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I/2011

Energietechnik DAS MEER ALS PROJEKTPARTNER Wie Deutschlands erster kommerzieller Windpark entstand. >> Seite 6 KEIN PLATZ FÜR COWBOYS Bei Windparks auf Hoher See hat Arbeitssicherheit höchste Priorität. >> Seite 8 WIEVIEL WIND WEHT IM DEUTSCHEN STROMNETZ? Anteil der Windenergie an der bundesweiten Stromerzeugung. >> Seite 10 AUFBAU EINER BIOGASANLAGE IN ELLERAU Erfolgsrezept der Kommunalbetriebe Ellerau mit Satelliten-Blockheizkraftwerk.

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Es gibt kein Meer in Baden-Württemberg. Aber ein Stück Baden-Württemberg im Meer. Mitten im Meer erschließen wir das Potenzial der Windkraft: Strom für 50.000 Haushalte – erzeugt von EnBW Windpark Baltic 1, dem ersten kommerziellen Offshore-Windpark Deutschlands. Und wir gehen weiter offshore: Zusätzliche Windparks in Ost- und Nordsee sind bereits geplant. Mit jedem Kilometer auf hoher See wächst die Herausforderung. Wir begegnen ihr mit Engagement, Erfahrung und einem schlagkräftigen Team aus den verschiedensten Ländern. Aber mit einem gemeinsamen Motto: Volle Windkraft voraus!

EnBW Erneuerbare Energien GmbH Kronenstr. 26 70173 Stuttgart Telefon 0711 128-00 Offshore-Büro Hamburg Admiralitätstraße 4 20459 Hamburg Telefon 0711 128-00 www.enbw.com renewables@enbw.com


G A S T E D I T O R I A L

I M P R E S S U M

Herausgeber: (V.i.S.d.P.)

Hamburger Bezirksverein e.V. Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg Telefon 040 / 270 28 07 Telefax 040 / 27 87 70 28 Internet www.vdi-hamburg.de E-Mail bvhamburg@vdi.de

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Verleger, Grafik u. Produktion: Profi l Werbeagentur GmbH, Neugasse 26, Im Felkecenter, 55566 Bad Sobernheim

Gesamtleitung: Thomas Schreiber Lektorat: Caroline Lange Telefon 0 67 51 / 9 43 00 Telefax 0 67 51 / 9 43 01 info@pwa24.de, www.pwa24.de Gültiger Anzeigentarif: 10/2010

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Nino Druck GmbH, Neustadt/WStr. Aufl age 19.500 Erscheinungszeitraum: 1/4 jährlich. Bezugspreis: Einzelstück EUR 2,50. Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. ISSN 1436-9702

Mensch & Technik im Internet: www.menschundtechnik.com Titelfoto: Fotolia

Altes Projekt in neuem Glanz Liebe Leserinnen und Leser von „Mensch & Technik“ Wir sind wieder da! ■ Die Wirtschaftskrise und der damit drastisch verbundene Rückgang an Werbeaktivitäten der Firmen führte auch bei uns im Norden dazu, dass die sehr beliebte Druckversion unseres Magazins „Mensch & Technik“ vor nahezu zwei Jahren nunmehr im 15. Jahrgang aus Kostengründen eingestellt werden musste.

Foto: VDI Hamburg

17. Jahrgang

Wunsch aller Partner war es dennoch, das vom VDI und VDE in den Bundesländern Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein herausgegebene Technikmagazin nicht gänzlich aufzugeben. Mit engagierter und kreativer Unterstützung unserer damaligen Werbeagentur zwei:c fanden wir schließlich mit der Einführung der Internetplattform www.menschundtechnik.com eine Möglichkeit, die auf uns zukommenden Kosten deutlich zu reduzieren. Von vielen Mitgliedern erhielten wir auch den Vorschlag, das Magazin vorübergehend ganz einzustellen. Aber Sie wissen es selbst, was einmal weg ist, kommt so schnell nicht wieder! Unser Ziel war es also, „Mensch & Technik“ auf einem kostengünstigen Niveau zu halten, um es nach einer Übergangszeit wieder „in altem Glanz“ erscheinen lassen zu können. Um auf die jeweils aktuelle Internetausgabe aufmerksam und sie bekannt zu machen, wurde immer zeitgleich ein kleiner Flyer versandt, der in Kurzform auf die wichtigsten Beiträge hinwies. Nach nun fast zwei Jahren wird die Domain www.menschundtechnik.com 100 mal am Tag aufgerufen. Das Ergebnis lässt sich durchaus sehen und ist nicht zuletzt auf die interessanten Artikel und vielfältigen Beiträge und Informationen zurückzuführen. Mit der Zunahme der Wirtschaftsleistung und dem langsamen Ansteigen von Werbeanzeigen fand sich jetzt ein neuer Verlag, der zu den bisherigen mit der Werbeagentur zwei:c bestehenden Vertragsbedingungen bereit war, „Mensch & Technik“ wieder als Print-Magazin

Peter Dibowski, Vorsitzender VDI Landesverband HH.

herauszubringen. Mit der ersten Neuausgabe 2011 freuen wir uns, auch neue Partner gefunden zu haben. Jetzt mit dabei sind der VDI Bremen und der VDI Unterweser sowie der VDE Region NordWest. Damit können wir alle stolz sein, ein optisch ansprechendes und qualitativ hochwertiges Technik-Magazin im Norden für unsere Mitglieder und andere Interessierte herausgeben zu können.

Mensch & Technik auch unter: www.menschundtechnik.com Ich bedanke mich im Namen aller bisher beteiligten Partner beim Team der Werbeagentur zwei:c für die Leistungen in der Vergangenheit. Unserem neuen Verleger, der Profil Werbeagentur GmbH, wünsche ich ein gutes Händchen für eine lange gemeinsame Zusammenarbeit im Projekt „Mensch & Technik“ und dem VDI und VDE im Norden sowie allen Mitgliedern, Leserinnen und Lesern auch in Zukunft hochspannende technische Beiträge aus dem Umfeld unseres Wirkens. <<

Peter Dibowski Vorsitzender VDI Landesverband Hamburg

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I N H A L T

EDITORIAL / IMPRESSUM Altes Projekt in neuem Glanz

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TITELTHEMEN Das Meer als Projektpartner Kein Platz für Cowboys Wieviel Wind weht im deutschen Stromnetz? 700 kW-NaWaRo-Anlage im Norden Hamburg

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FACHTHEMA

Berufsinformationsmesse! Gründung eines VDIni Clubs in Kiel? Ehrenamtlicher Mitarbeiter für die Geschäftsstelle gesucht. Der AK „Umwelttechnik“ besichtigt die Elbphilharmonie Arbeitskreise Produktionstechnik, Konstruktion und Entwicklung Der VDIni Club - Lübeck entwickelt sich! Schiffbau total: Zwei-Tagestour geplant

VDI UNTERWESER

Offshore Umspannwerke für die Windparks der Zukunft Sicheres Übertragen von großen Momenten Ist der Smart Meter eine Quelle für eine höhere Effizienz?

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VERANSTALTUNGEN / TERMINE VDI Bremen VDI Hamburg VDI Mecklenburg-Vorpommern VDI Schleswig-Holstein VDI Lübeck VDI Unterweser VDE Region Nord e.V. VDE Region Nord-West

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VDI BREMEN Arbeitskreis Energie- und Umwelttechnik (AEU) Liebe Mitglieder Wechsel in der Ortsgruppe Oldenburg VDI Bezirksgruppe Oldenburg bei ATLAS Maschinen GmbH Bremer Ingenieurpreis 2010 VDI-AK Studenten und Jungingenieure (suj)

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VDI HAMBURG VDI Hamburg vergibt MBA-Vollstipendium an der HSBA Hamburg hat seinen ersten VDIni-Club VDI Hamburg startet elften „Daniel Düsentrieb-Preis“ Neue Arbeitskreise auf dem Vormarsch … Absolventinnen für Mecklenburg-Vorpommern Erste landesweite Absolventinnenbörse war ein voller Erfolg. Runder Tisch - Schülerin trifft Studentin trifft Ingenieurin

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INDUSTRIE & WIRTSCHAFT 14 15 60 67 68 69 70 72 73

KLEINE INGENIEURE

VDI-Mitglieder werben Mitglieder Als Mitglied kennen Sie die vielfältigen Möglichkeiten zur Weiterbildung, zum Erfahrungsaustausch unter Kollegen und – für Studenten – mit berufserfahrenen Ingenieuren, die der VDI als größte Ingenieurvereinigung Europas seinen über 135.000 Mitgliedern bietet. Auch die weiteren Vorteile sind Ihnen bekannt: • Im Mitgliedsbeitrag enthalten: kostenloser Bezug der VDI-Nachrichten und kostenloser Bezug der Zeitschrift „Mensch &Technik“ der Bezirksvereine HB, HH, MV, UW, SH • Info über Veranstaltungen und Techniktrends in den Arbeitsbereichen der VDI-Fachgliederung, der Sie zugeordnet sind

Informationen und persönliche Beratung zu Studium, Weiterbildung, Beruf und Karriere Kooperationspartner bieten unseren Mitgliedern besondere Konditionen an z.B.: • zu Veranstaltungen des VDI-Wissensforums • Preisnachlässe auf das komplette Buchsortiment des Springer- und VDI-Verlages • Speziell auf die persönlichen Belange der Mitglieder zugeschnittene Versicherungen • Erhebliche Ermäßigungen für Mietwagen (Hertz und Sixt) und vieles mehr.

Aufnahmeunterlagen und Prämienlisten finden Sie unter: www.vdi.de/mitgliedschaft Darum bitten wir Sie: Informieren Sie auch Ihre Freunde, Kollegen und Kommilitonen über diese Vorteile und gewinnen Sie neue Mitglieder für den VEREIN DEUTSCHER INGENIEURE. Unser Dankeschön ist eine Prämie für jedes geworbene Mitglied.

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FORSCHUNG & ENTWICKLUNG Betriebszweig: Energie aus Biomasse Mehr Motivation durch praxisnahes Lernen Ein Spiel mit dem Feuer

Die Luftballon-Rakete

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VDE REGION NORD-WEST Treffen der Korporativen Ride-O-Meter? Jungmitglieder beim e-Studentday 2010 Ingenieurinnen im VDE Nord- West e.V.

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VDE REGION NORD Interdisziplinäres Netzwerken Hochschulgruppentreffen in Stralsund vom 26. bis 27.11.2010 Exkursion der HSG Lübeck Innovationen brauchen Smart Meter Spannende VDE-Rundreise durch Namibia!

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VDI SCHLESWIG-HOLSTEIN Lübecker BV bei der Berufsberatung in St. Petri

VDI Unterweser - ein Bezirksverein stellt sich vor. Exkursion des VDI-Unterweser Bezirksvereines

Strömungskontrolle an Windkraftanlagen Der Lift für hohe Arbeitsplätze Studie bestätigt Potential für Mecklenburg-Vorpommern Beschickungssysteme und Rührwerke erweitern Produktpalette Leistung lohnt sich Die Bohr- und Förderinsel Mittelplate Biogas-Blockheizkraftwerke der Megawatt-Klasse Kompetenz präziser Grossteile Bildungszentrum für erneuerbare Energien

VDI MECKLENBURG-VORPOMMERN

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Dem Systemausfall einen Schritt voraus #MJU[TUSPNNFTTTZTUFN -JHIUOJOH.POJUPSJOH4ZTUFN-.4

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Präventive Wartung mit intelligenten Produkten Damit Sie noch besser Ăźber die Notwendigkeit von Kontroll- oder Wartungseinsätzen entscheiden kĂśnnen. Blitzstrommesssystem LM-S t &SGBTTU#MJU[FJOTDIMĂ&#x2021;HF t 8FSUFU4UPÂ&#x2022;TUSPNCFMBTUVOHFOBVT t ,PNNVOJ[JFSUVOENFMEFUPOMJOF  Ă?CFSEBT8FC*OUFSGBDF Blitzstromableiter Typ 1 PWT t 4FMCTUĂ?CFSXBDIFOEF4DIVU[TDIBMUVOH t NFISTUVGJHF'VOLUJPOTĂ?CFSXBDIVOH  NJU'FSONFMEFLPOUBLUFO Mehr Informationen unter Telefon (0 52 35) 3-1 20 00 oder phoenixcontact.de

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Meeresoberfläche bis zur Rotorenspitze 115 Meter. Allein der Rotor hat einen Durchmesser von 93 Meter. Das ist etwa die Länge eines Fußballfeldes. Das Herz des Windparks, die Umspannstation, wiegt 900 Tonnen. Diese Anlagen auf See zu errichten, war eine gewaltige technische und logistische Herausforderung, denn das Projektmanagement hatte einen oft launischen Partner – das Meer. Kapitän Matthias Ens erlebte an Bord Camaes Bay nicht nur sonnige Tage. „Große Wellenhöhen und schlechte Wetterbedingungen machen uns das Arbeiten auf See schwer“, erläutert er. Gemeinsam mit vier weiteren Kapitänen koordinierte er in der Leitzentrale in Warnemünde den Schiffsverkehr in der Sicherheitszone. Im Herbst hatten Stürme manchen ausgeklügelten Einsatzplan schlicht weggepustet. Nicht selten zwangen die Elemente zur schnellen Neuplanung von Montagevorgängen. Auf dem Festland unterstützen zeitweise bis zu 150 Menschen den Bau.

Foto: EnBW, Tim Buchheister

Während der ersten drei Monate Bauzeit wurden schwerpunktmäßig die Fundamente gesetzt. Den sicheren Stand der Anlagen sichern die so genannten Monopiles. Diese tonnenschweren Stahlpfähle wurden bis zu 33 Meter in den Meeresgrund gerammt. Aus Nyborg, Dänemark, kamen die Windkraftanlagen von Siemens. Knapp acht Stunden dauerte der Ladevorgang, dann fuhr das Installationsschiff Sea Power mit jeweils drei Anlagen ins Baufeld. Dort positionierte es sich am installierten Fundament der Anlage. Der eigentliche Bauvorgang dauerte sechs bis zwölf Stunden, je nachdem, wie Wind und Wellen mitspielten.

Die 900 Tonnen Umspannstation von Baltic 1.

Das Meer als Projektpartner Wie Deutschlands erster kommerzieller Windpark entstand. ■ Sommer 2010: Die Gischt spritzt gegen

den Bug der Camaes Bay. Der Katamaran zieht an der Ostsee-Inselgruppe DarßZingst vorbei. 16 Kilometer vor der Küste liegt eine Großbaustelle. An Bord der Camaes Bay rüstet sich die Crew mit Klettergurten und Schwimmwesten für ihren Einsatz. Ihr Arbeitsplatz ist Deutschlands erster kommerzieller OffshoreWindpark: EnBW Baltic 1. Während der halbjährigen Bauphase entstehen hier

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21 Windkraftanlagen der 2,3 MegawattKlasse mit einer Gesamtleistung von 48,3 Megawatt. Der sommerliche Arbeitstörn der Camaes Bay ist inzwischen Erinnerung, so wie viele Einsätze der bis zu 25 Spezialschiffe, die während der Bauphase gleichzeitig durch die Fluten des Baufeldes pflügten. Mittlerweile stehen alle 21 Windkraftanlagen. Jede Anlage misst von der

Die EnBW hat eine komplette Mannschaft aufgestellt, um ihre OffshoreWindparks zu bauen. „Es lohnt sich, ein eigenes Team aufzustellen, wenn man mehr als ein Projekt realisieren und die Stellschrauben der Wirtschaftlichkeit verstehen möchte“, so Stefan Thiele, Sprecher der Geschäftsführung der EnBW Erneuerbare Energien GmbH. Die Errichtung bedeutete Pionierarbeit, denn Erfahrungen bei kommerziellen Offshore-Anlagen in Deutschland sind dünn, das weltweit verfügbare Fachpersonal knapp. Bis zum Jahr 2030 sollen in Deutschland 25.000 Megawatt OffshoreWindenergie installiert werden. Dafür gibt es noch wenig Spezialisten. In Hamburg ist es gelungen, ein 40-köpfiges Team mit internationaler Offshore-Erfahrung zusammen zu stellen. Von Spe-


Foto: EnBW, Tim Buchheister

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Schwimmkran Matador mit einem Fundamentteil am Hacken und das Installationsschiff Sea Worker im Baufeld.

zialisten für Turbinen über Geologen bis zu Spezialisten für die Verkabelung unter Wasser.

Internationale Kompetenz

Der Weg der Umspannstation führte auf einer schwimmenden Plattform vom Produktionsstandort Bremerhaven durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Rostock. Heute bündelt die Umspannstation den Strom der 21 Windkraftanlagen.

Foto: EnBW, Matthias Ibeler

Während der Bauphase arbeiteten die Bauleiter in einem Planungsbüro in Warnemünde. So waren sie vor Ort, um die Bauarbeiten zu steuern. „Die Logistik einer Großbaustelle auf See ist wesentlich komplizierter als an Land“, sagt Stefan Thiele. „Unterschiedliche internationale Hersteller produzierten die Anlagen und Fundamente:

Die Windräder und Masten wurden an unterschiedlichen Orten in Dänemark produziert und verschifft, die Fundamente kamen aus Rostock und dem dänischen Aarlborg.“ Aus Köln stammen die Seekabel für die interne Parkverkabelung, die dann über Rotterdam nach Rostock gebracht wurden.

Hier wird der Strom von 33.000 Volt auf 150.000 Volt transformiert und per Seekabel ans Festland geleitet. Moderne Kran- und Installationsschiffe sind die Lastesel bei der Errichtung eines Windparks auf See. Beim Bau setzten die Logistiker auf bewährte Fahrzeuge und Besatzungen aus Dänemark und Holland, den Ländern mit der meisten Erfahrung bei Offshore-Projekten. Ihren Einsatz koordinierte das Team der EnBW und hatte dabei die aktuellsten Wettervorhersagen mehrerer Anbieter stets im Blick. Einige Arbeiten konnten nur bei fast glatter See ausgeführt werden, was in der Planung großzügige, aber kostspielige Zeitpuffer erfordert. Die Miete eines Spezialschiffs kostet sechsstellige Euro-Beträge – pro Tag. Die Komplexität eines solchen Projekts mit ihren unterschiedlichen Herstellern, Dienstleistern und Häfen ist damit eine tägliche Herausforderung für die Projektmanager und Ingenieure. Weil alle Errichtungsschritte aufeinander aufbauen, können Verzögerungen eine Kettenreaktion auslösen. Das Hamburger Offshore-Team der EnBW hat beim Bau von Baltic 1 ihre Kompetenz weiter ausgebaut. Davon wird der zweite Windpark „EnBW Baltic 2“ profitieren, den das Unternehmen ab 2012 in der Ostsee errichten wird. Er soll mit 80 Windrädern 340.000 Haushalte versorgen und mehr als 30 Kilometer vor der Küste liegen. <<

Das Installationsschiff Sea Power zieht den Stern einer Windkraftanlage.

EnBW Erneuerbare Energien GmbH

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Kein Platz für Cowboys Bei Windparks auf Hoher See hat Arbeitssicherheit höchste Priorität. ■ Menschen, die am Bau oder dem Be-

trieb eines Offshore-Windparks beteiligt sind, werden häufig gefragt, was denn eigentlich das Schwierige daran sei, „ein paar Windmühlen im Meer aufzustellen“? Schließlich sei das ja keine Raketentechnologie. Doch was an Land mittlerweile wie am Fließband läuft, ist nicht zu vergleichen mit dem Bau von Windparks auf hoher See. Denn es ist die rauhe Umgebung, die Offshore-Projekte ungleich schwieriger macht.

Foto: Matthias Ibeler

Machen wir dazu einen Abstecher in die deutsche Nordsee zu alpha ventus, Deutschlands erstem Offshore-Windpark, den Vattenfall gemeinsam mit seinen Partnern EWE und E.ON errichtet und im April 2010 in Betrieb genommen hat. Wer auf dem Umspannwerk am südlichen Ende von alpha ventus steht und umherblickt, der sieht neben zwölf majestätischen Windturbinen vor allem eines:

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Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Und dazu jede Menge Himmel. Die Insel Borkum ist 45 Kilometer entfernt, der Hafen Norddeich mehr als 70 Kilometer. Hier draußen sollte man sich keine Fehler oder Unachtsamkeiten erlauben, die das körperliche Wohlbefinden stören könnten. Der nächste Notarzt oder das nächste Krankenhaus sind ziemlich weit weg. Die Nordsee ist hier rund 30 Meter tief, im Sommer hat sie 18 Grad, im Winter drei. Wellenhöhen bis zu vier Metern kommen zwar nicht alle Tage vor, sind aber zwischen Oktober und März auch nicht ungewöhnlich. Wer unter diesen Bedingungen arbeitet, muss bei aller Begeisterung für die in Deutschland noch junge OffshoreTechnologie vor allem eines haben: einen kühlen Kopf. Den bekommt man unter anderem durch zahlreiche Trainingskurse, die Grundvoraussetzungen sind für

das „Betreten und Arbeiten auf OffshoreBauwerken“, wie es im Amtsdeutsch so schön formuliert ist: Betriebssanitäterausbildung, Arbeiten in der Höhe, Sea Survival, Helikopter-Abseiltraining, dazu medizinische Checks auf körperliche Belastbarkeit, um nur die wichtigen zu nennen. Macht man alle Trainings am Stück, ist man locker zwei bis drei Wochen beschäftigt. Doch es nützt nichts: Sicherheit für Mensch und Technik hat allerhöchste Priorität im Offshore-Sektor. Wer sich zum ersten Mal mitten über der Nordsee in mehr als 100 Meter Höhe bei steifem Nordwestwind aus einem Helikopter auf das Dach des Maschinenhauses einer Windturbine abgewinscht hat oder von einem Versorgungsboot am Fuß der Windturbine bei Wellenhöhen bis 1,50 Meter und permanent rollender See eine Aufstiegsleiter erklimmen musste, der weiß eine gute Vorbereitung und eine voll funktionierende Schutzausrüstung zu


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Abseilübung von Repower 5M, Cuxhaven.

Bei Vattenfall kümmern sich derzeit rund 40 festangestellte Mitarbeiter um die Wartung und den Betrieb der insgesamt mehr als 900 Windturbinen an Land und auf See. Hinzu kommen zahlreiche Experten von Turbinenherstellern, mit denen Serviceverträge bestehen. So sind insgesamt mehr als 100 Personen in diesem Bereich tätig. Gemeinsam stellen diese Experten den möglichst störungsfreien Betrieb der Windparks in ganz Nordeuropa sicher. Im Bereich Offshore-Wind zählt Vattenfall mit aktuell rund 700 Megawatt installierter Leistung weltweit zu den Marktführern. Rund 350 Windturbinen drehen bereits in Nord- und Ostsee und liefern von Großbritannien, den Niederlanden über Deutschland bis nach Dänemark und Schweden CO2-freien Windstrom. Ein Team von acht Arbeitssicherheitsexperten, im Fachjargon heißen sie HSE-Manager, wobei HSE für Health, Safety and Environment steht, beraten und steuern die Windsektion in allen sicherheitsrelevanten Belangen.

10.000 MW Offshore-Wind bis zum Jahr 2020 Noch steht die Offshore-Windindustrie in Deutschland am Anfang ihrer Entwicklung. Doch ein durchaus realistisches Ziel lautet, dass bis zum Jahr 2020 allein in Deutschland rund 10.000 MW Offshore-Wind installiert sein könnten. Aktuell sind es gerade einmal rund 150 MW. Aus diesen Zahlen lässt sich unschwer ableiten, dass ein hoher Bedarf an qualifiziertem Personal für den Bau, aber eben auch für den späteren Betrieb und die Wartung dieser Anlagen nötig sein wird. Künftig wird ein reger Verkehr zu und von den Windparks in Nord- und Ostsee zum Alltag gehören. Denn bei aller hochmodernen Technik, die in diesen Kraftwerken auf See zum Einsatz kommt, gilt: an irgendeiner Turbine mitten auf dem Meer wird es immer etwas zu tun geben.<< Lutz Wiese Vattenfall Europe AG, Berlin

Foto: Jan Oelker

schätzen. Dies machte sich speziell in der Inbetriebnahmephase von alpha ventus bezahlt. Während dieser Zeit waren Versorgungsschiffe mit bis zu 20 Technikern und Helikopter nahezu täglich im Pendelverkehr im Einsatz. Dabei galt stets: Etwas Mut muss man haben für so einen Job, Abenteuerlust jedoch ist fehl am Platz. Die Nordsee ist kein Tummelplatz für Cowboytypen.

Gestalten Sie mit uns Ihre Zukunft! Sicherheit und Qualität im Bereich der Windkraftzertifizierung haben einen Namen: Germanischer Lloyd Der Germanische Lloyd ist eine international erfolgreiche Unternehmensgruppe in den Bereichen Prüfung, Zertifizierung und Beratung. Unser Dienstleistungsportfolio umfasst Angebote für die maritime Branche sowie die Industrie mit Schwerpunkten in den Segmenten Öl, Gas und Renewables. Durch das Angebot und die Entwicklung von technischen High-End-Lösungen nehmen wir eine Spitzenposition im globalen Wettbewerb ein und sind für unsere Kunden ein kompetenter Partner für exzellente Qualität und Sicherheit. Mit einem expandierenden Netzwerk von weltweit mehr als 7.000 Mitarbeitern in 80 Ländern bieten wir vielfältige Möglichkeiten für Ihre individuelle Karriereplanung in einem dynamischen Unternehmensumfeld! Die Nachfrage nach technischen Experten steigt zunehmend. Deshalb verstärken wir unsere Teams in der Hamburger Unternehmenszentrale und suchen engagierte (m/w)

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Abbildung 1

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Wieviel Wind weht im deutschen Stromnetz? Windparks werden immer wichtiger. ■ Nach aktuellen Schätzungen wird der

Anteil der Windenergie an der bundesweiten Stromerzeugung auf 25 Prozent im Jahr 2025 steigen [3]. Bereits jetzt werden jährlich 8,8 Prozent des Stromverbrauchs durch Windenergie ins deutsche Stromnetz eingespeist [5]. Allein 13 Prozent des erzeugten Windstroms entfallen auf Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die sich 2010 unter den TOP fünf Bundesländern bzgl. der installierten Leistung befanden. Insgesamt sind über die Hälfte der Windenergieanlagen (WEA) in den fünf nördlichen Bundesländern aufgestellt (s. Abb. 1). Im letzten Jahr wurden 754 neuen Windenergieanlagen errichtet, wodurch die Gesamtanzahl der Anlagen in Deutsch-

land auf 21.607 und die installierte Nennleistung auf 27,2 GW anstieg (s. Abb. 2). [6]

Abbildung 2

Aufgrund einer geringeren Standortverfügbarkeit und aufgrund regionaler Bestimmungen, wie die Höhen- und Abstandsbeschränkungen, die in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt werden, ist insgesamt gesehen in den letzten vier Jahren die Anzahl der neu installierten Anlagen zurückgegangen. Auch die

VDI Hamburg vergibt MBA-Vollstipendium an der HSBA Der VDI Hamburger Bezirksverein e.V. vergibt in diesem Jahr ein Vollstipendium für einen MBA-Studienplatz an der HSBA im Wert von 30.000 Euro. Das berufsbegleitende MBA-Programm der HSBA Hamburg School of Business Administration stellt eine exzellente Möglichkeit für Ingenieurinnen und Ingenieure dar, betriebswirtschaftliche Qualifikationen zu erwerben und sich auf künftige Führungsaufgaben vorzubereiten. Neben dem MBA-Vollstipendium des VDI stehen weitere Stipendien der HSBA (Studienförderungen bis zu 50 Prozent der Studiengebühren) für besonders engagierte Ingenieurinnen und Ingenieure zur Verfügung. Die HSBA ist die Hochschule der Wirtschaft in Hamburg. Unter Federführung der Handelskammer Hamburg und in Kooperation mit über 200 namhaften Unternehmen bieten wir vier duale Bachelor- und zwei berufsbegleitende Master-Studiengänge (M.A. und MBA) für über 500 Studierende an. Der MBA-Studiengang „Business Administration and Honourable Leadership“ wird innerhalb von 24 Monaten berufsbegleitend durchgeführt. Die Präsenzveranstaltungen finden im Rahmen von zwei Vollzeitwochen und acht verlängerten Wochenenden je Semester statt. Die Studierenden sind so in den Unternehmen weiterhin integriert, können ihre Karriere und Entwicklung fördern, aber auch dem Unternehmen weiter zur Verfügung stehen. Durch ein Mentoren-Programm der

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„Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns zu Hamburg e.V.“ - einer Vereinigung von über 1000 Hamburger Unternehmern - werden die Masterstudierenden unterstützt. Die Zulassungsvoraussetzungen sind unter anderem ein gut abgeschlossenes Hochschulstudium, sehr gute Englischkenntnisse, ein Empfehlungsschreiben des Arbeitgebers, mindestens zwei Jahre Berufserfahrung nach dem Hochschulabschluss sowie das erfolgreiche Absolvieren des HSBA-Auswahlverfahrens. Weitere Informationen zur HSBA, dem Studiengang und dem Auswahlverfahren finden Sie unter: www.hsba.de/de/studium/mast er_ programm/ mba/index.php Das Studium beginnt zum 1. Oktober 2011. Bitte senden Sie uns Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen bis zum 31. Mai 2011 per Post oder E-Mail zu.

Wir prüfen Ihre Bewerbung und geben Ihnen unsere Auswahlentscheidung, die in Zusammenarbeit mit dem VDI Hamburg erfolgt, bis zum 31. Juli 2011 bekannt. Gerne laden wir alle Interessenten zu einer speziellen Informationsveranstaltung ein. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

Bewerbungen und Anfragen sind zu richten an: HSBA Hamburg School of Business Administration Alter Wall 38, 20457 Hamburg Herrn Alexander Freier Stichwort „VDI-Stipendium“ Telefon 040 / 3 61 38 - 7 43 Telefax 040 / 3 61 38 - 7 51 E-Mail alexander.freier@hsba.de


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Wirtschaftskrise hat zu Problemen bei der Finanzierung neuer Parks geführt. Inzwischen erfolgt bei den Kommunen ein Umdenken, da die wirtschaftliche Bedeutung von Windparks gerade in strukturschwachen Regionen immer wichtiger wird. Dies zeigt sich besonders deutlich in einem zunehmenden Interesse an dem so genannten Repowering. Hierbei werden mehrere bestehende ältere WEA oder ganze Windparks durch wenige neue Anlagen höherer Leistungsklasse ersetzt. Neben der Steigerung des Energieertrags erfolgt gleichzeitig eine Reduzierung der Anzahl von WEA. Zusätzlich bedeutet das Repowering eine Entlastung des Landschaftsbildes, größere Anlagen sind aufgrund ihrer geringeren Drehzahl für die Betrachter deutlich angenehmer und akustische Emissionen werden reduziert. Das Hauptpotenzial der Onshore-Windenergie liegt zukünftig im Repowering. In 2010 wurden bereits 116 WEA durch 80 moderne WEA ersetzt. Dabei wurde der Energieertrag mehr als verdreifacht. Windenergieanlage werden auf eine Betriebszeit von 20 Jahren ausgelegt, die Projektlaufzeiten älterer Anlagen liegen derzeit jedoch zwischen 12 und 15 Jahren, so dass die Anzahl der Anlagen die für ein Repowering in Frage kommen, in den nächsten Jahren deutlich steigen werden. Im Jahr 2015 können in Deutschland voraussichtlich über 9.500 Windenergieanlagen ausgetauscht werden. [4]

Offshore ist die Zukunft! Das größte zukünftige Windenergiepotenzial liegt im Offshorebereich. Im Sommer 2009 ging als erster deutscher Offshorewindpark (OWP) das Forschungs- und Testfeld „Alpha Ventus“ ans Netz. Rund 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum liefern 12 WEA mit einer Leistung von jeweils 5 MW kontinuierlich Strom für ca. 600.000 DreiPersonen-Haushalte. Der erste „kommerzielle“ deutsche Offshore Windpark „Bard 1“ ging Ende 2010 mit den ersten Anlagen ans Netz. In der endgültigen Ausbauphase verfügt der Windpark über insgesamt 80 Anlagen und eine gesamten installierte Leistung von 400 MW. Damit ist „Bard 1“ ein Pionier in Deutschland für diese Größenordnung [1]. Diese beiden OWP stehen für eine Entwicklung, die in den nächsten Jahren stark zuneh-

men wird. Seit den ersten Anträgen, die Ende der 1990er beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) eingingen, wurden bereits über 20 Offshore Windparks mit einer installierten Leistung von über 18.000 MW genehmigt. Insgesamt existieren Planungen für Windparks mit einer Gesamtleistung von über 80.000 MW. Aufgrund der fortschreitenden Projekte wird bis Ende 2011 mit einer installierten Leistung von 400 MW gerechnet [4]. Neben der Nordsee wird auch in der deutschen Ostsee Offshore geplant und gebaut. Die installierte Leistung liegt bisher bei über 45 MW mit 21 Anlagen. Die geringere Größe und die starke Mehrfachnutzung (Schifffahrt, Fischerei und Naturschutz) führten im Vergleich zur Nordsee zu einer geringeren Anzahl an potenziellen Standorten für Windparkprojekte in der deutschen Ostsee. Derzeit sind drei Windparkprojekte genehmigt, drei weitere Parks sind in Planung [2] und einer befindet sich kurz vor der Inbetriebnahme. „Baltic 1“ wird insgesamt 21 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 48 MW umfassen [8] und der Wegbereiter für die OffshoreWindenergie in der Ostsee sein. Unter Berücksichtigung der im Genehmigungsverfahren befindlichen Windparks, ist in den kommenden Jahren eine installierte Leistung von über 1.300 MW in der Ostsee zu erwarten. Somit bietet die Windenergiebranche den teils strukturschwachen Küstenregionen erhebliche wirtschaftliche Perspektiven und wird zu einem festen Standbein im regionalen Arbeitsmarkt. An diesen Standorten werden die einzelnen WEA-Komponenten produziert, gelagert und zu ihren Bestimmungsorten transportiert. Neben dem Binnenmarkt liegt für die in Deutschland ansässigen Windenergieunternehmen ein entscheidendes Wachstumspotenzial im internationalen Vertrieb. Die Exportquote der deutschen Windindustrie betrug im Jahre 2009 bereits 75 Prozent, insbesondere in die Hauptabsatzmärkte Europa, Nordamerika und Asien. Der Einbruch des US-amerikanischen Markts führte im Jahre 2010 zu Exporteinbußen, die vor allem durch neue Absatzmärkte in China ausgeglichen werden konnten. [7] Die Entwicklung zeigt, dass einige Hersteller bereits mit einer eigenen Komponentenfertigung im Ausland vertreten sind.

Die Vorreiterrolle Deutschlands im Sektor der erneuerbaren Energien, im speziellen das Engagement in der Windenergie, hat dies ermöglicht und trägt zum weiteren Wachstum bei. Abschließend kann für die Windenergie ein großes Potenzial festgehalten werden. In Deutschland liegt dieses im Onshoresektor im Repowering von älterer Anlagen und Windparks durch moderne leistungsstarke Multimegawattanlagen. Zukünftig werden insbesondere der Offshore-Markt und das internationale Geschäft im Mittelpunkt stehen. In Abhängigkeit der zukünftigen politischen Rahmenbedingungen befindet sich nach aktuellem Stand das Ziel der 25 Prozent Windenergie im deutschen Stromnetz bis 2025 in einem durchaus erreichbaren Rahmen. << Text und Grafiken: fk-wind: Institut für Windenergie, Hochschule Bremerhaven

Quellennachweis: [1]

Bard Engineering GmbH, Offshore Windkraftanlagen

[2] Bundesamt für Schifffahrt und Hydrography, Offshorewindparks, Stand Januar 2011 [3] Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Windenergie [4] Bundesverband WindEnergie e.V., Jahresbilanz Windenergie: Inlandsmarkt muss gestärkt werden, Januar 2011 [5] DEWI GmbH, Status der Windenergienutzung in Deutschland – Stand 30.06.2010 [6] DEWI GmbH, Status der Windenergienutzung in Deutschland – Stand 31.12.2010 [7] DEWI GmbH, Exportschlager Windenergie – Deutsche Windindustrie nutzt die Chancen des Weltmarkts, Juli 2010 [8] EnBW AG, EnBW Windpark Baltic 1, Stand Januar 2011

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700 kW-NaWaRo-Anlage im Norden Hamburgs Erfolgsrezept der Kommunalbetriebe Ellerau mit Satelliten-Blockheizkraftwerk. 1.100 Meter lange erdverlegte Gasleitung geführt. Diese Variante stellte sich als deutlich wirtschaftlicher dar, als die Anordnung des BHKW’s auf der Biogasanlage und Verlegung von Fernwärmeleitungen.

Biogasanlage Ellerau.

■ Nachdem das Freibad der Gemeinde Ellerau baulich saniert wurde, stand die Sanierung der Anlagentechnik inkl. des direkt mit Erdgas befeuerten Beckenwassererwärmers an. Gleichzeitig bestand das Ziel, die Erschließung eines Neubaugebietes für ca. 80 Grundstücke mit einer Bruttogeschossfläche von 27.000 m 2 voranzutreiben.

Infolgedessen wurde von ENERATIO ein Konzept entwickelt, mit dem das Freibad, das Neubaugebiet sowie die sich in der Nähe befindlichen öffentlichen Gebäude regenerativ versorgt werden konnten. Die Gemeinde prüfte die Umsetzbarkeit in Hinblick auf verfügbare Grundstücksflächen für die Biogasanlage sowie den Substratanbau. Zudem wurde die Genehmigungsfähigkeit der Biogasanlage und deren Übereinstimmung mit dem bestehenden Flächennutzungsplan überprüft. Als alle Punkte positiv beschieden waren, wurde noch die letzte Hürde zum wirtschaftlichen Betreiben einer Biogasanlage genommen: Es wurde eine Anstalt öffentlichen Rechts, die Kommunalbetriebe Ellerau (KBE), gegründet, die seitdem die Biogasanlage, die Fernwärmezentrale, die Fernwärmeleitungen sowie das Wasser-, Abwasser- und Telekommunikationsnetz betreiben. Gleichzeitig wurden das Freibad sowie der Bauhof mit unter das Dach der Kommunalbetriebe aufgenommen. Damit war ein wirtschaftliches Arbeiten und Ausschreiben möglich. Die Biogasanlage wurde funktional ausgeschrieben, wobei die möglichen Ein-

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satzstoffe vorgegeben waren und so die einzelnen Bieter ihr eigenes Anlagenkonzept unter Angabe der voraussichtlichen Biogasproduktion anbieten konnten. In einer beschränkten Ausschreibung wurde der wirtschaftlichste Bieter des Biogas-Blockheizkraftwerkes ermittelt. Der Gesamtwärmebedarf beträgt ca. 2.500 MWh/a. Davon deckt der Wärmebedarf des Freibades den Minderbedarf der Wohnanlage im Sommer, so dass eine gleichmäßige Wärmeabnahme über das ganze Jahr vorliegt. Zur Sicherstellung der Wärmeversorgung bei Ausfall des BHKW’s oder der Biogasversorgung und zur Spitzenlastabdeckung wurden zusätzlich zwei Erdgaskessel mit je 895 kWth eingeplant. Da es sinnvoll ist, die Wärmeerzeuger möglichst nah an der Wärmesenke zu platzieren, wurde eine Heizzentrale direkt auf dem Gelände des Freibades und in unmittelbarer Nähe des Neubaugebietes errichtet. Das Biogas wird über eine Druckerhöhungsanlage und über eine

Wärmebedarf mit Freibad.

Die Biogasanlage wurde für eine Biogaserzeugung von ca. 250 Nm3 /h Biogas konzipiert. Insgesamt wären hierzu ca. 10.000 t/a Maissilage notwendig gewesen. Die hierfür notwendigen Fahrsilos wurden auf der Anlage als Schrägwandsilos erstellt. Für die benötigten ca. 250 ha Ackerfläche zum Maisanbau wurden mit den Landwirten aus der Region mehrjährige Anbauverträge zu festgelegten Konditionen geschlossen. In diesen Verträgen verpfl ichten sich die Landwirte auch zur Abnahme des anfallenden Gärsubstrates. Die Biogasanlage besteht im Wesentlichen aus einem Hauptfermenter mit einem Volumen von 2.200 m3 sowie einem Nachgärer (2.200 m3) und einem abgedeckten Endlager (2.900 m3). Der Hauptfermenter und der Nachgärer sind beheizt und werden von jeweils drei Tauchmotor-Rührwerken durchgerührt. Die Anlage wird im mesophilen Bereich bei 39°C betrieben. Zur Speicherung des Biogases steht insgesamt in den drei Behältern ein Volumen von fast 4.000 m3 zur Verfügung. Noch vor Beginn der Ausführung wurde seitens des Anlagenherstellers versichert, dass die Biogasanlage durch Erhöhung der geplanten Faulraumbelastung von 3,3 kg OTS/m3 ,d die Möglichkeit bietet eine deutlich höhere Gaserzeugung zu realisieren. Aus diesem Grunde wurde die an der Biogasanlage geplante Gaskesselheizanlage zur Beheizung der Fermenter verworfen und stattdessen ein zweites BHKW-Modul mit einer elektrischen Leistung von 192 kWel aufgebaut. Dieses Modul steht zur Beheizung der Fermenter sowie der sich auf der Biogasanlage befindlichen Nebenräume zur Verfügung und erzeugt fast 1.500 MWh EEG Strom, der über eine Trafostation in das Mittelspannungsnetz des vorgelagerten Betreibers eingespeist wird. Die Faulraumbelastung wurde bis heute auf 4,8 kg OTS/m3 ,d erhöht. Dabei wird der Prozess ständig überwacht und das


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Lageplan.

Gä rsubstrat beprobt. Durch die hierauf angepasste Fahrweise konnte das Verhältnis der flüchtigen organischen Säuren zur Carbonat-Pufferkapazität ständig zwischen 0,3-0,5 gehalten werden. Um die größere Silage- und Gärsubstratmenge aufzunehmen wurde im Jahre 2009 ein weiteres Fahrsilo und ein Endlager mit weiteren 1.600 m3 gebaut. Damit der Schwefelgehalt im Biogas zusätzlich zu der sich bereits in den Fermentern befindlichen natürlichen Entschwefelung weiter reduziert wird und um den Kondensatausfall auf der Gasleitung zum Freibad zu minimieren, wurde eine Gaswasch-Trocknungs-Anlage vor dem Druckerhöhungsgebläse aufgebaut. So wird sichergestellt, dass grundsätzlich trockenes Biogas mit dem erforderlichen Mindestdruck am BHKW ansteht. Die neu erstellte Heizzentrale auf dem Gelände des Freibades beinhaltet neben den beiden Erdgaskesseln das BiogasBlockheizkraftwerk mit einer elektrischen Leistung von 537 kW. Der Strom wird über eine Trafostation beim vorgelagerten Netzbetreiber eingespeist. Die entstehende Wärme wird über das Fernwärmenetz zur Versorgung des Neubaugebietes und des Freibades genutzt. Mittlerweile sind auch weitere Gebäude, wie das Bürgerhaus und das Tenniszentrum, an das Fernwärmenetz angeschlossen. Somit ist es möglich, die nach EEG vorgesehenen Boni auf die Grundvergütung zu beziehen. Dadurch, dass ausschließlich Maissilage, Roggen-GPS und Grassilage eingesetzt werden, konnten die Voraussetzungen zur Erlangung des Technologiebonus erreicht werden. So erhielten die Kommunalbetriebe für die am Freibad erzeugte Strommenge in Höhe von ca. 4.000 MWh/a neben der Grundvergütung den Bonus für NaWaRo, KWK-Bonus, Technologie-Bonus, in Summe eine durchschnittliche Vergütung von fast 19

Cent/kWhel. Die erzeugte Wärme wird den Abnehmern im Neubaugebiet sowie mittlerweile deutlich mehr anschlusswilligen Verbrauchern zu einem Wärmepreis, der deutlich unter dem Erdgaspreis liegt, angeboten. Mit Einführung des EEG 2009 wurde ein weiterer Bonus, der Formaldehyd-Bonus, in Höhe von 1 Cent/kWel in Aussicht gestellt, wenn der Wert von 40 ppm Formaldehyd im Abgas eingehalten wird. In diesem Zuge wurde ein Aktivkohlefilter an der Biogasanlage nachgerüstet, der das getrocknete und nacherwärmte Biogas von den Reststoffen an Schwefel befreit. Zusätzlich wurde ein Katalysator in die Abgasleitung am BHKW eingebracht. Der Grenzwert wurde hiermit deutlich unterschritten und ein weiterer Bonus erreicht. Die Anlage ist im Oktober 2007 in Betrieb gegangen und wurde über einen Zeitraum von einem halben Jahr langsam und kontinuierlich bis auf Volllast hochgefahren. Sämtliche Betriebsdaten und Verbräuche werden seitdem aufgezeichnet und ausgewertet. Im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2010 wurden ca. 13.000 t Frischmasse als Substrat eingebracht. Hiervon waren 90 Prozent Maissilage, der Rest Roggen-GPS und Grassilage. Insgesamt wurden ca. 2,6 Mio. Nm3 Biogas pro Jahr hergestellt und damit über 10 Prozent mehr erzeugt als nach den spezifischen Gasertragsraten, die gemäß der allgemeinen Literatur prognostiziert wurden. Von beiden BHKW’s werden insgesamt ca. 5.600 MWh/a elektrische Energie erzeugt und eingespeist. Der Eigenbedarf der Biogasanlage inkl. Gasdruckerhöhung und Gaswaschtrockner beträgt nur 350 MWh/a, entsprechend 6,3 Prozent. Das BHKW an der Biogasanlage mit 192 kWel. kam auf 8.000 Betriebsstunden/a und läuft problemlos. Das BHKW am Freibad mit 537 kWel hatte immer wieder Motorprobleme, die letztendlich in einem Motorschaden im Sommer 2009 endeten. Der Motor wurde vom Hersteller ausgetauscht und zeigte danach ein deutlich verbessertes Laufverhalten.

BHKW - Gasaufbereitung, Aktivkohlefilter.

Allerdings treten seit Sommer 2010 wieder erneut Motorstörungen bezogen auf die Volllast der Maschine auf, so dass diese zur Zeit nur leistungsreduziert auf 90 Prozent betrieben werden kann. Auf Grund regelmäßiger Gasanalysen ist davon auszugehen, dass es sich bei der Störung um ein motortechnisches Problem handelt, welches zur Zeit leider noch nicht gelöst werden konnte. Trotz des Ausfalls und der Leistungsreduzierung konnten die prognostizierten Stromerzeugungswerte fast erreicht werden. Fazit: Mit der Gründung der Kommunalbetriebe und der detaillierten Planung und Umsetzung des Konzeptes konnten die prognostizierten Ergebnisse erreicht werden. Immer mehr Verbraucher wünschen sich den Anschluss an das fast komplett regenerativ betriebene Fernwärmenetz. Gerade als Standortfaktor für die Neubauten ist der Anschluss vorteilhaft, da hiermit Teile der EnEV in Bezug auf die Wärmeversorgung schon erfüllt werden und es so zur Investitionskostenminderung im Bereich der Gebäudedämmung führen kann. Durch den wirtschaftlichen Betrieb der Anlage haben sich die KBE zusätzlich als öffentlicher Arbeitgeber etabliert, der gleichzeitig durch Übernahme von Kommunalen Aufgaben die Gemeinde erheblich entlastet. << Text und Abbildungen (4): Dipl.-Ing. Olaf Ahrens ENERATIO Ingenieurbüro, Hamburg www.eneratio.de

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Strömungskontrolle an Windkraftanlagen ■ Wirbelgeneratoren werden häufig in

Die Firma Smart Blade ist auf Methoden zur Strömungskontrolle an Windkraftanlagen spezialisiert. Ein aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der Entwicklung von optimierten Wirbelgeneratoren für industrielle Anwendungen. Bewährte Konzepte und wissenschaftliche Erkenntnisse werden hier mit innovativen Ansätzen verbunden, um die Wirksamkeit der VGs zu maximieren und

Wirbelgeneratoren und die Position auf dem Rotorblatt wurden anhand von Simulationen untersucht, um die beste Bauform zu entwickeln. Foto: Smart Blade GmbH

der Industrie verwendet, um die Leistung von Windkraftanlagen zu erhöhen. Sie erzeugen Längswirbel nahe der Grenzschicht, die energiereiche Strömung in die Nähe der Oberfläche transportieren und dadurch die Gefahr der Strömungsablösung vermindern. Wegen ihrer Zuverlässigkeit und einfachen Anwendung sind Wirbelgeneratoren (VGs) eine bewährte und gut erforschte Methode zur passiven Strömungskontrolle. Da sich die Profilform und der Anstellwinkel entlang der Flügel deutlich ändern, ist es sinnvoll, angepasste Bauformen zu verwenden.

Testblatt im Windkanal. Mittels noninvasivem Lasermessverfahren wird die Struktur der erzeugten Längswirbel ermittelt.

gleichzeitig möglichst wenig zusätzlichen Strömungswiderstand zu erzeugen.

Lasermessverfahren Zahlreiche geometrische Parameter wie beispielsweise die Höhe relativ zur Grenzschichtdicke, der Anstellwinkel, der Abstand zwischen benachbarten

Klar, Sie könnten ohne Kupfer leben Allerdings benötigt man

200 km

Um diese VGs zu testen, wurden ausführliche Windkanalmessungen durchgeführt. Dabei kam eine digitale SechsKomponenten-Waage zum Einsatz, mit der die auf das Profil wirkenden Kräfte und Momente exakt bestimmt wurden. Zusätzlich wurde „Particle Image Velocimetry“, ein noninvasives Lasermessverfahren, eingesetzt. Durch die Mittelung von je 600 Geschwindigkeitsfeldern konnten so genaue Informationen über den Verlauf von Position und Stärke der Wirbel entlang des Profils gewonnen werden. Die neue Generation von Wirbelgeneratoren wurde bereits im Feld getestet und zeigte auch dort sehr gute Eigenschaften. <<

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Der Lift für hohe Arbeitsplätze Foto: HighStep Systems AG

Schneller Aufstieg in Windkraftanlagen, an Masten oder Bauwerken aller Art.

■ Aufzüge sind als bequemer Zugang zu

hohen Bauwerken aus unserer technisierten Welt nicht wegzudenken. Neben Gebäuden besitzen bereits viele technische Objekte, z.B. Windkraftanlagen, Aufzüge. Jedoch stellen diese stationären, konventionellen Lifte nicht für alle Objekte eine Lösung dar. Eine Schweizer Innovation löst die Probleme herkömmlicher Aufzüge: „der HighStep Lift“. Der Leser stelle sich einen Hochspannungsmast mit Aufzug vor. Dies ist nicht nur viel zu teuer, sondern das Gerät wäre

auch permanent den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Werden andererseits Aufzüge z.B. in Windkraftanlagen vorgesehen, so besteht ein Missverhältnis zwischen Investition und Nutzungsdauer. Gebäudeliften und Befahranlagen gemeinsam ist zusätzlich der Nachteil, dass sie bereits während der Planung der Bauwerke vorgesehen werden müssen; ein nachträglicher Einbau ist nur mit hohem Aufwand möglich. Diese Nachteile räumt der HighStep Lift aus. HighStep bietet dem Anwender einen sicheren, ergonomischen, automatisierten Zugang zum Höhenarbeitsplatz. Die Systembasis ist eine Schiene, die über die gesamte Länge des Bauwerks mit diesem fest verbunden ist. Entlang der Schiene bewegt man sich mit wählbarem Steiggerät, z.B. mit dem HighStep Lift. Daneben gibt es das mechanische Gerät zum Selbstaufstieg, den HighStep Easy. Jedes Steiggerät wird zum Einsatz mitgebracht -

auch der Lift. Aufgrund der fehlenden Kabine ist der Lift leicht, handlich und wird einfach in die Schiene eingehängt. Kabel braucht es keine, da das Gerät mit Akkus betrieben wird. Mit einer einzigen Akku-Ladung überwindet der Lift bei einer Nutzlast von 150 kg eine Steighöhe von mindestens 1000 m. Und dabei fährt das Gerät sehr zügig mit mehr als 30 m/ min. Der Kostenvorteil des Systems liegt auf der Hand. Statt überall konventionelle Lifte einzubauen, braucht es nur noch die Schiene am Bauwerk. Ein einziger Lift im Service-Wagen wird von Bauwerk zu Bauwerk mitgenommen. Das Gesamtsystem ist so kompakt, dass nun auch bestehende Bauwerke ohne Aufzug mit dem tragbaren, innovativen HighStep Lift nachgerüstet werden können. <<

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Offshore Umspannwerke für die Windparks der Zukunft ■ Die schnell wachsende Zahl der Hochsee-Windparks stellt die Hersteller von Offshore Umspannwerken vor eine ganze Reihe neuer Herausforderungen, bietet ihnen aber auch hoch interessante Nachfrageperspektiven. Daher sind hochseetaugliche Umspannwerke mehr denn je ein Schwerpunkt ihrer Innovationstätigkeit. Ein Umspannwerk im offenen Meer muss bestimmte funktionale Anforderungen erfüllen. Solche Anlagen sind unverzichtbar geworden, weil die großen Entfernungen der Windparks zur Küste sonst erhebliche Übertragungsverluste zur Folge haben. Nur: wie genau müssen Hochsee-Umspannwerke konstruiert sein? Offshore Umspannwerke gibt es erst seit 2002; eines der ersten durch ALSTOM Grid realisierte war Bestandteil des britischen Windparkprojekts „Barrow“. Die Umgebung war extrem rau, das Wetter schränkte die Zugangsmöglichkeiten ein; all das waren neue Herausforderungen. Zu Anfang halfen die Erfahrungen aus der Erdöl- und Erdgasindustrie weiter, für die die Kosten der Montage und Aufstellung von offshore Plattformen ein geringeres Problem darstellt. Windparkprojekte hingegen sind deutlich kostenempfindlicher, so dass schnell dazugelernt werden musste, damit die Anforderungen und der Zeitaufwand für Aufstellung und Instandhaltung im Rahmen bleiben.

tor (110/33 kV 60 MVA) mit patentiertem hermetischem Design. Durch konstruktive Maßnahmen und weniger Nebeneinrichtungen konnte der Wartungsaufwand hier verringert werden. Das ebenfalls in deutschen Gewässern geplante Umspannwerk Borkum West II wird aus zwei 225 MW-Leistungstransformatoren (33/155 kV) mit innovativer Meerwasserkühlung bestehen.

Erster Schritt.

Dennoch ist die Notwendigkeit weiterer Innovationen seit Längerem offensichtlich. Die Piles (Stützen) im Meeresgrund zu verankern und schwere Plattformen mit Hilfe spezieller Schwerlastkranschiffen in Position zu bringen, ist extrem kostenintensiv. So kostet jeder Einsatz eines solchen Kranschiffes etwa eine Million Euro und ein schlechtkalkulierbares Wetterrisiko. Das eigentliche Problem war der konstruktive Ansatz an sich, bei dem die Systeme des Umspannwerks in eine bereits vorgegebene Plattformstruktur angepasst werden mussten, was sich als kompliziert und ineffizient zugleich erwies.

Zweiter Schritt.

Innovative Lösungen

Die ersten Offshore Umspannwerke

Es wurde daher mit der Entwicklung eines umfassenden Plattformkonzepts begonnen, mit dem Ziel, den Kostenaufwand und die Risiken beim Bau, bei der Montage und im Betrieb zu optimieren. Dabei sollte die Form der Funktion folgen und nicht umgekehrt.

Offshore Umspannwerke lassen sich nach verschiedenen Prinzipien konstruieren; in Barrow beispielsweise kam die herkömmliche, aus der Öl- und Gasindustrie bekannte Jacket-Topside-Struktur zur Anwendung. Der Transport Plattform zum offshore Errichtungsort verzögerte sich allerdings aufgrund der schlechten Witterung um mehrere Tage. Auch die erhöhte Korrosion aufgrund von Nässe, Temperaturschwankungen und Salzgehalt in Wasser und Luft stellte die Ingenieure vor erhebliche Probleme. Mit Alpha Ventus folgte anschließend ein weiteres Projekt mit Jacket-Topside-Struktur. Die Anlage bestand unter anderem aus einem ONAN-gekühlten Leistungstransforma-

Die Konstrukteure entschieden sich für eine schwimmfähige, sich selbst installierende Plattform, wie sie bereits aus der Öl- und Gasindustrie bekannt war. Die offshore Umspannplattform besteht aus einer Tragstruktur mit Kabelführungen und einem mächtigen Ponton, in dem sich der Transformator und die übrigen elektrischen Systeme befinden, wodurch sie gegen die stark korrosive Atmosphäre auf hoher See geschützt sind. Ponton und Systeme werden an Land montiert und dann zu ihrem Standort geschleppt, wo die Stahlstützen zum Meeresgrund herabgelassen werden. Dieses Verfahren ermöglicht einen weitgehenden Verzicht auf Schwerlastkranschiffe, ist weniger

Dritter Schritt.

Fotos und Grafi ken: Alstom Grid GmbH

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zeitaufwändig, da Jacket und Topside bereits zusammengefügt sind. Ein umweltfreundlicherer Ansatz ist es, wenn Saugglocken, anstatt des lärmintensiven Einsatzes von Rammpfählen, der Vorzug gegeben wird. Außerdem können die Fundamente nach Ablauf ihrer Lebensdauer vollständig entfernt werden. Ein weiteres zurzeit entwickeltes Konstruktionsprinzip vereint die Vorteile eines Jackets mit denen eines schwimmfähigen Pontons, ist insgesamt kompakter und somit, wegen des geringeren Stahlverbrauchs, auch kostengünstiger. Zudem macht es das Ziehen der Kabel deutlich einfacher. Jedes offshore Umspannwerk muss das Einziehen schwerer Kabel ermöglichen, die vom Meeresgrund bis zum Deck reichen und je nach Kabeltyp bei Längen bis zu 50 Metern bis zu 100 Kilogramm pro Meter schwer sind. Die neuen Lösungen ermöglichen eine verbesserte Kabelführung und damit verbunden ein einfacheres Ziehen der Kabel.

Die zukünftigen Herausforderungen Standardlösungen sind derzeit noch äußerst rar, da sich die Windparkprojekte selbst sehr stark von einander unterscheiden. In der Ostsee z. B. muss das Gewicht von Eis- und Schneebelag einkalkuliert werden, so dass die Strukturen dort tragfähig und leicht zugleich sein müssen. Bei anderen Projekten sind die standortspezifischen Anforderungen oder Betriebsbedingungen wiederum anders geartet. Jeder Kunde hat seine eigenen Vorgaben und Lastenhefte für die elektrischen Systeme, z. B. in Hinblick auf

das Redundanzniveau, die Verfügbarkeit oder die Wartungsanforderungen. Der integrative Konstruktionsansatz scheint sich zu bewähren, denn er ermöglicht den Bau und die Aufstellung schlüsselfertiger Umspannwerke einschließlich der Tragstruktur mit einer reduzierten Anzahl von Schnittstellen und ist daher mit deutlich weniger technischen Risiken verbunden. Dies ermöglicht die perfekte Umsetzung des 3F-Prinzips „Form Follows Function“! Es bestehen beste Chancen, diese Lösungen für die vielen in Nord- und Ostsee geplanten Windparkprojekte als Standard zu etablieren.

Grünes Licht für die Offshore Plattformen der Zukunft Sie spiegeln den neuesten Stand der Technik wider und haben erste Kunden gefunden: die neue Generation schwimmfähiger, selbst installierender offshore Umspannplattformen für Hochspannungsnetze. Die Projekte heißen „Global Tech 1“ und „Baltic 2“. Der offshore Windpark Global Tech 1 der Wetfeet Offshore Windenergy GmbH in der deutschen Nordsee wird mit Hilfe der ALSTOM Offshore Plattform (AOP) an ein offshore HGÜ-Netz angebunden. „Global Tech 1“ wird 80 Windenergieanlagen von je 5 MW Leistung umfassen und somit eine Gesamterzeugungskapazität von 400 MW haben. Der Park ist in etwa 100 km Entfernung von der Küste in Wassertiefen von bis zu 40 m geplant. Alle elektrischen Systeme befinden sich innerhalb der Plattform. Die Inbetriebnahme kann somit „kalt“, also im Wesentlichen

bereits auf dem Festland, stattfinden. Das erhöht die Sicherheit und spart Kosten. Die AOP bietet ein breites Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten bei nur minimalen Risiken während der Aufstellung. Sie verkörpert das offshore Umspannwerk der Zukunft. Der offshore Windpark Baltic 2 der EnBW Erneuerbare Energien GmbH in der deutschen Ostsee wird 80 Windenergieanlagen von je 3,6 MW Leistung umfassen und somit eine Gesamterzeugungskapazität von 288 MW haben. Der Park ist etwa 30 km nördlich der Insel Rügen in Wassertiefen von 23 m bis 44 m geplant. Der Anschluss von „Baltic 2“ wird mithilfe einer offshore Umspannplattform realisiert, die auf dem Konzept, einer neuartigen Designkombination zwischen einer traditionellen Jacket-Topside-Konstruktion und einer innovativen schwimmfähigen und selbst installierender Plattformkonstruktion basiert. Die Verwendung einer Gründungsstruktur in Jacket-Bauweise führte zu einer Reduktion des Stahleigengewichts durch eine signifikante Spannweiten-Minimierung. Im anschließenden Betrieb beherbergt die Umspannplattform alle Betriebsmittel für den Netzanschluss des offshore Windparks. Durch die vollständige Einhausung wird ein umfassender Schutz der Betriebsmittel garantiert. Nach Ende der Betriebsdauer ist ein vollständiger Rückbau möglich. <<

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Sicheres Übertragen von großen Momenten Einsatz von SUPERBOLT®-Spreizbolzen an Kupplungen. ■ Mittels Spreizbolzen lässt sich die

Verschraubungsqualität an Kupplungen hoher Leistung steigern. Neben einer hohen axialen Verspannung bieten SUPERBOLT®-Spreizbolzen auch eine hohe radiale Vorspannkraft, wodurch die Steifigkeit der Kupplung wesentlich erhöht wird. Anders als bekannte hydraulische Systeme sind diese Spreizbolzen rein mechanisch, Kosten für Ausrüstung und Wartung werden so gesenkt.

Einführung In Kraftwerken kommt man nicht ohne lösbare Schraubverbindungen aus. Bedingt durch die hohen Kräfte werden Schrauben großen Durchmessers verwendet, die sich oft nur mit großem Aufwand spannen oder wieder lösen lassen. Speziell problemhaft sind Verschraubungen, die neben sehr großen Durchmessern auch noch kurze Klemmlängen aufweisen. Je nach Konstruktionsphilosophie und Anwendung, aber auch abhängig von behördlichen Auflagen, werden solche Kupplungen rein auf Formschluss, rein auf Reibschluss oder auch in Kombination von beiden ausgelegt. Jedoch können auch hohe Sicherheitszuschläge nicht verhindern, dass sich solche Verbindungen aufgrund von Setzungserscheinungen und Mikrobewegungen über längere Zeit lockern. Die Folge sind Spannungskonzentrationen im Bereich der Bolzenbohrungen und/oder entlang der Kontaktflächen der Flansche, die schließlich zu Schäden und nicht selten zu Ausfällen führen. Eine technisch hochstehende Alternative hierzu sind radial auf Spiel Null

einstellbare Formschlussverbindungen. Mittels einer hydraulischen Reckvorrichtung wird ein kegeliger Bolzen in eine entsprechende Hülse gezogen, die sich aufweitet und die Bohrung formschlüssig ausfüllt. Durch Recken von der Gegenseite gegen eine der Muttern wird die Teilfuge zur Erzeugung von Reibschluss zusätzlich axial vorgespannt. Eine zweite Mutter hält das System im vorgespannten Zustand. Nachteilig sind der hohe apparative Aufwand und die erforderliche hohe Bearbeitungsgenauigkeit, was gerade bei kleinen Stückzahlen, kostentreibend wirkt. Ein weiterer Nachteil ist die mangelnde Genauigkeit der erreichten Vorspannkräfte, da die hydraulischen Reckverluste nur schwer zu bestimmen sind. Ein besserer Weg zu hochbelasteten lösbaren Verbindungselementen an starren Kupplungen wird mit vorspannbaren Spreizbolzen erreicht. Geblieben gegenüber früher ist der kegelige Bolzen, der in eine entsprechende Hülse gezogen wird. Neu ist, dass die Konushülse längs geschlitzt ist und sich dadurch stärker aufweiten kann. Dies ermöglicht gröbere Fertigungstoleranzen und wirkt dadurch kostensenkend. Sämtliche Lage- und Formabweichungen dürfen zusammen innerhalb des Toleranzfeldes H11 liegen. Noch wichtiger ist, dass mittels der geschlitzten Konushülse höhere Radialkräfte erzeugt werden können, die es ermöglichen, in Umfangsrichtung eine radiale Vorspannkraft zu erzeugen. Mikrobewegungen werden dadurch verunmöglicht, die Kupplung wird steifer.

Druckschrauben aus kleinem Spannmoment hohe Druckkräfte dank - kleinem Gewinde - ø - kleinem Aufstands - ø Mutterkörper große Anzahl von Druckschrauben garantiert hohe Vorspannkräfte im Bolzenquerschnitt Druckscheibe schützt Flansch vor hohen Belastungen Bolzen wird nur auf Zug beansprucht

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Die erforderlichen hohen Axialkräfte werden durch SUPERBOLT®Spannelemente mit Vielfachschrauben (SVS) erzeugt, die sich in ähnlicher Ausführung zum Vorspannen von Verschraubungen aller Art bereits seit Jahren bewährt haben. Um einen Mutterkörper ist eine Vielzahl von kleinen Druckschrauben konzentrisch angeordnet, sie stützen sich auf einer Druckscheibe ab. Durch Anziehen der einzelnen Druckschrauben wird eine hohe Axialkraft erzeugt, die einerseits die Konushülse radial vorspannt, und andererseits - von der Gegenseite gespannt - die erfor-

Verschraubung mit Spreizbolzen.

derliche Klemmkraft für den Reibschluss erzeugt. Da rein mechanisch gespannt, ist kein Rückfedern oder Setzen zu erwarten, weshalb diese Elemente bis zum maximal Möglichen des Bolzens gespannt werden können, solange die Flansche dies zulassen. Zum Anziehen sind lediglich Handwerkzeuge erforderlich. Aufgrund ihrer konstruktiven Ausbildung bieten SUPERBOLT®-SVS eine wesentlich gleichmäßigere Lasteinleitung als herkömmliche Bolzen und erhöhen somit die Lebensdauer der Verbindung. Die neuen Spreizbolzen mit Vielfachschrauben sind ebenso einfach zu demontieren wie sie zu montieren sind. Sie sind wiederverwendbar und, da rein mechanisch, auch kostengünstig.

Einsatz von Spreizbolzen Aufgrund ihrer Vorteile haben die SUPERBOLT®-Spreizbolzen schnell das Interesse der Industrie gefunden. Neben Einsätzen an starren Kupplungen für Schiffswellen, Pumpen und Walzwerksmotoren stehen Kupplungsverbindungen an Wasserturbinen im Vordergrund. Der klar definierte Kraftfluss ermöglicht dem Konstrukteur ohne großen Rechenaufwand einen exakten Belastungsnachweis aller an der Verbindung beteiligten Komponenten. Ebenso bieten sich aufgrund der hohen Belastbarkeit und der kompakten Bauweise dieser Spreizbolzen neue Möglichkeiten, wirtschaftlich interessante Lösungen bei gleichzeitiger Verminderung des technischen Risikos zu erarbeiten. <<

Text und Abbildungen: P&S Vorspannsysteme AG St. Gallenkappel, Schweiz


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F A C H T H E M A

Ist der Smart Meter eine Quelle für eine höhere Effizienz? Der „Smart Meter“ wurde einem interessierten Auditorium in Rostock vorgestellt.

Die CO2 -arme Energieversorgung Im Jahr 2008 hat die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele in dem Programm „Integriertes Energie- und Klimaprogramm“ (IEKP) klar festgelegt. Dieser integrierte Ansatz soll sicherstellen, dass die ambitionierten Klimaschutzziele erreicht werden. Zur Verbreitung intelligenter Zähler hat die „IEKP-Maßnahme 4“ das Energieverbrauchs-Messwesen vollständig für den Wettbewerb geöffnet. Durch die Liberalisierung der Strom- und Gasmessung sollen Messverfahren entwickelt werden, die lastabhängige und zeitvariable Tarife ermöglichen. Dies und die vollständige Transparenz des Energieverbrauchs sollen den Verbrauchern helfen, Energiekosten zu sparen und dazu beitragen, die Effizienz des Einsatzes der Kraftwerke zu verbessern. Seit dem 01.01.2010 sind die Messstellenbetreiber gesetzlich zum Einbau von Smart Metern in Neubauten und in Gebäuden, in denen große Renovierungen durchgeführt wurden, verpfl ichtet. Auch hat der Kunde das Recht, den Einbau eines Smart Meters zu verlangen. Die Energieversorger müssen seit dem 30.10.2010 für Letztverbraucher von Elektrizität, lastvariable und tageszeitabhängige Tarife anbieten und auf Wunsch eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung ermöglichen.

Die Technik Durch einen elektronischen Zähler mit einem Display kann der Verbraucher sich seinen Verbrauch in verschiedenen Stunden und Tagesrastern anzeigen lassen. Die Anzeige der Leistung erlaubt eine tatsächliche Bewertung des aktuellen Stromverbrauches und des Stromverbrauchs einzelner Geräte. Durch die Nutzung von PLC (Power Line Communication) können die Daten in den Wohnbereich übertragen werden.

Bereits als Standard verfügbar ist ein so genannter MUC (Multi Utility Communication), der die Funktionen eines elektronischen Zählers für Gas, Wasser, Wärme und Strom zusammenführen kann. Um alle Effizienzpotenziale zu erschließen, müssen alle Daten erfasst, konzentriert, transportiert und verarbeitet werden. Auch wenn eine ausbaufähige Infrastruktur der Energieversorgungsunternehmen und anderer Provider vorhanden ist, sind erhebliche Aufwendungen erforderlich. Die Belange des Datenschutzes sind auch hier von großer Bedeutung und bedürfen einer abschließenden Behandlung durch den Gesetzgeber.

Zählerintelligenz und Effizienz? Wieso sind elektronische Zähler intelligent? Man muss nicht alles glauben was gesagt wird. Er soll uns helfen, Energie und Kosten zu sparen. Bereits die Herstellung der Transparenz des Energieverbrauches bei Strom und Gas zum Beispiel, soll eine nachhaltige Motivation zur Verbrauchssenkung bewirken, wird behauptet. Allgemeine Erfahrung ist aber, dass selbst bei schönen bunten Displays mit tollen Säulendiagrammen das Interesse schnell nachlässt.

Dieser ist so explizit nicht zutreffend. Smart Grid ist eine deutliche Dezentralisierung der Energieversorgung. Dabei wird mittels Software die Betriebsführung kleiner und mittlerer Stromerzeuger (EEG Anlagen, KWK Anlagen, Speicher ...) so organisiert, dass ein so genanntes virtuelles Kraftwerk entsteht. Die dabei erzielbaren Effizienssteigerungen sind erheblich. Smart Metering kann dabei zwar hilfreich sein, aber zwingend erforderlich ist das nicht. Die Effizienz des Kraftwerkparks mit Hilfe von Smart Metering zu verbessern ist theoretisch möglich, wenn es gelingt, wesentliche Verbrauchsspitzen zu senken. Die immer stärkere Einspeisung von EEG Strom und damit höchsten Anforderungen an den Regelenergiebedarf wird zwangsläufig die zeitvariablen Preise wesentlich beeinflussen. Sollten Lieferanten tatsächlich in der Lage sein, das für ihre Endkunden und damit für ihren Stromeinkauf zu nutzen, würde sich die Effizienz des Kraftwerkeinsatzes verbessern. <<

VDI Mecklenburg-Vorpommern

Der „intelligente Kilometerzähler“ hat den Benzinverbrauch nicht signifikant gesenkt. In der Öffentlichkeit wird nach wie vor diskutiert, ob Energieeinsparungen von bis zu zehn Prozent möglich sind. Dieses Ergebnis allein durch die Transparenz der Energieverbräuche zu erzielen, ist unrealistisch. Im Übrigen müssen die zusätzlichen Aufwendungen für die Messung und deren Auswertung durch den Abnehmer kompensiert werden. Oft wird zwischen Smart Metering und Smart Grid ein zwingender Zusammenhang hergestellt.

Foto: Landis + Gyr

■ Auf einer Veranstaltung des Arbeitskreises „Energie- und Umwelttechnik“ des VDI Bezirksvereins MecklenburgVorpommern am 01. Dezember 2010 hat Herr Dr.-Ing. Pöthkow den intelligenten Elektroenergiezähler, den „Smart Meter“, vor einem interessierten Auditorium im Haus der Stadtwerke Rostock vorgestellt und diskutiert.

Smart Meter E350-EDL 21 mit einer Schnittstelle zu einem Home-Display. Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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Foto: VDI Bremen

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B R E M E N

„Mensch & Technik“ jetzt auch in Bremen! Die gute Zusammenarbeit im Norden mit „Mensch & Technik“ erweitert. ■ Nachdem wir

im letzten Jahr den Quartalsflyer als Nachfolger des „Blauen Buches“ eingeführt Dr.-Ing. Eberhard Karbe. haben, möchten wir Sie mit einer neuen Art der Bekanntmachung von Aktivitäten und Personalien aus dem Bremer Bezirksverein überraschen. So ist es uns kurzfristig gelungen, die gute Zusammenarbeit im Verbund Nord nun auch durch eine Beteiligung an dem Magazin „Mensch & Technik“ zu intensivieren. Die bereits vor knapp zwei Jahren geplante Zusammenarbeit konnte aufgrund der damaligen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht umgesetzt werden. Nicht zuletzt durch die wirtschaftliche

Erholung konnte unser Vorhaben nun doch noch positiv abgeschlossen werden. Im Verbund Nord wurde eine neue Agentur gefunden, mit der wir ab jetzt zusammenarbeiten. Wir bleiben damit bei der quartalsweisen Veröffentlichung unseres Programmes, Sie erhalten diese Informationen jedoch grundsätzlich in Form des Magazines „Mensch & Technik“, das Ihnen auf dem Postweg zugestellt wird. Mit dem Magazin erhalten Sie nicht nur Informationen aus dem Bremer Bezirksverein, sondern auch aus den Bereichen der angeschlossenen Bezirksvereine und Landesverbände. Damit erweitern wir den „Aktionsradius“ für alle Mitglieder auf den gesamten Norden der Republik und Sie können bei

Interesse auch an Aktivitäten der angeschlossenen Partner teilnehmen. Alle Informationen aus dem Magazin können Sie auch im Internet unter www.menschundtechnik.com zu jederzeit abrufen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen eine gelungene Saison mit vielen interessanten Artikeln und Veranstaltungen. Besuchen Sie uns gerne und pflegen Sie Ihr Netzwerk. Über Ihre rege Beteiligung freuen sich neben dem Vorstand vor allem die Arbeitskreisleiter und natürlich unsere beteiligten Partner. <<

Dr.-Ing. Eberhard Karbe Vorsitzender BV Bremen

Arbeitskreis Energie- und Umwelttechnik (AEU) Foto: VDI Bremen

Zusammenschluss der Arbeitskreise Energietechnik (AET) und Umweltschutz (KUT).

Besuch des VDI-Arbeitskreises im Kernkraftwerk Unterweser.

■ Energie und Umwelt sind beherrschen-

de Themen unserer Zeit. Von der angewandten Technik hängt nicht nur die Zukunft unserer Industriegesellschaft, sondern auch unser zukünftiger Lebensstandard ab. Beide Themen sind in der heutigen Zeit nicht mehr losgelöst voneinander zu betrachten. Der Bedarf an einem interdisziplinären Austausch sowie fachübergreifenden technischen Lösungen ist stetig gestiegen.

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Seit Mitte 2009 hat der Bezirksverein Bremen des VDI dieser Entwicklung auf lokaler Ebene Rechnung getragen. Die ehemaligen Arbeitskreise Energietechnik (AET) und Umweltschutz (KUT) haben sich zusammengeschlossen. Der in der neuen Form noch junge Arbeitskreis Energie- und Umwelttechnik (AEU) bietet Fachleuten und allen Interessierten ein Forum zum interdisziplinären fachlichen Austausch und zur beruflichen Orientierung an. Er befasst sich mit innovativen technischen Entwicklungen, informiert über aktuelle Fragestellungen und stellt eine Plattform zur Kontaktaufnahme und Netzwerkbildung dar.

Ein besonderes Angebot des Arbeitskreises besteht neben den Fachvorträgen in regionalen Exkursionen und Betriebsbesichtigungen, die es ermöglichen, Technik lebendig zu vermitteln und zu erfahren. Vorträge mit anschließenden Betriebsbesichtungen gab es in den letzten Jahren, zum Beispiel zum Mittelkalorik-Kraftwerk der swb Erzeugung GmbH & Co. KG und zum Kernkraftwerk Unterweser (siehe Foto). Für dieses Jahr befinden sich bereits weitere Exkursionen in Planung, die diesem Veranstaltungsheft bzw. der Homepage unter www.vdi-bremen.de entnommen werden können.

Auf großes Interesse stießen daher die angebotenen Fachvorträge und Erfahrungsberichte, für die häufig nationale Experten gewonnen werden konnten. In den letzten Jahren wurde so zu aktuellen Forschungs- und Pilotprojekten, wie beispielsweise zu Alpha Ventus, der Errichtung und Inbetriebnahme des ersten deutschen Offshore-Windparks oder zur Technologie der CO2-Abscheidung und -Speicherung (CCS) informiert und diskutiert.

Wie auch die anderen Arbeitskreise des VDI Bezirksvereins Bremen lebt der Arbeitskreis Energie- und Umwelttechnik vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitwirkenden. Wer möchte, kann sich gerne mit Ideen und Anregungen einbringen und so diesen VDI-Arbeitskreis aktiv mitgestalten. Für eine Kontaktaufnahme reicht bereits eine E-Mail an einen der drei Arbeitskreisleiter. << Jörg Mertens, AK Energietechnik


V D I

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Gerdes.

Dipl.-Ing. Volker Dittmar.

Stefan Gerdes (44) ist seit 1993 Mitglied im VDI und gestaltet seit 2008 die Aktivitäten der Bezirksgruppe Oldenburg mit. Sein Interesse gilt der Land- und Baumaschinentechnik ebenso wie der elektrischen Mobilität. Bei der BACKHUS GmbH ist Gerdes verantwortlich für die Konstruktion sowie die Produktion von Sondermaschinen der Kompostierung und Erdsanierung. <<

■ Die Aufgaben des bisherigen Obmanns

der Bezirksgruppe Oldenburg, Dipl.-Ing. (FH) Martin Berlemann, 43 Jahre, übernehmen nach seinem berufl ichen Ortswechsel ab März 2011 Volker Dittmar und Stefan Gerdes. Volker Dittmar (61) ist seit 1977 Mitglied im VDI und hat viele Jahre den Arbeitskreis ADB Produktionstechnik der Bezirksgruppe Oldenburg geleitet. Seine langjährigen berufl ichen Erfahrungen hat er in der Produktion der Premium Aerotec GmbH Werk Varel erworben.

Dipl.-Ing. (FH) Stefan Gerdes Wischenstr. 22a, 26188 Edewecht Telefon 0 44 86 / 81 03 Mobil 01 71 / 608 71 71 E-Mail stefangerdes@web.de i.Hs. BACKHUS GmbH 26188 Edewecht E-Mail stefan.gerdes@backhus.de Dipl.-Ing. Volker Dittmar Am Sande 22, 26125 Oldenburg Telefon 04 41 / 30 18 50 E-Mail dammamm.dittmar@t-online.de

Blitzinfo AK 60 Plus Fotos: Privat

Fotos: Privat

Wechsel in der Bezirksgruppe Oldenburg

B R E M E N

■ Neuer Arbeitskreisleiter für den Arbeitskreis 60 Plus Der Arbeitskreis 60 Plus bekommt mit Udo Fehlberg eine neue Leitung. Udo Fehlberg ist dabei, Fahrt aufzunehmen und die Aktivitäten des Arbeitskreises zu gestalten. Wer Interesse an einer Mitgestaltung hat, kann sich gerne an ihn wenden. Die Kontaktdaten erhalten Sie über die Geschäftsstelle.

International und zukunftsorientiert studieren An der Hochschule Bremen sind etwa 8000 Studierende in 70 Bachelor- und Master-Studiengänge eingeschrieben. Die 38 Angebote in den Ingenieur- und Naturwissenschaften machen uns zur Ingenieur-“Schmiede“ im Nordwesten. Wir bieten eine praxisnahe Ausbildung für beste Berufsaussichten. Haben Sie die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder Fachhochschulreife, vielleicht schon Berufserfahrung oder ein Vorpraktikum und sind wissensdurstig und engagiert?

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B R E M E N

VDI Bezirksgruppe Oldenburg bei ATLAS Maschinen GmbH Einblick in die Bagger-Fertigung für 25 VDI-, VDE- und Refa-Mitglieder.

Foto: VDI Bremen

VDI-, VDE- und Refa-Gruppe im Testzirkel der Baggerfertigung.

■ Der Geschäftsführer Filip S. Filipov

begrüßte die Gäste am 27. Januar 2011 im Foyer des Montagewerkes. Carsten Kiel, Product Manager in Ganderkesee, und Frank Lueken, Konstruktion übernahmen die Werksführung. „Wir sind gut aufgestellt, um spezielle Wünsche un-

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serer Kunden umzusetzen“, wusste Kiel zur Position der ATLAS GmbH im Baggermarkt zu berichten. Die modernen Arbeitsgeräte hätten gegenüber den „alten“ ATLAS-Bauernladern, die auch nach mehreren Jahrzehnten immer noch auf vielen Höfen ihre

Dienste verrichten, an Leistungsfähigkeit und Sensibilität deutlich zugelegt. In der Fertigung zeigten die ATLAS-Mitarbeiter in den beiden Montagelinien, was es damit auf sich hat: Zwei-Wege-Bagger für die wechselweise Verwendung auf Straße und Schiene werden ebenso mit verschiedenen Optionen ausgerüstet, wie die auf einem Montageband gefertigten 14- bis 16-Tonnen-Bagger. Verschiedene Fahrwerke, Auslegerlängen und Geräteaufnahmen, bequeme Fahrerkabinen mit oder ohne Höhenverstellung; es gibt kaum eine Baugruppe, die nicht variiert werden kann. Der alte und neue Name der ATLAS-Bagger kommt bei Händlern und Kunden gut an und auch die Besucher waren begeistert. Im Abschlussgespräch wurde noch einmal deutlich: Ingenieur-Kompetenz ist nach wie vor gefragt! <<

Martin Berlemann VDI BV Bremen, Bezirksgruppe Oldenburg


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Bremer Ingenieurpreis 2010 Jährliche Verleihung des Bremer Ingenieurpreises. Fa. OHB, Herrn Prof. Manfred Fuchs gehalten. Prof. Fuchs gab einen beeindruckenden Einblick in das Familienunternehmen und zeigte auf, mit welchen Raumfahrt-Satelliten-Projekten sich das Haus OHB heute beschäftigt und in Zukunft beschäftigen wird. Weiterhin gab er einen Überblick über die Satellitendichte im All sowie die bestehenden –geringen – Risiken einer unplanmäßigen Rückkehr von Satelliten zurück zur Erde.

Dr. Eberhard Karbe begrüßt die interessierten Gäste.

■ Die Bremer Ingenieurpreisverleihung ist eines der Highlights des jährlichen Veranstaltungsprogramms. Die Preisverleihung des Jahres 2010 fand am 30.11.2010 im Hause OHB-Technology AG statt. Über 100 Gäste nahmen an der Festveranstaltung teil und konnten im Rahmen der Begrüßungsrede des Bremer Bürgermeisters Jens Böhrnsen dessen positive Einstellung zum VDI miterleben. Nach der Präsentation der prämierten Abschlussarbeiten durch die Preisträger und der Übergabe der Urkunden und Preisgelder in Höhe von je 1000 Euro durch den Vertreter des Kuratoriums, Herrn Prof. Apel, wurde die Festrede vom Vorstandsvorsitzenden der

In diesem Jahr gab es die besondere Situation, dass drei statt zwei Preisträger geehrt wurden, da zwei angehende Architekten eine gemeinsame Arbeit angefertigt hatten. Der zweite Teil der Veranstaltung – m.E. mindestens genau so wichtig wie der erste Teil – war der Netzwerkbildung, -erweiterung und –pflege vorbehalten. Begleitet von einem köstlichen Büfett tauschten sich die Teilnehmer untereinander aus, führten interessante Gespräche und knüpften neue Kontakte. So konnte bspw. nach einem kurzen Gespräch die Private Hochschule für Wirtschaft und Technik FHWT in Vechta als eine weitere regionale Hochschule in den Bewerberkreis für die Ingenieurpreisverleihung (ab dem Jahr 2011) aufgenommen werden.

Fotos: VDI Bremen

Die glücklichen Gewinner mit den Festrednern: Prof. Manfred Fuchs, Bürgermeister Jens Böhrnsen, Helge Hermstrüwer, Christian Nolte, Martin Georgi, Dr. Eberhard Karbe und Prof. Uwe Apel (v.l.n.r.).

Die Hauptpersonen an diesem Abend waren die glücklichen Preisträger: Helge Hermstrüwer und Christian Nolte: „To reform the district – Hardturm Arena _Zürich“, Hochschule Bremen Martin Georgi: „Möglichkeiten zur Vorhersage des Cold Filter Plugging Point bei der Produktion von Biodiesel aus Altfetten“ Fachhochschule Oldenburg / Ostfriesland / Wilhelmshaven <<

Dr.-Ing. Eberhard Karbe Vorsitzender BV Bremen

VDI-AK Studenten und Jungingenieure (suj) Gemeinsam Technik (er-)leben. ■ Seit November 2010 gibt es in Bremen

wieder einen VDI-Arbeitskreis Studenten und Jungingenieure (suj). Erneut ins Leben gerufen wurde der Arbeitskreis von Katrin Christians, Maschinenbaustudentin an der Hochschule Bremen. Der Arbeitskreis richtet sich vor allem an Studentinnen und Studenten technischer Studienfächer und junge / jung gebliebene Ingenieure. Aber auch andere technikbegeisterte junge Menschen sind jederzeit herzlich willkommen! In dem Arbeitskreis geht es darum, einen Austausch zu pflegen über alles, was das Leben als (zukünftiger) Ingenieur so spannend macht, und diese Begeisterung nach außen zu tragen, um andere junge Menschen für Technik und den

Ingenieurberuf zu begeistern. Desweiteren geht es darum, Netzwerke zu knüpfen, sich mit technischen Themen auseinander zu setzen und mögliche potenzielle Arbeitgeber kennen zu lernen. Und natürlich steht bei all diesen Sachen auch immer der Spaß mit im Vordergrund. Der Arbeitskreis trifft sich einmal im Monat zum regelmäßigen Stammtisch. Hier tauscht man sich in entspannter Atmosphäre über Studium, Beruf, technische Themen und Zukunftsperspektiven aus. Ebenso werden gemeinsame Exkursionen zu Unternehmen angeboten. So hat der Arbeitskreis am 18. Februar 2011 der Firma Airbus einen Besuch abgestattet. Im Frühjahr folgen dann Exkursionen zu Daimler sowie Lufthansa Technik. Eine

Besichtigung von OHB ist für das zweite Halbjahr vorgesehen. Am 7. April 2011 wird der Arbeitskreis auf die Hannover-Messe fahren. Hier wird nach individuell geplanten Besichtigungstouren gemeinsam die NetworkParty des Bundesverbandes der Studenten und Jungingenieure (suj) besucht. Seit Februar gibt es einen regelmäßigen Aktiventreff, an dem jeder Teilnehmer die Möglichkeit hat, sich mit seinen Wünschen und Bedürfnissen einzubringen. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an: Katrin Christians, E-Mail kchristians@stud.hs-bremen.de oder per Handy 01 74 / 9 90 53 30. << Katrin Christians, AK suj Bremen

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Fotos: VDI Hamburg

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Gespannte VDIni-Clubmitglieder warten auf den Startschuss.

Hamburg hat seinen ersten VDIni-Club Gründungsveranstaltung stieß bei allen Beteiligten auf große Zustimmung. ■ Ja, nun war es endlich soweit! Nach vielen aufregenden Wochen der Vorbereitungen hatten Hans-Dieter Ellerbrock, Leiter des ersten lokalen VDIni-Clubs in Hamburg-Barsbüttel, und seine acht ehrenamtlichen Begleiterinnen und Betreuer der Experimente am Samstag, den 22. Januar ins Bürgerhaus Barsbüttel eingeladen. Alle waren sehr gespannt, ob denn nun überhaupt auch die mit großer Spannung erwarteten vier- bis zwölfjährigen Mädchen und Jungen kommen würden. In den letzten Tagen vor dem „Schnupper- und Kennenlern-Treff“ hatten sich aber dann doch 26 Kinder angemeldet. Schnell mussten die geplanten Experimente und Bastelaufgaben an die nun doch größere Zahl angepasst werden, zumal man auch noch mit Kindern rechnen musste, die durch die Ankündigung in der örtlichen Tagespresse ohne

Anmeldung erscheinen würden. Und dann kamen sie in Scharen: 36 Kinder und mit ihnen ebenso viele Erwachsene.

Erwartungen voll übertroffen Alle Gäste wurden von Herrn Ellerbrock herzlich begrüßt. Er freute sich sehr über die vielen neugierigen Kinder, die der Einladung gefolgt waren und nun mithalfen, den ersten lokalen VDIni-Club offiziell ins Leben zu rufen und lebendig zu gestalten. Als besonderer Gast war Dr. Dieter Lützelberger, Leiter der Geschäftsstelle des VDI Hamburger Bezirksverein e.V., in Vertretung des VDI Hamburg, anwesend. Er erläuterte kurz die Idee des VDIni-Clubs und stellte an einigen Beispielen dar, welche Anstren-

Linda ist fasziniert von der „Singenden Kartoffel“.

gungen auch der VDI in Hamburg unternimmt, um Jugendliche aller Altersstufen an die Technik heranzuführen. Nach der Theorie folgte endlich die Praxis mit Experimenten und Bastelaufgaben: Luftballon-Raketen, kleine Windmühlen, Weltmeister-Papierfl ieger, ein Nadeltrick mit einem „unkaputtbaren“ Luftballon oder die „singende Kartoffel“ waren die Renner. Ein elektrotechnischer Messaufbau lud darüber hinaus zu einem Wettbewerb ein, den die Jungen mit drei prämierten Siegern sicher für sich entscheiden konnten. Abschließend prägte sich jedes Kind seinen eigenen Button mit dem VDIni-Logo und heftete sich ihn stolz an das T-Shirt. Die Zeit verstrich wie im Fluge. Besonders zufrieden waren die Eltern, dass ihre Kinder und auch sie selbst sehr viel Spaß hatten. „Wir kommen zur nächsten Veranstaltung wieder!“ war die einhellige Meinung, so dass sich viele bereits den 19. Februar im Kalender eintrugen. << VDI BV Hamburg

„Jugend forscht“- Lehrer aus dem Norden ausgezeichnet Deutscher Nobelpreisträger übergab „Klaus-von-Klitzing-Preis 2010“. ■ In Anwesenheit des deutschen PhysikNobelpreisträgers und Namensgebers der Ehrung, Professor Klaus von Klitzing (Nobelpreis für die Entdeckung des „Quanten-Hall-Effektes“ im Jahre 1985), erhielt am 30. November 2010 der Fachlehrer für Physik, Mathematik, Informatik und Astronomie am Gymnasium Athenaeum Stade, Dr. Hans-Otto Carmesin, die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung. Diese Ehrung erhalten Pädagogen, die sich in besonderer Weise um die Anre28

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gungen der Schülerinnen und Schüler zu wissenschaftlichem Arbeiten und Denken verdient gemacht haben. Dr. Carmesin betreute erstmals 1994 ein Forschungsprojekt bei Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb. Bis heute verantwortet er eine Reihe weiterer Förderaktivitäten in seinem Umfeld. Von Klitzing würdigte den „Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer“ u.a. als einen Pädagogen, der sich seit vielen Jahren mit großem Erfolg

dafür einsetze, dass Schülerpersönlichkeiten individuell und interessenspezifisch gefördert würden. In den zurückliegenden Jahren hat auch der VDI Hamburger Bezirksverein durch seinen für den Bereich Jugend und Technik zuständigen HAW-Professor, Dr. Olaf Friedrich, mehrere durchaus herausragende „Jugend forscht“- Projekte im Gymnasium Athenaeum Stade begutachten lassen. << VDI LV Hamburg


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VDI Hamburg startet elften „Daniel Düsentrieb-Preis“ Klassenübergreifender technisch-naturwissenschaftlicher Schulwettbewerb erfreut sich zunehmender Beliebtheit. ■ Am 10. November 2010 fiel vor rund

150 Schülerinnen und Schülern mit ihren Betreuungslehrern im Audimax 1 der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) der offizielle Startschuss zum elften „Daniel Düsentrieb-Preis“ mit dem Thema: „Fliegen“. Unter der Leitung von Professor Dr. Wolfgang Mackens (Vorstandsmitglied im VDI Hamburger Bezirksverein e.V. und Mathematikprofessor an der TUHH) wurden auf dieser Startveranstaltung die Wettbewerbsinhalte ausführlich erläutert. Die teilnehmenden Schulen erhielten die Flugmodelle und Modellbauexperten erläuterten die mögliche Herangehensweise an die praktischen Aufgaben. Da es sich um einen Schulwettbewerb handelt, in dem nicht nur die technischen und naturwissenschaftlich orientierten Lehrfächer eingebunden und bearbeitet werden sollen, gab es auch eine Reihe von Anregungen, in welchen anderen Schulfächern das Thema „Fliegen“ aufbereitet werden könnte, um dann zur Lösung der Gesamtaufgabe eine umfangreiche Dokumentation als Bewertungsgrundlage erstellen zu können. Seit mehreren Jahren gliedert sich der „Daniel Düsentrieb-Wettbewerb“ in einen praktischen und einen theoretischen Teil. Im gestarteten Wettbewerb sollen diesmal im praktischen Teil die Oberstufenjahrgänge unter Verwendung der Teile eines ferngesteuerten Flugzeuges ein Luftschiff bauen, mit dem im April 2011 in einer großen Sporthalle ein Rennen geflogen werden soll. Gestiftet wurden die Modellbausätze von der Hamburger Schulbehörde und vom Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg. Die unteren Jahrgänge fünf bis zehn sollen kleine Raketen aus Papier entwickeln, die mit Hilfe von „Raketenmotoren“ möglichst hoch geschossen werden sollen. Abhängig von der Bauweise sind nach Aussagen der Experten des Deutschen Aero Club e.V. hiermit Höhen bis zu 300 Meter möglich. Zum Üben mussten schwächere Treibsätze verwendet werden, damit die etwa

20 bis 30 Gramm leichten Raketen nicht mit der Zivilluftfahrt in Konflikt gerieten. So konnten die zukünftigen „Raketenbauer“ auf freiem Gelände erste Tests durchführen. Ein „Probeschießen“ und der endgültige Wettbewerb finden auf einem Sondergelände unter Freigabe des Luftraumes durch die Flugsicherung Hamburg statt. Die Organisation des praktischen Wettbewerbs liegt in den Händen des Deutschen Aero Club e.V, Sportfachgruppe Modellflug. Im theoretischen Teil können sich die teilnehmenden Schulen dem Thema „Fliegen“ in voller Breite widmen. Tatkräftige Unterstützung bekommt der Wettbewerb im laufenden Jahr durch das Luftfahrtcluster Metropolregion Hamburg, das Besuche bei Unternehmen in der Region, die in der Luftfahrtindustrie eingebunden sind, organisieren und anbieten wird. Besonders interessant dürfte dabei auch die Beschäftigung mit der Raketentechnik sein. Die Siegerehrung wird im Juni 2011 bei Airbus Deutschland GmbH in Finkenwerder durchgeführt werden. Wie immer gewinnt die Schule den Gesamtwettbewerb, die sich am intensivsten über alle Stufen, Klassen und Fächer mit dem Thema beschäftigt hat, wobei die Ergebnisse beider Wettbewerbe zusammengezählt werden. Hierfür stellt die Innovationsstiftung Hamburg erneut drei Preise bereit: 2.500, 1.500 und 1.000 Euro.

Die bisherigen Themen des „Daniel Düsentrieb-Preises“ waren: • • • • • • • • • •

Wettbewerb 2000/2001 - Fahrrad Wettbewerb 2001/2002 - Elektromobil Wettbewerb 2002/2003 - Flugzeuge Wettbewerb 2003/2004 - Schiffe Wettbewerb 2004/2005 - Hochhäuser Wettbewerb 2005/2006 - Medizintechnik Wettbewerb 2006/2007 - Robotik Wettbewerb 2007/2008 - Logistik Wettbewerb 2008/2009 - Energie Wettbewerb 2009/2010 - Musik und Technik

Hier sind die Stifter: Die Behörde für Schule und Berufsbildung, die Technische Universität Hamburg-Harburg und der VDI Landesverband Hamburg. Darüber hinaus werden wieder eine Reihe lukrativer Sonderpreise, wie z.B. von Nordmetall, bereitgestellt. Weitere Informationen unter: www.daniel-duesentrieb-preis.de << Ute Laukner

Im praktischen Wettbewerb werden drei zusätzliche Preise in Höhe von 1.000, 750 und 500 Euro vergeben.

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Foto: Privat

Zweites Hamburger Energieforum in der Handelskammer Hamburg Dialog um die Energieversorgung Deutschlands.

Dr.-Ing. Martin Iffert, Leiter VDI-Arbeitskreis Energietechnik.

■ Nach dem außerordentlichen Erfolg

des „Ersten Energieforums“ im Mai 2009 und den daran anschließenden vier Workshops zu ausgewählten Energiethemen (Carbon Capture and Storage CCS, DESERTEC, Kernenergie und Emissionshandel) fand am 09. November 2010 das „Zweite Hamburger Energieforum“ unter dem Motto „Strompreise in der Diskussion – wie entstehen sie und was bedeutet das für die Geschäfts- und Privatkunden?“ statt. Der Einladung durch die Handelskammer Hamburg, den Hanseatischen Ingenieurs Club (HIC) und den VDI Landesverband Hamburg folgten etwa 260 Zuhörer, welche sich die hochkarätigen Vorträge zu diesem Thema anhören wollten. Von besonderem Interesse war die anschließende Podiumsdiskussion im Rahmen einer Diskussionsrunde mit dem Hamburg 1 Moderator Herbert Schalthoff. Diese Talkrunde wurde aufgezeichnet und am folgenden Abend auf Hamburg 1 ausgestrahlt. Frank Horch, Präses der Hamburger Handelskammer, und Peter Dibowski, Vorsitzender des VDI Landesverbandes Hamburg, begrüßten die Gäste und eröffneten das hochaktuelle und interessante Thema. In den anschließenden Vorträgen wurden die Strompreise aus Sicht der Energieversorger sowie aus Sicht der Strombörse und deren Bedeutung für Wirtschaftsunternehmen und Verbraucher von kompetenten Fachreferenten beleuchtet.

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Eröffnet wurde der Vortragsreigen durch Holger Gassner, Leiter des Bereiches Märkte und Politik der RWE Innogy GmbH in Essen, mit dem Thema „Strompreise – aus Sicht der Energieversorger“. Er führte kompetent in das Thema ein und erläuterte die Synergien, die sich bei RWE aus der Gewinnung erneuerbarer und konventioneller Energien ergeben. Zudem legte er die Anstrengungen der Innogy GmbH zum Ausbau der verschiedenen regenerativen Energieformen, insbesondere der Bedeutung von OffshoreWindkapazitäten, dar. Der starke Ausbau der erneuerbaren Energien erfordert ebenso eine zügige Erweiterung der Netzinfrastruktur sowie einen ausreichenden und leistungsfähigen Park an konventionellen Kraftwerken.

mit seinem Vortrag „Strompreise – was bedeuten sie für die Wirtschaftsunternehmen“. Dr. Marnette kritisierte in seinem Vortrag die nicht funktionierenden Energiemärkte und die zunehmende Aktivität von institutionellen Anlegern auf dem Strommarkt. Nach seinen Aussagen sind weniger als 20 Prozent des gehandelten Stromes für den physischen Verbrauch bestimmt. Auf diese Weise werden Strompreise maßgeblich von Spekulation beeinflusst. Weitere fundamentale Treiber der Strompreise sind die Einschränkung der Kraftwerksgenehmigungen in Deutschland sowie der Einfluss des Emissionshandels. Gerade dieser Handel mit CO2-Zertifikaten verschlechtert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie.

Kompetente Referenten

Dr. Martin Iffert, VDI Arbeitskreisleiter Energietechnik und Vorstandsmitglied der TRIMET ALUMINIUM AG, moderierte während der Vorträge. Gemeinsam mit allen Vortragenden war er Teilnehmer der anschließenden Podiumsdiskussion mit Herbert Schalthoff. Hier konnte Herr Dr. Iffert auf die speziellen Belange der energieintensiven Industrien in Deutschland hinweisen. Er machte deutlich, dass es zur Sicherung der Arbeitsplätze in Deutschland und zur Beibehaltung der weltweiten Vorreiterrolle in Sachen Energieeffizienz ganz dringend der Beseitigung von Wettbewerbsverzerrungen bedarf.

Dr. Christoph Mura, Mitglied des Vorstandes und COO der EEX, beschrieb in seinem Vortrag über „Strompreise – aus Sicht der Strombörse“, wie Strompreise gebildet werden und welche Einflussfaktoren eine Rolle spielen. Die Börse selbst kann den Preis nicht beeinflussen, sondern spiegelt lediglich das Ergebnis aus Angebot und Nachfrage für die unterschiedlichen Produkte wider. Neue Produkte an der Börse können jetzt auch länderübergreifende Preise abbilden auf dem Weg zu einem europäischen Strommarkt. Für die Seite der Verbraucher sprach Dr. Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, zum Thema „Strompreise – was bedeuten sie für die Verbraucher“. Dr. Peters kritisierte die Einbahnstraße der steigenden Energiepreise, die selbst bei fallenden Preisen an der Strombörse weiter erhöht würden. Auch die ständig steigenden Stromnebenkosten wirkten sich preistreibend aus. Den abschließenden Vortrag hielt der ehemalige Wirtschaftsminister Schleswig-Holsteins, Dr. Werner Marnette,

Bei einem anschließenden Après hatten alle Gäste Gelegenheit, einzelne Fragen mit den Referenten bilateral zu vertiefen. Mit ähnlichen Veranstaltungen und den dazu gehörigen Workshops geht es auch im Jahr 2011 weiter, denn mit solchen Veranstaltungen kann der Dialog um die Energieversorgung Deutschlands in der Öffentlichkeit gefördert werden und zu mehr Problemverständnis beitragen. <<

VDI LV Hamburg


Neue Arbeitskreise auf dem Vormarsch … Fotos: Privat

... und Arbeitskreis „Frauen im Ingenieurberuf“ wieder aktiv!

Daniel Keßler.

Gerald Weindel.

■ Der Vorstand des VDI Hamburg konnte weitere Arbeitskreisleiter in seinen Reihen begrüßen und inzwischen bestellen:

Daniel Keßler (31), selbstständiger Unternehmensberater und seit 2006 VDIMitglied, wurde vom Vorstand zum Leiter des Arbeitskreises „Ingenieur und Gesellschaft“ ab 1. Januar 2011 bestellt. Keßler hat von 2001 bis 2005 als Zeitsoldat an der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg Maschinenbau studiert und schied 2008 aus der Bundeswehr aus. Seitdem ist er in Fragen der Absicherung unternehmerischer Risiken bera-

Beratungsdienste ■ Der VDI Hamburger Bezirksverein e.V. bietet seinen Mitgliedern zwei Beratungsdienste an, bei denen die erste Beratung kostenlos ist. So können sich unsere Mitglieder an folgende Adressen wenden: 1.

2.

Renten- und Sozialversicherungsfragen: Rentenberater Berthold Schulz Spadenteich 1 (an der St. Georgskirche), 20099 Hamburg Telefon 0 40 / 702 06 50 Steuerfragen: Steuerberaterin Ilke Hullmann ZUS Revision und Treuhand Feldstraße 2, 21465 Wentorf Telefon 0 40 / 18 88 18 92

Manuela Jede.

tend tätig, betreibt Verkaufstraining, Personalentwicklung sowie Geschäftspartner- und Kundencoaching. In der Planung sind das „After-Work-Ing.“ und das „Brunch-Ing.“, welche unter einem aktuellen Motto als Diskussionsrunden / Stammtische an wechselnden Veranstaltungsorten etabliert werden sollen. Gerald Weindel (43), seit 2010 Professor im Fachbereich Technik an der HFH Hamburger Fern-Hochschule, leitet seit 01. Oktober 2010 den neu gegründeten AK „Facility Management“ und ist gleichzeitig auch VDI-Kontaktprofessor. Weindel studierte Anlagenbetriebstechnik an der heutigen HAW Hamburg. 1992 trat er in den VDI ein und war seitdem aktiv im Fachbereich Facility Management. Seit 2001 ist Weindel zertifizierter Projektmanager und belegte im Jahr 2006 das postgraduale Studium zum Master of Engineering in Technical Management an der FH Braunschweig / Wolfenbüttel. Die Neugründung seines Arbeitskreises ist eine sinnvolle Ergänzung zu den Arbeitskreisen „Technische Gebäudeausrüstung“ und „Bautechnik“. Wir freuen uns, mit Manuela Jede (41), den Arbeitskreis „Frauen im Ingenieurberuf“ wieder neu starten zu können. Jede, bei Airbus tätig und seit 1996 Mitglied im VDI, hat sich zum Ziel gesetzt, mit der im Frühjahr geplanten Auftaktveranstaltung möglichst viele der in Hamburg insgesamt 449 weiblichen VDIMitglieder zu erreichen. << VDI BV Hamburg

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Foto: VDI MV

Dr. Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern, und Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern, bei ihren Grußworten.

Absolventinnen für Mecklenburg-Vorpommern Erste landesweite Absolventinnenbörse war ein voller Erfolg. ■ Am 03. November 2010 fand in der

Stadthalle Greifswald die erste landesweite Absolventinnenbörse für Mecklenburg-Vorpommern statt. Sie wurde von den Mitgliedern des Projektes „Karrierewege für Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft M-V“ organisiert. 25 Unternehmen und Vereine haben sich zur Börse angemeldet, 28 waren mit Ständen auf der Börse vertreten. Vertreterinnen und Vertreter gaben in persönlichen Gesprächen den fast 300 teilnehmenden Absolventinnen und Studentinnen Ratschläge und Hinweise für die Studiengestaltung, boten Interessenten in den Unternehmen Praktikumsplätze und erste Stellen an. Darunter

war auch der VDI Mecklenburg-Vorpommern mit einem Stand. Die Ingenieurin Frau Lipka vom Ingenieurbüro Lipka aus Heringsdorf und Herr Winkelmann vom VDI Mecklenburg-Vorpommern berieten insbesondere Studentinnen über Bewerbungsstrategien und das Wirken des VDI für Studenten und Jungingenieure, über Role-Models und Frauen im Ingenieurberuf. Die Absolventinnenbörse stand unter der Schirmherrschaft von Henry Tesch, Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur in Mecklenburg-Vorpommern. In seinem Grußwort betonte er, dass noch immer zu viele graduierte junge Frauen das Land verlassen, weil sie

sich woanders bessere Chancen für ihre berufl iche und private Lebensplanung erhoffen. Dem stehe entgegen, dass sich in Mecklenburg-Vorpommern vielfältige Karrierewege eröffnen. Er erklärte sich gerne bereit, bei Schwierigkeiten zu unterstützen. Dr. Margret Seemann, Parlamentarische Staatssekretärin für Frauen und Gleichstellung in Mecklenburg-Vorpommern, betonte in ihrem Grußwort, dass die heutige Frauengeneration eine der am besten ausgebildete sei. In Mecklenburg-Vorpommern wurden im Jahr 2008 53 Prozent aller Hochschulabschlüsse von Frauen gemacht. Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen einen

Bei der Entwicklung, Optimierung und Fertigung von hoch präzisen Komponenten sind für RUAG Technology keine Ansprüche zu hoch. Schliesslich ist es kein Zufall, dass namhafte Kunden aus Branchen wie der Maschinen- und Halbleiterindustrie, der Luft- und Raumfahrt, der Windenergie oder dem Werkzeug- und Betriebsmittelbau sich auf unsere Leistungen verlassen.

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Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

Besuchen Sie uns an der Hannover Messe vom 4.–8. April 2011, Swiss Pavilion, Halle 4, Stand C12


Fachkräftemangel, während gut qualifizierte Frauen mangels Berufsperspektiven das Land verlassen. Diese Situation war fĂźr Seemann Veranlassung, ebenfalls die Schirmherrschaft fĂźr die erste AbsolventinnenbĂśrse zu Ăźbernehmen und dafĂźr zu sorgen, dass mĂśglichst viele Absolventinnen aus allen Hochschulen des Landes teilnehmen kĂśnnen. In der Podiumsdiskussion â&#x20AC;&#x17E;Frauen an die Spitzeâ&#x20AC;&#x153; bat sie die Frauen, sich ihrer Stärken bewusst zu sein und verantwortungsvolle Aufgaben in Unternehmen und Ăśffentlichen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern zu Ăźbernehmen.

Erfahrungsaustausch In sechs Diskussionsrunden wurden verschiedene Themen fĂźr die Karrieregestaltung, insbesondere von Frauen in FĂźhrungspositionen, fĂźr Studentinnen und Absolventinnen vorgestellt. Spannende Karrierefelder fĂźr Frauen wurden aufgezeigt und erfolgreiche Bewerbungsstrategien diskutiert. Themen wie Einstiegsgehalt, Arbeitsvertrag, Probezeit, Mutterschutz und Elternzeit

M E C K L E N B U R G - V O R P O M M E R N

wurden unter diversen Gesichtpunkten erĂśrtert. In der Diskussionsrunde â&#x20AC;&#x17E;Frau grĂźndet Existenz in M-Vâ&#x20AC;&#x153; wurde vor Ăźber 150 Teilnehmerinnen der Weg in die Selbständigkeit von mehreren Referentinnen dargestellt. Mit dabei waren Vertreterinnen des VDI Mecklenburg-Vorpommern. Frau Dr. Horn-Samodelkin, GeschäftsfĂźhrerin der Ingenieur-Gemeinschaft Meyer & Horn-Samodelkin GbR, zeigte ihren Weg in die Selbständigkeit auf. Heute verantwortet sie zusammen mit ihrer Partnerin und ihrem Team Ergebnisse von Materialuntersuchungen, Werkstoff- und Schadensanalysen, berät zur schweiĂ&#x;technischen Verarbeitung von Werkstoffen und steht einem akkreditierten Labor fĂźr MaterialprĂźfungen vor. Die promovierte Physikerin, Frau Dr. Messal, informierte Ăźber ihren Weg zur GeschäftsfĂźhrerin von MICOR, einem Labor fĂźr mikrobielle Prozesse und Materialkunde. Forscher von MICOR bearbeiten Themen der mikrobiellen Materialkorrosion, einem jungen Wissenschaftszweig, der zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Foto: VDI MV

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Frau Lipka und Herr Winkelmann am VDI-Stand.

Der nachhaltige Erfolg der BÜrse war Veranlassung, die nächste vorzubereiten. Interessenten wenden sich bitte an die Projektkoordinatorin Ruth Terodde unter www.frauenkarrierewege.de oder an den VDI Mecklenburg-Vorpommern unter www.vdi-mv.de. << Gerhard Winkelmann VDI Mecklenburg-Vorpommern

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M E C K L E N B U R G - V O R P O M M E R N

Runder Tisch - Schülerin trifft Studentin trifft Ingenieurin

■ Mädchen und jungen Frauen dabei zu helfen, ihr Interesse in männerdominierten MINT-Berufen zu entdecken und weiter zu befördern, war für die Zeit vom 21.09.2009 – 31.01.2011 die Aufgabe eines Rostocker Berufs- und Studienorientierungsprojektes. MINT steht dabei für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik - also die Gebiete der Arbeitswelt, wo bereits jetzt schon ein gravierender Fachkräftemangel herrscht, welcher sich in Zukunft noch verschärfen wird. Der VDI M-V fungierte in diesem durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes mst|femNet meets Nano and Optics. Bundesweite Mädchen-Technik-TalenteForen im MINT-Bereich als Kooperationspartner der Universität Rostock und wird sich auch über diese Laufzeit hinaus weiterhin verstärkt dieser Thematik widmen. Wesentliche Aufgaben innerhalb der Projektlaufzeit waren die Organisation eines Mädchen-Technik-Kongresses im Jahr 2010 und die Durchführung von Runden Tischen. Diese dienten unter anderem der Bündelung von regionalen Mädchen-Technik-Aktivitäten, dem Aufbau regionaler Netzwerke und der Vermittlung von Gender-Kompetenz.

Unterschiedliche Erfahrungen während des Studiums Der hier beschriebene Runde Tisch „Schülerin trifft Studentin trifft Ingenieurin“ sollte interessierte Schülerinnen, Studentinnen und berufstätige Ingenieurinnen aus M-V zusammenbringen. Ausschlaggebend für den Teilnehmerinnenkreis war hier der Gedanke der Role Models, da insbesondere im Ingenieurbereich weibliche Vorbilder in der Öffentlichkeit kaum sichtbar gemacht werden. Gespräche mit „lebendigen“ Vorbildern können - wie hinlänglich bekannt -, viel besser dazu beitragen den jungen Frauen zu zeigen, dass sie unter Umständen über notwendige Kompetenzen bereits verfügen und sie bisher nur nichts davon wussten. Zum Teilnehmerkreis zählten unter anderem drei Ingenieurinnen aus verschie-

denen Branchen, eine Professorin der FH Stralsund, zwei Studentinnen, eine Auszubildende im Bereich Elektrotechnik und eine Abiturientin, die gerade einen MINT-Studienplatz sucht. Wie sich im Laufe der Diskussion herausstellte, bestand bei allen Anwesenden schon ein sehr frühes Interesse an MINTFächern. Eine endgültige Entscheidung für ein bestimmtes Studienfach fiel jedoch erst in den letzten Schuljahren, also während des Abiturs. Die Unterstützung durch das Elternhaus spielte auch eine große Rolle. Bedenken, in ihrem Studienfach benachteiligt zu werden, weil sie Frauen sind, hatte keine der Frauen. Die Wahl des Studienganges wurde darüber hinaus von den guten Jobperspektiven und den Verdienstmöglichkeiten stark beeinflusst. Die Anwesenden hatten alle den Anspruch, ihre Familie mit dem verdienten Geld gut ernähren zu können. Angesprochen wurde auch, dass auffällig viele Frauen, die MINT-Studiengänge studieren, dies für ein Lehramt tun. Sie scheuen sich in die Wirtschaft zu gehen, obwohl sie im Studium die gleichen Leistungen erbringen müssen. Die Reaktionen der Außenwelt auf die Fachwahl waren während des Studiums sehr unterschiedlich. Manche Frauen wurden besonders gefördert, fielen alsdann aber durch ihre Einzelstellung auf. Andere bemerkten Vorbehalte von einigen Dozenten gegenüber Frauen in MINT. In der Öffentlichkeit wiederum fiel auf, dass Frauen solcher Studiengänge bzw. Ingenieurinnen häufig mit großer Ehrfurcht gegenübergetreten wird. Das Berufsbild der Ingenieurin wurde sehr positiv besetzt und durchaus als mit einem Kinderwunsch vereinbar eingeschätzt. Eine Ingenieurin berichtete, dass sie durch Weiterbildungsmaßnahmen auch nach einer Pause von 10 Jahren einen Wiedereinstieg in den Beruf schaffte. Hier wurde angemerkt, dass nicht jeder Arbeitgeber kinderfreundlich ist. Bei den Antworten auf die Frage, was den Anwesenden in ihrem Berufsgebiet besonders gefällt, wurde deutlich, dass die MINT-Berufe ein sehr breit gefächertes Feld darstellen und viele Nischen zur berufl ichen Entfaltung bieten.

So kann man von der Position einer Managerin bis hin zur Entwicklungsarbeit fast alles machen. Auch die Arbeit mit Menschen steht oft im Mittelpunkt des Jobs. Einige Teilnehmerinnen schätzten den Umgang mit der Technik, da diese berechenbar ist. Auch die große Verantwortung, die der Beruf einer Ingenieurin mit sich bringt, wird als positiv angesehen, da hier die Möglichkeit besteht, sich auch als Persönlichkeit immer weiter zu entwickeln. Auf die Frage, warum es trotz der sehr guten Chancen so wenige Frauen in Führungspositionen gibt, kam zur Sprache, dass es immer noch Vorurteile gegenüber Frauen in solchen Positionen gibt. Frauen scheinen sich oftmals stärker beweisen zu müssen als Männer. Eine Promotion kann dabei nur förderlich sein.

Wie kann man Mädchen fördern? Abschließend wurde festgestellt, dass Mädchen früh mit MINT-Themen konfrontiert werden sollten, damit keine Berührungsängste entstehen. Der „AhaEffekt“ in jüngeren Klassen ist größer und sollte schon im Kita-Alter passieren. Zum Ende der Schulzeit haben sich die Allermeisten bereits orientiert. Wichtig erschien den Frauen, dass die Schulen mehr Praktika ermöglichen sollten und auch der Unterricht konkrete Aussichten auf ein künftiges Berufsbild gibt. Schülerinnen und Schülern sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich regelmäßig in Betriebe umzuschauen. Hierbei wurde der frühere polytechnische Ansatz im Unterricht gelobt. Das Berufsbild der Ingenieurin in der Öffentlichkeit sollte gestärkt werden, so dass sich Schülerinnen damit besser identifizieren können. Von einer generellen monoedukativen Ausbildung wurde eher abgeraten, da es den Anschein einer Diskriminierung haben könnte. Besser wäre eine gemeinsame Förderung, die bei den Mädchen einen Schwerpunkt in der Förderung des Selbstvertrauens legt. Hier aber sind insbesondere die Lehrenden gefragt, die in den angesprochenen Bereichen besser aus- und weitergebildet werden müssen. << VDI Mecklenburg-Vorpommern

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V E R A N S T A L T U N G E N

VERANSTALTUNGSKALENDER Alle wichtigen Termine von April bis Juli 2011 Kurzfristige Terminänderungen, Verlegung des Veranstaltungsortes und Aktuelles finden Sie auf den Internet-Seiten der jeweiligen Vereine.

VDI Bremen Telefon 04 21 / 17 16 13, E-Mail bv-bremen@vdi.de Aktuelles sowie Veranstaltungen und Arbeitskreise, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter www.vdi.de/bv-bremen Gäste sind gern willkommen, VDI-Mitglieder haben jedoch Vorrang!

VDI Ortsgruppe Emden Klub zum Guten Endzweck, Bollwerkstr. 47, 26725 Emden ■ 12.04.11, Dienstag, 17:15 Uhr „Vertragstechnik für Geschäfte des Maschinen- und Anlagenbaus; Fokus: Auslandsprojekte“ Dr. Klaus Bretschneider, Emden ■ 10.05.11, Dienstag, 17:15 Uhr „Energieeinsparung in Elektromotorenparks von Unternehmen - Verbindung von Energiemanagement und Anlagenerhaltung“ Hans-Jürgen Kastner, Senior Consulting Engineer, Umwelt-Technik-Marketing, Brake ■ 14.06.11, Dienstag, 17:15 Uhr Hochschule Emden-Leer, Constantiaplatz 4, 26723 Emden, Raum T40 „Fertigungstechnik an der Hochschule Emden-Leer“ - Vortrag und Laborvorführung Prof. Dr. Sven Lange, Fachbereich Technik, Hochschule Emden-Leer AK Energietechnik ■ 25.05.11, Mittwoch, 17:30 Uhr in Thedinghausen Besichtigung einer Windenergieanlage (WEA) des Typs AN Bonus • Einführung in die Anlagentechnik vor Ort • Monitoring der WEA • Erläuterungen zum AFÜ- Rechner/ WPS- System • Besichtigung der WEA

■ Vorträge 36

Die Teilnehmerzahl ist auf zehn Personen begrenzt. Daher ist eine Anmeldung erforderlich, die bitte bis zum 30.04.2011 an Jörg Mertens (Mertens.Joerg@vdi.de) zu richten ist. Eine Anfahrtsbeschreibung wird bei der Anmeldung ausgehändigt. Im Falle von Höhenangst oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen (manueller Aufstieg) wird von einer Besichtigung der WEA abgeraten AK Werkstofftechnik ■ 20.04.11, Mittwoch, 17:00 Uhr Stiftung Institut für Werkstofftechnik, Badgasteiner Str. 3, 28359 Bremen, Raum FZB 1250 (1. Stock), Haupteingang IWT Aktuelle Entwicklungen zur Erhöhung der Gleichmäßigkeit der Wärmebehandlung im Mehrzweckkammerofen Dr.-Ing. Thomas Dopler, Geschäftsbereichsleiter Härtereien, Aichelin Ges.m.b.H., Mödling AK Wertanalyse ■ 09.05.11, Montag, 18:00 bis 20:00 Uhr FhG-IFAM, Bremen, Wiener Str. 12, Hörsaal Beschreibung und Analyse von Prozessen Workshop Prof. Dr. Miriam O’Shea, Dipl.-Ing. Schernikau Arbeitskreis Aktive 60 Plus in Emden ■ Tea-Time Gespräche Die Treffen finden jeden ersten Dienstag im Monat von 16:00 bis 18:00 Uhr statt

■ Exkursionen/Besichtigungen

Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

Klub zum Guten Endzweck, Bollwerkstr. 47, 26725 Emden Auskunft und Rückfragen bei: Ernst-August Rehbock, Boltentorstr. 9, 26721 Emden, Telefon 0 49 21 / 2 29 04 Arbeitskreis Aktive 60 Plus in Bremen Nord ■ Die Treffen finden jeweils vierteljährlich donnerstags (14.04., 14.07., 13.10.) um 16:00 Uhr statt Restaurant Strandlust, 28757 Bremen Auskunft und Rückfragen bei Jürgen Moll, Telefon 04 21 / 60 12 16 V D I - I N FO R M AT I O N E N Vorruhestand oder Pensionierung ist kein Grund aus dem VDI auszutreten! Sie können zu einem reduzierten Beitrag die bisherigen Leistungen weiterhin in Anspruch nehmen als 1. pensioniertes Mitglied für 60 Euro jährlich. 2. Altmitglied (Pension / Rente und mindestens 25 Jahre Mitglied) für 40 Euro jährlich. In beiden Fällen müssen Sie aber einen entsprechenden Antrag an die Mitgliederabteilung beim VDI in Düsseldorf stellen. Außerdem: Stellenlose bzw. Wehr- und Zivildienstleistende Mitglieder können gegen Vorlage einer Bestätigung (Fotokopie) von der Beitragszahlung befreit werden. Bei Krankheit oder Notlage sind Beitragsstundungen, allerdings nur auf Antrag über den zuständigen Bezirksverein, möglich.

■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen


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V E R A N S T A L T U N G E N

VDI Hamburg Telefon 0 40 / 2 70 28 07, E-Mail bvhamburg@vdi.de Aktuelles sowie Veranstaltungen und Arbeitskreise, die hier nicht aufgeführt sind, finden Sie unter www.vdi-hamburg.de Gäste sind gern willkommen, VDI-Mitglieder haben jedoch Vorrang!

VDI AK BMV, AG Wirtschaft und Finanzen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, Berliner Tor 21, 20099 Hamburg, Raum 232 ■

11.04.11, Montag,

18:00 Uhr

■ 09.05.11, Montag,

18:00 Uhr

Erfahrungsaustausch zu aktuellen Themen „Wirtschaft und Finanzen“ Dipl.-Ing. Wolfgang Bruhn, AG Leiter VDI AK Fördertechnik, Materialfluss, Logistik Anmeldung erforderlich unter: anmeldung@fglhamburg.de Prof. Dr.-Ing. Günther Pawellek, AK-Leiter ■ 14.04.11, Donnerstag, 09:00 bis 17:00 Uhr TUHH oder FGL e.V., 21079 Hamburg Tag der Logistik - Methoden und Tools zur Optimierung der Logistik ■ 09.06.11, Donnerstag, 18:00 bis 19:30 Uhr Hanse Aerospace e.V., 22041 Hamburg Requirements Engineering – Produkte und Dienstleistungen anforderungsgerecht entwickeln ■ 16.06.11, Donnerstag, 18:00 bis 19:30 Uhr TUHH oder FGL e.V., 21079 Hamburg Simulation in der Logistik ■ 23.06.11, Donnerstag, 09:00 bis 16:30 Uhr Hotel Lindtner, Heimfelder Str. 123, 21075 Hamburg Fachseminar Produktionslogistik VDI AK Meer, Küste, Hafen Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung beim AK-Leiter Dr.-Ing. Horst Braun, Telefon 0 40 / 8 66 20 04. VDI-Mitglieder haben Vorrang. Teilnahme von Gästen und begleitenden Damen nur bei freien Plätzen

■ Vorträge

■ 13.04.11, Mittwoch, 12:00 bis 16:00 Uhr Besichtigung der Baustelle Kraftwerk Moorburg Sicherheitsausrüstung wird gestellt. Gemeinsames Mittagessen in der Baustellen-Kantine ■ 11.05.11, Mittwoch, Besichtigung der Baustelle Weser-Jade-Port in Wilhelmshaven (geplant!) Reise mit DB-Gruppenfahrkarte, 09:15 Uhr ab Hamburg-Hauptbahnhof. Ganztägige Veranstaltung VDI AK Studenten und Jungingenieure Veranstaltungsort wechselnd. Rechtzeitige Informationen unter www.suj-hamburg.de ■ 20.04.11, Mittwoch, 19:00 Uhr ■ 18.05.11, Mittwoch, 19:00 Uhr ■ 15.06.11, Mittwoch, 19:00 Uhr Arbeitskreissitzungen VDI AK Technische Gebäudeausrüstung ■ 07.06.11, Dienstag, 17:30 Uhr Imtech-Haus, Hammer Str. 32, 22041 Hamburg Effizienz von thermischen Solaranlagen Dr. Rolf Meissner VDI AK Umweltschutztechnik, AG Luft ■ 16.05.11, Montag, 18:00 Uhr Derzeitige Thematik: Schadstoffe in Innenräumen, Emissionen aus Materialien, Einfluss der Wohnraumnutzung Aktuelles Thema und Veranstaltungsort werden per E-Mail bekannt gegeben. Anmeldung erbeten an Dr. Ullrich, E-Mail ullrich-umwelt@t-online.de

■ Exkursionen/Besichtigungen

VDI AK Wertanalyse/Value Management ■ 23.05.11, Montag, 18:00 bis 20:00 Uhr Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg, Berliner Tor 21, 20099 Hamburg, Raum 227 (Altbau) Beschreibung und Analyse von Prozessen mit dem Ziel der Prozessoptimierung - unter Einsatz der Netzplantechnik und der Funktionenanalyse Prof. Dr. Miriam O’Shea, Dipl.-Ing. Bernd Schernikau, AK-Leiter VDI Bezirksgruppe Lüneburg Die nachstehenden Besichtigungstermine können sich ändern. Anmeldung und nähere Informationen bei Frau Osten, E-Mail karin-osten@arcor.de oder Telefon 0 41 31 / 18 78 90 ■ 20.04.11, Mittwoch, 14:00 Uhr Nordson Engineering GmbH, Lilienthalstr. 6, 21337 Lüneburg Besichtigung Entwicklung und Fertigung von Auftragsmaschinen für die Heißklebetechnik mit Kunstharzen ■ 18.05.11, Mittwoch, 14:00 Uhr Bio-Construct, Laaverstr. 1, 19273 Kaarßen, (Amt Neuhaus) Besichtigung der Biogas-Anlage Abgeschlossener Endausbau mit angegliederter Rinderhaltung (ca. 3.000 Milchkühe) ■ 03.06.11, Freitag, 07:30 Uhr Traditionelle Sommerfahrt der Mitglieder der Bezirksgruppe Exkursion nach Waren an der Müritz mit Besichtigung der Mecklenburger Metallguss GmbH, bekannt durch die überdimensionalen Schiffspropeller für die Kreuzfahrtriesen

W W W. M E N S C H U N DT EC H N I K .CO M Besuchen Sie uns doch einfach auch einmal im Internet. In der Online-Ausgabe von „Mensch & Technik“ finden Sie alle Termine und Informationen tagesaktuell über den Link der jeweiligen Vereine. << www.menschundtechnik.com

■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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V E R A N S T A L T U N G E N

VDI Mecklenburg-Vorpommern Telefon 03 81 / 1 28 51 23, Telefax 03 81 / 1 28 51 24, E-Mail bv-meck-pom@vdi.de, lv-meck-pom@vdi.de Internet www.vdi.de/bv-meck-pom, www.vdi.de/lv-meck-pom

VDI AK Senioren

VDI AK Fördertechnik, Materialfluss, Logistik

Anmeldung und Informationen in der Geschäftsstelle des BV unter Telefon 03 81 / 1 28 51 23 oder E-Mail bv-meck-pom@vdi.de. Termine werden rechtzeitig im Terminkalender unter: www.vdi.de/meck-pom/terminkalender oder individuell per E-Mail bekannt gegeben und aktualisiert

Anmeldung bei Prof. Dr.-Ing. Nina Vojdani, Telefon 03 81 / 4 98 92 51 Telefax 03 81 / 4 98 92 52

Geplante Veranstaltungen April 2011 ■ Besichtigung • P+S Werften (Volkswerft Stralsund) • IMG Ingenieurtechnik u. Maschinenbau GmbH Rostock o. Neptun Werft GmbH Warnemünde Geplante Veranstaltungen Mai 2011 ■ Besichtigung • Staatstheater Schwerein Geplante Veranstaltungen Juni 2011 ■ Besichtigung • Weber Maschinenbau GmbH Neubrandenburg (Groß Nemerow) Geplante Veranstaltungen Juli 2011 ■ Besichtigung • Hydraulik Nord Fluidtechnik GmbH & Co. KG • Internationales Maritimes Museum Hamburg VDI Bezirksgruppe Westmecklenburg und VIW Region SN ■ 07.06.11, Dienstag Astrium GmbH, Airbus-Allee 1, 28199 Bremen Besichtigung der Fertigung von Raumfahrtkomponenten mit anschließender Führung in den Stadtkern von Bremen. Anreise mit dem Bus. Kosten p.P. 59,00 EUR. Genaue Abfahrtszeit ist bei Anmeldung zu erfragen! Anmeldung und weitere Informationen bei Dipl.-Ing. Joachim Schulrath unter Telefon 03 85 / 3 97 66 06

■ Vorträge 38

■ 14.04.11, Donnerstag ECL European Cargo Logistics GmbH, Rostock Tag der Logistik Weitere Informationen und Anmeldeformular unter: www.ro-lf.de

■ Stammtisch der SUJ findet jeden zweiten Mittwoch im Monat in der Gaststätte Barke, Wismarsche Str. 6, 18057 Rostock statt.

■ 08.-09.06.11, Mittwoch bis Donnerstag 18119 Rostock-Warnemünde 11. Rostocker Logistik Forum Weitere Informationen und Anmeldeformular unter: www.ro-lf.de

Geplante Veranstaltungen Mai 2011

AK Jugend und Technik

■ 16.06.11, Donnerstag, 09:00 bis 17:00 Uhr Universität Rostock Agrar- und Umweltwissenschaftliche Fakultät, Hörsaal Justus-von-Liebig-Weg 14. Dialog „Abfallwirtschaft M-V“ Ansprechperson: Dr. Gert Morscheck, Telefon 03 81 / 4 98 - 34 04, E-Mail gert.morscheck@uni-rostock.de Nähere Informationen zur Anmeldung ab April 2011 unter: www.auf.uni-rostock.de/AWDialog

■ 17.06.11, Freitag, 10:00 bis 14:00 Uhr auf dem Uni-Campus in Rostock-Warnemünde Tag der Technik in Rostock - eine Veranstaltung für Schülerinnen und Schüler Wir planen für euch: • Extraangebote für Mädchen • Technik zum Anfassen und Mitmachen • Experimente und Mitmachangebote (Löten, Spurtmobile bauen, Solarmobile ausprobieren) • Firmen-, Labor- und Werkstattbesichtigungen • Robotikstationen zum Mitmachen • Berufs- und Studienberatung Weitere Informationen bei Dipl.-Ing. Birgit Krumpholz, E-Mail birgit.krumpholz@uni-rostock.de Mehr Informationen unter: www.tag-der-technik.de AK Studenten und Jungingenieure Anmeldung und weitere Informationen bei Hagen Bröhl, E-Mail broehl.hagen@vdi.de Termine werden rechtzeitig im Terminkalender unter: www.vdi.de/meck-pom/terminkalender oder individuell per E-Mail bekannt gegeben und aktualisiert

■ Exkursionen/Besichtigungen

Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

■ 05.04.11, Freitag, 05:30 Uhr Abfahrt mit dem Bus vom ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) Hannover Messe 2011 – GET NEW TECHNOLOGY FIRST Weitere Informationen unter: www.hannovermesse.de

■ Connecticum 2011 – 9. Int. Firmenkontaktmesse – 03. bis 05.05.11 in Berlin AK Energie- und Umwelttechnik

AK Bau, TGA, Facility Management Anmeldung und weitere Informationen bei Dipl.-Ing. Peter Wickboldt, E-Mail peter.wickboldt@uni-rostock.de ■ 14.04.11, Donnerstag, 16:00 Uhr Energieeffiziente Gebäude am Beispiel des Neubaus des Rechenzentrums der Universität Rostock Dipl.-Ing. Peter Wickboldt, Universität Rostock ■ 19.05.11, Donnerstag, 16:00 Uhr Einsatz der LED-Technologie im Bereich der Gebäude– und Außenbeleuchtung in der Universität Rostock Philipp Libuda, Oscar Bloch, Hannes Lüttge, Schüler des Innerstädtischen Gymnasiums, Rostock

■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen


2011

V E R A N S T A L T U N G E N

■ 08.06.11, Mittwoch, 16:00 Uhr Reduzierung des e-Verbrauchs durch Nutzung hydrodynamischer Eigenschaften – Strahlpumpe versus herkömmlicher Pumpensysteme Mark Gebauer, W. Bälz & Sohn GmbH & Co. ■ 06.07.11, Mittwoch, 16:00 Uhr Erfassung energetischer Verbräuche – Integration aller Messingeinrichtungen und Verarbeitung in der Gebäudeleittechnik Norbert Herlitz, Kieback & Peter GmbH

AK „Maschinenbau/Antriebstechnik“

Geplante Veranstaltungen Juni 2011

Weitere Informationen bei Dipl.-Ing.(FH) André Kadenbach E-Mail akadenbach@schottel.de

■ Besichtigung • Bahnreparaturwerk Neustrelitz (ehemalige Arriva Werke Nord GmbH in Neustrelitz)

Geplante Veranstaltungen April 2011 ■ Besichtigung • Liebherr-MCCtec Rostock GmbH • Arbeitskreis-Treffen

Änderungen und weitere aktuelle Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Mecklenburg-Vorpommern BV und LV unter „Veranstaltungen“.

Geplante Veranstaltungen Mai 2011 ■ Besichtigung • Eisengießerei Torgelow GmbH

VDI Schleswig-Holstein Telefon 04 31 / 55 17 59, E-Mail bv-schleswig-holstein@vdi.de, Internet www.vdi-sh.de

Vorankündigung - Jahresmitgliederversammlung VDI Schleswig-Holsteinischer Bezirksverein Die Jahresmitgliederversammlung findet am Montag, den 18. April 2011, um 19 Uhr im Restaurant „Haus des Sports“, Winterbeker Weg 49, in 24114 Kiel statt. Die persönlichen Einladungen folgen.

■ 18.04.11, Montag, 19:00 Uhr, Jahreshauptversammlung im Haus des Sports, (siehe unten) ■ 16.05.11, Montag, 10:00 Uhr, VDI Promotion Tour an der FH Kiel ■ 24.05.11, Dienstag, 25. Deutscher Ingenieurtag in Düsseldorf

Internationale Konferenz und Fachmesse für Wasserstoff, Brennstoffzellen und elektrische Antriebe Hamburg

■ 31.08.11, Mittwoch, Jobmesse der VDI Nachrichten Halle 400 VDI AK Seniorenkreis

8. – 9. Juni 2011

■ 21.04.11, Donnerstag, 16:30 Uhr, Hotel „Consul“, Walkerdamm 11, 24103 Kiel ■ 19.05.11, Donnerstag, 16:30 Uhr, Hotel „Consul“ Kiel, Walkerdamm 11, 24103 Kiel ■ 16.06.11, Donnerstag, 15:00 Uhr, Firmenbesichtigung, Treffpunkt wird bekannt gegeben Exkursion ■ 12.05.11, Donnerstag, 07:00 Uhr, Schiffbau total: Zwei-Tagestour nach Bremen-Vegesack und Papenburg Besichtigung von Abeking und Rasmussen sowie Lürssen in Lemwerder und die Meyer Werft in Papenburg, Informationen und Kontakt: kaffke.doris@vdi.de oder in der Geschäftsstelle, Anmeldung erforderlich.

■ Vorträge

■ Exkursionen/Besichtigungen

Hamburg Messe

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■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen H2Expo2011_Anz.91x128_d+e_150211.indd 1

15.02.11 15:13 Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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V E R A N S T A L T U N G E N

VDI Lübeck Breite Str. 6-8, 23552 Lübeck, Ursula Holtz, Telefon 04 51 / 3 00 33 42, Telefax 04 51 / 3 00 33 31, Bürozeit Freitag 09:00 - 14.00 Uhr

VDI AK Selbständige

■ 30.06.11, Donnerstag

Innovationszentrum, Breite Str. 6-8, oder „Paulaner“, Breite Str. 1 Arbeitstreffen/Stammtisch jeweils 19:30 Uhr, Themen und Anmeldung unter www.vdi-luebeck.de

■ 28.07.11, Donnerstag VDI AK Jungingenieure und Studenten

■ 28.04.11, Donnerstag

„Theaterklause“, Beckergrube 34, Stammtisch jeweils 19:00 Uhr, Gäste willkommen

■ 26.05.11, Donnerstag

■ 27.04.11, Mittwoch

■ 23.06.11, Donnerstag

■ 25.05.11, Mittwoch

■ 28.07.11, Donnerstag

■ 22.06.11, Mittwoch ■ 27.07.11, Mittwoch

VDI AK Seniorenkreis Clubhaus „Phönix“, Falkenstr. 44, jeweils 16:00 Uhr ■ 07.04.11, Donnerstag ■ 05.05.11, Donnerstag ■ 02.06.11, Donnerstag

■ 08.04.11, Freitag, ganztags fib on the road WomanPower Kongress auf der Hannover Messe ■ 09.06.11, Donnerstag, 19:00 Uhr Treffen der AG fib-Kongress 2012 Voraussichtlich Hotel „Holsteiner Hof“, Timmendorfer Strand ■ 26.06.11, Sonntag, 16:00 Uhr Schnitzeljagd in Travemünde“ mit anschließendem Picknick am Strand

VDI AK Frauen im Ingenieurberuf Informationen bei Undine StrickerBerghoff, Proeconomy, Lübeck/Travemünde, Telefon 0 45 02 / 77 05 68, E-Mail info@proeconomy.de

Das Programm des Lübecker BV und der 13 technischwissenschaftlichen Vereine Lübecks siehe: www.vdi-luebeck.de

VDI Unterweser Telefon 04 71 / 8 47 12, E-Mail roffmann.gabriele@vdi.de, Internet www.vdi.de/bv-unterweser

VDI AK Video- und Bildtechnik

VDI AK Studenten und Jungingenieure

VDI Bezirksgruppe Nordenham

BRIG Bremerhaven, Stresemannstr. 46, 27570 Bremerhaven, Konferenzraum III (2. Obergeschoss) Treffen Leitung: Dipl.-Ing. Klaus Regul, jeweils von 14.00 bis ca. 17.00 Uhr. Teilnahme jederzeit kostenlos und ohne Voranmeldung möglich!

Gaststätte „Rüssel“, Bürgermeister-Smidt-Str. 145, 27568 Bremerhaven Monatstreff Leitung: Dipl.-Ing. Angela Seekircher, jeweils 19:00 Uhr

„Elas Bierstübchen“, Herbertstr. 28, 26954 Nordenham Stammtisch Leitung: Dipl.- Ing. Manfred Otromke, jeweils 20:00 Uhr

■ 14.04.11, Donnerstag

■ 05.05.11, Donnerstag

■ 04.04.11, Montag

■ 09.06.11, Donnerstag

■ 07.04.11, Donnerstag

■ 12.05.11, Donnerstag

■ 02.05.11, Montag ■ 06.06.11, Montag

Änderungen und weitere aktuelle Veranstaltungen finden Sie auf der Website des Unterweser BV unter „Veranstaltungen“.

Hilfe für in Not geratene Ingenieure und Ingenieurinnen VDI-Ingenieurhilfe e. V. Die VDI-Ingenieurhilfe e.V. ist ein aus freiwilligen Spenden von VDI-Mitgliedern finanziertes eigenständiges Hilfswerk. 1947 - nach Wiedergründung des VDI - nahm die Ingenieurhilfe ihre Tätigkeit wieder auf. Sie gewährt auf Antrag nicht nur materielle Unterstützung in Notlagen wie z. B. Krankheit, Schwerbehinderung, Unfall, Arbeitsplatzverlust, sondern hilft auch durch persönliche Beratung, Gespräche mit Wohnungs- und Sozialämtern oder durch Vermittlungsgespräche mit anderen Institutionen. Über die Vergabe der Mittel entscheidet ausschließlich ein von der Mitgliederversammlung der VDI-Ingenieurhilfe e. V. gewähltes ehrenamtlich tätiges Kuratorium. Die Ingenieurhilfe übernimmt darüber hinaus die Kosten für Stellengesuche in den VDI nachrichten für arbeitslose Ingenieure, die eine Anstellung suchen, und für Jungingenieure, die eine Anfangsstellung suchen, wenn eine Arbeits- bzw. Stellenlosigkeit durch einen entsprechenden Bescheid nachgewiesen wird. Die Kontaktaufnahme zur VDI-Ingenieurhilfe e. V. in: Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Unterweser erfolgt über die Geschäftsstelle des jeweiligen Bezirksvereins. VDI HB, HH, MV, SH, UW

■ Vorträge 40

■ Exkursionen/Besichtigungen

Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen


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V E R A N S T A L T U N G E N

VDE Region Nord e.V. Telefon 0 40 / 2 70 27 21, Telefax 0 40 / 2 79 40 84, E-Mail VDE-Region-Nord@vde-online.de, Internet www.vde-region-nord.de

VDE Allgemein Informationen und Anmeldung: Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg Telefon 0 40 / 2 70 27 21 Telefax 0 40 / 2 79 40 84 E-Mail VDE-Region-Nord@vde-online.de ■ 06.04.11, Mittwoch, 18:30 bis 22:00 Uhr VDE Geschäftsstelle, Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg Bewusster Fotografieren Workshop

Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie – immer aktuell – auf unserer Webseite www.vde-region-nord.de

■ 21.04.11, Donnerstag, 18:30 bis 22:00 Uhr VDE Geschäftsstelle, Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg Kreative Bildgestaltung Fotoworkshop ■ 14.05.11, Samstag, 14:00 bis 19:30 Uhr Treffpunkt: www.vde-region-nord.de Portraitfotos Outdoor WS Fotoworkshop ■ 21.05.11, Samstag, 18:30 bis 22:00 Uhr VDE Geschäftsstelle, Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg DAM – Digitaler Workflow und Bildmanagement Fotoworkshop

■ 07.06.11, Dienstag, 18:30 bis 22:00 Uhr VDE Geschäftsstelle, Stadtbahnstr. 114, 22391 Hamburg Bildbearbeitung mit Ebenen und Masken Fotoworkshop ■ 23.05.11, Montag, Technische Akademie Nord, Schleusenstr. 1, 24106 Kiel Vertragsrecht für Ingenieure ■ 28.04.11, Donnerstag, Jahresmitgliederversammlung 2011 Einladungen folgen ■ 05.06.11, Sonntag, Abfallwirtschaftszentrum Neumünster E-Race – Autorennen um den VDE Innovationspreis Einladungen folgen

Vorankündigung VDE Region Nord e.V. - Jahresmitgliederversammlung Unsere diesjährige Jahresmitgliederversammlung ist vorgesehen für Donnerstag, den 28.04.2011 in Hamburg Einladungen und weitere Informationen folgen per Post und unter www.vde-region-nord.de

VDE Region Nord-West Domsheide 3, 28195 Bremen, Telefon 04 21 / 3 80 99 10, Telefax 04 21 / 3 80 99 13 E-Mail info@vde-nord-west.de, Internet www.vde-nord-west.de

VDE Region Nord-West Allgemein Haus der Wissenschaft, Sandstr. 4/5, 28195 Bremen Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Eintritt frei ■ 07.04.11, Donnerstag, 17:00 Uhr Projekt „GALILEO” Dipl.-Ing. Boris Penné, Director Space Program Management ESA/DLR OHB Bremen ■ 12.05.11, Donnerstag, 18:00 Uhr Neues aus der Überspannungs- und Blitzschutztechnik Dipl.-Ing. Jens Völkner, Vertrieb Nord - DEHN + SÖHNE GmbH Co. KG ■ Vorträge

■ 23.06.11, Donnerstag, 18:00 Uhr Das Auto 2.0 – Herausforderungen und Chancen für die Forschung Prof. Dr. Karl-Ludwig Krieger, Institut für Theoretische Elektrotechnik und Mikroelektronik – Kraftfahrzeugelektronik – Uni Bremen ■ Juni / Juli 2011 3-tägige Exkursion für unsere Studenten und Jungmitglieder zum Mercedes-Benz Werk nach Stuttgart geplant Anmeldungen in der VDE Geschäftsstelle. Genaue Informationen werden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt

■ Exkursionen/Besichtigungen

■ 18.06.11, Samstag Jährliche Sommerfahrt nach Emden Genauer Zeitplan wird später mitgeteilt ■ 21.06.11, Dienstag, 18:00 Uhr Treffen unserer korporativen Mitglieder zum Thema „Fachkräftemangel“ Genauer Programmablauf und Veranstaltungsort werden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt

Diese und weitere Veranstaltungen finden Sie – immer aktuell – auf unserer Webseite www.vde-nord-west.de

■ Seminare/Workshops/Kongresse/Tagungen Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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Foto: VDI BV Lübeck

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Lübecker BV bei der Berufsberatung in St. Petri ■ Im Mai findet jährlich eine große Schau der Berufe für Schüler, Eltern und Lehrer in St. Petri in Lübeck statt. Die IHK Lübeck, die Kaufmannschaft, die Kreishandwerkerschaft, das Schulamt und der KDA organisieren diese Veranstaltung. Ungefähr 6.000 Schülerinnen und Schüler aus Lübeck und Umgebung besuchen diese Messe, um sich über interessante Berufe zu informieren. Es wird Wert darauf gelegt, dass die Jugendlichen sich nicht nur auf einen einzigen Berufswunsch konzentrieren, sondern viele interessante Möglichkeiten kennen lernen. Jungen sollen sich auch typische Mädchenberufe ansehen und die Mädchen die typischen Jungenberufe. Seit einigen Jahren nimmt der Lübecker BV mit einem größeren Stand und drei interaktiven Rechnern teil und wirbt, erklärt und rät zu Ausbildungen im Bereich Ingenieurwesen und Naturwissenschaften. Der Beratungsumfang ist weit gefächert.

Teils handelt sich es um Jugendliche, die Probleme haben, ihren Grundschulabschluss zu erreichen und entsprechend frustriert und demotiviert sind. In diesen Fällen ist es wichtig, die vorhandenen Möglichkeiten aufzuzeigen, die auch in dieser Lage machbar sind. Hier hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dass der VDI-Stand bewusst neben dem großen Stand der Agentur für Arbeit liegt. Es können so Einzelne, wie auch kleine Gruppen direkt zu den relevanten Fachberatern geführt werden. Im Gegenzug werden Interessenten zum VDI geschickt, die die Vielfältigkeit des Ingenieurberufes überhaupt nicht kennen. Manche Gespräche werden mit Studierenden geführt, die ihre Ausbildungsstätte wechseln wollen, um spezielle Arbeitsgebiete zu studieren. Es sind hochinteressante Tage, mit stundenweiser Unterstützung durch unseren Jungingenieure und Studenten wie auch durch Professoren.

Der VDI-Stand in St. Petri Lübeck. Foto: VDI BV Lübeck

Die Beratung wird angenommen, sollte aber verbessert werden.

Schülerberatung am VDI-Stand.

Das Prospektmaterial vom VDI aus Düsseldorf und von “think-ing.” hat bereits eine Sackkarre zum mechanischen Exitus veranlasst. Es fehlt Material für interessierte Jugendliche, die nicht den üblichen Ausbildungsweg einschlagen wollen. Bei dem herrschenden Ingenieurmangel sollte auch dieses Potential an Jugendlichen angesprochen werden. <<

VDI BV Lübeck

Berufsinformationsmesse! ■ Am 06.11.2010 fand, wie bereits in

den Vorjahren, eine Berufsinformationsmesse an der Friedrich-JungeSchule in Kiel statt. Die Schüler der Klassenstufen 8 bis 10 konnten sich hier über viele Berufe informieren. Auch der VDI war mit einem Stand vertreten. Es ging in erster Linie darum, Schülerinnen und Schüler über die Möglichkeiten zur Aufnahme eines Ingenieursstudiums zu informieren. Das Interesse der jungen Menschen war wieder sehr groß und es ist gelun-

gen, einige Schülerinnen und Schüler von der Vorteilhaftigkeit einer akademischen Ausbildung zu überzeugen. So war sich z. B. ein Mädchen aus der neunten Klasse sicher, dass sie nach dem Realschulabschluss eine weiterführende Schule besuchen wird um dann ein Ingenieurstudium aufzunehmen. Wie schon im letzten Jahr interessierten sich wieder erstaunlich viele junge Damen für den Ingenieurberuf. Selbstverständlich wurden auch Fragen zur Aufnahme andere Studiengängen, wie

z.B. Architektur, beantwortet. Das war bei zwei jungen Frauen der Fall, die in Kürze eine Berufsausbildung im Bereich Gestaltung aufnehmen werden. Alles in allem wurden wieder viele interessante Gespräche geführt und es erscheint fast sicher, dass dort weibliche und männliche zukünftige Ingenieure zugegen waren. << Nick Osbahr

Vorankündigung VDI Schleswig-Holsteinischer Bezirksverein - Jahresmitgliederversammlung Die Jahresmitgliederversammlung findet am Montag, den 18. April 2011, um 19:00 Uhr im Restaurant „Haus des Sports“, Winterbeker Weg 49 in 24114 Kiel statt. Die persönlichen Einladungen folgen.

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GrĂźndung eines VDIni Clubs in Kiel? â&#x2013; GrĂźndung eines VDIni Clubs in Kiel? Mehr Informationen unter: www.vdini-club.de Nachdem in LĂźbeck in 2009 und in Hamburg-BarsbĂźttel in 2011 die ersten VDIni-Clubs in Schleswig-Holstein und Hamburg gegrĂźndet wurden, wollen wir gerne weitere Clubs ins Rollen bringen. Interessenten mit Ideen und Zeit melden sich bitte bei Doris Kaffke unter: lv-schleswig-holstein@vdi.de. <<

Wir suchen Sie!

Ehrenamtlicher Mitarbeiter fĂźr die Geschäftsstelle gesucht. Unsere Geschäftsstelle in der FH Kiel ist dienstags von 10:00 bis 13:00 Uhr und donnerstags von 15:00 bis 18:00 Uhr besetzt. Drei ehrenamtliche Ingenieure bewältigen diese Aufgabe, und zwar ist der GeschäftsfĂźhrer sowohl am Dienstag wie auch am Donnerstag anwesend, während ein Herr am Dienstag und der andere am Donnerstag dazukommt. Aus AltersgrĂźnden wird der Dienstagtermin frei und wir suchen eine(n) Ingenieur/in fĂźr den Dienstagmorgen. Was macht die Geschäftsstelle? Die Geschäftsstelle ist Ansprechpartner fĂźr die DĂźsseldorfer Zentrale. Zugleich ist sie aber auch die Anlaufstelle fĂźr die Mitglieder des Bezirksvereins. Im Klartext heiĂ&#x;t das: â&#x20AC;˘ Poststelle â&#x20AC;˘ Verwaltung der Mitgliederdatei â&#x20AC;˘ BegrĂźĂ&#x;ungsbriefe fĂźr neue Mitglieder des BV â&#x20AC;˘ Betreuung der Bezirksgruppen und Arbeitskreise â&#x20AC;˘ Gelegentliche Telefonkontakte mit den Spezialisten der Zentrale â&#x20AC;˘ Zusammenarbeit mit den anderen Geschäftsstellen im norddeutschen Raum Die betreffende Person muss keine Koryphäe im Umgang mit dem PC sein. Ein wenig Grundwissen wĂźrde helfen. Damit wir in der Geschäftsstelle auf dem Laufenden sind, gehĂśren wir dem erweiterten Kreis des Vorstandes an und nehmen an den regelmäĂ&#x;igen Sitzungen teil.

Kahl Pelletieranlagen sind international seit Jahrzehnten ein fester Begriff in der mechanischen Verfahrenstechnik. Unsere klassischen Märkte liegen in der Grundnahrungs- und Futtermitteltechnologie, in der Zuckerindustrie, im Nahrungs- und Nährmittelbereich sowie in der Chemischen Industrie. Ein starkes Engagement liegt in der Entwicklung neuer Technologien fßr die Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft und fßr die Aufbereitung von Biomasse. Umweltschutz stellt uns die Aufgabe, technisch intelligente, praktische LÜsungen fßr das Produktrecycling zu liefern. Wir sind interessiert an innovativ denkenden Mitarbeitern, die täglich neue Herausforderungen professionell umsetzen. Zur Verstärkung unserer Anlagenplanung am Standort in Reinbek suchen wir zum nächstmÜglichen Termin eine/n

PLANUNGSINGENIEUR MIT BERUFSERFAHRUNG

m /w

DAS AUFGABENGEBIET UMFASST: ä'HWDLOSODQXQJYRQ3URGXNWLRQVDQODJHQ ä$XIWUDJVDEZLFNOXQJXQWHU%HDFKWXQJGHUYHUWUDJOLFKHQ und wirtschaftlichen ZielgrĂśĂ&#x;en ä.RRUGLQDWLRQDOOHULQWHUQHQXQGH[WHUQHQ6FKQLWWVWHOOHQ im Rahmen des Projektmanagements ä6LFKHUVWHOOXQJGHU]HLWJHUHFKWHQ$QOLHIHUXQJDOOHU7HLOHELVKLQ zur erfolgreichen Funktion der gelieferten Anlage ä*HOHJHQWOLFKH$XVODQGVUHLVHQ FĂ&#x153;R EINE ERFOLGREICHE TĂ&#x201E;TIGKEIT BENĂ&#x2013;TIGEN SIE FOLGENDE VORAUSSETZUNGEN: ä(LQLJH-DKUH%HUXIVHUIDKUXQJDOVYHUDQWZRUWOLFKHU3URMHNWOHLWHU auf dem Gebiet der Planung von Anlagen fĂźr die Be- und Verarbeitung von Feststoffen (z.B. Mischfutter, Baustoffe, MĂźll, Biomasse) ä$EJHVFKORVVHQHV,QJHQLHXUVVWXGLXPGHU)DFKULFKWXQJHQ Verfahrenstechnik oder Maschinenbau ä)ÂŚKLJNHLW]XU)žKUXQJXQG2UJDQLVDWLRQHLQHVJU¸¥HUHQ3URMHNWWHDPV ä6HKUJXWH(QJOLVFKNHQQWQLVVH =X,KUHQSHUV¸QOLFKHQ6WÂŚUNHQ]ÂŚKOHQXQWHUQHKPHULVFKHV'HQNHQ .RVWHQEHZXVVWVHLQ'XUFKVHW]XQJVXQG2UJDQLVDWLRQVYHUP¸JHQ Kommunikationsfähigkeit sowie Verhandlungsgeschick. Wir bieten eine zukunftsorientierte und abwechslungsreiche Aufgabe mit persĂśnlichen WeiterentwicklungsmĂśglichkeiten in einem namhaften, stetig wachsenden und international tätigen Unternehmen mit einem angenehmen Betriebsklima. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung und Ihrer KĂźndigungsfrist. Gerne nehmen wir Ihre Bewerbung auch per E-Mail unter der Adresse personal@amandus-kahl-group.de entgegen. FĂźr erste Fragen steht Ihnen Frau Romy Mager unter der Telefonnummer 040-72771-270 zur VerfĂźgung. AMANDUS KAHL GMBH & CO. KG 'LHVHOVWUDÂĄH5HLQEHNEHL+DPEXUJ Telefon: 040-72771-0, www.akahl.de

WWW. AKAHL.DE Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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Der AK „Umwelttechnik“ besichtigt die Elbphilharmonie Wegen der großen Nachfrage wird es eine Wiederholung der Exkursion geben.

Foto: VDI Schleswig Holstein BV

■ Der Arbeitskreis „Umwelttechnik und Arbeitssicherheit“ hat eine Exkursion nach Hamburg zur Besichtigung der im Bau befindlichen „Elbphilharmonie“ durchgeführt. Dieses Vorhaben soll ein Wahrzeichen Hamburgs werden und

Die Lübecker sammeln sich am Treffpunkt.

stellt an den Konzertsaal weltweit die höchsten Ansprüche. Allein die Glasfassade an einem so bedeutsamen Ort, wie dem Hamburger Hafen, ist eine architektonische Besonderheit und lenkt schon von weitem die Blicke auf sich. Für die VDI-Mitglieder des wurde eine technisch hervorragende Führung vorgesehen. Das Interesse der Lübecker Mitglieder war so groß, das zwei Gruppen zu je 20 Teilnehmern gebildet werden mussten. Da für mehrere Interessenten keine Teilnahme mehr möglich war, wurde beschlossen, diese Exkursion im April 2011 nochmals zu wiederholen. Die entsprechenden

Ankündigungen sind der VDI-Homepage www.vdi-luebeck.de zu entnehmen. Besondere Schwerpunkte der Information bildete die Glasfassade in Bezug auf Wärme- und Schalldämmung sowie die hochwertige technische Lösung der anspruchsvollen Akustik des Konzertsaales. Natürlich war die Neugier, durch die Medien immer wieder in den Focus gebracht, groß hinsichtlich der Finanzierung, der Entwicklung der endgültigen Investitionshöhe dieses Riesenprojektes und des Durchführungsmanagements. Hier waren die Auskünfte schnell zur Hand, wurden aber mit der gebotenen hanseatischen Zurückhaltung vorgebracht. Eine sehr gelungene Veranstaltung, die in kleinen Kreisen anschließend in der Speicherstadt an verschiedenen Orten mit angeregten Gesprächen ihren Ausklang fand. << VDI Schleswig Holstein BV

Arbeitskreise Produktionstechnik, Konstruktion und Entwicklung Vortrag mit Betriebsbesichtigung der IHU-Anlagen der Daimler AG Werk Hamburg. ■ Angesprochen waren Studierende der FH Kiel, FH Flensburg und der WAK. Für die Organisation und Durchführung waren vom VDI-SH BV, Klaus Knecht und Wolfgang Töpker und vom MercedesBenz Werk Hamburg, Herr Dr.-Ing. KaiUwe Dudziak verantwortlich. Die Veranstaltung begann am Freitag, den 26.11.2010 mit einem Einführungsvortag über die Technologie der Innenhochdruckumformung (IHU) in der Aula

der WAK in Kiel. Danach ging es mit dem Bus zur Daimler AG Werk nach Hamburg. Die IHU ist ein wichtiger Teil der Umformtechnik. Mit der Forderung an leichte Fahrzeugsysteme in Verbindung mit weniger Umweltbelastung und sehr guten mechanischen Eigenschaften von Bauteilen hat die Technologie ihre Berechtigung in diesem Bereich gefunden. Bei der Daimler AG in Hamburg werden, auf fünf zum Teil hochautomatisierten Anlagen, IHU Teile für die PKW-Produktpalette gefertigt.

Große hydraulische Pressen bis zu 5.000 t mit Roboterautomatisierung sind unter anderem für den IHU Prozess im Einsatz. Gefertigt werden Bauteile für die Abgastechnik, Achsen- und Achskomponenten, Lenksäulen und intelligente Leichtstrukturteile. Herr Dudziak begrüßte alle Teilnehmer und stellte die Daimler AG und im besonderen das Werk Hamburg vor. Bevor es dann zur Besichtigung der IHU-Anlagen ging, wurden von Herrn Dudziak vertiefende Einblicke in die Theorie der IHU Technologie für die Praxis der in Hamburg gefertigten Teile gegeben. Nach einem Mittagessen in der werkseigenen Kantine fand eine ausgiebige Besichtigung der IHU – Anlagen statt. Sehr ausführliche und kompetente Erläuterungen ergaben einen sehr intensiven Einblick in die IHU – Technologie. Alle Teilnehmer waren stark beeindruckt. <<

Klaus Knecht und Wolfgang Töpker 44 Mensch & Technik - Ausgabe I/2011 Foto: VDI Schleswig Holstein


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Der VDIni-Club Lübeck entwickelt sich! Kinder, Räume und Material sind vorhanden - es fehlen nur aufgeschlossene Helfer! ■ Der Lübecker Bezirksverein pflegt seit vielen Jahren Kontakt zu Schulen, vorwiegend Gymnasien, und unterstützt die Schulen mit Wasserstoffkoffern für den Physikunterricht, ermöglicht Exkursionen begleitend zum Lehrstoff, wenn die Lehrer den Wunsch hierzu äußern und fährt regelmäßig mit drei bis vier Gruppen zur Hannover Messe. Die Lehrer hatten in Besprechungen oft darauf hingewiesen, dass solche Aktivitäten schon viel früher in den Kitas oder in den ersten Klassen durchgeführt werden sollte.

Der VDI plant im Mai eine Zwei-Tagestour.

Foto: Klaus Jordan

Erster Tag: Fahrt von Kiel nach Bremen, Besichtigung von ABEKING & RASMUSSEN Schiffs- und Yachtwerft Aktiengesellschaft in Lemwerder sowie die Fr. Lürssen Werft GmbH & Co.KG in Bremen Vegesack. Zweiter Tag: Weiterfahrt zur Meyer Werft GmbH in Papenburg, anschließende Rückfahrt nach Kiel.

Foto: VDI Schleswig Holstein

Deshalb wurde die Initiative des VDI zur Gründung der VDInis-Clubs sehr bald aufgegriffen und der VDIni-Club Lübeck gegründet, der nun schon seit anderthalb Jahren existiert und sich regelmäßig einmal im Monat im Kinderhaus des Deutschen Kinderschutzbundes zum Experimentieren trifft.

Die Räumlichkeiten sind ideal geeignet und der eigene Spielplatz macht es besonders leicht, auch Experimente mit Wasser und mit Flugobjekten zu wagen. Der Förderkreis “Kinderhaus Lübeck” hat die Patenschaft für eine Gruppe von Kindern übernommen, die einmal pro Woche experimentieren. Jungen und Mädchen wetteifern beim Basteln und Probieren. Besonders beliebt sind die Exkursionen wie zum Beispiel die Besichtigung des Flughafens, bei denen durch Hallen, die Abfertigung und den Tower geführt wurde. Viele Fragen fanden eine passende Antwort. Das Naturkundemuseum und die Sternwarte sind ebensolche Highlights. Kinder und Ideen wie auch Material sind genügend vorhanden. Uns fehlen ehrenamtliche Helfer, die Spaß daran haben, mit den Kindern zu experimentieren. Wer Lust hierzu hat, melde sich bitte beim VDI in Lübeck. << VDI Lübeck BV

Schiffbau total: Zwei-Tagestour

Foto: Klaus Jordan

Kosten: Pro Person 198,- Euro im Doppelzimmer, Einzelzimmer 221,- Euro Folgende Leistungen sind im Preis enthalten: Fahrt im bequemem Reisebus, 2 x Mittagessen, 1x Abendessen, Hotelübernachtung mit Frühstück, Eintritt in die Meyer Werft GmbH Anmeldung unter: kaffke.doris@vdi.de oder montags von 13 bis 16 Uhr und mittwochs von 9 bis 13 Uhr in der Geschäftsstelle unter Tel. 0431 / 55 17 59 Nur noch das Rad dran, den Stecker rein und ab geht’s. Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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VDI Unterweser - ein Bezirksverein stellt sich vor. ■ Der VDI Unterweser Bezirksverein wurde am 08. Dezember 1903 gegründet und hat 370 Mitglieder. Aus den Städten Bremerhaven, Cuxhaven und Nordenham sowie dem Landkreis Cuxhaven setzt sich der Unterweser Bezirksverein zusammen. Nordenham ist die größte Stadt im Landkreis Wesermarsch, mit wichtigen Industrieunternehmen entlang der Weser. Das seeschifftiefe Fahrwasser der Weser begünstigte die Entstehung von Hafenanlagen und Industrie, die noch heute das Stadtbild prägen. Cuxhaven mit dem Landkreis Cuxhaven, wo Weser und Elbe zusammen fl iest, hat sich der Tourismus durch die unterschiedlichen Landschaftsformen Wattenmeer, Marschland, Geest und Mooren seit Jahren zu einer wichtigen Urlaubsregion in Deutschland entwickelt. Schon aufgrund der geographischen Lage sind die Branchen der Hafen- und Fischereiwirtschaft sowie der Bereich Transport und (Frische-)Logistik wichtige Standbeine der regionalen Wirtschaft. Der Cuxhavener Fischereihafen ist der zweitgrößte Standort der Fischindustrie in der Bundesrepublik. Zudem sind die Cuxhavener Übersee- und Fährhäfen am seeschifftiefen Fahrwasser für die wirtschaftliche Entwicklung von erheblicher Bedeutung.

Foto: Dieter Roffmann

V D I

Die Energiewirtschaft gehört zu den Standort prägenden Wirtschaftszweigen der Region. Insbesondere der Bereich der regenerativen Energien spielt eine große Rolle. Dies gilt nicht nur dank der hohen Lagegunst für Windenergie, denn neben dem konventionellen Energiesektor erstreckt sich die Standortkompetenz auf die gesamte energiewirtschaftliche Palette von nachwachsenden Rohstoffen bis hin zu Solartechnik und Geothermie. Ziel der regionalen Akteure ist es, das Kompetenzprofil der Region Cuxhaven kontinuierlich zu schärfen. Bremerhaven stellt sich als Oberzentrum vor. Das Wasser und die Nähe zum Meer prägen seit der Stadtgründung 1827 den Wirtschaftsstandort Bremerhaven im Norden Deutschlands. Der erfolgreich vollzogene Wandel des traditionsreichen Fischereihafens ist Symbol für den Veränderungsprozess, den die Wirtschaftsstruktur der Stadt durchläuft. Die Hochschule ergänzt mit ihren Studiengängen von der Logistik bis zur Lebensmittelwirtschaft und -technologie alle wesentlichen Wirtschaftszweige. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) entwickelt parallel zu der weltweit führenden Grundlagenarbeit in der Polar-, Meeres-

ATLANTIC Hotel SAIL City, Bremerhaven.

und Klimaforschung zunehmend anwendungsnahe Schwerpunkte beispielsweise für die Biotechnologie oder die Nutzung von Offshore- Ressourcen. Die Region Unterweser ist bestens für die künftig stark wachsenden Anforderungen und die darin steckenden wirtschaftlichen Perspektiven gerüstet. Unsere Motivation, sich dem neuen VDI Magazin „Mensch & Technik“ anzuschließen ist, auch unseren Mitgliedern eine weitere Plattform für Netzwerkbildung anzubieten oder sich von anderen Norddeutschen VDI/VDE Vereinen informieren zu lassen. << Axel Siemsen, Vorsitzender

Exkursion des VDI-Unterweser Bezirksvereins Besuch des Klinkerwerkes Rusch in Drochtersen und der Molkerei Hasenfleet in Oberndorf. ■ 130 Ziegeleien soll es im späten 19.

Jahrhundert allein im Kehdinger Land gegeben haben. Besonders nach dem großen Brand 1842 in Hamburg, als viel Material für den Wiederaufbau benötigt wurde, schossen diese Betriebe an der Elbe wie Pilze aus dem Boden. Nur noch ein Klinkerwerk produziert in der Region nach alt bewährter Ringofentechnik, das ist das Klinkerwerk Rusch in Drochtersen. Wir hatten die außergewöhnliche Möglichkeit, durch diesen Betrieb geführt zu werden. Neben dem Herzstück der Anlage, dem Ringofen, sahen wir natürlich

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Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

alle Verarbeitungsschritte, wie beispielsweise die Mischung des Rohmaterials, die Strangpresse, die Trocknungskammern, das Innere des Ringofens (den wir begehen konnten) und die Zusammenstellung der gebrannten Ziegel nach Farbe, Aussehen und Beschaffenheit. Natürlich hörten wir auch viel Historisches über die Anlage. Nach dem Besuch bei Firma Rusch fuhren wir weiter nach Oberndorf zur Molkerei Hasenfleet. Seit 1919 wird dort in sorgsamer Handarbeit und nach traditionellen Rezepturen Landmilch aus der Ostemarsch verarbeitet.

Alle Produkte werden ohne Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Stabilisatoren in bester Qualität hergestellt. Wir erfuhren alles, was wir schon immer über Herstellung und Verarbeitung von naturbelassenen Milchprodukten wissen wollten. Eine Glasfront gab den Blick frei in die Produktionsräume. Nach dem Film- und Fachvortrag konnten von den Teilnehmern die Produkte verkostet werden. << Bernd-M. Hartmann Obmann für Exkursionen


V D E

R E G I O N

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Hochschulgruppentreffen in Stralsund vom 26. bis 27.11.2010 VDE Vertreter der Hochschulgruppen luden zu einem gemeinsamen Treffen nach Stralsund ein. ■ Am Freitag, dem 26.11. und Samstag

den 27.11.2010 lud der VDE Vertreter der Hochschulgruppen aus Hamburg, Stralsund und Kiel zu einem gemeinsamen Treffen nach Stralsund ein. Ziel war es, die gemeinsamen Termine des Jahres 2011 abzusprechen und zu koordinieren. Dabei sind alle drei Hochschulgruppen in den jeweiligen Formula Student Teams angesiedelt. Somit war es auch nicht verwunderlich, dass die Planungen zum Rennevent „ERace 2011“, welches nun am 5.6.2011 stattfinden wird, den wichtigsten Rahmen einnahmen. Darüber hinaus hatten die Gruppen genug Gelegenheit die Kontakte untereinander zu vertiefen und sich über die kommenden Herausforderungen des Jahres 2011 auszutauschen. Am Freitagabend stand zuerst der Besuch des Stralsunder

Weihnachtsmarktes auf dem Programm. Dieser lockte mit Glühwein und Mutzen und ein erster kleiner „Rennevent“ wurde spontan am Auto Scooter initiiert. Im Anschluss daran ging es zum Essen in eine mittelalterliche Schenke. Ausgeklungen ist der Abend bei einem Bierchen und vielen Fachgesprächen in der Werkstatt des Stralsunder Teams. Am nächsten Morgen wurde in großer Runde eine Fortsetzung des in diesem Jahr erstmals ausgetragenen E-Race in Neumünster besprochen. Dabei wurden Schwachstellen im Ablauf aufgedeckt und viele Vorschläge für Verbesserungen erarbeitet. Auch wurde erörtert, wie ein elektrisch angetriebener Rennwagen, wie die Gruppe aus Kiel ihn im nächsten Jahr beim E-Race an den Start bringen möchten, zu bewerten ist. Ein weiterer Punkt war, wie die drei norddeutschen

Teams enger kooperieren können und wie der VDE sie unterstützen kann. Die Teams Raceyard, Hawk Racing und Baltic Racing sollen in Neumünster zwar gegeneinander antreten, aber mit Hilfe des VDE’s auch als eine „Einheit des Nordens“ zusammenwachsen. Dies haben die Teams bereits am 12. Februar 2011 beim Ball der Technik des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) und VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) anschaulich präsentiert. Zum Ende stand noch ein Besuch des Ozeaneums Stralsund auf dem Programm, welches in beeindruckender Weise die Meereswelt der Ostsee erklärt. <<

Dirk Sasson, VDE Region Nord e.V.

HSG Lübeck: Fotoprint.

■ Unter der Flagge des interdisziplinären Netzwerkens setzt die Hochschulgruppe Lübeck das Segel zu neuen Ufern. Im Laufe des Jahres 2010 ergab sich ein großes Interesse der Studierenden, studiengangsübergreifende Kontakte zu pflegen. Die Fachhochschule Lübeck bietet optimale Bedingungen, um Mitglieder aller fünf Fachgesellschaften im VDE an einen Tisch zu bringen. Die Studiengänge „Biomedizintechnik“, „Informatik / Softwaretechnik“, „Informationstechnologie und Gestaltung“, „Kommunikations-,

Informations- und Mikrotechnik“ und „ E ne r g ie s y s t e me und Automation“ beherbergen auf engstem Raum angehende Fachleute, deren spätere Wirkungsk reise eng miteinander verflochten sind und sich stark überschneiden. Ganz im Sinne des Qualitätsmanagement hat die Hochschulgruppe Lübeck ihre Vision eines pulsierenden Netzwerkes verschiedenster Fachbereiche gesetzt. Sehr förderlich für die nachhaltige Strukturierung der Hochschulgruppe wirkt sich der aufblühende Studiengang „Qualitäts- und Sicherheitstechnik“ an der Fachhochschule Lübeck aus, dessen Module des Qualitätsmanagements fachhochschulweit als nichttechnische Wahlpfl ichtfächer belegt werden dürfen. Für 2011 plant die Hochschulgruppe Exkursionen zu Betrieben der Elektro-, Medizin-, Informations- und / oder Unterhaltungsbranche.

Grafi k: HSG Lübeck.

Interdisziplinäres Netzwerken

Der Kontakt zu Auszubildenden der neuen elektrotechnischen Berufe durch den VDE soll lokal hergestellt werden. Die Partnerschaft zwischen der „Informationstechnologischen Gesellschaft“ und der „Deutschen Gesellschaft für Qualität“ soll vor Ort in Lübeck gelebt werden. <<

Robert S. Dunker VDE Region Nord e.V, HSG Lübeck

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Exkursion der Hochschulgruppe Lübeck Die Evolution der Apotheke. ■ Unternehmen sind Gewinnmaximierer. In erster Linie zumindest mag das zutreffen. Betrachtet man einzelne Betriebe oder auch Branchen, so stechen jedoch vielfältige Ideologien hervor, unter denen geleitet und gelenkt wird. Galt noch bis vor einigen Jahrzehnten vermehrt das Leitmotiv der Existenzsicherung der Apothekerfamilie, so haben sich in den letzten Jahren die Primärziele vielerorts auf Kundenfrequenz und -zufriedenheit verlagert. Wer kennt nicht die pharmazeutischtechnische Angestellte, die mit dem Rezept in der Hand Schubladenschränke von beeindruckender Einbautiefe öffnet und schließt, um dann gutmütig lächelnd die Heilmittel an den Patienten zu überreichen. In immer mehr Offizinen bleibt der müßige Gang zu meterlangen und bis unter die Decke gebauten Schubladenschränken aus. Prozessanalytiker aus dem Qualitätsmanagement haben die Beschaffung der Medikamente aus dem Lager als massiven Faktor für die Wartezeit der Kundschaft entlarvt. Die Lösung für dieses Zeitproblem bietet eine Invasion von Kommissionierautomaten. Nahezu jede neueröffnende Apotheke und Dutzende, die sich am Wettlauf mit dem Fortschritt beteiligen, richten sich heute ihr kleines Hochregallager hinter dem Kassenbereich ein. Nur ca. 20 Sekunden nach dem Rezeptscan oder der Eingabe über die EDV-Einheit wirft der Lagerautomat die Medikamentenpackung hinter der Apothekerin in eine gepolsterte Lade aus. Zunächst mag die kommerzielle Perversion den konventionellen Apothekenbesucher abschrecken. Ellenlange Schlangen reihen sich an vier bis acht Kassen. Da werden Bonustaler und Beigaben in leuchtende Kunststofftragetaschen verpackt. Außerdem landen die Bonuspunkte auf dem elektronischen Konsumentenkonto, dessen Punktestand von 200 den vergünstigten Kauf eines Elektroapparates ermöglichen wird. In diesem bizarren und rasanten Umfeld fragen Sie doch Ihre Apothekerin um persönlichen Rat. Auch wenn es von außen betrachtet als Massenabfertigung erscheint, so nimmt sich die pharmazeutisch-technische Assistentin immer noch Zeit für das

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persönliche Gespräch mit dem Patienten und überzeugt durch Fachkompetenz in Harmonie mit Kundenorientierung. Die Automatisierung hat nicht den Apotheker von der Offizin in die Kaufhalle gedrängt. Ganz im Gegenteil hat der Apotheker sich durch die Automatisierung den Bedürfnissen des Marktes angepasst. Diesen einschneidenden Wandel hat sich die VDE Hochschulgruppe Lübeck zum Anlass genommen, ein alltägliches technisches System in einer Mini-Exkursion zum Jahreswechsel anzusehen. Am Kommissionierautomaten einer Apotheke aus Lübeck konnten die Studierenden mannigfaltige Themenbereiche durch eine einzige Exkursion beleuchten. Die heutigen Lagerautomaten sind mit Präzisionsantrieben ausgestattet, um die Medikamentenpackungen behutsam aus dem Lager zu entnehmen. Die horizontalen und vertikalen Linearantriebe bestechen mit atemberau-

bender Beschleunigung und Geschwindigkeit. Mit Lasertechnik werden die Medikamente vermessen und gescannt. Eine gewaltige und flexible Datenbank wartet mit produktbezogenen Lagerbedingungen und Mindesthaltbarkeitsdaten auf. Die heutigen rechnergestützten Verwaltungsprogramme der Kommissionierautomaten greifen Usability- und Designawards ab. Und auch die Arbeitsbedingungen werden durch sinkende Geräuschpegel der Maschinerie stets verbessert. Der stetige Verbesserungsprozess zwang den Kommissionierautomaten in den letzten Monaten sogar dazu, den Staubwedel zu schwingen. Nun steht er nicht eine Minute still, sondern reinigt die Glasflächen des Lagerregals. <<

Robert S. Dunker, VDE Region Nord e.V. HSG Lübeck

Offshore-Netzanbindungen schreiten zügig voran Nur mit Netzausbau auch an Land kommt die Windenergie zum Verbraucher. ■ Bis zum Jahr 2020 soll der Anteil

erneuerbarer Energien am gesamten Stromverbrauch in Deutschland mindestens 30 Prozent betragen. Ein wesentlicher Baustein zur Erreichung dieses Ziels ist der Ausbau der Offshore-Windenergie. Die Übertragungsnetzbetreiber, deren Netze an Ost- und Nordsee grenzen sind seit Dezember 2006 gesetzlich verpfl ichtet, die Netzanbindungen für OffshoreWindparks im eigenen Übertragungsnetzgebiet herzustellen und zu betreiben. Für die Nordsee ist allein der Netzbetreiber TenneT verantwortlich. Zwei Anbindungen sind von ihm in der Nordsee fertig errichtet, fünf weitere bereits beauftragt. Dahinter stehen Milliardeninvestitionen. Für die Netzintegration der über 3.000 Megawatt-Nordseestrom wurden Investitionen von mehr als 3,5 Milliarden Euro ausgelöst. Offshore-Windparks, die noch küstennah gebaut werden, lassen sich technisch und wirtschaftlich am effizi-

entesten als Drehstrom-Einzelanschluss realisieren. Die Windparks alpha ventus und Riffgat sind Beispiele dafür. Demgegenüber sieht TenneT für weitere Entfernungen zum Festland Gleichstromverbindungen vor. Als Sammelanbindungen mit der Möglichkeit des Anschlusses mehrerer Windparks werden quasi „Steckdosen“ auf See errichtet. Im Meer wird eine Plattform mit einer Konverterstation bereitgestellt.


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Wie bei einer Steckdose werden die Windparks in diesem „Umspannwerk“ angeschlossen. Dort wird der in den Windkraftanlagen produzierte Strom in Gleichstrom umgewandelt und über eine so genannte HochspannungsGleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) durchs Meer und über Land zum nächstgelegenen Einspeisepunkt in einem Umspannwerk an Land transportiert. Hier wird der Gleichstrom wieder in Drehstrom gewandelt und ins Netz eingespeist. Die Integration der Offshore-Windenergie ins deutsche Stromnetz ist ein entscheidender Beitrag für den Ausbau der erneuerbaren Energien und den Klimaschutz.

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Das Ganze funktioniert aber nur dann, wenn der Nordseestrom dort hingelangt, wo er gebraucht wird. Deshalb müssen mit den OffshoreNetzanbindungen dringend auch die Genehmigungen für die Stromleitungen an Land folgen. Die Netzstudie 2 der Deutschen Energie-Agentur verdeutlicht erneut die Dringlichkeit des Netzausbaus und dessen zunehmenden Umfang über die bereits begonnen Maßnahmen hinaus, um die erneuerbaren Energien sicher ins Stromnetz zu integrieren. <<

Text und Foto: Joëlle Bouillon TenneT TSO GmbH

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Innovationen brauchen Smart Meter Die neue Zählergeneration wird intelligent. ■ Wer kennt ihn nicht, den kleinen schwarzen Kasten, der durch sein unermüdlich drehendes Rad anzeigt, dass gerade elektrische Energie verbraucht wird? Seit vielen Jahrzehnten arbeitet der so genannte Ferraris-Zähler. Er ist ein Muster an Zuverlässigkeit und Effizienz. Mehr Informationen als den aktuellen Verbrauch seit seiner Montage hat er jedoch nicht vorzuweisen – und das reicht für die Zukunft nicht mehr aus.

Was ist ein smarter Zähler? Der so genannte Smart Meter oder auch intelligente Zähler ist ein vollelektronischer Zähler und wird die bisher üblichen elektromechanischen Ferraris-Zähler ablösen. Intelligente Stromzähler ermöglichen den Stromverbrauch des Kunden per Datenverbindung auszulesen und zu visualisieren. Im deutschen Markt hat sich das modulare Energiedienstleistung (EDL)-Zählersystem entwickelt. Derzeit sind zwei

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unterschiedlichen Ausführungen verfügbar – EDL21Zähler und EDL40-System.

EDL21-Zähler Bei einem EDL21-Zähler – der intelligente Zähler in seiner einfachsten Form – liest der Kunde den elektrischen Energieverbrauch für verschiedene Zeiteinheiten direkt vom Display ab. In der ersten Displayzeile wird der aktuelle Zählerstand (wie bisher in kWh) angezeigt. In der zweiten Displayzeile können die momentan gemessene Leistung sowie die Verbrauchsdaten in bestimmten vergangenen Zeitintervallen abgerufen werden: - seit letzter Nullstellung - letzten 24 Stunden - letzten 7 Tage - letzten 30 Tage - letzten 365 Tage Die Daten sind PIN geschützt.

EDL40-System Das EDL40-System besteht aus einem EDL21-Zähler und einer ergänzenden Kom-

Vattenfall Europe auf der eworld 2010 auf den Gruga Messegelände in Essen.

munikationseinheit, dem Controller. Mithilfe des Controllers können die Verbrauchsdaten elektronisch ausgelesen werden. In zukünftigen Ausbaustufen wird auch eine Fernsteuerung des Systems möglich sein. Diese Zählersysteme bieten dem Kunden deutlich mehr Möglichkeiten, seinen Energieverbrauch zu analysieren und sind auch notwendige Voraussetzung für zukünftige Tarifangebote.

Derzeitige Situation Laut § 21 b des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) sind seit dem 1. Januar 2010 die Messstellenbetreiber in Deutschland verpflichtet, in Neubauten und Gebäuden mit größerem Renovierungsumfang intelligente Stromzähler einzubauen. Auch interessierten Kunden ist der EDL21-Zähler anzubieten. Ab dem 1. Januar 2011 sind laut § 40 EnWG Energieversorger zudem dazu verpflichtet, ein Produkt anzubieten, das einen Anreiz zur Energieeinsparung oder zur Steuerung des Energieverbrauchs setzt. Darunter sind lastvariable und/oder tageszeitabhängige Tarife zu verstehen.

Technische Herausforderungen In Deutschland wurde der EDL-21 Zähler vom VDE (FNN) genormt und einige Messstellenbetreiber setzen diesen Zähler bereits ein. Die internationale Standardisierung steht jedoch noch am Anfang. Die aktuellen EDL-21 und EDL-40 Lösungen orientieren sich direkt an der Deutschen Gesetzgebung.

Pilotprojekte von Vattenfall Vattenfall hat als Netzbetreiber bereits mehr als 10.000 intelligente Zähler der neusten Generation in verschiedenen Pilotprojekten eingebaut. Je nach Kundenwunsch wurden die Basiszähler (EDL21) mit zusätzlichen Controllern versehen, um daraus ein EDL40 System installieren zu können. Entsprechend der ausgewählten Technik kann der Kunde seine momentan verbrauchte Leistung, verschiedene Zeitintervalle sowie die angefallenen Stromkosten oder CO2-Emissionen einsehen und vergleichen.


ENGINEERING-KNOW-HOW PLUS BRANCHENKOMPETENZ.

Inhouse-Technik: in Echtzeit vom Zähler in die Wohnung Hierbei überträgt der Stromzähler die gemessenen Verbrauchsdaten über das Stromnetz des Hauses an eine TV-Box, die sich in einer Steckdose in der Wohnung befindet. Über ein Kabel wird die Box mit dem Fernseher verbunden, und „sendet“ Bilder an das TV-Gerät. Das bedeutet, dass der Nutzer nur noch auf den entsprechenden AV-Kanal zu schalten braucht, um den aktuellen Stromverbrauch zu sehen. Die Darstellung dieser Daten und vieler weiterer Informationen wie Stromkosten oder CO2Bilanz funktioniert auch auf dem iPad, iPhone oder dem iPod touch, wofür die entsprechende App kostenfrei zur Verfügung gestellt wird.

Online-Technik Bei der „Online-Technik“ überträgt der Stromzähler die Daten in ein passwortgeschütztes Online-Portal bei Vattenfall, und der Kunde kann jederzeit und von überall her mit einem internetfähigen Computer seine Daten

ablesen. Die Kunden können Informationen zu ihrem individuellen Stromprodukt hinterlegen und so über den Stromverbrauch hinaus auch die auf den Haushalt entfallenden Kosten sowie die CO2Bilanz überblicken. Selbstverständlich sind solche Details nur für den Kunden selbst sichtbar, eine Verschlüsselungstechnik sorgt für eine sichere Übertragung.

Zukunft Erst diese neue Zählergeneration bildet die Grundlage für innovative Entwicklungen, wie zum Beispiel die Steuerung von Haushaltsgeräten oder die Abbildung variabler Tarife. Diese sind beispielsweise dann besonders günstig, wenn übermäßig viel Wind weht. Es wird aber noch einige Jahre dauern bis die Technik aus dem Projektstadium in den Massenmarkt vordringt und in großen Stückzahlen installiert wird. Erst dann werden die Stückkosten auf einem Niveau sein, dass sie durch die eingesparten Energiekosten kompensiert werden. << Text und Fotos: Vattenfall Europe, Netzservice GmbH

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Auf und davon … … spannende VDE-Rundreise durch Namibia! druckenden Köcherbaumwald, bis wir am Nachmittag den Fish River Canyon erreichten. Dieser Canyon ist der Zweitgrößte der Erde und eine der bedeutendsten, landschaftlichen Sehenswürdigkeiten im südlichen Afrika. An einigen Stellen ist der Canyon bis zu 27 km breit und 550 Meter tief. Unsere Unterkunft, die wunderschöne Canyon Village Lodge, begeisterte alle. Auf Sandpisten, die dem Fahrer einiges an fahrerischem Können abverlangte, brachte uns der Bus nach Hammerstein. Unterwegs besuchten wir das 1908 erbaute Schloss Duwisib. Bauherr dieses Schlosses war der sächsische Baron Hansheinrich von Wolf.

Landschaftliche High-Lights

In den Dünen von Sossusvlei, bis zu 300m hoch.

■ Im November 2010 starteten wir mit

28 Teilnehmern von Frankfurt aus zu einer 14-tägigen Rundreise nach Namibia. Gleich nach Ankunft in Windhoek und einer zweistündigen Passkontrolle ging es auf eine Stadtrundfahrt durch die Hauptstadt. Die Christuskirche, der berühmte Tintenpalast und die alte Feste waren die ersten Anlaufpunkte. Zudem besuchten wir den bantusprachigen Stadtteil Katutura. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich waren unübersehbar. Einerseits die Prunkpaläste, bei dem das für ca. 120 Millionen Euro teure Areal des Präsidenten als besonders unangemessen hervorstach, anderseits die Wellblechhütten, die

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mehr am Stadtrand lagen. Von Windhoek aus ging es gen Süden in die KalahariWüste. Über die Orte Rehobot, Kalkrand und Mariental erreichten wir die Zebra Lodge in der Hardap Region. Bei einer Pirschfahrt mit offenen Jeeps entdeckten wir die vielfältige Tierwelt des Landes. Von den kleinen, niedlichen Erdmännchen bis hin zu den Löwen war fast alles vertreten. Ein gewaltiges, nächtliches Gewitter mit wolkenbruchartigen Regenfällen und Stromausfall sorgte für den ersten Überraschungseffekt der Reise. Bei Keetmanshoop besuchten wir den Spielplatz der Giganten und den beein-

Dann war frühes Aufstehen angesagt, als es nach Sossusvlei ging. Die letzten Kilometer zu den höchsten Dünen der Welt legten wir in allradgetriebenen Geländefahrzeugen zurück. Ein geniales Lichtspiel erwartete uns. Die noch tief stehende Sonne ließ die Dünen rot erstrahlen und warf dunkle Schatten auf die abgewandte Seite. Mutige wagten den Aufstieg auf den steilen, hohen Dünenkamm. Auf der Fahrt nach Swakopmund erreichten wir den Sesriem Canyon. Die Entstehung des Canyons liegt etwa zwei bis vier Millionen Jahre zurück. Eine Wanderung bei Temperaturen über 30°C führte uns bis zum Canyon Grund. Die Namibwüste gilt als eine der ältesten und heißesten Wüsten der Erde. Unterwegs passierten wir die Mondlandschaften und das Ver-


Wasserloch im Etosha Nationalpark.

breitungsgebiet der einzigartigen Wüstenpflanze Welwitschia Mirabilis, die bis zu 2.000 Jahre alt werden kann. Von Swakopmund aus ging es bei angenehmen 25°C südlich nach Walvis Bay. Die von Wüste und Meer eingeschlossene Hafenstadt wurde erst im Jahr 1994 von Südafrika an Namibia zurückgegeben. Die Gruppe wurde auf drei Motorboote aufgeteilt und mit einer Geschwindigkeit von 25 Knoten wurden wir von Pelikanen begleitet, die im Vorbeiflug von unserem Skipper mit Fisch versorgt wurden. Auf der vorgelagerten Landzunge sahen wir unzählige Flamingos und Pelzrobben. Die letzteren wagten sich sogar auf unsere Boote und erhaschten ebenfalls den einen oder anderen leckeren Happen. Delfine schwammen in unserem Kielwasser und machten zur Freude der Teilnehmer meterhohe Sprünge aus dem Wasser. Neben Snacks und frischen Austern gab es noch einige Gläschen Sekt. Diese Fahrten können generell nur vormittags durchgeführt werden, weil ab Mittag oft ein stürmischer Südwestwind einsetzt. Anschließend erreichten wir Swakopmund, wo wir einen Rundgang durch das beschauliche Hafenstädtchen unternahmen. Die Stadt besitzt noch viele schöne Gebäude aus der deutschen Kolonialzeit. Ein eindrucksvolles Wüstendinner rundete den erlebnisreichen Tag ab. Entlang der Atlantikküste fuhren wir zum Kreuzkap.

Die Gruppe am Wendekreis des Steinbocks.

Es liegt etwa 115 km nördlich von Swakopmund und hat nicht nur historische Bedeutung. Es ist auch eine Kolonie der Zwergpelzrobbe. Ungefähr 250.000 Tiere halten sich hier zeitweise im Wasser und am Strand auf und verursachen einen bestialischen Gestank, den uns der von der See kommende Südwestwind direkt in die Nase blies. Die Weiterfahrt bis zum Erongogebirge war dann eine Erholung, obwohl der Gestank noch einige Zeit an unserer Kleidung haftete. Ein gutes Abendessen in der Ai Aiba Lodge sorgte mit gebratenem Springbock und anderen Leckereien für eine Regeneration der Geruchs- und Geschmacksnerven.

Einzigartige Tierwelt Nach einem sehr zeitigen Frühstück ging es in den berühmten Etosha Nationalpark. Dieser im Norden Namibias gelegene Park zählt zu den schönsten Naturschutzgebieten Afrikas, wenn nicht gar der ganzen Welt. Die heutige Größe des Etosha Nationalparks beträgt 22.270 km 2 . Es halten sich hier große Herden von Springböcken, Impalas, Zebras und Gnus auf. Außerdem gibt es etwa 1.500 Elefanten, 1.800 Giraffen, 300 Löwen, Leoparden, Geparden und 300 Spitzmaulnashörner sowie über 300 verschiedene Vogel- und etwa 110 verschiedene Reptilienarten. So weit die Theorie! Leider hatte es die Tage zuvor ungewöhnlich viel geregnet, so dass die Tiere nicht un-

bedingt auf die Wasserlöcher, die wir anfuhren, angewiesen waren und sich somit im Gelände verteilten. Unser Reiseleiter war jedoch nicht nur ein ehemaliger Farmer, sondern auch Jäger und so bekamen wir dann doch noch viele Tiere vor die Kameras. Beeindruckend waren jedenfalls die Löwen, die etwa 20m von uns entfernt unter Bäumen am Faulenzen waren. Am wohl schönsten Wasserloch in der Ukakuejo Lodge verweilten wir einige Zeit. Hier wechselten sich Herden von Zebras und Gnus ab. Auch Schakale, Antilopen und Springböcke kamen zahlreich zum Trinken. Von der Halali Lodge aus, in der wir übernachteten, ging es über Okahandja. Dort besuchten wir den Holzschnitzermarkt und fuhren weiter zur Okapuka Ranch, kurz vor Windhoek. Wir übernachteten in einer komfortablen 4-Sterne Lodge, in der wir als Abschiedsessen ein Fondue bekamen. Eine Herde Gnus kam bis auf wenige Meter an uns heran und labte sich am saftig grünen Rasen. In Windhoek endete die Namibiarundreise. Eine zufriedene Gruppe flog dann in das eiskalte und verschneite SchleswigHolstein zurück. Somit beginnt nun die Vorfreude auf die nächste VDE-Reise, die uns im Mai 2011 nach Italien führen wird. << Text und Fotos: Otto Lies

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Foto: VDE Region Nord-West

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wicklung von einer Installationsfirma im Freileitungsbau bis zum heutigen mittelständischen Unternehmen mit 550 Mitarbeitern an zwei Standorten dargestellt. Der Seniorchef, Herr Klaus Seier, der die Firma 1967 von seinem Großvater übernommen hat, ließ es sich nicht nehmen, die Ehrung persönlich entgegen zu nehmen. Neben seinem Engagement für die Weiterentwicklung der Wähler GmbH ist Klaus Seier seit 30 Jahren Bürgermeister in Dorum.

Treffen der Korporativen Ehrung der korporativen Mitglieder EWE Netz GmbH und Wilhelm Wähler GmbH für langjährige Mitgliedschaft. ■ Am 26. Oktober 2010 hatte der VDE Nord-West zum Treffen der Korporativen Mitglieder geladen. Ziel dieses Treffen war es, die Unternehmen mit korporativer Mitgliedschaft stärker in die Aktivitäten des VDE Nord-West einzubinden. Anlass für die Veranstaltung war die 60-jährige Mitgliedschaft der EWE Netz GmbH, Oldenburg sowie die 40-jährige Mitgliedschaft der Wilhelm Wähler GmbH Dorum im VDE. Für die EWE Netz GmbH nahm der Vorstandsvorsitzende der EWE AG, Dr.

Werner Brinker, die Ehrung entgegen. Er „revanchierte“ sich mit einem Vortrag zu den „Herausforderungen der Energieversorgung der Zukunft“. Dr. Brinker ist seit 1998 Vorsitzender des Vorstandes der EWE und blickt auf 30 Jahre Erfahrung in der Energiewirtschaft zurück. Die Tief- und Rohrleitungsbau Wilhelm Wähler GmbH ist ein zertifiziertes Fachunternehmen für die Errichtung und Sanierung von Ver- und Entsorgungsnetzen. Der Geschäftsführer, Herr Heiko Braun, hat sehr informativ die Ent-

Ride-O-Meter?

Cosima steht für „Competition of Students in Microsystems Applications“. Viele Teams aus Auszubildenden oder Studierenden waren aufgerufen, neuartige Anwendungen für die Mikrosystemtechnik zu überlegen und Realisierungskonzepte zu entwerfen. Das Siegerteam (Torsten Schenzel, Dennis Kuhl, Christian Schmedt) kommt von der Universität Bremen. Sie gewannen mit ihrem „Ride-O-Meter“ den Wettbewerb. Das Ride-O-Meter ist ein System zur Erfassung von Bewegungsdaten im Reitsport. Es stellt eine Art „Tachometer“ für Pferde dar. Jedoch ist die Anzeige der Reitgeschwindigkeit nicht der alleinige Anwendungszweck. Von der Dokumentation im täglichen Pferdetraining bis zur Analyse von (krankheitsbedingten) Bewegungsstörungen kann das System eingesetzt werden. Die Erfassung der Pferdebewegung erfolgt durch ein kleines Sensormodul, das an einem der Vorderbeine angebracht wird. Das Modul beinhaltet einen dreiachsigen

Das Siegerteam im COSIMA Wettbewerb kommt aus der VDE Region Nord-West.

■ In erster Linie ging es auf dem VDEKongress 2010 in Leipzig um die Zukunft des Elektroautos. Nebenbei wurden jedoch auch die Teilnehmer des studentischen COSIMA-Wettbewerbes geehrt.

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Das Treffen fand im Veranstaltungszentrum „Alte FleiWa“ der EWE AG statt. Die Abkürzung weist darauf hin, dass das Gebäude ursprünglich eine 1923 errichtete Fleischwarenfabrik war. Die EWE AG hat daraus ein architektonisch beeindruckendes Veranstaltungszentrum entwickelt. Die Teilnehmer hatten die Gelegenheit das Zentrum zu besichtigen und waren insbesondere vom Schmuckstück begeistert, einer hervorragend erhaltenen Kältemaschine, die heute in einer überdimensionierten Glasvitrine untergebracht ist. Der VDE Nord-West bedankte sich bei Herrn Dr. Brinker, dass er diesen Veranstaltungsort ermöglicht hatte. Der Abend klang bei einem Imbiss mit interessanten Fachgesprächen und mit Vereinbarung aus, Treffen der Korporativen nun regelmäßig zu veranstalten. << R. Laur, VDE Region Nord-West

Foto: VDE Region Nord-West

Die Vorstandsvorsitzenden und die Vertreter der geehrten Unternehmen freuen sich über die gelungene Veranstaltung (von links: G. Grom, Prof. R. Laur, Dr. W. Brinker, K. Seier, T. Janßen).

Überreichung der Siegerurkunde durch Dr. Schnabel VDE/VDI GMM an T. Schenzel.

Beschleunigungssensor und kann so die Bewegung des Pferdebeins erfassen. Die Messwerte werden dann per Funk auf ein Smartphone des Reiters weitergeleitet und dort ausgewertet und angezeigt. Gleichzeitig werden die erfassten Daten auch zur Überwachung des Trainings und zur Dokumentation auf dem Smartphone dauerhaft gespeichert. << R. Laur, VDE Region Nord-West


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Jungmitglieder beim e-Studentday 2010 Foto: Matthias Woltering

50 Jungmitglieder auf Großer Fahrt nach Leipzig. Morgen wurde im Congress Center Leipzig der offizielle Teil des e-Studentdays eröffnet. Nach zwei Gastvorträgen folgten ein paar Foren zum Thema Existenzgründung, Umwelttechnologien, Energiehandel und einzelne Soft-SkillWorkshops. Gegen Mittag wurde der VDE-Kongress vom VDE-Präsidenten, Dr.-Ing. Joachim Schneider, und anschließenden Reden von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle sowie den Vorstandsvorsitzenden der Continental AG, Dr. Elmar Degenhart, und der EWE AG, Dr. Werner Brinker, eröffnet. Darauf trugen viele Referenten zum Kongressthema „E-Mobility“ vor. An den zahlreichen Infoschaltern konnte man Kontakte mit zukünftigen Arbeitgebern knüpfen, sich einfach bei einem Kaffee unterhalten oder auch mal einen E-Mini Probe fahren.

Mobilität ist Alles!

■ Von Samstag, den 6. bis Dienstag, 9. November 2010 fuhren wir (50 Jungmitglieder des VDE Nord-West e.V.) zum e-Studentday (ESD) nach Leipzig. Dieser fand im Rahmenprogramm des VDEKongresses zum Thema „E-Mobility“ statt. Nach einer fünfstündigen Fahrt erreichten wir unsere Herberge direkt am Leipziger Hauptbahnhof. Da für den Samstag keine offiziellen Veranstaltungen geplant waren, stand allen Teilnehmern der Abend zur freien Verfügung. Dies wurde gerne angenommen und viele machten das Leipziger Nachtleben unsicher. Der eigentliche e-Studentday begann nach einem ausgiebigen Frühstück mit einer Geo-Caching Tour (eine elektronische Schnitzeljagd) durch Leipzig. Mit

kleinen Rätseln und elektrischen Messübungen ging es durch die Altstadt von Leipzig von Geo-Cache zu Geo-Cache. Ein sehr unterhaltsamer Weg eine Stadt kennenzulernen, besonders da man durch die Rätsel mehr über die traditionsreiche Geschichte von Leipzig erfuhr. Mit zwischenzeitlicher Aufwärmung durch Glühwein und Bratwurst – konnte auch das sehr verregnete Wetter die meisten Leute nicht abschrecken. Abends kamen alle Teilnehmer in der Moritzbastei zusammen, um bei einer Get-together-Party zu feiern. Mit warmer Verköstigung und Live-Musik im Hintergrund lernte man schnell viele Elektrotechnikstudenten anderer Hochschulen kennen und konnte den Tag angenehm ausklingen lassen. Am nächsten

Später fand der technopolitische Abend mit einer abschließenden Get-togetherFeier statt. An diesem Abend traten neben Bundesbildungs- und Forschungsministerin, Annette Schavan, auch der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen, Stanislaw Tillich, und VDA-Präsident, Matthias Wissmann, an das Rednerpult. Am nächsten Tag folgten weitere Vorträge und Kolloquien zum Kongressthema und einem Abschlussforum mit Ausblick auf die Zukunft in der „E-Mobility“. Gegen Abend machten wir uns auf die Heimreise, die leider aufgrund einer Vollsperrung der Autobahn ein bisschen länger gedauert hat, was der guten Laune aber keinen Abbruch tat. << Frank Deblon, VDE Region Nord-West

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Ingenieurinnen im VDE Nord-West e.V. Coralie Lejeune, seit Februar 2009 Vorstandsmitglied des VDE Region Nord-West e.V. Sie betreut die „Young Professionals“ im Nord-Westen.

M&T: Was war der Grund für Ihre Entscheidung in Deutschland zu arbeiten? Coralie Lejeune.

Foto: Privat

■ Coralie Lejeune hat an der ESIEA (Ecole Supérieure d’Informatique, Electronique, Automatique) in Paris Elektrotechnik studiert. Ihre ausgezeichnete Diplomarbeit hat sie im Werk Bremen der DaimlerChrysler AG durchgeführt. Seit Oktober 2006 wird sie bundesweit als Projektleiterin der Firma SWJ Engineering GmbH eingesetzt. Nach Projekten in der Produktions- und Materialflussplanung im Mercedes Werk Bremen hat sie bei der Firma Nordex in Rostock ein Projekt in der Fertigung von Windkraftanlagen bearbeitet. Ihr neuestes Projekt dient der Erstellung gemeinsamer Logistikprozesse zwischen Daimler und Renault zur gemeinsamen Fertigung des neuen SMART. VDI/ VDE Mensch & Technik findet die junge Karriere von Frau Lejeune beeindruckend und hat sie dazu befragt: M&T: In Deutschland studieren nur wenige Frauen Ingenieurwissenschaften. Wie sieht die Situation in Frankreich aus? Coralie Lejeune: In Frankreich ist die Situation nicht wesentlich besser als in Deutschland. Als ich studiert habe, waren wir nur vier Prozent Frauen im Fach Elektrotechnik an meiner IngenieurSchule in Paris. Das Interesse für Ingenieurwissenschaften wird nicht bei Abiturienten auf einmal spontan erweckt. Das Problem liegt meiner Meinung nach schon viel früher in der Kindheit. An Jungen gibt man Legos und Fischertechnik als Spielzeug. Mädchen erhalten Puppen und einen „Gemüseladen“.

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Coralie Lejeune: Diese Situation hat sich aus Zufall, Möglichkeit und etwas Mut ergeben. Ich wollte etwas Neues entdecken, reisen und in der Industrie arbeiten. Mein aktueller Arbeitgeber hatte mir eine Mail geschrieben und angefragt, was er tun könne, damit ich mich entscheide nach Deutschland zu kommen. Da fehlte dann nur noch ein interessantes Vorstellungsgespräch, um mich zu überzeugen. M&T: Der Übergang vom Studium zum Beruf ist ein entscheidender Schritt im Berufsleben. Wo liegen die Probleme, was sollte man beachten, wie haben Sie diesen Schritt bewältigt? Coralie Lejeune: Von der Hochschule wird man darauf nicht vorbereitet! Ein Student muss das Problem selbst in die Hand nehmen. Da hilft nur „learning by doing“: Hinter den Information herlaufen, an professionellen Foren teilnehmen, sein Netzwerk erweitern. So habe ich das gemacht. Dabei wäre schon hilfreich, wenn man mal ein Vorstellungsgespräch zur Probe führen könnte oder wenn ein Professioneller den Lebenslauf korrigiert und in die richtige Form bringt. M&T: Sie betreuen im VDE Nord-West die Young Professionals. Welche Ideen und Ziele verfolgen Sie? Coralie Lejeune: Früher konnte man seine ganze Karriere in einer einzigen Firma führen. Heute ist Flexibilität gefragt und dafür muss man sich ständig auf dem Laufenden halten: Wo sind die neue Trends, wo befinden sich neue Stellen, in welcher Branche, welches sind die neuen Berufe, die neuen Technologien, usw.

Der VDE bietet den Young Professionals Zugang zu all diesen Informationen. Wir ermöglichen dazu einen permanenten Austausch. Sein professionelles Netzwerk aufzubauen ist eine endlose Aufgabe. Ich möchte den Young Professionals im NordWesten die Möglichkeit bieten, sich ein Netzwerk aufzubauen in dem Bereich, in dem sie es für ihre Karriere und ihre professionelle Entwicklung benötigen. M&T: Können Sie versuchen, in wenigen Sätzen die Situation von Young Professionals in Frankreich und in Deutschland miteinander zu vergleichen? Coralie Lejeune: Ich kann nur meine persönliche Erfahrung zu diesem Thema geben. Ich finde die Young Professionals in Deutschland fachlich besser aufgestellt. Sehr oft wissen die Deutschen mehr Details und sind fachlich besser informiert. Dagegen sind die Franzosen kreativer oder spontaner. Beide können voneinander lernen! M&T: Zum Abschluss: Sie haben in Frankreich in der Nähe von Paris gelebt. In Deutschland sind Sie bereits ziemlich herumgekommen. Was fehlt Ihnen in Deutschland, was gefällt Ihnen hier vielleicht sogar besser? Coralie Lejeune: Mir fehlt die qualitativ hochwertige, klassische französische Küche. Die Deutschen sind immer für Qualität, außer wenn es um das Essen geht. In Deutschland mag ich lieber arbeiten. Mir gefallen die Ordnung und die Zuverlässigkeit. Meinen Urlaub werde ich aber in Frankreich verbringen! M&T: Frau Lejeune, wir danken Ihnen für dieses Gespräch. <<


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Betriebszweig: Energie aus Biomasse Die Branche „Erneuerbare Energien“ verzeichnet deutschlandweit ein starkes Wachstum. ■ Hierbei ist es vornehmlich die Wind-

energie, die zuerst mit dem Norden in Verbindung gebracht wird. Doch neben den Windkraftanlagen prägen in zunehmendem Maße Anlagen zur Erzeugung von Biogas das Landschaftsbild. Riesige runde Betonbehälter mit grünen Mützen sprießen in einigen Regionen aus dem Boden wie Pilze. Die Bereitstellung von Biomasse liegt in der Regel in den Händen von landwirtschaftlichen Unternehmen und bildet mittlerweile in vielen Fällen den Betriebsschwerpunkt. Der Landwirt wird zum Energiewirt. „Wir sind beeindruckt von der Offenheit und Mitteilsamkeit der Landwirte, die uns ihre Energiebetriebe gezeigt haben“, so lautete das Urteil der Studierenden, die im Rahmen der „Interdisziplinären Wochen“ der Fachhochschule Kiel an einer Veranstaltungsreihe des Fachbereichs Agrarwirtschaft zum Thema „Energie aus Biomasse“ teilgenommen hatten. So

Kurzumtriebsplantage (KUP) mit schnell wachsenden Weiden einen Monat vor der Ernte. Das Holz wird zur Trocknung gelagert und in gehäckselter Form verbrannt. Mit der Wärme werden Wohnhäuser versorgt.

Exkursion zur Rapsölmühle der HaGe in Kiel am Nordhafen: Hier dampft der heiß gewordene Rückstand aus der Rapspressung. Das gewonnene Öl wird hauptsächlich als Kraftstoff genutzt.

konnten die aktuellen Reizthemen, wie Ma ismonokultur oder Flächenkonkurrenz zwischen Futter- und Energiepflanzen, gleich vor Ort mit den Praktikern diskutiert werden. Bei der Besichtigung einer so genannten Kurzumtriebsplantage wurde deutlich, dass bei Wuchshöhen der Weiden um die fünf Meter eine besondere Erntetechnik und -logistik erforderlich ist, und dass diese Form der Energiegewinnung durchaus wirtschaftlich sein kann. Schnell wurde klar, dass die Energie-Landwirte Aufgaben zu bewältigen haben, die über das klassische, landwirtschaftliche Betriebsmanagement hinausgehen. Besondere Fachund Managementkompetenzen sind erforderlich, um den geänderten betriebliche Strukturen und Produktionsverfahren gerecht zu werden. Genau hier setzt der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel mit seinem Studienangebot an: „Konzepte der Biomassenutzung“ heißt das Modul im Masterstudiengang Agrarmanagement, in dem Themen der Bioenergie auf wissenschaftlicher Grundlage praxisnah bearbeitet werden. Neben der Biogasgewinnung sind Verfahren zur Verbrennung von Holzbiomasse und die Produktion von Energiepflanzen zur Kraftstofferzeugung (Biodiesel, Bioethanol) relevant für den Agrarbetrieb. Die Studierenden lernen in erster Linie konzeptionelles Arbeiten, weniger technisches Detailwissen, um später Betriebsleiter- oder Beratertätigkeiten ausüben zu können. Der sich zurzeit rasant entwickelnde Bioenergiesektor bringt laufend innovative Produktions- und Verarbeitungsverfahren hervor, die es zu analysieren, optimieren und zu bewerten gilt. Energiegewinnung ist nicht nur eine Frage der Technik, sondern gerade bei der landwirtschaftlich geprägten Bioenergiegewinnung eine Managementaufgabe, die unter anderem die Belange von Landwirtschaft und Naturschutz zu berücksichtigen hat, sich mit Gesetzen

Studierende des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel informieren sich über die Funktion und das Gesamtkonzept einer landwirtschaftlichen Biogasanlage, in der Mais und Gülle vergoren werden.

High-Tech in der Steuerung von Biogasanlagen. Im Rahmen der „Interdisziplinären Wochen“ hatten Studierende aller Fachbereiche der Fachhochschule Kiel die Möglichkeit, etwas über Biomassekonzepte zu erfahren.

und marktpolitischen Entwicklungen sowie mit ethischen Fragen (Stichwort Tank oder Teller) auseinandersetzen muss. Einen wichtigen Teil der Lehre bilden deshalb regelmäßige Exkursionen zu landwirtschaftlichen Betrieben und Unternehmen der Bioenergiebranche. Die Studierenden bekommen auf diese Weise wertvolle Informationen aus der Praxis über den Stand der Technik, neueste Verfahren und Trends. Häufig ergeben sich daraus Themen für die Bachelor- oder Masterarbeit. Und soviel ist sicher: Forschungsbedarf zur Biomassenutzung gibt es reichlich! << Text und Fotos: Sabine Roth

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Mehr Motivation durch praxisnahes Lernen

Im Oktober 2010, sechs Wochen nach Studienbeginn, durchlebten 92 Studienanfängerinnen und -anfänger des Fachbereiches Maschinenwesen eine fünftägige Simulation ihres künftigen Berufsalltags. In konkurrierenden Teams bearbeiteten sie weitgehend selbständig eine reale maschinenbauliche Aufgabenstellung und präsentierten die Ergebnisse einer gemischten Jury, in der Hochschule und Industrie vertreten waren. Den Teams standen Coachs zur Seite, Studierende höherer Semester der technischen und sozialen Fachbereiche. Während die Fachcoachs den Arbeitsprozess unter technischen Gesichtspunkten begleiteten, unterstützten die Teamcoachs die Teambildung, die methodische Vorgehensweise und die Vorbereitung der Präsentation. Dieser interdisziplinäre Ansatz gewährleistete eine optimale Betreuungssituation. Zusätzlich konnten die Teams sich selbstverantwortlich spezifische Informationen von Lehrenden der Hochschule und Vertretern aus der Industrie einholen. Da das Projekt in den vergangenen Jahren zunehmend das Interesse von Industrieunternehmen der Region Kiel und Umland geweckt hatte, bearbeiteten die Studierenden bereits zum dritten Mal ein Problem aus der Praxis. 2010 stellte die Howaldtswerke Deutsche Werft GmbH (HDW) eine Aufgabe aus ihrer aktuellen Entwicklungsarbeit: der Austausch von Propellerblättern von U-Booten auf hoher See. startIng! ist ein Kooperationsprojekt des Fachbereiches Maschinenwesen und dem Gleichstellungsbüro der FH Kiel unter der Leitung von Prof. Dr. Jan Weychardt und Dipl. Soz.-Päd. Marike Schmeck. Im Rahmen der MINT-Initiative wird es vom Ministerium für Wissenschaft, Wirt-

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schaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein sowie vom Arbeitgeberverband NORDMETALL unterstützt. „Unternehmen kommen frühzeitig mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt – und die Ingenieurstudierenden mit der Praxis in den Unternehmen. Das ist wichtig, denn je früher die Studierenden erleben, worum es beim späteren Ingenieurberuf geht, umso eher hält die Motivation bis zum Studienende“, ist Peter Golinski, Abteilungsleiter Bildungspolitik bei NORDMETALL, überzeugt. Die künftigen Ingenieurinnen und Ingenieure wüssten dann, dass man für spannende Aufgaben im Job auch die Theorie des Studiums benötige.

Foto: Claudia Bittner

verfolgt die Fachhochschule Kiel mit dem Erstsemesterprojekt startIng! erfolgreich einen Ansatz innovativer und geschlechtergerechter Lehre. „Mit diesem Projekt gelingt es, gute Theorie durch interdisziplinäre Teamarbeit in praktische Ergebnisse für die Welt außerhalb des Hörsaals umzuwandeln“, beschreibt Prof. Dr. Rainer Geisler, Dekan des Fachbereichs Maschinenwesen, die Ziele von startIng!.

Die Konzeptentwicklung erfolgt in Teamarbeit. Foto: Claudia Bittner

■ Seit dem Wintersemester 2006/ 2007

Gute Orientierungshilfe Durch startIng! erhält die oftmals trockene Theorie im Grundstudium einen praktischen Anwendungsbezug. So bekommen die Studienanfängerinnen und -anfänger einen realistischen Eindruck von den Anforderungen des Ingenieurberufes und können sich vergewissern, ob sie die richtige Studienwahl getroffen und sich gegebenenfalls frühzeitig berufl ich neu orientieren. Mit startIng! verfolgt die Fachhochschule Kiel zudem einen gendergerechten Ansatz, indem sie die spezifischen Bedürfnisse von Studentinnen und Studenten berücksichtigt. Studien haben gezeigt, dass praxisnahes Lernen Studentinnen besonders motiviert und gleichzeitig für junge Frauen die Attraktivität technischer Studiengänge erhöht. Andererseits profitieren auch Studenten von den optimierten Bedingungen für effektives Lernen. „Hier bearbeiten unsere Erstsemester echte Probleme, gehen durch alle Höhen und Tiefen praktischer Teamarbeit und bilden so ihre Schlüsselqualifikationen von Anfang an aus“ zeigt sich Prof. Dr. Geisler überzeugt. Bei ihrem Besuch der Projektwoche konnte sich Doris Kaffke vom VDI davon überzeugen, dass die Studierenden wirklich Spaß an dieser Form des Lernens hatten. Sie erlebte, wie die Teams mit Fachleuten über ihre jeweiligen Lösungskonzepte diskutierten. Im Gespräch bestätigte ihr Marcel Pantke, Schiffbauingenieur bei HDW, dass die von den Studierenden erzielten Ergebnisse in die unterneh-

Teilergebnisse werden visualisiert und dokumentiert.

mensinternen Entwicklungsarbeiten einfl ießen sollen. Abschließend präsentierten die Teams ihre Ergebnisse vor einer breiten Öffentlichkeit im Großen Hörsaal der Fachhochschule Kiel. Die Jury beurteilte die Arbeitsergebnisse anhand der Kategorien Innovation, fachliche Leistung und Präsentation. Die Coachs bewerteten zusätzlich die Teamleistung, die gleichberechtigt in die Gesamtbewertung einfloss. Das Siegerteam erhielt traditionell einen Rundflug über Kiel, der diesmal von HDW gesponsert wurde. Darüber hinaus lud HDW die drei Erstplatzierten ein, um ihre Lösungsideen vor Fachleuten im Unternehmen zu präsentieren und zu diskutieren. Falko Friedland war selbst einmal Teilnehmer und ist inzwischen Mitglied der Projektleitung. Er schätzt die Bedeutung von startIng! für den eigenen Studienerfolg sehr hoch ein: „startIng! hat mich in meiner Studienentscheidung bestärkt und ich kann nur allen empfehlen, selbst diese Erfahrung zu machen.“ <<

Marike Schmeck & Falko Friedland


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Ein Spiel mit dem Feuer Das Thema Brandschutz im Windenergiebereich wird immer noch viel zu oft auf die leichte Schulter genommen. ■ Ob an Land oder auf dem Wasser –

die Windenergiebranche boomt. Die Windenergieanlagen werden immer größer, erbringen mehr Leistung und die Wertigkeit der erneuerbaren Energie in der allgemeinen Energieversorgung nimmt zu. Mit hohem Tempo entwickelt sich die Technik und die Anzahl der Offshore Windkraftanlagen und Energie-Plattformen steigt stetig. Leider gibt es in diesen Bereich keine einheitlichen Sicherheits-Anforderungen und Standards, wie sie z. B. aus dem Gebäude- oder Industriesektor her bekannt sind.

Unkalkulierbare Risiken Eine brennende Windenergieanlage stellt durch umherfliegende Teile und auslaufende Betriebsstoffe eine große Gefahr für Mensch und Umwelt dar. Die große Höhe führt dazu, dass nur ein kontrolliertes Abbrennen möglich ist. Die Feuerwehr muss meist tatenlos zusehen. Aufgrund von Wind und Wellengang ist die Zugänglichkeit bei Offshore-Anlagen noch schwieriger.

Zuverlässiger Brandschutz Blitzeinschlag, Störungen in elektrischen Komponenten sowie mechanisches Bauteilversagen sind die häufigsten Ur-

sachen für die Entstehung von Bränden in Windkraftanlagen. Durch die hohe Dichte technischer Einrichtungen und brennbarer Stoffe im Innern der Gondel kann sich Feuer dort blitzschnell ausbreiten. Deshalb ist die Gondel mit Getriebe, Bremsen, Generator, Transformatoren, Schaltschränken und Umrichtern besonders schützenswert. Schließlich können bei einem Totalschaden der Gondel die anfallenden Kosten für die Reparaturen schnell den ursprünglichen Neuwert der Anlage erreichen. Zudem ist mit einer Betriebsunterbrechung von bis zu 12 Monaten zu rechnen. Um diese Risiken zu minimieren ist ein effektives Brandschutzkonzept gefragt. FUNA Global Safety Systems entwickelt seit vielen Jahren individuelle Brandschutzkonzepte für on- und offshore Energieanlagen. Die Basis für diese innovativen Sicherheitssysteme bilden VDS zugelassene und marineerprobte Komponenten. Eine auf Vernetzung von Systemen aufgebaute Lösung, wie Durchsage-, Rauchansaug-, Videoüberwachungs- und Kommunikationssystemen im Zusammenspiel mit einer intelligenten Brandmeldeanlage und einem speziell angepasstem Löschsystem, stellt einen zuverlässigen Schutz von diesen Energieanlagen dar. Eingesetzt werden umweltverträgliche Lösch-

mittel. Für ölbasierende Brände, die beim Ausfall eines Transformators entstehen können, werden flüssige Löschmittel verwendet. Bei elektrischen Bränden werden gasförmige Löschmittel eingesetzt. Die optothermischen Detektoren können auf die anspruchsvolle Umgebung optimal programmiert werden. Die Flammenmelder sind durch Zusatzeinrichtungen gegen Einwirkungen der Umwelt, insbesondere der salzhaltigen Luft, gesichert. Fernsteuerbar, motorisiert und seewassergeschützt sind die installierten Kamerasysteme.

Intelligente Technik – ein Maximum an Sicherheit Das Ziel ist die frühzeitige Erkennung eines Brandes und eine schnelle automatische Löschung – ohne dass ein Mensch die WEA oder Plattform betreten muss. Der Schaden wird so auf ein Minimum begrenzt. Zuverlässiger Brandschutz erhöht die Sicherheit, schützt den Mensch und das Investment. <<

Dr. Thomas Blum FUNA Global Safety Systems GmbH

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Studie bestätigt Potential für Mecklenburg-Vorpommern Gute Voraussetzungen für Windenergie- und Offshore-Bereich – Häfen sollen sich weiter profilieren. ■ Seidel: Gute Voraussetzungen für

Windenergie- und Offshore-Bereich – Häfen sollen sich weiter profilieren. In Mecklenburg-Vorpommern hat sich die Windenergiebranche in den letzten Jahren mit einer beeindruckenden Dynamik weiterentwickelt. Ein hoher Vernetzungsgrad zwischen Wirtschaft, Wissenschaft sowie Windenergieverband, vorhandene Flächen und gute Produktions- und Testbedingungen in Hafennähe haben MV zu einem international attraktiven Standort für die On- und Offshore-Windindustrie werden lassen. Vor diesem Hintergrund beauftragten die Landeswirtschaftsfördergesellschaft „Invest in MV“, der Wind Energy Network Rostock e.V. und die Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern e.V. den international renommierten Dienstleister GL Garrad Hassan, die zukünftigen Chancen des Standortes für die Offshore-Windenergieindustrie zu evaluieren. „Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass das Land in diesem Wirtschaftsbereich langfristig Perspektiven hat. Uns geht es insbesondere darum, Mecklenburg-Vorpommern als Produktionsstandort Windkraft weiter auszubauen und die Schaffung von innovativen Industriearbeitsplätzen zu unterstützen“, sagte Wirtschaftsminister Jürgen Seidel. „Gerade für den Offshore-Bereich sind die Häfen in Mecklenburg-Vorpommern geeignete Produktions- und Investitionsstandorte.“ „Wir sind für den internationalen Wettbewerb um Produktionsstandorte gut gerüstet. Mit dieser Studie haben wir ein hervorragendes Instrument an der Hand, um für die Kaikante und die Seehäfen zu werben. Genau dies hat die Invest in MV in China, Indien und den USA in nächster Zeit vor.“ ergänzt Michael Sturm, Geschäftsführer der Invest in MV GmbH. Die über 160 Seiten umfassende Studie geht davon aus, dass das dynamische Wachstum im Bereich des Offshore-Windmarktes generell anhält. Eine erheblich verstärkte Nachfrage wird in den nächs-

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ten Jahren überdies aus Asien erwartet. Michael Kremp, Geschäftsführer des Seehafen Wismar und Vorstandsvorsitzender der Logistikinitiative Mecklenburg-Vorpommern unterstreicht dies und macht deutlich, dass ein Ziel der Studie war, ein detailliertes Profil für die Seehäfen Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin zu erstellen und diese insbesondere hinsichtlich ihrer jeweils spezifischen Eignung für die unterschiedlichen Produktionsstufen von Offshore-Windkraftanlagen zu bewerten. Diese so genannten StärkeSchwächen-Profile lassen nun erstmals erkennen, wo bei den einzelnen Häfen in MV noch Handlungsbedarf besteht, um die jeweilige Wettbewerbssituation zu verbessern. Die Profile zeigen potentiellen Investoren die schon jetzt vorhandenen guten Voraussetzungen für ein Investment auf.

Gut gerüstet für internationalen Wettbewerb um Produktionsstandorte Allein nach dem Nationalen Aktionsplan für Erneuerbare Energien (NAP) sollen bis 2020 zehn Giga-Watt Offshore-Windenergieanlagen vor Deutschlands Küsten in Betrieb gehen. Dies entspricht einem Investitionsvolumen von 30 Millarden Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre. Hierdurch wird eine Vielzahl neuer Arbeitsplätze für hochqualifiziertes Personal als auch neue Berufsbilder wie z. B. im Bereich von Service und Wartung von Offshore-Windparks entstehen. In einem Kostenmodell vergleicht der Gutachter die Bau- und Logistikkosten

für einen Offshore-Windpark in der Irischen See (weiteste Entfernung zwischen Produktion und Errichtung) aus dem Blickwinkel der unterschiedlichen Produktionsstandorte in MV (Häfen in Rostock, Wismar, Sassnitz und Lubmin) bzw. der deutschen Nordsee und der Ostküste Großbritanniens. Im Ergebnis wurde deutlich, dass die vermeintlich höheren Logistikkosten durch die Lage an der Ostsee im Verhältnis zu den Gesamtprojektkosten relativ gering sind. Vielmehr sorgen die in Mecklenburg-Vorpommern bereits vorhandene Zuliefererstruktur sowie moderate Flächenpreise und Hafengebühren für aussichtsreiche Wettbewerbsvorteile. Insbesondere den Häfen des Landes wird empfohlen, sich um die Ansiedlung von neuen Produktionsstätten zu bemühen und noch mehr ausreichend große Flächen für derartige Ansiedlungen zur Verfügung zu stellen. Viele Arbeiten für Windparks könnten direkt vom Gelände der Hersteller ausgeführt werden. Da Offshore-Windkraftanlagen zukünftig verstärkt im Tiefwasserbereich errichtet werden, steigt die Nachfrage nach anspruchsvolleren Gründungsstrukturen, den so genannten „Jackets“. Unternehmen in diesem Bereich sollten eine Zusammenarbeit anstreben und konkurrierende Produktionsanlagen vermeiden. Die Studie steht Ihnen unter: www.invest-in-mv.de zum download zur Verfügung. << Stefanie Hoerenz Invest in Mecklenburg-Vorpommern GmbH


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Ein Karriereschub für Ingenieure Premium-Siegel der FIBAA für den MBA-Studiengang. ■ „Ich wollte schon immer

eine MBA-Ausbildung auf mein Wirtschaftsingenieurstudium setzen“, sagt Markus Fischbacher, Leiter Supply Chain & Quality – Monument bei Airbus in Hamburg. 2006 bekam der heute 34-Jährige die Chance dazu: „Airbus vergab deutschlandweit für das MBA-Studium an der NORDAKADEMIE in Elmshorn zwei Stipendien. Ich bewarb mich, und nach einem Auswahlverfahren erhielt ich den begehrten Studienplatz.“ Fischbacher wurde von seinem Arbeitgeber während des zweijährigen nebenberuflichen Studiums unterstützt. Ausgezahlt hat sich der Master of Business Administra-

tion für Markus Fischerbacher auch. Nach bestandener Prüfung 2008 kletterte er die Karriereleiter ein gutes Stück hinauf: „Trotz Reduktion von Führungskräften innerhalb der Airbus-Organisation wurde ich vom Team- zum Abteilungsleiter befördert.“ „Wir können uns die weltweit besten Dozenten aussuchen, da die NORDAKADEMIE keine feste Kooperation mit nur einer einzelnen Hochschule eingehen muss“, erklärt MBA-Studiengangleiter Professor Dr. Gerd Schmidt. Beim zweijährigen Studiengang, so der Professor weiter, habe man auf Internationalität und darüber hinaus auf Praxisbezogenheit und Berufsbeglei-

tung gesetzt. Der so erreichte international vergleichbare Standard war für die FIBAA (Foundation for International Business Administration Accreditation) ausschlaggebend, als sie bereits 2008 das MBAStudium an der NORDAKADEMIE als ersten deutschen Studiengang mit dem Premium-Siegel auszeichnete. Die Teilnehmer am MBAStudiengang kommen aus verschiedenen Berufen. Am stärksten sind Ingenieure und Wirtschaftsingenieure vertreten. Die 25 Teilnehmer, die pro Jahr aufgenommen werden, erhalten im MBA-Office optimale Betreuung. Renate Langmaack, Leiterin des

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Foto: NORDAKADEMIE

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Erfolgreiches Team: Studiengangsleiter Professor Dr. Gerd Schmidt und MBAOffice-Leiterin Renate Langmaack.

MBA-Office, ist sicher, dass nicht nur die Seminarangebote optimal sind, sondern auch die im Vergleich geringen Studiengebühren von 15.000 Euro: „Das ist ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.“ << Nordakademie Hochschule der Wirtschaft Elmshorn

Bei erneuerbaren Energien an der Spitze Innovative Windenergie-Projekte von EWE

Als eines der fortschrittlichsten Energieunternehmen Deutschlands machen wir uns auch für die erneuerbaren Energien stark. Mit alpha ventus und künftig auch RIFFGAT, innovativen Offshore-Anlagen in der Nordsee, bringen wir zum Beispiel die Windkraft voran. Und das sind nur zwei unserer Projekte für eine Zukunft mit der richtigen Energie. www.ewe.de

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Das „Rohöl“ unserer Städte Günstige Heiz- und Kühlsysteme mit Energie aus Abwasser. ■ Abwasser ist ein Medium, das in unse-

rer Gesellschaft permanent verfügbar ist und in dem ausreichend Energie gespeichert ist, um eine Vielzahl von Gebäuden damit zu beheizen. Im Sommer kann die dafür erforderliche Systemtechnik auch zur Klimatisierung der Gebäude dienen.

Als Kernelement der erforderlichen Systemtechnik ist dabei ein Wärmetauschersystem erforderlich, welches dem Abwasser die Grundwärme entzieht. Im Zuge der Nutzung alternativer Energiepotenziale ist in den letzten Jahren das Abwasser in den Kanälen der Siedlungswasserwirtschaft zunehmend als „Energieressource“ in den Fokus gerückt. Abwasser hat ein verwertbares Energiepotenzial, weshalb bereits seit Jahren einzelne Wärmetauscheranlagen gebaut wurden, die teilweise noch heute im Einsatz sind. Wie alle Technologien zur alternativen Energieversorgung stellen

energetisch und wirtschaftlich sinnvolle Projekte mit Energie aus Abwasser bestimmte Anforderungen an Kanal und Gebäude. Ideal sind Neubauten oder Gebäude, für die eine energetische Sanierung ansteht. wMit den heute am Markt verfügbaren Kanalwärmetauschersystemen ist eine flächendeckende Erschließung der Kanäle als Energiequelle möglich. Die noch junge Standardtechnik ist dabei, sich sowohl in Deutschland als auch in Europa insgesamt zu etablieren. „Existierten bis ins Jahr 2009 in Deutschland gerade mal ein Dutzend Anlagen, so hat sich ihre Zahl in 2010 bereits verdoppelt. Mit dem Einsatz der heute ausgereiften Systemtechnik wird die im Abwasser gespeicherte Energie in den nächsten Jahren eine signifikante Rolle bei der Heizung und Kühlung von Gebäuden spielen“, so Mark Biesalski, Vertriebsleiter der Uhrig Kanaltechnik GmbH aus Geisingen. Durch die Entwicklung der standardisierten Wärmetauschersysteme „Therm-Liner“ hat das auf Kanalbau, Rohrtechnik und städtische Kanalnetzbewirtschaftung spezialisierte Unternehmen in den letzten Jahren die Möglichkeit geschaffen, den Kanal als

Damit die ganze Wärme oben ankommt – ThermoCem®

Der Trockenmörtel mit herausragender Wärmeleitfähigkeit Mit Hilfe von Erdwärmesonden gekoppelt mit Wärmepumpen lässt sich Wärme aus der Tiefe zum Heizen oder zur Stromerzeugung gewinnen. ThermoCem ist ein Trockenmörtel, der speziell für die Einbettung von Erdwärmesonden entwickelt wurde und mit seiner enormen Wärmeleitfähigkeit, doppelt so hoch wie bei herkömmlichen Verfüllbaustoffen, für einen noch größeren Nutzen der Energieressource Erdwärme sorgt. Nicht nur ein Gewinn für Sie, sondern auch für eine saubere Umwelt.

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flächendeckend verfügbare Energiequelle wirtschaftlich zu erschließen. „Das System Therm-Liner wird inzwischen sowohl bundes- als auch europaweit rege nachgefragt und permanent verbessert“, so Biesalski weiter. Außerhalb von Deutschland besteht besonders in Frankreich, aber auch in anderen europäischen Ländern, eine große Nachfrage nach den patentierten Anlagen.

Verfahren und Systemaufbau Das Verfahren zur Ausnutzung von Energie aus Abwasser ist vergleichsweise einfach: Das Rohabwasser wird über einen Wärmetauscher geleitet, der einen Teil der im Abwasser gespeicherten thermischen Energie entzieht. Als effizienteste und damit wirtschaftlichste Methode hat sich der Einbau von Wärmetauschern direkt in das Kanalsystem erwiesen. Um den Betrieb des Kanals zum Abwassertransport nicht zu behindern und gleichzeitig auf künftig eventuell erforderliche Veränderungen und Ereignisse reagieren zu können, sollte der Kanalwärmetauscher sowohl demontierbar als auch erweiterbar sein. Damit wird eine minima-

le Betriebsunterbrechung bei gleichzeitig kostenoptimalem Einbau des Systems gewährleistet. Die mit dem Wärmetauscher gewonnene thermische Energie wird durch eine Wärmepumpe auf ein verwertbares Temperaturniveau gebracht. Neben der direkten Wärmeversorgung von Immobilien kommen die Vorwärmung von Brauchwasser oder auch die Einspeisung der gewonnenen Energie in ein Wärmenetz ebenso in Frage wie die Kühlung von Gebäuden und Anlagen. Die Technik eignet sich auch als Baustein effizienter Energiekonzepte in Kläranlagen und Industrieunternehmen.

Potenzial & Wirtschaftlichkeit Nach Einschätzung von Fachleuten hat das Abwasser in Deutschland ein energetisches Potenzial, mit dem die Wohnungen von rund vier Millionen Menschen mit thermischer Energie versorgt werden können. Gleichzeitig lässt sich dadurch laut einer im Auftrag des Landes Nordrhein-Westfalen erstellten Studie eine CO2-Einsparung von ca. zwei Milliarden Tonnen erzielen.

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Mit Entzugsleistungen von mehreren hundert Kilowatt aus dem Kanal sind praktisch alle Arten von Gebäuden, wie etwa Wohn- oder Bürogebäude, Schulen, Shoppingcenter oder Sozialimmobilien, mögliche Energieabnehmer. Aktuelle Beispiele für realisierte Anlagen finden sich von der Versorgung von Wohngebäuden in Hamburg über die Beheizung eines Schwimmbades in Bochum, Beheizung und Kühlung einer Kinderbetreuungseinrichtung in Schkeuditz bis in den Raum Stuttgart, wo die Neubebauung mehrerer Konversionsflächen über Wärmenetze aus dem Kanal versorgt wird. Anlagen, die den Kanal als Energiequelle nutzen, amortisieren sich häufig bereits in deutlich weniger als zehn Jahren. Damit ist Abwasser als Energieressource nicht nur für Bauherren und Betreiber von Immobilien ökologisch und ökonomisch interessant – inzwischen unterstützen auch verschiedene Landesverwaltungen diese Energieform aktiv. <<

Text und Grafik: Christian Klaiber, KRE2 GmbH

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Wir suchen qualifizierte und motivierte Mitarbeiter! Biogasanlagen verbinden die Erzeugung von Energie mit dem schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen. Als Anbieter dieser Technologie leistet MT-Energie einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt. Der Erfolg unserer Systeme zur Biogaserzeugung bestätigt, dass Praxisnähe und Rentabilität nur erreicht werden können, wenn Entwicklung, Planung, Umsetzung, Beratung und Service in einer Hand liegen. Informieren Sie sich über unsere aktuellen Stellenangebote auf unserer Homepage und wirken Sie an der positiven Gestaltung unserer Branche mit – jetzt und in Zukunft!

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Gut eingebettet: Spezialbaustoff für Europas größtes Erdwärmesondenfeld in Thalheim ■ Batterieladesysteme, Schweißtechnik, Solarelektronik – das sind die drei Sparten der Fronius International GmbH. Um diese Technologien noch weiter perfektionieren zu können, baut das Unternehmen derzeit im österreichischen Thalheim bei Wels ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum. Technisches Highlight des Komplexes ist ein großes Erdwärmesondenfeld, das sich als Energiespeicher nutzen lässt. Wegen der hohen Anforderungen an die Speicherfähigkeit der Anlage werden die 204 Sonden mit dem speziellen Verpressbaustoff ThermoCem PLUS von HeidelbergCement verfüllt.

Fotos: HeidelbergCement AG

Geplant ist ein Betrieb des Forschungsund Entwicklungsgebäudes frei von CO2Emissionen. Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Nutzung von regenerativen Energiequellen. Neben der Stromerzeugung durch Photovoltaikelemente soll eine 204 Erdwärmesonden umfassende geothermische Anlage die Energieversorgung des Zentrums sicherstellen. Jede der Sonden führt etwa 200 Meter tief in das Erdreich Entscheidendes Kriterium für die Wahl

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dieses Konzepts, für das die Berliner Arup GmbH verantwortlich zeichnet, war die bedarfsgerechte Deckung der Energienachfrage mit Anlagentechniken, die im Grundlastbereich hohe Wirkungsgrade aufweisen und sich ganzjährig sinnvoll nutzen lassen.

Deckung der Energienachfrage So wird die enorme Menge an Wärmeenergie aus den diversen elektrischen Einrichtungen der einzelnen Forschungs- und Entwicklungsbetriebe letztlich für die winterliche Beheizung des Gebäudekomplexes verwendet – das derzeit größte Erdwärmesondenfeld in der gesamten Europäischen Union dient dabei als saisonaler Großspeicher. Der sommerliche Kältebedarf der Anlage wird hingegen durch die Nutzung des nahen Flusswassers als geothermische Energiequelle gedeckt. Die Sonden bestehen aus PE 100, besitzen Rohrdimensionen von 40 x 3,7 Millimetern und sind als sogenannte Duplex-Sonden konzipiert, die jeweils über zwei Vor-

und Rücklaufrohre verfügen. Sie werden mit etwa drei Metern Überlänge in Bohrlöcher mit einem Durchmesser von 150 Millimetern und einer Tiefe von 200 Metern eingebaut. Zur besseren Anbindung an das umgebende Gestein und Erdreich ist eine Hinterfüllung und gleichzeitige Abdichtung der Sonden erforderlich. Hier kommt der Verfüllbaustoff ThermoCem PLUS, ein hydraulisch abbindender Trockenmörtel aus natürlichen Rohstoffen zum Einsatz, den HeidelbergCement Baustoffe für Geotechnik GmbH & Co. KG – eine Beteiligung der Heidelberg Cement AG speziell für die Einbettung von Erdwärmesonden entwickelt hat. Er verfügt mit =2,0 W/(mK) über eine doppelt so hohe Wärmeleitfähigkeit wie herkömmliche Verfüllbaustoffe und erfüllt damit die hohen Anforderungen der gesamten Anlage. Zudem gewährleistet er einen dauerhaft kraftschlüssigen Verbund und somit einen optimalen Wärmetransport zwischen Sonde und Erdreich.


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Objektsteckbrief

Doppelte Wärmeleitfähigkeit ThermoCem PLUS zeichnet sich darüber hinaus durch seine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost-Tau-Wechsel und betonaggressivem Grundwasser aus. Der Hauptverteilerschacht für die Erdwärmesondenanlage ist eine Sonderanfertigung, ebenfalls aus PE 100. Mittig innerhalb des Feldes platziert, weist er eine stattliche Länge von 12 und eine Höhe von 2,50 Metern auf und ist begehbar. Der Neubau des Forschungs- und Entwicklungszentrums Fronius entsteht auf einem rund 27.000 Quadratmeter großen, fast dreieckig zulaufenden Areal, das im Norden von einem Flussdamm begrenzt wird. Im Westen schließt sich eine Wohnsiedlung an, im Süden Baumbestand. Der aus einem Wettbewerb hervorgegangene Gebäudeentwurf stammt von den Frankfurter Architekten schneider+schumacher. Mit seiner Klarheit, Offenheit und Flexibilität repräsentiert er die Philosophie des Unternehmens. Der Komplex be-

steht aus zwei ringförmig angeordneten, zweigeschossigen Baukörpern, die in der Höhe um eine ganze Etage gegeneinander versetzt sind. Die beiden Gebäudeteile sind etwa 100 Meter breit und 200 Meter lang und umschließen jeweils ein großzügiges begrüntes Atrium. Während sich auf der unteren Ebene Hallen und Speziallabore befinden, sind im Obergeschoss Büroräume und sogenannte Bürolabore untergebracht. An den Schmalseiten der Baukörper liegen die Gemeinschaftsbereiche wie das Foyer, das Betriebsrestaurants und diverse Versammlungsräume. Sie sind allesamt direkt den Innenhöfen zugeordnet und bieten den Mitarbeitern so die Möglichkeit, sich im Grünen zu erholen. Die Tragstruktur des Gebäudes ist so konzipiert, dass sie eine möglichst flexible Nutzung der Räume erlaubt. Dank einer elementierten Trogplattendecke kann in den einzelnen Riegeln trotz 14,50 Metern Spannweite auf eine Mittelstützenreihe verzichtet werden. << HeidelbergCement AG

Projekt: Geothermieanlage des Forschungsund Entwicklungszentrums Fronius, A – Thalheim-Wels Bauherr: Fronius International GmbH, A – Pettenbach Planung: schneider+schumacher Architekturgesellschaft mbH, Frankfurt am Main Bauleitung: Firma Geotechnik Tauchmann, A-Wels Haustechnikplanung: Arup GmbH, Berlin Ausführung: BauGrund Süd Gesellschaft für Geothermie mbH, Bad Wurzach Planungs- und Bauzeit: Anfang 2008 bis 2010 Verfüllbaustoff: ThermoCem® PLUS von HeidelbergCement Baustoffe für Geotechnik GmbH & Co. KG, Ennigerloh – eine Beteiligung der HeidelbergCement AG Lieferant Sonden,Schächte: Frank GmbH, Mörfelden-Walldorf

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Beschickungssysteme und Rührwerke erweitern die Produktpalette ■ Durch den jahrelangen Bau und Betrieb von Biogasanlagen, weiß die Schmack Biogas, wo die kritischen Erfolgsfaktoren im Bereich der Anlagentechnik liegen. Daraus entstand die Idee, Schlüsselkomponenten zu entwickeln und im eigenen Hause zu fertigen. Es sollen insbesondere Landwirte angesprochen werden, die ihre Anlage zwar in Eigenregie planen, aber nicht auf Qualität bei den Komponenten verzichten wollen.

Massiv, wartungsarm und störungsunanfällig Aber auch Betreiber von Biogasanlagen können in Zukunft hochwertige SchmackKomponenten in ihren Anlagen nachrüsten. Neu im Produktportfolio sind die Dosierstationen der Reihe PASCO. Das Beschickungssystem ist in der Lage, bei minimalem Eigenstromverbrauch größere Mengen an Festmist und Gras problemlos zu verarbeiten. Es zeichnet sich vor allem durch seine große EinsatzVielfalt aus: von 14 m³ bis 80 m³ über alle denkbaren Rohstoffvarianten, bis hin zu unterschiedlichsten Austrags- und Fördertechniken (Schubboden, Schneckensystem, Hochförderung, Deckeneintrag, und in Kürze auch Fütterung unter Füllstand) sind viele Kombinationen denkbar. Aktuell werden auch die ersten Anlagen mit Beton-Beschickern ausgerüstet.

bei der Einbringung sowohl der Rühraufwand als auch der Verschleiß der Rührwerke erheblich. Alle Modelle verfügen über eine ausgereifte Antriebs- & Steuerungstechnik nach Industriestandard, die über genormte Schnittstellen sehr einfach und schnell in die jeweilige Anlagensteuerung integriert werden können.

Großflügel Rührwerk REMEX® Das Großflügelrührwerk REMEX® eignet sich ideal für die sanfte Durchmischung von Gärsubstraten und Gülle im Fermenter der Biogasanlage. Diese kontinuierliche und bakterienschonende Vermengung durch den langsamen und stetigen Rührvorgang sichert eine optimale Durchmischung des Substrates auch bei höherer Viskosität und sorgt somit für höchstmöglichen Biogasertrag.

Im Vergleich zu herkömmlichen Paddelrührwerken zeichnet sich das REMEX®Rührwerk durch seine massive, wartungsarme und störungsunanfällige Konstruktion und einem extrem niedrigen Eigenstrombedarf aus. Die strömungsoptimierte Paddelstellung ermöglicht sowohl eine horizontale als auch eine vertikale Durchmischung des Substrats und verhindert zuverlässig die Bildung von Schwimm- und Sinkschichten. Das Rührwerk kann während des Betriebes über die Anlagensteuerung optimal auf die Drehzahl und minimalen Leistungsverbrauch eingestellt werden. Die Antriebseinheit liegt außen am Fermenter und ist jederzeit frei zugänglich. <<

Petra Krayl Schmack Biogas GmbH

Die Dosierstation PASCO 20/30 CST zeichnet sich vor allem durch die hohe Flexibilität hinsichtlich schwieriger Substrate, wie z. B. größere Mengen an Mist und Gras aus. Der Trichter des PASCO 20/30 CST hat ein Fassungsvolumen von 20 bzw. 30 m³. Die Unterkonstruktion besteht aus einer massiven Austragsschnecke und zwei gegenläufigen Auflockerungsschnecken. Der PASCO 60/80 CST wird mit einem Volumen von 60 bzw. 80 m³ angeboten. Der robuste Schubboden ist in einer flüssigkeitsdichten Kunststoff-Wanne verbaut, um Korrosion und Schäden durch Sickersäfte zu verhindern. Mehrere Fräswalzen lockern und zerkleinern die Rohstoffe und gewährleisten eine gleichmäßige Fütterung. Damit reduziert sich

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Leistung lohnt sich Carsten Schott, Personaldirektor bei GE Renewable Energy Europe, im Interview. ■ General Electric ist ein Unternehmen

mit einer langen Tradition und ganz verschiedenen Sparten. Welchen Stellenwert hat eine so junge Branche wie die Windenergie in einem so großen und traditionsreichen Konzern? Die Windenergiesparte passt perfekt in GE’s Geschäftsstrategie „Ecomagination“, die 2005 ins Leben gerufen wurde. Sie befasst sich mit innovativen Produkten und sauberen, effizienten Technologien, in die sich die Windenergie hervorragend einfügt. Im Unternehmen steht hinter diesem Thema absolute Begeisterung, angefangen bei unserem CEO Jeff Immelt bis zu unseren Mitarbeitern. Wir arbeiten in einer zukunftsfähigen, innovativen Branche.

Plattform für Frauen in allen Stadien ihrer Karriere zu bieten, gibt es seit langer Zeit das GE Women’s Network, in dem sich GE-Mitarbeiterinnen austauschen und so auf spätere Führungspositionen vorbereiten können.

tionalen Teams, auch mit Kollegen aus verschiedenen Zeitzonen und Kulturkreisen. Deswegen sind solide englische Sprachkenntnisse ebenso Voraussetzung wie Kommunikationsfähigkeiten, Flexibilität und interkulturelle Kompetenz.

Wir möchten unseren Mitarbeitern ein Umfeld zu bieten, in dem sie sich entfalten können, und das ihnen auf Dauer Herausforderungen und Möglichkeiten zur Weiterentwicklung bietet.

Wie erleben Sie den Fachkräftemangel, der in den Medien immer wieder diskutiert wird? Gerade im Bereich Windenergie ist es nicht leicht, qualifizierte Mitarbeiter zu finden. Studiengänge, die sich direkt mit diesem Thema auseinandersetzen, sind noch sehr jung, es gibt nur sehr wenige Absolventen. Wir arbeiten mit den Hochschulen zusammen und bieten den Studenten an, zum Beispiel über ihre Abschlussarbeit in unserem Unternehmen praktische Erfahrungen zu sammeln.

Bei einem solchen internationalen und komplexen Umfeld: Was tut GE, um neuen Mitarbeitern den Einstieg zu erleichtern? Neue Kollegen bekommen zunächst eine Einführung in das gesamte Unternehmen, um einen ersten Überblick über verschiedene Geschäftsbereiche und Abteilungen zu erhalten. Eingearbeitet werden sie in den jeweiligen Abteilungen und Teams. Es gibt Online-Übungen oder Trainings vor Ort, zum Beispiel in unserem Trainingscenter in Salzbergen. Hier können Techniker und Ingenieure an Originalteilen der Anlagen üben und die Komponenten praktisch kennenlernen. Diese Möglichkeit steht aber nicht nur neuen, sondern allen Mitarbeitern zur Verfügung, damit sie immer den neusten Stand unserer Technik kennen.

Leidenschaft für Technik Welche Bedeutung spielt das Thema Weiterbildung in Ihrem Unternehmen? Sogar ein sehr wichtiges. Wir investieren pro Jahr mehr als eine Milliarde US-Dollar in die Qualifizierung unserer Mitarbeiter. In jedem Jahr gibt es Beurteilungsgespräche mit konkreten Zielsetzungen und individuellen Weiterbildungskonzepten, um die Leistung jedes Einzelnen zu steigern. Außerdem gibt es speziell für Ingenieure das Edison Engineering Development Programm, in dem sie in speziellen Kursen und konkrete technische Projekte ihre Fähigkeiten zur Problemlösung weiter entwickeln. Um eine bessere

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Ansonsten stellen wir häufig Luftund Raumfahrtingenieure ein, die bereits eine große Affinität zum Bereich Windtechnologie haben. Auch aus dem Automobilsektor gibt es bei uns einige Quereinsteiger.

Bedarf größer als das Angebot

Carsten Schott, Personaldirektor der GE Renewable Energy Europe.

Welche Eigenschaften sollte ein Bewerber für einen Job bei GE Renewable Energy Europe mitbringen? Einerseits ist fachliches Wissen natürlich ein Muss, genauso wie eine Leidenschaft für Technik. Andererseits sind Eigenschaften wie Teamfähigkeit und die Lust auf projektbezogene Arbeit von großer Bedeutung. Damit meine ich Eigenschaften wie Teamfähigkeit und die Lust an projektbezogener Arbeit. Die Projekte richten sich nach verschiedenen Vorgaben wie Budget oder fi xe Termine. Damit muss man umgehen können. Bei uns arbeitet man oft in sehr interna-

Gibt es Bereiche, für die jetzt verstärkt gesucht wird? Besonders der Bereich Offshore Wind ist ein Zukunftsmarkt. Bis so ein OffshoreWindpark fertig gestellt ist, bedarf es einer sehr langen Anlaufzeit. Die Technologie, die dahinter steckt, ist unglaublich spannend, dafür braucht man hochqualifizierte Leute. Derzeit ist hier der Bedarf größer als das Angebot auf dem Markt. Heißt das, dass hier auch investiert wird? Ja, GE hat im Jahr 2010 angekündigt, bis 2016 rund 105 Millionen Euro allein in Deutschland in den offshore-Bereich zu investieren. Unter anderem haben wir in Hamburg ein Offshore-Technologiezentrum eingerichtet. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Produkt- und Anwendungsentwicklung, aber auch auf der produktnahen Technologieforschung. <<

Text und Foto: Carsten Schott GE Renewable Energy Europe


Foto: RWE Dea AG

Die Bohr- und FĂśrderinsel Mittelplate

Die FÜrderbewilligung fßr die ErdÜlbohr- und FÜrderinsel Mittelplate wurde im Mai 2010 bis Ende 2041 verlängert.

23 Jahre verantwortungsvolle Ă&#x2013;lfĂśrderung mit hĂśchsten Sicherheitsstandards. â&#x2013; Seit 1987 gewährleisten die RWE

Dea AG als BetriebsfĂźhrer und die Wintershall Holding GmbH als Partner eine umweltgerechte Ă&#x2013;lfĂśrderung aus der Lagerstätte Mittelplate in der Nordsee. Rund zwei Drittel der nationalen Ă&#x2013;lreserven enthält das Ă&#x2013;lfeld, das in rund 2.000 bis 3.000 Meter Tiefe unter dem Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer liegt. Im Oktober 2010 wurde die 25-millionste Tonne Ă&#x2013;l aus dem Vorkommen gefĂśrdert. FĂźr das Mittelplate-Konsortium hat dabei die Sicherheit des sensiblen Naturraums Wattenmeer und aller Mitarbeiter oberstes Gebot. Die Bohr- und FĂśrderinsel Mittelplate unterscheidet sich grundsätzlich von schwimmenden Tiefwasserbohrinseln und erfĂźllt besondere Sicherheits- und Umweltschutzanforderungen. Der Unterbau der 70 mal 95 Meter groĂ&#x;en Insel wurde als flĂźssigkeitsdichte Wanne kon-

struiert. Sie ist fest verankert und kann nicht sinken. Zum Wattenmeer hin wird sie durch eine elf Meter hohe Spundwand gesichert. Diese sorgt dafĂźr, dass kein Meerwasser eindringen kann und nichts die Insel unkontrolliert verlässt. Der Bohr- und FĂśrderbetrieb ist durch komplexe Ă&#x153;berwachungs- und Steuerungssysteme mehrfach abgesichert. Bei Abweichungen in der FĂśrderung schalten sich die Ă&#x2013;lpumpen automatisch ab. Ende 2010 ist das StahlgerĂźst des Bohrturms mit Edelstahltrapezblechen verkleidet worden. Diese sogenannte Einhausung bietet den Mitarbeitern und der Anlage besseren Schutz vor Wind und Wetter. Die Windgeschwindigkeit innerhalb des Bohrturms wird reduziert, Lärm und Licht werden zurĂźckgehalten. Wasserseitigen Schutz der Insel vor Erosion bietet der Kolkschutz â&#x20AC;&#x201C; eine Befestigung aus Steinen und MĂśrtel, welche die Mit-

telplate komplett umschlieĂ&#x;t. Die dynamischen Verlagerungsprozesse im Watt erfordern es, den Kolkschutz regelmäĂ&#x;ig zu ĂźberprĂźfen, zu reparieren und den Bedingungen im Wattenmeer anzupassen. Die Mittelplate-FĂśrderung ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor fĂźr das Land Schleswig-Holstein und die Region Dithmarschen. So hat das Bundesland allein 2010 eine FĂśrderabgabe in HĂśhe von 80 Millionen Euro erhalten. Insgesamt hängen an der schleswig-holsteinischen WestkĂźste Ăźber 1.000 Arbeitsplätze an der heimischen FĂśrderung. Seit FĂśrderbeginn wurden rund 900 Millionen Euro in die Bohr- und FĂśrderinsel investiert. Selbst Umweltschutzorganisationen machen deutlich, dass Mittelplate ein positives Beispiel fĂźr eine verantwortungsbewusste Ă&#x2013;lfĂśrderung ist. << Derek MĂśsche, Pressesprecher RWE Dea AG

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Biogas-Blockheizkraftwerke der Megawatt-Klasse Neue Biogasmotoren leisten bis zu zwei Megawatt. ■ Die Tognum-Tochter MTU Onsite

Energy GmbH Gas Power Systems präsentierte vom 16. bis 19. November auf der Fachmesse BioEnergy Decentral in Hannover erstmals Stromaggregate und Blockheizkraftwerk-Module mit den neuen Biogasmotoren der Baureihe 4000. Sie runden das Biogas-Produktprogramm mit einer elektrischen Leistung von rund 770 bis 2.000 Kilowatt nach oben ab. Betreibern größerer Biogasanlagen eröffnet das einen noch wirtschaftlicheren Einsatz, weil unter anderem Wartungs- und Instandhaltungskosten gegenüber Anlagen mit kleineren Motoren reduziert werden können und der Raumbedarf durch die hohe Leistungsdichte geringer ausfällt. Die Baureihe 4000 umfasst 8-, 12-, 16und 20-Zylinder-Motoren. Angeboten werden Aggregate zur Stromerzeugung sowie Blockheizkraftwerk-Module zur Kraft-Wärme-Kopplung. Optional sind periphere Komponenten wie eine Abgasreinigung, auf die Serie abgestimmte Formaldehyd-Katalysatoren, schalldämmende Gehäuse, Notkühler und Wärmetauscher, Abgasschalldämpfer und vieles mehr erhältlich. Zugunsten geringer Betriebsunterbrechungen wird auch ein Öl-Umlaufsystem angeboten, das den nutzbaren Schmiermittelvorrat um beispielsweise 1000 Liter vergrößert. Ab März 2011 werden die 8- und 12-Zylinder-Varianten mit 772 und 1.166 Kilowatt elektrischer Leistung ausgeliefert. Die BHKW-Module erlauben eine Wärmeauskopplung bis maximal 880 bzw. 1.310 Kilowatt. Bis Ende 2011 sollen die 16- und 2 0 -Zyl i nderVarianten mit rund 1,6 und 2 MW elektrische sowie bis 1,7 und 2,6 MW thermische Leistung folgen. Speziell für den italieni-

schen Markt wird eine auf 999 kW leistungsreduzierte Variante des 12-Zylinders angeboten. Es ist außerdem geplant, im Laufe des kommenden Jahres Schritt für Schritt Varianten der Baureihe 4000 für andere Brennstoffe einzuführen, zum Beispiel für Klär- und Deponiegas, später auch für Sondergase. Der Markteinführung der neuen 4000erBiogasmotoren ging eine ausführliche Erprobung voraus: In der GF-Bio-Energie Hasetal GmbH, Löningen, absolvierte ein 12-Zylinder-Biogas-BHKW der Baureihe 4000 einen Praxistest über bisher insgesamt rund 7.500 Betriebsstunden. Die neuen Biogasmotoren basieren auf einem Baukastenkonzept der Motorenfamilie Baureihe 4000, die sowohl auf Diesel- als auch Gasmotoren ausgelegt ist und in Varianten in mehr als 20 unterschiedlichen Anwendungen eingesetzt werden können. Bereits vor acht Jahren hat MTU Onsite Energy Systeme mit Erdgasmotoren auf Basis der Baureihe 4000 auf den Markt gebracht. Diese im Praxiseinsatz bewährten Gas-OttoMotoren wurden konstruktiv und steuerungstechnisch auf die Besonderheiten des Biogasbetriebs abgestimmt. Ziel der Entwicklung war es, das optimale Gleichgewicht zwischen den konkurrierenden Zielen – maximale Leistung bei gleichzeitig schadstoffarmem Betrieb

– mit dem im Vergleich zu Erdgas sehr trägen Brennstoff Biogas zu erreichen. Damit das zugunsten der geringen Emissionen magere Gemisch nicht zu einem Leistungsverlust führt, verfügen die Motoren über Turbolader. Mit einem elektrischen Wirkungsgrad über 42 Prozent erreichen die Biogasmotoren der Baureihe 4000 annähernd das Niveau der vergleichbaren Erdgasmotoren. Damit eine schwankende Gasqualität weder die Leistung des Motors noch seine Lebensdauer negativ beeinflusst, entwickelten und optimierten die MTUIngenieure das Motormanagement. Es gestattet den Biogas-Betrieb bis zu einem Methangehalt von nur 45 Prozent. Besonderen Wert legten die Konstrukteure auf hohe Zuverlässigkeit. Damit kommen sie den Wünschen der Anwender nach hohen Stromerlösen nach, denn die robuste Bauweise und die defensive Motorabstimmung ermöglichen einen langfristigen, störungsarmen Betrieb, minimieren so die Stillstandszeiten und verringern die Instandhaltungskosten. Eine Generalüberholung des Grundmotors ist erst nach etwa 64.000 Betriebsstunden geplant. Dies alles spricht für eine im Jahresmittel wirtschaftlich optimale Nutzung der Biogasproduktion.

Blockheizkraftwerk-Modul von MTU Onsite Energy mit Biogasmotor 12V 4000

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Wilfried Förster (rechts), Chef der GF-Bio-Energie Hasetal GmbH, im Gespräch mit einem Monteur von MTU Onsite Energy.

Im Sinne niedriger Investitionskosten nutzt der Biogas-Motor – wo sinnvoll – Komponenten, die auch in der Erdgas- und Dieselversion zum Einsatz kommen. Dazu gehört unter anderem der auf höchste dynamische Belastung ausgelegte Motorblock des Diesels inklusive der robusten Kurbelwelle, der sich ebenfalls sehr gut im Dauerbetrieb in der Gasanwendung bewährt hat. Auch auf Konstruktionen aus der Erdgasanwendung konnte zurückgegriffen werden, wie beispielsweise die ungekühlten Abgasrohre. Vollständig neu entwickelt ist das System Kolben/Zylinderlaufbuchse. Statt Aluminium-Kolben kommen für die Biogasverbrennung solche aus geschmiedetem Stahl zur Anwendung. Diese und die Laufbuchsen wurden hinsichtlich der Schmierungseigenschaften untersucht und optimiert. Biogas-typisch sind auch die Ventilsteuerzeiten und der Ventilhub. Dadurch wird dem im Vergleich zu Erdgas geringeren Brennwert des Biogases Rechnung getragen und eine schadstoffarme Verbrennung erzielt. Für den Biogaseinsatz abgewandelt wurde das aus dem Dieselmotor bekannte und bewährte Motorsteuergerät ADEC (Advanced Diesel Engine Control). Diese Einheit steuert den Motor entsprechend der jeweiligen Einsatzbedingungen und kommuniziert über ein Bussystem mit der übergeordneten MMC-Steuerung (MTU Module Control). Alle Motorbetriebs- und Diagnosewerte lassen sich vor Ort oder per Fernwartung durch den Betreiber oder den Kundendienst von MTU Onsite Energy einsehen. <<

Text und Fotos: MTU Onsite Energy Augsburg

Ein Partner – alle Leistungen: Schmack Biogas

Mit unseren standardisierten Anlagensystemen bieten wir maßgeschneiderte Lösungen für alle Baugrößen – von 18 kWel bis zu 20 MWGas. Wir unterstützen Sie rund um Ihre Biogasanlage: UÊ*ÀœiŽÌˆiÀ՘} Uʘ>}i˜L>ÕÊ՘`Ê iÌÀˆiL UÊ ˆœ}>Ã>ÕvLiÀiˆÌ՘}Ê՘`Ê ˆ˜Ã«iˆÃ՘}Ê UÊ/iV…˜ˆÃV…iÀÊ՘`ʓˆŽÀœLˆœœ}ˆÃV…iÀÊ-iÀۈVi UÊ ˆ}i˜iÊœ“«œ˜i˜Ìi˜viÀ̈}՘} ˜vœÀ“ˆiÀi˜Ê-ˆiÊÈV…ʍiÌâÌÊ՘ÌiÀÊwww.schmack-biogas.com/anlagenbau

Schmack Biogas GmbH Bayernwerk 8 · D-92421 Schwandorf Tel.: 09431 751-0 · Fax: 751-204 E-Mail: info@schmack-biogas.com

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Fotos: RUAG Technology

Kompetenz präziser Grossteile Gusselement vereinfacht gesamtes Antriebskonzept

Bearbeitungszentren mit integralem Transfersystem für das Handling von bis zu 25 Tonnen schweren Werkstücken.

■ Eine Kernkompetenz von RUAG

Technology ist die präzise Bearbeitung von großen Bauteilen. Sieben vernetzte Bearbeitungszentren fertigen rund um die Uhr komplexe Teile aus Guss-, Stahl- oder Aluminium. Mit der Windenergiebranche sind große Kräfte, starke Drehmomentschwankungen sowie außerordentliche Betriebszuverlässigkeit und leichte Bauweise die Vorgaben welche mit der entsprechenden Fertigungskompetenz einfacher zu erlangen sind.

Zwei Prototypen des neuen Antriebskonzepts für Windkraftanlagen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden erstellt. Als Material für den Ständer wurde ein besonders schlagfester Sphäroguss gewählt. Optimierte Gestaltung der Gusskonstruktion, robuste Getriebeauslegung und eine kurze Verbindungswelle zwischen Rotor, Getriebe und Generator sind besondere Vorzüge. Die auftretenden Windkräfte können besser absorbiert, die nötigen Lagerungen vereinfacht werden.

Umfassende Entwicklungskompetenzen „Mit einem 1:1-Modell eines kompakten Drei-MW-Antriebskonzptes zeigen wir eindrücklich unsere umfassende Entwicklungskompetenz“, meint Daniel Erni Sen. Manager Sales.

Modell des neuen Antriebskonzepts.

„RUAG Technology bietet umfassende Entwicklungs- und Fertigungsdienstleistungen in der zukunftsweisenden Windenergietechnik an. Wir erwarten weiterhin eine große Nachfrage nach Anlagen mit leistungsstarken und robusten Getrieben und deren Prototypen. <<

Brake even Elektromechanisches Bremssystem für Windenergieanlagen

Elektromechanische Bremsen sind der neue Standart für Windenergieanlagen: Rotorbremsen und Verrieglungsbolzen. Wer frühzeitig auf elektromechanische Bremsen umsteigt, sichert sich Wettbewerbsvorteile in einem lukrativen Zukunftsmarkt.

Technologieführer für elektromechanische Bremsen in WEA

HANNING & KAHL GmbH & Co KG I 33813 Oerlinghausen I info@hanning-kahl.com I www.windbremse.de

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RUAG Technology


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Bildungszentrum für erneuerbare Energien Fachkräfteschmiede einer internationalen Branche. ■ Es gibt wohl nur eine internationale

Industriebranche der Neuzeit, bei der der Fachkräftemangel von Anbeginn an eine prinzipielle Herausforderung war: Die in den 90er Jahren in Deutschland entstandene Windenergiebranche. Schon im Jahr 2000, als mit der Installation der ersten großen Windparks im Norden Deutschlands bewiesen war, dass die regenerative Energieproduktion zukünftig ein bedeutender Teil der deutschen Wirtschaft sein wird, stellte sich heraus, dass die üblichen Qualifikationen in den technischen Handwerkerberufen bei weitem nicht ausreichen, um die neuartigen, hochpreisigen Investitionsgüter, also die Windenergieanlagen, zu warten und instand zu halten. Hier waren plötzlich ganz neue Qualifikationen gefragt. Gemeinsam mit dem Bundesverband WindEnergie, der Industrie- und Handelskammer und zahlreichen Windenergieanlagenherstellern wurde im Jahr

2000 in Husum das Bildungszentrum für erneuerbare Energien, BZEE e.V. geschaffen, das seitdem das notwendige Personal für Service, Wartung und Reparatur der Anlagen weiterbildet. Wichtigstes Ziel war - neben der Übermittlung des notwendigen, technischen Wissens - einen zertifizierten, standardisierten Weiterbildungsgang zu schaffen. Nur dann haben Hersteller, Investoren und auch Versicherer die Sicherheit, dass Mitarbeiter garantiert die notwendigen Qualifikationen haben, um an und in den Windenergieanlagen zu arbeiten. 80 Windenergieunternehmen sind Mitglieder im BZEE e.V. und erstellen gemeinsam mit den Mitarbeitern des BZEE immer wieder aktuelle die branchenspezifisch angepassten Ausbildungsinhalte und Lehrgänge. Ausbildungsinhalte der Weiterbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen sind z.B.: Mechanik, Hydraulik und Elektrik, Sicherheitstraining, englische Kommunikation, IT und Fernwartung, Rotorblattreparatur und vieles andere

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Spitzentechnologie für Schraubenverbindungen – sicher – dauerfest – lösbar

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mehr. Das Bildungszentrum für erneuerbare Energien blickt nun auf eine ähnliche Erfolgsgeschichte zurück wie die gesamte Windenergiebranche. Nicht nur, dass in den letzten zehn Jahren mehr als 1.400 Servicetechniker für Windenergieanlagen alleine in Deutschland ausgebildet wurden, sondern auch gleichermaßen, wie die deutsche Windbranche die Welt eroberte, konnte sich das BZEE ebenfalls internationalisieren. Inzwischen gibt es in zahlreichen Ländern (Frankreich, Großbritannien, Irland, Kanada, USA) Dependancen und Ausbildungspartner des BZEE. Überall, wo in größerer Anzahl Windenergieanlagen auf der Welt installiert werden, werden heute schon und zukünftig noch verstärkt Servicetechniker nach BZEEStandard ausgebildet. Selbstverständlich begleitet das BZEE die Branche nun auch hinaus aufs Meer. Arbeitssicherheit für im Offshore arbeitende Techniker ist das Thema einer neuen BZEE-Lehrgangsreihe. << Weitere Informationen: www.bzee.de

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Mensch & Technik - Ausgabe I/2011

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K L E I N E

I N G E N I E U R E

Die Luftballon-Rakete Ein Luftballon kann abgehen wie eine Rakete. Dazu musst du ihn nur aufpusten und loslassen. Mit einem Trick kannst du bestimmen, wohin er fliegen soll. Was brauchst du?

Warum ist das so?

1 Luftballon, 1 Trinkhalm, 1 Wäscheklammer, einige Meter Faden, z. B. Nähgarn, Klebefilm.

Deine Luftballon-Rakete funktioniert tatsächlich ähnlich wie eine Weltraumrakete: Sie arbeitet nämlich auch mit dem „Rückstoßprinzip“. Wenn die Luft nach hinten ausströmt, wird die Rakete vorwärts gestoßen. Dabei hat sie – wie eine echte Rakete – ihren Treibstoff mit an Bord. Die Energie steckt allerdings nicht in der de Luft selbst, sondern in der Luftballonhaut drum herum. Du hast die Gummihaut des Luftballons beim Aufpusten gespannt wie ein Gummiband. Um sich zu „entspannen“, muss der Luftballon die Luft herausdrücken. Dabei wird ein Rückstoß erzeugt. Außerdem stößt sich der Ballon mit seiner ausströmenden Luft noch an der Umgebungsluft ab. Dieser zweite Effekt würde einer LuftballonRakete im luftleeren Weltraum fehlen.

Wie gehst du vor? Fädele den Faden durch den Trinkhalm (1). Befes1 tige ein Fadenende mit Klebestreifen eifen etwa an einer Tür, das andere Ende an der gegenüberliegenden Wand. Du kannst den Faden auch zwischen zwei Stühlen spannen. Puste den Luftballon auf und klemme seine Tülle mit einer Wäscheklammer zu, damit diee Luft nicht entweicht (2). Dazu zu verdrehst du die Tülle am m besten mehrmals und klemmst sie so zu. Klebe den Trinkhalm mit Kle- 2 bestreifen seitlich auf dem Luftballon fest – ein Ende des Halms zeigt also zur TülEnde le, das andere a 3 zum Kopf Kop des Ballons (3). Schiebe den Ballon mit dem Trinkhalm an Tr das Fadenende, zu Fad dem die Tülle zeigt. Löse nun die Wäschek Wäscheklammer.

Was passiert? Wenn du die Wäscheklammer löst, saust der Luftballon an der Schnur entlang g zum m anderen Ende (4). Dabei ei dreht er sich um den Strohhalm m und verliert all seine ne Luft.

4

Das Prinzip des Rückstoßes: Wird Masse abgestoßen, gibt es einen Impuls in entgegengesetzter Richtung.

leicht mittel schwer

nur für Erwachsene unter Aufsicht von Kindern

Wo kommt das vor? Um einen großen „Rückstoß“ zu erhalten, muss eine Rakete möglichst viele und möglichst schwere Stoffe möglichst schnell ausstoßen. Bei Weltraumraketen strömen Teilchen und Gase mit Überschallgeschwindigkeit aus der Düse. Dazu wird fester und flüssiger Treibstoff verbrannt, wobei Verbrennungsgase entstehen, die plötzlich erheblich mehr Platz brauchen und sich aus der Raketendüse herausdrücken. Aber auch Ruderer arbeiten mit Rückstoß. Mit ihren Paddeln stoßen sie sich im Wasser ab. Theoretisch könnten sie auch schwere Steine nach hinten werfen, das würde sie durch den Rückstoß ebenfalls antreiben. Zudem erzeugt jede Schiffsschraube einen Rückstoß, indem sie sich – wie die Ruderer – im Wasser abstößt. In den Sümpfen Floridas, die zu seicht für Schiffsschrauben sind, werden Propellerboote eingesetzt. Hier erzeugt eine Art Ventilator am Heck einen Rückstoß in der Luft. Übrigens: Die Pfeile in Indianerfilmen sind hohl und laufen auf durchsichtigen Fäden – genauso wie deine Luftballon-Rakete.

Aus: Der De Kinder Brockhaus Experimente, Den Naturwissenschaf senschaften auf der Spur. Mit freundlicher Genehmigung des Verla Verlages. www.brockhaus.de

Deshalb trifft Winnetou immer ins Schwarze!

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