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Kommunales Kino

November 2010

METROPOLIS

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KINEMATHEK KINEMATHEKHamburg Hamburge.V., e.V.,Kommunales KommunalesKino KinoMETROPOLIS METROPOLIS Steindamm Steindamm52/54 52/54//20099 20099Hamburg Hamburg //Tel Tel342353, 342353,Fax Fax354090 354090 www.metropoliskino.de www.metropoliskino.de//info@kinemathek-hamburg.de info@kinemathek-hamburg.de Bus: Bus:ZOB ZOB//U+S-Bahn: U+S-Bahn:Hauptbahnhof Hauptbahnhofsowie sowieU1 U1Lohmühlenstraße Lohmühlenstraße Kasse Kasseund undCafé Caféöffnen öffneneine einehalbe halbeStunde Stundevor vorBeginn Beginn der derersten erstenVorstellung. Vorstellung. Das DasKino Kinoist istfür fürRollstuhlfahrer Rollstuhlfahrerohne ohnefremde fremdeHilfe Hilfezugänglich. zugänglich.

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HORST KÖNIGSTEIN

Hamburgensien, Elvis Presley & Klaus Mann

Die Hamburg-Rolle

BRD 1989, Horst Königstein Begleitet von dem englischen Architekten David Dunster sucht Horst Königstein 1989 die vergessenen Orte Hamburgs auf und findet die Geschichten, die sie erzählen. Mit Aufnahmen aus dem ehemaligen Archiv der Hamburger Landesbildstelle entsteht die fragmentierte Erzählung einer Stadt. 21 Jahre später hat Hamburg sich verändert. Wilhelmsburg, der Spielbudenplatz und die Oberhafenkantine haben das Raue, etwas quer in Raum und Zeit Stehende verloren. Das Geld, das Mauerfall und Wiedervereinigung in die Stadt spülten, hat seine Spuren hinterlassen. Die »Hamburg-Rolle« beschreibt das davor – eine Momentaufnahme von 1989. 5.11. 1900 / 7.11. 2115

Hamburger Gift

BRD 1993, Horst Königstein, Cord Schnibben, 110 min. Mit Christoph Bantzer, Ortrud Beginnen, Christa Berndl, Josef Bierbichler, Al Corley, Matthias Fuchs, Hermann Lause, Rita Tushingham, Gustav-Peter Wöhler Als 1984 Dioxin aus dem Wilhelmsburger Müllberg zu sickern begann, zeichnete sich die globale Dimension des Skandals noch gar nicht ab. Die Chemiefirma Boehringer hüllte sich anfangs in Schweigen und erst allmählich stellte sich heraus, dass mit dem Gift aus Hamburger Produktion Vietnam bombardiert worden war. In seiner Reportage »Der Tod aus Ingelheim« stellte Spiegel-Autor Cord Schnibben 1991 die Zusammenhänge her. Seine Reportage, in der Schnibben die Leidensgeschichte von Boehringer-Arbeitern, GI’s und Überlebenden der US-Bombardements parallel schildert und den abwiegelnden Statements der für ihre Vergiftung Verantwortlichen gegenüberstellt, wird zum Ausgangspunkt der Inszenierung. Ausgezeichnet mit dem DAG-Preis in Gold. 6.11. 2000 Gäste: Horst Königstein, Cordt Schnibben, Moderation: Nicolaus Schröder

Die Leute von Mümmelmannsberg

BRD 1976, Horst Königstein, Hansjürgen Rosenbauer Mit Inge Meysel, Udo Lindenberg, 105 min. Das Fernsehen zu Besuch bei der Zielgruppe. 1975 mietet der NDR eine Wohnung in Hamburgs Problemkiez Mümmelmannsberg. Viele Wohnungen im Neubauviertel am Rande der Vorstadt stehen 1975 leer, viele der Bewohner sind arbeitslos, haben wenig Geld und viel Zeit. Königstein und Rosenbauer, die Leute vom Sender, lernen das Leben der Mümmelmannsberger kennen und bringen die Gäste mit, die man hier schon immer mal sehen wollte. 8.11. 2115

Elvis – ein amerikanischer Tod

BRD 1978, Horst Königstein, 50 min. Elvis Presley war 42 Jahre alt, als er am 16. August 1977 starb. Einen Tag später beklagte der damalige US-Präsident Jimmy Carter den »unersetzlichen Verlust für Amerika« und hob besonders Presleys Verdienste um die »Zusammenführung von weißem Country und schwarzem Rhythm & Blues« hervor, die »für immer die Landschaft amerikanischer Kultur« verändert hätte. Damit war Elvis endgültig zur offiziellen Ikone geworden. Doch wie nahmen die Fans von ihrem Idol Abschied? Einen Tag lang stand das Fernseh-Team mit ihnen Schlange. Schlange stehen und über Elvis reden – ein einzigartiges Dokument. 23.11. 1900 / 25.11. 1700

Der Tag, an dem Elvis nach Bremerhaven kam

BRD 1979, Peter F. Bringmann, Horst Königstein, 103 min. Am 1. Oktober 1958 legte der Truppentransporter »General G.M. Randall« in Bremerhaven an. Elvis Presley ist unter den GI’s an Bord, die in Deutschland ihren Wehrdienst ableisten müssen. In der Garnisonsstadt, in die Elvis versetzt wird, prallen Welten aufeinander. Hier die deutsche Kleinstadt in ihrer spießigen Enge und da der American Way of Life mit Rock ’n’ Roll, Cola und einer vollkommen unbekannten Lässigkeit. Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Geschichte von Karl-Heinz und der für ihn unerreichbaren Monika, die mit dem GI Joe zusammen ist. 23.11. 2115

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Treffpunkt im Unendlichen

Treffpunkt im Unendlichen

BRD 1984, Horst Königstein, 160 min. Mit Till Topf, Vera Tschechowa, Angelika Thomas Mit den Manns hat sich Horst Königstein immer wieder beschäftigt. Seine Sympathie für Klaus Mann, den Sohn des »Buddenbrook«-Autors Thomas Mann, hat er dabei nie verleugnet. Horst Königstein 1991 in einem taz-Interview: »Klaus Mann hat mich immer interessiert. Der war für mich dissidenter, wichtiger als Thomas Mann.« Bei Dreharbeiten zu seinem Film über die Hamburger Schiller-Oper (Schiller-Oper – Ein vergessenes Theater in Altona, 1980) traf Horst Königstein überraschend eine Schauspielerin, die Klaus Mann noch kennen gelernt hatte. Das Gespräch gab den Anstoß für ein Projekt, das es so im Deutschen Fernsehen noch nicht gegeben hatte. »Treffpunkt im Unendlichen«, der große Exilroman Klaus Manns, bildete den Ausgangspunkt zu einem Film, der Dokumentarmaterial mit einer opulenten Inszenierung verknüpft. Er gehört heute zu den Meilensteinen der deutschen Fernsehgeschichte. 24.11. 1600 Mit Gästen

Treffpunkt im Unendlichen – Die Lebensreise des Klaus Mann

BRD 1984, Heinrich Breloer, 121 min. Die Recherche zu Treffpunkt im Unendlichen war der Beginn der gemeinsamen Beschäftigung mit dem Mann-Kosmos, die Horst Königstein und Heinrich Breloer in den folgenden Jahren immer wieder beschäftigen sollte und die 2008 in Heinrich Breloers Kinofilm Buddenbrooks gipfelte, bei dem Horst Königstein als Co-Autor am Drehbuch arbeitete. 1984 führte Heinrich Breloer bei einem Dokumentarfilm über das Leben Klaus Manns Regie, der mit dem Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet wurde. Horst Königstein, der in seinen Filmen ein ausgesprochen präsenter Interviewer ist: »Heinrich Breloers große Kunst besteht ja darin, in Zeitzeugen Erinnerungen zu wecken, von denen sie gar nicht glaubten, dass sie sie haben. Da passieren viele Dinge, die man als Autor nicht planen kann. Wir wissen ja nicht, welche Bilderfluten in den Menschen ausgelöst werden.« 24.11. 2000 Mit Gästen

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UEBER MUT ENGAGIERT. COURAGIERT. KONTROVERS.

über das erste Ehejahr der beiden gedreht. Sie begleitet das Paar bei der Jobsuche und beim Umzug, dokumentiert Monicas Ordnungsfimmel und Davids Eifersucht auf ihren Ex. Ein intimes, unverkrampftes PorDas 4. bundesweite Filmfestival trät zweier Menschen, die ihr eigenes Leder Aktion Mensch ben gestalten – auch wenn sie immer auf fremde Hilfe angewiesen sein werden. Mit zehn Beiträgen startet ueber mut, das 4. 26.11. 1900 Anschließend Diskussion Filmfestival der Aktion Mensch, am 4. Novem29.11. 1700 ber in Berlin und wird dann ein Jahr lang durch 100 deutsche Städte touren. Teenage Response DF Das Thema: die Bereitschaft, Bestehendes nicht D 2009, Eleni Ampelakiotou, 160 min., Dok. einfach hinzunehmen, sondern auch zu verän»Alles in Plastik gepackt, alles abwaschdern. Dies setzt eine kritische Prüfung gesellbar«, so sieht Anton das kontrollierte Leschaftlicher Verhältnisse voraus. Im Mittelpunkt ben der Erwachsenen. Er ist einer von 13 stehen Menschen, die sich für ihren Traum einBerliner Jugendlichen, die der Kritik an setzen, etwa für würdige Lebensbedingungen ihrer Generation ihre eigenen Geschichten von obdachlosen Menschen in Frankreich, geund Gedanken entgegensetzen. In Teenage gen den Missbrauch und die Vernachlässigung Response zeichnet die Regisseurin Eleni von Kindern und Jugendlichen in Südafrika Ampelakiotou unverfälschte Porträts von oder für die rückhaltlose Aufarbeitung der NSHeranwachsenden. Sanft, angriffslustig, Vergangenheit in der Bundesrepublik. ernst und poetisch schildern die JugendAlle Filme mit Audiodeskription und UT lichen ihre Erlebnisse in der Familie, in für Gehörlose der Schule und in der Liebe. Fakten wie Alter, Abschluss oder Ausbildung interesRainbow Warriors OmU sieren nicht, es geht um das Innere der junThe Rainbow Warriors of Waiheke Island gen Menschen. Der Film durchwebt ihre NL 2009, Suzanne Raes, 89 min., Dok. Erzählungen mit eindringlicher Musik, Die »Rainbow Warrior« setzt 1978 Kurs auf Licht- und Rauminstallationen, die ihre Island. Es ist die erste von vielen Missiostarken Charaktere widerspiegeln. nen, auf denen die junge Crew ihr Leben 27.11. 1700 Anschließend Diskussion riskieren wird. Bis Mitte der 80er Jahre ist das legendäre Schiff von Greenpeace im Rough Aunties OmU Einsatz. Die Mannschaft durchkreuzt die GB/RSA 2008, Kim Longinotto, 103 min., Dok. Schussbahn von Walfängern, legt sich mit Wenn Kinder Opfer von Missbrauch werAtommüll-Frachtern an und demonstriert den, verstummen sie oft aus Scham und am Mururoa-Atoll gegen Nukleartests. Für Angst. Diese Mädchen und Jungen zum ihre Verwegenheit werden die Aktivisten Reden zu bringen, ist Ziel der Hilfsorganigefeiert wie Rockstars. Und heute? In der sation Bobbi Bear im südafrikanischen Dokumentation blicken die Öko-Idole zuDurban. Ihre Mitarbeiterinnen betreuen rück, stolz und selbstkritisch. missbrauchte Kinder und setzen sich dafür 25.11. 1900 Anschließend Diskussion ein, dass die Schuldigen vor Gericht kom26.11. 1700 men. Gegner der engagierten Frauen sind nicht nur korrupte Beamte, die Täter wieMonica and David DF der laufen lassen. Auch die patriarchalische USA 2009, Alexandra Codina, 68 min., Dok. Zulu-Kultur ist oft ein Hindernis: ProMonica und David heiraten. Die Zeremobleme werden totgeschwiegen, Sexualität nie ist romantisch, wie aus einem Hochist tabu. Mit Wut und Herzlichkeit appelzeitsmagazin. Dass die junge Frau und ihr lieren die »Tanten« von Bobbi Bear vor Freund sich das Jawort geben, ist außerallem an die Frauen, für die Rechte ihrer gewöhnlich: Beide haben das Down-SynKinder einzustehen. drom, und Menschen mit dieser Behin27.11. 2030 Anschließend Diskussion derung heiraten selten. Die Cousine der 2.12. 1700 Braut, Alexandra Codina, hat einen Film

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Die Kinder von Don Quijote

Antoine DF CDN 2008, Laura Bari, 80 min., Dok. Antoine malt, übt Korbwürfe und fährt Schlittschuh. Ob eine Bewegung sitzt, muss der Sechsjährige fühlen oder hören. Er ist von Geburt an blind, aber er besucht eine normale Schule. Die Regisseurin Laura Bari fordert Antoine heraus. Gemeinsam treiben sie die Idee auf die Spitze, dass ein blinder Junge das Gleiche tun kann wie ein Sehender. Privatdetektiv Antoine braust mit dem Auto über die Landstraße, auf der Suche nach der mysteriösen Madame Rouski. Die Botschaft des verspielten Abenteuers: Was die Sinne nicht wahrnehmen, ersetzt die Fantasie. 28.11. 1900 Die Kinder von Don Quijote OmU

Les Enfants de Don Quichotte F 2008, Ronan Dénécé, Augustin Legrand, Jean-Baptiste Legrand, 75 min., Dok. Im Herbst 2006 schlagen zahlreiche Obdachlose im Zentrum von Paris ihre Zelte auf. Eine Demonstration, initiiert von zwei engagierten Bürgern. Selbst nicht wohn-

sitzlos, fordern sie Solidarität mit den rund 100.000 Menschen, die in Frankreich auf der Straße leben. Über das Internet rufen die Legrands die Pariser auf, einige Nächte bei den Obdachlosen zu verbringen. Die Aktion hat ein konkretes Ziel. Der Staat soll jedem Bürger dauerhaften Wohnraum zusichern. 29.11. 2115 / 1.12.1700

Die Zeit ihres Lebens DF

The Time of Their Lives GB 2009, Jocelyn Cammack, 70 min., Dok. In der Residenz Mary Feilding Guild im Norden Londons erscheint man zum Essen in Kostüm und Anzug. Das Seniorenheim ist bekannt dafür, alte Menschen körperlich und geistig besonders zu fördern. Hier leben auch Alison, Hetty und Rose, zusammen 290 Jahre alt. Die eine ist Autorin, die andere Journalistin, die dritte Friedensaktivistin. Die drei verbindet eine selbstironische Art und die Freude daran, ihre Erfahrungen weiterzugeben. Ein respektvoller Blick auf das hohe Alter. 30.11. 1900 Anschließend Diskussion

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INDISCHES KINO PREMIERE UND DOKUMENTE

Rare politische Filmdokumente aus Indien und Tibet

Live aus Peepli – Irgendwo in Indien OmU

BRD 1971, Navina Sundaram, 45 min. Subhas Chandra Bose gehört zu den schillerndsten Figuren im Kampf um die Unabhängigkeit Indiens: im Unterschied zu Mahatma Gandhi wollte er die britische Kolonialherrschaft mit Waffengewalt beenden. Im 2. Weltkrieg suchte er sich deswegen mit den Achsenmächten zu verbünden, obwohl er selbst weder Faschist noch Nationalsozialist war. Navina Sundarams Fernsehdokumentation aus dem Jahr 1971 zeigt den abenteuerlichen Weg Boses, konzentriert sich jedoch auf die Zeit zwischen März 1941 und Februar 1943, in der sich der indische Freiheitskämpfer in Berlin aufhielt. Über Boses politische Arbeit und sein Wirken im nationalsozialistischen Deutschland berichten Zeitzeugen.

In Zusammenarbeit mit der DeutschIndischen Gesellschaft

Indien 2009, Anusha Rizvi, 105 min. Mit Omkar Das Manikpuri, Raghubir Yadav, Malaika Shenoy, Vishal Sharma. Produzenten: Aamir Khan, Kiran Rao Der introvertierte Bauer Nathan sieht keinen Ausweg mehr: Aufgrund seiner Schulden, bei denen er keine Möglichkeit sieht, sie zurückzuzahlen, ist nicht nur sein Hof in Gefahr, sondern die Zukunft seiner ganzen Familie. Um der Not zu entgehen, kündigt Nathan seinem Bruder an, Selbstmord begehen zu wollen. Denn in Indien entschädigt die Regierung Angehörige von Selbstmördern. Doch sein Vorhaben wird publik und löst ein riesiges Medienecho aus. Bollywood-Ikone Aamir Khan (Lagaan) produzierte das Spielfilmdebüt der ehemaligen Journalistin Anusha Rizvi, die mit satirischer Schärfe bloßlegt, was in ihrem Land so alles schiefläuft: »Peepli ist eine Methapher für alle Orte und Länder, die landwirtschaftlich geprägt und arm sind«, sagt Regisseurin Anusha Rizvi, »egal ob in Indien, Afrika oder Südamerika.« Man merkt, dass sie aus dem Dokumentarfilmbereich kommt. Geschickt setzt sie mit ihrem Kameramann Shanker Raman einige Szenen und Sequenzen so ein, dass der Betrachter kaum noch unterscheiden kann, ob es sich um einen Spielfilm oder um dokumentierte Realität handelt. Meisterlich und glaubwürdig erzählt sie in ihrem Debütspielfilm die Sozialsatire, wechselt die Erzählgeschwindigkeit an den brisanten Stellen und choreografiert damit die Gefühlswelten der Zuschauer in ganz besonderer Weise. 11.11. 2115 / 12.11. 1900 / 13.11. 1700

Fahndung nach einem Rebellen – Der Weg von Subhas Chandra Bose 1941–1945

Götterdämmerung auf dem Dach der Welt

BRD 1981, Jay Ullal, Peter-Hannes Lehmann, Horst Hano, Produktion: Ganesh Film Ullal KG, 43 min. 1980 schickte der Dalai Lama auf Einladung der chinesischen Regierung eine Delegation nach Tibet. Die Schwester des Dalai Lama war auch dabei. Die Delegation dokumentierte ihre Reise mit 8mmKameras und brachte erschütternde Aufnahmen mit. Ein rares Filmdokument über die Verhältnisse in Tibet damals und die ungebrochene Verehrung der Tibeter für ihren Gottkönig, der seit 1959 im indischen Exil lebt. Der Dalai Lama stellte dieses Material den Reportern Jay Ullal, Peter-Hannes Lehmann und Horst Hano zur Verfügung, als sie ihn und seine Schwester 1981 in Dharamsala filmten. 22.11. 1700 Zu Gast: Surya Bose (DeutschIndische Gesellschaft) und die beiden Filmemacher Jay Ullal und Navina Sundaram

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Live aus Peepli – Irgendwo in Indien

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UNI HAMBURG Ringvorlesungen

Mediale Mobilmachung Kino im Dritten Reich

Krach um Jolanthe

D 1934, Carl Froelich, 97 min. Mit Wilhelm P. Krüger, Marianne Hoppe »Volkstümliche Komödie um ein preisgekröntes Schwein, das in einem kleinen Dorf für turbulente Verwicklungen sorgt: Weil Bauer Lampken seine Steuerschulden nicht bezahlen will, soll seine Zuchtsau Jolanthe gepfändet werden. Doch eher will Lampken sein liebstes Schwein schlachten, bevor er es dem Finanzamt überlässt. Gemeinsam mit den anderen Dorfbewohnern stiehlt er Jolanthe aus der Obhut des Gendarms. Aber Lampkens kluge Tochter Anna sorgt mit ihrem Verehrer Bunjes für ein versöhnliches Ende, und so überlebt Jolanthe auch das abschließende Festessen mit Doppelverlobung.« (filmportal.de) 2.11. 1700 Einführung: Prof. Dr. Harro Segeberg

Glückskinder

D 1936, Paul Martin, 95 min. Mit Lilian Harvey, Willy Fritsch, Paul Kemp Gil Taylor von der Tageszeitung »Morning Post« lernt im Gericht die Stadtstreicherin Ann Garden kennen. Er bewahrt sie davor, von einem Schnellgericht verurteilt zu werden, indem er sie einfach zu seiner Braut macht. Genauso schnell besorgt der Richter einen Standesbeamten und die beiden, die sich nie zuvor gesehen hatten, werden Mann und Frau. Ein keusches Eheleben ist die Folge. Bis Ann für die verschwundene Nichte eines Ölmagnaten gehalten wird und endlich dafür sorgen kann, dass nicht nur dessen verworrene Familienverhältnisse geregelt werden, sondern auch ihre eigenen mit dem Ehemann, den sie schon lange liebt. 9.11. 1700 Einführung: Prof. Dr. Harro Segeberg

Jud Süß

D 1940, Veit Harlan, 97 min. Mit Ferdinand Marian, Kristina Söderbaum »Antisemitischer Propagandafilm über die historische Figur des Joseph Süß Oppenheimer. Geboren in den 1690er Jahren in Heidelberg, wurde Oppenheimer 1733 Finanzberater des Herzogs Karl Alexander von Württemberg. Mit einer rigiden Steuerpolitik ermöglichte er dem katholischen Herzog einen prunkvollen Lebensstil, brachte damit jedoch die Bevölkerung und die protestantischen Landstände gegen sich auf. Nach dem Tod des Herzogs 1737 wurde Oppenheimer verhaftet und in einem mehrmonatigen Prozess zum Tode verurteilt. Am 4. Februar 1738 wurde er vor den Toren Stuttgarts an einem zehn Meter hohen Galgen in einem eisernen Käfig gehängt.« (filmportal.de) – »Über Wirkung und Tendenz, dieses Films gibt es keinerlei Zweifel. Über die ästhetische Raffinesse, mit der Harlan die antijüdischen Gefühle noch verstärkt, wohl auch nicht.« (Nobert Grob in »CineGraph«) 30.11. 1700 Einführung: Prof. Dr. Harro Segeberg Genre Reloaded Zur Entwicklung von Filmgenres und ihrer Bedeutung in der Medienkultur und Medienwissenschaft der Gegenwart

Der schwarze Falke DF

The Searchers USA 1956, John Ford, 119 min. Mit John Wayne, Vera Miles, Natalie Wood Der Bürgerkriegsveteran Edwards findet nach seiner Heimkehr keine Ruhe. Seine Familie wurde ermordet und seine Nichte wurde bei einem Überfall der Komantschen entführt. Mit seinem Neffen Martin macht er sich auf die Suche. Doch sein Hass gegen die Indianer nimmt stetig zu, so dass Martin an der Rettung Debbies zu zweifeln beginnt. »Die fünfjährige Suche entwickelt sich zu einer Reise in die Seelenlandschaft einer der vielschichtigsten Figuren der Western-Geschichte. Hinter der Oberfläche des starrköpfigen Einzelgän»Sauerteig des neuen deutschen gers werden Sensibilität und Verzweiflung Films«? sichtbar. Ein Meisterwerk des Genres, bis Trick-, Werbe-, Kulturfilm und Deutsche ins Detail stimmig und vorzüglich kompoWochenschau. niert.« (Lexikon des internationalen Films) 23.11. 1700 Einführung: Prof. Dr. Harro Segeberg 1.11. 1900 Mit Einführung / 2.11. 2115

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Ghost Dog – Der Weg des Samurai

Ghost Dog – Der Weg des Samurai OmU

Die Klasse von ’99

USA 1999, Jim Jarmusch, 111 min. Mit Forest Whitaker, John Tormey Ghost Dog lebt in einer Hütte, die er auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes errichtet hat. Ghost Dog ist ein professioneller Killer. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenskodex der Samurai. Als Ghost Dogs Grundsätze von der verstörten Mafiasippe, die ihn gelegentlich beschäftigt, sträflich missachtet werden, reagiert er strikt im Einklang mit dem Weg des Samurai. 8.11. 1900 Mit Einführung

D 2003, Marco Petry, 93 min. Mit Anna Bertheau, Jürgen Tarrach In behüteten Verhältnissen aufgewachsen, nach einer rauschenden Jugend, stehen sie nun verkatert und ziellos vor den Weichen des Erwachsenenlebens. Der junge Polizeischüler Felix, der bei der Rückkehr in seine Heimatstadt erkennen muss, dass das unbeschwerte Lebensgefühl der Vergangenheit verschwunden ist, und seine Freunde, die ihre eigenen Wege gehen und mit eigenen Problemen zu kämpfen haben. 22.11. 1900 Einführung: Julia Schumacher

Westfront 1918

Der Nebel DF

D 1930, G. W. Pabst, 97 min. Mit Fritz Kampers, Gustav Diessl, Claus Clausen »Westfront 1918 ist neben Im Westen nichts Neues der überzeugendste Antikriegsfilm. Hier wird nichts verheimlicht, unangenehme Dinge und Geschehnisse werden weder verschwiegen noch vertuscht. Pabst zeigt den Krieg in seiner ganzen Abscheulichkeit.« (Jerzy Toeplitz) 11.11. 1900 Mit Einführung

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The Mist USA 2007, Frank Darabont, 126 min. Mit Thomas Jane, Marcia Gay Harden Ein missglücktes Experiment des Militärs schafft einen von todbringenden Monstern bewohnten Nebel. Die Überlebenden der Katastrophe verschanzen sich in einem Supermarkt. Doch bald ist unklar, ob die wahren Monster drinnen oder draußen sind. 29.11. 1900 Mit Einführung


WOCHE DER VERSÖHNUNG Konflikte zwischen Völkern, Religionen und Kulturen durchziehen die Weltgeschichte, ebenso wie Friedensschlüsse, Verhandlungen und internationale Konventionen. Der Israeli Jona Bargur und die Palästinenserin Suheir Y. M. Allami, beide Mitglieder des Parents Circle, werden in dieser Woche von ihrer persönlichen Geschichte und von ihren Erfahrungen mit gelebter Versöhnung erzählen. Die Kinemathek Hamburg beteiligt sich mit einem ausgewählten Filmprogramm zum Thema Versöhnung – von Südafrika bis in die USA. In Zusammenarbeit mit dem Nahostreferat des Nordelbischen Missionszentrums (NMZ) und Parents Circle, Israelisch-Palästinensisches Forum Trauernder Familien für Frieden.

Gran Torino DF

nicht gewollt sind, und in der Türkei als Deutsche. Ehrverbrechen sind auch in diesem Teil unserer Gesellschaft die Ausnahme, die schlimmstmögliche Katastrophe. Meines Erachtens ist eine der Ursachen für die Rückbesinnung auf traditionelle Werte, gerade in der jüngeren Generation, die gesellschaftliche Ablehnung durch die Mehrheitsgesellschaft.« (Feo Aladag) 8.11. 1700

Invictus DF

USA 2009, Clint Eastwood, 133 min. Mit Morgan Freeman, Matt Damon Nelson Mandela ist gerade zum neuen Präsidenten in Südafrika gewählt worden. Doch in den Köpfen der Menschen bleibt die Rassentrennung bestehen. In den bevorstehenden Rugby-Meisterschaften sieht Mandela eine Chance, die Apartheid in den Köpfen zu überwinden. Doch es kostet ihn Zeit und Überzeugungskraft, um das eigentlich erfolglose südafrikanische Team zu motivieren und sein in der Apartheid belastetes Image innerhalb der schwarzen Gemeinschaft zu dekonstruieren. Meisterregisseur Clint Eastwood präsentiert ein emotionales Werk mit atemberaubenden (Sport-)Aufnahmen und einem großartigen Morgan Freeman im Zentrum der Handlung. 10.11. 2115 / 12.11. 2115

USA 2008, Clint Eastwood, 116 min. Mit Clint Eastwood, Christopher Carley Der Vietnam-Veteran Walt Kowalski ist ein alter Knochen, der strikt an seinen Vorurteilen festhält. Als in seine durch und durch amerikanische Nachbarschaft koreanische Einwanderer ziehen, bestätigen diese zunächst seine Befürchtungen, zumal die Bandenkriminalität stetig zunimmt. Doch als deren Kinder bedroht werden, schreitet der Witwer entschlossen ein. Das macht ihn nicht nur zum Lokalhelden, es ruft auch Feinde auf den Plan. »Die unweigerliche Eskalation der Gewalt aber, die Das Herz von Jenin OmU Walt mit seinem Widerstand gegen die ISR/D 2008, Leon Geller, Marcus Vetter, 89 min. Vorstadtbanden in Gang setzt, endet mit Genauso bewegend wie nachhaltig beeindruckend erzählt Das Herz von Jenin von einem grandiosen Moment der Sühne.« (Neues Deutschland) einer zutiefst menschlichen Geste im Au2.11. 1900 Eröffnung. Zu Gast: Hanna Lehming, genblick der größten Tragödie. Der Film Nahostreferat des NMZ / 3.11. 2115 / 5.11. 2115 schildert die berührende Geschichte des palästinensischen Vaters Ismail Khatib, Die Fremde der sich nach der Erschießung seines elfD 2010, Feo Aladag, 119 min. jährigen Sohnes durch israelisches MiliMit Sibel Kekilli, Nizam Schiller, Derya Alabora tär entschloss, die Organe seines Kindes Umay ist aus einem unglücklichen Ehele- für israelische Kinder zu spenden. »Eine ben in Istanbul ausgebrochen und will zu- außerewöhnliche Geschichte, die einen rück in Berlin ein selbstbestimmtes Leben Querschnitt verschiedener Lebenswirkführen. Sie weiß, dass sie ihren Eltern und lichkeiten im Krisengebiet zwischen MiliGeschwistern damit viel zumutet, hofft tärpräsenz und kulturellen Vorurteilen ababer, dass die liebevolle Verbundenheit stär- bildet.« (Filmbewertungsstelle Wiesbaden, Pressetext) ker ist als alle gesellschaftlichen Zwänge. 11.11. 1700 Anschließend: Gespräch mit Jona »Viele Bürger Deutschlands mit türkischen Bargur, Israel und Suheir Y.M. Allami, Palästina, Wurzeln hadern zu Recht mit ihrer IdenMitglieder des Parents-Circle-Familien-Forums. tität. Sie fühlen sich hier als Türken, die

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Die 4. Revolution – Energy Autonomy

WOCHE DER ENERGIE Als besonderes Highlight der Veranstaltungsreihe »5. Woche der Energie«, lädt das Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E) der HAW Hamburg Sie zur Kinovorstellung »Die 4. Revolution – Energy Autonomy« ein. Anschließend haben Sie die Möglichkeit, mit dem Regisseur Carl-A. Fechner über die Vision der 100-prozentigen Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu diskutieren. Weitere Informationen zum Programm der 5. Woche der Energie an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg finden Sie unter: www.haw-hamburg.de/wde-2010.html

Die 4. Revolution – Energy Autonomy

D 2009, Carl-A. Fechner, 83 min. Innovative Unternehmer, prominente Umweltaktivisten, Nobelpreisträger und engagierte Politiker wissen längst, dass der vollständige Umstieg von unserem erdölbasierten Weltenergiesystem auf zu 100 Prozent erneuerbare Primärenergien innerhalb we-

niger Jahren möglich wäre. Allein die Propaganda mächtiger Großkonzerne bremst mit dreister Lobbyarbeit den Wandel aus. Mit fatalen Folgen für die ganze Welt. Wie kommen wir weg vom klimaschädlichen Erdölhunger und wie können eine nachhaltige Welt schaffen – gegen den Widerstand der Energielobby? Die Aussage von Carl-A. Fechners engagierter Dokumentation ist einfach: Wir könnten problemlos binnen weniger Jahre Ölverbrennung und Atomkraft durch vollständig erneuerbare Energien ersetzen. Weltweit. Wie katastrophal verantwortungslos unsere Zivilisation nicht nur mit diesen Ressourcen umgeht und wie einfach wir stattdessen auf alternative Solar-, Wasser- und Windkraft umsatteln könnten, belegt Fechner mit vielen Menschen, die sich aktiv für den Umstieg einsetzen. Er führt eine Fülle von Beispielen an, die längst flächendeckend realisiert sein könnten. Das wäre die vierte Revolution, inspiriert von Hermann Scheers Buch »Energieautonomie«. 9.11. 1900 Anschließend Diskussion – Eintritt frei

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SOULFOOD CINEMA – YOUNG CITY

DETLEF SIERCK Stützen der Gesellschaft

Ein Filmprogramm in Zusammenarbeit mit der D 1935, Detlef Sierck, 84 min. Stadtmission / Bahnhofsmission Hamburg und Mit Heinrich George, Maria Krahn der Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde. Melodram nach einem Bühnenstück von Ibsen. »Ein skrupelloser norwegischer Reeder Berlin Calling wird durch die Ankunft seines Schwagers D 2008, Hannes Stöhr, 105 min. aus Amerika, der um dunkle Punkte in seiMit Paul Kalkbrenner, Corinna Harfouch ner Vergangenheit weiß, aus der Bahn geDer Berliner Elektro-Komponist Martin, worfen. Ein Schiffsunglück gibt ihm Gegenannt DJ Ickarus, tourt mit seiner Manalegenheit zur Buße.« (Film-Dienst) gerin und Freundin Mathilde durch die 1.11. 1700 / 3.11. 1700 Tanzclubs der Welt. Sie stehen kurz vor ihrer größten Albumveröffentlichung, als Das Mädchen vom Moorhof Ickarus nach einem Auftritt im DrogenD 1935, Detlef Sierck, 82 min. rausch in einer Berliner Nervenklinik lanMit Hansi Knotek, Kurt Fischer-Fehling det. »Unsere Vision war immer, einen Film Lagerlöfs Melodram um Helga Christüber Kunst und Wahnsinn zu machen, mann, das Mädchen vom Moorhof, die ein über Rausch und Ekstase, über den tägliuneheliches Kind hat und deshalb außerchen Überlebenskampf, über Beziehunhalb der Gemeinde leben muss, bis sie eine gen, Freunde, Familie, Liebe, Hoffnung.« Anstellung als Magd beim ansehnlichen (Hannes Stöhr) Bauernbub Karsten Dietmar erhält, dessen 1.11. 2115 Braut Gertrud, Tochter des wohlhabenden Amtmannes, nicht zu Unrecht eine ernsthafte Herzens-Konkurrenz fürchtet … 4.11. 1700 / 5.11. 1700 Ein Kinoklassiker, eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen – das sind die Zutaten für einen Schlussakkord schönen Kinonachmittag. An einem Donners- D 1936, Detlef Sierck, 102 min. tag im Monat gibt es das im Metropolis Kino Mit Lil Dagover, Willy Birgel am Steindamm für unsere Mitglieder für 6,– »Hanna ist ihrem Mann nach New York gefolgt, nachdem er aus Deutschland gefloEuro und für alle anderen für 8,– Euro. Bitte melden Sie sich vorher an, damit auch hen war. Er begeht Selbstmord. Hanna ausreichend Kuchen vorhanden ist (Tel.: 040 / stürzt in Apathie, bis sie Beethovens 9. Sin34 23 53). fonie im Radio hört. In Deutschland ist noch ihr Junge geblieben, Peter, der vom Premiere Beethoven-Dirigenten Garvenberg adopA 1937, Geza von Bolvary, 89 min. tiert worden ist. Zurück in Berlin, wird Mit Zarah Leander, Karl Martell, Attila Hörbiger Hanna Erzieherin Peters, ohne von diesem Ein zwielichtiger Finanzier, der Geld in erkannt zu werden …« (Das Ufa-Buch) ein Revuetheater investiert hat, wird wäh6.11. 1700 / 7.11. 1900 rend der Premiere in seiner Loge erschossen. Der Schuss kam von der Bühne – und Das Hofkonzert Kommissar Helder macht sich mithilfe des D 1936, Detlef Sierck, 85 min. Inspizienten noch während der Show an Mit Marta Eggert, Johannes Heesters die Ermittlung des Täters. Unter Verdacht Die junge Sängerin Christine Holm ist eisteht zunächst die Hauptdarstellerin Car- gentlich auf der Suche nach ihrem unbemen, da der Ermordete sie bedrängte, au- kannten Vater, als sie bei einem Hofkonzert ßerdem ihr Bühnenpartner und Ex-Gelieb- für eine launische Primadonna einspringt. ter Fred, sowie die enttäuschte Lydia, die Zufällig findet sie dabei in dem gütigen zugunsten Carmens aus dem Ensemble Landesherrn ihren Vater und in einem adeligen Leutnant den passenden Bräutigam. entlassen wurde. 10.11. 1700 / 12.11. 1700 11.11. 1430 (Filmbeginn: 1500)

SENIORENKINO

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Schlussakkord

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FILMLAND POLEN

8. Festival des Neuen Polnischen Films Zusammengestellt von Grazyna Slomka in Zusammenarbeit mit dem Polnischen Generalkonsulat in Hamburg. Das Projekt wird vom Adam-Mickiewicz-Institut aus Mitteln des Kulturministeriums der Republik Polen mitfinanziert.

Sweet Rush OF/Engl. UT

Tatarak Polen 2009, Andrzej Wajda, 86 min. Mit Krystyna Janda, Paweł Szajda, Jan Englert »Zum einen erzählt Andrzej Wajdas Film die Geschichte von Marta, einer Frau in mittleren Jahren, verheiratet mit einem Kleinstadtarzt, die das Glück in den Armen eines deutlich jüngeren Mannes sucht. Die Beziehung zu Bogus´ ist so natürlich und frisch wie der Duft des Röhrichts, das am Ufer des Flusses wächst, in dem Marta und Bogus´ bei ihrem ersten Treffen gemeinsam geschwommen sind. Alles scheint ganz wunderbar für sie zu laufen, doch dann ertrinkt Bogus´ – er hat sich in den Wurzeln des Röhrichts verfangen, dessen Blätter er Marta mitbringen wollte. Hier könnte die Geschichte, die auf einer Erzählung des polnischen Autors Jarosław Iwaszkiewicz basiert, zu Ende sein, doch Andrzej Wajdas Film geht weiter. Er konfrontiert die Fiktion mit der Realität, indem er die erfundene Geschichte mit Monologen seiner Hauptdarstellerin Krystyna Janda verbindet, in denen sie den Tod ihres Ehemanns, des bedeutenden polnischen Kameramanns Edward Kłosin´ski betrauert, dem der Film auch gewidmet ist.« (Internationale Filmfestspiele Berlin 2009)

28.11. 1700

DaF

»Deutsch als Fremdsprache – Deutsch als Filmsprache«. Eine Filmreihe in Zusammenarbeit mit dem Colón Language Center. (www.colon.de)

Comedian Harmonists

D 1997, Joseph Vilsmaier, 127 min. Mit Ulrich Noethen, Ben Becker, Heinrich Schafmeister 1927 fasst der 20-jährige Berliner Schauspielschüler Harry Frommermann den Entschluss, eine deutsche Gesangsgruppe nach dem Vorbild der gefeierten amerikanischen A-Capella-Formation »The Revellers« zu gründen. Er gibt eine Annonce auf und schon bald rennen ihm die Kandidaten die Türe ein. Mitglieder der »Comedian Harmonists« werden der agile Robert Biberti, Roman Cycowski, ein polnischer Ex-Opernsänger, Erich Abraham Collin, ein Lebemann, der sieben Sprachen fließend beherrscht, Ari Leschnikoff, ein bulgarischer Tenor, und der 19-jährige Benjamin und der Pianist der Truppe, Erwin Bootz. Nach anfänglichen Schwierigkeiten ist der erste Auftritt der Band ein voller Erfolg. Eine Deutschland-Tournee folgt, und schon bald sind die »Comedian Harmonists« in aller Munde. Doch der ungeheure Erfolg macht die jungen Männer blind für die sich verändernde politische Situation. Hitlers Aufstieg zur Macht will keiner der Sechs ernst nehmen, obwohl drei Mitglieder der Truppe Juden sind. – Sechs Männer, sechs Stimmen, sechs Schicksale. Joseph Vilsmaier verfilmte Aufstieg und Fall des legendären Berliner Ensembles »Comedian Harmonists«, das Ende der 20er Jahre eine Weltkarriere startete und wenige Jahre später Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik wurde. 10.11. 1900

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Sweet Rush

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SPECIAL »Ab nach Rio« – Die Akte Guggenheim

D 2009, Jens Huckeriede, 87 min. In der Stadtvilla Rothenbaumchaussee 121 in Hamburg lebte bis 1938 die jüdische Familie Guggenheim. Das Haus wurde im selben Jahr von der Familie Fritsche erworben. Den Guggenheims gelang 1941 die Flucht nach Brasilien. Im Jahre 2007 verkauften die Fritsches die Stadtvilla. Bei der Prüfung der alten Architektenpläne wurde ein von allen Seiten unzugänglicher Raum gefunden, der in seiner symbolischen Bedeutung für das verschwundene jüdische Leben steht. Hier beginnt die Spurensuche. – Ein Dokumentarfilm über das Erinnern und Vergessen. Zeitzeugen leben nicht mehr, und der Autor begibt sich auf die Suche nach einer künstlerischen Strategie zur Schärfung der Wahrnehmung für das Abwesende. In einem Labyrinth der Erinnerungen sehen wir Interviews mit Ivoné Simon (geb. Guggenheim) aus Brasilien, den Söhnen des ehemaligen Hausbesitzers Michael und Claus Fritsche sowie den Wissenschaftlerinnen Prof. Dr. Aleida Assmann, Prof. Dr. Gabriele Rosenthal und Dr. Claudia Curio. 4.11. 1900 Zu Gast Jens: Huckeriede

TÄTER – OPFER – WIDERSTAND Eine Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten

Der Prozess von Nürnberg, 2. Teil DF

Zwei Beweisfilme der Anklage: 1) Nazi Concentration Camps (Nazi Konzentrationslager) USA 1945, 58 min. 2) Die von den deutschen faschistischen Invasoren in der UdSSR verübten Gräueltaten, UdSSR 1946, 60 min. 7.11. 1700

RADA R

International Independent Film Festival Hamburg, 1. bis 6. November 2010

Pete the Heat

D 2009, Henna Peschel, 80 min. Ohne Filmförderung. Ohne Drehgenehmigungen. Nur selten professionelle Schauspieler. Keine Gagen. Kein Vertrieb. Henna Peschel zieht sein Ding durch. Eine Haltung, die uns nicht ganz unbekannt ist und auch ein Grund, weshalb wir zum dritten Mal in Folge einen Peschel-Film präsentieren. Pete the Heat erzählt die Geschichte des BMX-Profis Pete, der stürzt, sich verletzt, pleite und sowieso nicht krankenversichert ist. Der Ausweg aus diesem Dilemma ist eine Insel am Rande der Karibik: San Pigro. 8000 Kilometer über den Atlantik sind es bis dahin. Es braucht also ein Boot … und das gibt es nicht umsonst. Im Vorprogramm: Run Granny Run! D 2009, Nikolaus von Uthmann, 5 min. Glebs Film D 2009, Christian Hornung, 27 min. 3.11. 1900

Noch ist Polen nicht verloren

D/PL/Türkei/Gibraltar 2010, Werner Theodor, Ingar Alan Milnes Die Namen der Protagonisten sind noch das Harmloseste in diesem Film: Theo van der Linse, Alan Nesgård und Maximilian Welck. Ab da hagelt es Irrsinn. Der Niederländer Theo ist ein polytoxikomanischer, sexsüchtiger Fernsehjournalist, Alan ist Privatier und Golf-Aficionado. Zusammen fahren sie aus schwammigen Gründen nach Polen. Dort treffen sie auf Maximilian Welck, der wiederum Staranwalt und Schamane in Personalunion ist. Der sowieso schon merkwürdige Trip nimmt jetzt richtig Fahrt auf. Im Vorprogramm: Das Arbeitszimmer D 2008, Helge Brumme, 6 min. Zwei Wurzeln viel Moos D 2009, Robert Kellner, 10 min. 4.11. 2115

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»Ab nach Rio« – Die Akte Guggenheim

Pete the Heat

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ASPHALTKINO Wenn Du krepierst – lebe ich! DF

feinden ums Ganze, beruflich wie privat. Dieser extrem unterschätzte Rennfilm beeindruckt durch grandiose Aufnahmen, Schnitte und Überblendungen. Dem Autofreak serviert der im letzten Jahr verstorbene Paul Newman hier gleich mehrere Rennserien: Von brachialen Super Sports Cars bis zum Indy Car (ähnlich Formel 1). Ihn selbst ließ der Renn-Virus ebenfalls nicht los – in eigenen Boliden trat er bei zahlreichen Rennen an. 30.11. 2130

I 1977, Pasquale Festa Campanile, 104 min. Mit Franco Nero, Corinne Clery, David Hess Eigentlich hat sich das Ehepaar Mancini nichts mehr zu sagen. Trotz alledem treten sie einen gemeinsamen Roadtrip mit Wohnwagen an. So was kann viel Spaß bringen, wenn man nicht den falschen Anhalter mitnimmt. Plötzlich entwickelt sich die Urlaubsreise in eine Fahrt direkt in eine Hölle aus Blut, Sex und Gewalt. Franco Nero (Django) Corinne Clery (Die Geschichte der O) und die Bestie David Hess (Mondo Brutale) zeigen ungebremst ihr schauspielerisches Können in einem Albtraum James Bond 007 – von Pasquale Festa Campanile aus dem Der Spion, der mich liebte DF Jahre 1977. GB 1977, Lewis Gilbert, 125 min. 22.11. 2115 Mit Roger Moore, Curd Jürgens, Barbara Bach Roger Moores Favorit ist das 10. JamesDer Mann von Hongkong DF Bond-007-Abenteuer. Der reichste Irre der HK/USA 1975, Brian Trenchard-Smith, 103 min. Welt träumt davon, das Leben auf dem Mit George Lazenby, Hugh Keays-Byrne, Roger Ward Meeresgrund fortzusetzen. Kurzum: von Frauen- und Drogenhandel waren auch der atomaren Vernichtung der Erde. Ein schon in den 70er Jahren ein lukratives und Atom-U-Boote schluckender Supertanker gefährliches Geschäft. Ex-James-Bond-Dar- verbreitet Angst und Schrecken! Natürlich steller George Lazenby ist der Boss eines kommt ihm James Bond auf die Schliche, australischen Gangstersyndikats, das nur ausgerüstet mit dem besten Equipment. durch einen Mann zur Strecke gebracht Humor, unglaubliche Stunts und vollkomwerden kann: Hongkong-Eastern-Legende men neue Ideen versprechen zwei Stunden Jimmy Wang Yu. Ein atemberaubender Vollgas-Unterhaltung à la Bond. Actionkracher der Superlative ohne Netz Feiern Sie mit uns diesen großartigen und doppelten Boden! Die unglaublichen Bondfilm im ehemaligen James-Bond-TraStunts inspirierten unter anderem Mad- ditionskino Savoy. Seit 1985 erstmals wieder auf großer Leinwand. Max-Regisseur George Miller. 26.11. 2115 Einführung: Andreas Schiefler 28.11. 2115 (www.VintageMoviePosters.de) Indianapolis OF Winning USA 1969, James Goldstone, 118 min. Mit Paul Newman, Joanne Woodward, Robert Wagner Großartige Rennszenen und herrliches Sixties-Flair! Rennfahrer Frank Capua (der Sneak Preview ultra-lässige Paul Newman) hat nichts auEin doppelter Premierenabend mit dem ßer dem Gewinnen von Autorennen im Schwerpunkt serielles Erzählen: HfbKKopf, trotzdem knickt seine RennfahrerStudentInnen zeigen die Ergebnisse zweier Karriere ein. Seine Frau Elora (Newmans Seminare des letzten Jahres: The Never EnEhefrau Joanne Woodward) orientiert sich ding Movie und den Anker im Nichts. unterdessen ausgerechnet an seinem Riva25.11. 2130 In Anwesenheit der Lehrenden len Luther Erding (Robert Wagner aus Prof. Wim Wenders und Sonja Umstätter Hart aber herzlich). Beim Rennen von Indianapolis geht es dann zwischen den Erz-

JAMES BOND

HFBK HAMBURG

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Wenn Du krepierst – lebe ich!

Indianapolis

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CINEFEST

VII. Internationales Festival des deutschen Film-Erbes Eine Veranstaltung von CineGraph – Hamburgisches Centrum für Filmforschung und Bundesarchiv-Filmarchiv, Berlin in Zusammenarbeit mit internationalen Archiven und dem Italienischen Kulturinstitut vom 13.–21.11. 2010 im Metropolis. Unter dem Motto »cinema trans-alpino« beschäftigt sich CineFest – das VII. Internationale Festival des deutschen FilmErbes, mit den deutsch-italienischen Filmbeziehungen. 25 Filme aus den Jahren 1913–2001 bieten die Gelegenheit, den personellen Austausch der Filmschaffenden, die Verflechtung der Produktionsstrukturen und die Bilder des anderen Landes und seiner Bewohner im deutschen und italienischen Kino durch das letzte Jahrhundert zu verfolgen. Im Laufe der 1920er bildete sich in Berlin eine Kolonie italienischer Filmschaffender, von denen sich einige erfolgreich im Weimarer Kino etablierten. Gennaro Righelli inszenierte seine Stendhal-Adaptation Der geheime Kurier (1928) als Abenteuerfilm voller Liebes-, Kampf- und Massenszenen. Bislang nur in einer Kurzfassung erhalten, erlebt der Film nun seine Wiederaufführung in einer vollständigen, neu restaurierten Fassung. Der elegante Sensationsdarsteller und Harry-Piel-Konkurrent Luciano Albertini schmuggelt sich in der rasanten Detektivgeschichte Tempo! Tempo! (1929) in eine Gangsterbande ein und absolviert die waghalsigsten Stunts stets im tadellosen Frack. Die kulturpolitische Zusammenarbeit zwischen dem faschistischen Italien und NS-Deutschland führte seit Mitte der 1930er Jahre verstärkt zur Produktion von deutsch-italienischen Sprachversionen. In Mutterlied (1937) steht der populäre Tenor Beniamino Gigli im Mittelpunkt eines herzzerreißenden Melodrams im Opernmilieu mit viel Gesang und dem putzigen Kinderdarsteller Peter Bosse, der auch bei der Vorstellung anwesend ist. Mit dem propagandistischen Historienspektakel Condottieri (1936/37) schuf der Südtiroler Luis

Trenker als Regisseur und Hauptdarsteller ein Prestigeprojekt der »kulturellen Achse« Rom–Berlin. Abseits der offiziellen Kooperation hielt die italienische Filmindustrie Nischen bereit: Der jüdische Emigrant Max Ophüls drehte 1934 mit La signora di tutti ein Melodram über das tragische Liebesleben einer gefeierten Schauspielerin. Carl Koch führte 1940/41 Regie bei La Tosca, einer Liebesgeschichte nach der Oper von Puccini. Die Auseinandersetzung italienischer Regisseure mit den Folgen von Faschismus und Nationalsozialismus begann kurz nach Kriegsende und dauert bis heute an. Roberto Rosselini analysierte 1948 in Germania anno zero, der Tragödie einer Familie im zerstörten Berlin, die geistige und seelische Verfassung der Deutschen nach dem Kriege. Zwei von der bundesdeutschen Politik und Presse als »deutschfeindlich« gebrandmarkte Produktionen lösten 1962 einen deutsch-italienischen »Film-Krieg« aus. Die Eingeschlossenen von Altona war Vittorio de Sicas Versuch, Sartres Bühnenstück mit einer Kritik an den reaktionären Verhältnissen in der BRD zu verbinden. Er drehte mit seiner hochkarätigen Besetzung (Frederick March, Sophia Loren, Maximilian Schell) nicht nur in Hamburg, sondern auch beim Berliner Ensemble in der DDR. Mit Die vier Tage von Neapel legte Nanni Loy ein Volksepos über den Aufstand der Neapolitaner gegen die deutsche Besatzungsmacht im September 1943 vor. In Westdeutschland wegen der gezeigten Grausamkeiten der Wehrmacht angefeindet und in der DDR als Heldenlied des italienischen Volkes gefeiert, löste der Film in Italien heftige Diskussionen über die Darstellung der Widerstandsbewegung aus. 1974 beging Liliana Cavani mit Der Nachtportier einen Tabubruch im medialen Umgang mit dem Nationalsozialismus, indem sie die sadomasochistische Beziehung zwischen einem SS-Offizier (Dirk Bogarde) und einer KZ-Insassin (Charlotte Rampling) in den Mittelpunkt ihres verstörenden Melodrams stellte. In Italien skandalisiert und zunächst verboten, sorgte der Film auch in Deutschland für heftige Kontroversen. Der einzige Film eines deutschen Regisseurs, der sich mit dem Verhalten der Italiener während des Krieges

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Condotieri

Die Eingeschlossene von Altona

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beschäftigt, war Wolfgang Staudtes pazifistische Humoreske Kanonen-Serenade (1962) über den Kapitän eines Gemüsedampfers (Vittorio de Sica), der sich nach der Begegnung mit einem U-Boot in ein wahnhaftes Kriegsheldentum hineinsteigert. Im deutschen Film erscheint Italien vor allem als Land der Sehnsüchte. 1913 konfrontierte Theater-Papst Max Reinhardt in seinem »heiteren Flimmerspiel« Die Insel der Seligen deutsche Spießer im Golf von Spezia mit amourösen Verwicklungen. In Gerhard Lamprechts Spionagefilm Ein gewisser Herr Gran (1933) macht Hans Albers als Geheimagent auf der Jagd nach einer gestohlenen Formel Rom und Venedig unsicher. Das Lied der Sonne inszenierte Max Neufeld 1933 als beschwingte Komödie mit Gesang und touristischen Postkartenmotiven um ein Berliner Mädchen, das in Italien nach einem Tenor fahndet und im jungen Vittorio de Sica einen charmanten Geliebten findet. Alle Facetten des ItalienTourismus der 1950er Jahre schildert Italienreise – Liebe inbegriffen (1957), ein komödiantischer Ensemblefilm um eine Reisegruppe, die mit dem Bus die obligatorischen Sehenswürdigkeiten abklappert und sich dabei menschlich näherkommt – Liebesverwirrungen um den feschen Reiseführer Paul Hubschmid inklusive. Elegische Schwarzweiß-Bilder zeigen das winterlich abweisende Venedig in Die Rote (1962) als Fluchtpunkt einer Frau in der Krise. Helmut Käutner orientierte sich bei der Verfilmung des Romans von Alfred Andersch mit internationaler Starbesetzung (Ruth Leuwerik, Rossano Brazzi, Gert Fröbe) an Antonioni. Als Ort des Verfalls und des Todes erscheint die Lagunenstadt in Luchino Viscontis Thomas-Mann-Adaptation Tod in Venedig (1970). Die Geschichte um einen sterbenden Komponisten und seine Sehnsucht nach einem Jungen schwelgt in der Musik von Gustav Mahler. Die unterschiedlichen Facetten des Bildes vom italienischen Migranten, der sich jenseits der Alpen als »Gastarbeiter« verdingt und mit den Verhältnissen in der Fremde arrangieren muss, zeigen Produktionen aus der DDR, der Bundesrepublik und Italien. Der DEFA-Film Simplon-Tunnel (1958/59) schildert vor dem historischen Hintergrund der Bauarbeiten in den Alpen (mit

rein deutscher Besetzung) die Rivalitäten zwischen deutschen und italienischen Bauleuten, um so die internationale Solidarität zu beschwören. Francesco Rosi beschreibt zur selben Zeit in I magliari – Auf St. Pauli ist der Teufel los die Erlebnisse eines klassischen »Gastarbeiters« aus der Toskana in der Welt der halbseidenen neapolitanischen Kleinganoven in Hannover und auf St. Pauli. Der Filmmacher, Psychiater und Kunstsammler Ottomar Domnick setzt 1960 in seiner avantgardistischen Dreiecksgeschichte Gino die Figur eines jungen Italieners als Katalysator zwischen zwei geschiedenen Eheleuten ein und übertrug die Rolle dem Debütanten Jörg Pleva, der auch bei der Vorstellung anwesend ist. Das Schicksal der italienischen Migranten aus dem ländlichen Süden im deutschen Industrie-Kapitalismus ist nirgendwo schonungsloser beschrieben worden als in Werner Schroeters Palermo oder Wolfsburg (1979/80). Die Geschichte um den 17-jährigen Sizilianer Nicola entwickelt sich nach realistisch-dokumentarischem Beginn zur satirisch-surrealistischen Passions-Oper. Klaus Emmerichs Pizza Colonia (1990/91) ist dagegen eine überdrehte Familienkomödie um Mario Adorf als italienischer Restaurantbesitzer zwischen Familie, Ehefrau und Geliebter. Interessante Verbindungen und Affinitäten zwischen deutschem und italienischem Kino lassen sich auch im weiten Bereich zwischen Krimi, Giallo und Politthriller finden. Markante Beispiele sind zwei CoProduktionen: Mario Bavas Blutige Seide (1963), ein Thriller um einen Serienmörder, dessen stilisierte Farbdramaturgie noch heute fasziniert, und Jürgen Rolands Hamburg-Krimi Zinksärge für die Goldjungen (1972/73), der mit harter Action und ein wenig Erotik den Kampf einer zugereisten Mafia-Bande mit eingesessenen Ganoven schildert. Mit Anklängen an das Genre des Polit- und Mafiathrillers gestaltete Tom Tykwer nach einem Drehbuch von Krzysztof Kieslowski in Italien sein religiös grundiertes Liebesdrama Heaven (2000/01) mit Cate Blanchett in der Hauptrolle. Zum Cinefest erscheinen wieder ein detaillierter Programm-Flyer und ein ausführlicher Katalog. Weitere Informationen: www.cinefest.de

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Italienreise – Liebe inbegriffen

Blutige Seide


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Das Lied der Sonne

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Metropolis Kino