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Ministerpräsident Roland Koch: Von Rentnern und Erben (Seite 3)

FREITAG, 04. DEZEMBER 2009

Trainingslager für Azubis

Ideen für die Zukunft

S. 6

zeigt ein flott gemachtes Video die wichtigsten Schritte zu einer erfolgreichen Bewerbung.

Mein Baum

Duzi Duzi „Was das Geduze anbelangt, hat sich die Union mittlerweile auch sozialdemokratisiert.“ Karl-Theodor zu Guttenberg, Verteidigungsminister

Mein Mentor

Mein Haus

brüche in Wirtschaft und Gesellschaft. Der Staat hat in bisher ungeahntem Ausmaß in die Volkswirtschaft eingegriffen. Neue Rahmenbedingungen sind gesetzt worden, vor allem aber findet eine fast unermessliche Lastenverschiebung auf die nächsten Generationen statt. Das erhöht die Verantwortung der heute im Beruf stehenden Generationen für junge Menschen deutlich. Diese Verantwortung hat ie derzeitige Wirtschafts- die unterschiedlichsten Faund Finanzkrise hinter- cetten. Eine davon ist es, lässt tiefgehende Struktur- junge Menschen besser auf

Ein turbulentes Jahr ist vergangen. Die Börsen Pinke Pinke fahren Karussell. Viele „Wir haben Milliarden Euro insehen die berufliche vestiert, das hat uns insgesamt Zukunft grau in grau. Der nach vorn gebracht, aber alles Herausgeber von mentoGute muss einmal ein Ende haben.“ ring4u beAngela Merkel, Bundeskanzlerin schreibt den Beitrag der Stipendien Initiative zur Schüler, Studierende und Lösung der Nachwuchswissenschaftler Probleme. erreichen unter www.stipendienlotse.de im Internet eine bundesweite Datenbank, in der sie sich ein für ihre Bedürfnisse passendes Stipendium suchen können. Zugleich können die Stipendiengeber sich und ihre Programme auf dem Internetportal vorstellen.

„Was mit Medien machen“

S. 13

Die Chancen für unsere berufliche Zukunft wachsen nicht am Weihnachtsbaum

Foto und Montage: Roger Gerhardy

Ziemlich witzig Auf dieser Seite: http://www.ausbildungsbonus.bm as.de/sites/generator/27850/

S. 9

Die Herausforderung

Tipps, Termine & Zitate Praktikum gefällig? Unter der Internetadresse http://www.bmas.de/portal/39692/2009__11__04__lin kliste__generation__praktikum.ht ml zeigt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine alphabetisch sortierte Linksammlung zu Internetseiten betreffs Praktika.

Kebab oder Würstchen?

FRANKFURT / MAIN, Nr. 2, Preis: € 0,00

D

Eine Woche Uni-Schnuppern . . . . . . 2 Arbeit für Behinderte. . . . . . . . . . . . . 2 ÖPNV macht mobil . . . . . . . . . . . . . . 2 Bauwirtschaft mit Perspektiven . . . . . 2 Reinigen ist mehr als putzen . . . . . . . 2 Lehrling lohnt sich. Kursnet . . . . . . . 2 Weh dir, dass du ein Enkel bist!. . . . . 3 Zukunftsbranche ohne Nachwuchs . . 4 Damit sie eine Chance haben . . . . . . 4

den Berufseinstieg vorzubereiten, als dies bisher in Deutschland der Fall war. Das Haus der Mentoren widmet sich insbesondere dieser Aufgabe. Unser roter Faden für das Jahr 2010 ist das Thema „Verlässlichkeit“. Während früher vieles klarer und verlässlicher zu sein schien, bewegen wir uns heute auf zunehmend schwankendem Boden. Wir sehen viele Unsicherheiten für unser Vorgehen, wie wir unsere Zukunftsperspektiven einzuschätzen haben und das ver-

Inhalt

Trainingslager für AZUBIS . . . . . . . . 6 Vitamin B oder Qualifikation?. . . . . . 6 Dem Nächsten zur Wehr . . . . . . . . . . 7 Der Bildungsscheck . . . . . . . . . . . . . . 8 Der QualiScheck . . . . . . . . . . . . . . . . 8 Kebab oder Würstchen? . . . . . . . . . . . 9 Nicht nur was für kleine Mädchen. . 10 Mut, Interesse, Neigung, Tatkraft. . . 11 Was machen Chefs den ganzen Tag? 12

lässliche Funktionieren aller Einrichtungen und Instrumente gewährleisten können. Dabei werden sich neu bietende Chancen nur zu leicht übersehen. Das Besondere an „mentoring4u“ ist der individuelle, fachbezogene Brückenschlag zwischen den Generationen. Wir wollen junge Menschen unterstützen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Heranwachsenden eine Hilfestellung zu geben, gehört zu den besonders dankbaren Aufgaben. Unsere Plattform führt dazu, qualifizierten Nachwuchskräften in Unternehmen eine Chance zu geben. Denn besonders jetzt ist es wichtig, rechtzeitig Perspektiven aufzeigen zu können. Schüler & Studenten verlieren Zeit beim Auffinden sinnvoller Informationen, weil diese millionenfach, ungeordnet im virtuellen Labyrinth umherschwirren. Hier setzt „mentoring4u“ an und berichtet über spannende Initiativen, berufliche Trends, soziales Engagement, wichtige Adressen und Veranstaltungen, Gesundheits- Sport- und Modetrends, stellt neue und interessante Branchen vor und hilft als Ratgeber. Martin Weiss

Mach dich schlau . . . . . . . . . . . . . . . 12 „Was mit Medien machen“. . . . . . . . 13 Patchwork als Lebensplan. . . . . . . . . 13 Und was macht Ihr Handicap? . . . . . 14 Quiz4u . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Schutzengel oder doppelter Boden? . 15 Zur Verbreitung von mentoring4u . . 15 Siessäs klainäs Rrabbenvieh . . . . . . . 16 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16


2 mentoring4u.de

Eine Woche Uni-Schnuppern

ie Sommeruniversität der D TU Dresden ermöglicht Schülerinnen und Schülern

der 10. bis 13. Klasse das Studentenleben an einer Universität kennen zu lernen und einen ersten Eindruck vom Studienstandort Dresden zu bekommen. Weiterhin erhalten die Jugendlichen unter anderem Zutritt zu Hörsälen, Seminarräumen, Labors und Forschungseinrichtungen. Sie verschaffen sich einen Überblick über den Campus und bekommen beispielsweise in Vorträgen, Präsentationen und Demonstrationen Wissenswertes rund um naturwissenschaftliche, technische und mathematische Studiengänge und ihre Tätigkeitsfelder vermittelt. Die Sommeruniversität steht Jugendlichen offen, die sich für diese Studienrichtungen interessieren, aber auch Schülerinnen und Schülern, die noch nicht wissen, was sie studieren möchten. Die Sommeruniversität beabsichtigt, o durch kompetente Fachkräfte

Mal schaun, wie UNI geht. Foto: TU Dresden

über Studium und Beruf zu informieren, o bei Vorträgen und Betriebsbesichtigungen über Tätigkeitsprofile und Berufsperspektiven aufzuklären, o Einblicke in den Studienablauf und das Studentenleben zu gewähren, o Kontakt zu Ingenieuren/innen, Wissenschaftlern/innen und Studierenden herzustellen, o Unterstützung bei der Studienwahl zu geben, o Vorstellungen zu entwickeln und Studienwünsche zu festigen.

Sommeruniversität 2010 Im Jahr 2010 finden vier Projektwochen Sommeruniversität statt. Teilnehmergebühr: € 35. Da das Angebot geschlechtsspezifisch ausgerichtet ist, findet die Sommeruniversität in geschlechtshomogenen Gruppen statt. Die Anmeldung zur Sommeruniversität 2010 beginnt am 01. Februar 2010. Die Termine und weiteren Konditionen können unter http://tu-dresden.de/studium/angebot/sommeruni eingesehen werden.

Bauwirtschaft mit Perspektiven

iele Bauunternehmen klaV gen über den Fachkräftemangel. Im gewerblichen wie

auch im akademischen Bereich werden Mitarbeiter gesucht. Trotz Wirtschaftskrise haben qualifizierte Fachkräfte also gute Chancen auf einen Arbeitsplatz in der Bauwirtschaft. Dass es hervorragende Nachwuchskräfte in Deutschland gibt, zeigen jedes Jahr die Preisträger des Wettbewerbs „Auf IT gebaut - Bauberufe mit Zukunft“. Jedes Jahr werden zahlreiche hervorragende Arbeiten eingereicht - die besten werden ausgezeichnet. Die Innovationsund Problemlösungsfähigkeit der Baubranche wird durch die prämierten Arbeiten eindrucksvoll unterstrichen. Jedes Jahr können Auszubildende, Studierende und Berufseinsteiger aus dem Baube-

reich sich online unter www.aufitgebaut.de anmelden. Auf sie warten Preisgelder von insgesamt 40.000 Euro in den Kategorien „Gewerblich-technischer“ bzw. „kaufmännischer Bereich“, „Bauingenieurwesen“, „Baubetriebswirtschaft“ und „Architektur“. Initiatoren des Wettbewerbes sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi), der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie, der Zentralverband Deutsches Baugewerbe, die IG Bauen-Agrar-Umwelt sowie die Messe Berlin. Alle Informationen zum Wettbewerb, Termine, Bewertungskriterien und Informationen über bisher prämierte Arbeiten finden Sie auf der Website des Wettbewerbs: www.aufitgebaut.de

INITIATIVEN

Arbeit für Behinderte

eit Januar 2009 steht S für Menschen mit Behinderung mit der Un-

terstützten Beschäftigung eine neue Möglichkeit zur Vorbereitung auf eine berufliche Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Modellprojekte und Erfahrungen aus dem In- und Ausland zeigen, dass eine individuelle Qualifizierung und die Integration in die Gesellschaft für die Teilnehmer und für Arbeitgeber gewinnbringend sind. Das neue Angebot ist speziell für jugendliche und erwachsene Menschen gedacht, die aufgrund einer Behinderung besondere Unterstützung zur Eingliederung in das Berufsleben benötigen und keine Aus- bzw. Weiterbildung absolvieren können. Das Maßnahmekonzept beinhaltet ein betriebliches Training am Arbeitsplatz, das durch geschulte Trainer von Bildungsträgern beglei-

Reinigen ist mehr als Putzen

FREITAG, 04. Dezember 2009 tet wird. Die Maßnahme dauert in der Regel zwei Jahre. Ergänzend zum Training am Arbeitslatz findet regelmäßig berufs- und Arbeitsplatz übergreifend Wissensvermittlung und Kompetenztraining beim Bildungsträger statt. Im Bezirk der Agentur für Arbeit Mainz ist die Gesellschaft für psychosoziale Entwicklung (GPE) mit der Durchführung der Unterstützten Beschäftigung beauftragt worden. Jetzt geht es darum, Unternehmen zu gewinnen, die offen für neue Qualifizierungsund Beschäftigungsformen für behinderte Menschen sind. Unternehmen, die bereit sind, entsprechende Qualifizierungsplätze zur Verfügung zu stellen, können sich an unter 01801/664466 an die Agentur für Arbeit Mainz wenden.

ÖPNV macht mobil

ie Welt wird immer mobiD ler, die Verkehrsbranche ist ein wichtiger, unverzichtbarer Bereich geworden. Zeit ist Geld - eine funktionierende Logistik ist daher von immenser Bedeutung.

Das Karriere- und BildungsPortal des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) www.vdv-karriere.de bietet einen umfassenden Überblick über berufliche Bildungswege und Chancen für beruflichen Aufstieg, die die Unternehmen des Personenverkehrs und der Güterbahnen anbieten. Hinzu kommen Studienmöglichkeiten, die in der Branche benötigt werden sowie Unternehmensprofile. Eine Börse für Ausbildungsplätze und Stellen rundet die Informationen ab.

Lehrling lohnt

Ausbildung hilft auch dem Betrieb. Foto: Handwerkskammer Rhein-Main

inter der BerufsbeschreiH bung „Gebäudereiniger“ verbirgt sich eine der wohl ab-

wechslungsreichsten und vielseitigsten Tätigkeiten überhaupt. Der Begriff „Reinigung“ umfasst nämlich bei weitem mehr als nur das bloße Saubermachen. Wer hier später erfolgreich sein will, von dem erwarten Kunden fundierte Kenntnisse hinsichtlich der unterschiedlichen Reinigungsmittel und Materialien (Fußbodenbeläge, Natur- und Kunststeine, Holz-, Glas- und Metallflächen, verschiedene Kunststoffe, textile Erzeugnisse), technisches und physikalisches Know-how, Freude am Umgang mit Menschen und natürlich ein „geschicktes Händchen“. Die Tätigkeit dient nicht nur der Gesundheit des Menschen, sondern auch der Werterhaltung von Gebäuden jeder Art. Die Arbeit im Team macht ebenso Spaß wie das Bedienen moderner Hochleistungsmaschinen. Und die Aufgaben wechseln ebenso häufig wie die Einsatzorte: In Krankenhäusern, Großraumbüros, Warenhäusern, historischen Bauwerken und an vielen anderen Orten erwarten den Gebäudereiniger täglich aufs Neue Aufgaben und Herausforderungen, die auch schon mal einen Blick hinter die Kulissen und Fassaden zulassen.

in altes Lied: Lehrlinge sind E unproduktiv und kosten nur Geld. Daher sagen in Zeiten einer Wirtschaftskrise manche Chefs: Wir können uns derzeit keinen AZUBI leisten. Aber ist es wirklich so? Denn schließlich arbeitet ein Lehrling, je praxisnäher er ausgebildet wird, umso schneller mit. Somit kann sich Ausbildung durchaus für einen Ausbildungsbetrieb rechnen. Die Kosten für einen Ausbildungsplatz sind zwischen 2000 und 2007 laut dem Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) zwar um etwa 10 Prozent gestiegen. Durch die in vielen Fällen verbesserte Praxisnähe der Ausbildung konnte jeder Auszubildende aber seinen Beitrag zum Unternehmensgewinn steigern und so im Schnitt 3800 € mehr als im Jahr 2000 beitragen. Laut IW tragen zum Beispiel angehende Fachverkäufer in klassischen Berufen wie Fleischer oder Bäcker durchschnittlich rund 6800 Euro pro Jahr

zum Gewinn eines Betriebes bei. Gleiches gilt analog auch für medizinisches Fachpersonal, Hotelfachleute und Friseure während der Ausbildung. Wenn das keine Argumente sind?!

M

KURSNET

it über 400.000 Angeboten von etwa 14.000 Bildungsanbietern zählt KURSNET zu Deutschlands größter Datenbank im Bereich beruflicher Aus- und Weiterbildung. KURSNET wird herausgegeben von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Sie informiert kostenlos und tagesaktuell über berufliche Bildungsmöglichkeiten - vom Überblick über den Bildungsmarkt bis zu Detailinformationen der einzelnen Veranstaltung, und ist zu finden unter: http://www.kursnet.arbeitsagentur.de/kurs/portal


FREITAG, 04. Dezember 2009

POLITIK

mentoring4u.de 3

Weh dir, dass du ein Enkel bist! Von Rentnern und Erben. Ein Gespräch mit Hessens Ministerpräsidenten Roland Koch Das Organisieren des gesellschaftlichen Zusammenlebens, also die Politik, läuft immer sehr schnell auf die Frage der Verteilung der Finanzen hinaus. Wer bekommt wie viel, und wer darf wie viel davon behalten? Muss es den Rentnern gut gehen oder denen, die die heute die Renten erwirtschaften? Herr Ministerpräsident, wie sehen Sie auf Dauer die Rentenfrage? Die jetzt ins Berufsleben einsteigenden Jungen finanzieren den Rentnern gut sechzig Prozent ihrer früheren beruflichen Bezüge. Wenn sie selbst einmal so weit sind, können sie vielleicht mit der Hälfte rechnen. Wie kann der Staat auf diese Ungerechtigkeit reagieren? Die gesetzliche Rentenversicherung wird auch in Zukunft das wichtigste Standbein für die finanzielle Sicherung im Alter sein. Sie wird aber bereits heute zu einem großen Teil aus Steuermitteln kofinanziert. Durch die Besteuerung der Renten und andere Steuerarten ist die heutige Rentnergeneration so schon jetzt an der Mitfinanzierung ihrer eigenen Renten beteiligt. Grundsätzlich gilt in unserer Sozialen Marktwirtschaft aber, dass starke Schultern mehr tragen müssen. Darüber hinaus setzt die Rentenpolitik seit mehreren Jahren darauf, dass die Menschen eine zusätzliche Kapital gedeckte Altersversorgung aufbauen. Dafür gibt es diverse staatliche Förderungen, und diese wollen wir auch unter der neuen schwarz-gelben Bundesregierung weiter stärken.

Was wird aus dem Erbschaftsrecht? Populistisch wie Herr Lafontaine den Besitzenden in die Tasche greifen und damit den Bestand mittelständischer Unternehmen gefährden? Oder sich bei Freiberuflern bedienen, die statt 37,5 Stunden pro Woche rund 60 arbeiteten, und dann ihren Kindern nicht das übergeben können, was sie sich erarbeiteten? Oder auf diese Ungerechtigkeit verzichten und damit die Klientel des Herrn Lafontaine vergrößern? Im Steuerrecht halten wir uns an die Maxime eines möglichst gerechten Steuersystems, das niemanden unnötig belastet, aber dort den Menschen etwas abverlangt, wo sie auch in der Lage sind, einen gewissen Teil für das Gemeinwesen zu leisten. Das gilt auch beim Vererben. Deshalb sieht unsere Koalitionsvereinbarung auch eine Reform der Erbschaftsteuer

vor, die die Unternehmensnachfolge erleichtert und keine unüberwindbaren Hürden schafft, indem sie dafür sorgt, dass Geschwister im Erbschaftsfall auch wie Familienangehörige und nicht wie Freunde oder Fremde behandelt werden.

Wie bekommt man junge Menschen in den Arbeitsmarkt, deren schulische Bildung so schlecht ist, dass sie in Deutschland eigentlich nirgendwo einsetzbar sind? Darf man das Problem totschweigen, weil seine Benennung von Kritikern schnell als politisch unkorrekt gewertet wird? In solchen Fällen müssen wir natürlich an der Ursache des Problems arbeiten, d.h. darauf hinarbeiten, dass es gar nicht erst so weit kommt. In Hessen haben wir für faire Bildungschancen für alle Kinder den Bildungs- und Erziehungsplan entworfen, mit dem wir Kinder früher, nachhaltiger und individueller fördern wollen. Wir wollen die kindliche Entwicklung von der Geburt bis zum zehnten Lebensjahr auf vielfältige Weise begünstigen. Das bedeutet, dass verschiedene Bildungsangebote von der Krippe über Kindergarten und Grundschule, aber auch Familien, Tagespflege und freie Angebote ineinander greifen und behutsame Übergänge in den verschiedenen Phasen und Altersgruppen geschaffen werden. Aber nicht jedes Kind kann schließlich einen höheren Bildungsabschluss erwerben. Für diejenigen Schülerinnen und Schüler, denen das schulische Lernen in der Mittelstufe schwerfällt, bieten wir an immer mehr Hauptschulen sogenannte SchuB-Programme Schule und Beruf - an, in denen die Schüler schon frühzeitig in die Betriebe gehen und dort ihre praktischen Fähigkeiten austesten und stärken können, damit alle eine Chance auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt haben. Wäre die Förderung sozialer Sensibilität im Kindes- und Jugendalter in unserer heutigen konsum- und ellbogenorientierten Gesellschaft der Schlüssel für weniger Gewalt

Roland Koch: „Wir wollen Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit bieten.“ Foto: Hessische Staatskanzlei

und ein späteres menschlicheres Berufsleben? Wenn ja, was tut die Politik dafür? Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern ist ein wichtiges Ziel unserer Politik. Um dies zu erreichen, existieren vielfältige Angebote für Kinder, Jugendliche und deren Familien in Kommunen, Landkreisen wie auch auf Landesebene, die öffentlich gefördert und von uns unterstützt werden. Beispielhaft hierfür steht das Projekt PiT-Hessen (Prävention im Team) - das Gewaltpräventionsprogramm der Landesregierung im „Netzwerk gegen Gewalt“. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 7 und 8. Angeboten wird dabei ein Training, das den Jugendlichen vermittelt, wie sie potenzielle Gewaltsituationen möglichst frühzeitig erkennen können und wie sie beispielsweise durch angemessenes Verhalten vermeiden, dass ein gewalttätiger Konflikt entsteht. Übungen während eines ganzen Schuljahrs nehmen dabei insbesondere potenzielle Opfer von Gewaltsituationen in den Blick. Damit sind wir in Hessen sehr erfolgreich.

Welche Anreize können seitens der Politik, etwa für sozial benachteiligte Familien, geschaffen werden, damit Eltern wie Kinder es sich leisten können, sich im Gemeinwesen zu engagieren und sich als Mitmacher oder ehrenamtlich als Trainer in einem Verein zu betätigen? Wir wollen Kindern und Jugendlichen die bestmöglichen Chancen für die Entfaltung ihrer Persönlichkeit bieten und unterstützen deshalb die wertvolle Jugendarbeit von Verbänden und Vereinen mit jährlich ca. 5,5 Millionen Euro aus Landesmitteln. Darüber hinaus wenden die Landkreise und kreisfreien Städte in Hessen jedes Jahr etwa 130 Millionen Euro für Angebote und Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit auf. Alles in allem existieren in Hessen über zweitausend Einrichtungen für Kinder und Jugendliche wie Jugendzentren, Einrichtungen der mobilen Jugendarbeit oder Jugendbildungsstätten. Außerdem fördert das Land auch das ehrenamtliche und freiwillige Engagement in der Jugendarbeit in bundesweit modellhafter Weise durch die Möglichkeit einer bezahlten beruflichen Freistellung für ein Engagement in der Jugendarbeit. Unser Ziel ist es, sowohl

das Engagement für unser Gemeinwesen zu stärken, als auch ein umfassendes Angebot der Kinder- und Jugendarbeit in Hessen sicher zu stellen. Ich bin sehr glücklich darüber, dass diese Regelung auf ein stetig hohes Interesse bei den in der Jugendarbeit Engagierten stößt. Aber auch wer sich neben Schule, Ausbildung oder Beruf ehrenamtlich engagiert, den wollen wir soweit wie möglich unterstützen. Da ist zum einen die Möglichkeit, ehrenamtliche Tätigkeiten im Schulzeugnis eintragen zu lassen - das kann gerade bei Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz ein Ausschlag gebendes Argument sein. Daneben gibt es die Jugendleiter-Card, die einerseits Qualitätsnachweis für ehrenamtlich engagierte Jugendliche ist, andererseits auch eine Anerkennung dieser Tätigkeit in Form von zahlreichen Vergünstigungen. Und Ähnliches haben wir in Hessen mit der Ehrenamts-Card als Wertschätzung freiwilligen Engagements geschaffen. Herr Ministerpräsident, wir danken Ihnen für das Gespräch. Die Fragen stellten Martin Weiss und Pater Roger Gerhardy OSA


SOZIALBERUFE

4 mentoring4u.de

Zukunftsbranche ohne Nachwuchs Arbeitsplätze, die - noch? - nicht begehrt sind In Zeiten steigender Arbeitslosigkeit sollte man eigentlich davon ausgehen, dass jede Arbeit dankbar angenommen wird. Doch das ist in den Pflegeberufen leider nicht der Fall, obwohl der Bedarf steigt. Dagegen arbeitet die Initiative: WEIL WIR ES WERT SIND. ie Pflegebranche ist ein D Zukunftsmarkt, doch sie hat ein Imageproblem. Damit

bedürftigen auf vier Millionen steigen. Gleichzeitig leidet die Branche unter einem Fachkräfder Branche nicht der Nach- temangel. Vor diesem Hintergrund apwuchs ausgeht, setzt sich die Diakonie mit ihrer aktuellen pelliert Kottnik an die Politik: Kampagne „Weil wir es wert „Wir müssen Karriere- und sind“ dafür ein, die Ausbildung Ausbildungsmöglichkeiten verattraktiver zu machen - bei Ein- bessern, ebenso die gesellrichtungen und bei Schulab- schaftliche Wertschätzung der gängern. Geltende Finanzie- Pflegeberufe. Mit unserer Kamrungsregelungen und Ausbil- pagne WEIL WIR ES WERT dungsangebote dürfen keinen SIND setzen wir uns daher für Hinderungsgrund für die Aus- eine ausreichende Finanziebildung in der Altenpflege dar- rung und attraktive Ausbilstellen und bedürfen dringend dungsgänge ein.“ Um die bestehende, qualitader Überarbeitung. Mit großen Erwartungen tiv gute Aus- und Weiterbilstarteten in diesem Jahr mehr dung in der Diakonie auch in als 7.600 Schulabgänger ihre Zukunft gewährleisten und weiAusbildung in diakonischen ter entwickeln zu können, forPflegeeinrichtungen in ganz dert der Wohlfahrtsverband Deutschland. Engagiert und Verbesserungen bei der Fördemotiviert haben sie sich für ei- rung und Finanzierung der Ausbildung: Danen sozialen Bezu zählen eine ruf entschieden, Auch die Politik ausreichende Fisie wollen mit ist angefragt nanzierung der Menschen arbeiten, ihnen helfen und etwas Altenpflegeschulen durch die Sinnvolles tun. Doch leider Länder genauso, wie die unbedenken zu wenige so wie sie, fristete Förderung der Umschuund so geht der Zukunftsbran- lungen durch die Bundesagentur für Arbeit. Ferner müsse che der Nachwuchs aus. Um das Ansehen des Berufs- die Finanzierung der Ausbilfeldes in der breiten Öffentlich- dungskosten über einen Auskeit ist es nicht gut bestellt - zu gleichsfonds der Pflegeversichegroß die physischen und psy- rung erfolgen, so dass alle Beichischen Belastungen, zu ge- tragszahler gleichermaßen zur ring der Personalschlüssel und Altenpflegeausbildung beitravergleichsweise schlecht die Be- gen, zugleich die Verwaltungszahlung. Seine berufliche Per- kosten erheblich sinken, und spektive stellt sich so mancher die Ausbildung insgesamt atjunge Mensch anders vor. „Ei- traktiver wird. Die zukünftigen Anfordene fatale Entwicklung“, befindet Diakonie-Präsident Klaus- rungen in der Pflege erfordern Dieter Kottnik. Denn die de- zudem neue, attraktive Bilmografische Herausforderung dungs- und Berufskonzepte. ist immens. Bereits im Jahr Die Diakonie hat ein solches 2050 wird die Zahl der Pflege- Modell entwickelt. Es sieht ei-

Das Diakonische Werk

Das Diakonische Werk der EKD ist ein Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege und vertritt die Diakonie der Evangelischen Kirchen und der mit dem Werk zusammenarbeitenden Freikirchen gegenüber der Bundesrepublik Deutschland und in inund ausländischen Organisationen. Bundesweit sind rund 27.300 diakonische Ein-

richtungen unter anderem in der Arbeit für ältere, behinderte und sozial benachteiligte Menschen engagiert. 450.000 Menschen sind hauptamtlich in diakonischen Einrichtungen beschäftigt. Damit ist die Diakonie einer der größten Arbeitgeber in Deutschland. Die Arbeit wird unterstützt von 400.000 Ehrenamtlichen.

ne gemeinsame Grundausbildung für Altenpfleger, Heilerziehungspfleger sowie Krankenund Gesundheitspfleger vor und bietet somit breite berufliche Entwicklungschancen. Außerdem sollen die Akademisierung der Pflege sowie Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten den Pflegekräften neue attraktive Karrierewege eröffnen. Die Diakonie ruft die Politik auf, die notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen für eine Ausbildungsreform und deren Finanzierung zu schaffen. Damit gute Pflege Zukunft hat. Mit der Unterschriftenaktion WEIL WIR ES WERT SIND macht das Diakonische Werk der EKD gemeinsam mit dem Deutschen Evangelischen Verband für Altenarbeit und Pflege und dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburgschlesische Oberlausitz die Politik auf die schwierige Situation in der Pflegebranche aufmerksam. Pflegekräfte, Pflegebedürftige und Angehörige setzen sich gleichermaßen für eine

FREITAG, 04. Dezember 2009

ideelle und finanzielle Anerkennung der Pflege ein. Sie fordern verlässliche Rahmenbedingungen und die Anpassung der Sozialgesetzgebung, damit gute Pflege Zukunft hat.

Mehr Informationen unter www.weil-wir-es-wert-sind.de

Pressekontakte: Pressestelle Reichensteiner Weg 24 14195 Berlin Telefon: +49 30 830 01-130 Telefax: +49 30 830 01-135 pressestelle@diakonie.de www.diakonie.de Anzeige


FREITAG, 04. Dezember 2009

SOZIALBERUFE

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Damit sie eine Chance haben

Fotos: Christoffel Blindenmission

Mit ihrer Oma erreicht Ania auch im tiefsten Winter sicher ihre Schule.

Wie mehrfach behinderten Kindern in der Ukraine geholfen wird Jeden Morgen bringt die Großmutter Bohuslava - im Winter oft durch den Schnee stapfend ihre Enkelin Ania zur Schule. Die mehrfach behinderte Elfjährige besucht im ukrainischen Lemberg (Lviv) eine Modellschule für seh- und mehrfach behinderte Kinder: Das von der Christoffel-Blindenmission (CBM) geförderte „Zentrum kleiner Löwe“.

nia ist eigentlich ein sehr A schüchternes Mädchen, aber in ihrer Schule lebt sie auf. Im Winter

schen Flagge: blau und gelb. Den Kindern Der stark sehbekann der Weg dorthin schon mal zu macht es Spaß, hinderte Stanislav einem kleinen Abenteuer werden. mit den Farben braucht zum Lesen Bei Kälte, Schnee und Eis macht sie zu hantieren, eine Speziallupe sich täglich an der Hand der Groß- und sie lassen mutter auf eine kleine Wanderung sich dabei gerne von ihren Lehrerindurch die Stadt zum „Centre Lewe- nen anleiten. nia - Zentrum kleiner Löwe“, einer Die Pädagogin Oksana Kozytska Tagesschule für Kinder mit Sehbe- zeigt Ania, wie sie den Pinsel am behinderung. sten hält. Stanislav, der stark sehbeAnia ist nicht nur sehbehindert, hindert ist, braucht wie Ania indivisondern hört auch schlecht. Sie duelle physiotherapeutische und lowohnt während der Woche bei ihrer gopädische Betreuung. Er hat nur Großmutter, da sie von dort aus zu ein ganz geringes Sehvermögen. Die Fuß zur Schule gehen kann. Von der Schädigung seiner Augen kann man Wohnung ihrer Mutter müsste sie al- mit einer Brille nicht ausgleichen. lein mit dem Bus fahren - und davor Deshalb benötigt der Junge spezielle hat sie Angst. Lesehilfen und einen auf seine BeMittlerweile fühlt sich die Elfjähri- dürfnisse abgestimmten Schularge im „Zentrum kleiner Löwe“ wohl. beitsplatz mit entsprechender BeDas war nicht von Anfang an so, leuchtung. Mit einer von der Chridenn sie hat schwierigste Vorausset- stoffel-Blindenmission finanzierten zungen für eine Schullaufbahn. Als Leselupe kann er Buchstaben entzifsie per Kaiserschnitt zur Welt kam, fern und Bilder betrachten. gab es unerwartete Komplikationen, Die von der CBM geförderte die unter anderem eine Seh- und Schule für sehbehinderte Kinder in Hörbehinderung verursachten. Ani- Lemberg ist einzigartig in der Ukraias Entwicklung ist insgesamt verzö- ne. Vor ihrer Gründung 1996 durch gert. Aber sie machte bereits in der Dr. Vira Remazhewska, einer engaVorschule des Zentrums große Fort- gierten Sonderpädagogin, existierte schritte. Die individuelle logopädi- im ganzen Land keine Tagesschule sche und physiotherapeutische The- für Kinder mit einer Sehbehinderapie hat Ania vorangebracht. Sie ist rung. Sie mussten entweder eine viel selbstständiger geworden und Blindeninternatsschule besuchen, kann sich inzwischen koordinierter oder, falls sie eine Mehrfachbehinbewegen, besser konzentrieren, deut- derung hatten, ein Heim. Das führlicher ausdrücken und intensiver mit te jedoch dazu, dass die Kinder den anderen Kindern zusammen schon mit sechs Jahren von ihren Elsein. tern und GeschwiIn der Kunststern getrennt wurtherapiegruppe den. Schon mit 50 Euro pro ist Ania mit Dr. Remazhewska Monat finanzieren Sie in dem zehnjährilegte bei der SchulCBM geförderten Projekten gen Stanislav zugründung besondeden Schulplatz eines sehsammen. Nach ren Wert darauf, behinderten Kindes. Helfen verschiedenen dass die seh- und Sie mit Ihrer Spende, dass Bewegungsspiemehrfach behindernoch mehr Kinder mit len, Tänzen und ten Kinder Lembergs Sehbehinderung optimal einen Ort haben, an Liedern malen gefördert werden! Ania und er dem sie tagsüber lerkreative Sonne- Konto 2020 bei der Bank für nen können, ohne und-Meer-Bilder dabei aus ihren FaSozialwirtschaft (BLZ 370 milien herausgerisin den Farben 205 00) der ukrainisen zu werden. Zu-

dem sollten Geschwister ohne Sehbehinderung die Möglichkeit haben, die gleiche Schule zu besuchen. Die Kinder haben ein volles Pro-

Das Arbeiten mit Farben macht den Kindern Spaß und bringt sie voran.

gramm. Klassenunterricht, Einzelunterricht, Physiotherapie, Toben auf dem Spielplatz, manchmal auch ärztliche Untersuchungen, dazwischen die Mahlzeiten - es wird ihnen nicht langweilig. Mit einem umfangreichen Lernprogramm werden sie, ob sie eine Behinderung haben oder nicht, auf die Zeit nach der Grundschule vorbereitet. Damit sie im Leben eine Chance haben. Anzeige


AUSBILDUNG

6 mentoring4u.de

Trainingslager für A Z U B I S

Man kann alles üben, auch das Lernen

Wer nicht weiß, wie man die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz vorantreiben kann, hat die Möglichkeit, das in einem Trainingslager zu üben. Hier sind die Schritte zu dessen Erreichen aufgelistet.

urch den Azubi Trainingslauf können sich JugendliD che für eine erfolgreiche Bewer-

bung um eine Ausbildungsstelle im kaufmännischen Bereich vorbereiten. Unterstützt durch Spezialisten aus der Praxis können sie verschiedene Bausteine des Bewerbungsprozesses üben - vom Bewerbungsschreiben bis zur Teilnahme an einem Assessment Center. Die in Schulen oder Büchern vermittelten theoretischen Inhalte werden durch Spezialisten aus den Unternehmen sinnvoll und praxisnah unterstützt. Auf die teilnehmenden Schüler warten spannende Lernerfahrungen und erste Kontakte in verschiedene Ausbildungsunternehmen aus der Region - zusätzlich haben sie

Vitamin B oder Qualifikation? Mentoring am Centrum für Nah- und Mitteloststudien m 18. November fand im CNMS in Marburg ein sogenanntes Mentoring statt. Hier konnten die Studierenden des Centrums sich von den Vertretern der Wirtschaft und Vertretern des Öffentlich-Rechtlichen-Sektors über ihre beruf lichen Perspektiven informieren lassen. Sie erfuhren unter anderem, dass in bestimmten Bereichen Vitamin B gefordert werde, man also auf Beziehungen zurückgreifen müsse, während in anderen Bereichen nur die Qualifikation zähle. Dr. Klaus Krempe, ein Ver-

A

die Chance auf tolle Sach- und Geldpreise im Wert von jeweils 1.000 Euro.

Der BewerbungsCheck - So geht's: * Teilnehmen kann jede/r mit einem Schulabschluss von 2008, 2009 oder 2010 (allgemeinbildende oder weiterführende Schule) * Jede/r Schüler/in schreibt eine fiktive Bewerbung für einen Ausbildungsplatz im kaufmännischen Bereich und sendet diese Bewerbung an die buw Unternehmensgruppe. Er/Sie hat dabei die Wahl zwischen einer

FREITAG, 04. Dezember 2009

Mail übermittelt werden (Kontaktdaten siehe www.azubi-trainingslauf.de) * Bestandteil der Bewerbung sollen sein: ein Anschreiben, ein Lebenslauf ggf. mit Foto, schulische Zeugnisse, ggf. weitere Zeugnisse. * Achtung - neu: Die Bewerbungen können sowohl direkt durch die Schüler/innen oder auch zu mehreren im Klassenoder Kursverband durch die Schule oder eine Lehrkraft eingesandt werden. Teilnehmende Schulen haben so die Möglichkeit, als Schule mit den meisten Teilnehmern die Durchführung eines Assessment Center Training in den eigenen Räumlichkeiten für bis zu 30 Schüler sowie einen Egal, ob die Arbeit mit einem feinen Messgerät oder mit Geldpreis in einer Funken sprühenden Flex zu erledigen ist - die entHöhe bis zu sprechenden Handgriffe sind immer wieder zu üben, bis 1.000 Euro für sie mit Sicherheit sitzen. Und fast noch wichtiger ist es, erst einmal einen solchen Ausbildungsplatz zu erreichen. die KlassenkasFotos: Bundesministerium für Arbeit und Soziales se zu gewinnen.

* Den teilnehmenden Schülern/innen wird anschließend per Post eine persönliche und detaillierte Rückmeldung auf ihre Bewerbung zugeschickt, die u.a. auf Gesamteindruck, Rechtschreibung, Aufbau oder Motivation Bezug nimmt (min. 2 DIN A 4 Seiten). Die Bewerbungsunterlagen werden ebenfalls im Original zurück geschickt. * Durch ihre Teilnahme haben die Schüler/innen zusätzlich die Möglichkeit, sich als eine/r der 10 besten Teilnehmer/innen für ein großes Übungs-Assessement Center zu qualifizieren. Die besten Teilnehmer/innen werden eingeladen, die Instrumente dieses modernen Auswahlverfahrens kennen zu lernen und sich in diesen zu üben. Den besten Teilnehmern winken hier Sach- und Geldpreise im Wert von 1.000 Euro. Eine Teilnahme ist selbstverständlich freiwillig. * Den Abschluss findet der Trainingslauf in einer offiziellen Preisverleihung, in der sowohl die besten Teilnehmer des großen Übungs Assessment Centers, als auch die Schulen mit den meisten Teilnehmern geehrt werden und die Preisträger ihre Urkunden und Preise erhalten.

Das Echo auf die Veranstaltungen des „Haus der Mentoren“ klingt sehr nachhaltig. Vor allem deshalb, weil die jungen Leute es spüren, dass sie nicht instrumentalisiert werden wollen, sondern es den Mentoren wirklich um ihre Zukunftschancen geht. Hier eine sehr persönliche Stimme:

danken, dass Sie und die anderen Herren sich für uns Zeit genommen haben. Es war für alle Studenten sehr wichtig dass jemand die grundlegenden Fragen beantworten konnte, die sich sehr schnell im Verlauf dieses Studiums stellen und viele schlaflose Nächte bereiten. Anbei mein Lebenslauf, und ich freue mich, dass Sie ihn weiterleiten. Obwohl ich im Frühjahr 2010 meinen Abschluss machen werde, habe ich mich noch nicht für eine Richtung entschieden, in die ich gehen möchte, und bin für alles offen. Ich habe großes Interesse an der Unternehmensberatung, bin ehrgeizig und arbeitswillig. Deshalb hoffe ich, dass ich nach dem Studium bald ins Berufsleben einsteigen kann. Es war sehr nett Sie kennen zu lernen und vielen Dank nochmal. Liebe Grüße, Christina Vogel

treter aus der Wirtschaft, ermutigte die Studierenden, dass der Bedarf an Orientwissenschaftlern durchaus gegeben sei. Dafür wären Kenntnisse der Betriebswirtschaftslehre nützlich. Sehr wichtig sei auch soziale Kompetenz, die durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder politisches Engagement nachgewiesen werden könne. Prof. Dr. Heinz Zielinski vom Hessischen Innenministerium sagte deutlich „natürlich ist es gut, wenn man jemanden kennt“. Bewerber die man schon kenne, hätten eine bessere Chance, beachtet zu werden, als jene, die völlig unbekannt seien. Bei der Deutschen Bundeswehr hingegen, entgegnete Herr Martin Würz, zähle nur die Qualifikation. Soziale Zugehörigkeit oder Herkunft würden dabei keine Rolle spielen,

Bewerbung an eine fiktive oder eine reale Firma. Die Bewerbungen werden von buw nicht an die angeschriebenen Firmen weitergeleitet, sondern gemeinsam mit den Partnern des Azubi Trainingslaufs nach einem vorher definierten Bewertungsschema bewertet. * Die Bewerbungen können sowohl per Post, als auch per E-

außer, dass man die Deutsche Staatsangehörigkeit besitzen sollte. Mitinitiator Martin Weiss, der regelmäßig solche Mentorengespräche organisiert, teilte den Studierenden mit, dass der Bedarf an Orientwissenschaftlern in Wirtschaft und staatlichen Institutionen mit Sicherheit steigen werde. Sein Kollege Bernd Hanheiser empfahl den Studierenden, offensiv zu sein, Initiative und Engagement zu zeigen. Herr Weiss ist ein regelmäßiger Besucher der Donnerstagsveranstaltung des Centrums und davon überzeugt, dass das am Institut vermittelte Wissen von enormer Bedeutung ist. Ayse Yildiz

Sehr geehrter Herr Weiss,

mein Name ist Christina Vogel, und wir haben uns gestern am CNMS über die Internationale Unternehmensberatung Ihres Kollegen unterhalten. Ich möchte mich gerne noch einmal bei Ihnen be-


AUSBILDUNG

FREITAG, 04. Dezember 2009

„Dem Nächsten zur Wehr“ Wie man in Berlin ein richtiger Feuerwehrmann oder eine entsprechende Feuerwehrfrau wird Wehret den Anfängen und lehret die Anfänger - mit diesem Motto könnte man die Nachwuchsarbeit der Berliner Berufsfeuerwehr umschreiben. Bis man es dort bis zum Meister bringt, muss oder darf man mehrere Stufen der Feuerwehrleiter erklimmen. Ob im Einsatzwagen, bei der Brandbekämpfung oder in der Verwaltung: die Berufsfeuerwehr bietet eine Fülle von Arbeitsmöglichkeiten. Foto: Berliner Feuerwehr

ie Berliner Feuerwehr sucht regelmäßig für die Laufbahn im D mittleren feuerwehrtechnischen

Dienst der Berufsfeuerwehr Nachwuchskräfte. Bisher war eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder eine Berufsausbildung an einer technischen Fachschule oder Fachoberschule Zugangsvoraussetzung für dieses Amt. Nach einer Änderung der Feuerwehrlaufbahn-Verordnung durch den Berliner Senat startet im März 2010 erstmals eine Qualifizierungsmaßnahme für den Vorbereitungsdienst bei der Berliner Feuerwehr mit jungen Schulabgängern mit Mittleren Schulabschluss (MSA) - die Stufenausbildung. Als erste Stufe wurde in Zusammenarbeit mit der Handwerkskammer Berlin (HWK) ein spezifischer 18-monatiger Bildungsgang entwickelt, der maßgeschneiderte, intensive handwerklichtechnische Grundqualifizierungen in den Bereichen Holz, Metall, Elektround Installationstechnik beinhaltet. Die zweite Stufe ist dann der reguläre feuerwehrtechnische Vorbereitungsdienst, der weitere zwölf Monate dauert. So werden die jungen Menschen schon nach 30 Monaten in das Beamtenverhältnis auf Probe und zur Brandmeisterin / zum Brandmeister

ernannt. Für beide Stufen muss natürlich in Auswahltests die persönliche und fachliche Eignung nachgewiesen werden. Das Projekt richtet sich grundsätzlich an engagierte, leistungsbereite, interessierte junge Leute mit MSA mit und ohne Migrationshintergrund, jedoch sind junge Leute mit Migrationshintergrund besonders angesprochen: In vielen - vor allem qualifizierten und attraktiven - Berufsfeldern ist diese Gruppe deutlich unterrepräsentiert, auch in der Berliner Feuerwehr. Die Berliner Feuerwehr ist mit rund 4000 Beschäftigten die größte Berufsfeuerwehr in Deutschland. Zu unseren Aufgaben gehören die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die durch Brände, Explosionen, Überschwemmungen, Unfälle und ähnliche Ereignisse entstehen. Weiterhin ist die Berliner Feuerwehr zuständig für den Notfallrettungsdienst in der Hauptstadt. Jährlich wickeln unsere Einsatzkräfte rund 400.000 Einsätze ab. Eine große Aufgabe - für eine große Stadt. Seien Sie dabei. Weitere Informationen finden Sie unter www.berliner-feuerwehr.de www.einsatz-berlin.de Brandoberinspektor Stephan Fleischer

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WEITERBILDUNG

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Der Bildungssc hec k

m globalen Wettbewerb sind Ikation Weiterbildung und Qualifivon Beschäftigten zu ei-

nem wichtigen Schlüsselfaktor geworden. In unserer Wissensgesellschaft müssen Beschäftigte zunehmend selbst Verantwortung für den Erhalt ihrer Qualifikationen übernehmen und ihre berufliche Weiterentwicklung durch lebenslanges Lernen begleiten. Zugleich sind insbesondere kleine und mittlere Unternehmen gefordert, Strategien für lebensbegleitendes Lernen zu entwickeln und Qualifizierung als wichtigen Bestandteil von Personalentwicklung zu etablieren. Weiterbildung ist ein Motor für betriebliche Innovationen und ein zentraler Baustein für Arbeitsplatzsicherheit und beruflichen Aufstieg. Um mehr Beschäftigte und Betriebe für berufliche Weiterbildung zu gewinnen, gibt es in NordrheinWestfalen den Bildungsscheck. Mit dem Bildungsscheck werden private und betriebliche Weiterbildungsausgaben zur Hälfte, höchstens bis zu 500 Euro bezuschusst. Für das Förderprogramm stehen aus Brüssel Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) zur Verfügung. Das Landesprogramm richtet sich an Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben mit bis zu 250 Beschäftigten. Der Zugang ist sowohl individuell als auch betrieblich mög-

lich. Das heißt: Interessierte Beschäftigte können für ihre berufliche Weiterentwicklung ebenso einen Bildungsscheck in Anspruch nehmen wie Betriebe, die im Rahmen ihrer Personalentwicklung geeignete Qualifizierungen für ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen benötigen. Einbezogen sind dabei alle Beschäftigtengruppen: von den Fach- und Leitungskräften bis hin zu den Minijobbern sowie Frauen und Männer in Elternzeit.

FREITAG, 04. Dezember 2009

er sich beruflich neu orientieren will - sei es, um W voranzukommen, sei es wegen

tigten, sondern auch die Unternehmen in ihrer Wettbewerbsfähigkeit, denn die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören zum wichtigsten Kapital eines Unternehmens.“ Die Weiterbildung sichere Fachkräfte, daher müsse sie auch für die Unternehmen ein selbstverständlicher Teil der Unternehmenskultur sein. Den QualiScheck können Beschäftigte über 45 Jahre mit Hauptwohnsitz in RheinlandPfalz in Anspruch nehmen. Auch kleine und mittlere Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten in Rheinland-Pfalz können ihn für ihre Beschäftigten über 45 Jahre nutzen, ebenso wie mitarbeitende Betriebsinhaberinnen und -inhaber, Selbständige oder Freiberufler ab 45 Jahren, in den ersten fünf Jahren nach Unternehmensgründung oder Aufnahme der selbständigen Tätigkeit. Gleichfalls anspruchsberechtigt sind Menschen, die in den Beruf zurückkehren und älter als 45 Jahre sind, wenn sie ihren Berufsweg wegen der Erziehung von Kindern oder der Pflege eines Angehörigen für mindestens ein Jahr unterbrochen haben. Beschäftigte und Arbeitgeber des öffentlichen Dienstes sind von der Förderung ausgeschlossen. Gefördert werden berufliche Weiterbildungsmaßnahmen, die Kenntnisse, Fähigkeiten und berufspraktische Fertigkeiten im handwerklichen und kaufmännischen Bereich vermitteln, die EDV- oder Sprachkenntnisse vermitteln, die zur Verbesserung der Persönlichkeits-, Sozial-, Methoden- und Fachkompetenz dienen oder die nach dem Bildungsfreistel-

Arbeitsplatzverlustes - braucht zumeist eine berufliche Fortbildung oder eine Umschulung. Im Bundesland RheinlandPfalz gibt es dafür eine durchdachte Hilfe, den QualiScheck. Mit dem neuen Förderansatz ‚QualiScheck' will die Landesregierung die Bereitschaft zur beruflichen Weiterbildung stärken. Beschäftigte ab 45 Jahren erhalten mit dem QualiScheck finanzielle Unterstützung für berufliche Weiterbildung. Beim QualiScheck handelt es sich um eine individuelle Förderung, das ist eine Besonderheit im Bereich arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen und Projekte. „Der QualiScheck ist eine unmittelbare Investition in Menschen“, so die Ministerin Malu Dreyer. „Die Förderung der beruflichen Weiterbildung stärkt nicht nur die Kompetenzen der Beschäf-

lungsgesetz als berufliche Weiterbildung anerkannt sind. Nicht gefördert werden beispielsweise innerbetriebliche Anpassungsqualifizierungen, Trainings oder Weiterbildungen, für die der Arbeitgeber per gesetzlicher Verpflichtung aufkommen muss. Die Förderung liegt bei 50 Prozent der Kosten für eine Weiterbildungsmaßnahme, maximal 500 Euro, einmal im Jahr. Gefördert werden die direkten Weiterbildungskosten, wie Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, aber nicht Lehr- und Lernmittel, Fahrtkosten oder Unterbringung und Verpflegung. Ausgegeben werden die QualiSchecks von der Firma Die RAT GmbH. Sie ist über eine kostenlose Telefonnummer unter 0800/5888432 oder im Internet unter www.qualischeck.rlp.de zu erreichen.

Zukunfts-Führerscheine Wie Bildungs- und QualiScheck älteren Arbeitnehmern helfen Schwierige Situationen erfordern gezielte Maßnahmen. Wer in Krisenzeiten Arbeit sucht, muss sich mehr einfallen lassen, als in Zeiten der Vollbeschäftigung. Doch es gibt verschiedene Hilfen, die Probleme zu meistern.

Zu den Chancen der sogenannten Altbewerber. Der Traum von einer lebenslangen Festanstellung in ein und derselben Firma ist wohl für immer ausgeträumt Grafik: Bundesminsterium für Arbeit und Soziales

Unternehmerinnen und Unternehmer sowie freiberuflich Tätige können in den ersten fünf Jahren nach der Gründung den Weiterbildungszuschuss in Anspruch nehmen. Ebenso können Berufsrückkehrende, also Frauen und Männer, die nach einer längeren Familienzeit in den Beruf zurückkehren möchten und dafür eine besondere Schulung benötigen, den Bildungsscheck nutzen. Gefördert werden Weiterbildungen, die der beruflichen Qualifizierung und dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit dienen. Qualifizierungsinhalte können beispielsweise sein: Sprach- und EDV-Schulungen, Erwerb von Schlüsselqualifikationen, Medienbildung oder Lern- und Arbeitstechniken. Ausgeschlossen von der Förderung sind rein arbeitsplatzbezogene Anpassungsqualifizierungen wie Schulungen für Bediener komplizierter Maschinen oder Trainings bei neuen Produkteinführungen. Die Bildungsschecks werden über ausgewählte Beratungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen vergeben. Anlaufstellen sind beispielsweise Kammern, Wirtschaftsförderungen, aber auch die Volkshochschulen oder Weiterbildungs-Netzwer-

ke, wie sie in einigen Regionen bestehen. In der Beratung werden inhaltliche und formelle Voraussetzungen zum Erhalt des Bildungsschecks geklärt und geeignete Weiterbildungsangebote und Anbieter ausgewählt. Im Anschluss an die Beratung wird der Bildungsscheck ausgehändigt und beim Weiterbildungsträger zur Verrechnung eingereicht. Um vor allem neue Interessenten zu erreichen, gilt eine wichtige Einschränkung: Wer im vergangenen oder im laufenden Jahr an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen hat, erhält keinen Bildungsscheck. Telefonische Auskunft zum Bildungsscheck erhalten Sie über Nordrhein-Westfalen direkt - das ServiceCenter der Landesregierung: Montags bis freitags steht das Team unter 0180 3 100 118 für 9 Cent pro Minute aus dem deutschen Festnetz für alle Bürgerinnen und Bürger bereit - in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr. Für weitergehende Fragen können Sie auch die Wissensdatenbank KomNet NRW nutzen, nach Antworten recherchieren oder selbst eine Frage an Experten und Expertinnen stellen.

Der QualiSc hec k


ERFAHRUNGEN

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un - wer bin ich???. N „Deutschtürkin” ist als Begriff praktischer als „Deutsche

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mit türkischem Migrationshintergrund”, „deutsche Türkin” oder „türkische Deutsche”. Genau so, wie ich das hier aufliste, so habe ich mich lange Zeit uneins gefühlt, bis ich mich endlich entscheiden konnte. Ich bin 27 Jahre alt, bin in Deutschland, in Flörsheim, geboren und in Frankfurt aufgewachsen. Vor etwa 40 Jahren kamen die ersten als Gastarbeiter bezeichneten Türken nach Deutschland. Damals brauchte man viele einfache Arbeitskräfte für den wirtschaftlichen Aufbau. So hat man vor Ort nach bestimmten Kriterien die Arbeitskräfte selektiert. Einige mussten sich intensiven gesundheitlichen Checks unterziehen und andere brauchten nur zwei Sätze aufs Papier

Kebab oder Würstchen?

Die Sultanahmet Moschee Foto: M.Zeynep Dagdevirenoglu Kubaseck

Ein Lebensstart in zwei Kulturen kann gelingen Die Auseinandersetzungen schreiben, um Lese- und Schreibfähigkeit nachzuweisen. fingen schon in meiner schuliDoch zu Hause waren diese Ar- schen Laufbahn an. Ich habe beitskräfte hauptsächlich Hir- mich unsicher und diskrimiten, Bauern, Hausfrauen und niert gefühlt. Auf Grund feheinfache Handwerker. Eher lender Kenntnisse über die Menschen aus ländlichen Ge- deutsche Kultur, Religion und bieten mit Grundschulab- schlechter Sprachkenntnisse schluss, die vorwiegend aus fühlt sich ein Kind aus einem wirtschaftlichen Gründen nach anderen Kulturkreis leicht fehl am Platz. Wenn die UnterDeutschland kamen. Daher wurden sie als einfa- schiede in Kultur und Religion che Arbeitskräfte mit Vorbe- nicht mit Interesse und Offenheit wahrgehalt - nämlich nach getaner Ar- Mein Vater gehörte nommen und vor allem in beit zurückzukeh- zu den ersten der Familie ren - gut und gerne aufgenommen. Sprach- und durch Aufklärung unterstützt Integrationsprobleme waren werden, entsteht mit der Zeit wohl damals das geringste Pro- das Gefühl der Überempfindlichkeit, und das wiederum blem in Deutschland. Mein Vater gehört auch zu führt zu einer leicht als antidieser Generation der Ersten. deutsch interpretierten HalEs ist unglaublich, doch erst tung. Ich fühlte mich einfach nach so vielen Jahren habe ich paradox und hatte schwer mit endlich das Gefühl, zu wissen Identitätsproblemen zu kämpund zu erkennen, dass ich fen. Ich war zwischen zwei Welmich als „Deutschtürkin“ be- ten, doch ich konnte nicht bezeichnen kann, und es auch ak- greifen, welche die richtige war. zeptiere, beide Kulturen auszu- Hier in Deutschland wurden leben. Ich habe vieles durchste- wir als Ausländer beleidigt und hen müssen, wie so manch an- drüben in der Türkei als dere Deutschtürken auch, doch Deutschländer. Nun - was bin ich bin auch sehr dankbar, dass ich…??? Es hat natürlich seine Grünich hier in Deutschland die Möglichkeit hatte, mich zu bil- de, dass die türkischen Kinder, den, und ohne Krieg und Leid wie auch ich, die oben aufgeaufzuwachsen. In diesem Zu- führten Probleme zu spüren besammenhang möchte ich nun kommen. Es ist nun mal so, erzählen, welche Probleme ich dass wir in vielen Alltagssituahatte und durchstehen musste, tionen - sowohl wie erwähnt im um mich heute in Deutschland schulischen, als auch im außerschulischen, privaten Bereich, zurechtzufinden.

Als hochmodern galt es lange Zeit in Deutschland, einen multikulturellen Gesellschaftsentwurf zu verwirklichen. Viele Menschen aus vielen Kulturen sollten so leben, wie in ihren Heimatländern gewohnt. Doch dann merkte man, dass es mit dem Austausch von Würstchen und Kebab nicht getan war. Eine junge Frau berichtet, wie sie ihre Lebensweise fand.

auffallendes Verhalten zeigen. Bei mir entwickelte sich zum Beispiel die Desorientierung, in zwei Kulturen bewandert, aber in keiner ganz zu Hause zu sein, sowie eine gewisse Lebensklugkeit, die ich als Überlebensstrategie, nicht aber als Lebensstrategie nutzte. Diese Verhaltensstörungen, die sich bei mir ergaben, waren das Resultat einer fehlenden familiären und gesellschaftlichen Erziehung. Ich kann darüber stundenlang sprechen und müsste dies eigentlich auch tun, weil es sich bei diesem Punkt um das Kernproblem handelt, das spätere Konfliktsituationen hervorruft und fördert und zu einer immer größer werdenden und im Extrem-

Eine Fülle von Information für Personen mit Migrationshintergrund bietet der Forschungsbericht des Arbeitsministeriums. Er ist zu beziehen als PDF-Datei unter: http://www.bmas.de/portal/39960/f395__forschungsbericht.html

fall nicht mehr kontrollierba- genen Familie nicht zeigen, ren Spirale wird - das aber al- schon gar nicht draußen belein noch nicht die psychischen merkbar machen. Die sprachlichen Probleme und sozialen Probleme löst, die sich in einem langen Prozess unserer Eltern waren die wichtigsten Gründe dafür, dass wir bei mir entwickelt hatten. Daher will ich einen kurzen schon früh selbständig sein Blick auf die Hintergründe mussten, egal in welcher Hinmeiner Entwicklung werfen. sicht. Von den Arztbesuchen Erstens waren meine Eltern bis hin zu Elternsprechzeiten. nicht in der Lage, uns drei Ge- Meine Hausaufgaben musste schwister gut zu erziehen. Das ich selber erledigen, da gab es ist absolut kein Vorwurf, denn keine Hilfe. Sie konnten sich sie kamen aus ländlichen Ge- selbst nicht helfen - wie sollten bieten der Türkei und waren sie da uns etwas vermitteln? Aus diesem Grund kann ich nicht so gut gebildet. Sie hatten nur geringe Kenntnisse ih- feststellen, dass die Persönlichrer eigenen Kultur, Religion keitsentwicklung innerhalb der und Geschichte. Wie sollten Familie nicht voll gelingt. Es ist sie uns dann etwas ganz Frem- schwer, sich ohne volle Unterdes, nämlich „die deutsche Kul- stützung schon in jungen Jahtur“ beibringen! Als weiteres ren zu behaupten. Doch trotz Problem kam hinzu, dass sie allem ist es so, dass ich einfach einfach nicht in der Lage wa- durch diese Konfrontationen sehr viel gelernt ren, sich mit habe und mich den Herausfor- Nicht vergessen, absolut derungen durch wo der Ursprung ist jetzt wohl fühle. Ich die deutsche Gesellschaft auseinanderzusetzen kann damit umgehen, wenn jeund damit fertig zu werden. mand eine andere Meinung Das wiederum haben wir Ge- hat. Ich kann mich wehren, ich schwister zu fühlen bekom- kann reden, ich habe Freunde men. Wir haben die Aggressi- und Familie, ich habe eine on und die Hilflosigkeit unse- Schulbildung, die ich erfolgrer Eltern gesehen. Die ganze reich absolviert habe. Wichtig ist, nicht zu vergesWut bekamen wir zu spüren: Ohne Aufklärung einfach be- sen, wo der eigene Ursprung schuldigt zu werden, sich nicht ist. Doch noch wichtiger ist, äußern zu dürfen, still zu sein, einfach das Land in dem man ohne dass sie merkten, dass wir lebt, zu akzeptieren und sich selbst unsere eigene Welt auf- anzupassen. Es beruht alles auf bauten, um stark zu sein. Gegenseitigkeit. Schwäche durfte man in der ei- Liebe Grüße, Muri


MUSISCHE BILDUNG

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Nicht nur was für brave Mädchen Musik machen. Im Mittelpunkt stehen. Sich fordern. Klavier spielen. Spaß haben.

ie jetzt, Klavier spielen und Spaß haben? Das W passt doch nun gar nicht zu-

Berufsausbildung geschieht nicht nur an der Werkbank, in Berufsschulen oder an Universitäten. Klavierspieler lernen ihren Job im Sitzen, aber auch das kann ganz schön anstrengend sein. Trotzdem kann man eine Menge Spaß dabei haben und auch Erfolge einfahren.

sammen! Und ob! Denn wer Klavier spielt, ist nicht nur mitten drin in der Musik, er hat auch mehr vom Leben! Mein Name ist Claudia Henninger, ich bin Pianistin. Die Musik bedeutet mir sehr viel: Es macht mir großen Spaß, Klavier zu spielen, und es ist einfach großartig, sich in die Musik fallen zu lassen. Nicht nur Musik zu hören, rung für die Musik anstecken sondern selber zu machen. Es kann. Klar, meine Schüler üben. ist mir wichtig, andere daran teilhaben zu lassen, und sie für Und wie! Meist ein, zwei oder Musik zu begeistern. Genau sogar drei Stunden jeden Tag wie sie mich selbst immer wie- aber sag mal ehrlich, wie viel Zeit verbringst du am Compuder von neuem ansteckt. Es geht hier um Klassik und ter, ohne eine Sekunde darich weiß nicht, welche Bezie- über nachzudenken? Beim hung du zu ihr hast. Aber Üben geht es nicht darum, weißt du, Beethoven wäre heu- zwei Stunden Einzelhaft abzusitzen, sonte ein Rockstar, dern darum, und wenn du mal Musizieren, ohne Plan richtig hinein- dabei rauszufliegen einen umzusetzen, hörst, wirst du merken, dass seine Musik den den wir gemeinsam im Unterricht erarbeitet haben. Viele richtigen Groove hat. Wenn du einen guten Kino- denken, Klavier üben läuft so, hit hörst, der dir ins Ohr geht, dass du ein Stück so lange von dann hat der Komponist sich vorne spielst, bis du zum Ende meistens bei der Klassik be- durch kommst, ohne dabei dient, denn die hält viel mehr rauszufliegen. Üben geht aber anders: Du puzzelst an einer Hits bereit als wir alle denken. In meine Klavierschule in kniffligen Stelle so lange herFrankfurt nehme ich Klavierta- um, bis du sie geknackt hast. lente zwischen 9 und 20 Jahren Wenn dir die Stelle dann geauf. Ich freue ich mich über je- lingt, fühlst du dich wie ein den begabten Klavierschüler, Skater, der sich einen Looping den ich mit meiner Begeiste- so lange draufgeschafft hat, bis

An einem klassischen Flügel zu sitzen und mit einem ganzen Orchester zu musizieren, das kann junge Leute begeistern und ihre Lehrerin dazu bringen, sich zum Partiturstudium in die Weinberge zurückzuziehen. Fotos: Claudia Henninger

er ihn lässig mit seinem Skateboard hinzaubert. Das ist doch ein richtig großartiges Gefühl! Genau wie mit dem Mountainbike den steilen Berg hoch zu kommen und oben mit Highspeed den Berg runter zu rasen - und dabei noch laut Musik zu hören - und zwar seine eigene! Wer gut spielt, will sich messen - genau wie beim Sport. Deshalb nehmen meine Schüler an Wettbewerben teil. Das ist natürlich eine große Heraus- vierforum-ffm.de. Regelmäßig nehme ich mit forderung. Manche Wettbewerbe gehen ja über mehrere Run- meinen Schülern auch CDs den, so bei „Jugend musiziert“. mit unserem „Soundtrack“ Es beginnt in der Regionalliga, vom Best of... auf, zusammen die besten dürfen dann auf die mit einem richtigen TonmeiLandesebene, die allerbesten ster. Auf meiner Homepage kannst du da mal reinhören. spielen auf der Bundesebene. Meine Schüler haben auf So sieht unsere neue CD aus, der Bundesebene schon häufig natürlich mit richtigem Booals beste deutsche Ensembles klet und Fotos: Meine Schüler machen auch oder Solisten Preise abgeräumt und als Trophäen mit nach gemeinsam mit anderen KamHause gebracht. Sie wurden so- mermusik. Im Team zu spielen gar als Stipendiaten in die be- ist eine sagenhafte Erfahrung. rühmte Jürgen-Ponto-Stiftung So wie du dir beim Mannschaftssport aufgenommen und sind in weltbe- Im Team zu spielen ganz geschickt die Bälle zukannten Konzertspielst, eine häusern aufgetre- ist sagenhaft Strategie entten. Wie zum Beispiel Julia Bayer, die erst 17 ist wickelst, einen Spielplan und mit Bachs d-moll Konzert machst, um gemeinsam zum und dem Stettiner Kammeror- Sieg zu kommen, genauso ist chester im Konzerthaus in Ber- das als Duo oder Trio. Du lin aufgetreten ist. Ich habe musst auf dich genauso gut hödarüber einen kleinen Road- ren, wie auf die anderen. Musik machen, das ist auch movie gedreht, den kannst du dir hier anschauen: www.kla- deshalb herrlich, weil du be-

wundert wirst und Fans hast. Meine Schüler treten bei Preisträgerkonzerten in großen Konzerthäusern, wie zum Beispiel der Alten Oper in Frankfurt und der Philharmonie in Essen auf. Oder haben schon mit bekannten Orchestern Klavierkonzerte aufgeführt. Die stehen dann so richtig im Rampenlicht, wie Julia. Und sie wurden vom Deutschen Musikrat zu Konzertreisen nach Griechenland eingeladen, und sind dann in Athen aufgetreten... Oder bei dem von mir gegründeten „Musikfestival Rheinhessen“, und haben den Flügel ganz ordentlich zum Schwingen gebracht. Wenn du Klavier spielst, dann hast du etwas, das dir keiner wieder wegnehmen kann und nur dir ganz allein gehört. Du kannst Klavier spielen, wenn du glücklich bist - und auch wenn du romantisch sein willst. Oder wenn du mal so richtig loslegen willst, dass die Fetzen fliegen. Du siehst, Klavier spielen ist nicht nur was für brave Mädchen. Claudia Henninger Klavierforum Claudia Henninger Falkstraße 72 - 74 60487 Frankfurt am Main Tel: 069. 79 58 09 47 mail@klavierforum-ffm.de www.klavierforum-ffm.de www.musikfestival-rheinhessen.de


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TECHNIK UND UNI

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M ut I nteresse N eigung T atkraft

AZUBI bei Airbus Foto: Bundesministerium für Arbeit und Soziales

as Technikum bietet an D dieser Stelle eine fundierte Studien- und Berufsorientie-

rung über ein mehrmonatiges Praktikum in sogenannten MINT-Unternehmen. MINT steht für Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften bzw. Technik. MINT-Berufe und -Unternehmen stehen für hervorragende Berufsaussichten, vielfältige Arbeitsmöglichkeiten sowie überdurchschnittliche Karrierechancen. Interdisziplinäres Arbeiten im Team und zu den aktuellen technischen Herausforderungen lernen; Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Technik und Naturwissenschaften abbauen; neue Interessengebiete und Perspektiven erschließen - das Technikum bietet mehr als einen Einblick in die betriebliche Praxis: Im Mittelpunkt steht die eigene praktische Arbeit und Erfahrung. Das Technikum ist ein Betriebspraktikum für die Dauer von fünf bis acht Monaten, bei dem die Praktikantinnen und Praktikanten den TechnikumBetrieb und seine Aufgaben intensiv kennenlernen. Ergänzend bietet ein pädagogisches Begleitprogramm Veranstaltungen und Kompetenzchecks außerhalb des Betriebes an. Ein Technikum kann nach Erlangen der allgemeinen Hochschulreife oder der Fachhochschulreife sowie vor Beginn eines Studiums oder einer Ausbildung absolviert werden, also nicht während der Schulzeit oder während des Studiums. Mit der neuen Initiative Technikum fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Fachkräftenachwuchs und möchte junge Menschen mit Hochschulreife für ein technisch-naturwissenschaftliches Studium begeistern. Ab sofort können sich Unternehmen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen aus dem MINT-Bereich für das Technikum anmelden und eine Förderung beantragen. Ein Technikum ist ein Praktikum mit einer flexiblen Dauer von fünf bis acht Monaten.

MINT-Unternehmen kooperieren mit den Universitäten bei der Berufsorientierung Mit der Hochschulreife in der Tasche stehen den Absolventen viele Türen offen: Im Angebot sind in Deutschland dank der Kooperation zwischen Uni und Wirtschaft über 350 Ausbildungsberufe und mehr als 8.900 Studienmöglichkeiten an Hochschulen verschiedener Prägung. Über konkrete Einblicke in die betriebliche Praxis und durch das eigene Engagement im Technikum-Betrieb erschließen sich die Praktikantinnen und Praktikanten neue Interessenund mögliche Berufsfelder in technisch-naturwissenschaftlichen Bereichen. Ein überregionales pädagogisches Begleitprogramm mit Kompetenzchecks und Veranstaltungen bietet auch außerhalb des Betriebs einen strukturierten Gesamtrahmen für das Praktikum. Die Registrierung zum Technikum-Betrieb ist an die folgenden Voraussetzungen geknüpft: 1. Im Betrieb sind Ingenieurinnen/Ingenieure und/oder Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftler mit einem Studienabschluss in MINT-Fachbereichen beschäftigt. 2. Zudem ist die Betreuung des Praktikums durch Mentorinnen/Mentoren sicherzustellen. 3. Darüber hinaus schließt der Betrieb eine Kooperationsvereinbarung mit einer regionalen Hochschule ab. Hier können auch Kooperationen, die be-

reits zwischen Betrieben und Hochschulen bestehen, eingebracht werden. Ein Muster für eine Kooperationsvereinbarung ist über das Internetportal bereitgestellt. Es besteht die Möglichkeit diese Kooperationsvereinbarung nach der Registrierung zeitnah nachzureichen. Registrierte Technikum-Betriebe können eine Förderung von 350,00 € pro Monat und Praktikumsplatz beantragen. Die Auswahl der Praktikantinnen und Praktikanten für das Technikum liegt in den Händen der Betriebe; sie vereinbaren mit ihnen einen Vertrag auf Basis des Berufsbildungsgesetzes. Vergütung und Versicherungsschutz werden seitens der Betriebe gewährleistet. Ausführliche Informationen zum Technikum und den Fördermöglichkeiten sind über das Internetportal zur Initiative www.technikum.de abrufbar. Hier können sich interessier-

te junge Menschen für ein Technikum anmelden. Betriebe, die Technikum-Plätze anbieten möchten, können sich als Technikum-Betrieb registrieren lassen. Auch die Hochschulen als Partner des Technikums geben über das Internetportal ihre Anmeldedaten ein. Betriebe können sich über das Technikum für den eigenen Fachkräftenachwuchs einbringen. Gerade im MINT-Bereich stellt er nach wie vor ein drängendes Problem dar. Die Zahl der Studienabsolventinnen und -absolventen der

MINT-Fächer ist noch immer zu niedrig und führt zu absehbaren Einbußen in der Wertschöpfung (Institut der Deutschen Wirtschaft 2008).

Kontakt:Service- und Programmstelle Technikum, Projektträger im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. Bildungsforschung, Integration, Genderforschung Heinrich-Konen-Str.1 53227 Bonn Kostenlose Infohotline: 08002623001technikum@dlr.de www.technikum.de Anzeige


SCHNUPPERKURSE

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Was machen Chefs den ganzen Tag?

Vom Reiz, einmal am Chefsessel schnuppern zu dürfen Wenn jemand ganz am Anfang einer Berufslaufbahn steht, oder sich gar erst dafür die Startlöcher kratzt, kann es für ihn sehr reizvoll sein, wenigstens für kurze Zeit einmal in die Rolle eines Chefs zu schlüpfen und ihn einen Tag lang bei der Ausübung seiner Leitungsfunktion über die Schulter zu schauen. Wir haben drei Berichte von Jugendlichen, die diese Erfahrung machen durften.

Manager sein erfordert viel Konzentration und Ausdauer

wirklich begeistert. Ich dachte, dass ich diesen Bereich schon kenne, und dass es bestimmt etwas langweilig für mich sein wird. Doch meine Erwartungen wurden völlig übertroffen. Einen Tag lang mit einem Bezirksleiter von Rewe zu verbringen war für mich sehr aufregend, aufschlussreich und interessant. Ich konnte mir auch Einblicke direkt bei einem Marktbzw. Betriebsleiter verschaffen, so wie ich es mir überhaupt nicht vorgestellt habe. Am Morgen wurde ich sehr herzlich begrüßt, und dann ging es auch schon los. Wir sind gemeinsam von einem zum ande-

FREITAG, 04. Dezember 2009 Auch erzählte mir der Bezirksleiter interessante Dinge über die Aufgaben eines Marktleiters und konnte mir meine offenen Fragen ausführlich beantworten. Meine Interessen wurden geweckt und bin am überlegen, ob ich doch noch eine Ausbildung bei Rewe beginnen werde, um auch mich in einigen Jahren als Marktleiterin sehen zu können. Das wäre eine super Geschichte. Das Projekt „Schüler als Bosse“ ist meiner Meinung nach sehr gelungen und ich würde es auch jedem weiterempfehlen. Leila

m 4.6.2009 durfte den A Hauptabteilungsleiter der Lufthansa Technik AG am

Frankfurter Flughafen, Peter Unger, begleiten und musste dabei feststellen, dass seine Arbeit immer höchste Konzentration erfordert. Ich mitsamt vier weiteren Kollegen wurde morgens früh um 7.30 Uhr zum Tor 23 des Frankfurter Flughafens bestellt. Dort wurden wir dann jeder einzeln einem (Haupt-) Abteilungsleiter zugeteilt. Mein „Boss“ war Peter Unger, der Hauptabteilungsleiter der WB (Flugzeugwartung Langstrecke). Mein Tag verlief sehr interessant, wenn auch ohne viel Abwechslung. Wir hatten Meeting nach Meeting und nur zehn Minuten Zeit, um zwischendurch in der Mitarbeiterkantine kurz Pause zu machen. Die Meetings waren anfangs sehr schwer zu verfolgen, obwohl ich mir große Mühe gegeben habe. Jedoch ist die Fachsprache mitsamt allen Abkürzungen für einen Laien schwer nachvollziehbar. Nach dem vierten Treffen mit anderen Abteilungsleitern, um über die Arbeit der vergangenen Wochen und den Tagesplan für die Wartungshallen zu besprechen, konnte ich immer besser mitkommen und habe am Ende eigentlich fast alles verstanden. Im letzten Meeting kamen alle (Haupt-) Abteilungsleiter zusammen zu einer monatlichen Besprechung der Zahlen des vergangenen Monats. Hierzu waren alle SaB auch erschienen, und es hat Spaß gemacht zu sehen, dass der eine mehr und der andere weniger mitkommt, als ich es habe. Am besten gefallen hat es mir, dass ich in einer Boeing 747-400 im Cockpit sitzen durfte. Generell war es in der Wartungshalle sehr interessant. Wir haben auch gesehen, wie Mitarbeiter mit mehreren Mops das Flugzeug putzten etc. Mein Fazit ist es, dass die

Lufthansa Technik AG in Frankfurt eine sehr gut strukturierte und erfolgreiche Firma ist, bei der es mir eine Ehre wäre, angestellt zu sein. Das Betriebsklima war auch gut, und sogar die „Bosse“ duzten sich untereinander, was ich weniger erwartet hätte. Das „Boss-Sein“ selbst habe ich mir dennoch komplett anders vorgestellt, und hierzu muss ich sagen, fehlte mir leider der Praxisbezug ein wenig. Die alleinige Analyse von Vertriebsdaten ist sicherlich erst interessant, wenn man selbst schon einmal an einem Flugzeug Hand anlegen durfte. Dennoch war der Tag ein echtes Highlight, und ich würde es jederzeit wieder machen und auch auf jeden Fall weiterempfehlen! Vielen Dank Herr Unger und dem Team von Schüler als Bosse! Meine Erlebnisse bei REWE

a ich neben der Schule D auch noch bei Rewe jobbe, war ich von der Zuteilung nicht

ren Ort gefahren und haben verschiedene Läden von Rewe besucht. Das ist auch die Aufgabe eines Bezirksleiters. Er ist für einen Bezirk einer Stadt zuständig und betreut einige Läden von Rewe. Deshalb waren wir auch sehr viel unterwegs und schauten dort nach dem Rechten. Zwischendurch konnte ich ein kurzes Gespräch mit einem Marktleiter führen, der mich über einen Ausbildungsgang bei Rewe informierte.

Flugzeuge warten und betreuen zu dürfen, ist für technisch interessierte junge Leute eine reizvolle Aufgabe. Foto: dsn

Ein Tag Chef

reiwillig früh aufstehen ... F warum? Langschläfern mag das verrückt vorkommen, doch

am Donnerstag, den 4. Juni 2009, hat das seinen guten Grund: Denn an diesem Tag findet die Aktion „ Schüler als Bosse“ statt. Klingt zunächst ungewöhnlich, und ist es vielleicht auch. Der Schüler, der sich bei dieser

Aktion angemeldet hat, bekommt die Chance, den Arbeitsalltag einer Führungsperson des zugeteilten Unternehmens mitzuerleben. Mein Tag im Europäischen Wellness Institut beginnt um zehn Uhr morgens, die Aufregung jedoch schon um 7.30 Uhr, nachdem der Wecker schnellstens zur Ruhe gebracht ist. So mache ich mich also auf den Weg nach Frankfurt am Main Sindlingen und schaue meinem Tag als „Boss“ gespannt entgegen. Etwas abgehetzt, aber gerade noch pünktlich komme ich dort an - ein Gefühl, dass der tägliche Benutzter öffentlicher Verkehrsmittel vermutlich nachvollziehen kann - und werde meiner Tagesbetreuerin vorgestellt. Nach einer kurzen Einführung in das Unternehmen und dessen Aufgaben lerne ich einige Kollegen kennen und schaue mich in den Räumlichkeiten etwas genauer um. Trotz einigen Erfahrungen bei Schulpraktika oder Ferienjobs bin ich stets von neuem überrascht, welch familiäre Atmosphäre in einem Unternehmen herrschen kann. Ich werde Zeuge von Telefonkonferenzen, Teambesprechungen und darf auch selbst kleinere Arbeiten und Aufgaben erledigen. Zum Ende des Tages lerne ich dann noch eine weitere Teilnehmerin der Aktion kennen und arbeite mit ihr zusammen. Die abschließende Präsentation eines neuen Produktes, der ich beiwohnen darf, beeindruckt mich besonders, und ich erfahre Dinge, die mir vorher nie bewusst gewesen sind. Abschließend kann ich sagen, dass diese Aktion eine großartige Idee und Sache ist, die hoffentlich auch in Zukunft weiter bestehen bleibt. Jeder Schüler sollte diese Möglichkeit nutzen, einen Einblick in das Berufsleben zu erlangen und Erfahrungen zu sammeln. Ich bin froh, mitgemacht zu haben und werde mit Sicherheit auch nächstes Jahr wieder dabei sein!

Mach Dich schlau

Europäischer Sozialfonds (ESF) Der Europäische Sozialfonds wurde mit Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957 ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit schafft er Arbeitsplätze, unterstützt die Menschen durch Ausbildung und Qualifizierung und trägt zum Abbau von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt bei. Ziel der Europäischen Union ist es, dass alle Menschen eine berufliche Perspektive erhalten. Jeder Mitgliedstaat und jede Region entwickelt dabei im Rahmen eines Operationellen Programms eine eigene Strategie. Damit kann den Erfordernissen vor Ort am besten Rechnung getragen werden. http://www.esf.de/ Fundraising Assessment Center Ein Assessment-Center (to assess = beurteilen) ist ein Auswahlverfahren für Personal. Dort werden mehrere Bewerber vor verschiedene Aufgaben gestellt und in der Bewältigung dieser bewertet. Sol soll unter den Bewerbern derjenige oder diejenigen gefunden werden, die am besten der zu besetzenden Stelle entsprechen. Gisela Kiefer


SCHNUPPERKURSE

FREITAG, 04. Dezember 2009 „Was mit Medien machen“ umschreiben viele Jugendliche ihren vagen Berufswunsch in Richtung Journalismus. Ihr Traum: Mit Schreibblock und Kamera gerüstet Termine wahrnehmen, eigene Reportagen recherchieren, den ersten Artikel gedruckt in der Zeitung sehen oder erstmals die eigene Stimme im Radio hören. Wie kann man nach Schule oder Studium in den Journalismus einsteigen?.

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„Was mit Medien machen“ Die Jugendmedientage lockten 300 Nachwuchsjournalisten nach Mannheim

elche Möglichkeiten es W für die ersten Schritte in den Journalismus gibt, konn-

ten 300 größtenteils jugendliche Teilnehmer bei den Jugendmedientagen in Mannheim erfahren, zu denen die Jugendpresse Baden-Württemberg (BW) eingeladen hatte. Rund 30 Workshops standen während der dreitägigen Veranstaltung auf dem Programm. Das Angebot reichte von eher klassischen Themen wie Lokalund Sport-Journalismus bis hin zu „Fashion-Blogs“ und Podcasts. Andere Teilnehmer lernten ein Fernsehstudio von innen kennen, produzierten einen eigenen kleinen Spielfilm oder gestalteten innerhalb von zwei Tagen eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Noir“ der Jugendpresse BW. Am Anfang der Jugendmedientage stand eine Medienmesse, bei der unterschiedliche Anbieter Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten präsentierten. Hier nutzten einige der 14bis 24-jährigen Nachwuchsjournalisten die Chance, erste Kontakte in die Medienwelt zu knüpfen oder sich grundsätzlich über die Möglichkeiten in der Medienwelt zu informieren. Dort trafen die Medienprofis, beispielsweise von Nachrichtenagenturen, Gewerkschaften und Journalistenschulen, sowohl auf gestandene Schülerzeitungsredakteure als

BUCHBESPRECHUNG

Patchwork als Lebensplan Vera Bloemer Patchwork-Karriere Mit Vielseitigkeit und Strategie zum Berufserfolg 160 Seiten, flexibel gebunden 19,90 EUR [D] / 34,90 SFr ISBN 3-8029-3255-2 WALHALLA Metropolitan, Regensburg/Berlin 2005 www.walhalla.de

Zwischen Zeltlager und Wissensbörse - so könnte man die Atmosphäre der Mannheimer Jugendmedientage umschreiben. Die jungen Leute waren neugierig auf den Traumberuf Journalismus. Fotos: Christian Breuer

auch auf Abiturienten, die sich den Begriff „Volontariat“ erklären ließen. Sören Binder, Geschäftsführender Vorstand der Jugendpresse BW, zeigte sich nach der dreitägigen Jugendmedienmesse zufrieden. „Die ganze Veranstaltung ist ohne größere Pannen über die Bühne gegangen, einige Referenten haben bereits positive Rückmeldungen gegeben“, so Binder. Die Teilnehmer seien sehr aufgeschlossen gewesen, hätten in den Workshops Engagement und Interesse für die Themen gezeigt. Die Jugendpresse BW ist ein Verband junger Medienmacher, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Nachwuchsjourer kann heute noch W darauf bauen einen sicheren Arbeitsplatz zu haben

oder langjährig im gleichen Unternehmen tätig zu sein? Nur eine Minderheit der Erwerbstätigen wird künftig in klassischen Arbeitsverhältnissen beschäftigt sein. Der dreiteilige Lebenslauf, bestehend aus Ausbildung, Erwerbsleben und Ruhestand, gehört der Vergangenheit an: das heutige Arbeitsleben gleicht einem Patchwork, einem Mosaik aus Arbeitsphasen, Karrieresprüngen, Arbeitslosigkeit, Selbständigkeit, Zeitarbeit, Weiterbil-

nalisten zu unterstützen. Dazu werden unter anderem Seminare angeboten, mit der „Mobilen Akademie“ werden Schüler beraten, die eine eigene Zeitung in ihrer Schule starten wollen. Außerdem werden die Mitglieder über neue Entwicklungen in der Medienwelt informiert. Mehr Informationen gibt es im Internet auf www.jpbw.de. Christian Breuer dung und gelegentlichen Auszeiten. Der Berufstätige ist gefordert, aus dieser Mischung einen stimmigen Lebenslauf zu gestalten. Gerade von hoch qualifizierten und spezialisierten Arbeitskräften werden Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefordert. Um in diesem aggressiven Markt zu überleben, sind veränderte Fähigkeiten physischer und psychischer Art gefragt. Nur wer sich aktiv und realistisch mit seinen Chancen und Risiken auseinandersetzt, kann den Anforderungen des moder-

nen Arbeitsmarktes gerecht werden. Dr. Vera Bloemer liefert mit Ihrem neuen Buch „PatchworkKarriere“ Entscheidungshilfen, Ideen und praktische Tipps, um sich im Spannungsfeld zwischen den Chancen des flexiblen Berufslebens und den Risiken des unsicheren Arbeitsmarktes erfolgreich zu behaupten. Weitere Information über die Pressestelle des WALHALLA Fachverlags: Büro Berlin Schiffbauerdamm 5, 10117 Berlin, Tel. 030/27 57 29-13 Fax: 20


FREIZEIT

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er Golf spielt, hat Zeit; er W hat auch ein fortgeschrittenes Alter, schlechte Konditi-

FREITAG, 04. Dezember 2009

on und eine Menge Geld. So etwa könnte das Vorurteil gegenüber dem Golfsport in einem Satz zusammengefasst werden. Wer versucht, gegen dieDas Golfspiel ist keineswegs ausschließlich etwas für reiche alte Leute sen Mythos Golf anzukämpfen, hat prinzipiell schlechte Karten. Mythen lassen sich In Deutschland haftet dem Golfspiel immer noch die Aura des Elitären an. grundsätzlich auch durch FakDadurch gehen dem Sport zahllose Talente verloren. Um Abhilfe bemüht sich in ten nicht auflösen. Vielleicht ist das manchmal auch gut so. Frankfurt der Verein „First Drive, Golf for kids“. Wer wollte zum Beispiel schon den Mythos des „Made in Ger- schaft mehr in deren Mitte zu loren gehen. Dem sollte man ten. Golf ist die klassische Verbindung von „Sportsmanship“ bewegen. Richtig ist, dass nicht tatenlos zuschauen. many“ zerstören. Wichtiger aber ist, den ein- und Respekt vor der Natur. Gelegentlich- und dies zum Deutschland wohl eine der letzGlück aller Beteiligten- gibt es ten Bastionen der Welt ist, in zigartigen Kern des Golfsports Ein guter Golfer braucht Taimmer wieder Menschen, die der dem Golf die Aura des Eli- jungen Menschen so zu vermit- lent, aber auch die Bereitschaft sich von einem fest verankerten tären anhaftet. Richtig ist si- teln, dass sie daraus wichtige zu beharrlichem Training; er Vorurteil nicht entmutigen las- cherlich auch, dass dadurch positive Impulse für ihre Per- braucht Kraft und Augenmaß, sen. Ein solcher Mensch ist Ek- dem Sport zahllose Talente ver- sönlichkeitsentwicklung erhal- die Liebe zur Präzision und kart C. Hild, Rechtsanwalt in Frankfurt Gleich geht’s los Foto: Vivek Chugh und überzeugter Golfer. Er ist 1. Vorsitzender des Vereins „First Drive, Golf for kids“ in der Mainmetropole. Dieser Verein ist das Gegenteil dessen, was man den Golfern in der Regel unterstellt: Er will nicht abschotten, sondern er will Brücken bauen. Über diese Brükken sollen Kinder und Jugendliche gehen, die üblicherweise keinen Zugang zum Golfsport haben. Wer eine solche Verantwortung übernimmt, muss in zweifacher Hinsicht überzeugt sein. Zum einen, dass es für den Golfsport richtig ist, sich von einer exklusiven Ecke der Gesell-

Beantworten Sie bitte folgende Fragen:

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da nicht noch was? Richtig! Ein Quiz muss sein!

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Ein Tipp: Hilfe zu den Fragen 6 bis 10 finden Sie bei der Lektüre dieser Zeitung

1. Was wurde in der Bundesrepublik Deutschland am 9. November 2009 gefeiert? 2. Welches unrühmliche Ereignis aus der neueren deutschen Geschichte ist ebenfalls mit dem 9. November verbunden? 3. Ein Wort aus der ehemaligen DDR - „abnicken“ - hat im gesamtdeutschen Sprachgebrauch Einzug gehalten. Was ist damit gemeint? 4. Wer war der letzte Vorsitzende der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik? 5. Wie heißen die neuen Bundesländer? 6. Was fördert der QualiScheck? 7. Wer oder was ist das Projekt PiT ? 8. Wo werden pro Jahr über 400.000 Einsätze abgewickelt? 9. Wer fördert Schüler im Rahmen des MINT? 10. Zwirbeldirn - wer oder was ist das, und was soll das bedeuten?

So machen Sie mit

Email an: info@mentoring4u.de oder Postkarte an: Institut Haus der Mentoren, Siesmayerstr. 12, 60323 Frankfurt.

Was Sie davon haben?

1. Preis: Persönliches Mentorengespräch mit einem Mentor aus einer Branche Ihrer Wahl 2. Preis: Teilnahme an einer Live Mentorenveranstaltung

Einsendeschluss

28. Februar 2010 Die Auslosung findet unter notarieller Aufsicht statt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

den Willen zum Wettbewerb. Er ist Einzelkämpfer und Teammitglied. Er muss mit Anstand und Fairness gewinnen und verlieren können. Und er muss in der Lage sein, mit Menschen unterschiedlichen Alters kommunizieren zu können. Das hört sich ein wenig nach den Idealen der klassischen Erziehung an, aber das muss ja kein Fehler sein. Wenn junge Leute in diesem Sinne die Chance haben, sich mit Golf auseinanderzusetzen, dann kann der Sport einen guten Beitrag zu ihrer Entwicklung beitragen. Es ist mehr als nur der Milchschaum auf dem Cappuccino, dass der Golfsport außerdem den Respekt vor der Natur vermittelt. Nicht nur, weil Golfplätze lebendige Landschaft sind, sondern auch, weil das Spiel naturnah ist wie kaum eine andere Sportart. First Drive ist ein Verein von Eltern, die das Glück hatten, ihre Kinder für den Golf-Sport begeistern zu können Die Begeisterung der eigenen Kinder und die positiven Wirkungen dieses Sports auf deren Entwicklung hat dazu ermutigt, einen Förderkreis zu gründen, um auch anderen als den eigenen Kindern den Zugang zum Golfsport zu eröffnen. Dieses Engagement braucht viele, die mitmachen, ob Eltern, Lehrer, Schüler, kleine und große Unternehmen. Es lohnt sich, für alle. Siegfried Guterman Infos unter: www.first-drive.de

Hier tanzt der Sieger


Illustration: Albert Korkis

FREITAG, 04. Dezember 2009

rinnert Ihr Euch? In der letzten Ausgabe hatten wir E uns mit wissendem Lächeln

darüber unterhalten, wie man sich zu einem Bewerbungsgespräch aufbrezelt, oder wie vielleicht doch besser nicht, und was man ein paar Tage vorher tun sollte, damit es am Tage X nicht ganz so stressig wird. Was wäre diesen profunden Erkenntnissen jetzt noch hinzuzufügen? Meinem Grübeln kam heute Abend beim Autofahren einer dieser Todgeweihten mit eingebautem Schutzengel ausgerechnet am Friedhof als Ideengeber zur Hilfe: Ein ohne Licht fahrender Radler, rote Ampeln unter Beibehaltung von Full Speed schmählich missachtend. Leute, passt auf, Ihr macht so etwas hoffentlich nicht: das mag cool erscheinen, ist aber für alle Beteiligen brandgefährlich und einfach nur ohne Grips ! Was das nun wieder mit einem Artikel über Berufstätig-

TIPPS4u

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von Arbeit vorzustellen und anzubieten. Arbeits- und Karrieregarantie mit Netz und doppeltem Boden wie - richtig: früher - sind out. Lebenslange Qualifizierung ist angesagt, ebenso die Bereitschaft, sich Neuem zu öffnen. Die ständige BeobachVon roten Ampeln und einer guten Zukunftsplanung tung des Marktes sowie die dort zu tätigende Verkabelung Im letzten Jahrtausend ich meine damit natürlich das war es noch möglich, musste. Heute wird es immer berufliche Networking - helfen keit zu tun hat? Auf den ersten aus derselben unwahrscheinlicher, dass man sehr, neue Trends zu erkennen, Blick mal gar nix. Wenn ich sehr lange in einer Firma ver- stetigen Austausch zu pflegen mir aber die Entwicklung der Abteilung, in der man bleibt. Was bedeutet das aber und natürlich auch Leute zu Berufstätigkeit von - Ihr wisst als Stift begonnen hatletztendlich, wenn man nicht kennen. Also sozusagen zwar es noch: Früher! - im Verhältte, auch in den Ruheso hirnlos wie der unbeleuchte- keinen doppelten Boden, aber nis zu heute anschaue, dann stand zu gehen. Das ist doch wieder ein te Radler durch haben wir heute in den meiGeschichte. Wer nicht Die Kunst, sich Netz zu schafbretdie Zukunft sten Fällen doch gar nicht flexibel ist in seiner fen…. tern will? mehr die Chance, lebenslang selbst zu verkabeln Standortwahl, hat keine Schaut doch Man muss sich in einer Firma zu bleiben. Chance mehr. Gedanken darüber machen, ab und zu mal auf unsere InterWir haben alle noch die Bilder aus den „alten Rauschern“ te, machte seine Karriere sogar wie man seinen Lebensweg im- netseite www.mentoring4u.de - diesen angestaubten Filmen in ein und derselben Abtei- mer besser vorausplant und und beteiligt Euch an Liveselbstverantwortlich managed. Chats mit Führungskräften. aus der ersten Hälfte des letz- lung. ten Jahrhunderts - irgendwie Die Tendenz ging gegen En- Jeder wird mehr und mehr Ver- Diese sowie andere Veranstalpräsent. Oder Erzählungen von de des letzten Jahrtausends da- antwortung dafür übernehmen tungen werden rechtzeitig angeEltern oder Großeltern: Man hin, dass man für eine Karriere müssen, sich selbst als Anbieter kündigt. fing als Stift in einer Firma an auch Abteilungen oder im Ex- von Wissen, Arbeitskraft und Bis neulich ! und blieb da meist bis zur Ren- tremfall den Ort wechseln Kompetenz einem Anbieter Gisela Kiefer

Schutzengel oder doppelter Boden?

Was Sie schon immer über die Verbreitung von Mentoring4u wissen wollten: Die Zeitung wird durch Anzeigen von Sponsoren finanziert. Deshalb ist sie auch kostenlos. Sie wird vierteljährlich an Schulen, Betriebe, Universitäten, FH’s, Arbeitsagenturen und bisher an einzelne IHK’s und Handwerkskammern verteilt. Die allererste Ausgabe vom August 2009, sozusagen der Stapellauf, wurde teilweise auch von Hand verteilt. Bitte lassen Sie uns wissen, ob Sie als Schule, Uni, Kammer usw. an unserer Zeitung für Ihre in Frage kommenden Klassen, Auszubildenden, Studenten etc. interessiert sind. Oder aber auch an der Teilnah-

me an einer auf www.mentoring4u.de rechtzeitig angekündigten Veranstaltung….Die Kontaktadresse und Telefonnummer entnehmen Sie bitte dem Impressum auf der letzten Seite. Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie eine Anzeige in dieser Zeitung oder auch auf unserer Web-Site aufgeben möchten. Oder aber als Mentor Mitglied im Institut: Haus der Mentoren gegen eine geringe „Miete“ werden möchten – oder laden Sie sich direkt das Aufnahmeformular von der obigen Web-Site herunter. Es geht um eine gute Sache !


KARRIERE

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FREITAG, 04. Dezember 2009

„Siessäs klainäs Rrabbenvieh aus Ungarrn...“ Wer einmal auf die große Bühne will, muss zunächst über die Dörfer touren

wir-bel-dirn?“ kramt Beatrix Z mit sichtlichem Vergnügen in den Erinnerungen, „wie wir

auf Zwirbeldirn gekommen sind? Weil wir zur ersten Probe bei der Evi eine Flasche österreichischen Zirbelschnaps mitgebracht hatten. Die ham wir dann ziemlich schnell getrunken, und dann“, verfällt sie lispelnd in die alkoholbedingte Lautverschiebung, „dann wurde aus Zirbel erst Sirbel, Swiebel, schließlich Zwirbel. Dabei blieb’s dann.“ Der Zwirbeldirnen erster Tag. Die drei Damen sitzen im „Jazz Club Hirsch“ in Moosburg bei Freising an einem runden Tisch, der so sympathisch klamottig wirkt wie das übrige Mobiliar, dessen Einzelstücke einen breit gestreuten Migrationshintergrund verraten. Vor ziemlich langer Zeit waren sie wohl einmal neu. Der Charme solcher Lokale steigt mit abnehmendem Tageslicht und der Zuschaltung farbiger Leuchtkörper. Wo früher einmal der Herrgottswinkel war, thront jetzt ein übergewichtiger, breit grinsender Buddha, flankiert von einem Fußballpokal der C-Klasse. Das etwas angeschrägte Umfeld wartet darauf, frisches Leben eingehaucht zu bekommen, und das können die Zwirbeldirn. Sie fetzen das alte Volkslied von den drei Jagersbuam, die

Die Zwirbeldirn: Beatrix Klöckner, Maria Hafner, Evi Keglmaier, Simon Ackermann Fotos: Roger Gerhardy Maria spielt verzückt fürs Rrabbenvieh aus Ungarrrn, und Buddha hat die Szene im Blick.

weder genug Pulver noch Blei haben; von der Yvonne an der Glonne, die von sich weiß „I steh als Weiberts mei Mo - ich stehe als Frau meinen Mann“; bis hin zum Jodler Eleonore. Die drei Damen spielen ihre Violine und die Bratsche mit Verve, sie liefern ihre Texte mit wissender Unschuld ab, zwinkern sich und dem Publikum aus den Augenwinkeln zu, und Simon, der Kontrabassist, zupft und streicht solide beschwingt das musikalische Fundament. „Der Simon“, sagt Maria, „also der Simon ist auch a Zwirbeldirn, auch als Mann kann man a Zwirbeldirn sein.“ Bei der Erschaffung der Zwirbeldirn vor gut zwei Jahren war es nämlich genau andersherum als in der großen Weltgeschichte, denn

Die Frauenband Zwirbeldirn leistet sich den Bassisten Simon und die Bratsche Konrad. Sie kann traurige Lieder, fremdländische Töne und bayerische Geschichten, dass es nur so fetzt. Seit gut zwei Jahren gibt es die Band, die Volksmusik macht, ohne nur im entferntesten volkstümelnd zu wirken.

Unkonventionell bis zum Schluss: Das Eintrittsgeld wird nach dem Konzert in das Schallloch einer alten Gitarre gezahlt. Das Weißbier blieb indes draußen.

da kam zuerst der Mann, bei vater Wolf Biermann bearbeiteden Zwirbeldirn waren hinge- te Moldaumädchen, und das gen die Frauen die ersten. „Wir bietet der Geige Gelegenheit, drei Mädels“, sagt sie, „waren zu zeigen wie schön es sich der Ausgangspunkt. Als wir schluchzt. Geographisch nahedann ein Konzertprogramm ha- liegend kommt dann die Geben zusammenstellen müssen, schichte von Janosch, der es haben wir einen Bassisten da- nach vielen Umwegen und Klazugenommen. Das wirkt nach gen - „Süssäss klainäs Rrabbenaußen hin so, dass wir drei vieh aus Ungarrrn, lass mich Frauen eben der Kern sind.“ nicht vor Liebäslust värhungarrn“- endlich Demnach ist der seinem HochBassist Simon so „Ihr wisst’s scho, zeitstag entgeetwas wie ein Ad- Uschi Glas halt!“ genfiebert und optivbruder der drei Damen. Ihre Bratsche sich dafür Ungewohntes antut: nannten sie Konrad. Wohl da- „... nimmt ein frisches Hemd sich, ist darin ganz fremd sich“. mit Simon nicht so allein ist. Neben bayerischer Volksmu- Geiger lieben Musik vom Balsik sind die vier auch in ande- kan, sie können dann zeigen, ren Kulturkreisen musikalisch was sie können. Und die Zwirzu Hause. Von Nina Hagen beldirn können’s halt. Aber sie können auch Satire. bringen sie das von deren Stief-

Wie sie die alte Schmonzette „Schön ist die Jugend zu frohen Zeiten“ durch den Kakao ziehen, das begeistert besonders die altersmäßig nach oben hin offene Skala des Publikums. Sie wissen solch hintergründiges Musizieren durchaus verharmlosend anzumoderieren: „Wir spielen Frauenlieder von Frauen für Frauen“, sagt Evi, „Männerlieder spielen wir heute keine, weil die sind immer so traurig.“ Und dann sagt Evi, dass es jetzt eine fast griechische Tragödie für zwei Männer und eine Frau gibt, und sie erzählt, dass am Horizont ein kleiner schwarzer Punkt erscheint, ein Reiter, der dann zu Winnetou wird. Er trifft ein trauriges Mädchen, seine Schwester, „no, ihr wisst’s scho, die Uschi Glas halt“, die Liebeskummer hat wegen Old Shatterhand, und dann tröstet er, der Winnetou, seine Schwester mit dem Schmachtfetzen: „du wirst rot, wenn ein Mann zu dir sagt du bist wunderschön...“. Mit jeder Strophe steigt die Stimmung, und dann „reitet Winnetou in den Sonnenuntergang hinein und geht langsam mit ihr unter.“ Dann sagt Evi: „Jetzt singen wir auch keine Geschwisterlieder mehr, weil die san so traurig.“ Sie ziehen auch mit Traurigem die Lacher auf ihre Seite, die Zwirbeldirn. P. Roger Gerhardy OSA

IMPRESSUM

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Mentoring4u - Ausgabe 2