2x Rheinfelden Juli/Augsut 2017

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Grosser Ernteausfall bei Obstbauer Bürgi aus Olsberg

«Mit sowas haben wir nicht gerechnet»

Die Obstbauern Dieter und Lotti Bürgi aus Olsberg stellen jedes Jahr gegen 40 000 Liter Most her. Aufgrund des späten Frosts im April muss die Familie im Herbst erstmals Äpfel zukaufen.

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in Spaziergang durch die Obstbäume der Familie Bürgi aus Olsberg macht derzeit nicht so viel Freude wie üblich. Ein grosser Teil der Ernte ist aufgrund des späten Schnees und der Frostnächte kurz nach Ostern erfroren. Die ganz konkreten Auswirkungen der späten Kälte können erst zum Zeitpunkt der Ernte festgestellt werden. «Es sieht nicht gut aus», sagt Obstbauer Dieter Bürgi. Auf einer Fläche von 5,8 Hektaren besitzt die Familie Bürgi knapp 10 000 Obstbäume. 8000 Bäume tragen Kernobst (Äpfel und Birnen), 2000 Steinobst (mehrheitlich Kirschen, aber auch Zwetschgen, Aprikosen und Pflaumen).

Am wenigsten schlimm erwartet der Obstbauer die Kirschen-Ernte, bei den anderen Früchten sieht er wenig Hoffnung. «So ein schlimmes Jahr hatten wir noch nie», meint Dieter Bürgi, der den Hof 2001 von seinen Eltern übernommen hat und diesen nun zusammen mit seiner Frau und seinen Kindern in 3. Generation leitet. Auch Dieter Bürgis Frau Lotti kann sich an kein derart schlechtes Obstjahr erinnern. «Wir wissen ja eigentlich, dass wir mit der Natur leben, aber mit sowas haben wir nicht gerechnet», betont sie. Die finanziellen Auswirkungen des Ernteausfalls wird die Familie auf jeden Fall zu spüren bekommen. Deshalb sind sie gerade in dieser Zeit sehr dankbar um ihre Teilzeitanstellungen ausserhalb des Hofs. Auch ihr Sohn Roman, der die Ausbildung zum Obstfachmann absolvierte, ist derzeit ausserhalb des elterlichen Betriebs tätig.

Ausgezeichnet mit Gold

Der Most, den Lotti und Dieter Bürgi produzieren, ist sehr beliebt. Jedes Jahr sind es zwischen 30 000 und 40 000 Liter Apfelsaft, die bei Bürgis durch die Presse fliessen. 7000 bis 8000 Liter werden aus den eigenen Äpfeln hergestellt, der Rest ist Kundenmost. Das heisst, die Kunden bringen die Früchte, um sie bei Bürgis zu Most verarbeiten zu lassen. 2016 und 2017 wurde Bürgis Most vom Verband Aargau-

er Obstveredler sowie vom Schweizer Obstverband mit der Goldmedaille und der maximalen Punktezahl ausgezeichnet. Bewertet wurde nach den Kriterien «Visuelle Beurteilung», «Geruch, Aroma», «Geschmack» und «Harmonie». Was ist Bürgis Geheimnis für das sehr gute Resultat? «Ich moste einfach», sagt er und lacht.

Der Kampf um die Äpfel

Dieses Jahr wird es eng mit der Mostproduktion. Beim Rundgang durch die Plantagen erklärt Dieter Bürgi: «Hier haben wir Gala-Apfelbäume frisch gepflanzt. Die Hälfte davon ist wegen des Schneegewichts umgestürzt.» Die Frostnächte und der späte Schnee haben den Kulturen stark zugesetzt. So wie es aussieht, müssen Bürgis für die Mostproduktion heuer Äpfel aus der Ostschweiz oder vom Handel zukaufen. «Es wird ein Kampf um die Äpfel geben», prophezeit Dieter Bürgi. Nicht nur bei den Äpfeln, sondern auch bei den Birnen, Kirschen, Aprikosen, Pfirsichen und den Kiwis sieht es schlecht aus. «Dabei haben wir aufgrund der schönen Blust heuer mit einem Spitzenjahr gerechnet», so Dieter Bürgi. Janine Tschopp

Eigenprodukte im Direktverkauf Bei Familie Bürgi gibt es neben Most auch noch viele weitere Eigenprodukte im Direktverkauf. So können beispielsweise Spirituosen wie Kirsch, Zwetschgen, Williams, Pflümli, aber auch hausgemachte Sirupe oder Konfitüren gekauft werden. Ein Teil des Sortiments ist rund um die Uhr im gekühlten Selbstbedienungs-Automaten erhältlich. Weitere Informationen unter ➜ www.buergis-obst.ch

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OBSTBAUER BÜRGI


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