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GRAUEN IST GEIL

... oder doch nicht?

G MF

DAS MAGAZIN

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2009

von Johannes Reichl

2009 wird das Jahr, in dem

render, substanzloser Worthülsen gesetzt und ihr

Bürgermeister Stadler Vi-

Gebrauch verboten wird.

zebürgermeister Sassmann

2009 wird das Jahr, in dem Politiker auf jegliche Rhe-

doch glatt das Du-Wort anträgt (oder der Ältere dem

torik-Seminare pfeifen, ihre Spindoktoren rauswerfen

Jüngeren) und beide beim nächstjährigen Leopoldi-

und wieder zu authentischen, kantigen Menschen

Kirtag-Kellergassenfest auf die Freundschaft ansto-

werden, anstatt zu einem beliebigen, self-fullfilling

ßen.

Image zu mutieren.

2009 wird das Jahr, in dem der Vizebürgermeister

2009 wird das Jahr, in dem der Bürgermeister end-

doch glatt zu Wirtschaftsdelegationen eingeladen

lich sein Hotelprojekt präsentieren darf, bevor er

wird, weil das nämlich gar nicht weh tut, er mögli-

Panik bekommen muss, dass seine erste Amtszeit

cherweise Positives beitragen kann, und das ganz

vorher abläuft.

bestimmt niemandes Prestige schmälert.

2009 wird das Jahr, in dem als vordringlichstes Pro-

2009 wird das Jahr, in dem das politische Apartheid-

jekt die Zukunft des jährlich 450.000 Besucher zäh-

system abgeschafft wird und sich die Parteienvertre-

lenden VAZ auf Schiene gebracht wird, um St. Pölten

ter bei offiziellen Anlässen doch glatt gemeinsam an

als Kongress-, Veranstaltungs- und Messestandort

einen Tisch setzen, anstatt feinsäuberlich nach Par-

samt millionenschweren Effekten auf Wirtschaft und

tei getrennt unter ihresgleichen zu verweilen.

Tourismus zu sichern.

2009 wird das Jahr, in dem Landeshauptmann Pröll

2009 wird das Jahr, in dem die Parteizentralen sämt-

beim Hauptstadtball Bürgermeister Stadler zum Er-

liche Propaganda einstellen und stattdessen auf se-

öffnungswalzer auffordert, und beide in konstruktiver

riöse Information setzen, die sich darauf beschränkt,

Harmonie in eine rosige Stadt-Land-Zukunft tanzen.

eigene Leistungen darzulegen, anstatt jene der an-

2009 wird das Jahr, in dem Stadtrat Bernhard Wur-

deren madig zu machen.

zer mit seinen 35 Lenzen endlich die peinliche me-

2009 wird das Jahr, in dem die Lokalmedien die Klein-

diale Punzierung „Jungspund“ los wird, weil jüngere

kariertheit der Politiker boykottieren, anstatt jeden

Gemeinderäte im Stadtparlament nachrücken, um

lächerlichen Rülpser und Angriff auf das Gegenüber

wichtiges, unverdorbenes frisches Blut einzubringen.

zum großen Thema hochzustilisieren.

2009 wird das Jahr, in dem Gerhard Karner und Anton

2009 wird das Jahr, in dem verbale Schläge unter die

Heinzl gemeinsam auf ein Bier gehen und sich über

Gürtellinie des politischen Mitstreiters mit ebensol-

ihre gegenseitigen Anschüttkampagnen dumm und

chen in natura bestraft werden.

dämlich lachen, weil diese auch wirklich zu lächer-

2009 wird das Jahr, in dem die SPÖ-Zentrale Aussen-

lich und peinlich sind.

dungen mit Worten wie „Dieser Vorschlag der ÖVP

2009 wird das Jahr, in dem der Gemeinderat doch

ist äußerst sinnvoll und wird von uns vollends un-

glatt wieder zu einem Gremium politischer Entwick-

terstützt“ beginnt, und die ÖVP Pressemittellungen

lungs- und Entscheidungsprozesse wird, anstatt in

schreibt á la „Das hat der Bürgermeister wirklich gut

Sachen Stadtentwicklung zum Vollzugsorgan der In-

gemacht. Wir gratulieren!“

URBAN Das Böse unte r de r Sonne Tatort St. Pölten 8 Wä hre nd du schliefst Helden der Nacht 16

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KULT UR Fr ö hlich im Unte rgrund Twilight Zone STP 31 Egon im Landes muse um Man schiele auf Wunderknaben 42

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SZE NE Me lt ing pot Spe cial Sie wünschen, wir spielen 31

Schriftste lle r, nicht Aut or Niederösterreich editiert Travnicek 45

nenstadtplattform zu verkommen. 2009 wird das Jahr, in dem plakative Worte wie „Me-

2009 wird das Jahr, in dem der Weltfrieden an-

tatrend“ und „Megatrends“ auf die Watchlist verfüh-

bricht...

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SP ORT Lord Of Th e B oards Benji verleiht Flügel

IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Anzeigenleitung: Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Redaktionsteam: Melli Figl, Thomas Fröhlich, Sascha Harold, Sabine Hinterhofer, Julia Miehl, Lukas Mühlberger, Althea Müller, Michael Müllner, Primadonna, Michael Reibnagel, Ruth Riel, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Anne Sophie Settele, Katharina Vrana, Isabella Wohnhas, Markus Waldbauer Kolumnisten: Herbert Binder, Judith Goritschnig, Dietmar Haslinger, Althea Müller, Thomas Karl, Primadonna, Rosa Kritiker: Cigdem Dogan, Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Hermann Rauschmayr, Robert Stefan, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: REBELTECH, Christoph Schipp Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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6. Februar 2009

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2009

von Johannes Reichl

2009 wird das Jahr, in dem

versiver Worthülsen gesetzt und durch Ausdrücke

Bürgermeister

wie „konkrete Arbeit“ ersetzt werden.

Matthias

Vizebürgermeister

2009 wird das Jahr, in dem Politiker auf jegliche Rhe-

Johannes Sassmann doch glatt das Du-Wort anträgt

torik-Seminare pfeifen, ihre Spindoktoren rauswerfen

(oder der Ältere dem Jüngeren) und beide beim

und wieder zu authentischen, kantigen Menschen

Stadler

nächstjährigen Leopoldi-Kirtag-Kellergassenfest auf

werden, anstatt zu einem personifizierten beliebigen

Freundschaft und gute Zusammenarbeit anstoßen.

Image zu mutieren.

2009 wird das Jahr, in dem der Vizebürgermeister

2009 wird das Jahr, in dem der Bürgermeister end-

doch glatt zu Wirtschaftsdelegationen eingeladen

lich sein Hotelprojekt präsentieren darf, bevor er

wird, weil das nämlich gar nicht weh tut, er mögli-

Panik bekommen muss, dass seine erste Amtszeit

cherweise Positives beitragen kann, und das ganz

vorher abläuft.

bestimmt niemandes Prestige schmälert.

2009 wird das Jahr, in dem als vordringlichstes Stadt-

2009 wird das Jahr, in dem das politische Apartheid-

Projekt die Zukunft des jährlich 450.000 Besucher

system abgeschafft wird und sich die Parteienvertre-

zählenden VAZ auf Schiene gebracht wird, um St.

ter bei offiziellen Anlässen doch glatt gemeinsam an

Pölten als Kongress-, Veranstaltungs- und Messe-

einen Tisch setzen, anstatt feinsäuberlich nach Par-

standort samt millionenschweren Effekten auf Wirt-

teien getrennt unter ihresgleichen zu verweilen.

schaft und Tourismus zu sichern.

2009 wird das Jahr, in dem Landeshauptmann Pröll

2009 wird das Jahr, in dem die Parteizentralen sämt-

beim Hauptstadtball Bürgermeister Stadler zum Er-

liche Propaganda einstellen und stattdessen auf se-

öffnungswalzer auffordert, und beide in konstruktiver

riöse Information setzen, die sich darauf beschränkt,

Harmonie in eine rosige Stadt-Land-Zukunft tanzen.

eigene Leistungen darzulegen, anstatt jene der an-

2009 wird das Jahr, in dem Stadtrat Bernhard Wurzer

deren madig zu machen.

mit seinen 35 Lenzen endlich die peinliche mediale

2009 wird das Jahr, in dem die Lokalmedien die Klein-

Punzierung „Jungspund“ los wird, weil jüngere Ge-

kariertheit der Politiker boykottieren und nicht mehr

meinderäte im Stadtparlament nachrücken, um un-

jeden lächerlichen, perfiden Rülpser zum großen

verdorbenes, frisches Blut einzubringen.

Thema hochzustilisieren.

2009 wird das Jahr, in dem Gerhard Karner und Anton

2009 wird das Jahr, in dem verbale Schläge unter die

Heinzl gemeinsam auf ein Bier gehen und sich über

Gürtellinie des politischen Mitstreiters mit ebensol-

ihre gegenseitigen Anschüttkampagnen dumm und

chen in natura bestraft werden.

dämlich lachen, weil diese auch wirklich zu lächer-

2009 wird das Jahr, in dem die SPÖ-Zentrale Aussen-

lich und peinlich sind.

dungen mit Worten wie „Dieser Vorschlag der ÖVP

2009 wird das Jahr, in dem der Gemeinderat doch

ist äußerst sinnvoll und wird von uns vollends un-

glatt wieder zu einem Gremium politischer Entwick-

terstützt“ beginnt, und die ÖVP Pressemittellungen

lungs- und Entscheidungsprozesse wird, anstatt in

schreibt á la „Das hat der Bürgermeister wirklich gut

Sachen Stadtentwicklung zum Vollzugsorgan der In-

gemacht. Wir gratulieren!“

URBAN Das Böse unte r de r Sonne Tatort St. Pölten 8 Wä hre nd du schliefst Helden der Nacht 16

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2009 wird das Jahr, in dem der Weltfrieden an-

tatrends“ und „Megatrends“ auf die Watchlist sub-

bricht...

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IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Anzeigenleitung: Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Redaktionsteam: Melli Figl, Thomas Fröhlich, Sascha Harold, Sabine Hinterhofer, Julia Miehl, Lukas Mühlberger, Althea Müller, Michael Müllner, Primadonna, Michael Reibnagel, Ruth Riel, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Anne Sophie Settele, Katharina Vrana, Isabella Wohnhas, Markus Waldbauer Kolumnisten: Herbert Binder, Judith Goritschnig, Dietmar Haslinger, Althea Müller, Thomas Karl, Primadonna, Rosa Kritiker: Cigdem Dogan, Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Hermann Rauschmayr, Robert Stefan, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Art Director & Layout: REBELTECH, Christoph Schipp Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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LESERFORUM

leserbriefe@dasmfg.at

hallo mfg! ganz am anfang hatte ich euch mal geschrieben ihr wärt gut für 48 seiten und sonst noch einiges an honig hatte ich übrig. die antwort war nicht schlecht, in etwa so: hör auf! sonst werden wir rot und größenwahnsinnig! hihi, siehe da, wieviele seiten hatt‘s mfg jetzt? (na eh schon länger, schreibs euch halt erst jetzt) und jede seite verflucht lesenswert! als st.pöltner und leser auch anderer printmedien (soviel ehrlichkeit muss sein) hoffe ich, dass es euch noch sehr lange zeit in eurer derzeitigen form giet! (als einfacher hackler - sozusagen- weiß ich ja nicht, wie gut ihr als redaktion/ medieninhaber so abschneidet, also finanziell halt, aber was die redaktionelle qualität angeht, habt ihr ja sowieso eine ganz andere antriebsfeder denk ich mir) so... das

zum honig! Viel erfolg euch auch in zukunft! Stefan

Der Bericht über die Herzogenburgerstraße hat mir sehr gut gefallen. Ein paar altbekannte Seiten des Glasscherbenviertels wurden gezeigt, aber auch ein paar neue, vielleicht Unerwartete. Auch die positive Einstellung gegenüber Rassismus, die vertreten wurde, war sehr angenehm und hat den Österreichern, die von der letzten Wahl so enttäuscht waren, wieder Hoffnung gemacht. Zwei Daumen hoch. Melanie S. Ich habe den Bericht über die Herzogenburgerstraße gelesen und bin damit nicht einverstanden. Ich lebe schon lange dort und ich möchte

Machen Sie unser Know-how zu Ihrer Stärke. KommR Sonja Zwazl Präsidentin der WKNÖ

mehr Infos in jeder Bezirksstelle

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auch nicht woanders hin! Ich finde es gar nicht so schlimm. Gut, sie macht keinen guten Eindruck immer, aber es sind viele nette Leute dort. Klar habt ihr auch gute Seiten aufgezeigt. Aber schaut auch mal hinter die Kulissen. lovegirl147 Gerade im Hinblick auf diese sehr tiefgehenden Coverstory, kann ich behaupten, dass wir definitiv hinter die Kulissen geschaut haben, wie Sie ja fordern. Damit haben wir auch einen Beitrag geleistet, dass eben nicht das von Ihnen angesprochene „Vorurteil“ des Ghettos Herzogenburgerstraße unkommentiert bleibt, sondern dass man auch andere Meinungen hört, die eine andere Lebenswelt Herzogenburgerstraße aufzeigen, eine durchaus positive. mm

Vom Traum zum Traumberuf. Die Experten des WIFI-Berufsinfo-Zentrums bieten umfangreiche Neigungs- und Eignungstests bzw. Berufs- und Bildungsberatungen. w w w . w i f i - b i z . a t

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Living Office*

Wir tragen unsere Zukunft auf Händen! Wenn sich immer mehr Jungfamilien in St. Pölten ansiedeln und sich für Job und Kind entscheiden, dann hat das wohl besonders gute Gründe. Wie zum Beispiel das flächendeckende Angebot an Kindergärten, Nachmittagsbetreuung, Baurechtsgründen zu optimalen Konditionen, Mutter-Kind-Beratungsstellen oder rund 60 Kinder und Familien gerechte Spielplätze. Wussten Sie, dass die Stadt bis zum Jahr 2010 rund 14 Millionen Euro für Modernisierungsmaßnahmen und Neubauten von Kinderbetreuungsplätzen in die Hand nimmt? Also los, worauf warten Sie noch? In St. Pölten gehört die Zukunft den Kindern! Weitere Infos erhalten Sie bei der Bürgerservice-Hotline des Magistrats unter 02742/333-3000 oder www.st-poelten.gv.at

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In was für e iner St adt leben w ir e igentl ich...

In der keine Linie besteht. Da hatte Helmut Me-

In

der vor einem Jahr ein konkretes Projekt für ein

spruch „Es ist was faul im Staate Dänemark“ er-

sich ÖVP und SPÖ im Hinblick auf die Fahrt einer

der man sich allmählich an Hamlets Aus-

In

der die Kleinkariertheit um sich greift. Was

Einkaufszentrum am Europaplatz fixfertig parat,

innert fühlt. Als aufmerksamer Beobachter der

Wirtschaftsdelegation nach Hamburg geliefert

das schmerzlich vermisste Geschäfts-Größen

Medien fällt nämlich auf, dass bei Großprojekten

haben, unterstrich einmal mehr, wie provinziell

wie Zara oder Peek & Cloppenburg in die In-

zusehends nicht mehr der Bürgermeister als ers-

unsere Politiker sind. Die Vorgeschichte: Im Rah-

nenstadt gelotst hätte, und wurde aus Panik vor

ter befragt wird, sondern der Obmann der Innen-

men eines Gespräches mit deutschen Politikern

einer angeblichen Konkurrenzierung der City

stadtplattform. Das mutet nun doch eigenartig

prangte auf einem Tischkärtchen der Name des

gemobbt. Dabei hätte das Projekt wohl eher

an, denn bislang meinte man, Stadtentwicklung

Vizebürgermeisters. Nur, der war gar nicht mit,

umgekehrt einen Positivinput und Frequenz ge-

sei eine politische Aufgabe, nicht die einer Inter-

weil nämlich gar nicht zur Mitfahrt eingeladen.

bracht. Nun wird am Areal ein MÖMAX gebaut

essensvertretung. Vielleicht mag es ja daran lie-

Das eigentliche Foul war, dies in Deutschland

(zur „Freude“ von Leiner), und jene vielen, die

gen, dass sich die Stadtführung gern in Schwam-

nicht aufzuklären, was den Eindruck vermittelte,

auf genannte Big Gambler Shops stehen, fahren

migkeit verliert, während der Obmann Klartext

der Vize hätte es nicht der Mühe wert gefunden,

halt weiter an St. Pölten vorbei in die SCS.

spricht, auch wenn dieser oft unausgegoren

die Wirtschaftsdelegation zu begleiten. Die ÖVP

Das Groteske: Beim aktuellen EKZ-Revitalisie-

und plakativ ist. Aber hippe Worte wie „Meta-

schäumte in Folge und ortete bewusste Demüti-

rungsprojekt am Neugebäudeplatz, das genauso

trends“ und „Megatrends“ gehen halt runter

gung. Der Bürgermeister wiederum meinte, dass

nah bei der City liegt wie Meders ehemals ver-

wie Öl, und wer fragt schon näher nach?

ja auch bei Landesdelegationen nur der Landes-

teufeltes Projekt, ist plötzlich alles anders: Jetzt

Wie dem auch sei: Falls sich die Politik tatsäch-

hauptmann fährt und nicht sein Stellvertreter.

sprechen dieselben Leute von Aufwertung, von

lich nicht mehr zuständig fühlt, möge man bitte

Schwaches Argument: 1. beklagt die SPÖ immer

Frequenzbringer, und Hoffnung keimt auf. Me-

auch die Bürger darüber informieren, und jene

das „Schneiden“ durch die Landes-ÖVP. Zweitens

der hingegen realisiert sein EKZ im Süden mit

Protagonisten, die jetzt das Sagen haben, sollten

stellt sich die Frage, warum es so weht tut, den

hoffentlich ähnlichen Hochkarätern. Möge dann

der Transparenz halber bei den nächsten Wahlen

Vize mitzunehmen? Jedenfalls kurzsichtig: Was

aber ja keiner kommen und lamentieren, dass

antreten. Von einem neuen, geschäftsführenden

von der Fahrt nach Hamburg hängen bleibt, ist

die Leute in den Süden shoppen fahren!

Bürgermeister wussten wir jedenfalls nichts.

kleinkarierter Politschnickschnack. Schade!

(1) Immer das gerade passende Lied im Radio hören (2) Haarschnitte, die auch noch nach drei Monaten fabelhaft aussehen (3) Den optisch geilsten und zugleich bequemsten Schuh finden (4) Zufriedenheit, die es erlaubt, sämtliche Wünsche für andere auszusprechen (5) Zehn Liter Tränenflüssigkeit im Monat vor Lachen zu vergiessen Dir wünsche ich... sieh. Punkt 4! Liebe Grüsse auch an die Kollegen Nikolaus, Weihnachtsmann und Väterchen Frost (du schizophrenes Wrack!)

Mit freundlichen Grüssen Erato

An das Christkind Christkindlweg 69 4400 Steyr

Foto: zVg, fotolia.de, rauschmayr, Fischer

Liebes Christkindl! War ja klar, dass DU dieses Mal Post von mir bekommst, wo ich dein Erscheinen doch schon so sehnsüchtig erwarte! Nein, meine Wunschliste ist nicht besonders spektakulär, denn „haben“ möchte ich eigentlich nichts Besonderes. Keine Aktien, keine Fremdwährungskredite, keine Staatsanleihen. Materieller Besitz ist kein Garant für Glückseligkeit, was die Menschheit spätestens 2008 kollektiv begriffen hat. Also hier meine alternative Wunschliste von Dingen, die einem den Tag, die Woche, den Monat oder auch das ganze Jahr retten:

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URBAN Um zu wissen, was mit unserem Geld geschieht, bedarf es in St.Pölten eigentlich nur eines Spazierganges. Die schiefen Bürotürme beim Hammerpark etwa sollten ursprünglich „Haus der Wirtschaft“ heißen. Dann stellte man bis zum Dach hinauf das Corporate Design mit „Standort Niederösterreich“ fix und fertig. Bis knapp vor der Eröffnung alles diskret vernichtet werden musste, weil dem zuständigen Ressort nun doch „Wirtschaftszentrum N“ besser gefiel. Danke!

G eadel t Vielleicht hatte Leo Graf ja ein Erbarmen mit der Stadt. Immerhin stellt diese seit Jahren ein Hotelprojekt bei den Stadtsälen in Aussicht, hielt darüber schon manch nette Pressekonferenz ab, im Zuge derer dann jeweils nach dem Motto „Und ewig grüßt das Murmeltier“ das dünne Informationssupperl des Vorjahres aufgewärmt wurde, oder nannte Deadlines, wann aber jetzt ganz ehrlich die Katze aus dem Sack gelassen wird, um diese kommentarlos verstreichen zu lassen. Dass gleichzeitig St. Pölten, an sich ein sehr attraktiver Standort für Messen, Kongresse & Co., manch willigen Veranstalter abschreckt, weil es viel zu wenig Betten

Rasch kommt man von dort zur leer stehenden früheren Gebietskrankenkasse, gegen deren Neubau beim Bahnhof auch nichts zu sagen ist, wenn nicht der Anlass die unsanierbare Baufälligkeit justament des jüngsten, vor erst 35 Jahren errichteten, Gebäudes gewesen wäre. G´sundheit!

gibt, wird mit einer gewissen Nonchalance hingenommen, die wirtschaftlich fast beängstigend ist. Zum Glück gibt es private Heros wie Leo und Gitti Graf, die selbst initiativ werden und einen Hauch Entlastung bringen. So haben sie ihr Hotel am Bahnhofsplatz um 20 Betten erweitert, und zwar nach state of the art, soll heißen sehr funktional und stylisch, samt cooler Lounge zum Drüberstreuen! Ach ja, wann kommt jetzt eigentlich das Hotel bei den Stadtsälen...

R u f e r in de r W ü st e

st a dt de r zo c k e r

U nser G eld von Hebi

So wie das stürmische Wetter draußen herrschen der- Die Casinos Austria lassen St. Pölten seit Jahren in zeit auch wirtschaftlich bewegte Zeiten“, übernahm

Sachen Casino-Wunsch links liegen. Nun bekommt

Wirtschaftskammerpräsidentin Sonja Zwazl gekonnt

die Hauptstadt trotzdem eines: Concord Card Ca-

die „Wettervorlage“ anlässlich der Präsentation des

sino eröffnet im Gewerbepark Ratzersdorf und bie-

Foto: zVg, fotolia.de, rauschmayr, Fischer

wirtschaftspolitischen

Standortprojektes

“2010+“. tet – zunächst – 15 Tische, um verschiedene Poker-

Freilich, und das tat wohl in der ganzen Wirtschaft-

arten und Aces zu spielen. Ziel von CCC-St.Pölten

sendzeit-Stimmung, fiel Zwazl nicht in den allgemei-

Geschäftsführer Michael Jahodinsky ist es, einen

nen Katzenjammer ein, sondern zielt mit dem Projekt

24/7-Betrieb zu etablieren, der nicht nur die ca. 500

„2010+“ schon auf eine Zeit „wenn die Konjunktur wie-

Personen umfassende Pokergemeinde in St. Pölten,

der anspringt.“ Eine wohltuende Botschaft – die Zeiten

sondern Spieler aus dem gesamten niederöster-

werden wieder besser. Beziehungsweise sind sie gar

reichischen Zentralraum anziehen soll. Wie man sich

nicht so schlecht, wie sich die Präsidentin über Panik-

einen Pokerspieler vorstellen kann? „Quer durchs

mache ärgerte. „Es ist ein absoluter Fehler, die reale

Gemüse jeder, der eine sportliche Herausforderung

Wirtschaft wegen der Finanzmarktkrise schlechtzure-

sucht!“, wobei die Männer in der Überzahl sind.

den. Es besteht psychologische Ansteckungsgefahr!“

Eines muss man wissen: Card Casinos sind nicht

Konjunkturpakete, indirekt auch eines der Kammer, mit Casinos zu verwechseln! Weder gibt es in einem sollen adäquate Gegenmittel sein. Ob diese konkreten

Card Casino Roulette, noch gibt es eine Bank – die

Aufputschmittel für den realen Wirtschaftskörper auch

Spieler treten nicht gegen das Haus an, sondern ge-

Kopf und Seele erreichen, bleibt zu hoffen!

geneinander.

Vom Kaiserwald Richtung City kann man in der Andreas Hofer Straße bei einzelnen Alleebaumscheiben jeweils Bewässerungsanschlüsse einer unterirdischen Drainagierung feststellen, die seit der Errichtung in all den Jahren allerdings noch kein einziges Mal in Betrieb war. Dafür wurde das Röhrensystem inzwischen zum größten öffentlich finanzierten Ratten-Laufstall Zentralniederösterreichs. Freundschaft! Und in der Klostergasse gibt’s lobenswerterweise das neue Diözesankonservatorium nebst Kirchenbeitragsbüro und Archiv. Pompös geziert hat man dieses Gebäude allerdings auch mit einer fast immer leeren, gläsernen Empfangshalle. Kein Wirtschaftsbetrieb würde sich Repräsentationsprotz dieser Art leisten. Im Namen aller Kirchensteuerzahler ein inniges, grimmiges „Vergelt´s Gott!“.

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Das Böse unter

der Sonne St .PÖ LTENS

Seit Monaten sitzt Josef Fritzl in St. Pölten in U-Haft und wartet auf seinen Prozess. Anfang nächsten Jahres soll es so weit sein, dann wird die Weltpresse, angelockt vom Bösen, wie ein Tsunami über die Stadt hereinbrechen. Nicht zum ersten Mal. Von J. Reichl, M. Waldbauer, M. Müllner. Collage C. Schipp. Foto H. Rauschmayr

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Es

sind v. a. zwei Fälle, die St. Pölten vor 30

von Max Gufler gefahren, den er ja kannte, und

in Erinnerung, wie der ehemalige Kriminalbe-

bzw. 50 Jahren zum Schauplatz des Grauens

mit ihm am Sozius des Mopeds zum Polizei-

amte Joe Summerer ausführt. „Ich kann mich

in der Presse mutieren ließen, die stets ihren

posten gefahren.“

noch erinnern, in Wien in der Marokanergasse,

Fokus dort hinrichtet, wo die Sensation in der

Dort konfrontiert man Gufler mit einer eigenar-

da stand im Exerzierhof der erbsengrüne DKW

Luft liegt, selbst wenn diese noch so perfid und

tigen Geschichte: Der Ex-Mann von Maria Ro-

von Gufler – den hat dann ein Kollege aus Pot-

krank ist – oder gerade deswegen. Der Fall Guf-

bas hat ein Schreiben von einem Dr. Eberharter

tenbrunn gekauft.“

ler und der Fall Kniesek.

aus München (wie sich später herausstellen

Der Fall kommt in die Medien, viele Personen

wird, hat Gufler dieses fingiert) erhalten, wo-

melden sich, zahlreiche Gegenstände werden

Es klingt gro-

nach seine Frau bei einem Verkehrsunfall töd-

mit anderen abgängigen Frauen in Verbindung

tesk. Aber der größte Kriminalfall St. Pöltens

lich verunglückt sei. Doch auf Nachfrage wird

gebracht. Gufler leugnet jeglichen Mordzusam-

feiert heuer Jubiläum. Am 31. Oktober 1958,

dem Ex-Mann mitgeteilt, dass den Behörden

menhang. „Gufler hatte es leicht. Es waren an

also vor 50 Jahren, richtet das Landesgendar-

von einem Unfall nichts bekannt ist. Er erstat-

die zehn Beamten bei den Befragungen be-

meriekommando Kärnten das Ersuchen an die

tet Anzeige.

teiligt. Er erzählte jedem etwas anderes. Und

Polizei St. Pölten, den in der Stadt wohnhaften

Bei den Nachforschungen erfährt die Polizei,

für uns war es schwer: Es war der erste län-

Waschmaschinenvertreter Max Gufler, damals

dass Maria Robas mit einem Mann in Urlaub

derübergreifende Mordfall in der Kriminalge-

48 Jahre alt, wohnhaft am Kupferbrunnberg,

gefahren sei, aus dem sie bislang nicht zurück-

schichte Österreichs“, so Haiden.

über den Aufenthalt einer abgängigen Maria

gekehrt ist. Zuvor hat sie noch ihre Sparbücher

Robas zu befragen. Damit wird einer der größ-

aufgelöst, ihre Wohnung geräumt und wollte

Chiffre Glücksfahrt. Trotzdem kommt

ten Kriminalfälle der Zweiten Republik losge-

bei einem Fleischermeister (sie ist in Beglei-

man dem Täter allmählich auf die Spur. Bei

treten. Titelt die St. Pöltner Zeitung am 6. No-

tung des Mannes) ein Darlehen eintreiben, der

den exhumierten Leichen wird immer wieder

vember 1958 noch fragend „Ist Max Gufler ein

ihr allerdings die Rückerstattung des zweiten

ein Schlafmittel nachgewiesen: Somnifen, das

Massenmörder?“, so ist man bei Prozessbeginn

Teiles für einen späteren Zeitpunkt zusagt. Zu

in stärkerer Dosierung zur raschen Bewusstlo-

im April 1961 davon überzeugt „Massenmörder

diesem zweiten Termin erscheint der Mann

sigkeit führt. Mit selbigem sind zahlreiche Fla-

Gufler rechnet mit lebenslänglich“.

ohne die Frau – und begeht einen Fehler. Der

schen von Guflers Bar versetzt. Und nun kann

Auch ein „Spitzname“ wird Gufler rasch beige-

Fleischer braucht zur Löschung des Darlehens

man allmählich rekonstruieren.

stellt: Blaubart, benannt nach dem Märchen-

im Grundbuch nämlich die Unterschrift von

Unter der „Chiffre Glücksfahrt“ hat sich der

könig Blaubart, der seine Frauen aus Habgier

Robas, die der Mann nicht erbringen kann. Der

als nett und höflich geltende Mitvierziger via

ermordet und in einer Kammer versteckt ver-

Fleischer händigt schließlich zwar das Geld

Zeitungsannoncen an betuchte Witwen heran-

steckt. Ja, Gufler selbst wird zum „Märchenkö-

aus, besteht aber auf die Hinterlegung eines

gemacht, denen er eine gemeinsame Zukunft

nig“, eine regelrechte Gufler-Mania bricht aus,

Dokuments zur Sicherstellung – der Mann hin-

verspricht. In weiterer Folge versucht er, das

wie sich etwa der ehemalige Landesgerichts-

terlässt den Zulassungsschein seines grünen

Hab und Gut der Damen an sich zu bringen.

präsident Dr. Alfred Anzeletti erinnert. „Gufler

DKW, lautend auf das Kennzeichen N 153.098.

Sobald er seine Schäflein im Trockenen wähnt,

hatte auch meine Tante eine Zeitlang im Visier,

In der Zwischenzeit wird eine im Reifnitzbach

lädt er sie zu einer „Liebesfahrt“ ein, stößt mit

deshalb kannte ich ihn persönlich. Er war an

gefundene Leiche als Maria Robas identifiziert.

ihnen auf die gemeinsame Zukunft an – nur

sich ein völlig unauffälliger Mann, nicht groß,

Über den Zulassungsschein eruiert man den

dass der Damen-Likör (er selbst trinkt ein an-

nicht unsympathisch, mit sehr guten Umgangs-

Namen ihres letzten Begleiters: Maximilian

deres Getränk, „weil der Likör zu wertvoll ist“)

formen, eloquent. Als seine Geschichte aufflog,

Gufler aus St. Pölten.

mit Somnifen versetzt ist. Die Frauen werden

Blaubart Max Gufler.

war das DIE Sensation. Das ging bis hin zu

bewusstlos. Drei von ihnen legt er daraufhin in

Witzen, etwa, dass Gufler von der Sozialversi-

Der volle Turnsaal. In St. Pölten führt man

Bäche oder Seen, ein Opfer erdrosselt er mit

cherung engagiert ist, damit diese den Witwen

eine Hausdurchsuchung in Guflers Wohnung

einem Schal.

nicht so lang Pension zahlen muss.“ Im Spiel

sowie einer angemieteten Garage durch und

Letztlich können Gufler vier Morde nachge-

Räuber und Gendarm spielen Kinder Gufler,

stellt zahlreiche Gegenstände von Robas si-

wiesen werden, wobei der damals zuständige

und in die Alltagssprache findet die Drohge-

cher. „Der Mord an Maria Robas war bald ge-

Gerichtsmediziner Prof. Gottfried Machata im

bärde „Hör auf, oder ich spiel den Gufler“ Ein-

klärt, aber was wir bei der Hausdurchsuchung

ORF-Interview noch mehrere vermutet. „Wir

gang. Späterhin fehlt der Fall in keinem Buch

in der Mansardenwohnung des Max Gufler

haben im Fall Gufler insgesamt sieben Leichen

über historische Kriminalfälle, die Titel wie

noch alles gefunden haben, war enorm. Gufler

untersucht. Die älteste lag sieben Jahre im

„Gassner, Gufler & Co.“ tragen, und Doris Plank

war entweder ein Sammler oder er hatte mehr

Erdgrab. Wir konnten in allen Fällen Somnifen

arbeitete den Fall 2004 für die ORF Reihe „Tat-

am Kerbholz“, erinnert sich Haiden. Über 3.500

nachweisen! Der Staatsanwalt hat sich aber

Sachen“ auf.

Gegenstände werden sicher gestellt: Wasch-

auf die sichere Seite begeben und nur vier Fälle

maschinen, Mäntel, Schmuckstücke, Gebisse

angeklagt. Es ist mit Sicherheit davon auszuge-

Guflers Fehler. Plank hat auch die ehe-

etc. Das ganze Material wird in der Turnhalle

hen, dass mehr Verbrechen geschehen sind.“

maligen Polizisten Johann Haiden und Hubert

der Polizei verstaut, woran sich auch der ehe-

Zu den Morden kommen noch zwei Mordver-

Gnad für die Sendung befragt, die direkt in den

malige Kriminalpolizist Johann Mayerhofer erin-

suche. So meldet sich ein gewisser Richard

Fall involviert waren. „Als die Meldung aus

nert. „Der Turnsaal, wo heut die Garagen sind,

Wagner, Schmuckvertreter. Er wurde, weil Guf-

Kärnten kam, setzte sich mein Kollege Brunn-

war bis oben hin vollgeräumt. Und bei einem

ler an seinen Schmuck herankommen wollte,

taler auf sein Moped. Dienstfahrzeuge waren in

Kollegen ist lange das Führerscheinbild vom

ebenfalls vergiftet. Als Wagner auf der Fahrt er-

der Zeit noch Mangelware. Er ist zur Wohnung

Gufler gehangen.“ Auch der DKW Guflers bleibt

wacht und aus dem Auto springt, überrollt ihn

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Gufler dreimal und fährt davon. Doch Wagner überlebt. Auch der Juwelierhändler Karl Kovaricek erkennt in Gufler den Mann, der ihn bei einem Überfall 1951 niedergeschossen hat.

Lebenslänglich. Bis zuletzt spielt Gufler Katz und Maus, gibt Delikte zu, um sie dann wieder zu widerrufen. „Gufler war verstockt und doch sehr redegewandt irgendwie. Er hat nur das zugegeben, was klar am Tisch gelegen ist. Das hat er dann sozusagen zugeben müssen“, so Gnad gegenüber dem ORF. Die Staatsanwaltschaft spricht diesbezüglich von einer „Taktik“ und ortet eine „in gewisser Hinsicht dumme Schläue und geistige Primitivität“. Auch für den Gerichtspsychiater ist Gufler schwer

v.l.n.r. Joe Summerer, Heinrich Kofler, Johann Mayerhofer (ohne Bild Franz Schweighofer) Kriminalbeamte i. R.

fassbar, weil „er ist kein Triebverbrecher, der etwa aus einem abnormen Sexualtrieb heraus einen Mord begeht. Gufler betrachtet Mord als Einnahmequelle, er betreibt seine Verbrechen zu Erwerbszecken.“ Dies mit erschreckender Kaltschnäuzigkeit, wie sich Haiden erinnert. „Gufler bezeichnete den Mord an der Zeitungsträgerin aus Fohnsdorf als seinen traurigsten: Bei ihr sei nichts zu holen gewesen und es habe ihm ums Benzingeld leid getan.“ Zwischenzeitig behauptet Gufler auch, Geständnisse nur gemacht zu haben, um seine Lebensgefährtin zu schützen und weil ihm die Polizei versprochen habe, dass er zu Weih-

An der Front Hat man in ihrem Beruf nicht ständig Angst? Summerer: Angst habe ich eigentlich nie gehabt. Aber bei Observationen etwa gab es immer eine gewisse innere Anspannung, wo du die Situation im Geiste immer und immer wieder durchgegangen bist. Aber das hat psychisch Sicherheit gebracht. Mayerhofer: Also, wenn du den Beruf ergreifst, musst du dich darauf einstellen. Wenn du da ein niedriges Angst-Level hast, hast du schon verloren. Im Moment musst du voll konzentriert sein, erst im Nachhinein kannst du dich entspannen.

nachten im Gefängnis ein Wiener Schnitzl mit Gurkensalat bekommt. 1961 steht Gufler vor Gericht. Die Beweislage ist erdrückend, dennoch bestreitet er bis zuletzt die Mordtaten: „Ein Betrüger bin ich wohl, aber gemordet habe ich nicht!“ Die Geschworenen verurteilen ihn dennoch zu lebenslanger Haft mit Dunkelhaft am jeweiligen Jahrestag der Morde. 1966 stirbt Gufler an Magenkrebs im Gefängnis Stein. Als Blaubart von St. Pölten lebt er in der Historie weiter.

Werner Kniesek.

In eine gänzlich an-

dere Sphäre taucht man mit dem Fall Werner Kniesek ein, über den der im Fall Gufler involvierte Kriminaloberst Mallek 1980 in einem NÖN-Interview meint: „Massenmörder Gufler war im Vergleich zur Brutalität von Kniesek noch ein Kavalier!“ Wie das? Es sind vor allem die angesprochene Brutalität, die Willkür, der Sadismus Knieseks, die die Menschen zutiefst verstören. Der damals involvierte Kriminalbeamte Franz Schweighofer meint sodenn, „Das war sicher das Ärgste in meiner Karriere!“, und der damalige Prozess-Staatsanwalt Dr. Peter Lanzrath bekennt: „Das war eine unvorstellbare

Und wie ist das Nachher? Wie verarbeitet man brenzlige Situationen? Summerer: Da denkst du dir bisweilen, jetzt hab ich eigentlich eine Sau gehabt. Schweighofer: Für mich war immer komisch, dass Feuerwehrmänner psychisch betreut werden, Sozialarbeiter etc. – aber wer hat uns betreut? Niemand! Da haben bestenfalls die Leute von der Rechtskunde gesagt, da hast ein Schluckerl Whiskey. Bei uns war alles selbstverständlich. Dabei hast du als Kriminialbeamter mit Toten zu tun, wobei das Belastendste für mich war, wenn ich einer Familie mitteilen musste, dass ein Angehöriger verstorben ist.

Über Ihren Beruf gibt es viele Klischees. Wie laufen etwa Verhöre wirklich ab? Summerer: Im Prinzip geht es darum, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen. Die testen dich aus, wobei du ab einem bestimmten Punkt weißt, wie weit du kommst. Mayerhofer: Ein guter Draht ist wichtig. Es hat Gangster gegeben, die - wenn sie wieder kamen - nur mit einem bestimmten Beamten reden wollten. Ein anderer hätte aus denen nie etwas herausgebracht! Schweighofer: Einvernahmen sind kein FrageAntwort Spiel, da kommst du nicht weit. Es geht eher um Einfühlungsvormögen, darum,

dass du einen Zugang findest, Vertrauen schaffst. Das macht einen guten Kriminialbeamten aus. Heute hilft einem oft der DNA Beweis, aber früher ist es sehr darauf angekommen, dass du ein Geständnis abringst! Kofler: Es hatte jeder seine eigene Methode, das war auch Einstellungssache. Manche Kollegen haben Spielchen gespielt. Mir hingegen war wichtig, dass man ehrlich ist, auch als Beamter. Damit bin ich immer gut gefahren.

Sie haben von Sympathie gesprochen. Entwickelt man Verständnis für Täter? Kofler: Es gibt schon Menschen, arme Hunde, die haben ein Umfeld, wo sie durch die absolute Hölle gegangen sind. Da denkt man dann für sich: Also wenn ich in derselben Situation wäre, würde ich auch nicht für mich die Hand ins Feuer legen. Summerer: Ich hatte einmal einen Fall, eine Frau, die wurde jahrelang von ihrem Mann grauslichst misshandelt. Irgendwann hat sie ihn in der Nacht mit dem Hammer erschlagen. Als sie sich dann von ihrer Tochter verabschiedete, weil sie ins Gefängnis musste, war das tragisch, da hat mir schon derbarmt. Kofler: Viele Verbrechen passieren im Familienkreis. Da gibt es oft eine höhere Schwelle, auszusagen, viel wird verschwiegen. Dadurch kommen Familien oft in die Bredouille. Für die Betroffenen ist es eine Erleichterung, wenn wir sozusagen von außen eindringen, weil dann haben sie endlich die Möglichkeit, reinen Tisch zu machen. Ansonsten ist das ganze Leben auf Lug und Trug aufgebaut. Dann wird ein Täter zwar nie verurteilt, aber er hat ewig Schuldgefühle bzw. ist immer dem Gegenüber ausgeliefert. Und das Opfer befreit sich nie von der Last.

Warum ist Ihr Beruf so faszinierend? Summerer: Jeden Tag laufen zig Krimis, Millionen Leute sitzen vorm Fernseher und denken sich, ich will auch einmal im Leben Kriminalbeamter sein! Aber wir sind es! Das ist toll!

Tat. In vielen Fällen beginnt man zu verstehen,

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wie es zur Tat gekommen ist. Kniesek hingegen

beschreibt: „Starke Kopfschmerzen im Stirnbe-

dern weil er erreichen wollte, „dass ich diese

werde ich nie begreifen!“ Auch Dr. Anzeletti

reich, gelber Schein vor Augen, der immer grel-

Frau weiterhin quälen kann und dass sie nicht

konstatiert. „Man ist entsetzt. Als normaler

ler wurde, und eine Stimme in mir sagte ‚Ich

eines plötzlichen Schocktodes stirbt.“

Mensch kann man dazu eigentlich keinerlei

muss jemanden langsam qualvoll töten’, eine

Auf das Flehen der Frauen, sie zu verschonen

Zugang finden! Und man denkt darüber nach,

2. Stimme sagte ‚nein!’“

und stattdessen Geld, Schmuck etc. an sich zu

ob eine Freiheitsstrafe für ein derartiges Delikt

Als er im Jänner 1980 seinen Hafturlaub antritt,

nehmen, reagiert der Mörder mit der Wieder-

anzuwenden, nicht zu dürftig ist.“

geht er schon mit dem Vorsatz hinaus, diesen

holung seiner Absicht und erdrosselt gegen 20

Auch Kniesek wird medial gehypt. Der Re-

Drang endlich zu stillen. Kniesek fährt nach

Uhr quasi zum Beweis die Hauskatze.

gisseur Gerald Kargl dreht, vom Kniesek Fall

Wien, wo er sich in einer Pension einquartiert.

Zwischen den Misshandlungen lässt er Ingrid

„inspiriert“, den Kinofilm „Angst“, und als

Im Laufe des Tages kauft er eine Schreck-

Kaffee kochen und trinkt mit ihr eine Tasse.

der Mörder im Juli 1980 im Gerichtssaal sitzt,

schusspistole, Klebeband, Mullbinden u. a., die

Gegen 23 Uhr erdrosselt er vor den Augen der

drängt sich draußen die internationale Presse,

er in einem schwarzen Aktenkoffer verstaut.

zwei Frauen den Sohn bzw. Bruder Walter. „Ich

was NÖN-Chefredakteur Hans Ströbitzer kri-

Am 16. Jänner dringt er in Hietzing in zwei Häu-

hab ihn deswegen umgebracht, weil ich damit

tisch hinterfragt: „Inzwischen geht in St. Pölten

ser ein, verlässt diese aber wieder, nachdem

die Frauen treffen konnte“, sagt er im Prozess

der ‚Tanz der Reporter um das schwarze Schaf

niemand zuhause ist. Schließlich fährt er nach

aus. Und in seinem Polizeigeständnis bekennt

der Gesellschaft’ weiter. In den Reigen haben

St. Pölten. Warum, „könne er nicht sagen, weil

er. „Ich fand an diesem Anblick, vor allem auch

sich die Vertreter deutscher, französischer und

er dort an sich niemanden kennt und auch mit

an jenem der Frauen, die ich als Zuseher genö-

italienischer Zeitungen eingeschaltet. Ja, sogar

der Örtlichkeit nicht vertraut sei.“

tigt hatte, Gefallen.“

die englische Television eilte nach St. Pölten,

In St. Pölten, es ist gegen 15 Uhr, gibt er sich

In den nächsten Stunden setzt Kniesek die

damit sich die Fernseher des britischen König-

als Teppichvertreter aus und lässt sich mit dem

Misshandlungen Ingrids fort, auch mit bren-

reiches den Anblick des österreichischen Mas-

Taxi in eine Nobelgegend führen – der Taxler

nenden Zigaretten. Um zwei Uhr erdrosselt er

senmörders nicht ‚ersparen brauchen.’ Alles in

setzt ihn am Kupferbrunnberg aus. Dort läutet

vor ihren Augen die Mutter.

allem kommt mir vor: Das ist ein bisschen viel

Kniesek bei zwei Häusern an, einmal öffnet

Das Martyrium der 23jährigen, die er an Hei-

Publicity um einen Mörder!“ Es offenbart aber

eine Dame. Ihr Glück: Sie führt einen Hund an

zungsrohren im Keller anbindet, dauert noch

auch eine gewisse Malaise, denn selbst die

ihrer Seite. Kniesek geht wieder. Nachher wird

weitere drei Stunden an. Gegen fünf Uhr er-

Medienkritik verkommt letztlich zum Echo auf

man sich an den Mann erinnern, die erste Tä-

drosselt er auch sie mit einem Kabel.

das unglaubliche Verbrechen.

terbeschreibung lautet: „Ca. 40 Jahre alt, 180

Im Anschluss verstaut er die Leichen im

cm groß, schlanke Gestalt, gewellte, lichte

Mercedes der Familie und säubert das Haus,

Winter in St. Pölten. 15. Jänner 1980.

Haare. Der Mann trug einen dunkelgrauen

so penibel, dass dies Dr. Lanzrath bis heute irri-

Der 33jährige Werner Kniesek tritt, ein Monat

Mantel und hatte einen schwarzen Aktenkoffer

tiert: „Das Frappierendste für mich war der Tat-

vor seiner Entlassung, einen dreitägigen Haft-

bei sich. Es soll sich um eine gepflegte Erschei-

ort, der absolut harmlos wirkte. Es gibt Fälle,

urlaub an, um – so die offizielle Begründung

nung gehandelt haben.“

wo noch Tote liegen, Maden kriechen, man quasi im Blut watet, aber hier waren absolut

– auf Arbeitssuche zu gehen. Seit langem schnappt er wieder die Luft der Freiheit, saß er

Das Martyrium. Als Kniesek im 1. Stock

keine Spuren, als wäre nie etwas vorgefallen.

doch Jahre seines Lebens hinter Gittern – von

eines Hauses einen Mann am Fenster erblickt,

Nur im Keller war jene Stelle, wo Kniesek die

Jugend an. Nachdem er bereits als 13jähriger

dringt er in das Haus ein. Wie sich herausstellt

Tochter an die Heizungsrohre gebunden hatte,

Schüler im Heim einen Mitzögling attackiert,

handelt es sich um den behinderten, an den

vom Staub befreit. Das hatte er vergessen.“

„um ihn zu töten“, wie er 1980 aussagen wird,

Rollstuhl gefesselten Walter Altreiter. Von ihm

sticht er als 16jähriger 1962 seine eigene Mut-

erfährt Kniesek, dass auch Mutter und Schwes-

Die Fahndung. Als Kniesek gegen 8 Uhr vor

ter nieder. Zwar meint er bei seinem ersten

ter im Haus leben und shoppen sind.

die Tür tritt, macht er dem Nachbarn die Garten-

Geständnis 1980 „ohne Grund“, im Zuge der

Als die beiden Frauen gegen 18 Uhr heimkeh-

tür auf, damit dieser wie gewohnt den Zugang

Untersuchungen wird aber ein prinzipieller

ren, erwartet sie Kniesek mit gezückter Pistole

zum Haus freischaufeln kann, was von Kniesek

Hass gegen Frauen evident, der seinen Ur-

und fesselt sie anschließend auf Stühlen im

ungeheurer Kaltblütigkeit zeugt, die auch Rich-

sprung u. a. in der Verführung des damals erst

Wohnzimmer. „Ich habe den Frauen gleich ge-

ter Dr. Rudolf Eckelhart beim Prozess anspricht:

13jährigen durch eine Freundin der Mutter

sagt, dass ich alle drei töten werde.“

„A Kaltblütigkeit ham’s schon, da ham’S drei

haben dürfte, die den Buben zu sexuellen, sa-

Dann beginnt er die Frauen zu quälen und zu

Leichen im Auto und dann sprechen’S no an Po-

distischen Handlungen nötigt. Das werden die

misshandeln. Tochter Ingrid entkleidet er vor

lizisten an und fragen’S um a Zeitung.“

Gutachter später analysieren, ebenso wie sie

den Augen der Mutter, fesselt sie mit verschie-

Mit dem Auto fährt Kniesek zunächst nach

einen „seit Jahren bestehenden triebhaften Sa-

denen Gegenständen wie Stoffteilen, Schals,

Karlstetten, wo er im Gasthaus Lind frühstückt.

dismus“ konstatieren. Nach seiner Entlassung

Gürtel, Gummikabel, und schlägt sie auch da-

„Knieseks nervöses Verhalten war allen aufge-

1966 begeht Kniesek verschiedene Diebstähle.

mit. Auf die Frage, warum er nicht auch die

fallen. Wie er die Tausender zählte und dann

1972 folgt die nächste Gewalteskalation. Knie-

Mutter misshandelt habe, gibt Kniesek später

nach dem Weg nach Wien fragte, wobei er

sek schießt in Salzburg eine ihm völlig unbe-

zu Protokoll, weil „sie durch Ansehen der Toch-

nicht über St. Pölten fahren wollte, war nicht

kannte 73 jährige Pensionisten nieder. Wegen

ter seelisch mehr leidet.“ Als die herzkranke

normal. Dazu kam dann noch der Mercedes

Mordversuch geht er abermals hinter Gitter.

Frau in Bewusstlosigkeit zu fallen droht, er-

mit der St. Pöltner Nummer“, erklärt 1980 der

Seinen „Drang, Personen zu töten“ verliert er

laubt Kniesek Tochter Ingrid, ihr Tabletten zu

Geselle des Hauses, warum er anschließend

in all den Jahren nicht, den er folgender Weise

verabreichen, freilich nicht aus Mitleid, son-

Kniesek bei der Gendarmerie angezeigt hat.

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Auch der Umstand, dass Kniesek beim Essen

paar Marmeladegläser umgefallen, das heißt,

lich scheint, vermutet Schweighofer ein Ver-

die Handschuhe anbehält, irritiert.

da ist schon vorher jemand so rein. Aber die

brechen. „Auf der Dienstelle hab ich gesagt, da

In Folge wird eine Fahndung nach dem Auto

Tür – in die Küche wie sich dann herausgestellt

fehlen drei Leute, da ist was Schreckliches pas-

ausgegeben, das Haus der Altreiters wird ab

hat – war zu.“ Der Kriminalbeamte überlegt

siert, das können wir noch gar nicht absehen!“

dem Nachmittag observiert. Die Nachbarn zei-

kurz, nimmt sich dann ein Herz. „Ich hab die

Da man eine mögliche Rückkehr des Täters

gen sich besorgt, weil die Jalousien noch im-

Krache entsichert, dann die Tür eingedrückt. Es

nicht ausschließt, wird das Haus auch in der

mer runtergelassen sind. Gegen 16 Uhr wird es

war stockfinster im Haus. Ich bin blitzschnell

Nacht observiert – von innen. Joe Summerer,

Kriminalinspektor Franz Schweighofer zu bunt.

durch alle Räume, aber da war eigentlich nix

damals einer der Beamten, erinnert sich an

„Es ist es schon dunkel geworden, da hab ich

Ungewöhnliches festzustellen. Auf der Couch

die angespannten Stunden. „Ein Hundeführer

entdeckt, dass ein kleines Fenster eingeschla-

sind zwei Pelzmäntel aufgebreitet gelegen,

und ich haben uns im 1. Stock des Hauses plat-

gen war, so auf 1,60 cm Höhe. Da bin ich zur

und eine halbe Kanne Filter-Kaffee stand noch

ziert. Es war stockfinster. Ich bin in Gedanken

Nachbarin und hab mir eine Leiter geholt. Das

da. Im ersten Stock war das Wagerl vom be-

die ganze Zeit durchgegangen, was ich mache,

Fenster war zu, was mir komisch vorgekom-

hinderten Sohn. Im Windfang ist eine Hand-

wenn jetzt jemand den Schlüssel reinsteckt

men ist, weil ein Einbrecher lässt das offen,

tasche offen am Boden gelegen, und ich hab

und reinkommt. Was, wenn er eine Pistole hat?

um Lärm zu vermeiden. Ich bin hineingekro-

mir gedacht, die Frauen hätten das sicher so

Wer drückt als erster ab?“

chen und in Matsch gelandet, es waren ein

nicht liegen lassen.“ Obwohl sonst alles fried-

Um 2 Uhr läutet im totenstillen Haus das Tele-

Psychologie ist wichtig. Dr. Peter Lanzrath, Staatsanwalt i. R. draufgekommen ist, teilweise zu idealistisch, denn es gibt Individuen, die ihr Leben lang gefährlich bleiben, die also nicht heilbar sind. Aber im Großen und Ganzen war die Reform ein großer Wurf, der bis heute nachwirkt.

Ein Aspekt waren bedingte Entlassungen. Welchen Sinn haben diese? Die bedingte Entlassung ist das wichtigste Instrument überhaupt, um dem Häftling Hoffnung zu geben. Hat er keine Perspektive, ist ihm alles egal, und somit ist er auch im Vollzug gefährlicher. Zudem sind bedingte Entlassungen ein Mittel zur Disziplinierung, weil ja die Frage relevant ist, wie hat sich der Häftling während seiner Gefangenschaft verhalten. Natürlich sind auch schlimme Fehler passiert. Jack Unterweger etwa war ein klassisches Beispiel verfälschter Resozialisierung!

Demgegenüber flammen immer wieder Stimmen auf, wonach „lebenslang lebenslang bleiben muss“. Was fällt Ihnen heute ad noch zum Fall Kniesek ein? Das war eine unvorstellbare Tat. Furchtbar, und umso furchtbarer, weil man schon den Eindruck gewann, dass dieses Verbrechen vielleicht hätte verhindert werden können. Denn Knieseks Schriften im Gefängnis, die muteten beinahe wie Hilferufe an.

Der Kniesek-Fall platzte 1980 in eine Phase, da die Strafrechtsreform von Justizminister Broda stark auf weichen Strafvollzug etc. setzte. Wie beurteilen Sie dies heute? Damals ging man, sehr auf die Psychologie bauend, davon aus, dass jeder Mensch manipulierbar ist, also Veränderungen zugänglich. Demnach gibt es also für jeden Behandlungsmöglichkeiten – in dieser Zeit wurden ja auch Anstalten für abnorme Rechtsbrecher geschaffen. Das war, wie man im Laufe der Jahre

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Das wäre fatal, weil es dann keine Perspektive mehr für die Häftlinge gäbe, wie bereits oben erwähnt. Lebenslang ist in der Regel nie lebenslang. Gewöhnlich kann man nach etwa 15 Jahren erstmals einen Antrag auf bedingte Entlassung stellen. Am wichtigsten ist dabei die sogenannte Gefährlichkeitsprognose, die der Entlassungssenat abgibt. Gutachten, die Strafkarte, vergleichbare Fälle spielen bei der Beurteilung eine Rolle. Vereinzelt gibt es aber auch Häftlinge, die man überhaupt nie mehr rauslassen kann oder bestenfalls dann, wenn sie körperlich so devastiert sind, dass sie keine Gefahr mehr darstellen.

Wie beurteilen Sie persönlich den Strafvollzug in Österreich? Letztlich ist es eine Frage, welcher Theorie man anhängt. Prinzipiell haben wir haben keine andere Lösung in unserem Rechtsstaat als das Verwahren. Und es ist schon eine Vi-

sitenkarte für einen Staat, wie er mit seinen Häftlingen umgeht. Sperr ich sie nur weg, oder versuche ich, sie einer vernünftigen Beschäftigung zuzuführen. Ich persönlich war immer für differenzierte Strafen, für Psychologie. Das heißt, man muss sich jeden Täter genau anschauen, mit ihm Gespräche über seine Taten führen, über Wert und Unwert, und daraus schließen, welche Maßnahme am sinnvollsten ist. Reines Wegsperren, drakonische Strafen sind nicht unbedingt zielführend, da bin ich sehr skeptisch. Ich persönlich neige eher zu psychologischer Betreuung. Und wenn jemand rückfällig wird, dann kann ich noch immer härtere Strafen geben. Kommt er aber nicht mehr, hat es gepasst. Auch im Gespräch mit Opfern stelle ich häufig fest, dass diesen mit reiner Strafe nicht wirklich geholfen ist, während, wenn der Täter späterhin kommt und sich entschuldigt, dies für viele Erleichterung schafft.

Wird man in Ihrem Beruf nicht mit der Zeit desillusioniert? Nein. Man lernt eher zu differenzieren, entwickelt für vieles Verständnis, selbst für Untaten. Meistens gibt es eine Erklärung, die Hand und Fuß hat, selbst bei Tötungsdelikten. Das heißt nicht, dass man das entschuldigt, aber man kann vieles nachvollziehen. Aus diesem Grund baut unser Strafsystem auch auf differenzierte Urteile, gibt es Strafrahmen, und das halte ich für sehr sinnvoll!

Wie gerecht ist das Recht? In der Justiz besteht bisweilen die Gefahr, dass man sich nur auf die kleinen Hendldiebe konzentriert. Überspitzt formuliert: Erwischen tut man sozusagen die Depperten, während sich die Intelligenten dem System besser entziehen, dabei sollte man darauf mehr Augenmerk legen. Dazu genügt ein Blick in die Hochfinanz, wie viele Scharlatane da unterwegs sind!

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fon, Summerer springt auf und hebt ab. „Da hat

chung gebeten hat.

Tanz der Reporter geht weiter. Was

es geheißen, man hat in Salzburg das Auto ge-

1980 ist diese Tatsache im Hinblick auf den

letztlich von Fällen wie Gufler, Kniesek oder

funden, wir könnten die Aktion abbrechen.“

gewährten Hafturlaub Knieseks natürlich ein

jüngst Prikopil und Fritzl bleibt, ist ein großes

Tatsächlich ist Kniesek zu diesem Zeitpunkt

Riesenthema. Hätte die Tat gar verhindert wer-

Unverständnis. Eine Verstörung. Da kann man

schon verhaftet. Gegen 23.30 Uhr finden die

den können? Hätte er überhaupt freikommen

gedanklich nicht mehr mit. Ein Phänomen, das

Salzburger Kollegen das Auto. Als Kniesek zum

dürfen? „Das war kein Ruhmesblatt der Justiz.

Dr. Müller in zahlreichen Interviews bestätigt.

Fahrzeug zurückkommt, halten sie ihn an. „Da

Wenn man den Kniesek Akt liest, weiß man,

„John Steinbeck hat schon gemeint, es gibt

der PKW hinten so stark hinunterhing, wurde

dass er ein brandgefährlicher Wiederholungstä-

Menschen, die in Erfahrungswelten leben, die

mit dem Schlüssel der Kofferraum geöffnet.

ter war, der auch während der Haft über seine

wir nicht betreten können.“ Und trotzdem sind

Ganz oben lagen verschiedene Plüschdecken.

Fantasien, über seine Gefühle Briefe geschrie-

es offensichtlich gerade diese, die faszinieren.

Dabei stellte sich heraus, dass sich unter die-

ben hat. Das Fatale war, dass diese Schriften

Aus einer Art „Veranlagung“ heraus, wie Dr.

sen drei Leichen befanden“, ebenso wie das

offensichtlich niemand gelesen hatte“, legt Dr.

Anzeletti andeutet, „weil der Mensch sich eher

tote Kätzchen, heißt es im Bericht.

Lanzrath seine Sicht der Dinge dar.

in die Täterrolle reindenken kann als in jene

Kniesek wird verhaftet. Noch leugnet er alles.

des Opfers“? Sind Kapitalverbrecher dann gar

In der Zelle begeht er zwei Selbstmorderver-

Die Folgen. Heute, 28 Jahre später, sitzt

eine Art Katalysator für das eigene, verdrängte

suche, einmal möchte er sich erhängen, ein

Kniesek nach wie vor in Graz ein. Die damals

Böse in uns? Leben wir also in der „Hingabe“

zweites Mal die Pulsadern aufbeißen. Beides

Tangierten hat der Fall nie gänzlich losgelassen.

an Berichte über Gewaltverbrechen unsere ur-

wird vereitelt. Gegen Mittag des nächsten Ta-

Die ehemalige Untermieterin der Altreiters, die

eigensten dunklen Instinkte unbewusst aus?

ges, 18. Jänner, legt er ein erstes Geständnis

just an dem Tag zu ihren Eltern gefahren war,

Immerhin räumt Dr. Müller im Falter Interview

ab, das er dann in St. Pölten am 19. Jänner

möchte keine Stellung nehmen „weil dann

ein, „dass in jedem Menschen das Gute und das

noch detaillierter wiederholt.

kommt das von damals alles wieder hoch, das

Böse vorhanden ist. Da kann ich nur Bernhard

Der durchführende Beamte Bader schreibt

ist nicht so leicht“. Tatsächlich sagte Kniesek

Shaw zitieren, der gemeint hat, es gebe keinen

nach Knieseks Geständnis abschließend in sei-

im Hinblick auf weitere Bewohner des Hauses

Menschen, der nicht in eine Situation kom-

nem Bericht. „Wenngleich man bei der Täter-

aus, „ich hätte jeden umgebracht.“ Auch jener

men kann, in der er einen anderen umbringt.

persönlichkeit den Eindruck gewinnt, dass er

Zeuge in Karlstetten, dessen Tipp die Fahndung

Ich gehe sogar noch weiter und sage nach 23

sehr realistisch auf den Tathergang und damit

mit auslöste, möchte „eher nicht in der Zeitung

Jahren Tätigkeit in diesem Bereich: Derjenige,

auch auf seinen vorgegebenen, gestörten Geis-

erwähnt werden.“

der noch nie daran gedacht hat, einen anderen

teszustand hinweisen möchte, bekam man

Der ehemalige Kriminalbeamte Schweighofer

umzubringen, der ist mir suspekt.“

gleichzeitig auch den Eindruck, dass er den

räumt ein „dass mich das eigentlich nicht belas-

Und so wird zum Fritzl-Prozess wieder eine Ar-

Tatablauf ‚verhandlungsreif’ nochmals gern

tet. Aber manchmal, wenn ich am Haus vorbei

mada von Journalisten anreisen, um detaillier-

schildern wollte, um sich vielleicht neuerlich in

geh, denk ich mir, das war mein Mordhaus!“,

test über das Verbrechen zu berichten, und wir

seiner Triebhaftigkeit zu bestätigen.“

und Dr. Lanzrath antwortet auf die Frage, was

werden ebenso gierig die grausigen Brocken

Schweighofer meint resümierend: „Wir ha-

vom Fall Kniesek letztlich überbleibt, „dass für

aufsaugen. Woher aber diese Geilheit? Und wie

ben damals Glück gehabt. Hätte es nicht den

mich der Fall nicht abgeschlossen ist. Er taucht

weit darf sie gehen? Etwa so weit, dass man

Tipp gegeben und hätten wir Kniesek nicht

immer wieder auf. Vor ca. acht Jahren hatte ich

ganze Anklageschriften, wo minutiös die Taten

erwischt, wär er am 18. Jänner einfach wieder

ein Seminar in Innsbruck, wo Kriminalpsycho-

des Verbrechers beschrieben werden, veröf-

ins Gefängnis zurück und der Fall wäre viel-

loge Müller einen Vortrag über grausige Fälle

fentlicht? Ohne Rücksicht auf die Opfer, auf

leicht nie aufgeklärt worden.“

und Gefährlichkeitsprognose hielt. Damals

Pietät, auf Bewusstsein? Sind wir gar aufgrund

wurde gemunkelt, es laufe ein Verfahren zur

der zunehmenden Ästhetisierung und Kom-

Die Verhandlung. Drei Monate später steht

bedingten Entlassung Knieseks. Nach dem,

merzialisierung des Bösen, seine Popularisie-

der Mörder vor Gericht. Staatsanwalt Dr. Lanz-

was Müller über diese Art Täter ausgeführt

rung in Filmen, Games etc. völlig abgestumpft,

rath erinnert sich: „Das Geständnis war da, so

hatte, war Kniesek der Prototyp eines nie zu

frei nach dem Motto „Grauen ist geil!“ Dr.

betrachtet war alles klar. Das Eindrucksvollste

entschärfenden Sexualtäters. Im Anschluss bin

Müller hält den Umgang der Populärkultur mit

war das Plädoyer des Verteidigers Dr. Hofbauer,

ich zu ihm hin und habe ihn gebeten, sich den

Verbrechen jedenfalls für bedenklich. „Als ich

der gebeten hat, dass alle aufstehen und eine

Fall näher anzuschauen.

ein Bub war, hat es Spielkarten mit Segelflug-

Schweigeminute für die Opfer abhalten. Ich

Das heißt, eine bedingte Entlassung Knieseks

zeugen drauf gegeben, der eine hatte 12 Meter

selbst hab im Plädoyer darauf hingewiesen,

kann er sich nicht vorstellen? „Ohne Gutachten

Spannweite, der andere 15 Meter, die haben

dass Kniesek wie eine Naturkatastrophe über

vorgreifen zu wollen, ich weiß ja nicht, wie sich

wir getauscht. In Amerika können sie heute

die Familie Altreiter hereingebrochen ist.“

Kniesek in der Haft entwickelt hat. Aber ich

Spielkarten kaufen, da steht oben: Jeffrey Dah-

Nach nur fünf Stunden wird Kniesek zu lebens-

hätte Angst, ihn freizulassen. Die Bevölkerung

mer 17 Mordopfer, John Wayne Gacy 33 Opfer,

langer Haft und Einweisung in eine Anstalt für

hat jedenfalls ein Recht zu wissen, was mit

gib mir die Karte! Es gibt keinen Bezug zu dem,

abnorme Rechtsbrecher verurteilt. In seinem

Kniesek ist!“

was Realität ist und was nicht. Daran schließt

Schlusswort betont er dass „wenn mir 1972

Angst, das ist wohl ein Schlüsselbegriff in dem

sich die Frage der Faszination des Bösen an,

Gehör geschenkt worden wäre, die Tat nicht

Fall, denn die Angst der Opfer war es, die Knie-

und ich kann nur sagen: Für mich gibt es das

hätte geschehen können.“ Kniesek verweist

sek die größte Lust bereitete, und die er in ge-

nicht. Wenn Sie einmal Bilder von zu Tode ge-

damit auf den Umstand, dass er 1972 in einem

wisser Weise selbst heute noch, 28 Jahre spä-

quälten Kleinkindern gesehen haben, dann hört

Brief an einen Psychiater um eine Untersu-

ter, zu verströmen imstande ist.

sich die Faszination des Grauens auf.“

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Begriff der Strafe wird nivelliert Wie haben Sie persönlich den Kniesek Fall erlebt? Von Gerichtsseite her war ich am Rande involviert, weil ich teilweise den Akt behandeln habe müssen. Man ist einfach entsetzt. Es war defintiv einer der schrecklichsten Straffälle, die mir je in meiner Laufbahn untergekommen sind. Er wirft die Frage von Schuld und Sühne auf, nach Relation von Strafe, ob in solchen Fällen eine lebenslange Strafe wirklich ein Äquivalent für die Todesstrafe ist. Mit dieser Frage setze ich mich seit Jahren auseinander. Historisch ist es so, dass man die Blutrache, die früher bestimmend war, durch das Gesetz abgelöst hat. Der Staat hat seinem Bürger gesagt, ich übernehme für dich dieses Problem, damit die Blutrache beendet wird. Aber diesen Auftrag erfüllt der Staat nur mehr bedingt. Er verschafft den Opfern und Angehörigen nicht immer das Gefühl der gerechten Strafe für den Täter.

Im Zuge des Kniesek-Falles gab es Demonstrationen gegen die Justiz. Manche wollten den Mörder am liebsten lynchen, manche forderten die Todesstrafe. Darf man darüber nachdenken? Bei uns ist die Todesstrafe ein Tabuthema. Aber unter dem Aspekt präventiver Notwehr ist sie denkbar, denn das ist das Paradoxon: Im Sinne gerechtfertigter Notwehr gibt es die Todesstrafe in gewisser Weise schon. So betrachtet wäre sie die Notwehr der Gemeinschaft vor einem Täter, von dem nicht zu erwarten ist, dass er sich ändern kann. Aber ich weiß selbst keine befriedigende Antwort auf diese Frage. Das ist immer problematisch. Der Tod, heißt es, hat eine reinigende Wirkung. Er ist Abschluss eines Problems. Das Schlimmste ist ja auch lebenslänglich für die Angehörigen. Für die Frau, die Kinder – die werden nämlich ebenfalls zu Opfern. Die können sich ein Leben lang nicht mehr befreien. Das ist auch eine Art von Sippenhaftung. Daran denkt überhaupt niemand. Eines muss man zudem einräumen: Wer den Krieg als mögliches Mittel der Auseinandersetzung bewahrt, der kann ehrlicher- und konsequenterweise nicht gegen die Todesstrafe sein. Und es hängen damit auch Fragen wie Abtreibung oder Sterbehilfe eng zusammen. Auch hier wird die Rechtsfähigkeit einer Person in Frage gestellt von anderen. Aber die Frage ist immer problematisch!

Damals entbrannte auch eine große Diskussion um den Strafvollzug, die Frage, wie locker er sein darf. Wie beurteilen sie die heutige Situation. Es war die Zeit von Justizminister Brodas Strafrechtsreform, und die war auch notwendig und überfällig. Zugleich gab es die Vorstellung der gefängnislosen Gesellschaft. Das war zwar ein schönes Ideal, aber zu idealistisch. Wie etwa

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auch heute in anderem Kontext die Frage des Mindesteinkommens, dass jeder, egal ob er arbeitet oder nicht, 800-1000 Euro bekommen soll. Die Folge wird sein, dass der Anreiz, Arbeiten zu verrichten, die nicht gut bezahlt sind, die kein hohes Sozialprestige haben, gleich gegen null geht. Im Hinblick auf den Strafvollzug ist dieser heute als äußerst milde zu bezeichnen. Dies lässt bisweilen Zweifel aufkommen, ob es überhaupt noch ein richtiger Strafvollzug ist und ob der Staat seiner übernommenen Verpflichtung der Rechtssprechung zur Genüge nachkommt.

Inwiefern bezweifeln Sie das? Im Häfen geht’s den Leuten gut. Die haben Fernseher, PC’s, Filme. Sie müssen nicht wirklich arbeiten, können Kurse des AMS besuchen. Viele liegen im Krankenhaus und lassen sich Sachen sanieren, die sie sich draußen nie hätten leisten können. Jemand, der zum Vergleich zuhause krank ans Bett gefesselt ist, bettlägrig, der hat ein viel härteres Los zu tragen.

Mag. Dr. Alfred Anzeletti, Landesgerichtspräsident i.R.

Das heißt, die Strafen sind zu mild? Ich schreib kein Evangelium, kann keine Tipps geben, wie es richtig wäre. Das haben wir in Wahrheit ohnedies schon verschlumpft. Wir können – und wollen – ja auch nicht zurück ins Mittelalter. Trotzdem ist der Begriff der Strafe in gewisser Weise nivelliert worden. Meine Großmutter hat einen Spruch geprägt: „Allzu gut ist schon halb liderlich!“, und das stimmt. Ein Beispiel: Die Rückfallsquote bei jugendlichen Straftätern ist extrem hoch. Was nicht berücksichtigt wird: Die Strafe trifft sie erst beim dritten, vierten Vergehen voll. Wichtig wäre hingegen, dass schon die erste Strafe eine spürbare ist.

Wie beurteilen Sie die Bemühungen um Resozialisierung? Das ist ja ein großes Thema und Ziel. Ich hab mich mit dieser Frage philosophisch auseinandergesetzt. Prinzipiell geht es um die Freiheit des Menschen. Er bestimmt in Eigenverantwortung selbst darüber, ob er gut oder böse sein möchte. Jeder hat so betrachtet das Recht Verbrecher zu sein, aber wenn er erwischt wird, hat er auch die Pflicht, die Konsequenzen mit allen Sanktionen zu ertragen! Die Gesellschaft soll sich daher endlich davon befreien, sich mitschuldig zu fühlen. Ich glaub auch nicht, dass immer alles durch die Herkunft, das Milieu, die Eltern etc. erklärt werden kann. Das ist ein Milderungsgrund, aber keine Entschuldigung oder Relativierung. Freilich: Jeder, der willig ist und wo man den Eindruck gewinnt, dass er es wirklich ernst meint, soll unterstützt werden. Aber man muss genau die Sinnhaftigkeit prüfen. Vielen Häftlingen fehlt auch eine echte Schuldeinsicht. Die denken sich eher, ich hab nur das Pech gehabt, dass ich erwischt worden bin.

Medial hat man den Eindruck, dass es eine extreme Fokussierung auf den Täter gibt? Warum ist das so? Weil sich der Mensch eher in die Täterrolle reindenken kann als in jene des Opfers. Das ist sozusagen spannender. Das Opfer wird zur Nebensache degradiert. Das ist irgendwie so wie mit einem Schnitzel, das man ohne Bedenken verzehrt. Da denkt auch keiner daran, dass das einmal ein lebendiges Schwein war, das geschrieen hat und getötet wurde.

Wie beurteilen Sie die Rolle der Medien? Ist heute unter dem Aspekt der Öffentlichkeit ein fairer Prozess überhaupt noch möglich? Aufgrund des heutigen Medienrummels, der Vorinformation der Öffentlichkeit mit geheimen Akten, lässt sich die Unvoreingenommenheit de facto nicht mehr gewährleisten. Es ist unmöglich, bei längeren Verfahren, die Laienrichter dementsprechend abzuschirmen. Ein Extrembeispiel war diesbezüglich der ProkschProzess, der in seiner Mediendimension mindestens so schlimm war wie der Fritzl-Prozess werden wird. Proksch hat die Bevölkerung alles verziehen, und heute wird er verehrt wie Che und es hatte den Anschein, dass für Mittäter Staatsbegräbnisse augerichtet werden. Auch der Fall Elsner ist ein Beispiel, wo aufgrund des medialen Getöses ein fairer Prozes praktisch unmöglich war. Die Verbindung von Medien und Justiz ist extrem bedenklich. Für mich wäre es in meiner aktiven Laufbahn undenkbar gewesen, dass Presseleute zu mir in die Wohnung kommen und mich interviewen. Heute gibt es kein Amtsgeheimnis mehr, und die enge Verbindung zwischen erhebenden Organen und den Medien ist übertrieben gut.

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HELDEN DER NACHT Wenn andre bereits ihren Kaffeebecher abwaschen und den Kollegen einen schönen Nachmittag wünschen, treten sie erst ihren Dienst an. Wenn andre ihren Schreibtisch aufräumen und sich auf einen netten Abend freuen, strecken sie sich mal richtig durch und werfen sich in die nächste Runde. Und wenn sich andre wohlig unter ihrer Bettdecke fläzen, machen sie grad mal Pause am Snackautomaten. Die Rede ist von unseren Nachtarbeitern, Schichtlern, Spätdienstlern. Wir haben einige davon in ganz St. Pölten besucht. … Von Althea Müller. Foto Hermann Rauschmayr.

Für Geld tun Studenten ja alles – zum Beispiel

Ab und zu bitte ich meine Aushilfe Brigitte, ob

damit ich den restlichen Abend überstehe. Da

sich neun Monate lang an eine Kinokassa set-

sie ein Wochenende für mich übernimmt. An-

war ich schon sehr überrascht. Es hat dann

zen. Ich habe es gewagt. Und gesehen: Eine

sonsten ist das mit dem Privaten schon eher

länger gedauert und ich dachte, ok, der kommt

Zeitlang ist es ganz lustig. Von 14 bis 23 Uhr

schwierig – es geht sich fast nix aus. Aber ich

eh nicht mehr. Aber dann ist er doch plötzlich

im Kino zu sein. Die Mittagspause auf 18 Uhr

habe ja Unterstützung – mein Freund ist im-

wieder da gestanden – grinsend und mit Aspi-

zu legen. Vom Glaskasten aus der Sonne beim

mer für mich da, vor allem unter der Woche,

rin Complex! Damit ist das Arbeiten wirklich

Untergehen zuzusehen. Und den Gästen dabei,

wenn ich keine Zeit für so Alltägliches wie z.B.

viel besser gegangen und ich hab damit sogar

wie sie Spaß haben, während man selbst keine

Einkaufen finde.

die ganze Krankheit gleich abgefangen: Am

Zeit mehr für Freunde, Shopping oder – Kino

nächsten Tag hatte ich wieder Dienst und war

kollegin nach Dienstschluss in der Spielhalle

Wie sind die Kunden später am Abend so drauf? Sind das nicht echte Hängenbleiber?

noch einen Kaffee zu trinken oder mit dem

Überhaupt nicht. Hängenbleiben und tratschen

Hilfe von einem völlig Fremden gekommen ist.

Pärchen aus der Pizzeria übers Leben zu phi-

tun sogar eher die Kunden untertags! Nachts

losophieren. Um Mitternacht heim zu düsen,

sind die Leute viel gemütlicher und entspann-

die Katzen viel zu spät zu füttern und dafür bis

ter.

mittags zu schlafen.

Wie geht das Videothekengeschäft? Ist dir nicht manchmal irre fad?

Freiwillig im Adrenalinrausch. Bianca

Aber kann man so ein Leben im Finstern wirklich länger aushalten? Und wenn ja – wie? Und

Es läuft gut! Langeweile kommt nur dann auf,

die Rettung gearbeitet.

wo liegt da der Reiz? Ich möchte es rausfinden

wenn hier in der Umgebung ein großes Festi-

und suchte die creatures of night auf.

val oder Match ist. Na gut – während der EM

Wie kommt man auf diese Idee?

war’s schon wirklich fad. Aber da ging’s ja fast

Damals habe ich die Krankenpflegeschule be-

Queen of DVDs. Seit 1999 arbeitet Steffi

allen so, die nichts mit Fußball zu tun hatten.

sucht, von daher war das medizinische Inter-

in der Videothek im Süden St. Pöltens: Montag

esse da. Außerdem waren einige meiner Be-

bis Samstag von 10 bis 22 Uhr, sonntags von

Ist dir während eines Nachtdienstes mal was besonders Positives passiert?

12 bis 19:30 Uhr. Einen halben Tag pro Woche

Erst letztes Wochenende sogar – ich war to-

Spannend?

hat sie frei.

tal verkühlt und grippig im Anfangsstadium

Anfangs war’s eher unspektakulär. Du bist

und hab entsprechend ausgesehen. Da kam

sogenannter „2. Sani“ und darfst nur auf Dia-

ein Kunde – kein Stammkunde – und hat an-

lysefahrten etc. mit. Erst als ich die Rettungs-

geboten, in der Nachtapotheke was zu holen,

sanitäter-Ausbildung abgeschlossen hatte und

findet. Kultig war’s trotzdem: Mit der Lieblings-

Hast du denn überhaupt irgendein Privatleben?

fast wieder komplett gesund! Also die Aktion fand ich wirklich total nett. Vor allem, weil die

(28) hat rund fünf Jahre lang ehrenamtlich für

kannten auch dort.

als „1. Sani“ zur Rettung nach St. Pölten wechselte, wurde es spannend – dort waren ja auch viel mehr junge Leute als bei der Dienststelle in dem kleinen Ort, wo ich vorher war.

Wie hat ein typischer Bereitschaftsdienst ausgesehen? Ein Nachtdienst hat ca. von 19 bis 6 Uhr gedauert. Jedes Team hatte einen eigenen Schlafraum auf der Dienststelle. Wenn es eine Fahrt gab, wurden wir über Pager bzw. SMS informiert. Danach gab’s nur noch: Aufspringen, raus und losfahren!

Hast du viel aus der Zeit mitgenommen? Es war schon toll – dass das Team so eingespielt war, jeder Handgriff gesessen hat. Fachlich war’s natürlich auch interessant.

Was war weniger schön? Alko-„Leichen“ aufzulesen war regelmäßig

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URBAN

echt mühsam.

dieser Zeit. Ich weiß, dass das nicht nur bei mir

Wie waren die Leute dann zu euch?

so gelaufen ist, sondern auch bei allen ande-

Die waren meistens schon bewusstlos, wenn

ren: Dass dir direkt fad ist, wenn du mal einen

wir gekommen sind. Vorher ruft ja keiner die

ganzen Tag und Abend frei hast und daheim

Rettung – immer erst, wenn die sich gar nicht

bist… Aber bei mir persönlich hat sich das

mehr rühren können…

dann langsam aufgehört – ich hatte ja dann

Du hattest da ja mal einen besonders grausamen Dienst…

meine Ausbildung abgeschlossen und einen

Ja, der Unfall in der Wasserburger Au. Das

nug Nachtdienst, Adrenalin, Kribbeln und Auf-

werde ich nie vergessen. Sieben oder acht Ju-

regung – die Rettung daneben ging sich zeit-

gendliche hatten sich in ein Auto gequetscht

lich irgendwann nicht mehr aus.

Job auf der Intensivstation. Das war dann ge-

– alle betrunken. Damit haben sie dann einen schweren Unfall gebaut. Es war tragisch, weil nur drei oder vier der jungen Leute gerettet werden konnten.

Treffpunkt Tanke. Martin (35) ist seit mehr

Der Dienst ist freiwillig. Gibt es trotzdem so eine Art Supervision grad in solchen Situationen?

als zehn Jahren in der BP beim Stattersdorfer

Natürlich gibt es von der Rettung aus speziell

von 14 bis 24 Uhr und 2 Tage pro Woche frei…

Kreisverkehr angestellt. Er übernimmt v. a. die Spätdienste – das heißt, in der Regel Dienst

geschulte Mitarbeiter, mit denen man reden recht kommt. Ich habe mich damals mit mei-

Nachdem du schon so lange dabei bist – wo siehst du den Vorteil deiner Arbeit?

nen Kollegen ausgetauscht, das hat auch ge-

Ganz einfach: Ich bin kein Morgenmensch

holfen.

und schlafe gerne länger. Und nachts ist im-

Was hat dir dein regelmäßiger Bereitschaftsdienst damals bedeutet?

mer was los – bis etwa 20 Uhr läuft das Tank

Es gab Zeiten mit Suchtpotential – da hast du

erledigen. Wir müssen unsere Filiale ja ständig

den Kopf echt nur noch bei der Rettung, bei

sauber halten, Ordnung schaffen, uns ums fri-

deinem Team. Du machst sehr viele Dienste in

sche Gebäck kümmern…

kann, wenn man mit etwas seelisch nicht zu-

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geschäft, danach gibt es viele andre Dinge zu

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Wie ist dein nächtliches „Publikum“ im Vergleich zum Tagesgeschäft?

Gibt es auch was Negatives an einem Arbeitsrhythmus wie deinem?

Nachtdienst von 8 Uhr bis 14 Uhr des nächs-

Abends kommen vor allem Taxifahrer, Schicht-

Ich bin solo, könnte mir aber vorstellen, dass

chenende von Samstag bis Montag vorgese-

arbeiter, Krankenhaus-Mitarbeiter, die sich

es von den Zeiten her sicher schwieriger sein

hen. Wenn’s brennt, bleibe ich natürlich auch

bei uns eine Jause holen bzw. auf einen Kaf-

kann, eine Beziehung zu führen. Ansonsten

länger, das ist in meinem Beruf keine Frage.

fee, ein Bier vorbeikommen. Natürlich sind da

– Erledigungen etc. funktionieren so auch, man

eher Stammkunden dabei, die man sich merkt

muss sie halt anders einteilen als andere. Und

Wie lange vorher stehen Ihre Dienste fest?

– abends und nachts reden die Menschen ja

unseren Dienstplan bekommen wir eh ein Mo-

Die grundsätzliche Einteilung erfolgt zwei Mo-

oft gern, auch mal über ihre Sorgen…

nat vorher, da lässt sich soweit eigentlich alles

nate vorher, aber innerhalb des Teams lassen

Also keine unguten Rüpeleien?

ganz gut planen.

sich dann bis eine Woche vorher noch Tausch

Im Gegenteil. Wir haben hier allgemein ein an-

etc. regeln.

genehmes Klima und auch später am Abend

Liebäugelst du nicht trotzdem manchmal mit einem ganz normalen 8to5-Job?

kommen wir mit den Kunden gut aus – es ist

Niemals – nach zehn Jahren bin ich schon so

Sie haben bestimmt Familie – belastet Ihre Arbeit das Privatleben denn nicht?

ruhig und friedlich. Und mittlerweile habe ich

drin in meinem Rhythmus mit den Spätdiens-

Ich persönlich habe großes Glück – meine Frau

durch die Arbeit natürlich mit dem einen oder

ten, ich könnte mir so eine total geregelte Rou-

ist Krankenschwester, so betrachtet sind wir

anderen Freundschaft geschlossen, da geht

tinearbeit gar nicht vorstellen!

Gleichgesinnte. Sie werden gerade im Kran-

ten Tages. Einmal monatlich ist ein ganzes Wo-

man dann auch privat mal gemeinsam weg.

kenhausbereich übrigens oft solche Bezie-

Stichwort Weggehen – ich stelle mir grad vor: Samstag, Mitternacht, Dienstschluss. Da sind doch die andren alle schon unterwegs. Gehst du dann trotzdem noch aus?

hungskonstellationen vorfinden: Wenn man

Bereit für den Notfall. Oberarzt Prof.

mal viel mehr mit seinen Kollegen zusammen

Hirschl, Arzt aus Leidenschaft und Überzeu-

als mit Leuten „draußen“. Von daher kommen

gung seit 20 Jahren, leitet seit 3 Jahren die

gerade die jungen Leute untereinander in Kon-

Ich bin aus dem Alter draußen, wo ich jeden

Notfallaufnahme im Landesklinikum St. Pölten.

takt. Das ist ganz natürlich. Man arbeitet inten-

Freitag und Samstag unbedingt am Flug sein

Mit seinem Team ist er für alle akut kranken

siv zusammen, teilt das berufliche Interesse

muss. Außerdem habe ich jedes zweite Wo-

Patienten verantwortlich – plötzliche Schlag-

und redet natürlich in den Pausen auch privat

chenende sowieso frei. Wenn ich aber also

anfälle, Herzinfarkte oder Vergiftungen…

miteinander. Bei mir war es damals, als ich

eine 80-Stunden-Woche hat, ist man nun ein-

meine Frau kennenlernte, ja genauso.

samstags erst um Mitternacht frei habe, fahre ich halt heim, schaue fern und gehe schlafen.

Wie sehen Ihre Nachtdienste aus?

Ganz normal.

Durchschnittlich habe ich wöchentlich einen

Was ist gerade im Hinblick auf Spätdienste eher negativ? Ein entscheidender Nachteil ist, dass der nächste Tag definitiv verloren ist. Geistig sind da keine konzentrierten Tätigkeiten möglich. Es gibt auch Kollegen, die dann nicht schlafen können – bei denen ist der Rhythmus dann durcheinander. Ich persönlich habe dieses Schlafproblem aber nicht.

Ist es wie in den Serien – dass Sie zur Erholung dann aufs Dach joggen gehen? Also es gibt sicherlich viele Kollegen, die wirklich Sport treiben. Ich gehe zum Entspannen lieber in meinen Garten.

Was nimmt Sie an Ihrer Arbeit besonders mit? Immer schlimm ist, wenn Patienten plötzlich versterben. Grade nachts ist es so: Wenn jemand um 22 Uhr eingeliefert wird und verstirbt, müssen wir die Angehörigen anrufen

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– um 2 Uhr nachts zum Beispiel. Das überneh-

wenn ich Angie aus der VAZ-Ticketline spät-

men klarerweise eher die erfahreneren Ärzte

abends wegen einer Auskunft anrufe, mir um

im Team – die jüngeren müssen das natürlich

kurz vor zehn noch schnell eine DVD ausbor-

auch tun, aber es ist ja selbst für uns Älteren

gen fahre, mir einen Umtrunk bei Chefin Alex

sehr belastend: Als Arzt wirst du als Retter an-

im Fliegerbräu hole oder mir schon wieder die

gesehen – und dann musst du aber der Über-

Milch ausgegangen ist und der letzte Ausweg

bringer der schlechten Nachricht sein. Das

für meinen obligaten Café au lait die Tankstelle

wird immer das Schlimme an unserer Arbeit

ist. Denn: All diese Leute sind gerne für mich

sein. Leider hat die Medizin Grenzen.

da. Sie arbeiten gerne nachts, und sie machen

Wenn Sie ein Wochenende in der Klinik durcharbeiten, und dann raus ins Tageslicht treten und wissen, dass Sie jetzt frei haben – fühlen Sie sich da nicht manchmal wie im falschen Film?

einen super Job.

Nein – dieses „Rausgehen ins richtige Leben“

gelmäßig die TV-Serien, ohne die die normalen

fühlt sich jedes Mal gut an! Wenn hinter mir

Tageshackler nicht zu Bett gehen. Wenn ein

die Schiebetüren zugehen, schalte ich ganz ab.

guter Film läuft, verkaufen sie die Karten dafür,

Das Handy wird abgedreht und ich bin nicht

wenn Urlaubszeit ist, betanken sie unsere Au-

erreichbar. Ich entscheide mich ganz bewusst

tos für die Strecke. Und wo ein Unfall passiert,

dafür, dass jetzt mein freier Tag beginnt. Und

sind sie zur Stelle und kümmern sich um uns.

den verbringe ich mit meinen Kindern, meiner

Ich wünsche allen schöne Weihnachten. Aber

Familie, im Garten… Das ist absolut nötig, da-

vielleicht wäre dieses angebliche Fest der

mit ich beim nächsten Dienst wieder voll für

Liebe ja mal ein Anlass, auch an die oft verges-

die Arbeit da sein kann – anders geht’s nicht!

senen Alltagshelden der Nacht zu denken. Ich

Um fit und bereit sein zu können, verlegen sie alltägliche Besorgungen und soziale Kontakte gemäß ihres Dienstplanes. Sie essen und schlafen zu andren Zeiten und versäumen re-

spreche nicht von Blumensträußen und Picknickkörben – ein „Danke, dass du so spät noch da bist – und dabei auch noch freundlich, ge-

Die Nachthackler… sind jetzt ein Stück

duldig und humorvoll!“ würde meiner Meinung

greifbarer geworden. Ich sehe es jetzt anders,

nach wohl schon reichen …

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1968

Das Gedenkjahr neigt sich dem Ende zu. Was tauchen da nicht für Assoziationen auf: Studentenkrawalle, lange Haare, Drogen, freie Liebe. Mythos oder Wahrheit? Und wie lief 68 in einem kleinen Provinzstädtchen unter der Dunstglocke eines reaktionären Alpenländchens wie Österreich ab? Wir sprachen mit einem, der’s wissen muss und in town als einer d e r 68’er gehandelt wird: Edwin „Didi“ Prochaska. Von Hannes Reichl. Sind Sie ein „68’er“?

Umweltverschmutzung, Kriege. Alles eingetrof-

pies, allen voran „Schak-Schanda“ und „Zuzi“

Ich als Jahrgang 1950 war 1968 demnach 18

fen…

Zulechner, dahinter wir Jungen. Willi L. wurde

und somit mitten drinnen im Geschehen. Also,

Heut gibt es Unmengen an Büchern und Filmen

mit Haaren bis zu den Ohren als „erster Hippie

so ganz mitten drinnen dann doch nicht. Denn

über diese Zeit und ebenso viele Zugänge und

in St. Pölten“ in der NÖN abgelichtet und das

bei den echten Freaks war ich eine Rander-

Sichtweisen. Die politische, die gesellschafts-

Haschisch kauften wir mühsam in Wien – dafür

scheinung, weil ich ja immer gearbeitet habe,

verändernde, Vietnam, Rockmusik – die völlig

gabs viele Sorten und für heutige Verhältnisse

also ein Bein in der Gesellschaft hatte, die wir

neu war – Drogen, lange Haare, Indientrips,

echten Bio-Shit! Die ersten Underground-Lo-

gerade attackierten. Der etablierten Gesell-

Aussteiger, Demonstrationen…

kale entstanden. Der „Beat Keller“ unter der Franziskanerkirche beispielsweise, die „gol-

schaft war ich auch suspekt, weil ich ja viel zu viel Freak war. Damals bin ich zwischen die Gesellschaften geraten und es hat mir dort zu gefallen begonnen. Das hat mein Leben geprägt, denn da befinde ich mich ja heute noch…

Was fällt Ihnen ad hoc zu 68 ein? Es hat mich früher immer mächtig genervt,

„Ich bin zwischen die Gesellschaften geraten. Da befinde ich mich heute noch!“ Didi Prochaska

wenn mein Großvater einen Satz mit „vor 30

dene Kugel“, dort wo heute der „Hofer“ in der Wienerstraße beheimatet ist und später der legendäre “Stern“ neben dem Landestheater. Und der „Mikesa“!

68 light quasi? Rockmusik in Lokalen anstatt Straßenschlachten? Was wirklich abging, sahen wir erst, wenn wir Trips nach London - alles andere als so ein-

und stelle fest, dass Woodstock vor 40 Jahren

Aber war das nicht etwas sehr Entferntes hier im Provinzstädtchen?

war. Für die Jungen heute vermutlich Stein-

Wie sang Heli Deinboek so treffend: „In Irland

oder Paris unternahmen, dorthin also, wo die

zeit… Aber „Rock´n Roll Will Never Die“ hat

werfens echte, bei uns nur Schweden-Bom-

„Hardcoreszene“ daheim war. Ehrlich gesagt

sich bewahrheitet. Und auch die Prognosen der

ben“. Ja, so wars! Die Freak-Szene beschränkte

– das war mir „too much“. Die Kommunen,

vielgeschmähten Hippies: Konsumwahnsinn,

sich auf ein paar Handvoll Gammler und Hip-

Drogen, fast gesellschaftliche Kriegszustände.

Jahren…“ begann! Und jetzt schau ich zurück

fach wie heutzutage - München, Amsterdam

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URBAN Da war Freak sein in St. Pölten einfacher. „Wind

halt viel experimentiert, aber wirklich damit um-

Cries Mary“ am Traisenstrand auf der 12-Saitigen

gehen konnten die wenigsten. Und letztlich lief’s

an Sommerabenden und ein Joint…

dann doch immer wieder irgendwie auf die gute alte Zweierbeziehung raus.

War die Szene in STP dann überhaupt eine, also auch im revolutionären Sinne, oder war sie nur pseudo?

Wie stand es um die Rolle der Frau? Rückten diese damit nicht mehr ins Zentrum?

Eine Szene gab es definitiv! Ein paar Hundert wer-

Na ja, es war der Beginn der Emanzipationsbewe-

dens schon gewesen sein, in allen Abstufungen

gung, wenngleich damals noch auf der falschen,

– von hardcore bis „a bissl Freak sein“. Pseudo war

missverstandenen Ebene – Stichwort Alice Schwar-

sie sicher nicht, wenngleich natürlich die harten

zer – das heißt Frau wollte wie Mann sein. Erst spä-

Aktionen nicht grad in STP stattgefunden haben.

ter hat man erkannt, dass Frau auch Frau bleiben

Aber es war schon Überzeugung dahinter, und

sollte. Es war halt eine große Verwirrung.

Die sogenannte „Wirtschaftskrise”, die man ja durchaus auch als „Reinigung” bezeichnen könnte, beginnt uns gerade voll zu erreichen. Was bedeutet das für die Kultur? In etwa das, was Jens Jessen dazu zu sagen hat. „Mag sein, dass die Krise dem einen oder anderen Kulturprojekt den Garaus machen wird. Mag sein, dass namentlich den sogenannten Events, die dazu dienten, das Markenemblem eines Sponsors zu illuminieren, der finanzielle Zustrom ausgeht. Werbegelder, die den Umweg über die Kultur suchten, könnten knapp werden. Aber die Kultur selbst, die Künste und Wissenschaften im engeren Sinne werden von der Krise profitieren. Sie stehen auf einmal, von den Zudringlichkeiten der Ökonomie befreit, in ihrer ursprünglichen Hoheit

Kul tur & Kr ise Die Chili-Schote

harten Kern, wobei der aber meist schon sehr dro-

Nahm man „68“ damals überhaupt bewusst als Bewegung wahr?

genverseucht war. Wir haben uns auch angelegt.

Man merkte schon, dass etwas in Bewegung ist,

Vieles, was heute etwa am Konzertsektor selbst-

aber dass es DEN Stellenwert bekommt, den es

verständlich ist, haben wir GEGEN den Willen der

heute einnimmt, wusste man natürlich nicht. Man

Stadt und jenen der Polizei durchgeführt. Wir wa-

war einfach auf der Suche nach neuen Gesell-

ren Außenseiter, wie man sich das heute kaum vor-

schaftsformen damals. Logo, dass auch Schmarrn

stellen kann: „Ihr ghörts ins Arbeitslager!“ und so

dabei war, wenn ich etwa an die Kommunen denke.

Sprüche sind gefallen, Lokalverbote wurden ausge-

Und die 68’er waren an sich nicht so homogen, wie

sprochen, und dass einem vor die Füße gespuckt

man das heut vermittelt. Man muss unterscheiden

wurde, war alltäglich – überall gabs also Brösl.

zwischen den politischen Aktivisten, den Gamm-

es gab auch in dem Sinn echte Revoluzzer, einen

lern, den Hippies, den Rockern – da gabs schon

Was würden Sie heute als die großen Errungenschaften der 68’er bezeichnen?

deutliche Interessens- und Prioritätenunterschiede.

Na ja, das Sexthema wurde eindeutig enttabuisiert,

Was wurde aus den 68’ern?

und Individualität ist auch nicht mehr automatisch

Viele haben sich ohne Zweifel auf die Seite der Er-

mit Außenseitertum gleichgesetzt worden.

folgsgeneration geschlagen. Manche haben eine

„Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon

Zwischenform gefunden – so wie ich zum Beispiel

zum Establishment“, war so ein Leitspruch. Aber

– und viele sind sozial auf der Strecke geblieben.

es war noch viel Krampf dabei, da ja die alten Prä-

Eines muss ich sagen: Ich bin froh, damals nicht

gungen nach wie vor vorhanden waren. Aber es

abgestürzt zu sein so wie viele andere aus dieser

war sicher der Beginn eines klareren, bewussteren

Szenerie. Denn harmlos war sie nicht, wie wir heute

Umgangs, wenn auch viel Mist dabei war. Es wurde

wissen…

da und müssen es nicht mehr leiden, dass die häppchenverschmierten Finger der Partygäste aus der Wirtschaft ihren nackten Leib beflecken. Erkenntnis und Schönheit unterliegen nicht dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Eine Wahrheit bleibt wahr, auch wenn sie zur Handelsware nicht taugt oder sogar außer Verkehr gerät. So hat sich das Blatt gewendet: Nicht die Kunst muss von der Wirtschaft, sondern die Wirtschaft von der Kunst lernen.” Der ZEIT-Feuilleton-Chef spricht mir voll aus der Seele! Ich bin zuversichtlich, dass die Menschen sich wieder auf die wesentlichen Dinge im Leben besinnen werden, unleistbare Autos, Club-„Urlaube”, Plasmabildschirme und anderen elektronischen Müll als Verführer der Belanglosigkeit enttarnen und Literatur, Kleinkunst und den Kaffeehausbesuch wiederentdecken.

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Bod y , Soul & d a s Dazwi schen

Unsere Gesellschaft ist verkorkst. So gilt im Allgemeinen: Möglichst wenig Bewegung, Gefühl, Berührung. Dafür viel Wissen, Leistung, Geld. Irgendwas aber bleibt dabei auf der Strecke. Wir, zum Beispiel... Ein Reisebericht der anderen Art. Von Althea Müller.

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URBAN Wenn

jedoch der Kopfschmerz immer größer

wird und der Atem immer knapper, kehren viele von uns verlorenen Schafen zu ihren Wurzeln und Ursprüngen zurück, zum Siedepunkt in der Mitte, zum Ich. Zur Suche nach dem Sinn, dem eigentlichen Weg. Quasi. Und die Hilfe dabei kommt nicht von Dr. Grey, dem undonegestylten Mattscheibenflirren. Sondern von sogenannten „ganz normalen“ Menschen, die uns heilen, begleiten, kurz: wirklich helfen können. Oder etwa nicht? Im Folgenden eine Sammlung eigener und weiterer spannender Reiseerfahrungen zwischen Himmel und Erde – und allem anderen.

Shiatsu Die Kunst, sich fallen zu lassen Ich schaue blöd aus in der weiten Leinenhose, meine Haut ist arrrgh und außerdem komme ich zu spät zur ersten Sitzung, was mich ärgert und beschämt. Zutiefst angefressen lasse ich die Doppelstunde dann beginnen, mit einem Kennenlern-Gespräch, bei dem sich der ShiatsuMann alles Mögliche notiert: meine seelische

Im Haus der Energie - Hypnose und Rückführung „Ich kann Menschen helfen, die zu rauchen aufhören wollen“, sagt Susanna und schenkt mir Kaffee ein. Patchouli-Geruch und Grünpflanzen umgeben mich. Ich bin in Susannas Haus und ganz erstaunt. „Oder solchen, die abnehmen möchten“, fügt sie hinzu. Sie ist Hypnosetherapeutin. Wir gehen in den Garten, wo eine riesiger Baum seine Zweige bis fast zum Boden streckt. Laternen und Windspiele hängen in den Ästen. Ich bin wie high von diesem Ort. Das sind die guten Energien.

Verfassung, Vergangenheit, aktuelle Tages-, Ess- und Beziehungsgewohnheiten, Probleme,

Und was hat es mit der Rückführung auf sich? „Menschen in ihre vergangenen Leben zurück-

die ich preiszugeben bereit bin. Die Behandlung

zuführen, kann ihnen helfen, das Jetzt besser zu verstehen“, erklärt Susanna, „wenn jetzt z. B.

an sich läuft so ab, dass ich mit geschlossenen

jemand ständig in unglücklichsten Beziehungen drinhängt, kann heraus kommen, dass er in

Augen auf einer Matte liege, während ich den

einem seiner vorherigen Leben durch Gewalt seine große Liebe verloren hat. Und das blockiert

anderen Menschen, einem Schemen gleich,

ihn heute, sich zu binden.“ Ich habe Gänsehaut. „Stell es dir wie eine Reise vor. Du entspannst

sich um mich herum bewegen und mein Bein,

dich, ich sitze neben dir und nehme dich durch Worte mit auf einen Spaziergang. Du stellst dir

meinen Arm, meine Stirn berühren fühle. Bei

die Orte vor, die ich dir beschreibe – z. B. eine Wiese. Und hinter der nächsten Kreuzung kann

der Verabschiedung ist mir schwindlig, das

dann vielleicht schon das Haus stehen, in dem du im letzten Leben gelebt hast.“ Ich habe

kommt sicher vom Liegen. Draußen aber fühlt

Augen groß wie Kuchenteller. „Wichtig dabei ist aber natürlich, dass derjenige mitmacht“, sagt

sich plötzlich alles anders an: Ich fühle mich

sie, „es kommt nämlich schon auch vor, dass ein Klient zwar anfangs will, dann aber quasi

verdammt lässig in der weiten Leinenhose,

stehen bleibt und partout nicht weiter geht. In einem solchen Fall kann ich dann natürlich auch

meine Haut ist gut so, wie sie ist und ich habe

nicht zaubern. Dann ist derjenige einfach noch nicht bereit.“

alle Zeit der Welt. Huischwui and relax Baby! Shiatsu mit Ursprung in der Traditionellen Chi-

Susanna integriert in ihr Tun und Denken indische Lehren, Philosophie, Medizin und nicht zu-

nesischen Medizin ist eine Form der Körperar-

letzt ihre persönlichen Lebenserfahrungen, die guten wie die harten. Ich ziehe mir die Martens

beit, die die Selbstheilungskräfte und Fähigkeit

an, um das schöne Haus wieder zu verlassen. „Solche hatte ich früher auch an“, sagt Susanna

der Selbstreflexion aktiviert. Der Name Shi =

und lächelt, „in der Zeit, als ich bei den Punks gelebt hatte. Das ist aber schon eine Weile her“,

Finger und Atsu = Druck sagt viel über die Be-

fügt sie hinzu und lächelt noch mehr. Ich gehe, aber wisst ihr was? Ich komme wieder. Wenn

handlung an sich aus: Mithilfe direkten oder

ich bereit bin.

indirekten Hautkontaktes und ganz ohne HilfsHypnose,

mittel werden Meridianpunkte stimuliert. Energie fließt. Der Geist wird frei.

Rückführung, Meditation

Susanna Walter-Feyertag, Haus der Energie, 3040 Neulengbach, Tel: 0676/9530318

TIPP: www.energiewerk.at

www.haus-der-energie.info

Foto: photocase, Montage Schipp

Cranio Sacrale Schwimmen im Energiestrom

viel getrunken habe, sonst aber keine Probleme

Dann plötzlich geht ein Ruck durch mich, vom

„Meine Familie hat mir einen Gutschein ge-

in dem Sinn hab. Dann liege ich am Rücken auf

Kopf zu den Zehen und retour. Ich spüre, dass

schenkt, also gehe ich hin. Die Frau dort wirkt

der Liege, die Frau steht hinter mir und hält

ich schwebe und habe entsetzliche Angst, aber

mütterlich. Im Zimmer steht alles mögliche

meinen Kopf. Sonst passiert nichts. Ich mache

als ich die Augen aufreiße, sehe ich, dass ich

Eso-Zeug – Duftlampen, Engel. Sie fragt mich,

die Augen zu. Es kommt mir alles komisch vor.

gar nicht schwebe und die Frau noch immer

was ich mir von der Behandlung erhoffe und

Nach einer Ewigkeit wechselt sie auf Höhe

ganz ruhig neben meinen Knien steht. Und jetzt

ich sage ihr, dass ich einen Gutschein bekom-

meiner Knie und hält die Fingerspitzen leicht

folgt ein Gefühl der Lebendigkeit und ich muss

men habe. Und dass ich zwar bis vor kurzem

an meine Beine. Wieder vergeht eine Ewigkeit.

ganz tief atmen, so, als würde das mein Körper

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selbst anordnen. Komisch kommt mir

Ader (bzw. ganz simpel: ein gutes Ge-

jetzt nichts mehr vor. Beim Rausgehen

spür) hat, sagt niemals schlimme Dinge

schaue ich in den Spiegel. Mein Gesicht

voraus – selbst dann nicht, wenn er sie

wirkt klar. ICH bin klar.“ (Axel, 31)

wirklich sieht. Also hütet euch vor Leu-

Die

Sacrale-Impulsregulation

ten, die Tod, Krankheit etc. voraussa-

bringt den ureigenen Körper-Rhythmus

gen. Übrigens kann jeder, der halbwegs

ins Gleichgewicht. Die Praktik wurde

sensibel ist, sich selbst und anderen

Anfang des 20. Jhdts. in den USA ent-

das Gestern, Jetzt und Morgen deu-

wickelt (Cranium = Schädel, Sacrum

ten. Es ist das Unterbewusstsein, das

= Kreuzbein). Man stellte fest, dass

die Karten genau so auslegt, wie wir

der Mensch in seinen Knochen einen

es insgeheim ja sowieso wissen. (Für

rhythmischen Impuls hat, der sich im

Geübte: Das funktioniert auch ohne

Idealfall vom Kopf ausgehend über Wir-

Karten.) Also lieber nichts zu ernst neh-

belsäule und Kreuzbein, durch Gehirn

men, sondern allerhöchstens als Rich-

und alle Organe erstreckt. Darauf auf-

tungsweiser.

bauend hilft die CS-Impulsregulation,

BUCHTIPP: „Tarot – Spiegel deiner Be-

innere Blockaden zu lösen. So können

stimmung“ von Gerd Ziegler (Urania)

Cranio

nicht nur körperliche, sondern auch bzw. vor allem seelische „tote Winkel“

Yoga

aufgespürt werden. Von Konzentrati-

Atmen, Baby, immer weiter atmen

onsschwierigkeiten bis hin zu Depres-

Mein Yoga-Kurs für Anfänger findet in

sionen.

einem erbsengrünen Turnsaal statt, Ne-

TIPP: Gabriela Bilek, 3200 Weinburg,

onleuchten hängen von der Decke. Das

Tel: 02747/2579. Termin nach Verein-

ist nicht grade erbaulich. Und meine

barung

Yogalehrerin erinnert mehr an ein burschikoses Tennis-As als an die erleuch-

Kartenlegen

tete Grazie mit Katzenaugen, die ich

Karton + Farbe = Zukunft

mir vorgestellt hätte. Jedoch nur bis

„Die Wahrsagerin U lernte ich zufällig

zu den ersten paar Übungen, wo klar

am Flohmarkt kennen. Sie hatte ihre

wird: Diese Frau kann sich an Stellen

Karten bei sich, also schaute sie gern

verbiegen, die ich an mir selbst noch

spontan in einer ruhigen Ecke für mich

nicht mal kannte. Nach drei Monaten

rein. U sah die Gegenwart. Ich sah

ist der Kurs zu Ende, dafür beginnt für

mich umgeben von Karten mit Frauen.

mich das wahre Yoga. In Eigenregie,

Das waren wohl die, die mir meinen

immer morgens, noch vor Kaffee und

Freund

„Die

Zigarette. Die Übungen klappen nicht

Angst brauchst du nicht zu haben“, be-

so gut wie im Kurs, wo ich die Hilfestel-

schwichtigte U, „er liebt dich, er steht

lung hatte. Dafür klappt die Entspan-

fest zu dir.“ Im rechten oberen Eck des

nung besser. Ich atme mich zur Ruhe.

Bildes sah sie ein Stück Zukunft. „Ihr

Mehr noch – ich werde langsam immer

werdet schon bald zusammenziehen,

gelassener. Und beginne doch wirklich,

aber nicht hier wohnen“, sagte sie,

mich zu spüren – etwas, das ich jahre-

„denn du wirst dich beruflich verän-

lang nicht konnte.

dern und er wird mit dir gehen.“ Bezah-

Yoga entstand vor mehr als 5.000 Jah-

lung wollte U übrigens keine. Und was

ren in Indien als Lehre vom Leben im

soll ich sagen? Ein paar Monate später

Einklang mit sich und seiner Umwelt.

habe ich endlich meine Eifersucht in

Nicht nur Körper- und Atemübungen,

Griff bekommen, weil mir bewusst ge-

auch Denkweisen und Einstellungen

worden ist, dass die andren Frauen nur

harmonisieren und bringen Körper,

Hirngespinste sind. Und als ich beruf-

Geist und Seele in Einklang. Heute gibt

lich nach China ziehen musste, ist mein

es verschiedenste Kurse – vom kräfti-

Freund ohne mit der Wimper zu zucken

genden Hatha Yoga bis zum Yoga für

mit mir gegangen.“ (Anita, 28)

Schwangere. Einsteiger-Tipp: für den

 Prinzipiell: Vorsicht vor Kartenlegern!

Anfang Volkshochschul-Kurs buchen

Vor allem vor solchen, die ihre Dienste

– ist günstig, zeigt die Basics und be-

aufdrängen bzw. am andren Ende einer

weist, dass Yoga auch ohne Katzenau-

kostenpflichtigen Hotline sitzen. An-

gen wunderbar funktioniert.

ausspannen

wollten.

sonsten gilt: Ein gutgesinnter Kartenleger, der tatsächlich eine übersinnliche

TIPP: www.vhs-stpoelten.at

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ADVERTORIAL Ein paar Fakten zum niederösterreichischen Ball der Bälle: Da wären mal

des Wortes gleich alle Dancing Stars auftanzen. So geben sich im Rah-

schnuckelige 5.500 Besucher (mehr werden nicht eingelassen, obwohl

men der Eröffnung Andy Kainz (Sieger 2005), seine bezaubernde

viel mehr noch gerne Karten ergattern würden), eine Fläche von „eh nur“

bessere Hälfte Kelly Kainz (Siegerin 2006 und 2007) sowie Ni-

10.000 Quadratmetern, fünf Live Gruppen (u.a. wieder good old Wolfgang

cole Kuntner (Siegerin 2008), die mit ihrem Partner Franz Hei-

Lindner samt Band & Chor oder Mr. Bluesman Mika Stokkinen) sowie zwei

nisch antanzt, die Ehre. Und um Mitternacht wird Dance Em-

Discos (Cottage Club im Warehouse!), 20 kulinarische Versorgungsstel-

pire zur „Nacht des Staunens“ entführen, wobei die ja quasi

len, Schmankerln vom Rieslingschaumsupperl übers Gänseleberpasteterl

dann schon von Beginn des Balls an eingeläutet worden sein

bis zum Hirschbraterl in Wacholder-Preiselbeer-Sauce, eine Tombola mit

wird. Ja, staunen trifft’s ganz

Preisen im Gesamtwert von über 10.000 Euro und und und. Tja, und weil

gut. Und unterhalten. Und

man ja nicht so ist, bietet man zudem ein Nähservice, ein Taxi-Service,

tanzen. Und feiern. Und

ein Zimmerservice an, eine Friseurin richtet zerstörte Frisuren wieder auf

feel good.... Der Ball

und zum Drüberstreuen wird noch ein NÖN Frühstück mit auf den Weg

der Bälle eben! Am 10.

gegeben. Sensationell eigentlich.

Jänner wieder in die-

Und weil man gut für Superlative ist, lässt man heuer im wahrsten Sinne

sem Kino, äh... Ballsaal!

Balletikette

- Kleines 1x1 für Ballnächte

1. Kleidung, Schuhe, Hände, Fingernägel müssen sauber sein,

die Frisur muss sitzen.

2. Männer helfen der Dame aus dem Mantel, rücken ihr

den Stuhl zurecht, bieten ihr den Arm an, halten selbstver- ständlich die Türe auf, geleiten sie zum Tisch und bieten ihr den Platz an. 3. Bei einer Treppe geht der Herr hinter der Dame hinauf, um sie im Fall der Fälle auffangen zu können, beim Hinunter gehen geht er vor ihr, um ihr den Weg durch das Getümmel zu weisen. 4. Entfernt sich die Frau kurz, springt der Herr sofort auf. 5. Männer behalten das Sakko, die Krawatte bzw. das Mascherl die ganze Nacht über an (Frauen auch ihr Kleid;-) 6. Mit der Bierflasche oder der Zigarette in der Hand quert man nicht die Tanzfläche. 7. In der Regel bittet der Herr die Dame um den Tanz. 8. Ein Mann darf die Tanzaufforderung einer Dame nicht ablehnen, sie darf dies sehr wohl. Eine Begründung, wenn auch „notgelogen“, wäre nett, um dem Herren die Abfuhr erträglicher zu machen. 9. Nach dem Tanz geleitet der Herr die Dame zurück an den Tisch. 10. In einer Gruppe sollte jeder Herr zumindest einmal mit jeder Dame tanzen.

Es kann nur einen ge ben! Okay, nennen wir mal die Dinge beim Namen: Der Hauptstadtball im VAZ St. Pölten ist die unangefochtene Nummer 1 im Ballkalender des Jahres.

VAZ St. Pölten 10. Jänner 2009 Saaleinlass 19.30 U hr Ballbeginn 20.30 U hr Tix: VAZ, Buchhandlung Schubert, Bürgerservice, Rathaus, Sparkasse, Hotel Metropol, Flieger Bräu

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Als Kind noch ein sturer „Ihr könnt das Klavier gleich wieder verkaufen“-Musik-Verweigerer, musste ich 28 werden, um meine musikalische Ader doch noch zu entdecken. „Was haben Sie sich vorgestellt?“ fragt mein Lehrer, als ich zur ersten Gitarrenstunde meines Lebens antanze. „Ich dachte, wir fangen mit was Einfachem an“, sage ich cool und setze mich, die Gitarre professionell griffelnd, „zum Einstieg was Ruhiges vom Clapton, danach z.B. Metallica’s ‚One‘ und zum Abschluss Lagerfeuerstimmung. Hippiezeugs.“ Ich strahle ihn an. „Das klingt ja super“, sagt er, „ich wusste gar nicht, dass Sie schon spielen können!“ – „Kann ich ja auch nicht, aber…“ Er lächelt geduldig: „Das erklärt, warum Sie die Gitarre falsch herum halten.“ Rot wie ein Paprika lege ich den Hals der Spanierin nach links. Jetzt müsste es passen. Betretene Pause. Schließlich ermuntert mich der Herr: „Ich habe hier ein Noten-

„Let’s ma ke MONEY“ – Der neu e Wa g enhof er Im neuesten Werk vom österreichischen Filmemacher Erwin Wagenhofer dreht sich wie schon in „We feed the world“ (2005) alles um dunkle Machenschaften – diesmal mit Augenmerk auf der Ware Geld. Wie sich Kapital vermehrt, Reiche immer reicher und Arme immer ärmer werden, wo an Gesundheit, Gerechtigkeit und Versorgung gespart wird und wie aus Gier und zu viel Macht heraus die wenigen Großen den vielen anderen alles nehmen – das und mehr konnten wir ab Ende Oktober in ausgewählten heimischen Kinos mitverfolgen. Clips, horrende Zitate, ein Interview mit Wagenhofer und jede Menge würgreizende Fakten und Zahlen dazu im Netz: www.letsmakemoney.at

D wie DOSE Ausnahmsweise bitte öfter mal zur Flasche greifen, denn: eine Mehrwegflasche entspricht nicht weniger als 130 Dosen. Darüberhinaus fällt schon bei der Produktion (!) einer Getränkedose das Zehnfache ihres Ge-

CHICKEN

wichts rein nur an Mist an. Wäh.

von Althea Müller Wiederverwertung pur: Wenn eine Sache doppelt so oft verwendet wird, muss sie nur noch halb so oft wiederproduziert werden. Es ist nur ein schmaler Beitrag zum Sparen von Ressourcen. Aber immerhin ein Beitrag.

clear m ind, clea n b ody GETAWAY! nennt sich ein neues Suchtpräventionsprojekt – ins Leben gerufen von Frauen, die sich selbst aus der Drogensucht befreit haben und jetzt ihre Erfahrungswerte weitergeben möchten. Und zwar ganz aktiv durch Vortrags- und Diskussionsrunden an Schulen (für Schüler ab 14). Engagiertes Motto: “Wenn sich dadurch nur ein einziger davon ab-

F wie FAi r tra de G üt esieg el Dieses garantiert, dass die angebotenen Produkte qualitativ hochwertig sind, deren Produzenten (in den sog. Entwicklungsländern) gerecht entlohnt werden und unter menschenwürdigen Bedingungen arbeiten. In St. Pölten ist Fairtrade z.B. im Weltladen in der Schreinerg. 1 zu finden. next time: G wie Grünzeug, H wie Huhn, I wie Insel.

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klusive vieler Infos über die Übergangs-

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Basisstation in Wien befindet sich zurzeit

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wir schon gewonnen!” Das Projekt mit

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heft für Anfänger. Ich würde vorschlagen, wir beginnen mit den ersten Übungen.“ Nach nur wenigen Minuten aber protestiere ich vehement: Kann sein, dass sich andere Finger so spreizen lassen– meine bestimmt nicht. Das tut ja fast weh. „Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagt der Lehrer ernst, „entweder müssen Sie einfach, wie alle anderen, üben. Oder Sie sind tatsächlich der einzige Mensch auf der Welt mit zu kleinen Fingern.“ Ich murre. Überlege logisch. Und mache weiter. Geduld ist meine Stärke nicht, aber nach 90 Minuten Mühen bin ich trotzdem glücklich und bereit für eine Zukunft mit meiner Klampfn. Die mich hoffentlich zu Weihnachten zum Mozart macht. Und wenn ich die Eltern mit „Lirum-larum-Löffelstiel“ quälen muss – ich WERDE spielen! Ich bin halt stur.

Ohne Konservierunsstoffe, künstliche Aromen und Farbstoffe!

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URBAN

* MFG BUCH Tipp

Der neue Roman „Schwerelos“ von Ildikó von Kürthy ist sowohl für sie als auch für ihn gedacht. Frauen erkennen sich selbst wieder und sind froh, dass sie nicht alleine so irre sind. Männer

Hallo du! Hier bin ich! Wo bist du? Ich brauche dich! Ich denk an dich! Ich liebe dich! Von mir, für dich! gezeichnet: ICH

erkennen ihre Frauen wieder und sind

froh, dass sie nicht als einziger so ne Irre erwischt haben.

* SMS DES MONATS

Mit Männern ist es wie mit Aspirin – manchmal braucht man zwei! Ildikó von Kürthy

Foto: zVg, Magnus Hastings, Wunderlich, Allegro Film

MFG Tr ends «Fabulous» titelte das Modejournal Vogue, «one of the most interesting acts around», befand The Times. Die Rede ist von den Puppini Sisters, die in die Swing-Ära der 30er und 40er Jahre eintauchen und ihren pfiffigen RetroPop mit Glamour und Humor garnieren. Am 19.12. im Festspielhaus.

Irgendwann zwischen dem ersten „Last Christmas“ und einem Bummel am Wiener Graben muss es passiert sein: Das jährliche Adventfieber hat mich voll erwischt. Ich finde mich an einem Samstagabend in der Küche (!) wieder, steche Lebkuchensterne aus und rieche zum Anbeißen! Nur - womit streicht man den Teig ein, damit er schön glänzt? Ich starte einen Rundruf. Da wär mal Babsi, die ich kontaktiere, wenn ich moralischen Rückhalt brauche! „Keine Ahnung, aber du schaffst das ganz sicher!“, kommt prompt die Antwort. Ich probiers bei Fiona, die ich anrufe, wenn ich garantiert keine Moral brauche! „Baby, bist du verrückt, es ist Samstag, lass uns fortgehn. Ach übrigens, mach ein paar Kekse in Penisform für mich mit!“ „Na klar, Fiona!“, verdrehe ich die Augen wie eine Stummfilmschauspielerin theatralisch nach oben. Jetzt hilft alles nichts! Meine Mutter muss her: „Du, du backst?

Guter Rat von Primadonna

Will haben

Will nicht haben…

* Kekse, die im Mund zerschmelzen! * Bücher von Ildikó von Kürthy * einen duftenden Tannenbaum! * Glückliche Erinnerungen an 2008

* Männer, die mir auf den Keks gehen! * Bücher von Eva Hermann * einen Wunderbaum! * Jahreshoroskope für 2009

So richtig mit selbstgemachtem Teig?“, gluckst sie lachend ins Telefon. „Mama! Den gibt’s doch schon fertig zu kaufen!“ „Ach so, also streich ihn mit Milch ein, dann bekommt er diese schöne, glänzende Haut!“ „Danke! Geht das auch fürs Gesicht?“ Inzwischen summt mir ein sms aufs Display: „Muss an dich denken! Treffen wir uns mal?“ Verdammt! Das sms ist nicht von meinem aktuellen Freund! Was mach ich nun? Ich würd gern, und auch nicht! Jetzt ist guter Rat teuer, mein Bauch kribbelt, mein Herz pocht, alle Sterne tanzen um meinen Kopf herum, bis mir schwindelt! Von alleine suchen meine Finger die Kurzwahltaste von… natürlich Fiona! Denn für den passenden Rat braucht man die richtige Person!

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Good vibra tions

„Sextoys statt Tupper Party“. Mit diesem Betreff im Posteingang wurden sechs ausgewählte Damen letzte Woche überrascht. Sie waren auserkoren, an ihrer ersten St. Pöltner „Sextoys-Homeparty“ teilzunehmen. Kommen Sie mit uns ……! Von Primadonna und Ruth Riel. Foto Primadonna.

Von der Schwiegermutter, der Chefin oder den

cken Pagenkopf getrimmt, endlos lange Beine,

Kolleginnen will man ja eigentlich nicht so ge-

High heels, Tattoos, Piercings,…einfach geil!

nau wissen, wie sie sich in einsamen Stunden

Pech aber auch für unsere Liebsten, denn sie

Gigolo, Cavalier und Bandito. Angefan-

Freude verschaffen! Bevorzugen sie „Modell

müssen sich an diesem Abend leider mit sich

gen vom praktischen kleinen Reisebegleiter (mi-

Univers XL“ in schwarz oder „Raupi“ in hellrosa?

selbst beschäftigen (wie auch immer!) und sind

niVIBES) in Pastellfarben mit so klingenden Na-

Die Auswahl gestaltet sich deshalb schwierig,

nicht eingeladen. Nach einer kurzen Vorstellung

men wie „Angelo“ oder „Little Paul“, natürlich

doch schließlich landet eine buntgemischte

der Verkäuferin selbst und ihrer Geschäftsidee

wasserfest und mit drei Vibrationsprogrammen

Partie von Ladies verschiedener Altersklassen,

(Sexshop speziell auf Frauen abgestimmt + On-

ausgestattet, über Auflegevibratoren, Smart-

Berufe und sexueller Vorlieben neugierig und

lineshop + Homeparties), geht es ohne Vorspiel

balls (Vaginalkugeln, die weniger der Stimula-

klischeehaft mit einem Glas Prosecco aufgelo-

gleich zur Sache. Die erste Schale mit Vibra-

tion als dem Training der Beckenbodenmusku-

ckert auf der Couch. Ihnen gegenüber Kathrin

toren in den verschiedensten Größen, Formen

latur dienen), wiederaufladbare Vibratoren mit

- die Vorführerin des Abends - ein fleischge-

und Farben macht die Runde. Alles vibriert und

Aufladestation (Mr. Intensity), klassische Vibes

wordener, feuchter Männertraum. Rote lange

zuckt und wir Mädels testen die Objekte sofort

(Twister, Gigolo) und Dildos. Die gabs z.B. in den

Fingernägel, die pechschwarzen Haare zum ke-

an Nasenspitze und Handrücken, da dort die

Modellen „Share, Cavalier, Magnum, Bandito

Haut am sensibelsten sein soll!

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URBAN

Kathrin Pfeiffer Onlineshop: www.lapetitemort.at E-Mail: toyparty@lapetitemort.at oder office@lapetitemort.at oder Tiger“. Frau ist beeindruckt! Nicht nur von

gesunden Sachen nicht, da aus Silikon und für

ten an einem Abend ca. 50 Vibratoren in der

den verspielten Modellen an sich, sondern auch

ganz andere Sachen gedacht.

Hand gehalten zu haben? Wir schon! Neben all den Dildos gibt es auch noch animierende Ba-

von den Namen! Da hat sich ein Texter mal wirklich Gedanken gemacht! Genauso müssen

Love yourself! Wer an diesem Abend sein

deperlen, Badesalze, Kerzen, aphrodisierende

Dildos heißen! Weiter geht der Spaß mit einem

Handy auf Vibracall gestellt hat, verpasst wohl

Massageöle und Körperschokolade für die Ver-

Gemüseteller mit Gurken, Karotten, Mais und

leider den Anruf! Puh – Reizüberflutung – und

zierung des Liebsten. Also alles da, auch für die-

Bananen. Gusto? Nein, denn essbar sind diese

diese Auswahl! Aber wer kann schon behaup-

jenigen von uns, die sich Analketten bestenfalls um den Hals hängen würden. Nur die Damen, die sich auf Dessous und Kos-

Reaktionen auf die e-mail Einladung

tüme freuen, werden leider enttäuscht, da die

*

DUU: ich treff mich immer total gerne mit dir, zum Plauschen und Feiern...ABER: da unser Liebesleben grad ganz natürlich am traumhaftesten ist ;-) bin ich jetzt nicht ganz die Richtige für die Party.

*

Bin dabei!! Danke für die Einladung – endlich mal eine wirklich sinnvolle Themen-Party! Mein Liebster hat eh gleich ganz glänzende Augerl bekommen, als er davon gehört hat ;-)

* Bin schon sehr neugierig! Na, dann bis am So – freu mich! yeah baby yeah!!! ich komme,

ahhhh ich komme...!!! also ich meine, ich komme zur party :)

Lieferung aus den USA leider nicht rechtzeitig eingetroffen ist. So ein Pech aber auch – dann müssen wir uns bald wieder mal treffen!

Fazit: Der lockere Umgang mit dem Thema und die fachlich kompetente Beratung durch Kathrin begeisterte alle Teilnehmerinnen. Die Party bringt deshalb auf unserer sexstelligen Bewertungsskala fünf feuchtfröhlich, vibrierende G-

* Freut mich echt, dass du an mich gedacht hast! Leider schaff ich´s Sonntag nicht nach St.

Pölten, werde aber mit meinem boytoy auf deine Spielzeugparty anstoßen!

Punkte und ist somit sehr empfehlenswert! So, und jetzt ab zu unseren Männern – die dürfen uns die Batterien einlegen!

Strike up your life!

Bar Billard Café

H 3100 St. Pölten

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Ein paar Schüttelreime

Graf en egg

Kun st im Löw en hof

Jetzt wurde dieser Flegel Sieger mit ‘nem neuen Segelflieger Am Muster seiner Vorhand er kein gutes Hor (Haar) fand Mutter zum jungen Adi Übleis: Du wirst amal ‘nen Tram (Traum) haben, dass d‘ mit ‘nem Pferd wirst hamtraben Zu Haus das Kind er wiegen soll, doch fühlt er sich nur beim Siegen wohl

„Zweifellos

ist und bleibt das Musik-Festival das

Der

Künstlerbund St. Pölten, 30 Mitglieder zäh-

Highlight von Grafenegg. Mit der Ausdehnung

lender Kreativepool künstlerischer Köpfe, hat kürz-

Seit ‘s gibt so viele Radfahrer wird an draußen fad rarer

des Musik-Sommers können und wollen wir den

lich seine neue Galerie im Löwenhof eröffnet. „Wir

Konzertstandort jedoch bestmöglich nutzen und

haben schon längere Zeit eine geeignete Räumlich-

gleichzeitig jungen, dynamischen Orchestern eine

keit für Ausstellungen gesucht. Diese haben wir

Lieber mit ‘nem Schweden ringen als hier noch ‘ne Rede schwingen

Sommerresidenz bieten“, erläuterte der künstle-

nun im Löwenhof gefunden“, freut sich Künstler-

rische Leiter von Grafenegg, Rudolf Buchbinder,

bund-Obmann Ernest Kienzl über die neue Heim-

seine Philosophie anlässlich der Präsenation der

statt. Dort finden ab sofort thematisch aufgeglie-

kommenden Saison. Tatsächlich hat sich Grafenegg

derte Ausstellungen statt, wie sie der Künstlerbund

nach nur zwei Jahren seinen fixen Platz im österrei-

in Vergangenheit zum Beispiel schon zu Leitgedan-

chischen Festivalreigen wohl schneller „erkämpft“

ken wie „Frieden“, „Berg- Hommage an Cezanne“

als von vielen erwartet, und dies auf hohem Niveau.

oder „Anstoß“ durchführte. „Zuletzt wurde jungen

Während von 19. Juni bis 20. August acht Konzerte,

Künstlern die Möglichkeit gegeben, ihre Werke

u. a. mit den Tonkünstlern, dem Mahler Chamber

auszustellen“, verweist Kienzl auf die Ausstellung

Orchestra oder dem European Union Youth Orches-

im Löwenhof unter dem Motto „Born since 68“.

tra stattfinden, beschert das Musikfestival von 20.

Seit 21. November wiederum läuft die traditionelle

August bis 6. September Kaliber wie Sir Colin Davis,

Jahresausstellung des St. Pöltner Künstlerbundes,

Iván Fischer, das Königlich Philharmonische Orches-

immerhin schon die 62., im Stadtmuseum St. Pöl-

ter Stockholm, die Londonder Symphoniker oder

ten. Weitere Informationen zum Künstlerbund gibts

die Wiener Philharmoniker. www.grafenegg.at

unter www.stpoeltnerkuenstlerbund.at

Über des Surfers Freiheit Sich meistens auch der Hai freit (freut) Der Marathonläufer: I mag mei Ei kernweich, bevor i noch Wean keich I mecht net über’s Cola reden, I will lieber Rolla(er)Skaten

SCHRÄG GEDACHT

von Thomas Karl

1) Weibliches Maskottchen bei Radrundfahrten? 2) Elektrisch geladene Teilchen von olympischen Wurfkörpern? 3) Hüpfende Stange?

Nicole

Beutler, bekannt aus Film und TV, gibt

ab 6. Dezember die Gabriele in Arthur Schnitzlers „Anatol“ am Landestheater St. Pölten . „Als Schauspieler kann man sich einfach nur freuen, Schnitzlers Texte interpretieren zu dürfen“, schwärmt sie. „Seine Texte bringen die Emotionen auf den Punkt, man fühlt schon beim Lesen mit!“ Gabriele sei eine Frau von Welt, die lernen musste, dass Emotionen in einer gewissen Gesellschaftsschicht nicht gezeigt werden dürfen. „Das muss man auch im Kontext der damaligen Zeit betrachten, aber auch heute ist es noch aktuell. Gabriele hat eine Entscheidung gegen Anatol getroffen und für ihre Familie. Als sie ihn wiedertrifft, kommt in dieser kurzen Szene so viel hoch. Es ist eine Freude das darzustellen.“ Sie legt die Rolle der Gabriele als „eine elegante Person, die immer Haltung bewahrt, obwohl es in ihr ganz anders aussieht“ an. Das sei die große Herausforderung! In St. Pölten fühlt sie sich jedenfalls pudelwohl: „Isabella Suppanz pflegt eine Ensemblekultur, wie es sie heute vor allem an Landestheatern kaum mehr gibt“, streut Beutler Rosen.

Haltun g b ewahren

Foto: zVg, Lukas Beck, Rauschmayr, Andreas Hofer

4) Beinarbeit einer österreichischen Kaiserin?

(Sisi-Fußarbeit) 4) Sisyphusarbeit 3) Stabhochsprung 2) Diskusionen 1) Turbine (Tour-Biene)

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„And the Melting Pot Crown goes to ... “ Kategorie Live Band Einundzwanzig Die vier Musiker, Michael Mader (Gesang), Christoph Schindler (Drums), Maximilian Störchle (Gitarre) und Sebastian Störchle (Bass), aus St. Pölten bringen mit ihrer Mischung aus Punk/Rock und Powerpop, ihr Publikum dazu, sich in eine eigene Welt zu versetzen und diese für immer in Erinnerung zu behalten. Das Gefühl frei zu sein und jeden Tag bis auf das Letzte zu genießen, spiegelt sich in ihren einzigartigen Melodien und Texten wieder. Durch ihre aus dem täglichen www.einundzwanzig.at.tt Leben gegriffenen Texte sprechen sie ein breites Publikum an.

Kategorie Alternative The Meijas The Meijas, bestehend aus Ixenmeija (23) und Illmeija (22), werden die Bühne auf dem Melting Pot gehörig rocken. Zu einem Mix aus Electronic, Alternative und Trash kann man getrost den Hintern bewegen. Garantiert für jeden etwas dabei - von Klassikern wie Daft Punk, Justice über fetzige Mash Ups bis zu aktuellen Remixes von den Deichkindern, Teenagers, www.myspace.com/iximichl, www.myspace.com/illy86 Digitalism und Vielem mehr. Wir sehn und hören uns.

Kategorie Beats & Reggae London Bass Die beiden Drum & Bass DJs Dossa (Benedikt Dengler) und Mr. Sonny (Markus Sonnleithner) sind seit Januar 2008 in St. Pölten am Start. Nachdem die 2 den „best D&B act“ am Sem!Break DJ Contest hingelegt hatten, bekamen die jungen Musiker nach und nach Angebote, um auf Partys zu spielen. Verschiedene Veranstalter konnten sie dabei hören und merkten sofort, dass die Beiden den Beat fühlen konnten. So wurden sie u.a. auch zu „Resident-DJs“ bei der Veranstalwww.myspace.com/londonbass tungsreihe „UAF Safari“.

Kategorie Specials Guitar Hero Hero Der Guitar Hero Hero performt die größten Hits der Rockgeschichte und wird vor allem Klassiker von Rage Against the Machine, Slipknot, In Flames, Tenacious D, Muse, Queens of the Stone Age und vielen weiteren Größen der Musikgeschichte auf seinem speziellen Spezialsaiteninstrument (ohne Saiten) zum Besten geben. Wer vom Publikum glaubt, er könne es www.myspace.com/rolandszoo mit dem Guitar Hero Hero aufnehmen, hat beim Melting Pot VII die Chance dazu.

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LIVE ON STAGE BEIM MP 7 Alternative 1. Platz: The Meijas (10,66 %) 2. Platz: Hennes vs Manshee (9,50 %) 3. Platz: INDIEaner Sound (8,93 %) 4. Platz: Kaufl, Mic & Jandl (8,43 %) 5. Platz: Novaradio (7,44 %) 6. Platz: Funky Brothers (6,69 %) 7. Platz: Bruce Wayne (5,70 %)

Specials 1. Platz: Guitar Hero Hero (31,99 %) 2. Platz: Freak Show (23,20 %) 3. Platz EFEL.O (17,34 %)

Bands 1. Platz: Einundzwanzig (7,16 %) 2. Platz: She and the Junkies (7,01%) 3. Platz: Local Splendid (6,56 %) 4. Platz: Sustain (6,04 %) 5. Platz: Sebastian Slameczka (5,74 %) 6. Platz: Nine Inch Negl (5,44 %) 7. Platz: Julis Reise (5,22 %) 8. Platz: Strike A Chord (5,15 %)

Beats & Reggae 1. Platz: London Bass (15,89 %) 2. Platz: Masallah (10,49 %) 3. Platz: Sensikru feat. Mc Flax (9,27 %) 4. Platz: The Shit is coming home (8,72 %) 5. Platz: Wildcafe (7,95 %) 6. Platz: SenfWerk (7,62 %) 7. Platz: 123Disco (7,17 %)

Senior Lounge (außer Konkurrenz) DJ Schratti, Hubsi & Pauli (Revival of the good old times) Reverend (Tanzcafé Leopold) Thoms’n Roll (Rock’n’Roll Highschool) Marty McFly (whatever happened to the 80ies)

Die restlichen Platzierungen findet ihr auf www.meltingpot.at

Hard Facts Button Aktion In der Zeit von 21:00 Uhr bis 22:30 Uhr bekommt man bei der Button Bar in der Halle A zwei Getränke zum Preis von einem. Diese Aktion ist nur gültig, wenn man den offiziellen Melting Pot Button sichtbar an der Kleidung befestigt. Die Buttons sind erhältlich im VAZ St. Pölten, NXP Bowling, Warehouse und auf den Straßen von St. Pölten.

Jury Die Jury besteht aus fünf unbestechlichen Personen und bewertet die Live-Bands nach Performance, Kreativität, Können und der Interaktion mit dem Publikum. Die Band, die das VAZ am meisten rockt, gewinnt einen fixen Gig beim Stereo am See Festival am 22. Mai 2009 in Hofstetten-Grünau.

Oneway Tickets Über den gesamten Abend hinweg gilt bei der Veranstaltung „One Way“!

Verpflegung / Snacks Die Stände mit kleinen Snacks befinden sich beim Eingang, in der Halle B und in der Senior Lounge.

Punschstand Der Punschstand befindet sich vor dem Eingang zum VAZ-St. Pölten. Nur so lange der Vorrat reicht!

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FÖRDERVEREIN KULTURBEZIRK ADVERTORIAL

Kleiner

R üc kblic k zum Schwelgen! Ein abwechslungsreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, in dem der Förderverein Kulturbezirk wieder voll aktiv war. Ein kleiner Rückblick zum Schwelgen in manch netter Erinnerung.

Von Flamenco bis Schiele Im Februar ging es bei „Flamenco y Paella“ gleich feurig los, im März wurden wir auf eine spannende Reise in die Welt von „Mammut, Mensch & Co.“ entführt und trafen eine Dame namens „Venus“, im April wandelten wir im archäologischen Park Carnuntum auf den Spuren der Römer und im Juni genossen wir die Höhenluft des NV Forums beim Sommerdachfest. Im Septemer erkundeten wir bei „Stimmen der Gegenwart“ mit Lotte Ledl und Hannes Gastinger das Landesarchiv, zudem machte ein Teil von uns „Vorderösterreich“ unsicher, während ein zweiter die Puccini-Gala genoss. Im Oktober trafen wir zum ersten mal Joachim Schlömer bei der

FSH_mfg_200x140_puppini:FSH_mfg_200x140

17.11.2008

Entführung aus dem Serail und sind zur Ernest Wurm Ausstellung im ORF Landesstudio dazugestoßen. Zuletzt geleiteten uns das Ehepaar Rudolf und Elisabeth Leopold sowie Carl Aigner durch die Schiele Ausstellung. Kurzum: Es war ein schönes Jahr. Und noch etwas freut uns besonders: Unsere Fördervereins-Familie ist heuer gehörig um 20% gewachsen!

EXKLUSIV-TIPP Nach

einer

wohlverdienten

Weih-

nachtspause, werden wir am 30. Jänner als erste exklusiv einen Blick hinter die Kulissen des neuen NÖ Kulturdepots werfen dürfen. Mag. Friedrich Grassegger, seines Zeichens für die musealwissenschaftlichen Sammlungen des Landes verantwortlich, wird uns sachkundig Einblicke in Gemäldedepot, Skulpturendepot & Co. gewähren. Spannend!

18:14 Uhr

Seite 1

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Twili gh t Zone STP

Unter dem bekannten alltäglichen St. Pölten liegt ein nächtliches Gegenstück. Ein Reich düsterer Bilder, schwarzer Melancholie und brachial vorgebrachter Lyrics. In einem Gespräch versuchen ein Gastronom, ein Musiker, eine Autorin, eine Szenekennerin und Model sowie ein Politaktivist zu ergründen, was daran so faszinierend sei – am dafür passenden Ort: im „Underground“. Von Thomas Fröhlich. Foto H. Rauschmayr.

2008. Ganz St. Pölten ist in den Händen dau-

Man ahnt: Wo diese Faust zulangt, wächst

Alpträume verortet als in der gleißenden Helle

ergrinsender Schunkelbarden, sich ins Glücks-

wahrscheinlich so schnell kein Gras mehr. Doch

eines schweißtreibenden Sommertags oder im

koma saufender Krocha, penetrant gut ge-

besteht die Gefahr nicht wirklich. Walter selbst

Gewimmel solariumgebräunter Melanoman-

launter Ratgeber-Leser („Müllraustragen nach

zählt wohl zu den friedfertigsten Menschen,

wärter im Fun-Container vor den Toren der

Feng Shui“, „Denke nicht – bleib blöd!“) und

die man sich vorstellen kann. Auch wenn er

Stadt.

lebensfroher Fans bunter US-amerikanischer

die Statur eines erfolgreichen Rausschmeißers

Und überhaupt: „Entweder bist a Mensch …

Teeniekomödien und französischer Wohlfühl-

hat.

oder bist a Trottel!“ So Walter, der mit vollem Namen Walter Göbel heißt. Denn prinzipiell ist

filme. Ganz St. Pölten? Nein! Ein zahlenmäßig überschaubares, aber

Schnittpunkt der Welten. Aber er muss

bei ihm jeder gerne gesehen, vom Arzt bis zum

unbeugsames Völkchen zumeist schwarz ge-

halt auch auf sein Kind aufpassen: das Under-

Hackler. Doch ein Mindestmaß an Benehmen

wandeter Abweichler leistet Widerstand: mit

ground. Sein Underground in der Josefstraße 1,

muss sein, meint er. Das hat auch was mit ge-

lauten Gitarren, sinistren Gesängen, finsteren

geöffnet von Dienstag bis Samstag von 19 Uhr

genseitigem Respekt zu tun.

Filmen und Büchern, die Rosamunde Pilcher-

bis (offiziell) 4 Uhr früh. Ein Ort, an dem eine

Walter setzt hinzu: Und dass man dazu steht,

Leser zum Herzinfarkt trieben. Würden sie sie

wunderbar heimelige Dunkelheit herrscht. Ein

was man tut. Dann tut man’s auch gern. Und

kennen. So wie an diesem Abend im Unter-

Ort, der seit neun Jahren einen fixen Bestand-

das merkt man bei Walter deutlich: Er und

grund von St. Pölten. Im Underground.

teil einer ganz spezifischen St. Pöltner Szene

das Underground sind untrennbar miteinan-

„Nur weu i a Glotzn hob, brauchen die brau-

darstellt. Einer eigenwilligen Szene: Metalfans,

der verbunden. Wenn’s so was wie eine Seele

nen Glotzn und iwahaupt die gaunzen Scheiß-

Emos, Anhänger düsterer Klänge wie eben-

des Underground gibt, dann er. Was aber nicht

rechten ned glauben, dass’ bei mir a Leiberl

solcher Bilder und Worte. Ein Ort als Schnitt-

unbedingt von Anfang an so klar war. An sich

reißen!“, meint Walter in ziemlich lautem Ton-

punkt der Welten: Welten, die man eher in der

ist Walter ja gelernter Metaller. Was sonst, ist

fall und schlägt wie zur Bekräftigung mit der

Schwärze melancholischer Gedanken, musi-

man versucht zu fragen, da Metal etwa knapp

Faust auf den Tisch.

kalischer Frontalangriffe und Film gewordener

80 Prozent jener Musik darstellt, die im Under-

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URBAN ground gespielt wird. Doch in seinem Fall haben wir’s mit dem harten Handwerk der Eisengießerei zu tun. Bei dem ist Walter allerdings nicht lang geblieben. Gastronomie war das Ding, das ihn wirklich interessierte – und damit verbrachte er dann die nächsten zwei Jahrzehnte. Saison in Zell am See, dazwischen andere Örtlichkeiten: alles nicht schlecht, aber da gab’s auch einen Traum. Den Traum von einem eigenen Lokal. Aber nicht irgendein Lokal.

Echter Underground. Walter lacht, wenn er drauf angesprochen wird: Schon als Kind mochte er Gruselromane, speziell jene mit Vampiren drin – und sein Faible für die Farben Schwarz und Blutrot kristallisierte sich auch recht bald heraus. Mit 40 erfüllte er sich dann seinen Lebenstraum: das in mehrere kleinere Räume unterteilte, schummrige Underground. Betritt man das Kellerlokal und blickt die Treppe hinunter, sind Walters ästhetische Vorlieben gleich klar ersichtlich: viel Dunkelheit, ein paar Rottöne und Accessoires vom Plastikskelett bis hin zur Teufelslampe, die direkt aus einer klassisch-altmodischen Geisterbahn stammen könnten. Zu Beginn eher als eine CrossoverBar geplant, entwickelte sich das Underground musikalisch rasch in Richtung Metal. Wobei: „Jazz und Blues muass dabei sein – do kum i a her, ois Kind der Sechziga und Siebziga!“ Und wieder ertönt Walters Lachen, das sich mit dröhnend-scheppernd nur unzureichend umschreiben läßt.

Illustre Familie. Und diese musikalische Ausrichtung ist es auch, die seine Gäste, seine

In der Twilight Zone: Underground Chief Walter (linke Seite) und illustre Gästeschar v.l.n.r.: Trashcanned Manne Tim, Literatin Jessica und Aktmodell Melley

„Familie“, wie er sie bezeichnet, anzieht. Hatte er zu Beginn mitunter auch Interessenten

meint Tim und nimmt einen großen Schluck

forciert brutalen Spielart des Metal: Seit Jahren

aus der falschen Richtung abzuwehren („Den

Bier, „aber es ist St. Pölten sowieso ein Top-

steht der ja im Ruch des Rechtsradikalismus,

Oaschlechan mit ihre Kaumpfhund hob i’s hoid

Pflaster zum Live-Spielen.“

oder zumindest des etwas sorglosen Um-

amoi zagn miassn, damit’s nimma kumman!“),

Walters Underground (ja, hier gibt’s auch Kon-

gangs mit eindeutiger Symbolik. Wie geht das

so besteht sein Publikum inzwischen groß-

zerte!) sowie der Freiraum in der Herzogenbur-

also mit einer politisch völlig gegensätzlichen

teils aus Stammgästen, die den Mix aus Black,

ger Straße böten da ideale Voraussetzungen.

Gesinnung zusammen? Goliath hebt die Ziga-

Death, Gothic und sonstigem Metal, gelegent-

Letzteren (mit seinem Tales From The Moshpit)

rette an die Lippen, macht einen tiefen Zug und

lichen Jazzausritten sowie düsterer, gleichwohl

betrachten Tim und Melley sogar als den bes-

überlegt. Seit seinem 15. Lebensjahr ist er im

freundlicher und herzlicher Atmosphäre zu

ten Platz Österreichs für Live-Veranstaltungen

linken Spektrum tätig. Mit 16 kam er dann mit

schätzen wissen. Und lernen kann man auch

der härteren Gangart.

was beim Walter, wie Tim Sklenitzka von St.

Die Bands Trashcanned

Pöltens Vorzeigemetalband Trashcanned be-

und Epsilon wie auch

kennt: „Ich war früher ja eher Rockfan – und

diverse

hier hab‘ ich dann die erste Male bewusst Me-

sorgen da regelmäßig

tal und dessen Vielseitigkeit wahrgenommen.“

für jede Menge Publikum. Und auch das Black/

„Auf der einen Seite der Kampf um eine bes-

Was aber zugegebener Weise nicht nur am

Death Metal-Projekt Frosttod des schwarz-

sere Welt. Auf der anderen Seite Abgrenzung.“

Underground lag sondern auch an seiner da-

haarigen und ebenso gekleideten Goliath, der

Die Ambivalenz all dessen ist ihm klar. NSBM-

maligen Freundin und späteren Ehefrau Melley,

ansonsten unter seinem „richtigen“ Namen

Bands, also Bands, die mit NS-Gedankengut

die, ebenfalls Stammgast, den lieben Tim nach-

Martin Oppenauer politisch links aktiv ist, harrt

und -ästhetik hausieren gingen, gäbe es natür-

haltig mit dem Metal-Virus infiziert hat.

seiner Zuhörer. Wenn nur endlich ein Drummer

lich. „Wir haben sogar vor einiger Zeit ein Festi-

Überhaupt die Metalszene: „Generell ist diese

gefunden ist.

val mit einschlägigen Bands verhindert!“ meint

Szene irrsinnig nett, respektvoll und kollegial,“

Apropos Black Metal, einer, sagen wir einmal,

Goliath. Doch die Mehrheit der Bands hätte

Newcomer

Death und Black Metal in

„E ntweder bist a Mensch... oder du bist a Trottl.“ Walter Göbel

Berührung. Goliath atmet bedächtig aus und blickt dem

entschwindenden

Rauch der Zigarette nach:

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und Neo-Filmemacherin Jessica Lind, die unter anderem auch schon mit eigenen Werken beim leider nur einmal im Jahr stattfindenden Ball der Melancholie in der St. Pöltner Seedose auftrat. Jessica, die sowohl für ihre traurigen, mit subtilen popkulturellen Referenzen abgeschmeckten Kurzgeschichten als auch für schwarzhumorige Slam Poetry bekannt ist, hat mit Metal wenig am Hut, schätzt statt dessen gute Horrorfilme und einschlägige Literatur, auch wenn ihr eigenes künstlerisches Schaffen in eine andere Richtung geht. Schon als Kind empfand sie Sympathie für Andersartigkeit, die sie bei der Lektüre von Märchen und Legenden auslebte. Weshalb sie jetzt auch zu den Stammgästen bei den Horrornächten im Cinema Paradiso zählt. Diese finden in unregelmäßigen Abständen statt und bestehen im Grunde aus je einer Lesung einschlägiger Literatur von Poe über Lovecraft bis hin zu zeitgenössischen Autoren sowie einem adäquaten Horrorfilm abseits des genormten Blockbuster-Mainstreams a la Saw IV. „Ich mag ja die alten, atmosphärisch dichten Horrorfilme wie Freaks oder White Zombie lieber als das zeitgenössische Zerkleinern von Körpern in Großaufnahme,“ bekennt Jessica, trinkt einen Schluck Wein und meint: „Die haben auch mehr Tiefgang.“ Oder

anzg_

Filmemacher wie Kubrick, Bunuel und Burton mit ihrer eindeutigen Sympathie für die Anderen. Die Freaks. Die (scheinbaren) Monster. Wobei Goliath, selbst überzeugter Fan des vor etwas mehr als 70 Jahren verstorbenen Horrorautors H. P. Lovecraft, durchaus auch Ein Ort als Schnittpunkt der Welten, mit einer eigenwilligen Szene: Metalfans, Emos, Anhänger düsterer Klänge wie ebensolcher Bilder und Worte – das Underground!

gepflegten Splatter zu schätzen weiß – und Walter sekundiert: „San hoid Märchen fia Eawochsane. Wia a guade Ochtabohn!“

mit derlei sowieso nichts am Hut. „Die Szene

man so will.“

ist dermaßen vielfältig,“ setzt die schwarz ge-

Metal hat ja sowieso nicht zum ersten Mal eine

Grundbedürfnis. Es scheint hier also auch

schminkte Melley hinzu, die in ihrem bürger-

üble Nachrede. Stichwort Satanismus! „Nun ja,

um Grundbedürfnisse zu gehen, die scheinbar

lichen Leben unter anderem als Mitarbeiterin

unsere schwarzen Messen wollen wir heute

unverrückbaren Blickwinkel zumindest für eine

in einer Anwaltspraxis wie als Aktmodel zu-

beiseite lassen,“ so Melley und Walter unisono

kurze Zeit zu verändern: „So düstere Dinge, Ge-

gange ist. Schließlich wäre es ja nicht verbo-

und ziemlich dreckig grinsend. Bei all den in

schichten, können helfen, gewisse Dinge wie

ten, gegen diese Idioten was zu unternehmen.

der Zwischenzeit lieb gewonnen Klischees

Tod oder Krankheit zu akzeptieren und damit

Was ja auch geschieht. Dummköpfe gibt’s ja

handelte es sich eben auch um eine Barriere,

leben zu lernen,“ sagt Jessica nach kurzem

leider überall. Also auch hier: Abgrenzung in-

die der ahnungslose Betrachter überwinden

Überlegen und setzt hinzu: „Andere gehen halt

müsste, um sich dem

zu irgendeinem Gott.“

„Death Metal ist die reinste Form an Gesellschaftskritik, wenn man so will.“

Kern der Sache zu nä-

Kurz ist‘s ein wenig ruhig im Underground. Ni-

hern, ist Tim überzeugt.

cken. Rauchen. Einen Schluck trinken. Der Ge-

Ein Kern, der sich auch in

danke drängt sich auf, dass das offizielle, das

Goliath

den zum Teil melancho-

oberirdische St. Pölten wenig bis nichts mit

lischen, mitunter auch

dem heute hier Verhandelten zu tun hat. Ob es

nerhalb der Abgrenzung, und zwar konsequent. Zudem ist eine Veranstaltung wie das alljährlich stattfindende

Kalten-

bach-Festival, das auch extremere Spielarten des Metal zulässt, im

aggressiv-apokalyptischen Lyrics zeigt.

Grunde „ein Woodstock in schwarzweiß.“ So

Wet druck Stim Blätt Sat-S In de Anbi Unzu

Vors Kabe Aufl Kab könn Patsc im w mit F Festn

sich nun um musikalische Hervorbringungen, geschriebene Worte oder laufende Bilder han-

Goliath. Love, Peace und schwarzer Eierku-

Horror als Lifestyle. Was die Frage auf-

chen?

wirft, warum man sich derlei überhaupt antut:

„Death und Black Metal stellen die Antithese

Tod, Vernichtung, Verdammnis, Horror als Life-

Bis Walter meint: „I hoi uns jetzt an Chili-

zum Rest dar,“ meint Goliath. „Death Metal ist

style?

Wodka!“ Und alle wissen: Das wahre Grauen

die reinste Form an Gesellschaftskritik, wenn

In genau diese Kerbe schlägt auch die Autorin

hat noch gar nicht angefangen.

delt.

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* Aktion Objekte MwSt.,

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Ka

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30.10.2008

DAS NÖ-WETTER

8:01 Uhr

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ICH STEH AUF DIE LEITUNG.

Kalt, regnerisch, stürmisch & grauslich Wetterlage: Ein mächtiges Tiefdruckgebiet sorgt immer öfter für trübe Stimmung in allen Landesteilen. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Sat-Schüsseln werden dasselbe tun. In den Niederungen aon-derer TVAnbieter macht sich ebenso verbreitet Unzufriedenheit breit. Vorschau: Ein mächtiges Kabel-Hoch sorgt in Kürze für Auflockerung. Mit dem Kabel-Allwetterpaket können Sie in Ruhe Ihr Patschenkino genießen, im www verweilen oder mit Freunden im günstigen Festnetz plaudern.

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kabelsignal TV + WEB + TELEFON

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CLEVER ENGLISH SONGS FOR KIDS

Ein Projekt der Volkshilfe NÖ und des NÖ Kulturforums Jeder kennt die Volkshilfe als Sozialorganisation in Niederösterreich, die im Jahr 2007 im Rahmen der Hauskrankenpflege eine Million Einsatzstunden leistete. Doch, wussten Sie, dass die Volkshilfe auch ein ganz großer Kinderbetreuer in Niederösterreich ist? In über 60 Kinderhäusern und –horten fühlen sich Tag für Tag mehrere tausend Kinder wohl. Und wer sich Kindern widmet, muss sich auch mit allen Fragen rund ums Lernen beschäftigen, egal, wie klein oder groß die Probleme sind. Das professionelle Team der Volkshilfe NÖ begleitet Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt, um schulische oder private Ziele mit Erfolg zu er-

reichen. Wichtig sind dabei individuelle Lernbetreuung und maßgeschneiderte Unterstützung. In dem umfangreichen Angebot CLEVER FOR EVER der VH NÖ findet sich Nachhilfeunterricht, einzeln oder in Gruppen, für alle Fächer und Altersstufen. Das Schüler-Coaching springt dann ein, wenn sich trotz Paukerei kein Lernerfolg einstellt, analysiert Lerntyp und Lernverhalten, entwickelt persönliche Lernprogramme, steigert Konzentration und baut Ängste ab. Legasthenikertraining inklusive Coaching der Eltern bietet höchste Qualitätsstandards. Und nun wurde das Lernangebot noch wesentlich erweitert: Um Fremdsprachen- und Kreativkurse

für Bambini und Kids. Englischkurse für Kinder ab 3 Jahren in Form eines spielerischen Einstiegs in eine neue Sprache. Und dass das spielerische Erlernen einer fremden Sprache mit Spaß und Musik leichter fällt, ist nicht neu – umso mehr hat die Volkshilfe in Kooperation mit dem NÖ Kulturforum nun eine fröhliche, kindgemäße CD produziert, nämlich Clever English Songs For Kids. 41 Titel umfasst die „List of Songs“, die das Erlernen der Fremdsprache für die Jüngsten wirklich zum Vergnügen macht. Mehr Informationen und vor allem die CD English Songs for Kids unter 0676/8676 – Volkshilfe-Lernservice Clever For Ever.

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NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

REVOLUTIONS-, FRAUEN- & ARBEITERINNENLIEDER

AUSSTELLUNG MORGENROT

Das NÖ Kulturforum gehört zu jenen Institutionen, die sich seit Jahren nicht nur der Förderung bildender KünstlerInnen verschrieben hat, sondern auch den musikalisch Tätigen. Vor allem jenen, die sich der musikalischen Aufarbeitung des Themas Arbeit, Arbeitslosigkeit und Arbeitswelt annehmen. Nach der Song-CD „hocknstad“ und der CD „... weil auch DU ein Arbeiter bist“ ist nun dank der finanziellen Förderung durch das NÖ Kulturforum die jüngste CD unter dem Titel „morgenROT“ erschienen. Wieder sind es Angelika Sacher (Gesang) & Klaus Bergmaier (Klavier) die sich musikalisch des Themas annehmen. Gleich als ersten Track findet man „Die schlesischen Weber“ – Musik Georg Hermstadt, Willi Resetarits, Text Heinrich Heine (1844). Oder Jura Soyfers „Lied des einfachen Menschen“, ebenso wie Andre Hellers „Erhebet Euch, Geliebte“. Eine qualitätsvolle Sammlung von 25 Liedern, erhältlich direkt bei den Künstlern, Tel. 02732/75801. Infos unter www.arbeiterinnenlieder.at.tt.

STEFAN GROYSBECK Dem in Loosdorf bei Melk beheimateten Künstler Stefan Groysbeck widmet sich die jüngste Ausstellung „Stefan Groysbeck – Bilder“ in der Galerie des Arbeitskreises Arbeiterkultur im Volkshaus KremsLerchenfeld, die am 24.11. um 19.30 Uhr vom Obmann des NÖ Kulturforums, Nationalrat Ewald Sacher, eröffnet wurde. Stefan Groysbeck studierte ursprünglich Komposition, war kurz beim ORF tätig, fand hohe Anerkennung bei internationalen Kompositionswettbewerben, z. B. in Japan, sattelte dann aber auf die Malerei um. Sein Stil kann als eine Art phantastischer Realismus bezeichnet werden, der durch ungemein detailverliebte, miniaturartige Technik, oft mit Buntstift, besticht. Bei der jüngsten Neuauflage des „NÖ Kunstproviant 2 – NÖ Startproviant“, die kürzlich im NÖ Landesmuseum vom NÖ Kulturforum präsentiert wurde, fand Groysbeck erstmals Aufnahme in die Sammlung von über 70 niederösterreichischen KünstlerInnen. Seine Bilder sind bis Mitte Dezember im Volkshaus Krems-Lerchenfeld, Hofrat-Erben-Straße 1, zu sehen.

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Die ges lang abe


„Schiele war einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Österreich, sondern weltweit“, schwärmt Aigner. Keine Künstlerpersönlichkeit habe in einer so kurzen Zeit ein derartig künstlerisch wertvolles Werk von Weltrang geschaffen. „Man kann ihn auch den Van Gogh Niederösterreichs nennnen, nur darf man nicht vergessen, Van Gogh hat für sein Werk länger gebraucht!“, schmunzelt Aigner. Schieles wesentliche Themen sind Portraits, der menschliche Körper und Landschaften „beinahe die Hälfte seines Gesamtwerks sind Landschaften.“ Über 2.000 Arbeiten auf Papier und rund 300 Ölgemälde umfasst das Oeuvre des Künstlers. Der Hauptteil der 45 Werke des Landesmuseums ist vor 1910 entstanden. „Hier kann man minutiös wie unter einem Brennglas die Entwicklung des jungen Schiele von 1904 bis 1910 verfolgen. Seine Anfänge mit Stilleben, seine Akademiezeit, seine Auseinandersetzung mit dem österreichischen Stimmungsrealismus, erste impressionistische Erfahrungen, all das findet sich in diesen Werken.“

Schlüsselwerk. Ausgestellt wird u. a. das Bild „Mutter mit Kind“, das Aigner als „Schlüsselwerk des Werdegangs Schieles vor 1908“ bezeichnet. „Das ist ein absolut singuläres Bild, man schaut es an und weiß, das ist Schiele, wie

Landesmuseum St. Pölten bis 13. April 2009 Egon Schiele - Das Werden eines Künstlers www.landesmuseum.net

er ab 1910 geworden ist.“ Gerade das zur Schau gestellte Oeuvre sei aber auch kunsthistorisch interessant: „In den Werken unserer Sammlung kann man in unglaublicher Weise nachvollziehen, wie Schiele die aktuellen Strömungen des Jugendstils oder des österreichischen Stimmungsrealismus aufgenommen hat. In wenigen Monaten war er dann

Bis 13. April 2009 ist im Landesmuseum St. Pölten die Ausstellung „Egon Schiele – Das Werden eines Künstlers“ zu sehen. MFG sprach mit Direktor Carl Aigner über den Wert der Schiele-Sammlung des Landesmuseums, die anlässlich des 90. Todesjahres des Künstlers erstmals geschlossen präsentiert wird. Von Eva Seidl.

Letztlich ist Aigner überzeugt, dass es „Zeit

EVENTS08

Scha tz, den wenige kennen

schon wieder einen Schritt weiter.“ wurde, diesen Schatz endlich der Öffentlichkeit zu präsentieren!“ Der diesjährige 90. Todestag des Künstlers, der nur 28 Jahre (!) alt wurde, bot dazu die passende Gelegenheit. Eine Gelegenheit, die man nicht verpassen sollte!

07.12. Andy LEE LANG im Haus der Musik in Grafenwörth 08.12. All inklusive mit WILFRIED beim Heuriger Sailer in Atzenbrugg 12.12. JAZZ GITTI im Gasthaus Maurer in Großweikersdorf

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– 42 – MFG

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Willkommen in der Zukunft!

14 modernste Studiengänge rund um Mensch, Wirtschaft & Technologie.

Zu besichtigen an den Tagen der offenen Tür am 20. und 21. März 2009 von 9.00 – 16.00 Uhr. Informationen unter: www.fhstp.ac.at

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Auch wenn die Menschen in Hong Kong wohl mehr arbeiten als alle

Nachdem der deutsche Reggae-, Dancehall- und

anderen, für eine Sache haben sie

Hip-Hop-Interpret Benjie bereits beim Restart

immer genügend Zeit: Essen. Wobei

Contest im September für Furore sorgte, wird er

das deutsche Wort „Essen“ der kan-

am 19. Dezember den Club Maquie beehren. Mit

tonesischen Küche in keinster Weise

im Gepäck hat er neben seinen alltime classics

ebenbürtig ist. In China probiert man

„Ganja Smoka“ oder „Sommerzeit“ auch einige

das schon eher mit einem Sprich-

neue Tracks, die auf dem heißersehnten, im kom-

wort, das aber auch den Ekel nicht

menden Jahr erscheinenden Album verewigt sein

ganz verbergen kann: „Kantonesen

werden. Supported wird Benjie von Selecta Wea-

essen alles, was vier Beine hat und

sel und Rootsrunna Sound.

kein Tisch ist, und alles was fliegen kann, außer einem Flugzeug.“ In Hong Kong kommt also – mit Ausnahme von Hund und Katze – alles auf den Teller. Den Tag beginnt man am bes-

Be nji e b a ck to Pöll e

ten mit gebratenen Hühner-Füßchen,

Das Beste: Dieses Konzert-Highlight liegt sozusa-

wobei sogar bei diesen kleinen Zehen

gen schön verpackt unterm Club Maquie Weih-

die wichtige Regel gilt: „Das beste

nachtsbaum, ist der Eintritt doch frei!

Fleisch liegt am Knochen“. Dies hat

Als vorweihnachtliche Draufgabe veranstaltet

zur Folge, dass alle Arten

der Club Maquie am 23. Dezember ab 23 Uhr die

von Enten, Hühnern und

Weihnachts All-Inclusive Party mit DJs Manshee,

Schlangen immer noch

Hennes und Barbie. Vergleichbar mit einem Clu-

mit „Gerüst“ serviert

burlaub gibt es dieses Weihnachtsspecial um nur

und dann genüsslich

19,90 Euro all inclusive, also von den Drinks bis

bis zur letzten Faser

hin zum Taxi, das die Gäste nachhause chauffiert!

abgenagt Dieser

werden.

spiegelt auch

Na dann, Happy X-Mas!

Genuss sich in

der

Reise- und Aus-

Eu t o pia – wa t n da t ?

Radio zum S elb erma ch en

wanderungsmotivation wider: „Wieso denn

wegge-

hen? Wir haben hier doch schon das beste Essen.“ Ganz unbeschei-

AUs dem Exil von Tobias Zuser

den weiß man doch, dass ein guter

Übersetzt aus dem Griechischen bedeutet es “der Diese

Koch China niemals verlassen würde.

gute Ort“. Ein Ort, an dem jeder gehört wird. Dort,

machradio. „Dies bedeutet, dass Menschen ver-

Kaum verwunderlich also, dass es

wo sich Kommunikation, Kunst und Kultur vereinen.

schiedener Herkunft, Muttersprache, Bildungsgrades

vor allem Vegetarier bald „erwischt“:

Der Verein Eutopia möchte junge Künstler fördern.

und Geschlechts die Chance bekommen, Beiträge

Denn sobald man den Kampf gegen

In den Bereichen „art, film, sound und text“ finden

zu gestalten, die nicht in traditionellen Medien ge-

den chinesischen Analphabetismus

kreative Köpfe auf www.eutopia.at eine Plattform

sendet werden würden“, so die Projektleiterin Mar-

verloren und das Servierte nichts

für ihre Kunst. Jeden Monat gibt es einen special

git Wolfsberger. Jedem, der Interesse hat, werden in

mehr mit dem Bestellten zu tun hat,

host und den artist of the month. Eutopia bringt zu-

Einschulungen und Workshops die Grundlagen des

erliegen auch die eingefleischtesten

dem vierteljährlich ein Medium, genannt Plakazin

Radiomachens vermittelt, danach werden in Teams

Rohkost-Esser ungewollt der kanto-

(Anm. Plakatmagazin) heraus, das im A1 Format In-

die Sendungen gestaltet. Gesendet wird das Ganze

nesischen Geschmackszauberei. Und

terviews, Fotos, Websites etc. der Künstler enthält.

auf Campus Radio 94.4. „Besonders willkommen

irgendwann ertappt man sich dabei,

Dieses ist in ganz Wien und im Netz auf plakazin.at

sind Jugendliche und Migranten, frauenpolitische Or-

wie man die Paketpreise der Hong

erhältlich. Aber auch im realen Raum bietet Eutopia

ganisationen oder solche aus dem Kulturbereich. Im

Kong Post studiert und seine chine-

den Künstlern Möglichkeiten, wie etwa die monatli-

Moment treten wir gezielt an die Leute heran, von

sischen Freunde über seine Lieblings-

che Artlounge mit Vorlesungen, Bands, Vernissagen

welchen wir uns einen Sendebeitrag wünschen“, so

speisen aufklärt – für den Fall, dass

oder Drehbuchlesungen, im Zuge derer Prominente

Wolfsberger.

man doch einmal wieder zurück

Drehbücher von Nachwuchsautoren vortragen.

Mehr Infos auf www.mira.or.at.

Foto: zVg, Rauschmayr, fotolia.de

Möglichkeit bietet ab sofort MIRA, das Mit-

muss, ins kulinarische Barbarentum.

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SZENE Ein Traum, den sich die 1987 in St. Pölten geborene Nachwuchsliteratin, die auch in Traismauer, Krems und Wien anzutreffen ist, erfüllt hat. Angefangen hat alles mit ein paar Gedichten und der Jugendliteraturwerkstatt Graz. „Dort erfährt man als erstes, dass das, was man schreibt, bei Weitem nicht so toll ist, wie man selber glaubt“, erinnert sich Travnicek an die ernüchternde Erfahrung, die sie aber keinesfalls missen möchte, ja im Gegenteil sogar für unumgänglich hält: „Das ist die wichtigste Erkenntnis, die man am Weg zum Schriftsteller haben muss!“

Steiniger Weg. Zwar gäbe es durchaus Möglichkeiten und Unterstützung für junge Autoren, aber es könnten ruhig noch mehr sein. Schriftsteller gilt gemeinhin als brotloser Beruf, weshalb sich Eltern häufig Sorgen machen und nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn ihr Kind diesen Weg einschlägt. Man muss sehr um Anerkennung kämpfen, sowohl bei den Eltern als auch im Literaturbetrieb selbst. Travnicek hat sich aber durchgesetzt. So wurde sie 2006 beim bekannten FM4 Wortlaut Literaturwettbewerb zum Thema „Lichter“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. „Das Gute am Wortlaut ist, dass dein Namen bekannter wird. Der erstplatzierte Text wird sogar im Standard abgedruckt, das ist irgendwie mehr wert als der Geldpreis selbst!“ Dass man es in gewisser Weise geschafft hat, wird einem bewusst, wenn man sein eigenes Buch gedruckt in Händen hält. „Natürlich nicht in einem Verlag, in dem Autoren dafür bezahlen müssen“, betont Travnicek. Ihr neuer Roman ist in der Literaturedition NÖ erschienen, heißt „Die Asche meiner Schwester“ und wurde vom Publikum und der Kritik sehr gut aufgenommen. Und was möchte sie noch erreichen? „Es geht nicht darum, ETWAS zu erreichen, sondern darum, Menschen zu erreichen!“, relativiert sie. „Abgesehen davon ist das Schreiben wie eine Krankheit, man kann nicht mehr aufhören!“

Ein e Kran kh eit n am ens Schr eib en Ein Autor ist jeder, der schreibt. Ein Schriftsteller hingegen ist man erst, wenn man dafür bezahlt wird. Sagt eine, die es wissen muss: Cornelia Travnicek, die eines immer sein wollte – Schriftstellerin. Von Julia Miehl. Foto: Hermann Rauschmayr.

Man darf sich also auf weitere Werke freuen. www.cornelia-travnicek.jimdo.com

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So mmer Fe sti val im A n mar sch!

Vor weihn a chtlicher Sp

a ss

Bitte anschnallen und festhalten: In

Es stimmt! So easy und entspannt

Weihnachtszeit

ist Ugly Fritzens

geändert: Statt wie bisher höchs-

St. Pölten wird im Juli 09 ein neues

geht es bei keinem anderen Festi-

Zeit! Heuer findet das Spektakel un-

tes Vergnügen auf tiefstem Niveau,

Großfestival von statten gehen.

val in dieser Liga ab!

ter dem Motto „Ugly Fritz Reloaded

wird dem Zuschauer diesmal erst-

Noch geben sich die Veranstalter

Über die Bühne geht das Festival

– Krise, welche Krise?“ am 19.12.

malig primitivster Witz auf höchs-

ja einigermaßen zugeknöpft, doch

am 24. und 25. Juli auf nicht weni-

im Warehouse statt.

tem Niveau dargebracht“.

manches sickerte bereits durch,

ger als (mindestens) fünf Stages!

Zum mittlerweile 20ten Mal geht

Doch an diesem Abend werden

und Freunde, eines steht fest: Da

Gespielt wird sowohl Open Air, als

der Event für alle Freunde der ge-

Ugly Fritz, Reverend und ihre Mit-

kommt was ganz Fettes auf uns zu!

auch in den Hallen des VAZ. Rund

pflegten Peinlichkeiten über die

musiker nicht alleine auf der Bühne

Gegeigt, gefeiert und abgetanzt

100 Künstler aus aller Welt werden

Bühne. Auf Wunsch der Fans heuer

im Warehouse stehen. Als Vorband

wird am bewährten VAZ Gelände,

für fette Beates und Grooves sor-

wieder geballt an einem einzigen

konnte die Allstar-Band Aids ver-

das von Publikum wie Medien

gen. Tja, und den Rest tragt wie ge-

Tag, dem traditionellen Freitag vor

pflichtet werden, die ab 20.00 Uhr

mittlerweile als chilligster Festi-

habt ihr bei: Good Vibrations, gute

Weihnachten!

rocken wird. Die Show Your After

val-Venue Österreichs gehandelt

Laune,

„Es wird wieder elektrischer abge-

Party beschallt DJ Glied Eastwood

wird. Wer schon dort war, weiß:

entspanntes Festivalflair!

hen, und vor allem eines hat sich

aka Klempomat.

ausgelassene

Stimmung,

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BEATPATROL

Wie kann man die besinnl ichen Feiertage nach Weihna chten richtig ausklingen lass en und dem kalten mat schigen Winter entgehen? Natürlic h auf einer großen Party!! Genau deshalb hat sich die BeatPat rol Crew etwas ganz olle s einfallen lassen! Am 27. Dezember findet erstmals die BeatPatrol Win ter Edition statt. Auf drei Floors heizen euch inte rnationale sowie nationale Acts ordentlich ein und sorgen somit für sommer liche Rekordtemperaturen mitten im Win ter! Auf der Drum and Bas s Stage wird zu LOGISTICS (UK), BRO OKES BROTHERS (UK), NU:TONE (UK) und CULTURE SHOCK (UK) getanzt, aber natürlich sind auch die BeatPatrol Jung s an den Deks und Mics. Außerdem sorg t MC SINISTA (GER) für gute Stimmung. Future Prophecy und Win ter Demon aus Israel präsentieren ihr Live -Set auf der Psytrance Stage, wo auc h Shawnodese (NL) und nationale Acts ihr Bestes geben. Aber auch die Electro-Stag e verspricht gute Klänge. Denn Dj Felipe ist zu Gast im Warehouse St. Pölten und wird dabei von Starkstrom, Thomas Green und The Shit is Coming Home unterstützt.

C ity o f Ba ss Unter dem Motto zusammen bringen was zusammen gehört startet mit City of Bass eine neue Partyschiene bei der fette Bässe eine große Rolle spielen, denn Dancehall/ Reggae meets Jungle/ Drum and Bass! Dem Wicked Auswärtsspiel wird mit Spaceant, Silain, Xpirienz, London Bass und Slackness Sound seinem Namen alle Ehre erwiesen. Aber auch auf der Reggae / Dancehall Stage erwartet uns Großes, denn hier werden mit SOJAH aka Konshens & Delus, zwei bekannte Jamaikaner, auf der Bühne stehen. Natürlich sorgen aber auch die Jungs von Boomarang Sound und Rootsrunna Sound für die Stimmung!

DE ZE MBER Für alle jene die sich in der Vorweihnachtszeit vom Einkaufen und Wünsche erfüllen erholen möchten hält das Dezember-Programm noch einige Highlights bereit. Am 13. Dezember kann man den GuadajaraSänger mit seinem Soloprojekt unter dem Namen Aerie bewundern! Mit dabei sind die Alternativ Allstars. Am 19. Dezember findet die neue Ugly Fritz Show „Krise?`- welche Krise? statt. Am 23. Dezember kann mit der Hard Sessions Crew gefeiert werden und am 26. Dezember beehren uns Manshee und Hennes mit ihrem legendären Battle wieder! Alle Jahre wieder findet die X-MAS SESSION am 25. Dezember im Warehouse statt. Auf 3 Floors kann zu Reggae, Drum and Bass und Alternativ getanzt werden! Und auch das Jahresende wird auf drei Floors gefeiert!

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8. DEZEMBER

1. MAI

20. DEZEMBER

4. MAI

DIE SEER

MELTING POT 19. MÄRZ

STARMANIA

DIE AMIGOS MIKE KRÜGER

7. MAI

KASTELRUTHER SPATZEN

NXP wünscht Viel Vergnügen! Tickets im VAZ St. Pölten, ticket@nxp.at; www.vaz.at; 02742/71400, Raiffeisenbanken, Bank Austria-Creditanstalt, Verkaufsstellen von Ö-Ticket, Vertriebsstellen der Austria Ticket Online, Trafiknet-Trafiken mit ATO-Anschluss

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8 Uhr

SPORT

Maria Dröschers First Contact zu St. Pölten begann mit einer Ernüchterung. „Graz hat eine extrem aktive Salsaszene, und ich war naiver Weise der Überzeugung, so etwas würde es in St. Pölten auch geben.“ Fehlanzeige – weit und breit keine Salseros, geschweige denn ein „einschlägiges“ Lokal. „Das habe ich einige Zeit frustriert akzeptiert, doch dann beschlossen, eben selbst die Gründung einer Salsaszene in Angriff zu nehmen.“ Eine Frau, ein Wort. Dröscher stellte Salsakurse auf die Beine, Lokale wie Egon oder Badewandl wurden unsicher gemacht. Mittlerweile wird jeden zweiten Dienstag im Monat ab 19 Uhr beim Koll übers Wirtshausparkett gefegt, „wobei

H eisse Sosse

wir dort platztechnisch bereits an die Grenzen stoßen!“ Kurzum: Salsa boomt. Für Dröscher, die mit SalsaLoco nun auch einen Salsa-Verein initi-

Es ist zum Kotzen. Jahr für Jahr sitzt Rosa da und sollte sich und euch zum großen Finale was wirklich Tolles zu berichten haben. Und? Was hat sich schon geändert? Nichts! Rein gar nichts. Die Typen sind nicht besser als immer, der Sex mutiert zum Lustkiller Nr. 1 – wer hätte das gedacht – und die Laune im Hause Rosa hat sich zuletzt trotz Urlaub, neuem Job, mare, sole und piccolo italiano auch nicht sonderlich gehoben. So ein Jahresende macht einfach alles nur noch schlimmer.

iert hat, wenig verwunderlich. „Salsa ist mehr als ein Tanz, es ist ein Lebensgefühl! Salsa verbindet Menschen verschiedener Kulturen und jeden Alters, ist Freude am Tanz, an der Bewegung, am harmonischen Zusammenspiel mit einem Partner und bietet Ausgleich zum Alltag“, schwärmt sie. www.salsaloco.at

Trainin g für Fra uen

Kai Cha mpion

Denn, plötzlich wird dir klar, dass alle deine Wünsche ans Universum, all deine Vorsätze für ein rosiges Leben in trauter Harmonie für Arsch und Friedrich waren. Von A wie affektierte Arschgeigen als Arbeitskolleginnen über J wie jämmerliche Ja-Sager bis

WÜNS CHE AN s UNI VERSU M

Foto: Fotolia.de, kai weber

von Rosa

Gerade rechtzeitig zu Beginn der Vanillekipferl-Sai-

Alles

son naht die Rettung für den Weihnachtsspeck auf

Kai Superstar oder Kai Sporthero. Immerhin hat We-

weiblichen Hüften. Am 15. Dezember eröffnet Mrs.

ber, seines Zeichens Inhaber der einzigen Thaibox-

Sporty eine Filiale in St. Pölten, Klostergasse 5-7.

Schule in St. Pölten (Muay Thai Academy im Fitnice)

Das Besondere: Das Fitnesscenter ist ausschließlich

St. Pöltner Sportgeschichte geschrieben und wurde

für Frauen. Mrs. Sporty bietet ein eigenes Trainings-

am 15. November in Budapest Schwergewichts-

und Ernährungskonzept an, das hohen Wert auf die

Thaibox-Europameister. Im Kampf gegen den unga-

individuellen Bedürfnisse einer Frau legt. „Ich würde

rischen Champion und Favoriten Laszlo Racz ging

ja gern, aber ich hab einfach keine Zeit für Sport“.

es in der mit über 2000 Racz-Fans gefüllten Halle

Nix da, die Ausrede gilt nicht mehr. In den jeweils

gleich ordentlich zur Sache. Der Ungar traf Weber

30-minütigen Trainingseinheiten werden Kraft, Aus-

zu Beginn mit starken Boxschlägen mehrmals im

dauer, Koordination und Beweglichkeit trainiert. Mit

Gesicht. Weber konterte jedes Mal mit harten Kicks

einem Fitnesscenter nur für Frauen hat das Unter-

auf die Innenseite der Oberschenkel. Zu Beginn

nehmen eine Marktlücke geschlossen. Das Training

der zweiten Runde blieb Weber seiner Taktik treu

bietet eine entspannte Umgebung, die es in ande-

und traf immer wieder so präzise und fest, bis der

ren Fitnesscentern leider nicht immer gibt. Bei Ge-

Ungar nicht mehr aufstehen konnte. Somit endete

sprächen über die Problemzonen mit der besten

dieser grandiose Fight mit einem so genannten

Freundin wird man nicht mehr komisch angesehen,

„Lowkick“-KO! Weber gewann seinen 41. Kampf -

sondern bekommt Zustimmung von allen Seiten.

ein historischer, bescherte er ihm doch Gürtel und

Der Vorteil, wenn man unter Frauen ist.

Titel des neuen Europameisters 2008!

nur kein Kai Pflaume, ist Kai Weber (l). Eher

zu Z wie zeitraubender Zickenalarm. Alles hat Rosa erlebt, alles hat Zeit und Nerv geraubt. Zeit, die Rosa gebraucht hätte, um sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Nerven, die Rosa fehlten, als sie sich nach kurzem sexuellem Boxenstopp wieder auf die Piste begeben wollte, und außer Therapiesex mit dem Ex kein Hoffnungsschimmer am Flirthimmel zu sehen war. Sogar Rosas virtuelle Freunde wurden bittere Realität und verabschiedeten sich schon nach 3 unbeantworteten mails. Burschen, wo bleibt eure Ausdauer? Frauen müssen erobert werden! Akte geschlossen, Fall erledigt. So Rosa, ich gebe mir selbst und dem Universum noch genau ein Jahr... dann pilgere ich nach Lourdes, gehe den Jakobsweg oder die Via Alpina auf der Suche nach mehr Erkenntnis… wenn mir nicht vorher noch was dazwischen kommt. Die Alternative?

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Wiener Sängerknaben brillierte, hilft beispielsweise bei der Gestaltung der Homepage mit. In eine Familie ganz anderer Art ist Benji aber ohne jeden Zweifel auch mit seinem Sponsoring-Vertrag bei Red Bull aufgestiegen. „Es ist, glaube ich, das Größte für jeden Sportler, von diesem Sponsor unterstützt zu werden! Ich bin jedes Mal stolz, wenn ich den Red Bull Helm aufsetze!“ Netter Nebeneffekt: Auf den Partys der Red Bull Family kommt man auch mit anderen Sportgrößen wie etwa Roman Hagara, Clemens Doppler, Peter Gartmayer und vielen anderen ins Gespräch. Wenn man mit 23 Jahren bereits Juniorenweltmeister war und den Gesamtweltcup für sich entschieden hat, stellt sich natürlich die Frage

Lord of the Bo

ards

Von Wilhelmsburg über St. Pölten nach Korea und das auf nur einem Brett. Willkommen in der Welt von Snowboarder Champ Benjamin Karl. Von Sascha Harold. Foto MB.

nach den nächsten Herausforderungen. „Ein großes Ziel ist die Snowboard WM in Korea!“, lässt Benji keinen Zweifel. Die Zeichen stehen gar nicht schlecht, immerhin feierte Benji in Korea seinen ersten Sieg überhaupt! Aber bei aller Hingabe behält der Twen auch die Gesundheit

Nicht jeder Mensch stellt bereits im zarten Al-

vor allem jede Menge Begeisterung, eins führte

im Auge. „Ich habe bei einem Freund erlebt, wie

ter von nur 10 Jahren die Weichen für seinen

schlüssig zum nächsten! Nach St. Pölten folgte

gefährlich der Sport sein kann. Er war Boarder

weiteren Lebensweg. Benjamin Karl, kurz Benji

die Schihandelsschule in Schladming. Von da an

Crosser, ist schwer gestürzt und hatte eine Ge-

genannt, hat es in gewisser Weise getan (wenn-

ging es steil bergauf, bis zum absoluten Höhe-

hirnblutung“, berichtet Benji über die Gefahren

gleich damals noch nicht um die Konsequenzen

punkt: Der Gesamtweltcup Sieg im Jahr 2008.

des Sports. Die geringere Verletzungsgefahr ist nicht zuletzt auch ein Grund, warum er Alpin

wissend), denn als kleiner Bub musste er sich zwischen einer Karriere auf zwei Brettern oder

Familie verleiht Flügel. Viele seiner Er-

und nicht Boarder Cross fährt.

einer auf nur einem Brett entscheiden. Zurück-

folge wären ohne die Unterstützung seiner

Und das beherrscht er perfekt, ebenso wie den

blickend weiß er, dass er die richtige Wahl ge-

Eltern und seines jüngeren Bruders nicht mög-

Umgang mit der gestiegenen Öffentlichkeit.

troffen hat. „Ich war ein sehr guter Schifahrer

lich gewesen, wie Benji einräumt: „Mit meiner

So stand er im Rahmen zahlreicher Auszeich-

und hatte die Wahl zwischen der Schischule

Mum habe ich die ersten Erfahrungen auf dem

nungen, u. a. als NÖ Sportler des Jahres, ebenso

Lilienfeld und der Sporthauptschule St. Pölten“,

Schnee gesammelt, beim ersten Schnee haben

im Rampenlicht wie als Flugrookie in der ORF

erinnert er sich über seinen Zuschlag für St. Pöl-

wir uns die Schisachen angezogen und sind auf

Show „Die Überflieger“, über die er resümiert

ten. Dort, in der Sporthauptschule, kam er erst-

den Annaberg oder den Eibl gefahren.“ Auch

„Es war eine schöne aber auch anstrengende

mals professionell mit dem Snowboardsport in

Papa Karl hat seines dazu beigetragen und ist

Zeit“. Überflieger ist auf Benjamin Karl gemünzt

Kontakt. Ein Lehrer führte ein eigenes Snow-

selbst ein „Sportfreak“, fährt mit 70 Jahren noch

jedenfalls ein sehr treffender Ausdruck, und so

board Team in der Schule, in das Benji aufge-

immer Schirennen! Benji´s Bruder wiederum,

darf man noch auf einige Höhenflüge des 23

nommen wurde. Liebe auf den ersten Blick und

der sich eher der Kunst hingibt und u.a. bei den

jährigen Snowboard Champs gespannt sein!

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Die Gemeindealpe, inmitten des Mariazeller Landes gelegen, verbindet aufgrund ihrer Exposition und Höhenlage Sonnenschein und Schneesicherheit. Zusätzlich bieten modernste Maschinenschneeanlagen Schivergnügen bis ins Tal. Von der Bergstation in 1.626 m Höhe ausgehend bis zur Talstation in 800 m verwöhnt Sie die Gemeindealpe mit Schneespaß pur. Unsere 15 km langen präparierten Pisten laden durch ihre Breite zum Snowboarden und Carven ein. DAS Schiparadies für Anfänger und Fortgeschrittene!

...der Schnee-Spaß-Berg Dezember 2008 bis Ende März 2009 bei ausreichender Schneelage, täglich von 9.00 bis 16.00 Uhr Liftanlagen: : 4er kuppelbarer Sessellift 800 - 1.300 Meter, 2er SB Gipfelbahn 1.300 - 1.626 Meter, Übungslift bei der Talstation Pisten: Übungshang: Optimales Gelände für Kinder und Anfänger um das Schifahren bzw. Snowboarden leichter und schneller zu lernen und sich bald in höhere Regionen begeben zu können. Talabfahrt: Die Breite sowie das gleichmäßige Gefälle sprechen sowohl Easy- als auch Extrem-Carver an. Steilhang: Einzigartig in dieser Region mit den selektivsten präparierten und unpräparierten Pisten der Voralpen ist der Steilhang das NON-PLUS-ULTRA für wahre Könner und Genießer mit einem Gefälle von 69%! Steilhangumfahrung = Familienabfahrt: Die neue Steilhangumfahrung ist mit über 7 km die längste Familienabfahrt in NÖ.

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Wir freuen uns Sie auf der Gemeindealpe begrüßen zu dürfen. Ab sofort können Sie auch die kleinen Skihaserl für die Skikurse auf der Gemeindealpe unter der Telefonnummer 0676/3052536 anmelden. Sollten Sie keine Ski oder kein Snowboard haben, können Sie sich diese beim Skiverleih bei der Talstation ausborgen, Telefonnummer 03882/41720-141.

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Jahren nämlich selber gekickt. „Für die Reserve hat es gerade gereicht. Sie haben mich dann immer links außen spielen lassen, wo man am wenigsten anrichten kann“, kann sich Dibidanzl ein schelmisches Lachen nicht verkneifen.

Keine „Fouls“. Als Sprecher hat er in seiner langen Laufbahn wenig Schlimmes angerichtet. Wegen eines Fauxpas ziehen ihn seine Freunde aber nach wie vor auf: In der Regionalliga-Zeit des VSE St. Pölten hatte er beim Ansagen noch vom Platz weg ins Sekretariat laufen müssen, weil dort das Mikrophon fest montiert war. Nachdem Josef Mazura die Wölfe einmal in Führung geschossen hatte, stürmte Dibidanzl also in die Stube und brüllte inbrünstig „Tooorschützeee die Nummer Neun, András Hooodiii!“ Als er wieder raus kam, kriegte Dibidanzl dann zu hören: „Was is mit dir los? Der spült ja gar net!“ Die Nummer war richtig, aber der Zettel falsch – es war noch die Aufstellung der Reserve-Teams von der er runter gelesen hatte. Ein vergleichsweise harmloser Lapsus freilich zu dem eines anderen Sprechers am Voith-Platz, der einmal bei der Ankündigung einer Trauerminute zwei Namen verwechselte und versehentlich Stadtrat Hans Kocevar „sterben ließ“. So ein lautes Gemurmel wie damals hat es bei einer Gedenkminute wohl noch selten gegeben… Nicht nur deswegen gab es zu dieser Zeit

Fritz , das Goldkehlchen

bei den „VSE-Senioren“ Bestrebungen, ihren

Aus dem St. Pöltner Fußball ist er nicht wegzudenken: Fritz Dibidanzl. Seit über 30 Jahren moderiert er Spiele, früher auf der Rennbahn, nun auf dem Voith-Platz. Spieler und Vorstände gehen, am Mikro ist immer der gleiche! Von Thomas Schöpf.

notwendig.

Fritz mittels Unterschriftenliste zum Verein zurück zu holen. Das war dann aber doch nicht

Goldene Stimme. Dass er von seinem Fach was versteht, beweisen nicht nur immer wieder hereinflatternde andere Aufträge wie zum Beispiel Moderationen für diverse Reisebüros oder

Unser

Gespräch am Voith-Platz dauerte et-

immer da“. Überhaupt jetzt als Pensionist, der

die Stadtgemeinde beim Schaukochen oder

was über 90 Minuten. Es gab ein paar Unter-

nur einen Tormann-Ausschuss vom Voith-Platz

beim Nightshopping, sondern auch persönliche

brechungen. Fritz Dibidanzl (60) konnte nicht

entfernt in der Josefstraße wohnt.

Wertschätzungen. Mario Feurer etwa, Sohn des legendären Rapid-Goalies „Funki“ Feurer, hat

tatenlos zusehen, als Alois die Sponsor-Tafeln von der Mixed-Zone abmontierte: „Der fällt

Mikromann. Offiziell hat Dibidanzl beim

ihm einmal ein Buch vom Papa („Rapid-Wuch-

mir sonst noch von der Leiter runter“, meinte

SKNV St. Pölten lediglich die Funktion des

teln“) gebracht mit der Widmung „der goldenen

er lächelnd und packte mit an. Dann wusste

Platzsprechers inne. Diese ehrenamtliche Tätig-

Stimme von St. Pölten.“ Das sind Aufmerksam-

der Herr von Kabelsignal nicht, wohin mit den

keit übt er seit über 30 Jahren aus. Begonnen

keiten, über die sich Dibidanzl besonders freut:

Leitungen für den neuen Internet-Anschluss. Di-

hat alles nach einem tödlichen Ski-Unfall eines

„Meine Motivation ist, dass es mir immer noch

bidanzl klärte auf. Und so gegen Mitte der zwei-

Kollegen vom Finanzamt. „Ihm zu Ehren haben

Spaß macht und dass ich viel mit Leuten zu tun

ten Hälfte unseres Plausches wollte plötzlich

wir ein Fußballturnier in der Jahnturnhalle or-

habe, vor allem mit jungen!“

jemand Lautsprecher-Boxen abholen, die aber

ganisiert und ich hab halt dann den Sprecher

Natürlich steht seine Familie voll hinter seiner

schon eingesperrt waren. Von den zuständigen

gemacht“, erinnert er sich zurück. Ludwig Mohr

Fußballleidenschaft, wie Dibidanzl nicht ohne

Leuten war keiner mehr da. Was also tun? Di-

aus dem Vorstand von ASK Schwarze Elf gefiel

Stolz erzählt. Gattin Renate hat unter anderem

bidanzl griff kurzerhand zum Handy - und der

Dibidanzls Moderation so gut, dass er ihn sofort

in der Kantine mitgeholfen, ist ebenso Fan wie

Fall war erledigt.

zum Verein holte. Seither greift der Fritz an allen

Tochter Doris, die sich einst einen VSE-Pullo-

„Ich kümmere mich halt seit dem Aufstieg ne-

Spieltagen zum Mikro. Sei es für VSE, FCN, den

ver gestrickt hat. Sohn Gerald wiederum kickte

benbei ein bisschen um die Infrastruktur“, er-

SKNV St. Pölten oder zwischendurch auch mal

selbst im Nachwuchs des VSE, unter Jugendlei-

wähnt er beiläufig. Schließlich sei er „eh fast

für den SV Stattersdorf. Dort hat er in jungen

ter – richtig – Fritz Dibidanzl. Da er beim Aufbau

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SPORT

der Fußballschule mitgeholfen hatte, war das

von Lustenau im Bus plötzlich eine Schürze

dann auch irgendwie nahe liegend.

umgebunden hat und auf Kellner gemacht hat“, schmunzelt Dibidanzl in Erinnerungen

Anekdoten. Seine schönsten Erinnerungen

schwelgend.

sind gar nicht unbedingt die an die größten

Zu seinen persönlichen Highlights zählt er auch

sportlichen

Erfolge.

„Eine Gaudi haben wir zum Beispiel gehabt, wie

der

Brasilianer

Bruno Ferretti in Inns-

„Ich hab noch kein Spiel versäumt! E inmal war ich krank. A ber genau in der R unde hatten wir spielfrei. Gott sei D ank!“

Interviews vor Spielbeginn wie etwa mit dem legendären Ernst Hap-

Schön sei die Zeit mit Trainern wie Thomas Pa-

pel (dank dessen Kon-

rits, Hubert Baumgartner oder Walter Skocik ge-

takte Dibidanzl sogar

wesen: „Der Schani, das war halt noch ein Sir.“

bruck erstmals in seinem Leben Schnee gese-

einmal ein Testspiel gegen den belgischen Kult-

Ein Spiel versäumt hat Dibidanzl noch nie. „Ein-

hen hat und ganz zögerlich rein gegriffen hat.

klub FC Brügge organisierte!) oder Paul Breitner,

mal war ich krank. Aber genau in der Runde hat-

Oder wie sich Carlos Silva auf der Heimfahrt

als der gerade Sportdirektor bei der Vienna war.

ten wir spielfrei. Gott sei Dank!“

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KRITIKEN

Zum Hören

Manshee, mikeSnare, Knolli, DJ ANNEttehalbestunde, Rob.STP, Gitsche (von links nach rechts)

Das zweite Album des Wiener Sextett wurde von Ken Sringfellow (Keyboarder von REM, Posies) produziert. Sänger Stephan Stanzel trägt in seinen Liedern sein blutendes Herz melancholisch zur Schau, doch gibt es in jedem einzelnen Song nach traurig zerbrechlicher Einsamkeit, Sonne die durch die starken Wolken scheint. Was A Life, A Song, A Cigarette mit ihrem Album geschaffen haben ist episch! Broken hearts never sounded so good.

amp lified

present dirty... Wem nach frischer, aufregender „black music“ abseits der ewig gleichen, selbstgenügsamen HipHop/R’n’B-Eintracht dürstet, der wird auf diesem Sampler königlichst belohnt. Bilal Salaam, Nneka, Sandie Black, Tiombe Lockhart… Dem Mainstream-Ohr womöglich unbekannt, doch bilden sie die Speerspitze einer neuen Generation, die aus Konventionen und Genregrenzen ausbricht und spielerisch neue Standards setzt. Great Expectations!

linkin p ark

N oisia

road to revolu tio n

stigma

Das soeben neu erschienene Live-Album von Linkin Park ist nicht nur ein absolutes Must-have für alle Fans, sondern zugleich auch ein perfektes Weihnachtsgeschenk. Was Linkin Park hier auf CD und DVD kredenzen ist ein bunter Mix aus den Alben „Hybrid Theory“, „Meteora“ und „Minutes to Midnight“ und zeigt die Jungs beim Geigen und Schwerarbeiten im Zuge ihres Live-Auftritts im Milton Keynes im Sommer 2008.

Die Single des Monats ist auch gleichzeitig die Single des Jahres, das lässt sich jetzt schon absehen. Das holländische Drum´n Bass Trio Noisia hat in den letzten Jahren wie niemand anderer die Szene geprägt und zahlreiche Nachahmer hervorgebracht. Mit dieser 12 Inch beweisen sie jedoch das keine Kopie je an das Original herankommen wird. Rotziges Breakbeat Gewitter in technischer Perfektion erscheint im Dezember auf Vision Recordings.

Zum Sc ha uen

Zum Spie len

Manshee, Dali Koljanin

A nonyma -

E ine Fra u ...

Markus Waldbauer

DEAD SPACE

AC /DC

Bl ac k Ic e Nach achtjähriger Pause melden sich die Jungs aus Down Under mit ihrer gewohnten Rezeptur zurück: Schnörkelloser, bodenständiger Rock vom Feinsten mit der unvergleichlichen Stimme von Brian Johnson und den soliden Riffs von Angus Young. 15 Titel, wobei die ganz grossen Hymnen à la „Highway to hell“ beim ersten Durchhören zu fehlen scheinen. Doch spätestens beim zweiten Mal wird klar: For those about to rock – we salute you!

sö hne mann heims Wettsingen in...

Mit dem Erfolg der Söhne Mannheims verhält es sich ähnlich wie mit jenem von Michael Jackson (damals) oder dem Musikantenstadl (immer schon): großer Zuspruch, aber keiner will’s gewesen sein! Ich ekenne mich seit jeher zum für manche leicht Überkitschten, den samtig-weichen Sound der Gruppe rund um Xavier Naidoo empfehle ich gerade in der romantischsten Zeit des Jahres. Eben erschienen: das MTV-Unplugged-Album!

Zum Lesen

H. Fahrngruber, W. Hintermeier

Ul ric h Ho lbein

Max Fä rberböc k

EL EC TRO NIC ARTS

Narrato riu m heili ger...

In diesem filmischen Spanienausflug geht es um die unterschiedlichen Facetten der Liebe und die spannende Frage, ob nur die unerfüllte Liebe romantisch sein kann. Die sehr pragmatische Vicky und leidenschaftliche Cristina verbringen den Sommer bei Vickys entfernten Verwandten in Barcelona, wo sie Juan Antonio kennenlernen…

Im Weltraum hört dich niemand schreien. Das merkt man auch beim SciFi-Horror Dead Space. Als Isaac Clarke erforscht man ein Geisterschiff im unendlichen Raum und merkt bald, warum der Funkkontakt zur Crew der USG Ishimura ausgefallen ist. Schwerelosigkeit, Vakuum, viele Waffen und hässliche Kreaturen versprechen einen fantastischen Gruselspaß.

Eine amüsante Enzyklopädie berühmter Persönlichkeiten, beleuchtet von ungewöhnlichen Seiten: Kuriose Lebensläufe, verborgene Vorlieben und unbekannte Schwächen, die so in kaum einer Biographie vorkommen. Wenn Helden entzaubert und der Lächerlichkeit Preis gegeben werden, lässt es uns über unsere eigenen Schrullen gnädig hinweg sehen.

Der T a g, an dem... Sco tt Derric kso ns

Was würden Sie tun, wenn die Erde stillstehen würde? Wenn auf der ganzen Welt fremdartige Sphären auftauchen würden? Obendrauf kommt ein „Mann“ namens Klaatu, der sich als Vertreter einer mächtigen Allianz von einem fremden Planeten vorstellt. Er will den Menschen helfen, doch die Einzige die ihm glaubt, dass er ein Freund der Erde ist, ist die Biologin Helen. Sci-Fi Pur.

TOMB RAIDER

UNDERWO RL D

Der langersehnte Titel mit Lara Croft ist leider durch und durch eine Enttäuschung. Neben prächtigen Kulissen und passender Musik hat das Game wenig zu bieten. Mit abgelutschten Rätseln und diversen Hebel-Aktionen schaffen es die Entwickler von Crystal Dynamics nicht, den Ansprüchen moderner Videospiele gerecht zu werden. Tomb Raider Underworld ist auf allen Plattformen strengstens „nicht zu empfehlen“!

Tim d a vy s Ambervill e

Eines Tages taucht Nicholas Taube mit seinen Leibwächtern bei Eric Bär auf und fordert von ihm Hilfe. Eric soll erreichen, dass er von der gefürchteten, geheimnisvollen Todesliste gestrichen wird. Dieser verlässt seine geliebte Frau, reaktiviert seine alten, schlagkräftigen Kumpels und sie ziehen durch die nächtlichen Straßen von Amberville. Klingt nach einem normalen Thriller, würde es sich nicht um flauschige Stofftiere handeln…

Foto: zVg, photocase, slu

A LASAC

Bl ac k Air

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VERANSTALTUNGEN

HIGHLIGHT www.vaz.at

Die Seer | LEBENSLICHTER – die Tour Bei der LEBENSLICHTER-Tour und dem einzigartigen Programm wird die Band aus dem Salzkammergut erstmals, neben ihren großen Hits, auch Weihnachtsstimmung mit den Liedern aus der neuen CD „Lebenslichter“ verbreiten. „Lebenslichter“ mit all ihren Facetten, ist, speziell im Advent, der Anlass, um die Seele baumeln zu lassen und neue Kraft zu schöpfen. Weitere Infos auf www.vaz.at

8. D ezember 2008

Beginn: 20:00 Uhr

07. 12.

seniorenfloor

Und schon zum zweiten Mal heißt es: Seniorenfloor - der Ball! Freut euch auf einen Abend in den goldenen Zwanziger Jahren – die „Roaring Twenties“. Diesmal findet der Ball im GH Gwercher (Stattersdorf) statt. Unter anderem erwartet euch dort: Styling-Corner, freier Sektempfang bis 21:00 Uhr, Red Carpet mit Photo-Shooting, 20ties-Floor etc. Infos: www.seniorenfloor.at GH Gwerc her GH Koll

b a ll

10./18. 12.

weihna c hten

…im Stadtmuseum. Zu zwei stimmungsvollen Konzerten in der Adventszeit lädt die „Klangweile St. Pölten“ ins Stadtmuseum ein. Das Bläserquartett des Ensemble Circino um Trompeter Matthias Schwetz stimmt am 10. Dezember das Publikum auf die besinnliche Jahreszeit ein. Am 18. Dezember erwartet das Publikum „Weihnachtliche Barockmusik“! k on zer t

st adt museu m

kino

Foto: zVg, photocase, slu

08./09.01.

kraftwer

Koll kGH t heiss

Heli Deinboe k

Österreichs genialster Liedermacher, singender Lyriker und Gibson-Gitarre-Fetischist meldet sich auf der Bühne zurück. Gleich an zwei Tagen gastiert Heli Deinboek mit Band (u.a. STP-Support Oliver Jung!) und stellt den Abend unter das Motto „Schwarz“. Schwarz und abgrundtief wie seine satirischen Texte, schwarz wie seine Wiener Seele. Pflichttermin! k on zer t

EGON

bis 21. 12.

20. 12.

Ein Genuss für die ganze Familie wird das Nachmittagskonzert des Wiener Concertverein, der sich aus Musikern der Wiener Symphoniker zusammensetzt. Gemeinsam mit Erika Pluhar als besonderem Gast hat man ein Programm zusammengestellt, das auch für Kinder so einiges bietet, wie z. B. Rossinis Ouvertüre zu „La Gazza Ladra“ oder „Der Bär“. bü hne i m Hof

k lassik

pink89x117 20. 12. na c h der Hoc hzeit „Nach der Hochzeit“ ist ein Film über Wahrheit und Entscheidungen, über eine große Liebe und die Verantwortung für das eigene wie auch das Leben der Anderen. Ein Film, der schnörkellos, aber liebevoll, emotional und intensiv von den entscheidenden Dingen des Lebens erzählt. Beginn 19:30 Uhr im Informationszentrum des Kraftwerks. Freiwillige Spenden!

Meister

13. 12.

24.11.2008

two d ay s 4 c harity

Das Bubble hat sich einen neuen Veranstalter geholt, nämlich „Club Wonderland“. Am 20. Dezember findet das zweite Event der Superlative unter dem Motto „Two Days 4 Charity statt“. Der Eintritt dient einem guten Zweck und geht an Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns und die unsere Unterstützung brauchen. bubble

c hari ty

16:06 Uhr

Seite 1

advent

Seit 28. November gibt es den Advent in der Villa. Von Donnerstag bis Sonntag wird ab 16 Uhr Live Programm (u.a. Narishe Weihnacht 7.12., Drumatical X-Mas 13.12.), Kunsthandwerksmarkt, Kulinarium (Hausmannskost bis a la carte) und Kinderprogramm (Bastelstube, Märchenerzähler, Kiddy´s Cinema) geboten – sprich alles was das Herz begehrt! ADVEN T

bis 13.01.

villa

T obner

Unter dem Titel „Familie Tobner - Einflüsse und Ko n s e q u e n z e n “ präsentiert der St. Pöltner Maler Josef Tobner, der im heurigen Juni mit der Europaplakette des Europäischen Kulturkreises Baden-Baden ausgezeichnet wurde, Werke aus seinem eigenen Schaffen sowie solche von seinen Verwandten Georg Valka, Josef Tobner sen., Hilde Tobner und Martin Tobner. KUNS T

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