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Sprechtexte

Rolf Hermann Das Leben ist ein Steilhang edition spoken script


D Üsswirkigä vam NEAT-Tünnil uff ds Faarvärgniägu va du soginanntu Heimweewallisär Därvor Jäzz. Jäzz müesch dä. Jäzz müesch dä lüegu. Jäzz müesch dä. Jäzz. Jäzz. Lüeg. Lüeg daa. Iii. Isch das nit hibsch? Isch das nit ungloibli? Isch das nit eifach ungloibli hibsch? Iii. Di Üssicht. Di wundärbari Üssicht. Di eimaalig Üssicht. Di flott Üssicht. Di flott Üssicht. Di flott Üssicht.

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Und daa das Taal. Das wundärbar Taal. Das eimaalig Taal. Das Tälli, das Taal. Mit dum Rottu. Däm flottu Rottu. Am Rottu trottu. Am flottu Rottu. Däm flottu Rottu naa trottu. Däm Rottu. Däm Rottu. Däm Rottu. Und daa di Bäärga. Di Fälsä. Di Beim. Di Mattältini. Di Doorfjini. Ja, di Doorfjini. Daa isch Eischoll. Daa isch Unnärbäch. Daa isch Birchu. Daa isch Zäänäggu. Und daa obina isch d Moosalpu. D Moosalpu. Und daa isch ds Mattärtaal. 9


Ds Mattärtaal. Das schteinig Mattärtaal. Das Tälli mit dum Guffär. Mit däm schteinigu Guffär. Däm Guffär. Däm Guffär. Däm Guffär. Und daa isch Vischp. Und daa isch Eiholz. Und daa isch Gamsu. Und daa isch Gliis. Und daa isch Naatärsch. Und daa isch Brig. No ä schönä Tag.

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Därnaa Jäzz. Jäzz müesch dä. Jäzz müesch dä lüegu. Jäzz müesch dä. Jäzz. Jäzz. Lüeg. Lüeg daa. Lüeg. Iii. Isch das nit. Isch das nit eifach. Isch das nit eifach ungloibli. Isch das nit eifach äsoo ungloibli. Eifach äsoo ungloibli. Äsoo ungloibli. Schitt. Daa isch Vischp.

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Kino Aschtoria Vor ä Hüüfu Jaar bin i mit miinär Groossmama, där IdaKlara, ds Vischp im Kino Aschtoria gaa Taitänik lüegu. Je längär där Film gangu isch, deschto uliidigär isch di Groossmama uff irum Sizz umfagrutscht und hätt dä sogar äsoo lüt afaa süüfzgu, dass i gmeint ha, schi, di Groossmama sälbär, triibä daa in däm furchbar chaaltu und furchbar teifu Wassär. Üssgrächnut in däm Momänt, waa di Trüür im Kinosaal niimä hätti chännu greessär sii, isch di Groossmama näbu miär üff und hätt där aarmu Rous uff där Liinwand züegriäft: Laa jäzz där Schnuddärbotsch äntli laa gaa, dä chommä wär hittu viliicht no äswä heim.

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Kino Astoria Vor vielen Jahren ging ich mit meiner Grossmutter Ida-Klara im Kino Astoria in Visp den Film Titanic schauen. Je länger der Film dauerte, desto ungeduldiger rutschte sie auf ihrem Platz herum und fing dann sogar an, so laut zu seufzen, dass ich dachte, sie, die Grossmutter selber, treibe in dem furchtbar kalten und furchtbar tiefen Wasser. Ausgerechnet in dem Moment, als die Trauer im Kinosaal grösser nicht hätte sein können, stand die Grossmutter neben mir auf und rief der armen Rose auf der Leinwand zu: Jetzt lass den Rotzlöffel endlich los, dann kommen wir vielleicht heute noch nach Hause.  

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Dokktäraarbeit Där Tscheims Eibrähäm Ezechiel Mörill, ä jungä, schwaarzä Amerikanär, hätt an är Börkli Iunivörsiti in Kaliforniu an ära Dokktäraarbeit gschribu mit dum Titil: Di Evoluschen of de Lötschentaler Daiäläkt – Kwuo waadis? Fär schiini Teesä empirisch z unnärmüüru, isch är ins neeggscht Flugzig gschtigu und viärzää Schtundä schpeetär mit dumä Üffnamegräät und allärlei Fraagebegu im Leetschutaal zär Taat gschrittu. Jädäs Litji, waa mu zwischu Fäärdu und där Leetschulikku bigägnut isch, hätt är intärwiut. Naa zwei Wuchä hätt är alli Daatä zämu ka und schich an d Üsswärtig gmacht. Är hätt 321 Sitä gschribu. Där wichtigscht Sazz va där ganzu Aarbeit isch woll där gsii: Im ganzu Leetschutaal gits nummu no ei Mänsch, waa vam Schprächappärat här ubärhoipt no d Fääigkeit hätti, widär richtig z leetschinu, und das weeri där Pächtär vam Karaoke-Bischtro Früümugartu ds Kippil, där Puong Sun Tschu.

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Dissertation James Abraham Ezechiel Merrill, ein junger, schwarzer Amerikaner, verfasste an der Berkeley University in Kalifornien eine Dissertation. Der Titel lautete: The Evolution of the Lötschentaler Dialect – Quo vadis? Um seine Thesen empirisch zu untermauern, stieg er ins nächste Flugzeug. Vierzehn Stunden später schritt er mit einem Aufnahmegerät und allerlei Fragebogen im Lötschental zur Tat. Jeden, der ihm zwischen Ferden und der Lötschenlücke begegnete, interviewte er. Nach zwei Wochen hatte er alle Daten beisammen und machte sich an die Auswertung. Er schrieb 321 Seiten. Der wichtigste Satz der ganzen Dissertation war wohl dieser: Im ganzen Lötschental gibt es nur noch einen Menschen, der von seinem Sprechapparat her überhaupt noch die Fähigkeit besitzt, den Lötschentaler Dialekt korrekt auszusprechen, und zwar den Pächter des Karaoke-Bistros Pflaumengarten in Kippel, Phuong Sun Chu.  

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Ds ortopädisch Liäbesgidicht Gäschtär bin i üssgrutscht uff dum Wäg zu diär, und zwar voll uff d rächt Hand, und zwar voll uff du Tüümu va där rächt Hand. Därnaa han i där ganz Tag im Ninfingärsischtem di gschpässigschtu Säzz üffgschribu, zum Biischpil: Ich schtiigu uff ä Leitru und briäru mit miinu Haarschpizzä där Lampuschirm in diinum Zimmär.  

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Das orthop채dische Liebesgedicht Gestern bin ich ausgerutscht auf dem Weg zu dir, und zwar voll auf die rechte Hand, und zwar voll auf den Daumen der rechten Hand. Danach habe ich den ganzen Tag im Neunfingersystem die merkw체rdigsten S채tze aufgeschrieben, zum Beispiel: Ich steige auf eine Leiter und ber체hre mit meinen Haarspitzen den Lampenschirm in deinem Zimmer.

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Ds Ehepaar mit du Schaaf Ds Ehepaar Chaschpi und Agnes Heinzmaa, zwei Hobbischaafzüchtär va Vischpärtäärminu, hent ds Küssu nummu no vam Färnsee kännt. Und das vor allum vam Groossu Schpillfilm am Sunntagämaabund. Obwoll das beidi immär giphoiptut hent, schi siigä z aalti fär das tumm Gläkk, sind nä d Oigä fasch us dum Chopf gschprungu, wänn uff du Klippä va Kornwool än üssgwandrutä tiitschä Tiärarzt schiini Jugändliäbi mit dum Namu Elke in d Aarma gnu und schi liiduschaftlich giküsst hätt. Küüm isch där Film färtig gsii, hentsch änandär trochu Güet Nacht gseit und sind gaa schlaafu. Där Chaschpi wägum Schnarchu im ehemaligu Chindärzimmär und d Agnes im ehemaligu gmeinsamu Schlaafzimmär. Ämaal amä Aabund Ändi Säptämbär, churz naadäm d Schaaf va där Alpu widär däheimu uff irär Weid sind gsii, hätt där Chaschpi abär gsee, dass schich d Agnes d Läschpä dunkilroot aschtricht, bivor schi zu du Tiär geit. Värtammt, faat miis Wiibärli jäzz im Aaltär no a schpinnu, hätt där Chaschpi gideicht und är isch va schiinum Färnseesässil üff und där Agnes värboorgu hinnärschig naa. 100


Voorna hätt där Chaschpi dä gsee, wiä schiini Froi immär unbischweertär und zum Schluss sogar hüpfund und schwäbund zär Schaafweid gangu isch. Und dä hätt där Chaschpi di Gloggjini va iru 37 Schwaarznasuschaaf keert, waa uff d Agnes, waa jäzz d Aarmä wiit hätt üffka, züegrännt sind. Und wiä där üssgwandrut tiitsch Tiärarzt uff du südänglischu Klippä hätt d Agnes jädäs Schaaf vollär Higaab umaarmt, hätt mu zärtlich ubär du Chopf gschtrichu und mu äppis ins Oori gflüschtru. Und dä hättsch iri dunkilrootu Läschpä gschpizzt, hätt no liächt di Zungu üssa ka und hätt dä jädum va dänu 37 Schaaf äsoo nä Zungukuss gigä, dass d Schaaf iru Durscht fär d neeggschtu zwei Wuchä gschtillt hent ka. Waa där Chaschpi das gsee hätt, isch är wiä där Blizz zrugg ins Hüüs, hätt schi abgizogu und hätt schich ds Fäll va einum va schiinu Liäblingswiddär uff du Rigg gibunnu. Zeersch hätt d Agnes no gmeint, schi heigä schich värzällt, waa hinnär dum 37. und eiguntli lätschtu Schaaf no äs wiitärs Tiär agschtannu hätt. Abär dä hättsch oi das Tiär in d Aarma gnu, hätt mu übär du Chopf gschtrichu und hätt mu ins Oori gflüschtru: Chaschpi, uff dänu Momänt han i 30 Jaar lang gwaartu. Sii du jäzz miinä Widdär.

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Das Ehepaar mit den Schafen Das Ehepaar Kaspar und Agnes Heinzmann, zwei Hobbyschafz체chter aus Visperterminen, kannten das K체ssen nur noch vom Fernsehen. Und das vor allem vom Grossen Spielfilm am Sonntagabend. Obwohl beide immer behaupteten, sie seien zu alt, um sich gegenseitig dumm abzuschlecken, sprangen ihnen beinah die Augen aus dem Kopf, wenn auf den Klippen von Cornwall ein ausgewanderter deutscher Tierarzt seine Jugendliebe namens Elke in die Arme nahm und leidenschaftlich k체sste. Kaum war der Film zu Ende, sagten sie einander trocken Gute Nacht und gingen ins Bett. Kaspar aufgrund seines Schnarchens im ehemaligen Kinderzimmer und Agnes im ehemaligen gemeinsamen Schlafzimmer. Eines Abends Ende September, kurz nachdem die Schafe von der Alp wieder auf ihrer Weide im Dorf waren, sah Kaspar, dass sich Agnes die Lippen dunkelrot schminkte, bevor sie zu den Tieren ging. Verdammt, f채ngt meine Frau jetzt aufs Alter noch an zu spinnen, dachte Kaspar, erhob sich aus seinem Fernsehsessel und schlich Agnes verstohlen hinterher. 102


Draussen sah Kaspar, wie sich seine Frau immer unbeschwerter und zum Schluss sogar hüpfend und schwebend der Schafweide näherte. Dann hörte Kaspar die Glöckchen ihrer 37 Schafe, die auf Agnes, die jetzt ihre Arme weit ausgebreitet hatte, zurannten. Und wie der ausgewanderte deutsche Tierarzt auf den südenglischen Klippen umarmte Agnes jedes Schaf mit voller Hingabe, strich ihm zärtlich über den Kopf und flüsterte ihm etwas ins Ohr. Dann spitzte sie ihre dunkelroten Lippen, streckte noch leicht die Zunge heraus und gab jedem der 37 Schafe einen solchen Zungenkuss, dass sie ihren Durst für die nächsten zwei Wochen gestillt hatten. Als Kaspar das sah, sprang er auf und raste wie ein geölter Blitz zurück ins Haus, zog sich aus und band sich das Fell von einem seiner toten Lieblingsböcke auf den Rücken. Zuerst dachte Agnes noch, sie habe sich verzählt, als hinter dem 37. und eigentlich letzten Schaf noch ein weiteres Tier anstand. Doch dann nahm sie auch dieses Tier in die Arme, strich ihm über den Kopf und flüsterte ihm ins Ohr: Ach Kaspar, auf diesen Moment habe ich 30 Jahre lang gewartet. Sei du jetzt mein Bock.

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Hymnos vam Rãtrãccosfaareros Bodecci tinâ Himilstră, Zipfilos, Mit Wolcos us Schneeos! Und tüe iebănda, wiânos Piffilos, Wosi uff dum Gipfilos d Scio ăleita Und d Hăăltos âmbriă freesăt! Miesch mier miini Pischtălos Doch laa schta Und miini Căbinos, Wosi tu nit hesch construit, Und ds Stiirădos, Wosi tu mier Tüe vernitta. Ich cennos niccs Amseeligerostră Uner dero Sunno als tich, Tu Zipfilos, teu tier tin Bidilos Vollschla mit inscho Opferschtiiros Und inscho Gibâtos! Tu groosso Trissilos, Was mieschtăreă tu Hungarostră lida, Weeri wiâr nit abhângăt Vam Winterturismos! Do ich selbero e chlino Piffilos gsii, Cei Aănigos waa os und o, 166


Ană emăl im Winterestră e Rătrăccos gsee, Mit groosso Rüccschpieglos, wiâ zwei Oros, Wosi miini Vârzwiflig ceert, Mit groosso Rüeccliechtero, Wiâ zwei lüechtendos Hârzo, Wosi miiner erbarmăt. Wer mier gholfa In dero ischigo Châlti vam Wintero? Dâr Rătrăccos. Wer mier grettăt Vor dum Efriergristood? Dâr Rătrăccos. Hei wiâr nit selberos allos gideigslo, Heilig Rătrăccos? Gibschissăt, Rattingsdăncos Dum Zipfilos, waa schlăfăt dădrobina? Ich tich eeero? Wărfăt? Hâsch tu, Zipfilos, d Schmârzăs glindra Je vă dâm, wosi drâccig gănga? Hâsch tu, Zipfilos, di Trânos gitrâchna Je vă dâm, wosi dâr Schiss Inu Hosâ ca? Hâtt nit mich zum Mannji gschmida, Dero allmâchtigo Rătrăccos Und di ândloso Pischtalos? 167


Hâsch tu, Zipfilos, ăppa gmeinăt, Ich sâllti ds Lâbo hăssa, In di Wiâschto gaa, Wosi nit alli Treimos tüe riifa, Wosi als chlino Piffilos ca? Inâr Căbinos văm Rătrăccos sitza ich Und măcha fâr inschi Turistos Di beschto Pischtalos, Dârmăg schi ds Lâbo tieferstră Tüent gschpiră. Ds Liidos, Ds Tullos, ds Gniesso und ds Lăcha! Und tich, tu Zipfilos, tüent vârgâssa, Wiâ ich!

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I Am Koleegium Sanktus Jubilate hätt di Puzzfroi mit dum Namu Mari Walpu, ä 53-jeerigi, lädigi und äschubleichi Froi, waa än groossi Schwächi fär romantischi Gidicht ka hätt, langsam abär sichär gnüeg ka va dänu Urinfläkkä uff dum Bodu vam Leerär-WC. Und äsoo isch niämär ärschtüünt gsii, wänn uffzmaal ubär jädum Leerär-Pissuar ä farbig kopiärtä und laminiärtä Schpruch gheichu hätt. Druff isch äppis z läsu gsii, waa di Kwalität va där Schüel wäsäntlich mee värbässrut hätt als alli Konzäpti, waa d Schüelleitig inu lätschtu 25 Jaar gschribu hätt. D Mari Walpu hätt nämli gidroot: Sizz ab, susch gits ä Chlapf.

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I Am Gymnasium Sanctus Jubilate empfand die Putzfrau namens Marie Walpen, eine 53-jährige, ledige und kreidebleiche Frau, die eine grosse Schwäche für romantische Gedichte hatte, eine immer grössere Abscheu vor den Urinflecken auf dem Boden der Lehrer-Toilette. Und deshalb war niemand erstaunt, als plötzlich über jedem Lehrer-Pissoir ein farbig kopierter und laminierter Zettel hing. Darauf war etwas zu lesen, das die Qualität dieser Schule wesentlich mehr verbesserte als alle Konzepte, die die Schulleitung in den letzten 25 Jahren geschrieben hatte. Marie Walpen forderte nämlich von allen Lehrern: Hängst dein Goldstück übers Becken, gibt’s am Boden keine Flecken.

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II Am Koleegium Sanktus Jubilate hätt där 64-jeerig Latiinleerär mit dum Namu Leo Loreta, waa in schiinär Friizit am liäbschtu Där Gallisch Chriäg vam Zäsar us dum Latiinischu ins Wallisärtiitscha ubärsäzzt hätt, ä schüelintärni Wiitärbildig sällu absolviäru zum Teema Motiwationsschtrategiä in biwägtu Zitä. Und äsoo isch niämär ärschtüünt gsii, dass där Leo Loreta, obwoll är schich fär dänu Alass churzfrischtig chrank gmäldu hätt, plezzli imä Schwiizär-Armee-Kampfpanzär vam Tüp Pz 87 uff dum Schüelgländ gschtannu isch und ds Ziilfärnroor langsam in Positioo gibrungu hätt. Waa där Schüelleitär vor värsammlutär Leererschaft di Pauerpoint-Präsentatioo ubär ds noi Leitbild gschtartu hätt, hätts ä Riisuchnall gä, und dä hätt ä Granaatu di Pfeischtär zärschlagu und isch wiä in Zitluputämpo uff di Liinwand mit dum noiu Leitbild züegschwäbt. Churz bivor di ganz Aula in d Luft gflogu isch, isch dum Schüelleitär no ä wichtigä Gidanku dur du Chopf gschossu, nämli: Oi dids Jaar wird ds Büdsche nit ganz üffgaa.

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II Am Gymnasium Sanctus Jubilate hätte der 64-jährige Lateinlehrer namens Leo Loretan, der in seiner Freizeit am liebsten Cäsars Der Gallische Krieg aus dem Lateinischen ins Walliserdeutsche übersetzte, eine schulinterne Weiterbildung absolvieren sollen zum Thema Motivationsstrategien in bewegten Zeiten. Und deshalb war niemand erstaunt, dass genau dieser Leo Loretan, obwohl er sich für den Anlass kurzfristig krankgemeldet hatte, plötzlich in einem Schweizer-Armee-Kampfpanzer vom Typ Pz 87 auf dem Schulgelände stand und das Zielfernrohr langsam in Position brachte. Als der Schulleiter vor versammelter Lehrerschaft die Power­ point-Präsentation zum neuen Leitbild startete, gab es einen Riesenknall, und dann durchschlug eine Granate die Fenster und schwebte wie in Zeitlupe auf die Leinwand mit dem neuen Leitbild zu. Kurz bevor die ganze Aula in die Luft flog, schoss dem Schulleiter noch ein wichtiger Gedanke durch den Kopf, nämlich: Auch heuer wird Unterrichten wieder teurer.  

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Z Bäärg gaa Wiä schön doch alläs isch Ich inu Bäärga Uffu Bäärga Hinnär Bäärga Ubär Bäärga Wiä schön doch alläs isch Ich inu Wolkä Uffu Wolkä Mit du Wolkä Hinnär Wolkä So schön doch alläs isch Ich inu Fiäss Mit du Fiäss Hinnär Fiäss Uffu Fiäss So ungloibli schön das alläs isch Ich inär Hand Uffär Hand 202


Ubär Hand Mit där Hand Ungloibli schön das alläs isch Ich inu Oigä Hinnär Oigä Mit du Oigä Inu Oigä So schön das alläs isch Ich inär Nasu Mit där Nasu Hinnär Nasu Uffär Nasu So ungloibli schön doch alläs isch Ich ubärm Müül Hinnär ds Müül Va dum Müül Mit dum Müül Eifach schön das alläs isch

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Ich inu Wolkä Mit du Oigä Ubär Bäärga inu Fiäss So eifach das alläs isch Mit dum Müül Inu Bäärga Ubär d Nasu Va du Wolkä So eifach das alläs isch Mit där Hand Va du Oigä Uffu Bäärga Inu Wolkä Wiä ungloibli schön das älläs isch Ich im Müül Va du Bäärga Ubär Wolkä Uffu Fiäss So ungloibli schön das alläs isch 204


Uffär Nasu Va du Wolkä Inu Fiäss Hinnär Bäärga Eifach so ungloibli Ich va du Oigä Inu Bäärga Hinnär Fiäss Uffu Wolkä Eifach ungloibli Hinnär ds Müül Inu Wolkä Mit du Fiäss Va du Bäärga So eifach Ich inu Bäärga Uffu Bäärga Mit du Bäärga Inu Bäärga Eifach Eifach

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Rolf Hermann - Das Leben ist ein Steilhang