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portr채t

design

architektur

beauty


i n h a lt s v e r z e i c h n i s

06 EDITORIAL graubünden feiert den winter

08 a b e n te u er die perfekte linie furchtloser Wikinger

17 s p ort eisig kalt und teuflisch gut

24 h a n d w er k denn kavi macht die besten

32 genuss an den ufern des heidsees

38 banking interessante infrastrukturanlagen

43 event ski classics – zurück in die zukunft

52 p ortr ä t auf die berge




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i n h a lt s v e r z e i c h n i s

61 ar c h ite k t u r «leben heisst räume durchschreiten»

68 de s i g n visionäre erlebniswelt

77 li f e s t y le von kobolden, glögg, julefrokost und anderen spezialitäten

85 b ea u t y verführerisch betörende düfte

92 s c h m u c k de s i g n funkelnder sternenstaub vom himmel

i m p re s s u m herausgeber Marc Gantenbein verlag/inserate printmedia company chur, grabenstrasse 51, 7002 chur, tel 081 250 31 32, www.p-m-c.ch inserate philipp kommunikation, yvonne philipp, Roosweidstrasse 7a, 8832 Wollerau, Tel. 044 683 15 90, www.philipp-kommunikation.ch druck rdv rheintaler druckerei und verlag ag, hafnerwisenstrasse 1, 9442 berneck, www.rdv.ch Grafik Romana wieland, pixellegrafik.ch, Chur auflage 35‘000 ex. /ausgabe erscheinen winter (dezember) und sommer (juni) einzelverkaufspreis chf 15.–/Euro 10.– (zzgl. versand­kostenanteil) papier umschlag PlanoJet, weiss, holzfrei, 240 g. inhalt PlanoJet, weiss, holzfrei, 120 g. lieferant sihl + eika papier AG, 8800 thalwil. liebe leserinnen, im vorliegenden magazin ist im einen oder andern ­beitrag nur in männlicher form die rede. selbstverständlich ist in solchen fällen immer auch die weibliche form gemeint, aus gründen der ­lesefreundlichkeit jedoch nicht explizit erwähnt. wir danken für ihr verständnis.

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Rd e u ibtroi r kial

Liebe Leserin, lieber Leser

Graubünden ist eine Landschaft, die den Winter feiert wie kaum eine andere Gegend der Welt. Die Luft ist klar, das Wetter strahlend und das Glück perfekt. Tagsüber geniessen wir den Ski- und Schneesport, abends erleben wir in den eigenen vier Wänden alpine Gemütlichkeit. Aus der klirrenden Kälte kommen wir an den warmen Herd, in die weihnachtlich geschmückte Stube, geniessen die Geborgenheit und gehen gleich wieder hinaus in die geheimnisvoll weisse Natur. Etwas Kindliches steckt in jedem von uns, und dieses Kind will Schnee-Engel machen, Schneemänner und Schneeballschlachten.

Dass wir dabei an unsere Lieben denken, kommt an den Feiertagen fast von selbst. Deshalb haben wir in dieser Ausgabe das Staunen zum Thema gemacht. Das Staunen vor der Glitzerwelt nordischer Weihnachtsdekorationen etwa, oder über die funkelnden Juwelen vom Churer Martinsplatz. Das Staunen vor den Eiskaskaden in Pontresina, wo Cracks im Kampf um die Zeit dem Himmel zuklettern. Oder das Staunen über eine perfekt gezogene Linie im unberührten Schnee einer steilen Felswand, wenn sie von einem Schweizer Wikinger gezogen wird.

In dieser Ausgabe erfahren Sie, wie Graubünden sich einrichtet und das Leben geniesst – etwa in der Jugendherberge von Scuol, welche mit modernem und puris­ tischem Design aufwartet. Oder mit Kosmetika, welche die natürlichen Rohstoffe unserer Alpenlandschaft – also die Kräuter und Blumen – veredeln. Wir erklären Ihnen das neue Modell von Eigentum – buy to use and let –, wie es im Rocksresort in Laax erprobt wird, und berichten über die Ski Classics und die Kulinarik auf der Lenzerheide. Als besonderes Schmankerl zeigen wir, wie heute noch die traditionellen Aroser oder Schanfigger Schlitten gebaut werden.

Jetzt lade ich Sie ein, die Innenräume und die wildesten Seiten des Winters zu entdecken und die überraschenden Seiten Graubündens in vollen Zügen zu geniessen. Ich wünsche Ihnen dazu strahlende Wintertage und gemütliche Stunden, bei denen Sie sich gründlich erholen können.

Herzlich, Ihr

Marc Gantenbein, Herausgeber




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Der Peugeot 4007 4x4 sticht aus der grossen Masse heraus. Allein schon durch seine einzig artige Eleganz und das rundum gelungene Design sorgt er auf allen Strassen garantiert für Aufsehen. Viel Freude machen auch sein agiles Fahrwerk und der kraftvolle Dieselmotor mit Turbolader (2.2 HDi 156 PS, 115 kW). Mit Russpartikelfilter und der fortschrittlichen Diesel-Technologie ist der Peugeot 4007 punkto Ökologie und Ökonomie absolut vorbildlich: Mit einem Gesamtverbrauch von nur 7,2 l/100 km* trägt er Sorge zur Umwelt. Dank modernster 4x4-Technologie ist auch für grösstmögliche Sicherheit gesorgt. Bei Ihrem Peugeot-Partner steht jetzt ein Peugeot 4007 für eine Probefahrt bereit. Diese macht übrigens bei jedem Wetter Spass. * Verbrauch kombiniert 7,2 l/100 km, CO 2-Ausstoss gesamt 191 g/km mit Reifen der Dimension 215/70 R 16, der Durchschnitt aller angebotenen Neuwagenmarken und -modelle in der Schweiz beträgt 204 g/km, Energieeffizienz-Kategorie C.

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Die perfekte Linie furchtloser Wikinger T e x t BI G N A BU C HL I

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F otos S T E FA N S C HL UM P F

Spass haben, die Natur erleben und beinahe schwerelos durch den Pulverschnee gleiten – das ist Freeriden! Dasselbe mit Gleichgesinnten zu teilen und dabei gefilmt zu werden – das ist «kick the vik». Der wilde FreerideEvent in den Bündner Bergen wurde dieses Jahr zum ersten Mal durchgeführt.




Freerider müssen früh aufstehen, wenn sie die ersten Spuren in den unberührten Neuschnee ziehen wollen, denn das Schneevergnügen abseits der voll besetzten Piste ist in den letzten Jahren immer populärer geworden.

Wer kennt es nicht: Vor der Liftanlage in der langen Menschenschlange stehend, sticht bestimmt ein anderer genau in den unberührten Hang hinein, den man sich für den nächsten Run ausgesucht hat. Diese Situation kennt auch Markus Boss aus Laax. Nachdem der 29-Jährige sich jahrelang neben den Pisten austobte, begann er seine Freeride-Touren fernab von überfüllten Skigebieten zu planen. Unter anderem im Val Maighels: «Im Gebiet rund um die Maighelshütte fand ich ein riesiges Potenzial an fahrbaren Hängen. Da kam mir die Idee, in dieser Umgebung einen Freeride-Event zu organisieren.»




abenteuer

Als ersten Schritt zur Realisierung seiner Vision holte der passionierte Skifahrer seine drei gleichgesinnten Skikollegen mit ins Boot, mit welchen er bereits den Verein skireal5 gegründet hatte. Nachdem das Feuer auch bei ihnen entfacht war, ging alles relativ schnell. Im Dezember letzten Jahres ins Leben gerufen, wurde der Freeride Jam im März bereits zum ersten Mal durchgeführt. Als Pilotprojekt sozusagen und noch mit wenig Werbung im Vorfeld.

Auf Grund der norwegischen Bekleidungsfirma Norrøna, welche den Anlass als Hauptsponsor unterstützt, entstand der Event-Name «kick the vik!» in Anlehnung an die furchtlosen Wikinger aus dem hohen Norden.

Die Naturverbundenheit spielte während der ganzen Vorbereitungen eine grosse Rolle und macht den Anlass in Europa einzigartig. Ausser bei der Anreise mit der Rhätischen Bahn von Ilanz zum Oberalppass wurden die erforderlichen Höhenmeter von den 19 Teilnehmern alle zu Fuss zurück­ gelegt. Nach dem Aufstieg von der Passhöhe (2033 m ü. M.) bis zur Maighelshütte (2310 m ü. M.) bekamen die 17 Männer und zwei Frauen Zeit, anhand eines Fotos der umliegenden Berge ihre persönliche Abfahrtslinie zu suchen, welche sie am nächsten Tag fahren wollten. Um keine unnötigen Risiken einzugehen, beurteilte ein Bergführer die Lawinen- und Gefahrensituation der ausgewählten Berge und Hänge.


Am nächsten Morgen beim ersten Blick aus dem Fenster brauchte es schon eine Portion Optimismus angesichts der Wetterverhältnisse. Nebel, so dicht, dass manch einer froh war, einen Bergführer dabeizuhaben. Trotz diffuser Sicht nahmen die kühnen Schneesportler in zwei Gruppen den Anstieg zum ausgewählten Gipfel in Angriff, während sich der Fotograf und die zwei Kameramänner im Gebiet positionierten. Das bildliche Festhalten der Runs ist für das Schneespektakel entscheidend, da die Wertung anschliessend anhand des Videomaterials vorgenommen wird. Per Funk blieben die Fahrer und Filmer mit dem Bergführer in Kontakt zueinander und stimmten die Läufe zeitlich aufeinander ab. Genau zum Einstieg des ersten Skifahrers rissen die Wolken auf, und die Sonne beleuchtete das Schauspiel auf eindrückliche Weise. Alle Teilnehmer kamen unfallfrei und mit einem breiten Grinsen im Gesicht im Tal an. Zurück in der Hütte ging es um die Punktevergabe. Die Fahrer verteilten jeweils fünf Punkte an die besten Mitstreiter. Anhand der abgegebenen Stimmen wurde der Sieger erkoren. Da der ganze Anlass ohne Zuschauer durchgeführt wurde, fand zusätzlich dazu im Nachhinein ein öffentliches Publikumsvoting im Internet statt.

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abenteuer

Die positiven Rückmeldungen seitens der Fahrer, zu welchen übrigens auch alle Organisatoren gehörten, und der Sponsoren bekräftigen Boss darin, den Anlass beizubehalten. «Ich bin überzeugt, dass die maximale Anzahl von 40 Teilnehmern bereits bei der nächsten Durchführung erreicht wird», prognostiziert der Hauptorganisator selbstsicher. Der gelungene Anlass habe sich in der Bündner Freeride-Szene schnell herumgesprochen, und er habe bereits einige mündliche Zusagen erhalten. Wünschenswert wäre laut Boss die Teilnahme von ausländischen Topfahrern und mehr weiblichen Fahrerinnen, um den Event in Zukunft eventuell auf eine European-Tour auszuweiten oder wenigstens die Frauen als eigene Kategorie werten zu können.

Für die nächste Austragung gesetzt ist auf jeden Fall der Ort im Val Maighels, der sich mit den umliegenden Bergen Piz Tagliola, Piz Piogn Crap, Piz Nair und deren unterschiedlich exponierten Hängen perfekt dafür eignet. Die Fahrer können somit nicht nur den Hang, sondern auch den gewünschten Berg selbst auswählen, so dass alle ihre perfekte Linie in jungfräulichen Schnee legen können. Nebst der Auswahl der eigenen Linie steht den Ridern auch frei, mit welchem Schneesportgerät sie antreten wollen. Von Freeride-Ski über das Snowboard bis zu Telemarkski ist alles willkommen. Nur eines bleibt vorgeschrieben: Der Gipfel wird mit eigener Kraft erklommen. Getreu dem Vorbild des kämpferischen Wikingers!

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Eisig kalt und teuflisch gut T e x t C hristine K opp

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F otos andrea badrutt

Ende März 2008 fand an der zusätzlich künstlich vereisten Eiswand am Corn Diavolezza das 1. Ice Climbing Festival Pontresina statt: ein spektakulärer Anlass mit 150 Teilnehmern, perfekt organisiert von einheimischen Bergführern mit Unterstützung der Bergbahnen Diavolezza und mehrerer Firmen.

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Rubrik

Wettkämpfe lagen mir noch nie. Das habe ich mir in meinem Leben wiederholt bewiesen. Und dennoch stehe ich an diesem wunderschönen Märzmorgen warm gekleidet und ausgerüstet mit zwei Eisgeräten, Steigeisen und Helm unter den vereisten Wänden des Corn Diavolezza – mit einer Startnummer am Rücken, die mich und meinen Freund Eugenio als Team 3 im «Diavolezza Team Rush» auszeichnet. Mit Entsetzen haben wir eben festgestellt, dass wir – reine Freizeitkletterer mit Spass an der Sache, aber höchst mittelmässigen Fähigkeiten – in der Qualifikation des hier erstmals ausgetragenen Speed-Wettkampfes gegen einige der stärksten Eiskletterer der Welt antreten müssen. Nun, dies hat einen Vorteil: Das Finale werden wir garantiert als Zuschauer und nicht als Akteure bestreiten …

Ein paar Monate davor waren wir im Internet auf das 1. Ice Climbing Festival Ende März 2008 am Corn Diavolezza oberhalb von Pontresina aufmerksam geworden. Initiiert und unterstützt wurde das Eiskletter-Spektakel von Pontresina Tourismus, den Bergbahnen Diavolezza, der lokalen Bergsteigerschule GoVertical, den Ausrüstern Black Diamond und La Sportiva sowie von Nokia. Zu buchen war ein verlockendes Paket, das neben der Fahrt mit der Bergbahn, der Teilnahme am erwähnten Wettkampf Workshops und Materialtests, Spaghetti-Essen mit Live-Musik und Übernachtung mit Frühstück im Berghaus «Diavolezza» beinhaltete. Also nichts wie hin, auf ins Engadin!

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Von der Seilbahn aus sahen wir unser Ziel plötzlich eisig kalt im klaren Licht: Am Corn Diavolezza, wenig unterhalb der Bergstation Diavolezza, ist – dank der Initiative und Arbeit einheimischer Bergführer sowie der offenen Haltung der Verantwortlichen der Bergbahnen – die erste künstliche Eiswand der Schweiz entstanden: Ein bis zu hundert Meter hoher Eispanzer überzieht die Felsen des Corn Diavolezza, an denen sich die Kletterer in mehreren, unterschiedlich schwierigen Anstiegen austoben können. Das Ambiente hier ist einzigartig: Einerseits erhebt sich der Corn Diavolezza mitten im Skigebiet, und die Skifahrer beäugen das Tun der Eiskletterer neugierig von der Bahn aus. Das Berghaus «Diavolezza» ist nahe. Doch kaum befindet man sich im Eis der schattigen Wand, ist man allein, die Touristen flitzen Strichmännchen gleich weit unten über die Piste, ein bisschen Nordwand-Gefühl kommt auf, und die Kälte an der auf gut 2800 Meter hoch gelegenen Wand kriecht einem in die Glieder. Die Routen sind toll, das Eis ist kalt und kompakt, die Bergführer haben ganze Arbeit geleistet und stehen mit einer Begeisterung hinter der Sache, die ihresgleichen sucht: die perfekte «Location», um im modernen Jargon zu sprechen, für das 1. Ice Climbing Festival Pontresina!

Mit dem Eisklettern ist es so eine Sache. Im Eis wurde schon immer geklettert: Seit jeher gehören zum Alpinismus mit Pickel und Steigeisen zu bewältigende, oft auch steile Passagen. Doch erst in den letzten 20 Jahren erlebte das Steileisklettern einen Aufschwung zu einer eigenen Disziplin mit dazugehörendem Weltcup, einer wachsenden Zahl von

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sport

zusätzlich künstlich vereisten Eiswänden und -türmen, FührerBüchern, in denen die natürlichen, gefrorenen Wasserfälle einer Region beschrieben werden und vor allem: mehreren Ausrüstungsfirmen, die die Entwicklung begleitet und möglich gemacht haben. Die modernen Eisgeräte, sprich Pickel, «beissen» unglaublich gut, die heutigen Steigeisen greifen auch im härtesten Eis, und die Eisschrauben, die man zur Sicherung verwendet, können (fast) wie in Butter ins Eis gedreht werden. Doch auch wenn sich die Ausrüstung massiv verbessert und der Sport sich geöffnet hat: Eisklettern ist eine ernste und meist sehr kalte Angelegenheit. Eis kann absplittern und den Kletterer verletzen; Stürze sind gefährlich; die Technik ist nicht einfach und braucht Kraft. Kurz und gut: Eine Steileistour ist nichts für Warmduscher.

Als Warmduscherin fühle ich mich aber, als ich als einzige Frau zur Qualifikationsrunde des «Diavolezza Team Rush»Wettkampfes antrete. Es geht darum, von oben gesichert, eine Seillänge – also rund 30 Meter im steilen Eis – möglichst schnell abzuspulen. Natürlich scheiden Eugenio und ich aus, natürlich streiten wir vor dem Start ein bisschen, weil wir beide aufgeregt sind. Die Dialektik des Paares am Berg. Nachdem wir «unseren» Wettkampfteil hinter uns haben, dürfen wir schauen und geniessen: Im Finale treten jeweils zwei der sechs verbliebenen Teams an zwei parallel eingerichteten Anstiegen, die über die ganze Länge des Corn Diavolezza hochführen, gegeneinander an. Das langsamere Team scheidet aus. Beinahe setzen sich die jungen Julian Zanker und Romano Salis aus dem Engadin durch. Doch gegen zwei der stärksten Eiskletterer der Schweiz haben sie das Nachsehen: In einem spektakulären Aufstieg oben ohne – die Wand liegt längst im Schatten, wir Zuschauer frieren in mehreren Schichten Kleidern – eilen Jack Müller und Ronny Koller lachend zum Erfolg. Der Name ihres Teams: «Looser», die Verlierer. Sie werden ihrem Namen keineswegs gerecht …


Das 1. Ice Climbing Festival hingegen entspricht allen Erwartungen: Auf den Wettkampf folgt das rauschende Fest im Berghaus «Diavolezza», und am nächsten Morgen finden sich Athleten, Einsteiger, zufällig Vorbeikommende und längst Angemeldete wieder am Fuss des Corn Diavolezza ein: Bei strahlendem Sonnenschein werden am Sonntag Workshops und Schnupperkurse angeboten. Ausgerüstet mit Material von Black Diamond und La Sportival lernen über 30 Teilnehmer Tricks und Kniffs bei den «Grossen» der Szene. Und wir «Kleinen» geniessen einfach den Tag. Dann treten wir den Heimweg an. Er führt uns vom Engadin hinunter ins Veltlin und weiter an den Comersee. Im frühlingshaft warmen Chiavenna halten wir an und betreten eine Gelateria. Jetzt brauchen wir ein kaltes Eis, um die teuflisch guten Stunden zu verdauen. So schlecht war das eigentlich gar nicht, wieder einmal an einem Wettkampf teilzunehmen … Eines steht fest: Auch im kommenden Winter werden wir mehrere Tage am Corn Diavolezza verbringen. Inkognito oder offiziell, als Team am 2. Ice Climbing Festival oder einfach als begeisterte Eiskletterer!

>>> 2. Ice Climbing Festival Pontresina:

28. und 29. März 2009

www.ready2climb.com

www.engadin.stmoritz.ch/diavolezza

www.govertical.ch


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Denn Kavi macht die besten T e x t F ridolin J akober

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F otos A N D R E A B A D R U T T

Er kam 1984 als Flüchtling. Die Möglichkeit zur neuen Existenz in der Schweiz ergriff der aus Sri Lanka gebürtige Kavithas «Kavi» Jeyabalan mit beiden Händen. Er ist wirklich Schreiner geworden und beschäftigt sechs Arbeiter. Er hat wirklich fünf Kinder und lebt im Schanfigger 200-Seelen-Dorf Peist. Und sein Steckenpferd ist tatsächlich der Aroser oder neu der Schanfigger Schlitten – ein traditionelles Gefährt mit Kultpotenzial.

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Er ist der Jaguar

unter den Schlitten – technisch ausgeklügelt, verspielt, mit vielen Extras,

perfekter Laufruhe und hohem Geschwindigkeitspotenzial. Dank pombierter Kufen aus rostfreiem Stahl absolut spurtreu. Seine gestemmten Bretter aus Kernholz passen perfekt in die Querstreben, halten ein Leben lang. Optional können bequeme Sitzkissen mit Schnellmontagesystem geordert werden. Anstelle der Kühlerfigur hat er einen strapazierfähigen, handgenähten Bändel in den Schanfigger Farben Blau und Gelb – genäht von Ehefrau Vreni Jeyabalan. Und seine Holme können – auf Wunsch – mit Brenndruck individualisiert werden. Dann heisst er «Türggeribel» oder «Rüfidüüser». Die Rede ist vom Schanfigger Schlitten, wie ihn Kavi in seiner Schreinerei nach dem traditionellen Aroser Bauplan fertigt.

Etwa 50 Schlitten verlassen jedes Jahr seine Werkstatt – fast alle werden direkt ab Schreinerei verkauft, zwei Sportgeschäfte in Arosa bieten sie ebenfalls an. Die Preise bewegen sich um die 500 Franken – das erscheint, im Vergleich zum 08/15-Schlitten aus dem Einkaufscenter, relativ teuer. Wer aber die Extras betrachtet, die insgesamt 22 Zapfen, die fest verkeilt werden, die überhalsten Verbindungen, mit denen die Füsse verankert sind, die absolut rostfreien

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Kufen, die aluminisierten Gehäuse vorne an den Kufen, der weiss, dass Kavi mit seinen Liebhabergefährten direkt das tempoversessene Herz von Schnee- und Schlittelverrückten im Visier hat und nicht etwa deren Geldbeutel.

Dabei steckt der Tamile – der einst als Flüchtling in die Schweiz kam und sich seither zum Meister seines Fachs und zum einzigen Erbauer von Schanfigger Schlitten gemausert hat – sein Know-how als praktischer Schlittenentwickler auch noch ins kleinste Detail. Selbstverständlich stehen zum Beispiel die Kufen leicht schräg, so dass der Schlitten auf den beiden Innenkanten läuft und wenig Reibungswiderstand hat. Natürlich wird hinter dem letzten Fuss der Schlitten mit einem «Buog» zusätzlich stabilisiert. Und es versteht sich von selbst, dass die sich verjüngenden Füsse so bearbeitet sind, dass sie Kufe und Holm auf die stabilste Weise verbinden.

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handwerk

Vieles davon

hat Kavi, der leidenschaft-

lich Schlitten fährt, selbst entwickelt. Anderes hat er von den Einheimischen gelernt und von seinem Lehrmeister Zogg in Arosa. Alte Walser Profi-Schlittler testen seine Schlitten auf der Fahrt vom Maiensäss ins Tal und geben ihm weitere Tipps. Junge Heisssporne gewinnen mit seinen Schlitten die beliebten Schlittenrennen im Bergtal. Und wie alle hier spricht Kavi inzwischen breiten Walser Dialekt. Vieles, was Kavi sagt, stammt aus dieser alten Sprache, anderes ist Fachchinesisch für Schreiner und Zimmerleute. Woher die technischen Bezeichnungen stammen, wäre allein eine Untersuchung wert. «Buog» oder «Bueg» zum Beispiel – das ist jene gedrechselte kleine Stabilisierungsstange zwischen Kufe und Längsholm, welche verhindert, dass der Schlitten bei Überbelastung und Schlägen bricht – scheint direkt aus dem Althochdeutsch zu stammen. Wahrscheinlich ist damit die Beugung gemeint, wie sie etwa im Ausdruck in Balken und Büge noch vorkommt. Aber genau weiss das keiner.


Das Beste aus Graubünden, mit Sorgfalt gewählt. Die Spezialitäten von alpinavera, zum Beispiel der feine, urchige Bündner Bergkäse aus bester Bündner Bergmilch, schmecken besonders gut, weil sie im Bündnerland mit Sorgfalt hergestellt werden. Verkürzen Sie die Zeit bis zu Ihrem nächsten Besuch mit unseren authentischen Produkten. Die gibts nämlich auch im Unterland. Wo, erfahren Sie auf alpinavera.ch


Wie der ehemalige Flüchtling zu einem Schreiner nach Arosa kam, dort für zehn Jahre blieb, wie er sich in Peist ein Zimmer nahm, wie er auf die Leute zuging, sie beim Znüni-Kaffee und bei Feierabendbier aufsuchte, wie er ins Turnen ging, Freunde gewann, seine Frau kennen lernte, mit ihr fünf Kinder bekam, der Trachtentanzgruppe beitrat und sein eigenes Maiensäss renovierte – das alles ist eine Geschichte, die so märchenhaft tönt wie der SchellenUrsli, und die doch wahr ist. Dass der Zugezogene heute Ländlermusik hört, Dialekt spricht und Pilze sammelt, beweist: Die Lebensart wird von der Umgebung mitbestimmt, und wenn er will, kann sich der Mensch an vieles anpassen. Doch wie diese Schlitten da stehen, stabil, gedrechselt, handgefertigt, wie sie auf Eis und Schnee geradezu warten, darauf darf nicht nur Kavi, darauf dürfen alle Schanfigger stolz sein – dass da einer zu ihnen gekommen ist und ihre alte Handwerkstradition weiterleben lässt. Einer, der einst in Sri Lanka von seinem Vater gelernt hat, wie man mit Holz arbeitet.


An den Ufern des Heidsees T e x t S ebastian K irsch

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F otos A ndrea B adrutt

Wer in Graubßnden fein dinieren mÜchte, hat die angenehme Qual der Wahl. Denn die Palette des Angebotes ist sehr breit. Weder mangelt es im Tourismuskanton an einfachen, aber guten Restaurants noch an hoch­ klassigen Adressen. Zudem gibt es einige punktereiche Gourmettempel, die Trends setzen.

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Kenner, Gourmets und Entdecker,

die sich leidenschaftlich be-

kochen lassen, werden im «La Riva» auf der Lenzerheide voll auf ihre Kosten kommen und den Wert gelebter Gastlichkeit und Gemütlichkeit zu schätzen wissen. Denn was aus der Küche von Rudolf Eberl und seinem Team auf den Tisch kommt, verdient nichts anderes als das Prädikat «Spitzenklasse».

An diesem späten Herbstabend wird das Wasser auf dem Heidsee von einer kalten Bise aufgepeitscht, die kräftig von Norden bläst. Unbarmherzig treibt sie das Wasser über den See und geht einem durch Mark und Bein. Nichts wie hinein also in die gute Stube des «La Riva», welches am südwestlichen Ende des Sees gelegen ist. Die angenehmen Farben und die Beleuchtung des Gastraumes verbreiten sofort eine wärmende Behaglichkeit. Ein kleiner Apéro tut ein Weiteres hinzu. Nun kann man den Blick durch die grossen Fenster auf den dunklen See und die Bergwelt wieder geniessen.

Nach Lehr- und Wanderjahren in namhaften Häusern, z.B. in Grindelwald (Hotel «Spinne»), St. Moritz («Suvretta House»), fand der gebürtige Tiroler Rudolf Eberl in Graubünden seine zweite Heimat. Nach vielen Jahren als Küchenchef im

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genuss

«Posthotel Valbella» übte er diese Funktion auch im «Park Hotel Waldhaus» in Flims aus. Was die einen als Traumposition bezeichnen würden, war für den Koch aus Leidenschaft aber nicht das, was ihm für den Rest seiner beruflichen Tätigkeit vorschwebte: «Durch die viele Administration rückte der Herd zu weit weg von mir, und ich fühlte mich mehr als Verwalter, denn als Macher», sagt Eberl rückblickend. Der Zufall wollte es, dass zu diesem Zeitpunkt das Restaurant «La Riva» am Heidsee zum Verkauf stand. Gemeinsam mit seiner Frau und unterstützt von finanzkräftigen Freunden, welche schon seit Jahren Anhänger seiner Kochkunst sind, wagte er vor sieben Jahren den Alleingang: «Ich hatte immer den Wunsch, etwas Eigenes aufzuziehen, um wieder am Herd stehen zu können», blickt er auf diesen Entscheidungsmoment zurück. Oder anders ausgedrückt: Seine Leidenschaft hat ihn wieder das tun lassen, was er am liebsten macht: kochen. Nicht nur diese Leidenschaft, sondern auch die Verwurzelung mit der herrlichen Bergwelt von Lenzerheide-Valbella gab den Ausschlag, sich gerade hier diesen lang gehegten Traum zu erfüllen.

Eine Leidenschaft, die einem im wahrsten Sinne des Wortes auf der Zunge zergeht. Die «Grüsse aus der Küche» sind vielfältig, geschmackliche Offenbarungen allesamt, die dem Gast in jeder Hinsicht eines deutlich machen: In der Küche wird nichts versucht, sondern hier arbeiten Profis unter der Ägide eines Meisterkochs, der sich allerdings bescheiden gibt: «Meine grösste Freude entsteht dann, wenn wir unsere Gäste mit unseren Kreationen glücklich machen», so der Chef des Hauses.

«Die Lenzerheide ist für uns längst zur zweiten Heimat geworden», sagt Astrid Eberl und ist stolz darauf, gemeinsam mit ihrem Mann das «La Riva» zu neuem Leben erweckt zu haben. Die gute Seele des Hauses hat vor Jahren an der Hotel- und Tourismusfachschule (HTF) in Chur ihren Abschluss gemacht und weiss als ausgewiesene Fachfrau, worauf es als Gastgeberin ankommt: «Wir dürfen bei uns


sehr viele Stammgäste begrüssen», verrät sie, «viele davon sind in den Ferien hier, andere kommen aus Graubünden oder dem benachbarten Ausland. Wenn mir unsere Gäste dann nach einem schönen Abend sagen, dass sie sich einmal mehr wie bei Freunden gefühlt haben, freut es mich am allermeisten.»

Dem Kauf des Restaurants im Jahre 2001 schloss sich eine umfangreiche Renovation der Räumlichkeiten an. Der Gastraum ist in hellem Holz aus Altfichte gehalten und trägt mit seinem schlichten, aber edlen Interieur eine eher moderne Handschrift, welche trotzdem viel Wärme und Atmosphäre ausstrahlt. Neben dem Restaurant werden im separaten Stübli zusätzlich Gäste à la carte oder zu einem speziellen Anlass verwöhnt.

Trüffeln gehören zu den teuersten Spezialitäten der Welt, dabei gilt als edelste Sorte der weisse Albatrüffel. Insgesamt werden in Italien lediglich zehn verschiedene Sorten gesetzlich anerkannt. Sie dürfen nur auf den offiziellen Märkten verkauft werden. Sein besonderer Zustand als unterirdischer Pilz mit einem starken, berauschenden Geruch und einem ungewöhnlichen, kräftigen Geschmack macht den weissen Trüffel im Vergleich zu jedem anderen natürlichen Lebensmittel zum Star: Es gibt in der Natur kein anderes Produkt mit der gleichen – ein wenig unheimlichen – Faszination, die nicht frei ist von Morbidität. An diesem Abend kommt Rudolf Eberl an den Tisch, um gleich selbst mit dem Trüffelhobel feinste Schnitze eines extrem grossen Exemplars des weissen Albatrüffels auf der hausgemachten Pasta zu verteilen. Es wurde schon viel von Erlebnisgastronomie gesprochen – hier findet sie statt. Unaufgeregt. Authentisch. Stark.

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In der gut

sortierten Weinkarte bietet

sich für jeden Geschmack und jedes Essen der passende Tropfen. Positiv zu vermerken ist dabei, dass die Bandbreite der ausgesuchten Weine sehr gross ist und sich darin die Kennerschaft des Chefs widerspiegelt: «Weine sind neben dem Kochen meine grosse Leidenschaft», verrät er. Neben einheimischen Gewächsen und einem Repertoire erstklassiger Weine aus Italien und Frankreich stehen auffallend viele österreichische Spezialitäten auf der Karte. Der Empfehlung des Chefs kann hier vertraut werden, hat er doch beste Verbindungen zu Produzenten aus dem Burgenland oder der Wachau.

Rudolf Eberl ist nicht nur glücklich darüber, in seiner eigenen Küche zu stehen, sondern er freut sich, jeden Tag seiner Leidenschaft nachgehen zu können und sein Knowhow an seine vier bis fünf Köche – je nach Saison – weitergeben zu können: «Kochen ist für mich Lebenselixier.» Als Spitzenkoch beherrscht er nicht nur das ganze Repertoire der internationalen Küche, er probiert immer wieder Neues aus: «Einige meiner Kreationen darf ich jedoch nicht mehr von der Karte nehmen, weil sie von sehr vielen Gästen immer wieder bestellt werden.» Allerdings gehört Rudolf Eberl zu einer Kochgilde, die auch willens und in der Lage sind, Spezialwünsche zu erfüllen. Selbst in der trendigen Molekularküche kennt er sich bestens aus, bleibt hier aber bewusst zurückhaltend. In den letzten Jahren konnte das Restaurant seine Auslastung dank reiner Mund-zu-MundPropaganda auch in den Sommermonaten deutlich steigern: «Dies freut uns ganz besonders. Es bestätigt, dass sich unser Schritt in die Selbständigkeit und das Wagnis, unseren Traum zu leben, gelohnt haben.»

>>> Restaurant «La Riva», 7078 Lenzerheide

Telefon 081 384 26 00; www.la-riva.ch


Interessante InfrastrukturAnlagen T e x t und fotos graubündner kantonalbank

Die Ausgaben der Schwellenländer für den Bau und Unterhalt von Infrastrukturen sind weltweit in die Höhe gestiegen. Das macht langfristige Investments in Infrastrukturanlagen zu einer interessanten Option.

In der Finanzwelt

haben Infrastrukturanlagen das Interesse der Anleger geweckt. Mit gutem

Grund: Schliesslich sind Grundeinrichtungen wie Strassen, Eisenbahnen, Flughäfen oder Stromnetze Voraussetzung für das reibungslose Funktionieren und Wachsen einer Volkswirtschaft.

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Gemäss Informationen der Weltbank betragen die globalen Ausgaben für Infrastrukturanlagen jährlich weit mehr als eine Billion(!) US-Dollar. Den grössten Nachholbedarf haben aufstrebende Schwellenländer, von China, Indien über den Nahen Osten bis nach Russland. Denn eines ist klar: Je besser die Infrastruktur eines Landes ausgebaut ist, desto effizienter kann sich die Volkswirtschaft entwickeln. Oder anders gesagt: Ohne Infrastruktur steht jede Wirtschaft still. Die Bevölkerung in den Schwellenländern wächst jedoch rasant und die Verstädterung nimmt immer mehr zu. Die Länder stehen nun vor der Aufgabe, neue Infrastrukturen in Rekordtempo aufzubauen. Konkret bedeutet dies: Es stehen hohe Investitionen an für befahrbare Strassen, Eisenbahnnetze, funktionierende Telekommunikation sowie Strom- und Wasserversorgungen. Aber auch in der westlichen Welt fliessen grosse Beträge in diesen Bereich. Hier geht es jedoch nicht nur um neue Projekte, sondern vor allem um die Instandhaltung und Erweiterung bestehender Einrichtungen.

Anlagetrend mit grossem Potenzial Wegen des grossen Bedarfs an Grundeinrichtungen haben Investitionen in Infrastrukturanlagen ein grosses Potenzial und sind eine interessante Option für ein diversifiziertes Portfolio. Die geringe Volatilität, der starke, relativ gut prognostizierbare Cash-Flow, konjunkturresistente Ertragsentwicklung und langfristige Renditen lassen immer mehr

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banking

Anleger in Infrastrukturaktien investieren. Weil die Einnahmen zum Teil an Preisindizes gekoppelt sind, gewähren sie zudem ein gewisses Mass an Inflationsschutz. Ausserdem korrelieren Infrastrukturanlagen kaum mit den traditionellen Anlageprodukten, was auch in Zeiten der Konjunkturabschwächungen weiteres Wachstum ermöglicht. Doch in welche Firmen sollen Sie konkret investieren? Zu Beginn der «Infrastruktur-Welle» setzten die Anleger noch auf einzelne Unternehmen mit monopolartiger Stellung. Heute ist das Portfolio von Infrastrukturanlagen jedoch viel breiter gefächert. Der Markt bietet zahlreiche Fonds, die in Ihrem Basket die einzelnen Länder und verschiedenen Bereiche Transport, Kommunikation oder Versorgung ganz unterschiedlich gewichten. Je nach Zusammenstellung des Aktienkorbs kann der Anleger also die Schwerpunkte nach seinen eigenen Präferenzen festlegen.

Graubündner Kantonalbank berät Sie Auf Grund der momentan unsicheren Finanzlage gehen wir davon aus, dass auch der Bereich der Infrastrukturen kurzfristig betroffen sein wird. Defizite in einzelnen Staatsbudgets dürften die Verschiebung einiger Infrastrukturprojekte nach sich ziehen. Ein Engagement sollte deshalb mittel- bis langfristig ins Auge gefasst werden. Denn eines ist auf jeden Fall klar: Der weltweite Bedarf an Investitionen in den Segmenten Transport, Kommunikation und Versorgung für die nächsten Jahre ist riesig. Die Graubündner Kantonalbank bietet mit einem Zertifikat eine interessante Möglichkeit, in Infrastrukturunternehmen zu investieren. So können Sie mit einer einzigen Transaktion an den Entwicklungen in diesem Markt partizipieren. Neben den Betreibern von Infrastruktureinrichtungen sind Unternehmen aus den Segmenten Bau, Stahl, Industrie und Zulieferer im Zertifikat enthalten. Die Portfoliozusammensetzung wird von der Graubündner Kantonalbank jedoch laufend überwacht und den Marktentwicklungen angepasst.


Wollen Sie mehr über die Anlagemöglichkeiten in Infrastruktur erfahren? Ihr Private Banker der Graubündner Kantonalbank berät Sie gerne.

Gastfreundlich und weltoffen Die Graubündner Kantonalbank bietet umfassendes Private Banking – von Anlageberatung über Vermögensverwaltung bis hin zu Finanzplanung und Services, die über die reinen Finanzdienstleistungen hinausgehen. Berücksichtigt werden dabei die unterschiedlichen Anlageziele der Kunden, die sich im Laufe des Lebens naturgemäss verändern können. Das Private Banking der Graubündner Kantonalbank ist von bewährter Tradition ebenso geprägt wie von fortwährender Innovation. So ist sichergestellt, dass die Bedürfnisse der Kunden nach Sicherheit, Kontinuität, Mitbestimmung und Best Service rundum erfüllt werden. Die Graubündner Kantonalbank ist mit drei Private-Banking-Zentren in Chur, St. Moritz und Davos sowie über 30 Private-Banking-Beratern in den Regionen Graubündens stark verankert und pflegt ein weit verzweigtes Netzwerk, das über die Kantonsgrenzen hinausreicht. Offene Fragen lassen sich auf diese Weise schnell, unbürokratisch und direkt lösen. Apropos direkt: Chancen und Probleme offen anzusprechen gehört zum Wesenszug des Bündners. Dies ist wohl mit ein Grund, wieso immer mehr ausländische Kunden die Dienste der Graubündner Kantonalbank in Anspruch nehmen wollen. Rico Willi, Leiter Private Banking, rico.willi@gkb.ch, Telefon +41 (0)81 256 94 40, www.gkb.ch/privatebanking

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Ein echtes St端ck


Ski Classics – Zurück in die Zukunft T e x t K arin H ettinger

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F otos A ndrea badrutt

Kaum ein Schweizer Tourismusort ist so mit dem Skifahren verbunden wie die Lenzerheide. Mitinitiator Nico Pesko lässt die über 100-jährige Geschichte dieses Sports, der einst von seinem Urgrossvater mitbegründet wurde und inzwischen zur Kultur der Schweiz gehört, wieder aufleben: in den Lenzerheide Ski Classics. Ein Event zwischen Prominenz und Nostalgie.

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event

Höher, weiter,

schneller – dieses

Grundgesetz des Sports gilt auch für den Skisport. Wenn in den 1970er-Jahren die Cracks mit über 100 Stunden­ kilo­metern den Berg hinunterfuhren, wenn sie über den Hundschopf und die Minschkante sprangen und die messerscharfen Kanten in die eisig präparierte Piste drückten, hielt die ganze Schweiz am Samstagmittag kollektiv den Atem an. Lange Zeit waren die Schweizer Skihelden in der Abfahrt, im Riesenslalom und im Slalom ganz vorne. Namen wie Pirmin Zurbriggen, Peter Müller oder der alles überstrahlende Bernhard Russi beherrschten die Schulhöfe in der gesamten Schweiz.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Bode Miller und eine österreichische Phalanx von Muskelpaketen dominieren den Abfahrtslauf, während Schweizer Schulkinder lieber Rapper werden wie 50 Cent oder Model wie Amanda Ammann. Unter Skifahren verstehen sie den kühnen Sprung über eine Schanze oder waghalsige Drehungen in einer Halfpipe – im sommerlichen Kunstschnee auf der Landiwiese in Zürich. Was früher für Herrn und Frau Schweizer zum Winter gehörte, die Skiwoche oder Sportwoche, gerät dabei zunehmend ins Abseits.

Besonders deutlich bekommt das ein Skiort wie Lenzerheide zu spüren. Dabei kann Lenzerheide sich für Innovation im Skisport rühmen: Im Kurort begann man bereits 1890, den Wintertourismus zu fördern. Hier fand 1903 der erste offizielle Skikurs der Schweiz statt. Hier wurde 1911 – vor bald 100 Jahren – das Sportgeschäft Pesko gegründet, das zuerst vor allem englische, später dann Touristen aus ganz Europa und der Schweiz mit den modernsten Ski ausrüstete.


Diese Leistungsbereitschaft

für den traditionellen Skisport lebt die

Lenzerheide noch heute: 2005 und 2007 wurden in der Ferienregion die Finalrennen des FIS-Ski-Weltcups ausgetragen. Es war der grösste Event, der jemals hier stattfand. Die anspruchsvolle Weltcup-Piste von Lenzerheide trägt den Namen von Silvano Beltrametti und wird auch weiter als permanente Trainingspiste von Kadern, Skiclubs und Nachwuchsfahrern genutzt.

Da kommt es den traditionellen Hotels «Schweizerhof» und «Kurhaus», dem Skiclub Lenzerheide-Valbella und der Schneesportschule Lenzerheide gerade recht, dass nach dem Boom des Snowboards in den 1980er- und 1990erJahren das traditionelle Skifahren auf den modernen Carving-Ski wie auch der nostalgische Telemark-Stil heute wieder

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event

aufleben. Neben der Organisation von FIS-Weltcup-Rennen, die ja immer auch vom Wetterglück oder Wetterpech abhängen, hat Pesko Sport zusammen mit Kjus Systems die Lenzerheide Ski Classics geschaffen. Die Idee: Skipromis wie Lasse Kjus, Silvano Beltrametti, Heini Hemmi oder Jürg Grünenfelder bestreiten mitten im Dorf ein Charity-Skirennen.

16 Teams mit jeweils vier Skifahrern oder -fahrerinnen liefern sich am Bossihang beim Parallelslalom heisse Duelle auf scharfen Kanten. Der Hang wird – wie zu den Gründerzeiten des Kurorts – zu Fuss erklommen. Mit dem Erlös ermöglicht man einer Schulklasse aus dem «Unterland» einen kostenlosen Skitag auf der Lenzerheide mit Besuch der Qualifikation, gemeinsamen Nachtessen der Schüler mit den Rennfahrern, abendlichen Finalläufen und einer grossen Party im Hotel «Kurhaus».

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Das Ziel dieses

Anlasses ist nicht jenes Höher, Weiter, Schneller des Spitzensports. Es geht

hier vielmehr darum, Spass im Schnee und Freude am Skisport zu vermitteln. Denn oft gehen – im Fieber um immer bessere Resultate – die Freude und die Lust am Skifahren verloren. Bereits die erste Durchführung – im Frühjahr 2008 – hat gezeigt, dass sich richtige Skifahrer den Spass nicht nehmen lassen. Bei widrigen Wetterverhältnissen, es regnete in Strömen, verfolgten Hunderte von Zuschauern die Ski Classics Lenzerheide und sahen Promis und gewöhnliche Skifans den Hang hinunterkurven.

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Mit zum Erfolg trug bei, dass hier der direkte Kontakt mit den Fahrern möglich ist. Am Wochenende nach dem WeltcupFinale liefern in Lenzerheide Weltcup-Fahrer Promotion für den Skisport als Kulturgut. Dabei leben nicht nur schöne Traditionen weiter, es zeigt sich auch, dass Skifahren vom Volkssport wieder vermehrt zu einem exklusiven Vergnügen wird, das den Vergleich mit Polo oder Golf nicht zu scheuen braucht. Und genau dieses Vergnügen der Fahrt über verschneite Hänge unter stahlblauem Himmel macht den Skisport so einzigartig. Dass Kinder aus dem Flachland, welche vielleicht noch nie in den Bergen beim Skifahren waren, diesen Sport hautnah miterleben und ausführen dürfen, das sollte doch eigentlich Motivation genug sein, die Ski Classics Lenzerheide zum Top-Event der Zukunft werden zu lassen.

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Rubrik

Auf die Berge T e x t peter schmid

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F otos A R C HI V N orbert (N oppa) J oos

Der Bündner Bergführer Norbert Joos ist weltweit einer der erfolgreichsten Extrem-Alpinisten. Sein Versuch, den letzten ihm noch fehlenden Achttausender ohne künstlichen Sauerstoff zu besteigen, ist der Anlass, dass im AS-Verlag über ihn unter dem Titel «Auf die höchsten Berge der Welt» soeben ein Buch erschienen ist.

Ein Kind, das Asthma hat, Heuschnupfen und zahlreiche andere Allergien, ist nicht gerade dazu prädes­ tiniert, ein Hochleistungssportler zu werden. Vielleicht ist das das Verrückteste an Noppas Biografie, dass er trotz dieser Handikaps schwierigste Routen in Fels und Eis kletterte und beim Höhenbergsteigen immer wieder an die Grenze seiner Ausdauer ging. Vielleicht hängt seine Leistungsbereitschaft aber auch mit diesen körperlichen Einschränkungen zusammen, gegen die er sich unbewusst auflehnte.

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rubrik

Schon als Bub mit seinem Vater und später mit Gleichgesinnten verbringt Noppa jede freie Minute in Fels und Eis. Die Berge sind für ihn der Ort, wo er Selbstbestätigung findet und den eigenen Körper als positiv erfährt. Und beim Abschluss seiner Lehre als Forstwart ist ihm klar, dass er neben seiner Arbeit im Wald auch als Bergführer tätig sein will. Er weiss, dass er sein Leben den Bergen verschreiben wird. Norbert Joos ist noch keine zwanzig Jahre alt, als er mit den Nordwänden von Matterhorn, Eiger und Grandes Jorasses bereits die drei grossen Nordwände der Alpen bestiegen hat.

Sein erster Achttausender gelingt ihm 1982 mit dem Nanga Parbat. Zwei Jahre später macht er mit der ersten Überschreitung der Annapurna im Alpinstil, die ihm gemeinsam mit Erhard Loretan glückt, auch international auf sich aufmerksam. Dabei gelingt den beiden die Erstbegehung des langen und gefürchteten Ostgrats und gleichzeitig die erste Gesamtüberschreitung der Annapurna I von Süden nach Norden, die bis heute nie wiederholt wurde. Reinhold Messner bezeichnet diese kühne Überschreitung als «Ritt zwischen Himmel und Hölle, über einen Grat von 7,5 Kilometer Länge, der immer exponiert ist». – Bis anhin hatte es im Himalaja-Bergsteigen noch keine Überschreitungen gegeben.

Als im Frühling 1985 Norbert Joos als Mitglied einer Schweizer Expedition am Fuss des Königs der Berge steht, haben mit den italienischen Erstbesteigern im Jahre 1954 bisher erst 27 Menschen den K2 bezwungen, davon 12 Bergsteiger

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porträt

ohne künstlichen Sauerstoff. Zusammen mit Marcel Rüedi gedenkt Norbert Joos den Gipfel über den Abruzzi-Grat zu besteigen, mit dem Ziel als erste Schweizer auf dem «Berg der Berge» zu stehen.

Das gelingt ihnen in der Tat: Am 19. Juli 1985 stehen die beiden Eidgenossen zuoberst auf dem K2, 8 611 Meter über Meer. Von ihrem letzten Lager auf 8 000 Metern waren sie zwei Tage zuvor zum Gipfel aufgebrochen. Es hatte aber dermassen viel Neuschnee, dass sie sich richtiggehend hinaufwühlen mussten. Auch der Abstieg ist sehr mühsam und zeitraubend, und die beiden sehen sich gezwungen, eine dritte Nacht auf über 8 000 Metern zu verbringen. Norbert Joos: «Im Biwak habe ich zum ersten Mal gemerkt, dass mit meinen Füssen etwas nicht mehr so war, wie es sein sollte.» – Die Erfrierungen, die er sich zugezogen hat, sind gravierend. Norbert Joos: «Die Zehen waren rosa und am Abend rot. Am andern Tag waren sie blau und zwei Tage später schwarz. Als ich schliesslich in der Schweiz im Spital lag, kam ein Telefon von Reinhold Messner. Er gratulierte und versicherte mir: ‚Für den K2 kannst du ruhig ein paar Zehen liegen lassen.‘»

Norbert Joos trägt seither nicht mehr Schuhgrösse 42, sondern 40. Bei den Bergschuhen allerdings hat er die Grösse beibehalten, weil er das wärmende Luftpolster vorn im Schuh angenehm findet. Kälteempfindlicher als vor den Erfrierungen sind seine Füsse nicht. Auch ansonsten hat er kaum Einbussen; lediglich mit Kletterschuhen muss er «ein bisschen anders hinstehen».

Aber seine Leidenschaft für die Berge bleibt ungebrochen. Innerhalb von 25 Jahren steht Norbert Joos auf den Gipfeln von 13 Achttausendern, er besteigt alle Berge ohne künstlichen Sauerstoff. Noppa: «Sonst hat man dort oben gar nichts verloren.»

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Doch ausgerechnet

der 13. Himalajariese, der Kangchendzönga, entpuppte sich für

Norbert Joos als sein Schicksalsberg. Mit seinen 8 586 Metern ist der dritthöchste Gipfel der Welt ein wählerischer Berg, und vergleichsweise wenige wagen, ihn zu besteigen.

Mit einem starken Team aus Bündner Bergführern gelingt seiner Expedition am 14. Mai 2006 die Besteigung. Bereits wieder im Basislager, erfasst Norbert Joos ein Schwindelgefühl, und etwas später finden ihn seine Freunde bewusstlos im Zelt liegend. Es wird unverzüglich ein Rettungshelikopter für den kommenden Tag angefordert, mitten in der Nacht kommt Noppa zwar wieder zu sich, doch er bekundet Mühe zu sprechen. In Kathmandu stellt der Arzt keine Diagnose, zurück in der Schweiz konsultiert Norbert Joos unverzüglich Oswald Oelz, Arzt und Extrembergsteiger, und es stellt sich heraus, dass Noppa einen kleinen Schlaganfall erlitten haben muss, eine so genannte transitorische ischämische Attacke. Die Ursache ist ein Loch im Herz, ein «Foramen ovale», das ist die pränatale Öffnung zwischen linkem und rechtem Herzvorhof, die sich erst nach der Geburt schliesst. Aber bei rund 25 Prozent der Menschen bleibt ein kleines Loch zurück. Die extreme Belastung am Berg hat vermutlich bei Noppas «Foramen ovale» in der Vorhofscheidewand ein Blutgerinsel verursacht, das den «Hirnschlag» schliesslich auslöste.

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Das Sprach- und Rechenzentrum, die Feinmotorik sind beeinträchtigt, aber Noppa gibt nicht auf. Er übt und übt – dazu seine Lebensgefährtin Renata Odoni: «Wir sind in jenem Sommer sehr viel klettern gegangen, und das hat viel gebracht. Noppa studiert da auch nicht so viel herum, er macht es einfach. Bei seinen Füssen sagen die Leute auch immer, mit denen kannst du doch nicht mehr klettern, dann sagt er: Du musst nur nicht immer dran denken. So ist er.»

Bald schon trainiert er wieder täglich und fühlt sich fit. So steht mit dem Everest auch sein letzter Achttausender wieder im Raum. Und Noppa lässt sich nicht abbringen von seinem Vorhaben. Er kennt sich und hat genug Erfahrung, um in seinen Körper hineinhorchen zu können und zu spüren, wann er umdrehen muss. So ist er motiviert und zuversichtlich wie immer. Er ist sich bewusst, dass dies mit seinen 48 Jahren seine letzte Chance ist, auf den Everest zu kommen.

So erreicht Norbert Joos am 16. April 2008 das Basislager auf der Südseite des Everest, wo Kobi Reichen auf ihn wartet, mit dem konditionsstarken Berneroberländer Bergführer hatte Noppa im Jahr 2002 den 8 463 Meter hohen Makalu bezwungen. Zuerst ist der Berg aber gesperrt, denn die Chinesen wollen die Flamme für die Olympischen Sommerspiele auch auf den Mount Everest tragen. Und erst am 8. Mai kommt endlich die ersehnte Nachricht, dass die Chinesen den Gipfel bestiegen haben, der Zugang zum Berg nun frei ist.

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Am 21. Mai

hören die beiden über Funk, dass eine erste Expedition den Gipfel erreicht hat, darunter

auch der Tessiner Gianni Goltz, der als Einziger ohne Sauerstoff aufgestiegen ist und mit dem sie gemütliche Stunden im Basislager verbracht hatten. Am nächsten Tag brechen auch Noppa und Kobi mit ihren beiden Sherpas auf. Den Eisbruch bringen sie in zwei Stunden hinter sich, das Wetter zeigt sich noch durchwachsen. Der Gipfel des Everest ist wolkenverhangen. Noch ahnt Noppa nicht, was sich in der letzten Nacht dort oben abgespielt hat. Auf dem Weiterweg ins Lager 2 trifft er einige Bergsteiger, die ihm mitteilen, dass Gianni gestorben ist. Noppa notiert in seinem Tagebuch: «Völlig unbegreiflich, der Einzige in dieser Gruppe, der ohne Sauerstoff den Gipfel erreicht hat, ist tot. Ich fange an zu weinen! Was soll ich machen? Soll ich all meine Pläne aufgeben und sofort nach Hause gehen? Mir ist nicht mehr nach Everest! Alle kommen glücklich vom Gipfel, und Gianni ist oben als Leiche am Everest begraben! Was für einen Sinn hat eine Besteigung noch? Ist es das Leben wert, sich solch einer Gefahr auszusetzen?»

Sie schalten in Lager 2 einen Ruhetag ein, um sich zu erholen. Dabei lassen Norbert Joos die Gedanken nicht mehr los, er grübelt den ganzen Tag, ob er den Aufstieg wirklich wagen soll. Und am Abend steht sein Entschluss fest: Er verzichtet auf den Everest. Giannis Tod und die Ungewissheit mit seiner eigenen Gesundheit veranlassen ihn zu diesem Entscheid.

Norbert Joos wird wohl etwas Zeit brauchen, um das zu akzeptieren. Diese 14 Gipfel waren ein Ziel, das er jahrelang verfolgte, in das er viel Energie, Zeit und nicht zuletzt auch Geld investierte. Doch Noppa wäre nicht Noppa, wenn er den Rückschlag nicht bewältigen würde. Seine Umkehr am Everest war nicht nur ein Anerkennen der eigenen Grenzen, sie war vor allem ein Ja zum Leben, das er nicht leichtfertig und aus Ehrgeiz zerstören wollte. «Mir wurde bewusst, wie gut ich es im Leben habe. Ich konnte das nicht mehr alles aufs Spiel setzen.»

>>> Das Buch über Norbert Joos: Peter Schmid, Karin Steinbach-Tarnutzer

Auf die höchsten Berge der Welt. AS Verlag (Gebundene Ausgabe – Oktober 2008), Preis: Fr. 45.--

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«Leben heisst Räume durchschreiten» T e x t N A D J A W I E L AT H

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F otos R A L P H F E IN E R

Marisa Feuerstein spricht die Sprache der zeitgemässen Architektur. Sie verbindet bestehende historische Bausubstanz mit moderner Technik, verrücktem Design und natürlichen Materialien – einfühlsam und konsequent. Das wilde, wunderschöne Unterengadin bietet ihr den idealen Nährboden dazu.

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Kliiiingeliiiing! Wenn der Schellen-Ursli mit Glocke um den Hals das Engadiner Wohnhaus Stucker in Scuol betritt, staunt er nicht schlecht. Wow! Wo früher eine doppelbogenförmige Holztür zum Stall eingebaut war, glänzt heute ein schickes faltbares Chromstahltor mit integrierter Glaseingangstür. Eine ausgeklügelte Lösung, wenn Design und Funktionalität gefragt sind und es die Umstände, der Platz, die Einfahrtmöglichkeit nicht anders zulassen. Öffnet man das stählerne Himmelstor zum «Suler Sot», dem Untergeschoss, empfängt einen ein heller Raum mit Kopfsteinpflaster aus runden Carara-Marmor-Steinen. Diese sind in ein antrazithfarbiges Sandgemisch eingebettet. Überwältigend ist der Geruch, der einem entgegenkommt – er ist einmalig, betörend, einzigartig. Er ergiesst sich in einer homöopathischen Dosis und ist allgegenwärtig, ein ayurvedischer Geruch nach geöltem Holz und Stein. Er verrät sogar, dass hier ein Weinkeller ist. In diesem ebenerdigen Untergeschoss waren einst der Stall für Vieh und Kleintiere sowie zwei Vorratskammern untergebracht. Der ehemalige Hauseingang lag ein Geschoss höher und wurde über die Aussentreppe erreicht. Diese strenge Struktur und Statik mit einem Gang und drei Kammern wurde über alle drei Stockwerke beibehalten. Dieser Strukturgebung hat sich die Bauherrschaft und die Architektin ebenfalls unterworfen. Marisa Feuersteins schöpferisches Wirken ist deutlich geprägt von der Hommage und Achtung vor den altehrwürdigen Häusern, Mauern, ihrer Bauart, den reich verzierten Fassaden, den natürlichen Materialien und den Menschen, die darin gewohnt haben. Sie versteht es, ihnen mit modernem stylischem Kick das gewisse Etwas zu verleihen und neues Leben einzuhauchen.


architektur

Die beiden oberen Geschosse kann man neu über eine einfache, technisch «gefaltete» Stahltreppe, die auf Trägern aufliegt, entlang der Hinterfassade im Innern erreichen. Der ganze Eingangsbereich und das Treppenhaus sind zeitgemäss gestaltet, und die Coca-Cola-rote Garderobe verleiht dem Aufgang einen frischen Teint. Immer wieder setzt Feuerstein feurige Akzente, die den Gegenpol zu den alten, schräg gemauerten Wänden oder hölzernen Kammern wie der Arvenstube oder Schlafzimmer bilden. Bei den traditionellen Engadinerhäusern sind die Mauern dick, die Wände schief und die Fenster klein. Besonnung war für die Engadiner kein Thema: Sie waren den ganzen Tag draussen und haben gearbeitet. Wozu also grosse Fenster, die nur die Wärme rauslassen? Heute sehen wir das anders. Die Architektin legt grossen Wert auf ein ausgeklügeltes Lichtkonzept. Wo Licht ist, ist Leben. Sie hat die Hinterfassade geöffnet und ein grosses Fenster eingebaut. Der Lichtschacht vom Erd- bis zum Dachgeschoss spendet Helligkeit. Ebenso hat sie im Dachgiebel ein Licht spendendes Fenster integriert, das einen fantastischen Blick auf die Berge liefert.

Im ersten Obergeschoss sind die Küche, Esszimmer, die Arvenstube und eine neckische Toilette eingebaut. Eine knallrote Pipi-Box mit Boffi-Designerlavabo und –armaturen und einer transparent-grüner Glasschiebetür – und das mitten im Treppenhaus. Sie ist mit viel Liebe zum Detail erschaffen, ein Erlebnis für sich. Die Arvenstube beherbergt einen guten Geist. Man spürt die sagenhafte Atmosphäre in diesem Holztäferraum. Dem terpentinhaltigen Arvenholz wird eine beruhigende Wirkung zugesprochen. Sein Eigengeruch verbreitet sich sanft, aber bestimmt. Es ist immer wieder dieser Geruch


der verschiedenen Hölzer und ihrer Pflegeöle, der durch das ganze Haus zieht und mich gefangen nimmt. Der alte Ofen verleiht dieser Kammer zudem eine wohlige Atmosphäre, die früher wie heute sehr geschätzt wird. Gleich nebenan ist das Esszimmer. Ein silberfarbener Sibir-Kühlschrank steht in coolem Retrodesign da. Ein Grill aus rohem Stahl wurde extra für in die Ecke geschmiedet. Flugrost gibt den alten Touch. Dann folgt die Küche mit ihrem Hightech-Stahlkleid: eckig, asketisch, sec.

Das Dachgeschoss ist die Krönung des Hauses. Ein offener Badesaal mit modernstem Designequipement, der zum Wohnbereich und Treppenhaus angrenzt, lädt zum Verweilen ein. Eine eckige Badewanne steht mitten im Raum, ein grosser Spiegel mit eingebautem Licht hängt drei Meter von der Decke herunter, aus einer klobigen eckigen Duschbrause rieseln Wasser- und Lichtstrahlen hinunter. Die Ideen gehen der Architektin nie aus. Im Gegenteil, je komplizierter und verzwickter die Gegebenheiten sind, umso kreativer sind ihre Lösungsansätze. «Renovieren! Am liebsten, renoviere und kombiniere ich. Es ist für mich die grösste Herausforderung. Ich komme herein und sehe, wie es aussehen muss», erklärt Feuerstein. Sie erschafft immer wieder Bijoux mit Charakter und Seele, wie das Schlafzimmer, das traumhaft geworden ist. Breite frisch geölte Arvenbretter säumen den Boden. Nach kunstvoller Strickbaumanie sind die Holzbalken der Wände gezimmert. Das Bett ist aus alten Holzbalken geschreinert. Rechts und links vom Bett hängen längliche Stofflampen. Dieser Raum hat speziell hohe Energien, die man spürt. Zwei Treppenstufen führen hinunter in diesen Schlafraum. Der Schellen-Ursli war immer der kleinste, aber seine Zeitgenossen waren auch nicht Riesen. Das erkennt man an allen niedrigen Türen, die zu den Kammern führen.


architektur

«Alia iacta sunt.» – Die Würfel sind gefallen – ein Würfel steht! Es ist das «albierg da giuventüna», die Jugendherberge von Scuol auf dem «Prà da faira», dem ehemaligen Viehmarkt. Sie wurde ausgetüfftelt, geplant und gebaut von dem der ARGE Sursass, von Marisa Feuerstein, Men Clalüna, Annabelle Breitenbach und Jon Armon Strimer. Das ging Schlag auf Schlag: Im Oktober 2005 schrieb die Schweizerische Stiftung für Sozialtourismus den Wettbewerb aus, den das Kreativteam Sursass im Februar 2006 gewann. Es plante im gleichen Jahr und holte sämtliche Bewilligungen ein. Im März 2007 war Baubeginn. Im Dezember war die Edel-Jugi bezugsbereit. Wer das albierg am Abend besucht, sieht einen Monolithen mit viereckigen leuchtenden Augen. Ein Block, ein Stein, der sich präzise in die Umgebung eingefügt hat. Das Bauwerk ist eine kompakte Skulptur mit spartanischem und funktionellem Inhalt. Im Innern widerspiegelt sich die Form eines Sonnenwirbels als Ehrung an ein uraltes Lebenssymbol, welches in den traditionellen Sgraffito-Mustern zu finden ist. Die Aufenthaltsräume mit der zentralen Erschliessung und die auslaufenden Korridore versinnbildlichen Plätze und Gassen. Bei der Erstellung dieses Objektes wurde der Natur in jeder Hinsicht Respekt gezollt. Das Engadiner Architektenquartett setzte auf hochwertige und natürliche Materialien und baute nach dem Standard der Minergie-Eco®. Die Bauweise ist massiv nach Engadiner Tradition. Der Kubus strahlt asketische Happyness aus. Und wenn man länger und genauer hinschaut, entdeckt man all die liebevollen Details wie die Erker bei der Stüva, die aufgehängten «buatschas», die Kuhfläden, vom Künstler Not Vital, ein Cheminée im Gemeinschaftsraum und diverse einheimische Hölzer. Der moderne Schellen-Ursli muss zwar sein Bett noch immer selbst anziehen, wie es Jugi-Brauch ist, er findet aber seine eigene Steckdose für sein Handy. Kliiiingeliiiing! …

>>> Architectura Feuerstein, Quadras 165, 7550 Scuol, Tel. 081 864 16 02, info@arch-feuerstein.ch, www.arch-feuerstein.ch


Visionäre Erlebniswelt T e x t sebastian kirsch

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F otos andrea badrutt

Vor rund 10 000 Jahren fand in Flims der grösste alpine Bergsturz aller Zeiten statt. Dieses Naturereignis gestaltete eine der spektakulärsten Landschaften. Und es inspirierte das Architekturbüro Domenig Architekten in Chur, welches die exklusive Ferienanlage Rocksresort in Laax verwirklicht, dazu, ihre kubischen Bauten wie zufällig anzuordnen. Wie verstreute Findlinge gruppieren sich die archaisch anmutenden Steinquader mit ihren exklusiven Apartments um eine Piazza, welche als das Herzstück einer visionären Erlebniswelt bezeichnet werden kann.

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Das unmittelbare Naturerlebnis und die einfache bis karge Lebensweise der Bergbewohner üben bis heute eine grosse Faszination auf die Feriengäste in Graubünden aus. Kein Wunder, steht doch das Leben in der Bergwelt meist im krassen Gegensatz zum urbanen Lebensstil der Besucher. Doch was suchen die Feriengäste in Graubünden? Zweifelsfrei flüchten die meisten Hotelgäste und Ferienhausbesitzer aus der Hektik des städtischen Alltags und wollen sich durch den Rückzug in die Ruhe der Bergwelt erholen. Eine der wichtigsten Prämissen dabei ist das Gefühl der Abgeschiedenheit.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgen die Macher der im Bau befindlichen Ferienanlage Rocksresort in Laax. Hier sollen sich die Besitzer oder Mieter der Apartments nicht isoliert in die eigenen vier Wände zurückziehen – was sie aber durchaus dürfen –, sondern hier wird ihnen die Möglichkeit geboten, das urbane Lebensgefühl, den Lifestyle inmitten der Bergwelt zu zelebrieren. Auf einer grossen Piazza, welche sich an der Talstation der Crap-Sogn-Gion-Bahn befindet und von den kubischen Bauten der Ferienwohnungen umgeben ist, liegt das Zentrum dieses urbanen Lebensstils – Shops, Bars und Restaurants laden zum Flanieren, zum Verweilen und zum gesellschaftlichen Austausch. «Hier muss niemand in der Anonymität verschwinden, sondern hier können ganz neue Perspektiven der Feriengestaltung erlebt werden», sagt Ursula Wolf von der Weissen Arena Gruppe, zuständig für den Bereich Immobilien.

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Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet in der Region Laax Flims Falera, einem der grössten und angesagtesten Skigebiete Europas, mit dem Rocksresort diese einzigartige Ferienanlage entsteht. Die Weisse Arena hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass sie die Nase im Wind hat. Treibende Kraft hinter den visionären Projekten ist stets Reto Gurtner, Verwaltungsratspräsident der Weissen Arena Gruppe. Mit verschiedenen anderen Projekten hat er immer wieder bewiesen, dass seine ganzheitliche Betrachtungsweise Erfolg verspricht. Zu erwähnen sei hier nur das äusserst trendige und erfolgreiche Beherbergungskonzept des «Riders Palace». Dieses Hotel kann als zielgruppengerechte Lösung bezeichnet werden, auf welche in diesem Fall die Boarderszene abfährt.

Bei einem Bauvolumen von knapp 200 000 Kubikmetern entstehen mit dem Rocksresort in Laax 160 Apartments, Shops, Restaurants und Bars. Die Bausumme inklusive der 700 unterirdischen Parkplätze beträgt rund 80 Millionen Franken. In diesem Winter sind die ersten 31 Wohnungen bezugsbereit, die weiteren 129 Apartments werden in den nächsten zwei Jahren folgen. Die Ideen, die hinter dem Konzept des Rocksresort stecken, sind in mehrfacher Hinsicht bestechend. Visionär daran ist, dass mit dem Rocksresort versucht wird, scheinbare Gegensätze zu vereinen. Dies beginnt mit den bereits erwähnten Lebenswelten: Urbaner Lifestyle wird inmitten der idyllischen Bergwelt erlebbar.

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design

Um diese Vision glaubhaft umzusetzen, braucht es allerdings weit mehr, als nur die entsprechenden Apartments aus dem Boden zu stampfen und zu hoffen, dass es gelingt: «Wir wollen, dass die Ferienanlage lebt und die Apartments nicht die meiste Zeit im Jahr leer stehen», betont Ursula Wolf. Deshalb gehen die Käufer der Apartments mit der Weissen Arena Gruppe die Verpflichtung ein, die Räumlichkeiten zur Weitervermietung zur Verfügung zu stellen. Für drei Wochen in der Wintersaison stehen den Besitzern die Wohnungen zur Eigenbenutzung zur Verfügung, ausserhalb der Wintersaison können sie jederzeit über ihr Eigentum verfügen. Dieses so genannte «Buy to use and let» stellt eine Win-Win-Situation für die Betreiber des Rocksresort und die Besitzer der einzelnen Apartments dar. Interessant für die Käufer ist nicht zuletzt die wesentlich bessere Rendite, welche sich aus diesem Konzept ergeben. Mehr noch: Durch die Vermietung werden die Apartments Teil des 4-Stern-Hotelkonzeptes, welches das angegliederte «Signina-Hotel» bietet. Hier steht eine grosse Wellnesslandschaft den Mietern und Besitzern zur Verfügung. Von hier aus sorgten auch eine rund um die Uhr besetzte Réception, das Housekeeping, ein Zimmer- und Ticketservice sowie eine Kinderbetreuung dafür, dass die Gäste unvergessliche Ferientage und -nächte erleben.

Dass Stein eine tragende Rolle im Rocksresort spielt, macht bereits der Name deutlich. Mit ihren kubischen Formen und der groben Steinfassade aus Valser Quarzit setzen sich die Häuser wohltuend von den bestehenden Häusern ab. Die archaische Anmutung der in ihrer Formensprache reduzierten Steinquader wird durch ein effektvolles Beleuchtungskonzept gebrochen, welches immer wieder neue Perspektiven garantiert: «Die Aussenarchitektur greift Historie und gewachsene Umgebung glaubwürdig auf und entwickelt daraus einen eigenen, unverwechselbaren Stil, der sich bis ins kleinste Detail fortsetzt», sagt Ursula Wolf. Die klare, reduzierte Formensprache wird auch im Innenausbau der zwei ApartmentVarianten deutlich. Die 4-Bett-Wohnung mit zwei Schlafzimmern hat eine Grösse von 55 bis 60 Quadratmetern; die 8-Bett-Wohnung eine Grundfläche von 110 bis 120 Quadratmetern. Sämtliche Gebäude sind Minergie-zertifiziert, was auch im Hinblick auf die Nachhaltigkeit und den Wertbestand eine bedeutende Rolle spielt. Beim Innenausbau werden nur natürliche Materialien verwendet, und der Valser Quarzit wird zu einem äusserst speziellen Baustoff in den Bädern: Hier fühlt man sich wie in eine Therme versetzt. In ähnlicher Weise sind die Bäder im Rocksresort gestaltet, und das Beste: Sie verfügen allesamt über eine Steinbadewanne mit Dampfbad und eine Regenwalddusche.

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Auf Alpenkitsch wird gänzlich verzichtet – ebenso schnörkellos wie stylisch sind die Wohnungen eingerichtet. Und dies im wahrsten Sinne des Wortes. Vom Esstisch über die Lampen und elektronischen Geräte (Fernseher, Musikanlage, Telefon) bis hin zu den Bädern und der Küche werden alle 160 Wohnungen genau gleich ausgestattet. Selbst das Besteck und das Geschirr sind identisch: «Durch diese Einheitlichkeit lassen sich diese Apartments entsprechend vermieten.» Die Wände und Böden im Wohnbereich sind in Sumpfkalk und Beton ausgeführt. Die Schlafräume sind mit unbehandeltem, astigen Eichenholz ausgekleidet. Selbst die Vorhänge und die Bettdecken sind einheitlich und ergeben von ihrem Design her ein Ganzes. Apropos Design: Schon jetzt ist das Rocksresort «Member of Design Hotels», eine Auszeichnung, welche die Qualität der gewählten Materialien und der Ausstattung unter Beweis stellt.

Seit langem ist im Tourismus vom multifunktionellen Gast die Rede, einem Gast, der auch in seinen Ferien sehr mobil bleibt und dennoch in seinem Ferienort ein möglichst grosses Freizeit- und Kulturangebot vorfinden möchte: von Snowpow(d)er über angesagte Culture Clubs und Events bis hin zu Wellnessangeboten. Gerade weil die Gäste immer kurzfristiger entscheiden und sich dabei – verständlicherweise – auch nach dem Wetter richten, braucht es eine gut funktionierende Infrastruktur, um diesen Bedürfnissen gerecht werden zu können. Mit dem Rocksresort scheint man diesen multifunktionalen Gast die Türe weit zu öffnen. Über das Freizeitangebot braucht man sich im Winter mit den 220 Kilometern Pisten, den Langlaufloipen sicherlich keine Gedanken zu machen. Und wer die Region um Laax Flims Falera im Sommer zu Fuss, mit dem Velo oder dem Gleitschirm entdeckt, wird fasziniert sein.

Bis jetzt sind die ersten 31 Wohnungen fertig gestellt worden, nach zwei Jahren sollen die restlichen 129 Wohnungen bezugsbereit sein. Informationen und Ver­ kaufsunterlagen zum Rocksresort und dem «Buy to use and let» Konzept unter www.rocksresort.ch oder telefonisch unter +41/(0) 81 927 99 00 bei der Weissen Arena Gruppe.


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Von Kobolden, Glögg, Julefrokost und anderen Spezialitäten T e x t N A D J A W I E L AT H

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F otos andrea badrutt

An Weihnachten in Skandinavien treiben kleine Kobolde ihr Unwesen, oder sie helfen eifrig dem Weihnachtsmann. Schon nachmittags, wenn es eindunkelt, erstrahlen die Strassen und Häuser in hellem Licht, reichlich geschmückt und verziert. Überall funkelt, blitzt und glitzert es – wie zurzeit im Globus Chur, der alle Utensilien zu den Scandinavian Christmas anbietet.

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In Skandinavien ist es zur Weihnachtszeit am schönsten! All die Märchengestalten erwachen zum Leben, sie frohlocken, feiern und werden gefeiert. Die skandinavischen Winternächte sind ewig lang, eiskalt und frostig. Umso heller, warm und wohlig ist es zuhause, wenn das Beisammensein und die Gemütlichkeit zelebriert werden. In dieser früh eindunkelnden Jahreszeit wärmen sich die Skandinavier seit Jahrhunderten mit heissem Glögg, ihrem Glühwein. Dazu essen sie die herrlich duftenden Pfefferkuchen und Karpfen. Die Kinder, Kobolde und Feen helfen beim Schmücken des Christbaumes mit und dekorieren das Haus. Als Gegenleistung gibt es eine grosse Schüssel mit Milchreis, den auch die Kobolde lieben. Der Milchreis ist das spezielle Dessert am Weihnachtsabend. In einer Portion ist eine Mandel versteckt. Wer sie findet, bekommt ein kleines Extrageschenk. Geschlemmt wird aber nicht erst am Abend. Die Festivitäten finden ihr erstes Highlight beim Julefrokost, dem Weihnachtsmittagessen. Beim Julefrokost wird ein üppiges Schlemmerbuffet angerichtet und viel Glögg oder Aquavit dazu getrunken.

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Im Globus am Bahnhofplatz in Chur wird Weihnachten mit vier Hauptthemen gefeiert. Einerseits wird die Christmasfeier als reduziert-barocke Welt inszeniert. «White Gustavian»: ein stilvolles Ambiente in Schwarz und Weiss, das von Kontrasten und Stilmix lebt. Yin und Yang treten in ihrer reinsten Form auf und verschmelzen miteinander zu einer starken und doch so feinen Ausdrucksform. Christbaumkugeln mit filigransten Stuckaturmustern, schwarze Tannenbaumkerzen oder edle eingebundene Agenden – alles lässt sich miteinander kombinieren und passt perfekt zusammen – ob gestreift, gepunktet oder geblümt. Black & White ist die klassische zeitlose Eleganz für ein unvergessliches Fest.

«Silver Star»: steht für eine kalte skulpturale Welt in Glas und Silber, deren Zusammenspiel glanzvolle Effekte setzt. Willkommen im Eispalast der Zerbrechlichkeit! Es sind die durchscheinenden Eiszapfen, die schimmernden Kugeln und versilberten Kerzen, die in Kombination mit warmen, hellen Hölzern eine transluzente Szenerie schaffen. Wundervoll geschliffene Kristalle, spiegelnde Vasen mit Sträuchern, die mit Silberketten behängt sind, erschaffen eine funkelnde

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Atmosphäre. Einen Gegensatz dazu schafft das «Fantasy Land». Hier haben Figuren aus der nordischen Mythologie wie Kobolde, Trolle und Feen ihre Hände im Spiel. Märchengestalten, die ihre Geschichten zu den Kindern bringen und sie mit ihrem fröhlichen Wesen unterhalten. Beim Feenzauber hat Globus alles farbintensiv zu einer üppigen Weihnacht arrangiert, was die Natur an Pilzen, Tannzapfen, Äpfeln und Hölzern hergibt. Unserer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, was daraus alles zusammengeflochten und verschmolzen werden kann.

Am schönsten ist das «Vintage Girl». Es versetzt einen in die Kindheitsträume zurück, mit filigranen Schmetterlingen, Schwänchen und den mit Brokat bestickten Kissen. Diese Fülle und Üppigkeit ist nichts für Puristen. Dieser liebevoll bereitete und zuckersüsse Christbaumschmuck ist einfach zum Anbeissen. Gläser und Kelche in transparentem Türkis, Orange und Gelb sind die Farbtupfer für jede Tafel. Die pastellfarbenen Accessoires dieser Linie lassen nicht nur die Herzen kleiner Mädchen höher schlagen.

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Ein besonderer Leckerbissen sind die Schaffenswerke skandinavischer Designer in der Haushaltabteilung. Seit den 50er-Jahren gehören diese Kreateure zur gestalterischen Weltspitze. Sie bestechen durch ihre Einfachheit und Eleganz, ihren Funktionalismus und der an der Natur orientierten Ergonomie und Formen. Eine neue Generation an Designern hat das Erbe von Grossmeistern wie Alvar Aalto und Arne Jacobsen angetreten. Sie überzeugen mit witzigen und ästhetischen Umsetzungen von gewöhnlichen Alltagsgegenständen, die sie neu interpretieren. Der Schwede Björn Dahlström ist einer von ihnen, der den Gegenständen des täglichen Gebrauchs neues Leben einhaucht. Besonders clever und witzig sind die Objekte von Normann Copenhagen. Für diese 1999 gegründete Designerfirma arbeiten Designer wie Boje Estermann, Ole Jensen und Gabriel Nigro. Diese Firma produziert Objekte gemäss dem Motto «Less is more». Daraus ergibt sich ein faltbares Sieb, ein Hund, der in seinem Bauch den unschönen Kabelsalat versteckt oder das portable Abwaschbecken aus buntem Gummi. Diese kleinen Kunstwerke sind alles Verkaufshits, die bezüglich der Idee und Umsetzung überraschen. Es lohnt sich, durch diese Abteilung bei Globus

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zu streifen und in die Welt der Jungdesigner einzutauchen! «Man darf nie vergessen», äussert sich Björn Dahlström, «dass jedes Objekt ein Teil einer ganz persönlichen Umgebung ist und immer auch Schönheit in dieses Umfeld bringen sollte.»

Jeder Gourmet in Dänemark kennt Claus Meyer. Er ist das nordische Pendant zu Jamie Oliver. Er verbreitet seine Kochphilosophie via Kochbücher, Fernsehsendungen, Restaurants und Delikatessengeschäfte. Er besitzt sogar einen eigenen Catering-Service. Seine kulinarische Welt ist geprägt von authentischen einheimischen Nahrungsmitteln. Die skandinavische Natur bietet so viele Köstlichkeiten, die es sonst nirgendwo gibt. «Unser spezielles Klima, die Vielfalt und der typische Geschmack unserer einheimischen Naturprodukte bilden die perfekte Basis, um eine eigenständige, geschmacklich abwechslungsreiche Küche zu pflegen», ist sein Statement. Eine spannende Welt öffnet sich, wenn die exotischen Zutaten von Meyer verwendet werden. Alle meyerischen Kreationen basieren auf dem einheimischen Grundangebot an Nahrungsmitteln wie Rentier- oder Moschusochsenfleisch, grönländischer Flunder oder Rüben aus der Antarktis. Claus Meyer engagiert sich auch in Landwirtschaft und besitzt sogar einen Farmbetrieb, da er die Naturprodukte am liebsten selbst anbaut: «Am besten funktionieren natürlich die Kochzutaten, deren Heranwachsen und Reifen ich schon vom ersten Tag an unter Kontrolle habe», deklariert Meyer, der es liebt, vom Anfang bis zum Schluss alles perfekt zu arrangieren. Der Gourmet weiss, dass nur aus den besten Einzelteilen und Zutaten ein Spitzenerzeugnis werden kann. Der Norden Europas ist so reich an einheimischen Spezialitäten wie Moltebeeren, Preiselbeeren, Moorhühnern und Rentieren. Meyer hat sie neu entdeckt und erfunden und ein neues kulinarisches Imperium geschaffen.

>>> Globus Chur, Bahnhofstrasse 8, 7000 Chur, www.globus.ch

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Verführerisch betörende Düfte T e x t N A D J A W I E L AT H

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F otos P E T E R D E R R O N

Feuersteins Essentials-Pflegeprodukte sind eine wahre Liebeserklärung an die Natur, eine Hommage an ihren Grossvater Domenic Feuerstein und ein Geschenk an den felllosen Homo Sapiens. Während eines Familientreffens vor drei Jahren entstand eine grossartige Idee.

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Es sind diese Düfte,

die mich gefangen halten. Sie verführen mich schamlos. Sie be-

tören und treiben mich vollends in die Willenlosigkeit! Hemmungslos zwingen sie mich in ihre Abhängigkeit. Sie machen mich einfach verrückt! Und sie tun es auf ihre unschuldige unaufdringliche Art. Sie bestechen mit ihrer Natürlichkeit, Leichtigkeit und Uneinfangbarkeit. Meine Härchen in der Nase vibrieren, meine Nervenzellen galoppieren und lösen einen Gefühlsschwall aus. Diese Düfte sind der Schlüssel, das Eintrittsticket in eine andere Welt. Es ist, als ob meine Seele befreit und in eine höhere Sphäre getragen wird. Bei der Duftkerze Tamangur No 2 der Feuerstein Essentials lande ich auf 2122 Metern über Meer, im höchstgelegenen Arvenwald Europas. Der geheimnisvolle Tamangur grenzt an den Schweizerischen Nationalpark im Unterengadin an. Seine wilde, naturbelassene Vegetation mit einer Vielfalt an Bergblumen und wild wachsenden Kräutern berührt mit herben und gleichsam zarten Düften. Wer könnte diesem tamangurischen, in Sojawachs gespeicherten Charme, widerstehen? Er verbindet sich mit naturreinen Essenzen wie einer süssen Kopfnote an Bergamotte, gepaart mit zitrusfrischer Limette und gekreuzt mit leicht herb angehauchtem wild wachsenden Thymian. Oder darf es lieber das zarte Schneewittchen, die Tamangur No 1, sein? Mit lieblich duftenden Lavendelblüten und der alles einnehmenden Vanille?

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«Meine Seifchen», hat Jutta Lemcke am Telefon gesagt – und Madlaina Feuerstein wusste, dass diese Seifenmanufaktur exakt die richtige für sie ist. «Sie liebt, was sie macht», erklärt Feuerstein, «und wer so denkt und handelt, passt genau in unser Konzept.» Bei ihren Lieferanten stösst sie immer wieder auf Gleichgesinnte mit ähnlichen Lebensvorstellungen. Die Feuersteins legen grossen Wert auf persönliche Kontakte mit ihren Produzenten. Sie streben eine enge Zusammenarbeit an, aus der oft Freundschaft wird. Auch mit Jutta Lemcke, der Kreateurin der Düfte für die Pflegeprodukte, Seifen und Kerzen gingen monatelang x Proben hin und her. Eifrig wurden Farben und Düfte getüftelt und getestet bis zur endgültigen Seifenreife. Eigenwillige Duftkompositionen fallen nicht einfach vom Himmel. Solche Seifchen müssen reifen und gedeihen. Sie werden in liebevoller Handarbeit und durch schonende Verfahren in der Schweiz hergestellt. Sie enthalten pflegende Öle, Heilerde und Seidenproteine. Die erstklassigen Rohstoffe werden mit viel Liebe verarbeitet. Die Bergkräuter wachsen auf glücklichen Wiesen. Alle Extrakte in den Pflegeprodukten sind biologisch, stammen aus Schweizer Bergregionen und werden in einem auf Naturprodukte spezialisierten Schweizer Labor in Handarbeit zu Pflegeprodukten verarbeitet. Die Rohware für die Accessoires-Linie wird direkt angeliefert und in der feuersteinschen Werkstatt konfektioniert. Die Verpackungen sind allerliebst! Jedes Erzeugnis wird von Hand eingepackt. Z.B. die Duftsteine werden in Seidenpapier

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Bedeutende Auktionen jeweils März und September mit Kunst, 16. bis 21. Jh. Antiquitäten und Schmuck Einlieferung jederzeit möglich

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eingewickelt. Eine weisse Masche wird liebevoll darumgeschnürt und verleiht so symbolischen Geschenkcharakter. Die angeheftete rosarote Rosenknospe lädt zum Verlieben ein.

«Plötzlich singt und schwingt etwas in unserem Innern, eine wundersame Sehnsucht nach Wald und Berg und Einsamkeit und Frieden.» Schrieb Domenic Feuerstein, Naturfotograf, Autor und Grossvater von Madlaina und Nicola Feuerstein, bereits im Jahr 1939. Dieses Gefühl überkommt einen, wenn man die Haut mit feuersteinscher Körpermilch eincremt. Seine Aloe Vera treibt den Zellererneuerungsrhythmus so richtig an. Sie spendet der Haut Feuchtigkeit und dringt tief in die Hautschichten ein. Extrakte aus Bergkräutern vitalisieren Körper und Geist. Entzündungshemmender Honig wird genauso über die Haut aufgenommen wie andere wertvolle Vitamine, Enzyme und Mineralstoffe. Das Verwöhnprogramm lässt sich beliebig ausweiten über Bade-, Körper- und Massageöl.

Verblühen die Frauen – verduften die Männer! Bei den Feuersteins mitnichten! Natürliche Pflegecremes mit Cacaobutter sorgen für ein glattes Hautbild. Jojobaöl sorgt für Elastizität. Feuchtigkeitsmasken mit durchblutungsfördernden Mineralstoffen binden Schlacken und Giftstoffe und absorbieren diese. Angereichert mit Vitamin E verjüngt die Maske das Hautbild. Extrakte des Schachtelhalmes dienen dem Gewebeaufbau. Wer das besondere Feeling möchte, gönnt sich das Peeling. Es löst die Schüppchen der obersten Hautschicht und verfeinert das Hautbild sichtbar, indem es die jungfräulichen Hautzellen an die Oberfläche lässt.

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Die Innenarchitektin Madlaina und ihr Cousin, der Anwalt, Nicola Feuerstein, sind zwei echte Feuer- und Powersteine aus dem Unterengadiner Scuol. Ihr Grossvater hat Schätze der Engadiner Bergwelt mit der Kamera festgehalten, was seine beiden Enkel mit einer sanften Kosmetiklinie tun. In ihren Produkten sind die Energie und die Kraft der Natur gespeichert. Ihre Cremes, Öle, Seifen und Sprays sind Träger von Naturinformationen. Die Natur ist ihr Lehrmeister, die sie beide sehr verehren, genauso wie ihre Ahnen und Wegbegleiter. Sie haben viele der sepiafarbenen Landschaftsbilder und Textphrasen des Grossvaters zu ihrem eigenen Credo gemacht und in ihr Produkt– und Layoutdesign übernommen. Edelweisse Verpackungen mit schlichtem Schriftzug prägen das Erscheinungsbild, welches Madlaina und Nicola selber entworfen haben. «Es hat irgendwie alles zusammengepasst, wir durften aus einem wunderbaren Fundus von Fotos und Texten unseres Grossvaters schöpfen», sagen Nicola und Madlaina Feuerstein. «Jedes Detail vom Firmenlabel über die Ingredienzen bis zum Knopf am Duftkissen konnten wir nach unseren Vorstellungen realisieren.

Mein liebstes Essentials ist das Duftsäcklein. Es ist mein treuster Begleiter, mein Inspirator und schweigsamer Trostspender geworden. Es ist mein Kuschelkissen fürs Gesicht. Ich habe es gerade nach Köln, in den pulsierenden Grossstadtdschungel mitgenommen und finde ein Stückchen Zuflucht …

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Funkelnder Sternenstaub vom Himmel T e x t N A D J A W I E L AT H

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F otos andrea badrutt

Die funkelnde Kraft und das geheimnisvolle Glitzern des Diamanten betörte die Menschheit seit jeher. Die alten Griechen hielten die Diamanten für Splitter vom Himmel gefallener Sterne. Die Römer sahen in ihnen die Tränen der Götter. – Wer beim Juwelier Zoppi Schmuckstücke bestaunt, sieht, dass sie von göttlicher Natur sind.

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rubrik

Die grosse Faszination für auserlesene Schmuckstücke ist bei Zoppi auf einzigartige Weise erlebbar. Die kreativ gestalteten Schaufenster des Juweliers verleiten zum Anhalten, Verweilen und vor allem zum Staunen und Träumen. Hier springt der Funken, der Glanz und die Faszination über! Die zauberhaften Angebote an Perlenschmuck und erlesenen Farbedelsteinen aus aller Welt in sämtlichen Regenbogenfarben und Wahnsinnsformen, lassen jedes Herz höher schlagen. Diese Edelsteine werden sorgfältig zusammengetragen von den beiden leidenschaftlichen Goldschmieden und Gemmologen, Marco und Adriano Zoppi. Elisabeth Zoppi berät die Kunden fachkundig und überrascht die Kundschaft immer wieder mit neuen Kreationen der Schaufenstermeile.

Atemberaubende Kollektionen weltbester Designer können am Martinsplatz der Churer Altstadt bewundert werden. Exklusive Designlinien, Special Edition an Platinkollektionen, Einzelanfertigungen – Zoppi hat sich einen Namen geschaffen im Entdecken von Trends und Neuheiten und avancierte auf diese Weise zum wahren Treffpunkt für Schmuckliebhaber. In Zoppis hausinternem Atelier verleihen Goldschmiede den Preziosen durch Formgefühl und geschickte Handarbeit jene einzigartige Ausstrahlungskraft. Bekannte Designer wie Meister, Wellendorff, Ole Lynnggaard, IsabelleFa, Humphrey, Bunz, Gellner und Angela Hübel, um nur einige zu nennen, sind bei Juwelier Zoppi vertreten. Es lohnt sich, in diese zauberhafte Welt von Handwerk und Design einzutauchen und sich richtig zu verlieben in die kunstvoll geschaffenen Kleinode!

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Willkommen beim exklusivsten Veredler von Ofen -Unikaten. So einzigartig wie unsere Kunden sind auch unsere original antiken Öfen. Ob in Kombination mit modernem Design oder einer rustikal eingerichteten Wohnung – Ihr Ofen ist in jeder Situation ein Blickfang. Umgebaut mit modernster Feuerungstechnik, sind sie echte Werte fürs Leben.

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«Schmuck, den muss man erleben, anprobieren. Mit diesen Kostbarkeiten darf man auch ein wenig spielen», Varianten und Kombinationsmöglichkeiten ausprobieren, erklärt mir Elisabeth Zoppi. Und ich probiere den Ring «Seidenblüte» von der Designerdynastie Wellendorff an. Es ist ein wahrer Zauberring: «Schliess’ die Augen, dreh’ deinen Ring und du wirst dich im Garten Eden wieder finden – überall Fülle, Farbe, Lebensfreude! Dreh ihn noch einmal, deinen Zauberring, und der Traum wird Wirklichkeit», so das Commitment des Hauses Wellendorf. Ich habe an diesem Ring gedreht und seine Zauberkraft gespürt. Wie könnten so viele glitzernde Diamanten auch lügen? Welcher tüftelnde Kopf ist wohl auf die Idee gekommen, zwei Microringe miteinander zu verschmelzen und doch jedem seine Bewegungsfreiheit zum Drehen zu geben? Rosarotes durchscheinendes «KaltEmaille», das der Ausdehnung des Goldes folgen kann, erlauben, einzigartige Materialverbindungen zu schaffen. Mit einer weltweit einzigartigen Gravurtechnik ist es möglich, eine Schmuckkollektion von sinnlicher und faszinierender Schönheit zu kreieren. Wenn wundert es, dass Frau Zoppis Lieblingsstück das Armband «Seiden-Herz» aus dieser Kollektion ist? Bei diesem werden hauchfeine Drähte aus Gold zu festeren Drahtfäden gesponnen und letzten Endes zu einem Zopf geflochten. Das Metallgewebe wird durch diese Verarbeitungstechnik samtig und schmiegt sich weich ans Handgelenk an oder wird zu einem Seidenfoulard, wenn es um den Hals getragen wird – ein graziles gekordeltes Gewebe mit Charme und Glanz. Das Seidenherz kann natürlich vom Armband weggenommen und als Anhänger getragen werden. Verwandlung, neue Kombinationsmöglich­ keiten und Multifunktionalität ist bei den Schmuckstücken der angesagte Trend.


SCH M UCKDESIGN

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Besondere, Aussergewöhnliche und vor allem Individuelle suchen, sind bei Zoppi goldrichtig. Im persönlichen Gespräch mit Adriano Zoppi, ausgebildeter Goldschmiedemeister und Gemmologe, werden Wünsche, Ideen und Vorstellungen entgegengenommen. Gemeinsam wird nach kreativen Lösungen gesucht, und das edle Stück nimmt langsam Formen an. Zoppi berät gerne bezüglich Stil, Materialwahl und Verwendung geeigneter Edelsteine. Zur besseren Visuali­sierung werden Entwürfe mit Farbe und Pinsel auf Papier gebracht. Die wertvollen Edelmetalle werden mittels uralten Techniken wie Sägen, Feilen, Biegen, Löten, Bohren und Schmirgeln bearbeitet und in Form gebracht. Das werdende Juwel wird mittels verschiedenen Bürsten und Polierpasten poliert und erhält so seinen letzten Schliff. Nach dem Reinigen erstrahlt es in seiner vollendeten Pracht. Nach abschliessender Qualitätskontrolle verlässt das Bijoux das Haus Zoppi.


Das Erkunden von Zoppis Verkaufsladen ist eine Expedition ins Land des Schönen, der glänzenden Eindrücke und der leuchtenden Farben. So rar wie hochweisse Diamanten sind die so genannten «fancy diamonds». Adriano Zoppi zeigt mir seine Lieblingsstücke – und ich verstehe, warum ihm seine Arbeit so viel Spass bereitet. Diese funkelnden Edelsteine! Fällt ein Lichtstrahl auf sie, lassen sie durch alle Ebenen und Schliffe durchblicken. Diese leuchtenden intensiven klaren Farben! Jeder Stein verbirgt eine Magie in sich. Wer sich auf ihn einlässt, spürt sie. Seine Schönheit und Energie gehen über auf den, der ihn trägt. Ein Roter Turmalin von Meisterdesign lacht mich an. Er wird getragen von einem aussergewöhnlichen Ring in Platin. Aber auch die Ringe von Angela Hübel lassen mich nicht los. Sie befasst sich ausschliesslich mit Ringen und schafft Skulpturen für die Hand. Es sind gewagte Interpretationen, sie können aber trotzdem sehr gut getragen werden, weil sie sich erstaunlich an die Finger anschmiegen. Alles Irdische ist vergänglich – Diamanten sind ewig. «Diamant» stammt vom griechischen Wort «adamas» und bedeutet «Unbezwingbarkeit». Deshalb gilt der Diamant bis heute als Symbol der Stärke und Liebe.

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Graubünden Magazin Ausgabe 15  

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