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Auf die Socken, fertig, los! Per Würfel ins Glück. (Seite 7-10)

DIENSTAG, 01. Juni 2010

Ideen für die Zukunft

Gespräch mit Ministerin Schröder S. 3

Cicero: „Wat mut, dat mut!“ „Der Staatshaushalt muss ausgeglichen werden. Die öffentlichen Schulden müssen verringert werden. Die Arroganz der Behörden muss gemäßigt und kontrolliert werden. Die Leute sollen wieder lernen zu arbeiten, statt auf öffentliche Rechnung zu leben.“ Marcus Tullius Cicero, 55 v. Chr.

Das Netzwerk mentoring4u: „Führungskräfte schenken Schülern Zeit!” Unsere nächsten Termine: Am 4. Juni von 9:50-13:10 Uhr Live in der Gesamtschule Bremen-Ost. Mit der BEGO GmbH & Co KG, HANSA-FLEX Hydraulik.GmbH, Nehlsen AG, engram GmbH, Bundeswehr, Dr. Pankoff; Allianz Dresdner Bausspar; Frank M. Rauch, Dipl. Umweltwissenschaftler erneuerbare Energien; Stefan Monsees, Sebastian Strenger, Dr. Hans-Peter Debling, Helga Lübke, Martin Weiss. Zeitgleich wie immer im Internet Chat auf www.mentoring4u.de Mit Michael Kneiske, Frank Jüstel, Kerry Johnson, Patrick Hable, Thorsten Vozar, Ferdinand von Brühl. Am 10. November Live in Bremen mit Dr. Henning Scherf Bürgermeister a. D.

Probieren geht über Studieren

S. 16

Weshalb das mentoring4u besonders für junge Leute eine Sache mit Zukunft ist

Foto: Roger Gerhardy

10 000 Lehrstellen frei Im Handwerk könnten 2010 bis zu 10 000 Lehrplätze frei bleiben, so befürchtet der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke. Die Möglichkeiten unter: www.zdh.de/daten-und-fakten/ausbildung-bildung.html

S. 11

Wer weiß Wege? Weiß Weiss welche?

Tipps, Termine & Zitate

Stärken erkennen und weiterentwickeln Hier sehen Jugendliche, wie sie durch Praktika ihre Stärken entdecken können. Dazu gibt’s Tipps für das Lesen von Stellenanzeigen. www.planet-beruf.de/

Ohne Moos nix los

FRANKFURT / MAIN Nr. 3 Preis: kostenlos

Der Start in einen Beruf ist nicht einfach - aber den haben schließlich schon so viele geschafft! Der Herausgeber von mentoring4u benennt die Startbedingungen.

uf die Socken, fertig, los“ ….. was soll das? Hat man A nicht einmal mehr beim Zei-

tunglesen seine Ruhe? Bei mentoring4u leider – oder Gott sei Dank?! – nicht. Bei und mit uns sollen sich alle auf die Sok-

ken machen, die auf dem Sprung von der Schule in einen Beruf sind. Natürlich geht es dabei um die Sprungtechnik: Wie bewerbe ich mich wo? Welche Branchen haben die sichersten Perspektiven? Welche Berufe sind mir auf den Leib geschneidert? Aber es geht natürlich genauso um Inhalte: Was habe ich im Beruf zu bieten? Nur technisches Wissen oder auch menschliche Qualitäten, wie etwa Verlässlichkeit? Wir haben daher in unserer Mentoreninitiative die Verlässlichkeit zu unserem Jahresthema gemacht. Wir sollten wis-

Tipps, Termine & Zitate . . . . . . . . 1 Wer weiß Wege? . . . . . . . . . . . . . . 1 Ausbildungs-Dienstleister . . . . . . . 2 Neue Wege gehn . . . . . . . . . . . . . . 2 Ein Bonus der besonderen Art . . . 2 Geld für AZUBIs. . . . . . . . . . . . . . 2 Geöd nebenbei? . . . . . . . . . . . . . . 2 Die Mappe macht’s . . . . . . . . . . . . 2 Eco Marathon 2010 . . . . . . . . . . . 2

sen, was wir voneinander halten können und mit Respekt aufeinander zugehen. Diese Verlässlichkeit ist aber keine Einbahnstraße. Sie bewährt sich im Miteinander-Umgehen,und das können Mentoren mit ihren Mentees trainieren. Dazu müssen beide Seiten aktiv sein, aufeinander zugehen, Fragen stellen. Ein Coach kann coachen wie wild, aber er erreicht nichts, wenn der zu Coachende auf Durchzug stellt. Die durch das Coachen zu erreichende Verlässlichkeit ist kein Lottogewinn, der einem in den Schoß fällt, sondern sie muss erarbeitet und gepflegt

Inhalt

Ziele gesucht . . . . . . . . . . . . . . . . . 2 Rhein, Wein und Musik . . . . . . . . 2 Zwischen Schule und Beruf . . . . . 2 „Es gibt noch viel zu tun“ . . . . . . . 3 Fernweh gibt es immer wieder . . . 4 Schule aus - Zukunft an. . . . . . . . . 5 ... denn wie man sich bettet ... . . . 6 Keine Generation der Verlierer! . . 6 Auf die Socken, fertig, los! . . . . . . 7

werden. Wenn beide Seiten etwas davon haben, hat es funktioniert. Mentor und Mentee können nur miteinander harmonieren, wenn beide Seiten sich etwas zutrauen, im Vertrauen wie auch im Streiten sich gegenseitig etwas zutrauen. Stellen Sie als Mentee bei einem Treffen so viele Fragen wie möglich - dumme Fragen gibt es nicht - versuchen Sie mit den Mentoren Kontakt zu halten. Der Mentor versteht sich nicht nur als erfahrener Ratgeber, er ist auch persönlich an Ihrer Zukunft interessiert. Halten Sie sich gegenseitig auf dem Laufenden. Wenn das konsequent durchgezogen wird, dann kann das Zusammenwirken zwischen Generationen, Berufs- und Interessengruppen gelingen, und dafür steht mentoring4u. So etwas kann auch spielerisch gelingen: „Auf die Socken, fertig, los“ soll Ihnen den Berufseinstieg erleichtern. Das Spiel zeigt, auf welche entscheidenden Kriterien Sie achten sollten, wenn Sie einen Ausbildungsberuf erlernen, sich für ein Studium entschieden haben oder nach dem Studium sich bewerben möchten. Spielen Sie das Spiel mit Ihrer Jahrgangsstufe oder mit Freunden. Coachen Sie sich gegenseitig. Viel Erfolg dabei und auch eine Menge Spaß. Martin Weiss

Über Geld redet man nicht. . . . . 11 Allererste Hilfe . . . . . . . . . . . . . . 12 Doppelt genäht . . . . . . . . . . . . . . 12 „Mein Rat: Mutig sein“ . . . . . . . . 13 So ‘ne Pleite! . . . . . . . . . . . . . . . . 14 Freiwillige vor! . . . . . . . . . . . . . . . 14 Beruf: Dish washing operator . . . 15 Für unsere Mailbox . . . . . . . . . . . 15 Probieren geht über studieren. . . 16


MELDUNGEN

2 mentoring4u.de

AusbildungsDienstleister

gesamte Bundesgebiet lag der tarifliche Vergütungsdurchschnitt 2009 bei 666 € pro Monat und damit um 3,7 % über dem Vorjahreswert von 642 €. Zu diesen Ergebnissen kommt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) in der Auswertung der tariflichen Ausbildungsvergütungen für das Jahr 2009. Lesen Sie mehr unter: http://www.bibb.de/dokumente/pdf/pressemitteilung_1_2010. pdf und www.bibb.de/ausbildungsverguetung

Neue Wege gehn

E

in niedersächsischer Modellversuch bietet Schülern einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Sein Merkmal: Es gibt keine Schulabbrecher. Kein Hauptschüler verlässt die Schule ohne Abschluss. Die Lehrkräfte praktizieren eine „Politik des Hinsehens“, die durch klare Regeln und die Nutzung von Streitschlichterkonzepten begleitet wird. Das „Neustädter Modell“ geht aber noch weiter. Die kooperative Gesamtschule (KGS) im niedersächsischen Neustadt wurde von Bundespräsident Horst Köhler mit dem Preis „Starke Schule“ ausgezeichnet und überzeugt durch ein differenziertes Konzept der Berufsorientierung. Besonders interessant ist der wegweisende Schulversuch „Doppelqualifikation für Hauptschüler“. Seit 2004 bildet die KGS Neustadt am Rübenberge die Schüler ihres Hauptschulzweiges gemeinsam mit der Berufsbildenden Schule Neustadt am Rübenberg aus. Über den allgemein bildenden Unterricht hinaus erhalten die Schüler des 9. und 10. Jahrgangs an zwei Tagen pro Woche Unterricht in einem selbst gewählten Fach. Nach ihrem Abschluss erhalten sie Zeugnisse beider Schulen, in denen die Anteile beider Qualifikationen aufgeführt sind. Durch den parallelen Besuch beider Schulen und das praxisorientierte Lernen ist die Lernmotivation der Schüler erheblich angestiegen und die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis hat sich seit 2004 von durchschnittlich 14 auf nahezu 70 Prozent erhöht. Helga Lübke

Geld nebenbei?

W Ein Bonus der besonderen Art

rotz steigender Zahl neu T abgeschlossener Ausbildungsverträge finden derzeit

nicht alle Jugendlichen direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz. Der Ausbildungsbonus ist ein einmaliger pauschaler Zuschuss für Unternehmen, die zusätzliche betriebliche Ausbildungsplätze für förderungsbedürftige junge Menschen schaffen oder die Azubis aus insolventen Unternehmen übernehmen. Der Bonus soll Arbeitgeber motivieren, diesen Menschen eine neue Chance für den Einstieg in das Berufsleben zu bieten und sie zu qualifizierten Fachkräften auszubilden. Bundesministerium für Arbeit und Soziales Bestellungen unter: Best.-Nr.: A840 Telefon: 0 18 05/51 51 10* Telefax: 0 18 05/51 51 11*

enn Sie als Schülerin oder Schüler beziehungsweise als Studentin oder Student Geld verdienen möchten, sollten Sie sich rechtzeitig nach einem geeigneten Job umsehen. Wir informieren Sie ausführlich über die Bedingungen von Schüler- und Studentenjobs. Bundesagentur für Arbeit

Die Mappe macht’s

ie erste Lehrstelle, der erD ste Job – er sich erfolgreich bewerben will, muss vieles bedenken und wissen. Denn mit einem guten Bewerbungsschreiben stellen sich be-

Geld für AZUBIs

ie tariflichen Ausbildungsvergütungen sind 2009 so D stark gestiegen wie seit 14 Jah-

ren nicht mehr. 679 € brutto im Monat verdienten die Auszubildenden 2009 durchschnittlich in Westdeutschland. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen erhöhten sich im Durchschnitt um 3,3 % und damit deutlich mehr als im vorangegangenen Jahr mit 2,0 %. In Ostdeutschland stiegen die tariflichen Ausbildungsvergütungen 2009 um 4,9 % auf durchschnittlich 595 € im Monat - und somit wesentlich stärker als im Jahr zuvor (2,9 %). Eine noch stärkere Erhöhung hatte es zuletzt im Jahr 1995 gegeben (West: 3,4 %, Ost: 8,3 % im Vergleich zu 1994). Der Abstand zum westlichen Tarifniveau hat sich 2009 verringert: Im Osten werden jetzt 88 % der westlichen Vergütungshöhe erreicht (2008: 86 %). Für das

rufliche Weichen zwar nicht von selbst, doch der erste wichtige Schritt ist getan. Was in eine gelungene Bewerbung gehört, welche speziellen Aspekte zu beachten sind und welche Fehler besser vermieden werden sollten - hier im großen Ratgeber „Richtig bewerben“. Tipp: Das neue Internet-Portal nutzen! Unter www.planet-beruf.de (Stichwort Bewerbungstraining) bietet die Agentur für Arbeit allen Schülern/innen ein kostenloses interaktives Bewerbungstraining an. Bundesagentur für Arbeit

Eco-Marathon 2010

Eco-Marathon ist D ereinShell jährlich weltweit ausge-

Ein Beratungsgespräch bei der Bundesagentur für Arbeit ist für junge Leute immer ein lohnender Termin.

tragener Wettbewerb, mit geringstem Spritverbrauch die größte Distanz zu fahren. Die Teilnehmer bauen hierfür Fahrzeuge mit dem Ziel, die höchste Energieeffizienz zu erreichen. In Deutschland wird dieser Wettbewerb vom 4.5. - 7.5.10 auf dem EuroSpeedway in der Lausitz austragen. Der Rekord lag bei 3836 km pro Liter Kraftstoff. Mehr dazu unter: http://www.shell.com/home/content/ecomarathon/europe/location/ oder http://www.hslausitz.de/service/aktuelles/shelleco-marathon-2010.html

Ziele gesucht

ut machen, den eigenen Weg zu gehen und eigene M Ziele zu verwirklichen - das ist

das Motto der Kampagne: „Welches Ziel hast Du“ ? Neben prominenten Vorbildern wie Joannis Amanatidis können nun auch alle interessierten Jugendlichen ihre beruflichen Ziele online veröffentlichen, um sich selbst und anderen Mut zu machen. Wie es funktioniert? Einfach auf der Internetseite www.welcheszielhastdu.de die Rubrik „dein ziel“ anklicken, dann das eigene Bild einfügen und das eigene Ziel kurz formulieren. Die Kampagne regt junge Leute dazu an, sich früh über ihre Ziele bewusst zu werden, über eigene Lebenswege und beruflichen Perspektiven nachzudenken. Jedes Beispiel und klar formulierte Ziel trägt mit dazu bei, sich selbst und andere zu motivieren. Das neue Online - Tool ermöglicht es den Benutzern auch, Bilder und Profile per E Mail an Freunde und Bekannte zu verschicken. Damit kann jeder Vorbild für andere sein, die sich über ihre Ziele noch nicht im Klaren sind. Unter der Rubrik „Wege zum Ziel“ gibt es zudem Hilfe und Unterstützung für den Einstieg ins Berufsleben. Helga Lübke

Rhein, Wein und Musik

Das 2. Musikfestival Rheinhessen wird in diesem Jahr stattfinden. 2009 war die Premiere -

Festival-Chefin Claudia Henninger

nun wird sich das neue Musikfestival in der Weinbauregion Rheinhessen ausweiten. In diesem Jahr werden auch wieder außergewöhnlich begabte junge Musiktalente zwischen 12 und 20 Jahren zeigen, was musikalisch so in ihnen steckt. Rund um das Wochenende vom 18. und 19. September 2010 in Armsheim / Rheinhessen bringen sie ihre Instrumente zum Klingen - solo oder im Team. Also kommen, hören, staunen und genießen! Neugierig geworden? www.musikfestival-rheinhessen.de

Zwischen Schule und Beruf

ier finden Sie Tipps zur H Ausbildungssuche und Informationen über die unter-

schiedlichen Ausbildungswege. Wenn es nicht sofort klappt, bieten sich vielfältige Alternativen, wie zum Beispiel Jobs und Praktika, aber auch schulische Weiterbildungen. Das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit hilft Ihnen auch dann, wenn Sie sinnvolle Überbrückungsmöglichkeiten suchen. Bundesagentur für Arbeit

Fotos: Bundesagentur für Arbeit (3). privat

ie Firma Provadis ist im InD dustriepark Hoechst in Frankfurt der größte Ausbil-

dungsbetrieb. Er übernimmt unter anderem diesen Part für Unternehmen, die selbst nicht ausbilden und ist mit diesem Angebot ein wichtiger Partner für neue Ausbildungsplätze. Provadis fördert insgesamt etwa 1400 Auszubildende, davon 1000 in Frankfurt am Main, und bietet pro Jahr über 10 000 Weiterbildungsteilnehmern in Frankfurt und Marburg sehr gute Voraussetzungen für ihre berufliche Karriere. Die Firma bildet in insgesamt 42 kaufmännischen und technischen Berufen aus und bietet zu vielen Berufen Seminare, berufsbegleitende Studiengänge oder Traineeprogramme. Die staatlich anerkannte Provadis Hochschule hat sich auf berufsbegleitende Studiengänge spezialisiert. Helga Lübke

DIENSTAG, 01. Juni 2010


POLITIK

DIENSTAG, 01. Juni 2010

„Es gibt noch viel zu tun!“ Ein Gespräch mit der Familienministerin Kristina Schröder über ihre Ressortplanungen

Ländern und Kommunen vereinbart. Der Bund hat seinen Teil mehr als erfüllt: Wir geben vier Milliarden Euro für die Investitionen und ab 2014 noch einmal 770 Millionen Euro pro Jahr für den laufenden Betrieb. Und im Konjunkturpaket II stehen 6,5 Milliarden Euro bereit - Geld, das auch für frühkindliche Bildung verwendet werden kann. Ich appelliere deshalb an die Kommunen, auch ihrem Teil der Verpflichtung nachzukommen.

Welche Familienmodelle sind in unserer Gesellschaft lebbar? Wie können Jugendliche mit Migrationshintergrund so integriert werden, dass sie ihren Beitrag für die gemeinsame Zukunft leisten können? Was kommt auf Menschen zu, die alte Angehörige zu Hause pflegen wollen? Ein weites Feld für die Ministerin. Die CDU bemüht sich derzeit sehr Frau Ministerin Dr. Schröder, Ihre Vorgängerin, Frau von der Leyen, hat so wichtige Themen wie den Kita-Ausbau und das Elterngeld durchgesetzt. Welche wichtigen Felder bleiben der neuen Familienministerin da noch zu bestellen? Meine Vorgängerin hat bei der Kinderbetreuung einen Meilenstein gesetzt. Es gibt aber in allen Bereichen, für die ich zuständig bin, noch viel zu tun. Ich möchte erreichen, dass Frauen und Männer in Deutschland die Möglichkeit haben, ihr selbst gewähltes Familienmodell tatsächlich zu verwirklichen. Dafür müssen wir geeignete Rahmenbedingungen schaffen. Deswegen will ich vor allem das Elterngeld und die Vätermonate weiterentwickeln, und die Familienpflegezeit auf eine gesetzliche Grundlage stellen. Denn, wenn wir von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sprechen, dann denken wir bisher immer nur an Kinder. Es ist aber genauso wichtig, Eltern und Angehörigen Zeit für Pflege und Beruf zu geben. Schon heute pflegen 450 000 Menschen, meist Frauen, Angehörige neben ihrem Beruf. Das sind fast so viele, wie die, die Elternzeit nehmen.

Zu Zeiten von Studiengebühren, Kurzarbeit und Hartz VI fällt es sozial Schwachen schwer, ihren Kindern eine teure Ausbildung zu ermöglichen. Wie werden Sie dem entgegenwirken? Mein Ziel ist, Chancengerechtigkeit für alle Kinder zu schaffen unabhängig vom Einkommen der Eltern - dieses Ziel gilt im Übrigen für die gesamte Bundesregierung. Dazu gehört ganz wesentlich, dass wir allen Kindern Zugang zu Bildung und Ausbildung ermöglichen. Zum einen tun wir das, indem wir die wirtschaftliche Stabilität von Familien unterstützen, z.B. mit dem Kindergeld, das ja im Januar erhöht wurde. Zum anderen fördert die Bundesregierung natürlich auch direkt Kinder und Jugendliche in Bildung und Ausbildung. Gerade eben erst haben wir im Kabinett eine Erhö-

hung der BAföG-Förderung beschlossen. Und durch das Stipendiengesetz wird derzeit jeder und jede zehnte Studierende gefördert.

Kindern mit Migrationshintergrund und ihren Familien fällt noch immer die Integration in die Gesellschaft schwer. Die Bildung einer Parallelgesellschaft wird oft bevorzugt. Die Jugendlichen sollen aber künftig den Fachkräftemangel in der deutschen Wirtschaft auffüllen. Wie also stellen Sie eine Integration sicher? In Deutschland leben mehr als 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund - und die meisten von ihnen sind sehr gut integriert. Integration hat sehr viel mit Bildung zu tun: Ein Schulabschluss und eine berufliche Ausbildung sind Grundvoraussetzungen für eine Zukunfts- und Lebensperspektive. Studien belegen aber, dass gerade junge Menschen mit Migrationshintergrund sowohl in der Schule als auch auf dem Ausbildungsmarkt schlechtere Chancen haben. Wir müssen diese Kinder deshalb gezielter als bisher unterstützen. Gleiches gilt für Kinder aus bildungsfernen Familien. Im Bundesfamilienministerium haben wir deswegen die Initiative JUGEND STÄRKEN ins Leben gerufen. Mit ihr können wir Schulverweigerer, Kinder aus sozialen Brennpunkten oder Kinder, die neu nach Deutschland kommen individuell fördern, beraten und beim Übergang von der Schule in den Beruf unterstützen. Dafür stehen insgesamt 367 Millionen Euro zur Verfügung. Die Kita-Plätze 2013 für jedes dritte Kind kosten die Kommunen viel Geld, das sie nach der Steuerreform nicht mehr haben. Sie werden deshalb die entsprechenden Gebühren erhöhen müssen. Streut da nicht das Familienministerium mit der rechten Hand Gelder unters Volk, die das Finanzministerium mit der linken wieder einsammelt? Wir haben das Ziel, Betreuungsplätze für 35 Prozent der Kinder unter drei Jahren zu schaffen, gemeinsam mit den

mentoring4u.de 3

um ihr konservatives Profil. Was davon fließt in die Arbeit des Familienministeriums ein? Konservativ ist für mich, diejenigen Werte zu bewahren, die grundlegend für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sind. Konservativ ist gleichzeitig aber auch, die Entscheidung über Werte, die nur weltanschaulich begründet werden können, jedem Einzelnen selbst zu überlassen. Unsere Familienpolitik ist insofern konservativ, als wir Menschen dabei unterstützen,

Dr. Kristina Schröder wurde am 30. November 2009 zur Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ernannt. Vor unterschiedlichsten Kulissen der politischen Bühne hat sie ihre Standpunkte zu vertreten. Fotos: homepage Kristina Schröder (3), BMFSFJ

Verantwortung füreinander zu übernehmen. Dafür bietet die Ehe einen verlässlichen Rahmen und steht deshalb auch zu Recht unter dem besonderen Schutz des Grundgesetzes. Dass Menschen füreinander einstehen, sollte eine Gesellschaft aber immer unterstützen - un-

abhängig davon, wie Menschen Partnerschaft und Familienleben gestalten und mit ihren beruflichen Zielen und Verpflichtungen in Einklang bringen wollen. Die Fragen stellten P. Roger Gerhardy OSA, Martin Weiss

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BERUFSBILD

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DIENSTAG, 01. Juni 2010

Fernweh gibt es immer wieder Ein Beruf mit Zukunft: Kaufmann/frau für Tourismus und Freizeit

Nicht jeder, der gern verreisen möchte, weiß auch in allen Einzelheiten, wie er das anstellen soll. Und je weiter er verreisen will, desto schwieriger wird es. Ein ideales Betätigungsfeld für Tourismuskaufleute. ie Einführung des AusbilD dungsberufes KaufmannKauffrau für Tourismus und

Freizeit im Jahr 2005 hat in der Tourismusbranche eine große Lücke geschlossen. Bis dahin stand neben den gastronomischen Berufen für die Unternehmen in der Tourismus- und Freizeitwirtschaft nur der Reiseverkehrskaufmann/-kauffrau als Ausbildungsberuf zur Verfügung. Für Leistungsträger und Tourismusorganisationen im Deutschlandtourismus, deren Geschäftstätigkeit insbesondere in der Vermarktung ihrer Region oder Destination liegt, bestand dadurch ein Ausbildungshemmnis. Deren betriebliche Schwerpunkte sind nicht deckungsgleich mit den vertriebsorientierten Tätigkeiten des Reiseverkehrskaufmanns/kauffrau.

Kaufleute für Tourismus und Freizeit entwickeln, vermitteln und verkaufen

Im Fokus des Berufs steht das Gestalten und Vermarkten von touristischen und freizeitwirtschaftlichen Produkten und Dienstleistungen in Deutschland. Da Deutschland als Reiseland bereits seit Jahren immer beliebter wird, ist für die qualitativ hoch stehende Dienstleistungserbringung am

Tourismusstandort Deutschland dieser moderne Beruf notwendig. Die Kaufleute für Tourismus und Freizeit entwickeln, vermitteln und verkaufen touristische Produkte und Dienstleistungen. So beraten sie beispielsweise Urlaubsgäste das touristische und kulturelle Angebot einer Region oder über die Gesundheits- und Wellness-Einrichtungen eines Ortes - mitunter in einer Fremdsprache. Sie koordinieren verschiedene Freizeitangebote im Hinblick auf Kundenwünsche und fördern Öffentlichkeitsarbeit durch und Werbung den regionalen Tourismus. Darüber hinaus planen sie Veranstaltungen und kümmern sich um Organisation und Ablauf. Die Einsatzmöglichkeiten und damit auch die Bandbreite möglicher Ausbildungsbetriebe ist groß. Die Kaufleute arbeiten in kommunalen und regionalen Tourismusorganisationen ebenso wie in Tagungsund Kongresshotels oder Wellness- und Gesundheitsbetrieben. Sie kommen auch in Event-Agenturen, Freizeit- und Erlebnisparks, Reiseveranstaltern oder Campingplätzen zu Einsatz. Weitere Information zu den Tätigkeiten und Informationen zum Ausbildungsplan bieten die Industrie- und Handels-

Mrd. Euro Umsatz im Jahr, 2,8 Mio. Arbeitsplätze und über 100.000 Auszubildende stellt, weiter wachsen.

Qualität entscheidet

Wer in die Sahara reisen will, hier ins algerische Tassili, sollte sich auf Spezialisten stützen. Fotos: Roger Gerhardy

kammer im Internet (z.B. bilität der Urlaubs- und Gewww.frankfurt-main.ihk.de/be- schäftsreisenden sowie anhalrufsbildung/aubildung). tender Reiselust zu traditionellen und neuen Destinationen Chancen in der Tourismus- stellt die Querschnittsbranche in Deutschland einen wichtiund Freizeitbranche gen Wirtschaftsfaktor dar. Zu Aktuell behauptet sich die allen Jahreszeiten besuchen inTourismus- und Freizeitwirt- ternationale und einheimische schaft als dynamische Branche. Gäste facettenreiche Städte Auch wenn die Wirtschaftskri- und Regionen, die mit ihren se das Wachstum bei inländi- anspruchsvollen Produkten schen und ausländischen Besu- und modernen Dienstleistunchern etwas gebremst hat, gen überzeugen. Die Ausgaben bleibt die Urlaubsreise fester im Gastgewerbe, dem EinzelBestandteil im privaten Kon- handel und in Freizeituntersum. Deutschland als attrakti- nehmen stimulieren die regioves Reiseland hat daher auch nale Wirtschaft und schaffen 2009 mehr als 360 Mio. Über- Arbeitsplätze vor Ort. Vor dienachtungen zu verzeichnen. sen Hintergrund kann die dyGetrieben von steigender Mo- namische Branche, die ca. 160

Während der Urlaubs- oder Geschäftsreise steuern verschiedene Partner einer Dienstleistungskette Leistungen bei (z. B. Reisebüros und Veranstalter, Verkehrsbetriebe, Hotels, Gastronomie, Einzelhandel) und bieten jeweils einen Teil des touristischen Gesamtprodukts an. Entscheidend für den Gast ist jedoch nicht die Einzelleistung, sondern die wahrgenommene Qualität des ganzen touristischen Events. Daher kommt der Kooperation und Fachkompetenz der Leistungsträger und Tourismusorganisationen eine zentrale Bedeutung zu. Hochwertige Tourismusprodukte können nur gestaltet werden, wenn die Qualifikation der Mitarbeiter stimmt. Oftmals wird durch eine kaufmännischen Ausbildung die Grundlage für eine erfolgreiche Karriere in der Branche gelegt. Hier bietet der Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit als moderner Beruf ein gute Perspektive. Armin Brysch (Der Autor ist Dipl.-Kfm. und Kaufmännischer Vorstand der DZT)


DIENSTAG, 01. Juni 2010

KARRIERE + GEWINNSPIEL

Schule aus - Zukunft an Mit der METRO Group an der Zukunft basteln Das Thema Berufsausbildung klingt zumeist etwas abstrakt und allumfassend. Wie die einzelnen Ausbildungsschritte aufeinander folgen und ineinander verzahnt sind, zeigt der Aufbau eines Ausbildungsgangs in der METRO Group

mentoring4u.de 5

Und hier das „Quiz4u“ 1) In wie vielen Ländern ist die METRO Group derzeit vertreten? 2) Wo wird man „Ready for Business“? 3) Wie heißen die fünf Vertriebsmarken der METRO Group, die selbstständig am Markt agieren? 4) Für welches Ressort ist die Ministerin Kristina Schröder zuständig 5) Wo macht man zwei Karriereschritte auf einmal? * Wie immer: Lesen Sie aufmerksam unser Blatt, und Sie wissen alles! * Folgende Preise warten auf Sie: 1. Preis: Apple i-Pod „Nano“ mit 8 GB Speicher 10 weitere Preise: Je ein METRO Group USB-Sticks mit 2 GB Speicherplatz * E-Mail an: info@mentoring4u * Einsendeschluss: 30. Juni 2010

u willst das Beste für Deine Zukunft. Du willst KarD riere machen oder einen inter-

essanten und abwechslungsreichen Beruf in einem tollen Team? Absolviert man eine Ausbildung oder geht man studieren? Nur ein paar von vielen Wünschen und Fragen, die Berufsanfänger nach Beendigung ihrer Schulzeit mitbringen. Die METRO Group unterstützt Schulabgänger beim Berufseinstieg und bietet hervorragende Berufsperspektiven. Die Ent- Sabrina Heines, künftige Hanscheidung liegt bei Dir! delsassistentin. Foto: METRO Ein Beispiel für die Vielzahl der Einstiegsmöglichkeiten ist gaben. Ich bearbeite die Dispodas Berufsbild zum/zur Han- sitionen, d.h. ich ermittele den delsassistent/-in. In den Märk- genauen Bedarf an neuer Waten bzw. Filialen der METRO re. Außerdem bin ich für den Group sind die Handelsassi- Aufbau von Werbe- und Sonstenten für die Steuerung des derflächen zuständig und ich Verkaufs einer speziellen Wa- arbeite eng mit den Vertretern rengruppe zuständig. Sie defi- der verschiedenen Lieferanten nieren gemeinsam mit anderen zusammen. Ferner erstelle ich Führungskräften das Sortiment Einsatzpläne für das Personal. Aber ich arbeite auch im dides Unternehmens und die Warenpräsentation. Weitere rekten Kontakt mit Kunden Verantwortungsbereiche sind und berate sie, wenn sie Fragen die Lagerhaltung und die Ver- haben. Manchmal kümmere ich mich waltung sowie die auch um Führung des PersoGut sein im Planen Werbeabfranals. Ein besonders gen, die per wichtiger Bestand- und Organisieren E-Mai an teil des Berufs des/der Handelsassistenten/-in Real geschickt werden. Eine beist der stetige Kontakt zu Men- sondere Herausforderung ist schen, sowohl bei Verkaufge- für mich, wenn ich die Ursprächen mit Kunden als auch laubsvertretung für einen bei Verhandlungen mit Liefe- Teamleiter übernehme - gleichzeitig lerne ich durch die Überranten. Sabrina Heines ist selbst nahme dieser Verantwortung Auszubildende zur Handelsassi- sehr viel. Spannend finde ich stentin. Zu ihrer Ausbildung auch, wenn ein Markt umgebaut oder neu eröffnet wird, da bei Real sagt sie: „In meiner Ausbildung zur ich diesen Prozess von Anfang Handelsassistentin habe ich bis Ende miterlebe. Ein typischer Tagesablauf viele abwechslungsreiche Auf-

sieht zum Beispiel so aus: Am Morgen kontrolliere ich zunächst den Aufbau der Werbeflächen und die dafür vorgesehenen Waren. Ich räume die Waren so ein, dass sie den Kunden ansprechend präsentiert wird. Danach schaue ich, welche Ware neu bestellt werden muss. Zwischenzeitig steht auch etwas Büroarbeit an. Hierzu gehören die Bearbeitung von Artikellisten sowie der Vergleich des Umsatzes der letzten Woche mit dem des vorigen Jahres. Am Ende des Arbeitstages nehme ich an der Teamleitersitzung teil. Eine Grundvoraussetzung für die Bewerbung als Handelsassistent ist das Abitur. Zu den nützlichen Eigenschaften zählen auch Teamfähigkeit, Selbstständigkeit sowie Zuverlässigkeit. Weiterhin ist es wichtig, Freude am Umgang mit Kunden zu haben, da man als Handelsassistent beraten und bedienen muss. Man sollte gut im Planen und Organisieren sein sowie EDV- Kenntnisse besitzen. Außerdem muss man in diesem Beruf sehr flexibel sein. Besonderen Spaß macht mir die abwechslungsreiche Arbeit sowie das Kennenlernen sämtlicher Abteilungen und Mitarbeiter. Der Reiz liegt für mich auch besonders darin, Verantwortung zu tragen sowie selbstständig zu planen und zu arbeiten. Der praktische Teil meiner Ausbildung findet im RealMarkt statt; den theoretischen Teil absolviere ich alle drei Monate für zwei Wochen im Bildungszentrum des Einzelhandels in Springe bei Hannover.

Während der Aus- und Fortbildung finden auch interne Seminare von Real statt. Nach anderthalb Jahren absolviert man die Prüfung zum/zur Einzelhandelskaufmann/-frau. Danach wechselt man in der Regel den Markt, um auch einen anderen Standort kennenzulernen. Schließlich nimmt man nach drei Jahren an der Fortbildungsprüfung zum Handelsassistenten teil. Nach der bestandenen Prüfung zum Handelsassistenten kann man auch weiter aufsteigen. So besteht die Möglichkeit z.B. als Teamleiter bei Real anzufangen. Später kann man sich auch zum Geschäftsleiter weiterbilden.“ Als attraktiver und anspruchsvoller Arbeitgeber bietet die METRO Group jährlich rund 2.500 Berufseinsteigern interessante Perspektiven für die berufliche Entwicklung. Das Unternehmen ist in 33 Ländern an über 2.100 Stand-

orten tätig und beschäftigt rund 300 000 Mitarbeiter. Die Leistungsfähigkeit der METRO Group basiert auf der Stärke ihrer Vertriebsmarken, die selbstständig am Markt agieren: Metro/Makro Cash & Carry international führend im Selbstbedienungsgroßhandel, Real-SB-Warenhäuser, Media Markt und Saturn - europäischer Marktführer im Bereich Elektrofachmärkte, sowie Galeria Kaufhof Warenhäuser. Die METRO Group legt großen Wert auf qualifizierte und motivierte Mitarbeiter, die mit ihren Ideen und ihrem Engagement zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Werde ein Teil davon und gestalte mit! Starte mit einer Topausbildung bei der METRO Group und stell dich den spannenden Herausforderungen in einem internationalen Unternehmen! Weitere Informationen unter www.ausbildung-metrogroup.de

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RISIKO

6 mentoring4u.de

... denn wie man sich bettet ... Die richtige Berufswahl - Tipps von der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main Gerade noch in der Schule und demnächst soll schon die Entscheidung fallen, wohin die Reise in Studium und Beruf gehen soll? Vielen fällt dies nicht gerade leicht. Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, hat ein paar Tipps für die Suche nach dem richtigen Beruf zusammengestellt.

sicher scheint und große Unternehmen Bankrott gehen können. Die richtige Wahl für ein Studium und einen Beruf ist dadurch nicht einfacher geworden. Zugegeben: aufgrund der vielen internationalen Verflechtungen verändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen viel schneller und weniger absehbarer als zu Zeiten, in denen Ihre Eltern oder Großeltern sich für einen Beruf entschieden. Damit verändern sich Märkte schneller, die Unternehmen reagieren darauf und richten sich neu aus. Da weder Sie noch Wirtschaftsexperten prognostizieren können, welche Technologien und welche Branchen in zehn, zwanzig Jahren gut da stehen, sollten Sie sich bei Ihrer Berufswahl darauf konzentrieren, was Sie gut können und was Ihnen Spaß macht, kurz auf Ihre Stärken besinnen. Denn Berufe ändern sich mit der Wirtschaft, so dass es für Sie während Ihres beruflichen Weges

Keine Generation der Verlierer! Staatsministerin Maria Böhmer zum Berufsbildungsbericht 2010

taatsministerin Maria Böhmer hat verstärkte AnstrenS gungen gefordert, damit mehr

Jugendliche aus Zuwandererfamilien eine Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen. „Die Zahlen aus dem Berufsbildungsbericht sind erschreckend: Wenn wir jetzt nicht handeln, erhält unser Land eine Generation der Verlierer. Das dürfen und können wir

darauf ankommen wird, zu schauen, wo Sie Ihre Stärken bestmöglich einsetzen k��nnen. Wie Sie am sichersten Ihre Stärken entdecken können? Wichtig ist zu wissen, dass Ihre Lieblingsfächer in der Schule höchstens indirekt etwas über Ihre Stärken aussagen. Finden Sie heraus, ob Sie gern mit Menschen arbeiten wollen, ob Ihnen Naturwissenschaften am Herzen liegen oder ob Sie gern mit Zahlen jonglieren. Sind Sie jemand, der sich gern in Dinge verbeißt und ihnen auf den Grund gehen will oder jemand, der die großen Zusammenhänge verstehen will. Fragen Sie Ihre Freunde, die kennen Sie besser als Sie meinen. Selbstverständlich sollten Sie auch mal Ihre Eltern und Ihre Lehrer nach Ihren Stärken befragen. Vorsicht würde ich bei Ratschlägen von Lehrern walten lassen, die eine ganz konkrete Berufswahl betreffen: Lehrer haben nie in der Wirtschaft gearbeitet, so dass sie sich leider mit Berufen häufig selbst kaum auskennen. Dafür kennen Sie kennen Ihre Cha-

re ersten Erfahrungen berichten können. Studieren Sie regelmäßig den Karriereteil Ihrer Zeitung, um auf Veranstaltungen zur Berufsfindung zu stoßen. Aktionen wie „Schüler als Bosse“ der Wirtschaftsjunioren oder die Berufsinformationen der Rotarier bieten Ihnen die Möglichkeit, sich mit Menschen zu unterhalten, die im Berufsleben stehen. Überlegen Sie, ob Sie in den Sommerferien ein Praktikum absolvieren. Selbst wenn Sie hinterher wissen, dass Sie nicht in dem Bereich arbeiten möchten, in dem Sie Ihr Praktikum absolviert haben, hat sich das Praktikum für Sie gelohnt! Trotz aller Ratschläge von Eltern, Lehrern un der Arbeitsagentur ist es natürlich immer noch schwierig, die richtigen Stärken herauszufinden und

den dazu passenden Beruf zu ergreifen. Es ist wirklich schwierig, schon direkt nach der Schule zu wissen, was man ein Leben lang arbeiten kann. Wie wäre es, wenn Sie eine Ausbildung zum Kaufmann für Bürokommunikation absolvieren? Das hat mehrere Vorteile: Sie gewinnen noch mal zwei bis zweieinhalb Jahre Zeit, in der Sie mehr über Ihre Stärken und Vorlieben erfahren, auch von Ihren zukünftigen Ausbildern. Darüber hinaus lernen Sie alle Bereiche eines Unternehmens kennen und können entscheiden, wohin Sie sich später entwickeln wollen. Und: Sie können diesen Beruf in jeder Branche lernen, da ihn vom Autohaus bis zum Touristikunternehmen viele Ausbildungsbetriebe anbieten. Brigitte Scheuerle Im Frankfurter Bankenviertel, der gekdigsten Gegend Deutschlands. Foto: Roger Gerhardy

Dr. Brigitte Scheuerle ist Geschäftsführerin Aus- und Weiterbildung bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Foto: IHK Frankfurt/Main

die Tüuns nicht leiren zum sten“, betonte Arbeitsdie Integratimarkt onsbeauftragte verschlosder Bundesresen. Ein gierung. sozialer Laut EntAufstieg wurf des Berückt für rufsbildungsbeJugendlirichts 2010 che aus sind ausländiZuwandesche Jugendliche wesentlich Staatsministerin bei der Bundeskanzle- rerfamilien damit seltener an ei- rin, Dr. Maria Böhmer MdB in weite ner Ausbildung beteiligt als gleichaltrige Ferne. Wir dürfen nicht zulasDeutsche. So liegt der Anteil sen, dass unsere Gesellschaft der Ausländer an einer Berufs- auseinanderdriftet. Umso wichausbildung bei 32,2 Prozent. tiger ist es, dass Politik und Bei den deutschen Jugendli- Wirtschaft an einem Strang ziechen sind es 68,2 Prozent. Da- hen. Die Vereinbarung des mit sind ausländische Jugendli- Ausbildungspaktes, junge Miche fast so häufig nicht an ei- granten in diesem Jahr verner Ausbildung beteiligt wie stärkt in den Blick zu nehmen, sich gleichaltrige Deutsche im muss kraftvoll umgesetzt werden. Ich fordere die ArbeitgeAusbildungsprozess befinden. „Ohne Ausbildung bleiben ber auf, Jugendlichen aus ZuFoto: Bundespresseamt

letzten beiden Jahren IWeltnderdenerlebt, Wirtschaftskrise hat die dass nichts mehr

rakterstärken und Persönlichkeit wirklich gut. Und wenn das nicht hilft, gibt es bei der Arbeitsagentur oder auch im Internet Tests, mit deren Hilfe man sich über seine Stärken bewusst werden kann. Ihr nächstes Problem ist, unter den vielen Studiengängen und Ausbildungsberufen den für Sie wichtigen herauszufinden. Bei über 14 000 BachelorStudiengängen und 450 dualen Ausbildungsberufen haben Sie in der Tat die Qual der Wahl. Wichtig ist, dass Sie sich wirklich über Ihre Stärken bewusst werden und dann erst Berufe und Studiengänge anschauen. Damit haben Sie schon mal Ihre Auswahl eingeschränkt. Gehen Sie auf Azubiund Studienmessen, wo Sie mit Azubis oder Studenten reden können, die Ihnen über ih-

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wandererfamilien mit einem Schulabschluss und bei gleicher Eignung verstärkt eine Chance zu geben. Wegen seines Namens oder seiner Herkunft darf niemand ausgegrenzt werden. Viele Unternehmen setzen bereits auf junge Migranten, denn sie sind die Fachkräfte von morgen!“ betonte Böhmer. „Um die Ausbildungsreife der Jugendlichen aus Zuwandererfamilien zu erhöhen, muss ihre individuelle Förderung in der Schule dringend intensiviert werden. Hier sind die Länder in der Pflicht: Im Nationalen Integrationsplan haben sie zugesagt, Schulen mit einem hohen Migrantenanteil noch stärker zu unterstützen. Die hohe Zahl von 15 Prozent ausländischer Schulabbrecher ist ein Alarmsignal! Zudem muss die Berufsorientierung an den Schulen ausgebaut werden. Das ist die Vorausset-

zung dafür, dass junge Migranten erfolgreich den Sprung ins Arbeitsleben schaffen. Eine intensive Beratung gibt den Jugendlichen Sicherheit bei der Berufswahl und hilft, Ausbildungsabbrüche zu verhindern. Die jungen Migranten fordere ich auf, eine Ausbildung auch durchzuhalten und bei Problemen nicht direkt aufzugeben. Wichtig ist zudem, dass Migranteneltern ihre Kinder dabei aktiv unterstützen, Ausbildungsmöglichkeiten auch zu ergreifen“, erklärte Böhmer. „Die Analyse ist bekannt, wir müssen jetzt an die Umsetzung gehen! Es gilt, alle Kräfte zu bündeln. Damit sichern wir langfristig die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft“, betonte Böhmer. Presse- und Informationsamt der Bundesregierung


MENTORENSPIEL

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Auf die Socken, fertig, los! Von 1 auf 80: Das neue große Spiel um Job und Zukunft. Von Roger Gerhardy und Susanne Kiesel; Illustrationen Albert Korkis Es geht darum, als erster seine vollständige Bewerbungsmappe mit den zum Vorstellungsgespräch nötigen Unterlagen bereit zu haben und sie ins Ziel zu bringen: Feld Nr. 80. Es handelt sich um die unten beschriebenen Dokumente: Anschreiben – Arbeits-/Zeugnisse – Passfoto– Schul-/Examenszeugnisse – Lebenslauf. An diese Unterlagen kommt man, wenn man sich auf eines der betreffenden Felder würfelt, oder sich beim Ritt über die Felder genügend Punkte dafür sammelt. Man kann leider unterwegs auch wieder Punkte oder ganze Einlagen einbüßen. Wer bei 80 ankommt ohne alle Unterlagen beisammen zu haben, scheidet für diese Runde aus. Zum Spiel Personen: Drei Personen sollten es schon sein; bei mehr als fünf wird es allerdings leicht unübersichtlich. Es braucht zudem einen Spielwart für die schriftliche Führung der Einlagen- und Punktekonten sowie die 20-sec-Zeitnahme bei den Fragen; man kann dazu aber auch die beiden Nachbarn des Würfelnden einsetzen.

Spielgerät: Diese hier vorliegende Anleitung; die Spielfläche auf der folgenden Doppelseite; die Impulse „Auch das noch!“ und „Na also!“ sowie die Joker-Felder auf Seite 10; ein Würfel sowie für je-

den Spieler eine Spielfigur. Verlauf: Die Spieler würfeln sich ab dem Start auf die Piste. Bedeutung haben nur die Felder, auf denen sie landen, nicht die übersprungenen. Wer ein Einlagen-Feld überwür-

felt, hat im Laufe der Runde noch weitere Möglichkeiten, sie zu erwerben; außerdem kann er sie über das Punktekonto erreichen, das er sich nach und nach auffüllen kann. Die Einlagen sind unter den Buchstaben A B C D E zu erwürfeln. Wenn du in 20 Sec. mindestens drei Merkmale des jeweiligen Feldes nennen kannst (gerne auch eigene sinnvolle Beiträge), wird die Einlage deinem Konto gutgeschrieben. Wer sich die Inhalte der Einlagen (siehe unten) genau anschaut und noch eigene Gedanken macht, kann damit später also punkten. Die roten und grünen Felder für „Auch das noch!“ und „Na also!“ können das Punktekonto auffüllen - aber leider auch leeren. Für 20 Pluspunkte gibt es eine Mappeneinlage deiner Wahl. Für 20 Minuspunkte musst du eine Mappeneinlage abgeben. Ein Jokerfeld bringt ebenfalls eine Einlage deiner Wahl - sofern du die 20-Sec.Abfrage erfolgreich bestehst. Und j e tzt: A uf d ie S o c k en, f ert ig , lo s!

Die fünf Einlagen für die Bewerbungsmappe

Anschreiben

Arbeits-/ Zeugnisse

Passfoto

Schul-/ zeugnisse

Lebenslauf

Das Bewerbungsschreiben ist mehr als nur ein Begleitschreiben. Es muss das Interesse des Lesers wecken! 1. Es soll von der persönlichen und fachlichen Eignung überzeugen. 2. Möglichst den Namen des Verantwortlichen nennen - aber korrekt. 3. Kurz und konkret schreiben - nicht länger als eine Seite. 4. Korrekturlesen - Fehler sind ein Unding.

Arbeitszeugnisse geben wichtige Informationen über Dich. 1. Arbeitszeugnisse immer beifügen, egal wie alt sie sind. Sie belegen die Angaben im Lebenslauf. 2. Achtung - in den positiven Bewertungen verbergen sich manche Stolpersteine. 3. Keine Originale, aber ordentliche Kopien. 4. Beglaubigungen der Zeugnisse nur auf Wunsch.

Dein Foto liefert einen ersten optischen Eindruck von Dir. Es soll Dich also sehr gut darstellen. 1. Am besten soll es ein Fotograf machen, er weiß, worauf es ankommt. 2. Automatenbilder machen keinen guten Eindruck. 3. Ordentliche Kleidung, keine schrillen Farben (ggf. Krawatte). 4. Nicht zu viel Make up. 5. Größe 4,5 x 6 cm.

Deine Zeugnisse sind sehr sorgfältig auszuwählen. 1. Nur junge Leute und jene, die nichts anderes vorweisen können, legen Zeugnisse über Schuloder Ausbildungsabschlüsse bei. 2. Diplom sticht Abitur – immer die höchsten Abschlüsse belegen. 3. Keine Originale, aber ordentliche Kopien. 4. Beglaubigungen der Zeugnisse nur auf Wunsch.

Der Lebenslauf ist besonders wichtig für die Bewerbungsunterlagen. Zu beachten ist: 1. Eine formal gute Gestaltung. 2. Darstellung in einer tabellarischen Übersicht. 3. Lückenloser zeitlicher Ablauf. 4. Im schulischen bzw. beruflichen Werdegang darf nichts fehlen. 5. Unbedingt im Original geschrieben, sauber, keine Eselsohren.


MENTORENSPIEL

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Jokerfeld Mentor

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Wenn Sie sich diese Seite kopieren und die Karten für Na also! und Auch das noch! ausschneiden, können sie in einem Stapel auf den dafür vorgesehenen Platz auf dem Spielfeld abgelegt, der Reihe nach benutzt, und dann zur Wiederverwertung unter den Stapel geschoben werden.

Na also!

Auch das noch!

Na also!

Bitte deinen rechten Spielnachbarn um drei Tipps für dein Outfit beim Bewerbungsgespräch. Wenn sie dir wirklich helfen, bekommt er drei Punkte gut; taugen sie nichts, drei Punkte Abzug zu seinen Lasten. 20 sec.

Du hast tatsächlich deine Bewerbung ohne ausreichendes Porto abgeschickt. Der Empfänger hat die Annahme natürlich verweigert. Eine Runde aussetzen!

Du besuchst eine Freundin im Krankenhaus, leistest ihr einen Nachmittag lang Gesellschaft und fährst sie im Rollstuhl durch den Garten. Obwohl du es nicht deswegen getan hast, bekommst du dafür 5 Punkte.

Jokerfeld Chef-Gespräch

Auch das noch! Dein Mentor nimmt sich einen Tag lang für dich Zeit, zeigt dir den Betrieb, stellt sich deinen Fragen. Achte auf folgendes: 1. Wie geht der Mentor mit seinen Mitarbeitern um? 2. Was ge- oder missfällt dir an dem Betrieb? 3. Wie sind die künftigen Marktchancen der Firma? 4. Was reizt dich, hier zu arbeiten? 5. Was kann man hier verdienen?

Na also! Welche Themen solltest du beim Bewerbungsgespräch besser nicht ansprechen? Nenne und begründe kurz zwei in 20 sec. Bei Gelingen 5 Punkte plus.

Na also! Zum Glück hattest du dein Anschreiben vor dem Bewerbungsgespräch noch Mal genau durchgelesen und überdacht. So warst du auf gezielte Nachfragen vorbereitet. 5 Punkte plus.

Auch das noch! Du hast den Termin zum Gespräch mit deinem Mentor verpasst. Er wollte dich auf das Bewerbungsgespräch vorbereiten. Jetzt musst du warten und eine Runde mit Würfeln aussetzen.

58: Na also! Das Anschreiben ist eine wichtige Einstimmung für den Erfolg deiner Bewerbungsmappe in deinem Wunschbetrieb. Nenne drei der vier Grundregeln und erwirb dir damit 5 Punkte in 20 sec.

Auch das noch! Du hast dir ein neuartiges Virus eingefangen und wirst deshalb in die Quarantänestation der Klinik eingewiesen. Dort bist du vom Leben abgeschnitten und setzt eine Runde lang aus.

Na also!

78: Feierabend!

Du hast in deinem Lebenslauf das Scheitern bei einem Praktikum unterschlagen. Das Sekretariat deiner Firma hat das recherchiert, und du wirst ausgeladen. Auch aus dieser Spielrunde.

Auch das noch! Du hast leider vergessen, ein Arbeitszeugnis in deine Mappe zu legen, auf das du dich in deinem Anschreiben sehr ausführlich bezogen hattest. Das kostet dich 5 Punkte Abzug.

Na also! Beim Vorstellungsgespräch wirst du gefragt: „Sind Sie schwanger oder planen Sie in Kürze eine Schwangerschaft?“ Wie reagierst du kurz, höflich und arbeitsrechtlich schlüssig? Bei Gelingen 10 Punkte.

Morgen ist dein großer Tag, dein Bewerbungsgespräch. Mach dir eine Checkliste: 1. Lerne die Namen deiner Gesprächspartner. 2. Mach dich schlau über die inhaltliche Arbeit der Firma. 3. Lege dir die passenden Textilien bereit. 4. Programmiere dein Handy mit den Nummern der Firma, falls du in einen Stau kommst. 5. Mache dich rechtzeitig auf den Weg.

Auch das noch! Na also!

Auch das noch!

Sorgfalt bei der Zusammenstellung der Bewerbungsmappe zahlt sich immer aus. Du kannst in 20 sec drei Dinge nennen, die überflüssig sind, also nicht hineingehören und bekommst dafür 3 Punkte.

Dein Computer ist leider völlig ausgestiegen, und du kannst deine Unterlagen für die Bewerbung nicht fertig machen, weil du zu spät angefagen hast. Eine Runde mit Würfeln aussetzen, damit du Zeit hast, mit deinem USB-Stick ins Druckzentrum zu gehen.

Auch das noch!

Na also!

Deine Bluse taugt für Dieter Bohlen, aber nicht zum Bewerbungsgespräch im Ausbildungsbetrieb. Die Sekretärin schickt dich zum Umziehen nach Haus, und du setzt eine Runde mit Würfeln aus.

Dein Praktikumsleiter ist sehr zufrieden mit dir, und du bekommst ein super Zeugnis von ihm. Dafür darfst du gleich noch einmal würfeln.

Na also! Auch das noch!

Du bist heute sehr dynamisch drauf. Es läuft alles exakt so perfekt, wie du es dir erträumt hast. Du darfst noch einmal würfeln.

Du hast dein Passfoto mit einer Büroklammer an den Lebenslauf geheftet, statt es einzukleben. Für diese Fehlleistung werden dir 5 Punkte abgezogen.

Der Fotograf hatte es einfach nicht drauf, dich ins rechte Licht zu setzen, du musst das Passfoto zurückgeben. Zwangspause, damit du’s ihm nochmals erklärst. Der Zeitverlust bringt dir 5 Punkte Abzug.

Die Geschichte mit dem neuen, bisher unbekannten und eventuell gemeingefährlichen Virus entpuppte sich zum Glück als Fehlalarm, du darfst aus der Quarantäne wieder nach Hause. Zum Ausgleich würfelst du jetzt gleich nochmal.

Na also! Beim Passbild-Termin sollst du dem Fotografen erklären, dass du das Bild nicht für das DSDS-Casting brauchst, sondern für einen Bewerbungsbogen. 3 Punkte, wenn du das in 20 sec schaffst.

Im Lebenslauf hast du deine Französisch-Kenntnisse gerühmt. Beim Vorstellungsgespräch kannst du aber nicht einmal auf „comment-allez vous?“ antworten. Das kostet dich zwar nicht alle Chancen, aber immerhin 10 wichtige Punkte.

Auch das noch!

2: Na also!

Erfrage bei deinem linken Spielnachbarn drei pfiffige Ideen für deine Bewerbungsmappe. Sind sie gut, bekommt er drei Punkte; taugen sie nichts, drei Punkte Abzug. 20 sec.

Dein Abschlusszeugnis ist hervorragend ausgefallen. Ein echter Traum! Das passt in die Mappe. Eltern, Lehrer und du, alle sind zufrieden. Herzlichen Glückwunsch und obendrein 10 Punkte aufs Konto.

Auch das noch! Du kommst ohne Krawatte und in löchrigen Jeans zum Bewerbungsgespräch. Die Sekretärin schickt dich zum Umziehen nach Haus, und du setzt eine Runde mit Würfeln aus, damit du genügend Zeit hast, deinen Kleiderschrank zu durchforsten.

Auch das noch! Du sollst dich umgehend im Arbeitsamt wegen eines Jobangebots melden. Doch auf dem Weg dorthin besuchst du erst noch einen Kumpel, und dann ist der Job schon weg. 5 Punkte Abzug.


FINANZEN

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„Ohne Moos nix los“

ber Geld redet man nicht, Ü Geld hat man“ „Ohne Moos nix los“, „Geld regiert

die Welt“, „Zeit ist Geld“… Sprüche zum Thema Geld gibt es viele. Denn Geld ist ein großes Thema, nicht nur bei Erwachsenen. Gerade in Zeiten der Finanzkrise spielt es im Leben eine große Rolle. Jeder junge Mensch hat Wünsche, Bedürfnisse und Ziele und möchte sie schnellstmöglich erreichen. Die Erfüllung vieler Wünsche ist mittlerweile gar nicht mehr so schwer - aber auch gefährlich.

Immer mehr Technik für immer weniger Geld „PC-Ratenkauf ab 19 Euro monatlich, Notebook ab 29 Euro - zum Bestellen hier klicken”. Bei diesem Angebot betätigt der Finger fast automatisch die Taste. Wer würde nicht gerne schneller surfen, längere Playlists erstellen, die Sound-Qualität zu Hause oder im Auto verbessern? Schließlich entwickelt sich die Technik ständig weiter. Das Notebook vom letzten Jahr wird in diesem Jahr in Preis und Leistung um einiges getoppt und die Car-Hifi-Anlage im e-Shop ist ein echtes Schnäppchen. Vor allem mit dem günstigen Finanzierungsangebot! Doch schnell vergisst man, dass man mit einem Finanzierungskauf auch monatliche Raten zu zahlen hat.

Für’s Handy tut man alles 95 Prozent aller Jugendlichen besitzen inzwischen ein Handy. Und manchmal verlieren sie die damit verbundenen Kosten aus den Augen. Ein allzu sorgloser Umgang mit dem mobilen Telefonieren kann in die Schuldenfalle führen. Wenn offene Handy-Rechnungen nicht bezahlt werden, kündigt das Mobilfunk-Unternehmen den Vertrag. Dabei werden nicht nur ausstehende Rechnungsbeträge, sondern auch Schadensersatz für die

Zu den Wünschen und finanziellen Möglichkeiten junger Leute Restlaufzeit des Vertrages eingefordert. In diesem Fall wird es für den Betroffenen schwierig bis unmöglich, wieder einen neuen Vertrag abzuschließen.

Endlich 18 - Gute Fahrt! Wer den Führerschein in der Tasche hat, will möglichst schnell einen fahrbaren Untersatz, der uneingeschränkt zur Verfügung steht. Allerdings kostet ein Auto sehr viel mehr, als die meisten bar auf den Tisch legen können. Zwei Drittel der deutschen Autofahrer planen, ihr nächstes Auto per Kredit zu bezahlen oder zu leasen. Vor allem junge Leute sind aufgeschlossen, wenn es darum geht, einen Neu- oder Gebrauchtwagen mit der Hilfe von Banken zu kaufen. 39 Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren würden beim Autokauf eine klassische Kreditfinanzierung mit Anzahlung wählen. Die Kreditkarte - Mit Plastikgeld auf Reisen gehen Endlich der erste Urlaub ohne Eltern! Ein kleines Gefühl von Freiheit ist nicht nur der Urlaub ohne Aufsicht, sondern auch das Zahlen ohne Bargeld. Gerade im Urlaub ist sie sehr praktisch - die Kreditkarte. Mit der Kreditkarte im Ausland unterwegs zu sein, ist eine tolle Sache: Sie ist weltweit akzeptiert, der Umtausch in fremde Währungen erübrigt sich. Man braucht keine größeren Mengen Bargeld mit sich herumzuschleppen und kann trotzdem überall bezahlen - ob im Hotel oder im Restaurant. Aus dem modernen Zahlungsverkehr ist die Kreditkarte nicht mehr wegzudenken. Sie erlaubt einem, innerhalb eines festgelegten Kreditrahmens, bargeldlos zu zahlen. In der Regel erhält man einmal im Monat eine Abrechnung über alle bis dahin abgezeichneten Rechnungen. Die monatliche Abrechnung muss man entweder sofort oder in Raten zahlen, je nachdem, ob man eine sogenannte

Für Schülerinnen und Schüler, Studenten, Auszubildende und Berufseinsteiger ist Geld ein zumeist schwieriges Thema. Denn wer hat schon unbegrenzt davon zur Verfügung? Besonders die modernen Kommunikationstechniken sind für junge Leute interessant. Sie für den Umgang mit diesen Möglichkeiten fit zu machen, braucht viel Sachverstand - und Einfühlungsvermögen. Fotos: SCHUFA

„ChargeKarte“ oder eine „echte“ Kreditkarhat. te Weil es so schnell, bequem und einfach ist, können sich die Beträge leicht summieren und den Kreditrahmen übersteigen. Deswegen sollte man die Zahlungsbelege sorgfältig aufbewahren und zwischen-

durch immer mal nachrechnen, wie viel man insgesamt ausgegeben hat. Es ist also sehr wichtig, seine monatlichen Ausgaben zu überblicken. Denn ausgegeben ist das Geld schnell. Man sollte seine Ein- und Ausgaben im Monat mal gegenüberstellen, um so zu erfassen, was man sich alles leisten kann. Legt man sich jeden Monat noch ein bisschen was zur Seite, kann man sich auch den einen oder anderen Wunsch erfüllen. Vielleicht nicht sofort aber mit ein wenig Geduld ganz sicher. Für alle, die in der Schule gerne mehr über Finanzwissen und Schuldenprävention lernen möchten, bietet die SCHUFA Holding AG das Projekt SCHUFA macht Schule an. Unterrichtsmaterialien können sich Interessierte entweder kostenlos von der Internetseite www.SCHUFAmachtSchule.de herunterladen oder als CD bestellen. Dort gibt es auch viele weitere Informationen zum Thema. Anzeige


AUSBILDUNG

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Allererste Hilfe Besonders wenn das erste Kind unterwegs ist, bringt das - neben all der Vorfreude- für die werdenden Eltern viel Ungewohntes und Herausforderndes mit sich. Dafür mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, haben sich erfahrene Mütter bereit erklärt. Inzwischen bieten sie dafür auch ein Ausbildungsprogramm an.

rige Ausbildung zur Doula-Geburtsbegleiterin. Aus der ganzen Schweiz werden die 16 erfahrenen Mütter anreisen, die auch beruflich aus den verschiedensten Ecken kommen. Physiotherapeutin, Kauffrau, Pädagogin, Pflegefachfrau, Bäuerin, Lehrerin, Geburtsvorbereiterin, Psychologin und Atemtherapeutin - dies ihre ursprünglich erlernten Berufe. Was die Frauen als junge Erwachsene gelernt haben, steht jedoch für einmal nicht im Vordergrund. Nebst Durchhaltevermögen, Flexibilität, Teamfähigkeit sowie körperlicher und seelischer Belastbarkeit ist für die Doula Ausbildung vor allem ihre Erfahrung als „Gebärerin“ gefragt. Ein Kind empfangen, austragen und zur Welt bringen - das allein macht eine Frau zwar noch nicht zur einfühlsamen persönlichen Begleiterin in dieser so prägenden Zeit rund um die Geburt eines Kindes. Gerade das eigene Er-

leben, das Verständnis sowie das fundierte Wissen rund um die Geburt bilden aber eine wichtige Grundlage dafür, werdende Eltern physisch und psychisch zu unterstützen, ihnen in der Schwangerschaft, während der Geburt und in der oftmals verunsichernden Zeit als junge Familie eine wachsame Begleiterin zu sein, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen und zusätzlich emotionale Sicherheit zu vermitteln. Das Wort Doula leitet sich aus dem altgriechischen „douleia“ ab und bedeutet „dienen“ oder „betreuen“. Die DoulaGeburtsbegleitung nimmt eine alte Tradition auf, bei der die gebärende Frau von einer ihr vertrauten, geburtserfahrenen Frau begleitet wird. Die Doula ersetzt weder Hebamme noch Arzt. Sie übernimmt keine medizinische Funktion und kann sich daher ganz auf das Wohlergehen der Gebärenden sowie auf die Unterstützung des werdenden Vaters konzentrieren. Durch das gegenseitige Kennenlernen bereits vor der Ge-

Feusisberg SZ und Regula Brunner, zweifache Mutter, dipl. Psychologin FH, Doula und Ausbilderin aus Zürich unterrichten weitere qualifizierte Fachkräfte wie eine Hebamme und Trauerbegleiterin, eine Stillberaterin sowie weitere Doulas. Schwerpunkte werden gesetzt in folgenden Bereichen: Physiologie und Pathologie von Schwangerschaft und Geburt, Unterstützung während der Geburt, Wochenbett und Stillen, Umgang mit Schmerz und Methoden der natürlichen 250 Stunden Selbstlernzeit in Schmerzlinderung, Abschied Form von Literaturstudium, und Trauer, Kommunikation, Geburtsbegleitungen inklusive Verantwortung und Grenzen Dokumentation und Reflexi- der Geburtsbegleitung, Organion, Hospitationen, Erarbei- sation und Selbständigkeit als tung und Präsentation eines Doula, Frausein und WeiblichSpezialthemas, E-Learning und keit sowie Geburt in anderen zwei Lerngruppentreffen zwi- Kulturen. schen den Blöcken. Weitere Informationen finNeben den Doula Ausbilde- den Sie auf www.doula.ch oder rinnen Michèle Birchler-Strat- www.doula4you.ch. Die deutmann, fünffache Mutter, Dou- schen Doulas erreichen Sie unla und Ausbilderin SVEB 1 aus ter: www.doula-info.de oder Ruhen in Geborgenheit. Foto: Doula

Ausbildung zur Doula-Geburtsbegleiterin in der deutschen Schweiz

kommenden Herbst beIübermginntdem in Filzbach GL, hoch Walensee, die einjäh-

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burt entsteht eine vertrauensvolle Beziehung, die hilft, Unsicherheiten und Ängste abzubauen, Anspannung zu vermeiden. Das Kind profitiert von der Atmosphäre der Geborgenheit und wird geprägt vom liebevollen Empfang und vom ersten Kontakt mit seinen Eltern. Die Doula Ausbildung dauert ein Jahr: 16 Kurstage, verteilt auf 4 Ausbildungsblöcke und 3 Wahltage, dazu rund

Doppelt genäht Zwei Karrierestufen mit einem Schritt Mit einem Karrieresprung begannen 25 Lehrlinge aus den verschiedensten Gewerken im Januar eine kombinierte Aus- und Fortbildung zum Technischen Betriebswirt (HWK) an der Handwerkskammer Chemnitz.

arallel zur Berufsausbildung - ganz egal, in welcher P Branche - können Lehrlinge im Handwerk seit dem erfolgreichen Start des Pilotprojektes im vorigen Jahr ein betriebswirtschaftliches Kurzstudium absolvieren. Es endet nach vier Jahren und mit dem erfolgreichen Abschluss als Technischer Betriebswirt (HWK) haben die Teilnehmer bereits die Teile III und IV der Meisterausbildung

Das Bildungshaus der Handwerkskammer Chemnitz bietet erfolgversprechende Ansätze für berufliches Fortkommen.

in der Tasche. Im zweiten Jahr dieser kombinierten Ausbildung befinden sich derzeit 19 Lehrlinge. Das Angebot richtet sich an Interessenten, die Abitur, Fachhochschulreife oder einen sehr guten bis guten Realschulab-

schluss vorweisen können, aber auch an Auszubildende ab dem 2. Lehrjahr oder Studienabbrecher. Interessant ist es besonders für Ausbildungsbetriebe, die vorausschauend Fach- und Führungspersonal heranziehen wollen. Der gewählte Beruf

spielt dabei keine Rolle. Der Unterricht findet im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Chemnitz und auf der onlineLernplattform statt. Für das nächste Jahr ist bereits wieder eine Klasse in Chemnitz ge-

Fotos: HWK Chemnitz

plant, bei genügend Interessenten auch in Plauen. Nähere Informationen erhalten Sie bei Antje Reiche, Telefon 0371/5364-143, E-Mail: a.reiche@hwk-chemnitz.de oder im Internet unter www.hwk-chemnitz.de.


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„Mein Rat: Mutig sein“ Mit 20 ohne Job: Welche Chancen gibt es? Etwa 1,5 Millionen junge Erwachsene von 20 bis 29 Jahren haben keinen Berufsabschluss. Damit bieten sie nicht, „die formellen Voraussetzungen" für einen qualifizierten Job. Was können Betroffene tun, um doch noch einen Arbeitsplatz zu finden? Und was sollten Schüler und ihre Eltern unternehmen, wenn kein Ausbildungsplatz gefunden ist? Das erklärt hier Arbeitsmarkt-Expertin Heidi Heinzerling. as Lehrstellen-Angebot D war schon im letzten Jahr knapp. Es wird in diesem Jahr

31 Prozent der Hauptschüler mit Abschluss haben auch 15 Monate nach Schulende noch nicht besser sein. Was sollen keinen vollwertigen AusbilSchüler und ihre Eltern tun? dungsplatz... Heinzerling: „Sich umfas„Mein Rat: Mutig sein, auf send informieren - und das die Firmen zugehen. Zum BeiKnow How von spiel, indem Fachleuten nutzen. Keinesfalls die man nach eiAlle Handwerks- Lehre abbrechen! nem Kurzund Handelskampraktikum mern in den Städten haben ih- fragt. Daraus kann sich häufig re Beratungsangebote und Be- ein Lehrstellen-Angebot ergerufsbeschreibungen im Inter- ben. Und wenn alles nicht net veröffentlicht. Zu den An- klappt, sich bei der Agentur für geboten gehören Einstufungs- Arbeit oder bei der ARGE tests, erste Vorstellungsgesprä- nach geförderten Projekten erche und die Aufnahme in ei- kundigen speziell für junge nen Bewerberpool. Bewerbun- Menschen, die aus unterschiedgen werden sogar an Betriebe weitergeleitet. Und dann gibt es bundesweit die Berufsinformationszentren der Arbeitsagenturen, wo man alles über Lehrberufe erfährt und auch Angebote erhält. Es gilt: Wer sich tatkräftig informiert, hat gute Chancen auf eine passende Lehrstelle.“ Aber reicht das alles wirklich schon? „Nein! Ich rate zum eigenen Netzwerk. Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen der Eltern, die Mitschüler - jeder weiß meist etwas, wenn man herum erzählt, dass man eine Lehrstelle sucht. Viele Angebote werden nämlich unter der Hand vergeben. Und ich empfehle die JobMessen und die Aktionen der lokalen Arbeitsagenturen für Schulabgänger. Dort wird nicht nur informiert, sondern häufig gibt es auch gleich einen Bewerbungstermin für Interessierte.“ lichen Gründen SchwierigkeiWie sollte eine Erfolg ver- ten beim Übergang von der sprechende Bewerbung ausse- Schule in den Beruf haben.“ hen? Wenn man aber bei der Be„Bewerbungen sollten klar rufswahl unsicher ist? das Berufsziel beschreiben. Das „Muss man sich informieSchreiben sollte möglichst indi- ren. Kostenlose Perspektivenviduell verfasst sein. Seine In- Tests für die Berufsorientieteressen und seine Stärken darf rung gibt es zum Beispiel bei man ruhig betonen. Gute Be- der Allianz. Die Auswertungen werbungstipps findet man auch zeigen persönliche Talente und auf den Webseiten größerer Stärken auf und welche berufliZeitungen, SZ, FAZ, HA u.a.. che Perspektive besonders gut Infos, welche Anforderungen passt. Und gibt - zusätzlich zu gestellt werden und welche per- den Angeboten der Handsönlichen Unterlagen man ein- werks- und Handelskammern reichen muss, stehen meist auf sowie der Agentur für Arbeit den Seiten der Firmen.“ professionelle Berater, die ganz

STARTHILFEN

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individuell auf die Stärken und Neigungen der Berufssuchenden eingehen und eventuell auch eine Lehrstelle vermitteln. Den Service muss man aber bezahlen.“ Und wenn man mitten in der Ausbildung steckt und dann erst merkt, dass einem der Beruf nicht liegt? „Eines muss klar sein: Wer seine Lehre abbricht, hat keinen Anspruch auf eine bezahlte Umschulung. Umschulungen gibt es nur, wenn man den Beruf nach Ende der Lehre nicht ausüben kann. Also: Besser vor der Lehre informiert sein, was da auf einen zukommt.“ Was tun, wenn man keinen Schulabschluss hat? „Es gibt Förderprogramme für ungelernte Jugendliche. Welche es sind, kann man bei der Beratung beim „Fall-Manager“ in den Arbeitsagenturen oder bei den Mitarbeitern der Berufsinformations-Zentren erfahren. Viele Programme werden von der Agentur für Arbeit oder der ARGE bezahlt.“ Haben Ungelernte überhaupt eine Chance im Berufsleben? Wer den Übergang von der Schule in einen Beruf sucht, sollte sich nicht zu schade sein, sich in ausführlichen Gesprächen beraten zu lassen. Foto: Bundesagentur für Arbeit

„Ja, unbedingt. Wenn man als Ungelernter fünf bzw. sechs Jahre in einem Beruf gearbeitet hat, gibt es in allen handwerklichen und kaufmännischen Berufen gibt die Möglichkeit, eine Prüfung vor der Kammer abzulegen.“ Und wenn man sich mit 25

verändern muss, weil der Arbeitsplatz gekündigt wurde. Was kann man dann noch zusätzlich tun? „Wir bieten ein „Open House“ für alle Jobsuchende an. Einzige Voraussetzung: der Vermittlungsgutschein. Wir helfen bei Bewerbungen, prüfen und

Zur Person:

entdecken das Potential, erstellen ein Bewerbungsprofil, machen Mut bei der Jobsuche. Und wir versuchen, einen neuen Arbeitsplatz zu vermitteln. Die meisten finden mit unserer Hilfe nach drei bis vier Monaten wieder einen festen Job.“ ba-themendienst.de

Heidi Heinzerling (50) absolvierte das 2. Staatsexamen für das Höhere Lehramt in den Fächern Geschichte und Sozialkunde. Seit 20 Jahren ist sie in der Aus- und Weiterbildung, auch im Auftrag der Arbeitsagenturen, tätig. Sie leitet das Job-Zentrum der afg worknet GmbH in Hamburg mit verschiedenen Angeboten zu Vermittlung, Coaching und Qualifizierung, wie z. B. das Open House - Vermittlungsangebote für Arbeitssuchende - und „mitnmang, Initiative für Arbeit 50plus“ sowie Weiterbildungsmaßnahmen.


ALTERNATIVEN

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So ‘ne Pleite! Was tun, wenn man als AZUBI von einer Firmenpleite betroffen ist? Als Auszubildende in der Buchhaltung bekam Stefanie Nickerl (21) hautnah mit, wie ihre Firma immer weiter in den Abwärtsstrudel geriet. Doch sie hatte großes Glück und bekam dank der Bundesagentur für Arbeit die Chance, ihre Lehre zu Ende zu bringen.

tefanie Nickerl (21) hatte eiSAbitur nen klaren Plan: Nach dem wollte sie nicht gleich

ten, sind sehr teuer. Bevor unser Chef die Löhne und Gehälter nicht mehr bezahlen konnstudieren, sondern erst einmal te, meldete er Konkurs an. eine Lehre absolvieren und etDer Insolvenzverwalter überwas Geld verdienen. „Ich woll- nahm und führte erst mal die te meinen Eltern nicht zu sehr Geschäfte weiter.“ Das waren auf der Tasche liegen und auch Tage, in denen Azubi Stefanie Erfahrung sammeln“, sagt sie. Nickerl die Panik packte. Wie „Eine Lehre ist eigeht es weiter? ne sehr gute Basis, Was wird jetzt wenn man später Dann ergab sich aus meiner BWL oder Marke- doch eine Lösung Lehre? Habe ting studieren ich zwei Jahre will. Ich bin auch in der Berufs- umsonst gelernt? fragte sie sich. schule sehr engagiert. Es macht „Es gab drei Monate Insolvenzmir großen Spaß, und ich habe geld“, erzählt die junge Frau. ein festes Ziel.“ „Eine Hälfte davon bezahlte Alles lief perfekt. Die Abitu- die Bundesagentur für Arbeit, rientin begann im September die andere der Insolvenzverwal2007 in einer Elektrofirma in ter. Sobald eine Rechnung beSpremberg eine Ausbildung zur glichen wurde, ging das auf Bürokauffrau. „Ich war in der sein Konto. Wir in der BuchBuchhaltung, das hat mir sehr haltung haben damals viele gefallen“, erzählt Stefanie Nik- Überstunden geschoben und kerl. „Dort sah ich natürlich alles abgewickelt. Ich malte mir auch die Zahlen. Es war un- natürlich auch immer wieder schwer zu erkennen, dass die in düsteren Farben aus, was Firma immer größere Probleme passiert, wenn sich kein Betrieb bekam, vor allem weil unsere findet, in dem ich meine Lehre Kunden ihre Rechnungen beenden kann?“ nicht bezahlten. Und die NetzDoch Stefanie Nickerl ließ werkanlagen, die wir installier- nicht locker, informierte sich

Freiwillige vor! Freiwilliges Soziales und Ökologisches Jahr bieten reizvolle Betätigungsfelder

as Freiwillige Soziale Jahr D (FSJ) und das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ) bie-

ten Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Möglichkeit, sich bürgerschaftlich zu engagieren. Wer ein FSJ/FÖJ absolvieren möchte, muss die Schulpf licht erfüllt haben, unter 27 Jahre alt sein und in der Regel zwölf Monate (mindestens sechs, höchstens 18 und in Ausnahmefällen 24 Monate) seiner Zeit zur Verfügung stellen. Auch anerkannte Kriegsdienstverweigerer können anstelle des Zivildienstes einen zwölfmonatigen Freiwilligendienst absolvieren. Ein Freiwilligendienst ist ein Bildungsdienst und verbessert die Ausbildungs- und Erwerbschancen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben wichtige soziale und personale

Kompetenzen, die als Schlüsselqualifikationen bei Bewerbungen am Arbeitsmarkt sehr gefragt sind. Gesetzliche Regelungen Die Rahmenbedingungen im FSJ/FÖJ sind mit dem Gesetz zur Förderung von Jugendfreiwilligendiensten (JFDG) weiter verbessert worden. Zum Beispiel erleichtert die Zusammenführung von bisher zwei Gesetzen zu nur noch einem eine bessere Orientierung. Flexiblere Zeitstrukturen ermöglichen eine breitere berufliche Orientierung und individuellere Anpassungen des Dienstes an persönliche Lebensplanungen. So sind mehrere mindestens sechsmonatige Dienste in verschiedenen Einsatzfeldern jetzt ebenso möglich wie die Kombination von In- und Auslandsdiensten oder - bei Vereinbarung in besonderen Bedarfs-

Für Stefanie Nickel war es eine Katastrophe mit Ansage, als sie merkte, dass die Firma, bei der sie ihre Lehre begonnen hatte, immer tiefer in die roten Zahlen rutschte, weil die Kunden ihre Rechnungen nicht zahlten. Sie ist glücklich, dass ein Ausweg gefunden wurde. Fotos: Bundesagentur für Arbeit

bei der Handwerkskammer, suchte im Internet nach Stellen, bewarb sich. Ihre Ausbilderin rief dann bei der Bundesagentur für Arbeit an, schilderte den Fall und wurde an die Zeitarbeits-Firma Personal Konzept GmbH in Spremberg und Bautzen verwiesen. „Ich war froh, als man mir sagte, ich könne hier meine Lehre zu Ende führen. Das hat

zwar nichts mehr mit Buchhaltung zu tun, aber dafür habe ich viel Kontakt mit Menschen, organisiere und telefoniere. Eine ganz andere Tätigkeit als vorher, aber nicht minder interessant. Am meisten würde ich mich freuen, wenn ich nach der Prüfung im Mai 2010 übernommen würde. Rückblickend habe ich persönlich durch die Insolvenz viel

gelernt und eine wertvolle Erfahrung gemacht. Dafür bin ich dankbar.“ Wenn es klappt, dass Stefanie Nickerl von Personal Konzept übernommen wird, könnte sie sich ihren Traum erfüllen und in der Abendschule den Bachelor in BWL machen. „Sonst kann ich das finanziell nicht stemmen.“ Bundesagentur für Arbeit

fällen - auch die Ableistung des Dienstes in Drei-Monats-Blökken. Wo kann ich ein freiwilliges Jahr absolvieren? Wer sich für ein FSJ/FÖJ entschieden hat, dem stehen vielfältige Einsatzbereiche im In- und Ausland zur Verfügung. Durch die breite Auswahl findet jeder den Einsatzbereich, der zu ihm passt. Das FSJ kann zum Beispiel in Einrichtungen der Altenund Behindertenhilfe, der Kinder- und Jugendhilfe/Jugendar-

beit oder in Einrichtungen der Gesundheitspflege absolviert werden. Auch Mehrgenerationenhäuser, Kinderbetreuung und Schulen, der Hospizbereich oder die Selbsthilfe bieten spannende Möglichkeiten. Ferner die Bereiche Kultur, Sport und Denkmalpflege. Im FÖJ können kann man aktiv bei der Landschaftspflege, bei Kartierungsarbeiten, bei Naturschutzmaßnahmen, aber auch bei Maßnahmen der Umweltbildung und in Forstbehörden sowie weiteren ökologischen Tätigkeiten arbeiten. Einsatzstellen sind Forstämter, landwirtschaftliche Betriebe, Umweltämter, Vogelschutzwarten, ausgewählte Jugendorganisationen, Umweltschutzverbände. Sie und andere nehmen die Unterstützung von jungen engagierten Menschen gerne an. Soziale Absicherung Alle, die ein FSJ/FÖJ absolvieren, sind gesetzlich sozialversichert. Die Beiträge für die Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen, Renten- und Unfallversicherung leisten die Träger und/oder die Einsatzstelle. Die

Zeit des FSJ/FÖJ wird daher auch bei der Altersvorsorge angerechnet. Außerdem sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am FSJ/FÖJ rechtlich ähnlich gestellt wie Auszubildende. Daher besteht Anspruch auf Kindergeld und alle daran geknüpften staatlichen und tariflichen Folgeleistungen. Während Ihres Einsatzes erhalten die Freiwilligen ein Taschengeld. Unterkunft und Verpflegung werden in der Regel gestellt, können aber auch durch Geldersatzleistung erstattet werden. Wie kann ich mich bewerben? Ausführliche Informationen zum Freiwilligen Sozialen Jahr beziehungsweise zum Freiwilligen Ökologischen Jahr, wo und wie man sich bewerben muss, Erfahrungsberichte von Freiwilligen und vieles mehr sind in der Broschüre „Für mich und für andere“ zu finden, die auch im Internet abrufbar ist. http://www.bmfsfj.de/BMFSFJ/ Service/Publikationen/publikationsliste,suchbereich=engagement BMFSJ


DIENSTAG, 01. Juni 2010

laubt ja nicht, unsere ZwerG ge könnten einfach so Tritratrullala - K asperle und

das böse Krokodil im Puppentheater anschauen. Dort gibt man heute: The C lown and the Dragon! Nur auf Denglisch können die Stars unserer Kindheit noch punkten, bis am Ende der Vorstellung alles wieder gut wird, und die Kleinen richtig happy home gehen. Schließlich brauchen auch die heutigen Kids solche Events in jedweder Location. Man muss deren schöne kleine Welt nur so langsam auf die future eindenglischen, sie einbeamen auf stressige Arbeit und nervige Oldies. Dann checken die Youngsters, dass die Welt ihnen offen steht, und sie glauben der bekannten Airline, die behaupet: „ There’s no better way to fly“. Beauty, Wellness, Convenience Food, Slim food, easy living, richtige Fashion angesagter Brands setzen die Trends. Gewaschen werden die Klamotten nach dem Shopping dann in Waschmitteln mit Color Protection. Apropos „Brand“: ist es nicht geil, dass viele Jobs im Zuge der globalisierenden Verdenglischung - oder umgekehrt? - so ausgeschrieben werden, dass wir erst einmal chekken müssen, was eigentlich gemeint ist? Das fiel mir kürzlich auf, als ein „Brandmanager“ gesucht wird. Cool, dachte ich, jetzt kann man sogar Brände planen. Und das über die Payroll einer Firma! Aber Ihr wisst es bestimmt besser als ich, was gemeint war. Ein paar Aufgaben für Euch, schon mal zum Eingewöhnen. Gesucht sind: Risk-Manager, Facility Operator, Procurement Assistant, Supply Chain Manager, Key Account Manager, Programmer, Entertainer, Help Desk Clerk, 1st Level Support, Analysten, Freelancer, Store Manager and so on. Heißt demnächst die Spülkraft Dish Washing Operator? Ach für uns Frauen geht doch Shopping über alles. Come in and find out - wer kennt nicht diesen Werbeslogan, der aber nicht meint, dass man reinkommt und auch wieder raus findet. Große Shoppingmalls lieben wir. Falls man sich verliert, gibt’s ja wieder den Meeting Point. Schon in frühester Jugend, die Pampers noch zwischen den Knien bewegend, handlen die Jüngsten ganz easy Computer, Laptop, Mobile (zu „Deutsch“ Handy genannt) und anderes Equipment. Des Lesens und Schreibens später mächtig, wird gedownloaded, geforwarded, gesimst und getwittert - alleine schon eine Vergewaltigung des Wortes, das jedem Grammatiker den Schweiß in die Augen treibt.

DENGLISCH FÜR ANFÄNGER

mentoring4u.de 15

Berufsziel: „Dish washing Operator“ Wie englisch klingende Kunstwörter unsere Sprache durchsetzen

Die Freaks verstehen sich ohnehin nur noch in ihrer internen Cyberworld, unter Ausschluss des Rests der Welt. Zum Beispiel: „Ich musste die Harddisk neu formatieren, weil der falsch gesteckte Jumper zur Datenkorruption geführt hat und der Computer gecrasht ist.“ Na dann, alles paletti? Kommen wir zum Food (Futter): Da niemand morgens schon auf sein Käffchen verzichten möchte, muss ein Coffee to go her. Ein paar Snacks, zur Not aus der Back-Factory (also der Rückenfabrik oder der Fabrik da hinten?), helfen, einen Diättag zu überleben. Fingerfood gehört zu jedem Meeting mit Kunden oder dem Team oder anschließendem Get Together. Fast Food muss manchmal ordentliches Food ersetzen, obwohl sich langsam auch Slow Food, Slow Baking und healthy Nutriation zaghaft durchsetzen. Mit Smoothys tut man sich Gutes. Eine Firma bringt ihr Tätigkeitsfeld ganz klar auf den Punkt: „Trends im Vorfeld zu erkennen und mit intelligenten Natural Food und Beverage Ingredients in innovative Getränke- und Molkereiprodukte umzusetzen, das ist die Aufgabe….“. Jo, so isses. Äußerst bekannt und beliebt ist das Public Viewing, insbesondere bei Sportevents. Wer weiß schon, dass mit visitation

Nur noch Railway Station, also: Bahnhof versteht, wer dem Neusprech der Berufs- und hier besonders der Werbewelt zuhört. Da geht’s zum „Meeting Point“, wo „Nothing between us“ ist, obwohl doch „Designed to make a difference“ angesagt war. Man merkt, dass „Fly high, pay low“ keine wirkliche „Performance realisierte“ und sieht spätestens bei „Have a break, have a Kitkat“, dass das meiste wirklich nur noch für die Katz ist! oder public viewing vor allem in den USA die Aufbahrung eines Verstorbenen zur Abschiednahme gemeint ist … Obwohl das manchmal ja auch bei wichtigen Fußballspielen nicht ganz abwegig ist…..oder? (*lol*) Wisst Ihr, was das Bescheuerteste war, das ich in meiner Berufspraxis erlebte? Dass sich in einem Unternehmen deutsche Mitarbeiter Mails in Englisch schreiben und diese dann in Englisch beantwortet werden. Welch eine Performance! Richtig intelligent wird es, wenn es sich so eingedenglischt

hat, dass viele schon gar nicht mehr merken, dass sie in ihrer eigenen Sprache englische Ausdrücke verwenden. So kommt es zu der Frage: „Wie heißt denn Test oder Business auf Englisch“? Ehrlich, probiert es mal aus, ausschließlich deutsche Sätze zu sprechen. Das ist wahres Gehirnjogging, also keine Peanuts. Doch Ihr Lieben, jetzt wird’s ernst. Setzt Euch auf den Hosenboden und lernt richtiges Englisch! Fremdsprachen lernen ist keine Veranstaltung für

die Schule. Im Zuge der Globalisierung spielt Englisch eine wichtige Rolle. Dabei gilt es - je nachdem, wie viel man beruflich davon braucht - es so gut zu sprechen, dass man auch zwischen den Zeilen lesen und hören kann. Manchmal hat man es mit native speaking business partners zu tun, die (nur!) ihre eigene Sprache - schlimmstenfalls im Heimatslang - sprechen und dadurch Heimvorteil haben, aber auch mit weltweiten Partnern zu tun. Doch das entschuldigt nicht, dass es heute gravierende Mängel in der Kenntnis und Rechtschreibung unserer eigenen Sprache gibt….. (kleiner Tipp: bei langem Vokal sowie bei „ei“, „eu“, „au“ etc. bleibt es beim ß, bei kurzem Vokal wird das so genannte Buckel-S zum Doppel-S). Claro? Alsdann, bis neulich wieder mal ;-). See U soon :-) Gisela Kiefer

Für unsere mailbox Liebe Leserinnen und Leser, man sagt: „Aller guten Dinge sind Drei“. Sie lesen gerade die dritte Ausgabe Ihrer neuen Zeitung „Mentoring4u“. Ob sie gut ist, können nur Sie beurteilen. Ihre Meinung, Kritik, Anregungen oder einfach nur Reaktion auf Artikel, Aufmachung (Layout) ist uns deshalb sehr wichtig, und wir freuen uns über Ihre Post ! Einfach E-Mail an: info@mentoring4u.de. Kennwort: Feedback


SCHULE UND BERUF

16 mentoring4u.de Ein Lehrer der ganz alten Schule pflegte berufsberatend zu sagen: „Wenn Ihnen gar nichts einfällt, meine Herren, können Sie immer noch dem Rat folgen ‘Ultima ratio: aut miles aut capuzinus – als letzter Rat: Soldat oder ab ins Kloster’, womit ich natürlich nichts gegen die Bundeswehr oder die Kleriker gesagt haben will.“ Inzwischen gibt es seriösere Formen der Berufsberatung, etwa in der Hauptschule von Odelzhausen.

ie aus zementigem W Matsch und Ziegelsteinen eine Mauer wird, aus blas-

sem Mehl und verwässerten Zutaten ein kross-braunes Brötchen, aus einer angefetteten Haarsträhne ein lockeres Löckchen, das erschließt sich einem noch nie damit befassten Schüler nicht ohne weiteres. Doch mit exakt solchem Tun soll er demnächst sein Brot verdienen, auch das Eintrittsgeld für die Disco, und es soll ihm obendrein noch Spaß machen. Um diesen hohen Hürden etwas von ihrem Schrecken zu nehmen, veranstaltete die Hauptschule Odelzhausen zusammen mit zwanzig Ausbildungsbetrieben der Region am 17. Oktober letzten Jahres einen Berufsorientierungstag. Die Schulleiterin Siglinde Raetzel und die Konrektorin Cordula Weber versuchen im Rahmen des Programms AFOS – Ausbildungsplätze für Odelzhause-

DIENSTAG, 01. Juni 2010

Probieren geht über Studieren! In Odelzhausen schnupperten Schüler in ihre möglichen Traumberufe

ner Schüler Kontakte herzustellen zwischen Schülern und Betrieben mit Ausbildungsplätzen. Besonders attraktiv ist am Berufsorientierungstag für die Schüler der siebten bis neunten Klassen, dass sie keine weitere Theorieeinheit vorgesetzt bekommen, sondern selbst Hand anlegen können. Die Betriebe stellten dafür Arbeitskräfte und Material zur Verfügung, um möglichst direkte Praxisnähe zu ermöglichen. Wurst kennen die meisten Schüler nur in der aufgeschnittenen Form auf dem elterlichen Esstisch; jetzt durften sie hinter die Theke der Metzgerei sehen und erleben, was aus einem einfachen Schwein durchs Schlachthaus veredelt an köstlicher Fülle in Mutters Einkaufskorb wandert. Welches Mädchen hat sonst schon die Chance, mit einem Schlagbohrer jemandem aufs Dach zu steigen, um dort Ziegel am Lattengerüst zu befestigen? Ein völlig neues Verhältnis zur Erde bekommt, wer in der Gärtnerei im Boden buddelt und plötzlich riecht, wie gut Erde duften kann; so werden aus Schülern vielleicht einmal Gärtner. Und es streift geradezu die Dimension des Abenteuers, wenn es jemand im Friseursalon schafft, aus spärlichem Haarbestand noch eine üppige Locke zu wickeln. Beide Seiten haben etwas vom Berufsbildungstag: die

Schüler können berufliche Neigungen entdecken, entwickeln, korrigieren; die Ausbildungsbetriebe können sich nach geeignetem Nachwuchs umschauen, denn bald schon gibt es keinen Lehrplätzemangel mehr, sondern einen Mangel an geeigneten Bewerbern. „Es beginnt die Phase“, so sagte der Geschäftsführer Martin Kistler von der Wagenhofener Firma Kistler neue Energie, „wo wir kämpfen müssen, um Nachwuchs zu bekommen.“ Somit hat die Odelzhausener Grund- und Hauptschule mit ihrem Berufsorientierungstag ein Modell geschaffen, dessen gesellschaftliche Bedeutung gar nicht zu überschätzen ist. Kein Wunder, dass neben den Vertretern der kooperierenden Betriebe - die mit der Schulleitung die Hauptarbeit zu leisten hatten - auch etliche Vertreter aus Politik und Wirtschaft gekommen waren: Bundestagsvizepräsidentin Gerda Hasselfeldt, die Landtagsabgeordneten Bernhard Seidenath und Martin Güll, Landrat Hansjörg Christmann, Odelzhausens Bürgermeister Konrad Brandmair. Der Vertreter der Bundesagentur für Arbeit, Berufsberater Joachim Anders, wies daher die Nachwuchs suchenden Firmen auf die hier sprudelnden Quellen hin: „Die Betriebe sollen sehen, welches Potential an der Hauptschule vorhanden ist.“ „Ready for Business“ nannte die Schule auf gut AltbayerischSchwäbisch ihren Berufsinformationstag. Sie wurde 2009 als beste Schule Bayerns im Wettbewerb „Starke Schule – Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“, ausgezeichnet. Und am Ende hatten alle etwas davon: Die Schule die Gewissheit, hier erfolgreich Neuland betreten zu haben; die Schüler mehr Klarheit um ihre beruflichen Möglichkeiten; die Betriebe einige Kandidatinnen und Kandidaten, die sie sich über die Ausbildung als künftige Mitarbeiter ins Haus holen können. P. Roger Gerhardy OSA

Über mögliche Berufe etwas in Broschüren zu lesen, oder per Hand buchstäblich zu begreifen, was man da anfassen und machen kann, das sind erhebliche Unterschiede. Das war unter anderem möglich in der Baumschule Winkler, im Schlossbräustüberl, in Martinas Friseurstüberl. Zudem gab es im Raetzel-Parcour Preise zu gewinnen, und schließlich endete der Tag in einem rauschenden Finale. Fotos: Klaus Pilatus

IMPRESSUM

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