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MFG URBAN Basis von Studien etwa für die Räume um die Innenstadt herum empfohlen, wäre die Schaffung sogenannter Grüner Zonen. Dort würde Parken wie in der Innenstadt nicht mehr gratis sein, sondern „zum Beispiel einen Tagestarif von drei Euro kosten“, mit dem Ziel, dass manch Pendler dann lieber aufs Öffi umsteigt oder in den nicht ausgelasteten Parkgaragen parkt „die attraktive Angebote haben.“ Die Krux bislang ist freilich, dass bei einer Grünen Zone auch die Anrainer einen Obolus leisten müssten, weil es aus rechtlichen Gründen keinen Unterschied geben darf. De Buck rechnet „mit zirka 60 bis 80 Euro für das Jahrespickerl.“ Dazu sind die Anrainer, weil die Politik diese Frage bislang freistellt und nicht einfach verordnet, aber (noch) nicht bereit. „Ich sehe das Thema wertfrei. Die Möglichkeiten sind auf dem Tisch. Irgendwann, wenn der Leidensdruck vielleicht zu groß wird und man lieber einen Beitrag leistet, als sich täglich über die Verparkung vor der Haustüre zu ärgern, kann die Grüne Zone kommen.“ Dann würde vielleicht auch wieder der Park & Ride Ansatz als gleichzeitige Maßnahme Sinn machen „denn wenn der Parkplatz etwas kostet, dann erzeuge ich einen sanften Druck zum Umstieg aufs Öffi und lass mein Auto, so ich nicht ohnedies öffentlich anreisen kann, am Stadtrand und fahre dann mit dem Öffi weiter. Einzelmaßnahmen hingegen funktionieren nicht“, so de Buck.

VORRANG. Den Stadtplanern Jens de Buck und Alexander Schmidbauer ist der Radverkehr ein besonderes Anliegen. Das Budget dafür (200.000 Euro/Jahr) hat noch Luft nach oben. Gewinner und Verlierer In diesem Sinne wird auch mit der S34, von deren Notwendigkeit de Buck überzeugt ist, nicht das Optimum herausgeholt, „weil ich im selben Atemzug die B20 zurückbauen und entlasten müsste, etwa durch Umsetzung einer – wie von Experten empfohlen – Busspur für eine Schnellbuslinie, um dort den Verkehr und damit die problematische Situation für die Anrainer zu entlasten.“ Das aktuelle, quasi rechtlich vorgegebene Prozedere sieht aber einen Schritt nach dem anderen vor, zuerst S34, dann Neuplanung B20, womit wichtige Potenziale verloren gingen. Dabei wäre mit Fan-

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< 1km

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zu Fuß

Fahrrad

MIV als Mitfahrer

öffentliche Verkerhsmittel

MIV als Fahrer

tasie einiges möglich „immerhin, was man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann, war die Mariazellerstraße bis in die 60er-Jahre hinein zweispurig mit links und rechts begrünten Radwegen.“ Heute donnern hingegen auf vier Spuren etwa 30.000-35.000 Autos täglich über die Haupttangenziale. Weshalb de Buck auch eine Weiterführung der S34 bzw. des Außenringes rund um die Stadt in Form der Westtangente „in angemessener ortsverträglicher Ausbaustufe“ bis nach Viehofen, ja in weiterer Folge bis Herzogenburg-Süd für unumgänglich hält, „mit all ihren Vor- und Nachteilen, denn es ist klar, dass eine derartige Straße mehr Verkehr nach sich zieht, einen massiven Eingriff ins Landschaftsbild darstellt und für manche Anrainer eine neue Lärm- und Emissionsbeeinträchtigung mit sich bringt. Aber“, und dieses aber betont er, „wenn ich möchte, dass St. Pölten als Stadt funktions- und lebensfähig bleibt, dass sie weiter wächst und neue Arbeitsplätze geschaffen werden, dann komme ich um eine Entlastung der Nord-Süd-Verbindung nicht umhin.“ Dass dieses Ansinnen – die langjährigen Kämpfe rund um die S34 sind klarer Beleg dafür – nicht ohne Widerstand von statten gehen wird, dessen ist sich de Buck auch bewusst und räumt ein: „Von den gesamtstäd-

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MFG - Das Magazin / Ausgabe 70  

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