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Melanie Lang, 19 Jahre, aus BacknangSchöntal, hat sich Mitte Oktober auf eine große Entdeckungsreise begeben: Ihr Ziel ist die weite Welt, ihr Plan die Selbstfindung an der Schnittstelle zwischen Abitur und Beruf. Erste Station war Hongkong. Weiter ging's dann zu einem Zwischenstopp nach Singapur und von dort auf den australischen Kontinent, genauer: nach Perth in Westaustralien.

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as Geniale am Reisen sind nicht nur die vielen neuen Bilder, sondern die Momente, wenn man etwa in Westaustralien im Park sitzt. den Schreibblock in der Hand, und von erstaunten Einheimischen angesprochen wird, die noch nie kariertes Papier gesehen haben. Tatsächlich scheint so was in Perth, meiner dritten Station, nicht zu existieren. Obwohl sich zurzeit ungefähr 50 000 Backpacker in Australien befinden, verliert sich eher selten einer hierher, denn Perth ist laut Wikipedia der abgeschiedenste Ort der Welt. Zurecht, denn die nächste Großstadt Adelaide ist 2845 Kilometer und 36 Busstunden entfernt. Und obwohl man direkt in der City eher wenig Sightseeing betreiben kann, lohnt es sich auf jeden Fall herzukommen. Schön ist ein Spaziergang durch den Kings Park, von dem man eine unglaubliche Aussicht auf die Stadt hat. Dort wurde auch eine Allee angelegt, in der für jeden gefallenen Soldaten ein Baum gepflanzt und eine Erinnerungstafel an-gebracht

Belebtes Geschäftszentrum und Naturerlebnis mit Kängurus: Gegensätze im westaustralischen Perth.

Fotos: M. Lang

Auf Du und Du mit dem Känguru

Geschäftig, aber abgeschieden am andern Ende der Welt - Melanie Lang auf Achse (III)

Zauberhafte Lage am Meer: Blick vom Kings Park auf die Hochhäuser von Perth.

wurde. Eine schöne Geste, wie ich finde. Unten im Tal, auf der Halbinsel des Swanrivers, konnte ich dann auch an meine ersten echten australischen Kängurus heranschleichen, die dort in einem frei begehbaren Park leben. Der wunderschöne Strand von Cottesloe und Rottnest Island, die vorgelagerte Insel, die auch die Aussis lieben, eignen sich besonders, um zu relaxen, Wassersport zu betreiben und seine Daheimgebliebenen mit selbstgeschossenen Postkartenmotiven eifersüchtig zu machen. Ich persönlich hab mich in dem Hafenvorort Fremantle niedergelassen, der hier nur liebevoll Freo genannt wird. Obwohl nur etwa 7 000 Einwohner groß, befinden sich zahlreiche Shops und Cafés im Ort. der immer angenehm belebt ist. Denn das liebe ich hier am Ende der Welt besonders: Obwohl es Mittwochabend ist, sind die Pubs in dieser kleinen Stadt voller als teilweise in Backnang am

Wochenende. und es ist für die Lokale selbstverständlich, zumindest eine kleine Liveband im Haus zu haben. Billige Verkehrsmittel waren schon in Hongkong und Singapur selbstverständlich, doch selbst hier schafft es die Bahn, für die Strecke Perth - Freo, vergleichbar mit Stuttgart - Backnang, nur umgerechnet 1,75 Euro statt der gewohnten 5 Euro zu verlangen. Die Hälfte für Studenten und Schüler. Zusätzlich gibt es den kostenlosen Stadtbus. genannt The Cat, der alle zehn Minuten seine Runde fährt und einen zu den wichtigsten Stellen bringt. Aufregender ist eine Fahrt im Einkaufswagen in dem die Jungs ihre von Highheels geplagten Mädels nach einer durchfeierten Nacht gern mal heimfahren. So was wie Pfandmünzen kennen die Aussis nämlich nicht, und so hat jeder Supermarkt seinen extra Angestellten, um die ausgeliehenen Einkaufswagen wieder einzusammeln.


Melanie auf Achse // Auf Du und Du mit dem Känguru (III)  

This is my third article about my world tour in 2008/2009. It covers my adventures in Perth, Western Australia which includes Party in Frema...

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