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BULLET|N DEZEMBER 2012

«Als junge Unternehmerin verfügt man über eine gewisse Naivität – aber auch über den Biss, sich zu beweisen» SIMONE GÖTZ, ODEC-MITGLIED INTERVIEW SEITE 16

ODEC-Fotoshooting 2012

||| Ist das duale Bildungssystem eine Stärke der Schweizer Wirtschaft? ||| NDS HF jetzt auch ein Thema in der Politik ||| Interkulturelle Unterschiede sind wahre Schatztruhen

SEITE 9

La séance photos de l’ODEC 2012

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||| Le système de formation duale est-il une force de l’économie suisse? ||| EPD ES est désormais également un thème en politique ||| Les différences culturelles sont de véritables richesses


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EDITORIAL

IN H A LT 3 4

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Editorial Diplomfeiern BBT – Film zur Höheren Berufsbildung Saläre HF: Ein Studium an Höheren Fachschulen zahlt sich aus Impressum Duales Bildungssystem, Auswertung der ODEC-Studie ODEC-Fotoshooting 2012 NDS HF jetzt auch ein Thema in der Politik Gönnermitglieder Interkulturelle Unterschiede sind wahre Schatztruhen Interview mit ODECMitglied Simone Götz Bildungsangebote HF auf ODEC EDUCATION

SO MMA IRE 10 Membres bienfaiteurs 18 Offres de formation ES sur ODEC EDUCATION 20 Editorial Impressum 21 Séance de photos 2012 OFFT – un film sur la formation professionnelle supérieure 22 Système de formation duale – Résultats de l’étude ODEC 24 EPD ES est désormais également un thème en politique 25 Des études orientées pratique en école supérieure s’avèrent payantes 26 Les différences culturelles sont de véritables richesses

ODEC-Bulletin 4|2012

Private sowie berufliche Lichtblicke und Highlights müssen genossen werden. Jetzt, im Dezember bis Februar, wo die Tage kurz und kalt und die warmen Sommertage nur noch in der Erinnerung präsent sind, wird jeder Sonnenstrahl (Lichtblick) ausgenutzt um sich zu erholen und wie viele sagen, um sich aufzutanken. Diese Lichtblicke sind wichtig, denn sie geben die Perspektive, dass es weitergeht und die Tage wieder länger werden. Auch im Beruf stechen nicht nur schöne Tage hervor, sondern es gibt oft schwierige Zeiten. Es gilt deshalb die Lichtblicke und Highlights zu genießen und in Erinnerung zu behalten. An dieser Stelle möchte ich Ihnen zwei Lichtblicke, respektive Highlights vorstellen, welche auch aufzeigen, dass sich der Einsatz des ODEC mit der Unterstützung von HF-Absolventinnen und -Absolventen insbesondere von ODEC-Mitgliedern lohnt:

1. Die duale Bildung In unserer, im Juni 2012 abgeschlossen ODEC-Umfrage, wurden auch die duale Bildung und der eigene Berufsweg thematisiert. Eine der wichtigen Kernfragen war: «Wenn ich nochmals 16 Jahre alt wäre, würde ich meinen beruflichen Weg wieder über die Berufsbildung angehen?» Nach einem erfolgreichen Abschluss und Jahren der Berufserfahrung ist man bekanntlich immer etwas erfahrener und kann die vergangenen Entscheidungen besser beurteilen. Über 80 Prozent der ODEC Mitglieder und 75 Prozent der übrigen HF-Absolventinnen und -Absolventen würden denselben Berufsweg wieder wählen. Dies zeigt auf, dass ODEC Mitglieder stärker hinter der Berufsbildung stehen. Diese Einstellung der «Älteren» gibt auch den in das Berufsleben einsteigenden Jugendlichen die Sicherheit, dass sie etwas beginnen werden, was von einer grossen Mehrheit ihrer Vorgänger erneut gewählt würde. Die HF-Diplomierten glauben an die Berufsbildung und sehen im schweizerischen Bildungssystem eine Erfolgsstory. Einen Bericht dazu kann auf Seite 6 nachgelesen werden.

2. Das Parlament blickt auf die NDS HF Der ODEC hat in den letzten Jahren die problematische Stellung der Nachdiplomstudium HF (NDS HF) immer wieder thematisiert. Letztmalig wurde das Thema NDS HF und dessen Stellenwert innerhalb des Weiterbildungsgesetzes diskutiert. Dass die NDS HF mit der Verankerung innerhalb des Weiterbildungsgesetzes nicht mehr vom Bund anerkannt werden würden, hat zum Glück zu verschiedenen Verstimmungen innerhalb der interessierten Institutionen geführt. Da sich nun endlich auch eine grössere, gewichtige Masse von Interessierten für die NDS HF, dessen Stellenwert im Bildungssystem und dessen eidgenössische Anerkennung einsetzen, hat schliesslich auch die Politik Interesse gezeigt. Im Sommer 2012 wurden zwei Postulate zu den Nachdiplomstudien eingereicht. Lesen Sie mehr zur Zukunft der NDS HF auf Seite 10. Auch wenn Wege zu Erfolgen manchmal lange dauern – bisweilen über Jahre – lohnt es sich dabei zu bleiben und sich dafür einzusetzen. Die oben beschriebenen Lichtblicke sind der Zündstoff, der zum Weiterkommen animiert. Urs Gassmann, Geschäftsführer ODEC

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ODEC-Bulletin 4|2012

DIPLOMFEIERN | BBT

ODEC-Präsenz an Höheren Fachschulen Vom 26. Juli bis zum 27. Oktober 2012 repräsentierte ODEC an folgenden Diplomfeiern den Verband und zeichnete diverse beste Diplomnoten aus:

Kant. TechnikerInnen-Schule für Informatik KTSI gibb – Höhere Fachschule Bauplanung Baukaderschule St. Gallen Diplomfeier vom: 17.08.2012 Beste Diplomnote NDS: Andreas Gasser Fachrichtung NDS: Bau-Energie-Umwelt Repräsentant ODEC: Roger Frauenknecht

Diplomfeier vom: 21.09.2012 Beste Diplomnote: Rico Projer Fachrichtung HF: Informatik Repräsentant ODEC: Markus Sennrich

Diplomfeier vom: 07.09.2012 Beste Diplomarbeit: Doris Baumann Fachrichtungen HF: Architektur, Innenarchitektur, Ingenieurbau Repräsentant ODEC: Gianni Andreoli

Höhere Fachschule Uster

Höhere Fachschule Hochbau Winterthur Diplomfeier vom: 07.09.2012 Beste Diplomnote: Remo Vollenweider Fachrichtung HF: Hochbau Repräsentant ODEC: Jürg Köchli

Berufs- und Weiterbildungszentrum für Gesundheits- und Sozialberufe St. Gallen (BZGS)

Diplomfeier vom: 21.09.2012 Beste Diplomnote: Rainer Hühne Fachrichtungen HF: Systemtechnik/ Automation, Informatik Repräsentant ODEC: Beat Schärer

Diplomfeier vom: 14.09.2012 Fachrichtungen: Biomedizinische Analytik, Operationstechnik Repräsentant ODEC: Thomas Manz

Technikerschule HF Holz Biel

Strickhof, Höhere Fachschule Lindau Diplomfeier vom: 07.09.2012 Beste Diplomnote: Armin Niederberger Fachrichtungen HF: Agrartechnik, Agrarwirtschaft Repräsentantin ODEC: Corinne Päper

gibb – Höhere Fachschule Gebäudetechnik HKKS Diplomfeier vom: 21.09.2012 Beste Diplomnote: Hansueli Aeschlimann Fachrichtungen HF: Heizungs-, Kälte-, Klima-, Sanitärtechnik Repräsentant ODEC: Mario Cadinu

Diplomfeier vom: 04.10.2012 Beste Diplomnote: Hansruedi Stalder Fachrichtungen HF: Holztechnik, Holzbau

Flugzeug-Technikerschule FTS Diplomfeier vom: 05.10.2012 Beste Diplomnote: Marcel Lütold Fachrichtung HF: Flugzeugtechnik Repräsentant ODEC: Gregory Meier

BBT – Film zur Höheren Berufsbildung

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Hervorragend ausgebildete Fachkräfte sind das A und O für den Wirtschaftsstandort Schweiz. Sie sind eine entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Schweiz zu den wirtschaftlich führenden Ländern zählt. Als Erfolgsmodell gilt dabei insbesondere die Berufsbildung. Worauf aber gründet dieser Erfolg? Das BBT (Bundesamt für Berufsbildung und Technologie) hat unter anderem einen Film zur höheren Berufsbildung erstellt und stellt diesen der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Schweizerische Technische Fachschule Winterthur Schade ist nur, dass der HF-Titel «Grafik-Designer HF», der im Film aufgeführt wird, noch gar nicht existiert. Der Film kann unter www.odec.ch/bbt_de oder auf der BBT-Website angeschaut werden. 

Diplomfeier vom: 26.10.2012 Beste Diplomnoten: Patrick Buchegger, Thomas Gfeller Fachrichtungen HF: Elektrotechnik, Kommunikationstechnik Repräsentant ODEC: Jürg Köchli


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SALÄRE HF

ODEC-Bulletin 4|2012

ODEC-Salärstudie 2011/2012:

Praxisorientiertes Studium an Höheren Fachschulen (HF) zahlt sich aus

IMPRES SU M Herausgeber: ODEC schweizerischer verband der dipl. absolventinnen und absolventen höherer fachschulen Geschäftsstelle: Bürozeiten: täglich von 8.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 17.30 Uhr Tel. 052 214 22 40, Fax 052 214 22 42 info@odec.ch, www.odec.ch Redaktion: Urs Gassmann, Jsabelle Tschanen Redaktionelle Beiträge an: ODEC Postfach 2307, Steiggasse 2 8401 Winterthur email: info@odec.ch Redaktionsschluss: 25. Januar, 25. April, 25. Juli, 25. Oktober Inserateverkauf: ODEC Tel. 052 214 22 40, Fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Adressänderung/Bestellungen: ODEC, Postfach 2307, 8401 Winterthur email: info@odec.ch Erscheinungsweise: Das Bulletin erscheint 4-mal jährlich: 1. März, 1. Juni, 1. September, 1. Dezember

Ein praxisorientiertes Studium an einer Höheren Fachschule zahlt sich aus. Karriere- und Verdienstchancen unterscheiden sich je nach gewählter Studienrichtung jedoch erheblich. «Neueinsteiger», die ihren HF-Abschluss vor weniger als 2 Jahren erlangt haben, verdienen zwar weniger als «alte Hasen», können ihre Einkünfte jedoch in kurzer Zeit bedeutend steigern. Nach Abschluss des Studiums verdienen HF-Absolventen durchschnittlich CHF 82’600.–/ Jahr. In rund 10 Jahren wächst ihr jährliches Einkommen sogar auf CHF 104’700.–.

Besser informiert und vorbereitet dank der Broschüre «Saläre HF 2011/2012» Die Salärbroschüre HF gibt Auskunft über die Fachbereiche Hotellerie, Technik, Tourismus und Wirtschaft. In der Broschüre werden die Fachbereiche nochmals in Fachrichtungen unterteilt. Es wird der Berufserfahrung, der Branche, dem Einsatzgebiet und den Regionen der Schweiz Rechnung getragen. Zudem wird aufgezeigt, welche Branchen Reallohnerhöhungen erhielten oder Überstunden ausbezahlten und welche Funktionen Absolventen HF innerhalb einer Branche innehaben.

Dies stellen einige Beispiele aus der Broschüre dar. Die begehrte Broschüre «Saläre HF 2011/2012» wurde innerhalb weniger Monate bereits über 1’400 Mal bestellt. Die Salärbroschüre HF kann beim ODEC für CHF 35.– bezogen werden, ODEC-Mitglieder erhalten sie für CHF 10.– unter www.odec.ch/salaer Die Salärbroschüre 2013/2014 erscheint im nächsten Sommer.  Der ODEC und die INCON Unternehmensberatung* führen die Saläranalyse nun bereits zum sechsten Mal durch. Die Analyse beinhaltet Angaben von Personen mit HFAbschluss aus dem Technik-(T), dem Gastronomie-/Tourismus- (GT) und dem Wirtschaftsbereich (W). Die Datenerhebung erfolgte elektronisch via Internet. Ausgehend von einer Grundgesamtmenge von ca. 18’000 Personen ergibt sich ein Rücklauf von 12% (2’164 Antworten, wovon T = 1’319, GT = 579 und W = 266). Gegenüber der letzten Befragung haben wir ungefähr gleich viele Antworten erhalten. Diese Stichprobe darf als repräsentativ betrachtet werden. * INCON Unternehmensberatung Oberstrasse 222, 9014 St.Gallen, Tel. 071 274 51 91 tmeier@incon.ch, www.incon.ch

Gestaltung: Eugen Scheiwiller, Electronic Publishing 8600 Dübendorf Druck/Versand: Merkur Druck AG, 4900 Langenthal Nachdruck: Nur mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des ODEC dar. Zuschriften sind an die Redaktion erbeten. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Haftung.

Inserate 4-farbig, Preise: 1/4 Seite CHF 600.– 1/3 Seite CHF 800.– 1/2 Seite CHF 1’200.– 1/1 Seite CHF 2’000.– Mitglieder und Gönner des ODEC erhalten 20% Ermässigung. Details finden Sie auf unserer Homepage www.odec.ch unter Organisation/Verbandszeitschrift.

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ODEC-Bulletin 4|2012

DUALES BILDUNGSSYSTEM

Ist das duale Bildungssystem eine Stärke der Schweizer Wirtschaft? Das duale Bildungssystem der Schweiz ist weltweit einzigartig. Was HF-Absolventinnen und -Absolventen von diesem System halten und ob sie selber den dualen Bildungsweg nochmals einschlagen würden, untersucht eine Umfrage des ODEC. Die Resultate sind erfreulich, zeigen aber auch Unterschiede je nach demografischem oder beruflichem Hintergrund der Befragten auf. Im Jahr 2012 wurden 3’700 HF-Absolventinnen und -Absolventen – darunter 2’800 Mitglieder des ODEC – unter anderem mit folgenden Fragen zum dualen Bildungssystem in der Schweiz konfrontiert: 1. Ist das schweizerische Bildungssystem eine Erfolgsstory? 2. Ist die duale Bildung (Berufslehre) als Grundlage die Stärke der Schweizer Wirtschaft? 3. Wenn ich nochmals 16 Jahre alt wäre, würde ich meinen beruflichen Weg wieder über die Berufsbildung angehen? 669 Befragte (18 Prozent) füllten den Fragebogen aus. Die Antworten wurden bezüglich Geschlecht, Alter, Zeitdauer seit Abschluss HF/TS/HKG, Fachbereich, Branche, Art des Studiums, Funktion/ Rang, Firmengrösse, Arbeitskanton oder Personalsituation im Unternehmen ausgewertet.

100%

Männer beurteilen das duale Bildungssystem positiver 98 Prozent der befragten Männer, die den Fragebogen zurückschickten, bezeichnen die Berufslehre am Anfang eines Bildungswegs als Stärke der Schweizer Wirtschaft. Bei den Frauen sind es 95 Prozent. Die Zufriedenheit der männlichen Teilnehmenden schlägt sich auch in der Sicht auf ihren eigenen Bildungsweg nieder: 79 Prozent würden den beruflichen Weg wieder über die Berufsbildung angehen. Bei den Frauen würde gut ein Drittel eine andere Laufbahn wählen (siehe Grafik S. 7, oben).

Hängt die Einstellung zum dualen Bildungssystem vom Alter ab? Vor allem junge Personen unter 35 Jahren und ältere ab 50 bezeichnen das Schweizer Bildungssystem als Erfolgsstory: Total 91

Ist die duale Bildung (Berufslehre) die Stärke der Schweizer Wirtschaft?

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Mitglied der GL/ Direktion

Angehörige/r des Kaders nein

Projektleiter/in

eher nein

Fachspezialist/in Sachbearbeiter/in eher ja

ja

Assistent/in

Prozent dieser Altersgruppen antworten in der Umfrage mit «ja» oder «eher ja». Personen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren sind etwas kritischer: 14 Prozent antworten mit «nein» oder «eher nein». Umfrageteilnehmer über 50 Jahre sowie zwischen 31 und 35 Jahren sind auch geschlossen der Meinung, dass die duale Bildung als Grundlage die Stärke der Schweizer Wirtschaft ausmacht. Von den übrigen Befragten sind 98 Prozent dieser Ansicht. Bei der Frage, ob sie mit 16 Jahren noch einmal denselben Bildungsweg einschlagen würden, ergibt sich ein widersprüchliches Bild: Die 41- bis 45-Jährigen würden sich am ehesten für einen anderen Weg entscheiden (35 Prozent). Bei den über 50-Jährigen, welche das duale Bildungssystem im Grundsatz bejahen, könnten sich rund 22 Prozent eine andere Laufbahn vorstellen. Erfreulich ist, dass bei den bis 25-Jährigen 89 Prozent wieder einen dualen Berufsweg wählen würden.

Studierende sind überzeugt von ihrem Bildungsweg Ein ähnliches Bild zeigt sich bezüglich Zeitspanne seit Abschluss. Je näher der Abschluss einer HF, TS oder HKG liegt, desto eher würden die Umfrageteilnehmenden tendenziell als 16-Jährige nochmals den Weg über die Berufsbildung gehen. Studierende, die aktuell eine Weiterbildung an der HF, TS oder HKG absolvieren, sind vom beruflichen Ausbildungsweg überzeugt: Nur gerade 1 Person von 42 Teilnehmenden würde sicher nicht mehr diesen Weg wählen. Bei den Personen, deren Studium mehr als 25 Jahre zurückliegt, würden 33 Prozent sicher oder wahrscheinlich einen anderen Weg einschlagen.

Mehr berufsbegleitende Ausbildungen Gut 80 Prozent der Umfrageteilnehmenden haben eine berufsbegleitende Fortbildung besucht. 89 Prozent von ihnen empfinden


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DUALES BILDUNGSSYSTEM

Das duale Bildungssystem der Schweiz Die duale Bildung nimmt in der Schweiz einen wichtigen Stellenwert ein: Rund zwei Drittel aller Jugendlichen absolvieren eine Lehre in einem von 230 Berufen. Während zwei bis vier Jahren bilden sie sich parallel (dual) in Betrieb und Berufsschule aus und schaffen sich damit eine solide berufliche Grundlage. Nach der Lehre absolvieren viele eine höhere Berufsbildung, eignen sich spezifische Berufsqualifikationen an und bereiten sich auf Führungs- und Fachfunktionen vor. Dafür stehen rund 410 Berufs- und höhere Fachprüfungen sowie 52 Bildungsgänge an Höheren Fachschulen zur Wahl. Rund 75 Prozent der Männer absolvieren eine berufliche Grundbildung – bei den Frauen sind es rund 63 Prozent (Bundesamt für Statistik 2011).

das schweizerische Bildungssystem als Erfolgsstory. Bei ihren Kolleginnen und Kollegen, welche ein Vollzeitstudium absolviert haben, sind es gar 92 Prozent. Von allen Befragten würden rund 77 Prozent wieder den dualen Bildungsweg einschlagen. Ein klares «Nein» legen 14 Prozent der Vollzeitstudierenden ein, bei den Teilzeitstudierenden sagen nur 5 Prozent «nein» (siehe Grafik rechts, oben).

Weniger Überzeugung in der Welschschweiz Umfrageteilnehmende aus der Romandie sehen die Berufslehre als Grundlage weniger als Stärke der Schweizer Wirtschaft als ihre Deutschschweizer Kolleginnen und Kollegen: Während schweizweit 58 Prozent aller Teilnehmenden die Berufslehre klar als Stärke sehen, sind es im Kanton Genf nur 17 Prozent und im Kanton Waadt nur 31 Prozent. Im Kanton Glarus geben dagegen 100 Prozent der Teilnehmenden ein «Ja» für das duale Bildungssystem ab. Teilnehmende aus dem Kanton Basel Stadt scheinen mit ihrer beruflichen Ausbildung nicht wirklich glücklich zu sein: 48 Prozent würden – wären sie noch einmal 16 – nicht mehr den Weg über die Berufsbildung wählen; im Kanton Waadt sind es 36 Prozent und im Kanton Genf 31 Prozent. In den eher ländlichen Kantonen Schwyz, Appenzell, Nidwalden, Graubünden, Glarus, Schaffhausen, Wallis und Thurgau würden über 80 Prozent noch einmal den dualen Bildungswegabsolvieren (siehe Grafik rechts, Mitte).

Kader sieht duales Bildungssystem als Stärke Je höher die berufliche Position der befragten Person ist, desto eher bewertet diese die

onsmitgliedern würden sich knapp 80 Prozent der Befragten wieder für den dualen Bildungsweg entscheiden. Deutlich anders sehen das Assistentinnen und Assistenten: Über 58 Prozent würden einen anderen Weg einschlagen.

duale Bildung als Grundlage der Stärke der Schweizer Wirtschaft: Bei Mitgliedern der Geschäftsleitung oder der Direktion haben sich 100 Prozent entsprechend geäussert – 67 Prozent sogar mit einem klaren «Ja». Bei den Sachbearbeiterinnen und -bearbeitern sowie den Fachspezialisten geben 53 Prozent ein «Ja» ab, bei denAssistentinnen und Assistenten sind es weniger als 10 Prozent (siehe Grafik S. 6). Von Sachbearbeiterinnen und -bearbeitern über Projektleiterinnen und -leiter sowie Kaderangehörige bis hin zu Direkti-

100%

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Deutliche Unterschiede bei den Fachbereichen und Branchen Die Zufriedenheit mit dem dualen Bildungssystem der Schweiz ist je nach Fachbereich, in dem die Befragten ihren Abschluss gemacht haben, unterschiedlich:

Wenn ich nochmals 16 Jahre alt wäre, würde ich meinen beruflichen Weg wieder über die Berufsbildung angehen?

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

weiblich

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berufsbegleitend

männlich

Vollzeit

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 100%

NW

SZ

AR

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GL

SH

VS

TG

BE

SO

ZH

ZG

SG

BL

LU

GE

VD

BS

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Gastgewerbe, Tourismus, Hauswirtschaft nein

Technik

eher nein

Wirtschaft

eher ja

ja

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DUALES BILDUNGSSYSTEM

94 Prozent der Befragten des Fachbereichs «Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft» sehen das Bildungssystem als Erfolgsstory. Anders reagieren die Teilnehmenden der Fachbereiche «Technik» und «Wirtschaft»: 11 respektive 14 Prozent empfinden das Bildungssystem als keine oder eher keine Erfolgsstory. Auch bei der Frage, ob sie mit 16 Jahren noch einmal denselben Bildungsweg wählen würden, gehen die Meinungen der Absolventinnen und Absolventen der Fachbereiche auseinander: In den Bereichen «Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft» sowie «Wirtschaft» würden knapp 70 Prozent sicher oder ziemlich sicher noch einmal den Weg über die berufliche Bildung einschlagen. Interessant ist, dass gleichzeitig im Bereich «Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft» der Anteil an klaren Nein-Stimmen mit 21 Prozent am höchsten ist. Absolventinnen und Absolventen aus dem Fachbereich «Technik» schauen mit mehr Überzeugung auf ihre berufliche Ausbildungzurück: 79 Prozent würden wieder diesen Weg wählen (siehe Grafik S. 7, unten). Analysiert man die Branchen, in welchen die Befragten heute tätig sind etwas detaillierter, fällt auf, dass neben «Hotellerie/Beherbergung» sowie «Restauration/ Gastronomie» auch die Branchen «Erziehung/Aus- und Weiterbildung» sowie «Grafische Erzeugnisse» das schweizerische Bildungssystem als Erfolgsstory betrachten. In der Branche «Handel» sind nur gerade 60 Prozent und in der «Lebensmittelindustrie» sowie in «Chemie/Pharma» rund 80 Prozent davon überzeugt. Trotzdem würden 90 Prozent der Personen aus dem Handel wieder den dualen Berufsbildungsweg wählen, während nur 60 Prozent der Branche «Chemie/Pharma» diesen Weg nochmals gehen würden. Auffallend ist, dass sich nur rund ein Drittel der Personen aus dem «Gesundheitswesen» heute noch einmal für den beruflichen Bildungsweg entscheiden würde. Bei allen anderen Branchen sind es über 50 Prozent – in der Branche «Restauration/Gastronomie», die der Berufsbildung generell positiv gegenübersteht, sind es 90 Prozent, in der Branche «Hotellerie/Beherbergung» 76 Prozent.

Unternehmensspezifische Unterschiede ausschlaggebend

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Vor allem Personen aus kleineren Betrieben würden – wenn sie noch einmal 16 Jahre alt wären – wieder den beruflichen Weg über die Berufsbildung wählen. 85 Prozent der

Personen in Firmen unter 10 Angestellten beantworteten die Frage positiv. Bei den Personen, die in Firmen mit über 500 Mitarbeitenden arbeiten, waren es nur rund 70 Prozent. Praktisch nicht relevant für die Beurteilung des dualen Bildungssystems ist, ob das Unternehmen regional oder weltweit ausgerichtet oder in Schweizer oder internationalem Besitz ist. Interessant ist die Einschätzung in Bezug auf die Personalverantwortlichen des eigenen Arbeitgebers: Wenn die Personalverantwortlichen die Qualifikationen der HF-Absolventinnen und -Absolventen kennen, würden die Befragten sicher oder eher wieder den Berufsbildungsweg wählen – nämlich zu 80 Prozent. Wenn die Personalverantwortlichen die Qualifikationen nicht kennen, würden nur 57 Prozent die duale Laufbahn sicher und 66 Prozent eher nochmals wählen.

Vertiefungspotenzial vorhanden Die Umfrage zeigt eine grosse Zufriedenheit der Befragten mit dem schweizerischen Bildungssystem und der dualen Bildung. Eine grosse Mehrheit würde wieder den Weg über die Berufsbildung wählen, was sicherlich ein gutes Zeugnis für die Anbieter der Aus- und Weiterbildungen ist. Erfreulich ist auch, dass vor allem die jungen Menschen eine positive Haltung gegenüber der Berufsbildung haben. Interessant wäre es, einzelne Punkte tiefer zu ergründen: Warum würden sich Frauen eher für einen anderen Weg entscheiden als Männer? Weshalb sind Personen, die in der Handelsbranche tätig sind, vom Schweizer Bildungssystem so wenig überzeugt und warum würden Personen im Gesundheitswesen heute einen anderen Bildungsweg wählen? Wieso sieht man in der Romandie das duale Bildungssystem weniger als Stärke der Wirtschaft als in der Deutschschweiz und warum ist die Einschätzung des persönlichen Bildungswegs von Kanton zu Kanton so unterschiedlich? Hier zeigt sich Handlungspotenzial für einige Branchen und Regionen. 

VISION «Wir sind der Interessensvertreter aller dipl. Absolventeninnen und Absolventen HF» LEITBILD ODEC «Wir müssen die Veränderung sein, welche wir in der Welt sehen wollen» | Mahatma Gandhi (1869–1949) Wir vertreten unsere Interessen | Wir sind ein primär national tätiger Absolventenverband. Wir sind autonom und politisch unabhängig. Wir stellen uns der Dynamik des Wettbewerbs | Wir vertreten die dipl. Absolventen Höherer Fachschulen. In der Schweiz, in Europa, weltweit. Wir stehen für unseren Berufsstand ein | Als nationaler Verband tragen wir grosse Verantwortung. Im Bildungssystem Schweiz vertreten wir unsere Mitglieder gewissenhaft. Wir knüpfen Kontakte | Wir erweitern ständig unser nationales und internationales Netzwerk. Damit wir unsere Beziehungen einfacher spielen lassen können. Wir begegnen Neuem mit Zuversicht | Wir denken innovativ. Unsere Arbeit soll von den Mitgliedern mit «wieso nicht» anstelle von «ja, aber» kommentiert werden. Wir fördern unser Image | Es ist unsere Aufgabe, unseren Berufsstand zu fördern und klar zu positionieren. In der Wirtschaft, in der Politik, in der Öffentlichkeit. Wir sind Partner | Die Beziehungen zu unseren Mitgliedern basieren auf zwischenmenschlichen Grundwerten. Dazu gehören Fairness und gegenseitige Achtung. Wir agieren mit Weitblick | Wir nehmen Einfluss auf die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten unserer Mitglieder. Dabei orientieren wir uns am aktuellen und künftigen Geschehen. Wir sind effektiv | Wir investieren die uns zur Verfügung stehenden Ressourcen sinnvoll. Dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen unserer Mitglieder.


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FOTOSHOOTING 2012

ODEC-Bulletin 4|2012

Fotoshooting 2012 Am 1. September 2012 fand das Fotoshooting des ODEC zum dritten Mal statt, diesmal in Aarau. Aus diesen alle zwei Jahre stattfindenden Fotoshootings werden wichtige Bilder für das Bulletin, die ODEC-Werbung und unsere Website gewonnen. Der ODEC verwendet wenn möglich überall dort, wo Personen abgebildet werden, Fotos von ODEC-Mitgliedern. Der regnerische Tag war ideal für ein Shooting in einem Fotostudio. Die vorangegangenen nass-kalten Tage hatten aber auch Einfluss auf unseren Event: 4 Personen mussten sich wegen Grippe kurzfristig abmelden. Unter der Leitung unserer Fotografen Daniel Rohr und Ronny Britt fand ein hochstehendes Fotoshooting statt, die Koordination der Sujets lag bei Urs Gassmann. Der Anlass war geprägt von einer lockeren Atmosphäre, Spass und Enthusiasmus. Dank dem Einsatz der 5 Models konnten erneut klasse Fotos für die Models und für den ODEC geschossen werden. 

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NDS HF | GÖNNER ODEC

NDS HF jetzt auch ein Thema in der Politik Die Anerkennung der Nachdiplomstudien der Höheren Fachschulen (NDS HF) wird jetzt auch im Parlament diskutiert. Für den ODEC ist die Thematik der Anerkennung der Nachdiplomstudien HF schon ein jahrelanges Thema und endlich hat es auch die Politik aufgegriffen. Die Höheren Fachschulen (HF) bieten über 200 NDS HF in diversen Fachrichtungen an. Ein Grossteil dieser Nachdiplomstudien (ca. 120) ist altrechtlich anerkannt, was bedeutet, dass die Anerkennung vor dem Jahr 2005 ausgesprochen wurde. Die neurechtlichen Nachdiplomstudien (44 anerkannte und 36 im Anerkennungsverfahren) basieren auf Rahmenlehrplänen, welche den heutigen Bedingungen entsprechen. Diese Bedingungen wurden in der Verordnung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartement EVD vom 11. März 2005 über Mindestvorschriften für die Anerkennung von Bildungsgängen und Nachdiplomstudien der Höheren Fachschulen (MiVo-HF) festgelegt.

Seit etwa zwei Jahren wurde immer wieder darüber gesprochen, dass die NDS HF in Zukunft dem Markt freigegeben werden. Das heisst, der Anbieter könnte ein NDS HF anbieten, ohne es durch den Bund (zuständiges Bundesamt) anerkennen zu lassen. Diese Absicht wurde im Vorentwurf des Weiterbildungsgesetzes, zu welchem der ODEC Stellung nahm, nochmals konkretisiert. In diesem Weiterbildungsgesetz wäre vorgesehen gewesen, dass die NDS HF in der Weiterbildung verankert wären. Per Definition wären in der Weiterbildung nur jene Bildungsangebote angesiedelt, welche keine eidgenössische Anerkennung erfahren. Damit wäre faktisch gewährleistet, dass ein Qualitätsbruch bei den NDS

HF entstehen würde. Der ODEC und viele andere Interessensgruppen haben sich dagegen ausgesprochen, dass die NDS HF die eidgenössische Anerkennung verlieren. Die Sicherung der eidgenössischen Anerkennung der NDS HF wurde jetzt im Sommer 2012 auch im Parlament mittels zwei Postulaten thematisiert, respektive zur bundesrätlichen Behandlung gebracht. Die zwei Postulate sind identisch und wurden in den beiden Räten den Ständerat und den Nationalrat eingebracht. Im Ständerat war dies Brigitte Häberli-Kohler am 30. Mai 2012 und Nationalrat Daniel Jositsch am 5. Juni 2012. Diese Postulate wurden von 32 Nationalräten und 11 Ständeräten mitunterzeichnet.

Aus der Curia Vista – Geschäftsdatenbank

Eingereichter Text

Der Bundesrat wird beauftragt, in einem Bericht darzulegen, wie bzw. unter welchen Bedingungen die Höheren Fachschulen als werthaltiger, zweistufiger Bildungsweg erhalten werden und deren Nachdiplomstudien weiterhin auf die wichtige eidgenössische Anerkennung zählen können.

G Ö N N E RMITGLIEDER | MEMBRES BIENFAITEURS Firmen/Entreprises: Avalis NT AG, Basel Merkur Druck AG, Langenthal Meyerhans Druck AG, Wil SG Schulen/Ecoles: ABB Technikerschule, Baden Akademie St. Gallen AZ SBV Ausbildungszentrum des Schweiz. Baumeisterverb., Sursee Baugewerbliche Berufsschule, Zürich Bildungszentrum BVS St. Gallen, St.Gallen Bildungszentrum Gesundheit und Soziales, Solothurn Bildungszentrum kvBL, Reinach – Muttenz – Liestal CIFOM Ecole technique, Le Locle Ecole technique – Ecole des métiers de Lausanne Ecole technique CPLN, Neuchâtel EUROPEAN BUSINESS SCHOOL AG, Zürich Fernfachhochschule Schweiz FFHS, Zürich, Basel, Bern, Brig Flugzeug-Technikerschule FTS, Zürich-Flughafen GBS, St. Gallen gibb Gewerblich-Industrielle Berufsschule Bern Höhere Fachschule für Medizintechnik, Sarnen Höhere Fachschule für Wirtschaft, Buchs Höhere Fachschule für Wirtschaft, Schaffhausen Höhere Fachschule Hochbau Winterthur Höhere Fachschule Technik Mittelland, Grenchen, Biel Höhere Fachschule Uster HFU, Madetswil ibW Höhere Fachschule Südostschweiz, Chur

IBZ Schule für Technik, Informatik und Wirtschaft, Aarau Inovatech, Zofingen KS Kaderschulen, Zürich KTSI Kant. Techniker/innen Schule für Informatik, Muttenz Marketing & Business School, Zürich Metallbautechnikerschule SMT, Basel Schaffhauser Technikerschule STS, Schaffhausen Schweizerische Bauschule, Unterentfelden Schweizerische Schule für Touristik und Hotellerie AG, Passugg Schweizerische Technische Fachschule Winterthur Schweizerische Textilfachschule, Wattwil sfb Bildungszentrum, Dietikon Strickhof, Lindau Swissmem Kaderschule, Winterthur Technikerschule HF Zürich HF-TSZ, Zürich Technikerschule TS-Hochbau, Pfäffikon Technische Berufsschule Zürich, Zürich TEKO Schweizerische Fachschule, Luzern VMTW Verband für mechanisch-technische Weiterbildung, Weinfelden WISS Wirtschaftsinformatikschule, Basel, Bern, Luzern, St. Gallen, Zürich Zentrum für berufliche Weiterbildung St. Gallen


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NDS HF

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BegrĂźndung

Die HÜheren Fachschulen bieten ambitionierten Berufsleuten heute ein attraktives zweistufiges System der beruflichen HÜherqualifizierung. Ihre Bildungsgänge und Nachdiplomstudien (NDS HF) sind im Berufsbildungsgesetz geregelt und fßhren zu einem eidgenÜssisch anerkannten Diplom. Nun soll die eidgenÜssische Anerkennung des NDS HF – eine willentliche Neuerung im BBG zur Stärkung der Berufsbildung – bereits wieder abgeschafft werden. Die HÜheren Fachschulen bilden zusammen mit den eidgenÜssischen Prßfungen die hÜhere Berufsbildung im Schweizer Bildungssystem. Anders als im Hochschulbereich existiert keine Anerkennung der HÜheren Fachschulen als Bildungsinstitutionen, sondern nur der Bildungsgänge und – bis heute – der Nachdiplomstudien. Letztere sollen nun aus falsch verstandener Strukturanalogie zur Hochschulweiterbildung fallen, die NDS HF sollen neu der nichtformalen Bildung zugerechnet werden (Vorentwurf zu einem Weiterbildungsgesetz). Heute gibt es 44 eidgenÜssisch anerkannte NDS HF, 36 sind im Anerkennungsverfahren. 2009/10 haben gegen 1’500 Absolventen und Absolventinnen ein eidgenÜssisches Diplom NDS HF erworben. Die Abschaffung der eidgenÜssischen Anerkennung hätte gravierende Folgen: 1. Der heute zweistufige Bildungsweg ßber die HÜheren Fachschulen wßrde auf ein einstufiges System zurßckgestutzt. Eine Inno-

vation des BBG wßrde zunichte gemacht. 2. Weil kein weiterfßhrendes Angebot mehr vorliegt, schwächt das auch die Attraktivität der Bildungsgänge HF. 3. Die bisherigen und kßnftigen Absolventen und Absolventinnen wßrden um ihren Abschluss gebracht. Ihre Investitionen in diesen Abschluss wßrden massiv abgewertet. 4. Die eingefßhrte Marke NDS HF wßrde zerstÜrt, Qualität und Transparenz auf dem Bildungsmarkt wßrden leiden. 5. Nicht zuletzt wßrden die NDS HF keine Verortung im nationalen Qualifikationsrahmen finden - und damit auch keine internationale Anschlussfähigkeit.

Fazit:

Kßnftig wßrden die NDS HF keine Anerkennung mehr geniessen und weder national noch international im Bildungssystem zu finden sein. Die Streichung der eidgenÜssischen Anerkennung wäre eine Verarmung der Berufsbildung und wßrde ihr insgesamt einen Bärendienst leisten.

Stellungnahme des Bundesrates vom 15. August 2012 Der Bundesrat ist sich bewusst, dass die Nachdiplomstudien an den HÜheren Fachschulen (NDS HF) und damit verbunden lebenslanges Lernen volkswirtschaftlich einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung des Werkplatzes Schweiz leisten. Die Vernehmlassung des Weiterbildungsgesetzes hat gezeigt, dass die Aufhebung der NDS HF von verschiedenen Seiten bekämpft wird. Der Bundesrat schlägt vor,

die Frage der Anerkennung der NDS HF gesondert vom Weiterbildungsgesetz und in Abstimmung mit den VorstÜssen Motion Bischofberger 11.3921 und Postulat Kommission fßr Wissenschaft, Bildung und Kultur-NR 12.3019 zu behandeln. Letztere haben u.a. die Anerkennung von Weiterbildungsmasterdiplomen zum Inhalt. Dieses Vorgehen stellt eine kohärente Gesamtsicht im Bereich der Weiterbildungen an Fachhochschulen und HÜheren Fachschulen sicher.

Antrag des Bundesrates vom 15. August 2012 Der Bundesrat beantragt die Annahme des Postulates. Damit wurde das erste Mal auch auf politischer Ebene die Wichtigkeit der NDS HF erkannt. Diese zwei Postulate unterstreichen die Anliegen und Forderungen des ODEC. Es scheint, dass endlich der Weg eingeschlagen wird, der Titel mit Kßrzel HF richtig regelt und definiert. Endlich eine Stärkung und keine Schwächung der HÜheren Fachschulen! 

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INTERKULTURELLE UNTERSCHIEDE

Wenn aus einer Black Box eine Schatztruhe wird… Die Notwendigkeit der Schulung von interkulturellen Kompetenzen in unserer globalisierten Welt ist unbestritten. Wer jedoch den Sinn und die Chance, die sich durch den Zugang zu dieser Vielfalt bietet, nicht zu schätzen und nutzen weiss, tut sich schwer, diese faszinierende und zuweilen auch herausfordernde Reise in andere Denkund Wertemuster anzutreten. Die Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH) in Passugg, die parallel einen deutschsprachigen und einen internationalen HF-Klassenzug führt – bietet ein ideales interkulturelles Lernumfeld, sowohl für Studierende als auch Dozierende.

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Im Blickfang: Passugg ob Chur: Studierende unterschiedlicher Nationen arbeiten engagiert in Gruppen und diskutieren in Englisch, dann: war das nicht Russisch? – und auch in Deutsch, was mir aber irgendwie Spanisch vorkam … Sie alle besuchen die Höhere Fachschule für künftig diplomierte Hôtelière-Restauratrice / Hôtelier-Restaurateur HF, resp. ihr internationales Pendant. Auf den ersten Blick ist es ein farbiges, engagiertes und motiviertes Campusbild, das sich dem Beobachter bietet. Damit die Zusammenarbeit aller involvierten Personen jedoch gelingt, braucht es günstige Rahmenbedingungen und einen interkulturellen Dialog, vor allem jedoch, die Erkenntnis und tiefe Überzeugung, dass eine Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und deren Werten, insbesondere im Tourismus und der Hotellerie absolut notwendig ist. Deshalb engagiert sich Schweiz Tourismus, die nationale Marketingorganisation, seit diesem Oktober zusammen mit Experten, auch aus der SSTH, für die Schulung interkultureller Kompetenzen. Der Grund leuchtet ein: Die Logiernächte von Besuchern aus Europa (ohne Schweiz) sind um über 4% gesunken. Neu sollen Gäste aus den sogenannten Wachstumsmärkten, unter anderem Brasilien, Russland, Indien und China angesprochen werden. Hier steigt die Nachfrage: über 30% mehr Logiernächte sind allein von Besuchern aus China zu verzeichnen. Dabei geben die Gäste im Schnitt auch mehr Geld aus als Besucher aus den traditionellen Märkten. Die Zahlen sind verlockend, doch, um diese «neuen» Gäste anzusprechen, bedarf es einer grösseren Anstrengung als bisher. Denn das Verständnis für diese Kulturen muss erst erschaffen werden.

Gleiche Herausforderungen, dennoch unterschiedliche Muster im Denken, Fühlen und Handeln Es gibt Fragestellungen und Sachverhalte, die von allen Gesellschaften auf die eine oder andere Weise gelöst werden müssen, sei dies der Umgang mit Macht, die Kindererziehung oder auch die Sicherung des Lebensunterhaltes. Und obwohl jeder Mensch

Dies zeigt sich besonders in der Mode oder dem Konsumverhalten. Oder wie Geert Hofstede, einer der Pioniere der interkulturellen Forschung, beschreibt «In some respects, young Turks differ from old Turks, just as young Americans differ from old Americans» (Hofstede 2010: 19). Dennoch kann nicht im Ansatz davon ausgegangen werden, dass die Werte der heutigen Generationen verschiedener Länder in raschem Masse näher rü̈cken. Aussitzen und Abwarten ist keine erfolgsversprechende Option!

Kulturdimensionen als Orientierungsraster kennen lernen Der Niederländer Hofstede begann mit seinen Forschungen vor mehr als 30 Jahren. Er begann die Art und Weise, wie Gesellschaften ihre Fragestellungen lösen, miteinander

Interkultureller Meltingpot

einzigartig in seiner Persönlichkeit ist, zeichnet er sich doch diesbezüglich durch kulturspezifische Muster wie Werthaltungen, Glaubensvorstellungen, Verhaltensweisen, Wahrnehmung, Bräuche, Umgangsformen/Sitten, Moralvorstellungen, Normen, Idole und Helden, Symbole etc. aus. Selbstverständlich sind diese Muster über die Generationen einem Wandel unterworfen.

zu vergleichen und entwickelte viele der noch heute dazu verwendeten Kulturdimensionen. Sie wurden zwischenzeitlich mehrfach erweitert und ergänzt und stellen bis heute eine anerkannte Grundlage für interkulturelle Vergleiche dar. Vier solcher Dimensionen sollen im Folgenden auch in Bezug auf ihre Bedeutung im Unterricht verdeutlicht werden.


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INTERKULTURELLE UNTERSCHIEDE

1. Machtdistanz, oder wie Kulturen mit Machtunterschieden umgehen

Es gibt in jeder Kultur Menschen, die viel Macht besitzen, und andere, die wenig oder gar keine haben. Ungleichheit ist eine Erscheinung, die praktisch überall zu beobachten ist. Der Umgang der Kulturen mit Machtdistanzen ist jedoch sehr unterschiedlich:  Kulturen mit geringem Hierarchiedenken versuchen, Unterschiede zu minimieren und streben Gleichberechtigung an.  Dagegen werden in Kulturen mit ausgeprägt (hohem) Hierarchiedenken Unterschiede vor allem von Personen mit niedriger Stellung akzeptiert. Ein Beispiel aus dem Unterricht verdeutlicht dies sehr gut. In der Schweiz ist das kontroverse Diskutieren von Standpunkten eine oft angewandte Methode, die Argumentationstechniken der Studierenden zu verbessern. Chinesischen Studierenden fällt dies allerdings nicht so leicht, da sie es nicht gewohnt sind, einer hierarchisch höher gestellten Person, wie dem Dozenten, zu widersprechen. Oder ein Beispiel aus einem gemeinsamen Innovationsworkshop unter anderem

Dozent stellte daraufhin die Frage, welche Gefühle die Studierenden bei dieser Übung hatten. Die indischen Studierenden waren sich einig: Das Nein-Sagen sei sehr schön gewesen, man habe sich dabei so mächtig gefühlt. Indien hat eine hohe Machtdistanz, «nein» ist ein Wort, das man als «Normalbürger» selten gebraucht. Während die Schweizer die indirekte Form, ich sage «ja», aber denke «nein», sehr ungewöhnlich fanden, war sie für Inder vertraut.

2. Kollektivismus versus Individualismus, oder wie stark die Menschen im Wir-Gefühl denken

Die Rolle des Individuums gegenüber einer Gruppe kann ganz unterschiedlich definiert werden:  In individualistischen Kulturen haben Persönlichkeit, Unabhängigkeit und Privatsphäre des Einzelnen einen hohen Stellenwert, Selbstverwirklichung gilt als eines der höchsten Ziele.  Dagegen ist in gemeinschaftsorientierten Kulturen das Wohl des Einzelnen dem der Gruppe untergeordnet. Jeder definiert sich über geschlossene Wir-Gruppen, die Schutz und Unterstützung bieten, aber auch

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telketten gepflegte Auszeichnen von «Mitarbeitern des Monats» einer typisch individualistischen Vorstellung. In südostasiatischen Ländern hingegen erfährt der einzelne Mitarbeiter eine Ehrung, wenn er zu einem ausgezeichneten Team gehört. Gerade für Studierende aus Asien ist es deshalb sehr wichtig, dass der Ruf einer Bildungsorganisation als solches und des Standortes Schweiz hoch bleibt, da dadurch der Wert ihres Abschlusses steigt. Ebenso zeigt sich in Karrierecoachings, dass die klassische Frage nach dem «Karrierewunsch» von chinesischen Studierenden oft mit dem Satz «Wissen Sie, es geht weniger darum, was ich möchte, sondern wo mich meine Familie am ehesten braucht.» beantwortet wird. Diese Tatsache bedarf Feingefühl, um individuell und kollektiv stimmige Lösungen zusammen mit den Studierenden zu entwickeln.

3. Maskulinität versus Femininität, oder wie konkurrenzbewusst Kulturen sind

Diese Dimension beschreibt, wie fest die Rollen zwischen Mann und Frau verteilt sind und welche Werte dies mit sich bringt.

Lösungen im Dialog finden

mit schweizerischen und indischen Studierenden, bei dem es in einer Übung darum ging, auf zwei verschiedene Arten auf Vorschläge des Kommunikationspartners zu reagieren. Zuerst sollten die Vorschläge verneint werden (ich sage «nein» und denke «nein»), dann bejaht, aber konsequent einen Gegenvorschlag gebracht werden (ich sage «ja», aber denke «nein»). Der

grosse Loyalität einfordern. Stets geht es aber um das gleiche Ziel, nämlich das Wohl Aller zu erreichen. Nach dem individualistischen Modell geht es der Gemeinschaft gut, wenn es allen Einzelpersonen gut geht. Gemeinschaftsorientierung hingegen begreift das Wohl der Gruppe als Schlüssel zum Wohl der Einzelnen. So entspricht das in (amerikanischen) Ho-

 In typisch «männlichen» Kulturen ist die Rolle zwischen Mann und Frau klar definiert: So ist der Vater für die Fakten, die Mutter für Gefühle zuständig. Daraus resultieren «männliche» Werte wie materieller Erfolg, Konkurrenzbereitschaft, Selbstbewusstsein und die Philosophie «leben, um zu arbeiten».  In typisch «weiblichen» Kulturen sind

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INTERKULTURELLE UNTERSCHIEDE

die Rollen zwischen Mann und Frau nicht fest, sie werden nach Bedarf definiert. Daraus werden «weibliche» Werte wie Höflichkeit, Respekt, Fürsorge, Kooperationsbereitschaft und die Philosophie «arbeiten, um zu leben». Kulturen mit hohen «weiblichen» Werten organisieren sich über Kooperation, so wie Thailand oder Vietnam. Studierende aus diesen Ländern lösen Konflikte eher mit Verhandeln und mit dem Suchen von Kompromissen. Das Wohlbefinden ist ein wichtiger Faktor für die Motivation und Emotionen dürfen gezeigt werden. Dies zeigt sich auch im Unterricht.

4. Unsicherheitsvermeidung, oder der Grad, ab welchem die Mitglieder einer Kultur sich durch unbekannte Situationen bedroht fühlen

Kulturen reagieren mit unterschiedlichen Methoden auf Unsicherheiten. Bei der Vermeidung der von der Natur geschaffenen Unsicherheiten hilft die Technik. Gesetze und Regeln bilden einen Rahmen für Sicherheit, Gerechtigkeit und Beständigkeit. Die Religion hilft Ungewissheiten zu akzeptieren. Die Frage, die dieser Dimension zugrunde liegt, heisst: Sollen wir versuchen,

die Zukunft zu kontrollieren oder sollen wir sie einfach auf uns zukommen lassen?  Kulturen, die tendenziell Unsicherheit vermeiden wollen, zeichnen sich durch viele festgeschriebene Gesetze, Richtlinien und Sicherheitsmassnahmen aus.  Kulturen, die Unsicherheit akzeptieren sind tolerant, haben wenige Regeln, die im Zweifelsfall auch veränderbar sind, und neigen also zu Relativismus. Auch hier kann dies anhand eines praktischen Beispiels aus dem Schulalltag verdeutlicht werden. In einem Videoprojekt sollten die Studierenden einen Imagefilm über die SSTH drehen, die Vorzüge verdeutlichen und die Schule so ihren Landsleuten zu Hause erklären. Ein Student aus Südkorea, einer Kultur die dazu tendiert, Unsicherheiten zu vermeiden, zeigte im Schnelldurchlauf alle (technischen) Einrichtungen des Schulhotels: Kaffee- und Süssigkeitenautomat, Wäscherei, Zigarettenautomat, Computer, Lift und Kopiermaschine. Gerade das letzte Beispiel verdeutlicht zudem, dass in einem interkulturellen Team, welches sich rein sprachlich ausdrückt, viele Talente und Bedürfnisse verborgen bleiben. Der Unterricht wird von

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denjenigen geprägt, die ausdrucksstark Englisch sprechen. Eher introvertierte Menschen gehen dabei leicht unter. Da bleiben sie auch oft, wird ihr Selbstwertgefühl nicht gestärkt. Durch das Verwenden von alternativen Ausdrucksmedien wie Videos, Fotos aber auch Modelliermasse wie Playdo können sich viele besser ausdrücken und erhalten so Wertschätzung. Besonders zu Beginn der Ausbildung hilft dies, Gruppenbildungsprozesse zu entschärfen. Die vertiefte Auseinandersetzung mit den Werthaltungen, die den Kulturen zugrunde liegen, machen aus Black Boxen wahre Schatztruhen, ein Gewinn sowohl für Studierende als auch Dozierende. Literaturangabe: Hofstede, G. / Hofstede G. J. / Minkov, M. (2010): Cultures and Organizations. Software of the Mind. Intercultural Cooperation and Its Importance for Survival. 3rd Edition. New York: McGraw-Hill Autorinnen: Dr. Ursula Gehbauer Tichler, CEO Ursula Oehy Bubel, Dozentin Hotel- und Touristikfachschule SSTH Schweizerische Schule für Touristik und Hotellerie AG, Passugg/Chur, Tel: +41 81 255 11 11, info@ssth.ch

Ergänzen Sie Ihre Fachkompetenz durch Leadership- und Methodenkompetenzen Drei führungsorientierte CAS Lehrgänge in Kooperation mit zwei Fachhochschulen CAS Leitender Ingenieur

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Der nächste Lehrgang startet am 05.03.2013. Der Modullehrgang startet am 11.03.2013.

Der Modullehrgang startet am 21.03.2013.

Dauer: 21 Kurstage in 7 Teilen von 2 – 5 Tagen, Dauer: 22 Kurstage in 12 Modulen, plus ca. 20 Selbstlerntage, individuelle Projekt- ca. 20 Selbstlerntage, individuelle Projektarbeit und Zertifikatsprüfung arbeit und Zertifikatsprüfung

Dauer: 19 Kurstage in 8 Modulen, ca. 20 Selbstlerntage, individuelle Projektarbeit und Zertifikatsprüfung

Im Baukastensystem führen Zusatzmodule zum Swissmem Zertifikat:

Projektmanager

Die Kombination mit dem Basis CAS Leitender Ingenieur und einer Diplomarbeit führt zu den DAS (Diploma of Advanced Studies)

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Die Führungsschule der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie

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INTERVIEW

Mit Simone Götz* sprach Kathrin Ottiger

«Als junge Unternehmerin verfügt man über eine gewisse Naivität – aber auch über den Biss, sich zu beweisen» Noch während des HF-Studiums zur Polygrafin übernahm die damals 28-jährige Simone Götz die Geschäftsführung von ihrer Arbeitgeberin: Einen Schritt, den sie sofort wieder machen würde. Am ODEC schätzt die Unternehmerin den Austausch mit Gleichgesinnten – sowohl aus der eigenen als auch aus einer ganz anderen Branche. In Ihrem Job ist viel Kreativität gefordert: Wo holen Sie sich Inspiration? Im Alltag: Wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht, gibt es so viel, das einen inspiriert. Ein wichtiger Inspirationsort für mich ist auch der Austausch mit anderen Leuten. Natürlich orientiere ich mich auch an den Mitbewerbern – es ist immer wieder spannend zu sehen, welche Themen dort gerade aktuell sind. Mädchen wollen oft Lehrerin oder Tierärztin werden. Wann und weshalb kam bei Ihnen der Berufswunsch Schriftenmalerin respektive Polygrafin auf? Ursprünglich wollte ich Handarbeitslehrerin werden. Ich war jedoch so schulmüde, dass nur eine Berufslehre in Frage kam. Der Beruf der Schriftenmalerin bot mir dann fast alles, was zu meinen Fähigkeiten zählte: Das Handwerkliche, das Kreative und auch das exakte Arbeiten machten mir Spass. Den Beruf der Polygrafin lernte ich erst später kennen: Mein Lehrbetrieb war Kunde bei der Salinger AG und so kam ich mit der damaligen Inhaberin in Kontakt. Als meine Lehre zu Ende ging, bot sie mir einen Job als Polygrafin an. Mit learning-by-doing im Betrieb und diversen Fachkursen bildete ich mich zur Polygrafin weiter.

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Schon während Ihres Studiums haben Sie die Geschäftsführung der Salinger AG übernommen. Wie kam es dazu? Die damalige Inhaberin wagte einen Neuanfang und wechselte die Branche. Sie gab mir die Chance, die Firma zu übernehmen. Damit stand ich vor der Entscheidung: Selbständig werden oder einen neuen Job suchen. Nach ein paar schlaflosen Nächten und vielen Gesprächen mit meiner Familie und Freunden, war der Entscheid für die Geschäftsübernahme dann doch recht schnell gefällt.

Hatten Sie schon immer den Wunsch, einmal Geschäftsführerin zu sein? Der Wunsch nach eigenständigem Arbeiten und Verantwortung kam schon Anfang Zwanzig auf und wuchs langsam in mir. Obwohl ich mir nicht sicher war, wie dies konkret aussehen sollte, begann ich als Vorbereitung auf eine mögliche Selbständigkeit die HF TGZ. Ich dachte aber immer, dass ich mir mit dem Schritt in die Selbständigkeit sicherlich noch bis Mitte Dreissig Zeit lassen werde. Wie ist es, als so junge Person – Sie waren bei der Geschäftsübernahme 28 Jahre alt – plötzlich die Verantwortung für ein ganzes Geschäft zu haben? Für mich war der Schritt mehr oder weniger fliessend: Ich konnte schon vorher viele Aufgaben übernehmen und trug auch die Verantwortung. Der grösste Schritt war der Moment, als ich keine Rücksprache mehr nehmen konnte. Ich musste mir ein neues Netz für den Austausch suchen und aufbauen. Würden Sie einer Person im selben Alter zu diesem Schritt raten? Definitiv! Wenn verschiedene Faktoren wie finanzielle Möglichkeiten, Geschäftsidee, Businessplan, fachliches Können, Verantwortungsbewusstsein und Leidenschaft übereinstimmen, bringt ein junges Alter auch viele Vorteile mit sich: Die Lebenskosten sind oft noch nicht so hoch und man verfügt zwar noch über eine gewisse Naivität und Unwissenheit, hat aber auch den Biss, sich zu beweisen. Zudem hat man fast nichts zu verlieren und kann notfalls nochmals komplett bei Null anfangen. Natürlich zahlt man auch Lehrgeld und es wäre manchmal gut, von mehr Erfahrung profitieren zu können. Wäre eine Übernahme des Geschäfts auch ohne HF-Ausbildung möglich gewesen?

In meinem Fall schon, da ich so nahe mit der damaligen Inhaberin zusammenarbeitete und schon vor der Übernahme sehr viele Aufgaben und Verantwortungen übernommen hatte. Die HF-Ausbildung gab mir jedoch die nötige fachliche Sicherheit, den Schritt zu wagen. Wenn Sie zurückschauen: Was hat Ihnen die HF gebracht? Kurzfristig gab mir die Ausbildung die nötige Sicherheit im administrativen Bereich, wie beispielsweise in der Buchhaltung, welche ich beim Schritt ins Unternehmertum benötigte. Längerfristig kann ich aus einem riesigen Wissens-Pool schöpfen und für kommende Weiterbildungen dank dem HF-Titel direkt von Passarellen oder Sur-Dossier-Aufnahmen profitieren. Nicht zuletzt möchte ich die Zeit mit den Studienkollegen auf keinen Fall missen: Es haben sich daraus schöne Freundschaften entwickelt. Unsere alte Klasse trifft sich zwei- bis dreimal pro Jahr und natürlich wird auch über Facebook oder Mail Kontakt gehalten. Mit einigen Studienkollegen habe ich mittlerweile auch eine berufliche Verbindung – sei es als Kunde oder Lieferant. Die HF TGZ, welche Sie besucht haben, beschreibt sich auf der eigenen Website als «ideale Vorbereitung auf mittlere, höhere und höchste Kaderpositionen». Sind Sie ein «typischer Fall»? Ich denke nicht, dass ich ein typischer Fall bin. Nur sehr wenige haben die Möglichkeit und/oder den Wunsch, sich selbständig zu machen. Die TGZ gibt einem jedoch die perfekte Basis für jegliche Karriereschritte – sei es in der grafischen Industrie oder in anderen Branchen. Schon während der Ausbildung wurden Sie Mitglied beim ODEC: Was haben Sie sich erhofft und wie profitieren Sie heute – beruflich und persönlich – vom Verband? Das Thema Weiterbildung hat mich schon immer interessiert, sei es als Studierende oder als Ausbildende. Ich erhoffte mir einen besseren Einblick in das Thema und freute mich auf den Austausch mit


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INTERVIEW

* Steckbrief Name: Jahrgang: Nationalität: Wohnort: ODEC-Mitglied:

Simone Götz 1980 CH Winterthur seit 2009

Aktuelle berufliche Tätigkeit: Geschäftsführerin Salinger AG – Druck und Grafik Curriculum vitae:  seit 2008 Inhaberin Salinger AG – Druck und Grafik  2007 – 2010 HF TGZ (Polygrafische Akademie), Technik und Management Abschluss als Technikerin HF Polygrafie  2006 Weiterbildung Berufsbildner  2000 – 2008 Polygrafin, Salinger AG  2000 Lehrabschluss Schriften- und Reklamemalerin

Gleichgesinnten. Beruflich profitiere ich nicht viel vom Verband, was jedoch an meiner Position als Unternehmerin und nicht am Verband liegt. Persönlich geniesse ich den Austausch mit anderen Mitgliedern an Anlässen und die zahlreichen Vergünstigungen, welche den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Seit neustem bin ich als Schulbetreuerin aktiv und versuche, auch neue Mitglieder für den ODEC zu begeistern. Dies mache ich, weil ich von der Tätigkeit des ODEC überzeugt bin und der ODEC nicht nur ein «Ehemaligen-Treffpunkt» ist, sondern sich auch politisch für die Bildung und die Berufstitel einsetzt.

des Networkings – mir macht es einfach Spass, neue Leute kennenzulernen und mich mit diesen auszutauschen. Mit welchen drei Sätzen überzeugen Sie eine junge Person, Polygrafin zu werden? Polygrafin ist ein absolut spannender und abwechslungsreicher Beruf, in welchem es einem selten langweilig wird. Technisches Interesse und Kreativität können vereint werden. Am Ende eines Auftrags hat man immer ein fertiges Produkt (Buch, Plakat, Flyer, Website … ) in den Händen.

Was schätzen Sie sonst noch am ODEC? Das Schöne am ODEC ist für mich der Austausch mit anderen Berufsgruppen: Es ist spannend zu sehen, dass einige Probleme nur in der grafischen Industrie vorkommen und andere wiederum überall anzutreffen sind. Durch diesen Austausch bekomme ich immer wieder gute Inputs, welche ich bei mir im Geschäft umsetzen kann.

Würden Sie – wären sie noch einmal 15-jährig – wieder dieselbe berufliche Laufbahn wählen? Ich würde definitiv denselben Weg wählen: Für mich war es wichtig, zuerst berufliche Erfahrung zu sammeln, bevor ich mich wieder in die Schulbank begebe. Es war sicherlich nicht der einfachste und kostengünstigste Weg – für mich jedoch absolut der richtige.

In Ihrem Lebenslauf schreiben Sie unter Interessen «Networking»: Was gefällt Ihnen daran – oder ist es einfach notwendig? Networking ist für mich der perfekte Weg für den Wissensaustausch und dient mir als Ideenpool. Durch das Gespräch mit anderen Unternehmern gibt es immer wieder spannende Inputs in diversen Bereichen, sei dies eine neue Software, Maschine oder eine Möglichkeit für eine Geschäftsfelderweiterung. Natürlich nutze ich diesen Kanal auch zur Kundengewinnung, doch dies ist nur der zweite Aspekt

Sie sind nun seit über zehn Jahren bei der Salinger AG. Nie Lust gehabt, an einem anderen Ort – allenfalls im Ausland – zu arbeiten? Natürlich hatte und habe ich oft Lust, einfach etwas anderes zu machen oder mal für längere Zeit auf Reisen zu gehen. Doch es hat sich nie konkret ergeben und der Wunsch war doch nicht so gross, dass ich einfach mein Geschäft aufgegeben hätte. Da die Zeit für etwas Neues nun doch reif ist, bin ich daran, mir ein zweites Standbein als Dozentin aufzubauen.

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Als Selbständig-Erwerbende sagt einem niemand, wann Feierabend ist. Was tun Sie für eine gute Work-Life-Balance? Ich habe mir schon vor der Firmenübernahme Richtlinien gesetzt, die ich nicht allzu oft überschreiten möchte. Dazu gehören für mich fixe Arbeitszeiten, keine Arbeit mit nach Hause zu nehmen und in der Freizeit nicht per Telefon oder Mail erreichbar zu sein. Natürlich gelingt dies nicht immer, was auch völlig in Ordnung ist, doch im Grossen und Ganzen komme ich gut klar damit. Mit diesen Massnahmen kann ich meine Freizeit geniessen und neue Energie tanken. Kraft schöpfe ich aus der Natur, beim Sport oder bei geselligem Zusammensein mit Freunden. Wie sieht ein typischer Arbeitstag von Simone Götz aus? Ich stehe relativ spät auf, so um halb acht, und mache mich mit dem Zug auf den Weg ins Geschäft. Die zwanzig Minuten Fahrt nutze ich zum Zeitunglesen und Wachwerden. Im Geschäft gönne ich mir dann einen Kafi und etwas zum Zmorge – dies meist in Kombination mit Mails-lesen und Arbeitsvorbereitungen. Der Arbeitstag selbst kann je nachdem sehr hektisch ablaufen oder auch komplett ruhig sein: Man weiss nie, was kommt, und fast alle Aufträge müssen «sofort» erledigt werden. Um 18 Uhr schliesse ich das Geschäft und habe Feierabend. Da treffe ich mich sehr gerne mit Freunden auf ein Bier, gehe biken oder mache einen gemütlichen TV-Abend. Sie sind anfangs 30: Wie sehen Sie Ihre berufliche Zukunft? Ich hoffe, auch in Zukunft, Spass an meinem Geschäft und an der Arbeit zu haben. Zudem möchte ich wie gesagt ein zweites Standbein als Dozentin aufbauen. Dazu plane ich gerade einen Kurs für die grafische Gestaltung von Dokumenten und Präsentationen für Nichtpolygrafen. Um dafür nicht nur fachspezifisch gewappnet zu sein, werde ich mich didaktisch weiterbilden. Was für Wünsche haben Sie für den ODEC? Ich wünsche dem ODEC weiterhin viel Energie und Erfolg bei den nicht immer einfachen Aufgaben in der Bildungspolitik und möchte mich bei allen für ihr Engagement bedanken. Das Interview wurde schriftlich geführt

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AUS- UND WEITERBILDUN G SAN GEBOTE HF

Aufgeschaltete Angebote auf der Bildungsdatenbank ODEC EDUCATION (Stand vom 09.11.2012). Detailierte Informationen zu den aufgelisteten Angeboten sind unter www.odec-edu.ch ersichtlich. Die Angebote werden laufend aktualisiert.

Les offres de formation disponibles sur le site ODEC EDUCATION (état au 09.11.2012) sont ci-dessous. De plus amples informations relatives à ces offres sont disponibles sur www.odec-edu.ch. Les offres y sont actualisées en permanence.

Bildungsgänge HF | Filières de formation ES BB = Berufsbegleitend/en emploi ; VZ = Vollzeit/plein temps Start

Kt.

Organisation Bildungszentrum Gesundheit und Solziales SO

Gesundheit/Santé Dipl. Pflegefachfrau/mann HF

16.09.13

VZ

SO

Dipl. Aktivierungsfachfrau HF

16.09.13

BB

ZH

ZAG Zentrum für Ausbildung im Gesundheiswesen ZH

Dipl. Pflegefachfrau/mann HF

18.03.13

VZ/BB

ZH

ZAG Zentrum für Ausbildung im Gesundheiswesen ZH

Dipl. Pflegefachfrau/mann HF

16.09.13

VZ/BB

ZH

ZAG Zentrum für Ausbildung im Gesundheiswesen ZH

Künste & Gestaltung/Arts visuels, Arts appliqués et Design Dipl. Gestalter/in HF, Bildende Kunst

13.08.13

BB

SG

GBS St. Gallen Schule für Gestaltung ¦ Weiterbildung

Dipl. Gestalter/in HF, Fotografie & Video

12.08.13

BB

SG

GBS St. Gallen Schule für Gestaltung ¦ Weiterbildung

Dipl. Gestalter/in HF, Kommunikationsdesign

12.08.13

BB

SG

GBS St. Gallen Schule für Gestaltung ¦ Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Textil Fashion DESIGN & Technology

20.08.13

BB

ZH

Schweizerische Textilfachschule

Dipl. Techniker/in HF, Energietechnik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Dipl. Techniker/in HF, Informatik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Dipl. Techniker/in HF, Konstruktionstechnik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Dipl. Techniker/in HF, Logistik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Dipl. Techniker/in HF, Systemtechnik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Dipl. Techniker/in HF, Gebäudeautomatik

15.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

Technik/Technique

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Dipl. Techniker/in HF, Bauführung - Hochbau

29.04.13

VZ/BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau

Dipl. Techniker/in HF, Bauführung - Holzbau

29.04.13

VZ/BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau Schweizerische Bauschule Aarau

Dipl. Techniker/in HF, Bauführung - Tiefbau

29.04.13

VZ/BB

AG

Dipl. Techniker/in HF, Bauplanung - Architektur

29.04.13

BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau

Dipl. Techniker/in HF, Bauplanung - Ingenieurbau

29.04.13

BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau

Dipl. Techniker/in HF, Bauplanung - Innenarchitektur

29.04.13

BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau

Dipl. Techniker/in HF, Betriebstechnik

20.04.13

BB

BE

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Maschinenbau - Produktionstechnik

03.05.13

BB

BE

VMTW

Dipl. Techniker/in HF, Betriebstechnik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Elektrotechnik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Haustechnik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Hochbau/Tiefbau

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Informatik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Kunststofftechnik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Logistik

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Maschinenbau

27.04.13

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

Dipl. Techniker/in HF, Bauführung

12.11.13

VZ

LU

Ausbildungszentrum SBV

Dipl. Medizintechniker/in HF

03.05.13

BB

OW

Höhere Fachschule Medizintechnik

Dipl. Techniker/in HF, Tiefbau

01.02.13

BB

SG

GBS St. Gallen Baukaderschule

Dipl. Techniker/in HF, Haustechnik-Koordination

01.02.13

BB

SG

GBS St. Gallen Baukaderschule

Dipl. Techniker/in HF, Hochbau

13.08.13

BB

SG

GBS St. Gallen Baukaderschule

Dipl. Techniker/in HF, Textil Design & TECHNOLOGY

24.08.13

BB

SG

Schweizerische Textilfachschule

Dipl. Techniker/in HF, Maschinenbau - Produktionstechnik

03.05.13

BB

SG

VMTW

Dipl. Techniker/in HF, Betriebstechnik

21.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Elektrotechnik

15.04.13

VZ

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Elektrotechnik

21.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Informatik

22.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Informatik

15.04.13

VZ

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Maschinentechnik

22.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Maschinentechnik

15.04.13

VZ

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Maschinentechnik

21.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Techniker/in HF, Mediatechnik

15.04.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Informatiker/in HF Schwerpunkt, Wirtschaftsinformatik

24.10.13

VZ

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland


ODEC-Bulletin 4-12_Layout 1 20.11.12 07:57 Seite 19

OFFRES DE FORM AT ION ET DE FORM AT ION CON TINUE ES

ODEC-Bulletin 4|2012

BB = Berufsbegleitend/en emploi ; VZ = Vollzeit/plein temps Start

Kt.

Organisation

Dipl. Informatiker/in HF, Schwerpunkt Softwareentwicklung

23.10.13

VZ

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Informatiker/in HF, Schwerpunkt Softwareentwicklung

24.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Informatiker/in HF, Schwerpunkt Wirtschaftsinformatik

23.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Maschinenbauer/in HF, Schwerpunkt Mikrotechnik

24.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Maschinenbauer/in HF, Schwerpunkt Produktionstechnik

24.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Systemtechniker/in HF, Schwerpunkt Automation

24.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Systemtechniker/in HF, Schwerpunkt Telematik

24.04.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

Dipl. Techniker/in HF, Heizung

08.02.13

BB

ZH

Baugewerbliche Berufsschule Zürich

Dipl. Techniker/in HF, Innenarchitektur

08.02.13

BB

ZH

Baugewerbliche Berufsschule Zürich

Dipl. Techniker/in HF, Klima

08.02.13

BB

ZH

Baugewerbliche Berufsschule Zürich

Dipl. Techniker/in HF, Sanitär

08.02.13

BB

ZH

Baugewerbliche Berufsschule Zürich

Dipl. Flugzeugtechniker/in HF

19.10.13

BB

ZH

Flugzeug-Technikerschule FTS

Dipl. Techniker/in HF, Elektronik

30.01.13

BB

ZH

Höhere Fachschule Uster HFU

Dipl. Techniker/in HF, Telekommunikation

30.01.13

BB

ZH

Höhere Fachschule Uster HFU

Dipl. Techniker/in HF, Elektrotechnik

18.10.13

BB

ZH

Schweizerische Technische Fachschule Winterthur

Dipl. Techniker/in HF, Informatik

16.10.13

BB

ZH

Schweizerische Technische Fachschule Winterthur

Dipl. Techniker/in HF, Kommunikationstechnik

15.10.13

BB

ZH

Schweizerische Technische Fachschule Winterthur

Dipl. Techniker/in HF, Textil Fashion Design & TECHNOLOGY

24.08.13

BB

ZH

Schweizerische Textilfachschule

Dipl. Techniker/in HF, Maschinenbau - Produktionstechnik

03.05.13

BB

ZH

VMTW

Swiss School of Tourism and Hospitality (SSTH)

Tourismus, Gastgewerbe, Hauswirtschaft / Tourisme, Restauration et Economie familiale Dipl. Hôtelier-Restaurateur HF

16.01.13

VZ

GR

Dipl. Wirtschaftsinformatiker/in HF

10.10.13

BB

BE

WISS

Dipl. Wirtschaftsinformatiker/in HF

23.10.13

BB

SG

WISS

Dipl. Rechtasssistent/in HF

22.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Wirtschaftsinformatiker/in HF

22.10.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

Dipl. Betriebswirtschafter/in HF

17.10.13

BB

SH

HFW Höhere Fachschule für Wirtschaft Schaffhausen

Dipl. Textilwirtschafter/in HF

20.08.13

BB

ZH

Schweizerische Textilfachschule

Dipl. Wirtschaftsinformatiker/in HF

25.10.13

BB

ZH

WISS

NDS HF Executive in Business Engineering

17.10.13

BB

AG

ABB Technikerschule

NDS HF Baubetriebsmanagement

26.10.13

BB

AG

Schweizerische Bauschule Aarau

NDS HF Managementkompetenz BWL für Führungskräfte

ind.

BB

Div. Kt

IBZ zti Höhere Fachschulen für Technik

NDS HF Bau-Energie-Umwelt

04.02.13

BB

SG

GBS St. Gallen Baukaderschule

NDS HF Bau-Energie-Umwelt

17.08.13

BB

SG

GBS St. Gallen Baukaderschule

NDS HF Energiemanagement

13.04.13

BB

SG

ZbW Zentrum für berufliche Weiterbildung

NDS HF in Automation, Präsenz- und Fernstudium

22.10.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

NDS HF in Softwareentwicklung, Präsenz- und Fernstudium

22.10.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

NDS HF in Telematik, Präsenz- und Fernstudium

22.10.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

NDS HF in Wirtschaftsinformatik

22.10.13

BB

Div. Kt

Höhere Fachschule für Technik Mittelland

NDS HF in Marketing & Verkauf

13.01.13

BB

ZH

Höhere Fachschule Uster HFU

CAS in Eco Economics

15.10.13

BB

BE

Private Hochschule Wirtschaft PHW Bern

Upgrade für HF-Absolvent/innen (Passerelle) zum BBA FH

16.10.13

BB

BE

Private Hochschule Wirtschaft PHW Bern

Executive Master of Business Administration FH

16.10.13

BB

BE

Private Hochschule Wirtschaft PHW Bern

Master of Advanced Studies FH

16.10.13

BB

BE

Private Hochschule Wirtschaft PHW Bern

Dipl. Projektmanager/in NDS HF

11.10.13

BB

BE

WISS

NDS HF Unternehmensführung

28.09.13

BB

LU

Ausbildungszentrum SBV

NDS HF Management und Leadership für KMU

03.04.13

BB

SG

Berufs- und Weiterbildungszentrum BZB

NDS HF Projektmanagement-Praxis

03.04.13

BB

SG

Berufs- und Weiterbildungszentrum BZB

Dipl. Projektmanager/in NDS HF

11.10.13

BB

SG

WISS

Master (Msc) Product Management Fashion & Textile

20.08.13

BB

ZH

Schweizerische Textilfachschule

Dipl. Projektmanager/in NDS HF

31.10.13

BB

ZH

WISS

Dipl. Projektmanager/in NDS HF

09.11.13

BB

ZH

WISS

Wirtschaft / Economie

Weiteres (z.B. NDS) | Autres (p.ex. EPD) Technik / Technique

Wirtschaft / Economie

19


ODEC-Bulletin 4-12_Layout 1 20.11.12 07:57 Seite 20

ODEC-Bulletin 4|2012

EDITORIAL

IMPRESSUM Éditeur: ODEC association suisse des diplômées et des diplômés des écoles supérieures Secrétariat: Heures de bureau: chaque jour de 8.00 à 12.00 et de 14.00 à 17.30 heures Tél. 052 214 22 40, fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Internet: www.odec.ch Rédaction: Urs Gassmann, Jsabelle Tschanen Contributions rédactionnelles: ODEC case postale 2307, Steiggasse 2 8401 Winterthur email: info@odec.ch Clôture de rédaction: 25 janvier, 25 avril, 25 juillet, 25 octobre Annonces: ODEC Tél. 052 214 22 40, fax 052 214 22 42 email: info@odec.ch Changement d’adresse /Commandes: ODEC, case postale 2307, 8401 Winterthur email: info@odec.ch Parution: Le bulletin paraît 4 fois par an: 1er mars, 1er juin, 1er septembre, 1er décembre Mise en page: Eugen Scheiwiller, Electronic Publishing, 8600 Dübendorf Impression/Expédition: Merkur Druck AG, 4900 Langenthal Reproduction: Seulement avec l’autorisation écrite de la rédaction Les contributions signées nominativement ne représentent pas forcément l’opinion de l’ODEC. Les lettres sont à envoyer à la rédaction. Nous n’assumons aucune responsabilité pour les manuscrits et photos non réclamés.

Annonces 4-couleurs, prix: 1/4 page CHF 600.– 1/3 page CHF 800.– 1/2 page CHF 1’200.– 1/1 page CHF 2’000.– Les membres et les bienfaiteurs ODEC bénéficient d’un rabais de 20%. Veuillez consulter notre site internet www.odec.ch à la rubrique «Organisation» > «Bulletin» pour toute information complémentaire.

Toutes les belles choses de la vie, tant personnelles et professionnelles, doivent être appréciées. Maintenant que les jours sont froids et courts jusqu’en février, et que les chaudes journées d’été ne sont plus qu’un lointain souvenir, utilisons chaque rayon de soleil (bon moment) pour se détendre et se ragaillardir. Ces bons moments sont importants, car ils sont le signe que la vie continue et que les jours vont rallonger. Au travail aussi, on ne traverse pas que des bons moments, et certains passages sont souvent difficiles. Il est donc important de profiter de ces belles choses de la vie et de les garder à l’esprit. C’est pourquoi je tiens à vous présenter deux belles choses qui prouvent que l’engagement de l’ODEC, avec le soutien des diplômés ES et surtout des membres ODEC, vaut la peine:

1. La formation duale Notre enquête ODEC, terminée en juin 2012, portait sur la formation duale et le propre parcours des participants. L’une des questions centrales était la suivante: «Si j’avais de nouveau 16 ans, est-ce que je choisirais à nouveau la voie de la formation professionnelle pour mon parcours professionnel?» Après avoir réussi son diplôme et acquis des années d’expérience, on est toujours un peu plus expérimenté et mieux à même d’évaluer les décisions passées. Plus de 80% des membres ODEC et 75% des diplômés ES restants choisiraient à nouveau la même voie professionnelle. Cela prouve que les membres ODEC sont vraiment pour la formation professionnelle. Cette attitude des «anciens» donne également aux jeunes qui entrent dans le monde du travail, la confiance qu’ils démarrent quelque chose qu’une grande majorité de leurs prédécesseurs choisiraient à nouveau. Les diplômés ES croient en la formation professionnelle et perçoivent le système éducatif suisse comme une réussite. Vous trouverez un rapport à ce sujet en page 22.

2. Le Parlement se penche sur les EPD ES Au cours de ces dernières années, l’ODEC a régulièrement évoqué la position problématique des études post-diplôme ES (EPD ES). La dernière fois, c’était au sujet de leur ancrage dans le projet de loi sur la formation continue. Que les EPD ES ne soient plus reconnues par la Confédération suite à leur ancrage dans cette loi, a suscité par bonheur quelques désaccords au sein des institutions concernées. Ceci a conduit à ce que de plus en plus de monde s’engage pour les EPD ES, pour leur place dans le système de formation et pour leur reconnaissance fédérale, et finalement éveillé l’intérêt des politiques. Deux postulats sur ces études post-diplôme ont été déposés en été 2012. Lisez-en davantage sur l’avenir des EPD ES en page 24. Même si les chemins menant au succès sont parfois longs – et prennent des années comme ici – cela vaut le coup de persévérer. Ces succès décrits ci-dessus sont comme des étincelles qui poussent à avancer. Urs Gassmann, Directeur ODEC

20


ODEC-Bulletin 4-12_Layout 1 20.11.12 07:57 Seite 21

SEANCE DE PHOTOS 2012 | OFFT

Séance de photos 2012 Le 1er septembre 2012 a eu lieu pour la troisième fois la séance photos de l’ODEC, à Aarau cette fois-ci. De ces séances biennales, nous tirons les photos les plus importantes pour le Bulletin, pour la publicité ODEC et pour notre site Web. Dans la mesure du possible, l’ODEC utilise des photos de membres de l’ODEC partout où il faut montrer des personnes. La journée pluvieuse était parfaite pour une séance dans un studio de photo. Mais la pluie des jours précédents a eu un impact sur cette séance: 4 personnes ont dû s’excuser à la dernière minute pour cause de grippe. Sous la direction de nos photographes Daniel Rohr et Ronny Britt, la séance photo a été de haut de gamme, et la coordination des sujets assurée par Urs Gassmann. L’ambiance était détendue, sympathique et empreinte d’enthousiasme. Grâce à nos 5 modèles, nous avons de nouvelles superbes photos tant pour les modèles eux-mêmes que pour l’ODEC. 

OFFT – un film sur la formation professionnelle supérieure L’économie suisse repose sur une maind’œuvre hautement qualifiée. Cet atout joue un rôle décisif dans le positionnement de la Suisse parmi les leaders économiques mondiaux. Le modèle qui a fait ses preuves est notamment celui de la formation professionnelle. Mais sur quoi repose cette réussite? L’OFFT (Office fédéral de la formation professionnelle et de la technologie) a créé, entre autres, un film sur la formation professionnelle supérieure et le rend accessible au public.

Dommage, que le titre «Designer graphique ES» qui figure dans le film, n’existe pas encore. Le film peut être consulté sous www.odec.ch/bbt_ fr ou sur le site Web de l’OFFT. 

ODEC-Bulletin 4|2012


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ODEC-Bulletin 4|2012

SYSTEME DE FORMATION DUALE

Le système de formation duale est-il une force de l’économie suisse? Le système de formation duale suisse est unique au monde. Ce que pensent les diplômés et diplômées ES de ce système, et s’ils referaient cette formation duale? C’est ce que notre enquête ODEC a cherché à savoir. Les résultats sont encourageants, mais montrent aussi des différences selon le profil démographique ou professionnel des répondants. En 2012, nous avons contacté 3’700 diplômés ES – dont 2’800 membres de l’ODEC – et leur avons posé, entre autre, les questions suivantes au sujet du système de formation duale suisse: 1. Le système éducatif suisse est-il une réussite? 2. La formation duale (apprentissage) estelle la base de la force de l’économie suisse? 3. Si j’avais de nouveau 16 ans, est-ce que je choisirais à nouveau la voie de la formation professionnelle pour mon parcours professionnel?» 669 personnes (18%) ont rempli le questionnaire. Les réponses ont été analysées selon le sexe, l’âge, le temps écoulé depuis la fin des études ES/ET/ESGC, le domaine, la branche, le type d’études, la fonction/rang, la taille de l’entreprise, le canton de travail ou la situation du niveau ES dans l’entreprise.

100%

Les hommes perçoivent le système de formation duale plus positivement 98% des hommes interrogés qui ont répondu au questionnaire estiment que l’apprentissage en début de carrière professionnelle est une force de l’économie suisse. Chez les femmes, le taux est de 95%. La satisfaction des participants masculins se reflète aussi dans leur propre parcours professionnel: 79% re-choisiraient la même voie de la formation professionnelle. Par contre, plus d’un tiers des femmes choisiraient une autre voie (cf. graphique en p. 23, en haut).

L’appréciation du système de formation duale dépend-il de l’âge? Les personnes de moins de 35 ans et celles qui ont plus de 50 ans trouvent que le système éducatif suisse est un succès: 91% de ces groupes d’âge ont répondu par «oui» ou «plutôt oui». Celles qui ont entre 35 et 50 ans sont plus critiques: 14% répondent

La formation duale (apprentissage) est la force de l’économie suisse?

90% 80%

par «non» ou «plutôt non». Les plus de 50 ans ainsi que ceux de la tranche d’âge 31–35 ans sont également d’avis que la formation duale constitue la base de la force de l’économie suisse. 98% des autres participants sont aussi de cet avis. A la question s’ils choisiraient à nouveau à 16 ans la même voie professionnelle, le tableau est contrasté: les 41– 45 ans opteraient plutôt pour une autre voie (35%), et 22% des plus de 50 ans, lesquels soutiennent en principe le système de formation duale, pourraient imaginer une autre carrière. Il est réjouissant de constater que chez les jeunes jusqu’à 25 ans, ils seraient 89% à re-suivre cette voie duale.

Les étudiants sont convaincus de leur parcours professionnel La situation est similaire en ce qui concerne le temps écoulé depuis le diplôme. Plus le diplôme ES/ET/ESGC est «frais», et plus les participants à l’enquête auraient tendance à re-choisir à 16 ans la même voie de la formation duale. Les étudiants qui sont en train de suivre une formation continue dans une ES/ET/ESGC sont convaincus de leur parcours professionnel: seule 1 personne sur 42 participants ne choisirait certainement plus cette voie. Parmi ceux dont les études remontent à plus de 25 ans, 33% disent qu’ils choisiraient certainement ou probablement une voie différente.

70%

Davantage de formations en emploi

60%

Plus de 80% des participants à l’enquête ont suivi une formation continue en emploi. 89% d’entre eux estiment que le système éducatif suisse est une réussite. Chez leurs collègues qui ont effectué des études à plein temps, la part est de 92%. 77% de tous les répondants choisiraient à nouveau une formation duale. On trouve un «non» catégorique chez 14% des étudiants qui ont suivi des études à plein temps et 5% chez ceux à temps partiel (cf. graphique en p. 23, en haut).

50% 40% 30% 20% 10% 0%

Membres de la direction

Cadres

non

Chefs de projet

plutôt non

Spécialistes, collaborateurs plutôt oui

Assistants

oui


ODEC-Bulletin 4-12_Layout 1 20.11.12 07:57 Seite 23

SYSTEME DE FORMATION DUALE

Le système de formation duale suisse Le système de formation duale occupe une place importante en Suisse: env. les deux tiers de tous les jeunes effectuent un apprentissage dans l’une des 230 professions. Pendant deux à quatre ans, ils se forment parallèlement (dual) en entreprise et à l’école professionnelle, et se constituent ainsi une solide base professionnelle. Beaucoup d’entre eux poursuivent ensuite une formation professionnelle supérieure, acquièrent des qualifications professionnelles spécifiques et se préparent à des fonctions de conduite et de spécialiste. Pour cela, ils ont 410 examens professionnels et professionnels supérieurs et 52 filières en école supérieure à choix. Env. 75% des hommes suivent une formation professionnelle initiale, alors que les femmes ne le font qu’à 63%. (Office fédéral de la statistique 2011).

Moins de conviction en Suisse romande Les participants romands perçoivent moins l’apprentissage comme une base de la force de l’économie suisse que leurs collègues de Suisse alémanique: alors qu’au niveau suisse, 58% de tous les participants perçoivent clairement l’apprentissage comme une force, ils ne sont que 17% dans le canton de Genève et 31% dans le canton de Vaud. Dans le canton de Glaris par contre, ils sont 100% à plébisciter le système de formation duale. Les participants du canton de Bâle ne semblent pas être bien satisfaits de leur formation professionnelle: 48% disent que – s’ils avaient de nouveau 16 ans – ils ne choisiraient plus la voie de la formation professionnelle; dans le canton de Vaud, ils sont 36%, et 31% à Genève. Dans les cantons plus ruraux de Schwyz, Appenzell, Nidwald, Grisons, Glaris, Schaffhouse, Valais et Thurgovie, ils sont plus de 80% à vouloir re-suivre la voie de la formation professionnelle (cf. graphique du milieu).

Les cadres perçoivent le système de formation duale comme une force Plus le statut professionnel du participant est élevé, et plus celui-ci perçoit la formation duale comme la base de la force de l’économie suisse: chez les membres de la direction ou du conseil d’administration, tous (100%) ont répondu favorablement, dont 67% avec un «oui» clair. Chez les collaborateurs ainsi que chez les spécialistes, ils sont 53% à dire «oui», et moins de 10% chez les assistants (cf. graphique en p. 22). Des collaborateurs en passant par les chefs de projet, et des cadres jusqu’aux membres de la direction, ils sont 80% à

vouloir re-suivre une formation duale. Par contre, les assistants le voient d’un tout autre œil: plus de 58% prendraient une voie différente.

agissent par contre autrement: 11%, resp. 14% trouvent que le système éducatif n’est plutôt pas ou pas du tout une réussite. De même, lorsqu’on leur demande ce qu’ils choisiraient s’ils avaient de nouveau 16 ans, les réponses des diplômés des différentes branches divergent: dans le domaine «Hôtellerie et restauration, tourisme et économie familiale» ainsi que dans celui «Economie», ils seraient 70% à re-choisir vraisemblablement ou sûrement la même voie professionnelle. Il est intéressant de noter qu’en parallèle ce même domaine «Hôtellerie et restauration, tourisme et économie familiale» donne ici un taux de «non» de

Des différences marquées dans les domaines et les branches L’appréciation du système de formation duale suisse varie selon le domaine dans lequel les participants ont diplômé. 94% des répondants issus du domaine «Hôtellerie et restauration, tourisme et économie familiale» trouvent que le système éducatif suisse est une réussite. Les personnes issues des domaines «Technique» et «Economie» ré-

100%

ODEC-Bulletin 4|2012

Si j’avais de nouveau 16 ans, je choisirais à nouveau la voie de la formation professionnelle pour mon parcours professionnel?

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

femmes

100%

en emploi

hommes

à plein temps

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 100%

NW

SZ

AR

GR

GL

SH

VS

TG

BE

SO

ZH

ZG

SG

BL

LU

GE

VD

BS

90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Hôtellerie et restauration, tourisme et économie familiale non

Technique

plutôt non

Economie

plutôt oui

oui

23


ODEC-Bulletin 4-12_Layout 1 20.11.12 07:57 Seite 24

ODEC-Bulletin 4|2012

SYSTEME DE FORMATION DUALE | EPD ES

21%, ce qui représente le taux le plus élevé. Les diplômés du domaine «Technique» sont plus convaincus de leur propre formation professionnelle: 79% re-choisiraient cette voie (cf. graphique en p. 23, en bas). En analysant de façon plus détaillée les branches dans lesquelles les répondants travaillent aujourd’hui, il est frappant de constater que, en plus de «Hôtellerie/ hébergement» et «Restauration/gastronomie», les branches «Education/formation» et «Produits graphiques» considèrent le système éducatif suisse comme une réussite. Dans la branche «Commerce», ils ne sont plus que 60%, et 80% dans la branche «Industrie alimentaire» et «Chimie/pharmaceutique» à en être convaincus. Néanmoins, 90% des personnes de la branche «Commerce» choisiraient à nouveau la voie duale, contre 60% pour celles de la branche «Chimie/pharmaceutique». Il est intéressant de relever qu’un tiers seulement de la branche «Santé» déciderait aujourd’hui de re-suivre la voie de la formation professionnelle. Dans toutes les autres branches, ils sont plus de 50%: 90% pour ceux de la branche «Restauration/gastronomie» qui de façon générale soutiennent beaucoup la formation professionnelle, et 76% pour «Hôtellerie/ hébergement».

Des différences spécifiques à l’entreprise sont décisives

24

Les personnes travaillant dans de petites entreprises re-suivraient – si elles avaient de nouveau 16 ans – la voie de la formation professionnelle pour leur parcours professionnel: 85% des personnes issues de PME de moins de 10 employés ont répondu positivement. Parmi celles travaillant dans des entreprises de plus de 500 employés, elles n’étaient plus que 70%. Ce qui n’influe pratiquement pas sur la perception du système de formation duale, c’est le statut régional ou mondial de l’entreprise et si celle-ci est en mains suisses ou internationales. Un fait intéressant est l’impact du niveau de connaissances des responsables du personnel de sa propre entreprise: quand les responsables du personnel connaissent les qualifications des diplômés ES, 80% des répondants reprendraient sûrement ou vraisemblablement la voie professionnelle; lorsque les responsables du personnel ne connaissent pas ces qualifications, les répondants ne seraient plus que 57% à rechoisir sûrement la voie duale et 66% à être susceptibles de la choisir à nouveau.

Un potentiel d’approfondissement existe L’enquête montre que les répondants sont très satisfaits du système éducatif suisse et de la formation duale. Une grande majorité serait prête à re-choisir à nouveau la voie professionnelle, ce qui est certainement un bon signe pour les prestataires de formations. De plus, il est particulièrement rejouissant de constater que ce sont surtout les jeunes qui ont une attitude positive envers la formation professionnelle. Certains points mériteraient d’être approfondis: pourquoi les femmes choisiraient-elles davan-

tage une autre voie que les hommes? Pourquoi certaines personnes qui travaillent dans la branche «Commerce de détail» sont-elles si peu convaincues par le système éducatif suisse, et pourquoi celles de la branche «Santé» re-choisiraient-elles aujourd’hui une autre voie? Et pourquoi perçoit-on en Suisse romande le système de formation duale moins comme une force de l’économie qu’en Suisse alémanique, et pourquoi l’appréciation de son propre parcours professionnel varie-t-elle tellement d’un canton à l’autre? Là, il y aurait encore de quoi creuser pour certaines branches et régions. 

EPD ES est désormais également un thème en politique La reconnaissance des études post-diplôme des écoles supérieures (EPD ES) est actuellement en discussion au Parlement. Pour l’ODEC, la question de la reconnaissance de ces études post-diplôme ES est depuis des années un thème récurrent, et elle vient enfin d’être relayée par les politiques. Les écoles supérieures ES offrent plus de 200 EPD ES dans diverses orientations. Une grande partie de ces études post-diplôme (env. 120) a été reconnue selon l’ancien droit, ce qui signifie que la reconnaissance leur a été accordée avant 2005. La reconnaissance des EPD selon le nouveau droit (44 reconnues et 36 en cours de reconnaissance) repose sur des plans d’études cadres qui reflètent les conditions actuelles. Ces conditions ont été définies dans l’Ordonnance du DFE concernant les conditions minimales de reconnaissance des filières de formation et des études post-diplômes des écoles supérieures (OCM ES) du 11 mars 2005. Depuis env. deux ans, on évoque régulièrement le fait que les EPD ES devraient à l’avenir être «libres» sur le marché: cela signifie qu’un prestataire pourrait offrir une EPD ES sans la faire reconnaître au préalable par l’Office fédéral responsable. Cette idée est réapparue dans le pré-projet de la Loi sur la formation continue, et l’ODEC a pris position. Cette loi prévoyait l’ancrage des EPD ES dans la formation continue. Or, par définition, seules les offres de formation qui ne nécessitent pas une reconnaissance fédérale font partie de la formation continue. Cela conduirait en conséquence à une rupture de qualité dans les EPD ES. L’ODEC, avec beaucoup d’autres groupes concernés,

s’est élevée contre le fait que les EPD ES perdent la reconnaissance fédérale. Cet été 2012, deux postulats exigeant le maintien de la reconnaissance fédérale des EPD ES ont été déposés au Parlement, resp. transmis au Conseil fédéral. Ces deux postulats sont identiques et ont été déposés dans les deux chambres du Conseil des Etats par Brigitte Häberli-Kohler le 30 mai 2012, resp. du Conseil national par Daniel Jositsch le 5 juin 2012. Ces postulats ont été co-signés par 32 conseillers nationaux et 11 conseillers aux états.

Curia Vista – Objets parlementaires

Texte déposé

Le Conseil fédéral est chargé d’élaborer un rapport dans lequel il montrera de quelle manière et à quelles conditions on pourra garantir le maintien de l’offre des écoles supérieures, à savoir les formations à deux niveaux qu’elles proposent et qui sont très appréciées, et à quelles conditions la Confédération pourrait continuer de reconnaître les études post-diplôme qui peuvent être suivies dans ces écoles.

Développement

A l’heure actuelle, les écoles supérieures offrent aux professionnels motivés la possibilité d’acquérir des qualifications supplémentaires dans le cadre d’un système de forma-


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EPD ES | SALAIRES ES

tion à deux niveaux. Les filières de formation et les études post-diplôme (EPD ES) proposées par ces écoles font l’objet d’une réglementation dans la loi sur la formation professionnelle et sont sanctionnées par des diplômes reconnus par la Confédération. Or celle-ci compte ne plus reconnaître les diplômes EPD ES, alors que cette mesure venait d’être intégrée dans la LFPr dans le but exprès de renforcer la formation professionnelle. En Suisse, la formation professionnelle supérieure comprend, d’une part, les examens professionnels fédéraux et, d’autre part, l’offre des écoles supérieures. Or ces dernières ne sont, à l’inverse des hautes écoles, pas reconnues en tant qu’institutions de formation; seules les filières de formation qu’elles proposent sont reconnues par la Confédération, de même que, pour l’heure, les cours post-diplôme qu’elles dispensent. En raison d’une analogie trompeuse avec la formation continue proposée par les hautes écoles, il est prévu de considérer désormais les EPD ES comme des formations non formelles (cf. avant-projet d’une loi fédérale sur la formation continue). A l’heure actuelle, la Confédération reconnaît 44 EPD ES, alors que la procédure de reconnaissance est en cours pour 36 autres formations. En 2009/10, quelque 1’500 étudiants ont obtenu un diplôme EPD ES. La suppression de la reconnaissance fédéra-

le pour les diplômes EPD ES aurait des conséquences graves: 1. La formation à deux niveaux proposée par les écoles supérieures se verrait «amputée» de son second niveau. Une nouveauté importante de la LFPr serait réduite à néant. 2. La suppression des formations post-diplôme réduirait l’attrait des filières ES. 3. Les titulaires d’un tel diplôme, de même que les futurs diplômés, se retrouveraient en possession d’un titre dévalorisé, et les ressources investies dans cette formation perdraient une grande partie de leur valeur. 4. Le nouveau label «EPD ES» perdrait tout attrait; la qualité et la transparence du marché de la formation en souffriraient. 5. Enfin, les EPD ES n’auraient plus leur place dans le «cadre national des certifications», et elles ne s’inséreraient dès lors plus dans le réseau international de formation. En d’autres termes, les EPD ES ne seraient plus reconnues par personne et ne figureraient plus dans les systèmes de formation suisse et étrangers. La suppression de la reconnaissance fédérale appauvrirait le système de la formation professionnelle, ce qui reviendrait à lui rendre un bien mauvais service.

Avis du Conseil fédéral du 15 août 2012 Le Conseil fédéral est conscient que les études post-diplôme effectuées dans les écoles supérieures (EPD ES) ainsi que la formation

Enquête salariale ODEC 2011/2012:

Des études orientées pratique en école supérieure(ES) s’avèrent payantes

Des études en école supérieure s’avèrent payantes. Les opportunités de carrière et de revenus diffèrent toutefois considérablement selon l’orientation. Les diplômés ES de moins de 2 ans gagnent certes moins que les «anciens», mais leurs revenus augmentent fortement rapidement: ils gagnent en moyenne CHF 82’600.– juste après leur diplôme, et CHF 104’700.– 10 ans plus tard.

L’ODEC et la société INCON* ont mené pour la sixième fois cette analyse salariale. L’analyse comprend les données fournies par des diplômés ES du domaine Technique (T), Gastronomie/Tourisme (GT) et Economie (W). Les données ont été recueillies par voie électronique via Internet. En partant d’un groupe initial d’env. 18’000 personnes, il y eut un retour de 12% (2’164 réponses, dont T = 1’319, GT = 579 et W = 266). Comparé à la précédente enquête, nous avons reçu quasiment le même nombre de réponses. Cet échantillon peut être considéré comme représentatif. * INCON Unternehmensberatung Oberstrasse 222, 9014 St.Gallen, Tel. 071 274 51 91 tmeier@incon.ch, www.incon.ch

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tout au long de la vie qui y est rattachée constituent une contribution importante au développement de la qualité du pôle économique suisse. La procédure de consultation relative à la loi fédérale sur la formation continue a révélé de multiples réticences concernant l’abrogation des EPD ES. Le Conseil fédéral propose que la question de la reconnaissance des EPD ES soit traitée séparément et qu’elle soit coordonnée avec la motion Bischofberger 11.3921 et le postulat de la Commission de la science, de l’éducation et de la culture du Conseil national 12.3019. Ces deux interventions concernent notamment la reconnaissance des diplômes master postgrades. Ce procédé garantira une vue d’ensemble cohérente du domaine des études postgrades au sein des hautes écoles spécialisées et des écoles supérieures.

Proposition du Conseil fédéral du 15 août 2012 Le Conseil fédéral propose d’accepter le postulat. C’est ainsi la première fois que les EPD ES sont reconnues d’importance au niveau politique. Ces deux postulats soulignent les préoccupations et les exigences de l’ODEC. Il semble que le chemin est enfin amorcé qui définit et réglemente correctement les titres avec le sigle «ES». Enfin une consolidation et non une dévalorisation des écoles supérieures! 

Mieux informés et mieux préparés grâce à la brochure «Salaires ES 2011/2012» La brochure des salaires ES fournit des informations sur les domaines de l’hôtellerie, technique, tourisme et économie, ainsi que sur leurs orientations correspondantes. L’expérience professionnelle, la branche, le secteur d’activité, et les différentes régions de la Suisse y sont pris en compte. De plus, on y signale les branches qui ont obtenu des hausses de salaire réelles ou qui ont indemnisé les heures supplémentaires, ainsi que les fonctions d’une branche qui emploient des diplômés ES. Voici quelques-uns des thèmes tirés de la brochure. En quelques mois, la désormais célèbre brochure «Salaires ES 2011/2012» a été commandée plus de 1’400 fois. Cette brochure salariale ES est disponible auprès de l’ODEC pour CHF 35.– (CHF 10.– pour les membres ODEC): www.odec.ch/salaires 

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DIFFERENCES CULTURELLES

Et si une boîte noire recelait un trésor … La nécessité d’acquérir des compétences interculturelles dans notre monde globalisé est incontestée. Celui qui ne voit pas et ne saisit pas le sens et l’opportunité qu’offre l’accès à cette diversité, aura de la peine à vivre ce voyage fascinant et parfois exigeant que représente la compréhension d’autres systèmes de pensée et de valeur. L’Ecole Suisse de Tourisme et Hôtellerie (SSTH) à Passugg, qui offre en parallèle des filières ES en langue allemande et au plan international, fournit un environnement d’apprentissage interculturel idéal tant pour les étudiants que pour les enseignants. En point de mire à Passugg près de Coire: des étudiants de différents pays travaillent ardemment dans des groupes et discutent en anglais, ensuite: n’était-ce pas du russe? – et aussi en allemand, mais cela me semblait plutôt de l’espagnol … Ils sont tous là dans cette école supérieure pour devenir Hôtelière-restauratrice/Hôtelier-restaurateur dipl. ES, resp. l’équivalent international. C’est l’image d’un campus coloré et motivé que l’on découvre d’emblée. Pour réussir une coopération entre toutes les personnes impliquées, il faut un environnement favorable et un dialogue interculturel, mais aussi et surtout la connaissance et la conviction profonde que l’exposition à d’autres cultures et à leurs valeurs, notamment dans le tourisme et l’industrie hôtelière, est essentielle. C’est pourquoi depuis cet automne, l’organisme national de marketing «Suisse Tourisme» s’engage pour la formation de compétences interculturelles, avec des experts dont certains issus de la SSTH. La raison est évidente: les nuitées hôtelières des visiteurs en provenance d’Europe (sans la Suisse) ont reculé de plus de 4%. Il faut maintenant approcher la clientèle venant des marchés dits émergents, dont le Brésil, la Russie, l’Inde et la Chine. Là, la demande est forte: plus de 30% des nuitées hôtelières sont prises par les visiteurs en provenance de Chine. De plus, ces voyageurs dépensent en moyenne plus d’argent que ceux en provenance des marchés traditionnels. Les chiffres sont tentants, mais s’adresser à cette «nouvelle» clientèle exige un plus gros effort qu’auparavant. Et cela passe d’abord par la compréhension de ces cultures.

Mêmes défis, mais différents schémas de penser, de sentir et de réagir

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Il y a des circonstances et des questions qui doivent être résolues d’une manière ou d’une autre par toutes les sociétés, que cela soit la gestion de l’autorité, l’éducation des enfants ou aussi l’assurance des moyens de subsistance. Et bien que chaque personne soit unique dans sa personnalité, elle se

caractérise toujours par un modèle de culture spécifique en termes de valeurs, de croyances, d’attitudes, de perceptions, de coutumes, de mœurs, d’étiquette, de morale, de normes, d’idoles et de héros, de symboles, etc. Bien entendu, ces modèles sont sujets à des changements au fil des générations. Cela est particulièrement évident dans la mode ou le comportement des consommateurs. Ou, comme le décrit Geert Hofstede, l’un des pionniers de la recherche interculturelle: «À certains égards, les jeunes Turcs sont différents des Turcs plus âgés, tout comme les jeunes Américains sont différents des Américains plus âgés» (Hofstede, 2010: 19). Néanmoins, on ne peut pas en déduire que les valeurs des générations actuelles des différents pays évoluent rapidement dans une même direction. S’asseoir et voir venir n’est pas une option prometteuse!

Connaître les dimensions culturelles comme trame d’orientation Le psychologue néerlandais Hofstede a démarré ses recherches il y a plus de 30 ans. Il a commencé à comparer la façon dont les sociétés résolvent leurs questions, et a développé plusieurs des nombreuses dimensions culturelles qui sont encore utilisées aujourd’hui. Depuis, celles-ci ont été développées et complétées à plusieurs reprises et constituent de nos jours une base reconnue pour les comparaisons interculturelles. Nous allons évoquer ici quatre facteurs de différenciation en fonction de leur impact sur l’enseignement et/ou la salle de classe.

1. Distance hiérarchique, ou comment les cultures font face à l’autorité et la hiérarchie

Dans chaque culture, il y a des gens qui possèdent beaucoup de pouvoir, et d’autres qui n’en ont pas ou peu. L’inégalité est un phénomène que l’on peut observer pratiquement partout. La gestion du pouvoir varie beaucoup selon les cultures:  les cultures avec une faible pensée hié-

rarchique essaient de minimiser les différences et de lutter pour l’égalité.  en revanche, dans les cultures à (forte) pensée hiérarchique, ce sont avant tout les gens à statut inférieur qui les acceptent. Un exemple tiré de l’enseignement illustre très bien cela. En Suisse, le débat croisé de points de vue est une méthode fréquemment utilisée pour améliorer les techniques d’argumentation des élèves. Les étudiants chinois ont beaucoup de peine car ils ne sont pas habitués à s’opposer à une personne hiérarchiquement supérieure telle qu’un enseignant. Ou un exemple tiré d’un atelier d’innovation commun, avec entre autres des étudiants suisses et indiens; l’exercice en question consistait à répondre de deux façons différentes à des suggestions de l’interlocuteur. Tout d’abord, il fallait refuser les propositions (je dis «non» et pense «non»). Ensuite, il fallait les accepter mais en présentant une contre-proposition cohérente (je dis «oui» mais pense «non»). L’enseignant a ensuite demandé, quels sentiments les étudiants avaient-ils eu lors de cet exercice. Les étudiants indiens ont été unanimes: «la réponse négative était très agréable, on s’est sentis puissants». L’Inde a une forte relation au pouvoir: «non» est un mot qui n’est que rarement utilisé par un «homme ordinaire». Alors que les Suisses trouvaient la forme indirecte «je dis «oui» mais pense «non»» très inhabituelle, elle était familière aux Indiens.

2. Collectivisme vs individualisme, ou quelle est la force du sentiment d’appartenance

Le rôle de l’individu par rapport à un groupe peut être défini de différentes façons:  les cultures individualistes accordent une grande valeur à la personnalité, à l’autonomie et à la sphère privée des individus, la réalisation de soi est l’un des objectifs les plus élevés.  par contre, les cultures collectivistes privilégient le bien-être de l’individu subordonné au groupe. Chacun se définit par une appartenance à un groupe qui offre protection et soutien, mais qui exige aussi une grande loyauté. Mais il en va toujours du même objectif, à savoir accéder au bien-être pour tous. D’après le modèle individualiste, la communauté se porte bien quand tous les individus vont bien. Dans un modèle collectiviste


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DIFFERENCES CULTURELLES

par contre, le bien-être du groupe est l’élément-clé pour le bien-être des individus. Ceci correspond au principe de valorisation de chaînes d’hôtels (américaines) qui distinguent les «employés du mois», une conception typiquement individualiste. Dans les pays du Sud-Est asiatique par contre, un employé mérite les honneurs s’il fait partie d’une équipe excellente. C’est pourquoi il est particulièrement important, pour les étudiants en provenance d’Asie, que la réputation d’une institution de formation et que la situation de la Suisse

Mélange multiculturel

soient élevées, car cela accroît la valeur de leur diplôme. Il en va de même dans le coaching de carrière où à cette question classique du «désir de carrière», les étudiants chinois répondent souvent «Vous savez, il s’agit moins de savoir ce que je veux, mais plutôt où ma famille a-t-elle le plus besoin de moi». Cette réalité nécessite du tact pour développer avec les étudiants des solutions cohérentes individuelles et collectives.

3. Dimension masculine/féminine, ou comment les cultures sont sensibles à la concurrence

Cette dimension décrit comment les rôles sont répartis entre l’homme et la femme, et quelles valeurs en découlent.  dans des cultures typiquement «masculines», les rôles de l’homme et de la femme sont clairement définis: le père s’occupe des faits, la mère est responsable des émotions. Cela se traduit par des valeurs «masculines» telles que la réussite matérielle, l’acceptation de la concurrence, la confiance en soi, et la philosophie du «vivre pour travailler»,  dans des cultures typiquement «fémi-

nines», les rôles de l’homme et de la femme ne sont pas figés, et se définissent en fonction des besoins. Il en résulte des valeurs «féminines» comme la politesse, le respect, l’assistance, la coopération, et la philosophie du «travailler pour vivre». Les cultures à fortes valeurs «féminines» s’organisent par coopération, comme en Thaïlande ou au Vietnam. Les étudiants de ces pays ont tendance à négocier et à résoudre les conflits par la recherche de compromis. Le bien-être est un facteur important pour la motivation, et les émotions

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l’école. Dans un projet de vidéo, les élèves devaient tourner un film sur l’école SSTH, qui mette en évidence ses avantages et qui explique l’école à leurs compatriotes restés au pays. Un étudiant de la Corée du Sud, une culture qui tend à gérer l’incertitude, a passé en revue très vite toutes les installations (techniques) de l’école hôtelière: le distributeur de café et de bonbons, la buanderie, le distributeur de cigarettes, l’ordinateur, l’ascenseur et le photocopieur. Ce dernier exemple surtout illustre bien que dans une équipe interculturelle, qui

Trouver des solutions par le dialogue

peuvent s’afficher. Cela se manifeste également dans la salle de classe.

4. La relation à l’incertitude, ou quel est le degré de sensibilité des membres d’une culture qui se sentent menacés par des situations inconnues

Les cultures réagissent avec des méthodes différentes face aux incertitudes. La technique aide à gérer les incertitudes créées par la nature. Les lois et les règles constituent un cadre pour la sécurité, la justice et la stabilité. La religion prône l’acceptation des incertitudes. La question qui sous-tend cette dimension est: «Devons-nous tenter de contrôler le futur ou devons-nous simplement laisser faire les choses?»  les cultures qui ont tendance à vouloir gérer l’incertitude, se caractérisent par de nombreuses lois édictées, de lignes directrices et de mesures de sécurité,  les cultures qui acceptent l’incertitude sont tolérantes, ont quelques règles qui sont aussi adaptables dans le doute, et qui ont donc tendance au relativisme. Là encore, cela peut être illustré par un exemple concret de la vie quotidienne de

s’exprime au plan purement linguistique, beaucoup de talents et de besoins restent cachés. L’enseignement est marqué par ceux qui s’expriment facilement en anglais. Les personnes plutôt introverties sont laissées pour compte, ce qui ne renforce par leur estime de soi. L’utilisation d’autres moyens d’expression comme des vidéos, des photos, mais aussi de la pâte à modeler style Playdo permet de mieux s’exprimer et d’acquérir ainsi de l’estime. Au début surtout de cette formation, cela contribue à désamorcer les processus de formation de groupe. Se confronter intensément aux valeurs fondées sur les cultures transforme les boîtes noires en véritables trésors, au bénéfice tant des étudiants que des enseignants. Bibliographie: Hofstede, G. / Hofstede, G. J. / Minkov, M. (2010): Cultures and Organisations. Software of the Mind. Intercultural Cooperation and Its Importance for Survival. 3ème édition. New York: McGraw-Hill Auteurs: Dr. Ursula Gehbauer Tichler, CEO Ursula Oehy Bubel, Enseignante à l’Ecole hôtelière SSTH SSTH (Schweizerische Schule für Touristik und Hotellerie AG), Passugg/Coire, Tél: +41 81 255 11 11, info@ssth.ch

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ODEC steiggasse 2 | postfach 2307 | 8401 winterthur tel.: 052 214 22 40 | fax: 052 214 22 42 info@odec.ch | www.odec.ch | postkonto: 80-68814-9

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