Ziele der Nutzer oder entwickeln Handlungskonzepte für ein selbstbestimmtes Leben im Alter. Den Stipendiatinnen und Stipendiaten werden begleitend zu ihren Forschungsvorhaben fach- und methodenbezogene Seminare, Vorträge und Kolloquien angeboten. Darüber hinaus werden die Studierenden im Programm systematisch darin gefördert, ihre Ergebnisse auf wissenschaftlichen Kongressen zu präsentieren und eigene Artikel zu verfassen.  sc

Hilfe auf dem Weg ins Studium Immer mehr ausländische Studierende nutzen die IsiEmed-Einführungswoche

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ie kommen aus Palästina, Israel, Indonesien, Russland, Jordanien, Syrien, aus dem Libanon und dem Iran, aus der Türkei, aus Japan, Norwegen und haben ein gemeinsames Ziel: Medizin studieren an der MHH. Damit den ausländischen Studienanfängern der Start in ihren neuen Lebensabschnitt gelingt, bietet die MHH seit 2008 eine Einführungswoche an. IsiEmed nennt sich das Programm und steht für „Integration sowie sprachlichen und interkulturellen Einstieg in das Medizinstudium“ in Hannover. Anfang Oktober nutzten 30 junge Frauen und Männer dieses Angebot, nahmen am Sprach- und Integrationstraining teil und ließen sich fachlich auf die Lehrmodule des ersten Studienjahres vorbereiten. „Das Programm findet immer mehr Zulauf unter den ausländischen Studie-

Gruppenbild vor der MHH.

renden. Dabei sind die Teilnehmer ganz unterschiedlich vorbereitet und haben teilweise schon eine fachliche Qualifikation in ihrem Heimatland erworben. Sie bringen Wissen mit, das den fachlichen Austausch an der MHH bereichern kann. Da ist es wichtig, ihnen den sprachlichen Einstieg so leicht wie möglich zu machen“, lobt Professor Dr. Christoph Gutenbrunner das Programm. Wie gut es bei den teilnehmenden Studienanfängern ankommt, erklärt Moatasem Abu Kaf: „Ich war letztes Jahr

selbst ein Teilnehmer, und mir hat das Programm sehr geholfen. Ich fühlte mich sofort willkommen an der MHH, mir wurde die Angst vor dem Studium etwas genommen, und ich habe schnell Leute kennengelernt. Deshalb wollte ich dieses Jahr selbst als IsieMate die neuen Erstis willkommen heißen.“ Studierende aus höheren Semestern werden den Neueinsteigern als Tutoren zugeteilt und helfen ihnen dabei, sich im Studium, an der MHH und in der Stadt Hannover zurechtzufinden. Noch liegt das Programm unter der Federführung von Professor Gutenbrunner und seiner Abteilung, doch schon im nächsten Jahr soll das Programm in Kooperation mit dem AStA fortgesetzt und rein studentisch geführt werden. Vor zwei Jahren gewann das Programm den mit 1.500 Euro dotierten Studentenwerkspreis. Davon organisierte das IsiEmedTeam ein internationales Sommerfest mit einem Volleyballturnier. Die Einnahmen daraus sollen an die islamische Gemeinschaft gespendet werden. dr


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Lernen und Lehren 51

Die Promotionspreisträger Dr. Anne Frentzen (Mitte) und Dr. Sebastian Rojas Hernandez (Zweiter von rechts), umrahmt von Professorin Dr. Denise Hilfiker-Kleiner, Werner Albrecht von der Gesellschaft der Freunde sowie ihren Doktorvätern Professor Dr. Thomas Pietschmann und Professor Dr. Axel Haverich (von rechts).

MHH ehrt 134 Doktoranden Freundegesellschaft verleiht Promotionspreise

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ie Medizinische Hochschule Hannover hatte am 16. November zum 27. Mal zu ihrer Promotionsfeier eingeladen. MHH-Präsident Professor Dr. Christopher Baum überreichte die Urkunden für die erfolgreich beendeten Doktorarbeiten 100 jungen Ärztinnen und Ärzten, zehn Zahnmedizinerinnen und Zahnmedizinern sowie zehn Humanbiologen,13 Doktoren der Naturwissenschaften und einer Doktorandin der Bevölkerungsmedizin, zwölf von ihnen haben ihre Promotion „mit Auszeichnung“ abgeschlossen. Die beiden mit jeweils 2.500 Euro dotierten Promotionspreise überreicht Professorin Dr. phil. Denise Hilfiker-Kleiner, Forschungsdekanin der MHH, gemeinsam mit Werner Albrecht von der Gesellschaft der Freunde der Medizinischen Hochschule Hannover e.V. an Dr. rer. nat. Anne Frentzen (29) und Dr. med. Sebastian V.P. Rojas Hernandez (30).

Die Promotionspreise Neuer Ansatz zur Entwicklung eines Kleintiermodells bei Hepatitis C entdeckt: Mäuse lassen sich nicht mit dem Hepatitis C-Virus infizieren. Die Ursachen dafür sind bislang nur wenig erforscht. Anne Frentzen untersuchte in ihrer Doktorarbeit, welche Faktoren die Vermehrung von Hepatitis C-Viren in Leberzellen von Mäusen verhindern, um neue Ansätze für ein bisher fehlendes Kleintiermodell zu finden. Sie konnte zeigen, dass die Vermehrung des

Virus in Mauszellen wesentlich durch die angeborene Immunantwort bekämpft wird. Es wurden Mausleber-Zelllinien mit einem fehlerhaften Immunsystem hergestellt, welche mithilfe von schon bekannten Wirtsproteinen die Vermehrung des Virus ermöglichten. Diese bemerkenswerten und bisher einzigartigen Beobachtungen zeigen, dass Mauszellen prinzipiell die Virusvermehrung unterstützen, aber auch, dass das mauseigene Immunsystem signifikant dazu beiträgt, die Viren zu kontrollieren. Hinsichtlich der Entwicklung eines Kleintiermodells haben die Ergebnisse der vorliegenden Promotionsarbeit eine wegweisende Bedeutung und können langfristig zu neuen Erkenntnissen der Hepatitis C-Entstehung und Impfstoffentwicklung beitragen. Biomatrix macht regenerative Stammzellen bei Herzinfarkt-Therapie effektiver: Der akute Herzinfarkt mit Verlust von Herzmuskelzellen und der daraus resultierenden Herschwäche steht im besonderen Fokus der kardiovaskulären Medizin. Ein innovativer Ansatz für eine Therapie stellt die Behandlung von betroffenem Herzgewebe mit Stammzellen dar. Die vorliegende Studie von Sebastian V.P. Rojas Hernandez analysiert systematisch verschiedene Einflüsse, die in der Frühphase einer kardialen Zelltransplantation zu einem Verlust der Zellen beitragen. Eine Untersuchung mit Fluoreszenz-Partikeln konnte zeigen, dass ein Großteil bereits während der Operation

verloren geht, er verbleibt in Spritzen, Aufbewahrungsgefäßen oder rinnt aus dem Injektionskanal heraus. Ein weiterer Anteil an Partikeln oder Zellen wird unmittelbar nach Injektion über das venöse System des Herzens abtransportiert und in die Lungen umverteilt. Hier konnte die Arbeit zeigen, dass der Einsatz von Fibrinogen, einem im Blut enthaltenen und für die Blutgerinnung verantwortlichen Eiweißstoff, diese Umverteilung vermindert.  dr

HBRS vergibt Promotionpreis Die Hannover Biomedical Research School (HBRS) hat zum Beginn des neuen Studienjahres die neuen Studierenden im PhD-Programm „Molecular Medicine“ begrüßt und die Preisträger der HBRS-Promotionspreise geehrt. Die beiden mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preise gehen an Lisa Föhse, MHH-Abteilung für Immunologie, für ihre Doktorarbeit mit dem Titel „TCR repertoire and homeostasis of Foxp3+ regulatory T cells“ und an Shashi Kumar Gupta, Institut für Molekulare und Translationae Therapiestrategien (IMTTS), für seine Dissertation zum Thema „MicroRNAs as therapeutic target in cardiovascular disease“  dr


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Lernen und Lehren 52

„Ein ganz toller Beruf“ Examensfeier für 58 neue Zahnärzte

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ür 58 Studierende ist der 15. November ein ganz besonderer Tag gewesen. Sie erhielten anlässlich ihres bestandenen Staatsexamens ihre Zeugnisse und sind damit Zahnärztinnen und -ärzte. Aber auch für Professor Dr. Hüsamettin Günay, den Vorsitzenden der Prüfungskommission, war dieser Tag etwas ganz besonderes: Zum ersten Mal nahm mit Professor Dr. Christopher Baum ein MHH-Präsident an der Examensfeier der Zahnmediziner teil. „Ich bin stolz darauf, dass wir die Zahnmedizin hier in der MHH beherbergen“, sagte er in seinem Grußwort. Er habe immer großen Respekt vor der Zahnmedizin gehabt – schon als Kind. Die Zahnmedizin bilde in ihrer Interdisziplinarität die drei wissenschaftlichen Schwerpunkte der Hochschule eins zu eins ab. Professor Dr. Rainer Schwestka-Polly, geschäftsführender Direktor des Zentrums Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, gratulierte den frischgebackenen Zahnärzten, „weil Sie sich einen ganz tollen Beruf ausgesucht haben“. Und der Studiendekan Zahnmedizin, Professor Dr. Harald Tschernitschek, betonte: „Sie haben eine spannende Zukunft vor sich, denn die Zahnmedizin ist im Wandel begriffen.“ Er ging auch auf die Feminisierung der Zahnmedizin ein: Unter den 58, die das Examen bestanden haben, sind 36 Frauen und 22 Männer. Immer pünktlich, absolut schmerzfrei und mit unendlichem Langmut ausgestattet: Ada Butz und Frederike Bastian

bedankten sich bei den Phantomköpfen im Kurssaal besonders und schilderten amüsant aus Sicht der Studierenden den langen Weg bis zum Examen. Die räumliche Entfernung zu anderen Fakultäten und das straffe Lernpensum hätten die DatingMöglichkeiten doch stark eingeschränkt. Das Fazit der Studierenden über ihren Studiendekan fasste Frederike Bastian so zusammen: „Hast du Sorgen oder Kummer, wähle einfach Tschernis Nummer.“ Und Ada Butz weitete das Lob gleich auf Professor Günay aus: „Sie hatten viel Arbeit mit uns Chaoten, herzlichen Dank dafür.“ Auch allen Eltern dankten die beiden Zahnärztinnen. Sie hätten Gefühlsausbrüche und Panikattacken ihrer Kinder meistern gelernt und ihre Zähne im „bedingungslosen Einsatz“ für die Ausbildung ihrer Sprösslinge zur Verfügung gestellt. „Kein Weg war euch zu weit, kein Goldinlay zu teuer“, sagte Ada Butz. Und über ihren Jahrgang meinte sie: „Wir waren zwar nicht besonders strebsam, aber besonders sozial und lustig.“ Das zeigte sich dann auch in dem Film, den der Jahrgang über seine Zeit an der MHH gedreht hatte. Als Daily Soap getarnt, nahmen sie ihren Studienalltag aufs Korn. Schließlich konnte Professor Günay in gewohnt lockerer Art den Absolventen, die zusammengerechnet 916 Prüfungen bestanden haben, ihre Urkunden überreichen. Zusätzlich erhielt jeder eine Rose und eine vom Alumni e.V. gespendete MHHAnstecknadel überreicht. Von den 58 Exa-

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Stimmungsvolle Examensfeier: Professor Günay mit Franziska Nickel, der Jahrgangsbesten.

minanden haben sechs das Staatsexamen mit sehr gut bestanden – vier Frauen, zwei Männer. Die Jahrgangsbeste, Franziska Nickel, und die Zweitbeste, Lina Knees, bekamen von ihm noch ein MHH-Tuch umgelegt. Für den Drittbesten, Tobias Pfeffer, gab es eine MHH-Krawatte. Der Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), Dr. Michael Sereny, begrüßte die Absolventen als neue „Kolleginnen und Kollegen“. Er machte darauf aufmerksam, dass auch den Steuerzahlern ein Dank gebührt. „Denn schließlich ist das Zahnmedizinstudium einer der teuersten Studiengänge.“ Den beiden Besten des Jahrganges, Franziska Nickel und Lina Knees, überreichte er je einen GanztagsFortbildungsgutschein. stz

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Gäste und Feste 53

Fast eine Dreiviertelmillion Euro für die Schmerzmedizin Die neu gegründete Friedrich und Alida Gehrke-Stiftung unterstützt die MHH

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ie Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wird von einer neuen Stiftung unterstützt. Die Friedrich und Alida Gehrke-Stiftung fördert mit einem derzeitigen Stiftungskapital von 713.000 Euro die Schmerzforschung. Die Stiftergeschwister lebten in Gehrden in der Region Hannover. Friedrich Gehrke war Inhaber der alteingesessenen Familienbäckerei gleichen Namens am Steinweg in Gehrdens Zentrum. Da seine Frau bereits 1991 verstorben war, erbte nach seinem Tod im Jahr 2003 im Alter von 76 Jahren seine Schwester Alida Haus und Vermögen. „Als ihr Steuerberater kannte ich die Familie über Jahrzehnte“, sagt Testamentsvollstrecker Fridwald Gehrke – mit den Geschwistern weder verwandt noch verschwägert. Der Steuerberater hatte mit Alida Gehrke besprochen, nach ihrem Tod mit dem Nachlass eine Stiftung zur Förderung der Schmerzforschung an der MHH aufzubauen. Außerdem haben die Geschwister der Stadt Gehrden 30.000 Euro vererbt. Davon wird unter anderem im Stadtmuseum eine kleine Ausstellung zum Wirken des Konditor- und Bäckermeisters entstehen. Im November 2012 starb Alida Gehrke im Alter von 81 Jahren.

Die Stifter: Friedrich und Alida Gehrke.

Grundstock der Stiftung: Der Verkaufserlös der früheren Bäckerei in Gehrden.

Gemeinsam für eine neue Stiftung: Prof. Piepenbrock, Fridwald Gehrke und Dr. Schenke (v. l.).

Testamentsvollstrecker Gehrke hat die Stiftung in Form einer Treuhandstiftung unter dem Dach der Förderstiftung der Medizinischen Hochschule MHHplus gegründet. „Das hat den Vorteil, dass die Administration von der MHH-Förderstiftung übernommen wird“, betont Fridwald Gehrke. Auch für die Medizinische Hochschule liegt der Vorteil klar auf der Hand: „Auf diese Weise können wir die Förderungen unserer Forschung bündeln“, sagt MHH-Fundraiser Dr. Eckhard Schenke. Die Friedrich und Alida Gehrke-Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, Projekte aus den Bereichen Grundlagenforschung, klinische Forschung und Versorgungsforschung der Schmerzmedizin der MHH-Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin von Professor Dr. Wolfgang Koppert zu fördern. „Gerade der Transfer der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung ist uns ein wichtiges Anliegen“, sagt er. Zudem wird der Stiftungszweck durch Öffentlichkeitsarbeit erfüllt, mit dem Ziel, das Forschungswissen über akute und chronische Schmerzerkrankungen in der breiten Öffentlichkeit und der Fachöffentlichkeit zu erhöhen. „Dank der Stiftung kann die MHH die Erforschung der Verbesserung der Schmerztherapien weiter voranbringen“, betont Professor em. Dr. Siegfried Piepenbrock, bis Anfang 2009 Direktor dieser MHH-Klinik. stz

Mehr Behaglichkeit Steuerberatungsgesellschaft spendet Kinderkardiologie 5.000 Euro

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Für den guten Zweck: Benjamin Förster (Mitte), begleitet von Hans-Jürgen Wittkopf, überreicht Professor Beerbaum den Scheck.

eit 25 Jahren besteht die Steuerberatungsgesellschaft C. Förster & Kollegen in Hannover. Dieses Jubiläum nahm Geschäftsführer Benjamin Förster zum Anlass, Geld für einen guten Zweck zu sammeln. „Wir haben alle unsere Mandanten mit ins Boot geholt“, berichtete der Steuerberater. Mithilfe der ETL-Stiftung Kinderträume sind 5.000 Euro zusammengekommen. Ende Oktober überreichte Förster Professor Dr. Philipp Beerbaum einen symbolischen Scheck. „Wir wollen damit die Kinderklinik unterstützen, denn für Kinder zu spenden macht Sinn“, sagte

Förster. Professor Beerbaum, Direktor der Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, will mit dem Geld das neue zentrale Echokardiografielabor so gestalten, dass sich kleine und große Patienten darin wohlfühlen. „Wir können dank der Spende eine moderne Liege mit Wärmelampe anschaffen“, sagte er und zeigte Förster den noch nicht renovierten Bereich. „Wir wollen eine behagliche Atmosphäre schaffen, um so auch die Gabe von Beruhigungsmitteln zu sparen.“ Das müsse die Klinik über Spenden finanzieren.  stz


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& Steuern

Den Firmenwagen absetzen Vorsorgeaufwendungen Bei der steuerlichen Absetzung lauern Fallstricke

Sparen mit Zahlungsstrategie – so geht‘s So manches Mal gibt es bei der Nutzung von Firmenwagen Ärger mit dem Finanzamt. Denn oft wird vor der Entscheidung Vorsorgeaufwendungen werden steuerlich als Sonderausgafür den Wagen vergessen, dass steuerlich dessen Listenpreis ben eingestuft und unter unterschiedlichen Voraussetzungen maßgebend sodass oderder ein tatsächlich viel in regulierter ist, Höhe bei derRabatte Ermittlung Einkommensteuer niedrigerer Kaufpreis des Gebrauchtwagens nicht zum Tragen abgezogen. kommen. Steuerlich lassensollte sie sich in drei verschiedene Des Weiteren man beachten, dass Töpfe aucheinordnen die Kilo­ 1. Altersvorsorgeaufwendungen meterentfernung zur Arbeit in die Steuerlast mit einfließt. Bei 2. Krankenversicherungsbeiträge der pauschalen Veranlagung müssen neben einem Prozent des 3. Sonstige Vorsorgeaufwendungen Listenpreises auch noch 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer werden. Im Falle eines FirmenEntscheidend für die versteuert zeitliche Berücksichtigung ist bei allen Beiträgen der tatsächliche Zahlungszeitpunkt (sog. AbflussPKW, der in der Anschaffung 30.000 Euro kostet, kommen bei prinzip). Wird ein BeitragArbeitsweg des Folgejahres bereits im Dezem30 Kilometern täglichem im Jahr insgesamt 6.840 ber 2012 gezahlt, entfaltet diese Zahlung bereits im VeranlaEuro steuerpflichtiger Nutzwert zusammen, davon entfallen gungszeitraum 2012 ihre steuerliche Wirkung. Jedoch ist auf 3.240 Euro auf die zurzu Arbeit. Dasdie Problem: In diesem die Karenzzeit vonFahrten 10 Tagen achten, verhindern soll, Fall wirkt sich die pauschale Veranlagung ungünstig aus, dass Zahlungsunregelmäßigkeiten um den Jahreswechsel bei regelmäßig wiederkehrenden Zahlungenkönnen nicht zu ungewollten denn über die Entfernungspauschale nur 2.070 Euro Verschiebungen gegengerechnetführen. werden.

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Ein Tipp: Wer die Besteuerung des Firmenwagens ver­ ringern will, kann auch ein Fahrtenbuch führen statt auf Altersvorsorgeaufwendungen die Pauschalveranlagung zurückzugreifen. Hier schaut das • gesetzliche Rentenversicherung Finanzamt allerdings meist ganz genau hin, sodass eine • eigene kapitalgedeckte Rentenversicherung („Basisrente“) detaillierte und damit auch zeitaufwendige Führung nötig ist. • berufsständische Versorgungswerke Steuerlich werden die gezahlten Beiträge im Kalenderjahr 2012 Doch aufgepasst: zu 74% ein (2013ordnungsgemäß zu 76%; 2014 zu 78% … ab 2025 zu 100%) alskann SonSelbst geführtes Fahrtenbuch derausgaben berücksichtigt, sind jedoch jährlich auf 20.000 € schnell zu Konflikten mit dem Finanzamt führen. So sind (Ehegatten 40.000 €) begrenzt. Umwegfahrten, die das Navigationsgerät vorschlägt, unter Umständen einzeln zu rechtfertigen und mit Baustellen Krankenversicherungsbeiträge oder Stauhinweisen zu belegen. Manchmal wird auch eine • freiwillige und gesetzliche Krankenversicherung • private Krankenversicherung Kilometerangabe im Fahrtenbuch angezweifelt, sollte zum Der Gesetzgeber unterscheidet Beiträgen zurStraße, BasisBeispiel nur die Stadt und nichtzwischen der Stadtteil oder die krankenversorgung und Beiträge, die Wahlleistungen wie z. B. in der das Ziel lag, dokumentiert sein. die Chefarztbehandlung oder das Einbettzimmer beinhalten. Deshalb sollte man sich vor der Nutzung Firmenwagens Vollständig abzugsfähig sind die Beiträgeeines zur Erlangung einer beim Finanzamt oder bei einem Steuerberater genau über Basiskrankenversorgung; übersteigende Beitragsanteile werden den verlangten sonstigen Vorsorgeaufwendungen zugerechnetsinnvollste und laufen die Angaben und die persönlich daher in der Regel ins Leere. Veranlagungsmöglichkeit informieren. lps/Ni.

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Pflegekosten wirken sich aus Praxistipp! Bei privaten Krankenversicherungen kann es sinnvoll sein, den Selbstbehalt zu reduzieren und dementsprechend höhere Beiträge zu zahlen. Für diese kann folglich die steuerliche Entlastung im Rahmen der Sonderausgaben in vollem Umfang in Anspruch genommen werden. Der Selbstbehalt istPflegebedürftigkeit lediglich im Rahmenoder der Die finanzielle Belastung infolge von sog. außergewöhnlichen Belastungen erst nach Übersteigen der Behinderung ist meist hoch. Steuerlich zählen diese und ähnliche zumutbaren Belastung steuerlich selten abzugsfähig. Maßnahmen deshalb zuund den damit außergewöhnlichen Belastungen und Für die steuerliche Berücksichtigung der Beträge muss es sind als solche absetzbar. Dennoch berücksichtigt das Finanzamt sich stets um eigene Beiträge handeln, hierzu zählen auch die die Kosten nur, soweit die zumutbare Belastung überschritten steuerfreien Beitragszuschüsse des Arbeitgebers. Ebenso gelten ist. So müssen die Gesundheits- oder Pflegekosten je nach als eigene Beiträge, die Zahlungen für eigene Kinder, soweit für Anzahl derAnspruch Kinder und ein bis sieben Prozent des diese ein aufFamilienstand einen Kinderfreibetrag bzw. Kindergeld Einkommens überschreiten, um steuermildernd berücksichtigt besteht. Wichtige Voraussetzung für den Abzug als Sonderzu werden.ist die Zustimmung gegenüber der Krankenkasse zur ausgaben Datenübermittlung an das Finanzamt.

Vorsorgeaufwendungen (1.900 € bzw. 2.800 €) verglichen und nur der höhere Betrag angerechnet.

Praxistipp! Tipps zur Angabe von außergewöhnlichen Belastungen

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Sonstige Vorsorgeaufwendungen • Kapital- (Altverträge vor 1. 1. 2005) und Risikolebensversicherung • Arbeitslosenversicherung • Unfallversicherung • Privat- und Kfz-Haftpflichtversicherung Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen sind auf jährlich 2.800 € je Steuerpflichtigen begrenzt. Dieser Höchstbetrag reduziert sich auf 1.900 €, sofern der Steuerpflichtige bestimmte Zuschüsse, wie z. B. den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss erhält. In der Regel gehen diese Beträge jedoch bei der Ermittlung der Steuer verloren. In einer Günstigerprüfung wird die Basiskrankenversicherung mit den zu stark gedeckelten sonstigen Wer einen Familienangehörigen Hause pflegt, kann dies steuerlich geltend machen.

Durch eine geschickte Zahlungsstrategie können diese sonstigen Vorsorgeaufwendungen zumindest alle zwei sollte Jahre Um die Gesundheitsausgaben geltend zu machen, steuerlich gerettet Die beachten. Beitragsfälligkeit der Krankenman allerdings ein werden. paar Dinge Außergewöhnliche versicherung sollte für daher zwei Jahre auf eine jährliche Belastungen werden dasalle Kalenderjahr angerechnet, in dem Vorauszahlung umgestellt werden. das Geld abfließt. Deshalb empfiehlt es sich, geplante Ausgaben Beispiel: Ein Ehepaar (beide angestellt), jeder zahlt jährlich um die Jahreswende gezielt im alten bzw. neuen Kalenderjahr jeweils 3.000 € für die Krankenbasisversicherung und für zu platzieren. Außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art sonstige Vorsorgeaufwendungen jährlich jeweils 1.900 €. Die wie der Kauf einerbeträgt neuen 40%. Brille Die oderSteuerentlastung die geplante Zahnsanierung Steuerbelastung für 2012 und sollten möglichst in dasselbe Kalenderjahr gelegt werden. 2013 beträgt 4.800 € (pro Jahr 6.000 € x 40%). Zudem sollte rechtzeitig Jahresende werden, ob Durch das Vorziehen der vor Zahlung bis 20. geprüft Dezember 2012 der die Grenzeim derFolgejahr zumutbaren Belastung durch die Erhöhung der ohnehin zu zahlenden Krankenversicherungsbeiträge für 2013schneller lässt sich hier eine zusätzliche SteuerersparWerbungskosten erreicht werden kann. Ein kinderloser nis von über 1.500 € erzielen. In 2012 beträgt die Entlastung Single hat 2012 beispielsweise außergewöhnliche Belastungen 4.800 € (12.000 € x7.205,40%) und in 2013betragen 1.520 € allgemeiner Art von Euro,zusätzlich seine Einkünfte (3.800 € x 40%). Im Ergebnis sind im jährlichen W echsel die 51.140,- Euro. Kurzentschlossen erhöht er seine Werbungskosten Krankenversicherungsbeiträge und im Folgejahr die sonstigen um 10,- Euro, indem er sich ein Fachbuch kauft. Steuerlich rutscht Vorsorgeaufwendungen abziehbar. sein Gesamtbetrag der Einkünfte damit auf 51.130,- Euro. Damit werden 512,- Euro mehr als außergewöhnliche Belastungen angerechnet, weil dieAutor: zumutbare Belastung jetzt nur noch 3.067,80 Dageförde Euro (6 Prozent vonMarkus 51.130 Euro) beträgt statt 3.579,80 Euro Kanzlei Am Hohen Ufer (7 Prozent von 51.140 Euro). Steuerberater, Bei einem Steuersatz von beispielsweise 32,71 Prozent ist das Beratung für Heilberufe immerhin eine zusätzliche Steuerersparnis von 167,48 Euro. Die Am Hohen Ufer 3A, 30159 Hannover Investition von 10 Euro in das Fachbuch hat sich also mehr als gelohnt!lps/Ni.

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H.a.a.S GmbH spendet 15.000 Euro für krebskranke Kinder In diesem Jahr hatte die H.a.a.S GmbH einen Grund zum Feiern. Die Gesellschaft, die Fort- und Weiterbildungen in Steuer- und Wirtschaftsrecht anbietet, besteht seit 15 Jahren. Das Firmenjubi-

läum sorgte aber nicht nur bei H.a.a.S für Freude, sondern auch in der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie: H.a.a.S spendete 15.000 Euro an den Verein für krebskranke Kinder Han-

nover e.V. Mit Geld, viel Zeit und persönlichem Einsatz initiiert und finanziert der Verein zahlreiche Projekte und verbessert so in vielerlei Hinsicht die Lebenssituation betroffener Familien.

„Bohren wie ein Zahnarzt“: Diese Station kam bei großen und kleinen Besuchern gut an. Professor Günay gab dabei wertvolle Tipps.

Buntes Programm rund um die Zahngesundheit Tag der offenen Tür in der MHH-Zahnklinik

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um Zahnarzt gehen die meisten Menschen nicht gern. Ganz anders ist es, wenn Zahnärzte und Studierende der Zahnmedizin zu einem Tag der offenen Tür einladen: Mehr als 500 Besucher kamen am 19. Oktober in die MHH-Zahnklinik, um sich über aktuelle Themen rund um die Zahngesundheit zu informieren. Die Studierenden des fünften, siebten und neunten Semesters waren von Professor Dr. Hüsamettin Günay, stellvertretender Direktor der Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde, gebeten worden, diesen Tag zu organisieren. Sie hatten ein buntes Programm zusammengestellt und nutzten die Gelegenheit, den Gästen ihren Studiengang vorzustellen und sie über die Vorteile

zu informieren, sich von Studierenden in klinischen Kursen und in Examensprüfungen behandeln zu lassen. Wer sich davon schon mal einen ersten Eindruck verschaffen wollte, konnte das bei einem kostenlosen Mundgesundheitscheck durch die angehenden Zahnmediziner tun. Das Hauptthema der Veranstaltung war die „Interdisziplinäre zahnärztliche Gesundheitsförderung“, denn aktuelle Studien zeigen, dass der körperliche Allgemeinzustand direkt mit der Mundgesundheit zusammenhängt. Dazu gab es Fachvorträge von Experten. Weitere wichtige Themen waren: Zahnerhaltung, Prothetik, Kieferorthopädie, und Kieferchirurgie. Außer den Fachvorträgen waren auch die von den Studenten betreuten Stationen

wie beispielsweise der „Kariestunnel“, in dem Zähne mittels Schwarzlicht zum Leuchten gebracht und Karies-Läsionen sichtbar gemacht wurden, gut besucht. Auch für Kinder gab es vieles zu entdecken. So vermittelten ihnen beispielsweise die angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte anhand von Handpuppen und Modellen die richtige Zahnputztechnik. Professor Günay und die Studierenden stießen mit dem Tag der offenen Tür auf so viel positive Resonanz bei den Besuchern – dazu gehörte auch Dr. Michael Sereny, Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen –, dass sie beschlossen, auch im nächsten Jahr wieder eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen.  ms/tg


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Gäste und Feste 57

Jede Runde zählt Lauf für herzkranke Kinder: Ronnenberger Grundschüler spenden 4.000 Euro

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ucas ist stolz. „39 Runden habe ich beim Spendenlauf für die Kleinen Herzen geschafft!“ Der Zehnjährige und seine Mitschülerinnen und Mitschüler von der Ronnenberger Grundschule hatten kurz vor den Sommerferien noch mal alles gegeben. 150 Kinder der ersten bis vierten Klassen liefen insgesamt 3.000 Runden um die Ronnenberger Michaeliskirche, umgerechnet 900 Kilometer. Genauso beeindruckend ist die Spendensumme, die bei der Aktion zusammenkam. 4.000 Euro übergaben die Kinder gemeinsam mit ihrem Schulleiter Thomas Stark an die Kleinen Herzen Hannover e.V. Der Verein engagiert sich für die herzkranken Kinder in der MHH-Kinderklinik. Der Scheckübergabe im Innenhof der Kinderklinik folgte eine außergewöhnliche Biologiestunde für die Schülerinnen und Schüler. Professor Dr. Philipp Beerbaum, Direktor der MHH-Klinik für Pädiatrische Kardiologie und Pädiatrische Intensivmedizin, erklärte ihnen, wie ein gesundes Herz aussieht und wie es funktioniert. Die Kinder erfuhren aber auch, dass jedes 100. Kind in Deutschland mit einem Herzfehler zur Welt kommt und in hoch spezialisierten medizinischen Zentren operiert und behandelt werden muss. Danach gab ihnen Oberarzt Dr. Michael Sasse einen Einblick in die Erste

Unterhaltsame Lehrstunde: Dr. Michael Sasse zeigt den Grundschülern die Herz-LungenWiederbelebung an einer Puppe.

Hilfe. „Selbst ihr Kinder könnt es schaffen, einen Menschen nach einem Zusammenbruch wiederzubeleben“, versicherte ihnen der Leiter der Kinder-Intensivstation. Mithilfe einer Puppe übten die Schülerinnen und Schüler die Herzmassage, Beatmung und Pulskontrolle und erfuhren, dass es in einer solchen Notlage wichtig ist, auf jeden Fall auch einen Rettungsdienst zu rufen. Bei der Spendenübergabe ebenfalls dabei waren Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch und Professor Dr. Hans Carlo Kallfelz, einer der „Väter“ der Kinderkardiologie in Deutschland. Beide unterstützen die Kleinen Herzen tatkräftig als Ehrenmitglieder. Zusammen mit der Vereinsvorsitzenden

Ira Thorsting freuten sie sich über das Engagement der Schulkinder, die gemeinsam mit den Lehrern und Eltern entschieden hatten, wem der Erlös aus dem Spendenlauf zugute kommen sollte. Der Verein Kleine Herzen wird das Geld in ein neues Spielzimmer und in die Einrichtung eines neuen Raumes für Herzecho-Untersuchungen investieren. Interessierte können sich bei Youtube zwei Filme anschauen: einen mit Prof. Beerbaum zum Thema „angeborene Herzfehler“ unter http://youtu.be/fzanL9rikr4 und einen weiteren mit Dr. Michael Sasse zum Thema „Herz-Lungen-Wiederbelebung mittels Übungspuppen“ unter http:// youtu.be/seybmZ7YQ-o . tg

Alles rund ums Baby Tag der offenen Tür in der MHH-Frauenklinik

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ie wird ein Tragetuch für Babys gebunden? Wie sehen der Kreißsaal und die Mutter-Kind-Station in der Frauenklinik aus? Diese und viele weitere Fragen wurden am 26. Oktober beim Tag der offenen Tür der MHH-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe beantwortet. Hierzu standen den etwa 600 interessierten werdenden Eltern zahlreiche Experten zur Verfügung: Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Gynäkologen, Anästhesisten sowie die Kinderärztin der Frauenklinik, Dr. Nada Horneff. Zusätzlich

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informierten Aussteller über Themen wie Elternteilzeit oder Wochenbettbetreuung durch Hebammen. Auf großen Zuspruch stieß auch das Angebot der MHH-Pränataldiagnostik, per Ultraschall die Lage des Kindes im Bauch der Mutter zu bestimmen. Am Stand eines Tragetuchladens konnten die Besucher den praktischen Umgang mit der Tragevorrichtung üben. Wichtig für die Entscheidung zugunsten einer bestimmten Geburtsklinik sei vor allem ein freundlicher, warmer Emp-

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fang und Umgang der Mitarbeiter mit den werdenden Eltern, erklärt Cornelia Kastaun, Leiterin der Elternschule der MHH-Frauenklinik. Die Frauenklinik der MHH legt besonderen Wert darauf, dass Eltern früh eine enge Bindung zu ihrem Nachwuchs aufbauen können. „Wir schaffen Räume und Möglichkeiten für Eltern und Neugeborene, sich gegenseitig in Ruhe kennenzulernen“, sagt sie. Dadurch werde ein Gefühl von Sicherheit und Wohlbefinden erzeugt und ein babyfreundliches Umfeld geschaffen. ft

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58 Gäste und Feste

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Botschafter der Herzen Nach 25 Jahren: Manfred Neugebauer tritt als Regionalbeauftragter der Herzstiftung zurück

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r war 25 Jahre lang der aktivste Ehrenamtliche in der Region Hannover, wenn es um das Thema Herz ging: Manfred Neugebauer, Regionalbeauftragter der Deutschen Herzstiftung, hat nach 18 Jahren seine Aufgabe abgegeben. Der 81-Jährige wurde bei der Auftaktveranstaltung der „Herzwochen 2013“ im November in der MHH für sein langjähriges Engagement geehrt. „Herr Neugebauer hat sich über Jahrzehnte unermüdlich für herzkranke Menschen eingesetzt, er ist in der Region Hannover das Gesicht der Deutschen Herzstiftung“, sagte Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der MHHKlinik für Kardiologie und Angiologie.

Tätigkeit der Gründung Martin Vestweber, Gevon Selbsthilfegruppen und schäftsführer der Deutschen deren Betreuung zu unterHerzstiftung, war aus Frankfurt nehmen. „Neugebauer hat angereist, um sich bei Neugemindestens zehn Selbsthilbauer zu bedanken. „Manfred fegruppen in der Region Neugebauer hat die Aufgabe gegründet oder betreut und als Regionalbeauftragter in damit Betroffene zusammengroßartiger Weise und mit der gebracht, die gemeinsam ihm eigenen Art erfüllt – trotz versuchen, durch Gesprämancher Widerstände und che, Informationsaustausch trotz eigener Herzerkrankung. Manfred Neugebauer und Freizeitgestaltung den Kurz: Er hat bürgerliches Engagement vorgelebt – immer mit dem richtigen Umgang mit ihrer Krankheit zu Anspruch und Ziel, anderen Menschen erlernen“, lobte Vestweber. Neugebauer zu helfen.“ Diese Motivation habe ihn übergibt das Ehrenamt an seine Nachfolstz auch dazu gebracht, die sehr mühsame gerin Gisela Neubauer.

Einblicke ins Studium

Ein Gast im Skills Lab: Ottmar von Holtz (links) lässt sich von Ingo Jerôme (rechts) zeigen, wie eine Wundnaht, hier auf Schaumstoff, geübt werden kann. Luisa und Laura schauen zu.

Landtagsabgeordneter von Holtz besucht die MHH

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ormalerweise kommen nur Studierende ins Skills Lab der MHH. Dort trainieren sie ihre praktischen und kommunikativen Fähigkeiten und bereiten sich auf den Medizinerberuf vor. Doch am 6. November begrüßte Skills Lab-Manager Ingo Jerôme einen Abgeordneten des niedersächsischen Landtags: Ottmar von Holtz (Bündnis 90/Die Grünen), Sprecher für Hochschulen, Erwachsenenbildung und Petitionsrecht, war gekommen, um sich über das Medizinstudium an der MHH zu informieren. Mit dabei waren Luisa Wal-

ther und Laura Ahlborn. Die beiden Schülerinnen des Hildesheimer Goethegymnasiums schauten von Holtz im Rahmen des Projekts „Schüler begleiten Abgeordnete“ über die Schulter. Während eines Rundgangs erfuhren die Gäste, wie und was die Studierenden im Skills Lab lernen. So verglichen sie beispielsweise die Geräusche eines gesunden und eines kranken Herzens miteinander und ließen sich von Ingo Jerôme zeigen, wie im Skills Lab das Nähen

von Wunden geübt wird. Danach besuchte der Abgeordnete eine Intensivstation. Abschließend traf sich der Abgeordnete mit dem MHH-Präsidenten Professor Dr. Christopher Baum zu einem Gespräch. Die MHH ist nicht die einzige Hochschule, die sich von Holtz ansieht. „Ich mache eine Rundreise zu allen niedersächsischen Hochschulen, um mir einen persönlichen Eindruck von deren Situation zu verschaffen“, sagte er.  tg

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Gäste und Feste 59

Seit 25 Jahren im Arztberuf: 80 Ehemalige in der MHH.

25 Jahre Gesprächsstoff Über 80 Ehemalige der MHH feierten mit dem MHH-Alumni e.V. ihr Examensjubiläum

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xamen25 lautete das Motto der Einladung des MHH-Alumni-Vereins, der ein Großteil des Examensjahrgangs 1988 gefolgt und am 19. Oktober in ihre Alma Mater gekommen war. Einige waren schon zum gemeinsamen Mittagessen in der Mensa angereist, andere trafen direkt zur Führung durch Skills Lab und Mikrokopiersaal ein. Zur nachgeholten Examensfeier in Hörsaal F aber waren alle da, denn

n

die Übergabe der „Silbernen Examensurkunde“ durch den MHH-Präsidenten Professor Dr. Christopher Baum wollte sich niemand entgehen lassen. Ähnlich wie bei der Examensfeier, die der MHH-Alumni e.V. seit 2008 ausrichtet, kam neben dem Studiendekan Professor Dr. Ingo Just mit Professor Dr. Michael C. Truß ein Absolvent zu Wort. Musikalisch begleitet wurde das Ganze von Ale-

xandra Rosengarth und David Mohr, die Hits aus den Achtzigern interpretierten und schließlich mit Queens „We are the Champions“ den Saal zum Schunkeln brachten. Beim anschließenden Abendessen im CampusBistro fand die Veranstaltung einen geselligen Ausklang. Fazit des MHH-Alumni e.V. nach vielen begeisterten Rückmeldungen: „Das machen wir noch mal!“ inf

Damals: Erinnerungen an die MHH

Hier habe ich meine Frau kennengelernt! Vom Privaten abgesehen, hat mich die gelebte Internationalität der MHH geprägt: Seit meinem ersten USAAufenthalt während des Studiums zieht sich der Austausch mit internationalen Kollegen wie ein roter Faden durch meine Vita. Professor Dr. Michael C. Truß Nach meinem Studium war ich lange Zeit an der MHHKinderklinik tätig, bis ich vor fünf Jahren die Leitung einer Kinderklinik am Niederrhein übernommen habe. Deshalb ist alles noch recht vertraut. Auf jeden Fall bin ich gern gekommen, weil die Erinnerungen doch überwiegend sehr schöne sind. Professorin Dr. Monika Gappa

An die MHH habe ich viele nette Erinnerungen! Das Studium war eine lustige Zeit und die Ausbildung sehr gut. Inzwischen hat es mich nach Oberbayern verschlagen, wo ich seit zwölf Jahren niedergelassen bin. Da ist es schön, nach so langer Zeit die ehemaligen Kommilitonen mal wiederzusehen. Dr. Hans-Otto Gronau mit Ehefrau Alexandra Gronau Wirp: Da fällt mir als Erstes der Geruch der Leichen im Präpsaal ein. Koch: Ja, sehr gewöhnungsbedürftig. Außerdem muss ich an das Studentenkino und die „KaWi-Bar“ denken. Da gab es im Studentenwohnheim an der Karl-Wiechert-Allee einmal in der Woche Cocktails. Arnold: Ich kann mich noch erinnern, wie

Hörsaal F nach einer Aufführung der „Rocky Horror Picture Show“ mit Reis, Konfetti und Klopapierrollen verunstaltet war. Das gab zwar Ärger, hat aber richtig Spaß gemacht. Dr. Bernhild Wirp, Dr. Gero Koch und Dr. Sabine Arnold An die Untersuchungskurse auf den Stationen denke ich gern zurück, die Patienten waren alle so nett zu uns. Einige haben sogar versucht, uns Studierenden zu helfen, indem sie verrieten, wo unsere Vorgänger gedrückt hatten und welche Diagnose gestellt worden war. Das war schon lustig. Martina Ziegler-Eschweiler

5 Min. von der MHH. Vorzugspreise unter www.ghotel.de, ID „0MHH“ oder Tel. 0511-53030.


Abbott – Der Erfolg unserer Arbeit

heißt „Gesundheit“

Abbott ist ein weltweit tätiges Gesundheitsunternehmen, das sich für die Gesundheit der Menschen einsetzt – mit fortschrittlichen Produkten und Technologien in den Bereichen Diagnostik, Medizintechnik, medizinische Ernährung und etablierte Markenmedikamente. In Deutschland arbeiten wir mit 2.600 Mitarbeitern an innovativen Lösungen zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten – mit Leidenschaft und Verantwortung. Abbott Arzneimittel GmbH Freundallee 9A 30173 Hannover www.abbott.de © Abbott Arzneimittel GmbH 2013

An unseren Standorten Hannover und Neustadt konzentrieren wir uns auf die Produktentwicklung und -unterstützung in unseren pharmazeutischen Kernbereichen Kardiologie, Gastroenterologie, Grippeimpfstoffe und Gynäkologie.


Mhh 6 2013 gesamt web