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Wirtschaftsraum Thurgau

Ländlich geprägter Leuchtturm Smarte Technologien und Lösungen werden immer wichtiger – das wurde gerade auch während des Lockdowns deutlich: Unternehmen setzen vermehrt auf Digital. Der Verein Smarter Thurgau hat sich ebendies auf die Fahne geschrieben: den Thurgau gemeinsam digital weiterzubringen. Im Gespräch erklären Präsident Kurt Brunnschweiler sowie Initiant und Gesamtprogrammleiter Manfred Spiegel, wo der Thurgau digital die Nase vorne hat. Und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Kurt Brunnschweiler, kürzlich fand der erste Innovationstag von Smarter Thurgau statt. Was sind die wichtigsten Erkenntnisse? Damit digitale Initiativen und Projekte Wirkung zeigen, müssen sie die Menschen erreichen – egal, ob das der Firmenchef, der Mitarbeiter oder der Kunde ist. Das erreicht man nur, wenn digitale Lösungen einen klaren Mehrwert bieten und man diese auch verständlich erklären kann. Dazu braucht es innovative, auch risikobereite Leader und Treiber, die Brücken bauen und vorangehen.

«Überfachliche Kompetenzen fördern.» Kurt Brunnschweiler

Manfred Spiegel, was sind die spannendsten Ideen, die Smarter Thurgau weiterverfolgen will? Am Innovationstag wurden viele interessante Ansätze diskutiert. Ein digitaler Gesundheitsmanager für den Patienten wurde da vorgeschlagen, vernetzte Energiespeicher, eine Plattform für soziale Dienste oder niederschwellige, zeitflexible Weiterbildungsangebote mit Digitalisierungsbezug für Berufsleute. Als immer wichtiger wird auch das sichere Bewegen im virtuellen Raum betrachtet. Wir sind noch in der Auswertung und werden in den kommenden Monaten eine mögliche Umsetzung prüfen. Smarter Thurgau möchte über seine Plattform volksund betriebswirtschaftliche Konzepte verknüpfen, neue Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln und so die digitale Transformation vorantreiben. Wo steht diese im Thurgau derzeit? MS: Das Bewusstsein und die damit verbundene Kultur, dass LEADER | Oktober 2020

es hier Entscheidendes zu tun gibt, wird laufend mit Events wie dem Innovationstag gesteigert und gefestigt. Die notwendige digitale Infrastruktur ist verfügbar und mit Smarter Thurgau gibt es eine wirksame Organisation, um die digitale Transformation voranzutreiben und zu verankern. Mit der so geschaffenen Sensibilisierung initiieren wir gezielt Umsetzungsprojekte, die die digitale Transformation im Kanton weiter befeuern. Hat der Thurgau bei der digitalen Transformation die Nase vorne oder wo besteht für Sie hier der grösste Handlungsbedarf? KB: Die Public-private-Partnership, bei der der Kanton gemeinsam mit innovativen Kräften aus Wirtschaft und Gesellschaft vorangeht, ist auch bei anderen ländlich geprägten Kantonen wie Graubünden oder Appenzell Ausserrhoden auf offene Ohren gestossen und dient als Vorbild. Andere Kantone sind uns allerdings voraus, was die verfügbaren Finanzmittel für die digitale Transformation angeht. Welche neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodelle sind für Sie am vielversprechendsten? MS: Unsere KMU brauchen innovative Geschäftsmodelle, die für sie mithilfe digitaler Technologien den Zugang zum Kunden sicherstellen und über die sie ihre auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Produkte und Dienstleistungen effizient anbieten können. So eine Lösung integriert oft die Nischenkompetenzen mehrerer Anbieter auf einer gemeinsamen Plattform. Der Kunde begreift auf Anhieb, was der Nutzen für ihn ist und wie die Lösung sein Leben besser oder einfacher machen kann. Dafür müssen die KMU vermehrt in Netzwerken zusammenarbeiten. Können Sie Beispiele nennen, wie digitale Technologien in konkreten Projekten genutzt werden? MS: Ein Kreuzlinger Transportunternehmen nutzt digitale Technologien für das Flottenmanagement und für die

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