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GLANZSTOFF Seidener faden URBAN: casablanca im kosovo KULTUR: fabelhafter Erzähler SZENE: Limelight verliert Leuchtkraft SPORT: kulturinvasion der invaders

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DAS MAGAZIN

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Sie tun es Alle

von Johannes Reichl

Da staunte manch Zuseher

parteipolitisch? Wohl kaum. Dementsprechend soll-

der ZIB 2 nicht schlecht, als

ten es auch die Vertreter nicht sein!

im Zuge der angeblichen

Für die Parteien freilich ist das Aufmarschgebiet

politischen Intervention bei Postenbestellungen im

„Arbeitsplatz“ unter dem Aspekt Geben (Jobs, Auf-

Polizeiapparat auch ein namhafter St. Pöltner Ord-

stiegschancen) und Nehmen (Stimmen, Loyalität)

nungshüter in einem eingeblendeten Mail aufschien.

von enormer Bedeutung. Verliert man an Einfluss, so

Schon ecchauffierte man sich am Stammtisch über

möglicherweise auch bei den nächsten Wahlen. Ein

Freunderlwirtschaft, Korruption, Postenschacher.

Paradebeispiel hierfür war das St. Pöltner Landtags-

Igitt, pfui gack und Frechheit, und überhaupt!

wahlergebnis. Da wurde erstmals nämlich auch der

Eine Neuigkeit ist dies freilich nicht gerade, ja im

Landesklinikumfaktor (das Haus hat über 2.500 An-

öffentlichen Dienst (egal ob Gemeinde, Land, Bund)

gestellte) schlagend. Das ehemals „rote“ Spital ist in

gang und gäbe. Jeder von uns, entweder selbst

der Zwischenzeit ein „schwarzes“ geworden. Manch

erfahren (als Nutznießer?) oder aus dem Bekann-

Mitarbeiter hat die Seiten mitgewechselt. Augen-

tenkreis wissend, hat schon von den manchmal

scheinlch, warum die Stadt-SPÖ ehemals so verbis-

plumpen, manchmal auch eleganten Methoden er-

sen um das Krankenhaus kämpfte. Nicht (nur?) weil

fahren, die letztlich aber doch immer aufs Gleiche

man meinte, es besser führen zu können, sondern

hinauslaufen: Jemanden zu einer Partei zu lotsen

v. a. auch aufgrund des großen Versorungspools

oder – wenn der Günstling schon dabei ist – ihn zu

und Agitationsraumes. In diesem fischt nun das

binden. Da kann schon passieren, dass einem gleich

„schwarze“ Land, ein Mitgrund für die Übernahme.

beim Einstellungsgespräch die Beitrittserklärung zur

Ideal für die Apparate ist dies alles nicht. Abgesehen

Partei rübergereicht wird, „weil das die Sache schon

davon, dass dieses System Mittelmäßigkeit produ-

erleichtern würd“, oder der Personalchef freimütig

ziert (weil die Prioritätensetzung Partei vor Kompe-

philosopiert „Wissen Sie, ich betrachte alle unsere

tenz lautet), bekommt es in sensiblen Bereichen wie

Mitarbeiter als Kinder. Die unserer Bewegung sind

Justiz und Sicherheit, also Rechtssprechung, Heer

meine eigenen, die anderen die Nachbarskinder.“

und Polizei, eine staatssubstanzielle Dimension.

Oder dass man eben schneller Karriere macht als

Denn Staaten sind fragile Elemente. Geht es im Ex-

andere bzw. überhaupt eine Chance dazu bekommt.

tremszenario hart auf hart, und der Apparat ist für

Im österreichischen öffentlichen Dienst ist diese

eine Seite gänzlich politisch eingefärbt, dann gerät

Praxis durch die parteipolitische Durchdringung

das System schnell ins Ungleichgewicht und ist an-

quasi systemimmanent. Keine unentscheidende

fällig für autoritäre Tendenzen.

Rolle spielen dabei die „Personalvertretungen“, oft-

Neu ist das alles nicht. Bedenklich durchaus. Den-

mals nichts weiter als der verlängerte Arm der Par-

noch wird der Parlaments-Untersuchungsausschuss

teien. Da sie bei Postenbesetzungen ein gewichtiges

keine Änderung bringen, wie auch ein hoher Spit-

Wörtchen mitzureden haben, wird dies mitunter

zenbeamter des Innenministeriums, der sich über

auch parteipolitisch ausgenutzt. Personalvertre-

nächtelanges Vorbereiten von Personalakten ägerte,

tungswahlen sind parteipolitische Wahlkämpfe. Ob

überzeugt ist: „Rauskommen wird da gar nichts!“

es der Sache zuträglich ist, darf stark bezweifelt

Nicht zuletzt, weil alle, die an der Macht sind, dieses

werden. Sind Arbeitnehmerinteressen tatsächlich

System praktizieren. Sie tun es alle – ausnahmslos!

URBAN Out of Kosovo Sein und Schein Faden der Freundschaft? Glanzstoff Plattform Pro St. Pölten

28

KULTUR fabelhafter erzähler 1001 Nacht mit Saddek el Kebir Kunst Fort Knox 35.000 Mal Kunst

38

SZENE der letzte Anarcho? Hans Söllner „predigt“ im Pielachtal im sand verlaufen? Limelight verliert Leuchtkraft

51

SPORT g‘sungan & g‘spüt Invaders spielen auch nach Spiel auf

IMPRESSUM Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich Medieninhaber (Verleger): NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten Herausgeber: Bernard und René Voak MBA Redaktionsanschrift: MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Telefon: 02742/71400-330, Fax: 02742/71400-305; Internet: www.dasmfg.at, Email: office@dasmfg.at Chefredakteur: Johannes Reichl Verlags- und Anzeigenleitung: Michael Müllner, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten; Tel.: 02742/71400-330; Email: michael.muellner@dasmfg.at Redaktionsteam: Thomas Fröhlich, Nikolett Hellenpart, Mathias Kirner, Flo Kogler, Verena Hohengasser, Althea Müller, Michael Müllner, Michael Reibnagel, Thomas Schöpf, Eva Seidl, Katharina Vrana, Barbara Waxenegger, Kati Waldhart, Isabella Wohnhas, Tobias Zuser Kolumnisten: Herbert BInder, Judith Goritschnig, Dietmar Haslinger, Althea Müller, Thomas Karl, Rosa, Christoph Wagner, Tobias Zuser Kritiker: Cigdem Dogan, Helmuth Fahrngruber, Judith Goritschnig, Wolfgang Hintermeier, David Meixner, Manuel Pernsteiner, Hermann Rauschmayr, Robert Stefan, René Voak Leiter der Bildredaktion: Hermann Rauschmayr Cover: Hermann Rauschmayr, Christoph Schipp Art Director & Layout: REBELTECH, Christoph Schipp Lektorat: Frau Lehrer Reichl Hersteller: NÖ Pressehaus Druck- und Verlagsgesellschaft mbH; Herstellungs- und Verlagsort: St. Pölten; Verlagspostamt: 3100 St. Pölten, P.b.b. Alle Rechte, auch die Übernahme von Beiträgen nach § 44 Abs. 1 und 2. Urheberrechtsgesetz, sind vorbehalten. Alle Angaben ohne Gewähr. Für den Inhalt bezahlter Beiträge ist der Medieninhaber nicht verantwortlich. Internet: http://www.dasmfg.at Offenlegung nach § 25 Medien-Gesetz: Medieninhaber: NXP Veranstaltungsbetriebs GmbH, MFG – Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten. Unternehmensgegenstand: Freizeitwirtschaft, Tourismus und Veranstaltungen. Geschäftsführer: Bernard und René Voak MBA. Grundlegende Blattlinie: Das fast unabhängige Magazin zur Förderung der Urbankultur in Niederösterreich.

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Das nächste MFG erscheint am

6. Juni 2008

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URBAN

LESERFORUM

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Leider kann nur ein Teil der Leserbriefe veröffentlicht werden. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor. Leserbriefe direkt an: MFG-Das Magazin, Kelsengasse 9, 3100 St. Pölten, e-mail: leserbriefe@dasmfg.at oder direkt unter www.dasmfg.at

URBAN: Prölls Haarkunft KULTUR: tonkünstlermaestro SZENE: müllHaldenblues SPORT: rasende VerwandtscHaft

Ich fahre seit Anfang des Jahres mit dem neuen LUP Bus. Meiner Meinung nach wirklich ein Meilenstein für St. Pölten! Früher musste ich 10 Minuten zu einer Busstation laufen, der Bus fuhr nur alle halben Stunden. Die Warterei war meistens äußerst nervend. Die Station in der Nähe meines Arbeitsplatzes war ebenfalls 10 Minuten von dieser entfernt. Nicht gerade Motivation, auf den Bus umzusteigen, wenn man für eine gar nicht mal so lange Strecke soviel Zeit verbraucht, v.a. weil ich mit dem Auto ebenfalls in nur 10 Minuten am Arbeitsplatz war. Trotzdem habe ich mir das manchmal, aber ehrlich gesagt schon sehr selten, angetan. Jetzt ist alles anders. Der LUP bleibt praktisch vor meiner Haustüre stehen, auch in unmittelbarer Nähe unseres Unternehmens hat man nun eine neue Haltestelle gebaut. Der Bus fährt alle 15 Minuten, weil gleich mehrere Linien die Stationen anlaufen. Kurzum, ich bin jetzt praktisch komplett umgestiegen und fahre jeden Tag mit dem LUP. Das dauert zwar noch immer ein bisschen länger als wie mit dem Privat-PKW, dafür erspare ich mir Stress und Nerven mit dem Verkehr. Der ist v.a. in der Früh nämlich nicht wirklich ein Spaß. Ganz ehrlich, ich kann den neuen LUP nur allen ans Herz legen. Es ist komfortabel, rasch und man hat endlich die Chance, wirklich auch seinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Das Beste, was die Stadt seit Jahren auf die Beine gestellt hat! Und im Sommer wird natürlich mit dem Fahrrad gefahren;-)

Petra

Euer Artikel zu „Wählen mit 16“ war ganz interessant. Aber ganz

MFG

ehrlich: Das Gelabere von wegen dass Jugendliche politikverdrossen

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seien, hängt mir ehrlich schon zum Hals raus. Das ist absoluter Blödsinn und simmt einfach nicht. In meinem Bekanntenkreis engagieren

DAS MAGAZIN

wir uns alle 100 mal mehr als unsere Eltern. Da ist tote Hose bei denen. Völlig angepasst. Ich weiß ja nicht, was die Erwachsenen unter Politik verstehen. Aber

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Ich packs nicht! Das Cover. PRÖLL mit HAAREN... Genial!

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nur herumsudern und auf die Politiker schimpfen kann es ja nicht sein, oder? Und die ZIB schauen und die Krone lesen auch nicht. Politik, ha-

„Wenn man heute Wahlkämpfe anschaut, so kann es nicht sein,

ben wir mal in der Schule gelernt, hat ja angeblich was mit Mitgestal-

dass Argumente in absoluten Egotrips erstickt werden und Sachdiskus-

tung zu tun. Darunter versteh ich persönlich also Aktivität und nicht

sionen inklusive inhaltlicher Auseinandersetzung im Nirvana verpuffen,

Sudern und Stammtischreden führen. Da sind ja alle Weltmeister. Wir

sich in Schönfärberei ergehen …“

Jungen sind jedenfalls viel engagierter als die Alten. Ich hab noch kei-

Schade nur, dass diese Erkenntnis erst auf Seite 35 gekommen ist und

nen Erwachsenen gesehen, der in der Fußgängerzone steht, und sich

somit zu spät für die Pröll-Hymne auf den Seiten 8 – 13: eine Home-

für Amnesty oder WWF oder was immer die Füße in den Bauch steht.

story bis hin zum Ego des Dackels Tobi („Bellterror“, „Riesentheater“

Bei jedem Wetter. Oder der herumläuft und Unterschriften sammelt.

– woher der Hund das wohl hat?) und keinerlei inhaltliche Diskussion

Der Dank von den Erwachsenen ist meistens ein schiefer Blick oder

über Sachthemen in Wahlzeiten.

man wird überhaupt gleich angepöbelt, anstatt dass sie einem zuhören

Erich Wallner

oder wenigstens zum Engagement gratulieren... Nächste Ausfahrt Radlbrunn war genial. Ein lockeres Interview mit

Also, hört endlich auf mit dem Sager wir seien politikverdrossen. Uns

einem anscheinend lockeren Politiker. Nach dieser Lektüre ist eines ge-

interessiert nur nicht die peinliche Streiterei der Politiker, aber uns

wiss: Radlbrunn ist lebenswerter als St. Pölten.

interessieren sehr wohl viele Themen wie Umweltschutz, Menschen-

PS.: Hoffentlich haben diesen Artikel auch die Verantwortlichen von St.

rechte, Fremdenhass... der feine Unterschied zu den Alten ist nur der

Pölten gelesen.

eine: wir engagieren uns auch dafür oder dagegen!

Josef Göth

Pah! Überall die Landesglatze! Halt es einfach nicht mehr aus!

Heidi

Rudi D.

Was, die versteigern das Dollfussbild der Prandtauerkirche. Ich wüsst einen Käufer. Vielleicht ist ja noch im Parlamentsklub der ÖVP

Na diesmal eben nicht mit Glatze, das is ja das Leiwande;-)

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detlef

neben dem anderen Dollfussbild Platz?

Bruno Kreisky

09.04.2008 10:42:40



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8. St. Pöltner

Fitnesstour

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URBAN

In was für einer Stadt leben wir eigentlich...

In der die Baurechtsaktion der Stadt zuletzt

In der v. a. die SP- und VP-Politiker – und der-

In der der City-Plattform-Boss seine Position

für Schlagzeilen sorgte, weil einem Single-Feu-

zeit ist nicht einmal Wahlkampf! – verbal immer

allen Ernstes daran knüpft, ob im Süden der

erwehrmann ein Grund zugestanden wurde,

mehr Amok laufen. Sachliche Debatten, seriöser

Stadt ein großes Kongresszentrum entsteht (laut

was den Förderungsrichtlinien widerspricht.

Diskurs, konstruktive Argumentationen? Fehlan-

Experten die sinnvollste Lösung). Sucht Wildbur-

Die sehen Baugründe nämlich vor für a) Jung-

zeige! Stattdessen Polemik. Jede Kleinigkeit wird

ger nur einen billigen Vorwand, um sich aus der

familien und Einzelpersonen mit mindestens

zum Superlativ aufgebauscht. Ein Paradebeispiel

City zurückzuziehen? Den Job daran zu koppeln

einem Kind, b) Jungehepaare, c) Familien mit

war die Debatte um den Integrationsbeauftrag-

ist jedenfalls lächerlich. Noch lächerlicher sind

zwei oder mehr Kindern oder d) Familien, bei

ten: Da war die Rede vom „Wahnsinn“, vom „de-

Aussagen wie das VAZ sei „ein mühselig hochge-

denen besondere Gründe gegeben sind. Ob

nunzieren“, vom „Hetzen“ etc. Ein seriöses Ge-

schmücktes Messezentrum“. 450.000 Besucher

bei letzterem gute Beziehungen gemeint sind?

spräch zum wichtigen Thema war – kein Thema!

sind harte Fakten, zudem ist das VAZ das kos-

Denn schon bislang haben nicht immer alle die

Mittlerweile schwappt dieser Jargon sogar ins

tengünstigst (weil gänzlich privat) geführte Haus

Kriterien erfüllt, auch nicht im Hinblick auf die

Private über, wie zuletzt bei einer „Fehde“ ums

seiner Art in Österreich! Fehler wurden ehemals

„sozialen Aspekte“, wie es Willi Gruber einst

Filmfestival. Warum der politische Gegner seinen

beim Bau begangen. Diese sollte man diesmal

formulierte. Da finden sich neben kleinen auch

Senf dazugibt, wenn ein Wirt (der nebenbei auch

vermeiden. Allein deshalb ist das Krankenkas-

große Feuerwehrmänner, Ärzte, Unternehmer,

Stadtrat ist) sich zurückzieht (oder hinauskom-

senareal widersinnig: Das Grundstück kostet

Schulleiter, Richter etc. In diesen Fällen gab es

plimentiert wird?) ist wenig nachvollziehbar. Der

11,5 Millionen Euro, ca. weitere drei der Abriss!

im Ausschuss komischerweise nie Bedenken.

wiederum brillierte auch nicht mit feiner Klinge.

Verkehrslogistisch wäre es der Todesstoß für die

Um nicht falsch verstanden zu werden: Jedem

Vielleicht sollten sich die Mandatare wieder ein-

City, kurzum Unsinn und ein großer Schaden!

sei der Grund vergönnt. Nur dann sollte die Po-

mal besinnen, dass sie Volksvertreter sind und

Dabei macht Konferenztourismus in der City

litik die Kriterien gleich auflösen und sich über

für die Stadt arbeiten, anstatt einander verbal

(bis 800 Personen) durchaus Sinn. Falsche Pre-

jeden freuen, der hier baut und nicht anderswo.

aufzulauern und verbal ihr Ego zu befriedigen.

stigeprojekte hingegen besitzen den visionären

So erspart man sich mit zweierlei Maß zu mes-

Sie sollten Vorbild sein! Liebe Politiker, wann hört

Charme der Honecker-Ära, ebenso wie der

sen – und das wäre wirklich sozial!

das auf? Hört das auf? Bitte hört damit auf!

Glaube, die Innenstadt ende an der Promenade.

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An Edmund Sackbauer Hasengasse Wean

Foto: zVg, fotolia.de, photocase, rauschmayr

Sehr geehrter Herr Edmund! Lieber Mundl! Ich musste aus den Medien erfahren, dass du uns tatsächlich wieder beehren wirst, du Sack(bauer)! Du hast dir wirklich Zeit gelassen - 31 Jahre - bis du wieder ein paar G‘frastsackln in deine All-in-One-Bude reingelassen hast. Ich dachte schon, du wärst samt deinen Silvester-Krachern durch die Decke in die ewige Fernsehvergangenheit geschossen – aber ein echter Wiener geht nicht unter! Und weil’st, genau wie dei Bier, ned deppat bist, hast du betriebsratsmäßig für eine angemessene Besserstellung deines ohnehin schon unanfechtbaren Status im österreichischen Rundfunk gesorgt und dich auf die Kinoleinwand katapultiert. Auch wenn ich noch bis Ende des Jahres warten muss, so stell ich mir doch jetzt schon ein Hopfenkompott kalt und bereit mir ein Torterl mit Kerze vor, schließlich steht dein 80er im Mittelpunkt der brandneuen Story aus der bewährten Feder von Schöpfer Ernst Hinterberger. Also, auf ein Wiedersehen im Lichtspieltheater Ende 2008 – auf dass uns 14 Tog long da Schädl wocklt... Deine Erato

09.04.2008 13:57:18


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URBAN

es brennt an Manche Pressemeldung darf man seinen Lesern einfach nicht vorenthalten. So flatterte folgender Aufruf in die Redaktionsstube: „Kärntner Feuerwehr soll Samen spenden“. Klingt komisch, is aber so! Denn die Aufforderung ist durchaus ernst gemeint, werde doch – wie der Reproduktionsmediziner Dr. Stadler verzweifelt feststellt – „die Spermienqualität der Kärntner Männer von Jahr zu Jahr schlechter.“ Da kämen die Feuerwehrmänner gerade recht „die bei Katastrophen ihren Mann stehen!“ Freilich setzt man die Armen ganz schön unter Druck (eigentlich ein Spermakiller), hofft man doch auf „die Standfestigkeit der Kärnter Einsatzkräfte“ Stellt sich eine prinzipielle Frage: Was zum Teufel haben Feuerwehrmänner, was wir andern Don Juans nicht haben? Aber keine Angst Männer, es gibt Entwarnung. So wählerisch ist Doc Stadler dann auch wieder nicht, würde er doch ganz gern auch den Fußballfans der EM ihr Bestes abknöpfen: „Die Vorstellung müsste für Männer doch reizvoll sein, nicht ein Souvenir aus Klagenfurt mitzunehmen, sondern eines hier zu hinterlassen!“ Na eben.

gut, freunde zu haben

Zuvörderst: Nichts liegt uns ferner, als uns über alte Symbole welcher Religion auch immer lustig zu machen. Auch dann, wenn sie inzwischen weithin zu leeren Versatzstücken mystischer Frömmigkeit geworden sein sollten. Irgendwem ist möglicherweise dies und das noch immer heilig. Daher Respekt! Aber wenn – und nichts anderes kann es wohl gewesen sein! – eine Partei einen entsprungenen HerzJesu-Bruder anheuert, um mit dessen inbrünstigem Instrumentarium zu arbeiten, Hand aufs Herz, dann verdient das politologische Beachtung. Gut, es ging letztlich voll in die Hose. Aber war es nicht rührend, wochenlang allüberall diese wunderschönen, per Pixel entperchteten Politmenschen mit offenem Herzen um uns buhlen zu sehen? Um die wahre geschmackliche Dimension dieser Cam-

K

bitte recht freundlich

HerzSchmerz von Hebi

Postenschacher im und durchs Innenministerium hieß

Nach 300.000 Euro für den Masterplan wird der Stadt-

es vor kurzem in den Medien. Bei der Vergabe von

entwicklungs GmbH eine zusätzliche Sonderförderung

Posten bis zum kleinsten Gendarmerieposten hinun-

in Höhe von 150.000 Euro gewährt. Für City Manager

ter soll doch glatt das Parteibuch bzw. dessen Farbe

Matthias Weiländer „ein eindeutiges Bekenntnis der

eine Rolle gespielt haben! Einem Nachrichtenmagazin

Stadtregierung für das gemeinsame Innenstadt-Mar-

wurden gar schockierende E-Mails zugespielt, in de-

keting“. Dieses wurde laut Weiländer auf Basis eines

nen für gewisse Personen interveniert worden sei...

bereits erhobenen Innenstadtprofils erarbeitet und

Was ursprünglich wie der größte Skandal seit… ok, werde nun umgesetzt. „So ist die City beispielsweise seit der Bawag angeprangert wurde, war in Wirklich-

auf der WISA mit einem Gemeinschaftsstand vertre-

keit aber halb so wild, wie weitere E-Mails beweisen: ten. Außderdem wollen wir mit dem Geld die individu„Er gilt als Schwarzer, ist aber ein Idiot“ war da etwa

ellen Leistungen der City mittels einem gemeinsamen

zu lesen. Klingt nicht grad nach Freundschaft, oder?!

Auftritt präsentieren und bewerben.“

Auch in St. Pölten sei interveniert worden, so die Be-

Rund 10.000 Euro werden auch in Mitarbeiterschu-

hauptung. Ob das stimme und ob das Auswirkungen

lungen gesteckt, was politisch unter dem Titel „Be-

aufs Kommando gehabt hätte, wollten wir wissen.

nimmkurse“ für heftige Kontroversen sorgte. Wei-

Stadtpolizeikommandant Franz Bäuchler verneint: länder rechtfertigt den städtischen Support für eine „Was für Auswirkungen soll es da geben? Also mir

eigentliche Unternehmeraufgabe so: „Dabei werden

wäre da nichts bekannt.“

die Mitarbeiter auf die gemeinsame Marke ‚InsBeson-

Na bitte, ist doch alles in Ordnung. Wir sind doch

dere Innenstadt St. Pölten‘ eingeschworen.“ Die erste

schließlich alle Freunde(rl)!

Regel wissen wir schon: Der Kunde ist König!

0607 In was_SC URBAN.indd 3

paign zu ermessen, stelle man sich vor, man hätte Haudegen wie Benya, Kreisky oder Androsch einen derartigen kardialen Exhibitionismus zugemutet. 2008 haben alle mitgemacht. Und jetzt sind sie alle nimmer da. Oder war das Ganze vielleicht sogar Absicht? Schlaue Ranküne Josef Leitners, des neuen Häuptlings der Sozialdemokraten, Teil seiner Karriereplanung? Er war ja schließlich der Wahlkampfmanager. Jetzt kann er mit einem total „eigenen“, motivierten Team ganz neu beginnen. Die Landesschwarzen sollen darob nachdenklich geworden sein, haben doch auch sie da oder dort eine Stadtpartei, in der sie am liebsten ganz neu anfangen würden. Was, so fragen sich jene Think Tanks, die bekanntlich für jeden Monatsersten einen eigenen Wahlkampf in der Tasche haben, was aus dem pietistischen Fundus könnte uns für die nächsten Wahlen nützen? Konnersreuth vielleicht? Pater Pio?

09.04.2008 13:15:25


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URBAN

Casablanca im Kosovo

Der Kosovo hat im Februar seine Unabhängigkeit erklärt. Seither flammen wieder Unruhen auf. Wir sprachen mit Roman B., der 2006 als KFOR-Soldat im Kosovo im Einsatz war, über das Leben als UN-Soldat, das Klima im Land und seine Einschätzung der Chancen für den neuen Staat. Von Johannes Reichl Können Sie vorab erläutern, was KFOR heißt und welche Aufgabe sie hat.

ist Alkohol. Man hat ja nichts zu tun im Grunde

70km von unserem Camp entfernt. Trotzdem

genommen. Von 18-23 Uhr hat man frei – viele

wurde sofort Level 3 ausgelöst. Mir kam es so

Wir haben KFOR spaßhalber immer mit „Krasse

schlagen die Zeit dann auf diese Art tot.

vor, als wollte man künstlich ein Gefahrenszenario schaffen, um unseren Einsatz zu legitimie-

Ferien ohne Rechnung“ übersetzt. Richtiger-

ren.

Einheit der NATO, die unter UN Mandat im Ko-

Und gefährdet im eigentlichen Sinne fühlten Sie sich nie?

sovo gewährleisten soll, dass es zu keinen

Kaum. Dort wo wir Österreicher stationiert sind,

einem Bürgerkriegsland ohne nennenswerte

ethnischen Übergriffen kommt. Die UNMIK wie-

gibt es nur mehr wenige Serbendörfer. Vor dem

Zwischenfälle, doch am ersten Tag zurück in St.

derum könnte man am ehesten mit einer Be-

Krieg waren ca. 20% der Bevölkerung Serben,

Pölten ballerte hier ein Amokläufer um sich und

zirkshauptmannschaft vergleichen. Sie soll den

jetzt sind es vielleicht 5%. Unsere Aufgabe be-

ich sah Verfolgungshubschrauber am Himmel.

Kosovaren den Amtsschimmel beibringen.

stand v.a. darin, serbische Klöster, die von ser-

Eine solche Situation hab ich all die Monate im

bisch-orthodoxen Poppen geführt werden, im

Kosovo nicht erlebt!

weise steht es für „Kosovo Force“ und ist eine

Es ist ja grotesk: Ich war ein dreiviertel Jahr in

Wo waren Sie stationiert?

Auge zu behalten. In der Hauptstadt Pristina,

Im Camp „Casablanca“ nahe von Suva Reka mit

wo ein höherer Serbenanteil ist, kommt es si-

der zweiten gepanzerten Jägerkompanie. Dort

cher öfter zu Übergriffen.

sind rund 1800 Soldaten stationiert. Das ist ein

Im Nachhinein muss ich sagen, dass der eigene

richtiges Containerdorf, mit Swimmingpool, Vi-

Kamerad ein größeres Risiko darstellte als der

Und was war mit dem großen Waffenlager, das von österreichischen Soldaten ausgehoben wurde und durch die Medien ging?

deothek, Fitness-Center, Bars, Geschäften etc.

Kosovare. Der gefährlichste Moment war je-

Gerade daran zeigt sich, wie unglaublich ver-

Man hat praktisch alles. Frühstücksbuffet, mit-

ner, als ein Soldat - im übrigen ein St. Pöltner

zerrt und überzogen das Bild vom Kosovo bei

tags vier Menüs, ebenso abends. Ich hab selten

- unachtsam mit der Waffe umging, sodass sich

uns dargestellt wird – und das ist kein Zufall,

so gut gegessen wie im Kosovo.

vier Schüsse lösten, die durch mehrere Zelte

sondern Kalkül. Ich war damals selbst dabei. In

schlugen. Zum Glück wurde niemand getroffen.

Wahrheit wollte ein Bauer, der wusste, dass dort

Aber dem Essen wegen wird man ja nicht runtergehen?

Die ständige Doppelbewaffnung, Sturmgewehr

ein Waffenlager ist, wieder seinen Acker bestel-

und 9mm Glock, kann bei einigen Soldaten zu

len und hat das deshalb angezeigt. Das war

Als 32jähriger Milizsoldat wie ich gehört man

Überforderung führen..

ein großes Erdloch mit Waffen. In den Medien wurde das als Mega-Bedrohung hochgespielt.

eigentlich zur Minderheit. Neben ein paar

Da stellt sich schon die Frage: Spielt es sich im

heit v. a. junge Soldaten, die gleich nach dem

Das heißt es gab während ihres Aufenthaltes keine brenzligen Situationen?

Schulabschluss Geld verdienen möchten. Das

Nein, das scheint vorbei. Zwei Jahre vor meinem

falls sicher kein Krisenherd Nr. 1 mehr.

Salär beträgt im Schnitt rund 3.500 Euro netto

Einsatz gab es noch Unruhen. Da kamen vertrie-

pro Monat. Viele von den Jungen wollen nach-

bene Serben im Zuge von „Go & See“-Visiten mit

her ein Auto kaufen, oder sie haben sich schon

Bussen aus Belgrad, um ihre Güter zu besichti-

Aber warum sollte man dieses unstimmige Bild zeichnen?

verschuldet und brauchen das Geld zum Abstot-

gen. Das Eigenartige ist ja, dass die Serben zwar

Um den Militäreinsatz zu rechtfertigen. Zum ei-

tern. Das ist natürlich sehr kurzsichtig. Was sie

vertrieben wurden, die Kosovaren ihre Häuser

nen ist der Einsatz ein Riesenwirtschaftsfaktor.

nämlich nicht bedenken, ist der Preis, den sie

– oft sogar mehrfach - abgefackelt und zerstört

Das Perverse ist ja, dass z. B. der Großteil der

dafür bezahlen: Lebenszeit! Und sie unterschät-

haben, aber sie haben sie nicht enteignet. Die

Versorgung der Österreicher unten nicht von

zen die Risken des Einsatzes.

Ruinen sind also nach wie vor im Besitz der Ser-

den kosovarischen Bauern bestritten wird, wo-

ben. Damals jedenfalls sollte unser Kontingent

mit man diese unterstützen würde, sondern al-

Im Hinblick auf die Gefahr für Leib und Seele?

ausrücken, doch die Kosovaren blockierten die

les aus Österreich importiert wird! Da verdienen

Ausfahrten. Die Botschaft war klar: Mischt euch

einige sehr gut daran. Und eine Frage sollte man

Nein. In der Gegend, wo wir stationiert waren,

nicht in unsere Angelegenheiten. Bezeichnend

sich auch durch den Kopf gehen lassen: Warum

gibt es für österreichische Soldaten kaum Ge-

ist auch, dass ständig Kameras am Laufen sind.

existiert gerade im Kosovo, mitten in Europa,

fahr. Das Problem für die Soldaten ist eher die

Auch hier ist die Botschaft eindeutig: überlegt

nicht unweit des Nahen Ostens, der größte US-

Länge des Aufenthaltes. Man kann ja mit Verlän-

euch gut, ob ihr wirklich Blutzoll riskieren wollt.

amerikanische Militärstützpunkt außerhalb der

gerung bis eineinhalb Jahre durchgehend blei-

Die Bilder von den gewalttätigen Blauhelmen

USA? Der Stützpunkt hat einen Umfang von 50

ben. Viele der Jungen waren aber vorher noch

gehen dann um die ganze Welt.

Kilometern, ist abgeriegelt. Keiner weiß, was

Freaks, die gern Kriegspielen, bilden die Mehr-

Tschad auch so ab? Der Kosovo ist heute jeden-

dort vor sich geht. Die USA werden jedenfalls al-

nie in einem richtigen Arbeitsprozess eingeglie-

les tun, um diesen so lang wie möglich aufrecht

nichts ab. Dadurch verliert man völlig den Be-

Aber so ruhig kann es doch nicht gewesen sein. Wurde nie Alarmbereitschaft ausgelöst?

zug zur Realität, den Anschluss ans Sozialsys-

Es gab einmal den Fall, dass ein serbischer Poli-

des Kosovo eingetreten, ohne zu hinterfragen,

tem. Zurück in Österreich sind viele dann mit

zist in die Luft gesprengt wurde, wobei da eher

ob er dafür bereit ist. Warum? Weil sie dadurch

dem Alltag überfordert. Ein anderes Problem

die Mafia die Hände im Spiel hatte – das war

noch freier agieren können als bisher. Die Ko-

dert. Unten wird ihnen alles abgenommen, man muss keine Entscheidungen treffen, es geht dir

zu erhalten. Und die Amerikaner sind auch am vehementesten für die rasche Unabhängigkeit

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sovo-Albaner sind den Amis ja auf ewig zu Dank

etwas vorschreiben. Die Wirtschaft liegt da-

serbische „Polizei“ damals verübt hat. Das wa-

verpflichtet, weil sie ohne diese nie gegen die

nieder. Die Arbeitslosigkeit ist extrem hoch, im

ren in Wahrheit ausgesuchte Leute, Berufssöld-

Serben gewonnen hätten.

Durchschnitt verdient man maximal 200 Euro.

ner, die sich freiwillig gemeldet hatten, ein bunt

Viele Familien leben von den Verwandten im

zusammengewürfelter Haufen von Kriegsver-

Aber bekommt man da vor den Einheimischen keinen Argumentationsnotstand?

Ausland.

brechern!

Sicher. Ich wurde mehrmals von jungen Kosovo-

Ist der Hass verraucht?

noch, neun Jahre nach dem Krieg?“ Ich konnte

Die ja auch in Österreich leben. Wie sind die Kosovaren zu den Österreichern gewesen?

ihnen keine Antwort geben, denn zu behaupten,

Sie sind irrsinnig gastfreundlich, sehr herzlich,

aus der Geschichte gelernt hat. Denn so, wie die

wir seien hier, um Stabilität zu schaffen, obwohl

auch ein sehr heißblütiges Volk. Es verging

Kosovo-Albaner unter den Serben Menschen

augenscheinlich Stabilität herrschte, wäre lä-

keine Patrouille, wo wir nicht mindestens ein-

zweiter Klasse waren und litten, so gehen sie

cherlich gewesen.

mal eingeladen worden sind. Als Österreicher

heute selbst mit den verbliebenen Minderheiten

ist man sehr beliebt. Das rührt noch von der Kai-

um. Die Kinder der Zigeuner etwa gehen nicht

Sind die Kosovaren Ihrer Meinung nach bereit für einen eigenen Staat?

serzeit her. Es gibt Gaststätten, da findet man

zur Schule, aber nicht weil sie so faul wären,

Zinnkrüge mit dem Kaiserkonterfei drauf , und

sondern weil sie früher von den Kosovo-Alba-

Nein. Das ist noch ein langer Weg. Das hat aber

an der Wand hängt ein Kaiserbilder, manchmal

nern immer verprügelt wurden.

nichts mit den ethnischen Prozessen zu tun, wie

auch – besonders grotesk – daneben eines von

Im Hinblick auf die Serben, die man großteils

gerne suggeriert wird und womit der Militärein-

Hitler. Es ist uns nicht einmal passiert, dass wir

verdrängt hat, verfolgt man auch eine andere

satz gerechtfertigt wird, sondern mit der Infra-

von älteren Männern mit dem Hitlergruß be-

Taktik, wie mir verschiedene Kosovo-Albaner

struktur bis hin zum fehlenden Know How. Es

grüßt wurden.

erklärt haben: „Wir kämpfen nicht mit Waffen

Albanern gefragt: „Was macht ihr eigentlich hier

Der Hass zwischen den Ethnien ist noch spürbar, wobei man im Grunde genommen nichts

gegen die Serben, wir vermehren uns einfach

gibt keine funktionierende Trinkwasserversor-

schneller.“ Tatsächlich gibt es eine extrem hohe

die Rohstoffe, Benzin etc. kamen teilsweise aus

Haben die Einheimischen mit Ihnen über den Bürgerkrieg gesprochen?

Serbien. Mit der Unabhängigkeitserklärung des

Nein. Der Krieg, auch die Ressentiments gegen

in einem Bergdorf mit vielleicht 10 Häusern er-

Kosovo hat Serbien diese Lieferungen gekappt.

die Serben sind kein Thema. Das wird völlig tot-

innern, und plötzlich waren wir von 40 Kinder

Zudem hat man ein extremes Know How Pro-

geschwiegen. Man könnte meinen, niemand sei

umringt!

blem. Früher wurden die Kosovo-Albaner als

dabei gewesen. Aber viele Denkmäler – v.a. von

Menschen zweiter Klasse behandelt. Sämtliche

UCK-Kämpfern, von Albanien unterstütze Frei-

höhere Posten in der Verwaltung, in den Unter-

schärler - erinnern daran. Die schauen aus wie

nehmen, in der Politik wurden von Serben be-

Martlerl, findet man überall, und einmal im Jahr

Gibt es irgendeine Lehre, die Sie für sich persönlich aus dem KFOR-Einsatz ziehen?

setzt. Durch die Vertreibung dieser Volksgruppe

werden die Leichname ausgegraben und auf das

Ein Land braucht seine Zeit, um selbständig und

ist zugleich auch das Know How verloren ge-

Denkmal gelegt, um der Kämpfer zu gedenken.

stabil zu werden. Was es sicher nicht braucht

gangen. Zwar soll die UNMIK beim Aufbau der

In manchen Bergdörfern wiederum findet man

sind andere Staaten, die sich aus fadenschei-

Verwaltung helfen, aber die Kosovaren sind ein

Gedenktafeln von Massengräbern, die an die

nigen Gründen einmischen und sich um die Zu-

sehr stolzes Volk und lassen sich nicht gerne

ethnischen Säuberungen erinnern, welche die

kunft des Landes „annehmen“.

gung, keine Kanalisation, die Stromversorgung,

Geburtenrate. Ich kann mich an eine Patrouille

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EUROPÄER

Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo hat auch die Frage aufgeworfen, wie das Zusammenleben zwischen den Volksgruppen des ehemaligen Jugoslawien, insbesondere zwischen Serben und Albanern, hierzulande funktioniert. Dali Koljanin, Shengjil Jaija und Milaim Zyrapi sprachen mit uns über den Begriff Heimat, Glaube, den Kosovo und ein Europa, das für sie alle nicht nur im Kopf, sondern schon längst in der Realität existiert! Von Nikolett Hellenpart, Fotos: Hermann Rauschmayr

tenz aufbauen. In der Zwischenzeit sind aber

Mir wurde nie vorgeschrieben, mit wem ich mich

wir Kinder gekommen, und meine Mutter wollte

treffen darf oder nicht. Bis zum Kriegsausbruch

nicht, dass wir aus der Schule gerissen werden.

wusste ich nicht einmal, dass es zwischen Jugo-

So haben meine Eltern eingesehen, dass wir

slawen Unterschiede geben soll. Ich habe auch

langfristig nicht mehr runtergehen werden.

nie gehört, dass Kroaten, Albaner oder Bosnier schlecht seien. Dieser Hass gegenüber anderen

War das schwer für die Eltern?

Völkern ist bei uns zu Hause kein Thema gewe-

Sie haben sich Österreich angepasst, weil sie

sen. Auch über den Krieg haben die Eltern nicht

hier gelebt haben. Umgekehrt ist ihnen ihre alte

gesprochen, wenngleich sie darunter sehr ge-

Heimat manchmal auch ein bisschen fremd ge-

litten haben, insbesondere wegen unserer Ver-

worden. Viele nichtösterreichische Bürger mit

wandten in Serbien. Und meinen Vater hat die

ausländischer Abstammung passen sich nicht

unfaire Berichterstattung sehr gekränkt.

an, deshalb haben sie es oft schwer.

Was war aus seiner Sicht unfair? Was haben Sie von der serbischen Kultur beibehalten?

Dass immer die Serben als die Schlechten dar-

Das Temperament – ich bin eine typische ser-

und deutschen Medien. Meine Mutter hat aber

bische Frau! Diese sind ja sehr dominant, aber

immer gesagt: „Kind, es gehören stets zwei zum

auf eine liebliche feine Art und Weise. Und das

Streiten – einer allein ist nicht schuld!“. Politiker

Feiern. Wir feiern sehr viel, weil es bei uns Or-

missbrauchen leider oft ihre Macht, es bezahlt

Seit wann leben Sie in Österreich?

thodoxen sehr viele Feste gibt. Religion im en-

aber meist die Bevölkerung dafür.

Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Mein

geren Sinne war bei uns aber nie so wichtig. Wir

Vater wurde ehemals von einer deutschen

glauben aber an das Gute im Menschen! Und

Fühlen Sie sich als Österreicherin?

Firma in Jugoslawien – damals hat es noch Ju-

man muss auch an sich selbst glauben. Ebenso

Ich fühle mich als Europäerin! Ich denke, ich bin

goslawien geheißen – angeworben, mit der kam

sollte man andere Menschen so behandeln wie

das, was die EU ausmacht! Ich bin serbischer

er nach Österreich. Der Grundgedanke vieler

man selbst behandelt werden möchte. Gerade

Abstammung, aber in Österreich geboren und

junger Männer war damals, drei, vier Jahre im

das bringt die Religion aber oft nicht bei!

groß geworden. Mit zwei Kulturen, zweisprachig.

Dali Koljanin NATIONALITÄT: Serbien h STAATSBÜRGERSCHAFT: Österreic Megaplex od lywo Hol erin BERUF: Leit

NAME:

Ausland zu arbeiten, gut zu verdienen und dann

gestellt wurden, v. a. in den österreichischen

Das hat einen großen Vorteil: Man kann sich von

nachhause zurückzukehren und sich eine Exis-

Spielte die Frage der Ethnien eine Rolle?

Wie und warum hat es Sie nach Österreich verschlagen?

heißt. Es ist wichtig, dass die zweite und dritte

Ich komme aus dem Kosovo, war dort poli-

lernt. Den Kindern muss erklärt werden, wie

tischer Gefangener. Die Isolation der Kosovo-Al-

unsere Fahne aussieht, welche Geschichte wir

baner begann im Jahr 1989. Damals wurde uns

haben, dass wir einen Nationalfeiertag und eine

das Recht auf Bildung verwehrt. Wir haben des-

Hymne haben. Ich unterrichte auch Albanisch,

halb den Unterricht in Privathäusern organisiert.

weil das Interesse der Kinder für die Sprache

1992 sind wir dann nach Österreich geflüchtet.

immer geringer wird. Viele glauben, dass sie

Das war das einzige Land, das uns die Freiheit

in der Zukunft Albanisch nicht mehr brauchen

und das Recht gewährt hat, albanisch zu ler-

werden.

beiden Seiten das Positive aneignen.

Generation meines Volkes unsere Kultur kennen

nen, ja überhaupt etwas lernen zu können! Ich bin dem Land daher sehr dankbar, auch wenn

Wie haben Sie den Kosovo-Krieg erlebt?

der Anfang natürlich schwierig war, weil wir

Nicht direkt, weil wir damals schon in Österreich

ohne Sprachkenntnisse kaum Kontakte knüpfen

waren. Ich hatte aber während des Krieges stän-

konnten. Aber wir haben die Sprache erworben.

dig Kontakt zu meiner Mutter, meinem Bruder und zu Freunden dort. Nach dem Krieg, 1999,

Die Sprache ist also ein Schlüssel? Sind Sie deshalb Lehrer?

bin ich hingefahren. Mein Haus war völlig zerstört, das Dorf komplett bombardiert.

Ich kann damit meinem Volk bei der Integration helfen, wobei Integration nicht Assimilation

Prof. Milaim Zyrapi Kosovo-Albaner STAATSBÜRGERSCHAFT: Österreich BERUF: Lehrer NAME:

NATIONALITÄT:

Wie ist Ihr Auskommen mit Serben. Gibt

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es Kontakt?

gentlich nur ein sicheres Leben und eine Zukunft

cken. Ich lebte länger in Albanien als in Öster-

Ich habe viele serbische Kollegen. Wir haben

haben wollen. Zukunft bedeutet friedliches Zu-

reich. Ich versuche meine Kultur zu behalten,

keine Konflikte. Ich war sogar öfters in Serbien

sammenleben! Wir Menschen sind letztlich wie

ebenso bemühe ich mich aber, die Kultur von

unterwegs, schlechte Menschen habe ich dort

die Finger einer Hand: Wir sind nicht gleich, aber

anderen Menschen kennen zu lernen und zu

nie getroffen. Es ist doch so: Das deutsche Volk

um etwas aufheben zu können, müssen wir zu-

verstehen, weil wir in Zukunft alle zu Europäern

ist ja auch kein schlechtes Volk, obwohl es in

sammenarbeiten. Und wenn es jedem gut geht,

werden.

seiner Geschichte Hitler gegeben hat. In der Po-

haben die Unterschiede keine Bedeutung.

litik reißen bestimmte Menschen oder Interes-

Was sagen Sie zur Unabhängigkeitserklärung des Kosovo?

das gleiche ist meiner Meinung nach in Serbien

Sie sind über 15 Jahre hier. Fühlen Sie sich als Albaner oder als Österreicher?

unter Miloševic passiert. Er und seine Gruppe

Obwohl ich die österreichische Staatsbürger-

viel. Sie hat das Problem der Albaner teilweise

haben Serbien zerstört, die Politik hat den Men-

schaft habe, fühle ich mich als Albaner, weil ich

gelöst, weil diese bislang ja in mehrere Länder

schen einen falschen Weg vorgegeben. Wenn

immer noch albanisch träume und albanisch

verstreut leben. Es kann bedeuten, dass sie

ich in Serbien oder Kosovo unterwegs war, habe

denke. In meiner Muttersprache kann ich meine

wieder gemeinsam an einem Ort leben werden.

ich aber immer gesehen, dass die Menschen ei-

Gefühle und Gedanken einfach besser ausdrü-

Das ist ein sehr guter Anfang.

Es war am Anfang sehr hart. Ich hatte aber

haben. Wir haben vor allem unsere Feiertage

keine Probleme mit Österreichern oder anderen

beibehalten. Wir feiern etwa Bayram nach dem

Nationalitäten. Wir lebten sehr gut miteinander.

Ramadan, ebenso aber auch Ostern und Weih-

Heute sind drei von uns schon verheiratet – mit

nachten! Meine Eltern letztere zwar nicht im

Österreichern! Das ist für viele Muslime heute

religiösen Sinne, aber wir hatten immer einen

noch immer nicht selbstverständlich.

Weihnachtsbaum und haben Geschenke be-

sengruppen bisweilen die Macht an sich. Genau

Die Unabhängigkeit des Kosovo bedeutet sehr

kommen. Wir haben uns angepasst.

War das ein Problem?

Shengjil Jaija NATIONALITÄT: Mazedonien erreich STAATSBÜRGERSCHAFT: Öst BERUF: Friseurin

NAME:

Natürlich! Für manche in unserem Bekannten-

Haben Sie auch Kontakt zu Serben?

kreis ist es das heute noch. Meine Eltern haben

Natürlich! Meine Mutter kennt viele serbische

sich mittlerweile damit abgefunden, wenngleich

Frauen, hat viele serbische Freundinnen. Wir

es auch Ihnen schwerfiel. Wir haben ihnen so-

Kinder sind auch so aufgewachsen, hatten in

zusagen beigebracht - und sie haben es ver-

der Schule serbische Freunde, da gab es nie

standen - dass wir jetzt in Österreich sind, und

Probleme. Hass gegenüber anderen und Rassis-

dass wir nicht so leben möchten wie andere

mus wird jemandem ja als Kind eingeprägt. Das

muslimische Frauen. Meinen Eltern ist damals

war bei uns in der Familie nie der Fall. Es gab

um die Bekannten gegangen, die schlecht über

sicher Familien im Bekanntenkreis, die etwas

unsere Familie reden, und dass sie sich vor

gegen diese Kontakte gehabt haben, aber das

anderen Muslimen schämen müssen. Das war

war uns egal.

eine harte Zeit! Ohne dieses Denken wäre es viel einfacher gewesen. Aber wir Geschwister

Woher kommen Sie?

haben uns letztlich durchgesetzt.

Wir sind Albaner, aus Mazedonien. Meine El-

Glauben Sie an die Erfolgsmöglichkeit der multikulturellen Gesellschaft? Ich schon, aber nicht alle denken so wie ich. Es

tern sind ursprünglich nach Österreich gekom-

Wo fühlen Sie sich zuhause?

liegt einfach in der Hand der Eltern. Es gibt hier

men, um einen Verwandten zu besuchen. Das

Meine Zuhause ist hier in Österreich. Ich bin

in Österreich muslimische Mädchen, die z.B.

Land hat Ihnen aber so gut gefallen, dass sie

Österreicherin,

österreichische

keine Afrikanerin oder Serbin mit nach Hause

beschlossen, hier zu bleiben. Mein Opa war da-

Staatsbürgerschaft. Wenngleich ich auch, wenn

nehmen dürfen. Oder es gibt Kinder, die mit

gegen, hat fünf Jahre versucht, seinen Sohn zur

ich jemandem etwas über Mazedonien erzähle,

Kindern ausländischer Herkunft nicht spielen

Rückkehr zu bewegen – ohne Erfolg.

von „meiner Heimat“ rede. Aber ich denke nur

dürfen. Deswegen können solche Leute später

Bis zum 12. Lebensjahr lebte ich mit meiner äl-

deutsch, ich kann nicht albanisch denken. Ich

nicht gut miteinander kommunizieren. Wenn

testen Schwester abwechselnd in Mazedonien

träume auch deutsch. Ich bin eben schon die

man aber ein schönes Leben haben und mit

bei den Großeltern sowie in Österreich bei den

zweite Generation. Meine Eltern sind Maze-

anderen Menschen zusammenleben möchte,

Eltern. Auch in die Schule bin ich bis dahin in

donier. Ich bin halb Mazedonierin, halb Öster-

dann muss man aufeinander zugehen, muss

beiden Ländern gegangen. Dadurch bin ich

reicherin - aber eher Österreicherin. Und meine

sich anpassen.

zweisprachig aufgewachsen.

Kinder, die dritte Generation, werden ganze Ös-

besitze

die

terreicher sein!

Wie beurteilen Sie die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo?

Was haben Sie von der albanisch-mazedonischen Kultur beibehalten?

Die Albaner kämpfen schon lange für ihre Frei-

Wir Geschwister haben untereinander Deutsch geredet, mit den Eltern aber Albanisch. In der

Ich und meine älteste Schwester haben viel

weil irgendwie dieses Land doch ihnen gehört.

Schule lernte ich in Mazedonien noch Mazedo-

von Kultur aus Mazedonien mitbekommen,

Ich hoffe, dass es eine positive Zukunft geben

nisch sowie Französisch, in Österreich Deutsch

was die anderen Schwestern, die schon in Ös-

wird, wenngleich ich glaube, dass dieser Kon-

und Englisch.

terreich geboren wurden, nicht mehr erfahren

flikt noch sehr lange bestehen wird.

Wie wurde zuhause geredet? Wie ist es Ihnen als Teenager ergangen?

heit und Unabhängigkeit. Ich gönne sie ihnen,

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ADVERTORIAL

WISA – OHNE WENN UND ABER Vom 17. bis 20. April wird das VAZ St. Pölten wieder zum größten Schaufenster der Landeshauptstadt – mehr als 500 Aussteller präsentieren auf der WISA 2008 alles rund ums Bauen, Renovieren, Energiesparen, Wohnen, Gartenbau, Auto und Freizeit. Auch in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der größten Messe dieser Art in Niederösterreich wieder beim Thema Bauen und Wohnen. Über 500 Aussteller helfen den Häuselbauern, jenen, die ihr Heim sanieren oder auch nur aufmotzen möchten, dabei, das Richtige zu finden. Zahlreiche Vorträge geben Einblick auf die neuesten Trends am Markt. „Und wie immer sind wir na-

WISA Chef Frank Drechsler (3.v.l., im Bild mit Fußball-Legenden wie Frenkie Schinkels und Toni Pfeffer) ist ein Botschafter Leidenschaft für die Euro 2008. Einen Hauch EM wird er auch auf die WISA bringen!

türlich am Puls der Zeit“, so WISA-Veranstalter Frank Drechsler, der u. a. die topaktuellen Themen Energiesparen und Energieeffizienz in den Mittelpunkt seiner Messe rückt.

AUtoSALON Rechtzeitig zur beginnenden Autosaison gibt man auf der WISA auch wieder so richtig Gas: 13 heimische Autohändler präsentieren nicht weniger als 20 Marken. „Und es gibt jede Menge Zuckerl für die Messebesucher“, verspricht Drechsler. „So kann jeder Auto-Käufer auf der WISA eine 50 Prozent-Finanzierung (50 Prozent gleich, 50 Prozent in einem Jahr) in Anspruch nehmen, zudem gibt es ein Jahr Vollkasko gratis!“

REVIVALS & NEUHEITEN Erstmals seit längerer Zeit wird sich auch die St. Pöltner Innenstadt wieder auf der Messe präsentieren und zwar in einer eigenen kleinen „Stadt“ mit wunderschönen Häuserfassaden: „Damit haben wir etwas ganz Besonderes – passend zu unserem Slogan – um uns dem breiten Messe-Publikum zu präsentieren“, erläutert Matthias Weiländer von der Stadtentwicklungs GmbH. Aber auch – eine Neuerung – eine ganze Region wird in einer eigenen Messehalle vertreten sein und sich präsentieren: Die Rede ist vom Traisen-Gölsental!

SHOW & UNTERHALTUNG Und wenn um 18 Uhr die WISA ihre Pforten schließt, dann ist natürlich am VAZ-Gelände längst noch nicht Schluss. Da geht’s dann weiter in der WISA Show Arena sowie in Frankys Action Showzelt, wo bei tollen Showacts weitergefeiert wird. Die WISA ist und bleibt eben die Mutter aller Messeschlachten in Niederösterreich! Ein absolutes Muss.

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14 noch 180 sekunden bis null uhr, jetzt noch mal ganz schnell rein, nicht warten. 2000 euro warten auf den gewinner. 10 gewinnleitungen sind für euch freigeschaltet. 2000 euro … wie gesagt, ich geh hier ohne gewinner nicht weg. das tu ich mir nicht an. jetzt krieg ich gleich schreikrämpfe. ich brauche hier jetzt die gewinner sonst fang ich an zu schreien. um gottes willen, es muss doch irgend jemand diesen verdammten fehler finden … um gottes willen, was soll ich denn noch sagen, wenn ich nicht gleich schreien soll. keine ahnung mehr was ich noch sagen soll. 2000 euro. 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1. noch 120 sekunden bis null uhr … an alle, die den fehler noch nicht gefunden haben: vorm fernseher hinknien, mit der nase ran und vergleicht jedes detail … den fehler zu finden ist das einzigste was hier schwer ist und das ist sehr schwer. ich will eigentlich fast schon

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URBAN

Täter gesucht Opfer gefunden Anfang Mai klicken für zwei Schwarzafrikaner die Handschellen. Zwei Monate später entlässt man sie aus der Untersuchungshaft. Objektive Beweise schließen sie als Täter aus. Was bleibt ist die Zeugenaussage einer jungen Frau, einem Vergewaltigungsopfer. Zu wenig – nun ist das Verfahren eingestellt. Von Michael Müllner, Fotos: Hermann Rauschmayr. „Im Fall der Anklageerhebung wäre nicht mit einer Verurteilung zu rechnen gewesen“, erklärt Staats-

BIS ZUM SCHLUSS

anwalt Gerhard Sedlacek kurz und bündig, warum

Verteidiger Peter Krömer stellte zahlreiche Anträge,

die Ermittlungen gegen die beiden Schwarzafrikaner

neue Zeugen wurden – oft erstmalig – einvernom-

Ray und John eingestellt wurden. Vor rund einem

men und brachten immer mehr Zweifel auf, ob sich

Jahr wurde eine junge St. Pöltnerin von Passanten

die Tat wirklich so abgespielt haben könnte. Zum

aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort

angeführten Tatzeitpunkt, laut Opfer etwa 8:00 Uhr

gab sie an, Opfer einer Vergewaltigung zu sein. Vor

früh, waren auch andere Passanten in jenem Hof,

der Polizei beschuldigt sie dann zwei Besucher des

an dem es zur Gewalttat gekommen sein soll. Wei-

Lokals, die Polizei stützte ihre Ermittlungen auf die

ters kam ans Licht, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt

Aussage des Opfers und konnte bald zwei Verdäch-

knapp 2 Promille Blutalkoholgehalt hatte. Gerhard

tige ermitteln, nahm sie in U-Haft und erntete Ap-

Sedlacek: „Die junge Frau blieb bis zum Schluss

plaus von Politik und Medien. Nach einigen Wochen

bei ihrer Anschuldigung, dass die beiden im Lokal

Untersuchungshaft kamen dann aber objektive Be-

anwesenden Schwarzafrikaner die Tat begangen

weise wie beispielsweise ein DNA-Gutachten oder

hätten.“

die Analyse von Faserspuren, welche die beiden Be-

Die Verteidigung begründet ihre Zweifel an der Aus-

schuldigten als Täter ausschlossen. Die Spuren un-

sage der jungen Frau nicht nur mit der hohen Alko-

ter den Fingernägeln bzw. dem Genitalbereich des

holisierung, sondern auch mit Ungereimtheiten der

Opfers stammten nicht von den beiden.

Zeugenaussage, beispielsweise was die sicherge-

UNTERBELICHTET von Christoph Wagner

behaupten: unmöglich. 2000 euro. wer schafft es. wer hat diese adleraugen. es sind alle menschen jetzt mit adleraugen gefragt sozusagen … und ich bin wirklich jetzt langsam sprachlos. und auch langsam deprimiert, dass ich hier wirklich noch keinen gewinner habe. aber ich kann mir auch vorstellen, dass es unmöglich ist, diesen fehler zu finden. ich hab ihn auch nicht gefunden. es ist einfach unmöglich. das ist wahnsinn. wie gesagt. aber ich meine es geht um 2000 euro … der letzte countdown dieser sendung. o, o, o, o. keine minute mehr. noch 50 sekunden. um gottes willen, jetzt wirklich ganz schnell rein … oh gott, 10 sekunden noch. 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1. Nach insgesamt 75 Minuten gewann der einzige durchgestellte Anrufer 2000 Euro. unterbelichtet@kstp.at

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URBAN

St.Pöltens Bürgermeister Bernhard Wurzer, Landeshauptmann Matthias Stadler und Bundeskanzler Dr. Erwin Pröll eröffnen mit dem Kulturfestival „Hippolytiade” offiziell den neuen St. Pöltner Stadtteil „Kulturbania” Diese drei Politiker waren es auch, die nach der historischen NÖ Landtagswahl 2008 Profil zeigten, die Karten in Bund und Land neu mischten und mit Visionären und Vordenkern das sensationelle Innovations-Konzept „Kulturbania” ausarbeiteten. Die von Gery Keszler konzipierte, Eröffnungs-Gala der Hippolytiade konnte mit Größen wie Madonna, Steven Spielberg, Keith Richards, Karl Heinz Böhm, dem Dalai Lama und Bono aufwarten.

K

Das Tatopfer blieb bis zum Schluss bei ihrer Anschuldigung Staatsanwalt Sedlac ek

stellten DNA-Spuren betrifft. Im Rahmen der Ermittlungen konnte nämlich eruiert werden, von welchem

ABGESCHLOSSEN

Mann die Samenspuren stammen. Jedoch geben

Hat die Staatsanwaltschaft auch in Richtung Ver-

beide „Beteiligten“ an, den letzten Geschlechtsver-

leumdung ermittelt? „Wir haben keinen Hinweis

kehr 14 Tage vor der Tat gehabt zu haben. Ein Gut-

darauf gefunden, dass das Opfer vorsätzlich eine

achten stellte fest, dass es theoretisch möglich sei,

falsche Beschuldigung erhoben hätte. Das war si-

dass sich die im Genitalbereich gefundenen Spuren

cher eine sehr traumatisierende Situation.“ Der

tatsächlich 14 Tage lang „gehalten“ hätten, dass es

Vertreter des Opfers, der St. Pöltner Anwalt Karl Pri-

aber in der Praxis als ziemlich unwahrscheinlich be-

sching dazu: „Ich kann nur bestätigen, dass meine

trachtet werden kann, zumal man durch normale

Klientin die Angelegenheit abgeschlossen hat und

Körperhygiene diese Spuren abgewaschen hätte.

nicht mehr damit konfrontiert werden möchte.“

Eine letzte große Ungereimtheit tauchte auf, als im

Traumatisierend waren die Wochen der Untersu-

Rahmen eines medizinischen Gutachtens festge-

chungshaft sowie die Beschuldigungen an sich auch

stellt wurde, dass das Opfer den Tatzeitpunkt zuerst

für die beiden anderen Opfer. Peter Krömer berich-

im Gespräch mit einer Ärztin mit 4:00 Uhr angege-

tet: „Raymond hatte seinen Job dadurch verloren

ben hatte und erst bei der kriminalpolizeilichen Ein-

und geriet somit in finanzielle Probleme. Wir versu-

vernahme die Zeit mit 8:00 Uhr ansetzte. Verteidiger

chen eine Haftentschädigung zu erreichen. Mittler-

Peter Krömer „Die Staatsanwaltschaft sah ihre Felle

weile hat er seinen Job aber wieder. Für John gab es

davonschwimmen und hat letztlich das Verfahren

privates Glück, er hat vor Kurzem geheiratet!“

eingestellt.“

Auch wenn unklar bleibt, was in jener Nacht wirklich

KEINE PANNEN?

geschah, so ist doch eines umso deutlicher geworden: Die Unschuldsvermutung sollte für Journalisten

Somit weiß niemand, was in jener Nacht wirklich

mit Anstand keine medienrechtliche Last, sondern

passiert ist? Staatsanwalt Sedlacek: „Es waren sehr

eine Selbstverständlichkeit sein. Denn mit unter sit-

aufwändige und langwierige Überprüfungen, in alle

zen auch unschuldige Menschen in Untersuchungs-

Richtungen. Leider ist keine andere Spur aufge-

haft – und lesen Zeitung.

taucht bzw. konnten keine Beweise gefunden werden.“ Ob er Ermittlungspannen sieht? „Wenn ich das Verfahren Revue passieren lasse, dann kann ich nicht von Pannen sprechen. Weder auf Seiten der Staatsanwaltschaft, noch auf Seiten der Polizei. Die Aussage des Opfers hat eben anfangs sehr glaubhaft gewirkt.“ Beispielsweise glaubhafter als die Aussage eines Mitbewohners, der angab, einer der Beschuldigten habe zum Tatzeitpunkt schon längst zuhause im eigenen Bett gelägen.

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„Jeder Mensch, der einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, ist solange als unschuldig anzusehen, bis seine Schuld in einem öffentlichen Verfahren, in dem alle für seine Verteidigung nötigen Voraussetzungen gewährleistet waren, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.“ Art. 11 Abs. 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948

KULTURBANIA Die Chili-Schote

Das einmonatige Mehrsparten-Festival wurde von André Heller und St.Pöltner Kulturschaffenden entwickelt und zählt bereits jetzt zu den spektakulärsten Kultur-Projekten Europas. Die internationale Presse bezeichnet St. Pölten als das „Silicon Valley der europäischen Kultur”. Das beachtliche Investement in Kulturbania-Infrastruktur wie Hotels, Theaterhäuser, Ateliers, Universität, Restaurants, Bibliotheken, Magnetschwebebahn, Seebühne mit 5.000 Sitzplätzen in Viehofen, Wohnungen für die 20.000 zugezogenen KünstlerInnen usw. soll bereits nach fünf Jahren eingespielt sein. Zudem wurden Steven Spielbergs Europa-Studios auf dem ehemaligen Glanzstoff-Areal in Partnerschaft mit dem größten indischen FilmProduzenten errichtet. Alles nur Utopie und Spinnerei? Oder doch möglich?

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XXXXXX

Am seidenen Faden Angekündigte Revolutionen finden bekanntlich nicht statt. Dies trifft offensichtlich auch auf erwartete (Wort)Duelle mit Showdown-Faktor zu. Einen Tag, nachdem die Glanzstoff den Bescheid zur Wiederinbetriebnahme des Werkes erhalten hatte, baten wir den Geschäftsführer des Unternehmens, Dieter Kirchknopf, sowie den Obmann der Plattform Pro St. Pölten, Günther Bannholzer zum Gespräch. Ihr allererstes, nachdem sie sich über Wochen medial „Nettigkeiten“ ausgerichtet hatten. Von Johannes Reichl, Fotos: Hermann Rauschmayr MFG0408

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URBAN Die Behörde hat einer Wiederinbetriebnahme der Glanzstoff unter bestimmten Auflagen zugestimmt. Ist die Plattform damit einverstanden?

Bannholzer: Ja, das war am Faschingsdienstag

hat es schon lichterloh gebrannt! Da wird einem

und wir hatten einen Ausflug mit dem Direktor.

schon anders.

Das habe ich auch mitgeteilt.

Am nächsten Tag hab ich dann in der Zeitung

Kirchknopf: Vielleicht war es ein Missverständ-

gelesen, das Werk möchte rasch wieder auf die

Bannholzer: Wenn das, was im Bescheid drin

nis. Aber ganz ehrlich, unmittelbar unter dem

Füße kommen, und da stellte sich die Frage, un-

steht und seitens der Behörde vorgegeben ist,

Eindruck des Brandes sind so viele Themen

ter welchen Bedingungen. Als Anrainer wurden

umgesetzt wird, dann sind wir bescheidkon-

auf uns hereingebrochen: Da waren über 350

wir – so wie bisher – nicht informiert, wie’s wei-

form. Da gibt es ja eine Reihe von Auflagen zum

Arbeitnehmer, für die sich mit einem Schlag

tergeht.

Brandschutz, in Sachen Technik, Umwelt etc.

alles geändert hat. Die Frage war, was jetzt

Was uns nicht gefällt, ist die „Nichtparteienstel-

überhaupt zu tun ist? Was das für das Unter-

lung“ bei der ersten Stufe. Das werden unsere

nehmen bedeutet, für die gesamte Glanzstoff-

Das heißt, Sie fühlten sich im Regen stehen gelassen?

Juristen prüfen. Ich als Anrainer habe ja einen

Gruppe, denn wir beliefern ja andere Schwes-

Bannholzer: Wenn die Kommunikation nicht

Bescheid zugestellt bekommen, damit bin ich

ter-Unternehmen. Darauf haben wir all unsere

funktioniert, entstehen Verunsicherung und

eigentlich Partei.

Energie konzentriert. Da kann man nicht gleich

Misstrauen. Und bei der Glanzstoff ist man skep-

auf alle Themen eingehen. Mir hat dann unser

tisch, weil da sind jahrzehntelang die Politiker

Betriebsrat Flugzettel der Plattform in die Hand

ein- und ausgegangen, die hatten immer eine

gedrückt, wo schon sehr aggressiv Stimmung

gute Lobby. Da hegt man die Befürchtung, dass

gegen die Glanzstoff gemacht wurde.

vielleicht über die Bevölkerung drübergefahren

Wie beurteilen Sie Herr Kirchknopf den Bescheid. Darin wurde ja der vom Werk vorgelegte Stufenplan berücksichtigt, wenngleich an Bedingungen geknüpft? Kirchknopf: Ich kann noch nicht so detailliert Stellung nehmen, weil es nach wie vor ein laufendes Verfahren ist. Aber soviel: Am 10. Jänner hat es gebrannt. Wir haben am nächsten Tag gesagt, dass wir mit der Produktion so rasch wie möglich wieder hoch fahren möchten, aber ohne die Emissionen zu überschreiten, das heißt, dass die Situation nicht schlechter sein wird als vorher. Das war von Anfang an unsere Marschrichtung!

Günther Bannholzer (l.) und Dieter Kirchknopf (r.) im Gespräch Damit wäre doch eine grundlegende Forderung der Plattform erfüllt. Es wurde seitens der Behörde auch ein fixes Messinstrumentarium vorgeschrieben, um den Ausstoß in Hinkunft zu kontrollieren.

Bannholzer: Also wir wollen sicher keine Ag-

wird. Ich hätte, das darf ich präpotent formu-

gressivität schüren. Wir sind auch keine Aktivis-

lieren, schon erwartet, dass man uns zu einem

ten im eigentlichen Sinne. Wir haben nur eine

Gespräch ins Werk lädt und aufklärt. Wir sind ja

Bannholzer: Wir haben das gelesen. Aber die

andere Sichtweise auf die Dinge. Ich möchte

vernünftige Leute, mit uns kann man reden.

Frage ist, wie und wer kontrolliert das? Wie mel-

auch betonen, dass ich Ihre Sichtweise durch-

Kirchknopf: Das glaube ich schon, Sie wirken ja

det das die Glanzstoff?

aus verstehe Herr Kirchnkopf. Ich war selbst

seriös, andererseits zeugen Worte wie „Krieg“,

Kirchknopf: Das wird wohl permanent der Ge-

jahrelang in der Wirtschaft tätig. Man beißt nicht

wie Sie in einer Zeitung zitiert werden, schon

meinde gemeldet werden.

die Hand, die einen füttert. Aber ihr Standpunkt

von einer gewissen Aggressivität. Wenn die Mit-

Bannholzer: Und wie werden uns die Daten zu-

ist sicher ein anderer als unserer.

arbeiter Derartiges lesen, dann verschärft sich die Situation natürlich. Da zittert ja jeder um

gänglich gemacht? Können wir dann Einsicht

Aber Ihr Standpunkt hat sich in gewisser Weise ja offensichtlich geändert. Ursprünglich hat die Plattform gegen die Müllverbrennung gekämpft. Dann wurde es ruhig, war man also scheinbar mit dem Gang der Fabrik zufrieden. Warum wurde die Plattform jetzt reaktiviert?

seinen Job. Da geht es um persönliche Schick-

Bannholzer: Der Auslöser war schlicht der Brand.

auch, weil das ebenfalls wo gestanden ist, nie

Ich wohne nur einen Steinwurf vom Rauchfang

gesagt, dass wir jetzt auf die Straße demons-

entfernt. An besagtem Abend hat mich meine

trieren gehen. Das sind journalistische Kinde-

Kirchknopf: Das kann ich nicht mehr genau sa-

Frau in der Arbeit angerufen. Da ich gewusst

reien, da stehe ich drüber. Aber es bedeutet ein

gen. Unser Betriebsrat hat mich darauf hinge-

habe, dass die Glanzstoff ein Seveso II Betrieb

verfehltes Krisenmanagement, wenn man 3.200

wiesen. Ende Jänner hab ich dann auch Herren

ist, eine Chemiefabrik, habe ich ihr gesagt, sie

Bürger einfach ignoriert. Da sag ich doch zu den

Bannholzer zu einem Termin eingeladen, der

soll zu ihrer Mutter in den Süden fahren. Als ich

Leuten, schaut euch das an.

kurzfristig absagte.

20 Minuten später nachhause gekommen bin,

Kirchknopf: Sie sind herzlich willkommen. Ich

nehmen in diese Daten, Herr Kirchknopf? Kirchknopf: Damit habe ich kein Problem!

Das klingt konstruktiv. Warum ist es zwischen Ihnen beiden eigentlich bislang zu keinem persönlichen Gespräch gekommen, da hätte man doch viele Missverständnisse im Vorfeld ausräumen können. Ab wann sind Sie auf die Plattform aufmerksam geworden Herr Kirchknopf?

sale. Wenn dann so opponiert wird, herrscht Irritation. Bannholzer: Herr Kirchknopf, ich kann Ihnen versichern, dass ich Worte wie Krieg nicht in den Mund genommen habe. Wenn ich Krieg wollte, dann wäre ich heute wohl kaum hier. Ich hab

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18

URBAN

Zur Glanzstoff Austria Gründung: 1904 Produktion: Reifengarne: Kommen als Gewebe im Reifenaufbau zum Einsatz, als Verstärkungsmaterial für die Schlauchindustrie, Gelenkscheiben in der Automobilindustrie sowie als carbonisiertes Garn im Booster von Satellitenraketen. Textile Garne: werden aufgrund ihres seidigen Glanzes als Futter- und Bekleidungsstoffe in der Lingerie, Sport- und Funktionsbekleidung, für Dekor- und Möbelstoffe sowie für Medizinische und technische Textilien verwendet. Produktionsmenge: 11.000 Jahrestonnen Emissionen: Schwefelkohlenstoff, Schwefelwasserstoff & -dioxid Arbeitnehmer: ca 350 fix, insgesamt ca. 400 mit Laienarbeitern.

Lehrlinge: Laufend Ausbildung von 10 -20 Lehrlingen (Bereiche: Kaufmännisch, Chemielabor, Technik), eigene Lehrwerkstätte Umsatz zuletzt: ca. 50 Mio Euro/Jahr Abgaben & Steuern an die Stadt: Grundsteuer, Lohnsummensteuer, Kanal- und Müllgebühren u.ä.: ca. 1 Mio Euro Umwegrentabilität: Rund 9 Mio Euro an netto ausbezahlten Löhnen und Gehältern bleiben als Wertschöpfung in der Region Investitionen am Standort: 2007 ca. 8,5 Mio Euro, seit 1994 c ca. 80-100 Mio Euro Investitionen in Umweltstandards: ca. 40 Mio Euro in Kläranlage, Abluftreinigungsanlage 1 +2, Kamin

möchte die Qualität der 3.000 Stimmen nicht

Wir sind durchaus um Transparenz bemüht,

bewerten, wobei

– wenn man etwa Stände

laden Kunden ein, machen Führungen durchs

in der Innenstadt aufstellt und Kipferl verteilt,

Werk, haben Kooperationen mit der FH. Die

Da sind wir wohl bei den „berühmten“ Schwefelkohlenstoff-Tanks, die medial die Runde gemacht haben, angelangt.

dann unterschreibt schnell jemand.

Öffentlichkeitsarbeit ist sehr marktorientiert.

Kirchknopf: Schwefelkohlenstoff kann nicht

Bannholzer: Also ich gehe von großer Qualität

Zuletzt hatten wir auch einen Tag der Offenen

oberirdisch gelagert werden, sondern befindet

der Stimmen aus. Wir haben diese dem Bür-

Tür geplant.

sich in Tanks unter der Erde, darüber ist eine di-

germeister übergegeben, die werden jetzt vom Magistrat geprüft. Nach der Statistik wird das schon in etwa hinkommen. Und natürlich machen wir uns die Methoden des Marketings zunutze, das macht die Glanzstoff ja auch.

cke Schicht Stickstoff. Für diese Substanz gibt

Hat man vielleicht auf die Bevölkerung vorort als Zielgruppe vergessen? Die hat auch ein Informationsbedürfnis, vor allem im Hinblick auf Sicherheits- und Umweltfragen. Da herrscht Unsicherheit, vielfach auch Unwissenheit.

es ganz genaue Industrieverordnungen, deshalb sind wir ja unter anderem als SEVESO II Betrieb eingestuft. Diese ordnungsgemäße Lagerung wird regelmäßig kontrolliert. Wir lagern alles

Kirchknopf: Das stimmt schon, wenn man sich anschaut, wer mit Wörtern wie SEVESO II oder IPPC [unter diesem Aspekt läuft auch das Verfahren in Stufe 2] um sich schlägt, ohne eigentlich zu wissen, was dahinter steckt. IPPC etwa ist eine integrierte Betrachtungsweise zur Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung, was absolut Sinn macht. Wir haben Fachleute für verschiedene Bereiche, etwa einen eigenen Abfallbeauftragten etc. Es gilt genaue Richtlinien und organisatorische Ab-

Zum Teil aber auf sehr suggestive Weise, wenn man etwa Punkte anführt, die ohnedies Tatsachen sind, aber so formuliert wurden, als stünden sie in Frage. Ich denke da etwa an die Betonung, dass die Glanzstoff ein SEVESO II Betrieb ist.

läufe einzuhalten, was von eigens dafür ausge-

vorschriftsmäßig und sicher. [Die Boxen waren,

bildeten Experten überprüft wird. Das passiert

wie das Werk mittlerweile mitgeteilt hat „Leerge-

bereits alles!

binde, die abgeholt wurden.“ Anm. d. Redaktion]

Es wird also schon kontrolliert Herr Bannholzer.

Bannholzer: Uns geht es allein darum, aufzuklä-

Bannholzer: Ja, aber ich bin nicht die Behörde,

Und was ist mit besagtem Zustand der Betriebsfeuerwehr, generell mit den Sicherheitsstandards?

ren, dass gewisse Dinge passiert sind, und dass

die prüft. Ich bin Anrainer, und ich erfahre dar-

Kirchknopf: Wir haben eine eigene Betriebsfeu-

wir darüber sowie über das weitere Vorgehen

über nichts. Außerdem kenne ich die Glanzstoff

erwehr, die im Betrieb mitläuft. Ein Angestellter,

informiert werden möchten. Wir haben auch im-

sehr gut. Ich hab schon als HTL Schüler Ende

ein Oberbranddirektor, ist dafür hauptberuflich

mer gesagt, wir wollen die Glanzstoff – aber nur

der 70’er Jahre das Werk besucht. Ende der

abgestellt. Es sind immer zwei bis fünf Leute im

mit allen Sicherheitsmaßnahmen. Es hat aber

80’er Jahre war ich dann wieder dort. Da waren

Einsatz. Das ist ein Konzept, das sich bewährt

keine Öffentlichkeitsarbeit seitens der Glanz-

nach wie vor dieselben kaputten Fensterschei-

und auch beim Brandfall funktioniert hat. Es wa-

stoff stattgefunden.

ben in der Spinnhalle wie Jahre zuvor. Oder wie

ren unsere Leute, die den Brand entdeckt und in

Kirchknopf: Ich glaube, das grundlegende Pro-

sieht es mit der Lagerung der Chemikalien aus.

Folge die Stadtfeuerwehr alarmiert haben.

blem ist vielleicht ein ganz anderes, dass näm-

Werfen Sie einmal einen Blick auf www.landes-

Zum Gebäude. Vielleicht ist es ein Schwach-

lich keiner weiß, was wir eigentlich genau ma-

hauptstadt.at. Da sind Fotos von Gitterboxen auf

punkt, dass nach außen manches älter wirkt,

chen. Unsere Kunden sind über die ganze Welt

Europaletten. Das sieht nicht ordnungsgemäß

so dass man glaubt, es wurde nichts gemacht.

verteilt. Vielleicht tragen Sie beide uns sozusa-

gelagert aus. Oder der Zustand des Betriebs-

Aber wir haben die letzten Jahre in die Abluft, in

gen als Kleidungsstück am Körper, vielleicht fin-

feuerwehrgebäudes. Das hebt nicht gerade das

Betriebsanlagen investiert. Das sieht man nicht

det sich ein Stück Glanzstoff in Ihrer Geldbörse.

Sicherheitsgefühl.

immer, war aber für das Werk sehr wichtig.

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19

URBAN Ein anderer Dorn im Auge der Plattform ist eine alte Deponie?

ist schwierig, den Schwefel gänzlich herauszu-

Kirchknopf: Es gibt eine Betriebsunterbre-

filtern. Das ist kein Unwille der Glanzstoff. Dazu

chungsversicherung, diese ist auf eine gewisse

Bannholzer: Ja, nördlich des Betriebsareals be-

genügt ein Blick auf andere Standorte wie Len-

Zeit ausgelegt. Mit unseren Versicherungspart-

stand eine Altdeponie, die angeblich geräumt

zing etwa – dort riecht es wesentlich intensiver.

nern sind wir in stetem Kontakt. Die beste Versi-

wurde. Was mich interessieren würde ist, ob

Aber wir bemühen uns redlich, sind sogar Vor-

cherung ist aber letztlich der Markt.

das Grundwasser dort in Ordnung ist. Ich war

reiter in der Frage der Abluftreinigung – welt-

diesbezüglich im Kontakt mit der NÖ Umweltan-

weit! Und wir bleiben weiter dahinter.

waltschaft, mit Dr. Rossmann und Mag. Kaspert, die konnten mir das aber nicht beantworten. Kirchknopf: Also die Deponie ist komplett geräumt worden, das Material wurde entsorgt.

Da Frage betrifft wohl generell, ob es eine Belastung gibt für das Grundwasser durch die Glanzstoff-Abwässer. Wie wird diesbezüglich Vorsorge getroffen?

Das heißt für die Marschrichtung? Kirchknopf: Wir wollen jetzt so rasch wie mög-

Nun behauptet die Glanzstoff aber, dass die ehemals vorgeschriebene Abluftstufe 3 nicht 100%ig erfüllt werden kann, weshalb man auch Einspruch erhoben hat. Darüber entscheidet der Unabhängige Verwaltungssenat. Zugleich ist aktuell die Rede von Biofiltern als Lösung.

lich auf die Beine kommen. Dass wir uns an

Kirchknopf: So ist es, dahin gehen unsere Be-

serem eigenen Nachteil.

die Auflagen halten, kann ich garantieren. Alles andere ist „denkunmöglich“. Wir wissen um die Brisanz des Themas, wissen wie kritisch die Geruchsproblematik beurteilt wird, wissen um unsere Verantwortung. Wir wollen sicher niemanden schädigen – das wäre ja auch zu un-

Kirchknopf: Wir haben seit 1992 eine betriebsei-

mühungen. Wenn ich in die Abluft investiere,

gene Kläranlage. Ich kann versichern, dass kein

dann natürlich in die modernsten Technologien.

Wasser ungeklärt irgendwohin geht. Sämtliche

Biofilter sind derzeit State Of The Art, am effizi-

Wässer durchlaufen diese Kläranlage.

entesten.

Man wird den Eindruck nicht los, dass in den Diskussionen oft ein altes Bild der Glanzstoff durch die Köpfe geistert, als es noch breiträumig gestunken hat, Schaumkronen auf der Traisen waren, das Werk kaum Engagement in Sachen Umweltschutz zeigte. Die Situation hat sich aber definitiv gebessert. Entspringt das Engagement der Plattform auch der prinzipiellen Befürchtung, es könnte wieder schlechter werden.

Ist dieser Weg für die Plattform denkbar?

wie rasch und genau der Bescheid abgearbeitet

Bannholzer: Wenn Sie, Herr Kirchknopf, bestä-

wird und wie der Informationsfluss an die Nach-

tigen, dass die biologischen Filter besser sind

barn funktioniert. Ich kann nur mataphorisch

und dass die Werte nachvollziehbar gestaltet

formulieren: Sollte die Glanzstoff in Vollpro-

werden, dann sagen wir okay und werden uns

duktion gehen ohne die behördlichen Auflagen

dagegen nicht verschließen.

einzuhalten, dann wäre der jetzt gesponnene

Bannholzer: Was Sie sagen, kann ich unter-

Bannholzer: Jeder Arbeitsplatz, der erhalten

schreiben. Die Geruchsthematik ist ja schon seit

wird, ist uns lieb und recht. Aber wir haben

Links: www.glanzstoff.at,

1972 virulent. Es bestand die Befürchtung, dass

eingeschränkt „nicht um jeden Preis“. Es muss

www.plattformprosanktpoelten.at

man jetzt hochfährt nach dem Motto: „Es stinkt

auch auf die Sicherheit, die Umwelt, auf die

zwar wieder, aber wird schon nix passieren.“

Nachbarschaft Rücksicht genommen werden.

Das klingt doch eigentlich so, wie es die Plattform fordert. Wie werden Sie weiter vorgehen Herr Bannholzer? Bannholzer: Unsere Zukunft ist davon abhängig,

seidene Faden der Freundschaft gerissen. Aber

Ein anderer Schlüsselaspekt ist natürlich die Arbeitsplatzfrage. Der Plattform wurde ja mitunter vorgeworfen, ihr seien die Jobs egal.

wir nehmen Ihr Wort für bare Münze, Herr Kirchknopf. Der Beweis liegt nun bei Ihnen! Kirchknopf: Das ist kein Thema. Wir halten uns daran! Alles andere wäre hanebüchen!

Das wäre ein unverzeihlicher Rückschritt. Ich bin

nach wie vor erbärmlich, aber Grosso Modo war

Sind die Arbeitsplätze mit der Wiederinbetriebnahme eigentlich gesichert? Man wird ja, entsprechend den Auflagen, erst zu einem späteren Zeitpunkt auf Vollproduktion laufen. Müssen die Leute weiterzittern?

es zuletzt erträglicher. Das hat auch positive

Kirchknopf: Zittern tun alle.

Effekte im Norden gezeitigt. Studenten haben

Wir haben aktuell alle Leute

sich angesiedelt, es ist eine Szene entstanden,

vollbeschäftigt. Keiner sitzt

Lokale, Infrastruktur – es wäre einfach extrem

daheim. Wir haben verschie-

schade, wenn dieser gute Ansatz durch übelrie-

dene Tätigkeiten, die erst für

chende Luft wieder zerstört wird, wenn also das

später geplant waren, vor-

hier gegebene Versprechen nicht eingehalten

gezogen. Vom Stand hat sich

würde. Wenn man uns aber versprechen kann,

bis dato nichts geändert. Wir

dass die Abluftsituation nicht schlechter sein

werden jedenfalls alles geben,

wird als vor dem Brand, und dass man für die

um die Mannschaft zu halten.

Sicherheit sorgt, dann sag ich nur: No Problem!

Aber jetzt eine Garantie zu ge-

Kirchknopf: Wissen Sie was, Herr Bannholzer?

ben, wäre vermessen.

Es wäre das Schönste, wenn der Geruch ganz

Hängt das auch von der Versicherung ab?

als Student auf die WU gegangen, damals hat es immer geheißen: „Ah, du kommst aus St. Pölten, das ist dort wo’s so stinkt.“ In den letzten Jahren hat die Glanzstoff, dieses Engagement würdige ich durchaus, mit gewissem Einsatz in die Abluft investiert. Bei Inversionswetterlage oder bei Wartungsarbeiten ist der Gestank zwar

weg wäre! Das wünschen auch wir uns. Aber es

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URBAN

ALARMIEREND Dr. Harald Artner, Lungenfacharzt in St. Pölten, findet die Zahlen alarmierend: „Es ist keine Frage, dass kindliche Atemwege durch Feinstaub, Industrieabgase, Dieselabgase und Passivrauchen wesentlich stärker geschädigt werden als diejenigen von Erwachsenen“, gibt er zu bedenken. Österreich sei beim Schutz von Nichtrauchern Schlusslicht in Europa, der Anteil der Dieselfahrzeuge sei einer der höchsten in der EU und die Feinstaubsituation kritisch. Die Industrieabgase hingegen wurden in den letzten Jahren reduziert. „Umso unrühmlicher ist hier die Firma Glanzstoff zu nennen, deren Geruchsbelästigung der Stadt St. Pölten zu einem nicht gerade ruhmreichen Ruf verholfen hat“. Zwar sei eine Besserung aufgetreten, aber die Geruchsbelästigung noch immer vorhanden. Diese sowie die genannten Zahlen der Statistik Austria sollten deshalb Alarmsignal für eine überaus kritische Neuevaluierung der Glanzstoff sein, immerhin sei Schwefelkohlenstoff mitverantwortlich für die Entstehung von kindlichem Asthma sowie für die Erwachsenenkrankheit COPD. „Wiegen 400 Arbeitsplätze tatsächlich mehr als die Gesundheit unserer Kinder?“ Laut Auskunft des Magistrats St. Pölten sei mit dem Ausstoß der Substanzen durch die Glanzstoff kein Risiko verbunden. „Keine Gesundheitsgefährdung, aber Belästigungsreaktionen.“ Auch Glanzstoff Geschäftsführer Dieter Kirchknopf widerspricht: „Wäre die Viskoseproduktion gesundheitsgefährlich würde es diese Industrie weltweit nicht mehr geben. Wir liegen mit unseren Werten weit unterhalb der WHO Grenzwerte, welche mit Abstand die strengsten Grenzwerte sind. Schwefelverbindungen sind in geringsten Konzentrationen geruchlich wahrnehmbar – dies ist die Problematik.“ Deshalb geraten wohl auch andere Fabriken im Stadtgebiet weniger ins Visier. Sei dem wie es sei. Gefordert sind in Sachen Luftqua-

ATEMNOT

Die Diskussion um die Glanzstoff hat wieder die prinzipielle Frage nach der St. Pöltner Luftqualität aufgeworfen. War es in Vergangenheit kaum möglich, Experten zu Auskünften zu bewegen, so lässt der Österreichische Todesursachenatlas nun Rückschlüsse zu: keine beruhigenden! Von Eva Seidl

lität alle, Wirtschaft sowie Privatverbraucher. Dies beginnt bereits beim einzelnen z. B. mit einem Umstieg auf den LUP, sofern möglich!

Herausgegeben wurde der Österreichischen Todesursachenatlas 1998 – 2004 kürzlich von der Statistik Austria. Leider wenig überraschend (man ahnte es) sind die Werte in den Bezirken St. Pölten (Stadt) und St. Pölten (Land) im Bereich der Atemwegserkrankungen. Zu den Krankheiten der Atemwege zählen in erster Linie chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen, Emphysem, Asthma sowie akute Infektionen einschließlich Grippe, Pneumonie und Bronchitis. Etwa sechs Prozent aller Sterbefälle in Österreich sind auf diese Todesursachengruppe zurückzuführen. Jährlich sterben rund 4.200 Menschen an Erkrankungen der Atmungsorgane.

St. Pölten in höchster STufe Die standardisierte Sterbeziffer unterteilt sich in sieben Stufen. St. Pölten Stadt und Land liegen in der zusammengefassten Statistik (Männer und Frauen) in der höchsten Kategorie. Diese steht für „signifikant hoch und im obersten Zehntel“. Der Sterblichkeitsindex für Atemwegserkrankungen (Österreich = 100) ist in St. Pölten Stadt 144,8, in St. Pölten Land gar 155,0! Damit liegen beide Bezirke unter den unrühmlichen Top10 Österreichs (Großstädte wie Wien oder Graz sind im übrigen sogar unterdurchschnittlich!). In Niederösterreich erreichen nur Melk (147,3) und Zwettl (157,8) ähnlich hohe Werte. Bedenklich ist zudem, dass der Index in Relation zum Vergleichszeitraum 1988 - 1994 sowohl in St. Pölten Stadt (von 133,8 auf 144,8) als auch St. Pölten Land (von 125,8 auf 155,0) sogar angestiegen ist.

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Folke Tegetthoff präsentiert die besten Erzähler der Welt 4U1Ă&#x161;MUFOt,SFNTt4DIBMMBCVSHt5VMMOt4U1FUFSt#BE4DIĂ&#x161;OBV o.BJ 1GJOHTUFO

45 fabelhaft!e Programmpunkte: U %JF-BOHFO/Ă&#x160;DIUFEFS.Ă&#x160;SDIFOFS[Ă&#x160;IMFS U Die Story Dinner U %JF4UBEU'MVTT-BOE1BSUJFO U GBCFMIBGUe (FTDIJDIUFOGĂ SEJFHBO[F'BNJMJF U Der 0,!.%4fabelhaft! GĂ S4DIĂ MFS www.fabelhaft.at Info. 0660.7423.100 0021 Fabelhaft.indd 3

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URBAN

Das 6 x 10 des Glücks

Aufgepeitscht von Frühlingshormonen und in grober Anlehnung an die Maslowsche Bedürfnispyramide (1943 vom US-Psychologen Abraham Maslow veröffentlichtes Modell, siehe unten) suchte ich nach dem ultimativen Glückskick in St. Pölten. Ungefähres Budget: 6 mal 10 Euro. Fazit: Glück ist sehr wohl käuflich. Aber nie zu 100 % …von Althea Müller, Fotos: Hermann Rauschmayr

Selbstverwirklichung Anerkennungsbedürfnis Soziale Beziehungen Sicherheitsbedürfnis Grundbedürfnisse Ob ich mich beim Bedienenlassen und Zei-

FRÜHSTÜCK IM CAFÉ MELANGE

tunglesen emotional weiterentwickle, bleibt da-

Kuscheltiere II“ auf DVD. Chips und Snips gehen auch gleich mit.

hingestellt, wenngleich das ungenierte Relaxen sehr gut tut.

Überlängensession auf der Couch, die Hand

40 %

in Knabbereien versunken, dazu liegen zwei

Glücksfaktor: 58 %

schamlose Katzen auf meinem Rücken. Besser geht’s nicht.

100 %

Flucht in die filmische Scheinwelt, die trotz

TYPVERÄNDERUNG

Monster, Mord und Totschlag immer noch net-

Tamara beim Friseur Gotschim ist die Frau meines Vertrauens: Spitzenschneiden beim Weltmeister! Dazu gibt’s persönlichen Trost, weil: Es dauert eeewig lang, ehemals 5 cm-Zotten wieder auf Steiss-Länge wachsen zu lassen. Kränkliche Haar-Enden werden schnell und schmerzlos entfernt.

60 %

Der Frau mit den Scherenhänden kann ich absolut vertrauen.

100 %

Man glaubt nicht, wieviel Information, MotiPikantes Frühstück mit Kaffee und doppelt

vation und Inspiration eine Frau und ihre Friseu-

ter ist als das wahre Leben. Thrilling. Aber – ge-

Käse statt Schinken plus Almdudler. Dazu gratis

rin in nicht mal einer Viertelstunde austauschen

sund? Egal.

Schmökern in jenen Zeitungen, die ich mir nie

können!

freundliche Bedienung.

Nach der Sitzung schaue ich endlich wieder richtig steil aus.

Essen, Trinken, Qualmen. Ich danke Gott für die Erfindung von Cafés.

100 %

Abtauchen in heimeligen Frühstücksgenuss, das Böse bleibt draußen.

100 %

60 %

Schon Kleinigkeiten machen gleich viel hübscher. Und was ist schlecht daran, nicht wie ein Irish Setter aussehen zu wollen?

Kaffeehäferl und Käseteller.

50 %

Rumsitzen bringt weder Lob noch Tadel, auch nicht von mir selbst.

0%

Furlong buddelt so einiges am Indianerfriedhof ein. Und das Beste – sie alle sind hier bei mir! Auch nen Cracker, Wardie?

50 %

60 %

Auf Schocker zu stehen, ist eine Lebensein-

Glücksfaktor: 72 %

stellung. Geht euch brausen mit euren Romantikkomödien!

Irene ist die netteste Kellnerin in town; ansonsten bleibe ich an meinem Tisch allein mit

für ihr Recht zu leben und zu lieben. Edward

30 %

Irgendwie schwant mir, dass es nicht das

FILMABEND AT HOME

wirkliche Leben sein kann, sich im dunklen Käm-

In der Videothek bei meiner Lieblingszicke leihe

merlein in Bildschirmfantasien zu verlieren. 0 %

ich mir „Gangs of New York“ und „Friedhof der

Glücksfaktor: 50 %

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Foto: zVg, elke freytag / Kurt Salhofer, H & M

kaufen würde, aber gerne lese sowie eine super

70 %

Leo und Cameron kämpfen blutüberströmt

80 %


23

URBAN det.

SCHNÄPPCHENJAGD

100 %

Nein, wir haben leider keinen coolen veganen

Kaufen macht glücklich. Im Mango Outlet lege ich

Laden und auch kein Anarchocafé in der Stadt.

mir im supersale gleich drei Oberteile für wenig

Aber wir haben den Inder. Solang zumindest das so

Geld zu.

bleibt, ist alles ok.

90 %

Der Mensch braucht Kleidung. Eigentlich aber hab

Die Welt wird gleichzeitig ganz groß und ganz

ich schon genug. Muss das hier also wirklich sein?

klein. Schmeckt gut und lässt den Alltag vergessen.

Bin schon beim Zahlen nicht so ganz happy. 10 %

Sehr bewusstseinserweiternd. Und das völlig dro-

Sicher ist nur, dass ich jetzt weniger Geld und noch mehr Fetzen habe.

10 %

genfrei.

100 %

Glücksfaktor: 90 %

Kaufen verbindet. Die andren Kunden schauen auch nicht zufriedener drein als ich.

20 %

Ein kleiner böser Teil meiner Seele freut sich, dass der Körper in XXS reinpasst.

YOGA FÜR ANFÄNGER

30 %

Mit meiner Freundin melde ich mich für den Yoga-

Die lang vergangenen Zeiten, als ich mein Ta-

kurs der VHS an. Das Glücksbudget reicht in etwa

schengeld für ein einziges (damals teures) CureShirt zusammensparte, haben sich irgendwie besser angefühlt.

für die erste von 12 Einheiten. Die ersten fünf Minuten machen Spaß. Danach

0%

bemerke ich, dass meine Sehnen irgendwie ver-

Glücksfaktor: 14 %

kürzt sind. Oder warum sonst tun mir plötzlich die Zehen so irre weh?

90 %

Nein. Bitte nicht wieder die Beine strecken müs-

BOLLYWOOD zum ESSEN

Es tut sich nichts. Rein gar nichts. Und wenn sich in Rosas eigenem Leben wenig regt, muss sie auf jenes anderer zurückgreifen. Heute mische ich mich mal wieder in A.G‘s beloved life. Und stellt euch vor, es gibt Leute, die in Bezug auf die Liebe und das männlich schwache Geschlecht noch uneinsichtiger sind als Rosa! Unvorstellbar? Abwarten! A.G. liebt die Liebe. Liebt es zu lieben. Liebt es geliebt zu werden. Soweit noch nachvollziehbar. Was, wenn diese Liebe aber gebraucht ist, second hand love quasi. Oder noch

K

sen. Argh! Aber in einer halben Stunde ist es sicher

schlimmer: vor Urzeiten in einer Kiste abgelegt, verstaubte sie vor sich hin. Und heute – Hokuspokus – holt man die Liebe wieder hervor, wischt ihr die unschöne Vergangenheit aus dem Gedächtnis und fängt an, ihr neues Leben einzuhauchen. Nur der faule Atem von damals

Rosa & SECOND HAND LOVE von Rosa Ein scharfes Supperl beim Inder belebt. Und entführt

50 %

Meine Freundin ist nicht böse, dass ich bei der

indisch/pakistanischer Gastfreundlichkeit und süs-

Kerze umkippe und sie meinen Fuß auf den Kopf

sen Musikklängen real ins Land hinterm Spiegel.

kriegt. Die Lehrerin korrigiert meine schiefe Rücken-

Als Wiener Proletariatskind stehe ich zwar v.a.auf Eiernockerl. Aber zwischendurch darf es ruhig auch mal exotisch würzige Wellness sein.

haltung. Und die andren Kursteilnehmer leiden mindestens so sehr wie ich.

90 %

80 %

Yoga ist lässig. Auch, wenn es schmerzt. Aber in

Klein, bunt, kuschelig fast. Die Hölle, das sind die

11 Wochen kann ich ihn, den brüllenden sonnenan-

anderen. Und überhaupt – Hölle? Plötzlich könnte

betenden Löwen. Den sterbenden Schwan beherr-

ich mich mit dem Gedanken der Reinkarnation an-

sche ich schließlich bereits jetzt.

freunden.

Foto: zVg, elke freytag / Kurt Salhofer, H & M

vorbei.

zwischen immerwährendem Weihnachtsschmuck,

80 %

100 %

Body & Soul im absoluten Einklang: In den knapp

Es gibt keinen freundlicheren Wirt als den Inder,

zwei Stunden ist nichts wichtig, außer, die Balance

dessen Name ich mir leider nie merke. Aber was

zu halten – und zu halten – und zu halten 100 %

sind schon Namen? Es ist das Lächeln, das verbin-

Glücksfaktor: 86 %

Und wenn wir schon dabei sind… Intellektueller Buchtipp „Wenn du mich wirklich liebtest, würdest du gern Knoblauch essen – Über das Glück und die Konstruktion der Wirklichkeit“, Paul Watzlawick, 2006 Piper Verlag. Lockerleichter Surftipp www.zenpower.de/fruehlingserwachen-12_wege_zum_glueck.html Und der Weisheit letzter Schluss „Das vollkommene Glück ist unbekannt. Für den Menschen ist es nicht geschaffen.“ (Voltaire)

2223 Glueck.indd 3

liegt noch in der Luft. Rosa riecht ihn, das stinkt nach großer Kloake. Oder wie bitte liebe A.G. erklärst du dir und Rosa, dass partout er sich nach einer gescheiterten Existenz deiner entsinnt? Kurze Wochen, ach was rede ich, Tage später heißt es schon WIR und UNS und gemeinsam und trallala an diesem Wochenende habe ich für meine Freundin Rosa keine Zeit. Vergewaltigung der Liebe nennt Rosa das! Du vergehst dich an dem, was dir selbst am Wichtigsten ist. Hoffentlich hat er sich ordentlich seine Hörner abgestoßen, und nur die. Hoffentlich ist er es, der die Herde der reuigen Lover gehörnt verlassen wird und anderswo grasen muss. Ooooh Rosa, was sind denn das für Töne? Ja, ja ich weiß schon. Jetzt kann ich mir wieder anhören, dass du weißt, was du tust. Aber ich weiß auch, dass die Liebe schneller kommt, als MANN ahnt!

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24 Ich bin ein Wrack. Ein junges zwar, aber trotzdem ein Wrack: In der Früh beginnt’s mit Totenblässe, Schädelweh und Fluchtgedanken, mittags drückt der Magen und abends kämpfe ich mit Frustschüben, die mir gar das Augenlicht trüben. Ich wundere mich über plötzlich auftretende Allergieschübe, die mich – leider, leider – monatelang ans Sofa fesseln, genauso wie darüber, dass ich schon nach wenigen Minuten Waldlauf Gelenksschmerzen bekomme. Was mich wiederum – leider, leider – dazu zwingt, Sport selbst in kleinsten Dosen aus dem Tagesplan zu streichen. Noch bedrückender als das ist jedoch das Ohrensausen, das ich regelmäßig beim Autofahren kriege. Oder das fiebrige Frösteln jeden vierten Abend, wenn ich mal ein Fenster zu lang offen halte. Verdammte Luft der Außenwelt. And last but not least: Dieser Stress! Ich tue es nicht gerne, aber was bleibt mir denn schon anderes übrig, als nach dem obligatorischen Morgenkaffee einen Satz Beru-

K

CHICKEN

von Althea Müller higungskapseln einzuwerfen? Nein. Ich mach das sicher nicht aus Spaß – die Welt macht mich hin! Zum Glück aber finde ich laufend immer beeindruckendere Hilfskrücken. Preiswert. Legal. Die Apothekerin steht mittlerweile ganz oben auf meiner illusorischen Weihnachtskartenliste. Und für den Hausarzt habe ich eine Stempelkarte, mit der ich nach jedem 10. Besuch ein wahlweise sedierendes oder aufputschendes Produkt günstiger bekomme. Brauch ich alles. Dringend. Vielleicht hilft es außerdem, sich im Bett zu verschanzen. Vorhänge runter, Tabs auf den Nachttisch. Eh nur ein paar Tage. Bis es mir halt besser geht. Ich mich wieder gut fühle. Ansonsten bleibt mir immer noch eine Operation. Irgendeine. Jagged little pill.

0024 Weiberseite.indd 2

DAMENRUNDE

Frühlingsgefühle Dem Himmel sei Dank – es ist wieder Frühling! Zeit, um den schönen Dingen des Lebens zu frönen. Leicht und unbeschwert zu werden. Und ganz bewusst die rosarote Brille aufzusetzen. Das kann ruhig auch die schwarze Ray Ban sein. Von Althea Müller Farbenrausch Für die Modebegeisterten unter euch ist es höchste Zeit, die Pferde zu satteln und nach Wien zu düsen: Vom 17. bis 20. April findet im MuseumsQuartier der MODEPALAST statt. Auf mehr als 800 m² zeigt die Verkaufsausstellung junge österreichische und internationale Modelabels. Tägliche Modeschauen und Side Events in diversen Wiener Locations runden die Veranstaltung ab. Übrigens: Auch Niederösterreich ist vertreten – mit dem Label elke freytag aus Klosterneuburg-Weidling (siehe Foto!). www.modepalast.com Vogelgezwitscher Dass wir seit Wochen den fluffigen Song „New Soul“ als ultimative MitpfeifHymne genießen dürfen, ist eigentlich Apple zu verdanken – die nämlich wollten das feine Liedchen in ihrem TV-Spot für ein neues Notebook. (Apple rulez!) Das verhalf der schönen Urheberin Yael Naim Anfang 2008 zu ungeahnter Popularität. Zuckersüß! www.yaelweb.com

Bitte flatterhaft Come my lady, come come my lady, you‘re my butterfly, sugar, baby!!! Langem Text-Klau kurzer Sinn: Weg mit dem ganzen Plüsch- und Daunenzeugs der letzten Monate. Und her mit den zaaarten Kleidern. Lasst uns kitschig sein. Der Springtime zu Ehren.

09.04.2008 13:05:57


25

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Europa wächst … Raiffeisen Ertragsgarantie Plus: Finanzieller Erfolg – vielleicht die schönste Nebensache der Welt? Wer kennt sie jetzt noch nicht, die erfolgreichen Ertragsgarantie Kombinationsprodukte der Raiffeisenbank Region St. Pölten? Rechtzeitig zum sportlichen Highlight - Mitte des Jahres - liegt wiederum ein attraktives Produkt mit Topverzinsung in limitierter Auflage bereit: Die Raiffeisen Ertragsgarantie Plus. Die eine Hälfte Ihrer Einlage wird auf das Raiffeisen-Vermögenssparbuch mit 6 % fix auf 6 Monate, die andere Hälfte auf den Raiffeisen-Europa-Garantiefonds 08 veranlagt. In diesem Falle sind das vier Aktienfonds, die ganz Europa repräsentieren – vom äußersten Westen bis ganz in den Osten. Damit die Europa-Auswahl besonders gut zusammen spielen kann, wurden unterschiedliche Aktiencharaktere ausgewählt: Vom angriffslustigen Raiffeisen-Osteuropa-Aktien bis zum konservativen Raiffeisen-TopDividende-Aktien. Und hat der Raiffeisen-Europa-Garantiefonds

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26

URBAN

A Room of One’s Own… ...war bereits 1929 das bescheidene Anliegen von Virginia Woolf. Obwohl sich seitdem die Situation der Frauen verbessert hat, bestehen doch nach wie vor Mängel in Sachen Chancengleichheit. Engagierte St. Pöltnerinnen haben deshalb einen Verein gegründet, um einen solchen „Raum“ zu schaffen. Von Kati Waldhart Das Frauenzentrum - derzeit in Bauphase - wird sich in der Linzerstraße

Einrichtung überfällig. „Auch wenn der Verein im Moment keine speziellen

16 befinden. Im Sommer soll der Probebetrieb starten, ab Herbst läuft

Angebote für Lesben bietet, so denke ich doch, dass er eine Verbesserung

dann der Vollbetrieb an. „Ich stehe aber bereits jetzt telefonisch oder per

in St. Pölten mit sich bringen wird, zum Beispiel als erste Anlaufstelle für

E-Mail für Beratungen zur Verfügung“, erklärt die fachliche Leiterin des

Beratungen oder durch die Unterstützung selbstbestimmter Sexualität.

Zentrums Ada Pochmann.

Dies impliziert meiner Meinung nach auch lesbische und transgender Le-

Generell ist das Frauenzentrum eine klassische Beratungsstelle von

bensweisen.“ Der Lesben und Frauenclub schließt auch nicht aus, in na-

Frauen (der Verein besteht ausschließlich aus Damen) für Frauen sowie

her Zukunft in Kooperation mit dem Frauenzentrum Angebote zu stellen.

Mädchen ab 10 Jahren. Geholfen wird in allen Lebensfragen- und -lagen,

Schon jetzt sei das Interesse am Verein Frauenzentrum jedenfalls groß.

egal ob es sich um familiäre, persönliche, berufliche, finanzielle oder sozi-

Etliche Interessentinnen wollen sich sowohl neben- als auch hauptberuf-

ale Probleme handelt. Auch psychosozialen und sozio-medizinischen Ge-

lich einsetzen, es herrsche enge Zusammenarbeit mit der FH St. Pölten

sundheitsfragen wird großes Augenmerk geschenkt. Angeboten werden

sowie den frauenorientierten Einrichtungen. Unterstützt wird der Verein

Einzel- und Gruppenberatungen, aber auch Workshops, Seminare, Impuls-

von Stadt, Land, AMS, Bund sowie Spendern. A Room of one‘s own... in St.

referate sowie ganz allgemein Lebensorientierung. Zudem steht schlicht

Pölten wird er für Frauen bald Realität!

dem Zentralraum, „aber auch Frauen aus anderen Landesteilen, die nicht selten aus Gründen der Anonymität kommen.“

BEDARF GEGEBEN Der Bedarf an einem Frauenzentrum bestehe jedenfalls trotz bereits vorhandenen Einrichtungen wie Mutter-Kind-Heim oder Frauenhaus, wie sich die Frauenbeauftragte der Stadt St. Pölten, Martina Eigelsreiter, und die NÖ Gleichbehandlungsbeauftragte Christine Rosenbach einig sind: „In vielen Bereichen, besonders bei der Gleichberechtigung im Beruf, kann noch einiges getan werden!“, so ihr Grundtenor. Außerdem will das Frauenzentrum nichts anbieten, was schon existiert. „Wir füllen eher die Lücken und sind vor allem eine Clearing Stelle“, so Renate Gamsjäger, Vorsitzende des Vereins. Das heißt, man ist bemüht Frauen mit speziellen Problemen an die fachspezifischen Stellen weiterzuvermitteln. Auch Ingrid Müller vom Frauen- und Lesbenclub St. Pölten sowie Beirätin des Vereins findet die

Verein Frauenzentrum St. Pölten überkonfessionell – anonym – kostenlos – überparteilich Kontakt: 0676 / 30 94 773, office@frauen-zentrum.at Vereinskonto Kontonummer: 01500002009 BLZ 20256, Sparkasse NÖ Mitte West AG Spenden erbeten! Im europäischen Durchschnitt verdienen Frauen beim Stundenlohn 15% weniger als Männer, in Österreich sind es sogar 20%. In Niederösterreich verdienen Frauen im Durchschnitt gar 34% weniger als Männer und haben oft mit einem Karriereknick durch einen Teilzeitjob zu kämpfen (Schwangerschaft etc.). Der EU-Gender-Bericht kommt auf ca. 29% Frauenanteil bei Spitzenjobs in Österreich, obwohl es 1991 noch ungefähr 30% waren.

Foto: photocase, fotolia

das Knüpfen sozialer Netze im Vordergrund. Willkommen sind Frauen aus

MFG0408

2600 Frauen.indd 2

09.04.2008 11:43:43


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URBAN

Eine schnelle Strasse entlang der Traisen Was ist das? Es ist grau, schlängelt sich durchs Grüne und entzweit die Gemüter? Die geplante Traisental Schnellstraße (S34) und deren Verlängerung B334 sorgen nach wie vor für heftige Kontroversen. Befürworter sehen darin die bestehende Bundesstraße entlastet und die Wirtschaft angekurbelt, Gegner hingegen ein Prestigeprojekt, das das Verkehrsaufkommen verstärken und für einen Kaufkraftabfluss aus dem Traisental sorgen wird. Die S34 soll als Verlängerung der S33 von St. Pölten bis nördlich von Wilhelmsburg gebaut werden. Dabei gibt es eine Ostvariante vorbei an Brunn und Altmannsdorf sowie eine Westvariante vorbei an Völtendorf. Die Entscheidung über die Variante trifft die ASFINAG – die

Variante, die am nahesten östlich entlang der

sowie „Stopp Transit S34“. Bernhard Higer für

Schnellstraße ist Bundesangelegenheit – im

Traisen führt und aufgrund des geringsten Tun-

die letztgenannte: „Das Projekt S34/B334 ist ein

April. Präsentiert soll die gewählte Variante am

nelanteiles mit 140 Millionen Euro die billigste

politisch verordnetes und kommt nicht aus den

8. Mai im Volksheim St. Georgen werden. Frü-

ist. Ehestmöglicher Start des Baus: 2011.

Bedürfnissen der hier lebenden Menschen.“

hestmöglicher Baubeginn ist Ende 2010.

Das Straßenbauprojekt sorgte von Anfang an

Was ist grau und schlängelt sich durchs Grüne?

Die B334 hingegen fällt in Landeskompetenz.

nicht nur für politische Fehden, sondern ist auch

Die alte – eingleisige – Eisenbahnstrecke durchs

Über ihre Variantenfestlegung – die B334 wird

Gegenstand mehrerer Plattformen und Bürger-

Traisental, die, wenn sie attraktiver wäre, wohl

Wilhelmsburg umfahren und weiter bis nach

initiativen. Neben der Plattform „Pro B334“ des

auch Straßenverkehr aus den geplagten Orts-

Traisen führen – wird laut Landesregierung bis

Rohrbacher Bürgermeisters Karl Bader gibt es

durchfahrten abziehen könnte. An deren Aus-

Jahresmitte entschieden. Favorisiert wird die

auf der Gegnerseite die Initiativen „Stopp B334“

bau denkt aber leider niemand.

LAND UNTER STROM Fahrzeuge mit alternativen, umweltschonenden Antriebstechniken sind stark im Kommen. Ganz vorne mit dabei ist der E-Racer, ein strombetriebenes Moped! Der innovative Elektroscooter aus China ist so wegweisend, dass seine Anschaffung seitens des Landes Niederösterreich jetzt sogar mit 300 Euro gefördert wird! In China sind bereits über 20 Millionen dieser

ger. Einmal „Auftanken“ kostet im Durchschnitt

tigung wie bei vergleichbaren Motorbienen gibt,

Fahrzeuge unterwegs, in Europa ist die Tendenz

etwa 50 Cent. Billiger ist auch die Versicherung,

prädestinieren den E-Racer zum idealen City-

stark steigend: „Wir glauben fest an den Erfolg

die zirka 30 Euro im Jahr ausmacht.

Flitzer. Und das Umweltbewusstsein wird mit 300 Euro Förderung seitens des Landes sogar

des E-Racer, weil er in Zeiten von Klimaschutzdebatten eine richtige und sinnvolle Antwort

300 Euro Förderung

belohnt (Anträge unter: post.wst6energie@noel.

darstellt. Zudem braucht der E-Racer den Ver-

All diese Vorteile, ganz abgesehen von den Tat-

gv.at, Tel: 02742/9005-14790)

gleich zu den motorbetriebenen ‚Benzinbrü-

sachen, dass es keine schädlichen Abgas- und

E-Racer Center: KFZ Manfred Blab, Wienerstraße

dern’ in keiner Weise zu scheuen“, verlautet es

Kleinstaubbelastungen sowie keine Lärmbeläs-

129. www.e-racer.at

aus dem E-Racer Center. In der Tat sprechen die Fakten für sich. So bringt es der ca. 110 kg schwere E-Racer auf eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h und ist vom schneidigen Design her von einem Mofa nicht zu unterscheiden. Der Unterschied freilich beginnt im Innenleben, das beim E-Racer vor allem High Tech bedeutet anstatt Öl, Schrauben und Muttern. Kein Wunder, wird doch Strom anstatt Benzin getankt! Und so simpel es klingt, so einfach ist es tatsächlich: Den E-Racer kann man an jede Steckdose anstecken! Nach einer Ladezeit von drei bis sechs Stunden fährt man bis zu 70 km, bevor man wieder neuen Saft braucht. Damit kommt der E-Racer im Vergleich zu benzinbetriebenen Fahrzeugen auch deutlich billi-

0408 MFG

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B

28

SCHRÄG GEDACHT

von Thomas Karl

1) Sowjetischer Vegetarier 2) Sparsam mit Fischfett umgehendes Federvieh 3) Gewandverunreinigung durch Pflaume 4) Investitionsmöglichkeit in Geflügel 5) Bürgermeister auf Englisch (geborgtes Rätsel) 6) Verschiedene Wimmerl (Englisch) 7) Schlechte Backmasse 8) Wird nicht so heiß gegessen wie es klingt 9) Peter Sellers hatte ’ne solche im „Partyschreck“

17 H

De Tr

assoziatives malen „Bisweilen beschleicht mich das Gefühl, manche

soziatives Malen“ zu heben versucht. „Viel span-

Künstler geben ihr Wissen absichtlich nicht wei-

nender ist ja die Fantasie des Menschen, das,

ter, um selbst besser dazustehen. Die machen

was in ihm steckt. Ich sag immer: ‚Denkt nicht

aus der Malerei ein Mysterium – nur, das ist sie

nach, sondern malt einfach. Ihr könnt das!’“ Und

nicht“, ärgert sich Gwendolin Burger und gibt

zwar jeder: „Das Bildnerische ist das Ursprüng-

deshalb seit Jahren Mal- und Zeichenkurse.

lichste überhaupt. Kinder kritzeln schon, bevor

Dabei geht es Burger in der Vermittlung nicht

sie sprechen können!“ Wer sich darauf einlässt,

ums technische Können an sich („Realistisch

so ist Burger überzeugt, wird belohnt: „Das ist

malen ist ja nichts Neues“), als vielmehr um den

wie eine Tankstelle, an der man sich auflädt!“

Ausdruck der Persönlichkeit durch das Malen,

Infoabend: 25. April, NXP Bowling Center

im Malen. Ein Schatz, den sie in Kursen wie „As-

Kontakt: DI Burger 0664 19 25 262

21

V

Gi Pi Ro

31

Il

Ac Ein Hundeleben

Au Bakke(n)

7.

10) Betrunkener Bettelordensmönch

G

W Fr Cl

Kulinarisches Schüttelreime Erst das G’selchte beizen wir, dann trinken wir ein Weizenbier

13

N

I find ’was klassa(er) als a Glas Wassa(er) Sie hat eine Schwäche für österreichischen Wein,

ein „meyerhold.unldt“, der ab 10. Mai dafür sor-

die Ruhe in unserem Land und „Echt Fett“ – alles

gen wird, dass es St. Pölten, Ardagger, Tulln und

Faibles, die den norwegischen Star Rebekka Bakken

Scheibbs nicht anders ergeht.

so sympathisch für uns Österreicher machen.

Unter dem Titel „Trackerdog – Spürhunde auf Wan-

Die äußerst talentierte und charmante Jazz/Pop-

derwegen“ sind Hundebesitzer aufgefordert, mit

sängerin ist in der Nähe von Oslo aufgewachsen,

ihren Lieblingen kurzerhand die Rollen zu tauschen.

seit 2003 wohnt sie aber in Wien.

Vulgo: Nicht Waldi, Struppi & Co. tanzen nach der

Vorher freilich - in ihrer experimentellen Phase, als

Pfeife ihres Herrls, sondern umgekehrt. Die Hunde

sie noch in einer Rockband sang - beschloss sie

nehmen ihre Besitzer an die Leine und zeigen, wo’s

nach New York zu gehen. Mit Erfolg. Für ihr 2003

10) Besoffener Kapuziner

langgeht. Hunde auf Abwegen? Oder vielleicht kom-

erschienenes erstes Album „The Art of How to Fall“

9) Schaumrolle

men die Besitzer gar zur der niederschmetternden

wurde sie mit dem begehrten „JazzAward“ ausge-

8) Scheiterhaufen

Erkenntnis: Es war nie anders! Einen witzigen Ver-

zeichnet. Ihre Stimme klingt auf diesem und dem

such ist es allemal wert. Die beim Spaziergang ent-

2005 folgenden „Is that You?“ Album nicht nur sinn-

stehenden Routen werden per GPS aufgezeichnet

lich und verträumt, sondern auch stark und selbst-

und im Anschluss zu Wanderkarten verarbeitet, die

bewusst. Ein Jahr später kam der dritte Longplayer

am 4. Juli im Stadtmuseum St. Pölten präsentiert

„I keep my cool“ heraus. Einer von vielen Gründen,

werden. Möglicherweise kann man in Hinkunft ja

sich Bakkens Konzert am 5. Mai im Festspielhaus

3) Zwetschkenfleck

auch touristisch daraus Kapital schlagen, indem

anzusehen, denn auch dieses Album lässt einen

2) Transparente

man den Themenspaziergang „Who let the dogs

träumen und macht vor allem eines: Lust auf mehr

1) Mo(o)skauer

out?“ anbietet. Anmeldung: www.trackerdog.at

Rebekka Bakken.

Essen Rümänen Muränen? I was net was i tät’ wär’ i auf Diät?

7) Plunderteig 6) Mixed Pickles 5) Burger King 4) Hühnerfond 2800 SC Kultur.indd 2

Ci

20

OP Ge

22

A

Eu Foto: Burger, Universal, trackerdog

Auf den Hund gekommen ist der Theaterver-

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Be

Ganz


Barockfestival St. Pölten 17. Mai – Konservatorium f. Kirchenmusik Hohelied Salomos Des Nachts such‘ ich den meine Seele liebt Triagonale

21. Mai – Barockgarten im Stadtmuseum

Vive la France, vive le Roi! Giovanna Pessi – Harfe Pierre Pitzl – Viola da Gamba Ronald Bergmayr – Traversflöte

Il settecento napoletano Accordone

7. Juni – ehemalige Synagoge

Goldene Meisterwerke der Barockmusik Wolfgang & Matthias Schulz – Flöte Franz Bartolomey – Cello Claudio Brizi – Cembalo

13. Juni – Institutskirche Engl. Fräulein

Nach Sturm folgt froher Sonnenschein Circino

20. Juni – Franziskanerkirche

Sächsische Bläsermusik

OPUS 4 - Posaunenquartett des Gewandhausorchesters zu Leipzig

22. Juni – Dom zu St. Pölten

Antonio & Giraud

Europa Galante, Fabio Biondi, Marina de Liso Beginn jeweils 19.30 Uhr

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Musik und mehr

Eine Veranstaltungsreihe der Landeshauptstadt St. Pölten

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31. Mai – ehemalige Synagoge

28.03.2008 11:00:22 12:44:04 09.04.2008


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KULTUR

Das Unmögliche möglich machen Von 5. bis 13. Mai findet zum zweiten Mal das Erzählkunstfestival Fabelhaft statt. MFG sprach mit Saddek el Kebir, der beim Festival die Märchen aus 1001 Nacht neu interpretieren wird. Von Eva Seidl Warum ist das Erzählen wichtig? Weil es Kommunikation bedeutet. Das Leben fängt damit an. Wenn man sich in einer Beziehung nichts zu erzählen hat, ist das das Ende. Wenn man die Gabe hat, zu erzählen, sollte man viele Menschen davon profitieren lassen.

Was bedeutet es für Sie persönlich? Erzählen ist mein Leben! Es geht darum, den Menschen Nachrichten zu bringen. Die eine Möglichkeit ist, von etwas Tatsächlichem zu erzählen, das der Hörer noch nicht kennt. Die zweite Möglichkeit ist immaterieller Natur, dass man also von Träumen, von Fantasien, von Imaginärem erzählt: Über Helden und Antihelden, über andere Völker, Menschen, Religionen. Das Besondere ist, dass man sozusagen gemeinsam - Erzähler und Publikum - in einer Stunde oder auch in nur zehn Minuten die Möglichkeit hat, zusammen etwas zu erleben. Vielleicht zu reiten, zu fliegen. In einer Welt, die vom Erzähler und Zuhörer geschaffen wird!

Sie leben in Algerien und Deutschland. Gibt es Unterschiede im Erzählen? Es gibt keinen großen Unterschied, das Erzählen ist überall gleich, nur die Art und Weise, wie es angenommen wird, ist anders. Ich finde, dass in Deutschland die Menschen besser zuhören als in Algerien, vielleicht weil es weniger Erzähler gibt. Der Unterschied liegt in den Geschichten. Alle Geschichten kommen aus dem Orient, sie haben jedoch unterschiedliche Wege genommen, sich anders entwickelt. Es ist wie bei den Religionen, sie haben die gleichen Wurzeln.

Sie erzählen in beiden Sprachen. Eignet sich die deutsche Sprache zum Erzählen? Wenn man von der arabischen Sprache ausgeht, ist die deutsche Sprache wunderbar, weil sie dieselbe Konstruktion hat. Jede Sprache ist schön! Jede Sprache hat ihre eigene Magie. Es ist die Aufgabe des Erzählers, diese Magie, die

zulesen, ist doch anders und besser, als es vor

gibt immer einen Antagonisten im Menschen,

Töne, den Klang der Sprache herauszufinden.

den Fernsehapparat zu setzen. Welches Kind ist

eine Sonnen- und eine Schattenseite. „1001

Wenn man die Möglichkeit, ja den Luxus hat, in

nicht dankbar, jeden Tag eine Geschichte erzählt

Nacht“ wird von einer Frau erzählt, für die es

mehreren Sprachen zu erzählen, ist das wun-

zu bekommen. Wenn Eltern diese Zeit nicht ha-

ums Überleben geht. Die Geschichten sind die

derbar. Es ist eine Art Verfremdungseffekt, und

ben, ist das schon schlimm.

einzige Waffe, die sie hat. Es geht darum, aus

der Zuhörer ist dankbar, weil er sieht, dass sich

dem Tyrannen einen Menschen zu machen. Das ist auch die Liebe, dass das Unmögliche möglich

Warum braucht es ein Erzählfestival?

Sie erzählen die Märchen aus „1001 Nacht“. Was macht diese Geschichten heute noch interessant?

Wir brauchen Geschichten! Brauchen das Erzäh-

Ihre Erotik. Dass sie keine Grenzen haben. Sie

nen. Homosexualität war damals erlaubt. Alles,

len. Paare müssen einander erzählen, Kindern

erzählen von allen möglichen Völkern, Men-

was in eine Geschichte passt, kann erlaubt wer-

muss man Geschichten erzählen, damit sie sich

schen und Religionen. Alle haben eine Chance,

den. Alles kann in Frage gestellt werden, außer,

imaginär entwickeln. Seinem Kind ein Buch vor-

etwas zu werden, alle spielen eine Rolle. Es

dass es einen Gott gibt.

wird, dass man fliegen, dass man reiten kann, dass zwei Frauen oder Männer sich lieben kön-

Foto: SaddekFotoKnie

der Erzähler auf seine Sprache einlässt.

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ADVERTORIAL

„ABSOLUT GÄHNFREI“ Die Erste Bank präsentiert am 18.April im VAZ in Tulbing Alexander Bisenz im Klappsmühlen-Kabarett. Der Tullnerfelder Kulturverein und

Klappsmühlen-Ausschuss garantie-

die Gemeinde Tulbing haben den

ren für Lachkrämpfe...

Kabarettisten an Land gezogen.

Mehrwertunterhaltung

30 Jahr Jubiläum

In diesem Programm ist Tempo

Alexander Bisenz feierte 2007 sein

angesagt. Die Mehrwert-Unterhal-

30jähriges Bühnenjubiläum.

tungs-Überdosis für jung und alt.

Im brandneuen Klappsmühlen-Ka-

Kein Politiker-Wahnsinn zu groß,

barett, „ABSOLUT GÄHNFREI“ kehrt

kein Skandal zu klein, kein Star zu

BISENZ eindeutig back to the roots.

international, kein Promi zu pein-

Künstlerische Schwerpunkte sind:

lich, zu verkokst oder zu schwul.

Parodie, Schauspiel, Musik und Ka-

„ABSOLUT GÄHNFREI“ in rot weiß

barett. Mehrwert-Entertainment für

rot ist purer Parodien Rock’n’Roll

das typische Bisenz-Publikum von 9

für jeden gelernten Österreicher.

bis 90.

Die Klappsmühlen-Stars Hugo Portisch, Joe Zawinul, Alois Mauzga,

Falco, Kreisky & Co.

Ludwig

Mit den größten Klappsmühlen-

Fendrich, König Falco „Wolke 7“,

Stars die rot weiß rot zu bieten hat,

Hansi Windelseer, Prof. Dr. Kurt Ost-

ist auch der Draht zum Himmel ga-

bahn als Opern-Verführer, Robbie

rantiert. Von dort werden sich Falco,

Williamsbirne, Hans Mosers Rache

Kreisky und Co zu Wort melden. Die

an Wolfgang Ambros, Die Suflaki

beiden Anstaltsvorsitzenden Alois

Brothers, Jean Klo Bastard, LH Dr. Er-

Mauzga und Alfred Wurbala im

win Prölll, Alfred Wurbala u.v.m.

Hirschwimmerl, Beinhart

Kartenpreise: Kat 1: EUR 22,- Kat 2: EUR 19,Einlass: 19 Uhr Beginn: 20 Uhr Tickets: „Gute Unterhaltung“, Wienerstrasse 16 in Tulln (02272 / 68 909) Sowie: ÖT Verkaufstellen, Trafiken mit ÖT Anschluss, Österreichische Verkehrsbüros, Media Markt, Ruefa Reisen, sämtliche Libro Filialen, Saturn, Erste Banken und Sparkassen sowie die Raiffeisenbanken Tulln, Zwentendorf, Würmla, Sieghartskirchen und Stockerau Weiter Infos: 0699 11 72 32 48, www.mvmfm.at, www.tullnerfelder-kulturverein.at

Foto: SaddekFotoKnie

Ureinwohner Nordamerikas

SCHALLABURG 29. März bis 19. Oktober 2008

Montag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr | Samstag, Sonn- und Feiertag: 9 bis 18 Uhr Kassaschluss 1 Stunde vorher | T +43 2754 -6317 | office@schallaburg.at | www.schallaburg.at

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09.04.2008 12:34:26


32

KULTUR

Kunst Fort Knox

Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt wird derzeit am Stadtrand von St. Pölten das neue Kulturdepot errichtet. Durch einen Brand auf der Baustelle rückte das Gebäude erstmals ins Blickfeld. Zeit zu hinterfragen, was dort eigentlich genau entsteht und in Hinkunft gelagert werden wird. von Eva Seidl Ein „Haus für die konservatorisch optimale La-

stellungen aus diesen Beständen in niederös-

bung – an niederösterreichische Firmen“, freut

gerung, Pflege und wissenschaftliche Erschlie-

terreichischen Ausstellungshäusern wie dem

sich Grassegger. Eine ernstzunehmende Verzö-

ßung von Beständen des NÖ Landesarchivs der

Museumszentrum Mistelbach oder der Kultur-

gerung durch den Brand sei im übrigen nicht zu

NÖ Landesbibliothek und der Kunstsammlung

fabrik Hainburg gezeigt. Außerdem werden viele

erwarten, versichert er. St. Pölten wird also in

des Landes“ soll geschaffen werden, erläutert

Leihgaben für nationale und internationale Aus-

Bälde zum Kunst Fort Knox des Landes!

Friedrich

Lei-

stellungen zur Verfügung gestellt. Darüber hin-

ter der Abteilung Kultur und Wissenschaft des

aus werden einzelne Sammlungsschwerpunkte

Landes NÖ und seines Zeichens für die museal-

auch in Publikationen zugänglich gemacht. Alles

wissenschaftlichen Sammlungen des Landes

in allem lagern in St. Pölten also wertvolle Be-

stellvertretender

2

verantwortlich. Auf rund 3.700 m werden die

stände - in jeder Beziehung. Wenig verwunder-

gesamten Sammlungen des Bereiches bildende

lich, dass man mit genauen Auskünften über

Kunst gelagert, wenn sie nicht gerade ausge-

die Sicherheitsmaßnahmen geizt. „Betrieblich-

stellt sind. „Derzeit umfasst die Kunstsammlung

organisatorische

mehr als 35.000 Inventarnummern!“

Sicherheit und technische Sicherheit mit elek-

Insgesamt 14 Personen werden im neuen Kunst-

tronischen Alarmsystemen sind die drei Säulen,

sammlungszentrum beschäftigt sein. Diese be-

auf welchen das Sicherheitskonzept aufgebaut

schäftigen sich u. a. mit der exakten Beschrei-

ist“, verrät Grassegger. Und dass das Landeskri-

bung der Kunstwerke, der Auseinandersetzung

minalamt als Nachbar permanent vor Ort ist, sei

mit den Inhalten. Ebenso sind die Festlegung

ein zusätzlicher Sicherheitsfaktor.

der Bedeutung des Werks, seine Einordnung in

Sicherheit,

bautechnische

ein (Gesamt-)Schaffen eines Künstlers, sowie

Umwegrentabilität

die Zuordnung zu künstlerischen Tendenzen

Rund 35 Millionen Euro stehen für die Errichtung

wissenschaftlich aufzuarbeiten.

des Landeskriminalamts und des Kulturdepots

KUNST-KAPITAL

zur Verfügung. Der Anteil des Kulturdepots daran beträgt in etwa 40 Prozent. Der wirtschaftliche

„Eine gut betreute Kunstsammlung ist das Ka-

Effekt, der durch den Bau ausgelöst wird, ist

pital für unsere großen Ausstellungshäuser“,

bemerkenswert: „Immerhin gingen mehr als 80

betont Grassegger. Regelmäßig werden Aus-

Prozent der Aufträge – bei EU-weiter Ausschrei-

FACTS

Gemäldedepot: 1000 m2 (mit fast fünf Meter hohen verschiebbaren Hängewänden) Skulpturendepot: 870 m2 (mit Schwerlastregalen und Kompaktanlagen) Fotodepot: 250 m2 (mit Schiebewänden und Ladenschränken) Grafikdepot: 375 m2 (mit Hängewänden und Ladenschränken auf mehreren Ebenen) Kunstgewerbedepot: 60 m2 Textildepot: 130 m2 Restaurierwerkstätte: 300 m2 (für Gemälde, Papier, Fotografie, Plastik) Quarantäneraum: 25 m2 Großkonservierungsraum: 55 m2 Bearbeitungsräume für Wissenschaftler: 150 m2 Reproduktionsraum: 100 m2 Fotoraum/Fachbibliothek: 175 m2 Indoor-Anlieferung: 115 m2 Rahmen- und Verpackungslager: 75 m2

Foto: Architekturbüro Ernst Maurer

Grassegger,

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3200 Kulturdepot.indd 2

09.04.2008 13:08:15


33

KULTUR

MANNI IM LANDESMUSEUM Eine besondere Preview war

Binder als prominenten Stargast den Generaldirektor des Naturhisto-

exklusiv den Mitgliedern des

rischen Museums Univ. Prof. Dr. Bernd Lötsch begrüßen.

Fördervereins

Kulturbezirk

Zudem wurden die Besucher kulinarisch mit „Eisbein“ und Eis der

vergönnt. Sie durften die

Firma Schöller verwöhnt. Gleich ins Herz geschlossen wurde die natur-

aufsehenerregende

getreue Nachbildung eines Mammuts, das mancher Besucher einge-

neue

Schau „Mammut, Mensch &

denk des Filmes „Ice-Age“ kurzerhand Manni taufte.

Co. – Steinzeit in der Eiszeit“ im NÖ Landesmuseum als erste unter die Lupe nehmen. Und es wäre nicht der Förderverein

Kulturbezirk,

wenn man nicht wieder

EXKLUSIV-TIPP

mit

Exper-

Eine Kulturreise der besonderen Art er-

ten, welche höchstselbst in

wartet die Fördervereinsmitglieder am

die Ausstellung ein- und durch diese führten, aufwartete. So erklärten

19. April: Nach dem Besuch der „Kultur-

nicht nur der für den Naturkundeteil zuständige Museumsdirektor Dr.

fabrik Hainburg“, lassen ein exklusiver

Erich Steiner und der Ausstellungskurator Thomas Einwögerer die Hin-

Blick hinter die Kulissen des archäolo-

hochkarätigen

tergründe und Konzeption der Schau, da freute sich nicht nur Muse-

gischen Depots Niederösterreich, der

umsdirektor Carl Aigner über die fruchtbringende Kooperation mit dem

Besuch des neu eröffneten „Museums Carnuntinum“ in Bad

Naturhistorischen Museum Wien (die heuer sogar die 11cm große und

Deutsch Altenberg sowie die Vorab-Besichtung der rekonstruier-

in etwa 25.000 Jahre alte Venus von Willendorf in die Landeshauptstadt

ten Villa Urbana in Petronell die Antike wiederauferstehen.

bringen wird), sondern da konnte Fördervereinsobmann Dkfm. Herbert

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35

ADVERTORIAL

Ein Volksfest wie damals...

Okay, es wird ja viel über St. Pöltner Veranstaltungen und Festivals gesprochen, die großartig sind: NUKE Festival, Barockfestival, Jazz-Herbst im EGON, Triathlon, Film am Dom, Hauptstadtfest und so weiter und so fort. Wer könnte sich den Veranstaltungsreigen ohne diese Highlights vorstellen. Nur, dann gibt es noch quasi die Mutter aller Events: Good old Volksfest – das jährlich an die 200.000 Besucher anlockt! Ist ja auch wirklich genial, oder?

den Worten „War eh nicht so schlimm“ abringt

Und dann treffen sich alle, wirklich alle beim

Da sind die Kleinen, die wie wild ihre Schauau-

und dann schnell auf ein Bier gehen will, „wo

Riesen-Feuerwerk (heuer sogar gleich zweien,

tos lenken und sich über jede Kurve freuen (die

man sitzen kann“. Aber ein Held ist er!

einmal von LEINER, einmal von den NÖN ge-

Wagemutigen legen sich sogar noch richtig hin-

Da sind Opa und Oma, die die Enkerl auf den

sponsert!), starren gereckten Halses in den Him-

ein), obwohl sie in Wahrheit auf Schienen fah-

Rummel ausführen, wobei Oma laufend für Zu-

mel, staunen offenen Mundes ob der Lichtspiele

ren. Andere drücken quietschvernügt die Hupen

ckerwatte-, Aschanti-Nüsse-, Riesenschaum-

da oben und können bei den ganz großen Kra-

am Flieger im Karussell oder fühlen sich wie ein

rollen- und Langoszufuhr sorgt und dafür von

chern ein „Ohhh und Ahhh“ nicht zurückhalten,

richtiger Cowboy, wenn sie auf einem Pony ihre

Opa stets ein strenges „aber das is ja soo un-

ebenso wenig wie den Schlussapplaus, wenn es

Runden drehen.

gesund“, der aber dann doch auch selbst kräftig

vorbei ist: „So schön wars wieder!“

Da sind die mit Hormonen vollgepumpten Pu-

zulangt und sich ein „Mmh, das schmeckt“ nicht

Jaja, das Volksfest. Das hat schon seine eigene

bertierenden, die mit ihrer ersten großen Liebe

verkneifen kann.

Magie. Eine Welt in der Welt, einmal im Jahr. Der

stolz, aber auch aufgeregt durch die Menge fla-

Da sind die Freundespartien, die sich traditionell

Duft von Langos in der Luft, die „Anpreisungen“

nieren, Hand in Hand, pochenden Herzens, eine

beim Hacker Pschorr treffen, sich dann weiter

der Schausteller, die bunten Lichter allüberall,

Runde Autodrom drehend, dann natürlich die

durch den Bacchus-Hain durchkosten und ir-

die stets wechselnde Musik, die Welle, auf der

Geisterbahn, wo man sich gegenseitig beschüt-

gendwann im Festzelt landen, wo sie sichzur

man mitschwimmt durchs Gelände, um immer

zen muss und aneinanderkuschlt...

zünftigen Volksmusik ein paar weitere Bierchen

wieder gerne – in einem Schaugerät, einem

Da ist Superdad, der, um den Kindern ihren

genehmigen und mit schön fetten Kotelletts

Gastgarten – zu stranden. Gut, dass es endlich

Spaß nicht zu verderben und um ja nicht als

oder Grillhenderln für die notwendige Unterlage

wieder seine Pforten öffnet. Heuer von 9. bis 18.

feige Nuss zu gelten, wagemutig mit ihnen ins

sorgen. Und zuletzt findet man sich im Showzelt

Mai am VAZ Freigelände!

„Panic“ steigt, und nachher käsebleich wieder

und tanzt noch bis in die frühen Morgenstunden

herauskommt, sich ein gequältes Lächeln mit

ab, weil der Tag heut auch so jung ist.

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36

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL

noekulturforum.at Ein Drittel Jahrhundert NÖ Kulturforum 33 Jahre im Dienste der Kulturschaffenden

Das Urteam des NÖ Kulturforums vor 33 Jahren, Gotthard Fellerer, Leopold Grünzweig, Franz Slawik.

Das NÖ Kulturforum besteht seit einem Drittel Jahrhundert - 33 Jahre! Ein ungewöhnlich unrunder Geburtstag wurde kürzlich im Stadtmuseum St. Pölten gefeiert. Einer der letzten noch lebenden Mitbegründer

eignissen degeneriert, eine halbe Ewigkeit. Wer

Franz Slawik, Kurt Fuss, Kurt Preiss. Gemeinsam

des NÖ Kulturforums, Prof. Gotthard Fellerer

die erlebt, ist wohl ein Kultur-Dino. So lange

entwickelten wir in den 70er-Jahren für Niede-

aus Wiener Neustadt, bezeichnet sich selbst

existiert nämlich schon das NÖ Kulturforum.

rösterreich ein Kulturkonzept, das vorsah, statt

als „Kulturdino“ in Niederösterreich. Siegfried

Eigentlich bin ich ein Relikt aus einer Zeit, in der

budgetfressenden Kulturzentren wie im benach-

Nasko, vorletzter und Ewald Sacher, derzeitiger

Andreas Maurer Landshauptmann war und Hans

barten Burgenland die Kulturschaffenden vor

Obmann, bezeugen, dass nicht alle „Dinosau-

Czettel sein charismatischer Stellvertreter, in

Ort massiv zu unterstützen. Galerien am Land,

rier“ ausgestorben sind - Fellerer überlebte alle

der Leopold Grünzweig das Kulturressort führte

Künstlerinnen vor Ort, die besten Botschafter

Hochs und Tiefs der Kulturarbeit im und auf dem

und vorbildliche Kulturarbeit leistete. Dass man

von Kunst, Musik und Kulturinitiativen aller Art

Land. Hier ein Gespräch mit Gotthard Fellerer,

nach vielen Hochs und Tiefs immer noch dabei

belebten das Land. Niederösterreich wurde un-

dem „Kulturdino“ und Ewald Sacher, dem Ob-

sein kann, ist ein Grund zum Feiern.

ter Leo Grünzweig zum Kulturland. Es entstand

mann des NÖ Kulturforums:

Was gibt es nach 33 Jahren Kultur-Sisyphusarbeit eigentlich zu feiern?

ein amikales, offenes Kulturklima, von dem viele

„Die Eventkultur und sündteure Highlights tragen dazu bei, dass all zu viele Talente und Begabungen auf der Strecke bleiben.“

Aktive heute noch schwärmen und das sie immer mehr vermissen. Literaturgruppen entstanden - etwa die Gruppe Podium. Oder das Dokumentationszentrum für Moderne Kunst mit Hilfe

Fellerer: 33 Jahre sind in einer hektisch wogenden, grell fluktuierenden Kunst- und Kultur-

Wer waren die anderen Pioniere?

der Stadt St. Pölten, dessen erster Leiter der

szene, die immer mehr zu adabeiigen Eventer-

Fellerer: Klingende Namen wie Karl Gutkas,

Maler Prof. Franz Kaindl war.

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09.04.2008 10:51:32


37

NÖ KULTURFORUM ADVERTORIAL Was war damals noch anders? Fellerer: Wir verwehrten uns damals noch erfolgreich gegen die heute grassierende Museumitis, da wir der Meinung waren, dass die Kulturgelder des Landes besser in jene zu investieren seien, die Kunst und Kultur aus eigenem Antrieb vor Ort machen. Breit wurden also Kunst- und Kulturinitiativen gefördert, und die Künstlerschaft erfreute sich reger Ankaufstätigkeit, ohne dass auf die Zugehörigkeit zu irgendeiner Partei oder die Bereitschaft als Wahlwerber für den Landeshauptmann zu agieren geachtet wurde.

Das Jetzt-Team des NÖ Kulturfourms, Gotthard Fellerer und Ewald Sacher Sacher: Gerade darum engagiert sich das NÖ Kulturforum heute so für die Kulturschaffenden in den Städten und am Land, weil wir sehen, dass die Eventkultur und sündteure Highlights

in dem Siegfried Nasko das Problem Arbeitslo-

lich nicht belohnt ...

dazu beitragen, dass allzuviele Talente auf der

sigkeit nicht schönreden, sondern Betroffene zu

Sacher: Rückschläge sind kein Grund zum Auf-

Strecke bleiben. Wir versuchen mit unseren be-

Wort kommen ließ, verbunden mit einer CD als

geben. Nach Zeiten der kulturellen Hochstim-

scheidenen Mitteln einen Gegenpol gegenüber

Ergebnis eines vielbeachteten Wettbewerbes.

mung unter Grünzweig, dem legendären Slawik

millionenschwerer Topevent-Kultur zu schaffen.

Wir machen nicht mit im Trend einer ökonomi-

oder Nasko gab es auch Phasen, in denen das

sierten Zeit, wo jeder Handgriff mit Geld bewer-

Kulturforum kaum wahrzunehmen war.

Was kann man denn konkret tun?

tet wird und das Herz keine Rolle spielt: So mit

Aber Krisen sind neue Chancen: So sehe ich es

Sacher: So wie in den 70ern und 80ern hat das

unserem Fotoprojekt „Denkmal statt Arbeit“ von

nicht als Demontage, sondern als Motivation, sich

NÖ Kulturforum als kleine, bewegliche Organi-

Ulrich Gansert, dem „Weinviertler Künstlerkata-

für Kulturarbeit, für Kunst- und Kulturschaffende

sation die Chance, jenseits des Kulturapparats

log“, dem „NÖ Kunstproviant“, dem Kunstpfad

landauf, landab einzusetzen. Mit Haltung und Ide-

schnell agieren und helfend eingreifen zu kön-

„Kunstleitn“ oder mit der CD „Wörksongs“.

alismus und nicht als zeitgeistige Abcasher! Und wenn es Not tut, packen wir selbst an, machen

nen. Waren es damals Impulse durch unzählige Ausstellungen, Herausgabe von Katalogen, Druck von Publikationen, avantgardistische Musikfestivals oder lokale kulturelle Bewegungen

„Wir schreiben Kultur weder mit C noch mit zwei O, also nicht als „Cool-tour“, sondern mit unserem Herzblut.“

es heute Projekte wie die Aktion „Hocknstad“,

die bescheidenen Geldmittel. Jedenfalls ticken bei uns die Uhren anders - effizienter, spontaner, direkter. Denn wir schreiben Kultur weder mit C

wie zum Beispiel das Modell Gutenstein, die frischen Wind in die Kulturszene brachten, so sind

wir sogar Handlangerdienste und maximieren so

Diese Arbeit wurde Ihnen als sozialdemokratischer Kulturpolitiker aber offensicht-

noch mit zwei O, also nicht als „Cool-tour“, sondern mit unserem Herzblut.

Wörksongs – eine CD des NÖ Kulturforums Gerade zeitgerecht zu seinem 33. Geburtstag hat das NÖ Kulturforum wiederum eine neue CD auf den Markt gebracht: Wörksongs. Das NÖ Kulturforum hat sich umgehört und vier Liedermacher entdeckt, die sich der Problematik der Arbeitswelt von heute musikalisch annehmen und Lieder über die Arbeitwelt und aus dem täglichen Arbeitsalltag zu schreiben. Es sind dies Klaus Bergmaier mit der Sängerin Angelika Sacher, Odilo Seisser, Hannes Winkler und Franz Zwazl. Sie alle komponierten und texteten „Wörksongs“, die sich um das Schicksal und das Leben arbeitender Menschen des 21. Jahrhunderts annehmen. Es sind kleine Schicksale, die uns bewegen, die hier vorgestellt werden. Vom rauen „Oawatssong“ bis zur subtilen Feststellung, das das Leben ein Labyrinth sei. Erhältlich ist die neue CD zum Preis von 10 Euro über das Büro das NÖ Kulturforums unter der Telefonnummer 02742/2255-123.

Ewald Sacher, Gotthard Fellerer, Angelika Sacher, Klaus Bergmaier, Hannes Winkler und Franz Zwazl (v.l.) präsentieren die neueste CD „Wörksongs“.

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38 Erst vor kurzem brachte eine der (drei) österreichischen Qualitätszeitungen eine einseitige Reportage, die sich die Ehrenrettung der Landeshauptstadt zum Ziel gesetzt hat. Knapp 800 Wörter später war klar, dass dieser Versuch klaglos gescheitert ist. Natürlich könnte man meinen, dass der Autor eine gewisse Böswilligkeit an den Tag gelegt hat, wenn er seine Route ausgerechnet im Regierungsviertel beginnt, dem er sogleich die niedliche Bezeichnung „niederösterreichisches La Defense“ gab. Doch auf den Punkt gebracht hat St. Pöltens Problem nur eine Person: eine ansässige Taxifahrerin, die St. Pöltner und Wiener auf ihr Einstiegsgebaren hin auseinander halten kann: Demnach erkennt man Einheimische in

K

RiversideFestival Traismauer Nicht die Rivers Of Babylon, sondern der River

sondern desweiteren die St. Pöltner Punkrocker

of Traismauer, kurzum die Traisen, ist das Herz-

Pocket Rocket, Herbstrock (die bereits als ös-

stück des Riverside Festivals. Nachdem man am

terreichische Genialmischung aus Mia. und Wir

Traisengestade schon im Vorjahr heimische Stars

sind Helden gefeiert werden), und last but not

wie Eric Papilaya und Nadine aufspielen ließ,

least die Herren von 3 Feet Smaller. Eine leichte

setzt man heuer noch eins drauf und hat einen

Übung, haben die Mannen doch schon am Fre-

gediegenen Mix zusammengestellt. So werden

quency, Nova Rock oder Aerodrom gegeigt.

am 31. Mai nicht nur die Gewinner des NÖ Lan-

Tix: VAZ St. Pölten, Tel. 02742/71400, ticket@nxp.

deswettbewerbs für Popularmusik aufspielen,

at, sowie Ö-Ticket Raiffeisenbanken!

Fortgehneuigkeiten

Scream Queen Contest

B-SEITEN

erster Linie daran, dass sie VORNE ins Taxi einsteigen. Gnadenlos. Da kann die Rückbank noch so schön gepolstert sein und John Cusack im Hauptabendprogramm noch so oft HINTEN einsteigen. Die St. Pöltner bleiben bei ihrer exhibitionistischen Tuchfühlung mit dem Fahrer, auch wenn sie damit eine spannende Unterhaltung provozieren, die sie eigentlich niemals führen wollten. Denn es gibt etwas, das sie immer wieder magisch in die 1. Reihe zieht und solche oberflächlichen Gespräche verkraften lässt: das ungelöste Rätsel der unverständlichen „BRSCHL-BRSCHL“-Weisheiten aus dem Funk-Orakel, die nur der Fahrer selbst zu verstehen vermag. Und bis ich herausgefunden habe wie er auf diese rätselhaften Laute mit einem bestätigenden Grunzen antworten kann, werde auch ich weiterhin VORNE einsteigen. Ohne aufzufallen. Provinz sei Dank!

3839 SC Szene.indd 2

Seit Anfang März gibt es am Mühlweg in St. Pölten

Seit 2007 gibt es sie: die Horrornächte im Cinema

ein neues Lokal. Dort wo früher schon Heartbreaker,

Paradiso. Auf Initiative von Thomas Fröhlich trifft

Inside oder Bellini beheimatet waren, findet sich nun

(etwa im Halbjahresrhythmus) ein bunter, pardon

das Bubble von Nachtschicht-Legende Rudi Kurz,

dunkler Mix aus Lesungen einschlägiger Literatur,

der von Donnerstag bis Samstag offenhält.

ausgewählten Horrorfilmen und düsterer DJ Line auf

Vorraussichtlich Mitte Mai soll in der Herzogenbur-

ein erwartungsvolles Publikum. Am 11. April, zum 40-

gerstraße 67 gegenüber des ehemaligen FH Gebäu-

Jahr-Jubiläum des Filmes „Night Of The Living Dead“,

des „Die Villa“ eröffnen. Neben Gaststube, Bar und

gibt’s ein zusätzliches Highlight: den 1. NÖ „Scream

Pub im unteren Geschoß, wird das Obergeschoß für

Queen Contest“, moderiert von KosmoProlet, der vor

Privatfeiern zur Verfügung stehen.

einiger Zeit den ersten österreichischen Contest aus

Auch außerhalb von St. Pölten wird dem Fortgehvolk

der Taufe gehoben hat. Man schreie also nach dem

seit Jänner Neues geboten. Im Pielachtal, genauer

Vorbild der Ur-Scream Queen Jamie Lee Curtis (Hal-

Mainburg, versucht das „Aufriss“ auf 900qm Trend-

loween) vor einer aus dem Publikum gewählten Jury

lounge, Musikbar und Club in einem zu sein.

glaubwürdig um sein Leben. Dem Gewinner winken

Während es also einige neue Möglichkeiten zur

Goodies von THALIA sowie die Einladung zum finalen

Abendgestaltung gibt, ist auch ein herber Verlust zu

Contest im Herbst in Wien. „Es geht um den lustvol-

beklagen: Das beliebte Batcave stellt mit 13. April

len Umgang mit dem – fiktiven – Schrecken!“, meint

den Betrieb ein. Ob und wann hier etwas nach-

Fröhlich. Und spätestens zu Halloween 2008 geht’s

kommt, ist im Moment noch nicht bekannt.

weiter: untot und sehr lebendig!

Foto: zVg, fotolia

von Tobias Zuser

09.04.2008 12:35:54

n

B K


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3839 SC Szene.indd 3

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40

SZENE

Im Sande verlaufen?

Zack-Prack! Gleich ein großangelegter „Tag der Revolution“ war nötig um den „Prozess Jugendentwicklungsplan“ am 4. Dezember 2005 gebührend zum grandiosen Finale zu treiben. Diesem wohnte dann auch rund ein Dutzend Jugendlicher bei. Von Michael Müllner, Foto: Hermann Rauschmayr Wir erinnern uns: Im September 2005 startete

Insgesamt wurden für das Projekt Limelight

den Teilnehmern der einzelnen Arbeitsgruppen

„limelight – st. pölten wird jünger“ (der Jugend-

55.000 Euro ausgegeben, knapp die Hälfte ging

sogar untypischer Optimismus: „Das wird schon

entwicklungsplan umgesetzt vom städtischen

an die Leiter der Arbeitsgruppen. Rund 25.000

kein Wahlkampf-Gag sein. Das ist dem Bürger-

Jugendkoordinator Wolfgang Matzl), mit dem

Euro machte dieser „Rieseneinsatz“ in Cash

meister sicher ernst.“ Hoch und heilig auch die

Ziel nicht irgendeine Beratungs-Agentur zu be-

allein für Werbeagentur und Werbemittel aus.

Kampfansagen in manchen Gruppen: „Getreu

auftragen, sondern an der Basis in elf Arbeits-

Auch die Website www.lime-light.at – angelegt

dem Spruch ‚Die Geister, die ich rief’ – so schnell

gruppen den Ist-Zustand der STP-Jugend zu ana-

als „Partizipationsweb“ – wurde davon bezahlt.

wird uns die Politik jetzt nicht mehr los.“ Tho-

lysieren und Forderungen, Maßnahmen sowie

Nach einem feedback-losen Jahr mit etwa zwei

mas Karl: „Auch wenn die Umsetzung in man-

wünschenswerte Soll-Zustände zu erarbeiten.

Zugriffen pro Tag findet sich dort heute nur

chen Bereichen erst langsam einsetzt, allein die

Der ‚Tag der Revolution‘ war als „Beteiligungs-

mehr ein Daten-Nirvana ohne Nachschlagemög-

Vernetzung aller Betroffenen ist vielleicht schon

modell“ für echte Jugendliche gedacht, abseits

lichkeit. Kulturamtsleiter Thomas Karl: „Vermut-

der größte Verdienst von Limelight.“

der Fachleute. Der Publizist Werner Harauer in

lich mag die Tatsache, dass die Position des Ju-

einem Kommentar zum Event: „Das Ziel, dem

gendkoordinators ohnehin im Bewusstsein der

VERBINDLICHSTEn DANK

Plan durch eine breite jugendliche Öffentlichkeit

Jugend verankert ist, ein Grund gewesen sein,

Im Juni 2006 wurde Limelight vorerst abge-

Legitimität und Gewicht zu verleihen ist aller-

weshalb die Website offline genommen wurde.“

schlossen, in einer Rathaus-Presseaussendung

dings verfehlt worden, der Rieseneinsatz von

Dabei hätte Limelight ja ein Auftakt sein sollen.

las sich das wie folgt: „Die Ergebnisse des

Manpower und Geldmittel verpufft.“

Kurz vor der Gemeinderatswahl herrschte unter

ganzen Prozesses werden in Form eines Mani-

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4041 Limelight.indd 2

09.04.2008 12:37:02


41

SZENE festes – ein verbindliches Programm – präsentiert. Bei den angestrebten Zielen wird festge-

STILLSTAND & SCHUBLADEN

den Bürgermeister-Agenden alle Hände voll zu tun hat. Eine absolute Stillstand-Situation – ergo:

legt, wer für die Umsetzung verantwortlich

Edwin Prochaska blickt auf zahlreiche Sitzungen

wir sind zurück in der Steinzeit!“

ist, welche Mittel dafür aufgewendet werden,

der Gruppe Jugendkultur zurück: „Diese wun-

Der angesprochene Kultur-Chef der Stadt, Tho-

woher diese kommen und bis wann umgesetzt

derbaren Arbeiten sind irgendwo in Schubladen

mas Karl, sieht das anders: „Ich glaube, dass es

werden soll. Damit wird für einen transparenten

und somit aus den Köpfen verschwunden. Das

den ‚Wunderwuzzi‘ nicht gibt, da Kultur viel zu

Ablauf von limelight gesorgt, die Beteiligung

gilt auch für den zeitgleich von Thomas Karl in

umfassend und vielschichtig ist, als dass ein Ein-

vieler Personen garantiert, dass der Jugendent-

Auftrag gegebenen ‚Kulturentwicklungsplan’.

zelner das Spektrum objektiv abdecken könnte.

wicklungsplan auch realisiert werden wird.“ Was wurde bis heute realisiert? Josef Gruber leitete die Gruppe Jugend & Migration: „Es gab Veranstaltungen

für

jugendliche

Migranten

und die Förderung von Deutschkursen. Unsere Hauptforderung, eine ‚unabhängige Anlaufstelle’ konnte von der Stadt aber nicht umgesetzt werden. Grundsätzlich war der Austausch der Teilnehmer in der Arbeitsgruppe eine gute Sache.“ Barbara Fellöcker leitete die Arbeitsgruppe offene Jugendarbeit: „Bei limelight ist leider nicht viel rausgekommen. Die Sternschnuppe, ein

Die elf Arbeitsgruppen Offene Jugendarbeit Beratungsstellen Jugendkultur Schule und Ausbildung Jugend und Konsumwelt Migranten Verbandliche Jugendarbeit Jugend und Arbeit Jugend und Wohnen

Es würden unweigerlich gewisse Gruppen bevorzugt und somit Begehrlichkeiten anderer geschürt. Schon allein die Bestellung würde einen regelrechten ‚Kulturkampf‘ auslösen. Wir haben damals intern auch potentielle Namen abgetestet, es kamen bei jedem sofort Vorbehalte.“

TIMEOUT Die grüne Stadträtin Sylvia Hehei sitzt dem Kontrollausschuss vor: „Die Kosten waren im Vergleich zu anderen Städten gering. Aber von all den guten Ideen ist leider wenig übriggeblieben. Wie so oft in der Stadtpolitik: Ein Anfang wird

Nachtbus für Jugendliche, wurde rasch umgesetzt, aber sonst? Eine wichtige Forderung un-

In beiden Studien wurde als zentraler Punkt

gemacht, danach geht‘s konzeptlos weiter!“

serer Gruppe war beispielsweise ein Spritzen-

der ‚unabhängige Kulturmanager’ gefordert, die

Jugendkoordinator Matzl war vorerst nicht er-

tausch-Programm bzw. räumliche Infrastruktur,

dritte Person zwischen Kulturstadtrat und Kul-

reichbar. Er teilte mit, dass er gerade einen

in der jugendliche Suchtkranke eine Ansprech-

turverwaltung, jemand der Schwung reinbringt!

Wüsten-Urlaub vorbereite und ab Mai wieder

möglichkeit finden, und nicht irgendwo in der

Stattdessen hat sich die Situation dahingehend

verfügbar sei. Wie sagte der amerikanische Po-

Passage herumlungern müssen. Das wurde bis

verändert, dass der Kulturstadtrat als Ansprech-

litiker Adlai Stevenson? „Eine Revolution muss

heute nicht angegangen.“

person weggefallen ist, da Matthias Stadler mit

man am Anfang, nicht am Ende abbremsen.“

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SZENE

Austrian Pop-Punk in stp „in studio now - recording new songs“ verkündet der Status der Myspaceseite der Pop-Punk Band Pocket Rocket. Und tatsächlich schwimmen die vier St. Pöltner momentan regelrecht in Arbeit. Trotz allem fanden sie Zeit um ein bisschen mit uns zu plaudern, über ihre Musik, ihre Anliegen und Pläne. Von Vivi Hohengasser Nicht nur der Endspurt fürs neue Album „Disas-

und wir glauben schon, dass das Video wieder

ten. Aber am allerwichtigsten ist es, dass es uns

ter spreads so much faster“ sondern auch ein

auf GOTV gespielt wird.“

selbst gefällt.“

Videodreh und jede Menge Probenarbeit galt

Klarerweise konzentriert sich momentan die

Die Musik nimmt im Leben von Pocket Rocket

es in den letzten Wochen zu bewältigen. Hinter

gesamte Energie der Band

mittlerweile einen bedeutenden Platz ein und

einer großen Lagerhalle liegen die geräumigen

auf die Finalisierung des

somit auch einen Großteil der Zeit in Anspruch.

Arbeits- und Proberäume der Band. „Hier haben

neuen Albums und na-

Alles in allem haben die Pop-Punker „den Plan,

wir in den letzten Wochen fast unsere ganze

türlich wird gehofft

freie Zeit verbracht, wenn wir halt nicht gerade

„dass

im Studio waren“, erklären sie mir.

kommt bei den Leu-

es

gut

an-

dass das alles mal was wird. Aber in Österreich musst halt leider Volksmusik machen, damit‘st was verdienst.“

Mehr als zwei Jahre Arbeit stecken insgesamt im neuen Album, sieben Monate davon seien intensive Studioarbeit gewesen. Ein Ende ist jetzt allerdings in Sicht: am neunten Mai findet im Warehouse die offizielle CD-Release Party statt. Die Zufriedenheit über das neue Baby ist groß: „Es ist auf jeden Fall mehr als wir uns am Anfang erwartet haben. Das neue Album ist jetzt, ungemischt, eigentlich schon besser als die vorige CD“, erklärt Christoph enthusiastisch. „Es ist ein großer Unterschied zum Anfang. Wir machen jetzt keine komplett andere Musik, aber wir lassen uns viel mehr Zeit, die Musik ist abwechslungsreicher als vorher und wir haben vieles verfeinert“, meint Kurt weiter. Die Musik von Pocket Rocket hat sich in den letzten fünf Jahren wesentlich verändert und weiterentwickelt: „Das passiert alles fließend. Es ist wie wenn man sich jeden Tag im Spiegel sieht, man merkt die Veränderung nicht. Erst im Rückblick wird sie deutlich.“ Abgesehen davon, dass jeder sein Instrument mit der Zeit besser und selbstverständlicher beherrschen gelernt hat, sind Pocket Rocket davon überzeugt, dass man das meiste im Studio dazulernen kann. Die Fortsetzung zur Single vom letzten Album gibt es jetzt ebenfalls. Es geht darin darum, dass man in der eigenen Stadt so gut wie nie wirklich erfolgreich sein kann. Käme beispielsweise eine schlechte US Band nach St. Pölten, wären die Leute wesentlich begeisterter als würde eine gute St. Pöltner Band auftreten. „Je weiter weg was ist, umso cooler finden das die Leute.“ „Was wir am besten finden ,suchen wir dann fürs Video aus.“ Der Dreh in einem Klassenzimmer, in dem sechzig Personen tanzten, erwies sich als überaus anstrengend, aber trotzdem „war’s ein Riesenspaß

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43

ADVERTORIAL

OPEN HOUSE

Die Studierenden der New Design University zeigen am Tag der offenen Tür am Donnerstag, 17. April, ihr Können. Beim Tag der offenen Tür zeigen die Jungdesi-

Nutzen Sie die Gelegenheit und informieren Sie

gner/innen ihre Kreationen und die Werkstätten,

sich über das umfassende Angebot an Bache-

in denen sie tagtäglich arbeiten.

lor- und Masterstudien an der New Design University.

Auch 2008 erwarten die BesucherInnen am 17. April ab 10:00 Uhr eigene Showrooms mit inter-

Um Anmeldung unter 02742/ 890 2411 wird ge-

essanten Projektarbeiten der Studierenden und

beten. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

einer Präsentation der Hard Facts. Türen auf @ WIFI-Kolleg für Design Bei einer Führung sehen Sie nicht nur die Herz-

Auch das WIFI-Kolleg für Design lädt am 11. April

stücke der New Design University, wie die to-

zum Tag der offen Tür. Nutzen Sie den direkten

pausgestatteten Unterrichts- und Werkräume,

Kontakt zu den Studierenden und derMitarbeiteNew Design University · Privatuniversität Kreativwirtschaft · GWT Aus- und Weiterbild

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Mehr Informationen über das WIFI Kolleg/Auf-

gangsleiterInnen stellen.

baulehrgang für Design finden Sie auf www.wides WIFI und der Wirtschaftskammer Niederösterreich.

Die New Design University ist eine Studieninitiative

fidesignkolleg.at

Sujet entwickelt von Studentinnen der New Design University mit Unterstützung von Brigitte Gaggl.

WETTBEWERB für kreative Köpfe Einblick in die Arbeiten

Unter dem Motto „Beschreibe dich selbst -

Die New Design University, Österreichs erste

Wettbewerb für kreative Köpfe“ veranstaltet die

Kontakt:

Privatuniversität der Kreativwirtschaft öffnet

NDU 2008 für Schüler/innen auch einen Kreativ-

New Design University

ihre Pforten. Für alle Interessierten gilt am 17.

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* Vorbehaltlich der Genehmigung des Akkreditierungsrates. Sujet entwickelt von Studentinnen der New Design University.

0408 MFG Die NDU ist eine Studieninitiative des WIFI und der Wirtschafskammer NÖ.

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SZENE

Der bayrische Rasta Bereits zum vierten Mal steigt am 23.Mai 2008 das House of Riddim Festival in der Pielachtalarena Hofstetten/Grünau. Headliner ist dieses Jahr ein ganz besonderer Künstler, der die deutschsprachige Reggaelandschaft seit Jahrzehnten prägt wie kein anderer: Hans Söllner! Von Flo Kogler Gemeinsam mit seiner Band Bayman’ Sissdem wird er in gewohnter Ma-

licher mit 14 Jahren so richtig an. Damals wurde er aus dem örtlichen

nier seine gesellschafts- und sozialkritischen Texte zum Besten geben.

Trachtenverein geworfen, da seine Haare zu lang waren.

Dass es so kommen würde, hatte am Weihnachtstag 1955 in Bad Reichen-

Als fünfzehnjähriger absolvierte er eine Lehre als Koch, die er drei Jahre

hall wohl niemand geglaubt. Dort erblickte der Liedermacher als Johann

später erfolgreich abschloss. Er wurde daraufhin zur Bundeswehr einge-

Michael Söllner als erster Sohn von Johann senior und Therese Söllner

zogen, die er jedoch nach drei Monaten Grundausbildung wieder verließ.

das Licht der Welt. Seine Eltern waren beide katho-

„Ich entschloss mich lieber den Behinderten den Arsch zu wischen, als

lisch, und so ging es für Hans mit drei Jahren

den Blöden in denselbigen zu kriechen.“ Nach Ende seines Zivildienstes

in den katholischen Kindergarten in Bad

zog es Hans nach München, wo er zwei Jahre lang vergeblich nach Arbeit suchte. Dieses Erlebnis verarbeitete er musikalisch in dem

Reichenhall.

UNANGEPASST Zum ersten Mal eckte er als Jugend-

Stück „Endlich eine Arbeit“, welches 1982 auf seinem Debütalbum „Nachdenkliches zum Schmunzeln“ erscheinen sollte. Frustriert von der Arbeitslosigkeit, beginnt Hans Söllner eine weitere Lehre als KFZ-Mechaniker, die er erfolgreich abschließt. Während seiner Lehrzeit bringt er sich auf einer geschenkten Gitarre selbst das Spielen bei. Seine musikalischen Fertigkeiten kommentiert er selbst allerdings so: „Ich hab halt das Glück gehabt, dass ich mit nur drei Akkorden zwanzig Lieder spielen kann - und das können eben nur drei auf der Welt - Bob Marley, Bob Dylan und ich. Ich begreif die Gitarre wirklich

Hans Söllner hat in seiner nunmehr 26-jährigen Karriere 22 Alben aufgenommen. Sein aktueller Longplayer mit dem Titel „Viet Nam“ erschien letztes Jahr im November 2007.

House of Riddim Festival 23. Mai 2008 Pielachtaler Sehnsucht Hofstetten-Grünau Mit: Hans Söllner und Bayaman‘Sissdem, Fantan Mojah (Jam) Leftside aka Dr. Evil (Jam), Burning Spectacular, Ganjaman, B-Seiten Sound and many more. Tickets: VVK: 29 EUR/AK 35 EUR. VVK VAZ St. Pölten, 02742/71400, ticket@nxp.at oder Ö-Ticket.

4445 Reggae.indd 2

FA Name: Johann „Hans“ Michael Söllner Geburtsdatum: 24. Dezember 1955 Familienstand: Freundin Barbara, 4 Kinder Musikalische Einflüsse: Bob (Marley & Dylan)

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45

SZENE nur als ein Hilfsmittel, damit ich keine Gedichte aufsagen muss.“ Es folgt

Hans Söllner stets die Stimme der kleinen Leute geblieben.

sein erster Auftritt in der Münchner Kleinkunstbühne Robinson 1979.

Spiegelbild seiner stets humorvollen und dennoch kritischen Texte war

Seine Zeit in der bayrischen Hauptstadt verläuft jedoch für ihn alles an-

die Zusammenstellung seiner Band „Bayerman Vibration“ Anfang der

dere als erfolgreich. Immer mehr reift in ihm die Ablehnung der staat-

Neunziger. Denn zur Rekrutierung der Bandmitglieder startete Söllner kein

lichen Autorität. „Ich kam zu dem Schluss, dass ich von diesem Staat

Casting, sondern marschierte einfach zum Münchner Arbeitsamt.

nichts zu erwarten habe und entschloss mich, meine mir noch verbleibende Zeit in diesem Leben diesem Staat zu verklickern, dass er mich am

EINE GLAUBENSFRAGE

Arsch lecken kann.“

Seine Liebe zum Reggae vertieft er 1993, als er aus der katholischen Kir-

Im Jahre 1982 nimmt Söllner an einem Wettstreit im bayrischen Traun-

che austritt und zum Rastafari-Glauben übertritt. So sagt er über sich und

stein teil – und gewinnt. Dies ermöglicht ihm die Veröffentlichung seines

seine Weltanschauung: „Ich liebe dieses Land und meine Heimat, ich liebe

ersten Albums mit Liedern, die er während seiner Lehrzeit in München

diese Welt und die darauf seienden Menschen und Lebewesen in all ih-

geschrieben hat.

ren Farben und Sprachen und Gerüchen. Ich erkenne die Vielfalt an und

JAMAIKA UND DIE FOLGEN

alle Gewalttätigkeiten, Schmerzen und Ängste sind ein Geschwür unserer nicht mehr im Einklang mit der Natur lebenden Gesellschaft.“

Die große Wende in seiner jungen Karriere kommt aber 1986, als er nach

Anfang des neuen Milleniums scharrt Hans Söllner die österrei-

Jamaika reist. Dort passieren zwei für Hans Söllner’s weiteres Schaffen

chische Reggae-Formation The Buccaneers um sich, aus denen später

wichtige Dinge: Er entdeckt seine Liebe zum Reggae…und zu Marihu-

Bayman‘Sissdem werden, mit denen sich Hans Söllner auch am 23. Mai in

ana! Der Konsum von Cannabis wird ihm bald zur lieben Gewohnheit

Hofstetten/Grünau die Ehre geben wird.

und bringt ihm allerlei Probleme ein. Mit dem Gesetz gerät Söllner öfter

Hans Söllner setzt sich weiterhin für die Legalisierung von Marihuana ein,

in Konflikt. Das erste Mal in den frühen Achtziger-Jahren als er an einer

erfolglos. Eine Klage auf sein Recht, dass er als Rastafari aus religiösen

illegalen Hausbesetzung teilnimmt. Für weitaus größeres Aufsehen sorgt

Gründen Marihuana rauchen dürfe, wird vom Bundesverwaltungsgericht

er allerdings, als er Staatssekretär Peter Gauweiler und Ministerpräsident

abgeschmettert. Dennoch ist er alles andere als gewillt seinen Kampf,

Franz Josef Strauß als Nazi’s bezeichnete. Bis heute wurde Hans Söllner

den er Zeit seines Lebens geführt hat, aufzugeben. „Da ich mittlerweile

zu Bußgeldern in der Höhe von über 150.000 Euro verurteilt.

auch davon überzeugt bin, daß jeder Mensch den Weg gehen muss, den

Doch gerade sein Widerstand gegen die Obrigkeit, verschaffte ihm eine

sein Rhythmus bestimmt, werde ich meinen Weg, auch wenn er durch

große und treue Anhängergemeinde. Trotz seiner bisher 22 Alben und

Gerichtssäle und Ausnüchterungszellen führt, bis zum Ende gehen. Und

zahlreichen Auftritten, unter anderem am Chiemsee Reggae Summer, ist

so wie es bis jetzt aussieht, wird es ein langer Weg.“

HANS SÖLLNER & THE BAYMAN' SISSDEM

FANTAN MOJAH (JAM) LEFTSIDE AKA DR.EVIL (JAM) BURNING SPECTACULAR (JAM) GANJAMAN (GER) - HOUSE OF RIDDIM BAND B SEITEN BAND - WICKED SQUAD BOOMARANG SOUND

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SZENE

Stereo Total

Nachdem das Stereo am See Festival letztes Jahr einen fulminanten Einstand in der Pielachtalarena in Hofstetten/Grünau hingelegt hat, geht es am 24. Mai 2008 in die zweite Runde am neuen Schauplatz. Von Florian Kogler Der heurige Headliner wird niemand Geringerer als das St. Pöltner Aushängeschild schlechthin sein: Bauchklang! Das Vocal Groove Project, welches vor kurzem in Indien seinen Siegeszug am asiatischen (Sub)kontinent startete, wird das Pielachtal zum Beben bringen. Für Andy Fränzl und Co. ist es das zweite Festivalheimspiel hintereinander nach dem erfolgreichen Nuke-Auftritt 2007. Ebenfalls Heimvorteil genießt Singer/Songwriter

gewordenen Skispringer Christoph & Lollo. Fire

Damit bei diesem geballten Programm auch ja

Ben Martin. Martin Rotheneder, so sein bürger-

in the Attic, Jerx und Kocuma runden das Ange-

nichts schief gehen kann, wurde das Festival

licher Name, war heuer in der erweiterten Aus-

bot ab.

heuer wetterfest gemacht. Einem gelungenen

wahl für den Amadeus-Award, sein aktueller

Doch das war noch lange nicht alles. Selbstver-

Startschuss in die Festivalsaison steht also hof-

Longplayer „Worn Legs“ weiß zu überzeugen.

ständlich darf auch die Beat Patrol DnB-Stage so-

fentlich nichts im Wege.

Sonst tummeln sich auf der Main Stage noch an-

wie die Samsara Stage nicht fehlen. Künstler wie

dere fidele Gäste: Da wären die Ska-Dauerbren-

Friction, Noisia und Space Buddha geben sich

Stereo am See Festival

ner Guadalajara, die (ehemaligen?) Deutschrock-

dort, unterstützt von der Creme de la Creme der

24. Mai 2008, Pielachtaler Seensucht

helden Petsch Moser sowie die erwachsen

heimischen DJ-Crews, die Ehre.

Tickets: VVK 12 EUR/AK 15 EUR

OPEN AIR GELÄNDE VAZ ST. PÖLTEN

18.-19.JULI 2008

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SÖHNE MANNHEIMS H MORCHEEBA H GENTLEMAN STEREO MC‘S H CULCHA CANDELA H EDDIE GRANT NIGHTMARES ON WAX Soundsystem H GALACTIC feat. Lyrics Born & Boots Riley WARD21 & TIFA H ALBOROSIE H RODNEY HUNTER & LIVE BAND

MONO & NIKITAMAN H THE HEAVY H LES BABACOOLS H PETE PHILLY & PERQUISITE THE BEAUTIFUL GIRLS H U.V.M.

Tickets sind in allen Raiffeisenbanken W/NÖ/OÖ und auf www.ticketbox.at (Ermäßigung für Raiffeisen Club-Mitglieder), auf www.musicticket.at, im Musicticket Shop (Skodagasse 25, 1080 Wien), bei ÖTicket unter 01 / 96 0 96, bei der WienXtra Jugendinfo erhältlich. Außerdem bei Ticket Online unter www.ticketonline.at , 01 / 88 0 88 sowie bei allen Ticket Online Vorverkaufsstellen. MFG0408

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Ladies Days Hat es damit zu tun, dass das Hollywood Megaplex von starken Frauen geführt wird? Oder damit, dass Frauen nun einfach mal Belohnungen verdient haben, weil sie die wunderbarsten Geschöpfe auf Erden sind? Wohl beides. Denn im April lädt das Kino seine Besucherinnen wieder zu den Ladies Days. Das heißt zwei Damen (Freundinnen, Mama mit Tochter whatever) genießen gemeinsam um nur 8,50 Euro einen Spitzen-Kuschelfilm:

Donnerstag, 24. April: Ein Schatz zum Verlieben Mittwoch, 30. April: Blind Wedding Apropos starke Frauen: Endlich läuft auch Sex And The City der Film an. Im übrigen nicht nur den Damen ans Herz zu legen, sondern auch den Herren der Schöpfung. Da kann man sicher so einiges lernen über die Spezies Frau... Viel Spaß im Hollywood Megaplex.

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WAREHOUSE ADVERTORIAL Beats us dr Schwyz

Der monatliche Samsara-Club hat schon internationale Szene-Kaliber aus der ganzen Welt ins Warehouse geholt: sei es Israel, Portugal, Russland oder Argentinien. Passend zur EURO 2008 ist nun am 30. April auch das renommierte Label Peak Records aus der Schweiz zu Gast: Die Label-Manager Ajja und Gaspard werden dann zum ersten Mal in Österreich performen und als Kollektiv Yab Yum auch ein fettes Live-Set präsentieren. Unterstützung gibt’s vom heimischen Label Ketuh Records.

Indie at its best

Live in concert Das Programm für April und Mai steht wie-

gerade fleißig an ihrem neuen Album „…bis

der ganz im Zeichen von Live-Bands, die vor

einer heult!“, das in den nächsten Wochen

allem eins verbindet: ein neues Album! Den

erscheinen soll. Bis es soweit ist, kann man

Anfang machen nach langer Pause Mono &

sich am 3. Mai bereits das neue Material zu

Nikitaman, die am 26.04. ihre neue Platte

Gemüte führen. Tanzbeats und Arschtrittat-

„Außer Kontrolle“ im Warehouse vorstellen.

titüde inklusive!

Kevin Devine ist in Indie-Kreisen kein unbe-

Für die Aufnahmen hat sich das beliebte

Am 9. Mai wartet schließlich die dritte Band

schriebenes Blatt mehr. Am 21. Mai macht der

Dancehall-Duo sogar die Ska-Truppe Russ-

mit einem CD-Release auf: Die Lokalmata-

Singer & Songwriter aus Brooklyn Station im-

kaja sowie den deutschen Reggaekünstler

doren von Pocket Rocket sind mittlerweile

Warehouse. Nach einigen Jahren mit der Band

Nosliw ins Studio eingeladen.

fester Bestandteil der österreichischen Pop-

„Miracle Of 86“ startete Devine 2002 seine Solo-

Bereits eine Woche darauf ist ein weiteres

Punk-Szene und feiern die Veröffentlichung

Karriere: Feine Akustikfragmente treffen auf

Zweiergespann am Start, das sich jedoch in

ihres zweiten Albums „Disaster spreads

straighte Power-Riffs, während Kevin’s sanfte

erster Linie dem Elektropop verschrieben

so much faster“ mit einer fetten Party im

Stimme von gesellschaftspolitischen Problemen

hat: Großstadtgeflüster aus Berlin arbeiten

Warehouse.

APRIL 2008

erzählt. Als Support fungiert Chris Magerl.

Warehouse Charts

1

2 3 4 5 6 7 8 9 10

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Mono & Nikitaman Schlag Alarm The Ting Tings Great DJ Großstadtgeflüster Haufenweise Scheiße Hot Chip Ready For The Floor Kettcar Graceland MGMT Time To Pretend Feist My Moon My Man Kevin Devine Your Husband Hercules & Love Affair Blind Yab Yum Random Piracy

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Charlie Furthner & Mika Stokkinen present the

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(the white king of black blues)

B.B. & THE BLUES SHACKS (jump blues from germany)

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Sa. 26.Juli Einlas s: 17:00 Uhr Beginn: 18:00 Uhr

St. Pölten Ratzersdorfer See

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SPORT

Hicke Hacke Hoi Hoi Hoi

Die Chance auf Karten für die Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz zu bekommen, war ungefähr so groß wie auf einen Lottogewinn. All jene, die bei der Verlosung der heiß begehrten Tickets leider leer ausgingen, können die Euro jedoch in einer der zahlreichen Public Viewing Zonen verfolgen. Eine davon befindet sich in der Eventarena in der Landessportschule St. Pölten. Von Florian Kogler

Andreas Pesl, seines Zeichens mit seiner Firma M.A.P.E Veranstalter des Film- und Kulturfestivals am Rathausplatz, erzählt nicht ohne Stolz von der Public Viewing Zone am ehemaligen Centercourt: „Wir werden alle 31 Spiele der Euro auf zwei eigens angefertigten LED Wänden live übertragen. Umrahmt wird das Angebot selbstverständlich von hochwertiger Gastronomie.“ So wird eine 50m² LED Wand auf die Tribüne gerichtet sein, auf der kleineren 10m² Leinwand kann man den Kickern von den Gastronomieständen aus zusehen. Darüber hinaus wird für die kleinen Gäste der Fanmeile ein Kinderspielplatz eingerichtet. Auch eine kleine Bühne für Rahmenprogramm wird es geben, dieses soll laut Pesl jedoch nicht täglich stattfinden: „Unsere Erfahrungen während der WM 2006 haben gezeigt,

Besonderes Augenmerk wird auf die Nachhaltigkeit der Veranstaltung

dass solche Veranstaltungen nicht viel Rahmenprogramm benötigen. Der

gelegt. Angefangen bei der Mülltrennung, soll es auch ein eigenes Trans-

Fußball soll klar im Mittelpunkt stehen“.

portkonzept geben. „Wir wollen vor allem die Anreise mit dem Fahrrad

Doch nicht nur auf der Leinwand können die Besucher das runde Leder

fördern. Es wird eigene Fahrradkojen geben, wo man sein Rad sicher ab-

bestaunen, sondern auch auf den Plätzen der LSS nebenan. Dort findet

stellen kann. Wir hoffen, dass dadurch weniger Leute mit dem Auto zu

nämlich im Rahmen der UEFA Fairplay Tour ein Turnier zwischen Schul-

uns kommen“, erklärt Pesl seine Pläne.

mannschaften aus Österreich und der Schweiz statt. Insgesamt 220 Ta-

Die Public Viewing Zone in der Eventarena in der LSS hat vom 7. bis 29.

lente von morgen werden am 11. und 12. Juni um den Sieg rittern.

Juni täglich bei freiem Eintritt geöffnet!

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SPORT

Football... INVADERS, IT‘s ShowTime! St. Pöltens Football-Asse von den Generali Invaders blasen in der heurigen Saison gleich in mehrfacher Hinsicht zum großen Angriff: Titelsturm, Aftergameparties mit Livemusik und jede Menge Action sind angesagt! „Wir können zuversichtlich auf die heurige Saison blicken“, freut sich Invaders-Präsident Günther Zanker. So wurde mit GENRALI ein potenter Sponsor geangelt und mit NXP ein Top-Partner in Sachen Ticketing (ab sofort gibts Tix für die Spiele auch im VAZ St. Pölten sowie über Ö-Ticket!) und Entertainment. „Mit NXP haben wir einen Toppartner in Sachen technischem und organisatorischem Know How gewonnen!“ Schon beim ersten Heimspiel am 26. April – im Zuge dessen auch die neue Tribüne eingeweiht wird – sorgt NXP im Zuge der Aftergame Party für die technische Ausstattung. „Zur Aftergame-Party am 26. April wird das Rockabilly Trio HemenX den Besuchern einheizen“, verrät Invaders General Manager René Grohs, und verspricht „weiters St. Pöltens beste Grillparty mit BBQ vom Feinsten. Und diese Mischung aus Party und Livekonzert wird es bei allen Heimspielen geben!“ Kurzum - American Style!

Invaders GM Grohs und NXP GF Voak sind für die Saison 08 gewappnet!

man oder für Vereine wie UBC St. Pölten oder

Und den Titel würde man am liebsten im

SKN1ein nicht mehr wegzudenkender Kooperatigagement so: „NXP08.04.2008 hat schon in Vergangenheit Anzeige_mfg_A6 12:21 Uhr Seite

Heimstadion feiern. St. Pölten ist am 11. Juli

St. Pöltens Spitzensport gefördert und ist bei ei-

onspartner. Nun folgt mit den Invaders der Ame-

nämlich Austragungsort des Silver Bowl Finales.

nigen hochkarätigen Sportevents wie dem Iron-

rican Fooball Titelanwärter für 2008.“

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NXP Geschäftsführer René Voak erklärt sein En-

Auch ich fühle mich hier wohl. Bis zu 5 Stunden gratis parken – bei St. Pöltens neuestem Club. Mehr Infos: [T] 02742 23396

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KRITIKEN

MUSIK

Manshee, mikeSnare, K nolli, René, Rob.STP , G itsche (von links nach rechts)

Real E motion al Tr ash

Singer- und Songwriter Stephen Malkmus erweckt zum 2. Mal die „Jicks“ zum Leben. Mit „Dragonfly Pie“, lässt er es gleich ordentlich krachen – seine Sludge-Gitarren und der Old-School Pavement Pop lassen den Hörer in die 70er eintauchen. In manchen Passagen erinnert er an die gute alte 90er-Grunge-Zeit! Ohne es lärmend zu finden zupft sich Stephen durch 10 Songs und erweckt den fast ausgestorbenen Indie-Rock zu neuem Leben.

Ringo Starr L ive rpool 8

DJ OLIVE DJ wer? Tja, vielen dürfte der in New York ansässige Gregor Asch aka DJ Olive hierzulande noch nicht bekannt sein. Als Gegenmittel gibt es nun „Heaps“, ein Destillat zweier Live-Sets, die der umtriebige DJ in Australien zum Besten gab. Stil- wie kunstvoll werden Hip-Hop-Instrumentals mit Dub, Dance Hall, und Salsa-Einsprenkelungen verwoben, stets auf den maximalen Groove-Effekt bei minimaler Effekt-Heischerei bedacht. Herausragend!

NASCA RECORDS

BO DY & SO UL , CAMO ,...

Als bekennender Beatles Fan hört man sich naturgemäß auch nachfolgende Soloprojekte der vier Pilzköpfe an. Jüngstes Werk stammt vom Drummer himself und zollt seiner Heimatstadt den nötigen Respekt. Gerne erinnert man sich an die Magical Mystery Tour vorbei an Strawberry Fields entlang der Penny Lane. An allen Ecken schwingt noch ein Hauch der berühmtesten Band auf Erden mit. Und das neue Album? Ähm… Liverpool ist eine tolle Stadt.

„Nasca Records“ ist das längst überfällige erste drumandbass label aus St. Pölten und spezialisiert sich auf Veröffentlichungen von österreichischen Talenten und kann bereits zum Launch Namen wie Body&Soul, Camo, Krooked, Snitchbros und viele mehr im breit gefächerten ArtistRoster begrüßen. Betrieben wird das Label von Robert Stefan und Michael Willer aka Body&Soul. Ziel ist es österreichischen Produzenten und Artisten eine Plattform zu sein.

KINO

MULTIMEDIA

Manshee, Cigdem Dogan

Lars und die Frauen g raig G illespie

Lars ist ein komischer Kauz. Er haust in einer Garage, trägt immer eine Häkeldecke um den Hals und meidet sozialen Kontakt – v. a. mit Frauen. Umso größer ist das Erstaunen, als er verkündet, dass er eine Freundin habe: Bianca, eine dänisch-brasilianische Missionarin die im Rollstuhl sitzt und eine Sexpuppe ist! Eine absurd-herzergreifende Geschichte!

Sex And The City Michael

Pa t rick K ing

Ladies-Ladies-Ladies, es ist endlich soweit. Carrie, Samantha, Miranda und Charlotte beehren uns wieder. SEX AND THE CITY – Der Film. Ein MUSS für alle SATC Fans! Wer das verpasst, ist selber schuld. Ab 30.05.08 im Kino. Und für unsere Jungs, damit sie nicht zu Hause sitzen müssen, haben wir endlich nach 19 Jahren und zahllosen Drehbuchfassungen den 4. Teil der Indiana Jones Reihe. Action pur mit Harrison Ford. Ab 22.05.08 im Kino!

Steve Lukather

HE aps as

H ermann Rauschmayr

eve r changing

times ...

Was eine neue „Luke“-CD? Die Freude ist groß. Hoch sind die Erwartungen, was einer der einflussreichsten Gitarrenhelden zubereitet hat. Doch bald macht sich Enttäuschung breit. Zu glatt, zu oberflächlich – ja fast seicht präsentiert sich die 6. Solo-CD des Toto-Gitarristen. Die Songs hat man schnell durch und ist bei keiner Nummer versucht länger „anzuhalten“. Gut produziert, solides Gitarrenhandwerk aber leider nicht am Puls der Zeit. Schade!

Michael Jackson T h rille r 25th

Ganz ehrlich: das Original ist auch nach 25 Jahren einfach nicht zu toppen. So sehr sich die zeitgenössischen Top-Producer, darunter Will.I.Am, Fergie, Akon, Kanye West bemühten, den ewigen Hits des letzten Pop-Universalgenies Michael Jackson ihren Stempel aufzudrücken: angesichts des nicht umsonst meistverkauften Albums der Pop-Musikgeschichte konnte es nur zur Sisyphus-Arbeit mutieren. Dennoch: Pflicht für Fans

BUCH

H . Fahrngruber, W. H intermeier

Willkommen 1984

Richard Sennett

Es wird gemunkelt, dass um 200.000 Euro ein PolizeiTrojaner produziert und der Beschluss für seinen Einsatz bereits im Sommer 08 gefasst werden soll. Nicht nur, dass ich den Trojaner gratis programmieren würde, wurde in den USA laut Herald Tribune noch keine einzige Straftat via Online-Durchsuchung verhindert oder aufgeklärt. Ergo: komplett „unnädig“!

Soziologen beobachten Dinge als Zuschauer, ohne selbst involviert zu sein. Der amerikanische Soziologe R. Sennett setzt sich mit jenen Bereichen menschlichen Schaffens auseinander, die an konkreten Dingen passieren: Klassische Handwerksberufe ebenso wie IT-und Hightech-Forschungslabors. Gemeinsam ist diesen die Orientierung am Materiellen.

Polizeit roj ane r

Battlefield heroes

www.ba ttle fiel d-he roes .com Wenn man 3D-Shooter liebt und sich mit der Optik von Team Fortress 2 angefreundet hat, kann man sich auf den Sommer 08 freuen. Ab dann wird es laut Hersteller heißen: „Download for free, play for free and not getting shot in the face by an ultra-skilled 15 year old boy who plays the game every day for 8 hours.“ Die Rede ist von Battlefield Heroes, dem kostenlosen EgoShooter im Cartoon-Style. Klingt vielversprechend!

H an dwe rk

lisa lutz

little miss

unde rcove r

Das Detektivbüro ihrer Eltern war Isabels Kinderzimmer und nun verbringt sie ihre Tage mit Beschatten und Überwachen. Als sie die von ihrer Mutter angeschleppten Rechtsanwälte allesamt links liegen lässt und einen Zahnarzt zum zukünftigen Ex-Freund Nummer neun auserwählt, schreckt ihre Familie vor keinen detektivischen Tricks zurück, und so nehmen die Dinge ihren Lauf…Die Autorin strapaziert die Lachmuskeln der Leser.

Foto: zVg, photocase

STEPHEN MALKMUS...

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VERANSTALTUNGEN

HIGHLIGHT www.vaz.at WISA Es ist wieder soweit, die WISA – „das größte Schaufenster der Landeshauptstadt“ öffnet ihre Pforten. Vier Tage lang informieren 500 Aussteller über alle Neuheiten auf dem Sektor Bauen und Wohnen, aber auch die Innovationen am Freizeitsektor. Zudem wird am Abend im Show Arena Zelt und in Franky‘s Action Show Zelt abgefeiert, u. a. bei den Life Brothers! Kurzum: Pflichttermin!

17.-20. April

15.04.

tricky woman

Best of Tricky Woman 2008 im Cinema Paradiso: Aktuelle Filme von Animationskünstlerinnen aus verschiedenen Regionen Europas werden gezeigt. Die sechs Animationen aus dem diesjährigen Wettbewerb des Tricky Women Festivals beschäftigen sich mit Demokratie, Liebe, Geschichte sowie sich wehrenden Kindern. Tauchen Sie ab 19 Uhr in faszinierende Geschichten! animation

01.05.

GH Koll cinema p aradiso

bla ck alert

Am 1. Mai gibt es wieder eine Veranstaltung vom St. Pöltner „black alert“ Event und B o o k i n g - Te a m serviert. Diesmal sind: The Heartbreak Motel (D), This Familiar Smile (UK) und die Linzer Band Law Found Guilt am Start. Mit fünf Euro bist du im Frei_Raum mit dabei und nähere Informationen zum Event findest du unter www. myspace.com/soyoubetterrun party

Foto: zVg, photocase

17.05.

GH Frei_ R aKoll um

tria gonale

Im Konservatorium für Kirchenmusik wird das Hohelied Salomos zum Besten gegeben. Selten wurde die Liebe so hingebungsvoll und mit so auserlesenen Bildern beschrieben wie im Hohelied Salomos des Alten Testaments. Der Zauber der Worte ist auch heute noch genauso spürbar wie damals. Mit dabei ist auch ein Sprecher, der die Texte vorträgt. Beginn um 19.30 Uhr! konzert

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Kloster gasse 10

16.04.

amtsbekannt

Mit SAION haben Gerald Preinfalk und Klaus Paier bereits für Furore gesorgt. Die einzigartige Mischung des Programmes spiegelt die Vielfältigkeit dieser Ausnahmemusiker wider: Jazz als Grundlinie, mit Tangorhythmen versetzt, lässt sich auch die jüdische Klezmer-Musik darin finden, pikant verfeinert mit Balkan-Drive, als Verzierung arabische Ornamentik. konzert

15.05.

ra tha us

Harvie s quintett

Eine Groovy LatinJazz-Night steht bevor: Die Musik, die Harvie S mit seiner hochkarätig besetzten Band entwickelte, verbindet moderne und traditionelle Elemente des Jazz und wechselt zwischen wilden Piano-Läufen und der außergewöhnlichen rhythmischen Intensität afro-kubanischer, brasilianischer- und latein-amerikanischer Musik. Beginn: 21 Uhr! konzert

egon

05.06. simon& farnber ger Das Publikum wird mit der kabarettistischen Lesung der beiden FußballfanExperten Simon & Farnberger auf die Heim EM 2008 praktisch in letzter Sekunde vorbereitet. Mit viel Humor und Skurrilität setzen die beiden Autoren ihre unermüdliche Motivation- und Missionierungsarbeit auf der Pielachtaler Seebühne fort. Fußballkosmos und Literatur miteinander? Verquickend! kabarett

yvonne,

26.04.

…die Burgunderprinzessin war Witold Gombrowicz erstes dramatisches Werk. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, hielt sich der Autor gerade in Argentinien auf. Anschließend ging er nach Berlin, später lebte er in Frankreich, wo er auch starb. In seinem Königsdrama findet sich nicht nur die Nähe zu Büchners Leonce und Lena, sondern auch zu Shakespeares Welt. theater

Viel Vergnügen

Beginn: 09:00 Uhr

thea terwerkst a tt

30.04.

Good O ld T imes

Revival of the good old times! Nach dem großartigen Jahresfest am Ostersonntag gibt es nun wieder die kleine, aber dafür viel feinere Clubausgabe mit DJ Schratti im Club Maquie. Also wer gerne seine Dancing Shoes zum Glühen bringen will und dabei noch auf 90ies Indie und Alternative steht wird sich an diesem Abend sehr wohl fühlen. Freier Eintritt ab 23 Uhr! ma quie

party

25.04.

Lionel Hampton Gala

02.05.

Hansi Hinterseer

03.05.

OTTO - Das Original

18.07.19.07.

NUKE

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Oldtimer & Teilemarkt Tickets im VAZ St. Pölten, ticket@nxp.at; www.vaz.at; 02742/71400, Raiffeisenbanken, Bank Austria-Creditanstalt, Verkaufsstellen von Ö-Ticket, Vertriebsstellen der Austria Ticket Online, Trafiknet-Trafiken mit ATO-Anschluss

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