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Ein politisches Trauerspiel in zwei Aufzügen

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EDITORIAL 1917 wurde in der k. u. k Monarchie

einem Fußballmatch erlebt – ein degenerierter Zeitgenosse

das sogenannte Kriegswirtschaftliche

meinen Mitspieler „Türkenhure“ schimpft? Nicht, dass

Ermächtigungsgesetz erlassen, „mit

dieses Verhalten hinzunehmen ist. Da verlangt es eben Zi-

welchem die Regierung ermächtigt

vilcourage, Mündigkeit, den Querulanten unmissverständlich

wird, aus Anlass der durch den Kriegs-

zur Rede zu stellen – aber ein Fall fürs Gericht? Eine straf-

zustand verursachten außerordent-

bare Handlung? Und wie sieht es mit Burgenländerwitzen

lichen Verhältnisse die notwendigen

und Co. aus? Alles, was nicht political correct ist, könnte the-

Verfügungen auf wirtschaftlichem Gebiete zu treffen.“ Ein

oretisch hier mithereingenommen werden – von Staatsseite

Gesetz, das 16 Jahre später von der Dollfuss-Regierung aus-

auch, um die Meinungsfreiheit einzuschränken.

genutzt wurde, die Demokratie auf pseudorechtlicher Ebene

Sie werden sich vielleicht denken, diese Beispiele sind Haar-

per Notverordnungen auszuknocken und sukzessive ein fa-

spalterei. Wir leben doch in einer gesunden Demokratie, in

schistisches Regime zu etablieren. Verbot von Wahlen und

stabilen Verhältnissen, wie man so schön sagt.

Versammlungen. Einschränkung von Rede- und Pressefrei-

Mag sein. Jetzt. Aber ein Gesetz bildet stets eine potentielle

heit etc. Alles auf Basis des alten Kriegsgesetzes unter Um-

Handlungsgrundlage. Und wie schnell in einem vermeintlich

gehung der Volksvertretung – zum Schutze der Wirtschaft?!

stabilen Staat die Verhältnisse kippen können, zeigte zuletzt

Warum ich Ihnen das alles erzähle? Weil auch das neue Anti-

das Beispiel Griechenland. Wer hätte für möglich gehalten,

Terrorgesetz das Zeug hat, in falschen politischen Händen

dass in einem EU-Land innerhalb kürzester Zeit eine derar-

zu einem solchen Demokratie-Killer zu mutieren. Dieses Ge-

tige Eskalation passiert, dass es sogar Tote gibt! Und wer

setz ist sozusagen mit Zeitzündern versehen, die im worst

hätte gedacht, dass an sich seriöse Journalisten für dieses

case Totalitarismus, Denunziantentum und Staatsterror Tür

Land, das seit 1974 die Militärjunta überwunden hat, allen

und Tor öffnen. Das sehe nicht nur ich so, das bereitet auch

Ernstes die Option einer vorübergehenden Machtübernahme

Verfassungsexperten wie Bernd Christian Müller-Funk („Ich

durchs Militär zur Beruhigung der Lage anempfahlen.

halte die Regelung für nach wie vor überzogen.“) oder auch

Was also, wenn sich dereinst die Zeiten ändern? Die Para-

dem Präsidenten des Österreichischen Rechtsanwaltskam-

meter. Die politische Kultur. Die Definitionen. Ist mit dem nun

mertages Gerhard Benn Ibler („Rechtsstaatliche Grundsätze

geschaffenen Gesetz nicht ein allzuleichtes Instrumentarium

werden unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung

geschaffen, um darauf fußend gegen „Andersdenkende“

über Bord geworfen.“) Kopfzerbrechen.

vorzugehen? Vielleicht ist es dereinst ja bereits Hetze, ge-

Was am neuen Gesetz neben dem Verbot der Teilnahme an

gen eine absolute Regierung und deren „Weltanschauung“

Terrorcamps bedenklich stimmt, ist nicht nur, wie bei al-

aufzutreten – die dann die Gegner auf diesem Gesetz fußend

len derartig gelagerten Gesetzen, die prinzipielle Frage der

im Gefängnis verschwinden lässt. Woher wollen wir wissen,

Definition von Terrorismus an sich (was ist Widerstand, wo

was in der Zukunft als „Terror“, als „Verhetzung“ gilt?

fängt Terrorismus an), sondern vor allem die Ausdehnung auf

Österreich geht mit diesem Gesetz ein unnötiges Hasard-

verbale Felder. So wird auch das öffentliche „Gutheißen ter-

spiel ein. In unserem Regulierungs- und Selbstentmündi-

roristischer Straftaten“ bereits unter Strafe gestellt, zudem

gungswahn trotten wir unkritisch wie die Lemminge hinter-

Hetze sowie Beschimpfung und Verächtlichmachung von

her – hoffentlich nicht à la longue in den Untergang unserer

Personen(gruppen) aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Sprache,

persönlichen Freiheit. Denn eines lehrt die Geschichte am

Religion, Weltanschauung (!), Staatsangehörigkeit, Abstam-

Beispiel des Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes:

mung, Geschlecht, Alter oder sexueller Orientierung.

Vage Gesetze können ihre Zeitzünder und unsäglichen Kon-

Damit begibt man sich auf äußerst dünnes Eis. So könnte

sequenzen auch Jahrzehnte nach ihrem Inkrafttreten, in

etwa die – zugegeben oft geschmacklose – Suderei und

einem dann veränderten, „passenden“ Milieu aktivieren.

Lamentiererei am Wirtshausstammtisch zur gefährlichen

Das neue Anti-Terrorismusgesetz ist ein solch vages, damit

Gradwanderung zwischen Meinungsfreiheit und potentieller

gefährliches Gesetz. Und wurde es gar bewusst in diesem

Hasspredigt werden. Oder was ist, wenn – wie unlängst bei

nebulösen Duktus abgefasst – umso bedenklicher!

IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Redaktionsteam: Thomas Fröhlich, Gotthard, Gansch, Sascha Harold, Althea Müller, Michael Müllner, Marion Pfeffer, Patricia Rauscher, Michael Reibnagel, Ruth Riel, Eva Seidl, Anne-Sophie Settele, Katharina Vrana. Kolumnisten: Herbert Binder, Thomas Fröhlich, Judith Goritschnig, Althea Müller, Michael Müllner, Primadonna, Rosa Kritiker: Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, Dali Koljanin, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Michael Reibnagel, Robert Stefan, Markus Waldbauer Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: REBELTECH Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in NÖ.


Untitled-8 1

27.05.10 11:41


IN DIESER AUSGABE URBAN 8 10 14 18 22 26 32 36 39 44

LASSET DIE SPIELE BEGINNEN WENN DIE SONNE AUFGEHT Das „OOPS-WRONG-PLANET-SYNDROM“ FREQUENCY - EIN POLITISCHES DRAMA SANDWICHES, NICHT BURGER! KLEINE GROSSGEISTER STIL-BLÜTEN SEXNACHHILFE FÜR PRIESTER LASERTRON - THE FUTURE BEGINS NOW OLDIES BUT GOLDIES

URBAN

6

KULTUR

48

SZENE

62

SPORT

77

KULTUR 52 54 56 58

HAUPT FILM KULT STADT „ST. PÖLTEN IST COOL“ BLEIBT ALLES ANDERS LITERATUR ... ETCETERA

SZENE 64 66 70

THE BEAT GOES ON FREUNDE DER BLASMUSIK DES RADIOS NEUE KLEIDER

SPORT 77

MIT VOLLGAS IN DIE KURVE

6 7 48 62 78 79

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11:41


IN WAS FüR eINeR STADT leBeN WIR eIgeNTlICH...

der die St. Pöltner Großparteien auf „Hot

In

der die Mauern des Alevitischen Kultur-

In

der aus einem Dauerprovisorium eines

In The City“ machen. So hat die SPÖ die Wahl

zentrums mit Hakenkreuzen und Parolen wie

der beliebtesten Lokale der Stadt geworden

zum schönsten Schanigarten initiiert, die via

„Tschuschen raus“ beschmiert wurden. Auch

ist:

Wahlkarten, Bierdeckeln und Gläsern propa-

– einmal mehr Beleg, dass verbale Scharfma-

Tage feiert man fünften Geburtstag. „Vor fünf

giert wird. „Wir wollen mit dieser ‚feel-good‘

cherei konkrete Handlungen nach sich zieht –

Jahren traf beim zweiten Anlauf die gute Idee

Aktion einen Beitrag für die Gastro-Szene lei-

ein „Heil HC“ prangte unmisssverständlich an

auf einen guten Zeitpunkt und den richtigen

sten und uns für die Belebung der Stadt be-

der Wand der Religionsgemeinschaft. Bemer-

Baudirektor“, so Erwin „Seedosinger“ Nolz.

danken!“, heißt es dazu.

kenswert und zugleich bedenklich: Als einziger

Kurzum, der Magistrat gab grünes Licht, al-

Ob man damit auch einen (Gegen)Akzent zur

Politiker hat Stadtrat Robert Laimer (SPÖ),

lerdings nicht für die von einem Architekten

erfolgreichen Initiative von Ulli Nesslinger

interessanterweise in seiner Funktion als Kin-

geplante Vollvariante auf Stelzen „sondern es

(ÖVP), die wieder ihre freitäglichen Schanigar-

derfreunde Obmann, die Schmierereien offen

wurde nur ein Provisorium erlaubt. So haben

ten-Konzerte durchführt, setzen will?! Durch-

verurteilt. Von den anderen Gemeindevertre-

wir eben unsere Würstlhütte aufgebaut“, lacht

aus denkbar. Und auch die nächstjährigen

tern war dazu nichts zu hören. Laimer belässt

Nolz. Die hat sich freilich mit Glas-Holzzubau

Wahlen werfen in der Sache wohl schon ihre

es aber nicht nur bei einem Lippenbekenntnis,

sowie Außenbar in den Jahren gemausert. Die

Schatten voraus.

sondern möchte auch bewusst ein Zeichen für

Besucher strömten von Anfang in ihr „Haus

Letztlich sind die Motive aber egal, denn beide

Toleranz und Völkerverständigung setzen: „Die

am See“. „Wir sind ja Schönwetterwirten“,

Aktionen fallen unter die Kategorie charmant

Kinderfreunde werden daher im Herbst auf

verweist Nolz auf den Sommerflairfaktor des

und zeigen eines: Politischer Wettbewerb

dem Areal des Alevitischen Kulturzentrums ihr

Lokals „das Konzept ist aufgegangen!“ Auch

kann durchaus auch konstruktive Folgen zei-

heuriges Herbstfest als ‚interkulturelles‘ unter

dank Kreativem wie Bootsverleih, bunten Live-

tigen und muss sich nicht immer in nervender,

dem Motto ‚Gemeinsam spielen – voneinander

veranstaltungen und Erwin höchstselbst, der

destruktiver Wadlbeißerei erschöpfen!

lernen‘ veranstalten.

ein wahres Goldstück ist. MFG gratuliert!

Lieber Igor (Name von Erato geändert)! Ich wollte nur freundlich sein! Ganz ehrlich! Wollte mich hier (“auf Erholung”) wohlfühlen, auch andere zum Wohlfühlen motivieren, habe mein strahlendstes Lächeln in diese ganz eigene Welt hineingetragen, ein Lächeln, das nicht nur dir galt, sondern auch allen anderen Mitwellnessern in dieser beschaulichen Idylle! Wirklich: ich wollte dich keinesfalls provozieren - nichts läge mir je ferner! Ich habe dich auch nicht angerempelt, Annäherungsversuche unternommen oder dich gar für meinen Großvaterkomplex missbraucht! Ganz im Gegenteil: ich wollte tatsächlich nur freundlich sein, freilich auch zu Menschen wie du einer bist, die schon in Rente gingen, als ich geboren wurde… Und doch: ganz ungefragt hast du mich über den größten Irrtum der Menschheit aufgeklärt! Du sagtest zu mir: “Du hast alles, was ein MANN braucht!”… Tja, hm… Ich hoffe doch sehr, lieber Igor, dass ich alles habe, was eine Frau braucht… ;) Trotzdem danke für deine Anteilnahme! Mit freundlichen Grüßen -Erato-

Die Seedose am Viehofner See. Dieser

An Ururopa Igor Rehazentrum für hoffnungslose Bratfälle

Mitten in der Pampa

Foto: Rauschmayr, fotolia, Vorlaufer, Laimer, Nolz, zVg

In


URBAN SHORTCUTS

Initiativen allüberall! von Hebi Die „Bahnhofsoffensive“, eine St. Pöltner Initiative, auf die unser Bürgermeister stets mit Stolz hinweist, tritt in ihr Finale. Vom Erfolg beflügelt, plant die Landeshauptstadt dem Vernehmen nach für Oktober eine Initiative zur Beendigung der Sommerzeit. Das Vorhaben einer erweiterten Fußgängerzone erlebt demgegenüber bei den Wirtschaftsfachleuten der ÖVP eine kalte Schulter. Nur wo Autos, dort auch Konjunktur, wird

Unvergessen

ins Treffen geführt und auf das blühende

Sie waren Polizisten, Adelige, Bauern, Arbeiter. Menschen wie du und ich, nur mutiger als

Auch die Kirche ist des lästigen Missbrauchs-

die meisten von uns – die Mitglieder einer St. Pöltner Widerstandsgruppe Und sie haben

Geschwätzes (O-Ton Kurienkardinal Sodano,

ihr Aufbegehren gegen das NS-Regime mit ihrem Leben bezahlt, ein Regime, das in seinem

unserem Schönborn biblisch verbunden wie

Geschäftsleben in der unteren Wiener Straße wie auch in der Linzer Straße hingewiesen.

blinden Blutrausch noch zwei Tage, bevor St. Pölten aufgegeben wurde, in einem „Schnellverfahren“ die „Terroristen“ aburteilte und hinrichtete. Am 13. April 1945. Im Hammerpark. Wo ein Gedenkstein im „Hain der Menschenrechte“ an sie erinnert. Ein Gedenkstein, der nun umgestoßen wurde, von Menschen, die keinen Begriff von ihrer eigenen Tat und schon gar keinen von jener der Opfer haben. Man kann Gedenksteine umstürzen, aber nicht Lebensgeschichten. Und jene dieser zwölf, die stellvertretend für alle angeführt seien, die damals und heute Staatsterrorismus bekämpfen, bleiben unvergessen: Josef Böhm, Johann Dürauer, Felix Faux, Konrad Gerstl, Josef Heidmeyer, Helene Kirchl, Otto Kirchl, Anton Klarl, Maria Klarl, Johann Schuster, Josef Trauttmannsdorf, Helene Trauttmannsdorf.

PSEUDO Alle Jahre wieder. Die Roma campieren und

Kain dem Abel) müde und setzt durch Schlie-

schon gibts aufgescheuchtes Hühnergegacker. Man regt

dice. Da kann jetzt nix mehr passieren.

sich über Reifenspuren in der Wiese auf (komisch nach

Selbst die Jurisprudenz stellt sich zeitgerecht

Dauerregen), über eine „unangemeldete“ Hochzeit (Potz-

auf die irgendwann absehbare Erweiterung

blitz!), über Müll (in Müllsäcken!) oder dass „unsere Wiese“

des Schengen-Raumes bis Georgien ein und

fürs Sonnwendfeuer in Mitleidenschaft gezogen wird (die

vollendet einen weiteren Zubau des Landes-

einem Unternehmer gehört, der sie großzügigerweise

gerichtes. RichterInnen und StalsanwältInnen

Roma und Wagramern zur Verfügung stellt). „So kann man

vermehren sich ja, wie wir wissen, im Qua-

ja nicht leben“, sagt der sesshafte Kleingeist. Kann man

drat des Anwachsens der Straftaten, zumal

schon. Und das sollte man endlich ohne Neid akzeptieren.

es gesetzlich bei Richtern keine geregelte

ßung ihrer letzten Internate Lösungen ex ra-

Foto: Rauschmayr, fotolia, Vorlaufer, Laimer, Nolz, zVg

Arbeitszeit geben darf, diese jedoch auch in

JA! Es ist vollbracht! Peter und Poldi haben vor dem Stan-

Form von Teilzeit abgedient werden kann.

desamt St. Pölten den Bund fürs Leben geschlossen, der

nalismus der Gratisblätter, hat sich eine wei-

in ihrem Fall nicht Ehe, sondern etwas sperrig eingetra-

tere Intensivierung ihrer lebensbegleitenden

gene Partnerschaft heißt. Aber letztlich sagt es dasselbe

Bildberichte vorgenommen: Zusätzlich zur

aus: Da sind zwei Menschen, die öffentlich ein Bekenntnis

Abbildung unserer Säuglinge, Taferlklassler,

zueinander ablegen. Dabei war es eine Liebeshochzeit wie

Erstkommunikanten und Vorzugsschüler soll

sie im Büchl steht, bei der Poldi Rotz und Wasser heulte

es nun auch Gruppenbilder von Kinobesu-

vor lauter Glück, wohl auch darüber, dass ein solches

chern und Passagieren der Mariazellerbahn

rechtliches Bekenntnis nach jahrelangem Kampf endlich

geben. In diesem Zusammenhang ist eine

möglich ist! MFG gratuliert herzlich!

Umstellung des Blattes auf Querformat ins

Und die NÖN, gepeitscht vom Qualitätsjour-

Auge gefasst. –7 – MFG


LASSET DIE SPIELE BEGINNEN TEXT: SASCHA HAROLD FOTOS: HERMANN RAUSCHMAYR

„Lasst mich gewinnen! Aber wenn ich nicht gewinnen kann, dann lasst es mich mutig versuchen!“, so lautet der Eid der Special Olympics Athleten. Über ein Jahr wurde medial getrommelt, nun stehen sie unmittelbar vor der Tür – die Special Olympics, die von 17. - 22. Juni in St. Pölten stattf nden. MFG sprach mit Organisationsleiter Wilhelm Vojta vom Magistrat St. Pölten über die Hintergründe der Spiele und ihre Nachhaltigkeit. Fast alle kennen die Olympischen Spiele, vielen sind die Paralympics ein Begriff, doch was genau sind Specialolympics?

HARD FACTS

Im Grunde sind die Unterschiede ganz einfach. Bei den Paralympics ma-

Special Olympics bietet weltweit in 180 Nationen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit mentaler Behinderung ganzjährige Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten in 26 verschiedenen olympischen Sportarten an. Special Olympics ist der Meinung, dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen durch Training und sportlichen Wettkampf einen körperlichen, geistigen und gesellschaftlichen Nutzen ziehen können. Die 5. Nationalen Sommerspiele von Special Olympics Österreich f nden vom 17. – 22. Juni in St.Pölten statt. Die Eröffnung ist am 18. Juni 2010 ab 20.00 Uhr in der NÖ Landessportschule. In insgesamt 9 verschiedenen Sportstätten, darunter die Landessportschule, die Aquacity und NXP Bowling, werden 17 verschiedene Sportarten ausgetragen. Insgesamt werden über 2000 Sportler und Betreuer an den Spielen teilnehmen, zusätzlich noch etwa 1000 freiwillige Helfer. Damit gehören die St. Pöltner Spiele zu den größten ihrer Art in Europa.

chen Spitzensportler mit körperlichen Behinderungen mit, während die Specialolympics für Menschen mit geistigen Handicaps durchgeführt werden. Der zweite Unterschied ist, dass es bei den Paralympics ums Gewinnen geht, bei den Specialolympics hingegen ist dabei sein alles.

Das ist aber auch das Motto der Olympischen Spiele. Ja, aber bei den Olympischen Spielen bekommen nur die ersten drei Medaillen. Bei uns werden alle geehrt – die ersten drei zwar auch mit Medaillen, aber alle anderen bekommen ebenfalls eine Anerkennung.

Wie darf man sich die Organisation vorstellen, hat diese auch mit dem Dachverband der Olympischen Spiele zu tun? Nein, die Special Olympics hängen nicht mit dem Dachverband zusam-

H

men. Es handelt sich um nationale Meisterschaften, jedes Land hat seine eigenen Specialolympics. Entstanden sind sie in den USA, wo sie von der Kennedy Familie gegründet wurden, in die ja Arnold Schwarzenegger

R

eingeheiratet hat – er ist auch Schirmherr der österreichischen Spiele.

Apropos Schwarzenegger. „St.Pölten Konkret“ hat Arnies Kommen auf einem Titelblatt angekündigt. Nur ein Marketinggag! –8– MFG

IN

Insera


MFG SPECIAL OLYMPICS

„Wir wollen helfen Berührungsängste abzubauen!“, so Organisationsleiter Willi Vojta über eines der Hauptmotive für die Durchführung der Specialolympics.

Wir stehen in Gesprächen mit ihm, aber es gibt weder eine Zu- noch

genommen, in Folge hat man sich in Absprache mit dem Land beworben.

ein Absage. Die Verhandlungen laufen auch nicht über uns, sondern direkt über Special Olympics Austria. Mir persönlich ist es aber auch nicht

Gab es noch andere Bewerber?

wichtig, ob er kommt oder nicht. Wenn ja ist es schön, wenn nicht ist es

Ja, Klagenfurt war der zweite Bewerber, gegen den sich St.Pölten durch-

auch okay. Die Spiele werden so oder so ein Erfolg.

gesetzt hat. U. a., weil in St. Pölten die gesamte Infrastruktur schon vorhanden ist – es mussten keine neuen Sportstätten errichtet werden.

Zur Durchführung der Spiele wurde ein eigener Verein von Stadt und Land gegründet. Wie finanziert sich das Ganze? Stadt und Land sind jeweils mit 100.000 Euro an dem Projekt beteiligt.

Was erwartet sich die Stadt von den Spielen im Sinne der Nachhaltigkeit?

Insgesamt beträgt das Budget 400.000 bis 500.000 Euro – den Rest ha-

Zunächst einmal positive Erlebnisse und Effekte für die Teilnehmer. Die

ben wir über Sponsoren aufgetrieben.

Stadt selbst will damit unterstreichen, dass sie ihren Weg der Förderung geistig gehandicapter Menschen konsequent weitergeht und diese nicht

Wer hatte eigentlich die Idee zu St. Pölten als Austragungsort?

im Stich lässt. Die Spiele sollen zudem zum Abbau von Vorurteilen, die

Ursprünglicher Initiator war die Tagesheimstätte, die bei der Stadt ange-

leider immer noch in den Köpfen mancher Menschen bestehen, beitra-

fragt hat, ob das nicht eine Idee wäre. Der Vorschlag wurde positiv auf-

gen. Wir wollen damit auch helfen Berührungsängste abzubauen.

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03.12.2009 11:15:12 Uhr


Wenn die Sonne aufgeht

TEXT: Ruth Riel Fotos: Hermann Rauschmayr

Betritt man das Ambulatorium Sonnenschein am Eisberg, ist einem sofort klar, warum es so heißen muss! In der freundlichen, lichtdurchfluteten Empfangshalle herrscht aufgewecktes Treiben. Während die Eltern mit ihren Kindern auf die Therapiesitzung warten, spielen diese mit unzähligen Spielsachen, die – wie mir Direktor Robert Holovsky später erklären wird – zwar wie normale Spielsachen aussehen, aber alle einem therapeutischen Zweck dienen. Dabei ist der Name Sonnenschein nicht etwa auf das freundliche Ambiente und Klima des Hauses zurückzuführen, das vor 5 Jahren neu erbaut wurde, sondern auf den Elternverein dahinter. Dieser wurde 1989 von betroffenen Eltern gegründet, um in Eigeninitiative bessere Behandlungs- und Betreuungsmöglichkeiten für ihre behinderten Kinder zu schaffen. Bei der Suche nach einem Namen war man sich dann schnell einig. Sonnenschein, den ihre Kinder in ihr Leben zaubern. Was als kleine Elterninitiative begann, hat sich zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution entwickelt, die heute bis zu 700 Kinder und Jugendliche aus dem ganzen Zentralraum Niederösterreichs betreut. Die Stärke des Hauses liegt in der Rundumbetreuung der Familien sowie in der

den Sozialversicherungen sowie über Subventionen des Landes. Damit

Interdisziplinarität der vielen therapeutischen Möglichkeiten, die hier alle

ist eine Grundversorgung sichergestellt. Für zusätzliche Investitionen ist

unter einem Dach versammelt sind: So werden Psychologie, Ergotherapie,

man hingegen auf Spenden angewiesen, wie etwa die kürzlich errichtete

Physiotherapie, Musiktherapie oder Logopädie angeboten, um nur einige

Kletterwand „womit wir schöne Therapieerfolge erzielen, vor allem auch

zu nennen. Insgesamt sind 44 Mitarbeiter, davon vier Ärzte und 26 The-

bei schwer körperbehinderten Kindern“, freut sich Holovsky. „Viele sind

rapeuten, im Einsatz „mit dem gemeinsamen Ziel, die Lebensqualität der

schon ewig in traditionellen Therapien – bei der neuen Kletterwand ist es

Familien zu verbessern und eine weitgehende Selbständigkeit der betrof-

toll zu beobachten, wie sie sofort hingreifen und versucht haben, sich zu

fenen Kinder und Jugendlichen zu erreichen“, so Direktor Holovsky.

halten.“

Neue Projekte sichern Therapieerfolge.

Für heuer hat man sich als Sonderprojekt den Bau des Therapiegartens Das Ambulatorium be-

vorgenommen. „Im Therapiegarten können wir endlich den schon lange

treut Kinder und Jugendliche mit verschiedenen Entwicklungsstörungen

geplanten Rollstuhlparcours verwirklichen! Grundsätzlich ist es ein Ziel,

und körperlichen Behinderungen, die von Ärzten zur Therapie überwie-

die Therapie auch nach draußen zu verlagern, weil dies wieder neue, wich-

sen werden. Finanziert wird der laufende Betrieb durch Verträge mit

tige Impulse für die Patienten bringt.“ Der Garten soll aber nicht nur zu Therapiezwecken genutzt werden, sondern auch als Treff- und Kommunikationspunkt. „Ich kann mir etwa gut vorstellen, dass wir – sobald der Garten fertig ist – Schulklassen einzuladen, damit sie Rollstuhlfahren ausprobieren können“. Solchen Aktionen misst Holovsky große Bedeutung zu, um so gesunden Kindern die Angst und die Vorurteile vor geistig- oder körperlich Behinderten zu nehmen. „Wenn Kinder schon früh Kontakt mit Behinderten haben, haben sie keine Scheu mehr davor. Probleme entstehen nur dann, wenn Leute diesen Kontakt noch nie hatten oder es erst spät zu einem Erstkontakt kommt.“ Deshalb wissen viele nicht, wie sie sich verhalten sollen und sind unsicher, obwohl dies nicht angebracht wäre

INTEGRATION.

Aus dem Blickwinkel des Frühkontaktes, des gemein-

samen Aufwachsens mit behinderten Menschen als Selbstverständlichkeit kommt auch der Integration von Kindern mit besonderen Bedürfnissen – 10 – MFG


MFG Special Olympics Betreutes Wohnen

Im Ambulatorium Sonnenschein werden ausschließlich Kinder und Jugendliche betreut. Wie sieht es allerdings um die Betreuung erwachsener Menschen mit besonderen Bedürfnissen, insbesondere mit geistigen Defiziten aus – gibt es hierfür Einrichtungen? Die Antwort ist Ja, allerdings, wie Hannes Ziselsberger, Geschäftsführer des Verein Wohnens, feststellt „sind es leider viel zu wenige“! Deshalb hat jetzt der Verein Wohnen, der bislang u. a. wohnungslosen Menschen mit eigenen Übergangswohnungen über die Runden geholfen hat, eine neues Projekt gestartet, das teilbetreutes Wohnen für 11 Personen mit geistiger Behinderung in St. Pölten ermöglichen soll. Im Gegensatz zu vollbetreutem Wohnen (eine diesbezügliche Einrichtung gibt es bereits), also einer rund um die Uhr Betreuung, wird beim Projekt des Vereins Wohnen darauf abgezielt, dass die Behinderten in einer gewissen Selbständigkeit leben können, auch „wenn sie nicht in der Lage sind, ihr Leben ganz alleine zu gestalten“, so Ziselsberger. Das Pilotprojekt, welches einzigartig in Niederösterreich ist, befindet sich aktuell noch in der Planungsphase. Insgesamt sollen vier Teilzeitkräfte den Menschen mit geistiger Behinderung bei der Bewältigung des Alltags bzw. beim Wohnen zur Seite stehen. Finanziert wird das Projekt voraussichtlich vom Land Niederösterreich, doch hofft Ziselsberger auch auf Spenden- und Sponsoringmittel, „auf die wir angewiesen sein werden.“

im Kindergarten und der Schule wichtige Bedeutung zu. „Bei manchen,

ist. Damals war es so, dass sie in ihrer Heimatgemeinde Böheimkirchen

vor allem verhaltensgestörten Kindern, ist eine Integration in eine Klasse

das erste behinderte Kind war, das im Kindergarten, der Volksschule und

oft sehr schwierig, weil es zu massiven Störungen im Unterricht kommen

auch noch in der Hauptschule integriert wurde. Heute ist dies Gott sei

kann“, räumt Holovsky ein, „aber in vielen Fällen ist es möglich. In diesen

Dank schon viel selbstverständlicher geworden, man hat an Routine ge-

Fällen ist bestmögliche Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrern bzw.

wonnen und kann die Kinder nun besser, ihren Bedürfnissen entsprechend

Kindergärtnerinnen vonnöten, um eine bestmögliche Situation für alle Be-

betreuen. Es hat sich also viel zum positiven verändert!“

teiligten zu erreichen.“ Bitterer Nachsatz: „Leider sind auch hier die Ressourcen, vor allem bei den Lehrern, beschränkt, was die Situation nicht

Spendenkonto Ambulatorium Sonnenschein

erleichtert.“

• Kontonr.: 61-01.244.441, Bankleitzahl: 32585 Raiffeisenbank Region St. Pölten • Kontonr: 03455-009110 bei der NÖ Landesbank-Hypobank AG, Bankleitzahl: 53000. Vermerk: „teilbetreutes Wohnen“

Prinzipiell kann Holovsky in den letzten Jahren aber eine Verbesserung der Situation erkennen. Die Richtung der Integration, so könnte man formulieren, stimmt. „Ich habe eine heute 22 jährige Tochter, welche aufgrund einer vorzeitigen Plazentaablösung schwerbehindert zur Welt gekommen

– 11 – MFG


MFG Special Olympics

Gelebtes Olympia Menschen mit besonderen Bedürfnissen sollen durch Training und sportlichen Wettkampf einen körperlichen, geistigen und gesellschaftlichen Nutzen ziehen – so lautet eine Maxime der Special Olympics. Ein Motto, das man in der Tagesheimstätte im Grunde genommen jeden Tag lebt.

TEXT: Patricia Rauscher Fotos: Patricia Rauscher

Die Tagesheimstätte (THS) setzt sich zum Ziel, Menschen mit besonde-

Zuge dessen er u.a. einen finsteren Tunnel passieren, Farben zuordnen,

ren Bedürfnissen zu unterstützen sowie beruflich und sozial zu integrie-

sowie einen Slalom fahren muss. Da von der THS nur ein Betreuter in die-

ren. Die derzeit 96 Betreuten und 20 Betreuer hegen ein partnerschaft-

ser Disziplin antritt, kann noch individueller auf den Sportler eingegangen

liches Miteinander. „Wichtig im Umgang mit behinderten Menschen ist

werden. Bei der Sportart Boccia genießen die St. Pöltener Behinderten-

es, ihnen eine Struktur vorzugeben, worin jeder seinen fixen Platz ein-

sportler direkten Heimvorteil, da die Trainings in der Austragungsstätte

nimmt.“, meint Sigrid Müllner, Heilpädagogin der THS. Deshalb werden

dieses Bewerbs stattfinden. Hier wurde ein fixer Tag in der Woche verein-

auch im sportlichen Bereich, von ausgewählten Betreuern, die als Trainer

bart, wo die Athleten die Prandtauerhalle nutzen dürfen.

eingeschult wurden, feste Trainingszeiten vorgegeben.

Das Stockschützen-Team trainiert teilweise am hauseigenen Stockschützenplatz aber auch in der Stocksporthalle in Stattersdorf. Die ein-

Herausforderung für Athleten und Betreuer. 17 Betreute der

heitlichen Trainingsanzüge fördern das Zusammengehörigkeitsgefühl

Tagesheimstätte nehmen an den Special Olympics teil. Die Athleten mes-

der Teammitglieder. Als Entspannungs- und Ausgleichsübungen zu den

sen sich in den Disziplinen Boccia, Stockschießen und MATP mit anderen

anstrengenden Übungsstunden können die Sportler einmal wöchentlich

geistig behinderten Sportlern aus Österreich und der ganzen Welt.

Massage- und Shiatsu-Angebote in Anspruch nehmen.

Die Auswahl der Athleten erfolgte nach deren sportlicher Veranlagung. Aber „natürlich wird keiner gezwungen, mitzumachen“, so Betreuer Wal-

„Dabei sein ist alles“ Am Wettkampftag treffen sich die Athleten mit

ter Stamminger.

den Betreuern bei der THS. Von dort aus werden die drei Gruppen in Bus-

Die Einrichtung bietet genügend Platz und Möglichkeiten, die Trainings-

sen zu ihrem jeweiligen Austragungsort gebracht. Zunächst werden die

einheiten direkt in der gewohnten Umgebung der Betreuten zu veran-

Athleten in Vorbewerben nach ihrem Können eingeteilt, bevor dann der

stalten. Sowohl im hauseigenen Turnsaal, als auch im Garten und auf der

eigentliche Hauptbewerb bestritten wird. Die Betreuer der THS beglei-

Stockschützenbahn an der Rückseite des Gebäudes wird eifrig trainiert.

ten ihre Schützlinge während des ganzen Wettkampftages über. „Um den

Mit großem Engagement und Ehrgeiz arbeiten die Sportler bereits seit

olympischen Grundgedanken bei den Wettbewerben nicht aus den Au-

Anfang 2009 auf die Special Olympics hin. Eine Trainingseinheit dauert

gen zu verlieren“, erzählt Müllner, „geben wir unseren Sportlern immer

zwei Stunden pro Tag und findet einmal in der Woche statt. Für die Trai-

wieder den Leitsatz ‚Dabei sein ist alles‘ vor“.

nings wurden die Athleten in drei Gruppen, nach der jeweiligen Sportart, die sie ausüben, eingeteilt. Bei der Disziplin MATP handelt es sich um eine Art 10-Kampf für Schwerbehinderte, die im Rollstuhl sitzen. Der Athlet muss einen Parcours mit Geschicklichkeitsübungen bewältigen, im 17 Athleten der Tagesheimstätte St. Pölten nehmen an den Special Olympics teil und werden sich in den Sportarten Boccia, Stockschießen und MATP mit anderen Sportlern messen.

– 12 – MFG


GAMES 2010

5. Nationale Sommerspiele

17. - 22. Juni 2010

Rahmenprogramm Fr. 18. Juni 2010 Beginn: 19.30 Uhr Eröffnungsfeier in der Event-Arena / NÖ Landessportschule Sa. 19. Juni 2010 Beginn: 20.30 Uhr Sonnwendfeier in der Olympic Town / NÖ Landessportschule So. 20. Juni 2010 Beginn: 20.30 Uhr Schlagerabend in der Olympic Town / NÖ Landessportschule Mo. 21. Juni 2010 Beginn: 19.30 Uhr Abschlussfeier / Rathausplatz St. Pölten

ST. PÖLTEN - NÖ www.games2010.at


Das „Oops-WrongPlanet-Syndrom“

TEXT: Marion Pfeffer Fotos: Hermann Rauschmayr

men. Doch im Gegensatz zu Lisa war Thomas viel kleiner, leichter und

„Ich stehe auf einer Slackline, die an zwei Berggipfeln befestigt ist. An beiden Gipfeln stehen Menschen, die mir zurufen. Sie wollen mir helfen und ermutigen mich, auf sie zuzugehen. Ich habe mein Kind im Arm und habe einfach nicht mehr die Kraft, irgendwohin zu gehen. Meine einzige Möglichkeit ist es, das Kind in den Abgrund fallen zu lassen und zu gehen. Ich bin seine Mutter. Es wird Zeit, dass die Leute zu mir kommen.“

zerbrechlicher. Im Krankenhaus hat man das so hingenommen und die nunmehr zweifache Mutter nach kurzer Zeit nachhause gehen lassen. Thomas wollte sich allerdings nicht so entwickeln, wie jeder Elternteil gehofft hatte. Er hat rund um die Uhr geschlafen, kaum einen Laut von sich gegeben und so gut wie nichts zu sich genommen. Beim Stillen ist er immer wieder eingeschlafen und mit knapp einem halben Jahr hat er ganz aufgehört, Nahrung aufzunehmen. Beim Kinderarzt wurde die Familie Huber stets vertröstet. Das wird schon wieder. Jedes Kind ist anders. Nachdem Thomas stark abgenommen hatte und sich ständig erbrach, konnten auch die Ärzte den Zustand nicht mehr ignorieren. Aufwendige

Dieses Bild verfolgt. Es macht neugierig auf ein besonderes Schicksal.

und langwierige Untersuchungen ergaben eine Anomalie am Magenein-

Dieses Bild spricht sich Susanne Huber (Name von der Redaktion geän-

gang, die es verhinderte, dass die Nahrung im Magen bleibt. Das würde

dert) bei der Therapeutin ihres Sohnes Thomas von der Seele. Sie ist die

sich legen, wenn Thomas zu stehen und gehen beginnt. Doch Thomas

Mutter eines Asperger-Autisten. Sie hält durch. Für ihren Sohn, für ihre

war zu schwach, um zu stehen und zu gehen. Susanne Huber behilft sich

Familie. Und schafft dabei einen unmöglichen Spagat.

mit einem Kinderwagen, dessen Liegefläche man schräg stellen kann. So

An einem sonnigen Tag treffen wir uns mit Susanne Huber im Sozialraum

ging es schließlich, und Thomas konnte endlich mit 14 Monaten sitzen.

des St. Pöltner Ambulatoriums Sonnenschein. Dort ist sie schon gut be-

Weitere Meilensteine waren der erste Schritt mit eineinhalb Jahren und

kannt, genauso wie ihr 15-jähriger Sohn Thomas. Susanne Huber ist eine

das freie Gehen mit zwei Jahren. Doch der kleine Bub bleibt auffällig. Als

sportliche Frau, Anfang vierzig mit strahlenden grünen Augen und einer

Mutter bleibt Susanne Huber natürlich dran, doch die Ärzte helfen nur

besonderen Hingabe. Am Beginn des Gesprächs ist sie eher unruhig, man

zurückhaltend weiter. „Das war schon äußerst schwierig für mich. Ich

merkt, sie hat eigentlich andere Aufgaben zu erledigen. Doch dann fällt

habe den Thomas vor mir und kenne seine Schwachstellen, aber nie-

ihr das Reden leicht, so als ob es erleichternd ist, sich anzuvertrauen.

mand wollte mir glauben.“ beschreibt Susanne Huber die verzweifelte

Eigentlich ist es ja ein Thema, bei dem die meisten Menschen gerne weg

Situation. Mit sechs Jahren ist Thomas schulunreif und wird erst ein Jahr

schauen. „Bei meinem Sohn würden Sie nicht weg schauen“, lacht die

später eingeschult. Seine schlechten sozialen Fähigkeiten lassen ihn un-

Mutter, „der ist nämlich sehr gutaussehend.“ Der mütterliche Stolz zeigt

erzogen erscheinen, und deshalb kommt er in eine Integrationsklasse

sich in ihren Augen.

in der Grillparzer Volksschule. Dann endlich kurz vor den Ferien in der

Beginnen wir beim Anfang. Als Thomas geboren wurde, waren Susanne

vierten Klasse Volksschule kommt die Diagnose: Thomas ist ein Asper-

Huber schon einige Dinge etwas suspekt. Sie hatte ja einen direkten

ger-Autist. Dass die Diagnose so lange gedauert hat, liegt daran, dass

Vergleich. Ihre Tochter Lisa ist 16 Monate davor auf die Welt gekom-

Thomas sehr gut gefördert wurde und viele Symptome bei ihm nicht so

– 14 – MFG


MFG Special Olympics massiv erkennbar waren wie angenommen. Schon in den 1940er Jahren

sterische Glucke“.

haben Hans Asperger in Österreich und Leo Kanner in den USA heraus-

Freunde und Familie ziehen sich zurück. Die Familie Huber lebt isoliert.

gefunden, dass es solche Menschen gibt. Dann gerieten diese Erkennt-

Auch Tochter Lisa fühlt sich mit ihrer Situation allein. Sie ist hochbegabt,

nisse in Vergessenheit, bis Lorna Wing in Großbritannen in den 1980er

extrem sozial und sehr musikalisch. Lisa ist eine der wenigen Bezugs-

Jahren wieder daran erinnerte, dass Asperger Autisten existieren und

personen für ihren Bruder. Doch wenn es hart auf hart kommt, wurde

stets falsch diagnostiziert und behandelt werden. Bis sich dies allerdings

sie schon mal zur Oma „evakuiert“. „Lisa verarbeitet ihre Erfahrungen in

nach Österreich durchsprach, dauerte es bis rund 2000. Da Thomas älter

ihrer Musik. Lisa macht das ganz toll. Leider bin ich nicht immer ausrei-

ist, kam man erst sehr spät auf die Idee, ihn darauf zu testen.

chend Mutter für sie“, erzählt Susanne Huber stolz und traurig zugleich.

Das Asperger Syndrom ist eine Form des hochfunktionellen Autismus.

Aus ihrer isolierten Stellung heraus entscheidet sich Susanne Huber

Als Hauptmerkmal besteht beim Asperger-Syndrom die soziale Kontakt-

ihren Beruf als Sekretärin nicht wieder aufzunehmen und sich mit der

störung. Menschen mit dem Asperger Syndrom wirken in ihrem Umfeld

Krankheit ihres Sohnes zu beschäftigen. Sie besucht Kurse und viele Se-

vielleicht eigenbrötlerisch, manchmal auch eigenartig, zumeist jedoch

minare und merkt, dass sie Thomas sehr viel beibringen kann. „Irgend-

normal. Daher fallen sie oft durch den sogenannten Rost und bekommen

wann habe ich dann nicht mehr gewusst, ob ich mit meinem Sohn ku-

nicht die Unterstützung, die sie benötigen. Diagnostisch sind sie nicht

schle oder mit meinem Patienten. Das war der Moment, in dem ich alle

„Das war schon Äusserst schwierig für mich. Ich habe den Thomas vor mir und kenne seine Schwachstellen, aber niemand wollte mir glauben .“

Therapien an Spezialisten abgegeben habe und nur mehr Mutter sein wollte“, erinnert sie sich an die Zeit. Thomas braucht Logopäden, um sich ausdrücken zu lernen, Physiotherapeuten, um sich bewegen zu lernen und

geistig behindert, sondern normal intelligent. Sie können allerdings die

Psychotherapeuten, um mit seinen Aggressionen umgehen zu lernen.

sozialen Zeichen, die unser Inneres nach außen tragen – also Gesten,

Es gibt für das Asperger Syndrom keine Heilung, aber die Behandlungen

Gesichtsausdruck, Tonfall – schlechter „lesen“. Das macht sie zu Men-

machen es besser. Im Ambulatorium Sonnenschein finden die Hubers

schen mit besonderen Bedürfnissen. Dass Menschen mit autistischen

eine gute Anlaufstelle. Allerdings gab es Budgetkürzungen und Thomas

Störungen oft teilnahmslos wirken, liegt nicht an ihrer Unfähigkeit zu Mit-

darf immer nur eine Therapie besuchen, obwohl alle drei notwendig sind.

gefühl, denn sobald sie wissen, was andere denken und fühlen, können

So muss die Familie Huber Prioritäten setzen und das ist momentan die

sie das auch nachempfinden. Man muss es ihnen nur sagen. Und genau

Therapie, damit Thomas nicht zu prügeln beginnt.

das macht Susanne Huber. Sie sagt Thomas, dass er beim Kauen den

Der Alltag der Familie ist etwas anders, als in anderen Familien. Vater

Mund zumachen soll, an der Straße stehen bleiben muss, dass andere

Huber kümmert sich um den Lebensunterhalt der vierköpfigen Familie

auch sprechen dürfen, dass man fragt, wenn man etwas haben möchte,

und ist nicht viel zuhause. „Mein Mann geht arbeiten, um unser Leben

usw. Alle Dinge, die für andere 15-jährige normal sind, an die muss er

zu ermöglichen. Ich gehe arbeiten, um auch einmal rauszukommen. Aber

ständig erinnert werden, weil er sich selbst nicht reflektieren kann. „Des-

da ich oft spontan weg muss, habe ich bereits drei Mal meinen Job ver-

halb habe ich zuhause überall Zettel hingeklebt, was zu tun ist und wie

loren“ beschreibt Susanne Huber die Lage. Sie hat völlig umgesattelt und

mit etwas umzugehen ist. Zuhause ist auch ein Rückzugsort, an dem es

ist jetzt Bewegungstrainerin für Kinder, und als solche weithin bekannt.

leise sein soll. Und ich bin es leid, den ganzen Tag zu reden“, beschreibt

Das macht ihr Spaß, aber ihre Priorität ist Thomas. „Ich habe meinen

sie ihren Alltag. Da Thomas Schmerzen nicht gut empfinden kann und

Sohn nie als Last empfunden. Er ist meine Lebensaufgabe.“ so die Mut-

selbst keine Anzeichen einer Grippe erkennt, muss die Mutter zehnmal

ter. Sie lächelt, als sie das erzählt. Man muss ihr einfach sagen, wie stark

so aufmerksam sein. So wird Susanne Huber schnell verschrien als „hy-

sie wirkt und wie strahlend sie rüberkommt. Die 43-Jährige strahlt weiter

„Ich möchte, dass so viele Menschen wie möglich über das Asperger Syndrom Bescheid wissen. Denn je mehr Aufklärung besteht, desto eher werden die Autisten und mein Sohn verstanden und nicht mehr ausgegrenzt und als unerzogen missverstanden.“

– 15 – MFG


„Ich habe meinen Sohn niE als Last Empfunden. Er ist meine Lebensaufgabe!“

– 16 – MFG


MFG Special Olympics

und antwortet: „Ich weiß nicht, wo ich meine Kraft hernehme, aber es

Gefühl Betroffener, irrtümlich auf einem fremden Planeten gestrandet zu

geht mir nicht gut. Ich habe nur keine Zeit, mich darum zu kümmern, wie

sein, dessen Regeln und Bewohner man nicht versteht. Thomas kennt

es mir geht. Ich muss funktionieren.“

keine Ironie, keine Falschheit und keine Lügen. Das sind Wesenszüge, die

Und das tut sie. Als Mutter, als Therapeutin, als Ehefrau und als Frau.

er nicht erfassen kann. Er kann sie auch selbst nicht erzeugen. Er weiß

Eine schier unmögliche Aufgabe. Aber sie schafft es. Sie schafft es nur

aber, dass er gehänselt wird und dass er weniger Möglichkeiten als seine

nicht, noch eine Freundin zu sein. Spontan mit Bekannten sich zu treffen,

Schulkameraden erhält. Er fällt sozusagen durch den Rost.

ist unmöglich. Eigenen Hobbies, wie dem Reiten nachzugehen, ist nicht

Thomas weiß ab Herbst nicht, auf welche Schule er gehen kann. Er ist

drinnen. Daher auch die Isolation der Familie Huber. Ihr Leben dreht sich

zu intelligent für die „Behinderten-Programme“, aber hat spezielle Be-

um Thomas. Wenn er nicht will, dann geht eben nichts. Dann wird am

dürfnisse, vor denen die meisten Schulen zurück schrecken. Im konkret

„Ich weiSS nicht, wo ich meine Kraft hernehme, aber es geht mir nicht gut. Ich habe nur keine Zeit, mich darum zu kümmern, wie es mir geht. Ich muss funktionieren.“

Fall niederösterreichische Schulen. „Das ist momentan unsere Priorität Nummer eins. Ich kann mich nicht darum kümmern, was aus Thomass Therapien wird, wenn er 18 ist und der Staat nicht mehr mitfinanziert. Oder ob

Eisbären-Gehege in Schönbrunn umgedreht und der Heimweg angetre-

Thomas jemals den Schritt in ein eigenständiges Leben macht. Darauf

ten, dann gibt es keinen Besuch oder ein anderes Essen. Sonst kann der

kann ich nur hoffen. Für mich gilt: Ein Problem nach dem anderen. Und

Sohn nicht damit umgehen. Die Familie Huber fährt alle zwei Jahre für

das Wichtigste ist momentan, eine Schule für Thomas zu finden.“ erklärt

drei bis vier Tage auf Urlaub. „Dann müssen mein Mann und ich vorher

Susanne Huber. Das ist auch der Grund für ihre Offenheit. „Ich möchte,

hinfahren, alles dort fotografieren und Thomas die Bilder zwei bis drei

dass so viele Menschen wie möglich über das Asperger Syndrom Be-

Monate vorher vorlegen, damit er sich an die Situation gewöhnt. Wenn er

scheid wissen. Denn je mehr Aufklärung besteht, desto eher werden die

dann einen Tag vorher sagt, wir fahren nicht, dann bleiben wir daheim.“

Autisten und mein Sohn verstanden und nicht mehr ausgegrenzt und als

So sieht es aus im Hause Huber. Denn für Asperger Autisten ist die täg-

unerzogen missverstanden.“

liche Routine sehr wichtig. Unvorhergesehenes wirft sie aus der Bahn. Jetzt ist Thomas 15 Jahre alt. Er schließt im Juni die Hauptschule ab. Wie es weitergehen soll, ist ungewiss. Thomas hat ein positives Zeugnis, ist

Info-Box

normal intelligent und ist an Technik besonders an Autos interessiert.

Der von der Psychologin Mag. Johanna Kienzl gegründete Verein „Nomaden“ gibt ambulante Unterstützung für Menschen mit tiefgreifenden Entwicklungsstörungen wie Asperger Autisten. Eine Selbsthilfegruppe trifft sich einmal im Monat. Weitere Informationen im Internet: www.nomaden.at.

Das ist für Asperger Autisten nicht ungewöhnlich. Die meisten haben ein bestimmtes Spezialgebiet. Manche sind auch Universitätsprofessoren, Ärzte. Sie sind verheiratet und leben im Erwachsenenalter relativ normal, wenn sie ihren geregelten Tagesablauf haben. Doch viele können ihre sogenannte Inselbegabung nicht in einen von unserer Gesellschaft verwertbaren Beruf umwandeln. Daher wird das Syndrom auch oft als „Oops-Wrong-Planet-Syndrom“ bezeichnet. Dies beschreibt sehr gut das – 17 – MFG


TEXT: MIchael Müllner Fotos: Hermann Rauschmayr

Frequency

Ein parteipolitisches Trauerspiel in zwei Aufzügen. Im Großen Sitzungssaal des Gemeinderates geht es nur selten heiß her. Normalerweise lassen die Bürgerinnen und Bürger ihre gewählten Mandatare in Ruhe Politik machen. Doch wenn es um das Frequency-Festival geht, dann wird es emotional. Was man alles erlebt, wenn man sich zwei Gemeinderatssitzungen gibt bzw. warum es bei der Frage „Frequency“ eigentlich um die Frage geht: Wie wird hier Politik gemacht? I. Aufzug, Rathaus zu St. Pölten, diverse Politiker und gemeines (mehrheitlich altes, zorniges) Volk

Szene 4 Normalerweise hat man als Zuhörer einer Gemeinderatssitzung ja den Mund zu halten. Sich weder „pro“ noch „contra“ äußern, sondern drinsitzen, zuhören, Meinung bilden. Doch daran scheitern erschreckend viele – wahrscheinlich mangels Niveau, Kultur oder Disziplin. In den nächsten Stunden wird auf hoch emotionaler Ebene reingepöbelt und den Politikern gesagt, was Sache ist. Dass man beim Reinpöbeln nicht auf Argumente (der Gegenseite) eingehen kann, ist ja wohl klar, oder? Außerdem kann man vom Mob ja nicht verlangen, was nicht mal die gewählten Mandatare in ihren Wortmeldungen schaffen.

Szene 1 22. März 2010. Es herrscht angespannte Stimmung in den ZuhörerReihen des Sitzungssaals, alle Plätze sind belegt. Junge Menschen haben auf A3-Zetteln „Anrainer PRO Frequency“ gedruckt. Ältere Menschen fordern auf Transparenten „Schutz für unseren Lebensraum“. Dass die Älteren in der Mehrzahl sind lassen sie die Jüngeren auch spüren: Hier herrscht das erboste Volk! Drum stellt man dem Sitznachbar gleich mal die Gretchenfrage: „Bist du leicht dafür?“

Szene 5 Es folgen Wortmeldungen der verschiedenen Fraktionen. Besonders unverständlich dabei die One-Man-Show von Stadtrat Hermann Nonner. Der abgefallene Freiheitliche sitzt schon seit Jahren als „Independent“ im Gemeinderat, hat aber dennoch entweder seine Stimme oder die Akustik des Saals nicht im Griff – man versteht nicht, was er sagt. In den NÖN liest man dann, die Festivalcamper wären ein Anschlag auf die „Lebensader Traisen“ und man dürfe nicht zulassen, dass diese zum „Müllförderband“ verkommt. Silvia Buschenreiter (Grüne) versucht es auf sachlichem Niveau und merkt an, dass der Gemeinderat ja gar nicht für bzw. gegen das Frequency abstimmen könne. Das sei nämlich die Aufgabe der Behörden, die anhand von Gesetzen und frei von politischen Wünschen zu entscheiden hätten. Eine intelligente Feststellung, die hier natürlich nichts verloren hat. Hier und heute punktet man nur, wenn man dem Volk nach dem Maul redet und ein bisschen billige Emotion drüberstreut. Und die fehlt den drei grünen Mandatarinnen sichtlich. Angeblich will keine der drei Damen bei der nächsten Wahl mehr kandidieren? Was das gelangweilte Zeitunglesen bzw. Telefonieren während der Sitzung erklären würde. Is eh wurscht.

Szene 2 Einzug der Gladiatoren. Mandatare verschiedener Parteien treten ein, schauen ungläubig zu den ungewohnt zahlreichen Zuhörern. Die meisten klemmen sich rasch hinter die Hinterbänke. Die Halbprofis hingegen treten mutig in die Zuschauerreihen und schütteln aufgebrachte Hände. Die ganz wenigen Profis schütteln die Hände der Anwesenden nicht nur, sie nehmen sich sogar ein paar Sekunden, um den Geschüttelten in die Augen zu sehen. Ein Aufstand liegt in der Luft. Szene 3 Bürgermeister Stadler pfeift das Spiel pünktlich an. Rasch werden Formalitäten geklärt und schon darf der erste Akteur in die Mitte treten. Man fühlt sich an die Schulzeit erinnert: Der Unglückliche nimmt wie ein Schüler mit seinem Hausübungsheft vor der Klasse Platz und verliest einen vorgeschriebenen Text. Es wirkt, als würde er ihn zum ersten Mal lesen. Zum Glück gibt’s keine Noten. Nach dem Vorlesen ein fragender Blick zum Lehrer, sprich Bürgermeister. Dieser schaut streng in die Runde. Da hinten, fast unkenntlich, eine gehobene Hand. Stadler erteilt das Wort. Es spricht ein Funktionär der SPÖ. Erzählt wird, wie toll nicht das Frequency sei, wie toll nicht die Vereinbarung mit dem Veranstalter sei und dass es auch heuer wieder ermäßigte Anrainerkarten gebe. Mehr braucht es nicht. Unmut im Auditorium. Denn das erzürnte Volk will nicht hören, was alles super ist, oder was heuer alles besser wird. Es will das Festival verhindern, es ist nämlich gegen das „Drecksfestival in unserem Garten“ und ortet in den Bemühungen von Stadler & Co nur „Larifari“.

Szene 6 „Verlegt’s den ganzen Dreck doch in die Kaserne“, ruft eine aufgebrachte Oma in Richtung Bürgermeister. Damit meint sie den – mittlerweile auch von den Mandataren in abwechselnden Wortmeldungen – heiß diskutierten Campingbereich. Zeit für ein klares Wort. Stadler erklärt, dass das praktisch nicht geht, die Flächen sind einfach zu klein. Er macht klar, dass es ohne Campen am Traisenufer nicht geht und unterstreicht, dass es zahlreiche Maßnahmen des Veranstalters

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MFG URBAN

Szene 8 Die Stimmung steigert sich zum Höhepunkt. Ein Zuhörer, sicher keine zwanzig Jahre alt, kommt neben einem Pensionisten zu stehen und wird von diesem gleich wieder verscheucht: „Schleich dich da, das ist unsere Reihe! Sonst prack’ ich dir eine!“ Was bizarr und unglaublich klingt, ist leider Realität: Der Opa hält nicht aus, dass sein potentieller Enkel – mit einer anderen Meinung – neben ihm steht. Der Klügere gibt nach und verzupft sich aus dem imaginären „Revier“ der Festivalgegner. Deeskalation, quasi. Unterdessen gibt einer in seiner letzten Wortmeldung alles. Bernhard Wurzer erklärt noch mal unter Applaus „warum man das mit den Anrainern nicht machen kann“ und bringt die Sache sinngemäß auf den Punkt: „Vergesst’s euer naives Müllkonzept. Da könnt’s noch so viel reinschreiben. Wenn man an der Traisen campen darf, dann wird das nicht funktionieren. Und darum stimmen wir nicht zu. Kein Frequency mit Camping an der Traisen!“ Bernhard Wurzer hat gerade den zentralen Satz in diesem Stück gesagt, an diesem Satz ist er zu messen: „Keine Zustimmung solange an der Traisen gecampt wird.“ Von Politisch auf Deutsch heißt das: Die ÖVP stimmt gegen das Frequency!

gäbe, die im letzten Jahr problematische Verschmutzung des Campingbereichs heuer besser zu lösen. Einzig, man glaubt ihm nicht. Die Oppositionsparteien machen es sich leicht: „Wir sind ja eh für das Frequency, aber ohne Schaden für Anrainer und Natur.“ Sie fordern von der alleinregierenden SPÖ, dass zuerst der Vertrag mit dem Veranstalter im Detail offengelegt wird. Sonst keine Zustimmung. Stadler ist in der Zwickmühle. Zieht er den Antrag zurück, so gönnt er der Opposition einen Erfolg und man wird interpretieren, dass die SPÖ einen „schlechten“ Antrag hier und heute zur Abstimmung gestellt hat. Lässt er abstimmen und fährt er über die Opposition drüber, so nimmt er in Kauf, dass die SPÖ die Verantwortung alleine trägt. Womit wir ein wunderschönes Wahlkampfthema für die Gemeinderatswahl nächstes Jahr hätten. So einfach ist das. Szene 7 Der Rädelsführer des Aufstandes ist Bernhard Wurzer (ÖVP), er scheint auch der einzige mit einem Plan. Als „selbst betroffener Anrainer“ schafft er es auch Details der Problematik beim Namen zu nennen. Er hört nicht nur die Zwischenrufe der Zuhörer – die mittlerweile teilweise in Rage sind und kläffen und plärren, während die Frequency-Unterstützer kopfschüttelnd in Deckung gehen – er reitet auf einer Welle irgendwo zwischen Populismus und Demagogie. Keine Frage, Wurzer schafft ein technisches KO gegen Stadler, der auf sowas sicher nicht vorbereitet war. Die Zuhörer feuern ihn an und in bester „Call-and-Response“-Manier eines Gospel-Predigers antwortet er ihnen auf ihren Applaus: „Lasst’s euch Zeit, es kommt noch mehr!“

Szene 9 Bürgermeister Stadler unterbricht die Sitzung und versammelt hinter einer Polstertüre die Fraktionschefs. Die weniger Wichtigen dürfen derweil – wenn sie sich trauen – mit dem Volk auf der Terrasse rauchen und diskutieren. Spieler des Matches wird übrigens SPÖ-Stadtrat

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Fuhs: „Wart’s ihr nicht auch mal jung?“ Nach mehr als einer Stunde geht die Sitzung weiter. Stadler führt grinsend sinngemäß aus, dass grundsätzlich eh alle für das Frequency seien, so wie beim letzten Parteiengespräch vor dieser Gemeinderatssitzung schon besprochen. Heute seien offenbar doch noch „Unklarheiten“ aufgetaucht und damit die geklärt werden können, wird eben erst in der nächsten Sitzung darüber abgestimmt. Kurzum: Danke fürs Vorbeischauen! Ja, das war’s für heute, auf Wiedersehen und lassen Sie den Schirm nicht stehen. Die Zuhörer schauen blöd, entscheiden sich dann aber doch, das Ganze als Erfolg zu sehen. Die Opposition schaut auch blöd, sie hat nun für vier Wochen lang ein Powerplay gegen Stadler und kann ihn und das Frequency ein Monat lang vor sich hertreiben. What a night!

ist. Eine Tatsache, die ohnehin niemand ernsthaft bestreitet. Tatsächlich ist der Zuhörerbereich wieder bis auf den letzten Platz gefüllt, dieses Mal jedoch mit jungen Menschen, die ihre Unterstützung für das Festival zum Ausdruck bringen. Der Magistrat hat eigene „Aufpasser“ geordert „damit alles ruhig bleibt und sich die Befürworter und Gegner nicht in die Haare kriegen“. Doch die wären gar nicht nötig. Scheinbar ist der Elan der Gegner verschwunden. Oder sie machen jetzt auf „außerparlamentarische Opposition“? Rechtsanwalt? Umweltanwalt? UNO? Szene 2 Die Sitzung beginnt. Stundenlang quälen sich freiwillig und unbezahlt anwesende Bürger und Bürgerinnen durch das, was die Politiker ihnen erbarmungslos vorsetzen. Da wird zur allgemeinen Zermürbung der Anwesenden beispielsweise von einer roten Gemeinderätin langatmig darüber referiert, dass die „Errichtung des Brunnens IVa am bestehenden Brunnenfeld 4“ ein nachhaltiger Meilenstein für die Geschichte St. Pöltens sein soll. Gute Frau. Liebe SPÖ. Eine nachhaltige Trinkwasserversorgung ist ja wohl das No-Na-Ned einer kommunalen Aufgabe? Sparen Sie sich dafür Ihr sinnloses Eigenlob.

Szene 10 In den nächsten Wochen blüht die St. Pöltner Parteipolitik zwischen Kleinkaro und Engstirn zur Höchstform auf. Die dankbaren Medien spielen mit und schon werden die berechtigten Interessen der Anrainer als Pfand für parteipolitisches Kleingeld missbraucht. Ein Festival um das sich ganz Österreich reißt, wird öffentlich zur Diskussion gestellt – von angeblichen Spitzenpolitikern dieser Stadtparteien. Die Parteisekretariate von ÖVP und SPÖ überbieten sich gegenseitig mit verzichtbaren Presseaussendungen. Den Vogel schießt Markus Krempl, St. Pöltner Obmann der Jungen Volkspartei (JVP) ab. Er gründet die Facebook-Gruppe „Tote Hosen statt Tote Hose – Pro Frequency“ und fordert, dass das Festival in St. Pölten über die Bühne geht – aber bitte ohne Schaden für Umwelt und ohne Nachteile für Anrainer. Krempl meint, Bürgermeister Stadler soll zurücktreten, weil er das Frequency mit seiner dilettantischen Politik gefährde. Eine klare Ansage, dass er eine andere Meinung vertritt, als seine Parteifreunde im Gemeinderat, schafft er nicht. Hinter den Kulissen wird den Herrschaften aber allmählich klar, dass sie hier gerade an einem Ast sägen, der so schnell nicht nachwachsen wird. Und auf dem sie alle mitsammen sitzen.

Szene 3 Das erste Mal wetzen Rot und Schwarz ihre Klingen, als es um die „Neugestaltung der Brunngasse und Franziskanergasse“ geht. Politisches Geplänkel, das blitzschnell unter das Niveau des oft zitierten Wirtshaustisches absackt. Nach rund zwei Stunden hat Bernhard Wurzer offenbar Mitleid mit dem anwesenden Volk und merkt vorwurfsvoll in Richtung SPÖ an, diese sei schuld, dass das Thema Frequency auf den letzten Punkt der Tagesordnung gesetzt wurde. Woraufhin ihn Bürgermeister Stadler korrigiert: Es sei nicht der letzte Punkt, sondern Punkt 24 von 25. Die Zuhörer schauen sich gegenseitig fragend an, finden aber keine Worte. Szene 4 Die Zermürbungstaktik ging nicht auf, die Zuhörer haben durchgehalten. Endlich ist der vorletzte Tagesordnungspunkt erreicht: „Vereinbarung mit der Musicnet Entertainment GmbH betreffend der Veranstaltung Frequency 2010“. Nun wird sich weisen, was sich seit dem letzten Gemeinderat, den zahlreichen Medienberichten und einem neuerlichen Parteiengespräch hinter verschlossenen Türen unter abermaligem Beisein des Veranstalters alles geändert hat. Die erste Wortmeldung erteilt Stadler dem jungen Gemeinderat Max Wallner (SPÖ). Der SJ-Mann dürfte bei der erfolgreichen Mobilisierung der Pro-Ak-

II. Aufzug, Rathaus zu St. Pölten, diverse Politiker und gemeines (mehrheitlich junges, lethargisches) Volk Szene 1 26. April 2010. Wieder tagt der ehrenwerte Gemeinderat. Wieder ist das Frequency causa prima. Rund fünfzig Jugendliche haben sich direkt vorm Rathaus zur „Camping Attacke“ versammelt. In Facebook haben sich über 1000 Menschen in Gruppen gefunden, die zeigen wollen, dass die St. Pöltner Bevölkerung mehrheitlich für das Festival

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MFG URBAN tivisten vorm Rathausplatz nicht unbeteiligt gewesen sein, der Erfolg steht ihm ins grinsende Gesicht geschrieben. Er schafft es mit einer extrem polarisierenden Rede zwar die Seinen (im Auditorium) zu beglücken, von Kompromissbereitschaft bzw. einem „Gesicht wahren lassen“ des politischen Mitbewerbs hält er aber nichts. Es freue ihn, dass dieses „Mammutevent nun gemeinsam durchgezogen wird“ und dass die anderen zur Vernunft gekommen sind. Er geißelt den Schaden, den die Opposition angerichtet habe. Silvia Hehei von den Grünen kämpft sicht- und hörbar mit sich: „Mir kommt das Kotzen!“

dem Müll ist ja ein gesellschaftliches Phänomen, das haben wir nicht nur beim Frequency.“ Aha. Hier tritt Bernhard Wurzer – bis jetzt verdächtig still – auf den Plan. Er will es noch mal wissen und legt sich den Ball zum Ehrentreffer des heutigen Abends auf: Wenn die Politiker schon so gescheit sind, dann sollen sie auch ein Vorbild sein. Er stellt den Antrag, dass am Wochenende nach dem Frequency alle Gemeinderäte gemeinsam Müllklauben gehen – sofern die Putztrupps des Veranstalters noch Müll übriggelassen haben. Da fällt Silvia Hehei die Kinnlade runter. Ob das sein ernst ist? Na klar.

Szene 5 Die Oppositionsparteien ÖVP und FPÖ inszenieren ihren Triumph, sie hätten Stadler in die Knie gezwungen, er hätte nun ihre Anregungen in den Deal einfließen lassen. Ein Magistratsmitarbeiter, der bei den Parteiengesprächen dabei war, zuckt da kurz auf und schüttelt dann den Kopf: „Denen mussten wir mehrmals den Vertrag erklären, zum Anregen hatten die gar nichts.“ Stadtrat Hermann Nonner hingegen bleibt sich selbst treu: Er stimmt nicht zu, weil: „Ja zum Frequency, Nein zum Campen an der Traisen“. Da kann man ihm nicht helfen. Wenn man baden will, wird man halt nun mal auch nass…

Szene 7 Am Ende des Tages stimmen die Damen und Herren im Gemeinderat für die Vereinbarung zwischen Magistrat und Veranstalter, also „für das Frequency“. Einzig Hermann Nonner stimmt dagegen. Den Zusatzantrag zum gemeinsamen Müllsammeln unterstützen alle – bis auf die Grünen. Was wohl als Protest gegen politischen Aktionismus gemeint war, wird tags darauf von der SPÖ-Zentrale als Abkehr von grünen Werten gebrandmarkt. Den drei grünen Damen ist’s wahrscheinlich auch schon egal. Die rund 50 anwesenden Nicht-Politiker haben es jedenfalls nach rund sechs Stunden geschafft. Sie haben bis zum Ende durchgehalten, waren Zeugen, wie Politik gemacht wird und können nun getrost gehen. Zum Glück. Länger hätten sie es wohl nicht mehr ausgehalten.

Szene 6 Ein SPÖ-Gemeinderat glänzt mit der klugen Anmerkung: „Das mit

Zukunftschance aufs Spiel gesetzt KOMMENTAR von Michael Müllner

Gibt es überhaupt einen St. Pöltner, der nicht mitbekommen hat, dass im Gemeinderat über das Frequency „gestritten“ wurde? Warum also nochmals aufwärmen? Weil es nicht per se um die Causa Frequency geht, sondern um die Frage: Wie wird hier Politik gemacht? Hätte Stadler im Sommer klare Worte gefunden, hätte er sich den ganzen Zirkus erspart. Die Ansage hätte so gelautet: „Das Frequency war ein großer Erfolg für St. Pölten, wir freuen uns auf eine Neuauflage, verlangen jedoch, dass nach der Veranstaltung an der Traisen wieder alles so aussieht, wie vorher.“ Wie der Veranstalter das hinbekommt ist sein Problem. Unsinnige Inputs von ihre Kompetenzen überschreitenden Lokalpolitikern sind verzichtbar. Die Evaluierung von Konzepten und das Prüfen auf Machbarkeit obliegt hoffentlich den Profis bei der zuständigen Behörde! Der wirkliche Skandal ist also, dass Politiker aufgrund von parteipolitischen Interessen eine gewaltige Zukunftschance aufs Spiel setzen. Ein öffentlich ausge-

tragener Streit darüber, ob ein wirtschaftliches und imagebildendes Geschenk wie das Frequency-Festival in St. Pölten stattfinden darf... das ist so bizarr, das kann nur real sein. Nennen wir es beim Namen: Es ist das gute Recht von Anrainern dagegen zu sein und ihre Meinung zu äußern (auch auf respektlose Art und Weise, wenn sie zu mehr nicht fähig sind). Von Parteipolitikern jedoch müssen wir verlangen, dass sie nicht mehr Schaden für unsere Stadt anrichten, als unbedingt nötig. Betrachten wir die aktuelle Verfassung von St. Pölten, so ist der Megaevent ein Lottogewinn. Wer den gefährdet, kann nicht für voll genommen werden. Und dass die Zukunft düster ist, zeigt ein Blick auf Facebook. Da wirft sich roter und schwarzer Nachwuchs mit gleicher Inbrunst in den Kampf PRO Frequency, scheitert aber an einer gemeinsamen Stellungnahme. In der Sache einig, aber zu einer gemeinsamen Stellungnahme unfähig. Stattdessen hussen. Das ist St. Pölten. Eine prototypisches Stück Österreich.

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TEXT: JOHANNES REICHL Fotos: HERMANN RAUSCHMAYR

Sandwiches, nicht Burger!

Erinnern sie sich an den Film Subway? Ein erblondeter Christopher Lambert hetzt durch die Pariser Métro. Was das mit Wolfgang Leeb zu tun hat? Nicht allzuviel, außer zweierlei: Der Blondschopf ist auch sein Markenzeichen, und Subway spielt in seinem Leben ebenfalls keine unwesentliche Rolle, wenngleich sein Weg nicht in den Pariser Untergrund, sondern direkt nach Milford in Connecticut und St. Pölten führte.

Wir treffen den Unternehmer an einem der wenig schönen Maitage im

darüber gab es nur mehr meinen Mentor.“ Dessen Name ruft ein Aha-Er-

Café Schubert. Leeb kommt mit leichter Verspätung und gewinnendem

lebnis hervor: André Rettberg. Hochgejubelter Wirtschaftswunderwuzzi,

Lächeln auf den Lippen, ein weiteres Markenzeichen des Mitvierzigers:

vom TREND dereinst zum „Manager des Jahres“ gekürter Überflieger,

Stets gut gelaunt, kontaktfreudig, dynamisch. Ein Gestus, der sich auch in

wie späterhin tief gefallener und fallengelassener Engel, dessen Prozess

seiner Kleidung ausdrückt – Jeans, Poloshirt, dazu ein trendiges Blouson.

auch fast 10 Jahre nach der 332 Millionen Euro schweren LIBRO-Pleite noch immer nicht eröffnet worden ist, und der auch seine an einer Ne-

Leeb is a DJ. Angefangen hat eigentlich alles als DJ. „Von 1979 bis etwa

benfront ausgefasste achtmonatige Haftstrafe wegen Verschleierung des

1985 hab ich das recht aktiv betrieben.“ Auf seinem musikalischen Spei-

Privatvermögens noch immer nicht antreten musste. Was das für ein

seplan standen 80’er Heroes á la Duran Duran „aber auch die Bee Gees

Mensch war? „Ein absoluter Topmanager – bis zu einem gewissen Punkt

waren damals ganz fett“, schmun-

zumindest – der sich alles selbst

zelt Leeb und fügt schwelgerisch

beigebracht hat. Und ein Worka-

hinzu, „wobei wir damals weniger

holic. Wir haben 14-16 Stunden am

gemischt, sondern mehr angesagt

Tag gemeinsam gearbeitet, sieben

haben.“ Der gelernte Sportarti-

Tage die Woche.“ Für Leeb späte-

kelverkäufer wollte alsbald sein

stens nach seiner Heirat und dem

musikalisches Hobby zum Beruf

im Anmarsch befindlichen Filius

machen und Radiomoderator wer-

ein nicht mehr tragbarer Arbeitsall-

den. „Aber das hat nicht geklappt. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich als 15 jähriger hochnervös

Subway ist nach McDonalds der zweitgrößte Fastfood-Anbieter der Welt. In Österreich gibt es gerade einmal vier Lokale, eines davon in St. Pölten!

tag und der Moment, sich beruflich neu zu orientieren. Er macht sich selbständig, und er macht das, was

vor Gotthard Rieger vorgesprochen habe.“ Eine der wohl wenigen be-

er am besten kann: einkaufen.

ruflichen Niederlagen in seinem Leben. So blieb Plan B: Ein Job in der

Basierend auf seinem über Jahre erarbeiteten Know How und seinem

Schallplattenindustrie sollte es werden. Dieser führte zunächst in die

dichtgestrickten Netzwerk vertreibt er Tonträger, Spielfilmvideos, DVD‘s,

Niederungen der Ebene – Leeb wird Schallplattenverkäufer bei Hartlauer.

Software und zuletzt – nachdem er zwischenzeitig nocheinmal für zwei

Zwei Jahre später wechselt der dynamische Jungspund zu LIBRO. Hand

Jahre von LIBRO als Zentraleinkäufer angeheuert wird, „aber es war nicht

in Hand mit dem kometenhaften Aufstieg der Buchhandelskette geht

mehr dasselbe, das Unternehmen war zu dem Zeitpunkt schon extrem

auch Leebs Karriereweg steil bergauf. „Ich hab als Schallplatteneinkäu-

in Bewegung“ – Videospiele. „Mit Two Worlds haben wir 2007 sogar ei-

fer für 22 Filialen begonnen. Am Schluss waren es 122!“ Zuletzt wird er

nen Nr. 1 Verkaufstitel gelandet“, erinnert er sich. Zu diesem Zeitpunkt

Einkaufsleiter des gesamten Unternehmens „das war das höchste Level,

ist er schon Generalimporteur für Handelsketten wie LÖWA, Hofer, Spar,

– 22 – MFG


MFg urban

„Über subwaY bin ich Per ZuFaLL Durch ein inserat iM wirtschaFtsbLatt gestOLPert“ WOLFGANG LEEB

Zielpunkt, BILLA etc. gewesen, kurzum macht Business im großen Stil. Dennoch erkennt er ab 2005 die Zeichen der Zeit. „Es war absehbar, dass die internationalen Firmen über kurz oder lang eigene Niederlassungen für ihren Vertrieb aufbauen“, kurzum auf Zwischenhändler zusehends verzichten werden.

MiLFOrD caLLing. Leeb beginnt nach Alternativen Ausschau zu halten.

zu kontrollieren hat.

„Und da bin ich – mehr per Zufall – über ein Subway-Inserat im Wirt-

Um den Job zu ergattern – in Österreich gibt es gerade einmal drei (!)

schaftsblatt gestolpert, in dem man Franchisepartner gesucht hat.“ Mit

Development Manager – musste Leeb ein ausgefeiltes Konzept samt

dem US-amerikanischen Fastfood-Riesen, der aktuell 32918 Restaurants

Business- und Expansionsplan erarbeiten. Dieses fand in Milford Anklang,

in 92 Ländern betreibt, hat er bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich et-

so dass der Österreicher in die Konzernzentrale eingeladen wurde, um

was am Hut. „Aber mir hat das Grundkonzept getaugt, dass vor deinen

seine Ideen persönlich vor 15 der höchsten Subway-Manager zu präsen-

Augen dein Gericht so zubereitet wird, wie du es haben möchtest, mit

tieren. Mit Erfolg! Leeb wurde mit der Mission beauftragt, eine alles an-

viel frischem Salat und Gemüse. Sozusagen eine gesündere Alternative

dere denn einfache. So sollen laut Plan in den nächsten 10 Jahren unter

zu anderen Anbietern – das war für mich ein schlüssiges Konzept.“ So

seiner Obhut 41 weitere Subway-Restaurants in Wien entstehen – aktuell

schlüssig, dass er 2008 seine eigene Filiale in St. Pölten eröffnet – die

gibt es eines! Warum gerade 42 insgesamt? „Das ist um eines mehr als

erst vierte in Österreich überhaupt!

Mc Donalds“, schmunzelt Leeb und verweist auf die Firmenphilosophie

Dem geht eine Reise in die Konzernzentrale in Milford voraus, wo er Fran-

„Marktführerschaft!“

chisekurse belegt und „Subway“ sozusagen von der Pieke auf lernt. „Ich

Der Mann liebt Herausforderungen. Der Erfolg ist ihm durchaus zuzu-

wollte mir das bewusst dort anschauen, wo die Idee herkommt, wo Sub-

trauen. So bleibt mir zuletzt nur mehr das Versprechen, „dass ich jetzt

way ein ‚gelerntes’, alltägliches Produkt ist.“ Was ihn in den USA neben

einmal auf einen Burger vorbeischaue!“ Ein herrlicher Fastfood Faux

der schlüssigen Subway-Firmenphilosophie sowie dem konsequenten,

Pas, den Leeb aber gelassen nimmt. „Sandwiches!“, bessert er mich mit

einheitlichen Markenauftritt besonders beeindruckt, ist aber vor allem

einem Lächeln auf den Lippen aus. Genau!

Subway-Gründer Fred DeLuca – nebstbei mit einem geschätzten Vermögen von 1,7 Milliarden Dollar einer der reichsten Menschen der Welt. „Ich durfte ihn bis dato mehrmals persönlich treffen. Eine absolut beeindru-

WM 2010 IM EGON

ckende Persönlichkeit! Er ist ein sehr feinsinniger Mensch, hört gut zu, hat einen scharfen Verstand und extreme Ausstrahlung. Die wichtigsten Entscheidungen im Unternehmen trifft nach wie vor er!“ Zurück in Österreich setzt Leeb die Erfahrungen um. Obwohl er im Vorfeld der Lokal-Eröffnung mit Unkenrufen á la, „in St. Pölten funktioniert das nie“ konfrontiert wird, ist er von Anfang an vom Erfolg seines Restaurants sowie dem Standort in der Brunngasse entlang des Schülertrampelpfades überzeugt. „Für mich war klar, dass ich das Lokal hier in meiner Heimatstadt eröffne!“ Nach einem regelrechten Anfangshype „wir

11.Juni bis 11.Juli 2010

haben am ersten Tag über 600 Sandwiches verkauft“, und einer mageren Zwischenphase, ist das Lokal nunmehr voll auf Erfolgskurs und platzt aus allen Nähten. „Ich habe kein Büro, selbst für meinen Laptop ist zuwenig Platz“, nimmts Leeb mit Humor und schmiedet bereits Expansionspläne.

Alle Spiele live

„Vielleicht eröffne ich mittelfristig ein zweites Lokal in St. Pölten.“ Mögliche Orte scoutet er bereits, fix ist aber noch nichts. Jedenfalls möchte

auf Großbildleinwand

er in der Hauptstadt quasi Platzhirsch bleiben „immerhin habe ich Sub-

in der EGON ARENA

way nach St. Pölten gebracht.“ Er wird aber auch nach Wien im übertragenen Sinne Subway bringen. Seit dem Frühling ist Leeb nämlich Subway Development Manager für die Bundeshauptstadt. „Meine Aufgabe ist es, den Wiener Markt aufzubauen sowie die Franchise-Partner zu unterstützen und zu begleiten.“

Fuhrmannsg. 15 - 3100 St. Pölten 02742-21424 - office@musikcafe-egon.at

Das heißt vorab überhaupt einmal potentielle Betreiber zu finden, diesen bei der Suche nach geeigneten Mietobjekten behilflich zu sein, die Lo-

www.musikcafe-egon.at

kale – in Abstimmung mit der Zentrale in den USA – zu planen, bei der Personalsuche unter die Arme zu greifen und das Personal zu schulen, damit die Standards umgesetzt werden, deren Einhaltung Leeb ebenfalls – 23 – MFG


MFG URBAN

MASKEN von Primadonna „Dresscode: Verkleidung!“, lese ich auf der Einladungskarte zur lustigen Themenparty. Na bestens! Alles, was mein Kleiderschrank an Verkleidungen zu bieten hat, ist nur bedingt tragbar: „Stubenmädchen Mitzis“ Lackkleidchen, „Schwester Martinas“ Uniform…. Und ich habe so gar keine Lust, mir als abenteuerlustige Piratin ein Auge abzudecken, mir als Pippi Langstrumpf eine Perücke mit zwei orangen Zöpfen aufzusetzen oder mir als Red bull Dose Flügeln wachsen zu lassen.

Der Rad-Arbeiter

TEXT: Mathias Kirner Fotos: Hermann Rauschmayr

So stellt man sich einen Fahrradkurier wohl eher nicht vor: Ruhig rollt Peter Kaiser auf seinem City Bike mit Anhänger dahin. Wir sind unterwegs in der St. Pöltener Fußgängerzone, wo Kaiser seinen ersten Auftrag an diesem Tag hat: Ein Lebensmitteleinkauf für eine Innenstadtbewohnerin. Das beginnt beim Abholen des Einkaufszettels und endet mit der Lieferung des Einkaufs in die Wohnung, wenn gewünscht auch samt Einräumen in den Kühlschrank.

E-R Für Sie wie Sch

Kaiser, mit seinem Unternehmen Räderwerk seit April aktiv, sieht sich als Fahrrad-Dienstleister auf mehreren Standbeinen. Neben Einkaufsfahrten für alle, die diese nicht selbst erledigen könIch schlüpfe sowieso ständig in verschie-

nen oder wollen, macht er klassische Botenfahrten für Firmen, verteilt Werbemittel und stellt

denste Rollen. Es beginnt mit meiner „Be-

sich als Werbeträger zur Verfügung. Nebenbei vertreibt er auch noch Fahrradanhänger.

rufsmaske“, die ich aufsetze, wenn ich

Mit der „romantisierten Vorstellung“ eines Fahrradboten hat das nichts gemein: „Wir sind in kei-

morgens in die Arbeit fahre. Sie ist kreativ,

ner Großstadt, wo man pro Einsatz mindestens drei Fußgänger an den Rand eines Herzinfarkts

geduldig und engagiert. Dann wär da noch

bringen muss.“ Den Vorteil eines Kuriers auf Pedalen, nämlich die Schnelligkeit, nimmt Kaiser

die „Tochtermaske“, die nicht mehr raucht,

dennoch für sich in Anspruch. Andererseits habe Zeit in seinem Konzept auch eine andere Be-

sich nach dem werten Empfinden erkun-

deutung: den Kunden Aufmerksamkeit schenken, ihnen ein Ohr leihen. Kaiser schmunzelt: „Ich

digt und gerne gut gemeinte Ratschläge

rede sehr gerne mit Leuten.“

annimmt. Meine „Muttermaske“ verändert

Was, abgesehen vom Reden, motivierte Kaiser, der zuvor Filial- und Bereichsleiter bei Thalia war,

beim Aufsetzen sofort Tonhöhe und Spra-

den Schritt in die Selbstständigkeit mit diesem ungewöhnlichen Geschäftsmodell zu wagen?

che und gibt mir nachts um drei die Energie

„Der ethisch-ökologische Aspekt steht für mich stark im Vordergrund“. Außerdem bereite ihm

liebevoll wiegend durch die Wohnung zu

Radfahren Kaiser schon immer Vergnügen.

wandeln. Ich habe auch mehrere „Freundinnenmasken“. Je nach Bedarf krame ich die

Das Unternehmen befindet sich zum Zeit-

mitfühlende Zuhörerin hervor, die optimale

punkt des Gesprächs mit MFG Ende April

Shopping-Beraterin,

Konzertinteres-

noch am Anfang. Kaiser wirbt für sein Ge-

sierte, das Partyluder. Für eine besondere

schäft – u. a. bei Marktstandlern und auf

Freundin werde ich sogar zur Hundeliebha-

Pfarrkränzchen – und baut Kooperationen

berin, obwohl sie mir diese Rolle glaub ich

auf. Doch schon in einem halben Jahr

eh nicht ganz abnimmt. Ein Wunderding ist

möchte er vom Räderwerk leben können.

meine „Liebesmaske“. Sie hat alles drauf,

Ob seine Idee nicht zu idealistisch ist?

was man so braucht. Mal tut sie unschuldig

„Das Konzept ist durch die verschiedenen

auf Kindfrau, ist schutzbedürftig und schaut

Standbeine realistisch. Ich bin überzeugt,

glubschäugig in die große Welt, mal ist sie

dass der Bedarf da ist.“

die

femme fatale, lebenslustig, sinnlich und exzessiv. Doch sosehr mich all diese Masken behüten und mir Sicherheit geben, so gerne streife ich sie auch ab, um ganz ich selbst sein zu können. Denn das bin ich wirklich gerne! Und wer mich besser kennt, hat mich sowieso längst durchschaut!

„Wir sind in keiner Großstadt, wo man pro Einsatz mindestens drei Fußgänger an den Rand eines Herzinfarkts bringen muss.“

– 24 – MFG

E-R


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Alles andere ist Spielzeug.


MFG URBAN

Kleine GroSSgeister

TEXT: Johannes Reichl Fotos: Hermann Rauschmayr

Wenn man heute eine Reise unternimmt, dann nur mehr mit Navi. Ich etwa habe mich mittlerweile derart in die Abhängigkeit von den lustigen kleinen Reisebegleitern gebracht, dass ich ohne Navi befürchten müsste, in Novosibirsk zu landen, obwohl es eigentlich nach Amstetten geht. Aus dem Fahrtenbuch eines Chefredakteurs.

Ein

ein

sterische „REEEEECCCHHHHTS, bist wahnsin-

sich anschickt, in Niederösterreichs kleinste

stolzes, geradezu mondänes Großhofen! Und

nig, willst uns umbringen“ kommt dann hinge-

Gemeinde zu pilgern – habe ich zumindest

mit der von mir oberflächlichem Schnösel an-

gen von meinem Beifahrer, der uns schon im

bislang geglaubt. Denn ganz ehrlich – was

genommenen Abgeschiedenheit á la „Wo noch

Acker liegen sieht. Wahrlich – so scharf rechts

assoziieren sie so ad hoc mit dem Terminus

nie ein Mensch zuvor gewesen ist“, ist es auch

war eine Kurve noch nie in meinem Leben, ge-

„kleinste Gemeinde“? Einöde? Abgeschieden-

nicht weit her. Zwar führt uns das Navi von St.

fühlte 170 Grad mindestens! Im Anschluss tu-

heit? Ein bisschen verschrobene, schrullige

Pölten aus über eine Stunde lang in den Bezirk

ckern wir (nach diesem Schock traut man sich

Eingeborene, deren kleine Welt irgendwo in

Gänserndorf, der für mich das personifizierte

nicht mehr schneller als 40km/h zu fahren)

den 60’ern (nicht dem progressiv aufbegeh-

Fleckchen österreichischer Ödnis schlecht-

noch einige Minuten dahin, umgeben von Feld-

renden Teil versteht sich) steckengeblieben

hin darstellt, aber irgendwie fährt man dann

ern, Feldern und – Feldern. Und da fällt es mir

ist? Deixfiguren in Trachtenjankern, karierten

doch ganz flott auf der Autobahn dahin, bis

wie Schuppen von den Augen (denn nachdem

Hemden und verhaltensoriginellen Hüten auf

man plötzlich in Breitensee herausgespült wird

man ja nur mehr aufs Navi vertraut und eine

dem Kopf oder zumindest einem schneidigen

und draufkommt, dass man ja in Wien ist und

klassische Landkarte ein Fall für ewiggestrige

Raiffeisen-Quaxidress? Hochgeistige Stamm-

– die vielleicht erschütterndste Erkenntnis die-

Retrofreaks ist, weiß man von Topographie &

tischrunden á la „Oiso I wö den Göring“ – „A

ser Reise – hier, nicht viel weiter entfernt als

Co. der Zieldestination genau nichts): Wir sind

geh, Trottel, der haßt Gehring“. Viel Land-

Brunn/Gebirge und staubereinigt wohl ebenso

im Marchfeld! Captain Iglos Land! Hier gibt

schaft, wenig Zivilisation? Rauhe Winter und

schnell erreichbar – ein IKEA steht! Und einen

man ihm zwar – hohoho – all sein Gold nicht

schwüle Sommer, mit Gelsenplage versteht

Sprung weiter, nicht weit vom großen Wien

in Form von Fischstäbchen, dafür besteht sein

sich? Jaja, man zimmert sich so seine kleinen

liegt es – das kleine Großhofen.

großer Fang vorwiegend in grünem (Jung)Ge-

Navi ist erst recht vonnöten, wenn man

Klischeebildchen als Pseudostädter – und

fuchsundhasegutenachtsagen.

Sondern

müse. Aber auch Zuckerrüben und Getreide

dann das! Schon der Name der mit 92 Per-

Scharf rechts.

sonen kleinsten Gemeinde des Landes macht

noch eine Schikane, die selbst Routiniers wie

Großhofen selbst begrüßt uns neben dem obli-

uns gehörig einen Strich durch die Rechnung:

Michael Schuhmacher in die Bredouille bringen

gatorischen Ortsschild mit einem kleinen, eini-

Nix Hintertupfing. Nix Unterstinkenbrunn. Nix

würde, überleben. „Rechts abbiegen. Scharf

germaßen mehr Aufmerksamkeit erregenden

Schweinern

rechts“, meint das Navi emotionslos, das hy-

grünen Hinweispfeil zur „Autoklinik“! Dabei

oder

Wosichnichteinmalmehr-

Vorher muss man freilich

spielen eine Rolle.

handelt es sich um einen der wenigen angesiedelten Betriebe und – alsbald – auch um eine neue Tourismusattraktion. Denn der Besitzer Erich Müller hat seine private Sammlung von Oldtimern, alten Kutschen, historischen Kinderwägen, Kinderrollern etc. mit viel Liebe zum Detail ausgestellt und macht seinen Schatz ab 3. Juli der Öffentlichkeit zugänglich. Damit, das muss man selbst als eingefleischter Großhofner Patriot eingestehen, hat es sich aber auch schon wieder mit den Attraktionen des Ortes. Wir zweigen von der Hauptstraße link ab und

Reist man in die kleinste Gemeinde Niederösterreichs, kommt man mit allerlei Klischeebildern im Kopf an – nur die wenigsten werden bestätigt.

– 26 – MFG


fahren einen langgezogenen Platz entlang,

gibt es gerade einmal noch vier Vollerwerbs-

„Wir sind insgesamt 13 Gemeinderäte. Sit-

vorbei an der Kapelle und parken uns vorm

bauern. Viele unserer Einwohner fahren nach

zungen gibt es mindestens viermal im Jahr!“,

Gemeindeamt ein. Ein kleiner, schlichter Klotz,

Wien arbeiten – das Donauzentrum ist ja in 20

so Weichhand. Dazwischen finden auch Vor-

der die wunderbare Eigenheit besitzt, dass er

Minuten erreichbar, auch der Bus fährt vier,

standssitzungen statt, und beim Rechnungsab-

– im Übrigen gar nicht untypisch (endlich ein-

fünfmal am Tag hin.“ Abgeschieden von der

schluss gibt’s eine Extrasitzung.

mal ein Klischee erfüllt!) – mit der Feuerwehr

Zivilisation – ein Fremdwort. Früher, erzählt

Die politischen Verhältnisse sind – noch ein

zusammengewachsen ist. Das freilich ist – um

Weichand, gab es noch fast ausschließlich

ländliches Klischee erfüllt, na geht ja doch –

ein regionales, sehenswertes Beispiel zu zitie-

Bauern im Dorf, auch Viehwirtschaft wurde

klar aufgeteilt: 10 ÖVP Mandataren stehen 3

ren – bei weitem nicht so skurril wie die direkt

betrieben, „aber das rentiert sich einfach nicht

SPÖ Mandatare gegenüber. „Eine Zeitlang gab

in die Kirche (!) integrierte Raiffeisenbank in

mehr.“ Heute kranke es prinzipiell am System.

es gar keine SPÖ, weil sich keiner aufstellen

Innermanzing. Welch Symbolik! Die Kirche un-

Die Arbeit der Bauern als solche werde nicht

hat lassen“, erinnert sich Weichhand. Ob ihn

term Giebelkreuz!

anerkannt, die Preise seien beschämend

das gefreut hätte? „Nein, jeder hat seine Auf-

„Ohne Förderung ginge es gar nicht mehr. Da-

gaben bei uns. Der Vize ist zum Beispiel auch

Die Tafelrunde. Während

wir auf den Bür-

germeister warten, studieren wir das Messingschild beim Eingang. „Sprechstunden jeden Mittwoch 17.15 – 18.15“ Nicht gerade üppig

„Ganz Ehrlich: Parteipolitik auf Gemeindeebene ist doch absoluter schwachsinn!“

„Aber die Bürger können im Bedarfsfall ins

bei wäre jeder Landwirt froh, wenn er ehrlich

Feuerwehrkommandant

benachbarte Markgrafneusiedl fahren, wo der

für seine Arbeit bezahlt wird – aber so wird es

Multifunktionäre also – in einer Kleingemeinde

Amtsvorsteher auch für Großhofen zuständig

immer als Subvention hingestellt“, ärgert er

unumgänglich. Weichand selbst etwa ist nicht

ist “, erklärt Bürgermeister Georg Weichhand,

sich. Nicht zuletzt deshalb sei der Beruf auch

nur Bürgermeister, sondern seit 1992 auch

der heraustritt. „Wenn Sprechstunde ist, heiz

nicht mehr attraktiv für den Nachwuchs. „Nach

Obmann des Fußballvereins Markgrafneusiedl,

ich im Winter auch vorher ein“, entschuldigt

mir ist mit unserem Hof Feierabend. Mein Sohn

der in der zweiten Klasse Marchfeld kickt. „Das

er sich für die frostigen Temperaturen drinnen.

ist Maurer, den interessiert das nicht.“

macht fast mehr Arbeit als für die Gemeinde“,

Weichhand wirkt bodenständig, sympathisch

Wir setzen uns im Sitzungssaal zusammen.

lacht der Fußballnarr, der schon als kleiner Bub

und er erfüllt zu meiner Freude ein weiteres

Der langgezogene, wuchtige Tisch mit den

die Packeln für die Nachbargemeinde zerris-

meiner

Kleinste-Gemeinde-Niederösterreich-

grünbezogenen Sesseln rundherum erinnert

sen hat und dort auch zur Schule ging. Und

Klischees: Er ist Landwirt! Er erfüllt es aber nur,

ein bisschen an die Tafelrunde – und so weit

wieviel Arbeit macht die Gemeindearbeit aus?

um es gleich wieder zu widerlegen. „Bei uns

entfernt liegt man mit dem Vergleich gar nicht.

„Ich schätze so ca. 10 Stunden pro Woche“,

– 27 – MFG

und

Jagdpächter.“


„Sie werden hier keinen einzigen finden, der für die Aufgabe der Selbständigkeit ist. Wir sind Grosshofner“

– 28 – MFG


MFG URBAN

Politischer Alltag in Großhofen. BGM Weichand im Gemeindeamt, wo er mit seiner 13 köpfigen „GemeinderatsTafelrunde“ viermal im Jahr tagt. Amtsstunden finden einmal in der Woche statt, das Proramm für die nächste Legisaturperiode passt auf einen A4 Zettel.

rechnet Weichhand hoch. Dafür bekommt er

det wird, und hab mir gedacht, dann mach ich

spektakulär, ja geradezu keimfrei aus. Anstatt

ein Salär von 540 Euro/Monat – und bricht da-

es gleich selbst. Ich bin so ein Mensch.“

Bashings des Mitkonkurrenten und primitivem

mit das Gesetz. „Vom Gesetz wären 16% eines

Kurzum, es gibt sie noch, die politischen Ide-

Populismus, beschränkt man sich schlicht

Nationalratsalärs vorgeschrieben. Aber wenn

alisten, die sich auch, wenn man Weichand

und einfach auf Hausbesuche sowie eine Lei-

ich das ausbezahlte, würde das über die Hälfte

Glauben schenken darf, nicht vom politischen

stungsbilanz samt Zukunftsplänen auf einem

des Gemeindebudgets schlucken“, schüttelt er

Alltag verderben lassen und die Gemeinde-

schmucklosen A4 Zettel. Dieses politische Idyll

den Kopf und fordert eine Gesetzesnovelle!

arbeit vor die Parteiarbeit stellen. „Ganz ehr-

wird auch nicht von den Landesparteien und

Prinzipiell stiegen die Belastungen für die Bür-

lich: Parteipolitik auf Gemeindeebene ist doch

ihren Scharfmachern gestört, wie Weichand

germeister sukzessive an. „Es wird immer mehr.

absoluter Schwachsinn!“, formuliert Weich-

versichert. „Natürlich bekommst du von der

Das kannst dir nur als Landwirt einteilen. Mit

and sodenn sein politisches Credo. „Es gibt

Partei Vorgaben. Aber wir machen das hier in

einem normalen Job wär das kaum vereinbar.“

beileibe Wichtigeres in der Gemeindearbeit

Großhofen so, wie wir es für richtig halten! Das

als Ideologie!“ Vielsagender Nachsatz: „Ob

fang ich mir gar nicht erst an, im Wahlkampf

Poli-

groß oder klein!“ Tja, wenn der gute Mann

untergriffig zu werden, dazu bin ich nicht der

tisch aktiv ist Weichand seit 1982, da wurde

um die St. Pöltner Verhältnisse wüsste – man

Typ“. Umgekehrt wäre ein derartiger poli-

er Gemeinderat. 2000 stieg er zum Vizebürger-

wünschte sich ob Politpossen wie zuletzt ums

tischer Stil für ihn Grund genug, das Amt nie-

meister auf, 2005 trat er schließlich das Bür-

Frequency-Festival, dass sich unsere Politiker

derzulegen. „In Obersiebenbrunn z.B. wird nur

germeisteramt an. Warum er überhaupt den

Weichands Worte ins Stammbüchlein schrei-

gestritten, da wird versucht, den Bürgermei-

Häuptling mimt? „Weil ich einfach politisch in-

ben unter dem Motto: „Große Kleingeister ler-

ster bei jeder Sitzung aufzuhauen. Du machst

teressiert bin. Und man hat jemanden gesucht.

nen von kleinen Großgeistern“.

dir die Arbeit, und dann wirst du nur zerrissen.

Und ich wollte nicht zuschauen, wie nur gere-

Wahlkampf in Großhofen sieht demnach un-

Also, ich würd mir das nicht antun!“

Wo noch Idealismus existiert.

– 29 – MFG


Gegen die Wand

Insel der Seligen? Soviel zum „Zerreißen“

men, darauf legen wir großen Wert. Wir sind

gibt es aber auch nicht – kleinere Dimensionen

Großhofner!“

bedingen wohl auch geringere Konfliktpoten-

Stellt sich natürlich die Frage, was DAS Groß-

tiale. So hat die Gemeinde gerade einmal ein

hofnersche überhaupt ist bzw. ausmacht. Da

ordentliches Budget von 110.000 Euro/Jahr

fallen die üblichen, identitätsstiftenden Stich-

Warum sind wir eigentlich so cool? Mit ei-

zur Verfügung sowie weitere 20.000 Euro im

worte: Zum einen ist die Feuerwehr von großer

ner stoischen Eleganz entnehmen wir Tag

außerordentlichen Haushalt. Zum Vergleich:

Bedeutung, die drei-, viermal im Jahr zum Feu-

für Tag den Medien, dass es rings um uns

Allein der Ankauf eines Biomüllwaschwagens

erwehrheurigen einlädt „der besser ankommt

herum im Argen liegt.

(ja, so etwas gibt es!), wie im letzten St. Pölt-

als jene in den großen Ortschaften“, wie

Abgesehen von der gescheiterten Konfe-

ner Gemeinderat beschlossen, kostet 161.040

Weichand nicht ohne Stolz betont. Einmal im

renz in Kopenhagen ist alles was mit Klima

Euro! „Nächstes Jahr werden wir ein kleines

Jahr – auch darauf sind die Großhofner stolz –

zu tun hat sowieso perspektivenlos. Abge-

Minus einfahren, das wir aber über Rückla-

findet der große Kirtag statt. Einen Beitrag zum

sehen von den jüngsten Missbrauchsfällen

gen ausgleichen können“, verrät Weichand,

gesellschaftlichen Leben leistet weiters der

in der katholischen Kirche ist einem so-

nicht ohne die Stirn in Falten zu ziehen. „Wir

Reitverein, der obendrein auch eine Kantine

wieso schon lange nicht mehr klar, warum

kommen sowieso nur deshalb mit dem Bud-

betreibt „während das letzte Wirtshaus bereits

man diesem (teils) menschenverachten-

get durch, weil wir viel in Eigenregie machen

1967 seine Pforten geschlossen hat.“ Auch der

den Verein noch freiwillig Mitgliedsbei-

und uns so viel Geld ersparen.“ So hat man das

Greißler ist übrigens schon lange Geschichte.

träge zusteckt. Angesichts der Dekadenz

Material für Güterwege etwa selbst angekarrt,

Dafür finden, wider Erwarten, in der kleinen

mit der österreichische (Landes-)Politiker

bei einem Grascontainer die Auffahrtsrampe

Kapelle einmal in der Woche Messfeiern statt.

selbst umgesetzt und dergleichen mehr. Auch

Gott hat offensichtlich einen längeren Atem,

der Beschluss, in Zukunft sechs Windräder auf-

auch wenn sich die Schäfchen den Hirten mit

zustellen, hat wohl weniger ökologische, denn

anderen Gemeinden teilen müssen – der Pfar-

vielmehr handfeste ökonomische Gründe. „Da-

rer kommt aus Markgrafneusiedl zum Gottes-

raus wird die Gemeinde pro Jahr ca. 26.000

dienst gepilgert.

Euro lukrieren“. Das entspricht also fast einem

Als Besonderheiten Großhofens führt Weich-

Viertel des aktuellen Budgets! „Damit“, und

and noch eine ansässige Tierärztin an, au-

dieses Argument geht noch mehr an die Sub-

ßerdem verweist er auf die Historie: „Wie im

das Geld der Steuerzahler vernichten, kön-

stanz „sichern wir uns unsere Eigenständig-

benachbarten Glinzendorf spielten sich auch

nen wir gut nachvollziehen, dass die Grie-

keit!“ Aufgrund des Verlustes von Ertragsan-

hier 1809 die Schlachten mit Napoleon ab“, ein

chen um nichts besser sind.

teilen fahre man derzeit „ohnedies am Limit.“

Ereignis, das aktuell ein ansässiger ehemaliger

Wenn wir uns Heute täglich in Österreich

Aber wenn es so knapp zugeht – warum

Musikmeister der Garde ebenso für die Nach-

im Boulevard-Dreck suhlen, was juckt uns

schließt man sich dann eigentlich nicht gleich

welt festhält wie die Jahre 1939 bis 1945. Ein

dann noch der tägliche Wahnsinn mit seni-

mit einer anderen Gemeinde zusammen, etwa

dunkles Kapitel für Großhofen, auch in einem

lem Krönchen drauf? Wenn wir uns heute

dem benachbarten Markgrafneusiedl, mit dem

anderen Kontext: Damals büßte man nämlich

über die hohe Abgabenquote ärgern, was

ja schon jetzt viel in arbeitsteiliger Weise abge-

seine Eigenständigkeit ein und gehörte zum

juckt’s uns dann, wenn sie uns bald noch

deckt wird? Weichand schüttelt verständnislos

damals 22. Wiener Gemeindebezirk Groß En-

mit neuen Steuern schröpfen?

den Kopf. „Das steht überhaupt nicht zur De-

zersdorf. Für Weichand heute ein völlig absur-

Wir leben in einer Zeit der permanenten

batte! Sie werden hier keinen einzigen finden,

der Gedanke, ebenso wie jener, seine geliebte

Krise. Wohin man schaut, es ist alles im

der für die Aufgabe der Selbständigkeit ist. Als

Heimat zu verlassen. „Aus Großhofen wegge-

Arsch. Fußball? Wir erwarten nichts von

Gemeinde können wir selbst über uns bestim-

hen? Das war nie ein Thema!“

von Michael Müllner

unserer Nationalmannschaft, geschweige denn Siege. Politiker? Wir erwarten nichts von unseren Politikern und werden dennoch täglich aufs Neue enttäuscht. Es ist wie mit der ÖBB. Wir erwarten nicht, dass das System funktioniert, dass der Zug pünktlich fährt oder dass (auch) ein Staatsbetrieb wirtschaftlich arbeitet. Wir erwarten nicht, dass Lehrergewerkschafter für das Wohl der Schüler einstehen, anstatt für eigene Pfründe. Wir erwarten nicht,

Ingredienzien der Großhofner Identität: Feuerwehrfeste, Kirtag, Reitstall samt Kantine, Kapelle, Tierärztin, Oldtimermuseum, historische Schlachten und ein Chronist, der alles festhält.

dass sich Politiker der Wahrheit stellen und das System, das sie ernährt, für die Zukunft reformieren. Wir wissen, dass es so nicht weitergeht, aber dafür schauen wir täglich fasziniert dabei zu. Mit unserer stoischen Eleganz. Bitte, wann krachen wir endlich gegen diese verdammte Wand? – 30 – MFG


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12.02.2008

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Stil-Blüten

TEXT: thomas Fröhlich Fotos: Rauschmayr, Pichler/kpic.at

Eigentlich gelten sie als ausgestorben. Der Dandy. Der Flaneur. Was im Zeitalter der flächendeckenden Jogginghosen- und Kübelsaufapokalypse nicht weiter verwundert. Gibt es sie also noch: einzelne Widerstandsnester stilvollen Eigensinns? Menschen, deren Bekleidungshorizont über die bekannten zwei Buchstaben und deren Wortschatz über “Oida” hinaus gehen? Das Mfg hat ein paar von ihnen ausfindig gemacht.

– 32 – MFG


MFG URBAN „Being a dandy is a condition rather than a profession.“ (Sebastian Horsley)

rechts liegen und schlendert man die Kremser-

ihre Zeit – in unseren Tagen jedoch hört man

straße entlang, zwischen all den ewig gleichen

nur noch vereinzelt von Nachfahren wie etwa

Nähert man sich vom Kaiserwald aus zu Fuß

Filialen der ewig gleichen Ketten mit ihrem

dem laut Eigendefinition „letzten lebenden bri-

dem Gasthof Akiwi (vormals Koll), kommt man

ewig gleichen Angebot, das inzwischen alle

tischen Dandy“ Sebastian Horsley.

nicht umhin, ein paar Schritte entlang der so

Städte dominiert, fällt ins Auge, dass auch hier,

Im patinagetränkten Akiwi hat sich schon eine

genannten Vacano-Promenade zu tun. Diese

abseits der pubertären Spucknapf-Zonen, bei

illustre Gesellschaft versammelt: der Schau-

Promenade, ein in Wahrheit holpriger Waldweg,

den entgegen kommenden Damen und Herren

spieler Fritz Humer, der Musiker und Graphiker

ist nach dem nahezu völlig vergessenen Schrift-

eine gewisse Gleichförmigkeit vorherrscht: des

Filius (bürgerlich Martin Schnabl), der bildende

steller Emil Mario Vacano benannt, der zu

Outfits, der Gebärden, der Haltung. Und auch

Künstler Walter Berger sowie Melley, ihres Zei-

Lebzeiten wohl eine der schillerndsten Gestal-

der Schreiber dieser Zeilen blickt an sich he-

chens – auch – Akt- und Fetischmodel.

ten der Stadt war. Geboren 1840 in Mährisch

rab (Jeans und Berufsjugendlichen-T-Shirt) und

Auf jeden Fall Menschen, die auffallen in dieser

Schönberg und gestorben 1892 in Karlsruhe,

muss sich leider eingestehen: Willkommen im

Stadt: über ihre Kleidung, ihre Haltung, ihren

noss, wortgewandt und gut gekleidet durch die

Club der Uniformierten.

Stil. Und natürlich über ihre Kreativität, ohne

Stadt zu spazieren, und das auf Wegen, die mit-

Gibt es sie also überhaupt noch: die charmant

die St. Pölten um einiges ärmer wäre.

unter auch etwas abseits der damals geltenden

eitlen Dandys und Flaneure auf ihren städ-

bürgerlichen Normen lagen.

tischen Streifzügen, auf der Suche nach Ele-

Das war vor etwa 150 Jahren.

ganz, Glamour, Müßiggang und Eigensinn?

Betritt man heute die Stadt St. Pölten, z. B. von

Und erst recht in St. Pölten?

„Egal ob in St. Pölten oder Madrid. Die Leute Fotografieren die Sehenswürdigkeiten - und mich!“ Melley

BILD LINKS: Der selbsternannte letzte lebende Dandy Großbritanniens Sebastian Horsley. Sämtliche Zitate entstammen seinem Buch „A Dandy in the Underworld“, London: Sceptre, 2008.

verbrachte Vacano auch einige Jahre in St. Pölten und Wien, wo er unter anderem im Umfeld von Leopold von Sacher-Masoch verkehrte. Er trat zunächst als Zirkusartist und Kunstreiterin (!) auf, bevor er Kolportage-Romane, Schauergeschichten und Satiren zu verfassen begann. Ein mit der skandalumwitterten Tänzerin Lola Montez gemeinsam zusammen gestellter Ratgeber über Benehmensregeln „für die höheren Stände“ rundet ein zum Teil hübsch dekadentes Gesamtwerk ab, das aber bei Weitem nicht so glamourös war wie Vacanos Leben selbst. Er war ein Dandy, ein Flaneur, der es ge-

Möglichkeit darstellt, wird man üblicher Weise

Um diesen wesentlichen Fragen nachzugehen,

erst einmal einer Traube zumeist junger Buben

lenkt der Schreiber seine Schritte Richtung

gewahr, die – nahezu ausnahmslos angetan mit

Akiwi, wo er sich mit vier Menschen treffen

schlabbrigen Jogginghosen und schief auf den

wird, die ihm bei der Beantwortung dessen

„Style has little to do with wealth, it is a way of being yourself in a hostile and indifferent world. To be ‘well dressed’ is not to have expensive clothes or the ‘right’ clothes. You can wear rags, as long as they suit you. Style is not elegance but consistency.“ (Horsley)

Kopf geschraubten Baseballkappen – rhyth-

behilflich sein sollen. Gemeinsam will man

Kleidung als Selbstdarstellung? No na, ist man

misch vor sich hin spucken, wenn sie einander

daran gehen, diese aus dem 19. Jahrhundert

versucht zu sagen. Doch so einfach ist’s nicht.

nicht gerade “Oida!” ins Ohr brüllen oder, vorn-

stammenden Typologien auf ihre Relevanz im

„Ich sehe mich überhaupt nicht als Dandy.“

über gebeugt, aufs Handy starren, um weitere

beginnenden dritten Jahrtausend abzuklopfen.

Meint Fritz Humer gleich zu Beginn. „Meine

Anweisungen aus Dumpfland zu empfangen.

Denn Schriftsteller wie Oscar Wilde, Lord Byron

einzige stilistische Konsistenz ist die Inkonsi-

Lässt man diese Herrschaften mit ihren weib-

oder besagter Vacano, Dandys und Flaneure

stenz.“ Doch er relativiert postwendend: „Na-

lichen Bauchfrei-Begleiterscheinungen einmal

längst vergangener Jahre, prägten ohne Zweifel

türlich bin ich als Schauspieler eitel. Und ir-

Bahnhofsseite her, was trotz ÖBB auch eine

– 33 – MFG


gendwie versucht man natürlich bunter zu sein

zu inszenieren.“ Vom Märchen, schöne Klei-

hen.“ Wo Großstädte vielleicht noch über den

als der Rest.“

dung müsse in erster Linie auch angenehm zu

einen oder anderen „abweichlerischen“ Stra-

Was Melley sofort aufgreift. Sie, der sowieso

tragen sein, solle man sich allerdings verab-

ßenzug verfügten, seien die kleinen und mit-

ein ausgeprägter Hang zur Selbstdarstellung

schieden: „Ein guter Anzug darf eigentlich gar

telgroßen Geschäfte, die für ästhetische Vielfalt

eigen ist, würde „nie ungeschminkt außer Haus

nicht bequem sein.“ Auf welche Kleidungsaus-

sorgen, hierorts dem wirtschaftlichen Kahl-

gehen.“ Und auch die Kleidung (Wallendes oder

wahl aber es auch immer hinauslaufe, es zähle,

schlag durch Handelsketten zum Opfer gefal-

sehr, sehr Kurzes) darf sich nicht im 08/15-Be-

„dass du du bist – sonst nichts.“ Denn eins

len: „Alles gleich, kein Aha-Erlebnis! Zum Ver-

reich bewegen. Gleichgültig, ob in St. Pölten

gehöre immer wieder klargestellt: Dandytum

gleich: In der äußeren Währinger Straße in Wien

oder im kürzlich besuchten Madrid: „Die Leute

habe nichts mit Wohlstand oder gar Reichtum

zum Beispiel gibt’s noch individuelle Geschäfte

fotografieren die Sehenswürdigkeiten – und

zu tun. „Zu teuren Schuhen kann sich auch ein

mit individuellen Auslagen, Spiegelungen – das

mich!“ Was Melley in die Nähe des zitierten

Billigst-Anzug von Humana gut machen.“ Zur

hat Zauber, das ist Theater.“ Und weiter: „Auch

Sebastian Horsley rückt, der sich geradezu

grassierenden Einheitsmode? „Das ist doch in

in St. Pölten hat’s das gegeben. Die Auslage

persönlich beleidigt fühlt, wenn er übergangen

Wahrheit ein einziger großer Scheißhaufen!“

eines Maßschneiders – das war sexy. Aber es

wird – und sei’s von einer Grippe.

gibt hier keine Maßschneider mehr.“

Und Filius setzt nach: Der von ihm bevorzugte

„Real elegance is in the mind.” (Horsley)

60ies-Stil mit seinen klaren, smarten Linien ver-

Der passionierte Anzugträger und Radfahrer

brachten „Beobachter“ auf, mit dem er sich gut

helfe ihm zu einem italophilen Lebensgefühl,

Walter Berger, bildender Künstler und Gestal-

identifizieren könne: „Als Schauspieler sollte

wie es aus einem Antonioni- oder Fellini-Film

ter des an ein Spinnennetz gemahnenden

man ja abseits der Bühne ein Beobachter sein

jener Zeit stammen könnte. „Jeder Tag ein biss-

Radnetzes Y Nr. 1 in der St. Pöltner Innenstadt,

anstatt im Zentrum der Beobachtung zu ste-

Humer greift den von Berger ins Spiel ge-

„Der Dandy ist etwas grossstädtisches. Seine Bühne ist die Welt und nicht St. Pölten.“ Fritz humer

BILD RECHTS: Walter Berger sieht sich weniger als Dandy, sondern als Abkömmling des klassischen Flaneurs, dem er sogar das Foyer des Flaneurs im KWI-Haus in der Furhmannsgasse gewidmet hat.

hen.“ Mit Worten als Kleidung der Gedanken, wie es Oscar Wilde formulierte? „Schauspiel und Theater im Allgemeinen ist für mich das Sichtbarmachen von Fantasien,“ meint Humer, nickt und lacht: „Aber ganz halte ich die Beobachterrolle dann eh nicht durch. Ich stehe halt gerne im Rampenlicht.“ Was Wasser auf Melleys Mühlen ist. Sie bezeichnet ihren Lifestyle sowieso als „kultivierten Egoismus“. Und liebt es, in Diletchen Urlaub!“ Ihm ist wichtig, für sich einen Job

sieht sich selbst weniger als Dandy sondern

tantismus zu schwelgen. Was für sie nichts

kreiert zu haben, den er „im Kaffeehaus begin-

vielmehr als Abkömmling des klassischen Fla-

Negatives darstellt: Sie modelt, macht Musik,

nen kann, mit einer Zeitung, einem Kaffee oder,

neurs, ein Begriff, dem er sogar das Foyer des

malt, schreibt und versucht dabei, „möglichst

wenn mir danach ist, mit einem Prosecco.“

Flaneurs im KWI-Haus in der Fuhrmannsgasse

wenig nachzudenken“. Aber „wer wie eine Diva

Dass das nicht unbedingt mit galoppierender

gewidmet hat. Flanieren, das hat auch immer

behandelt werden will, muss sich auch wie

Geldvermehrung Hand in Hand geht, nimmt er

mit bewusster Langsamkeit zu tun – und mit

eine Diva benehmen.“

in Kauf. Was das abendliche Ausgehen betrifft,

genauer Beobachtung. Schon der 1969 verstor-

Dass derlei Aussagen der Häme Übelgesinnter

so schwärmt er von den 80er Jahren, als man

bene Philosoph Theodor W. Adorno, der sich

Tür und Tor öffnen, ist ihr bewusst. Und im Üb-

sich – auch als Mann – mindestens eine Stunde

seinerzeit eingehend mit dem Flaneurbegriff

rigen völlig egal. In eine ähnliche Kerbe schlägt

vorm Spiegel begutachtet und das passende

beschäftigt hat, meinte dazu: „Dem Gewühl

Filius, wenn er erwähnt, wie Melley übrigens,

Outfit gewählt habe, wohingegen heutzutage

enthoben behauptet er seinen Rang als Beo-

adligen Geblüts zu sein. Nicht, dass die bei-

die Menschen am Abend das gleiche lang-

bachter, als Zuschauer.“

den damit hausieren gingen, aber: Es ist halt

weilige Gewand anhätten wie untertags. Was

Doch „dafür ist St. Pölten im Grunde zu klein.“

da. Und warum, meint Melley, solle man nicht

schade sei. „Es ist doch wunderbar, einen Tag

Sagt Berger: „Und es gibt ja auch nichts zu se-

dazu stehen? Filius, oder komplett Filius de la

– 34 – MFG


MFG URBAN

Croix, sieht sich selbst im Grunde als Romanti-

der Perpetuum-Mime dann schon etwas laut.

auch immer ein Gegengewicht zum uns um-

ker. Obgleich in der Ausübung seiner Kunst das

Und meint abschließend: „Der Dandy ist etwas

gebenden Reality-Einheitsbrei darstellt, der

genaue Gegenteil vom Dilettanten schätzt auch

Großstädtisches. Seine Bühne ist die Welt – und

den Idioten zum Maß aller Dinge erhoben hat.

er es, die Dinge „einfach auf mich zukommen

nicht St. Pölten.“

Doch „was die Erde in ihrer wirtschaftlichen

zu lassen“. Das umfasse eben auch extreme

und ihrer rechtlichen Ordnung dem Künstler

loser Genusssucht: „Hammer!”

„The dandy himself is both revolutionary and illusionist who makes you believe in something that does not exist.“ (Horsley)

Laut Berger sei Dandyismus allerdings ein ver-

Wahrscheinlich hat Humer recht. Vielleicht

blick bewahren. Die Welt im Flanieren gleich-

alteter Begriff. Filius hält dagegen und spricht

ist ein wie auch immer geartetes Dandytum

sam neu entdecken. Und gelegentlichen Müßig-

vom Künstler/Dandy als „Borderliner“, der er

heute sowieso nur noch in der Imagination

gang als Teil eines erfüllten Lebens akzeptieren.

auch sei. Davon hält Humer wiederum über-

möglich: als schöner Schein, als Schau-Spiel,

Was – trotz Bergers Verdikt – auch in St. Pölten

haupt nichts: „Ich bin kein Borderliner!” Sagt

als bewusst gelebter Anachronismus, der aber

möglich sein sollte.

„Highs“ und „Lows“. Und „Selbstverliebtheit und Selbstmitleid müssen Hand in Hand gehen.“ Das alles abgeschmeckt mit hemmungs-

– 35 – MFG

und Dichter vorenthält, das holt er sich in der Gestalt des Müßiggängers vom Himmel herab,“ so Adorno. Denn auch darum geht’s: Ein wenig den Über-


Warum sind wir Ihrer Meinung nach gerade in den letzten Jahren vermehrt mit Missbrauchsfällen in der Kirche konfrontiert?

TEXT: Johannes Reichl Fotos: Fotolia

Wir erleben derzeit allgemein einen Übergang vom Patriarchat zum Matriarchat. Das Patriarchat steht für Trennung, Hierarchie, Besitz, Vorgesetzter, Untergebener. Das Matriarchat steht für das Leben schlechthin. Im Matriarchat wird man daher Phänomene wie Inzest, Vergewaltigung und dergleichen nie finden, weil das Leben sozusagen nichts davon hat, während sie im Patriarchat geradezu eine logische Konsequenz sind. Dadurch, dass das Patriarchat aufbricht, werden die Vorgesetzten heute nicht mehr gedeckt. Die Untergebenen, die Opfer wehren sich, klagen an.

Aber warum – so zumindest der Eindruck – in überproportionalem Maße in Kirchenkreisen. Sind Priester eine größere „Risikogruppe“? Sie sind eine größere Risikogruppe insofern, dass derlei heute eben durch das erwähnte Aufbrechen der Hierarchien gerade in solchen Institutionen einfach leichter auffliegt. Aber derlei passiert parallel leider überall. Nehmen wir Fritzl. Und solche Fälle gibt es in Tausenden Familien. Wie viele Jahrhunderte wurden die Töchter einfach von ihren Vätern verkauft, mussten jemanden heiraten, den sie nicht einmal kannten. Die Frau als Besitztum – das ist heute leider noch immer nicht vollends überwunden.

Wozu die katholische Kirche wesentlich beigetragen hat? Die Kirche hat während der Inquisition das Wissen um die heilige Sexualität und das Frauenwissen in Europa ganz systematisch zerstört. Die Opfer waren vielfach Hebammen und andere Frauen, also just jene, die am meisten über die Sexualität Bescheid wussten. Das fehlt uns heute. Es liegt in der Natur der Sache, dass jede Autorität versucht Sexualität zu unterdrücken, denn Sexualität ist nicht berechenbar, nicht beherrschbar.

Ist aufgrund dieser Frauen- und vermeintlichen Sexfeindlichkeit die Kirche vielleicht besonders im Fokus? Nun man kommt zumindest in eine schwierige Position, wenn man als Kirche – und ich sage jetzt ganz bewusst im Gegensatz zu Jesus – das Recht zu haben glaubt, sich massiv in das Sexualleben der Menschen einzumischen, ohne selbst aber eine Erfahrung hierin zu haben oder darüber lernen zu wollen. Noch dazu, wo die Kirche sozusagen den zwei-

Sexnachhilfe für Priester

ten Teil der Sexualität, nämlich die Frau, überhaupt nicht integriert. Dabei schuf Gott sicher nicht zufällig Mann UND Frau. In Sachen Sexualität herrscht vielfach Orientierungslosigkeit, Unsicherheit in unserer Gesellschaft. Und dann propagiert die Kirche so Dummheiten, wie dass nur der Trauschein eine Beziehung heiligt, dass der einzige Sinn

„Gott schuf nicht zufällig Mann UND Frau!“

Was im ersten Moment vielleicht provokant klingt, entbehrt keiner stringenten Logik. Das, worüber man nicht Bescheid weiß, obwohl es für die persönliche wie die berufliche Seelsorge von eminenter Bedeutung ist, muss man lernen. Davon ist jedenfalls Sexualtherapeutin Elisabeth Widensky überzeugt und hat unter dem Titel „A und Ω der Heiligen Sexualität“ ein Seminarprogramm für Priester entwickelt, das sie der Diözese St. Pölten vorgelegt hat. Ein Gespräch über patriarchale Strukturen, das verlorene Wissen über heilige Sexualität und warum gerade Priester prädestiniert wären, diese unters Volk zu bringen.

von Sex die Fortpflanzung ist, dass die Verwendung von Kondomen Sünde sei. Das führt soweit, dass aktuell im Vatikan eine eigene Arbeitsgruppe untersucht, unter welchen Bedingungen vielleicht dann doch ein Präservativ erlaubt sein könnte. Das ist doch absurd, zumal das Personen untersuchen, die von der Heiligkeit der Sexualität keine Ahnung haben.

Sie sprechen von verlorenem Wissen – aber widerspricht das nicht dem sexuellen Overload unserer Tage? Heute ist alles sexualisiert, das stimmt schon, aber das heißt nicht, dass es Wissen um die Sexualität gibt, und schon gar nicht über die Heiligkeit der Sexualität. Selbst Sexualtherapeuten und Mediziner wissen oft erschreckend wenig. Viele können ihnen zwar exakt sagen, wie man eine Frau bzw. einen Mann umoperiert, aber ein Wissen um Sexualität

– 36 – MFG


MFG URBAN insgesamt, um das Zusammenspiel von Körper, Geist und Seele, haben sie nicht – alleine wenn ich mir den Wahnsinn von Genitalkorrekturen anschaue. Dabei gibt es 16 verschiedene Genitaltypen, aber das wissen viele Experten nicht! Stattdessen wird so getan, als wären alle Frauen und Männer gleich und damit auch ihre Sexualität, was nicht der Fall ist. Heute schieben wir lieber Paare in eine CT-Röhre, und schauen, welches Zentrum im Hirn wann aufleuchtet und wundern uns, dass sich die Probanden „nicht so entspannen können“. Die Sexualität wird zerstückelt, zergliedert, Einzelphänomene penibelst untersucht, aber der Gesamtzusammenhang fehlt. Das eigentliche Wissen über Sexualität ist in Europa verlorengegangen, deshalb sind wir auch echt mies drauf.

Ist das eines der Grunddilemma, auch in der Seelsorge? Selbstverständlich. Und es ist fatal, wenn man das weitergibt. Ich erinnere mich etwa mit Schaudern zurück, als ich als junge Frau ein Gespräch

Das Programm

zwischen einem Priester und einem jungen Paar mit angehört habe: Das

A und Ω der Heiligen Sexualität 1 Ursprung des Lebens Wo beginnt Sexualität? Wo endet sie? Wann ist Sexualität heilig? Was passiert bei Sexualität? Was ist spirituelle Sexualität?

Pärchen war ganz selig und vertraute sich dem Priester an: „Wir hatten wunderbaren Sex.“ Seine Antwort: „Ja, bewahrt das in schöner Erinnerung, da ist euch einmal im Leben Gottes Gnade zuteil geworden.“ Einmal? So ein Schwachsinn! Das ist nicht Gottes Gnade, sondern das kann

„Viele Experten können zwar exakt sagen, wie man eine Frau bzw. einen Mann umoperiert, aber ein Wissen um Sexualität haben sie nicht.“

A und Ω der Heiligen Sexualität 2 Als Mann und Frau erschuf Er sie! Unterschiedliche Lebenswerte, Energien, Wahrnehmungen, Triebfedern, Zugänge zur Sexualität, Mechanismen

man herstellen, lernen! Immer wieder – und gerade so Gott näher kommen! Ein Mensch kann nur so argumentieren, wenn er keine Ahnung hat.

A und Ω der Heiligen Sexualität 3 Integration von Sexualität Warum ist unser Geschlecht wichtig? Welche Bedeutung hat Dein Geschlecht im Glauben? Wie Lust-freundlich bin ich?

Aber das erklärt ja noch nicht kirchliche Missbrauchsfälle an sich, oder? Tatsächlich passiert ein Großteil der Übergriffe zunächst, weil die Geistlichen gar keine Ahnung haben, wann überhaupt Sexualität fließt. Ich hab im Spital, im Gefängnis, in der Praxis mit Menschen gearbeitet, ich hab

A und Ω der Heiligen Sexualität 4 Genitale Sexualität Vieles aus der Praxis Geschlechts-Typologien Orgasmusarten & Orgasmus-Levels

immer gewusst, mit welcher Energie ich zum Beispiel jemanden angreife. Greife ich auf ein Glied, um es zu säubern, oder um es zu erregen – das sind zwei gänzlich verschiedene Dinge. Aber Geistliche können anfangs oft nicht unterscheiden. Für mich war Groer ein Paradebeispiel. In dieser Causa hatten alle recht: Groer, der nicht wusste, wie es sich für die Opfer anfühlt und was er ihnen da antut. Und natürlich die Opfer, weil sein Han-

A und Ω der Heiligen Sexualität 5 Alles ist aus der Frau geboren Spezifische Frauenthemen aus dem Alltag

deln für sie der totale Übergriff war, der sie ihr Leben lang verfolgt.

Aber es bleibt ja nicht bei Ausrutschern?

A und Ω der Heiligen Sexualität 6 Nütze Deine Sexualität Jeder bestimmt seine Energien Mit praktischen Übungen!!!

Die Frage ist: Wann wird eine Handlung zum Missbrauch? Spätestens ab dem Zeitpunkt, wo man selbst merkt, dass es einen erregt und wenn man in Folge, in diesem Bewusstsein, ein Programm entwickelt, um immer öfter in Situationen zu kommen, um diese Neigungen auszuleben, also wenn zum Beispiel plötzlich jeden Tag Eichelwaschen auf dem Programm steht – dann sind wir mittendrin im Missbrauch, zumal wenn es in patri-

im Besonderen darüber Bescheid wissen. Er muss wissen, was zwischen

archalen Strukturen abläuft, also Lehrer – Schüler, Vorgesetzter – Unter-

Mann und Frau abläuft, muss eine Idee davon haben. Er muss auch die

gebener.

Unterschiede kennen. Und er kann lernen, wie er mit seiner eigenen Sexualität umgeht. Allerdings ist das nicht mit einem einmaligen Alibivortrag

Was wollen Sie den Geistlichen genau vermitteln?

abgetan, sondern das muss persönlichkeitsbegleitend von statten gehen.

Mein Hauptanliegen ist darzulegen, was die heilige, die gesundmachende bei muss man sich bewusst sein, dass Sex das Hauptregulativ für unseren

Sie sprechen immer von der Heiligkeit der Sexualität, was kann man sich darunter vorstellen?

Energiehaushalt ist, also von eminenter Bedeutung.

Es gibt doch nichts Schöneres, als Sex zu benützen, um mit Gott in Kon-

Jeder, der berufen ist, geistig und seelsorgerisch zu wirken, muss daher

takt zu treten. Nach wunderschönem Sex ist man selig, erfüllt, hat das

Sexualität ist, und was im Gegensatz dazu destruktive Sexualität ist. Da-

– 37 – MFG


MFG URBAN Gefühl des Heils, der Ganzheit, Gott erlebt zu haben, ihm nah zu sein.

sagen, Gott ist ein Superpartner.

Dieses Heil, diese Besonderheit, dieses Göttliche müsste gerade die Kir-

Nehmen wir den Dalai Lama, das ist ein durch und durch sexueller Typ,

che ihren Gläubigen vermitteln. Ich halte Geistliche aufgrund ihrer seel-

aber auch er lebt bewusst allein. Einmal darauf angesprochen, warum

sorgerischen Stellung sogar für geradezu prädestiniert, diese heilige Se-

er keine Frau hat, meinte er lächelnd „Das wäre mir zu mühsam!“ Aber

xualität zu leben und sie auch weiterzugeben und weiterzuvermitteln.

trotzdem weiß er, wovon er redet. Er kennt die Sexualität.

Zur Person

Mag. Elisabeth Widensky, 2009 mit dem kirchlichen „Pro Ecclesia et Pontifice“-Ehrenorden ausgezeichnet, betreibt seit 1995 eine eigene Praxis in Wien und Dietmanns. Die studierte Psychologin war in ihrer langjährigen beruflichen Karriere als Telefonseelsorgerin, Pflegehelferin, Fußpflegerin, in der Altenhilfe etc. tätig. Widensky baute verschiedene Vereine und Institutionen mit auf, so u. a. das 1. Integrierte Nachbarschaftszentrum Wien 17, die Selbsthilfewerkstatt, Regenbogen – Selbsthilfegruppe zur Hilfestellung bei glückloser Schwangerschaft. Sie arbeitete im Psychosozialen Dienst der Stadt Wien, in der Justizanstalt Göllersdorf für geistig abnorme Rechtsbrecher oder im IGP Wien 18. Widensky erfüllt unterschiedliche Lehraufträge und hat sich u.a. in Energetik, Organtherapie, Tantra, Yoga weitergebildet.

Das heißt, Sie wollen Priester nicht nur Sex vermitteln, sondern auch dazu anhalten, Sex zu leben? Die Frage ist: Wie kann er seine Sexualität leben, wie kann er sie in diesen Einmannbetrieb integrieren. Wenn ihm das gelingt, ist er ein Spitzenpriester. Dann kann er auch damit umgehen, dass z. B. in den Kirchenreihen Frauen sitzen, die ihn schmachtend anschauen und hat nicht das Gefühl, dagegen kämpfen zu müssen. Gerade dagegen anzukämpfen ist gefährlich, die Erfahrung zeigt, dass oftmals gerade in diesem falschen

Aber verlangt man da nicht ein bisschen viel – zumal römisch katholische Priester ja quasi zur Asexualität verdammt werden.

Kampf, in dem Gefühl vom Sex bedroht zu werden, Übergriffe passieren.

Ein Mensch kann nicht nicht sexuell sein. Die grundlegende Frage ist, was Sex überhaupt ist, was da passiert? Einfach formuliert geht es da-

Was passiert Ihrer Meinung nach, wenn die Kirche Ihr Angebot und ähnlich derart gelagerte nicht annimmt?

rum, dass du deine Energie mit einer anderen Energie mischt und so noch

Wenn die Kirche jetzt nicht reagiert, dann wird sie in Zukunft überhaupt

mehr Energie entsteht. Und das kann sich durchaus auch im Glauben, in

nicht mehr funktionieren. Dann wird sie weiter massiv Gläubige verlieren,

der Liebe an Gott manifestiere, auf spiritueller Ebene. Ich würde sogar

und es wird immer schwerer werden, Priester zu finden.

aB 26. juni jEdEn SaMStaG iM SoMMEr

Seedose

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– 28 – MFG

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Wie funktioniert Lasertron?

Ähnlich wie bei traditionellen Sportarten wie Fußball oder Eishockey wird das Spielfeld bzw. die Sportarena in zwei Felder geteilt, auf welchen zwei Teams spielen, die gemeinsam gegeneinander antreten. Ziel ist es bei dieser Mannschaftssportart ein Maximum an Punkten zu sammeln, indem man vom gegnerischen Spieler unentdeckt in dessen Spielfeld gelangt und dort mit dem am Spieler fixierten Phaser auf virtuelle Art und Weise die gegnerische Basis markiert. Dieses Spiel wird in Einheiten innerhalb von 30 Minuten gespielt. Da es sich um eine Teamsportart handelt, scheidet auch keiner der Spieler während einem Spiel aus. Man kann ohne Probleme als Einzelperson mitspielen, d.h. es sind keine Gruppenbuchungen notwendig. Man reserviert entweder über die Website www.lasertron.at – oder man schaut einfach im Center vorbei und löst ein Ticket. Lasertron ist absolut familienfreundlich und ist für Kinder ab 7 Jahren bzw. 110cm Körpergröße gedacht. Trittsichere, flache Schuhe sind notwendig (keine Absätze, keine Flip-Flops, etc).

...war ein ganz tolles erlebnis, meine halbwüchsigen jungs wollen in zukunft jegliche festivitäten bei euch feiern... absolute suchtgefahr! muss ich auf jeden fall wiederholen....*

*)Die Meinungen unserer ersten Testspieler über NXP Lasertron

– 40 – MFG


Let The Game Begin!

Seit 3. Juni 2010 hat in St. Pölten Europas erstes Family Entertainment Center mit dem US-Cybersport-Hit „LASERTRON“ eröffnet! MFG stellt das neueste Projekt aus der Erfolgschmiede NXP vor und beantwortet alle Fragen rund um den neuen Trend- und Freizeitsport! Was macht NXP Lasertron aus? Als „echtes“ Family Entertainment

telbarer Nähe locken der Ratzersdorfer Badesee bzw. die Viehofner Seen

Center bietet es vier Attraktionen unter einem Dach. Das Highlight für je-

mit den umliegenden Naherholungsgebieten. Trainingsstätten rund um die

den Besuch bietet definitiv Lasertron! Ergänzt wird das Angebot durch

Landessportschule, die Eislaufhalle, das geplante Fußballstadion und der

zwölf top-moderne Bowlingbahnen von Brunswick, sechs davon mit Kin-

Kinotempel Hollywood Megaplex sorgen für spannende Freizeitziele in un-

derbanden. Eine großzügige Billard-Zone mit zehn Pool-Tischen sowie ein

mittelbarer Nachbarschaft. NXP Lasertron verfügt über eigene Parkflächen.

familienfreundlicher Sportautomaten-Bereich sowie Drinks und Snacks

Der Eingang liegt direkt am Haupt-Zugangsweg zum Ratzersdorfer Badesee.

ergänzen die Attraktionen. Oberstes Gebot für NXP Lasertron ist die Familienfreundlichkeit des Spielbetriebs. Das Center bettet sich ideal in die

Wie kann ich mir ein Bild machen?

sportliche Freizeitinfrastruktur des Ratzersdorfer Badesees ein.

www.lasertron.at über die Attraktionen von NXP Lasertron bzw. erhalten

Wo liegt das Center?

Informieren Sie sich bei

Sie laufend News über www.facebook.com/nxplasertron. Schauen Sie einNXP Lasertron liegt direkt am Ratzersdorfer

fach während der Öffnungszeiten vorbei, genießen Sie den Ratzersdorfer

Badesee in der Bimbo Binder Promenade 15. Der Standort (früher als „Me-

Badesee und machen Sie einen unverbindlichen Abstecher zu NXP Laser-

gafun“ bekannt) grenzt an den revitalisierten Campingplatz an. In unmit-

tron. Sie werden Augen machen!

Bowlinghalle + Lasertron + Spielbereich + Billardtische = NXP Lasertron. Ein MUSS für alle, die etwas neues ausprobieren wollen*

freu mich schon extrem auf die eröffnung. endlich mal ein sport, der mädels genauso spaSS machen wird wie den männern*

– 41– MFG


Woher kommt LaserTron?

Superschöne Location! Bin schon gespannt wie es dann abläuft im Vorraum, in dem das Spiel erklärt wirD und wieviele Speilmodis es dann geben wird. ZWEITES T-Shirt, Handtuch und Deo sind Pflicht. Suchtfaktor ist extrem hoch!*

Strike up your life! bar billard café

sundeck lounge

hnilickastrasse 10

3100 st. pölten

02742/78899

Die US-amerikanische Firma Lasertron, Inc. mit Sitz in Buffalo, etwa eine Stunde Autofahrt von den Nigara Fällen entfernt im Bundesstaat New York gelegen, hat über 20 Jahre Erfahrung im Konzipieren und Betreiben von Lasertron-Sportarenen. Bis dato wurden diese in Amerika und Asien errichtet. NXP Lasertron in St. Pölten ist das erste Center in Europa, das von Lasertron ausgestattet wurde. NXP hat Wert darauf gelegt, dass NXP Lasertron ein Gesamtkonzept für sportliche und familienfreundliche Unterhaltung und Freizeitgestaltung wird – und dabei zahlreiche regionale Aspekte eingebunden.

Donnerstag: 16:00 bis 24:00 Uhr Freitag: 16:00 bis 01:00 Uhr Samstag: 13:00 bis 01:00 Uhr Sonntag: 13:00 bis 23:00 Uhr

let the game begin! www.nxp-lasertron.at

www.nxp-bowling.at

– 42 – MFG


MFG URBAN

EGON WM

Ole, ole, ole, oleee… Die WM rückt unübersehbar näher, der „Jabulani“ wird schon auf heimischem Rasen ausprobiert, Panini-Pickerl werden an Wirtshaustischen getauscht und das EGON rüstet einmal mehr zum „Public Viewing“. Wie schon bei der WM 2006 und EM 2008 bestens erprobt, verwandelt sich der EGON-Hof wieder zur Fußball-Freiluftarena. „Heuer sind wir damit fast die einzigen“, wie Wirt Tezcan Soylu konstatiert. Selbstredend, dass er in Sachen Qualität einmal mehr eins draufsetzt. Das heurige Zauberwort heißt: Markise. „Dadurch können wirklich alle Spiele im Freien übertragen werden, auch wenn das Wetter einmal nicht mitspielen sollte“, freut er sich über die Innovation. Ansonsten wird am erprobten Guten festgehalten: 3 x 2 Meter Großbildleinwand, Fußballrahmenprogramm „wobei wir heuer im Anschluss auch öfters DJ’s im Keller haben werden und WM Gastronomie kredenzen, also bisweilen an die Kulinarik der Gastgeberländer angepasste Schmankerl.“ Auch die EGON-WM-Card wird für Vielbesucher wieder aufgelegt. „Das heißt man bekommt bei jedem Spiel Essen und ein Getränk.“ Das ganze zum Preis von wohlfeilen 95 Euro. „Damit erspart man sich über die Hälfte. Und das Beste: Die Karte ist übertragbar!“ Bleibt zuletzt die Gretchenfrage: Zu wem wird Soylu heuer angesichts der Abstinenz der Türkei und Österreichs helfen? „Ich weiß es nicht, wobei – ich wäre es angesichts der aktuellen Situation eigentlich den Griechen vergönnt!“

www.musikcafe-egon.at

Was kannst du besonders gut? Welcher Job gefällt dir eigentlich wirklich? Und wie stehen dabei deine Chancen? Das WIFI BIZ hilft dir mit Tests und im persönlichen Coaching-Gespräch mit speziell geschulten Berufs- und Bildungsberatern, deine Stärken und deinen Traumberuf zu finden. Mehr erfährst du unter www.wifi-biz.at

Foto: iStockphoto.com / © Shelly Perry

G efu n den!


Oldies but

goldies TEXT: Volker BERNGES

Fotos: Hermann Rauschmayr

Unter sich. Vielen behagt ganz einfach die Atmosphäre, das Benzin-

Seit über zwei Jahrzehnten gehen Oldtimerliebhaber jedes Jahr im August auf Schnäppchenjagd ins VAZ. Heuer feiert der beliebte Oldtimer- und Teilemarkt am 14./15. August sein 25-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass baten wir den Gründer Volker Bernges um einen Gastkommentar. Eine Geschichte über eine ganz besondere Leidenschaft.

gespräch mit Freunden und Bekannten, der Austausch von Neuigkeiten aus der Szene. Dazu sollten allerdings vom Veranstalter entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. Möglichkeit zum Ausspannen, eventuell ein Dach über’m Kopf und wichtig: Essen und Trinken und das zu einem vernünftigen Preis. Wenn das Drumherum größtenteils stimmt, hat man sicher einen interessanten Tag verbracht. Wenn man dann noch etwas gefunden hat, es muss nicht unbedingt wer weiß was kosten, war der Tag ein Erfolg. Ich selbst habe oft schon mit Sachen für 5 bis 10 Euro

Flohmarkt

– Freude – Faszination. Was treibt ansonsten ziemlich nor-

die größere Freude gehabt, als mit teureren. Ob man dies wirklich alles

male Menschen dazu, ihren Tag schon um drei Uhr früh zu beginnen, dies

braucht, sei dahingestellt, man glaubt es zumindest. Fast hätte ich eine

noch mit Freude und obendrein freiwillig. Ich kenne Spätaufsteher, die,

nicht zu unterschätzende Gruppe vergessen, die Automobilia-Sammler.

wenn der in ihrem Kalender rot angestrichene Tag anbricht, wie Gazel-

Alles, was es so rund ums Kraftfahrzeug gibt, was interessant, form-

len aus ihren Betten hüpfen und schon um vier Uhr mit ihrem Auto, voll

schön und rar ist, wird gesammelt.

Erwartung des Kommenden, dem Oldtimerflohmarkt entgegenstreben.

25 Jahre Oldtimer- & Teilemarkt

Was erwartet sich nun solch ein Besucher? Da es sich hierbei um Automobil- und Motorradveteranen-Flohmärkte handelt, wird er in erster

Heuer feiert der Oldtimer- und Teilemarkt im VAZ St- Pölten sein 25-jähriges Jubiläum. Begonnen hat man damals mit 22 Ständen – in den letzten 25 Jahren ist er stetig gewachsen (150 Stände indoor, 500 outdoor) und mittlerweile der größte seiner Art in Österreich. „Ein Eintritt wird nach wie vor nicht verlangt, denn es ist nie darauf geschaut worden, Gewinn zu machen, sondern den Besucher in den Mittelpunkt zu stellen. Darin liegt das Erfolgsgeheimnis des Oldtimer- & Teilemarktes“, so Volker Bernges.

Linie bestrebt sein, Fahrzeugteile seiner Marke, seines Modells zu ergattern. Er wird versuchen Literatur über sein Fahrzeug zu erhalten, er wird heiße Tipps von Bekannten haben, die einen Bekannten haben, der bestimme Teile liegen hat, notieren und sich somit die Spannung bis zum Zeitpunkt erhalten, wo sich dann der Traum, eventuell, in Luft auflöst. Andere wieder haben sich hauptsächlich auf jegliche Literatur spezialisiert. Ich kenne auch jemanden, der nur alte Autokennzeichen sammelt, der von den Behörden zur Mitarbeit für die neuen Kennzeichen eingeladen

DAS

wurde, da er auf diesem Gebiet als der Experte schlechthin gilt. Ob er mit dem Ergebnis zufrieden ist?

Somit können eigentlich alle Besucher zufriedengestellt sein und doch

Ich bin mir nicht sicher, sicher ist, dass wir schönere Kennzeichen gehabt

tauchen am Rande, mehr oder weniger, Händler auf, die hier kräftig mit-

haben. Sollte ich besagten Herrn auf einem der kommenden Flohmär-

mischen wollen, um sich ein Stück des Kuchens abzuschneiden. Da gibt

kte treffen, werde ich versuchen hierzu eine Stellungnahme zu erreichen

es vieles, was man auf normalen (was nicht heißen soll wir seien abnor-

und darüber berichten.

mal) Märkten erstehen kann.

– 44 – MFG

15


MFG URBAN

KARTEN:OIC-VRKAUFSTELN,ICKORE-VTIBSLEN(Z.RAIFSBNKE),AUSTRILBO,MEDARKTICEHOLN01/96.WEITRNFOSU W.HOFACTRY „Die meisten von uns, zumindest die, die ich kenne, haben Freude an alten Dingen, haben oft noch einige andere Sammelgebiete, schmücken ihr Heim mit nostalgischen Sachen. Sei es für ein Kellerstüberl, für eine alte Bauernstube. Es gibt begeisterte Radiosammler in unseren Reihen und dies nicht nur am Autoradio-Sektor.“

Wer wird hier angesprochen? Die meisten von uns, zumindest die, die

ein jeder mehr Geld aus, als er einnimmt, und die Sachen werden trotz

ich kenne, haben Freude an alten Dingen, haben oft noch einige andere

eifrigen Verkaufs immer mehr. Handeln, dies gehört auf alle Fälle dazu, es

Sammelgebiete, schmücken ihr Heim mit nostalgischen Sachen. Sei es

zählt von der Käuferseite her zu den Erfolgserlebnissen.

für ein Kellerstüberl, für eine alte Bauernstube. Es gibt begeisterte Radiosammler in unseren Reihen und dies nicht nur am Autoradio-Sektor.

Was ich natürlich auf einem Veteranenmarkt nicht sehen möchte?! Möbel, Elektrogeräte, Schuh- und Fetzentandler reihenweise. Aber auch

Warum also sollte man diesen Ständen ihre Daseinsberechtigung ab-

hier gibt es eine Einschränkung. Schauen Sie nach Frankreich oder in die

sprechen. Wer auch hier Ansprechendes zu vernünftigen Preisen anbie-

Schweiz. Bei Rallyes oder Ausfahrten sind die meisten Fahrzeugbesat-

tet, darf sich seines Geschäftes sicher sein. Man darf auch nicht verges-

zungen dem Jahrgang ihres Oldtimers entsprechend gekleidet.

sen, dass auf unseren Flohmärkten sehr viele Bewohner aus dem Umfeld

auftauchen, die hier dann auch das eine oder andere finden. Vielleicht kommt manch einer dieser Besucher unserem Hobby näher.

Reine Männersache?!

Es soll auch vorkommen, dass unsere bes-

„Für ihr hobby brauchen Sie sicher auch eine begeisterte partnerin, sonst geben sie‘s besser auf (das Hobby natürlich)!“

sere Ehehälfte das Verlangen kundtut, einmal mit von der Partie zu sein.

Hier haben wir in Österreich einen großen Nachholbedarf. Dies ist so-

Und nur Rost und Blech (Schmuck ist ihnen meist lieber), wird sie nicht

gar auf unseren Flohmärkten eine Marktlücke, aber wie gesagt, es muss

unbedingt begeistern. Daher ist es so schlecht nicht...! Für Ihr Hobby

zeitentsprechend sein, dann geht’s in Ordnung.

brauchen Sie doch sicher auch eine begeisterte Ehefrau oder Freundin, sonst geben Sie’s besser auf (das Hobby natürlich). Es soll sogar Ehe-

Zusammenfassend möchte ich sagen, solange die artfremden Stände

frauen geben, die auf Verkaufsständen begeistert das Regiment führen,

eine untergeordnete Rollen spielen, sind sie als Bereicherung eines je-

handeln und feilschen. Der so entlastete Ehemann kann sich dadurch

den Flohmarktes anzusehen. Wer nicht gefragt Sachen anbietet, wird das

voll dem Einkauf widmen. Überhaupt, wenn man sich so umhört, gibt

nächste Mal sicher nicht mehr erscheinen.

NOCKALM QUINTETT · DIE JUNGEN TENÖRE EIN KONZERTERLEBNIS, HUNDEERZIEHUNG MIT HOLGER SCHÜLER ER SCHÜLER MONIKA MARTIN · DIE LADINER SIGRID & MARINA · UDO WENDERS

DAS SIE NIE VERGESSEN WERDEN

Zauber der Weihnacht Menschen an der Leine

an DIE LIEBE BLEIBT-

TOUR 2010

nnt

Funk Bekannt aus

DIE TOURNEE 2010

LIVE MIT ORCHESTER LIVE MIT BAND & Funk aus

eiche Stunden d ohne T ricks!

15.10.2010 St. Pölten VAZ

& Fernsehen

Erleben Sie zwei amüsante und lehrreiche Stunden nmit Beispielen direkt am Hund - und ohne Tricks! sehe Fern Markus Wolfahrt führt durch das festliche Programm

28.11.2010 St. Pölten VAZ

09.+10.12.2010 St. Pölten VAZ

13.12.2010 St. Pölten VAZ

KARTEN: OETICKET-VERKAUFSSTELLEN, TICKETCORNER-VERTRIEBSSTELLEN (Z.B. RAIFFEISENBANKEN), BANK AUSTRIA, LIBRO, MEDIA MARKT, OETICKET HOTLINE 01/96096. WEITERE INFOS UNTER WWW.SHOWFACTORY.AT en V A Z


Beatles, Pille und Revolte – so lautet das Motto der aktuellen Ausstellung auf Schloss Schallaburg. Kaum ein Jahrzehnt war so von politischen und gesellschaftlichen Veränderungen geprägt wie die 60er. Ein audio-visuelles Erlebnis lässt die Besucher der Ausstellung in eine Zeit eintauchen, in der das erste Farbfernsehen das Leben bunter machte und Frauen im Minirock noch für Aufsehen sorgten. der Suche nach den Spuren der 60er im

Lebetag lang in der Landwirtschaft. Nebenbei ist

Bootfahren für jung und alt. Der Haupt-

Mostviertel landeten wir in dem Nummer-1-

er heute als Reiseleiter in ganz Österreich unter-

anziehungspunkt war damals so wie auch heute

Tourismusort der damaligen Zeit in der Region –

wegs und kennt (fast) jede Ortschaft in unserem

ganz klar der Lunzer See. „Alle wollten raus zum

Lunz am See. Wie der Tourismus anno dazumal

Land. Er war damals 25 Jahre, als die Ära der

Bootfahren. Vor allem die Kinder waren so unge-

den Ort prägte und die Lunzer die 60er erlebten,

60er-Jahre auch in Lunz Einzug hielt. Neben tech-

duldig, weil sie unbedingt damit fahren wollten

erzählte uns einer, der das Treiben hautnah mit-

nischen Neuheiten oder neuem Körperbewusst-

und `platzten` richtig bis endlich eines kam“, er-

erlebte.

sein, bewegte sich auch auf dem touristischen

zählt Gansterer. Und wer sich nicht gerade im

Alois Gansterer stammt von einem Bergbauern-

Sektor einiges. Mit Beginn der 60er stiegen die

oder auf dem Wasser bewegte, der spazierte

haus nahe dem Lunzer See und arbeitet sein

Nächtigungszahlen Richtung Spitze und erreich-

um den See oder wanderte auf den Hausber-

Auf

ten am Ende des Jahrzehnts sogar ihren absolu-

DIE AUSSTELLUNG

Das Die 60er. Beatles, Pille und Revolte.Renaissanceschloss Schallaburg A-3382 Schallaburg 1 1. Mai bis 1. November 2010 Tel: 02754/6317 – 0 www.schallaburg.at

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr Samstag, Sonn- und Feiertag von 9 bis 18 Uhr (Kassaschluss 1 Stunde vorher)

ten Höhepunkt mit über 70.000 Besuchern in der Lunzer Geschichte. Kein Wunder, war doch Lunz der beliebteste Ausflugsort im Mostviertel. „Vor allem Wiener reisten hierher, aber auch viele Deutsche und Holländer fanden ihren Weg in den idyllischen Ort“, erzählt Alois Gansterer. Ein Auto hatte zu Beginn der 60er fast keiner. „Die ersten, die eines besaßen, wurden sogar als Hochstapler bezeichnet“, lacht er. Die Touristen reisten großteils mit der Bahn an. „Der Ansturm auf den Lunzer See war zu mancher Zeit sogar so groß, dass die Bahnreisenden teilweise auf den Trittbrettern stehen mussten.“ Stellt sich die Frage, was machte den Ort so besonders? – 46 – MFG


BelIeBte auSflugSZIele daMalS und heute Geschirr-Museum Wilhelmsburg Das Museum zeigt die vollständige Sammlung des Tafelgeschirrs der Marke „LilienPorzellan“ aus den 50er- bis 70er-Jahren, allen voran das Tafelgeschirr „Daisy“.

Lunzer See Im Sommer beliebtes Ausflugsziel zum Schwimmen und Boot fahren, im Winter Treffpunkt für Eisläufer; Tel.: 07486/80 81, www.lunz.at

Erlaufsee Glasklarer Bergsee bei Mitterbach mit Trinkwasserqualität; Tel.: 03882/42 11, www.mitterbach.at Naturpark

Finanziert aus Mitteln des NÖ Wirtschafts- & Tourismusfonds

der groSSe Wandel.

Ötscher

Tormäuer

Der größte und für viele der schönste Naturpark Niederösterreichs erstreckt sich rund um den 1.893 m hohen Ötscher; Tel.: 07416/521 91, www.mostviertel.info

Apropos Motor. „Ein

Erlebniswelt Mendlingtal Holztrift-

großer Wandel fand durch das Einsetzen der

anlage, romantische Schluchten, Klause, alte Getreidemühle etc. Tel.: 07484/50 20 DW 19 oder 20, www.goestling-hochkar.at

Motorisierung statt“, erinnert sich Gansterer. Anfangs dienten noch Fahrräder oder Motorräder zur Fortbewegung, Autos gab es nur vereinzelt. Um von A nach B zu kommen oder „wenn ein Bursch zu einem Mädchen wollte, musste er oft lange Fußmärsche zurücklegen.“ Das änderte sich schlagartig als die Leute plötzlich mobil waren. Auf einmal waren alle unterwegs auf Entdeckungsfahrten. Motorisierte Leute zog es dann

FeRRUM – Welt des Eisens Das Erlebniszentrum erzählt über Geschichte, Kultur und Kunst der Region Eisenstraße; Tel.: 07443/853 00, www.ferrum-ybbsitz.at Kameltheater Kernhof Freizeit-, Natur-, Tier- und Blumenpark mit Kamelshows uvm. www.kameltheater.at

ins Gesäuse, nach Mariazell, ins Donautal, usw. – einfach Rundfahrten durch das Mostviertel. gen wie den Dürrenstein, „der sogar heute noch

Endlich konnte man auf neuem Wege die große

es damals nur in der Stadt, oder? Irrtum. Der

naturbelassen ist“, zeigt er sich sichtlich stolz.

Welt erkunden. So hörte sich auch mit der Zeit

Bikini, der Minirock – eine totale „Zur-Schau-

Also Boot fahren und wandern. Wo bleibt da

das Jugendleben im Ort auf. Sein Liebesglück

Stellung“ des Körpers merkte man auch am

die Action, fragen wir, die erlebnishungrige Ge-

suchte man nicht mehr nur im eigenen Ort, son-

Land, sah man es ja von den Touristinnen. „Aber

neration, dann? „In Lunz hat man vor allem die

dern fand seine Partner vermehrt von weit her.

es brauchte einen gewissen Mut für die Lunzer

Ruhe gepflegt. Die Leute waren viel naturverbun-

Und

dener. Damals war es auch noch nicht so wie

60er“-Phänomene

die

„typischen gab

Frauen diesen Trend mitzumachen“, resümiert Gansterer.

heute, dass man wegen jedem Regentropfen zuhause bleibt“, meint Gansterer. Außerdem gab es damals noch viel mehr Gesellschaftsleben. „Zu Beginn der 60er spielte sich vieles in den Wirtshausstuben, in den Gastgärten oder auf den Hausbänken ab.“ Dass der Familienkontakt und der enge Kontakt zum Gast verloren gegangen ist, bedauert er sehr. „Früher haben sich die Gastgeber noch viel mehr Zeit für ihre Gäste genommen und beispielsweise mit ihnen Ausflüge gemacht, oder man ging gemeinsam am Abend auf Feste im Ort. Oft kamen auch auswärtige Musikkapellen und spielten bei Veranstaltungen am See.“ Veranstaltungen gab es damals also doch genug. Zu den Highlights zählte das alljährlich auf

Impressionen aus den 60ern: Abkühlung in Erlaufboden (1963), Ausflug zum Stift Lilienfeld (1962), Traktorfahrt durch Ober-Grafendorf (1968), Festzug zur Stadterhebung Wilhelmsburgs (1959) und Bootfahren am Lunzer See (1963)

der Eisdecke des Lunzer Sees stattfindende „Motorskijöring“ – wohl am besten vergleichbar mit Wasserschifahren, nur eben auf Eis. – 47 – MFG


KULTUR SHORTCUTS

Alle Gangsta sind schon da von Thomas Fröhlich Nein, ich halte nichts von political correctness. Aber trotzdem: ich will nicht mehr! Ich will keine lyrics mehr von hirntoten Maulhelden hören, die – neben der Fähigkeit, grad einmal ein Mikro in der Hand zu halten – außer der Zurschaustellung fundamentaler Blödheit und nachhaltiger Bildungsresistenz nur permanentes „Dissen“ von allem, was sie nicht kapieren (und das ist SEHR viel), in die Welt absondern. Ich will keine schwanzfixierten, frauen- und schwulenfeindlichen

Milchbubi-Gewaltfan-

tasien mehr akzeptieren oder gar gutheißen müssen, „weil das halt beim Gangsta Rap

Zahlenspiele

Es hat schon bisweilen etwas Bizarres, so eine Theaterpressekonferenz. Nicht weil das gesamte Ensemble anwesend ist (was eher ein sympathischer, persönlicher Zug ist) oder eine Garde von Vertretern anderer NÖKU-Betriebe (so eine Pressekonferenz möchte schließlich auch voll erscheinen), sondern wegen der Journalisten. Bei denen ist – zumindest hierzulande – ein gewisser Hang zur Zahlenaffinität, man könnte auch von regelrechtem Fetischismus sprechen, nicht zu übersehen. „Wie hoch ist die Auslastung.“ „Über 90%“ „Sind da die Gastspiele mitgerechnet.“ „Nein.“ „Und das heißt dann in absoluten Zahlen.“ „Gibt es auslastungsmäßig noch eine Steigerungsmöglichkeit?“ „Ja, 100%!“, war dann die erlösende Antwort der künstlerischen (!) Leiterin. Ja, das hätten wir uns auch selbst ausrechnen können! Im Übrigen: Zum Programm gab es dann doch auch noch Fragen – ein paar wenige. Andererseits: Dieses spricht aufgrund seiner Qualität ja tatsächlich für sich selbst. www.landestheater.net

so ist“. Mit der gleichen Begründung kann man jedem Neonazi die Absolution für seine deppatn Aussprüche erteilen, „weil das halt

New Yorker Oper Hollywood Megaplex goes

bei den Neonazis so ist“.

Opera und überträgt 2010/2011 live Oper aus der New

Ich will kein gutmenschelndes „Verständnis“

Yorker Met. „Wir zählen damit zu ausgewählten Kinos in

mehr gegenüber verhaltenskreativen Jung-

Österreich“, freut sich Megaplex Prokurist Peter Janovsky,

Machos an den Tag legen müssen, für die

der auf ähnlichen Hype hofft wie in Linz: „Da kommen die

Rudelvergewaltigungen offenbar einen coo-

Besucher in Abendrobe!“ Um ein opernnahes Erlebnis ne-

len Way of Life darstellen.

ben der Übertragung zu gewährleisten, gibt es u.a. auch

Ich will auch keine anbiedernden Beiträge zu

eigene Garderoben oder Sekt in den Pausen. Am Pro-

diesen nicht nur verbal randalierenden Herr-

gramm stehen u. a. Klassiker wie „Rheingold“ oder „Don

schaften mehr im Spex, im Spiegel oder in

Carlo“. Let‘s opera! www.megaplex.at/opera

„Qualitätsjournalismus“-Gazet-

ten mehr lesen, nur weil wir es mit ach so authentisch-pittoresker Unterschichtbefind-

Comeback! Nach zwei Jahren Pause wurden wie-

lichkeit zu tun haben (ob mit Migrationshin-

der die „Youngster of Arts“ Förderpreise an junge Kunst-

tergrund oder ohne) und dies den ansonsten

schaffende vergeben. Die Pause erklärt Kulturamtsleiter

politisch so korrekten, brav linksalternativen

Thomas Karl so. „Die Qualität der Jugendkultur im Allge-

Redaktions-Bobos verloren gegangene street

meinen war durchaus gegeben, die nominierten Künstler

credibility wiederbringen soll.

erfüllten jedoch nicht die notwendigen Formalkriterien -

Ich will einfach nicht mehr.

aus St. Pölten, unter 25 Jahren. Und ein Preis, der vergeben

Und ich darf das auch sagen. Wie die Maul-

wird, nur damit man berichten kann, einen Preis vergeben

helden. Und zivilisatorische Mindeststan-

zu haben, wird wertlos.“ The Winners 2010 are: Hip Hopper

dards einfordern.

CHiLL-iLL, Literatin Jessica Lind, Designerin Helene Steiner.

Und nicht nur hier. Und aus. – 48 – MFG

Foto:Fotolia, zVg, Vorlaufer

heimischen


aliens

pflanzen und tiere auf wanderschaft

14. M채rz 2010 - 13. februar 2011 www.landesmuseum.net

Foto:Fotolia, zVg, Vorlaufer

di bis so von 9 bis 17 uhr


MFG ADVERTORIAL

GemeinsamER Weg

MITGLIED WERDEN! Werden Sie Mitglied des Fördervereins Kulturbezirk

und genießen Sie unsere exklusiven Vorteile (Previews, Künstlertreffs, Ausflüge, Ermäßigungen etc.). Nähere Information erteilt Simone Uhrmeister, Tel. 02742 / 908080-812, simone.uhrmeister@festspielhaus.at, kulturbezirk.at

Keine Frage: Es wurde mit großer Spannung erwartet, das neue Programm Joachim Schloemers für die Festspielhaus-Saison 2010/2011. Die nun in Kürze auslaufende erste Spielzeit des künstlerischen Leiters brachte ja viele Neuerungen. Spannendes wie Kontroverses wurde geboten. Schloemer gewann mit völlig neuen, vielfach an Offtheater erinnernden Projekten neue Fans, ebenso lehnten manche langjährige Besucher aber auch seine Programmierung rundweg ab oder waren von den vielen Nova, die da plötzlich aufs Festspielhaus niederprasselten, schlichtweg überfordert. Schloemer hat darauf reagiert. Und er reagiert mit Klasse: So geht er seinen künstlerischen Weg zwar geradlinig weiter, ABER – und dies

Herbstprogramm

Die Förderverein-Saison geht allmählich in ihre Zielgerade, Grund genug, bereits einen Blick in

ist entscheidend und auch ein Zeichen für sei-

den Herbst zu wagen! Es stehen wieder exklusive Veranstaltungen auf dem Programm!

nen Respekt vorm Festspielhauspublikum – er

Nach dem großen Erfolg im Frühjahr werden wir im September für jene, die beim ersten Mal

geht ihn nicht alleine, sondern gemeinsam

aufgrund des großen Ansturmes nicht zum Zug kamen, den Besuch in der Nationalbibliothek

MIT den Besuchern. Dazu hat er sich auch im

wiederholen. Außerdem steht unter der bewährten Reiseleitung von Herbert Binder unsere

Zuge der Pressekonferenz zur Programmprä-

Herbstreise auf dem Programm. Diesmal gehts nach Galizien!

sentation bekannt. „Ich habe in dieser ersten

Traditionsgemäß starten wir, heuer am 25. September, gemeinsam mit dem Festspielhaus in

Saison viel gelernt. Manches war gut, anderes

die neue Saison. Joachim Schloemer präsentiert „Engel der Verzweiflung“, eine bemerkens-

hat nicht funktioniert, wie wir uns das vorstell-

werte Musik/Theaterproduktion für Sänger, Tänzer und Darsteller über einen auf die Erde zu-

ten. Ich glaube, das ist aber auch ein wichtiger

rückkehrenden Engel. U. a. mit Musik von Scarlatti, Händel, Gesualdo, Maurizio Grandinetti.

Teil des Weges. Ich habe viel mit den Leuten

Am 17. Oktober finden unter dem Motto „Familyday“ eigene Familienführungen durch die

gesprochen.“ Die Folgen sind unübersehbar:

Klangwelten der spannenden Audio-Art-Einrichtung statt.

Schloemer führt gewisse, neue Publikums-

Im Zeichen des Tanzes steht der Fördervereinsabend am 20. November im Festspielhaus. Das

schichten ansprechende Module weiter – wie

weltberühmte Londoner Sadlers‘s Wells Theatre gastiert mit gleich drei Tanzproduktionen: „Af-

z. B. das Café Publik, den Jugendklub 300 oder

terLight“, „Faun“ (s. Bild) sowie „Uprising“.

diverse Festivals, andererseits beharrt er aber

Am 17. Dezember gesellen wir uns zum bereits im Vorjahr umjubelten Abend „Bauchklang &

nicht stur auf allzu Sperrigem. Dies ist quasi

friends“. Die St. Pöltner Vokalartisten mit internationalem Erfolg machen das gesamte Haus

sanft entschlafen und findet sich nicht mehr in

wieder zur Bühne! Kurzum, es wird wieder abwechslungsreich.

der Programmbroschüre. Apropos Programmbroschüre: Diese präsentiert sich gegenüber dem Vorjahr ebenfalls aufgeräumt. Ein Vergnügen, hierin schon die

EXKLUSIV TIPP

begehrten Termine rot anzustreichen! Selbst-

Erinnern Sie sich noch an das Sommerdachfest vor

redend, dass auch der Förderverein Kulturbe-

zwei Jahren. Ein lauer Sommerabend, gute Musik,

zirk wieder mit einigen Veranstaltungen Gast

erlesene Weine und der atemberaubende Blick von

in „seinem“ Festspielhaus sein wird!

der Dachterrasse der NÖ Versicherung über die Dä-

Darauf freut sich Ihr

cher St. Pöltens. So soll auch heuer die Saison ausklingen! Am 17. Juni wartet der Förderverein daher mit einem bemerkenswerten Programm auf. Um 17 Uhr gibt HR Dr. Willibald Rosner in der Landesbibliothek einen kurzen Einblick in die Kulturlandschaft Westgaliziens für alle Interessierten unserer Galizienreise im Herbst. Um 17.30 Uhr führt Dr. Andra-

Lothar Fiedler, Obmann

schek-Hauser in der Landesbibliothek exklusiv durch die Ausstellung „Amand Helm: Ein Fotograf des 19. Jahrhunderts in Niederösterreich.“ Um 18.30 Uhr präsentieren wir in der NÖ Versicherung das Herbstprogramm, die Präsentation mündet in ein geselliges Fest, garniert mit Tangoeinlagen von Simone Uhrmeister und Helmut Höllriegel!

– 50 – MFG


MFG KULTUR

Am Anfang war das wort

Der Antrag des Hollywood Megaplex auf Erlassung einer Einstweiligen Verfügung gegen das cinema paradiso wurde vom Wiener Handelsgericht in 1. Instanz abgewiesen. Das Cinema Paradiso bietet nun „Gesprächsbereitschaft“ an, das Megaplex hält an der Klage fest – auch weil es für Gespräche zu spät ist? Das Programmkino hat also in erster Instanz

Dabei bietet das Cinema Paradiso jetzt – via

vorher bemüht, den Konflikt gütlich zu been-

gewonnen. Was das konkret bedeutet, darü-

Presseaussendung – Gesprächsbereitschaft

den“, erzählte Hueber kurz nach Erscheinen

ber gehen die Meinungen auf beiden Seiten

an. Zu spät?

der letzten MFG-Ausgabe über Bemühungen

auseinander: „Wir freuen uns, dass uns das Gericht in allen Belangen Recht gegeben hat.

Gesprächskultur.

Wir haben das zwar so erwartet, die Erleichte-

sprächsbereitschaft

im Vorfeld, den Konflikt gütlich beizulegen. Ge-

Angesprochen auf den ominösen Schrift-

könnte

verkehr stellt Wagner allerdings fest: „Unter

rung ist jetzt aber trotzdem groß“, beschreibt

nämlich mit Ausgangspunkt der Eskalation

Gesprächskultur verstehen wir ein direktes,

Christoph Wagner, Projektleiter des Cinema

des Konfliktes gewesen sein. „Vor einiger Zeit

persönliches Gespräch und nicht einen Brief,

Paradiso die Stimmung im Haus.

wandten wir uns per Mail direkt an Herrn Knell

der gleichzeitig an Geschäftspartner und Be-

Anders sieht es, naturgemäß, Megaplex In-

[Projektleiter des Cinema Paradiso, Anm. der

hörden geschickt wird sowie eine existenzbe-

haber Heinz Hueber. „In der Entscheidung

Redaktion], um ihn zu ersuchen, sich an die

drohende Klage. Für ein ehrliches, offenes auf-

der 1. Instanz wurde unserer Meinung nach

Förderrichtlinien zu halten und keine Kom-

einander Zugehen steht das Projekt Cinema

nur der europäische Gesichtspunkt beurteilt.

merzfilme aufzuführen. Statt einer persön-

Paradiso seit Anbeginn an“ – und kündigt

Im Zuge des laufenden Verfahrens wird sich

lichen Antwort erhielten wir ein Schreiben

seine Gesprächsbereitschaft via Medien an?

das Gericht  aber sicherlich mit allen anderen

des Anwalts vom cinema paradiso mit der

Der Karren scheint also verfahren.

aufgeworfenen Punkten befassen“. Von einem

Androhung von rechtlichen Schritten. Wir

Megaplex-Prokurist Peter Janovsky stellt je-

Rückzug oder einer prinzipiellen Entspannung

haben wirklich lange überlegt, bevor wir die

denfalls etwaige emotionale Hintergründe als

der Lage also keine Spur.

rechtlichen Schritte eingeleitet haben und uns

Ausgangspunkt der Klage, dass also vielleicht

Just

bzw.

fehlende –kultur

der Anwaltsbrief seitens des Cinema Paradisos als Antwort auf Huebers Mail damals das sprichwörtliche Fass in diesem langjährigen, abseits der Öffentlichkeit tobenden Streits zwischen den Kinos zum Überlaufen brachte, in Abrede. „Es geht nicht um Emotionen. Bei der Klage geht es schlichtweg um unsere Existenz und die Arbeitsplätze unserer Angestellten.“

Verfahrener Karren. Damit

verweist Ja-

novsky auf den Stein des Anstoßes der Klage, nämlich die Programmierung des subventionierten Programmkinos. In den Augen des Megaplex führt es nicht förderungswürdige Filmware – sprich Blockbuster – vor und betreibt somit Wettbewerbsverzerrung. Laut Handelsgericht 1. Instanz ein nicht haltbarer Vorwurf. Hat man im Hinblick auf die Programmierung des Programmkinos, auch im Sinne einer Geste, trotzdem reagiert? „Wir sind mit unserem Programm zum besten Kino Europas gewählt worden, haben zwei Kulturpreise des Landes NÖ erhalten und konnten den EUROKIDS AWARD entgegen nehmen. Jetzt hat auch noch das Gericht bestätigt, dass Cinema Paradiso eine Kultureinrichtung ist, die zu Recht gefördert wird“, stellt Wagner unmissverständlich klar. Viel Bewegung und Entgegenkommen scheint also nicht gegeben – von beiden Seiten, und so wird der Kinostreit wohl ein Mehr-

TEXT: Sascha harold Foto: Marco Köhler

teiler mit Floprisiko für alle Beteiligten. – 51 – MFG


MFG KULTUR

Haupt Film KULT stadt TEXT: Mathias Kirner Foto: Ivan Grlic

Kein Hauptstadtfest mehr, kein Film- und Kulturfestival mehr, dafür ein Sommerfestival am Rathausplatz: Was bringt der Sommer 2010 wirklich Neues? Und ist neu gleich besser?

des zweifelhaften Reizes des Landes-

ten GmbH (zu 40 Prozent im Besitz der Stadt),

sich Puchner entlocken lässt. Im Vergleich dazu

den Wirten 3100 und Cinema Paradiso. Puchner

kostete das Hauptstadtfest 2009 200.000 Euro.

Jahre gekommenen Film- und Kulturfestivals

verspricht ein „sehr differenziertes Programm“,

gibt es heuer das „Sommerfestival St. Pölten“ –

das auf nunmehr zwei Bühnen, dem Kinobe-

Befürchtung: Todesritt.

so lautet der offizielle Name – mit Auftaktveran-

reich und im Gastronomiebereich feilgeboten

sache, dass bei der bisherigen Gourmetmeile

staltung. Was dabei von 9. Juli bis 8. August am

wird. Wie gehabt wird es internationale Küche

zum überwiegenden Teil Wirte von außerhalb

St. Pöltener Rathausplatz geboten werden wird,

geben („von Österreich bis Sri Lanka“), aller-

St. Pöltens zum Zug kamen, war der heimischen

ist zwar keine Neuerfindung dessen, was in den

dings wird diese vorwiegend von Wirten aus St.

Gastronomie stets ein Dorn im Auge. Ob das mit

letzten zwölf Jahren zu sehen war. Nach wie

Pölten und Umgebung zubereitet werden. Für

ein Grund für die Neuausschreibung der Veran-

vor besteht das Festival aus den Eckpfeilern

den Gastronomiebereich gebe es verbindliche

staltung war? Koutny begründet die Abkehr von

internationale Küche, Kino und Bühnen. Durch-

Konzepte, die nicht nach Bedarf der einzelnen

Vorgänger Pesl knapp: „Sämtliche Beteiligten

aus neu ist aber der Veranstalter des Festivals:

Standbetreiber geändert werden dürfen. Dies

waren mit dessen Performance nicht zufrie-

Nicht mehr die M.A.P.E. event GmbH unter An-

soll ebenso für den von Puchner vorherge-

den.“ Pesl, der das Festival 1988 erstmals nach

dreas Pesl, sondern das Büro V mit Geschäfts-

sagten „Ruck an Qualitätszugewinn“ sorgen wie

St. Pölten brachte, wurde nach eigenen Anga-

führer Peter Puchner ist für die sommerliche

eine neue Platzgestaltung mit von Architekten

ben von der Stadt nie benachrichtigt, dass er

Belebung des Rathausplatzes verantwortlich.

entworfenen Hütten, schönen Gartenmöbeln,

nicht mehr der Mann für 2010 ist. Sämtliche sei-

Überdachungen und einer Chill Out-Zone in der

ner Anfragen an den Magistrat blieben unbeant-

Mitte des Platzes.

wortet. Pesl argwöhnt eine andere Ursache für

Vorsatz: Qualitätszugewinn.

Dass sich

Gerade die Tat-

• Bahnfa zurüc • 1 Näc im 4• TICK (12 A € 75,–

die Beauftragung des Büro V: Da Stadtfest und

gerade die 100prozentige Tochter der Stadt in einer Ausschreibung des Magistrats gegenüber

Für die Neuaufstellung des Festivals fließt auch

Stadtsilvester nicht mehr funktionieren wür-

drei weiteren Bewerbern durchsetzen konnte,

einiges an Geld. 2010 werden 350.000 Euro in-

den, müsse nun der Personalstand des Büro V

liegt laut Martin Koutny von der Pressestelle der

vestiert, wovon laut Koutny nur 50.000 Euro aus

gerechtfertigt werden. Im Fokus auf heimische

Stadt am „schlüssigsten gemeinschaftlichen

Mitteln der Stadt stammen. Der Rest kommt

Gastronomen sieht er eine fatale Entwicklung:

Konzept“ und der „breiten Aufstellung mit aus-

von Sponsoren und privaten Financiers, wobei

„Innerhalb von zwei Jahren wird das Festival zu

gesprochen potentiellen Partnern“. Konkret ko-

Hasenstall-Betreiber Franky Edlinger mit einer

Tode geritten sein.“ Wünschen, dass das Kon-

operiert das Büro V mit der Marketing St. Pöl-

erklecklichen Summe beteiligt sein dürfte, wie

zept aufgeht, würde er der Stadt dennoch.

– 52 – MFG

© Hungarian National Tourist Office Photogallery

Anstatt

hauptstadtfestes und anstatt des schon in die

ticket


Programmkino St. Pölten, Rathausplatz 14 02742-21 400, www.cinema-paradiso.at

FUSSBALL WM LIVE

BEN MARTIN

LIVE

LIVE

GUERILLADISO

LIVE

IM BEISLKINO UND IM GASTGARTEN: Ab 11. Juni ist König Fußball im Cinema Paradiso perfekt im Bild. Im Schanigarten sind alle Abend-Spiele live zu sehen. Im Beislkino flimmern ab 26. Juni alle Spiele der KORunde über die große Leinwand. Egal ob brütende Hitze oder Regen, das kollektive Daumenhalten wird hier zum unvergesslichen Vergnügen. 11.6. – 11.7.10, Eintritt frei!

Ben Martin ist prägendes Mitglied in zahlreichen Bands und eines der Aushängeschilder der St. Pöltner Musikszene. Sein neues Album wird er im Schanigarten vor dem Kino exklusiv und noch vor dem offiziellen Release präsentieren. Begleitet wird er dabei von Lukas Lauermann (A Life, A Song, A Cigarette) und Matthias Frey (Sweet, Sweet Moon). 18.6.10, 18 Uhr, Eintritt frei!

DJ KARL MÖSTL/DJ WLF: Die Guerilladisco landet wieder in St. Pölten und verwandelt den Rathausplatz in eine Tanzfläche. Das Besondere: die Beats von DJ Karl Möstl [von Walkner.Möstl] und DJ WLF werden über Funkkopfhörer übertragen, man kann zwischen zwei Kanälen wählen. Shake the Pestsäule! Kopfhörer-Leihgebühr 3 EUR 19.6.10, 21.30 Uhr, Eintritt frei!

IM BAZAR DER GESCHLECHTER OmU

VINCENT WILL MEER

EIN SOMMER IN NEW YORK

FILM

D/Ö 2009, So kennt man den Iran im Westen kaum. Unzucht und Ehebruch sind eigentlich Kapitalverbrechen, aber eine legale „Ehe auf Zeit“ ermöglicht schnellen Sex. Eine vielsagende Doku von Sudabeh Mortezai. Religiöses Dogma trifft auf Macho-Sentimentalität trifft auf weibliche Lebensrealität. ab 4.6.10 täglich

FILM

D 2010, Drei junge Menschen auf dem Weg zum Meer, mit im Gepäck: Tourette, Magersucht und Zwangsneurosen. „Vincent will Meer“ gelingt ein wunderschön feinfühlige und liebenswertes Bild von psychisch Kranken und stellt die Frage, wer eigentlich wirklich einen Vogel hat. Ein echter Feel-Good-Film mit vielen lustigen Szenen. ab 11.6.10 täglich

FILM

USA 2007, Ein alter Professor findet zurück ins Leben. Er kämpft für ein Liebespaar, das die US-Einwanderungsbehörden trennen wollen – und lernt dabei sogar das Trommeln mit nacktem Po. Ein Film über den Kampf eines Bürgers gegen die Asylpolitik seines Landes. Politisches Kino, Komödie und Tragödie zugleich. ab 18.6.10 täglich

ÖSTERREICHS EVENTMAGAZIN hin • Bahnfahrt 2. Klasseem und zurück ab jed ÖBB Bahnhof ück • 1 Nächtigung/Frühst im 4-Stern-Hotel • TICKET-Jahresabo (12 Ausgaben) € 75,– pP im Doppel hin und of rt 2. KlassÖe BB Bahnh • Bahnfahab m de je zurück ng/Frühstück gu • 1 Nächti n-Hotel im 4-Ster ahresabo • TICKET-Jab ) (12 Ausg enDoppel € 75,– pP im rismus © Graz Tou © Hungarian National Tourist Office Photogallery

E AUSGAB Vened ig

• Bahnfahr t 2. Klasse hin und zurück (ab jedem ÖBB Bahnhof über Wien-Hegyeshalom) • 1 Nächtigung/Frühstück im 4-Stern-Hotel • TICKET-Jahresabo (12 Ausg.) € 105,– pP im Doppel ticket_abo_staedte_200x140.indd 1

12

• Bahnfa zurück hr t 2. Klasse h und des Zugesab den Haltebin ab Wien, EN 237/236 a( hnöfen Busfah Wr. Neusta t)z.B. oder 1. Klasser t mit dem ÖBBdIC oder Villaab/bis Klagenfu Bus rt • 1 Nächti ch 3-Stern-Hgung/Frühstü c k ot el (2 N. M im Stay b • TICKEeiT Ankunft Fr odinimum -J a h res € 115,– abo (1 er Sa) Verl.-NacpP im Doppel 2 Ausg.) ht € 45,pP

+

N

RAZ, WIEN, G E G A T 2 ST ODER BUDAPE G VENEDI

Reisezeitraum 01.07.–31.08.10 (letzte Rückreise) Buchbar im Mai und Juni 2010

Information und Buchung unter Tel. 01/89930-80 oder www.railtours.at *) Das TICKET-Jahresabo verlängert sich automatisch nach Ablauf des Abo-Zeitraumes zum jeweils gültigen Abo-Preis. Das Abo ist 6 Wochen vor Ablauf kündbar.

06.05.2010 14:41:14 Uhr


MFG KULTUR

„St. Pölten ist cool und das darf man auch sagen“ TEXT: Marion Pfeffer Foto: Victoria Schaffer

Joachim Schloemer hat’s hinter sich! Nämlich die erste Spielzeit als Intendant des Festspielhauses. Und er traut sich was! Nämlich nicht nur St. Pölten als „cool“ zu bezeichnen, sondern auch die Liebe und die Ewigkeit in die Stadt zu holen. „Auf ewig“ heißt das Motto seines neuen Programms. Der Lebensromantiker ohne Freizeit sprach mit MFG über seinen Traumjob.

Ihre erste Spielzeit als Festspielhausintendant ist zu Ende. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz aus? Meine Bilanz ist beides – ernüchternd und ermutigend. Ernüchternd ist sie, weil die Besucherzahlen zurückgegangen sind, was allerdings zu erwarten war und somit nicht überraschend ist. Ermutigend ist sie, da viele neue Besucher den Weg ins Festspielhaus gefunden haben. Wir haben im Rahmen dieser ersten Saison vieles ausprobiert und natürlich sind wir bei einigen Projekten über das Ziel hinausgeschossen. Allerdings konnten wir auch nur so zu den Erkenntnissen kommen, die wir für die Programmgestaltung und -entwicklung benötigen. Formate wie Festivals, Tango am Mittwoch, Veranstaltungsreihen in der Box, Jugendarbeit wie im Jugendklub 300 und vieles mehr zählten zu den Neuerungen. Vieles hat erstaunlich gut funktioniert, anderes werden sie in der nächsten Saison nicht mehr finden, weil es entweder als Format überarbeitet werden muss, oder weil es schlichtweg nicht wirklich Fuß fassen konnte.

Gibt es Dinge, die Sie im Nachhinein gesehen anders machen würden? Nein. Ich finde, solche Erfahrungen sollte man immer selbst machen. Erfahrungen aus Formaten oder Veranstaltungen, die nicht so gut funktioniert haben, sind maßgeblich in aktuelle Planungen eingeflossen. Es gibt nichts Schlimmeres für mich, als einen Künstler, den ich meist kenne und für seine Arbeit schätze einzuladen und ihn dann vor wenigen Zuschauern spielen zu sehen. Das ist für mich, als Theatermann, eine persönliche Niederlage. Aber es führt kein Weg daran vorbei.

Sie bemühen sich sehr, die St. Pöltner und ihre Stadt in Ihr Konzept einzubauen. Nun sagt man unserer schönen Stadt nach, dass hier nichts los ist und die St. Pöltner fad seien. Wie erleben Sie die hiesige Kulturszene? Ich denke, dass einiges in St. Pölten los ist, vor allem natürlich im Festspielhaus, ist ja klar. Aber was mir immer wieder zu Ohren kommt ist, dass viele sagen, hier sei nichts los, selbst wenn das ganze Wochenende über viele verschiedene Veranstaltungen stattfinden. Es gehört sich anscheinend so, zu sagen, hier sei nichts los und das immer und immer wieder. Ich vermute, dass es noch sehr lange dauern wird, bis diese Ansicht aus den Köpfen verschwunden ist und die Leute positiver über ihre Stadt denken. St. Pölten kann cool sein, ist doch so, und es ist nicht schlimm, das laut zu sagen.


BETTHUPFERL

Einige der früher regelmäßigen Festspielhaus-Besucher fühlen sich mit Ihrer Herangehensweise nicht dort abgeholt, wo sie abgeholt werden möchten. Woran denken Sie, liegt das?

gesprochen. Wir haben vor, das Segment

An Allem und an sehr Wenigem. Zum Einen

Café Publik gebucht, aus Platzgründen mus-

Irgendwann musste sie ja kommen. Die

bin ich, wer ich bin. Ich spiele keine Spiel-

sten wir allerdings in die Box „umziehen“.

Frage aller Fragen. Jene Frage, die Rosa

chen, ich tue nicht so, als ob ich den Welt-

Wir wünschen uns, dass es mehr solche Acts

gelernt hatte, Männern unwiderruflich ab-

rekord im Besserwissen brechen wollte. Ich

gibt, für die das Café zu klein wird. Anderer-

solut nicht zu stellen und erst recht nicht

setze mich auch mit kulturellen Themen

seits suchen wir auch nach neuen Möglich-

zu beantworten. Jene Frage, auf die es

auseinander, die neu für mich sind und stelle

keiten und Formaten, um klassische Musik

niemals eine ehrliche Antwort geben wird

mich ihnen, wie zum Beispiel dem Abend

ins Café zu holen, mehr Diskussionsabende

und geben kann. Niemals. Und wer am

„Volkskultur Österreich“, den ich gemeinsam

einzubauen, Spieleabende zu veranstalten,

Ende dieser Kolumne etwas anderes be-

mit Dorli Draxler moderiert habe. Ich denke,

mehr St. Pöltner ins Programm mit einzube-

hauptet, hatte entweder weniger als drei

es hat sehr viel damit zu tun, dass ich mich

ziehen und Kooperationen wie zum Beispiel

sexuelle Beziehungen, verdient mit Sex

sehr von meinem Vorgänger unterscheide.

mit der FH St. Pölten auszubauen. Das Café

Geld oder heißt Mick Jagger.

Ich bringe meine eigene Geschichte mit in

Publik ist ein echter Dreh- und Angelpunkt

Einzig diese drei Varianten würden es ent-

diese Stadt und in dieses Haus, was meine

des Hauses. Wenn es irgendwann neue Com-

schuldigen, die Anzahl der sexuellen Be-

Arbeit hier prägen wird. Die Erfahrungen, die

munities im Zuschauerraum geben soll, dann

ich gemeinsam mit dem Publikum über die

wird diese Publikumsbindung sicher über

Jahre machen werde, werden alles (durch)

das Café Publik laufen. Selbst wenn es noch

lässiger und entspannter machen. Auch jene

dauern sollte, aber wir müssen schließlich ir-

Zuschauer, die bis jetzt noch nicht wieder

gendwann beginnen, den jungen Menschen

ins Haus gekommen sind, brauchen Zeit, um

unser Vertrauen zu schenken und ihnen die

mich kennen zu lernen und mir ihr Vertrauen

Bühne spielerisch überlassen.

Café Publik weiter auszubauen, und zwar in eine Richtung, die wir schon mit dem Konzert

von Rosa

der Hidden Cameras in der Box eingeschlagen haben. Andi Fränzl hatte die Band für das

zu schenken.

Sie sind ein Tausendsassa. Choreograph, Regisseur, künstlerischer Leiter, Gastprofessor, Juror, etc. Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?

Wie wollen Sie diese Besucher wieder ins Festspielhaus holen bzw. was möchten Sie Ihnen vermitteln?

„ich tuE Nicht so, als ob ich den Weltrekord im Besserwissen brechen wollte.“

ziehungen, Bums-Nummern, Betthupferln & Popp-Storys ehrlich und ohne Schulterzucken preiszugeben. Schon gar nicht dem

Tausendsassa ist ein Wort,

aktuellen Partner.

das ich hier einfach überhöre.

Merke: Niemals! Bisher gelang es Rosa

Ich nehme meine Inspiration

beim ersten Anflug einer Nachfrage ir-

aus allem, was der Alltag her-

gendwie auszuweichen. Mit geschicktem

gibt. Kochen, Baby wickeln,

Wimpernschlag nach oben, die Augen

von dem sie zehren können. Vermitteln ist

träumen, Einzahlungen machen, Auto sau-

leicht verdrehend und einem ver- und ge-

immer verführen. Verführen auch dazu, sich

gen, Müll wegbringen, lesen, Yoga machen,

logen gesäuseltem: „Aber bitte, das kann

zu Wort zu melden, eine Stimme zu haben,

Gewichte heben, meine Freundin küssen,

jetzt nicht dein Ernst sein. An die anderen

die eigene Stimme zu hören, sich Luft zu ma-

Pflanzen umtopfen - einfach alles, alles, was

kann ich mich ja schon gar nicht mehr

chen, sich in Beziehung zu setzen, zu dem,

mir passiert oder über den Weg läuft. Eine

wirklich erinnern“, war die Sache bisher

was um einen herum passiert.

Person, die auf die Straßenbahn wartet, ein

meistens vom Tisch gewischt und wir ins

Autofahrer, der nicht in die Parklücke kommt,

Bett gesprungen. Vorbeugend, quasi. Wer

Was darf man konkret für die neue Saison erwarten?

das Piepsen des Scanners bei Hofer an der

viel poppt, wird nicht vergessen (werden).

Kasse, Sonderangebote, ein unfreundlicher

Schmunzel. Am Sonntag gab es kein Ent-

In aller Kürze: Rasend viel! Am besten man

Verkäufer, die Autofahrer neben mir im Stau,

rinnen mehr. Rosa musste beichten. Oder

holt sich eine Saisonbroschüre, denn bei 80

ein alter Mann, der wartet, dass ihn jemand

zumindest so tun. Also vortäuschen. Vor

verschiedenen Veranstaltungen platzt dieser

über die Straße bringt. Liebe, Zeit, Licht, Welt

die Wahrheit hatte ich ein paar fette Minus

Artikel bereits, wenn ich nur überlege, wo ich

- das sind die vier Dinge, die mich am mei-

geschoben, damit sich die Zahl beim Wort-

anfangen soll.

sten inspirieren.

werden nicht allzu mächtig anhörte. Nach

Mit dem Café Publik hat St. Pölten ein zusätzliches Lokal mit Musik- und Tanzveranstaltungen erhalten. Wie fügt sich das Publik in das Konzept des Festspielhauses ein und wie ist die Zusammenarbeit mit Andi Fränzl?

Was wünschen Sie sich für die kommende Spielzeit?

ren: Die Nummer 13. Hörte sich plausibel

Zu Saisonbeginn schon keine Sitz- und Steh-

mitgerechnet – und dazwischen ein paar

plätze mehr im Großen Saal für keine der

unwichtige

Veranstaltungen zur Verfügung zu haben

auf mittlerweile 18 Jahre sexuelle Betäti-

und aufgrund dessen die Vorstellungszahl

gung. Ja, das klang durchaus vorm manns-

Gut, die Zusammenarbeit ist gut und gerade

verdoppeln zu müssen … und das in aller Be-

gewordenem

gestern haben wir lange über dieses Thema

scheidenheit.

Fazit: Die Verhandlung wurde vertagt.

Durch ein gutes Programm, das sie herausfordert und ermutigt und erhellt und erwischt und verliebt macht und träumen lässt. Ein Programm,

gründlichem Gehirnjogging war sie gebo-

– 55 – MFG

an. 5 fixe Beziehungen – die aktuelle nicht one-night-stands. Aufgeteilt

Schwurgericht

vertretbar.


MFG Kultur

s

Bleibt alles anders tschaftsbundes für Presseaussendung des Wir Ende Februar sorgte eine schaffung der Ver„Wirtschaftsbund setzt Ab Aufsehen. Unter dem Titel ig die Abschaffung rch“ wurde dort vollmund gnügungssteuer in NÖ du ist es dann doch kündet. Drei Monate später ver uer ste ngs ügu rgn Ve der ld Foto: Aamon nicht ganz so. Text: Sascha Haro

Aus Sicht der Veranstalter ist dieser Zugang freilich widersinnig, weil die Frage, ob wo Vergnügungssteuer eingehoben wird oder nicht, eine wesentliche für die Standortwahl

Am

25. Februar war die Freude über diese

heben, da sich vor allem für kleine Gemeinden

spielt. Dazu René Voak, Geschäftsführer des

Meldung bei den Veranstaltern groß, so jubelte

der Verwaltungsaufwand nicht rechnet.“ Das

größten heimischen Veranstaltungsbetriebes

etwa Franz Lampesberger, Fachgruppenob-

klingt freilich anders als die damals ultimative

NXP: „Es ist natürlich so, dass sich Fremdver-

mann der niederösterreichischen Kinobetrei-

Ansage der Abschaffung der Steuer.

anstalter die Orte aussuchen, die den gün-

ber: „Dies bringt eine spürbare Entlastung für

Zu den Städten, die vordergründig von der

stigsten Tarif haben. Wenn dann Linz, Graz und

unsere Branche und macht uns konkurrenzfä-

Steuer profitieren, gehört u. a. die Landes-

Wien keine oder nur beschränkt Vergnügungs-

higer mit dem Bundesland Wien!“ Ob und wie

hauptstadt. „Im Falle St. Pöltens ginge es um

steuern einheben und noch dazu mehr Ein-

diese Entlastung mittlerweile spürbar ist, lässt

rund 400.000 Euro pro Jahr“, so der Leiter der

wohner haben, fällt es nicht schwer St. Pölten

sich freilich einfach beantworten: Gar nicht!

Finanzabteilung Ernst Knoth, der ironisch hin-

auszulassen.“ Den Vorschlag des Wirtschafts-

Denn seit der Aussendung hat sich in der

zufügt. „Es ist rührend, dass die Wirtschafts-

bundes, die Einhebung den Gemeinden selbst

Causa Vergnügungssteuer nichts bewegt, wie

kammer uns Gemeinden vom Verwaltungs-

zu überlassen, betrachtet Voak demnach skep-

auch das Büro Lampesberger bestätigt: „Uns

aufwand entlasten will. St. Pölten trägt diesen

tisch: „Das hat zur Folge, dass dadurch, wie es

liegen keine neuen Informationen vor.“

aber gern, einfach weil das Geld gebraucht

zum Teil schon jetzt passiert, einfach ein Bogen

Alles also nur ein Wahlkampfgag – immerhin

wird!“

um jene Standorte gemacht wird, die nach wie

trudelte die Aussendung just zwei Tage vor

Gesprochen worden sei mit den Städten bis

vor die Lustbarkeitsabgabe einheben. Im End-

Beginn der Wirtschaftskammerwahlen ein. Im

dato nicht: „Die Stadt St. Pölten und die Lan-

effekt kommt es auf die Intelligenz der Stadt

Büro von Präsidentin Sonja Zwazl relativiert

desgruppe Niederösterreich des Städtebundes

an – entweder will man Einnahmen lukrieren,

man die Ankündigung mittlerweile: „Fix ist

wurden bisher nicht informiert, wobei unklar

oder Leben in die Stadt bringen und, durch die

noch nichts!“ Seit damals gebe es zwar laufend

ist, ob dies damit zu tun hat, dass noch keine

Besucher, die ohne die Veranstalter gar nicht

Gespräche, Kompromiss wurde allerdings noch

konkreten Schritte gesetzt wurden oder da-

kämen, ebenfalls Profit schlagen.“

keiner erzielt, da eine Abschaffung an einzel-

mit, dass mit den hauptsächlich betroffenen

Ob und wie die Debatte auch ausgehen mag:

nen Gemeinden scheitere, für die die Steuer

Städten so oder so nicht geredet würde – was

Allen Beteiligten sei der Satz ins Gedächtnis

eine wichtige Einnahmequelle darstelle. „Unser

keinesfalls auszuschließen ist.“ Grundsätzlich

gerufen, den der Wirtschaftsbund bereits Ende

Ziel ist klar die Abschaffung, nach heutigem

deutet die Stadt allerdings durchaus Kompro-

Februar optimistisch in seiner Aussendung for-

Stand können wir sagen, dass wahrscheinlich

missbereitschaft im Hinblick auf den Wegfall

mulierte: „Damit hat sich wieder einmal das

das Gesetz abgeschafft wird und jeder Ge-

des Gesetzes an, sofern weiterhin die Möglich-

Motto des NÖ Wirtschaftsbundes bewiesen:

meinde frei überlassen wird, die Steuer einzu-

keit offen stünde, die Steuer einzuheben.

Erfolgreich ist, wer umsetzt!“

– 56 – MFG

S

E B


Charlie Furthner & Mika Stokkinen present the

summer

organized by: büro V gmbH,werbe- und veranstaltungsagentur

blues

sSttp10 p10 festiv al

ABI WALLENSTEIN (D)

MARTIN & SABINE PYRKER (A) (Boogie Woogie Duo)

SIXTY MINUTE MEN (A) MOJO BLUES BAND (A) (foot stompin’ chicago blues)

CAROLYN WONDERLAND (US) feat. WILLI RESETARITS (A)

Sa. 17.Juli Einlas s: 17:00 Uhr Beginn: 18:00 Uhr @

St. Pölten Ratzersdorfer See


Literatur … etcetera

TEXT: Thomas fröhlich Fotos: Literarische Gesellschaft

Die Literarische Gesellschaft St. Pölten feiert ihr 25jähriges Bestehen. Das MFG gratuliert und Thomas Fröhlich, bekennendes Mitglied der Kulturinstitution und jahrelang Redakteur der Zeitschrift Etcetera, lässt ein Vierteljahrhundert regionaler Literaturgeschichte Revue passieren. Eigentlich

geht man nicht mehr zu einer Lesung, sondern auf eine

Autorinnen und Autoren der letzten Zeit an, die auch überregional be-

Lesung. Ähnlich, wie man halt auch auf ein Konzert oder eine Party

kannt und erfolgreich sind, so ist ein Großteil derer entweder selbst

ginge.“ Meint Thomas Havlik, Poetry Slam-Master vor seinem Auftritt

aktives LitGes-Mitglied oder zumindest LitGes-nahe zu nennen. Die

im Cinema Paradiso am 15. April dieses Jahres. Was das mit der Litera-

Literatinnen Cornelia Travnicek und Milena Michiko Flasar etwa oder

rischen Gesellschaft St. Pölten (kurz: LitGes) zu tun hat? Viel.

der Thriller-Schreiber Andreas Gruber (der grad mit dem Roman „Ra-

Schließlich hat der langjährige LitGes-Aktivist Havlik (gemeinsam mit

chesommer“ dabei ist, die Bestseller-Listen zu entern) sind nur einige,

dem Schreiber dieser Zeilen) schon 2003 unter dem Namen Litarena

die nicht zuletzt bei LitGes-Veranstaltungen oder in der von der LitGes

Litges Lounge im EGON die ersten Poetry Slams in St. Pölten durchge-

herausgegebenen Zeitschrift Etcetera nachhaltig ihr Publikum gefun-

führt, zu einer Zeit also, als das alles noch neu und gar nicht Mainstream

den haben. Und auch die beiden Youngster-of-Arts-Preisträger 2010,

war. Und Poetry Slams haben nun einmal mit einer herkömmlichen Le-

die Autorin und Filmemacherin Jessica Lind und der Rapper Chill-Ill sind

sung gerade einmal das geschriebene und gesprochene Wort gemeinsam. Doch wäh-

„Die LitGes ist für mich ein Muss!“

rend man bei einer Lesung üblicherweise

Obfrau Eva Riebler

sowohl Slam- als auch LitGes-erprobt. „Die Litges, das ist mein literarisches Zuhause,“ streut Lind Rosen. „Das immer lie-

hübsch artig auf seinem Sessel sitzt und mehr oder weniger ergriffen

bevoll gestaltete Heft Etcetera aufschlagen, das ist wie die Kartoffelpuf-

– auf jeden Fall aber still ergriffen – den tiefgründigen Ausführungen

fer von meiner Oma. Mit der Litarena bin ich groß geworden, das erste

des Schriftstellers oder der Schriftstellerin lauscht, gehört ja interak-

Mal auf der Bühne gestanden beim Poetry Slam 2005. Gezittert wie ein

tives Verhalten (Jubeln, Schimpfen, Klatschen, Buuuh-Rufen) beim Slam

Häufchen Espenlaub. Aber auch Bühnenluft geschnuppert und süchtig

zum guten Ton.

geworden, nach dem geschriebenen Wort.“

Facettenreichtum. Die LitGes pflegt jedenfalls beide Facetten der

Häutungen. Doch auch schon in früheren Jahren war die LitGes nicht

Literaturvermittlung.

untätig. Und nicht nur einmal hat sie sich im Laufe ihrer inzwischen ein

Und offensichtlich nicht ganz erfolglos.

Vierteljahrhundert dauernden Geschichte gleichsam gehäutet und neu

Denn sieht man sich die aus dem Großraum St. Pölten stammenden

erfunden. Was klarerweise nicht immer ganz ohne Bruchstellen abging.

– 58 – MFG


MFG Kultur

25 Jahre und alles, nur kein bisschen leise. Die Literarische Gesellschaft und ihre Protagonisten fristen kein Dasein im Elfenbeinturm, sondern sind als Aktivposten in der Kulturlandschaft des Landes nicht mehr wegzudenken - eine Manifestation der lauten Stimme ist u. a. die Zeitschrift etcetera.

„Literaturvereine fallen nicht vom Himmel, zunächst fallen sie jeman-

für Autorinnen und Autoren unter 27 im Rahmen des Etcetera, ist ein

dem ein,“ so der inzwischen in den wohlverdienten Ruhestand getre-

Teil davon. Dazu gesellen sich die alle zwei Jahre vergebenen LitArena-

tene Schriftsteller und Historiker (sowie LitGes-Urgestein) Alois Eder. Die

Literaturpreise sowie besagte Poetry Slams und – last but not least –

Grundidee ist ja denkbar einfach: Ein paar Literaturverrückte (Autoren,

die viermal im Jahr erscheinenden, inzwischen oft beinahe buchdicken

Vermittler oder „nur“ Interessierte) gründen eine Vereinigung, die sich

Etcetera-Ausgaben, bei denen spannende Texte von (noch) No-Names

der Beschäftigung mit Literatur und deren Förderung verschreibt. 1985

gleichberechtigt neben denen von Literatur-Stars wie Elfriede Jelinek

setzten Eder, der Schriftsteller Günther Stingl, der damalige St. Pöltner

oder Franzobel stehen. Abgerundet wird das Etcetera durch im besten

Kulturamtsleiter Karl Gutkas und einige mehr diese Idee um. Als Nachfol-

Sinne des Wortes eigen-sinnige Bildbeiträge, etwa der Fotografin Hermi

geprojekt der von Klaus Sandler betreuten literarischen Publikation „das

Pohl, des Malers Manuel Gras, des VJs Markus Polivka oder des Trash-All-

pult“ begann man die Zeitschrift „Limes“ heraus zu geben: ein Podium

rounders Karl Kilian, der mit seinen noisigen Sounds auch die Slams un-

für (nicht nur) St. Pöltner Autoren, dessen Erscheinungsbild übrigens der

termalt, wenn er nicht gerade die Theaterwerkstatt des NÖ Landesthea-

jetzige Künstlerbund-Chef Ernest Kienzl prägte.

ters oder das Wiener rhiz beschallt.

Waren die Anfangsjahre eher von einer Insider-Orientierung des Vereines geprägt, so änderte sich das in den späten 90ern recht massiv. Mit der

Seit 2003 hat nun Eva Riebler die Obfrauenschaft inne, unterstützt unter

Autorin Doris Kloimstein als Obfrau, gefolgt von der Malerin Eva Riebler,

anderem von der Malerin Ingrid Reichel, nunmehr Chefredakteurin des Etcetera. Überhaupt ist eine – mancherorts auch kritisch betrachtete –

„Literaturvereine fallen nicht vom Himmel, zunächst fallen sie jemandem ein.“

personelle Gewichtung in Richtung bildender Kunst festzustellen, was aber der Literaturbegeisterung der Verantwortlichen keinen Abbruch tut. Vielleicht ermöglicht ja gerade dieser unvoreingenommene Blick letzt-

Alois Eder

endlich eine erhöhte Offenheit gegenüber nicht-kanonisierter (sprich:

erhielten die jeweiligen Heftpräsentationen des „Etcetera“, wie die Wei-

junger und frischer) Literatur/Kunst-Produktion, die bei einer ausschließ-

terführung des Limes nun hieß, beinahe schon Performance-Charakter

lich schriftstellerischen Orientierung nicht zwangsläufig gegeben wäre.

und waren nun auch für ein breiteres Publikum abseits der traditionellen

Riebler bringt’s – nicht ganz uneigennützig – auf den Punkt: „Die LitGes

Literaturghettos interessant. Zudem gelang es, ein funktionierendes

ist für mich ein Muss, sonst würd’ ich mir neben Beruf und Familie zu

Netzwerk von und für Literaten aufzubauen. Was früher vielleicht den

wenig Zeit nehmen Bücher zu lesen, aufs Philosophikum Lech zu fahren

charmanten Old School-Touch von Literaturkränzchen hatte, machte

usw. Ich hätte nie mit Franz Schuh, Köhlmeier, Schmidt-Dengler, Elfriede

nun einer größeren Öffnung nach außen bei gleichzeitig verstärkter Hin-

Gerstl oder Kurt Palm geplaudert.“

wendung zu erhöhter Textqualität Platz. Der Jour Fixe, allmonatlicher

Schließlich heißt’s beim Etcetera als immer wiederkehrender Zusatz zum

Treffpunkt für Literaturinteressierte, die Schreibwochen im Waldviertel,

Titel: „Literatur … und so weiter“.

verschiedenartige, übers ganze Jahr verteilte literarische Aktivitäten so-

„Literatur und So weiter - das ist so viel mehr, das sind meine Wurzeln.“

wie das Andocken an benachbarte Kunstformen wie Malerei, Musik oder Film ließen das LitGes-Image kantiger und zugleich selbstbewusster erscheinen.

Jessica Lind

Reibung und Output. Doch sind Richtungsentscheidungen auch im-

Dazu nochmals Preisträgerin Lind: „Literatur und so weiter – das ist so

mer Entscheidungen für oder gegen Personen – und so kam es, dass die

viel mehr, das sind meine Wurzeln.“ Und an die LitGes gerichtet, beinahe

eigenen Befindlichkeiten (nicht nur mancher Vorständler) in der Wahr-

überschwänglich: „Ihr habt mich begleitet und da kann man gar nichts

nehmung mancher mitunter wichtiger erschienen als die Vereinstä-

zurückgeben, sondern nur Danke sagen. Und alles Gute zu eurem 25.

tigkeiten selbst. „In der LitGes wird ja eh nur dauernd g’stritten!“, war

Geburtstag!“

ein in St. Pölten durchaus oft gehörter Satz. Sieht man sich allerdings den literarischen und auch veranstalterischen Output der 2000er-Jahre

Dem kann man sich eigentlich nur anschließen.

an, so ergibt sich ein völlig anderes Bild. Die von Havlik konzipierte Lita-

Und ein Viertel aufs Viertel trinken.

rena beispielsweise, eine fixe Einrichtung einer Publikationsmöglichkeit

Dazu Kartoffelpuffer. Versteht sich.

– 59 – MFG


2

MFG KULTUR

VIELFALT, BEWEGUNG & WANDEL Sommerzeit: Die großen Bühnen gönnen sich eine Auszeit und lassen ihre Vorhänge geschlossen, dafür sprießen Sommertheaterproduktionen wie Schwammerln aus dem Boden. Ein paar Tipps von Eva Seidl. Tonkünstler-Orchester Niederösterreich

geschaffen. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Koen Schoots, der ab 1. Juli

Opernstars Anja Kampe und Johan Botha in

als Musikdirektor der Vereinigten Bühnen Wien

Beethovens einziger Oper „Fidelio“. Die bezau-

verantwortlich zeichnet. www.ofs.at

bernde Hymne auf den Sieg der Gerechtigkeit

Eine

und der treuen Liebe eignet sich perfekt zur

auch Gars am Kamp zu bieten. Dort wird

konzertanten Eröffnung des 4. Musik-Festivals

Guiseppe Verdis „La Traviata“ gezeigt, das

Grafenegg, das bis 12. September grandiose

Programm verspricht eine atemberaubende

Künstler wie Lang Lang, Franz Welser-Möst u.a.

Inszenierung einer der „berührendsten Liebes-

nach Grafenegg bringt. www.grafenegg.at

geschichten, die je geschrieben wurden“. Am

DIE LIEBE IST EIN WIDERSPENSTIGER VOGEL. In Klosterneuburg tanzt heuer Katarina Bradic als „Carmen“ die berühmte Habanera.

beeindruckende

Open-Air-Kulisse

hat Foto: Marcel Gonzalez-Ortiz

Das

präsentiert am 19. August die internationalen

14./15. August wird zusätzlich Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ das Publikum begeistern. www.opernair.at

Leikauf in ein bildgewaltiges Bühnenbild verwandelt. www.kultur-melk.at

Opernfestival jährlich an die 10.000 Besucher

… UND NEUES LEBEN BLÜHT AUS DEN RUINEN. Zum 50. Jubiläum dürfen sich die

ins Stift Kaiserhof. www.operklosterneuburg.at

Sommerfestspiele Melk zurecht als ältester

lia“ den Tod aus Liebe sterben. Nachdem der

Für Mozarts „Zauberf öte“ hat sich Regisseur

Sommertheaterort Niederösterreichs feiern.

„Sommernachtstraum“ 2009 knapp 15.000

und Bühnenbildner Manfred Waba im Rö-

Das Melker Leitmotiv „Macht und Ohnmacht

Menschen erreichte, soll die tragische Lie-

mersteinbruch St. Margarethen erneut selbst

– Suche und Versuchung“ wird in „Wilhelm

besgeschichte erneut die zeitlose Kraft eines

übertroffen. Unterschiedlichste Schauplätze

Tell“ perfekt verkörpert. Die Vision einer freien

historischen Themas beweisen. www.shake-

hat er in der bemerkenswerten Naturkulisse

Gesellschaft wird von Karl Fehringer und Judith

speare-festspiele.at

Living Office* | St. Pölten

Seit 16 Jahren lockt das kleine, aber feine

www.insbesondere.at

© Marketing St. Pölten GmbH / insBesondere Innenstadt St. Pölten – eine Initiative der Plattform St. Pölten 2020 und der Stadt St. Pölten.

Im Shakespeare-Zelt werden „Romeo und Ju-

S

nacht der kremser

Eine Kooperation der Stadt St. Pölten, Büro V GmbH, Marketing St. Pölten GmbH, Wirte 3100 und Cinema Paradiso.

Kunsthalle Karikaturmuseum Factory Forum Frohner Kunstraum Stein

täglich ab 16 Uhr

Freitag, 25. Juni ´10, 18 bis 24 Uhr Besuchen Sie bei freiem Eintritt Ausstellungen auf der Kunstmeile!

t Kuns Kino a Kulin

Klassisch geht es auch auf der Rosenburg zu:

EINTRITT FREI!

Infos: www.krems.at

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Eine Information der Stadt Krems. – 60 – MFG

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19.05.10 18:09


SZENE SHORTCUTS

zum Dreissiger von Althea Müller Zum unglaublichen dreißigsten Geburtstag muss es sein – das perfekte Kleid. Eins, das aussagt: Ich weiß, was ich will, bin erwachsen, sehe blendend aus, stehe fest auf meinen eigenen zwei Beinen und feiere trotzdem total ab. Best friend Sil kommt extra angeflogen, damit nichts schiefgeht. Gemeinsam shoppen: Tag eins zählt nicht – klar, dass wir es da noch nicht finden. Was wir finden: Stripperinnenbekleidung sowie Girliekleidchen, in denen ich recht deplatziert wirke. Batik wird von vornherein ausgeschlossen und in dem Babydoll mit Schleife

The Black Riders

fühle ich mich wie ein lebendiges Mon Cheri.

„Ziemlich genau vor einem Jahr entstand die Idee zum Projekt“, erzählt Ben Martin über

Tag zwei. Trendige Stores, feine Stoffe. Pro-

‚The Black Riders’. Aus dem ursprünglich geplanten Trio – der Bassist wurde krank, der Proberaum war aber gemietet – entstand das Duo Ben Martin an der Gitarre und Gesang sowie Michael Prowaznik am Schlagzeug. „Wir trafen uns nur zum Jammen“, so Ben Martin. Als man die Aufzeichnungen dann aber anhörte, war man vom Produkt schlichtweg begeistert. So begannen sie, da und dort Text und Melodien hinzuzufügen, und dann wurden die Tracks bereits live im Studio eingespielt – das Album „The Guns Are Rested“ war geboren. „Extrem stimmig und rund sind die Werke“, ist Ben Martin vom Resultat sichtlich begeistert. „Nachdem die Musik Weite suggeriert, haben wir uns für das weitläufige Bild entschieden“, erklärt er noch das schöne Cover, das er selbst fotografierte. Bereits jetzt erschien die Single „On The Horizon“. Ö3 und FM4 sowie belgische Radiostationen spielen den Song, GoTV zeigt das Video.

blem: alles zu teuer. Auch, wenn ich weiß, was ich will, bin ich immer noch Studentin… Tag drei endlich wächst er vor uns aus dem

Altes Lokal, neuer Wirt Seit April hat das

Boden: der perfekte Laden. Die perfekten

gemütliche Salzamt in der Linzer Straße einen neuen Wir-

Kleider. Farbenfroh, leistbar und trotzdem

ten. Florian Gruber über sein Engagement: „Das Salzamt

nicht mal auf den dritten Blick billig. Sil at-

war schon immer ein super Lokal und so fassten wir mit

met auf, ich jubiliere. Eins nach dem ande-

Walter (Anm.: Underground) den Beschluss, es zu über-

ren wird anprobiert. Eins nach dem anderen

nehmen. Auf der Speisekarte findet der Gast neben zünf-

scheidet aus. „Für was produzieren die Idi-

tiger Hausmannskost auch nach wie vor vegane Lecke-

oten heutzutage eigentlich“, fauche ich nach

reien. Dazu natürlich das passende Getränk!“ Im Sommer

einer halben Stunde entnervt, „für Puppen?“

soll übrigens etwas umdekoriert werden. Geöffnet hat das

– „Es gab Zeiten“, höre ich von der anderen

Salzamt Dienstag bis Sonntag.

hattest du kein Problem mit XS.“ – „Es gab auch Zeiten“, brumme ich, angestrengt, da

Alles neu... bei den Melodic Death Metallern von

ich mich gerade aus dem fünften extra mini

Trashcanned. Zwei neue Bandmitglieder (Markus Chmelar

Minischlauch zu befreien versuche, „da habe

am Bass, Martin Cerny an den Drums), Labelwechsel zu

ich gedacht, Courtney Love wäre ein Vor-

Terrasound sowie neues Album „Key To The Paradox“.

bild.“ Endlich Tag vier: Happy Birthday in den

„Die letzten drei Jahre waren nicht einfach, es gab Ups

alten Lieblingsjeans. Ich weiß, was ich will,

and Downs bei der Labelsuche, kreative Durchhänger und

bin erwachsen, sehe blendend aus, stehe

zwei Besetzungswechsel. Aber das Endergebnis hat alle

fest auf meinen eigenen zwei Beinen und

unsere Erwartungen übertroffen. Es ist ein geiles Gefühl,

feiere trotzdem total ab. Aber zum unglaub-

mit solch einem Album weltweit präsent zu sein“, so Sän-

lichen einunddreißigsten Geburtstag muss

ger Tim. Näheres unter www.trashcanned.com.

es dann sein – das perfekte Kleid. – 62 – MFG

Foto: The Black Riders, zVg,

Seite der schrecklichen Umkleidekabine, „da


> regional >> kritisch >>> informativ

das regionale

FERNSEHEN

Foto: The Black Riders, zVg,

im

Kabelnetz über DVB-T Kanal 38 aonTV und www.p3tv.at

über

Satellit

10:00, 19:00 in Kooperation mit

P3-Kabel-news GmbH 3100 St. Pölten, Schillerplatz 1

tel. 02742/72840 fax. 02742/72840-19

und

täglich um

22:30 Uhr

ASTRA 19,2 Grad Ost Frequenz 12,246 GHz

e-mail. p3@p3tv.at www.p3tv.at


TEXT: Anne-sophie settele Fotos: h. Rauschmayr, h. Wöll, zVg

The beat goes on...

... so lautet auch heuer wieder das Motto beim BEATPATROL FESTIVAL powered by Raiffeisenclub von 23. – 25. Juli am VAZ-Gelände in St. Pölten! Über 100 Acts werden auf acht Stages in- und

des Beatpatrols 2009 war. Nebst Aoki wer-

grandiose Acts sind Afrojack, Alex Gaudino,

outdoor mit einen Mix aus Electro, House,

den die unglaublichen Bloody Beetroots auf-

Grossstadtgeflüster, DJ Rush, Fritz Kalkbren-

Drum and Bass, Goa, Techno und Trance die

treten, u.a. bekannt durch den Track „Butter“

ner, TV Rock, Popof, Oliver Koletzki, Dusty Kid

Massen zum dancen bringen! Allen voran wird

aus dem Soundtrack für das Computerspiel

und The Shit is coming home! In Sachen Drum

Tiesto, der 2009 bei den International Dance

„Fifa 09“. Auch die Crookers zählen zum DIM

& Bass darf man sich auf Größen wie Andy C,

Music Awards zum zweiten Mal hintereinan-

MAK-Bunde am Beatpatrol. Ihre Single „Day

Matrix & Futurebound, Xample & Lomax, Chris

der zum besten DJ der Welt gewählt wurde,

’n’ Night“ läuft momentan auf FM4 rauf und

Renegade freuen. Für die Goa-Fans werden

exklusiv als einziger Österreich Gig 2010 beim

runter. Ein Wiedersehen gibt es weiters mit

Astral Projection, Talmasca, Electric Universe,

Beatpatrol auftreten! Dass er zu den größten

Benny Benassi, der bereits im letzten Jahr für

Penta oder Space Tribe performen.

DJ-Acts dieses Planeten zählt, hat er wahr-

Furore sorgte. Auch das deutsche Duo Booka

lich im August 2004 bewiesen, als er bei den

Shade kehrt zurück nach Österreich. Dubfire,

Chillen an der Traisen...

Olympischen Sommerspielen in Athen den Ein-

die schon mit Größen wie Michael Jackson

ben dem fantastischen Line-Up zu einem der

marsch der Athleten ins Stadion musikalisch

oder The Rolling Stones zusammengearbeitet

wichtigsten Gründe, dieses Festival nicht ver-

begleitete. Millionen von Fernsehzuschauern

haben, beehren ebenso das Beatpatrol wie der

passen zu dürfen! Befestigtes Kerngelände,

in aller Welt verfolgten diesen wahrscheinlich

aktuelle US-Überflieger Wolfgang Gartner. Mit

direkte Anbindung an Autobahn und Westbahn

bis dato größten Gig eines DJs.

neuem Album kehren auch die Vokalartisten

sowie jede Menge Infrastruktur im direkten

Bauchklang zurück in ihre Homebase St. Pöl-

Umfeld von McDonalds über Merkur bis hin

Eine Besonderheit wird

ten. Brandneu mit dabei ist Tiga, der mit dem

zum Badesee – das alles und viel mehr bietet

heuer die exklusive DIM MAK Stage – mit da-

2001 veröffentlichten Remix von „Sunglasses

das Beatpatrol Festival 2010! Nähere Infos zu

bei Labelgründer Steve Aoki, der bereits Teil

at Night“ den Durchbruch schaffte. Weitere

Tickets, Künstler & Co: www.beatpatrol.at

DIM MAK & Co.

– 64 – MFG

zählt wohl ne-


MFG SZENE Weitere SommerMusiktipps Für young- wie Oldtimer

Bild oben: Chillen an der Traisen sorgt für Entspannung zwischen den großartigen Auftritten der Künstler! Bild unten: Tiesto zählt zu den besten DJ‘s der Welt und trat bereits vor Millionen von Zusehern auf. Das Beatpatrol ist sein einziger Österreich Gig 2010.

Burg Clam Concerts Auch die Burg Clam bietet heuer ein buntes Programm mit drei großen Shows: Beim CLAM CLASSIC ROCK am 9. Juli werden TOTO, RAY MANZAREK & ROBBIE KRIEGER of THE DOORS, MANFRED MANN´s EARTHBAND, URIAH HEEP und SPENCER DAVIS GROUP ihr Bestes geben. Karten sichern sollte man sich auch für EROS RAMAZZOTTI am 15. Juli und das Doppelpack von A-HA & SIMPLE MINDS am 16. Juli. www.clam.at Elton

John Ob „Candle In The Wind“ oder “Don’t Let The Sun Go Down On Me” – wir alle kennen diese Nummern. Am 19. Juni darf man Elton John und seine Band live am Linzer Urfahraner Jahresmarkt – direkt neben der Donau – bestaunen. www.urfahranermarkt.at

Rod Stewart Eine lebende Legende kommt am 27. Juni nach Wien! Die „Reibeisenstimme“ Rod Stewart wird bei seinem Live-Auftritt in der Wiener Stadthalle eine große Hitauswahl zum Besten geben. www.stadthalle.com

Jazzfest Wien Noch bis 9. Juli findet das 20. Jazzfest in der Wiener Staatsoper, im Porgy & Bess und vielen anderen Wiener Locations statt. Zu den noch kommenden Highlights zählen Al Green, Herbie Hancock – The Imagine Project, Jeff Beck & Band, u.v.m. Check out: www.viennajazz.org

Bilder oben: Booka Shade, bekannt durch ihre coolen Sounds für BMW oder Levis sowie der internationale Electro, Techno und House- DJ Tiga zählen heuer zum fantastischen Line-Up! Bild unten: Kosheen live am Beatpatrol 2009

Prince Nach fast genau 17 Jahren ist es endlich soweit und Prince betritt am 13. Juli 2010 im Stadion Linz erstmals wieder eine österreichische Konzertbühne! www.musicnet.at Summer Bluesfestival St. Pölten Bei der diesjährigen Auflage des Bluesfestivals am 17. Juli beleben Abi Wallenstein, Martin & Sabine Pyrker, Sixty Minute Men, Mojo Blues Band und Carolyn Wonderland feat. Willi Resetarits die Bühne am Ratzersdorfer See. www.buerov.com

– 65 – MFG


Eine kleine (Nacht)Musik.

In

ländlichen Gebieten ist die Blasmusik noch fest im Alltag verankert, kämpft aber auch dort mit Imageproblemen und fehlendem Nachwuchs. Noch dramatischer stellt sich die Situation in St. Pölten dar: Zwar besuchen die Musikschule über 1.000 Schüler, auch Bläser und Schlagzeuger gibt es, jedoch finden nur wenige von ihnen den Weg in die Blasmusik.

Freunde der Blasmusik

Montag Abend in St. Pölten. Allmählich füllt sich der Kinosaal. Bepackt mit teils schwerem Gerät betreten die Personen den Raum. Wider Erwarten wird jedoch kein Film gezeigt, sondern geblasen, was das Zeug hält: Die Räumlichkeiten des ehemaligen Forumkinos dienen der Blasmusik der Musikschule der Landeshauptstadt St. Pölten (welch Wortkonvolut!) als Probelokal.

Vor allem der Mangel an sogenann-

Wer nicht kommt zur rechten Zeit... Tatsächlich bangt man auch diesen Montag, ob ein Tubist erscheint. Sorgenvolle Blicke Richtung Tür, dann erleichtertes Aufatmen - der Retter erscheint mit schwerem Gerät. Bald darauf erfüllt eine bekannte Melodie den Raum. „Einzug der Gladiatoren“, heißt das Stück, welches die meisten von uns als Eröffnungs-

tem tiefen Blech (Tuba, Horn, Posaune etc.) ist unübersehbar. Gerade

melodie aus dem Zirkus kennen. Schon bei den ersten Takten meint

der Bass ist aber in der Musik das Fundament, und ohne richtiges Fun-

man die Spielfreude des Klangkörpers zu erkennen, was auch Michael

dament beginnt bekanntlich alles zu wanken. „Das sind wir schon ge-

Schlaffer bestätigt: „Wir sind wie die sprichwörtliche große Familie. Wir

wöhnt“, schmunzelt Kapellmeister Sepp Fahrngruber im Hinblick auf

haben Spaß am Musizieren, und die Geselligkeit kommt in der Probe

die angespannte Personalsituation. „Das Problem ist auch die hohe

auch nicht zu kurz.“ Ins gleiche Horn stößt auch sein Kollege Reinhold

Fluktuationsrate. Viele der Musiker studieren in Wien und können daher

Gansch: „Der Spaß ist das Wichtigste an der Sache!“ Keine Spur also

nicht auf die Probe kommen.“

von „Ich-Muss-Heute-Wieder-In-Die-Probe-Gehen“.

Constanze Bannholzer, Studentin, „unterschreibt“ dies: „Ich habe leider

Als man nach der ersten Halbzeit der Probe in die Pause geht, erkennt

keine Möglichkeit, montags in St. Pölten zu proben. Zu den Auftritten

man sofort, dass dahinter nicht nur leere Worte stehen. Ein paar Stie-

komme ich aber meistens.“ Beim alljährlichen Neujahrskonzert ist das

gen führen hinab in den Aufenthaltsraum, wo bereits reges Treiben vor

Orchester fast 70 Mann (und Frau) stark, schrumpft bei anderen Aus-

dem Kühlschrank herrscht und der Schmäh rennt. Es ist ein kleiner

rückungen auf 20 Personen, und bei den Proben sind knapp 10 Mu-

Raum, an den Wänden kleben Schallschutzmatten. Das Klischee des

siker keine Seltenheit. „Eine gute Probenarbeit ist unabkömmlich für

biertrinkenden Musikers bestätigt sich aber nicht, wie Michael Schlaf-

die Qualität eines Klangkörpers“, appelliert auch Robert Rosenthaler,

fer, nebenbei noch Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr, einräumt:

die rechte und die linke Hand des Kapellmeisters, an die notorischen

„Ich werde oft gefragt, ob das meine Leber aushält, bei der Musik und

Probenschwänzer.

bei der Feuerwehr zu sein.“ – 66 – MFG


MFG SZENE Die vier Jahreszeiten. Die Blasmusik probt das ganze Jahr für verschiedene Gigs (um in „modernen“ Anglizismen zu schreiben): Großes Highlight ist das alljährliche Neujahrskonzert, andere Fixpunkte sind das Festwochenkonzert oder die Eröffnung des Volksfestes. Zahlreiche Ausrückungen werden von kleinen Formationen durchgeführt, wie z. B. vom Saxophonquartett oder einer Dixieland-Band. Vor allem beim älteren Publikum kommen die Auftritte der Blasmusik immer gut an, jüngere Personen quittieren die Auftritte oft mit einem Lächeln. Uniform, Blasmusik, das mutet in einer Stadt nach wie vor exotisch an. Aber auch im ländlichen Raum sinken die Mitgliederzahlen. „Gerade junge Menschen haben in diesem Alter oftmals andere Interessen“, mutmaßt Peter Bonigl. „Wahrscheinlich ist Blasmusik einfach in der heutigen Zeit nicht mehr ‚cool’“, fügt Gregor Halbartschlager hinzu. Nicht zuletzt deshalb spielt man in der Blasmusik auch vermehrt moderne Stücke, was auch das Publikum goutiert. „Neben klassischen Stücken haben wir ebenso ein reiches Repertoire an modernerer Musik. Die Resonanz ist stets positiv“, skizziert der Kapellmeister den Trend. Der berühmte St. Louis Blues steht ebenso am Programm wie Medleys von Robbie Williams oder Overtüren von Strauß. Selbstverständlich dürfen auch der obligatorische Radetzky Marsch oder die bekannten Melodien der Heidrun oder Slavonicka Polka nicht fehlen. „Man muss den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass es sehr wohl ‚cool’ sein kann, bei der Blasmusik zu sein“, so der Grundtenor der Musiker, und widerspricht damit vehement dem Vorurteil: „Blasmusik ist Schasmusik.“

TEXT: Gotthard Gansch Fotos: Hermann Rauschmayr

– 67 – MFG


WAREHOUSE SEASON ENDING

Die Partysaison im Wareho

use neigt sich dem Ende zu, der Sommer rückt immer näh er und mit ihm auch die zah lreichen Festivals. Bis dahin gibt es aber noch einige inte ressante Highlights im Pro gramm die man nicht vers äum en sollte! Besonderes Augenm erk liegt dabei auf der 4-Ja hresfeier der ELECTRONIC NIG HT am 12. Juni 2010.

HOUSE OF RIDDIM FESTIVAL 2010

Mit mittlerweile 6 Jahren Tradition wird das House of Riddim Festival auch 2010 eines der Festival Highlights. Am 18. und 19. Juni 2010 gibt’s wieder internationale Größen wie LADY SAW (JAM), LT. STICHIE (JAM), NATTY KING (JAM), MASSIVE B (USA). Begleitet von der allseits bekannten HOUSE OF RIDDIM Band und natürlich auch einigen nationalen Bands und Soundsystemen. Austragungsort für dieses Spektakel ist das Warehouse St. Pölten, aber dank einem kreativen Team wird auch in dieser Location die Festivalatmosphäre nicht zu kurz kommen.

SEE FESTIVAL 2010 STEREO AM ndet das Stereo am See Festival statt, und nun

Zum mittlerweile 9. Mal f hat es St. Pölten endlich wieder. Nach 5 Jahren wanderte das Festival 2007 nach Hofstetten/Grünau zur Pielachtaler Seebühne, um 2010 endlich wieder an den Ratzersdorfer See zurück zu kehren. Erinnerungen werden wach, und wir denken an Acts wie Wir sind Helden, MIA., Samy Deluxe, Bauchklang, Großstadtgef üster, Shantel & Bucovina Club Orkestra live und vielen mehr. Am 16. Juli 2010 kann sich das Publikum auf RUSSKAJA, JENNIFER ROSTOCK DJ-SET, DIE VAMUMMTN, POCKET ROCKET, CHiLL-iLL backed by BASIC SOUND BAND und DJ HENNES freuen. Zur Aftershowparty geht’s dann weiter in den Club Maquie.


DES RADIOS NEUE KLEIDER Hätten Sie gewusst, dass in St. Pölten jeder seine eigene Radiosendung gestalten kann? Nein? Ich muss gestehen, ich wusste es auch nicht. Beim Mitmachradio, kurz MiRa, ist dies möglich. Dieses ist unabdingbarer Teil des Campus Radios, des Ausbildungsmediums der Fachhochschule in St. Pölten, und ist Voraussetzung für dessen Lizenz zur terrestrischen Übertragung.

TEXT: GOTTHARD GANSCH FOTOS: HERMANN RAUSCHMAYR

„Besonders für ältere Menschen besteht eine einmalige Chance, den Umgang mit dem Computer und der Radiotechnik zu erlernen“, führt sie weiter aus. Die Sendeverantwortung liegt in weiterer Folge bei den Personen selbst, weshalb auch Medienrecht geschult wird. „Vor allem als freies Radio sind sexistische, rassistische, demokratiegefährdende und gewaltverherrlichende Inhalte untersagt“, ist sich Alois Huber der Verantwortung bewusst. „Wir wollen kein superalternatives Laissezfaire Modell“, schmunzelt er.

DAS ERSTE MAL. Die Resonanz auf das Campus & City Radio ist durch-

AUS ALT MACH NEU. Die Unbekanntheit

wegs positiv. Timna Köck, studentische Programmchef n, ist begeistert:

von MiRa war unter anderem der Haupt-

„Nirgendwo sonst hat man die Möglichkeit, an das Medium Radio so

grund für einen Relaunch. Nun wird un-

herangeführt zu werden. Es ist ein ‚learning by doing’ und macht viel

ter der einheitlichen Marke „Campus &

Spaß!“ Um dennoch einen professionellen Auftritt zu gewährleisten,

City Radio“ die Zusammengehörigkeit

wurde auch Dave Dempsey mit an Bord geholt. Er ist Moderator bei

des studentischen sowie des Bürgerra-

FM4 und hilft den Studenten in allen Radio-Angelegenheiten. „Meine

dios kommuniziert. Ängste, vor allem

erste Sendung habe ich mit ihm gemacht. Ich war sozusagen Co-Mo-

seitens der Studenten, dass das Campus

derator“, erinnert sich Timna. Bald darauf habe sie ihre eigene Sendung

Radio in seiner alten Form in Zukunft nicht mehr existieren könnte und das Bürgerradio quasi überhand nimmt, zerstreut Campus Radio-Leiter Alois Huber: „Überspitzt formuliert: Es gab Befürchtungen, dass die Tschetschenen das Radio übernehmen.

„ÜBERSPITZT FORMULIERT: ES GAB BEFÜRCHTUNGEN, DASS DIE TSCHETSCHENEN DAS RADIO ÜBERNEHMEN.“ ALOIS HUBER

bekommen. Darüber hinaus gibt es auch weitere Workshops mit Prof s von Ö1, FM4 oder auch dem bayrischen Sender „Zündfunk“. Insgesamt sind etwa 50 Studenten mit an Bord, welche sich auf die vier Teams Programm,

Aber: Campus Radio bleibt Campus Radio.“ Margit Wolfsberger, die

Musikredaktion, Marketing & Event sowie Radiotechnik & Produktion

Projektverantwortliche des Bürgerradios, hebt vielmehr die Bedeutung

aufteilen. Es scheint generell eine euphorische Grundstimmung zu herr-

der Zusammenarbeit von Campus & City Radio hervor: „Die Teile be-

schen: „Bereits im Laufe des ersten Semesters merkte ich, dass mir

fruchten sich gegenseitig. Man lernt voneinander.“ Alois Huber bestä-

das Moderieren sehr viel Spaß bereitet.

tigt dies: „Ein freies Radio ist eben auch für sogenannte radiofremde

Während meines Praktikums ist es mir

Personen. Alle prof tieren voneinander.“ Diese radiofremden Personen

richtig abgegangen“, gesteht Melanie

werden durch Studenten unterstützt, bekommen Schulungen und neh-

Wimmer. Dabei war sie nicht nur im

men an Workshops teil. „Sie müssen nicht nur lernen, Radio zu machen,

Studio aktiv, sondern sozusagen auch

sondern Digitalschnitt beherrschen, FTP oder ein Content Management

draußen an der Front: „Beim Beatpatrol

System verwenden. Auch ist es wichtig, Medienkritik zu schulen“,

Festival durfte ich eine meiner Lieblings-

skizziert Margit Wolfsberger die Anforderungen an die Radiomacher.

bands – Chris Corner von ‚I Am X’ – in-

– 70 – MFG

M

DI

cR

Ticke Mem

MFG


MFG SZENE

„ST. PÖLTEN IST FÜR MICH EXOTISCHER ALS FIDSCHI, ICH BIN VORHER HIER NIE AUSGESTIEGEN“ MARGIT WOLFSBERGER

terviewen. Das war das Highlight in meiner Campus Radio ‚Karriere’“,

Sendungen zu begrüßen. „Welches freie Radio kann von sich schon be-

erzählt sie mit glänzenden Augen.

haupten, Gäste wie Bundespräsident Heinz Fischer interviewen zu dür-

PROFIS ON AIR.

fen? Im Zuge seines Wahlkampfes besuchte uns der Bundespräsident Im Studio merkt man diese Euphorie. Es herrschen

in St. Pölten und machte auch Station bei uns im Campus Radio“, ist

good vibrations. Einzig der Raum wirkt etwas trist und eintönig. Ein

Alois Huber von derart hohem Besuch begeistert.

paar Plakate lockern dann doch das sterile Bild auf. Die verwendete

Wüsste man nicht, dass man im Campus Radio ist, könnte man auch

Technik ist für den Laien unüberschaubar. „Die Mikrophone sind wohl

annehmen, sich in einem ‚professionellen’ Sender zu bef nden.

zum Sprechen da“, vermute ich geistesgegenwärtig. Die Notwendigkeit

Margit Wolfsberger ist vom Erfolg und der Resonanz des Radiosenders

von Schulungen ist hier unübersehbar. Wenn man alleine moderieren

jedenfalls begeistert. „Wo sonst hat man die Möglichkeit ein freies Ra-

will, muss man sich erst in diesem Knöpfe-Wirr-Warr zurechtf nden. Zu

dio von Anfang an mit aufzubauen?“ Sie sieht auch einen Benef t für

Gast in der Sendung sind gerade zwei Personen, die interviewt wer-

die Stadt St. Pölten: „Jede Landeshauptstadt hat ein freies Radio. Das

den. Die Studenten hatten die Möglichkeit, hochkarätige Gäste in ihren

ist gewissermaßen identitätsstiftend. Vielleicht können wir so helfen, den Ruf von St. Pölten als ungeliebte Stadt zu zerstören.“ Mit St. Pölten hat sie bis vor ihrem Engagement eigentlich nichts verbunden, sie kannte es nur als Station entlang der Westbahn. „St. Pölten ist für mich exotischer als Fidschi, ich bin vorher hier nie ausgestiegen“, gibt sie zu. Mittlerweile hat sie die Stadt aber ins Herz geschlossen. Alois Huber ist ebenso leidenschaftlich dabei, er blickt aber bereits in die Zukunft: „In fünf Jahren kennen’s uns in Deutschland auch“, hofft er auf eine positive Entwicklung. „Total berührend“ fand er die Pressekonferenz, als eine Seniorin, welche eine Sendung gestaltet, „mit Anhang und Verwandtschaft auftauchte. Dies zeigt die Bedeutung, welche das Radio in ihrem Leben mittlerweile eingenommen hat.“ Auch Margit Wolfsberger hat für die Zukunft einen Wunsch: Sie träumt davon, dass das City Radio eine Zweigstelle oder ein Büro in der Innenstadt be-

Nicht nur Studenten haben die Möglichkeit beim Campus- und Cityradio Radio mit zu machen.

kommt, um im öffentlichen Leben noch präsenter zu sein. Tja, und wer weiß, vielleicht sind gerade Sie der nächste Radiojournalist?

WWW.CAMPUSRADIO.AT

www.FREQUENCY.AT

IbILLY TALENT | sERJ TANkIAN

JAN DELAY | THIRTY sEcONDs TO MARs

fETTEs IbROT | skuNk ANANsIE | NOfX

ELEMENT Of cRIME | kLAXONs | THE sPEcIALs

JOHN DIGWEED

WIR sIND HELDEN | LA ROuX | HOT cHIP IbLAck REIbEL MOTORcYcLE cLuIbb

MAJOR LAZER | TuRNTAIbLEROckER

N EN TOcOTRONIc | IbAD RELIGION | MADsE WHITE LIEs | YEAsAYER | ZOOT WOMAN

DIPLO | TIEfscHWARZ | scHLAcHTHOfIbRONX

MuMfORD & sONs | THE GAsLIGHT ANTHEM | u.v.M.

cRAZY sONIc | JOYcE MuNIZ | POLA RIOT | WRED | u.v.M. u.v.M M.

Tickets gibt‘s im Musicticketshop (Skodagasse 25, 1080 Wien,Tel: 01/4051010) bzw. auf musicticket.at, in jeder Bank Austria (Ermäßigung für Ticketingkunden und MegaCardMembers) und unter 01/24924, bie Ticketnet auf ticketnet.at bzw. unter 01/85558, bei oeticket (Tel: 01/96096, oeticket.com), sowie bei Ticket Online (Tel: 01/88088, ticketonline.at).

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17.05.2010 11:31:36


MFG SZENE

Keep Your Eyes On Me Es hat schon etwas Amüsantes, wenn junge Künstler auf Promo-Tour gehen, und sich im Publikum ein bunter Haufen aus Fans und geladenen Adabeis, die aber trotzdem auch Experten mimen möchten, tummeln.

Bei Anna F. hörte man sodenn Weisheiten wie „Das

Druck, in Folge etwas „Gescheites“ nachlegen zu

ist die nächste Sheryl Crow, die kommt groß raus“,

müssen, bescherte ihr das trotzdem nicht. „Wir ha-

während Zweifler entgegneten „Solche gibts wie

ben ja schon am Album gearbeitet.“ Tja, und auch

Sand am Meer. Die verpufft wie eine Sternschnuppe“

dieses gefiel Kritik wie Fans gleichermaßen, so dass

Anna F., die im Übrigen partout nicht die Herkunft

es mittlerweile Platinstatus abgeräumt hat.

des F. in ihrem Namen preisgeben möchte „weil es

Und auch der Raiffeisen gefiels, die in ihrem näch-

mir einfach Spaß macht, wenn alle rätseln“ nimmts

sten Fernsehspot wieder auf Anna F. setzte. Dabei

gelassen. Egal wer da ist – sie lächelt. Lächelt von

befürchteten manche, die Musikerin ginge der Bank

der Bühne, lächelt nachher bei den Fotos mit den

fremd, weil sie plötzlich auch in einem Volksbank

Fans und Adabeis, lächelt bei den Interviews. Und

Spot auftauchte. Darauf angesprochen fliegt ein

das Bemerkenswerte: Man nimmt es ihr ab, ihr Lä-

spitzbübisches Lächeln über ihre Lippen. „Naja,

cheln! Sie wirkt authentisch, und alleine, dass sie

begeistert war die Raiffeisen nicht. Aber der Volks-

doch glatt selbst Gitarre spielt und ihre Lyrics selbst

bank-Trailer wurde schon viel früher aufgenommen

schreibt, macht sie vom Fleck weg sympathisch.

und halt zufälligerweise zeitgleich ausgestrahlt.“

Win Win Situation. Der Auftritt scheint ihr auch

TEXT: Johannes Reichl Foto: Helge Wöll

Die Raiffeisenbank nimmts mittlerweile gelassen. Die Bank promotet mit Anna F. nicht nur – sehr löb-

wirklich Spaß zu bereiten, selbst wenn die Promo-

lich – eine österreichische Singer/Songwriterin, die

Tour, wie sie eingesteht, einigermaßen schlaucht

wirklich etwas draufhat, sondern hat umgekehrt

„Das war der 13. Termin in einer Woche, und ne-

sozusagen aufs richtige Pferd gesetzt: Die Werbung

benbei läuft ja auch die normale Tour.“ Saugt sie der

bekommt durch die eingängingen Songs der Sän-

böse Sponsor also aus – das sind immerhin zwei

gerin den entsprechenden Lack. Und so tourt Anna

Kurzgigs pro Tag! „Nein, ganz und gar nicht. Es ist

F., nachdem sie brav die Fotos mit den VIP-Gästen

ja tolle Promotion fürs Album, und ich möchte auch

über sich hat ergehen lassen – immer lächelnd, im-

etwas zurückgeben.“ Tatsächlich verdankt Anna F.

mer freundlich – weiter. Nicht weil sie muss, son-

ihren kometenhaften, durchaus eigenwilligen Auf-

dern „weil ich immer schon Musik machen wollte,

stieg der Raiffeisenbank. Die krallte sich nämlich für

davon geträumt hab, auf einer Bühne zu stehen!“

ihre Fernsehwerbung einen ihrer Songs – und mit

Wofür sie im Übrigen ihren zweiten Traumberuf ad

einem Mal brach der Hype um die Nummer und das

acta legen musste: Sportreporterin! „Das habe ich

liebe, im Übrigen gesanglich sehr versierte „Mäd-

für ATV in Graz gemacht!“ Man darf gespannt sein,

chen“ (das in Wahrheit schon 21 ist) aus. Obwohl

wie es mit der Karriere der jungen Künstlerin wei-

Anna F. keinen veröffentlichten Tonträger vorzu-

tergeht. Die neue Sheryl Crow, oder doch nur eine

weisen hatte, erhielt sie den Amadeus Award – für

Sternschnuppe? Wir werdens sehen, oder, um mit

eine Nummer! Und schrieb gleich auch Geschichte.

Anna F. zu sprechen: „Keep Your Eyes On Me“.

– 72 – MFG

In se

M


Junge Kreative

stellten ihr Design-Talent unter Beweis Das war der Auftrag für 15 Studierende des Foundation Course: Kreatives Wall Design für das Warehouse im VAZ St. Pölten entwickeln und im Graffiti Workshop umsetzen. Bei Der beste Entwurf, der

auch thematisch in

Niederösterreichs Szene Club Nummer 1 - das Warehouse - passen sollte wurde Anfang Mai von einer Jury ausgewählt, und von den Studierenden in einem 2-Tages Graffiti-Workshop auch gleich umgesetzt. Jetzt traf man sich vor Ort, um das neu gestaltete Wand Design zu bewundern. Sichtlich zufrieden zeigten sich dabei Auftraggeber Norbert Bauer vom Warehouse und Christoph Lehrner vom WIFI New Design Centre. Der Foundation Course im WIFI New Design

„Besonders willkommen sind reale Projekte aus

Centre bereitet junge Menschen in 2 Seme-

der Wirtschaft wie dieses, bei dem die Begeiste-

stern optimal auf ein weiterführendes Design-

rung fürs Gestalten sichtbar wird und zu tollen

studium vor.

Ergebnissen führt“, zieht Lehrner positives Fazit.

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Bild: v.l.n.r.: Studierende beim Workshop, Norbert Bauer (Warehouse) Mag.(FH) Christoph Lehrner (New Design Centre)

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MFG ADVERTORIAL

Studierende und AbsolventInnen der FH St. Pölten haben bei internationalen Wettbewerben die Nase vorn

Ob Musikvideo, Imagefilm, Literatur, Werbung oder Sicherheitstechnik – der Preisregen für die Studierenden zeugt von der hohen Qualität der Ausbildung an der FH St. Pölten. Zwei Videos produzierten die Studierenden Mir-

Dies“ hinter sich. „Besonders nett fand ich, dass

ganzes Leben.“ Während ihres Studiums arbei-

jam Baker und Mike Kren, Master-Studiengang

nach der Preisverleihung noch einige andere

tete Jessica Lind bei fhSPACEtv Projekten, wie

Digitale Medientechnologien, für die britische

Preisträger zu Mike und mir kamen, um uns zu

Donaufestival 2009 oder Klangturm 2009 mit.

Elektropop-Band Zoot Woman und wurden für

gratulieren. Eine deutsche Preisträgerin meinte,

Ihr Talent blieb dabei nicht unerkannt: fhSPA-

ihre Werke hochkarätig ausgezeichnet. Beim

wir sollten unbedingt weiter Videos produzie-

CEtv Leiter FH-Prof. Mag. Markus Wintersberger

New York International Independent Film & Vi-

ren“, freut sich Mirjam Baker über den Erfolg.

über die Preisträgerin: „Jessica hat ein sehr fei-

deo Festival gewannen die St. Pöltner Studie-

Simon Gruber, Lukas Thaler und Stefan Gritsch

nes Gespür für Sprache und Text und kann diese

renden die Kategorie „Best International Music

errangen mit ihrem Imagefilm für die HTL Waid-

Fähigkeit auf subtile und eindringliche Weise in

Video“. Beim 4. Chinese International University

hofen/Ybbs eine silberne Victoria.

den elektronischen Raum überführen. Der Fo-

Beijing errang das Duo den Sieg in der Kategorie

Die Medientechnik Studentin Jessica Lind er-

zusammenhänge ist in ihren Arbeiten, die sich

Best Digital Short.

hielt für ihre literarischen Werke die höchste

mit gegenwärtigen Themenfeldern wie Virtua-

Einen Doppelerfolg für FH-Studierende aus dem

kulturelle Auszeichnung der Stadt St. Pölten,

lität und Digitalität auf kritisch reflexive Weise

Studiengang Digitale Medientechnologien gab

den „Youngster of Arts“. Seit 1992 wird der

auseinandersetzen, besonders ausgeprägt.“

es bei den 24. Internationalen Wirtschaftsfilm-

Preis „Youngster of Arts“ an junge Kulturschaf-

Einen sensationellen Erfolg erzielten Absolven-

tagen in Wien - dem ältesten und größten Fe-

fende und angehende WissenschafterInnen ver-

tInnen der FH St. Pölten beim österreichweiten

stival für Wirtschaftsfilme im deutschsprachigen

liehen. Das Schreiben hat Jessica Lind bereits in

Jungwerber-Wettbewerb Young Lions 2010.

Raum. Erneut konnten Mirjam Baker und Mike

jungen Jahren für sich entdeckt. „Mein erstes

Elisabeth Seiser (Absolventin Medienmanage-

Kren mit ihrem Video „Memory“ überzeugen

Gedicht habe ich mit acht oder neun Jahren ge-

ment; jetzt MediaCom) und Katharina Zweng

und holten sich die goldene Victoria in der Ka-

schrieben“, erzählt sie, mit 17 Jahren kam sie

(ebenfalls MediaCom) errangen den 1. Platz in

tegorie „Musik Videos“. „Memory“ war das ein-

über Poetry Slams und die Literarische Gesell-

der Kategorie Media und werden im Juni Ös-

zige Studierendenprojekt in dieser Kategorie

schaft St. Pölten zu kleineren Lesungen. „Es hat

terreich beim internationalen Wettbewerb in

und ließ namhafte Projekte wie zum Beispiel

sich entwickelt. Sprache, Literatur und das Ge-

Cannes vertreten. „Die Teilnahme an den Young

das Musikvideo zu „Falco – The Spirit Never

schichten erzählen begleiten mich schon mein

Lions war eine wertvolle

– 74 – MFG

Erfahrung für mich

Foto: Vorlaufer, Preiss, ORF Enterprise

kus auf den Inhalt und die Bedeutung für Sinn-

Students Animation Festival Aniwow!2009 in


FH-Prof. DI Hannes Raffaseder, Studiengangslei-

Weitere Preise – Shortcuts

ter Digitale Medientechnologien, zu den Erfolgen: „Ich gratuliere unseren Studierenden ganz

Umweltpreis der Stadt Wien 2009 FH-Projekt Green Dynamics, Studiengang Industrial Simulation gemeinsam mit T-Systems

herzlich zu diesem Erfolg! Es ist klar, dass derartige Auszeichnungen nur mit besonders hoher

Public Relations Staatspreis 2009

Motivation und überdurchschnittlichem Einsatz

Die Medienmanagement-Absolventin Mag. (FH) Claudia Wopfner errang mit der Werbeagentur oetztal.at den Kategoriesieg für Vertriebsunterstützende PR

erreicht werden können. Die kontinuierlich stei-

Campus Movie Fest 2009 San Diego State University

nationalen Festivals zeugt von der Qualität un-

“Best Drama” sowie “Best Editing”, Projekt: Special Effects für den Film “ORB”, Lisa Kuka, Susanne Wagner (Medientechnik)

serer Ausbildung. Diese Auszeichnungen zeigen

gende Präsenz unserer Studierenden bei inter-

uns, dass wir am richtigen Weg sind und dass die in den letzten Jahren vom gesamten Team

Las Vegas Film Festival 2010 Silver Ace Award in der Kategorie „TV Pilot“, Filmprojekt „O Mercy“, Aschot Movsesian, Leonard Leiter, Mirko da Col, etc., Studiengang Digitale Medientechnologien

geleistete Arbeit Früchte trägt. Für uns sind derartige Erfolge unserer Studierenden selbstverständlich der perfekte Ansporn, uns konsequent weiterzuentwicklen und die bereits jetzt gebo-

und ich kann das allen jungen Kreativen nur

staatlichen Organisationen umgesetzt wird. Mit

tene hohe Qualität auch in den nächsten Jahren

empfehlen“, ist Elisabeth Seiser begeistert. „Wir

der Ausbildung reagiert Cisco auf den Fach-

noch kontinuierlich zu steigern.“

freuen uns beide schon sehr auf Cannes und

kräftemangel bei NetzwerktechnikerInnen und

werden von dort sicher viele tolle Erlebnisse mit

hochqualifiziertem IT-Personal.

nach Hause nehmen!“ Platz 3 ging an Christoph Truppe (Mindshare) und Christoph Muck (MediaCom), beide ebenfalls Absolventen des Studiengangs Medienmanagement. Florian Strömmer (Digitale Medientechnologien) und Emanuel Klein (IT Security) belegten die Plätze 1 und 3 bei der ersten österreichischen Cisco NetRiders Competition. „Ich habe als Vorbereitung für den Wettbewerb zwei Testprüfungen abgelegt und natürlich von meinem Wissen, welches wir im Masterstudium an der FH vermittelt bekommen, profitiert“, erzählt der Gewinner Florian Strömmer. Die TeilnehmerInnen mussten online eine Reihe von Tests bestehen, die eine reale Situation simulierten. Netzwerk- und IT Wissen wurden geprüft. Die FH St. Pölten ist seit 1998 Partner der Cisco Networking Academy, eines der weltweit größten Corporate Social Responsibility Projekte und

Foto: Vorlaufer, Preiss, ORF Enterprise

eine Nonprofit-Bildungsinitiative, die weltweit in Partnerschaft mit Bildungseinrichtungen und

Bild oben Mitte (v.l.n.r.) - Gewinner Victoria Gold: KR Alexander V. Kammel, Mirjam Baker, Mike Kren, Stephan Mussil Bild unten re. (v.l.n.r.) - Gewinner Victoria Silber: Lukas Thaler, Simon Gruber und Manfred Jonak Bild unten links (v.l.n.r.) - Gewinner Young Lions:: Elisabeth Seiser und Katharina Zweng

– 75 – MFG


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MFG SPORT

TEXT: GOTTHARD GANSCH FOTOS: REINHARD PASTEINER

MIT VOLLGAS IN DIE KURVE

Zehntausende Personen streifen durch den Wald und säumen den Forstweg. Doch die Schönheit und Bescheidenheit des Waldes ist nur von sekundärem Interesse: Eine Staubwolke durchdringt in der Ferne das Blätterwerk, ein Motorengeräusch wird lauter und lauter. Schließlich rast ein Auto unter frenetischem Jubel der Zuschauer vorbei. Reinhard

pokal für alternative Kraftstoffe gewinnen – ich fahre mit Bioethanol. Das

Pasteiner, seines Zei-

bedeutet 80% weniger CO2!“

chens Unternehmer aus St. Pölten, fährt Rallye – und das leidenschaftlich, wie man sofort merkt.

SCHNELLER ALS DIE POLIZEI ERLAUBT.

Seine Motorsportkarriere begann

Menschen pilgern, hört man in den Medien meist nichts davon. „In den

er jedoch auf zwei Rädern. „Schon

Medien dominieren Fußball und Schifahren. Selbst ein Snowboardwelt-

damals versuchte mich ein Freund

meister muss sich von einem 8000er hauen und explodieren, um in den

zu überreden, Rallye zu fahren. Ich

Medien anständig präsent zu sein“, erzählt er mit einem Grinsen. Im Ge-

entgegnete ihm nur, dass ich erst

gensatz dazu stehe das Mutterland des Motorsports: „In Italien fuhr ich

dann Rallye fahre, wenn ich alt bin und mich nicht mehr bewegen kann“,

im Trainingsauto und noch mit dem Rennanzug bekleidet hinter einem

schmunzelt er. Nach einem schweren Motorradunfall 2005 am Salzburg-

Polizeiauto – wir beide etwas zu schnell. Als der Carabinieri in den Rück-

ring mit zahlreichen Hals- und Lendenwirbelbrüchen konnte er die Mo-

spiegel sah, fuhr er rechts ran und winkte mich vorbei“, ist er von der

torradkarriere nicht fortsetzen. Nach zwei Jahren Motorsportabstinenz

Motorsportbegeisterung fasziniert. „Nach dem Papst und der Osterfeier

„wollte ich wieder Speed in meinem Leben spüren“, schildert er die Be-

ist Motorsport das zweitreligiöseste in Italien“, fügt er lachend hinzu.

weggründe: „Gerade da traf ich den einen Freund ein weiteres Mal. Ich

„In Österreich hingegen heißt es sofort, das stinkt, das staubt“, ist er ge-

durfte mich 2008 in Schweden auf dem Trainingsgelände des ehemaligen

danklich wieder in heimischen Gef lden. „Wir fahren einmal im Jahr und

schwedischen Staatsmeisters Johan Rudengreen an die Materie heran-

meistens in Gebieten, wo sonst nicht recht viel ist. Wenn 120 Teams zu

tasten. Ich saß zum ersten Mal in einem Rallye-Auto. Am vierten Tag

einer Rallye kommen, mit jeweils mindestens sieben Teammitgliedern,

simulierten wir eine Sonderprüfung, und ich war auf Anhieb eine halbe

die drei Tage dort wohnen und essen, kann man sich die positiven Ef-

Sekunde schneller als der Schwede.“

fekte schon vorstellen. Nicht zu vergessen die Tourismuswerbung“, ent-

Durch die Kontakte Rudengreens gelang der Einstieg ins Rallyegeschäft.

kräftet er die Gegenargumente.

Im Jahr 2009 bestritt er seine erste volle Rallyesaison (Österreichische

Wenn Reinhard Pasteiner mit seinem Auto um die Kurven jagt, dann

Rallye Meisterschaft) und beendete diese auf dem hervorragenden sieb-

bleibt kein Stein auf dem anderen. Ob er auch die Österreichische Rallye

ten Endrang. Für dieses Jahr erwartet sich Reinhard Pasteiner eine Stei-

Meisterschaft aufmischen kann, wird man sehen. Ich wünsche es ihm

gerung: „Mein Ziel sind die Top Fünf. Außerdem will ich den Innovations-

jedenfalls.

– 77 – MFG

Obwohl zu den Rallyes viele


Zum Hören

Manshee, mikeSnare, Knolli, DJ X-Matric, Rob.STP, Gitsche (von links nach rechts)

Wie würden die jungen Teenage Fanclub oder Lemonheads klingen, wenn sie jetzt ein Album aufnehmen? Robert Stadlober, Sänger und Mastermind der Band Gary, gibt die Antwort und überrascht mit einem großen Batzen Indierock der poppig charmanten Sorte. Acht Jahre nach dem ersten Album zeigen uns Gary, wie sich unbeschwerter und losgelöster Indie-Sound anhört, wenn er aus dem Bauch und Herzen kommt!

trashcanned

key to the pa ra do x

Field Music

fiel d music ( mea sure) Dem 1978 allerorts umjubelten „Music For Airports“ von Brian Eno konnten Andy Turner, Ed Handley und Ken Downie nie viel abgewinnen. 33 Jahre später stellen sie sich der Herausforderung und liefern ihr eigenes Konzept eines „Music For Airports“-Albums. Zwischen flächigen Ambient-Texturen dringen Reizüberflutung und Hektik durch, was die Grundhaltung des Ursprungswerks kontrastiert. Die Altmeister melden sich in bestechender Form zurück.

DaVIP & Encode

Va mono s (Breed Twel ves)

Mit ihrem zweiten Album beweist die St. Pöltner Band Trashcanned einmal mehr, was ihn ihr steckt. Innerhalb der knapp 48 Minuten bekommt man besten Melodic Death Metal zu hören. Dabei klingen die fünf Jungs und das Mädel nicht, als würden sie aus Österreich kommen. Vielmehr würde man meinen, „Key To The Paradox“ käme direkt aus dem schwedischen Göteborg. Fans des Genres sollten auf jeden Fall mal reinhören.

Die Lifted Music/Breed TalentScouts zeichnen sich wiedermal durch exzellentes Artist-Research aus. DaVIP & Encode sind zwei Russen, von denen ich noch nie gehört habe. Der vorliegende Track spielt aber in jeder Hinsicht in der obersten Liga mit, dreckig, rotzig, sauberst produziert und für Drum & Bass-Verhältnisse anspruchsvoll, abwechslungsreiches Songwriting. Ich kann es kaum erwarten, mehr von den beiden zu hören.

Zum Schauen

Zum Spielen

Manshee, Dali Koljanin

Markus Waldbauer

PAUL ZAGLER BAND Way do wn Sou th

Endlich ist es da! Das neue Album des wunderbaren BluesRock Gitarrenmeisters Paul Zagler. Und es hat’s in sich. Nämlich eine geballte Ladung „Screaming-Zagler-Bottleneck-MelodyPicking-Stomp“-Gitarren, gemischt mit unglaublichen Leslie-Orgien. Tolle Stimme, tolle Songs, toller Sound, mit Georg Gruber (key.) Manuel Brunner (b.) David Leisser (dr.) - eine „State of the Art”-Band. …and last but not least: big balls! Paul, I gfrei mi für di!

Die Fantastischen 4 Für dic h immer ...

Was das beste an den Fantastischen 4 ist? Sie verarschen … alles, jeden, aber vor allem sich selbst! Und diesen „Haha”-Effekt spürt man an diesem bereits achten Studioalbum mit genüsslicher Anteilnahme und ehrfürchtiger Bewunderung! Nach 21 Jahren immer noch unverschämt schlagfertig, diese DeutschRapper, von denen ich nie genug kriegen kann! In diesem Sinne: „Gebt uns ruhig die Schuld”!

Zum Lesen

H. Fahrngruber, W. Hintermeier

Welcome

Final Fantasy

Gianluigi Nuzzi

Der 17-jährige Kurde Bilal will illegal auf die andere Seite des Ärmelkanals nach London schwimmen, dort wartet seine Freundin Mina auf ihn. Kurzentschlossen beginnt er im örtlichen Hallenbad mit dem Schwimmtraining und lernt den Schwimmlehrer Simon kennen. Heimlich unterrichtet Simon den jungen Flüchtling. Grandios!

Bei diesem Titel gehen die Meinungen weit auseinander. Kaum ein anderes Spiel hat im Vorfeld für so viel Gesprächsstoff gesorgt wie der 13. Teil von „Final Fantasy“. Leider haben die Entwickler zu viele Traditionen gebrochen und wenig Herz in Ihre Arbeit gesteckt. Dieses Game ist mit „Gut“ zu bewerten und das auch nur aufgrund der grandiosen Erzählkraft der Story.

Als Kardinal Monsignore Renato Dardozzo, einer der führenden Köpfe des Vatikans, im Jahr 2003 stirbt, hinterlässt er Aufzeichnungen über Mafiaverbindungen, Geldwäsche und dubiose Finanzkonstruktionen des Heiligen Stuhls. Der Journalist Nuzzi gelangte an diese Unterlagen und dokumentiert atemberaubende kriminelle Machenschaften des Kirchenstaates.

Twilight – Eclipse

FIFA - South Africa 2010 Elec tronic Arts

Zehn Tipps, da s Mo rden zu been den

Bella muss sich zwischen der Liebe zu Edward und der Freundschaft zu Jacob entscheiden. Hingegen schwört Victoria Rache, sie will Bella töten und somit die Genugtuung wegen dem Mord an ihrem Geliebten James zu erhalten. Bella muss sich noch über das Thema Heirat gegenüber Edward äußern. Während dessen setzt Victoria ein ganzes Heer von neugeborenen wilden Vampiren auf Bella und ihre Verteidiger.

Das Runde muss ins Eckige, so war es bisher bei allen FIFA-Titeln von Electronic Arts, und so wird es auch in Zukunft sein. Grafisch setzt der WM-Titel gegenüber dem Vorgänger noch eines drauf, allerdings bleibt es bei der „alten“ Spielmechanik, die ja immer wieder als Kritikpunkt der FIFA-Reihe herangezogen wird. Für alle Fußball-Nerds ist dieses Spiel dennoch ein Pflichtkauf. Jetzt gehts loos, jetzt gehts loos...

Als Toxic einen FBI-Agenten erschießt, muss er in seiner alten Heimat Kroatien untertauchen. Leider erwartet ihn das FBI am Flughafen. Um das Land dennoch verlassen zu können, nimmt der Auftragskiller die Identität eines Fernsehpredigers an und fliegt nach Island. So richtig schwierig wird es erst, als die falsche Identität auffliegt und sich Tom alleine durchschlagen muss … Witzig mit einer Portion Melancholie!

Phili ppe L io ret

Da vid Sla de

Squ a re Eni x

– 78 – MFG

Va tikan A G

Hallgrímur Helgason

Fotos zVg.

Gary

O ne L a st Hurra h ...


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Fm4 FreQuency FestiVaL 2010

Das FM4 Frequency Festival geht in seine zehnte Runde, zum zweiten Mal in St. Pölten. Auch dieses Jahr gibt es wieder zwei Festivals in einem mit dem im letzten Jahr mehr als erfolgreich eingeführten Dayund Nightpark und seinen stolzen sechs Bühnen, auf denen wieder für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt wird. Man darf sich u. a. auf Major Lazer, Paul Kalkbrenner, Billy Talent, Muse, Peaches, Hot Chip, Massive Attack, Zoot Woman, Klaxons, Deadmau5, uvm. freuen!

19. - 21. auGust 2010

seit 09. 05.

PRANDTAUER

ab 05. 06.

MACBETH

09. 06.

BLACK RIDERS

10. & 11. 06.

Aufgrund des großen Erfolges im Sommer 2009 verwandelt PERPETUUM St. Pöltens Innenstadt-Passage noch fünf Mal in Schottland und spielt Shakespeares blutigstes Drama in einer Bearbeitung des PERPETUUM-Mitglieds Gerhard Egger. „Macbeth. hexenfluchmörderwahn shakespearematerial“ Vorstellungen am 5., 6., 11., 12. und 13. Juni.

Am 11. Juni 2010 erscheint das Debut-Album der Black Riders, die erstmals mit der Single „Chasing Rabbits“ auf sich aufmerksam machten. Im Café Publik präsentieren Michael Prowaznik und Ben Martin ihr neues Album. Scheinbare Leichtigkeit und rauhe Töne: Man darf gespannt sein! Special Guest: Kompost 3, Eintritt Euro 4,–. Beginn: 21:00 Uhr.

Eine Oper oder doch ein spannender ScienceFiction-Thriller? Die junge Computerspiel-Spezialistin Axia programmiert ein Game, in dem Gut und Böse gegeneinander um die Weltherrschaft antreten. Doch das Projekt entgleitet ihr ... Reale und virtuelle Welt beginnen durch Tanz, Parkour und Videokunst zu einem komplett neuen Bühnenerlebnis zu verschmelzen.

aussteLLunG

LANDESMUSEUM GH KOLL

tHeater

KonZert

oper

10.-24. 06.

BAROCKFESTIVAL

INNENSTADT-PASSAGE

Das Barockfestival St. Pölten bereitet sich auf die 5. Spielzeit vor! Unter dem Motto „Perspektiven“ wird das Barockfestival von großen Barockmeistern bearbeitete Transkriptionen eigener und fremder Werke in den Mittelpunkt rücken. Man strebt eine hochwertige Programmgestaltung an, bei der bekannte Barockmusiker und junge Talente aufeinander treffen.

WM 2010 Die WM mit der Seedose einmal anders erleben: Die WM Tagesspiele werden wegen den Lichtverhältnissen „indoor“ gezeigt. Das jeweilige Abendspiel wird hingegen „outdoor“, auf der Wiese neben dem See übertragen! Chilliges Openair-Feeling am Viehofner-See mit Grill und in gemütlicher Atmosphäre! Was will Fußballherz noch mehr?

FestiVaL

FussBaLL

ALTSTADT ST.GH PÖLTEN KOLL

CAFÉ PUBLIK

FILM AM DOM

SEEDOSE OSTUFER

24. 06.

JUGENDFEST

Auch heuer ist es wieder so weit: Zum 17. Mal findet das Open Air Filmfestival „Film am Dom“ statt. An vier wunderbar lauen Abenden flimmern vor der imposanten Kulisse des St. Pöltner Doms vier hochkarätige Publikumslieblinge sowie spannende Kurzfilme über die riesige Leinwand. Ein einmaliges Kinoerlebnis am Domplatz in St. Pölten. Jeweils 20:30 Uhr!

Das Jugendzentrum Steppenwolf veranstaltet gemeinsam mit der mobilen Jugendarbeit Nordrand ein Jugendfest auf der Schlachthofwiese in der Herzogenburgerstraße. Geboten wird u.a.: Kleinfeldfußballturnier, Volleyball, Scheiberlkistenturnier, DJ’s und Live-Acts der lokalen Hip Hop Szene und eine Darbietung des Tanzsportvereins ESV.

open air

JuGend

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ab 11. 06.

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I E R F T T I R EINT % MwST)

23.-26. 06.

Fotos zVg.

PLAY ZERO

Gemeinsam feiern Stadtmuseum, Diözesanmuseum, Stift Melk und Landesmuseum mit jeweils einer Ausstellung den 350. Geburtstag Jakob Prandtauers (1660–1726), des bedeutendsten Baumeisters des österreichischen Barock. Die Schau behandelt den Alltag zur Zeit Prandtauers anhand eines fiktiven Lebenslaufs einer Bürgersfrau. Die Ausstellung läuft bis April 2011.

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