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Melanie Lang, 19 Jahre, aus BacknangSchöntal, hat sich Mitte Oktober auf eine große Entdeckungsreise begeben: Ihr Ziel ist die weite Welt, ihr Plan die Selbstfindung an der Schnittstelle zwischen Abitur und Beruf. Über Hongkong und Singapur ging es nach Australien.

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nglaublich, dass schon Weihnachten ist. Denn für mich fühlt es sich an, als hätte ich Backnang erst gestern verlassen, so schnell ging die Zeit vorüber. So richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen, ist gar nicht so einfach hier in Downunder, denn während man es sich in Deutschland daheim gemütlich macht, heißen Glühwein auf Weihnachtsmärkten genießt und alles etwas langsamer angehen lässt, ist Weihnachten hier unten eine einzige Outdoorveranstaltung. Auch Weihnachtsdekoration ist eher spärlich verbreitet, da Lichterketten und Lametta in blühenden Bäumen und an langen Sommertagen nicht so zur Geltung kommen wie auf den Bildern von Übersee. So wird das hart verdiente Geld lieber in reichlich Bier investiert. Auch wollen der riesige WitcoullsWeihnachtsmann mit seinem Wintermantel und die Schneeflocken auf den Starbucks-Bechern einfach nicht so ganz zu den 30 Grad im Schatten passen, die hier gerade herrschen. Möglichkeiten, Weihnachten zu verbringen, gibt es viele hier. Wie in England und Amerika fängt Weihnachten nicht an Heiligabend, sondern erst am ersten Weihnachtstag, dem 25., an. an dem es auch Geschenke gibt. Wer daheim bleibt, geht meistens mit der Familie auswärts essen. Beliebt ist das Roast: Fleisch mit normalen und süßen Kartoffeln sowie Kürbisstücken und der traditionellen Bratensoße. Weit verbreitet ist es auch, seine Familie in den Campervan einzupacken und die Festtage auf einem der zahlreichen Campingplätze am Strand zu verbringen. Da

Weihnachtstage bei 30 Grad im Schatten: Melanie Lang feiert unter anderen Vorzeichen als die Backnanger daheim.

Hitze und Strand statt Lametta

Weihnachtsvergnügen am anderen Ende der Welt - Melanie Lang auf Achse (IV) muss auch der Weihnachtsbaum nicht zu Hause bleiben. er wird einfach im Zelt aufgestellt. Die Tage enden aber immer gleich: mit einem reichlichen Barbecue und einem kühlen Bier. Ich persönlich habe mich mit sechs weiteren Europäern, einem ausgedienten

Polizeiauto, einem Minivan, vier 20-Euro-Zelten, die den heutigen Wind nicht überstehen werden, und jeder Menge an dummen Ideen auf einen völlig ungeplanten Roadtrip mitten ins Nirgendwo begeben und campe nun am Strand, bevor es auf die größte Silvesterparty des Landes,

das Rhythm & Vine Festival, geht. Denn zwei Sachen sollte man nie vergessen, auch wenn man an Weihnachten nicht zu Hause sein kann: Freunde findet man überall, auch am anderen Ende der Welt, und günstige Telefonkarten kann man auch übers Handy benutzen.

Melanie auf Achse // Hitze und Strand statt Lametta (IV)  

This is my fourth article about my world tour in 2008/2009. It covers my Christmas Experience on the other side of the world which includes...

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