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Sonderausgabe

www.hard.at

April 2012

Gemeinsam Lebensräume schaffen

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Jetzt sind Arbeitsgruppen am Zug

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Da haben alle etwas davon

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Bei ihm laufen die Fäden zusammen

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Lebensqualität hat viele Gesichter

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Schichtwechsel in der Wirke

P.b.b. 04Z035713M Erscheinungsort und Verlagspostamt Hard Erscheint monatlich, Auflage: 5750 Stück Herausgeber und Medieninhaber: Marktgemeinde Hard, Marktstr. 18 Konzeption: spitzar & kreibich OG Für den Inhalt verantwortlich: Marktgemeinde Hard Redaktion und Texte: Marlene Matt, Inserate: MG Hard Fotos: Alexandra Serra, Marlene Matt, Gemeinde-Archiv, Adolf Bereuter Zielsetzung: Information über Maßnahmen der Marktgemeinde Hard Druck:

Hecht Druck Hard


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Den Lebensabend

aktiv genieĂ&#x;en

SeneCura errichtet in der Gemeinde Hard ab Herbst 2012 ein neues Sozialzentrum und bietet somit bald weitere 58 Plätze fßr pegebedßrftige, ältere Menschen in der Region an. ■ 58 modernste Pegeplätze, davon 20 fßr an Demenz erkrankte Menschen ■ 12 betreute Wohnungen ■ Hauseigener Memory-Garten fßr Demenzkranke ■ Vielseitige Aktivitäten fßr einen bunten Alltag ■ Öffentliche Tarife – fßr Jede/n leistbar ■ Errichtet in Ükologischer Bauweise

Fßr nähere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfßgung! Kontakt: SeneCura Kliniken- und HeimebetriebsgmbH A-6850 Dornbirn, Färbergasse 15 T: +43 (0)5572 558 77, E: dornbirn@senecura.at

www.senecura.at

        






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Vorwort

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Liebe Harderinnen und Harder! Für unsere Gemeinde Hard stellt die Quartiersentwicklung „In der Wirke“ einen äußerst wichtigen Impuls für das gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Leben dar. Die Durchmischung vielfältiger Nutzungen bietet Raum für Begegnung, Wohnen für Jung und Alt, Gewerbe und Dienstleistungen in direkter Zentrumsnähe. Dass die Betreiber von SeneCura genau diesen Standort für ein zusätzliches Alten- und Pflegehaus in Hard ausgesucht haben, ist kein Zufall. Teilhaben am gemeinschaftlichen Leben trägt hier wie überall wesentlich zur Steigerung der Lebensqualität bei. Eine aktive Gemeinschaft kann all ihre Stärken jedoch erst dann zur vollen Entfaltung bringen, wenn den Akteuren entsprechend Platz und Raum zur Verfügung steht. Mit der Realisierung des neuen Veranstaltungszentrums kommt die Gemeinde einem jahrzehntelangen Wunsch der Bevölkerung nach. Multifunktional konzipiert soll das eigene Begegnungshaus allen Harderinnen und Hardern sowie dessen Kulturtreibenden, Unternehmen und Vereinen dienen. Mit dieser Sonderausgabe des Harder Bürgerservice möchten wir Sie ausführlich über die Quartiersplanung „In der Wirke“ informieren. Neben bereits vergangenen Informationsveranstaltungen erhalten Sie umfassende Detailauskünfte zum aktuellen Planungsstand, verbunden mit Interviews verschiedenster Experten. Denn eine derart umfangreiche und in die Zukunft ausgerichtete Planung bedarf des Fachwissens einer ganzen Reihe von erfahrenen Projektpartnern.

„Eine aktive Gemeinschaft braucht Platz und Raum, um ihre Stärken entfalten zu können.“

Wenn Sie, liebe Harderinnen und Harder, weitere Fragen zum Bauprojekt „In der Wirke“ haben, können Sie mich gerne kontaktieren. Zur Zeit laufen Fachplanungen und verschiedene Arbeitsgruppen feilen an Details. Sobald diese Ergebnisse in die Planungen eingearbeitet sind, werden wir Sie darüber im Rahmen der öffentlichen Veranstaltung „2. Forum Hard“ informieren.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gedeihliches Miteinander und freue mich bereits auf ein pulsierendes Leben in diesem neuen Harder Quartier.

Euer Bürgermeister Harald Köhlmeier

Themen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

Masterplan „In der Wirke“ ____ Seite 4 Detailplanung mit Experten und Bürgern ____ Seite 8 Da haben alle etwas davon ____ Seite 12 Lärmtechnik wird immer komplexer ____ Seite 15 10 Fragen – 10 Antworten ____ Seite 16 Zeittafel „In der Wirke“ ____ Seite 19 Bei ihm laufen die Fäden zusammen ____ Seite 22 CIMA-Studie ____ Seite 25 Leben und Wohnen im Alter ____ Seite 26 Belebung aller Ortsteile ____ Seite 30 Verkehrslösung ____ Seite 33 So entstand der Name „In der Wirke“ ____ Seite 34


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Im Gespräch: Die Architekten Alexander Früh, Nadine Pomikalek, Michael Heim und Gemeindeplaner Bernhard Kathrein.

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Gemeinsam Lebensräume s Im Team mit einem Dutzend Spezialisten schmiedet das Architekturbüro Früh seit über drei Jahren Pläne, um das geschichtsträchtige Wolff-Areal aus dem jahrelangen Dornröschenschlaf zu wecken und ihm neues Leben einzuhauchen. Zwar feilt man noch an Details, klare Konturen sind gleichwohl erkennbar.


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Thema

Masterplan „In der Wirke“

e schaffen g


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Thema: Masterplan „In der Wirke“

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Das jetzige Quartierskonzept ist das Ergebnis einer intensiven Planungsphase.

Reihen von Aktenordnern und unzählige Stapel von Plänen zeugen von umfassenden Vorarbeiten zur Quartiersplanung „In der Wirke“. „Im Radius von etwa 200 Kilometern haben wir die interessantesten Vergleichsprojekte besichtigt und uns mit den Leuten vor Ort unterhalten“, umreißt Nadine Pomikalek einen kleinen Ausschnitt der umfangreichen Aufwendungen.

„Da hab’ ich mich doppelt angestrengt, ich will mich ja im Dorf weiterhin sehen lassen“, scherzt Alexander Früh und ergänzt: „Mir ist das Gesamtprojekt eine echte Herzensangelegenheit.“

Einen Synergieeffekt bewirkt die Straßenführung mit direkter Anbindung an die Rheinstraße. Hier ist es gelungen, An- und Ablieferung aller Gebäude gemeinschaftlich zu regeln. Da hatten die Anrainer zu früheren Zeiten vermutlich mehr Lärm und

Bauweise wird an die Umgebung angepasst

Bei der Gestaltung setzen die Architekten auf eine zurückhaltende, an Die Ingenieurin zeichnet im Harder die Umgebung angepasste Bauweise. Architekturbüro Früh als ProjektleiDie homogenen Baukörper erhalten terin für die Detailpläne verantwortHolz- und helle Putzfassaden, die erlich. Aus dem Büro Früh entstamhaltenswerte Sheddach- und die men bereits die Pläne für das Harder Spannrahmenhalle werden revitaliPfarrzentrum, die Sporthalle oder siert und harmonisch in das neue das Hotel am See. Dass der Bauträger Ensemble eingefügt. Laut RaumplaI+R Schertler-Alge das erfahrene ner Bernhard Kathrein würden diese Harder Architekbestehenden tenbüro für die Gebäude die Gesamtplanung größte Höhe beauftragte, beaufweisen, das zeichnet GemeinHaus der Genedeplaner Bernrationen wird Alexander Früh hard Kathrein sich in den Pro„als Glücksfall“. portionen geDas Büro Früh begleitet das Projekt ringfügig unterordnen, die Wohnseit der ersten Stunde. Bei einer häuser verfügen lediglich über vier Quartiersplanung dieser GrößenorStockwerke. Beim Energiekonzept dung sei es wichtig, so Kathrein, dass werden umweltschonende und erjemand die Situation in Hard sehr neuerbare Energieträger bevorzugt gut kennt, das Ohr am Volk hat und und das Areal samt Gebäuden mögals Harder entsprechend darauf realichst energieautonom errichtet. giere und gegebenenfalls AnregunZudem wird ein Bauwerk im Passivgen in die Pläne mit einfließen lässt. hausstil errichtet.

„Mir ist das Gesamtprojekt eine echte Herzensangelegenheit.“

Zusammenarbeit bereichert: Michael Heim plant das Sozialzentrum SeneCura.

Verkehr, wenn eine Autokolonne Wartender die SchichtarbeiterInnen von der Arbeit abholten, erinnern sich einige Nachbarn.

Hier kommt Leben in das Quartier Es stand von Beginn an fest, dass auf dem zentrumsnahen Areal ein einzigartiger Nutzungsmix verwirklicht


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Hintergründe 7

werden soll, quasi als Erweiterung des bestehenden Dorfzentrums. Der Mensch steht im Mittelpunkt. Es soll ein Ort der Begegnung entstehen, der zu allen Zeiten belebt ist, mit entsprechenden Grünflächen, ein Mix aus gemeinnützigem und privatem Wohnbau, Büro- und Geschäftsflächen, ein Cafe-Restaurant, eine Kleinkindbetreuung integriert in das Haus der Generationen und als Kernstück das neue Veranstaltungszentrum der Gemeinde. Dieses wird in die bestehende Spannrahmenhalle integriert. ,,Auf der einen Seite wollen wir den Industriecharme bewahren und auf der anderen Seite soll ein multifunktionales, modernes Veranstaltungshaus für die unterschiedlichsten Bedürfnisse entstehen. Diesen Spagat gelte es zu schaffen“, so Nadine Pomikalek. In das Hauptgebäude integriert wird im Eingangsbereich ein Kubus als Funktionselement, beispielsweise

mierten Architekturbüro Heim und Müller,“ betont Alexander Früh. Das Dornbirner Büro hat zahlreiche Erfahrungen in der Projektplanung – beispielsweise bei der Fabriksverwertung von F. M. Hämmerle – und errichtete jüngst im Auftrag des Altenund Pflegeheimbetreibers SeneCura das Sozialzentrum in Lauterach.

Mit Engagement für seine Heimatgemeinde: Der Harder Architekt Alexander

Quartiere nachhaltig planen • Grundstücksgröße: rund 24.000 m2 • Gemeindesaal: 1750 m2 für rund 500 Personen • Gastronomiebetrieb • Öffentlicher (zugänglicher) Begegnungsplatz • Pflege- und Altenheim SeneCura • Kleinkindbetreuung • 15 Eigentumswohnungen (i+R SchertlerAlge) • 8.000 m2 Büro- und Betriebsflächen • 27 Gemeinnützige Wohnungen (Alpenländische Heimstätte) • 245 Tiefgaragenplätze • Baubeginn Veranstaltungszentrum und SeneCura: Herbst 2012 Mehr Infos zu den Architekturbüros: www.frueh.at www.heim-mueller.at

Früh.

Mehr Infos auf www.in-der-wirke.at

Er hat den Blick aufs Ganze: Bernhard Kathrein.

für Kassa oder Garderobe. Im vierstöckigen Nebengebäude sind Lagerzonen, darüber Anprobe, Umkleiden und ein Stockwerk höher flexibel gestaltbare Seminar- und Veranstaltungsräume geplant. Man wolle bewusst Teilbereiche für Kreativnutzungen offen lassen, so die Planerin.

Die sachliche und menschliche Ebene stimmt „Zum guten Gelingen eines derartigen Projekts trägt das Zusammenspiel erfahrener Partner einschließlich der Gemeinde wesentlich bei. Besonders erfreulich ist das befruchtende Teamworking mit dem renom-

SeneCura errichtet an der Westachse des Quartiers ein Haus der Generationen, das in der Konzeption vergleichbar ist mit jenem in der Nachbargemeinde. „Die Integration älterer Menschen mitten in das pulsierende Leben hat sich vielfach bewährt und wird von den Betroffenen auch gewünscht“, weiß Architekt Heim. Er ist überzeugt, dass die Ansiedlung eines Altenund Pflegeheims einen zusätzlichen Impuls für das gesamte Quartier gibt. „Das hier ist schon ein besonderer Standort für ältere Menschen. Eine bessere Voraussetzung kann man gar nicht vorfinden,“ ist Michael Heim überzeugt. Natürlich habe man die baulichen Proportionen in Anlehnung an den Masterplan angepasst. „Weil wir ein ähnliches Verständnis für Architektur haben, ist unsere Zusammenarbeit immer sehr harmonisch verlaufen, da gab es überhaupt kein Konkurrenzdenken“, bestätigen Heim und Früh unisono. Wenn das kein gutes Omen ist … 䡲

Gemeinsam planen • Landschaftsarchitekt Rotzler Krebs & Partner, Schweiz • Besch und Partner, Verkehrsplanung, Feldkirch • Mader und Flatz, Statik, Bregenz • Techn. Büro Lothar Künz, Bauphysik, Hard • Wärme- und Schallschutztechnik Schwarz, Frastanz • Techn. Büro GMI, Heizung- und Sanitärplanung, Dornbirn • Vorarlberger Energieinstitut • GEG Gerber Ingenieure, Klima- und Energiedesign, Darmstadt • CIMA Beratung+Management, Ried im Innkreis • 3 P Geotechnik, Bregenz • Klocker&Wahl, Vermessungsbüro, Bregenz • Probau CAD-Dienstleistungen, Polierund Detailplanung, Nüziders


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Arbeitsgruppen leisten Sonderschichten im Interesse eines wohldurchdachten Gesamtprojekts.

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Jetzt sind Arbeitsgruppen am Zug Unter der Federf端hrung von Gemeindeplaner DI Bernhard Kathrein arbeiten momentan drei verschiedene Arbeitsgruppen an Detailplanungen.


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Thema

Detailplanung mit Experten und B端rgern

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Thema: Detailplanung mit Experten und Bürgern

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Die Aufwändungen haben sich gelohnt: Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen münden in die Planungen der Architekten mit ein.

Arbeitsgruppe Veranstaltungszentrum

In den Arbeitsgruppen wird mitunter heiß diskutiert: Verschiedenste InteressensvertreterInnen bringen ihre Wünsche ein, Detailplanungen erhalten dadurch konkreten Praxisbezug, Exkursionen zu ähnlichen Projekten bringen nützliche Vergleiche. Die erste Gruppe beschäftigt sich mit dem Veranstaltungszentrum. Hier geht es um die möglichst vielfältige, praxisbezogene Nutzbarkeit – zum Beispiel um die Technik samt Bühne, Garderoben, Beleuchtung, Bespielungsformen, die Architektur und ähnliche saalbezogene Themen. Im Team dabei sind VertreterInnen von Harder Vereinen, der WIGE, Kulturtreibende sowie Fachleute aus der Gemeinde und des Bauträgers.

Die zweite Arbeitsgruppe widmet sich der Küchenausstattung, in der ebenfalls Vereinsvertreter und Fachleute sowie Vertreter der Harder Gastronomie mitwirken. Die dritte Arbeitsgruppe legt den Fokus auf das Haus der Generationen von SeneCura. VertreterInnen des Seniorenhauses am See, des Harder Sozialsprengels, von SeneCura, politische VertreterInnen, Gemeindemitarbeiter, aber auch die Kindergartenkoordinatorin beraten gemeinsam diesen Themenschwerpunkt. Insgesamt sind momentan in allen Arbeitsgruppen 32 Personen involviert. „Je nach Bedarf und Wunsch können die Gruppen jederzeit wachsen“, meint Bernhard Kathrein. 䡲

„Die Einrichtung von Arbeitsgruppen finde ich äußerst klug. Nicht nur, dass dadurch ganz viel praktische Erfahrungen einfließen, es findet auch automatisch eine positive Identifizierung statt. Als Leiterin des ANARTtheater Hard freue ich mich auf eine neue Wirkungsstätte und bin auch dankbar, in der Arbeitsgruppe die Wünsche unseres Vereins einbringen zu können. Beim ersten Treffen wurde die Besichtigung verschiedenster Säle beschlossen, um von den Erfahrungen der Nutzer zu lernen und zu profitieren. Mein Ziel ist es, mit allen Gruppenmitgliedern einen gemeinsamen Weg zu finden, an dessen Ende ein Veranstaltungszentrum mit großem kreativem Potential im Sinne aller Beteiligten steht.“ Dagmar Ullmann-Bautz Theaterpädagogin


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Arbeitsgruppe Haus der Generationen

Arbeitsgruppe Veranstaltungszentrum

Arbeitsgruppe Veranstaltungszentrum

„In der Arbeitsgruppe ‚Haus der Generationen’ geht es um ein gedeihliches Miteinander zwischen Jung und Alt. Die Kleinkindbetreuung ist organisatorisch bei uns im Sozialsprengel eingegliedert. Im Haus von SeneCura ist die Integration einer Kleinkindergruppe von rund 30 Kindern ab 15 Monaten geplant. Oft sind es die kleinen, banalen Dinge, die den Alltag erschweren bzw. erleichtern können. Aufgrund unserer vielfältigen Erfahrungen wollen wir in unserer Arbeitsgruppe im Vorfeld auf mögliche kleine Stolpersteine und Erschwernisse aufmerksam machen. Hilfreich dabei sind auch einige Exkursionen zu vergleichbaren Häusern.“

„Ich bin in der Arbeitsgruppe ,Veranstaltungszentrum‘ dabei. Als Vereinsobfrau und Mitglied im Kompetenzteam für das Vereinswesen habe ich eine Menge Erfahrungen in Bezug auf optimale Voraussetzungen für einen Veranstaltungssaal. Hier geht es um praxisbezogene Themen wie beispielsweise Bühne, Nebenräume, Technik oder Garderobe. Ich habe schon den Eindruck, dass unsere Ideen und Wünsche berücksichtigt werden. Unsere Arbeitsgruppe ist bunt gemischt, die Stimmung ist gut und produktiv. Ich finde es toll, dass wir im Vorfeld der Planungen die Möglichkeit zum Mitgestalten bekommen.“

„Großveranstaltungen können wir momentan nur in der Kirche abhalten. Der erste Entwurf war mit 29 m Saallänge nur um 1 m länger als das Seezentrum und damit keineswegs zu groß. Die jetzige Lösung mit einer Trennwand bietet mehr Flexibilität für Veranstaltungen von 70 bis 500 Personen. Besonders langgediente Musikanten freuen sich darüber, dass das Harder Saalproblem in ihrer aktiven Zeit nun doch noch gelöst wird. In unserer Arbeitsgruppe wurden Leute der unterschiedlichsten Vereine miteingebunden, die allesamt über jahrzehntelange Erfahrungen mit Veranstaltungen verfügen. Ein Standort am See würde wesentlich mehr Verkehr durch das Ortszentrum führen.“

Armin Kloser

Petra Gebhard

Musikschulleiter und

Leiter Sozialsprengel

Hardar Wealloruschar

Kapellmeister Bürgermusik

Reinhard Schäfer


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Vizeb체rgermeisterin Evi Mair im Gespr채ch mit Marlene Matt.

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„Da haben alle etwas davon“ Vizebü r germeisterin Evi Mair ist eine der längstgedienten aktiven Gemeindevertreterinnen. Warum sie die umfassende Quartiersplanung samt Veranstaltungszentrum als „einmalige Chance fü r Hard“ sieht, erzählt sie im folgenden Gespräch.

Thema

Ein Veranstaltungszentrum für alle

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Thema: Ein Veranstaltungszentrum für alle

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„Ich kann mich noch gut erinnern, als ich 1975 nach Hard zog, war ein Gemeindesaal schon damals ein wichtiges Thema.“ Evi Mair mischt sich gern unter die Leute, sei’s im Fasching, bei Jugendtreffs oder zum Seniorenkränzle. Durch ihre offene Art kommt man schnell ins Gespräch. Wie kaum jemand anders kennt sie seit Jahrzehnten die Sorgen und Nöte der Bewohner aller Gesellschaftsschichten, aber auch die ganz speziellen Eigenheiten der Harderinnen und Harder. „Heilig sind ihnen der See und das frei zugängliche Seeufer. Dafür würde auch ich auf die Barrikaden steigen“, lacht die jugendlich wirkende Mittfünfzigerin. Aber Hard ist viel mehr als nur der See und das, was unterhalb der Rheinstraße ist. „Gerade in den letzten Jahren gab es sehr aktive Wohnbautätigkeiten oberhalb dieser gefühlten Trennlinie. Schon aus diesem Grund sehe ich das neu entstehende Quartier im ehemaligen Wolff-Areal als wichtiges verbindendes Element in der geografischen Mitte von Hard“, betont Evi Mair. „Die vielfältige Nutzung des gesamten Areals und dass ein kommunales Veranstaltungszentrum in eine derartige Quartiersentwicklung integriert werden kann, sehe ich als riesen Chance für unsere Gemeinde. Dabei können wir Themenbereiche, die auf der Dringlichkeitsliste ganz oben stehen, gleichzeitig lösen: Ein zusätzliches Betreuungszentrum für ältere Menschen, Kleinkindbetreuung, gemeinnütziger und privater Wohnraum, Platz für Wirtschaftsbetriebe und eben das lang ersehnte Veranstaltungszentrum. Es ist wirklich nicht selbstverständlich, dass ein Bauträger einer Gemeinde die Möglichkeit zum aktiven Mitgestalten anbietet, zudem schlüsselfer-

Evi Mair

tig zu einem Fixpreis ohne Bauherrenrisiko.“ Im Fixpreis des Veranstaltungszentrums von rund 6,5 Mio. Euro ist eine hochwertige Saalausstattung mit allem, was dazu gehört, samt Grundanteil und öffentlich zugänglichem Begegnungsplatz inkludiert.

„Die Leute haben uns gewählt, damit wir etwas vorwärts bringen.“

„Ich bin keine Befürworterin von dicht bebauten Wohnanlagen.“ Auch deshalb beurteilt Evi Mair das gemischte Nutzungskonzept als gelungen und in die Zukunft ausge-

Evi Mair (55), kam 1995 erstmalig als Ersatzmitglied in der Gemeindevertretung mit Politik in Berührung. 2000 wurde sie Mitglied in der Gemeindevertretung, 2005 Mitglied im Gemeindevorstand und seit den letzten Wahlen (2010) vertritt sie als Vizebürgermeisterin die Interessen von Hard. Zudem ist sie Obfrau im Bildungs- und Sportausschuss sowie in zahlreichen anderen Ausschüssen aktiv.

richtet. „Wenn man jetzt diese Chance nicht genutzt hätte“, so Mair, „würde Hard noch –zig weitere Jahre auf ein Veranstaltungszentrum warten müssen. Die Harderinnen und Harder haben uns gewählt, damit wir handeln und was vorwärts bringen“, bringt es die Vizebürgermeisterin auf den Punkt.


Ersatzit Poliied in d im n Wahisterin Obfrau e in v.

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Hintergründe 15

Saal ist in der Größe variabel teilbar

Harder bekommen einen Spezialpreis

Das geplante Veranstaltungszentrum hat eine Nutzfläche von 1.750 m2. „Die Konzeption ist zur Gänze auf die Bedürfnisse der Harder Bevölkerung, der Vereine und die der Wirtschaftsbetriebe abgestimmt“, so Evi Mair. Besonderes Augenmerk habe man darauf gelegt, dass der Saal multifunktional nutzbar und in der Größe variabel teilbar ist. Auf diese Weise können Räume für ca. 70, 150 oder 250 Personen entstehen, nutzbar beispielsweise für Seminare, Tagungen, Weihnachtsfeiern bis hin zum Kaffeekränzle. Mit Betischung finden rund 400 Personen darin Platz. Im größtmöglichen Fall, bei Konzertbestuhlung, kann der Raum für maximal 500 Personen besetzt werden. „Innerhalb dieser Fläche besteht die Möglichkeit einer weiteren Raumtrennung, beispielsweise für einen Barbetrieb“, verrät Evi Mair. Zu erwähnen ist auch ein Seminarraum mit entsprechender Infrastruktur und ein vom Saal abgekoppelter Proberaum mit 70 m2 für verschiedenste Zwecke.

Bei der Vergabe der einzelnen Veranstaltungsräume werden Harder Ortsvereine, Betriebe und Privatpersonen aus Hard „natürlich bevorzugt, mit entsprechend erschwinglichen Saalmieten. Es soll schließlich ein Veranstaltungszentrum für alle Harderinnen und Harder werden“, hält Vizebürgermeisterin Evi Mair abschließend fest. In drei Arbeitsgruppen, zusammengestellt aus Fachleuten und VereinsvertreterInnen, werden derzeit Details diskutiert und erarbeitet. 䡲

Was ich denke …

„Als unmittelbar betroffene Nachbarn haben wir uns natürlich genau bei der Bürgerveranstaltung informiert. Zuerst waren wir skeptisch, mittlerweile muss ich sagen, gefällt uns das Projekt. Es wird auf jeden Fall ansehnlicher, als wie es vorher war. Uns ist wichtig, dass der Verkehr nicht durch die Wohngegend führt.“

Was ich denke …

„Für Harder Wirtschaftsunternehmen sind die geplanten Seminarmöglichkeiten dringend notwendig. Das Seezentrum bietet dazu weder die notwendige technische Infrastruktur noch das passende Ambiente. Größere Veranstaltungen mussten wir bis dato außerhalb von Hard abhalten. Ich kann mir also sehr gut vorstellen, dass das geplante Veranstaltungszentrum von Harder Betrieben stark genutzt wird, sei es für Meetings oder für Weihnachtsfeiern. Der Standort ist schon wegen der direkten Verkehrsanbindung ideal und für Ortsunkundige einfach zu finden. Als Textiler gefällt mir natürlich auch der Quartiersname ‚In der Wirke’ mit Hinblick auf den historischen Aspekt.“

„Lärmtechnik wird immer komplexer“ Die Bregenzer Beratungsgesellschaft für Projektbegleitung und Entwicklung „Theseus“ zeichnet für die Lärmplanung verantwortlich. „Der Lärmschutz der Wohnnachbarschaft ist bei Bauprojekten ein sehr wichtiges, aber auch komplexes Thema“, fasst Dr. Harald Krappinger seine langjährigen Erfahrungen auf diesem Gebiet zusammen. Der ehemalige Leiter der Abteilung Wirtschaft und Umweltschutz der Bezirkshauptmannschaft Bregenz leitet nunmehr das Beratungsbüro „Theseus“ in Bregenz. Zu den lärmtechnischen Voraussetzungen in Hard äußert sich der Fachmann: „Wenn auf einer sehr großen Fläche ein komplett neues Quartier entsteht, können Lärmschutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase durch entsprechende bauliche Abschirmungen optimal eingeplant werden.“ Die schalltechnischen Untersuchungen des profunden Beratungsbüros stellen den jetzigen Bauplänen ein gutes Zeugnis aus und würden den Anrainern einen bestmöglichen Lärmschutz bieten. Diese Untersuchungen gelten auch als Grundlage für die kommenden Behördenverfahren. „Dabei erwarten wir uns keine wesentlichen Hindernisse, zumal wir für unsere Beurteilung eher konservative Ansätze verwendet haben“, so Harald Krappinger.

Dipl.-Ing. (FH) Albert Müller

Hannes Hermann

An der Steinlache 5

Willy Hermann Wirkwaren

Dr. Harald Krappinger beurteilte die Lärmsituation.


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Thema: 10 Fragen – 10 Antworten

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10 Fragen 10 A Wieso braucht Hard ein Veranstaltungszentrum?

1.

Die Harder Bevölkerung ist schnell gewachsen. Seit Jahrzehnten wird über ein geeignetes Begegnungszentrum für die Harder BürgerInnen und deren Vereine diskutiert. Bereits vor 20 Jahren bescheinigte das Beratungsbüro Simma & Partner in einer Expertenanalyse den klaren Bedarf für ein neues kommunales Veranstaltungszentrum. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, weil die Rahmenbedingungen samt entstehender Infrastruktur optimal gegeben sind und das Gesamtnutzungskonzept passt.

Warum wurde der Standort „In der Wirke“ ausgewählt und nicht einer am See?

2.

Sämtliche alternativen Standorte wurden gründlich geprüft und auch von Fachleuten sorgfältig begutachtet. Für den Standort am ehemaligen Wolff-Areal spricht die direkte Verkehrsanbindung an die Rheinstraße, die einmalige Chance zur Einbindung in eine belebte Quartiersentwicklung und nicht zuletzt die Wiederbelebung des geschichtsträchtigen Standorts in der geografischen Mitte von Hard. Mit den raren, noch vorhandenen Freiflächen am See ist sehr sensibel umzugehen. Das sieht der in der Planungsphase befindliche Seeufer-Masterplan vor, der in den nächsten

Jahren verwirklicht werden soll. Darin integriert ist u. a. das Strandbad mit Restaurant, die Hohentwiel, die Hafeninfrastruktur, der Yachtclub und ähnliche ausschließlich seebezogene Projekte. Ein zusätzlicher, massiver Baukörper am See würde sowohl den freien Blick als auch den Handlungsspielraum für diese zukünftigen Pläne massiv einschränken.

Wäre es nicht billiger und sinnvoller, das Thaler-Areal bzw. das Seezentrum zu sanieren?

3.

Zu beiden Standorten gibt es seit langem mehrere Umbau- und Standortanalysen. Sämtliche von einander unabhängigen Untersuchungen bzw. Expertisen bescheinigen klar: Eine Sanierung beider Projekte wäre im Verhältnis zu den jeweils zur Verfügung stehenden Flächen finanziell nicht vertretbar. Neben erheblichen rechtlichen Unsicherheiten wäre mit Nutzungseinschränkungen zu rechnen. Bereits jetzt schon gibt es im Seezentrum und im Thaler-Areal erhebliche Konflikte mit den Anrainern. Dort betrifft es einige hundert Nachbarn, beim Standort „In der Wirke“ sind wenige Einfamilienhäuser in unmittelbarer Nachbarschaft. Die große Fläche und die neue, gesamthafte Quartiersentwicklung „In der Wirke“ ermöglicht es, bereits in der Planungsphase durch entsprechende

bauliche Abschirmungen die Lärmthematik zum Schutze der Nachbarn zu berücksichtigen. Beim Seezentrum wären diese Maßnahmen aufgrund der beengten Platzverhältnisse und der gegebenen Wohnnachbarschaft nicht möglich.

Wie sieht die Lösung des Verkehrs aus?

4.

Die Verkehrslösung ist ein wesentlicher Standortvorteil. Über eine Tiefgarage kann der Verkehr ohne große Umbauten direkt an die L 202 (Rheinstraße) an das höherrangige Verkehrsnetz angebunden werden. Dadurch entsteht keine verkehrsbezogene Lärmbelästigung für die Anrainer und der Verkehr muss – im Unterschied zu einem See-Standort – nicht durch das gesamte Zentrum geführt werden.

Was kostet der neue Veranstaltungssaal?

5.

Nach der Fertigstellung kann das Veranstaltungszentrum für einen Fixbetrag von rund 6,5 Mio. Euro schlüsselfertig vom Bauträger übernommen werden. Diese Summe beinhaltet eine hochwertige Ausstattung beispielsweise bei der Technik, Küche, Bar, Beleuchtung, Bühne und der Bestuhlung, inkludiert ist auch der Grundanteil und ein öffentlich zugänglicher Begegnungsplatz. Für 50 Tiefgaragen- und 41 oberirdische


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0 Antworten Stellplätze werden zusätzlich 1,3 Mio. Euro aufgewendet. Nach Abzug der Landesförderung bleibt ein Gesamtinvestitionsvolumen von insgesamt sieben Mio. Euro.

Würde ein kleinerer Saal nicht ausreichen?

6.

Bei der Konzeption wurden die Bedürfnisse der Harder Bevölkerung, der Vereine, der Kulturschaffenden und die der Wirtschaft von heute und morgen berücksichtigt. Das Konzept sieht eine multifunktionale Nutzung vor, die Räume sind in der Größe je nach Bedarf teilbar. Auf diese Weise können kleinere wie größere Veranstaltungen, Vereinsaufführungen, Bälle oder Firmenevents mit bis zu 500 BesucherInnen abgehalten werden. Weiters soll das Veranstaltungszentrum Räume für Seminare und Tagungen sowie einen Proberaum beherbergen. Übrigens: Bei einer Bankettbestuhlung verfügt der neugeplante Saal über lediglich 12 Prozent mehr Plätze als das Seezentrum.

Wurden die Bevölkerung, Vereine und die Anrainer in den Planungsprozess miteingebunden?

7.

Seit 2008 laufen intensive Planungen. Bereits in der Startphase wurden neben verschiedenen politischen Gremien größere Harder Ver-

eine für eine breite Meinungsbildung eingeladen und über sämtliche wichtigen Planungsschritte laufend informiert. Mit den meisten Anrainern führte der Bauträger Einzelgespräche, beim „1. Forum Hard“ und bei den „Harder Welten“ konnten sich alle Bürger informieren. (Mehr Infos dazu auf Seite 19.)

Warum kauft die Gemeinde das fertige Gebäude von einem Bauträger ab?

8.

Weil die Gemeinde so das Bauherrenrisiko auslagern kann. Das bedeutet: Sämtliche Mehrkosten und Risiken, die bei einem Bau dieser Größenordnung üblicherweise anfallen, trägt i+R Schertler-Alge als Bauträger.

Bringt ein Nutzungsmix nicht die Gefahr von Konflikten mit sich?

9.

SeneCura machte in ihrer langjährigen Pflege- und Betreuungsarbeit die Erfahrung, dass gerade ältere Menschen gerne in einem belebten Umfeld inmitten einer Gemeinschaft wohnen und leben wollen. Wenn auf einer sehr großen Fläche ein komplett neues Quartier entsteht, können beispielsweise Lärmschutzmaßnahmen bereits in der Planungsphase durch entsprechende bauliche Abschirmungen optimal eingeplant

werden. Gegenseitige Rücksichtnahme ist in jeder Wohn- und Lebensform unabdingbar. Der Nutzungsmix bewirkt in verschiedenen Bereichen auch Synergieeffekte – Stichwort Parken und Verkehr.

Warum geht nach jahrzehntelangem Warten jetzt alles so schnell?

10.

Die Planungen laufen seit über drei Jahren. Das Angebot des Bauträgers, das kommunale Veranstaltungszentrum mitten in ein belebtes Quartier zu integrieren und die Gemeinde bei den gesamten Planungen mitwirken zu lassen, war eine einmalige Chance. Wenn man dieses Angebot abgelehnt hätte, wäre die Realisierung eines eigenen Veranstaltungszentrums in weite Ferne gerückt. Außerdem gibt es für das Seezentrum und das Thaler-Areal jetzt schon keine weiteren Genehmigungen mehr.

Ihre Meinung ist uns wichtig! Schreiben Sie uns Ihre Fragen, teilen Sie uns Ihre Meinung mit: Marktgemeinde Hard z. Hd. DI Bernhard Kathrein, Mail: in-der-wirke@hard.at Mehr Informationen zum Gesamtprojekt „In der Wirke“ www.in-der-wirke.at


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„ In der Wirke“ auf einen Blick 1 2 3 4 5 6 7 8 P

SeneCura (Pflege, betreutes Wohnen, Kleinkindbetreuung) Spannrahmenhalle (Veranstaltungszentrum, Gewerbe) Kleingewerbe, Gastgewerbe Wohnen i+R Schertler-Alge Wohnen Alpenländische Heimstätte Ausstellung, Büro Sheddachhalle (Gewerbe) Bürogebäude „In der Wirke“-Platz

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Erhaltenswert: Die Sheddachhalle wird nach neuesten Erkenntnissen revitalisiert.

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Hintergründe

Zeittafel November 2008 – Entwicklung eines Nachnutzungskonzeptes Mai 2009 – Erste Präsentation des Gesamtkonzepts im Gemeindevorstand und Gemeindeentwicklungsausschuss (hier sind alle politischen Parteien vertreten) Mai 2009 – Beschluss der Flächenwidmungsplanänderung durch die Gemeindevertretung auf Basis des Nachnutzungskonzeptes Winter 2010 – Einbindung von Vereinen bzgl. Veranstaltungszentrum

4 1 5

1 2

1

April 2011 – Präsentation des weiterentwickelten Projekts der Gemeindevertretung inkl. Ersatzmitgliedern April 2011 – 1. Forum Hard: Öffentliche Info-Veranstaltung für die Bevölkerung

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Mai 2011 – Anrainer- Info-Veranstaltung Juni 2011 – öffentlicher Namenswettbewerb und Projektvorstellung bei „Harder Welten“. Daraus entstand der Name „In der Wirke“.

P 6

Herbst 2011 – Vertiefte Planung des Masterplans Dezember 2011 – Grundsatzbeschluss der Gemeindevertretung zur Umsetzung der Projekte „In der Wirke“ Jänner 2012 – Installation der Arbeitsgruppen für SeneCura und Veranstaltungszentrum Jänner 2012 – Start der Abbrucharbeiten

So geht es weiter Frühling/Sommer – vertiefte Detailplanungen unter Berücksichtigung der Arbeitsgruppen-Ergebnisse Sommer 2012 – Kommissionierung Bau- und Gewerbebehörde Herbst 2012 – Baubeginn SeneCura und Veranstaltungszentrum Winter 2013/2014 – geplante Fertigstellung Veranstaltungszentrum Die Spannrahmenhalle bietet beste Voraussetzungen zum Umbau des neuen Veranstaltungszentrums.

Frühjahr 2014 – geplante Fertigstellung SeneCura


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Ein multifunktional Veranstaltungszent für alle Harderinn und Harder Was ich denke …

Was ich denke …

Was ich denke …

„Hard braucht einen gemeindeeigenen Saal, jetzt und nicht erst in zehn oder gar 15 Jahren. Die Vielfalt der Nutzungsmöglichkeiten sollte dabei aber im Mittelpunkt stehen. Daher ist das Projekt ‚In der Wirke‘ mit der Idee, Saal und Vereine-Zentrum zu kombinieren, aus unserer Sicht zu begrüßen.“

„Es ist für Hard wichtig, dass endlich eine Entscheidung getroffen wurde und wir einen Bürgermeister haben, der im entscheidenden Moment richtig gehandelt hat. Ich stehe dem Gesamtprojekt ‚In der Wirke’ sehr positiv gegenüber. Die Mischung aus Wohnen, Gewerbe und Kultur verspricht einiges. Was die Pläne für den neuen Saal anlangt, beweisen die Gemeindeverantwortlichen Weitblick, zumal die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten größere und kleinere Veranstaltungen ermöglichen, nutzbar für Firmen, Vereine und Private gleichermaßen.“

„Wir haben vermutlich die größte Grundstücksfläche in direkter Nachbarschaft. Ich bin froh, dass endlich etwas passiert, aber auch gespannt, wie das mit dem Nutzungsmix funktioniert. Die älteren Leute werden sich wohl aufregen, wenn sie Kinderlärm hören. Aber man wird es wohl nie allen recht machen können. Als Harder bin ich natürlich sehr froh, dass wir endlich einen Saal bekommen. Der Standort mitten im Dorf ist super. Das bringt eine Belebung für unsere Gemeinde. Mir gefällt auch, dass Gebäudeteile erhalten bleiben.“

Mag. Herbert Motter

Werner Armellini

Alexander Mobers

Obmann der

Seniorchef

Gasthaus Sauna,

Singgemeinschaft Hard

AT Automaterial

Mittriedstraße


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onales zentrum nnen Veranstaltungszentrum Nutzungsvarianten • Vereinsversammlungen • Jahreshauptversammlungen • Konzerte der Musikvereine • Theater • Firmenfeiern • Bälle • Jahresabschlussfeiern • Ausstellungen • Vorträge • Kongresse • Seminare • Geburtstagsfeiern • Weihnachtsfeiern Größe/Ausstattung • multifunktional nutzbar • Größe variabel: Raum für 70, 150 und 250 und maximal bis zu 400 Personen in Bankettbestuhlung • bis zu 500 Personen bei Konzertbestuhlung • Zusatzräume (Proberaum mit 70m² für verschiedenste Zwecke, Seminarraum etc) im Obergeschoss • variable Bühnentechnik für verschiedene Nutzungen • Bewirtung variabel


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Ing. Tobias Pernthaler in seinem Büro.

Bei ihm laufen die Fäden zusammen

Tobias Pernthaler ist Standort- und Projektentwickler bei i+R Schertler-Alge. Am Beispiel „In der Wirke“ erzählt er, welche umfangreichen Arbeiten hinter einem derartigen Großprojekt stecken.


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Thema

Standortund Projektentwicklung

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Thema: Standort- und Projektentwicklung

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Es ist 7.30 Uhr in der Früh. Bei Tobias Pernthaler einen Interviewtermin zu bekommen, ist nicht einfach. Bereits eine Stunde später wartet der Verkehrsplaner und um 11 Uhr steht eine Begehung des Areals „In der Wirke“ in seinem prall gefüllten Terminkalender.

„Wir stellen den Menschen in den Mittelpunkt.“

Spätestens nach dem ersten Espresso ist der Standortentwickler von i+R Schertler-Alge in seinem Element. Der Techniker zeigt auf –zig Rollen Baupläne, berichtet von umfangreichen Standortanalysen, verweist auf Expertenberichte und zahlreiche Gespräche mit Gemeindeverantwortlichen und Bürgern. Seit 2008 laufen Planungen zur optimalen Nachnutzung des 24.000 m² großen ehemaligen Wolff-Areals. „Natürlich hätten wir als Standortentwickler und Bauträger ein reines Gewerbegebiet oder ein Wohnquartier errichten können. Uns war allerdings von Beginn an klar, dass dieser geschichtsträchtige Standort im Zentrum von Hard die einmalige Chance für eine besondere Nachnutzung birgt“, unterstreicht Tobias Pernthaler.

Ein geschichtsträchtiger Ort verlangt behutsames Vorgehen Zuerst gab es intern gründliche Planungen. Es folgten Gespräche mit dem Architekten. Es galt, die örtli-

Ing. Tobias Pernthaler , MSc 31 Jahre, 2 Kinder, wohnt in Dornbirn. Er ist seit zehn Jahren beim 1904 gegründeten Unternehmen i+R Schertler-Alge in Lauterach tätig. Beim Projekt „In der Wirke“ ist er federführender Projektentwickler. Projektentwickler Tobias Pernthaler.

chen Rahmenbedingungen zu erfassen, den Bestand zu bewerten und zu klären, welche Gebäude für eine mögliche Nachnutzung verwertbar sind. Dazu Tobias Pernthaler: „Wir wollten an diesem für die Harder Textilgeschichte bedeutsamen Ort besonders behutsam vorgehen.“ Es folgten Gespräche mit dem Bürgermeister, den Betreibern von SeneCura und der Alpenländischen Heimstätte als gemeinnütziger Partner. Mit SeneCura hat SchertlerAlge bereits sehr erfolgreich das neue Sozialzentrum in Lauterach verwirklicht.

Die Gespräche mit der Gemeinde verliefen sachlich Nach weiteren Planungen und ersten Standortanalysen durch Experten kristallisierte sich eine multifunktionale Nutzung als ideale Lösung heraus. „Wir fanden in den Gemeindeverantwortlichen kompetente, lösungs- und zukunftsorientierte Gesprächspartner, die aber auch klar und deutlich ihre Vorstellungen und Bedingungen zum Ausdruck brachten“, äußert sich Tobias Pernthaler zur sachlichen Gesprächsbasis. „Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass


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sich die Vorgaben auf kommunaler Ebene oft zeitintensiver und komplexer auswirken als im Privatwohnbau. Auch war uns klar, dass wir bei einer Projektplanung mit öffentlicher Nutzung das gesamte dörfliche Umfeld mit einbeziehen werden. Wir sind immer um einen Konsens bemüht. Das ist ein Wert, der in unserer Firma sehr hochgehalten wird und darauf bin ich stolz“, bekräftigt Tobias Pernthaler. Daher habe man von Beginn an Tobias Pernthaler im Zusammenwirken mit der Gemeinde aktiv den Kontakt zu Anrainern und Vereinen gesucht und auch die Harder Bevölkerung im Rahmen des „1. Forum Hard“ über den Planungsprozess informiert.

Wir wollen nachhaltig bauen Neben monatelangen Detailplanungen mit den Architekten und Abklärungen mit Behörden folgten zeitgleich Prüfungen und Analysen durch Verkehrsplaner, mit Landschaftsarchitekten, mit Fachplanern zu den Themen wie Schalltechnik, Bauphysik, Statik, Geotechnik, Elektro- und Energietechnik u. ä. Sogar ein Workshop mit dem Energieinstitut Vorarlberg und der Illwerke-vkw-Gruppe wurde installiert, um die Bereiche Ökologie und Mobilität in die Planungen optimal miteinzubauen.

„Natürlich hätten wir als Standortentwickler und Bauträger ein reines Gewerbegebiet oder ein Wohnquartier errichten können. “

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„Für die Alpenländische Heimstätte als in Vorarlberg verwurzelte gemeinnützige Bauvereinigung steht besonders der Mensch im Mittelpunkt des Wohnens. In Zusammenarbeit mit den anderen Partnern wird es gelingen, ein Ortsteilquartier mit Infrastruktureinrichtungen zu realisieren, welches den gewünschten hohen Zielsetzungen aller Beteiligter entspricht.“

Prok. Ing. Wilhelm Muzyczyn Alpenländische Heimstätte

Derzeit laufen die vertieften Planungen in den einzelnen Projekten, auch drei Arbeitsgruppen mit Fachleuten, Vertretern aus Vereinen und Institutionen haben ihre Tätigkeit aufgenommen. (Siehe dazu Bericht ab Seite 8.) Übrigens: Bei Tobias Pern-

Tobias Pernthaler: „Die Zukunft liegt in Quartieren mit gemischter Nutzung.“

thaler summierte sich in den letzten drei Jahren auch eine erkleckliche Zahl an Arbeitsstunden: „Über 3.000 Stunden sind es bis dato insgesamt“, rechnete der Zahlenprofi zusammen. „Aber ich bin mit großer Freude dabei und es macht Spaß zu sehen, wie sich aus einer brachliegenden Fläche Stück für Stück ein neues, belebtes Quartier entwickelt.“ 䡲

Was braucht Hard? CIMA- Studie gibt Antworten Die in Ried im Innkreis ansässige Beratungs- und Managementgesellschaft CIMA gilt österreichweit als erfahrenes und renommiertes Institut für Untersuchungen und Forschungsstudien. Zur Nachnutzung des ehemaligen Wolff-Areals erstellte das Institut eine umfangreiche Machbarkeitsstudie. Darin heißt es unter anderem: Die Bevölkerungszahl im Bezirk Bregenz steigt bis 2030 um acht Prozent. Auch für die Gemeinde Hard wird eine dynamische Bevölkerungsentwicklung prognostiziert. Die Quartierplanung „In der Wirke“ mit der vielfältigen Nutzung wird in der CIMA-Studie als wichtiger Impuls und als eine bereichernde Belebung für das Zentrum von Hard gesehen. Interessant sind die dazu erhobenen Zahlen: • Hard verfügt pro Jahr über 51,8 Mio. € an Kaufkraftpotential, die allen Einwohner/innen für den Konsum zur Verfügung stehen. • Nur rund 56 Prozent davon verbleiben beim Harder Einzelhandel, der Rest geht zu 90 Prozent nach Bregenz, Lauterach und Dornbirn. • Die Bevölkerung wünscht sich mehr Warenvielfalt. • Durch Flächenentwicklungen, speziell an der Peripherie, hat sich die Kaufkraft-Eigenbindung seit 2001 von 34 auf heute 56 Prozent erhöht. Die CIMA-Studie sieht in der Entwicklung kleinräumiger Quartiere die Chance, mehr Kaufkraft in Hard zu behalten. Bei neuen Wohnformen seien in Zukunft altersspezifische Interessensschwerpunkte verstärkt zu berücksichtigen. Die Entwicklungschance liege in generationengerechten Wohnquartieren mit vernetzten kleinräumlichen Angeboten, so die Studie.


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Hier fühlen sich Bewohner und Besucher gleichermaßen wohl.

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„Wir wollen dahin, wo etwas los ist“ In der Quartiersplanung „In der Wirke“ ist ein

Pflege- und Betreuungshaus für ältere Menschen sowie eine Kleinkindergruppe vorgesehen.


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Thema

Leben und Wohnen im Alter

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Thema: Leben und Wohnen im Alter

Die SeneCura-Gruppe betreibt insgesamt 64 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in Österreich und der Schweiz und zählt in beiden Ländern zu den Markt- und Innovationsführern. In Vorarlberg stehen bereits in Bludenz, Hohenems und jüngst auch in Lauterach Pflegehäuser unter deren Führung. Welches Konzept ist nun für Hard geplant, wird es eine Zusammenarbeit mit dem bestehenden Seniorenhaus am See geben? Mehr dazu lesen Sie im folgenden Interview, das wir mit dem Geschäftsführer von SeneCura, Dr. Remo Schneider, und dem Leiter des Harder Seniorenhauses am See, Alwin Ender, führten.

Hard bis zum Jahr 2025 rund 110 stationäre Pflegeplätze benötigt werden. Wir haben momentan 44 Pflegeplätze. Natürlich werden sowohl hier als auch im Haus der SeneCura Harderinnen und Harder bei der Unterbringung Vorrang haben. Die Gemeinde hat auch bei SeneCura ein Einweisungsrecht.

Welches inhaltliche Konzept besteht für das neue Haus „In der Wirke“? Remo Schneider: Neben der Betreuung chronisch Pflegebedürftiger möchten wir eine eigene Demenzstation aufbauen. Unser Haus wird wei-

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Fachleuten begleitet werden, auch der Erhaltung der Selbständigkeit. Für Besucher und Bewohner steht eine Kapelle sowie als Treffpunkt eine Cafeteria zur Verfügung. Angedacht ist weiters, Büroräume für Harder Sozialdienste zu integrieren.

Ist in Hard auch an eine betreute Wohnform gedacht? Remo Schneider: Ja, und zwar in Mietwohnungen im selben Gebäude, aber mit separatem Zugang. Diese Wohnform ist für jene Menschen gedacht, die ein großes Bedürfnis nach Sicherheit haben. Die Vorteile betreuten Wohnens liegen auf der Hand:

Alwin Ender, Leiter des Seniorenhauses am See und Remo Schneider, Geschäftsführer von SeneCura: „Es wird zahlreiche Kooperationen geben.“

Warum benötigt Hard überhaupt ein zweites Pflegeund Betreuungshaus? Alwin Ender: Wir sind im Seniorenhaus am See an die Kapazitätsgrenzen gestoßen. Hinzu kommen die prognostizierten Zahlen zur demografischen Entwicklung: Eine vom Land Vorarlberg in Auftrag gegebene Untersuchung besagt, dass in

ters gerüstet sein für jüngere und ältere Menschen, die nach einem längeren Spitalsaufenthalt Nachsorge benötigen. Wichtig: Das eigene Fitnessstudio. Dieses wird für alle Harder ab 77 Jahren frei zugänglich sein, also auch für Nichtheimbewohner. Abgestimmt auf Senioren stehen hier spezielle therapeutische Geräte zur Verfügung. Neben der Vorbeugung von Stürzen dienen die Übungen, die von

Nähe zur gesamten Pflegestruktur samt kleiner Hilfsleistungen im Alltag, persönlicher und sozialer Anschluss an alle Heimaktivitäten – man kann bei Ausflügen mitmachen, kann zusammen mit anderen essen und die Aufenthaltsräume nutzen. Man hat also in unmittelbarer Nähe alles, was man braucht, kann aber dennoch völlig selbständig wohnen und leben. Regelmäßiger Service beispielsweise


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für die Wäsche, Essens- oder Reinigungsdienst kann zu einem Selbstkostentarif bezogen werden.

Was bedeutet betreubares Wohnen? Remo Schneider: Das sind ganz normale Miet- und Eigentumswohnungen, die in anderen Gebäuden des neuen Quartiers untergebracht sind. Betreubares Wohnen bedeutet, dass sich die Menschen bestimmte Betreuungsleistungen je nach Bedarf zukaufen können. Das kann auch schon beim jungen Single ein Thema sein, der Putzarbeiten, Kochoder Wäschedienste vergeben will. Für diese Wohnform gibt es bereits Anfragen, zumal es eine gute Zwischenform von Zuhause-Wohnen und Pflegebetreuung ist.

Inwieweit ist an eine Zusammenarbeit mit dem bestehenden Haus am See gedacht? Alwin Ender: Seit über einem Jahr laufen intensive Kooperationsgespräche. Ich muss schon sagen, dass jetzt schon ein sehr gutes Miteinander besteht. Zusammenarbeit und Synergien sinnvoll nutzen waren auch wichtige Voraussetzungen für die Gemeinde. Die Wäscherei oder die Küche werden beispielsweise gemeinsam betrieben. Es wird auch Sinn machen, Schwerpunkte zu bilden. Da laufen die Planungen noch. Ein Stichwort dazu sind Urlaubspflege und Tagesbetreuung. Mit beiden Häusern kann die gesamte Angebotspalette erweitert werden. So werden hinkünftig alle Pflegebewohner in Hard Urlaub in den anderen österreichischen SeneCura-Häusern machen können.

Im Haus integriert wird eine Kleinkindbetreuung. Wie kann ein Miteinander der Generationen funktionieren? Remo Schneider: Wir haben beste Erfahrung mit Pflegehäusern, in denen Alt und Jung unter einem Dach sind.

Beide Gruppen brauchen natürlich Rückzugsbereiche. Es gibt bewusst gewählte Aufenthalts- und Begegnungsräume im Erdgeschoss. Demenzbewohner werden ruhiger, wenn sie Kinder beobachten. Das ist nachgewiesen. Das Zusammensein fördert eine familiäre Atmosphäre und tut beiden gut. Zudem kommt mit den Kindern Leben ins Haus. Eltern bringen ihre Kinder, machen ein Schwätzle oder man trifft sich in der Cafeteria.

Haben Sie keine Bedenken bezüglich des geplanten Quartiermixes „In der Wirke“? Remo Schneider: Im Gegenteil. In vielen anderen Gemeinden und SeneCura-Häusern konnten wir sehen, wie ältere Menschen, die in der Nähe von Veranstaltungszentren, Musikprobelokalen oder der Feuerwehr wohnen, regelrecht aufblühen. Sie wollen teilhaben am Gemeinschaftsleben, sie wollen beobachten und Besuch bekommen. Natürlich gibt es Konflikte in jeder Wohnform. Die gilt es zu lösen wie überall. Ich sehe es als eine ideale Voraussetzung, wenn wir uns in eine derartige Infrastruktur integrieren können. Wir werden daher auch aktiv den Kontakt zu jenen Einrichtungen suchen, die das Veranstaltungszentrum beleben werden. Wir möchten, dass Heimbewohner an diesem Leben in gewisser Weise teilnehmen können.

Wer ist eigentlich der Betreiber von SeneCura? Remo Schneider: Mit insgesamt 6.000 Pflege- und Betreuungsplätzen in insgesamt 64 Häusern sind wir der größte private Pflegeheimbetreiber in Österreich und der Schweiz. Die Häuser sind öffentlich zugänglich und werden in Kooperation mit den jeweiligen Gemeinden geführt. Das heißt, wir haben dieselben Tarife wie in allen kommunal betriebenen Pflegehäusern. 䡲

Alwin Ender und Remo Schneider freuen sich auf die Zusammenarbeit.

Sozialzentrum SeneCura • 58 Pflegeplätze • 12 bis 16 betreute Wohnungen • Rund 70 Arbeitsplätze werden neu geschaffen • Gesamtkosten: 12 Mio. Euro • Geplanter Baubeginn: Herbst 2012 • Fertigstellungstermin: Frühjahr 2014 Mehr Infos: Telefon 05572-55877, Mail: vorarlberg@senecura.at Im Internet: www.senecura.at


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Bürgermeister Harald Köhlmeier und Gemeindeplaner Bernhard Kathrein: „Intensive Planungen auf breiter Basis.“

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Lebensqualität hat viele Gesichte r Gesamthafte Quartiersentwicklungen sind ein wichtiger Schritt zu einem lebendigen Miteinander. Neben einem Blick in die Zukunft erläutert Bürgermeister Harald Köhlmeier aktuelle Handlungsfelder.


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Thema

Belebung aller Ortsteile


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Thema: Belebung aller Ortsteile

Wenn man Harald Köhlmeier auf den Begriff Lebensqualität anspricht, erzählt er von den Beweggründen, weswegen er nach zehn Jahren Wienaufenthalt die Anonymität der Großstadt gegen das dörfliche Leben seiner Heimatgemeinde eintauschte: „Nach der Geburt unseres Sohnes Luis kamen erstmals wieder bewusst die Bilder meiner eigenen Kindheit in Erinnerung. Wir konnten uns frei in der Natur bewegen und quasi vor der Haustür mit den Nachbarskindern Fußball spielen“, erinnert sich der Harder Bürgermeister. Eine derart unbeschwerte Kindheit wollte er auch seinem Sohn bieten. „Wir leben in einer von Naturschutzgebieten umgebenen Gemeinde, wo

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„In meiner Funktion als WIGEObmann bin ich natürlich gegenüber jeglicher Förderung und Unterstützung von Geschäftsansiedlungen positiv eingestellt. Auch erwarte ich mir einen zusätzlichen Impuls durch die Verwertung des brachliegenden Industrieareals. Es bleibt zu hoffen, dass das Angebot im Gemeindesaal entsprechend genutzt wird. Persönlich bin ich gespalten: Mein Herz spricht für einen Seestandort, doch sprechen im Moment einige Vorteile für einen Standort ‚In der Wirke‘.“

Hap Krenn Obmann WIGE Hard

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man einander noch kennt, in der das solidarische Miteinander nicht nur gepredigt, sondern auch gelebt wird.“ Er verweist auf zahlreiche soziale Projekte und Initiativen, die über die Gemeindegrenzen hinaus Vorbildcharakter haben. Neben der Erhaltung der hohen Lebensqualität sei es ihm ein Anliegen, den Wirtschaftsund Wohnstandort Hard nachhaltig und mit Sorgfalt zu beleben und zu aktivieren.

Hard ist nicht nur Wohnund Schlafgemeinde Harald Köhlmeier ist kein Mann der vorschnellen und unbedachten Entscheidungen. Wenn er von Nachhaltigkeit spricht, meint er die Sicht aufs Ganze. Er sieht seine Aufgabe als Brückenbauer –zwischen Bewohnern, Wirtschaftsbetrieben und gleichermaßen zwischen den einzelnen Ortsteilen. „Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht ausschließlich zu einer Wohn- und Schlafgemeinde entwickeln.“ Es gelte, attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen, um Harderinnen und Harder in das Gemeindeund Vereinsgeschehen zu integrieren, und dass die Leute vor Ort alles vorfinden, was die Lebensqualität zusätzlich ausmache: Einen Arbeitsplatz und ein vielfältiges Einkaufs- und Freizeitangebot in unmittelbarer Nähe. Gesamthafte Entwicklungsplanungen sind eine wichtige Voraussetzung zur langfristigen Belebung aller Ortsteile von Hard. Das bestätigt eine Studie des renommierten Forschungsinstituts CIMA. Um Kaufkraft zu binden und der für Hard prognostizierten Bevölkerungsentwicklung gerecht zu werden, müsse man neben der Belebung des Ortszentrums auch in die Entwicklung einzelner Quartiere investieren, so die Studie (siehe dazu CIMA-Studie auf Seite 25). Gegenwärtig erarbeiten Gemeindeverantwortliche in Zusammenarbeit mit verschiedensten Experten Entwicklungskonzepte für das Bahnhofsareal, das Industriege-

Bürgermeister Harald Köhlmeier: „Das neue Quartier entsteht in

biet Süd, das Schulareal Markt, das Ortszentrum – das mit dem neuen Quartier „In der Wirke“ eine pulsierende Erweiterung erfährt – und für das Erholungsgebiet am See.

Seeuferplanung ist das nächste Thema „Der Uferabschnitt vom Strandbad bis zum ehemaligen Kiesplatz Zech ist im Moment nicht optimal genutzt“, findet der Ortschef klare Worte. Ein in der ersten Planungsphase befindlicher Masterplan sieht eine nachhaltige, gesamthafte Belebung für diesen Abschnitt vor. In den Plan integriert ist u. a. das Strandbad mit einem Ganzjahresrestaurant, die Hafeninfrastruktur, die Hohentwiel, der Yachtclub und ähnliche ausschließlich seebezogene Projekte. Hier gelte es, nicht eine quantitative Veränderung herbeizuführen, sondern vorrangig eine qualitative, intelligente Verbesserung des Bestehenden. „Es muss ganz klar gewährleistet sein, dass unser Seeufer frei zugänglich und unberührt bleibt. Das ist für mich unantastbar“, betont Harald Köhlmeier. Alternativplanungen zum Gemeindesaal, dessen Leben sich vorwiegend in geschlossenen Räumen abspiele, hätten gezeigt, dass ein zusätzlicher massiver Fremdkörper an dieser sehr sensiblen


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ue Quartier entsteht in der geografischen Mitte von Hard“.

Lage störend wirke, nennt Köhlmeier einen der Entscheidungsgründe zum Standorthema des neuen Veranstaltungszentrums.

Keine weitere Genehmigung für Seezentrum Auf die Frage, warum mit der Realisierung eines eigenen Veranstaltungszentrums nach jahrzehntelangem Warten jetzt alles vermeintlich schnell gehe, antwortet der Bürgermeister: „Die Planungen laufen seit über drei Jahren. Das Angebot des Bauträgers i+R Schertler-Alge, die Gemeinde bei der Quartiersplanung des ehemaligen Wolff-Areals mitwirken zu lassen, war eine einmalige Chance, die es galt, zu nutzen. Wenn wir dieses Angebot abgelehnt hätten, wäre die Realisierung eines eigenen Veranstaltungszentrums in weite Ferne gerückt, zumal es für das Seezentrum und das Thaler-Areal jetzt schon keine weiteren Genehmigungen gibt. Ein Umbau an diesen Standorten wäre aus verschiedensten Gründen eingeschränkt bis gar nicht realisierbar.“ Neben der direkten Verkehrsanbindung an die L 202 und dem sich gegenseitig befruchtenden Nutzungsmix „In der Wirke“ hat der Standort beim ehemaligen Wolff-Areal eine

weitere nicht zu unterschätzende Bedeutung. Die Rheinstraße wird von vielen Harderinnen und Hardern zumindest als gefühlte Trennlinie zwischen dem „oberen“ und dem „unteren“ Ortsteil wahrgenommen. „Es gab Zeiten, da wurden die Harder oberhalb der Rheinstraße als nicht echte Harder wahrgenommen“, gibt Harald Köhlmeier zu bedenken. Mittlerweile zählt der „obere“ Ortsteil 5.841 Einwohner – das sind über 43 Prozent der Gesamtbewohner – und die dortige Bautätigkeit nimmt ständig zu. Ein Veranstaltungszentrum in der geografischen Mitte von Hard stelle durchaus ein verbindendes Element dar und habe das Potential, so Köhlmeier, die gefühlte Distanz zu minimieren. 䡲

„Verkehrslösung – Direkte Anbindung an Rheinstraße“ Das bekannte Feldkircher Planungsbüro „Besch und Partner“ erstellte verkehrstechnische Untersuchungen, wie der Standort „In der Wirke“ bestmöglich an das bestehende Verkehrsnetz angebunden werden kann. Dazu DI Anton Gächter:

Was ich denke …

Verkehrsplaner Anton Gächter

„Ich bin froh, dass die Harder samt den Vereinen nun endlich einen Veranstaltungssaal bekommen. Beim letzten Ball waren wir wieder einmal mit den Gegebenheiten im Seezentrum konfrontiert. Die Situation dort ist mittlerweile untragbar, alles ist in einem sehr desolaten Zustand, es fehlt am Notwendigsten. Der geplante Standort ist für mich durchaus eine gute Option. Als Harder bzw. Segler auf dem Bodensee schätze ich das freie Seeufer. Es würde mir schlicht und einfach im Herzen weh tun, wenn die letzten freien Grundstücke am See verbaut würden.“ Bernd Hartmann

„Die zu erwartenden Verkehrsmengen sind nicht hoch. Die Anfahrts- und Abfahrtswege bei Veranstaltungen sind sehr kurz, zumal auch über die Tiefgarage eine direkte Anbindung an das höherrangige Straßennetz (L 202 – Rheinstraße) möglich ist.“ Für den Endausbau ist eine neue Ampelanlage geplant. Die gesamte Verkehrsplanung ist mit dem Landesstraßenbauamt abgestimmt. Bezüglich einer Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz laufen die Planungen noch.


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Thema: So entstand der Name „In der Wirke“

In der Blütezeit, Mitte der 1980er Jahre, waren insgesamt knapp 1.000 Frauen und Männer bei Wolff beschäftigt.

„I gang i’d Wirke ga schaffa“ In den 1970er Jahren gab es kaum einen Haushalt in Hard, aus dem nicht zumindest ein Familienmitglied in einem Wolff-Betrieb Arbeit fand. Wer nach seiner Arbeitsstelle gefragt wurde, bekam oft zur Antwort: „I gang i’d Wirke ga schaffa“, berichtet der langjährige Gemeindearchivar Ernst Köhlmeier. Die Wirkwarenfabrik entstand aus dem von Johann Nepomuk Wolff 1897 gegründeten Familienunternehmen, das sein Sohn Johann weiterführte. 1926 wurde die Wirkwarenfabrik Gebrüder Wolff gegründet und von den Söhnen Hans, Reinhold und Julius und später von deren Nachkommen geleitet. In der Blütezeit, Mitte der 1980er Jahre, waren insgesamt knapp 1.000 Frauen und Männer bei Wolff beschäftigt. „Die ,Wirke‘ der Wolffs war damals neben der Kammgarn der größte und somit wichtigste Arbeitgeber in unserer Gemeinde“, bestätigt die nunmehrige Archivarin Dr. Nicole Ohneberg. 䡲

Ernst Köhlmeier und Nicole Ohneberg stöbern in den umfangreichen Unterlagen des Gemeindearchivs.

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Festprogramm z’Hard am See

DONNERSTAG, 12. JULI 2012 ab 19 : 00 Uhr

Bauernkapelle Lauterach ab 20 : 00 Uhr

Konzert der „Tiroler Kaiserjäger“ anschl. Bauernkapelle Lauterach (€ 16,- im Vorverkauf mit Platzreservierung)

FREITAG, 13. JULI 2012 ab 19 : 37 Uhr

Benefizgala mit Vorarlberger Oldie-Bands, u.a. Trocaderos und Tornados (€ 17,- im Vorverkauf)

SAMSTAG, 14. JULI 2012 ab 13: 00 Uhr

Marschmusikwettbewerb Seesportanlage ab 20 : 00 Uhr

Fest- und Partyabend mit „Allgäu Power“ (€ 10,- im Vorverkauf)

SONNTAG, 15. JULI 2012 ab 09: 00 Uhr

Festmesse und Frühschoppen ab 13 : 30 Uhr

Festumzug durch das Ortszentrum von Hard mit anschl. Ausklang

Vorverkauf bei allen Raiffeisenbanken und Sparkassen und auf www.laendleticket.com. Der Veranstalter Bürgermusik Hard bedankt sich bei den Sponsoren:

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Hard - In der Wirke